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*DE102012206355B420190502*
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DE 10 2012 206 355 B4 2019.05.02

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Patentschrift

(21) Aktenzeichen: 10 2012 206 355.2


(22) Anmeldetag: 18.04.2012
(51) Int Cl.: F02B 37/12 (2006.01)
F02B 37/007 (2006.01)
(43) Offenlegungstag: 24.10.2013
F02C 6/12 (2006.01)
(45) Veröffentlichungstag
der Patenterteilung: 02.05.2019

Innerhalb von neun Monaten nach Veröffentlichung der Patenterteilung kann nach § 59 Patentgesetz gegen das Patent
Einspruch erhoben werden. Der Einspruch ist schriftlich zu erklären und zu begründen. Innerhalb der Einspruchsfrist ist
eine Einspruchsgebühr in Höhe von 200 Euro zu entrichten (§ 6 Patentkostengesetz in Verbindung mit der Anlage zu §
2 Abs. 1 Patentkostengesetz).

(73) Patentinhaber: (56) Ermittelter Stand der Technik:


MTU Friedrichshafen GmbH, 88045
DE 198 16 840 C2
Friedrichshafen, DE
DE 103 08 075 B4
DE 31 42 499 A1
(74) Vertreter: DE 40 07 584 A1
Eisenführ Speiser Patentanwälte Rechtsanwälte DE 40 24 572 A1
PartGmbB, 10178 Berlin, DE DE 10 2006 057 204 A1
DE 10 2007 024 527 A1
(72) Erfinder: DE 10 2007 028 522 A1
Mink, Bernd, 78194 Immendingen, DE; Hund, EP 1 640 597 A1
Christoph Georg, 88069 Tettnang, DE; Hotea,
Felicia-Ana, 88677 Markdorf, DE

(54) Bezeichnung: Verfahren zur Steuerung einer Registeraufladung einer Brennkraftmaschine mit einem Motor
und einer Abgas-Turboaufladegruppe sowie Steuereinrichtung und Brennkraftmaschine

(57) Hauptanspruch: Verfahren zur Steuerung einer Brenn- Turbine (122) und unter Führung von Ladeluft (LL) über den
kraftmaschine (1000) mit einem Motor (200) und einer Ab- Schalt-Verdichter (121);
gas-Turboaufladegruppe (100), die einen Basis-Abgastur- wobei
bolader (110) und einen Schalt-Abgasturbolader (120) für der Betrieb ...
den Motor (200) aufweist, wobei
- der Basis-Abgasturbolader (110) einen Basis-Verdichter
(111) für Ladeluft (LL) und eine Basis-Turbine (112) für Ab-
gas (AG) aufweist, wobei die Basis-Turbine (112) ausgebil-
det ist, den Basis-Verdichter (111) anzutreiben,
- der Schalt-Abgasturbolader (120) einen Schalt-Verdich-
ter (121) für Ladeluft (LL) und eine Schalt-Turbine (122) für
Abgas (AG) aufweist, wobei die Schalt-Turbine (122) aus-
gebildet ist, den Schalt-Verdichter (121) anzutreiben, und
- der Schalt-Abgasturbolader (120) ausgebildet ist, zusätz-
lich zum Basis-Abgasturbolader (110) betrieben zu werden,
wenn eine Grenzwertdrehzahl (GW-nATL1) des Basis-Ab-
gasturboladers (110) erkannt wird, aufweisend die Schritte:
- Betreiben des Basis-Abgasturboladers (110) mit sich än-
dernden Drehzahlen (nATL1),
- Erkennen der Grenzwertdrehzahl (GW-nATL1) des Basis-
Abgasturboladers (110),
- Betreiben des Schalt-Abgasturbolader (120) im Leerlauf
unter Führung von Abgas (AG) über die Schalt-Turbine
(122) und ohne Führung von Ladeluft (LL) über den Schalt-
Verdichter (121),
- Betreiben des Schalt-Abgasturboladers (120) unter Luft-
verdichtung unter Führung von Abgas (AG) über die Schalt-
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Beschreibung [0004] DE 40 24 572 A1 offenbart eine Brennkraft-
maschine mit zwei Abgasturboladern, deren Abgas-
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steue- leitungen vor den Abgasturboladern miteinander ver-
rung einer Registeraufladung einer Brennkraftma- bunden sind und wobei die Ladeluftleitungen beider
schine mit einem Motor und einer Abgas-Turboauf- Abgasturbolader gegebenenfalls über einen Ladeluft-
ladegruppe, die einen Basis-Abgasturbolader und ei- kühler in Verbindung stehen. Ein Abgasturbolader ist
nen Schalt-Abgasturbolader für den Motor aufweist, über Absperrorgane in der Ladeluft und Abgasleitung
wobei der Basis-Abgasturbolader einen Basisver- absperrbar, wobei die Absperrorgane über eine Steu-
dichter für Ladeluft und eine Basisturbine für Ab- ereinheit unabhängig voneinander betätigbar sind.
gas aufweist, wobei die Basisturbine ausgebildet ist,
den Basisverdichter anzutreiben, und der Schalt- [0005] DE 198 16 840 C2 offenbart eine Brenn-
Abgasturbolader einen Schaltverdichter für Ladeluft kraftmaschine mit mehreren parallel arbeitenden Ab-
und eine Schaltturbine für Abgas aufweist, wobei die gasturboladern, die jeweils durch eine steuerba-
Schaltturbine ausgebildet ist, den Schaltverdichter re Abgasabsperreinrichtung und Ladeluftabsperrein-
anzutreiben, und wobei der Schalt-Abgasturbolader richtung zu- und abschaltbar sind, nämlich durch ei-
ausgebildet ist, zusätzlich zum Basis-Abgasturbola- nen Klappenschaltmechanismus. Der Klappenschalt-
der betrieben zu werden, wenn eine Grenzwertdreh- mechanismus weist eine bistabile Betätigungsein-
zahl des Basis-Abgasturboladers erkannt wird. Das richtung auf, welche die zum selbsttätigen Öffnen
Verfahren weist die Schritte auf: Betreiben des Ba- der Ladeluftabsperreinrichtung notwendige Druckdif-
sis-Abgasturboladers mit sich ändernden Drehzah- ferenz zwischen der stromabwärtigen Seite und der
len; Erkennen einer Grenzwertdrehzahl des Basis- stromaufwärtigen Seite der Ladeluftabsperreinrich-
Abgasturboladers; Betreiben des Schalt-Abgasturbo- tung vorgibt. Dazu ist eine Ladeluftabsperreinrich-
laders im Leerlauf unter Führung von Abgas über die tung in Form eines Rückschlagventils vorgesehen,
Schaltturbine ohne Führung von Ladeluft über den welches dazu dient, das Abströmen von komprimier-
Schaltverdichter; Betreiben des Schalt-Abgasturbo- ter Ladeluft aus der Ladeluftsammelleitung rückwärts
laders unter Luftverdichtung unter Führung von Ab- durch den Ladeluftverdichter zu verhindern, wenn
gas über die Schaltturbine und Führung von Ladeluft dieser nicht fördert. Eine Zugfeder bildet zusam-
über den Schaltverdichter. men mit dem Klappenhebel die bistabile Betätigungs-
einrichtung für die Luftschaltklappe der Ladeluftab-
[0002] Bei Verbrennungsmotoren wird im Idealfall ei- sperreinrichtung, welche in der Lage ist, die Lade-
ne möglichst gleichförmige und hohe Drehmoment- luftabsperreinrichtung bis zum Erreichen einer vorge-
kennlinie ausgehend von der Leerlaufdrehzahl bis hin gebenen Druckdifferenz zwischen der stromabwär-
zu hohen Drehzahlen angestrebt. Ein Mittel zur Er- tigen Seite und der stromaufwärtigen Seite der La-
höhung des Drehmoments, insbesondere im Dreh- deluftabsperreinrichtung geschlossen zu halten und
zahlbereich unterhalb einer Nenndrehzahl, besteht diese nach Überschreiten der vorgegebenen Druck-
darin, mit Abgasturboladern oder mechanischen La- differenz aufgrund der zunehmenden Förderleistung
dern mehr Luft in den Brennraum zu fördern. Die- des Ladeluftverdichters des schaltbaren Abgasturbo-
se Systeme weisen allerdings im niedrigen Drehzahl- laders bis zur Öffnungsendlage zu öffnen und dort zu
bereich, z.B. im Bereich von etwa 1500 min-1 bis halten bis die Ladeluftabsperreinrichtung wieder ge-
2000 min-1, eine ausgeprägte Drehmomentschwäche schlossen wird.
auf. Hinzu kommen im transienten Fahrbetrieb Ein-
schränkungen bei der Dynamik des Motors, da bei [0006] DE 10 2006 057 204 A1 offenbart eine Brenn-
Beschleunigungsvorgängen zunächst der Rotor des kraftmaschine, in deren Abgasstrang ein erster Ab-
Turboladers beschleunigt werden muss, um einen gasturbolader und zumindest ein zweiter über ei-
dem Sollwert entsprechenden Luftmassenstrom be- ne Stelleinrichtung in dem Abgasstrang schaltbarer
reitzustellen. Die Drehmomentschwäche kann insbe- Abgasturbolader angeordnet ist, wobei die Stellein-
sondere beim Schalten eines Schaltturboladers auch richtung eine von einem schnellen Steller in beliebi-
nach dem eingangs genannten Verfahren noch spür- ge Stellungen zwischen zwei Einstellungen verfahr-
bar sein. bare Klappe ist, die derart geregelt wird, dass die
Ladedrehzahl des zweiten Abgasturboladers auf ei-
[0003] Zur Steuerung einer Registeraufladung einer nen Wert nahe der maximalen Ladedrehzahl einge-
Brennkraftmaschine sind aus dem Stand der Tech- stellt wird. Dabei ist der Verdichter von der weiterfüh-
nik verschiedenste Verfahren bekannt. Beispielswei- renden Ladeluftleitung abgesperrt bzw. die Saugsei-
se offenbart EP 1 640 597 A1 eine aufgeladene te und die Druckseite sind zusätzlich über eine By-
Brennkraftmaschine mit zwei Abgasturboladern, de- passleitung zusammengeschaltet. Der Steller ist be-
ren Turbinen parallel geschaltet sind und deren Ver- vorzugt Kennlinien- oder Kennfeld-gesteuert und die
dichter in Reihe geschaltet sind, wobei ein gesamter Endstellungen der Klappe lassen sich lastabhängig
Abgasstrom sowohl vollständig durch die erste Turbi- aus einem solchen Kennfeld oder einer Kennlinie ab-
ne als auch vollständig durch die zweite Turbine hin- leiten.
durch führbar ist.

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[0007] Aus DE 40 07 584 A1 ist ein Verfahren trotz vergleichsweise geringem Motormoment den-
zur Steuerung bekannt, bei dem vor Aktivierung ei- noch ein Schalten des Schalt-Abgasturboladers er-
nes zweiten Abgasturboladers ein zweites Wastega- folgt. Selbst wenn der Betrieb des Schalt-Abgastur-
te aktiviert wird, wodurch der zweite Abgasturbola- boladers unter Luftverdichtung erst oberhalb einer
der zunächst in einen Leerlaufbetrieb versetzt ist. Zu- vorgegebenen Drehzahl erfolgte, so müsste in dieser
geschaltet wird der zweite Abgasturbolader, indem Situation dennoch mit einem Leistungseinbruch, d. h.
eine Schalteinrichtung den Abgasstrom zum zwei- einem Abfall der Drehzahl jedenfalls des Schalt-Ab-
ten Abgasturbolader freigibt und danach eine weite- gasturboladers und einem Abfall des Ladedrucks ge-
re Schalteinrichtung die Ladeluftleitung stromab des rechnet werden.
zweiten Abgasturboladers freigibt. Die einzelnen Be-
triebszustände werden in Abhängigkeit der Motor- [0010] DE 31 42 499 A1 beschreibt eine dort in Fig. 1
drehzahl und der Drosselklappe gesteuert, und bei- gezeigte Brennkraftmaschine und ein Verfahren zur
spielsweise mit Überschreiten einer Motordrehzahl- Steuerung der Brennkraftmaschine, die einen Motor,
Drosselklappen-Kennlinie aktiviert. einen kleineren Turbolader und einen größeren Tur-
bolader aufweist. Im Betrieb wird bei einem Anfah-
[0008] DE 103 08 075 B4 offenbart ein Verfahren zur ren des Verbrennungsmotors ausschließlich der klei-
Steuerung von Abgasturboladern einer Brennkraft- nere Turbolader durch entsprechende Schaltung von
maschine gemäß der eingangs genannten Art, die Ventilsystemen betrieben. Beim Beschleunigen wird
versehen ist mit einem ersten permanent betriebenen demnach zuerst das Abgas des Verbrennungsmo-
Abgasturbolader und einem zweiten schaltbaren Ab- tors dem kleineren Turbolader zugeführt. Dieser be-
gasturbolader und mit einer Umgehungsleitung zum schleunigt nun sehr schnell aufgrund seines relativ
Vorbeiführen des Abgasstroms am ersten Abgas- geringen Massenträgheitsmoments und des in Bezug
turbolader. Ein erstes und ein zweites Wastegate auf seinen verhältnismäßig kleinen Durchströmungs-
sind zur Steuerung eines Abgasstroms vorgesehen, querschnitt vergleichsweise großen Abgasangebots.
wobei das erste Wastegate aktiviert wird, wenn die Hat nun der kleinere Turbolader seine vorgesehe-
Drehzahl des ersten Abgasturboladers einen Grenz- ne Drehzahl erreicht, schaltet das Abgasventilsys-
wert überschreitet. Danach wird geprüft, ob eine Be- tem durch die elektronische Steuerung den größe-
triebsgröße der Brennkraftmaschine --beispielsweise ren Turbolader zu oder auf diesen um, wenn gleich-
der Ladeluftdruck oder der Abgasvolumenstrom-- ei- zeitig eine entsprechende Ventilschaltung des La-
nen Grenzwert übersteigt. Ist dies der Fall, wird das deluftventilsystems auf der Verdichterseite erfolgt.
zweite Wastegate aktiviert. Hierdurch wird der zwei- Der größere Turbolader mit seinem verhältnismäßig
te Abgasturbolader in einen Leerlaufbetrieb versetzt. großen Durchströmungsquerschnitt steht damit dem
Anschließend wird geprüft, ob die Drehzahl des zwei- vergleichsweise großen Abgasangebot des Verbren-
ten Abgasturboladers einen Grenzwert übersteigt. Ist nungsmotors zur Verfügung, der nunmehr beispiels-
dies der Fall wird der zweite Abgasturbolader voll- weise unter Nennlast läuft.
ständig aktiviert. Danach werden beide Wastegates
geschlossen. [0011] DE 10 2007 024 527 A1 beschreibt eine Tur-
bolader-Vorrichtung für eine Brennkraftmaschine mit
[0009] Dieses Verfahren zur Steuerung einer Regis- einem ersten Turbolader und einem zweiten Turbo-
teraufladung stellt bereits einen guten Ansatz zur Ver- lader jeweils mit erstem Verdichter und erster Tur-
besserung eines Ansprechverhaltens einer Register- bine bzw. zweitem Verdichter und zweiter Turbine,
aufladung für eine Brennkraftmaschine dar, insbe- die sich in ihrer Betriebsweise optimieren lassen soll,
sondere für einen transienten Fahrbetrieb und bei insbesondere bei schnellen Last- und Drehzahlän-
niedrigen Motordrehzahlen. Dennoch muss auch hier derungen. Dazu ist vorgesehen, dass bei niedrigen
bei Beschleunigungsvorgängen zunächst der Rotor Massenströmen bzw. Motordrehzahlen der erste Tur-
des Schalt-Abgasturboladers beschleunigt werden, bolader bis zur gewünschten Drehzahl hochgefah-
um einen für die weitere Aufladung der Brennkraft- ren wird, wobei ein aus der ersten Turbine austre-
maschine geeigneten Ladeluftmassenstrom bereit- tender Abgasmassenstrom entweder um die zweite
zustellen. Das aus dem Stand der Technik bekann- Turbine herumgeleitet wird oder direkt auf die zweite
te Prinzip einer Schwellwertregelung, --d.h. zunächst Turbine geleitet werden kann. Während einer Über-
eine Schalteinrichtung für Abgas zu öffnen und an- gangsphase kann der Abgasmassenstrom, der nicht
schließend für Ladeluft zu öffnen, wenn der Schalt- mehr durch die erste Turbine durchsetzbar ist, abge-
Abgasturbolader eine fest oder variabel vorgegebe- blasen werden. Die Drehzahl des zweiten Turbola-
ne Drehzahl erreicht hat-- ist jedoch lediglich ein ders steigt bei diesen Maßnahmen an, und ist die ge-
Kompromiss. Betriebszustände anderer Komponen- wünschte Drehzahl des zweiten Turboladers erreicht,
ten der Brennkraftmaschine --insbesondere des Mo- so wird ein Schubumluftventil geschlossen und nach
tors und der Abgas-Turboaufladegruppe-- könnten in Erreichen eines gewünschten Ladedrucks wird ein
noch verbesserbarer Weise berücksichtigt werden. weiteres druckgesteuertes Ventil kontinuierlich geöff-
Beispielsweise kann bei einer Bergabfahrt und sehr net, sodass bei konstantem Druck auf diese Weise
hoher Motordrehzahl die Situation entstehen, dass der geförderte Luftmassenstrom durch den zweiten

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Turbolader mit dem druckgesteuerten Ventil geregelt boladers berücksichtigt ist, um das Schaltverhalten
werden kann. zu regeln. Damit bleiben, wie von der Erfindung er-
kannt, aktuelle Lastzustände und Drehzahlzustände
[0012] Wünschenswert ist es, ein verbessertes Ver- anderer Komponenten der Brennkraftmaschine, ins-
fahren zur Steuerung einer Registeraufladung einer besondere des Motors und/oder der Abgas-Turbo-
Brennkraftmaschine mit einem Motor und einer Ab- aufladegruppe unberücksichtigt, obwohl diese gege-
gas-Turboaufladegruppe zur Verfügung zu stellen. benenfalls entscheidend für einen Schaltvorgang oh-
Insbesondere ist es wünschenswert, ein verbesser- ne Leistungseinbruch sein können.
tes Schaltverhalten der Abgas-Turboaufladegruppe
beim Leerlaufbetrieb und/oder beim Lastbetrieb (d.h. [0019] Das Konzept der Erfindung schlägt in verbes-
unter Luftverdichtung) des Schalt-Abgasturboladers sernder Weise vor, dass der Betrieb des Schalt-Ab-
zu erreichen. gasturboladers im Leerlauf in Abhängigkeit der Wer-
te einer ersten Parametergruppe von Betriebspara-
[0013] An dieser Stelle setzt die Erfindung an, deren metern geschaltet wird, welche besteht aus den Be-
Aufgabe es ist, ein Verfahren und eine Vorrichtung triebsparametern: einer Drehzahl (nATL1) des Basis-
anzugeben, mittels der eine verbesserte Steuerung Abgasturboladers, einer Drehzahl (nMOT) des Mo-
einer Registeraufladung einer Brennkraftmaschine tors und einem lastbestimmendem Betriebsparame-
mit einem Motor und einer Abgas-Turboaufladegrup- ter des Motors. Mit anderen Worten schlägt das Kon-
pe ermöglicht ist. Insbesondere ist es Aufgabe der Er- zept der Erfindung in einer ersten Teilvariante vor,
findung ein Verfahren und eine Vorrichtung anzuge- den Leerlaufbetrieb des Schalt-Abgasturboladers ab-
ben mittels welcher der Betrieb des Schalt-Abgastur- hängig sowohl von der Drehzahl des Basis-Abgastur-
boladers im Leerlauf und/oder der Betrieb des Schalt- boladers als auch der Drehzahl des Motors und erfin-
Abgasturboladers unter Luftverdichtung mit verbes- dungsgemäß auch abhängig von einem lastbestim-
sertem Schaltverhalten ermöglicht ist. menden Betriebsparameter des Motors zu schalten.
Gemäß dem Konzept der ersten Teilvariante ist damit
[0014] Betreffend das Verfahren wird die Aufgabe sichergestellt, dass bereits der Leerlaufbetrieb des
durch die Erfindung mit einem Verfahren der ein- Schalt-Abgasturboladers nur zu einem Zeitpunkt er-
gangs genannten Art gelöst, bei dem erfindungsge- folgt, bei dem die Drehzahl des Basis-Abgasturbola-
mäß auch die Merkmale des kennzeichnenden Teils ders und/oder die Drehzahl des Motors ausreichend
des Anspruchs 1 vorgesehen sind. hoch ist und zudem der Motor eine ausreichende
Lastreserve hat, um den Leerlaufbetrieb des Schalt-
[0015] Betreffend die Vorrichtung wird die Aufgabe Abgasturboladers in verbesserter Weise schalten zu
durch die Erfindung mit einer Steuereinrichtung des können. Ein nennenswerter Leistungseinbruch und /
Anspruchs 16 gelöst. oder Drehmomentschwäche der Abgas-Turboaufla-
degruppe ist im Schaltvorgang verringert bzw. völlig
[0016] Betreffend die Vorrichtung wird die Aufgabe vermieden.
durch die Erfindung auch mit einer Brennkraftmaschi-
ne des Anspruchs 17 gelöst. [0020] In einer besonders bevorzugten Weiterbil-
dung ist der lastbestimmende Betriebsparameter des
[0017] Der Begriff „schalten“ umfasst vorliegend die Motors eine Einspritzmenge. Mit Vorteil wurde er-
Begriffe „aktivieren“ und --für umgekehrte Regelrich- kannt, dass die Einspritzmenge eine besonders rea-
tung-- auch „deaktivieren“. listische Bestimmung der Last des Motors erlaubt,
da grundsätzlich alle Regelungsbemühungen auf die
[0018] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, Regelung der Einspritzmenge --auch parametrierbar
dass bislang bekannte Ansätze der Schwellwertre- über den Einspritzzeitpunkt, die Einspritzdauer und
gelung --beispielsweise zur Erreichung einer maxi- den Raildruck-- hinauslaufen. Grundsätzlich kann als
malen Ladedrehzahl oder ein Zuschalten einer Lade- lastbestimmender Betriebsparameter ein Soll- oder
lufterzeugung durch den Schalt-Abgasturbolader erst Ist-Wert der Einspritzmenge verwendet werden.
oberhalb einer Grenzwertdrehzahl des Schalt-Abgas-
turboladers-- grundsätzlich positive Effekte zur Ver- [0021] Zusätzlich ist gemäß einer zweiten Teilvari-
meidung von Leistungseinbrüchen und/oder Dreh- ante des Konzepts der Erfindung vorgesehen, dass
momentschwächen im Zuschaltvorgang vom alleini- der Betrieb des Schalt-Abgasturboladers unter Luft-
gen Betrieb des Basis-Abgasturboladers auf den Be- verdichtung in Abhängigkeit der Werte einer zweiten
trieb von Basis-Abgasturbolader und Schalt-Abgas- Parametergruppe von Betriebsparametern geschal-
turbolader zeigen. Gleichwohl hat die Erfindung er- tet wird, welche besteht aus den Betriebsparametern:
kannt, dass derartige und andere Ansätze natürli- einer Drehzahl (nATL2) des Schalt-Abgasturbola-
cherweise --selbst wenn diese mit Kennlinien oder ders, einer Drehzahl (nATL1) des Basis-Abgasturbo-
Kennfeldern arbeiten-- starre oder sehr einschrän- laders und einer Drehzahl (nMOT) des Motors und ei-
kende Vorgaben machen; so z. B. wenn lediglich nem Verhältnis (Q) der Drehzahl (nATL2) des Schalt-
der Betriebszustand des zuzuschaltenden Abgastur- Abgasturboladers zu der Drehzahl (nATL1) des Ba-

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sis-Abgasturboladers. Anders ausgedrückt berück- [0025] Die erste und zweite Teilvariante des Kon-
sichtigt die zweite Teilvariante des erfindungsgemä- zepts der Erfindung lassen sich in Kombination mit-
ßen Konzepts zum Schalten eines luftverdichtenden einander zur Realisierung einer verbesserten Steue-
Lastbetriebs des Schalt-Abgasturboladers sowohl die rung einer Registeraufladung, insbesondere eines
Drehzahl des Schalt-Abgasturboladers selbst als verbesserten Schaltverhaltens des Schalt-Abgas-
auch die Drehzahl des Basis-Abgasturboladers und turboladers einsetzen. Im Ergebnis wird auch bei
die Drehzahl des Motors. Damit ist sichergestellt, schweren Fahrzeugen mit hoch aufgeladenen Moto-
dass beim Schalten des Lastbetriebs des Schalt-Ab- ren und vergleichsweise geringem Hubraum eine we-
gasturboladers nicht nur die Drehzahl des Schalt-Ab- sentlich verbesserte Regelung für eine Registerauf-
gasturboladers im Leerlauf auf eine ausreichend ho- ladung erreicht. Das transiente dynamische Fahrver-
he Drehzahl gestiegen ist, sondern darüber hinaus ist halten selbst bei schweren Fahrzeugen, insbeson-
berücksichtigt, dass auch die den Schaltvorgang un- dere schweren Nutzfahrzeugen oder Militärfahrzeu-
terstützende Drehzahl des Basis-Abgasturboladers gen, ist erheblich verbessert, da der Lader-schaltzu-
als auch die Drehzahl des Motors ausreichend hoch stand angepasst wird abhängig vom Lastzustand des
ist. Motors und zusätzlich abhängig von einer Drehzahl
des Motors und/oder der Drehzahl des Basis- bzw.
[0022] Durch den Schaltbetrieb in Abhängigkeit al- Schalt-Abgasturboladers. Insgesamt wird eine deut-
ler Betriebsparameter der zweiten Parametergrup- liche Verringerung eines Ladedruckeinbruchs beim
pe wird der Lastbetrieb des Schalt-Abgasturbola- Schalten des Schalt-Abgasturboladers festgestellt im
ders ohne nennenswerten Leistungseinbruch und/ Rahmen der Verwirklichung des erfindungsgemäßen
oder Drehmomentschwäche möglich gemacht. Konzepts.

[0023] Im Rahmen einer besonders bevorzugten [0026] Es hat sich als bevorzugt erwiesen, dass die
Weiterbildung der zweiten Teilvariante des erfin- Abgasschalteinrichtung als eine Abgasklappe gebil-
dungsgemäßen Konzepts hat es sich bewährt, dass det ist, die durch das erste Zuschaltsignal schaltbar
die zweite Parametergruppe von Betriebsparame- ist und/oder die Ladeluftschalteinrichtung als eine La-
tern besteht aus den Betriebsparametern: Verhält- deluftklappe gebildet ist, die durch das zweite Zu-
nis (Q) einer Drehzahl (nATL2) des Schalt-Abgastur- schaltsignal schaltbar ist. Grundsätzlich können als
boladers zu einer Drehzahl (nATL1) des Basis-Ab- Schalteinrichtung auch Ventile oder dergleichen Ak-
gasturboladers, einer Drehzahl (nATL1) des Abgas- tuatoren zum Einsatz kommen; Klappen haben sich
turboladers und einer Drehzahl (nMOT) des Motors. jedoch als vergleichsweise pflegeleicht und einfach
Da bei dieser Weiterbildung das Verhältnis der Dreh- regelbar erwiesen.
zahlen des Schalt-Abgasturboladers und des Basis-
Abgasturboladers als Betriebsparameter direkt in die [0027] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Er-
das Schalten des Schalt-Abgasturboladers beeinflus- findung sind den Unteransprüchen zu entnehmen
sende zweite Parametergruppe eingeht, ist unmittel- und geben im Einzelnen vorteilhafte Möglichkeiten
bar berücksichtigt, dass das luftverdichtende Schal- an, das oben erläuterte Konzept im Rahmen der Auf-
ten des Schalt-Abgasturboladers erst bei einem aus- gabenstellung sowie hinsichtlich weiterer Vorteile zu
reichend großen Verhältnis der Drehzahl des Schalt- realisieren.
Abgasturboladers zur Drehzahl des Basis-Abgastur-
boladers erfolgt. Die Abhängigkeit der Drehzahlen [0028] Grundsätzlich kann der lastbestimmende Be-
voneinander ist somit durch das Verhältnis derselben triebsparameter des Motors auch ein IST-Wert ei-
als Betriebsparameter für die Regelung unmittelbar nes lastbestimmende Betriebsparameters am Mo-
implementiert. torbetriebspunkt sein, wie eine IST-Motorlast oder
dgl., oder ein SOLL-Wert eines lastbestimmende Be-
[0024] Vorteilhaft wird für das Regelverfahren selbst triebsparameters am Motorbetriebspunkt sein, wie ei-
das Verhältnis zyklisch abgefragt und in einem Spei- ne Lastanforderung oder eine Mobilitätsanforderung.
cher, beispielsweise in Prozentwerten, abgelegt. Das Diese Parameter erweisen sich jedoch als weniger
Verhältnis kann mit ebenfalls abgefragten Werten genau als die Einspritzmenge, sind gleichwohl zu-
der Drehzahl des Basis-Abgasturboladers multipli- sätzlich oder alternativ nutzbar.
ziert werden und das Ergebnis der Multiplikation
kann zur Bestimmung der Auslösung des zweiten [0029] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist
Zuschaltsignals herangezogen werden. Mit dieser ein geeignetes Kennlinienfeld für ein erstes Zuschalt-
Regelvorschrift lässt sich ein luftverdichtender Last- signal für eine der Schaltturbine zugeordnete Abgas-
betrieb des Schalt-Abgasturboladers praktisch ohne schalteinrichtung und/oder ein geeignetes Kennlini-
nennenswerte Drehmomentschwäche und/oder Leis- enfeld für ein zweites Zuschaltsignal für eine dem
tungseinbruch zuschalten; dennoch lässt sich der Schaltverdichter zugeordnete Ladeluftschalteinrich-
Zuschaltvorgang vergleichsweise verlässlich und mit tung vorgesehen. Bevorzugt ist eine erste, insbeson-
geringem Rechenaufwand und effizient einregeln. dere dreidimensionale, Parameterkennlinie vorgese-
hen, deren Wert abhängt von einer Drehzahl des Ba-

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sis-Abgasturboladers, einer Drehzahl des Motors und der Werte einer zweiten Parametergruppe von Be-
einem Wert eines lastbestimmenden Betriebspara- triebsparametern, wenn ein Grenzwertverhältnis der
meters des Motors. Eine solche dreidimensionale Pa- Grenzwertdrehzahl des Schalt-Abgasturboladers zur
rameterkennlinie berücksichtigt nicht nur in eindimen- Grenzwertdrehzahl des Basis-Abgasturboladers er-
sionaler Weise den Betriebszustand einer einzelnen kannt wird, insbesondere überschritten wird und eine
Komponente (beispielsweise nicht nur den Betriebs- Grenzwertdrehzahl des Motors erkannt wird, insbe-
zustand des Schalt-Abgasturboladers oder nicht nur sondere überschritten wird und eine Grenzwertdreh-
den Betriebszustand des Motors); vielmehr ermög- zahl des Basis-Abgasturboladers erkannt wird, insbe-
licht die vorgeschlagene dreidimensionale Parame- sondere überschritten wird.
terkennlinie gemäß der Weiterbildung die komplexe
Berücksichtigung der Drehzahlen des Basis-Abgas- [0034] Besonders vorteilhaft lässt sich das Regel-
turboladers und des Motors als auch den Wert eines verhalten zum Betrieb des Schalt-Abgasturboladers
lastbestimmenden Betriebsparameters des Motors in bei geeigneter Ausgestaltung der ersten und/oder
gegenseitiger Abhängigkeit voneinander. zweiten Parameterkennlinie beeinflussen; d. h. die
Abhängigkeiten zwischen Drehzahlen der Abgastur-
[0030] Insbesondere hat es sich als vorteilhaft er- bolader, des Motors und dem lastbestimmenden Be-
wiesen, dass ein erstes Zuschaltsignal für eine triebsparameter des Motors lassen sich in besonders
der Schaltturbine zugeordnete Abgasschalteinrich- vorteilhafter Weise berücksichtigen. Besonders vor-
tung ausgelöst wird bei Erreichen eines Grenzwerts teilhaft ist die erste Parameterkennlinie in einer Pro-
in Abhängigkeit der ersten Parameterkennlinie, deren jektionsebene der Drehzahl des Basis-Abgasturbola-
Wert abhängt von der Drehzahl des Basis-Abgastur- ders und einer Drehzahl des Motors mit einem kon-
boladers, der Drehzahl des Motors und einem Wert vexen Verlauf vorgegeben. Ein konvexer Verlauf der
des lastbestimmenden Betriebsparameters des Mo- ersten Parameterkennlinie berücksichtigt in vorteil-
tors, insbesondere einer Einspritzmenge. hafter Weise die Randbedingungen eines lastbestim-
menden Zustands des Motors beim Schalten eines
[0031] Beispielsweise wird ein Betrieb des Schalt- Leerlaufbetriebs des Schalt-Abgasturboladers.
Abgasturboladers im Leerlauf in Abhängigkeit der
Werte der ersten Parametergruppe von Betriebspa- [0035] Vorteilhaft für das Schalten des Schalt-Ab-
rametern erst geschaltet, wenn eine Grenzwertdreh- gasturboladers unter Luftverdichtung ist die Berück-
zahl des Basis-Abgasturboladers erkannt wird, insbe- sichtigung einer zweiten Parameterkennlinie, in wel-
sondere überschritten wird und eine Grenzwertdreh- che das Verhältnis der Drehzahl des Schalt-Abgas-
zahl des Motors erkannt wird, insbesondere über- turboladers zur Drehzahl des Basis-Abgasturbola-
schritten wird und ein Grenzwert eines lastbestim- ders direkt eingeht. Vorteilhaft nimmt das Verhältnis
menden Betriebsparameter des Motors erkannt wird, als Funktion der Drehzahl des Motors mit zunehmen-
insbesondere überschritten wird. der Drehzahl des Motors ab.

[0032] Im Rahmen einer bevorzugten Weiterbildung [0036] Im Rahmen einer bevorzugten Weiterbildung
der zweiten Teilvariante des Konzepts der Erfindung kann das Abschaltsignal für eine der Schaltturbine
hat es sich bewährt, dass ein zweites Zuschaltsi- zugeordnete Abgasschalteinrichtung und eine dem
gnal für eine dem Schaltverdichter zugeordnete La- Schaltverdichter zugeordnete Ladeluftschalteinrich-
deluftschalteinrichtung erst ausgelöst wird, bei Errei- tung gemäß den gleichen Kriterien, insbesondere
chen eines Grenzwerts in Abhängigkeit der zweiten gleichzeitig, ausgelöst werden. Insbesondere kann
Parameterkennlinie, deren Wert abhängt von einer dies bei Erreichen eines Hysterese-Grenzwerts in
Drehzahl (nATL2) des Schalt-Abgasturboladers, ei- Abhängigkeit einer weiteren ersten Parameterkenn-
ner Drehzahl (nATL1) des Basis-Abgasturboladers linie geschehen. Bevorzugt hängt der Wert der wei-
und einer Drehzahl (nMOT) des Motors. Beispiels- teren ersten Parameterkennlinie ab von einer Dreh-
weise wird ein Betrieb des Schalt-Abgasturboladers zahl des Basis-Abgasturboladers, einer Drehzahl des
unter Luftverdichtung in Abhängigkeit der Werte der Motors und einem Wert eines lastbestimmenden Be-
zweiten Parametergruppe von Betriebsparametern triebsparameters des Motors. Vorteilhaft wird das Ab-
erst geschaltet, wenn eine Grenzwertdrehzahl des schaltverhalten der Schaltturbine grundsätzlich durch
Schalt-Abgasturboladers erkannt wird, insbesonde- die gleichen Größen bestimmt wie das Zuschaltver-
re überschritten wird und eine Grenzwertdrehzahl halten im Leerlaufbetrieb. Eine Hysterese ist vor al-
des Basis-Abgasturboladers erkannt wird, insbeson- lem beim lastbestimmenden Betriebsparameter des
dere überschritten wird und eine Grenzwertdrehzahl Motors berücksichtigt. Insbesondere liegt ein Hyste-
des Motors erkannt wird, insbesondere überschritten resegrenzwert für ein erstes Zuschaltsignal in einem
wird. zweidimensionalen Kennlinienfeld von Motordreh-
zahl und lastbestimmenden Betriebsparameter des
[0033] Im Rahmen einer besonders bevorzugten Motors über dem eines zweidimensionalen Kennlini-
Weiterbildung erfolgt ein Betrieb des Schalt-Abgas- enfeldes zum Abschalten der Schaltturbine und des
turboladers unter Luftverdichtung in Abhängigkeit Schaltverdichters.

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[0037] Die dreidimensionalen Kennlinien der vorge- nommen werden können, ohne von der allgemeinen
nannten Art, insbesondere die auf dem Konzept der Idee der Erfindung abzuweichen. Die in der Beschrei-
Erfindung fußenden Kennlinienfelder, lassen sich be- bung, in der Zeichnung sowie in den Ansprüchen of-
vorzugt durch ein Schaltsignal oder durch eine geeig- fenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl
nete Parametrisierung --z. B. durch ein Offsetsignal- einzeln als auch in beliebiger Kombination für die
- schalten. Weiterbildung der Erfindung wesentlich sein. Zudem
fallen in den Rahmen der Erfindung alle Kombina-
[0038] Ein Schalten kann sich als vorteilhaft für spe- tionen aus zumindest zwei der in der Beschreibung,
zielle Betriebszustände der Brennkraftmaschine er- der Zeichnung und/oder den Ansprüchen offenbarten
weisen oder Fahrzustände des Fahrzeugs als vorteil- Merkmale. Die allgemeine Idee der Erfindung ist nicht
haft erweisen. beschränkt auf die exakte Form oder das Detail der
im folgenden gezeigten und beschriebenen bevor-
[0039] Im Rahmen einer besonders bevorzugten zugten Ausführungsform oder beschränkt auf einen
Weiterbildung ist wenigstens die Basisturbine und/ Gegenstand, der eingeschränkt wäre im Vergleich
oder die Schaltturbine eine Turbine mit variabler Tur- zu dem in den Ansprüchen beanspruchten Gegen-
binengeometrie. Eine Turbine mit variabler Turbinen- stand. Bei angegebenen Bemessungsbereichen sol-
geometrie ist bevorzugt ausgebildet zur Ausführung len auch innerhalb der genannten Grenzen liegende
wenigstens einer der Schritte wie sie unter Anspruch Werte als Grenzwerte offenbart und beliebig einsetz-
15 aufgeführt sind. bar und beanspruchbar sein. Weitere Vorteile, Merk-
male und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich
[0040] Grundsätzlich hat es sich als vorteilhaft er- aus der nachfolgenden Beschreibung der bevorzug-
wiesen, in einem Anfahrmodus lediglich den Basis- ten Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeich-
Abgasturbolader in einer geschlossenen oder nur nung;
leicht geöffneten Geometrie zu betreiben. In einem
Grundfahrmodus kann dann --nach Erreichen einer [0042] Im Einzelnen zeigt die Zeichnung in:
bestimmten Drehzahl beispielsweise-- der Basis-Ab-
Fig. 1: eine schematische Darstellung einer
gasturbolader in einer eher offenen Geometrie betrie-
Brennkraftmaschine mit einem Motor und einer
ben werden. Für den Zuschaltfahrmodus hat es sich
Abgas-Turboaufladegruppe zur Darstellung ei-
als vorteilhaft erwiesen, dass der Schalt-Abgasturbo-
ner Registeraufladung bei der eine elektronische
lader zunächst in einer eher geschlossenen Geome-
Steuereinrichtung zur Steuerung der Brennkraft-
trie betrieben wird. Vorteilhaft wird auch der Basis-
maschine vorgesehen ist, die ein Modul zur elek-
Abgasturbolader im Zuschaltfahrmodus von der eher
tronischen Ladersteuerung aufweist;
offenen Geometrie auf eine eher geschlossene Geo-
metrie zurückgefahren. Diese Maßnahme führt im Fig. 2: ein Ablaufdiagramm eines Ausführungs-
Zuschaltfahrmodus zu einem höheren Antriebsmo- beispiels für ein Verfahren zur Steuerung einer
ment des Abgasturboladers bei nur begrenzt zur Ver- Registeraufladung der Brennkraftmaschine wie
fügung stehendem Abgasvolumenstrom; unterstützt diese z.B. in Fig. 1 gezeigt ist;
also eine Überblendung des Basis-Abgasturboladers
Fig. 3A, Fig. 3B: eine schematische, sym-
mit dem Schalt-Abgasturbolader ohne Drehmoment-
bolisch verdeutlichende Darstellung einer ers-
schwäche, da eine ggfs. nur geringer Abgasvolumen-
ten dreidimensionalen Parameterkennlinie, wo-
strom dennoch eine höhere Antriebsleistung beim
bei zum Schalten eines Leerlaufbetriebs des
Abgasturbolader erzeugen kann. In einem Register-
Schalt-Abgasturboladers deren Wert abhängt
fahrmodus der Abgas-Turboaufladegruppe sind be-
von einer Drehzahl des Basis-Abgasturboladers
vorzugt sowohl der Basis- als auch der Schalt-Ab-
nATL1, einer Drehzahl nMOT des Motors und
gasturbolader in einer offenen Geometrie bis zu einer
einem Wert einer Einspritzmenge qV des Mo-
Volllast betrieben.
tors (Fig. 3A) und eine zweidimensionale Pro-
jektion der dreidimensionalen ersten Parameter-
[0041] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden
kennlinie in die Ebene aus Motordrehzahl nMOT
nun nachfolgend anhand der Zeichnung im Vergleich
und Drehzahl und des Basis-Abgasturboladers
zum Stand der Technik, welcher zum Teil ebenfalls
nATL1;
dargestellt ist, beschrieben. Diese soll die Ausfüh-
rungsbeispiele nicht notwendigerweise maßstäblich Fig. 4: ein Ablaufdiagramm zur Nutzung einer
darstellen, vielmehr ist die Zeichnung, wo zur Erläute- bevorzugten zweiten Parameterkennlinie mit ei-
rung dienlich, in schematisierter und/oder leicht ver- nem Betriebsparameter in Form eines Verhält-
zerrter Form ausgeführt. Im Hinblick auf Ergänzun- nisses einer Drehzahl des Schalt-Abgasturbo-
gen der aus der Zeichnung unmittelbar erkennbaren laders nATL2 zu einer Drehzahl des Basis-Ab-
Lehren wird auf den einschlägigen Stand der Tech- gasturboladers nATL1 zum Schalten eines luft-
nik verwiesen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass viel- verdichtenden Betriebs des Schalt-Abgasturbo-
fältige Modifikationen und Änderungen betreffend die laders.
Form und das Detail einer Ausführungsform vorge-

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[0043] Fig. 1 zeigt schematisch eine Brennkraftma- gen mit einem Modul der Fahrzeugsteuerung 400,
schine 1000 mit einer Abgas-Turboaufladegruppe nämlich einer elektronischen Ladersteuerung ELS
100, einem Motor 200 sowie mit einem zur Führung verbunden, die wiederum an die Fahrzeugsteuerung
von Abgas AG und Ladeluft LL ausgebildeten Lade- 400 über einen Datenbus angebunden ist. Dazu sind
führungssystem 300. Zur Steuerung der Brennkraft- entsprechende Steuerleitungen 411, 412 des Daten-
maschine ist eine Fahrzeugsteuerung (genannt ECU bus CAN (auch als ADEC bezeichnet) zwischen dem
oder ADEC) 400 und ein Bussystem mit einem Da- Modul 410 und den Reglern R1, R2 bzw. den Reglern
tenbus (CAN) 430 vorgesehen. der variablen Turbinengeometrie VTG1, VTG2 vorge-
sehen.
[0044] Vorliegend ist der Motor 200 mit einem Mo-
torblock 210 und einer V-Anordnung von zehn Zylin- [0048] Vorliegend wird Ladeluft LL über eine Basis-
dern, nämlich von Zylindern A1 bis A5 auf einer A- ladeluftführung 311, einem Basisverdichter 110 zuge-
Seite A und Zylindern B1 bis B5 auf einer B-Seite B führt, der über eine von Abgas AG in der Basisabgas-
des Motorblocks 210 gebildet. Über die Abgas-Tur- führung 321 angetriebene Basisturbine 112 angetrie-
boaufladegruppe 100 und das Ladeführungssystem ben wird. Die verdichtete Ladeluft LL wird in einem
300 kann Ladeluft den Zylindern über am Motorblock Wärmetauscher 330 gekühlt und weiter in der Lade-
210 angeschlossene Ladeluftkrümmer 220A, 220B luftführung 310, gemäß der zuvor erläuterten Weise,
zugeführt werden. Diese wird zusammen mit einge- den Ladeluftkrümmern 220A, 220B und den Zylin-
spritztem Kraftstoff einer bestimmten Einspritzmen- dern A1 bis A5 bzw. B1 bis B5 zugeführt. So wird der
ge qV in den Zylindern verdichtet und dient zur Ver- Basis-Abgasturbolader 110 mit sich ändernden Dreh-
brennung des Kraftstoffs. Die Verbrennungsproduk- zahlen nATL1 betrieben.
te werden als Abgas AG über Abgaskrümmer 230A,
230B in einer Abgasführung 320 wieder in das Lade- [0049] Der Schalt-Abgasturbolader 120 wird zu-
führungssystem 300 abgegeben. nächst im Leerlauf unter Führung von Abgas AG
über die Schaltturbine 122 ohne Führung von Lade-
[0045] Konkret wird Ladeluft LL in einer Ladeluftfüh- luft LL über den Schaltverdichter 121 mit zunehmen-
rung 310 den Ladeluftkrümmern 220A, 220B über der Drehzahl nATL2 betrieben. Dazu öffnet die der
nicht im Einzelnen dargestellte Zweigleitungen zuge- Schaltturbine 122 zugeordnete Abgasschalteinrich-
leitet. Das Abgas AG wird von den Abgaskrümmern tung 132. Der Schalt-Abgasturbolader 120 kann so-
230A, 230B in eine Abgasführung 320 aufgenommen mit zunächst ohne Verdichterarbeit vergleichsweise
und über die Abgas-Turboaufladegruppe 100 an die schnell beschleunigt werden und dennoch kann --bei
Umgebung abgeführt. Bedarf-- Abgas AG effektiv abgeblasen werden.

[0046] Konkret ist die Abgas-Turboaufladegruppe [0050] Bei weiter steigendem Abgasvolumenstrom
100 als eine Registeraufladung mit einem ersten Ab- wird auch die dem Schaltverdichter 121 zugeordnete
gasturbolader in Form eines Basis-Abgasturboladers Schalteinrichtung 131 geöffnet und der Betrieb des
110 und einem zweiten Abgasturbolader in Form ei- Schalt-Abgasturboladers 120 wird unter Luftverdich-
nes Schalt-Abgasturboladers 120 gebildet. Der Ba- tung, d.h. als Lastbetrieb, wird geschaltet.
sis-Abgasturbolader 110 weist einen Basisverdichter
111 für Ladeluft LL und eine Basisturbine 112 mit va- [0051] Das Schalten des Schalt-Abgasturboladers
riabler Turbinengeometrie VTG1 für Abgas AG auf. 120 --d. h. konkret das Öffnen der Ladeluftklappe (La-
Der Schalt-Abgasturbolader 120 weist einen Schalt- deluft-Schalteinrichtung 131) bzw. der Abgasklappe
verdichter 121 und eine Schaltturbine 122 mit varia- (Abgas-Schalteinrichtung 132)-- erfolgt gemäß dem
bler Turbinengeometrie VTG2 für Abgas AG auf. Der Konzept der Erfindung sauber verblendet und un-
Schalt-Abgasturbolader 120 ist über eine Schaltein- ter vergleichsweise geringem Ladedruckverlust. Dies
richtung 130 zusätzlich zu dem, grundsätzlich per- wird anhand der folgenden Fig. 2 bis Fig. 4 im Ein-
manent betriebenen, Basis-Abgasturbolader 110 zu- zelnen erläutert.
schaltbar. Die Schalteinrichtung 130 weist eine mit
einem ersten Regler R1 versehene Ladeluftschalt- [0052] Fig. 2 zeigt ein Ablaufdiagramm für ein Ver-
einrichtung 131 in einer Schaltteilleitung 312 der La- fahren zur Steuerung einer Registeraufladung der
deluftführung 310 auf, die von einer Basisladeluft- Brennkraftmaschine, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist.
führung 311 abzweigt. Darüber hinaus ist eine der
Schaltturbine 122 zugeordnete Abgasschalteinrich- [0053] In einem ersten Schritt S0 eines Steuerungs-
tung 132 mit einem zweiten Regler R2 vorgesehen, ablaufs zur Registeraufladung befindet sich der Ba-
in einer Abgasschaltteilleitung 322, die von einer Ab- sis-Abgasturbolader ATL1 in einem Zustand einer
gasbasisleitung 321 abzweigt. Anlaufphase AN bzw. bei zunehmender Drehzahl
nATL1 in einem Volllastbetrieb VOLL. Der Schalt-
[0047] Der erste und zweite Regler R1, R2 sowie Abgasturbolader ATL2 ist in unbelastetem und nicht
Stelleelemente für die variable Turbinengeometrie durchströmtem Zustand. Davon ausgehend kann der
VTG1, VTG2 sind über entsprechende Steuerleitun- Betrieb des Schalt-Abgasturboladers ATL2 im Leer-

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lauf in Abhängigkeit der Werte einer ersten Parame- Drehzahl nATL1 des Basis-Abgasturboladers ATL1
tergruppe von Betriebsparametern, nämlich hier in als auch die Drehzahl nMOT des Motors ausreichend
Abhängigkeit eines durch die dreidimensionale Para- hoch sind.
meterkennlinie KL1 gebildeten Kennlinienfeldes, ge-
steuert werden. Diese erste Parameterkennlinie KL1 [0055] Mit der Abfrage der zweiten dreidimensiona-
berücksichtigt die Drehzahl nATL1 des Basis-Abgas- len Parameterkennlinie KL2 wird geprüft, ob das Ver-
turboladers ATL1, die Drehzahl nMOT des Motors hältnis Q, die Drehzahl nMOT des Motors und die
200 und als einen lastbestimmenden Betriebspara- Drehzahl nATL1 des Basis-Abgasturboladers ATL1
meter des Motors 200 die Einspritzmenge qV. Wer- jeweils festgelegte Grenzwerte GW2 erreicht haben,
den durch das Kennlinienfeld festgelegte Grenzwer- insbesondere beim Hochfahren der Abgas-Turbo-
te GW1 jeweils für die Drehzahl nATL1 des Basis- aufladegruppe 100 überschritten haben. Sollte dies
Abgasturboladers ATL1, die Drehzahl nMOT und die der Fall sein, wird als nächster Schritt unter Setzen
Einspritzmenge qV erkannt --d.h. vorliegend in ei- des Signals SKL2> und Betätigen der Ladeluftklappe
ner Anlaufphase AN oder in einem Volllastbetrieb LLK, der Schalt-Abgasturboladers ATL2 in den Last-
VOLL des Basis-Abgasturboladers ATL1 überschrit- betrieb versetzt. Dazu wird im Schritt S2 die Ladeluft-
ten-- wird das Signal SKL1> zum Betätigen der Ab- Schalteinrichtung 132 mittels dem Regler R1 betä-
gas-Schalteinrichtung 132 in Form einer Abgasklap- tigt. Nun befinden sich die Turbinen 112, 122 des Ba-
pe AGK des Schalt-Abgasturboladers ATL2 gesetzt. sis-Abgasturboladers ATL1, als auch des Schalt-Ab-
Im nächsten Schritt S1 wird unter Betätigung des gasturboladers ATL2 im Abgasstrom AG, und treiben
Reglers R2 die Abgas-Schalteinrichtung 132 einge- die Verdichter 111, 121 des Basis-Abgasturboladers
stellt, z.B. teilweise oder ganz geöffnet. Solange die ATL1 als auch des Schalt-Abgasturboladers ATL2
Grenzwerte GW1 der Parameter der ersten dreidi- an, wodurch Ladeluft LL generiert wird. Die festge-
mensionalen Parameterkennlinie KL1 noch nicht er- legten Grenzwerte des prozentualen Verhältnisses Q
kannt sind, d.h. vorliegend noch nicht überschritten können aufgetragen über der Drehzahl nMOT des
worden sind, wird das Signal SKL1< gesetzt und die Motors z.B. entlang einer Konstant-Kennlinie (i) der
Grenzwertabfrage in Bezug auf das die dreidimen- Fig. 4 liegen. Bevorzugt ist eine abfallende konvexe
sionale Parameterkennlinie KL1 gebildete Kennlini- Kennlinie (ii) der Fig. 4, bei der die über der Drehzahl
enfeld KL1 ausgehend vom Schritt S0 wiederholt. nMOT des Motors aufgetragenen Q-Werte abneh-
men. Es kann in einer Abwandlung --ausgehend von
[0054] Nachdem die Abgasklappe AGK des Schalt- diesem Zustand eines Betriebs beider Turbolader
Abgasturboladers ATL2 im Schritt S1 bereits geöffnet 110, 120 in einer ersten Schleife I die Grenzwertab-
wurde, erhöht der durch die Schalt-Turbine 122 strö- frage der Parameter der ersten Parameterkennlinie
mende Abgasvolumenstrom, die Drehzahl nATL2 KL1 zyklisch wiederholt werden; in dem Fall kann für
des Schalt-Abgasturboladers 120. Mit dem Ziel die die Abgas-Turboaufladegruppe 100 unmittelbar nach
Ladeluft-Schalteinrichtung 131 in Form der Ladeluft- dem genannten Zustand wieder geprüft werden, ob
klappe LLK des Schaltabgasturboladers ATL2 zu überhaupt ein Leerlaufbetrieb vorteilhaft ist sobald je-
öffnen, wird eine zweite Parametergruppe von Be- weilige Grenzwerte GW1 der ersten Parameterkenn-
triebsparametern, nämlich ein durch die dreidimen- linie KL1 unterschritten werden. Es kann auch in ei-
sionale Parameterkennlinie KL2 gebildetes weite- ner anderen Abwandlung --ausgehend von diesem
res Kennlinienfeld abgefragt. Diese zweite Parame- Zustand eines Betriebs beider Turbolader 110, 120--
tergruppe umfasst ein Verhältnis Q der Drehzahl in einer zweiten Schleife II unmittelbar die Grenzwert-
nATL2 des Schalt-Abgasturboladers zu der Drehzahl abfrage der Parameter der zweiten Parameterkennli-
nATL1 des Basis-Abgasturboladers, die Drehzahl nie KL2 zyklisch wiederholt werden; in dem Fall kann
nATL1 des Basis-Abgasturboladers und die Dreh- die Abgas-Turboaufladegruppe 100 eher in dem Be-
zahl nMOT des Motors. Mit der Kombination des trieb beider Turbolader 110, 120 gehalten werden, d.
Verhältnis Q und den Drehzahlen nMOT des Mo- h. unmittelbar nach dem genannten Zustand wird wie-
tors und nATL1 des Basis-Abgasturboladers berück- der geprüft, ob ein Lastbetrieb vorteilhaft ist.
sichtigt diese zweite Parametergruppe unmittelbar
die Anforderung, dass das luftverdichtende Schalten [0056] Sollten die Grenzwerte der Parameter der
des Schalt-Abgasturboladers ATL2, welches einem zweiten dreidimensionalen Parameterkennlinie KL2
Schalten des Reglers R1 der Ladeluft-Schalteinrich- nicht erkannt, d.h. in einer Anlaufphase AN oder in
tung 131 folgt, erst bei einem ausreichend großen einem Volllastbetrieb VOLL des Basis-Abgasturbola-
Verhältnis der Drehzahl nATL2 des Schalt-Abgastur- ders ATL1 noch nicht überschritten worden sein, wird
boladers zur Drehzahl nATL1 des Basis-Abgastur- das Signal SKL2< gesetzt und die Grenzwertabfra-
boladers stattfindet. Damit ist sichergestellt, dass für ge der Parameter der ersten Parameterkennlinie KL1
die Schaltung des luftverdichtenden Lastbetriebs des wird zyklisch wiederholt.
Schalt-Abgasturboladers ATL2 nicht nur die Drehzahl
nATL2 des Schalt-Abgasturboladers im Leerlauf aus- [0057] Im Rahmen einer besonders vorteilhaften
reichend hoch ist. Darüberhinaus ist auch berück- Ausführungsform des vorgestellten Steuerungsab-
sichtigt, dass die den Schaltvorgang unterstützende laufs einer Registeraufladung der Brennkraftmaschi-

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ne aus Fig. 1 wird eine Schalt-Steuerung einer va- des Schalt-Abgasturboladers ATL2 wird ebenfalls ein
riablen Turbinengeometrie integriert. Im vorliegenden Signal ZU, jeweils für den Betrieb mit geschlosse-
Ausführungsbeispiel können sowohl der Basis-Ab- ner Turbinengeometrie, angelegt. Das Anliegen ei-
gasturbolader ATL1, als auch der Schalt-Abgastur- nes Signals ist für beide variable Turbinengeometrien
bolader ATL2 mit variabler Turbinengeometrie VTG1 VTG1, VTG 2 durch den Signalzustand 1 ersichtlich
bzw. VTG2 betrieben werden. gemacht.

[0058] Die in der Fahrzeugsteuerung 400 und dem [0061] Damit kann die gesamte Abgasmenge des
Modul 410 realisierte Steuerung erkennt im Schritt Motors, die bisher alleinig auf den großen Anströ-
S0 am Basis-Abgasturbolader ATL1 den Zustand der mungsquerschnitt der Basisturbine 112 des Basis-
Anlaufphase AN. Nach Erkennen dieses Zustandes Abgasturboladers ATL1 geleitet wurde, auf kleine-
wird an einen ersten Steller der variablen Turbinen- re Anströmungsquerschnitte der Turbinen 112, 122
geometrie VTG1 des Basis-Abgasturboladers ATL1 des Basis-Abgasturboladers ATL1 und des Schalt-
ein Signal gegeben. Das Anliegen eines Signals ist Abgasturboladers ATL2 aufgeteilt werden. In einem
durch einen Signalzustand 1 für den ersten Steller der Zuschaltfahrmodus wird also die eher offene Geome-
variablen Turbinengeometrie VTG1 ersichtlich. Im trie auf eine eher geschlossene Geometrie zurück-
Zustand der Anlaufphase AN wird das Signal ZU zum gefahren. Der nun auf beide Turbolader ATL1, ATL2
Schließen der variablen Turbinengeometrie VTG1 verteilte Abgasvolumenstrom kann zusätzlich noch
angelegt. Damit kann ein Strömungsquerschnitt in ei- zu einem Drehmomentanstieg des Motors führen.
ner Anströmung einer Basisturbine 112 des Basis-
Abgasturboladers 110 verringert werden, womit der [0062] Nach erfolgreich abgeschlossener Grenz-
Basis-Abgasturbolader ATL1 auch mit einem in der wertabfrage für die Parameter der zweiten Parame-
Anlaufphase AN geringen Abgasvolumenstrom hö- tergruppe, d. h. in Bezug auf die dreidimensiona-
here Drehzahlen nATL1 erreichen kann. Während le Parameterkennlinie KL2, wird mittels des Signals
der Anlaufphase AN sind sowohl die Ladeluftklappe SKL2> die Ladeluftklappe LLK des Schalt-Abgastur-
LLK, als auch die Abgasklappe AGK des Schalt-Ab- boladers ATL2 geöffnet. Darauf folgend werden bei
gasturboladers ATL2 praktisch geschlossen. Daher weiter --mit ">>" bezeichneter-- zunehmender Dreh-
wird an einen zweiten Steller der variablen Turbinen- zahl die ersten und zweiten Steller der variablen Tur-
geometrie VTG2 des Schalt-Abgasturboladers ATL2 binengeometrien VTG1 und VTG2 von der geschlos-
kein Signal gesendet, was durch einen nicht definier- senen Stellung --bei anliegendem Signal ZU-- mittels
ten Signalzustand 0 für den zweiten Steller der varia- einem geregelten Signal AUF in die offene Stellung
blen Turbinengeometrie VTG2 ersichtlich ist. überführt. Der Signalzustand 1 zeigt bei beiden varia-
blen Turbinengeometrien VTG1 und VTG2 an, dass
[0059] Sobald die Steuerung erkennt, dass sich ein Signal anliegt.
der Basis-Abgasturbolader ATL1 im Volllastbetrieb
VOLL befindet, wird an den ersten Steller der varia- [0063] Fig. 3A zeigt beispielhaft und symbolisch
blen Turbinengeometrie VTG1 ein Signal AUF zum Werte einer ersten Parametergruppe von Betriebs-
Öffnen der variablen Turbinengeometrie gesendet; parametern, nämlich hier Grenzwerte GW1 in Ab-
der Signalzustand 1 ist dazu weiter gegeben. Da- hängigkeit eines durch die dreidimensionale Para-
durch wird der Strömungsquerschnitt in der Anströ- meterkennlinie KL1 gebildeten Kennlinienfeldes wie
mung der Basisturbine 112 des Basis-Abgasturbola- es im Verfahren zur Steuerung einer Registeraufla-
ders ATL1 erhöht, und ein erhöhter Abgasvolumen- dung folgend dem Ablaufdiagramm aus Fig. 2 zur
strom kann durchgesetzt werden. Analog zum Zu- ersten Grenzwertabfrage verwendet wird. Die dreidi-
stand der Anlaufphase AN wird auch im Zustand mensionale Parameterkennlinie KL1 zeigt die Dreh-
des Volllastbetriebs VOLL kein Signalzustand an zahl nATL1 des Basis-Abgasturboladers im Kennlini-
den zweiten Steller der variablen Turbinengeometrie enfeld beispielhaft im Wertebereich von 0-99 krpm,
VTG2 des Schalt-Abgasturboladers ATL2 gesendet, aufgetragen über der Drehzahl nMOT des Motors z.
was durch den nicht definierten Signalzustand 0 ge- B. im Kennlinienfeld von 0 bis 5000 rpm und über dem
kennzeichnet ist. lastbestimmenden Betriebsparameter, im vorliegen-
den Anwendungsfall beispielsweise dargestellt durch
[0060] Nach positiver Abfrage der Grenzwerte GW1 die Einspritzmenge qV im Kennlinienfeld im Werte-
der Parameter der ersten dreidimensionalen Para- bereich von 0 bis 200 units.
meterkennlinie KL1 wird die Abgasklappe AGK des
Schalt-Abgasturboladers ATL2 im Schritt S1 geöff- [0064] Zur weiteren Veranschaulichung zeigt
net. Damit wird auch -- bei ersichtlichem Signalzu- Fig. 3B eine Projektionsebene aus der dreidimen-
stand 1-- an den ersten Steller der variablen Tur- sionalen Darstellung der ersten Parametergruppe bei
binengeometrie VTG1 des Basis-Abgasturboladers konstanter Einspritzmenge qV. Hierbei ist ersicht-
ATL1 wieder ein Signal ZU angelegt, und -- eben- lich, dass eine Grenzwertlinie der Drehzahl nATL1
falls bei ersichtlichem Signalzustand 1-- an den zwei- des Basis-Abgasturboladers ATL1, aufgetragen über
ten Steller der variablen Turbinengeometrie VTG2

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steigender Drehzahl nMOT des Motors, einen konve- boladers ATL1) erfolgen kann. Auch kann mit grös-
xen Verlauf hat. ser werdender Drehzahl nMOT des Motors und zu-
nehmender Drehzahl nATL1 des Basis-Abgasturbo-
[0065] Befindet sich die Abgas-Turboaufladegruppe laders ATL1der Lastbetrieb des Schalt-Abgasturbola-
100 und der Motor 200 in einem Betriebszustand, ders ATL2 mit immer niedrigeren Werten einer Dreh-
dessen Parameterwerte --die Drehzahl nATL1 des zahl des Schalt-Abgasturboladers ATL2 erfolgen. In
Basis-Abgasturboladers 110, die Drehzahl nMOT einem einfacheren Kennlinienfeld (ii) kann das Ver-
des Motors und die Einspritzmenge qV-- oberhalb hältnis Q auch konstant sein, d.h. nATL2 und nATL1
der in Fig. 3A und Fig. 3B dargestellten Grenzwerte stehen in einem fixen Verhältnis in Abhängigkeit der
der Parameterkennlinie KL1 liegen, wird das Signal Drehzahl nMOT des Motors.
SKL1> zum Betätigen der Abgasklappe AGK des
Schalt-Abgasturboladers ATL2 gesetzt. Folgend wird [0067] Werden die festgelegten Grenzwerte für das
die Abgas-Schalteinrichtung 132 -- hier in Form der prozentuale Verhältnis Q, die Drehzahl nMOT des
Abgasklappe AGK-und damit einhergehend der Reg- Motors und die Drehzahl nATL1 des Basis-Abgas-
ler R2 betätigt. Andererseits wird das Signal SKL1< turboladers erkannt und Überschritten wird beim Si-
gesetzt für den Fall, dass sich die Abgas-Turboauf- gnalzustand S-LLK=1 das Signal SKL2> zum Schal-
ladegruppe 100 und der Motor 200 in Betriebszu- ten der Ladeluftklappe LLK des Schalt-Abgasturbo-
ständen befindet, deren Parameterwerte unterhalb laders ATL2 gesetzt. Ein negatives Ergebnis der Ab-
der Grenzwerte dreidimensionalen Parameterkennli- frage der Parameterwerte und ihrer Grenzwerte führt
nie KL1 aus Fig. 3A, bzw. unterhalb der Grenzwert- dazu, dass das Signal SKL2< gesetzt wird, bzw. der
linie der Projektionsebene folgend Fig. 3B liegen. Signalzustand ist wieder S-LLK = 0.

[0066] Fig. 4 zeigt beispielhaft und symbolisch Wer- Bezugszeichenliste


te einer zweiten Parametergruppe von Betriebspa-
rametern, nämlich hier Grenzwerte GW2 in Abhän- 1000 Brennkraftmaschine
gigkeit eines durch die dreidimensionale Parameter-
100 Abgas-Turboaufladegruppe
kennlinie KL2 gebildeten Kennlinienfeldes, die im Ab-
laufdiagramm von Fig. 2 als dreidimensionale Para- 110 Basisabgasturbolader
meterkennlinie KL2 berücksichtigt wird. Diese zweite
111 Basisverdichter
Parametergruppe berücksichtigt neben dem prozen-
tualen Verhältnis Q der Drehzahl nATL2 des Schalt- 112 Basisturbine
Abgasturboladers zur Drehzahl nATL1 des Basis-Ab-
120 Schaltabgasturbolader
gasturboladers auch die Drehzahl nMOT des Mo-
tors und die Drehzahl nATL1 des Basis-Abgasturbo- 121 Schaltverdichter
laders. Das prozentuale Verhältnis Q, d.h. nATL2/
122 Schaltturbine
nATL1, wird über der Drehzahl nMOT des Motors in
einem Wertebereich von beispielsweise 0 bis 5000 130 Schalteinrichtung
rpm im Kennlinienfeld dargestellt. Nach dem Öffnen
131 Ladeluftschalteinrichtung
der Abgasklappe des Schalt-Abgasturboladers AGK
ATL2, steigt die Drehzahl nATL2 des Schalt-Abgas- 132 Abgasschalteinrichtung
turboladers. Mit der Kombination des Verhältnis Q
200 Motor
über der Drehzahl nMOT des Motors einerseits und
andererseits der Multiplikation des Verhältnisses Q 210 Motorblock
mit der Drehzahl nATL1 des Basis-Abgasturboladers
220A, 220B Ladeluftkrümmer
ATL1, berücksichtigt diese zweite Parametergruppe
unmittelbar die Anforderung, dass das luftverdichten- 230A, 230B Abgaskrümmer
de Schalten des Schaltabgasturbuladers ATL2, erst
300 Ladeführungssystem
bei einem ausreichend großen Verhältnis der Dreh-
zahl nATL2 des Schalt-Abgasturboladers ATL2 zur 310 Ladeluftführung
Drehzahl nATL1 des Basis-Abgasturboladers ATL1
311 Basisladeluftführung
erfolgt. Ferner können die festgelegten Grenzwer-
te des prozentualen Verhältnisses Q entlang einer 312 Schaltteilleitung
Kennlinie (i) liegen, die über der Drehzahl nMOT des
320 Abgasführung
Motors aufgetragen, konvex abfällt. Dies hat sich als
besonders vorteilhaft erwiesen, da mit grösser wer- 321 Abgasbasisleitung
dender Drehzahl nMOT des Motors der Lastbetrieb
322 Abgasschaltteilleitung
des Schalt-Abgasturboladers ATL2 in der Tat be-
reits bei immer niedrigeren Werten einer Drehzahl 400 Fahrzeugsteuerung
des Schalt-Abgasturboladers ATL2 (bei konstant an-
410 Modul
genommener Drehzahl nATL1 des Basis-Abgastur-

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411, 412 Steuerleitungen Turbine (122) ausgebildet ist, den Schalt-Verdichter
(121) anzutreiben, und
430 Datenbus
- der Schalt-Abgasturbolader (120) ausgebildet ist,
AG Abgas zusätzlich zum Basis-Abgasturbolader (110) betrie-
ben zu werden, wenn eine Grenzwertdrehzahl (GW-
A1 - A5 Zylinder
nATL1) des Basis-Abgasturboladers (110) erkannt
B1 - B5 Zylinder wird, aufweisend die Schritte:
- Betreiben des Basis-Abgasturboladers (110) mit
ELS Ladersteuerung
sich ändernden Drehzahlen (nATL1),
LL Ladeluft - Erkennen der Grenzwertdrehzahl (GW-nATL1) des
Basis-Abgasturboladers (110),
ATL1, ATL2 Basis- bzw. Schalt-Abgas-
- Betreiben des Schalt-Abgasturbolader (120) im
turbolader
Leerlauf unter Führung von Abgas (AG) über die
nATL1, nATL2 Drehzahl des Basis- bzw. Schalt-Turbine (122) und ohne Führung von Ladeluft
Schalt-Abgasturboladers (LL) über den Schalt-Verdichter (121),
- Betreiben des Schalt-Abgasturboladers (120) unter
nMOT Drehzahl des Motors
Luftverdichtung unter Führung von Abgas (AG) über
Q Verhältnis die Schalt-Turbine (122) und unter Führung von La-
deluft (LL) über den Schalt-Verdichter (121);
qV Einspritzmenge
wobei
R1, R2 Regler der Betrieb des Schalt-Abgasturboladers (120) im
Leerlauf in Abhängigkeit der Werte einer ersten Pa-
VTG1, VTG2 variable Turbinengeometrie
rametergruppe von Betriebsparametern geschaltet
des Basis- bzw. Schalt-Ab-
wird, welche besteht aus den Betriebsparametern:
gasturboladers
der Drehzahl (nATL1) des Basis-Abgasturboladers
S0, S1, S2 Schritte eines Steuerablaufs (110), einer Drehzahl (nMOT) des Motors (200) und
einer Registeraufladung einem lastbestimmenden Betriebsparameter des Mo-
tors (200); und
AN Anlaufphase des Basis-Ab-
der Betrieb des Schalt-Abgasturboladers (120) un-
gasturboladers ATL1
ter Luftverdichtung in Abhängigkeit der Werte einer
VOLL Volllastbetrieb des Basis- zweiten Parametergruppe von Betriebsparametern
Abgasturboladers ATL1 geschaltet wird, welche besteht aus den Betriebspa-
rametern: einer Drehzahl (nATL2) des Schalt-Abgas-
SKL1>, SKL1< Signale in Bezug auf die
turboladers (120), der Drehzahl (nATL1) des Basis-
erste Parameterkennlinie
Abgasturboladers (110) und der Drehzahl (nMOT)
SKL2>, SKL2< Signale in Bezug auf die des Motors (200) und einem Verhältnis (Q) der Dreh-
erste Parameterkennlinie zahl (nATL2) des Schalt-Abgasturboladers (120) zu
der Drehzahl (nATL1) des Basis-Abgasturboladers
KL1, KL2 erste Parameterkennlinie,
(110).
zweite Parameterkennlinie
GW1, GW2 Grenzwerte 2.    Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, dass ein erstes Schaltsignal, näm-
I, II erste Schleife, zweite
lich ein erstes Zuschaltsignal, für eine der Schalt-
Schleife
Turbine (122) zugeordnete Abgas-Schalteinrichtung
(132) beim Erreichen eines Grenzwerts in Abhängig-
Patentansprüche
keit der ersten Parameterkennlinie ausgelöst wird,
deren Wert abhängt von der Drehzahl (nATL1) des
1.    Verfahren zur Steuerung einer Brennkraftma-
Basis-Abgasturboladers, der Drehzahl (nMOT) des
schine (1000) mit einem Motor (200) und einer Ab-
Motors und dem Wert eines lastbestimmenden Be-
gas-Turboaufladegruppe (100), die einen Basis-Ab-
triebsparameters des Motors und einem Verhältnis
gasturbolader (110) und einen Schalt-Abgasturbola-
(Q) der Drehzahl (nATL2) des Schalt-Abgasturbola-
der (120) für den Motor (200) aufweist, wobei
ders (120) zu der Drehzahl (nATL1) des Basis-Ab-
- der Basis-Abgasturbolader (110) einen Basis-Ver-
gasturboladers (110); und
dichter (111) für Ladeluft (LL) und eine Basis-Turbine
- ein zweites Schaltsignal, nämlich ein zweites Zu-
(112) für Abgas (AG) aufweist, wobei die Basis-Tur-
schaltsignal, für eine dem Schalt-Verdichter (121) zu-
bine (112) ausgebildet ist, den Basis-Verdichter (111)
geordnete Ladeluft-Schalteinrichtung (131) beim Er-
anzutreiben,
reichen eines Grenzwerts in Abhängigkeit der zwei-
- der Schalt-Abgasturbolader (120) einen Schalt-Ver-
ten Parameterkennlinie ausgelöst wird, deren Wert
dichter (121) für Ladeluft (LL) und eine Schalt-Turbi-
abhängt von der Drehzahl (nATL2) des Schalt-Ab-
ne (122) für Abgas (AG) aufweist, wobei die Schalt-
gasturboladers, der Drehzahl (nATL1) des Basis-Ab-

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gasturboladers und der Drehzahl (nMOT) des Mo- det ist, die durch das erste Zuschaltsignal schaltbar
tors. ist und/oder die Ladeluft-Schalteinrichtung (131) als
eine Ladeluftklappe gebildet ist, die durch das zweite
3.  Verfahren nach einem der vorhergehenden An- Zuschaltsignal schaltbar ist.
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ers-
te Parameterkennlinie in einer Projektionsebene der 10.    Verfahren nach einem der vorhergehen-
Drehzahl (nATL1) des Basis-Abgasturboladers und den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein
der Drehzahl (nMOT) des Motors einen konvexen Schaltsignal, nämlich ein Abschaltsignal, für eine
Verlauf hat. der Schalt-Turbine (122) zugeordnete Abgas-Schalt-
einrichtung (132) und eine dem Schalt-Verdichter
4.  Verfahren nach einem der vorhergehenden An- (121) zugeordnete Ladeluft-Schalteinrichtung (131)
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ver- ausgelöst wird bei Erreichen eines Hysterese-Grenz-
hältnis (Q) als Funktion der Drehzahl (nMOT) des Mo- werts in Abhängigkeit einer weiteren ersten Parame-
tors (200) mit zunehmender Drehzahl (nMOT) des terkennlinie, deren Wert abhängt von der Drehzahl
Motors abnimmt. (nATL1) des Basis-Abgasturboladers, der Drehzahl
(nMOT) des Motors und dem Wert eines lastbestim-
5.  Verfahren nach einem der vorhergehenden An- menden Betriebsparameters des Motors (200).
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ver-
hältnis (Q) zyklisch abgefragt wird und in einem Spei- 11.  Verfahren nach einem der vorhergehenden An-
cher in Prozent-Werten (%) abgelegt wird. sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der lastbe-
stimmende Betriebsparameter des Motors (200) ei-
6.  Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekenn- ne Einspritzmenge (qV), nämlich ein SOLL- oder IST-
zeichnet, dass das Verhältnis (Q) mit der Drehzahl Wert der Einspritzmenge (qV) ist.
(nATL1) des Basis-Abgasturboladers (110) multipli-
ziert wird und das Ergebnis zur Bestimmung der Aus- 12.  Verfahren nach einem der vorhergehenden An-
lösung des zweiten Zuschaltsignals herangezogen sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der last-
wird. bestimmende Betriebsparameter des Motors (200)
ein IST-Wert eines lastbestimmende Betriebspara-
7.  Verfahren nach einem der vorhergehenden An- meters am Motorbetriebspunkt ist, wie eine IST-Mo-
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Betrieb torlast od. dgl. ist, oder ein SOLL-Wert eines last-
des Schalt-Abgasturboladers (120) im Leerlauf in Ab- bestimmende Betriebsparameters am Motorbetrieb-
hängigkeit der Werte der ersten Parametergruppe spunkt ist, wie eine Lastanforderung oder eine Mobi-
von Betriebsparametern zugeschaltet wird, wenn litätsanforderung ist.
- eine Grenzwertdrehzahl (GW-nATL1) des Basis-
Abgasturboladers überschritten, wird und 13.  Verfahren nach einem der vorhergehenden An-
- eine Grenzwertdrehzahl (GW-nMOT) des Motors sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schalt-
überschritten, wird und Abgasturbolader (120) nach einem Schaltsignal in ei-
- ein Grenzwert (GW-qV) eines lastbestimmenden nem Rückfall-Betrieb betrieben wird.
Betriebsparameters des Motors überschritten wird.
14.    Verfahren nach einem der vorhergehenden
8.  Verfahren nach einem der vorhergehenden An- Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Off-
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Betrieb set-Signal vorgesehen ist, dass die Abhängigkeit der
des Schalt-Abgasturboladers (120) unter Luftverdich- zweiten Parameterkennlinie vom Verhältnis und/oder
tung in Abhängigkeit der Werte der zweiten Parame- die Abhängigkeit der ersten Parameterkennlinie von
tergruppe von Betriebsparametern zugeschaltet wird, dem Wert des lastbeeinflussenden Betriebsparame-
wenn ters (qV) des Motors (200) auf konstant setzt.
- eine Grenzwertdrehzahl (GW-nATL2) des Schalt-
Abgasturboladers überschritten wird, und 15.    Verfahren nach einem der vorhergehenden
- eine Grenzwertdrehzahl (GW-nATL1) des Basis- Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigs-
Abgasturboladers überschritten wird, und tens die Basis-Turbine (112) und/oder die Schalt-Tur-
- eine Grenzwertdrehzahl (GW-nMOT) des Motors bine (122) eine Turbine mit variabler Turbinengeome-
überschritten wird, und trie ist, ausgebildet zur Ausführung wenigstens einer
- eine Grenzwert-Verhältnis (GW-Q) der Grenzwert- der Schritte, dass:
drehzahl (GW-nATL2) des Schalt-Abgasturboladers - in einem Anfahrmodus der Abgas-Turboauflade-
zur Grenzwertdrehzahl (GW-nATL1) des Basis-Ab- gruppe (100) der Basis-Abgasturbolader (110) Ab-
gasturboladers überschritten wird. gas- und/oder Ladeluft- beaufschlagt ist und der
Schalt-Abgasturbolader (120) nicht beaufschlagt ist,
9.  Verfahren nach einem der vorhergehenden An- wobei der Basis-Abgasturbolader (110) in einer ge-
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgas- schlossenen Geometrie betrieben wird;
Schalteinrichtung (132) als eine Abgasklappe gebil-

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- in einem Grundfahrmodus der Abgas-Turboauf-
ladegruppe (100) der Basis-Abgasturbolader (110)
Abgas- und/oder Ladeluft- beaufschlagt ist und der
Schalt-Abgasturbolader (120) nicht beaufschlagt ist,
wobei der Basis-Abgasturbolader (110) in einer offe-
nen Geometrie betrieben wird;
- in einem Zuschaltfahrmodus der Abgas-Turboauf-
ladegruppe (100), insbesondere geschaltet über die
erste Parameterkennlinie, der Basis-Abgasturbola-
der (110) und der Schalt-Abgasturbolader (120) Ab-
gas- und/oder Ladeluft-beaufschlagt ist und der Ba-
sis-Abgasturbolader (110) und der Schalt-Abgastur-
bolader (120) in einer geschlossenen Geometrie be-
trieben wird;
- in einem Registerfahrmodus der Abgas-Turboaufla-
degruppe (100), insbesondere deutlich beabstandet
jenseits der zweiten Parameterkennlinie, der Basis-
Abgasturbolader (110) und der Schalt-Abgasturbola-
der (120) Abgas- und/oder Ladeluft-beaufschlagt ist
und der Basis-Abgasturbolader (110) und der Schalt-
Abgasturbolader (120) in einer offenen Geometrie
betrieben wird.

16.  Steuereinrichtung (400) für eine Brennkraftma-


schine (1000) mit einer Steuereinheit (410), wobei die
Steuereinheit (410) ausgebildet ist, die Abgas-Turbo-
aufladegruppe (100) nach einem der Verfahren ge-
mäß einem der Ansprüche 1 bis 15 zu steuern.

17.    Brennkraftmaschine (1000) mit einer Abgas-


Turboaufladegruppe (100) und einer Steuereinrich-
tung, wobei die Steuereinrichtung ausgebildet ist,
die Abgas-Turboaufladegruppe (100) nach einem der
Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15 zu
steuern.

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