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Dokumentation der Fachveranstaltung

Flexible Kraftwerke für die Energiewende


am 25. Mai 2016 in Düsseldorf
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Inhaltsangabe ........................................................................... Seite

Vorwort .............................................................................................................. 3

Verbundprojekt Partner-Dampfkraftwerk ....................................................... 4


Sven Göhring
VGB PowerTech e.V.

Anforderungen an den Kraftwerkspark .......................................................... 7


PD Dr. Dietmar Lindenberger
ewi Energy Research & Scenarios gGmbH

Definition Referenzkraftwerk und Thermische Speicher............................. 13


Dr. Hendrik Lens
STEAG Energy Services GmbH

Simulation des thermodynamischen Verhaltens


der Kraftwerksanlage.......................................................................................24
Prof. Dr. Klaus Görner
Universität Duisburg-Essen

Reduktion der Mindestlast ............................................................................. 34


Dr. Michalis Agraniotis
Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe GmbH

Verkürzung der An- und Abfahrzeiten Dampfturbine .................................. 42


Fatih Temiz
Siemens AG

Presseinformation .......................................................................................... 49

Fotos ................................................................................................................ 50

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Vorwort

In Deutschland geht der Ausbau von erneuerbaren Energien voran, während


die Installation von kapazitätsstarken Stromspeichern nicht folgen kann. Hierfür
müssen Dampfkraftwerke auf Basis von Gas und Kohle wichtige Netzregelauf-
gaben wahrnehmen. Sie sind damit unverzichtbare Partner der erneuerbaren
Energien.

Bestehende thermische Kraftwerke sind für den hochflexiblen Betrieb zum Aus-
gleich der fluktuierenden Einspeisung aus Erneuerbaren nur bedingt geeignet.
Um dies zukünftig deutlich zu verbessern, müssen Bestandskraftwerke dahin-
gehend modifiziert und leistungsfähige Neubauten realisiert werden.

Welche Eigenschaften müssen die Kraftwerke dafür haben? Sie müssen schnell
hoch und runter fahren können, müssen bei extremen Mindestlasten betrieben
werden können und sollten bei niedrigen Lasten möglichst hohe Wirkungsgrade
aufweisen. Und das alles bei höchst möglicher Umweltverträglichkeit und Wirt-
schaftlichkeit.

Mit dem Verbundprojekt Partner-Dampfkraftwerk, liefert Rhein Ruhr Power die


ersten Antworten auf diese Frage. In diesem für die Energiewende wichtigen
Forschungsvorhaben wurden neue technische Konzepte entwickelt, um damit
Bestandskraftwerke so zu ertüchtigen, dass diese die schwankenden Stromein-
speisungen aus Wind- oder Photovoltaikanlagen noch besser ausregeln und
damit die Versorgungssicherheit zuverlässig gewährleisten können.

Der Verein Rhein Ruhr Power hat am 25. Mai 2016 Vertreter aus Politik, Wirt-
schaft und Wissenschaft zur Fachveranstaltung „Flexible Kraftwerke für die
Energiewende“ in die Handwerkskammer zu Düsseldorf eingeladen, um die Er-
gebnisse des Projektes zu diskutieren und im Anschluss daran, auf fünf erfolg-
reiche Jahre gemeinsamer Projektarbeit zurückzuschauen und einen gemeinsa-
men Blick in die Zukunft zu werfen. Die Grußworte zu diesem Jubiläum wurden
von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Dr. Georg Menzen vom
Bundeswirtschaftsministerium gesprochen.

Die an diesem Tag vorgestellten Endergebnisse des Verbundprojektes


Partner-Dampfkraftwerks sind in dieser Broschüre zusammengestellt.

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Partner-Dampfkraftwerk
Sven Göhring
Partner-Dampfkraftwerk
VGB PowerTech e.V., Essen
AP4: Definition Referenzkraftwerke (STEAG)
Flexible Kraftwerke für die Energiewende
AP7:
25. Mai Thermische
2016, Düsseldorf Speicher (DLR)

www.rhein-ruhr-power.net
Dr.-Ing. Hendrik Lens
STEAG Energy Services GmbH, Essen

Dr.-Ing. Volker Dreißigacker


Institut für Technische Thermodynamik, DLR, Stuttgart

Allgemeine Informationen
Flexible Kraftwerke für die Energiewende
www.rhein-ruhr-power.net 25. Mai 2016, Düsseldorf

• Titel: „Partner-Dampfkraftwerk“ für die regenerative Stromerzeugung

• Projektleitung: Hans-Joachim Meier / VGB PowerTech e.V.


Sven Göhring / VGB PowerTech e.V.

• 11 Projektpartner

• Laufzeit: 01.09.2013 – 28.02.2015 (verlängert bis 30.06.2015)

• Projektvolumen: 1,44 Mio €

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Ziele des Verbundvorhabens

Aufzeigen von Maßnahmen, mit deren Hilfe bestehende fossile Kraftwerke


die Schwankungen der erneuerbaren Stromerzeugung ausregeln können:

• Verbesserung des An- und Abfahrverhaltens

• Reduzierung der Mindestlast

• Erhöhung der Laständerungsgeschwindigkeit Quelle: Agora

• Integration von thermischen Speichern in den KW-Prozess

Stabilisierung der Netze, Versorgungssicherheit,


Maximierung des Einsatzes der Erneuerbaren Energien
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Projektpartner

• VGB PowerTech e.V., Essen


• Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Stuttgart
• ewi Energy Research & Scenarios gGmbH, Köln
• E.ON Technologies GmbH, Gelsenkirchen
• Universität Duisburg-Essen, Essen
• Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe GmbH, Duisburg
• Rhein Ruhr Power e.V., Düsseldorf
• RWE Power, Essen
• Siemens AG - Energy Sector, Mülheim/Ruhr
• STEAG Energy Services GmbH, Essen
• Vattenfall Europe Generation AG, Cottbus

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Projektpartner

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Arbeitspakete

• Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement

• Simulation des thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage

• Anforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft

• Definition Referenzkraftwerk

• Reduktion der Mindestlast

• Verkürzung der An- und Abfahrzeiten DT

• Thermische Speicher

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Anforderungen an den
Kraftwerkspark der Zukunft
Partner-Dampfkraftwerk
AP4: Definition
PD Dr. Dietmar Referenzkraftwerke (STEAG)
Lindenberger

AP7: Thermische Speicher (DLR)


ewi Energy Research & Scenarios gGmbH, Köln

FlexibleHendrik
Dr.-Ing. Kraftwerke
Lensfür die Energiewende
25. Mai
STEAG 2016,
Energy Düsseldorf
Services GmbH, Essen

www.rhein-ruhr-power.net
Dr.-Ing. Volker Dreißigacker
Institut für Technische Thermodynamik, DLR, Stuttgart

Flexible Kraftwerke für die Energiewende


www.rhein-ruhr-power.net 25. Mai 2016, Düsseldorf
Strommarkt derArbeitspakete
Zukunft erfordert Flexibilität

• Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement


• Ausbau der erneuerbaren Energien führt – neben einer Absenkung der
• Simulation des thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage
Residuallast – zu einer stärkeren Volatilität von Residuallast und Strompreis.
• Anforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft

• Definition ist
• Die volatilere Residuallast Referenzkraftwerk
von konventionellen Kraftwerken abzufahren
(die aus Gründen• der Versorgungssicherheit
Reduktion der Mindestlast -z.B. bei „Dunkelflaute“- ohnehin
weiter benötigt werden).
• Verkürzung der An- und Abfahrzeiten DT

• Thermische Speicher
• Bei erhöhter Volatilität von Residuallast und Strompreis stellt sich die Frage
nach (wirtschaftlichen) Maßnahmen zur Ermöglichung einer flexibleren
Fahrweise der Kraftwerke.

• Maßnahmen der Kraftwerksflexibilisierung stehen im Wettbewerb mit


konkurrierenden Flexibilitätsoptionen.
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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Wettbewerb derArbeitspakete
Flexibilitätsoptionen

• Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement


Heute dominierend Flexible
• Simulation des thermodynamischen
konventionelle Verhaltens der Kraftwerksanlage
Kraftwerke
• Anforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft

• Definition Referenzkraftwerk EE Einspeise-


Speicher
Management
• Reduktion der Mindestlast


Flexibilität
Verkürzung der An- und Abfahrzeiten DT
Demand Side
• Thermische Speicher
Elektromobilität Management

Power to Heat Power to X

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Der Wettbewerb zwischen Flexibilitätsoptionen ist ein effizienter und


fairer Mechanismus das optimale Portfolio der Techniken zu
identifizieren, um diese Aufgabe zu bewältigen

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Arbeitspakete
ewi quantifiziert zukünftige
Flexibilitätsanforderungen im Strommarkt
• Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement

• Simulation des thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage


• Ziel:
Bestimmung •desAnforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft
Werts von Kraftwerksflexibilität im Gesamtsystem durch
eine Verbesserung von Flexibilitätsparametern
• Definition Referenzkraftwerk

• Reduktion der Mindestlast


• Methodik:
• Verkürzung der An- und Abfahrzeiten DT
Modellberechnungen mittels (blockscharfem) Strommarktmodell MORE
(Deutschland• imThermische Speicher
Strombinnenmarkt) für den stündlich-aufgelösten
Spotmarkt

• Ansatz:
Variation technischer Parameter der Referenzkraftwerke
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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Arbeitspakete
Annahmen

• des
 Entwicklung Gesamtprojektleitung
Kraftwerksparks und Synergiemanagement
in Deutschland basiert auf dem
Netzentwicklungsplan
• Simulation des2014 (NEP) der ÜNBs
thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage

• Anforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft


 Zukünftige Nachfrage wird als näherungsweise konstant
• Definition
angenommen (NEP) Referenzkraftwerk
• Reduktion der Mindestlast
 CO2 Zertifikatspreis basiert ebenfalls auf dem NEP:
• Verkürzung der An- und Abfahrzeiten DT

• 2012
Thermische Speicher 2020 2024 2034
[EUR/t] 13 21 29 48

 Installierte Kapazität in anderen Ländern basiert auf dem


Referenzszenario der EU Energy Trends 2030
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 Brennstoffpreisentwicklung basiert auf dem World Energy Outlook


(WEO) 2013 New Policies

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Arbeitspakete
Verbesserte Kraftwerksflexibilität hat mehrere
positive Effekte
• Schematische Kraftwerksfahrweise
Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement
100%
• Simulation des thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage
80%
1 • Anforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft
Geringere 60%
Mindestlast… • Definition Referenzkraftwerk
… kann Brennstoff- 40%
kosten und CO2- • Reduktion der Mindestlast 3
20% Früheres Anfahren …
Emissionen sparen
… kann Residuallast
• Verkürzung
0% der An- und Abfahrzeiten DT
besser abdecken und
• Ohne Flexibilisierungsmaßnahme
Thermische Speicher Systemkosten sparen
Mit Flexibilisierungsmaßnahme

2
Geringere Mindestlast (anstatt Abfahren) …
… spart Anfahrkosten und kann zur
Netzstabilität beitragen
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Erhöhte Flexibilität kann technische und ökonomische


Leistung von Kraftwerken verbessern

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Arbeitspakete
Untersuchte Szenariovarianten

• Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement


Verbessertes
• Simulation des thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage
Mindestlast-Absenkung
Anfahrverhalten
• Anforderungen
• Referenzanlage deutlich an den Kraftwerkspark derdeutlich
• Referenzanlage Zukunft
verbessert verbessert
• Definition Referenzkraftwerk
• Zugehörige Kraftwerksklasse
• Reduktion • Zugehörige Kraftwerksklasse
der Mindestlast
moderat besser moderat besser
• Verkürzung der An- und Abfahrzeiten DT

• Thermische Speicher

• Voerde, Schwarze Pumpe: • Voerde, Schwarze Pumpe:


Mindestlast -15%-Punkte -20% Anfahrenergie,
-50% Anfahrzeit (heiß)
• Zugehörige Kraftwerksklasse: • Stein- u.Braunkohlekraftwerke:
Mindestlast -5%-Punkte -10% Anfahrenergie
-30% -Anfahrzeit
(relativ)www.rhein-ruhr-power.net Flexible Kraftwerke für die Energiewende (heiß)
25. Mai 2016, Düsseldorf - Sven Göhring 6

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Positive EffekteArbeitspakete
der Flexibilisierung auf die
modellierte Fahrweise (Voerde A, Juli 2024)
• Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement

• Simulation des thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage


Day-ahead-
Strompreis • Anforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft

• Definition Referenzkraftwerk

Fahrweise bei • Reduktion der Mindestlast


moderat • Verkürzung der An- und Abfahrzeiten DT
abgesenkter
Mindestlast • Thermische Speicher

Fahrweise bei
stark
abgesenkter
Mindestlast
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Früheres Geringere Geringere Mindestlast


Anfahren Mindestlast statt Abfahren
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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

ExemplarischeArbeitspakete
Ergebnisse:
Verbessertes Anfahrverhalten ermöglicht
kostengünstigere Starts
• Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement

• Simulation des thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage


 Zukünftig sind mehr
• Anforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft
Anfahrvorgänge zu erwarten, insb.
• Definition Referenzkraftwerk für Steinkohlekraftwerke.
• Reduktion der Mindestlast
 Ein verbessertes Anfahrverhalten
ermöglicht
• Verkürzung der An- und Abfahrzeiten DT im Zuge der Einsatz-
• Thermische Speicher
optimierung kostengünstigeres
Anfahren.

 Daher steigt die Zahl der Anfahr-


vorgänge bei verbesserten
Anfahrverhalten.
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ExemplarischeArbeitspakete
Ergebnisse:
Abgesenkte Mindestlast vermeidet Abfahren
und Warmstarts
• Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement

• Simulation des thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage


 Ein Kraftwerk fährt in Mindestlast
• Anforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft
um kurzfristige unrentable
• Definition Referenzkraftwerk Marktsituationen zu vermeiden
• Reduktion der Mindestlast
 Eine reduzierte Mindestlast
ermöglicht
• Verkürzung der An- und Abfahrzeiten DT im Zuge der
• Thermische Speicher
Einsatzoptimierung die Vermeidung
von teureren Warmstarts

 Im Mindestlastzustand kann das


Kraftwerk zusätzlich an
Kurzfristmärkten partizipieren
www.rhein-ruhr-power.net (Intraday, Regelenergie)
Flexible Kraftwerke für die Energiewende - 25. Mai 2016, Düsseldorf - Sven Göhring 6

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

ExemplarischeArbeitspakete
Ergebnisse:
Auswirkungen auf Deckungsbeiträge (nur Spotmarkt)
• Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement

• Simulation des thermodynamischen Verhaltens


 Die Erhöhung von der Kraftwerksanlage auf
Deckungsbeiträgen
Differenz von Deckungsbeiträgen zwischen
stark und moderat verbessertem Anfahrverhalten
• Anforderungen dem Spotmarkt
an den Kraftwerkspark (mit kurzfristigen GK-Preisen)
der Zukunft
Base-Szenario, in 1000 EUR durch Flexibilitätsmaßnahmen sind moderat.
Anlage • Definition Referenzkraftwerk
2020 2024 2034

Voerde • Reduktion der Mindestlast Allerdings bestehen - hier noch nicht


527 729 1.665 untersuchte - zusätzliche Erlöspotentiale
Schwarze Pumpe • Verkürzung der An- und Abfahrzeiten DT
auf Kurzfristmärkten (Intraday, Regelenergie)
69 89 570

• Thermische Speicher - insbesondere ermöglicht durch reduzierte


Mindestlast und folglich längere Zeit am Netz.
Differenz von Deckungsbeiträgen zwischen
stark und moderat abgesenkter Mindestlast
Base-Szenario, in 1000 EUR Dies ist Gegenstand weiterer Forschung.
Anlage 2020 2024 2034

Voerde 90 75 14  Die Wirtschaftlichkeit von „Partner-Dampf-


Schwarze Pumpe
www.rhein-ruhr-power.net

4 4 0
Kraftwerken“ insgesamt hängt ferner ab von
Flexible Kraftwerke für die Energiewende - 25. Mai 2016, Düsseldorf - Sven Göhring
6

der längerfristig nötigen Vergütung für


gesicherte Leistung (durch Knappheitspreise
oder eventuelle Kapazitätsmechanismen).
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Fazit Arbeitspakete

• Gesamtprojektleitung und Synergiemanagement


• Im Projekt wurde der Einfluss von Flexibilisierungsmaßnahmen bei
• Simulation des thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage
Kraftwerken auf das Einsatzverhalten am Day-ahead-Markt untersucht.
• Anforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft
• Ein verbessertes Anfahrverhalten ermöglicht günstigere Starts.
• Definition Referenzkraftwerk
• Eine abgesenkte• Mindestlast vermeidet Warmstarts und somit Kosten.
Reduktion der Mindestlast

• Für eine gesamtheitliche Bewertung


• Verkürzung der
der An- und Flexibilitätsmaßnahmen
Abfahrzeiten DT müssen
ebenso die Kurzfristmärkte (Intraday, Regelenergie) berücksichtigt werden.
• Thermische Speicher
• Dies ist Fokus weiterer Forschung.

• Die Wirtschaftlichkeit von „Partner-Dampf-Kraftwerken“ insgesamt hängt


ferner ab von der längerfristig nötigen Vergütung für gesicherte Leistung
durch Knappheitspreise oder eventuelle Kapazitätsmechanismen.
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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Partner-Dampfkraftwerk
AP4: Definition Referenzkraftwerke (STEAG)
AP7: Thermische Speicher (DLR)
Dr.-Ing. Hendrik Lens
STEAG Energy Services GmbH, Essen

Dr.-Ing. Volker Dreißigacker


Institut für Technische Thermodynamik, DLR, Stuttgart

Flexible Kraftwerke für die Energiewende


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Inhalt

• Motivation
• Arbeitspaket 4: Definition Referenzkraftwerke (STEAG)
– Ableitung technischer Anforderungen aus den Marktsimulationen
– Begrenzende Faktoren
• Arbeitspaket 7: Thermische Speicher und ihre Integration in thermische Kraftwerke
(DLR)
– Thermische Speicher
– Integration in den Kraftwerksprozess
• Fazit

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Motivation
Residuallast in Deutschland

120

100

80
Last; Kapazität / GW

60

40

20

Last 2012 / 2024 / 2034


0 Residuallast 2012
Residuallast 2024
00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 2034
Residuallast 13 14
Tag Gesicherte Leistung 2012
Datenquellen Gesicherte Leistung 2024
Residuallasten: EWI Gesicherte Leistung 2034
Pumpspeicherkapazität: Netzentwicklungsplan Speicherkapazität Pumpspeicher 2012
Speicherkapazität Pumpspeicher 2024 / 2034
120 www.rhein-ruhr-power.net Flexible Kraftwerke für die Energiewende - 25. Mai 2016, Düsseldorf - Dr. H. Lens, STEAG Energy Services GmbH 3

100 Motivation
Residuallast in Deutschland
3000 3000

80 2500 2500
Anzahl Stunden pro Jahr

Anzahl Stunden pro Jahr

2000 2000
Load; Capacity / GW

1500 1500

60 1000 1000

500 500

0 0
-20 -10 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 -16 -14 -12 -10 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 12 14 16
40 Residuallast / GW Stündliche Änderung der Residuallast / GW/h

2012 2020 2024 2034 2012 2020 2024 2034

• Gesicherte Leistung deckt Residuallast ab:


20 𝑃𝑃Residual = 𝑃𝑃Total − 𝑃𝑃PV − 𝑃𝑃Wind, onshore − 𝑃𝑃Wind, offshore
• Charakteristik der Residuallast wird sich voraussichtlich ändern
• Bedarf an “Partner-Dampfkraftwerken”
• Zukünftiger Bedarf und Wert von Flexibilität
0
• Mögliche Maßnahmen für Bestandskraftwerke
Datenquelle
Residuallasten: EWI
00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10
www.rhein-ruhr-power.net Day
Flexible Kraftwerke für die Energiewende - 25. Mai 2016, Düsseldorf - Dr. H. Lens, STEAG Energy Services GmbH 4

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Anforderungen an das Partner-Dampfkraftwerk

Flexiblere Fahrweise

Iststand ohne Flexibilisierung


Mit erhöhter Flexibilität
100%

80%
3
1
60% Optimierung des
Technische
Anfahrvorgangs
Maßnahmen wie 40% macht diesen
Einmühlenbetrieb
schneller und
können die 20%
günstiger. Anfahren
Mindestlast
0% lohnt sich eher.
absenken.
Lastverlauf
2
Tiefere Mindestlast verhindert bei kurzen Schwachlastphasen
die Beanspruchung der Anlage durch Ab- und Anfahren.

Das Partner-Dampfkraftwerk kann durch technische


Maßnahmen eine höhere Flexibilität erreichen.

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Inhaltlicher Überblick über das Projekt Partner-


Dampfkraftwerk

Arbeitspaket 1 – VGB

• Gesamtprojektleitung / Projektsteuerung

Arbeitspaket 2 – LUAT

• Simulation des thermodynamischen Verhaltens der Kraftwerksanlage

Arbeitspaket 3 – EWI

• Anforderungen an den Kraftwerkspark der Zukunft

Arbeitspaket 4 – STEAG

• Definition Referenzkraftwerke

Arbeitspaket 5 – MHPSE

• Reduzierung der Mindestlast

Arbeitspaket 6 – Siemens

• Verkürzung der An- und Abfahrzeiten der Dampfturbinenanlage

Arbeitspaket 7 – DLR

• Thermische Speicher und ihre Integration in thermische Kraftwerke

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Arbeitspaket 4: Definition Referenzkraftwerke

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Referenzanlagen

Kriterien
– Bestandsanlagen in Deutschland
– Ausreichend Daten verfügbar
– Stein- und Braunkohle

Kraftwerk Schwarze Pumpe


– Braunkohle
– Zwei Blöcke à je 800 MW
Kraftwerk Schwarze Pumpe. Quelle: Vattenfall
– Inbetriebnahmejahr: 1997
– Betreiber: Vattenfall

Kraftwerk Voerde
– Steinkohle
– Zwei Blöcke à je 761 MW
– Inbetriebnahmejahr: 1982 / 1985
– Betreiber: STEAG

Kraftwerk Voerde. Quelle: STEAG

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Technische Anforderungen

• Begrenzende Komponenten („Bottlenecks“) für Flexibilität in Bezug auf


– Mindestlast
– Anfahren
– Dynamik von Leistungsänderungen
• Technische Begrenzungen in Bezug auf
– Arbeitsbereich von Komponenten
– Dynamisches Verhalten von Komponenten
– Dynamisches Verhalten der Interaktion von Komponenten (Systemverhalten)
• Mögliche Strategie
– Tatsächliche Grenzen ermitteln
– Optimierung des Betriebs / der Leittechnik
– Retrofits / Integration von Speichern

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Technische Begrenzungen
in Bezug auf Mindestlast

Blockregelung
Rauchgastemperatur

Dampfstrom durch Turbine (Ventilation)

Temperaturen Frischdampf und HZÜ-Dampf

Stabilität der Feuerung Anzapfdampfstrom / -druck

Umwälzregelung

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Technische Begrenzungen
in Bezug auf Mindestlast

Blockregelung
Rauchgastemperatur

Dampfstrom durch Turbine (Ventilation)

Temperaturen Frischdampf und HZÜ-Dampf

Stabilität der Feuerung Anzapfdampfstrom / -druck

Umwälzregelung

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Schnelle Lastwechsel – Was heißt das?

100 Sollleistung PG soll


90
Definition der Leistungsänderungsgeschwindigkeit
Leistung P in %

80 Istleistung PG
– 90%-Methode
n
%/ oll
mi
= 5 /dt s

n
mi

70
– Tangentenmethode
dP

%/
,25 t
= 4 /dt is
dP

60

50
Wert der Leistungsänderungsgeschwindigkeit
40
– abhängig von der Definition t0 t1 t2 t3

– abhängig von der Ausgangsleistung 0 4 8 12 16 20 24


Zeit t in min
– abhängig von der Höhe und der Richtung des
Lastwechsels
– abhängig von Regelleistung

In Diskussionen über Flexibilität werden z.T. Äpfel


mit Birnen verglichen

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18
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Technische Begrenzungen in Bezug


auf Dynamik der Leistungsänderungen

Komponenten
– Eigendynamik
• Ein- und Ausspeichern von Masse (bspw. Dampf oder Brennstoff)
• Ein- und Ausspeichern von Energie
• Totzeiten durch Transportvorgänge
– Zulässige Beanspruchung der Komponenten
• Wärmespannungen (insb. in Mindestlast)
• Verschleiß von Regelarmaturen
– Wechselwirkung Dynamik ↔ Beanspruchung
• Übersteuerung (bessere Dynamik, höhere Beanspruchung)
• Filter, Totbänder, etc. (niedrigere Beanspruchung, schlechtere Dynamik)

Dynamik der Leit-/Regelungstechnik


– Eingesetzte Blockführungskonzepte
– Leitprogramme
– Speichernutzung

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Technische Begrenzungen in Bezug auf


Dynamik der Leistungsänderungen

Sammler: thermische Spannungen Stellgeschwindigkeit Aktorik

Trägheit Sensorik

Implementierte Konzepte
Dampfspeicher
Turbine: thermische Spannungen

Regelgüten
Dynamik des Dampferzeugers

Dynamik der Mühlen


und Mühlenschalten

Temperaturänderungen
Kesseleintritt Regelbereich Kondensat
Trägheit der Vorwärmerstrecke
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19
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Im Projekt im Detail untersuchte


Maßnahmen für die Flexibilisierung

Feuerung Wasser-
• Einmühlenbetrieb /Dampfkreislauf
• Erweiterung des • Integration thermischer
Regelbereichs der Brenner Energiespeicher
• Absenkung des • Optimierung dickwandiger
Teillastbetriebes der Bauteile
Mühlen
• Optimierung der Anzahl
der Mahlanlagen Turbine
• Indirekte Feuerung • Optimierung der
Anstoßbedingungen
• Elektrische Zündung • Heißer Schnellstart
• Lastoptimiertes Anfahren

Bildquelle:
MHPSE

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Arbeitspaket 7: Thermische Speicher und ihre Integration in


thermische Kraftwerke

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20
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Wärmespeicher zur Flexibilisierung 



Wärmespeicher
von Kraftwerken zur Flexibilisierung
von Kraftwerken

Dampfspeicher
Dampfspeicher
EffektiveIntegration
Effektive Integrationvon Wärmespeichern

vonWärmespeichern (kommerziell)Arbeitspaket 7: Thermische Speicher und ihre Integ
(kommerziell)
ininden
denKraftwerksprozess
Kraftwerksprozess thermische Kraftwerke

Ziele
Ziele
– –Erhöhung derder
Erhöhung Laständerungsgeschwindigkeit
Laständerungsgeschwindigkeit
– –Reduzierung der Mindestlast
Reduzierung der Mindestlast www.rhein-ruhr-power.net Flexible Kraftwerke für die Energiewende - 25. Mai 2016, Düsseldorf - Dr. H. Lens, STEAG En

– –Verbesserung desdes
Verbesserung Teillastverhaltens
Teillastverhaltens Phasenwechsel-Speicher
Phasenwechsel-Speicher
– –Reduzierung des Anfahrwärmebedarfs
Reduzierung des Anfahrwärmebedarfs (vorkommerziell)
(vorkommerziell)
Feststoffspeicher
Feststoffspeicher
(demonstrationsreife)
(demonstrationsreife)
Vorgehen
Vorgehen
1. Konzeptionsphase
1. Konzeptionsphase
2. Konzeptbewertung
2. Konzeptbewertung
3. Detaillierte Speicherauslegung
3. Detaillierte Speicherauslegung

Flüssigsalz
Flüssigsalz
(kommerziell)
(kommerziell)
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Wärmespeicher zur Flexibilisierung 



Integration von Wärmespeichern
von Kraftwerken
in Kraftwerke
Konzeption

Erarbeitung von Integrationskonzepten


• Schnittstellen zum Kraftwerksprozess Dampfspeicher
Effektive Integration von Wärmespeichern 
 (kommerziell)Arbeitspaket 7: Thermische Speicher und ihre Integ
in• den
Berücksichtigung von begrenzenden Nebenbedingungen
Kraftwerksprozess thermische Kraftwerke

Ziele
– Erhöhung der Laständerungsgeschwindigkeit
Economizer

– Reduzierung der Mindestlast www.rhein-ruhr-power.net Flexible Kraftwerke für die Energiewende - 25. Mai 2016, Düsseldorf - Dr. H. Lens, STEAG En

– Verbesserung des Teillastverhaltens


Zwischen
überhitzer
HD MD ND G Phasenwechsel-Speicher
– Reduzierung des Anfahrwärmebedarfs (vorkommerziell)
Überhitzer
Feststoffspeicher
(demonstrationsreife)
Vorgehen
1. Konzeptionsphase
Verdampfer Kondensator

2. Konzeptbewertung
3. Detaillierte Speicherauslegung
Kondensatpumpe

Beispiele für mögliche

HD-Vorwärmer Speise- Speisewasserbehälter ND-Vorwärmer


Entladeschnittstellen
pumpe

Flüssigsalz Beladeschnittstellen
(kommerziell)
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21
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Wärmespeicher zur Flexibilisierung 



Integration von Wärmespeichern
von Kraftwerken
in Kraftwerke
Konzeptbewertung

Dampfspeicher
Effektive Integration von Wärmespeichern 
 Bewertung (kommerziell)Arbeitspaket 7: Thermische Speicher und ihre Integ
thermische Kraftwerke
in den Kraftwerksprozess – System
– Integrationsort
Ziele – Speicheroptionen
– Erhöhung der Laständerungsgeschwindigkeit
– Reduzierung der Mindestlast www.rhein-ruhr-power.net Flexible Kraftwerke für die Energiewende - 25. Mai 2016, Düsseldorf - Dr. H. Lens, STEAG En

– Verbesserung des Teillastverhaltens


Phasenwechsel-Speicher
– Reduzierung des Anfahrwärmebedarfs (vorkommerziell)
Variante
Feststoffspeicher 1
Variante
(demonstrationsreife)2
Vorgehen
1. Konzeptionsphase
Variante
2. Konzeptbewertung …

3. Detaillierte Speicherauslegung

3 Vorzugsvarianten
Flüssigsalz
(kommerziell)
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Wärmespeicher zur Flexibilisierung 



Integration
von Kraftwerken von Wärmespeichern in Kraftwerke
Speicherauslegung

Auslegung für Vorzugsvarianten von


– Speichertyp Dampfspeicher
Effektive Integration von Wärmespeichern 
 (kommerziell)Arbeitspaket 7: Thermische Speicher und ihre Integ
– Speichermasse
in den Kraftwerksprozess thermische Kraftwerke

– Größe der Wärmeübertrager


Ziele
– Erhöhung der Laständerungsgeschwindigkeit
– Reduzierung der Mindestlast www.rhein-ruhr-power.net Flexible Kraftwerke für die Energiewende - 25. Mai 2016, Düsseldorf - Dr. H. Lens, STEAG En

– Verbesserung des Teillastverhaltens


Phasenwechsel-Speicher
–Ergebnisse
Reduzierungaus
desAP 7
Anfahrwärmebedarfs (vorkommerziell)
– Vielversprechende Integrationsoptionen im Dampfbereich und im -Rauchgasstrang
Feststoffspeicher

Vorgehen 19 Konzepte (7 Schaltungen x (demonstrationsreife)
Speichertechnologien)
1. Konzeptionsphase
– Definition von 3 Vorzugsvarianten
2. Konzeptbewertung
Fazit3. Detaillierte Speicherauslegung
– Die Integration von Energiespeichern bietet ein großes Potential zur
Verbesserung der Betriebsflexibilität

Flüssigsalz
(kommerziell)
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22
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Fazit für das Partner-Dampfkraftwerk

Marktwert von Flexibilität


Modellbasierte Marktsimulationen ergeben:
• Notwendigkeit für Flexibilität wird zunehmen
• Elektrische Energieversorgung allein über Erneuerbare Energien ist in den nächsten
Dekaden technisch nicht möglich.
Anforderungen an das Partner-Dampfkraftwerk
• Um partnerschaftlich mit den Erneuerbaren Energien zu arbeiten, müssen
Dampfkraftwerke flexibel sein.
• Dampfkraftwerke sind bereits heute viel flexibler als früher und flexibler als gemeinhin
angenommen wird.
• Technische Maßnahmen zur weiteren Flexibilisierung stehen zur Verfügung –
Investitionen in Flexibilität werden aber derzeit vom Markt nicht honoriert.
• Flexiblere Fahrweise wirkt sich allerdings negativ auf die Lebensdauer aus.

Um den zukünftigen Bedarf an Flexibilität zu decken, müssen weitere, anlagen-


schonende Optionen für die Flexibilitätsverbesserung in Betracht gezogen werden.

Insbesondere Speicher können hier eine wichtige Rolle spielen.


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23
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Simulation des thermodynamischen


Verhaltens der Kraftwerksanlage
Partner-Dampfkraftwerk
Prof. Dr.-Ing. Klaus Görner
AP4: Definition
Dr.-Ing. Gerd Referenzkraftwerke
Oeljeklaus, M.Sc. Marcel Richter, Dipl.-Ing. Florian(STEAG)
Möllenbruck

AP7: Thermische
Lehrstuhl für UmweltverfahrenstechnikSpeicher
und Anlagentechnik(DLR)
Universität Duisburg-Essen

Dr.-Ing. Hendrikfür
Flexible Kraftwerke Lens
die Energiewende
STEAG
25. Mai Energy Services GmbH, Essen
2016, Düsseldorf

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Dr.-Ing. Volker Dreißigacker
Institut für Technische Thermodynamik, DLR, Stuttgart

Flexible Kraftwerke für die Energiewende


www.rhein-ruhr-power.net 25. Mai 2016, Düsseldorf
Inhalt

 Umfang und Ziele der thermodynamischen Berechnungen


 Validierung der dynamischen Simulationsmodelle
 Simulationsstudien zu Flexibilitätsoptionen
 Zusammenfassung und Ausblick

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24
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Umfang und Ziele der thermodyn. Berechnungen

 Erstellung und Validierung stationärer und dynamischer Simulationsmodelle zu


den beiden Referenzanlagen
• Kraftwerk Voerde, Block A
• Kraftwerk Schwarze Pumpe (KSP), Block A
 Durchführung von Simulationsstudien zu den im Projekt betrachteten
Flexibilitätsoptionen
• Integration thermischer Energiespeicher
 Mindestlastabsenkung + Erhöhung der Laständerungsgeschwindigkeit
• 1-Mühlenbetrieb
 Mindestlastabsenkung
• Indirekte Feuerung
 Erhöhung der Laständerungsgeschwindigkeit
• Änderungen in Blockregelung
 Erhöhung der Laständerungsgeschwindigkeit

 Überprüfung der Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf Neubaukonzepte

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Umfang der stationären Simulationsmodelle

 Detaillierte Abbildung des Wasser-/Dampfkreislaufs und des Dampferzeugers


• Grundlage: Wärmeschaltbilder und Messwerte der Kraftwerksbetreiber

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25
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Umfang der dynamischen Simulationsmodelle

 Detaillierte Abbildung des Wasser-/Dampfkreislaufs und des Dampferzeugers


• Grundlage: stationäre Simulationsmodelle

 Berücksichtigung von Speichereffekten (zeitliche Ableitungen) bei instationären


Komponentenmodellen
• Heizflächen
• Speisewasserbehälter / Vorwärmer / Anfahrflasche
• Kohlemühlen
• …

 Implementierung der wesentlichen Regelungsstrukturen


• Blockregelung
• Speisewasserregelung
• Dampftemperaturregelung
• Umwälzregelung
• ...

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Dynamische Simulationsmodelle:
Vorgehensweise
Betrachtete Zeiträume

Sekunden Minuten Stunden Tage

(Primärregelung) Mindestlastabsenkung

Anpassungen in Leittechnik Speicherkonzepte

Lastwechsel Zukünftige Lastprofile

(An- und Abfahrvorgänge)

Verwendete Simulationstools

Modelica/Dymola
•Kraftwerksbibliothek “ClaRa“
(COORETEC-Projekt DYNCAP)
•Detaillierte Simulation von Vorgängen im
Sekundenbereich und darunter

Ebsilon®Professional
• Release 11
(instationäre Wärmetauscher, PI(D)-Regler,
Übertragungsfunktionen)
• Simulation von Vorgängen im Minutenbereich und
darüber (bei gleichzeitig schnellem Modellaufbau)
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26
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Dynamisches Modell Kraftwerk Voerde - Validierung


 Typisches Lastprofil für Steinkohlekraftwerke
 Betrieb in Mindestlast in den Nachtstunden
 Lastwechsel in Richtung Volllast in den Morgenstunden
 Messwerte vom Kraftwerksbetreiber STEAG aufgezeichnet
 Eingangsvariable des Simulationsmodells: Zielwert Leistung

  Gute Übereinstimmung zwischen Simulation und Messwerten


 Auch wesentliche dynamische Schwankungen werden repräsentiert
(z.B. Zuschalten von Kohlemühlen zwischen 5:00 und 6:00)
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Dynamisches Modell Kraftwerk Voerde - Validierung

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Dyn. Modell KSP: Detaillierter Dampferzeuger

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Dynamisches Modell KSP - Validierung

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28
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Simulationsstudien: Integration therm. Speicher

Integration thermischer Energiespeicher

 (Teilweise) Entkoppelung von Dampferzeuger und Dampfturbinen


 Mögliche Zielstellungen
• Lastverschiebung zwischen Mindestlast und Volllast
• Erhöhung der Laständerungsgeschwindigkeit
• (Bereitstellung von Regelenergie)
• (Verbesserung von An- und Abfahrvorgängen)

 Erarbeitung von 3 Vorzugsvarianten innerhalb P-DKW


• Verschiedene Integrationspunkte im Wasser-/Dampfkreislauf
• Nutzung von Frischdampf, HZÜ-Dampf oder KZÜ-Dampf beim Beladen
• Erzeugung von HZÜ-Dampf oder Ersetzen von Anzapfdampf
(Vorwärmer) beim Entladen

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Simulationsstudien: Integration therm. Speicher

Beladen des Entladen des


Speichers Speichers

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29
28
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Simulationsstudien: Integration therm. Speicher

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Simulationsstudien: Integration therm. Speicher

Erhöhung der Laständerungsgeschwindigkeit durch Nutzung therm. Energiespeicher

 Vorgehensweise:
• Laden des Speichers zur schnelleren Lastabsenkung
• Entladen des Speichers zur schnelleren Laststeigerung
• Anpassungen in Blockregelung zur Berücksichtigung des zusätzlichen Freiheitsgrades notwendig

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Simulationsstudien: Integration therm. Speicher

 Laständerungsgeschwindigkeit (LÄG) kann für alle betrachteten Lastfälle verbessert werden


 Verbesserung der LÄG ist größer, je kleiner der Lastsprung ist
• Bei großen Lastsprüngen bleibt die „klassische“ Anpassung der Brennstoffwärmeleistung und damit
das träge Verhalten des ursprünglichen Prozesses führend
• Nutzung einer TES-Integration hinsichtlich einer schnellen, aber vergleichsweise geringen
Anpassung der Leistung (z.B. Regelenergie) von besonders großem Interesse
 Bei größeren Speicherleistungen (z.B. aufgrund der Verschiebung der betrieblichen
Grenzen), sind auch größere Effekte auf die LÄG zu erwarten.
 Weitere Untersuchungen in Folgeprojekt FLEXI-TES angestrebt
• Erweiterung der Untersuchungen im Hinblick auf Mehrfachnutzen
– Mindestlast + LÄG + Regelenergie + An- und Abfahren
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Weitere Simulationsstudien

 1-Mühlenbetrieb für Mindestlastabsenkung


• KW Voerde: Absenkung von derzeit 23 % auf 15 %
möglich

 Indirekte Feuerung
• Kohlemühlen sind limitierender Faktor für Dynamik
• Entkopplung über Staubzwischensilo möglich
• Laständerungsgeschwindigkeit kann dadurch um
Faktor 2 erhöht werden

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31
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Weitere Simulationsstudien

 Modifikationen in der Blockregelung


• Limitierend sind dickwandige Bauteile
• Laständerungsgeschwindigkeit wird erhöht (z.B. durch Austausch gegen andere Werkstoffe)

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Zusammenfassung und
Übertragbarkeit auf Neubaukonzepte
Grundsätzlich
 Es stehen diverse Optionen zur Flexibilisierung kohlegefeuerter Kraftwerke zur
Verfügung, die eine weitere Integration fluktuierender Erneuerbarer Energien
ermöglichen
 Flexibilitätsoptionen können bei Neubaukonzepten bereits während der Auslegung
berücksichtigt werden, wodurch die Effekte auf die Flexibilisierung im Allgemeinen
größer sein können, als bei Retrofit-Maßnahmen

Thermische Energiespeicher
 Je nach Konzept und Integrationspunkt unterschiedliche Effekte und betriebliche
Grenzen / begrenzende Komponenten
 Diese können bereits in der Auslegung berücksichtigt werden
 Größere Speicherleistungen und demnach Effekte zu erwarten
 Erleichterungen bezüglich Standortplanung / Platzplanung / Platzbedarf

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32
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Zusammenfassung und
Übertragbarkeit auf Neubaukonzepte
1-Mühlenbetrieb
 Kann bereits während der Auslegung berücksichtigt werden
 Sofern 1-Mühlenbetrieb nicht zulässig, könnte auch eine höhere Anzahl an kleineren
Mühlen in der Auslegung angestrebt werden

(Partielle) indirekte Feuerung


 Aufgrund umfangreicher Anpassungen im Feuerungssystem und in der Leittechnik
insbesondere eine Alternative für Neubauprojekte

Anpassungen in Regelungsstrukturen
 Maßnahmen, die insbesondere für Retrofits/Bestandsanlagen relevant sind
 Vergleichsweise geringe Investitionskosten / Umsetzungskosten, da keine aufwändigen
Umbaumaßnahmen erforderlich sind
 Angepasste / Moderne Regelungskonzepte auch für Neubauprojekte empfehlenswert

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Ausblick

 Erweiterung der dynamischen Simulationsmodelle


• (Primär-) Regelenergie
• Anfahrvorgänge
 Bewertung der Integration thermischer Energiespeicher hinsichtlich
Mehrfachnutzen
• Mindestlastabsenkung
• Erhöhung der Laständerungsgeschwindigkeit
• Bereitstellung von Regelenergie
• Verbesserung von An- und Abfahrvorgängen
 Projekt FLEXI-TES als Nachfolgeprojekt von P-DKW angestrebt

 Weitere Untersuchungsschwerpunkte denkbar


• Erweiterung der dynamischen Simulationen hinsichtlich KWK
• Erweiterung der dynamischen Simulationen hinsichtlich GuD
• Sektorenkopplung (Energiewirtschaft – energieintensive Industrie)

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33
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Reduktion der Mindestlast


Partner-Dampfkraftwerk
Dr. Michalis Agraniotis, Dr. Brian Stöver
AP4: Definition
Mitsubishi Hitachi Power SystemsReferenzkraftwerke
Europe GmbH, Duisburg (STEAG)
AP7: Thermische Speicher
Flexible Kraftwerke für die Energiewende
(DLR)
25. Mai 2016, Düsseldorf
Dr.-Ing. Hendrik Lens
STEAG Energy Services GmbH, Essen

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Dr.-Ing. Volker Dreißigacker MITSUBISHI HITACHI POWER SYSTEMS EUROPE
Institut für Technische Thermodynamik, DLR, Stuttgart

Flexible Kraftwerke für die Energiewende


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Arbeitspaket 5 – Minimallastabsenkung

Steinkohle/
Maßnahmen
Braunkohle
1. Erweiterung des Regelbereichs der Brenner SK/BK
2. Absenkung des Teillastbetriebes der Mühlen SK/BK
3. Optimierung der Anzahl der Mahlanlagen SK
4. Indirekte Feuerung SK/BK
5. Optimierung dickwandiger Bauteile SK/BK
6. Elektrische Zündung SK

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3433
Fachveranstaltung Flexible
Fachveranstaltung Kraftwerke
Flexible Kraftwerkefür
fürdie
dieEnergiewende
Energiewende

Referenzanlagen

Kriterien
– Bestandsanlagen in Deutschland
– Ausreichend Daten verfügbar
– Stein- und Braunkohle

Kraftwerk Schwarze Pumpe


– Braunkohle
– Zwei Blöcke à je 800 MW
Kraftwerk Schwarze Pumpe. Quelle: Vattenfall
– Inbetriebnahmejahr: 1997
– Betreiber: Vattenfall

Kraftwerk Voerde
– Steinkohle
– Zwei Blöcke à je 761 MW
– Inbetriebnahmejahr: 1982 / 1985
– Betreiber: STEAG

Kraftwerk Voerde. Quelle: STEAG


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KW Voerde
Technische Daten

 Dampfleistung pro Block 2160 t/h


 Dampfparameter 206/49 bar, 530 ºC
 vier Kohlemühlen (3 leistungsgesteigerte MPS 235 mit
dynamischen Sichter und hydraulische
Mahlkraftverstellung, eine TB 245 (TYAZHMASH) )
 32 DS® Brenner (horizontal versetzte Boxerfeuerung)

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35
34
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

KW Voerde
Untersuchungen Kohlemühlen (1/2)

 Auslegungswerte und Betriebswerte von Mühlenmessungen


wurden als Eingangswerte für Mahltrocknungsrechungen
benützt
 Mahltrocknungsrechungen für Volllast und Minimallastfälle
wurden durchgeführt
1 2 3 4 5 6 7
Lastfälle
Kessellast % 100 70 70 20 20 15 15
Mühlen in Betrieb 4 4 3 2 1 2 1

Ergebnisse
 20% Kessellast mit einem 2 Mühlenbetrieb
möglich, jedoch mit einer geringen
Staubbeladung (Versuche benötigt).
 15 % Kessellast mit einem 2 Mühlenbetrieb nicht
möglich, wegen geringer Staubbeladung und
Mühlenlast außerhalb des Regelbereichs.
 15% Kessellast mit einem 1 Mühlenbetrieb
möglich von verfahrenstechnischer Sicht.
MPS® - Mühle

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KW Voerde
Untersuchungen Kohlemühlen (2/2)

Erweiterung des Teillastbetriebs einer MPS Mühle ist im Prinzip


möglich über:
 Reduzierung des Primärluftmassenstroms für eine höhere Kohlebett
Staubbeladung unter Berücksichtigung der Mahlwalze
Traggasgeschwindigkeiten.
 Reduzierung der Mahlkraft (unter Berücksichtigung des Mahlbahn-
Eigengewichtes der Mahlteile) erhöhung
 Anbringen einer Mahlbahnerhöhung an der Mahlschüssel
 Drehzahlabsenkung der Mahlschüssel Mahlschüssel

Beeinflussung der Laständerungsgeschwindigkeit durch Anpassung der Mühleneinstellung


möglich.
Durch einen Einsatz von 2 zusätzlichen MPS 180 Mühlen ist es möglich eine Kessellast von
20% und 15% zu erreichen (hohe Primärlufttemperatur erforderlich).
Bei einem Einsatz von 6 MPS 180 Mühlen, kann der gesamte Lastbereich des Kessels
abgedeckt werden.

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36
FachveranstaltungFlexible
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke
Kraftwerke für
für die
dieEnergiewende
Energiewende

KW Voerde
Untersuchungen Feuerung

 Verfahrenstechnische Berechnungen vom Feuerungssystem von KW Voerde wurden


durchgeführt anhand von Auslegungs- und Betriebsdaten
 Eine Kessellast 15% ist aus verfahrenstechnischer Sicht im 1-Mühlen-Betrieb möglich

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KW Voerde
Untersuchungen Feuerung – Indirekte Feuerung

Die Umrüstung geeigneter Brenner auf indirekte


Feuerung mit Brennermodifikation (DST-Brenner®)
kann einen Beitrag zur Flexibilisierung leisten:
Cyclone

- erhöhte Laständerungsgeschwindigkeit
Raw coal
bunker
- höherer Brennerregelbereich (höhere
Brennstoffbeladung) Dust
bunker

- Niedrigere Brennermindestlast
- Reduzierung von Anfahrtskosten (Ansatz der Conveyor
Burner

Zündfeuerung (Öl/Gas) kann in deutlich kürzerer Air


Feeding
Zeit abgestellt werden) system
Classifier

Mill
Ventilator

swirler

core air

fuel secondary air tertiary air fuel nozzle

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37
36
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

KW Voerde
Untersuchungen Feuerung – Elektrische Zündung

 Stand der Technik: Zündung von festem Brennstoff nur mit


Zündfeuerung in Betrieb (EN 12952-9 )  Verbrauch von
teuren, gasförmigen oder flüssigen Hilfsbrennstoffen
 Experimentelle Untersuchung zur Zündung fester
Brennstoff an der Brennstoffdüse eines DS® Brenners
(VGB Power Tech 11/2014)
 Ziel: Starten von Brenner(ebene)n ohne Einsatz von
Hilfsbrennstoff bzw. Zündfeuerung. Elektrische Aufheizung
der Brennstoffdüse durch integrierte Heizelemente.
 2013 Erste Zündung von Holzstaub und Kohlenstaub an
einer aufgeheizten Brennstoffdüse in der CCA
Versuchsanlage
 2015 Einbauen von elektrisch beheizten Düsen in zwei
Brennern im Gemeinschaftskraftwerk Hannover (Block 2)
und weltweit erste Zündung mit elektrisch aufgeheizten
Brennstoffdüsen, (direkte Staubeindüsung von der Start-
Mühle aus).

Leisse, Stöll, „Zündung staubförmiger Brennstoffe an elektrisch beheizten


Brennstoffdüsen“, VGB Dampferzeuger, Industrie- und Heizkraftwerke,
6.-7. April 2016, Potsdam

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KW Schwarze Pumpe
Technische Daten

 Dampfleistung pro Block beträgt 2240 t/h.


 Dampfparameter 268/55 bar / 547 ºC
 Nettowirkungsgrad ist 41,2 %
 Bruttomindestlast nach der Auslegung
455 MWe (ca. 57 %)
 8 Schlagradmühlen vom Typ N 340.43 (EVT)
mit Brüdentrennsichter (N-1 Betrieb)

Quelle: GE Steam Power Systems

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38
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

KW Schwarze Pumpe
Untersuchungen Braunkohlemühlen

 Mahltrocknungsberechnungen wurden durchgeführt


 Basis für die Rechnungen: Berechnungsergebnisse der
wärmetechnischen Berechnungen und der Luft- und
Rauchgasbilanzen anhand von verfügbaren Betriebsdaten

1 2 3 4
Lastfälle
Kessellast % 95.3 45.6 37 35
Mühlen in Betrieb 7 5 3 3

Ergebnisse
 Ein Teillastbetrieb von 37% und 35% ist mit
einem 3 Mühlenbetrieb aus verfahrens-
technischer Sicht möglich (Lastbereich der
Mühlen, O2 im Traggas, Restfeuchte)
 Es gibt prinzipielle Möglichkeiten zur Erweiterung
der minimalen Mühlelast sind (Begrenzung der
Temperatur nach Mühle) Darstellung der EVT– Mühle N340.43 (Zeichnung VEAG)

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KW Schwarze Pumpe
Untersuchungen Feuerung – Indirekte Feuerung

 Vorteil einer indirekten Feuerung mit


Brennermodifikation (DST-Brenner®) RG Rezirkulation
sind erhöhte
Laständerungsgeschwindigkeit und
höherer Brennerregelbereich (höhere TBK Silo
Brennstoffbeladung)
 Die höhere
Laständerungsgeschwindigkeit ergibt
sich aus
der Entkopplung von Indirekte TBK Anlieferung im
Feuerung KW
Brennstoffaufbereitung (Vermahlung)
und Verbrennungsprozess

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

KW Schwarze Pumpe
Indirekte Feuerung mit TBK –
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

 Fall zu Untersuchung: Austausch der Ölbrenner über


DST-Brenner® (mit eingebauter Öl Lanze)
 4 Brenner pro Seite, 16 Brenner insgesamt
 Auslegung Ölbrenner für 35% Kessellast
<=> FWL~ 715 MWth
 Thermische Leistung pro Brenner: ~ 45 MWth

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KW Schwarze Pumpe
Untersuchungen Feuerung – Indirekte Feuerung

Annahmen:
Konventioneller Betrieb - Anzahl von Heiss- / Warm- / Kaltstarts pro Jahr : 5 / 10 / 2
Flexibler Betrieb - Anzahl von Heiss- / Warm- / Kaltstarts pro Jahr : 10 / 20 / 10
Öl price: 0.5 - 0.8 €/l  45 – 72 €/MWhth
TBK Preis : 20 €/MWhth

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40
Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Zusammenfassung

 Im Rahmen vom Partnerdampfkraftwerk wurden von MHPSE Maßnahmen zur


Minimallastabsenkung in den zwei Referenzanlagen untersucht.

 In beiden Fällen wurden wärmetechnische Berechnungen der Dampferzeuger


anhand von Betriebsdaten durchgeführt.

 Die Ergebnissen der WT Berechnungen wurden in der verfahrenstechnischen


Untersuchung der Feuerungskonzepte und der Mahlkreisläufe benutzt.

 Aus verfahrenstechnischer Sicht ist im Fall von KW Voerde eine


Minimallastabsenkung bis 15% und im Fall von KW Schwarze Pumpe eine
Minimallastabsenkung bis 35% Kesselast möglich.

 Neue technische Entwicklungen im Bereich der Feuerung, wie die indirekte Feuerung
und die innovativen Zündkonzepte („elektrische Zündung“), können einen
signifikanten Beitrag zur Flexibilisierung existierender und neuer Kraftwerke leisten.

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Verkürzung der An- und


Abfahrzeiten Dampfturbine
Partner-Dampfkraftwerk
Fatih Temiz
AP4:
Siemens Definition Referenzkraftwerke
AG, Mülheim an der Ruhr (STEAG)
AP7: Thermische Speicher (DLR)
Flexible Kraftwerke für die Energiewende
25. Mai 2016, Düsseldorf
Dr.-Ing. Hendrik Lens
STEAG Energy Services GmbH, Essen

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Dr.-Ing. Volker Dreißigacker
Institut für Technische Thermodynamik, DLR, Stuttgart

Flexible Kraftwerke für die Energiewende


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Allgemeines

• Anfahrprozedur einer Dampfturbine stellt einen instationären Prozess dar


• Die Anfahrt führt zu einer thermischen Beanspruchung der dickwandigen
Komponenten, wie Wellen oder Gehäuse
• Wesentlicher Einfluss der thermischen Beanspruchung auf Anfahrzeit und
beeinflusst durch z.B.:

 Mechanische Auslegung und Grenzwerte der Turbine


 Anlagendesign
 Betriebsweise und Prozess
 Stillstandzeit/Ausgangstemperaturen

• Quantifizierung durch „Äquivalenten Betriebsstunden“ (EOH)


• Bestimmung der Revisionsintervalle durch EOH-Verbrauch

• Ziel ist die Verkürzung der Anfahrzeiten ohne signifikant höheren EOH-Verbrauch

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Wandtemperaturgrenzwerte (WT-Grenzen)

• Temperaturdifferenzen in dickwandigen Bauteilen zur Überwachung der


thermische Beanspruchung

• Wandtemperaturgrenzwerte als Maximalwerte für einen definierten EOH-Verbrauch

• Festlegung der Maximalwerte


durch Fahrstufenauswahl

• Flexible Auswahl der Fahrstufe


durch Kunden und nach Bedarf

• Kundespezifische Anpassung
möglich

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Dampfturbinensystem

Das einfachste Flexibles Dampfturbinensystem


Dampfturbinensystem (vereinfachte und beispielhafte Darstellung)

MDU
Kessel

HDU HD MD ND
Turbine

RSK
Kondensator

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Lastoptimierte Anfahrt - Einleitung

• Übliche Prozedur: Vollständige Ausnutzung der WT-Grenzen

• Schnelle Steigerung der Dampftemperaturen  Wirkungsgradoptimiert

• Laststeigerung abhängig von WT-Grenzen

• Lastoptimiertes Anfahren: Schnelle Lastaufnahme der Dampfturbine

• Block stellt Dampf in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung

• Entkopplung von Dampfmenge und Dampftemperatur

• Minimierung des Einflusses der thermischen Beanspruchung

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Lastoptimierte Anfahrt - Durchführung

• Absenkung der Dampftemperaturen nach Kesselaustritt z.B. mittels externer


Wassereinspritzung
• Alternativ: kesselinterne Wassereinspritzung

• Abgekühlter Dampf unmittelbar vor Turbine bei hohem Massenstrom

• Signifikant schnellere Lastaufnahme bei Kalt- und Warmstarts

• Bei Heißstarts zusätzlich geringer EOH-Verbrauch

Gekühlter Dampf

Externe
Wassereinspritzung
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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Lastoptimierte Anfahrt - Berechnung

Hoher EOH-Verbrauch
Geringer EOH-Verbrauch

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Heißer Schnellstart - Einleitung

• Erfüllung zahlreicher Anstoßkriterien vor Anstoßen der Dampfturbine, darunter:

• Gewährleistung der Dampfreinheit


• Dampftemperaturen innerhalb eines definierten Dampftemperaturbandes

• Verhindern von Nässe und unzulässiger Abkühlung in überwachten Komponenten


durch Minimaltemperaturen

• Abfrage erfolgt für die Hochdruck- und Mitteldruckturbine separat

ZÜ-Ventile
Frischdampf-
ventile
HD MD ND

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Heißer Schnellstart - Anstoßkriterien

• Ausgangslage: Unterschiedliche Ausgangstemperaturen zwischen


Hochdruck- (HD) und Mitteldruckturbinen(MD) nach einem Stillstand

• Hochdruckturbine mit Topfgehäuse signifikant wärmer als Mitteldruckturbine

• Öffnung der Frischdampf- und ZÜ-Ventile bei ausreichender Überhitzung des


Dampfes gegenüber den Turbinentemperaturen

• Rasche Erfüllung dieses Dampftemperaturkriteriums durch Mitteldruckturbine

• Umleitbetrieb bis Erreichen der notwendigen Frischdampftemperaturen für die


Hochdruckturbine
ZÜ-Ventile
Frischdampf-
ventile
HD MD ND

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Heißer Schnellstart - Durchführung

Option 1: Absenkung der HD-Anstoßkriterien


• Verkürzung des Umleitbetriebes um bis zu 30 Minuten
• Grundsätzlich für alle Turbinentypen anwendbar

Option 2: Anstoßen über die MD-Turbine


• Anfahren mit evakuierter HD-Turbine
• Die HD-Turbine wird zugeschaltet, sobald ihre Kriterien erfüllt sind
• Verkürzung der Umleitbetriebes um bis zu 90 Minuten

ZÜ-Ventile
Frischdampf-
ventile
HD MD ND

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Thermische Lastwechsel

• Weiteres Glied des Turbinenbetriebs neben An- und Abfahrt

• Möglichkeit zur Reaktion auf schwankende Lastanforderungen

• Entfall einer Turbinenabfahrt und anschließender Anfahrt

• Auftreten auch bei Integration eines thermischen Speichers

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Thermische Lastwechsel

• Lastwechsel bis zu kesselspezifischen Lastpunkten ohne


Dampftemperaturänderungen möglich

• Dampftemperaturänderungen bei weiterer Lastabsenkung auf z.B.


tiefere Teillasten

• Zu erwartender EOH-Verbrauch:
Keiner bis weniger als ein Anfahrvorgang auf der Fahrstufe LANGSAM

• Weitere Optimierung durch Hochdruck-Teilschnellschluss oder


Einsatz externer Wassereinspritzungen

• Tiefere Teillasten mit geringem EOH-Verbrauch bereits heute möglich

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Zusammenfassung

• Dampfturbinen in Dampfkraftwerken können bereits heute flexibler eingesetzt werden

• Beschleunigte Lastaufnahme der Dampfturbine durch die lastoptimierte Fahrweise

• Verkürzung des Umleitbetriebes durch frühzeitiges Anstoßen der Dampfturbine


mit dem heißen Schnellstart

• Erfüllung diverser Lastanforderungen durch Lastwechselfähigkeit mit geringem


EOH-Verbrauch

• Weitere Flexibilisierung, wie z.B. durch Integration eines thermischen Speichers

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Presseinformation

Rhein Ruhr Power - Seit fünf Jahren ein starker Verbund

Die Energiewende mitgestalten – das ist das Motto des Vereins, der mit seinen
Projekten die Energieversorgung der Zukunft im Blick hat.

Seit 2011 ist der Verein Rhein Ruhr Power (RRP) unterwegs, um für eine Ener-
gieversorgung der Zukunft zu werben und damit die Energiewende mitzuge-
stalten. In Verbundprojekten leisten die Mitglieder von RRP gemeinsam die
Forschungs- und Entwicklungsaufgaben zur Konzeptionierung, Entwicklung und
dem anschließenden Bau des Kraftwerks der Zukunft. Die technischen Projekte
werden vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Der Verein selbst erhält
große Unterstützung vom Wissenschaftsministerium NRW.

„Unternehmen der Industrie arbeiten im Verein mit Verbänden und wissen-


schaftlichen Einrichtungen Hand in Hand“, so die stellvertretende Vorstands-
vorsitzende Margit Thomeczek, die auch Netzwerkmanagerin bei der Energie-
Agentur.NRW ist. „Mit dem Kraftwerk der Zukunft“, so Frau Thomeczek weiter,
„hat sich der RRP das Ziel gesetzt, ein Produkt zu entwickeln, das mit den
Kerneigenschaften Flexibilität, Effizienz und Umweltverträglichkeit ein wichtiger
Partner der Erneuerbaren Energien und somit unverzichtbarer Bestandteil der
Energiewende ist.“

Den ersten wichtigen Baustein leistete das gerade abgeschlossene Verbund-


projekt „Partner-Dampfkraftwerk“, das die bedarfsgerechte Integration von
Strom aus fluktuierenden Energiequellen deutlich verbessern will. In diesem
für die Energiewende wichtigen Forschungsvorhaben wurden neue technische
Konzepte entwickelt, die Bestandskraftwerke so ertüchtigen, dass die schwan-
kende Stromeinspeisung aus Wind- oder Photovoltaikanlagen sicher ausgere-
gelt werden kann und damit die Netzstabilität gefestigt wird.

Der Rhein Ruhr Power e.V. bündelt Unternehmen der deutschen Energie- und
Kraftwerkstechnik und unterstützt sie in ihrer Neuausrichtung für die Energie-
versorgung der Zukunft. Synergieeffekte zwischen konventionellen und solart-
hermischen Kraftwerken werden hier bewusst genutzt. Rhein Ruhr Power hat
derzeit 38 Mitglieder entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Kraftwerks-
betreiber, Kraftwerksbauer, Komponentenhersteller, Verbände, Forschungsein-
richtungen und Dienstleister. Mit Industrieunternehmen sind auch Anwender
Mitglieder bei Rhein Ruhr Power und somit Garanten für die Umsetzung der
Projektergebnisse.

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Fotos

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Fachveranstaltung Flexible Kraftwerke für die Energiewende

Fotos

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Impressum

Rhein Ruhr Power e.V.


Melanie Korte
Roßstr. 92
40476 Düsseldorf

Tel.: 0211/866-42 282


www.rhein-ruhr-power.net

Bildnachweise

Titelfoto:

© RWE AG
© DLR
© Siemens AG

Fotostrecke:
© Frank Wiedemeier

Stand
Juli 2016