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MRSA

Methicilin resistente Staphylococcus aureus (MRSA) ist ein Erreger, der eitrige Infektionen auslösen
kann und aufgrund seiner Resistenzen gegenüber Antibiotika zu einer Gefahr für Patienten im
Krankenhaus geworden ist. Natürlicherweise lebt Staphylococcus aureus, ein kugelförmiges
Bakterium, auf den Schleimhäuten und der Haut jedes dritten Menschen und ist normalerweise
harmlos. Bei Verletzungen der Haut oder infolge medizinischer Eingriffe kann der Keim jedoch in den
Körper eindringen und Wundinfektionen oder Abszesse verursachen; bei Menschen mit
geschwächtem Immunsystem kann es zu einer Sepsis (Blutvergiftung) und Lungenentzündungen
kommen. Im Fall einer Infektion mit der multiresistenten Variante von Staphylococcus aureus helfen
Standardantibiotika jedoch nicht mehr. Die Bakterien sind für den Menschen gefährlich.

Infektion

Normalerweise besiedelt Staphylococcus aureus als harmloses salzliebendes Bakterium Haut und
Schleimhäute. Bevorzugt finden sich die Bakterien auf der Nasenschleimhaut oder in salzreichen
Körperregionen wie Achselhöhle und Leisten. Diese unbedenkliche Besiedlung nennt man
„Kolonisation“. 
Zu einer Infektion kann es kommen, wenn auf dem Körper siedelnden Bakterien durch eine
Verletzung oder einen medizinischen Eingriff ins Gewebe oder in den Blutstrom gelangen. Die Folge
können schwere Organinfektionen und Sepsis (Blutvergiftung) sein.
Handelt es sich bei den in den Körper Erregern um multiresistente Varianten von Staphylococcus
aureus, ist die Behandlung deutlich erschwert, weil Antibiotika nicht mehr wirksam sind. In den
letzten Jahren sind vereinzelt Varianten von Staphylococcus aureus aufgetreten, denen selbst
Antibiotika wie die so genannten „last line of defence“-Antibiotika Vancomycin, Daptomycin und
Linezolid nichts mehr anhaben können.

Diagnose
Die gefährlichen Keime rasch nachzuweisen, ist im Falle einer Infektion von unmittelbarem Nutzen
für den betroffenen Patienten: Er kann frühzeitig und gezielt behandelt werden. Um die Ausbreitung
resistenter Keime durch effiziente Hygienemaßnahmen zu reduzieren, ist außerdem die schnelle
Identifizierung asymptomatischer MRSA-Träger von großem Vorteil.
Für den Nachweis multiresistenter Staphylokokken sind verschiedene mikrobiologische
Kulturmethoden verfügbar. Schnellere Kulturverfahren auf so genannten „Chromogenen
Kulturmedien“ ermöglichen MRSA-Nachweis in einem Schritt und zeigen immerhin nach 24 Stunden
ein Ergebnis an.

Therapie

Frühzeitig erkennen, isoliert pflegen und behandeln


Patienten, die mit MRSA besiedelt sind, müssen frühzeitig erkannt und sofort isoliert werden. Dies
ist dem Robert Koch-Institut in Berlin zufolge die wichtigste Präventionsmaßnahmen im
Krankenhaus. Darüber hinaus empfiehlt das Robert Koch-Institut ein „selektives Screening“ – das
vorsorgliche Untersuchen von Personen mit besonderen Risikofaktoren hinsichtlich einer MRSA-
Besiedlung.
Als Risikofaktoren, die mit einer häufigeren Besiedlung eines Patienten mit MRSA verbunden sind,
gelten beispielsweise
 Katheter,
 Dialyse,
 offene chronische Wunden,
 chronische Pflegebedürftigkeit,
 Antibiotika-Therapie innerhalb der letzten sechs Monate,
 häufige Krankenhausaufenthalte,
 bereits vorangegangene MRSA-Infektionen.
 Implantant
 nach Herzoperationen
Der Erreger muss in der Regel auf Haut und Schleimhäuten eliminiert werden. Die Ärzte sprechen
von einer „Sanierungstherapie“. Dazu werden antibiotisch oder antiseptisch wirksame Salben,
Shampoos und Spülungen verwendet. Mit ihnen ist es möglich, MRSA innerhalb weniger Tage zu
entfernen. Die Wirksamkeit der Behandlung kann durch einen Abstrich und dessen Untersuchung im
Labor bestätigt werden. Der Erfolg einer solch „einfachen“ Sanierung gilt als sehr gut und dauerhaft.
Zu den wichtigen Maßnahmen, um Infektionen und die weitere Verbreitung multiresistenter
Staphylokokken speziell im klinischen Bereich einzudämmen, zählt neben der Sanierung des MRSA-
Trägers ein striktes Hygienemanagement. Dazu zählt das Tragen von Schutzkitteln, Mundschutz,
Handschuhen und Haarschutz, eine intensive Handhygiene (regelmäßiges Waschen und
Desinfizieren der Hände, weil diese Bakterien vor allem über die Hände übertragen wird) sowie
erhöhte Sorgfalt beim Umgang mit offenen Wunden.

Reserveantibiotika
Zur Therapie von MRSA werden so genannte Reserveantibiotika verwendet. Beispiele sind
Vancomycin und Linezolid. Sie werden in der Regel nur im Krankenhaus verabreicht. Der Erfolg der
Therapie ist (auch) abhängig vom Immunstatus des Patienten.