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Öchsle - Aktuell

Oktober 1997

Öchsle Schmalspurbahn e.V.

Geschäftsstelle Am Bahnhof 1, Postfach 1228 88412 Ochsenhausen

Liebe Mitglieder und Freunde des Öchsle,

meistens erhalten Sie unsere Rundschreiben ganz kurz vor der Saisoneröffnung und nach Saisonende. Nun, kurz bevor es im Frühjahr in eine neue Saison geht, müssen Sie, liebe Mitglieder und Öchsle-Freunde, natürlich auch noch über das aktuelle Geschehen informiert werden. Erst nach der Saison ist dann endlich wieder etwas Zeit für das nächste Rundschreiben. Gerade das Frühjahrs-Rundschreiben entsteht so in ziemlicher Hektik, neben all den übrigen Arbeiten, die von den ehrenamtlichen Helfern auch noch erledigt werden müssen. Sie haben es beim letzten Rundschreiben sicherlich gemerkt an dem etwas durcheinandergewürfelten Fahrplan, den wir dort veröffentlicht haben. Diesen Fehler bitten wir zu entschuldigen. Bei dieser Ausgabe ist es uns nun geglückt, sie während der laufenden Saison fertigzustellen. Diese Gelegenheit haben wir auch gleich dazu genutzt, das Layout etwas freundlicher, weg vom nüchternen Informationsblatt, zu gestalten. Unten finden Sie den richtigen Fahrplan, der Sie außerdem gleichzeitig noch zu einem Besuch bei unserer Museums- Eisenbahn einladen will. Nützen Sie die verbleibenden herbstlichen Wochenenden dazu! In diesem Herbst ist beim Öchsle außerdem noch einiges geboten: Die Arbheitsgemeinschaft Schmalspur e.V. veranstaltet vom 3. bis 5. Oktober ihr diesjähriges Jahrestreffen „Schmalspur-Expo ´97“ in Maselheim. An diesem verlängerten Wochenende gilt ein Extra-Fahrplan mit Mehrzugbetrieb. Doch auch dazu weiter unten mehr. Schon Tradition hat unsere Modell-Eisenbahnbörse, die heuer am 9. November zum viertenmal in Ochsenhausen stattfindet und zu der wir Sie natürlich ebenfalls herzlich einladen.

Fahrplan

Es grüßt Sie aus Ochsenhausen

Ihr Vorstand

1. Mai bis 26. Oktober

Samstag

Sonn- und Feiertage

Abfahrt Ochsenhausen

14.00

16.40

10.00

14.00

16.40

Abfahrt Maselheim

14.33

17.13

10.33

14.33

17.33

Ankunft Warthausen

15.00

17.40

11.00

15.00

17.40

Abfahrt Warthausen

15.20

18.00

11.20

15.20

18.00

Abfahrt Maselheim

15.45

18.11

11.45

15.45

18.11

Ankunft Ochsenhausen

16.20

19.00

12.20

16.20

19.00

Zusatzfahrten

 

Mittwoch, 8. Oktober

Schmalspur Expo 1997, 3.-5. Oktober.

Abfahrt Ochsenhausen

10.10

15.30

9.00

11.13

15.10

18.45

Abfahrt Maselheim

10.43

16.03

9.29

11.48

15.43

19.14

Ankunft Warthausen

11.10

16.30

9.50

12.10

16.05

19.35

Abfahrt Warthausen

11.30

16.50

10.10

12.20

16.40

19.40

Abfahrt Maselheim

11.55

17.15

10.35

12.45

17.15

20.01

Ankunft Ochsenhausen

12.30

17.50

11.05

13.15

17.45

20.30

13 7 34 3 Pw 4i v T 3 7 2 4 23,5 t 10,5
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Öchsle Schmalspurbahn e.V.

1997

Öchsle-Aktuell

Oktober

Rosa dampft wieder !

„Was lange währt wird endlich gut!“ Dieser weise Ausspruch

gilt für unsere „Rosa“ ganz besonders. Ursprünglich sollte ihre erste Fahrt nach der Aufarbeitung mit dem Eröffnungszug des Öchsle am 15. Juni 1996 statt finden. Recht bald wurde aber klar, daß wegen der umfangreicher als zuerst geplant erforderlichen Arbeiten an der Lok dieser Termin nicht gehalten werden konnte. Erst im Laufe der Arbeiten stellte sich zum Beispiel heraus, daß der anfänglich für instandsetzbar befundene Kessel ersetzt werden mußte. Da 99 716 für das Werk Meiningen die erste Maschine dieser Baureihe war, kamen zahlreiche Schwierigkeiten hinzu. Der Kessel mußte komplett neu konstruiert und aufwendig genehmigt werden. Zahlreiche bei den meisten Normalspurloks passende und in Meiningen vorrätige Ersatzteile konnten für „Rosa“ nicht verwendet werden. Es mußten passende Teile beschafft oder die alten Teile aufwendig instandgesetzt werden.

Überhaupt, Verspätungen kennzeichnen „Rosas“ Weg in ihr zweites Leben. Die Mitarbeiter erinnern sich noch gut an das stundenlange Warten auf den Schwertransport damals 1993, als „Rosa“ von Güglingen nach Ochsenhausen gebracht wurde. Mit großer Verspätung traf sie im Herbst 1995 nach ihrem Gastspiel beim Jubiläum „150 Jahre Eisenbahn in Württemberg“ im Stuttgarter Hauptbahnhof im Werk Meiningen ein. Die DB hatte organisatorische Probleme. Die Saisoneröffnung am 1. Mai 1997 schien ein sicherer Termin - immerhin fast ein Jahr später als geplant. Trotz aller Bemühungen verspätete sich „Rosa“ auch hier. Der Termin zum Öchsle-Fest 1997 am 21. Juni galt jetzt aber endgültig als Grenze. Erst wenige Tage vor dem Termin traf die Lok in Ochsenhausen ein. Ein erster Versuch der Abnahmefahrt scheiterte. Der Tieflader hatte sich um Stunden verspätet und die Unterlagen zur Maschine waren unvollständig geliefert. Erst am Abend vor der Einweihung fand unter den Augen der

Aufsichtsbehörde „Rosas“ erste Fahrt in ihrem neuen Leben statt!

Tatsächlich pünktlich

um

10

Uhr

setzte

sich

dann der

Einweihungszug am Samstag des Öchsle-Festes mit „Rosa“ in Bewegung! Am Regler stand übrigens August Kilian, der Lokführer, der 1964 den letzten planmäßigen Personenzug auf den Öchsle-Gleisen fuhr!

Damals 1993 so ein großes und kostspieliges Projekt, wie die Aufarbeitung dieser Lokomotive zu beginnen, stellte schon ein gewisses Risiko dar. Die Zukunft des Öchsle war noch keineswegs gesichert. Eine tragfähige Konstellation für das Öchsle stand noch in weiter Ferne. Aber vielleicht gerade deshalb spielte „Rosa“ so eine wichtige Rolle in der Geschichte der Wiederinbetriebnahme unserer Museumseisenbahn. Die einzige betriebsfähig wiederaufzuarbeitende „württembergische VIk“ mußte einfach wieder fahren! Und wo anders als beim Öchsle hätte sie dies tun können? 99 716 wurde damit, als sie im Ochsenhauser Schuppen auf ihre Aufarbeitung wartete, zum Maskottchen für die ganze Wiederinbetriebnahme der Museumseisenbahn.

Damit hat nun also die Geschichte der Aufarbeitung unserer „Rosa“ ein glückliches Ende gefunden - fast, denn zur Bezahlung der Hauptuntersuchung sind noch erhebliche Finanzmittel erforderlich, die „Rosa“ alleine mit ihren Diensten an den Wochenenden nicht hereinfahren kann. Unser Spendenkonto

616 944, KSK Biberach (BLZ 654 500 70)

freut sich daher auf Ihren Beitrag! Ab einer Spende von 100,- DM erhalten Sie unsere dekorative mehrfarbige Gönnerurkunde und werden zu einer Fahrt mit „Rosa“ eingeladen. Ab 500,- DM erhalten Sie zur Urkunde einen Nachguß des Original-Lokschildes „99 716“.

(Gü)

einen Nachguß des Original-Lokschildes „99 716“. (Gü) 99 716 „Rosa“ abfahrbereit mit unserem Museumszug am

99 716 „Rosa“ abfahrbereit mit unserem Museumszug am 30.8.1997 in Ochsenhausen.

Seite 2

(Foto: Günzl)

Öchsle Schmalspurbahn e.V. Öchsle-Aktuell Oktober 1997 Busanschluß zum Öchsle An jedem Betriebstag kommt es in
Öchsle Schmalspurbahn e.V.
Öchsle-Aktuell
Oktober
1997
Busanschluß zum Öchsle
An jedem Betriebstag kommt es in Warthausen mehrfach zu
Begegnungen unseres Museumszuges mit der „großen Eisenbahn“
auf der Südbahn Ulm - Friedrichshafen. Trotzdem war es für unsere
Fahrgäste bisher kaum machbar, stilecht, nämlich mit dem Zug,
anzureisen. Ein Sonderhalt in Warthausen war organisatorisch und
finanziell undenkbar; der Linienbus fuhr nur Montag bis Samstag
mittag, und der Fußweg von Biberach war umständlich und weit.
Die Tatsache, daß immer wieder Interessenten nach einem
Anschlußverkehr von Biberach nach Warthausen nachgefragt
haben, hat uns veranlaßt, mit dem zuständigen Busunternehmen
Verhandlungen aufzunehmen.
Die
Einzelfahrt
kostet
2,40
DM.
Der
Bus
verkehrt
nach
folgendem Fahrplan:
So.
Sa. & So.
Sa. & So.
Biberach (Riß) Busbf. ab
10.40
14.40
17.40
Warthausen an
10.45
14.45
17.45
Warthausen ab
11.05
15.05
17.45
Biberach (Riß) Busbf. an
11.10
16.10
17.50

Versuchsweise wird jetzt ein Anschlußbus eingesetzt, der die Verbindung zum Biberacher Bahnhof herstellt. In Biberach beginnt bzw. endet der Bus am Busbahnhof, unmittelbar neben dem DB- Bahnhof.

Besonders interessant ist der Buszubringer natürlich in Verbindung mit dem „Schönen Wochenende-Ticket“ der DB, mit dem sich eine sehr günstige Anreisemöglichkeit vor allem auch für Familien und kleine Gruppen nach Biberach ergibt.

Da das finanzielle Risiko dieses Buszubringers bei uns liegt, wünschen wir uns natürlich, daß möglichst viele Fahrgäste von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Am Ende der Saison wird dann entschieden werden, ob der Buszubringer auch in der nächsten Saison verkehren kann.

Buszubringer auch in der nächsten Saison verkehren kann. SCHMALSPUR -EXPO 1997 Die Arbeitsgemeinschaft Schmalspur
Buszubringer auch in der nächsten Saison verkehren kann. SCHMALSPUR -EXPO 1997 Die Arbeitsgemeinschaft Schmalspur
Buszubringer auch in der nächsten Saison verkehren kann. SCHMALSPUR -EXPO 1997 Die Arbeitsgemeinschaft Schmalspur
Buszubringer auch in der nächsten Saison verkehren kann. SCHMALSPUR -EXPO 1997 Die Arbeitsgemeinschaft Schmalspur
Buszubringer auch in der nächsten Saison verkehren kann. SCHMALSPUR -EXPO 1997 Die Arbeitsgemeinschaft Schmalspur

SCHMALSPUR-EXPO 1997

Die Arbeitsgemeinschaft Schmalspur e.V. (ArGe-S) ist ein bundesweiter Zusammenschluß von Schmalspurbahn-Freunden und hat rund 250 Mitglieder. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit der Geschichte von Schmalspurbahnen in aller Welt und mit dem Bau von Fahrzeugmodellen und Anlagen.

Jährlich im Herbst veranstaltet die ArGe-S ihr Jahrestreffen, verbunden mit einer großen Ausstellung, genannt „SCHMALSPUR-EXPO“, der Mitgliederversammlung, Vorträgen und einer großen Ausstellung.

Das diesjährige Jahrestreffen der ArGe-S wird

vom 3. bis 5. Oktober 1997

in der Mehrzweckhalle von Maselheim stattfinden. Mit Maselheim und der örtlichen Mehrzweckhalle, die direkt am Bahnhof liegt, hat die ARGE Schmalspur e.V. einen Ort ausgewählt, der ideale Voraussetzungen für die Durchführung dieser Veranstaltung bietet.

Auf den rund 800 m² Ausstellungsfläche in der Halle werden Modelle von Schmalspurfahrzeugen, Modulanlagen, Diorahmen etc. gezeigt. Am Freitag und Sonntag ist die Ausstellung von 9:30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag werden die Pforten um 11 Uhr geöffnet. Die Fahrkarten unserer Museumseisenbahn gelten gleichzeitig als Eintrittskarte für diese Veranstaltung. Damit auch genügend Fahrmöglichkeiten für die sehr zahlreich erwarteten Besucher bestehen, verkehren zusätzliche Öchsle-Züge an allen drei Tagen. Kreuzungsbahnhof der beiden Züge ist dabei Maselheim. Den Fahrplan finden Sie auf der ersten Seite dieses Rundschreibens.

Die Maselheimer Halle wird natürlich auch bewirtet sein, so daß sich niemand über knurrende Mägen oder trockene Kehlen zu beklagen braucht.

Unser Verein wird mit einem eigenen Informationsstand in der Halle vertreten sein.

Modelleisenbahn-Börse

Auch schon Tradition hat unsere Modelleisenbahn-Börse, die in diesem Jahr

am 9. November

stattfindet. Austragungsort ist wie in den letzten Jahren die Kapfhalle in Ochsenhausen. Erwartet wird wieder ein buntes Angebot von allem, was zur Modelleisenbahn gehört. Nutzen Sie also die Gelegenheit, sich für die kommende Modellbahn-Saison im Winter einzudecken!

Die Börse ist von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Die Halle wird außerdem bewirtet sein, so daß Sie sich zwischendurch stärken können. Gegen Vorlage der Mitgliedskarte erhalten sie freien Eintritt.

Falls Sie selbst gerne etwas auf der Modelleisenbahn-Börse verkaufen möchten, besteht noch die Möglichkeit, einige Tische zu mieten. Sie haben die Abmessungen 1,75 m x 0,75 m. Die Gebühr pro Tisch beträgt 40,00 DM. Voranmeldung bei unserer Geschäftsstelle ist erforderlich.

Seite 3

Öchsle Schmalspurbahn e.V.

Öchsle-Aktuell

Oktober

1997

Aus dem „Alltagsbetrieb“

99 716 „Rosa“ mit dem kompletten Museumszug am 23.8.1997 auf Bergfahrt zwischen Reinstetten und Wennedach.

(Foto: Günzl)

Der Bahnübergang

Fritz Müller-Partenkirchen

Mein Vetter aus Amerika machte mir einen Besuch. Wenn wir zusammen spazieren gingen, blieb er vor allen Straßenschildern stehen und buchstabierte. „Ich uill lernen Deutsch“ sagte er. Einmal kamen wir an einen Bahnübergang. Links war ein Pfosten mit einer Tafel. „Halt!“ stand darauf, „Halt“ mit einem Ausrufezeichen. „Aus meinen das?“ fragte Mein Vetter. „Daß man halten soll.“ „Halten warum?“ „Wegen des Bahnübergangs.“ „Oh, muß man da halten?“ Einige Schritte weiter stand eine große Tafel, einen halben Meter im Geviert. Mein Vetter pflanzte sich davor auf und buchstabierte.

„Laut Paragraph 324 Abs. 3, 333 Abs. 4, 336 Abs. 2 des

Eisenbahnbetriebsreglements für Haupt- und Nebenbahnen ist es verboten, wenn das Läutwerk ertönt oder das Nahmen des Zuges

sich anderweitig bemerkbar macht

Ein ganzer Roman stand darauf. Mein Vetter glänzte. Er lies sich häuslich davor nieder und lernte eine Menge neue Worte. Aber nun fragte er wieder:

„Uarum sein dieser Tafel an diese Ort?“ „Bahnübergang“, sagte ich etwas gereizt. „Oh ja“, sagte er freundlich und versank in Nachdenken. Da ertönte eine scharfe Bimmelei. „Aus meinen das?“ fragte der unbequeme Mensch. „Bahnübergang!“ schrei ich ihn an, „ der Zug kommt.“ „Uo? Ich kann nicht sehen der Zug.“ „Es bimmelt immer vier Minuten vorher.“ „Uarum?“ „Damit man sich vorbereiten kann.“

Nikolausfahrten im Advent 1997

„Ohja, ohja

In diesem Moment ging auch die Schranke herunter. „Uarum?“ fragte der unleidliche Mensch weiter. „Bahnübergang!!!“ Dann wurde ich heiser. Das aber benutzte

der Mensch, um in ein Gelächter auszubrechen und mir auf Englisch einen Vortrag zu halten, einen Vortrag, sage ich Ihnen und zwischendurch hielt er sich den Bauch vor Lachen, dieser,

dieser

„Well“, sagte er, „was für ein merkwürdiges Volk seid ihr doch. Wenn von euch einer über ein Gleis gehen uill, so wird ihm zuerst Halt! Vor die Augen gezeigt, ein bescheidenes Halt. Aber da dies immerhin möglich uäre, daß er es übersieht, wird ihm eine Tafel von einem halben Quadratmeter Inhalt ins Gesichtsfeld geschoben. Für den Fall aber, daß einer blind sein sollte, wird mit einem Läutwerk an sein Gehör Berufung eingelegt. Sollte er aber blind und taub sein, so ist noch der Gefühlsinn da und der darf seinen Untertanenkopf an die gestreiften Schranken anstoßen. Ihr seit ja viermal - ui muß man sagen - gegen Dummheit versichert, ihr „ Hier hielt ich mir die Ohren zu. Erst im Hofbräuhaus gewann ich meine Ruhe wieder, so daß ich ihn fragen konnte. „So“, sagte ich, „So! Und wie ist denn das bei euch in Amerika mit den Bahnübergängen?“ „Aus soll sein da? Nichts ist!“ „Und wenn einer darübergehen will?“ „So we suppose - aus heißt suppose in Deutsch? - Ohja - so wir erwarten von ihm, daß er sieht links und rechts und horcht ein wenig dazu, und dann erst geht hinüber.“ „Soo!!! Und wenn er das nicht tut und der Zug kommt, was dann, he!“ Jetzt hatte ich ihn. „Well, dann wird er überfahren und alles ist gut. Wir können nicht brauchen solche idiotic Menschen.“

amerikanische Vetter.

Seite 4

Öchsle Schmalspurbahn e.V.

1997

Öchsle-Aktuell

Oktober

Ein großes Erlebnis für alle kleinen und großen „Kinder“ sind die Nikolausfahrten mit dem Öchsle. Der beheizte und adventlich bewirtete Zug startet in Ochsenhausen und fährt durch die winterliche Landschaft bis Maselheim. Auf der Rückfahrt steigen im Wald dann der Nikolaus und Knecht Ruprecht zu. Sie verteilen den Fahrgästen Geschenksäcken, die mit allerlei Leckereien gefüllt sind.

Die Nikolauszüge verkehren in diesem Jahr täglich vom

5. bis 9. Dezember.

Abfahrt ist in Ochsenhausen jeweils um 14 Uhr und um 17 Uhr. Die Fahrzeit beträgt ca. 90 min. Der Fahrpreis beträgt pro Person

die

Nikolausfahrten ist Voranmeldung beim Verkehrsamt der Stadt Ochsenhausen erforderlich:

15,-

DM.

Darin

ist

das

Nikolausgeschenk

enthalten.

Für

Städtisches Verkehrsamt

Marktplatz 1

88416 Ochsenhausen

Telefon: 07352/9220-26

Telefax: 07352/9220-19

 

Neues auf dem

Ein Original in Ochsenhausen ?!

Öchsle - Markt

Ein für unsere Museumseisenbahn ganz besonders interessantes Fahrzeug traf im Juni in Ochsenhausen ein: Wagen Nr. 21 der Königlich Württembergischen Staatseisenbahn (K.W.St.E). Obwohl von den Eisenbahnfreunden sofort als „Original-Württemberger“ erkannt, ist er doch zu Staatsbahnzeiten nie auf unserer Spurweite von 750 mm unterwegs gewesen. Doch lassen wir ihn seine wechselvolle Geschichte selbst erzählen:

Neu in unserem Verkaufsraum eingetroffen:

Postkarten:

Museumszug mit Dampflok 99 4010 Schotterzug mit Vt 137 343

1,00 DM

1,00 DM

„Richtig bekanntgeworden bin ich eigentlich erst in den letzten Jahren als „Wagen 21“ der Jagsttalbahn Möckmühl - Dörzbach. Vorher führte ich ein eher bescheidenes und wenig beachtetes Leben. Trotzdem, ich kann auf ein 106jähriges Leben zurückblicken und da kommt natürlich einiges zusammen. Gekauft hat mich die Königlich Württembergische Staatseisen- bahn im Jahre 1891 zusammen mit einem

Videofilme:

„Federsee-Express“ „Jagsttalbahn“ „IV k-Dampf pur“ „Döllnitzbahn“

49,00 DM

49,00 DM

49,00 DM

49,00 DM

Postkartenkalender:

Schmalspurbahnen 1998

9,80 DM

Zu bestellen zzgl. 5, - DM Versandkosten per Vorauskasse / V- Scheck über unsere Geschäftsstelle. Alle Überschüsse kommen unserer Museumsbahn zu gute!

Bruder von der Maschinenfabrik Esslingen. Wir waren Prototypen und sehr fortschrittlich: Mit 2. und 3. Klasse! Vier Plätze davon sind übrigens im Freien. 6250 Goldmark wurden damals für mich bezahlt. Zum Einsatz kam ich auf der Strecke Nagold - Altensteig. Meine Achsen hatten damals nämlich 1000 mm Spurweite. 1906 war ich dann wohl schon nicht mehr gut genug. Ich wurde degradiert zum 3. und 4. Klasse-Wagen. 1928 wurde die 4.Klasse aufgelöst und ich bekam 32 Plätze der dritten Klasse. Vier davon waren immer noch im Freien. Doch dem „Altensteigerle“ ging es schlecht. Ich wurde dort 1960 nicht mehr benötigt und daraufhin zur Schmalspurbahn Mosbach - Mudau versetzt. Obwohl ich dort 1964 noch die neue Nummer „0132“ bekam, stellte mich die DB nur ein Jahr später aufs Abstellgleis nach Mudau. Ich diente als Lagerraum für allerlei Gerümpel, bis ich Ende des Jahres verkauft wurde. Mein neuer Eigentümer schaffte mich nach Eberbach. Meine Achsen und andere Teile meines Fahrgestells wurden abgebaut, damit ich ordentlich unten auf dem Boden stand. Obwohl ich fortan als Lagerraum für eine Honigfabrik diente, war das Leben für mich nun wirklich kein Zuckerschlecken! Immerhin, ich erzählte es schon: Ich war einmal Prototyp! Ich hatte 2. und 3. Klasse-Plätze. Vier davon im Freien.

Ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, wohl nie wieder fahren zu dürfen und bis an mein Ende nun dort stehen zu müssen. Da war die Freude natürlich groß, als ich 1975 von der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V. (DGEG) gekauft und nach Dörzbach transportiert wurde. Von den Eisenbahnfreunden dort wurde ich nun Stück für Stück wiederaufgearbeitet. Mein Fahrgestell mußte aus zahlreichen neuen und alten Teilen wiederhergestellt werden. Ich bekam auch eine neue Bremse und neue Achsen. Da ich nun auf der Jagsttalbahn fahren sollte, solche mit 750 mm Spurweite. Bis 1979 dauerten diese Arbeiten, dann konnte mein neues Leben bei der Jagsttalbahn beginnen. Ein tolles Gefühl, nach so vielen Jahren wieder begeisterte Fahrgäste transportieren zu können.

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Öchsle Schmalspurbahn e.V.

1997

Öchsle-Aktuell

Oktober

Doch leider, 1988 erlebte ich wieder eine große Enttäuschung! Die Jagsttalbahn wurde eingestellt. Trotz vieler Versuche ist es den Beteiligten nicht gelungen, sie zu retten. Immer wieder hatten wir Hoffnung, doch langsam verfielen wir in Möckmühl in einen Dornrös- chenschlaf. Da das Schicksal der Jagsttalbahn zumindest auf dem Abschnitt von Möckmühl aus besiegelt ist - die Gleisanlagen werden momentan abgerissen -, mußten sich meine Verantwortlichen überlegen, was mit mir passieren sollte. Gerne nahmen sie das Angebot des Öchsle Schmalspurbahn e.V. an, mir in Ochsenhausen Asyl zu gewähren. Hier stehe ich also nun. Wann ich hier fahren kann, das hat man mir gesagt, ist noch nicht klar. Nach den Jahren des Stillstands sind einige Arbeiten an mir zu Erledigen und es muß auch einiges investiert werden . Der Öchsle - Verein würde mich dazu gerne übernehmen, und dafür sind noch einige Verhandlungen mit meinem jetzigen Eigentümer nötig. Vielleicht bekomme ich

dann ja auch meine alten 2. und 3. Klasse-Plätze wieder. Vier davon im Freien

(Al/Gü)

3. Klasse-Plätze wieder. Vier davon im Freien “ (Al/Gü) KBi 0132 Kar am 30.8.1997 in Ochsenhausen

KBi 0132 Kar am 30.8.1997 in Ochsenhausen

Tagebuch eines Transportes

(Foto: Günzl)

Abholung des KBi 0132 im Möckmühl

anderer Stelle von hand ausgebauten Holz- schwellen. Mittagspause von 12 Uhr - 13 Uhr mit belegten Wecken im Freien. Vorbereiten des Tiefladers für die Aufnahme des Wagens (Kanthölzer als Schutz und „Schienen“. Rangieren des Tiefladers an die Verladerampe. Hochziehen des Wagens mit am LKW befestigtem Stahlseil über die Rampe auf den Tieflader. Verzurren des Wagens. Rückfahrt nach Ochsenhausen um 15:30 Uhr. Ankunft in Ochsenhausen um 19:30 Uhr. Sonntag, 8.6.97 Abrollen des Wagens vom Tieflader auf die Gleise in Ochsenhausen im strömendem Regen. Rückgabe des LKW um 22 Uhr. (St)

Freitag, 6.6.97 Abholung des LKW mit Tiefladeanhänger bei Firma Walser. Beladen mit Werkzeug. Samstag, 7.6.97 Abfahrt 4 Uhr nach Möckmühl. Ankunft: 7 Uhr. Kurzes Frühstück und nebenbei Schleppen von Kanthölzern zum Verladeort. Wegschaffen eines im Weg stehender alter Baukompressor mit Hilfe eines zufällig vorbeikommendem Traktors. Verschieben verschiedener Wagen mit Muskelkraft, um an den zuverladenden Wagen heranzukommen. Freimachen eines Stumpfgleises von Gestrüpp und Dreck. Umbau des Stumpfgleises zu einer Laderampe. Dazu anheben des gesamten Gleisrostes mit Winden und anschließendes Unterbauen mit vorher an

Sommerferienprogramm Draisinenfahrten

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Öchsle Schmalspurbahn e.V.

1997

Öchsle-Aktuell

Oktober

Bereits beim ersten Freizeitprogramm für Kinder und Jugendliche der Stadt Ochsenhausen im Vorjahr hatte der Öchsle e.V. „Fahrten mit der Handhebeldraisine“ als einen unter rund 60 Programmpunkten angeboten. Nach damals etwas zögerlicher Annahme wurde die Draisine heuer der renner: Unsere 60 bereitgestellten Plätze - verteilt auf drei

Tage - waren im Nu ausgebucht; es kamen sogar mehr Kinder als vorgesehen. Alle Teilnehmer zwischen sechs und zwölf Jahren erlebten interessante und abwechslungsreiche Stunden: Führungen im Bahnhof, Lokschuppen, durch die verschiedenen Wagen und als Höhepunkt Fahren mit der Handhebel-Draisine im Bahnhof-Bereich und auf freier Strecke. (HS)

Öchsle - Aktuell“ ist das offizielle Mitteilungsblatt des Öchsle Schmalspurbahn e.V. für seine Mitglieder und Freunde. Erscheinungsweise: 3 x jährlich Auflage: 500 Exemplare Wir freuen uns über Leserbriefe und eingesandte Beiträge an die Vereinsadresse.

Redaktion: Bernhard Günzl Mitarbeit an dieser Ausgabe:

Markus Albinger Hajo Schneider Guido Steiner Bankverbindung:

Kto. 185 664 008,Volksbank Ochsenhausen (BLZ 654 901 30)

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