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Unfallchirurgie-Landeskrankenanstalten Salzburg
Leiter: Prim. Univ. Prof. Dr. H. Resch

LEITFADEN FÜR TURNUSÄRZTE


Ausgabe: 01/2000
Ass. Dr. J. Schauer
f. d. I. verantwortl.: OA Dr. P. Povacz

~ : Cave  : Klinik Therapie $ : Vorstellen


A Versorgung sofort, Notfall!

I. ALLGEMEINER TEIL
Oberstes Prinzip im Umgang mit Patienten ist immer Höflichkeit und Selbstbeherrschung. Zieht bitte bei jeder
Unklarheit einen Fachkollegen aus dem Haus zu Rat. Ausführliche Dokumentation ist oberster Grundsatz der
Behandlung, die Krankengeschichte ist die erste Grundlage für eventuelle Berentungsverfahren nach
Arbeitsunfällen!

1. DOKUMENTATION:
(in der Reihenfolge entsprechend der Form der Ambulanzkarte)
1.1.: Anamnese: Unfallhergang in kurzen Worten beschreiben. Bei Verkehrsunfällen ev. dokumentieren ob
angeschnallt, Helm getragen etc. (gegebenenfalls überprüfen, was von der Schreibkraft oder
Schwester notiert wurde)

1.2.: Diagnose: wird bei uns immer lateinisch angeführt.


Reihung der Diagnosen immer von kranial nach kaudal !!
oder nach dem Schweregrad der Verletzung, nämlich die schwere Verletzung zuerst. (bei
gleichem Verletzungsschweregrad wieder von kranial nach kaudal).

1.3.: Therapie: Schlagwortartig alle angeordneten und durchgeführten Maßnahmen anführen.


Bei ruhigstellenden Verbänden immer Dauer der Ruhigstellung in Tagen oder
Wochen! (z.B. für 5 Wochen) , weitere Therapieschritte (z.B. RöKo, Gipsschluß, Umgipsen,
Verbandwechsel etc.) anführen.
Bei Wunden z.B.: LA, Excision, Nähte, Verband, Fingerschiene, wb. in 2 Tagen zur
Wundkontrolle. Tetanusschutz besteht. arbeitsunfähig bis auf weiteres.
Bei Frakturen z.B.: LA, Reposition, Dorsale UA Gipsschiene f. 5 Wochen, wb. morgen zur
Ciko, RöKo in 1 Woche, arbeitsunfähig bis auf weiteres.

1.4.: Klinischer Befund: soll beinhalten:

n Für das Verletzungsmuster relevante Anamnese, falls die von der Sekretärin eingegebene Anamnese
unvollständig ist. Ev. auch Frage nach Vorverletzungen.
n Allgemeinzustand des Patienten
n Transportform (z.B.: Patient wird sitzend / liegend von der Rettung / privat gebracht; oder Pat. kommt
gehend zur Untersuchung)
n Bewußtseinslage (klar, somnolent, bewußtlos), jedoch z. B. nicht bei Fingerverletzungen etc.
n Peripherie ( Sensibilität, Durchblutung, Motorik) Bei JEDER VERLETZUNG diktieren
n Wichtig die Seite (r/l) der Verletzung, überprüfen ob diese mit Anamnese und Röntgen übereinstimmt!!!
n ausführlicher Lokalbefund.
Zum Beispiel: 25jähriger Patient, guter AZ und EZ, kommt liegend mit der Rettung, ist ansprechbar
und in allen Qualitäten orientiert. Der Unfallhergang erinnerlich, keine Bewußtlosigkeit, keine Übelkeit oder
Schwindel. Pupillen isocor, beidseits prompt auf L und C reagierend. An der Stirne eine 6 cm lange und 1 cm
breite schräggestellte Wunde. Die HWS wird frei und ohne Schmerzen bewegt. Beweglichkeit, Durchblutung
und Sensibilität in der Peripherie ungestört.

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1.5.: Röntgenbefund: alle angefertigten Röntgen befunden!


a. Alter der Verletzung i. Längenverschiebung (Abb. B,C)
j. Achsenabweichung in
Winkelgraden (Abb.D)
k. Rotation (Abb. E)
l. Verhalten der
Gelenkflächen (bei
Gelenksbrüchen)
m. Veränderung an den
Bruchfragmenten
n. Kalkgehalt
o. eventuelle Kallusbildung

b. Bruchform
c. Körperseite Abb. re
Frakturmorphologie
d. Knochen Schrägbruch
Querbruch
e. Ort der Fraktur Drehbruch mit
Ausbruch eines
f. Bruchbesonderheiten (Keile oder drehkeiles
Querbruch mit
Fragmente) Ausbruch eines
Biegungskeiles
g. Seitenverschiebung Stückbruch
Trümmerbruch
Angabe in Corticalisbreite-
Schaftbreite (z.B.: 1/3 Schaftbreite,
doppelte Corticalisbreite) etc. (Abb. A)
h. Richtung der Seitenverschiebung
z.B.: Rö. re. US mit Sprunggel. ap. und seitl.: Frischer Schrägbruch des rechten Schienbeins am Übergang
mittleres, distales Drittel mit Ausbruch eines ventralen 2 cm langen Biegungskeiles und Verschiebung um halbe
Schaftbreite nach medial, ganze Schaftbreite nach dorsal, Verkürzung von 1,5 cm, Valgusfehlstellung von 15° und
Rekurvation von 10 Grad. Bruch des Wadenbeins in Schaftmitte und Verkürzung um 1 cm.
Varus: von der Körpermedianen weg
Valgus: zur Körpermedianen hin.

Nach jeder durchgeführter Reposition bzw. Umgipsen immer RöKo durchführen und im Befund festhalten.

z.B.: RöKo re. Unterschenkel nach Reposition im Gips: Weiter Verkürzung um 1 cm, Verschiebung um volle
Schaftbreite, achsengerechte Stellung in beiden Ebenen.
Der Röntgenbefund wird nur d i k t i e r t , aber nicht auf dem Laufzettel festgehalten !!

!!!!Ein Röntgenbefund soll beschreibend sein: Man soll sich daraus bildlich vorstellen können wie die Fraktur
aussieht, ohne die Bilder zu sehen!!! Im Röntgenbefund k e i n e lateinischen Ausdrücke verwenden!!!!

1.6.: Auf dem Laufzettel

Wiederbestelltermin:
• Alle Arbeitsunfälle müssen in einer Vertragseinrichtung der AUVA nachbehandelt werden (d.h. im Krankenhaus).
• Privatunfälle können in problemlosen Fällen zum Hausarzt zur Weiterbehandlung geschickt werden.
• Bei Arbeitsunfällen wird die Krankmeldung (jedoch nur Salzburger GKK) von uns durchgeführt und auf dem
Laufzettel festgehalten und zusätzlich diktiert.
• Krankschreibung (ja/nein): Wenn Pat. krankgeschrieben wird bitte diktieren (wird dann von d. Sekretärin
durchgeführt) und den Patienten informieren. Wenn Patient AU ist, dann wiederbestellen und normalerweise bis
AF behandeln. (Außer bei Krankschreibung für 3 Tage) Bei Abschluß der Behandlung Datum der Arbeitsfähigkeit
(AF) diktieren.
• Wegen Bagatellverletzungen keine überlangen Krankenstände genehmigen!!! z.B. bei einfachem Schädellatz!
Bei jedem Verdacht auf Fremdverschulden (Verkehrsunfälle, Raufhandel, Kindesmißhandlungen, Tierbisse) muß eine
Verletzungsanzeige (von der Sekretärin) durchgeführt werden !!!

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2. CHIRURGISCHE WUNDVERSORGUNG

Keine Wundversorgung ohne Maske und Haube!!!!!!!!!!!


Bei sauberen frischen Wunden keine BETABÄDER!

2.1.: Ablauf: à exakte klinische Untersuchung, (unsterile Handschuhe, dabei die periphere
Beweglichkeit, Sensibilität und Durchblutung untersuchen) anschl.
à Lokalanästhesie, dann Anziehen der
à sterilen Handschuhe.
à Waschen: Bei sauberen Wunden erst um die Wunde herum und immer weiter davon weg
waschen, immer genügend weit waschen !!!! ( da ev. eine Erweiterung der Wunde
nötig ist) Dann steril
à abdecken. Blaue Tücher als Unterlage und 1 Schlitztuch. Dann erfolgt die
à mit Skalpell (nicht mit der Schere da dadurch Quetschung der
Wundränder) (Ausnahme: Gesicht, hier keine Ausschneidung!!!!), Entfernung v.
Schmutzpartikeln, Spülung,
à Revision, ( welche anatomischen Strukturen sind in der Nähe? Sind sie möglicherweise
verletzt?, mögl. Gelenke eröffnet?, Sehnen, Gefäße oder Nerven verletzt?) was
z.T. schon aus Anamnese und Untersuchung eruierbar ist. Hat man die Wunde bis
in den letzten Winkel revidiert ( dazu ist eine ausreichende Übersicht und
manchmal eine Blutsperre nötig!!) kann man nach
à Spülung mit NaCl die Wunde
à verschließen. Bei sauberen Wunden keine Betaspülungen! (Wozu auch??, dient nur zur
Beruhigung des Gewissens bei inadäquatem chirurgischem Debridement). Bei
tiefer Wunde
à Drainage (Lasche, Redondrainage)
à Hauteinzelknopfnähte wenn kein spannungsfreier Wundverschluß möglich
entweder offen lassen oder besser plast. Hautdeckung $ :
Bei Fingerverletzungen : Revision immer in (Finger-)Blutsperre da bei der guten
Durchblutung ohne Blutsperre keine ausreichende Übersicht möglich ist .

2.2.: Lokalanästhesie: Scandicain 1 % für Infiltrationsanästhesie


2% für Repositionen, Leitungsanästhesie (Oberst)
mit Epinephrin 1:1000: ev. b. Schädellatz, nicht!!! an Akren
Immer achten auf die Höchstmengen an Lokalanästhetikum.(toxische Dosis)
Vor Lokalanästhesie: i m m e r Prüfung der peripheren Sens., Durchblutung und Motorik
(und Dokumentation!!!)

2.3.: Desinfektion: Octenisept oder Isozid farblos für normale WV, ev. auch Betaisodona: immer
ausreichend weit waschen, da ev. Schnitterweiterungen nötig. Bei Gefahr einer
Schleimhautreizung (Auge, Mund etc.) nur Octenisept verwenden.(brennt nicht)
Isozid orange: verwenden bei Gelenkspunktion, Extension, Plan-OP
(Außer für Hand, und bei entzündlichen Geschehenà da immer farblos)

2.4.: Nahtmaterial: Kopfschwarte: Terylene 2/0 geflochten


Gesicht: Ethilon 5-6/0 monofil
Peripherie: Ethilon 3-4/0 monofil.
Im Gesicht keine Klammern verwenden!
Nahtentfernung: Kopf 7-10 d, Gesicht 5 d, Peripher 10 (-14)d, über Gelenken länger 14d -3
Wochen!!!.
Bei frischen Wunden keine Subcutannähte oder andere Nähte in der Tiefe nötig!!(außer
Gefäß~, Nerven~ oder Sehnennähte), sorgsames Umgehen mit der Haut, Vermeidung von
unnötiger Wundrandquetschung durch Pinzette etc. Bei der Hautnaht nur feine Pinzette
verwenden.

2.5.: Ruhigstellung: Gipsfixation / Fingerschiene/ Mecronschiene: Bei Wunden über Gelenken, bei
großen Extremitätenwunden, bei allen septischen/infektiösen Komplikationen, bei Muskel-
, Nerven- und Sehnenverletzungen. Ruhigstellung ist die beste Infektprophylaxe besonders
wenn anzunehmen ist, daß der Patient nicht kooperativ ist. Schütze den Patienten vor sich
selbst !!
2.6.: Blutstillung: meist Kompression ausreichend, selten Ligatur, mögl. auch Zwirbelligatur ( ein
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Gefäß wird mit einer Klemme gefaßt und mehrmals um die eigene Achse torquiert), bei
diffuser Blutung ev. H2O2, ggf. RR messen und bei Hypertonie senken. Druckverband.

2.7.: Röntgen: Achten auf: FK?, Knochenverletzung, Luft in Gelenken?, Weichteilschatten.

Nach Entfernung von röntgendichten FK: immer Kontrollröntgen zur Dokumentation.

2.8.: Besonderheiten: Handverletzungen: sorgfältige klin. US(Motorik Durchblutung Sensibilität) vor LA.
Bei Hyposensibilität (Prüfung der Sensibilität an den Fingerkuppen
radial~ und ulnarseitig, seitengetrennt untersuchen!) à Nervenrevision d.
h. darstellen des jeweiligen Nerven ob Verletzung besteht oder nicht,
dazu oft Schnitterweiterung nötig!! $

$ : Alle Sehnenverletzungen, Gelenkseröffnungen, Nervenverletzungen!!!

Bursaeröffnung: Bursaexstirpation in LA, ausreichend LA, Drainage meist nötig, ev.


Ruhigstellung im Spaltgips/Mecronschiene. Wenn Redondrainage:
immer stat. Aufnahme. Kein Antibiotikum primär.
Schädellatz: Haare sparsam rasieren. Wunde ausschneiden! immer prim.
Wundverschluß. Revision bis auf den Knochen, (Stufe ?, Fissur ? FK?
z.B. Haare in der Wunde ?) Tiefgreifende Nähte meist ausreichend zur
Blutstillung. Bei starker Blutung ev. auch RR messen und ggf. senken.
Kompressionsverband. Neurolog. Untersuchung und Dokumentation!
Gesicht: nie ausschneiden, außer sicher nekrotisches Gewebe, niemals
Rasur von Augenbrauen!!!! keine Klammern, max. Nahtstärke 5/0.
Tier/Menschenbiß: auch und besonders kleine nicht klaffende, punktförmige
Wunden (die die Haut perforieren) wie z. B.: Katzenbisse
Excidieren in LA, offenlassen, keine Adaptationsnähte, kein
Antibiotikum routinemäßig. jedoch Ruhigstellung!
Engmaschige Kontrolle 1(-2) d., Tollwut? Tetanus? Im Gesicht ev.
prim. Naht! $ (Kosmetik)

2.9.: Nähte: Einzelknopfnaht, Rückstichnaht nach Donati oder Allgöwer, nur lockere
Wundrandadaptation, keine wasserdichte Naht, ~ : Weißwerden der Wundränder durch zu
dichte Nähte. Keinesfalls erzwungener Wundverschluß unter Spannung, ggf. Offenlassen
Deckung mit Kunsthaut (Epigard) und Naht nach Abschwellen. Auch plast. Deckung
primär möglich. $
Nicht genäht werden dürfen:
• Fleischhauerverletzungen
• Stichwunden (Fußsohle) (müssen entweder exakt revidiert werden oder offen gelassen
werden, mit Pat. Infektionsgefahr besprechen.)
• Bißwunden (Tier~, Menschen~) (Typisch: RQW dorsal am Grundgelenk der Finger
nach Faustschlag)
• Schußwunden
• veraltete oder infizierte Wunden

2.10.: Wundkontrollen: am 1. Tag sinnlos, außer infizierte oder potentiell infizierte Wunde, oder zur
Laschenentfernung. Kontrolle am 2.-3.postop. Tag, früher bei Schmerzen, Fieber oder
starker Sezernierung etc.; Unproblematische Wunden: auch vermehrt b. HA kontrollieren
lassen.

2.11.: Entzündungszeichen: $ :Rubor-Calor-Dolor-Tumor-Functio laesa, äußerste Vorsicht bei


Entzündungen an der Hand: $ !!!

2.12.: Befund bei Wunden:


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§ Diagnose: Latein (oder Deutsch), jedenfalls nicht mischen!!!! (Nicht: Vlc. Oberschenkel)
§ Behandlung: z. B.: LA, Excis., Revis., Nähte, Verband, Fingerschiene. Tetanusschutz
dokumentieren. Wiederbestellung wann, Nahtentfernung wann/wo, Arbeitsfähig oder
Krankgeschrieben???
§ Befund: Anamnese: Verletzung wodurch, (Fremdverschulden?). Kommt wie in die Amb.?
Vorbehandelt ( Hausarzt?) wie alt ist die Wunde?
Aussehen, Größe, Verlauf der Wunde in kurzen Worten. ev. Verschmutzungsgrad ?
Wo? (Region, dorsal-ventral, re.-li. etc.) Periphere Sens. Durchblutung, Motorik?
Man sollte sich aus der Beschreibung vorstellen können wo die Wunde ist und wie sie
aussieht.
z. B.: Der Patient kommt mit Überweisung vom Hausarzt, er klemmte sich die rechte Hand
in einer schweren Türe ein. Es findet sich eine 4 cm lange, nicht sichtbar verschmutzte,
schräggestellte RQW mit stark kontusionierten Wundrändern dorsal über dem 5.
Mittelhandknochen rechts, deutliche Schwellung des Handrückens ulnar,
Fingerbeweglichkeit nur in der Beugung endlagig eingeschränkt, periphere Sensibilität und
Durchblutung ungestört.

§ Röntgen: Was für Röntgen ( z.B. Rö.: re. Mittelhand ap und schräg.), achten auf: knöcherne
Verletzungszeichen? röntgendichter FK? i.a. freie Luft? Weichteilschatten.

2.13.: Zustand der Wunde: recens = frisch. z.B.: Vlc. capitis (recens wird nicht extra diktiert)
höchstens 6 - 8 Stunden alte Wunden gelten als frisch. Diese Wunden werden in LA
excidiert, revidiert und primär verschlossen.
non recens = veraltet. (z.B.: Vlc. capitis non rec.) $ !!
Wunden, die älter als 6 - 8 Stunden sind werden, wenn sauber in LA excidiert und
offengelassen. Unbedingt Ruhigstellung! Wenn nötig, wird nach 4 Tagen die Sekundärnaht
durchgeführt. Wunden die schon sezernieren werden gereinigt, mit Betasalbe verbunden
und ruhiggestelltà engmaschige Kontrolle, ev. sogar nüchtern wiederbestellen.
Sekundärnaht nach 4 Tagen möglich wenn Wunde sauber.
infect. = mit Entzündungszeichen. (z.B.: Vlc antebrachii sin non rec. infect.) $ !!
Rubor, Tumor, Dolor, Calor, ev. functio laesa: Keine LA wegen der Gefahr der
Keimverschleppung und wegen schlechter bis fehlender Wirkung des Anästhetikums im
übersäuerten, entzündlichen Gewebe. Immer Ruhigstellung, ev. Antibiotika.
Ev. Stationäre Aufnahme und Revision in AN. Wenn amb. engmaschige
Wundkontrolle und nüchtern am Folgetag wiederbestellen. Spätestens nach der ersten durch
Schmerzen gestörte Nachtruhe stat. Aufnahme zur Revision.

2.14.: Drainage: Bei • Wundtaschen, • tiefen großen Wunden, •bei Muskelverletzung wegen der Ge-
fahr der Nachblutung.
Laschendrain: Weicher, flacher Gummischlauch, der nach dem Kapillarprinzip
arbeitet. Ausleitung immer am tiefsten Punkt der Wundtasche,
unter Rücksichtnahme auf die Lagerung des Patienten durch eine
von der Wunde abgelegene Stichincision oder durch die Wunde, ev. Fixation mit einer Naht
Stärke 4/0, ohne das Drain zu ligieren.
Redondrain: Starres, rundes Drain mit mehreren Perforationen, arbeitet nach
dem Saugprinzip (Vakuum) Deshalb Ort der Ausleitung nebensächlich, auf
jeden Fall abseits der Wunde. Fixation durch An-
nähen oder ankleben.

MIT LIEGENDER REDONDRAINAGE IMMER STATIONÄRE AUFNAHME!!

2.15.: Tierbisse: In Salzburg gilt die Tollwut als ausgerottet. d.h. es ist bei Bissen durch Tiere in diesen
Gebieten keine Impfung erforderlich. Haustiere die nur im Haus leben kommen sowieso in
keinem Fall als Überträger in Frage. Haustiere deren Besitzer bekannt ist und die
anamnestisch nie unbeaufsichtigt in einem Endemiegebiet waren sind ebenfalls niemals
Überträger. Personen die von einer Fledermaus gebissen werden sind zu impfen. (vermehrte
Tollwut von Fledermäusen in den Niederlandenà in Österreich noch nicht nachgewiesen)
Verletzungen durch Wildtiere (Fuchs, Marder, Kaninchen, Feldhase) in Endemiegebieten
sind als ansteckungsverdächtig anzusehen, hingegen nicht Kleinnager-Verletzungen
(Maulwurf, Igel)

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Eine passive Immunisierung mit Tollwutimmunoglobulin ist nur bei besonders


schweren Bißverletzungen in Endemiegebieten angezeigt und nur bis zu 48 (höchstens
72) Stunden nach der Verletzung sinnvoll. ( Also nur in Ausnahmefällen)
Bei Bißverletzungen in anderen Ländern Kontaktaufnahme mit dem Bundesinstitut
für Arzneimittel (BifA) Tel.: 01-492 00 70 (Mo-Fr. 8-15 h)

2.16.: Hautdefekte: Sollen wenn möglich immer primär gedeckt werden. $


Bei kleinen Defekten (z.B.: Fingerkuppe) Sekundärheilung ( Granulation) möglich.
• Vollhautplastik: bei Hautdefekten bes. an Fingern, Entnahme vom Handgelenk oder
von der Ellenbeuge oder von der Großzehe (Zehenkuppenplastik).
• Spalthautplastik: Dünneres Transplantat, heilt besser ein, hat aber schlechteres kosmetisches Resultat,
und ist weniger beanspruchbar. Entnahme vom Oberschenkel streck-lateralseitig. Diese
Transplantate werden mit Nähten fixiert und anschließend mittels der lange belassenen
Fäden mit einem Sofratüll-Verbandmull-Bausch überknüpft. (Kompression des Dermatoms
auf die Unterlage). Das Bäuschchen wird 1 Woche belassen. 1. VW in 5 Tagen.
• Reverdin-Läppchen: Kleinlinsengroße Vollhautinseln: lose auf das Wundgebiet aufgebracht. Heilen auch
auf nicht sauberen Granulationen gut ein. Ev. Salbentüll-Schaumstoffkompressionsverband.

2.17.: Sehnenverletzungen: Sind aus der gründlichen klinischen Untersuchung meist einwandfrei
erkennbar, außer bei Teildurchtrennungen. $ !!!
• Strecksehnen Bei
Verletzung des Tractus intermedius (über
dem PIP Gelenk) entsteht ein
Streckausfall im PIP Gelenk, d. h.
Streckunmöglichkeit aus der 90° Beugestellung
heraus gegen Widerstand, später ev. eine sog.
Knopflochdeformität. (Überstreckung im DIP,
Strecksehnenverletzung
über Grundgelenk (li.) Beugung im PIP-Gelenk). Bei Verletzung der
Streckaponeurose am Mittelglied oder über dem
Und PIP Gelenk (re.)
Endgelenk entsteht ein Streckdefizit am Endgelenk, bei Strecksehnenverletzung
über dem Grundgelenk oder auch weiter proximal ev. kein kompletter
Funktionsausfall durch Connexus intertendineae. Der Zeigefinger hat 2
Strecksehnen!
• Beugesehnen: Klinische Untersuchung der Beugesehnen: Alle Finger einzeln untersuchen.
tiefe Beugesehne: (inseriert an der Basis des Endgliedes)
Prüfung: Fixation des Mittelgliedes eines Fingers und Aufforderung zur
aktiven Beugung nur des Endgelenks.
oberflächliche Beugesehne: (inseriert am Mittelglied)
Prüfung: Passives Gestreckthalten aller anderen Finger und Aufforderung zur
aktiven Beugung des Fingers im PIP Gelenk. ( Die Funktion der tiefen
Beugesehnen ist ausgeschalten, da gemeinsamer Muskelbauch )

Der Daumen hat nur eine Beugesehne!!! (Diese setzt am Endglied an)

Abbildung2: Untersuchung
der tiefen (li.) und Beugsehnennaht
oberflächlichen (re.)
Beugesehne

2.18.: Tetanusprophylaxe: Ungeimpft:


1. Impfung TAI nach 4 - 6
Wochen
2. Impfung TAI nach 6 - 12 Monaten
dann alle 10 Jahre auffrischen.
Geimpft:
vor 5 - 10 Jahren TAI 1 Auffrischung

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mehr als 10 JahreTAI + Tetabulin


Unbekannter Impfstatus = ungeimpft!!!!
2.19.: Thromboseprophylaxe: Bei allen Patienten über 14 Jahre, wenn ein Gipsverband oder Mecronschiene an
der unteren Extremität angelegt wird (auch Gehgips)
Bei ambulanten Patienten: Low Dose niedermolekulares Heparin, dzt. Lovenox
20/40 mg s.c. Spritzampullen
Bei stat. Patienten und geplanter OP immer Thromboseprophylaxe !!

2.20.: Excoriationen: Reinigung mit Cetavlon, antibiotikafreies Salbentüll ev. Betasalbentüll am Beginn,
dann offenlassen, Mercurochrom oder Betaspray lokal bei kleinen oberflächlichen
Wunden und offenlassen.

3. VERBRENNUNGEN:
1. Grad = Rötung
2. Grad = Blasenbildung
3. Grad = Nekrosenbildung
4. Grad = Verkohlung
folgt
1.gradig: Kühlprednon oder Decoderm Creme , anschl. Bepanthen
2.gradig: Blaseneröffnung, Reinigung mit verd. Betalösung, antibiotikafreies Salbentüll,
mehrere Lagen Tupfer, Gips, wenn Wunde bei Kontrolle soweit bland (Geruch)
bei VW Tüll belassen und nur neue Tupfer, sonst Entfernung und
Betasalbenverband, nach 12-14 Tagen Bepanthen, anschließend keine
Sonnenexposition.
3.gradig: Glasspatelprobe negativ.à IMMER $ !!! Keine Spontanregeneration, daher
OP.( tangentiale Excision und Spalthautdeckung, ev. in mehreren Sitzungen.)
ev. Primäre Excision möglich. Verbrennungen von mehr als 15 %
Körperoberfläche bei Erwachsenen und mehr als 5 % bei Kindern stationär
aufnehmen.

4.ALLGEMEINES:
4.1.: Prellung: ( Cont. [reg] ....)Anamnese: Direktes Trauma.
Es gibt keine Cont. tibiae oder humeri etc. sondern eine Cont. crur. oder Cont. reg. crur.
ant/post d/s. bzw. Cont. brachii.
Kryotherapie ( Eis, Cool-Pack), NSAR (z.B.: Voltaren 3x50mg oder ret. 2 x 100 mg,
Parkemed 3 x 500 mg usw., Salbe/Gel; Bei Blutergüssen Heparinsalbe (Hirudoid),
Hochlagerung, Schonung.

4.2.: Zerrung/Verstauchung: ( Dist. [artic.]..., Dist. m. gastrocnem. med. crur. d/s etc.) Anamnese: Indirektes Trauma
physikal. Maßnahmen ( Kryotherapie, Hochlagerung) elastische Bandage, Schmerzgel,
NSAR. Bei starken Beschwerden event. Ruhigstellung (Gips). Kontrolle nach 1 Woche.
(Contusio/Dist. gravis ..)= wenn Ruhigstellung nötig ist bzw. durchgeführt wird.)

4.3.: Blutergüsse: ( Haematoma reg. ...)


 : Schmerzen, Schwellung, Hämatom(=Blau)verfärbung, Umfangzunahme, ev.
Fluktuation, nach Direkttrauma oder indirekt z.B.: bei Muskelläsionen, oft bei ASS
Einnahme, oder Antikoagulierte Patienten.(hier oft beträchtliche Hämatome ohne Fraktur)
. Hirudoidsalbe, elastische Binde, Bettruhe, Hochlagerung. Kontrolle nach 1 Woche,
bei sicherer Fluktuation event. Punktion.
bei großen Hämatomen ( Haematoma permagn. ...) die nicht diffus sondern umschrieben sind (
à Sono!) ev. operative Ausräumung ( in LA oder ggf. auch in AN).
Punktion nur ganz!! frisch oder nach 2-3 Wochen möglich, sonst meist frustran, da das
Hämatom nicht flüssig ist!
~ : Kompartmentsyndrom, sekundäre (spontane) Infektion.

4.4.: Knochenbrüche:  : Abnorme Stellung, abnorme Beweglichkeit, Krepitation, röntgenologischer


Bruchnachweis sind sichere
Schwellung, Schmerzen und Minderung der Gebrauchsfähigkeit sind unsichere
Frakturzeichen.

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Immer periphere Durchblutung, Sensibilität und Motorik prüfen und dokumentieren!!!


Röntgenbilder i m m e r in 2 Ebenen anfertigen!!
Nach jeder Reposition und Gipsanlage Röntgenkontrollen machen.
Ruhigstellung durch ausreichend großen Gipsverband oder andere Fixation.
Primäre Gipsverbände ( bei frischen Frakturen) immer der Länge nach bis zum letzten
Faden durchspalten!!! Keine starken Analgetika im Gips!!!

4.5.: Luxationen:  : Schmerzen, abnorme Stellung, federnde Fixation des Gelenkes, leere Pfanne.
Immer D S M prüfen!! A
Röntgenbilder in 2 Ebenen, dann
. Reposition (meist ohne Anästhesie, da wenn richtig gemacht diese nicht schmerzhaft
ist), dann event. RöKo.
Dann ruhigstellen. Auf jeden Fall RÖKO nach Verband~ bzw. Gipsanlage!!

Über einer Verrenkung darf die Sonne nicht auf oder untergehen!

4.6.: Knöcherne Bandausrisse Keine gehaltenen Bilder wegen der Gefahr der Fragmentdislokation.
Ruhigstellung für 4 - 6 Wochen.

5. Behandlung
5.1.: Gipsbehandlung Jeder primäre Gips muß der Länge nach durchgespalten werden.
Gipsschluß nach 48-72 Stunden. Cirkulationskontrolle am nächsten Tag bei
Radiusfrakturen, nicht zwingend bei Fingerfrakturen o.ä.
Jeder Gips muß ordnungsgemäß beschriftet werden!

Gipsbeschriftung: U Das muß


Falls Reposition: Rep. dd.mm.jj draufstehen!
Gips Nummer ? +G1:
G2 (oder3 etc.): dd.mm.jj
Röko: dd.mm.jj
Gipsbefristung dd.mm.jj (=x Wo.) (= z.B. 6 Wo.)
à Dr. XXX (Gipsender Arzt)

5.2.: Umgipsen: Umgipsen normal nach 1 Woche, bzw. sobald der Gips gelockert ist. (bei Kontrolle
prüfen!) Nach jedem Umgipsen von Frakturen RöKo!!
Distorsionen, Kontusionen, knöcherne Absprengungen müssen bei Schmerzfreiheit
und gut passendem Verband nicht umgegipst werden.

5.3.: RöKo: Bei vielen Frakturen RöKo in einer Woche nötig (Stellungskontrolle, da sekundäre
[Re~]Dislokation möglich)! ggf. früher bei reponierten Radiusfrakturen mit starker
Primärschwellung und/oder hoch instabilen Brüchen)

5.4.: Gipsdruck: Nie bagatellisieren, keine starken Analgetika geben.


Der Patient mit Schmerzen im Gips hat immer recht!!!
Gips abnehmen (oder fakultativ fenstern) und Haut kontrollieren. Wenn Haut o. B., Fenster
mit Tupfern oder Schaumstoff ausfüllen und mit Gips schließen lassen, sonst Gefahr des
Fensterödems.

5.5.: Gipsabnahme Bei Frakturen RöKo nach Gipsabnahme. Hautpflege, elastische Bandage, einige Tage
Schonung, dann Bewegungsübungen. Bewegungskontrolle nach 1-2 Wochen.

6. INFEKTIONEN:
Wichtigste Therapie bei Infekten Wunden ist Ruhigstellung und chirurgische Therapie!!!! Antibiotika nur bei
Beteiligung von Knochen, Gelenken, Beugesehnenscheide und bei generalisiertem Infekt (Fieber)
I m m e r R ö n t g e n b i l d e r a n f e r t i g e n ! ! ! ! ! (Ausschluß einer Osteomyelitis, ev. Fremdkörper)

6.1.: Eingewachsener Nagel: (Unguis incarnatus): Wenn blandes überschießendes Granulationsgewebe ( Caro

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luxurians) in LA Keilexcision. $ !!Wenn infekt Betasalbenverband, wenn


progredient OP in AN, dazu stationäre Aufnahme.
6.2.: Nagelbettentzündung: (Paronychia:) Rötung/Schwellung immer dorsal/oder seitlich, nie
volar!
Konservativer Versuch, Ichtholan Verband, Fingerschiene, wenn
Fluktuation oder Retention dann Incision (ev. in AN): $ !!

6.3.: Panaritium cutaneum Panaritien: ( Besonderheit der Anatomie : starke


Bindegewebssepten am Finger, deswegen Gefahr der Ausbreitung der Entzündung in die
Tiefe, und nicht wie sonst üblich an die Oberfläche!!!)
Blasenabtragung, Salbenverband, Fingerschiene.
Kontrolle in max. 2 Tagen.
~ : Knopflochabszeß!! Blasengrund sorgfältig auf Fistel in
die Tiefe untersuchen!!!!

6.4.: P. subcutaneum:
6.5.: P. subunguale:
6.6.: P. ossale: Stationäre Aufnahme, $ !!
6.6.: P. articulare: In AN Incision, Drainage, Ruhigstellung.

6.7.:Sehnenscheideneiterung (Tendovaginitis seropurulenta, oder Panaritium tendinosum)


 : starke, oft klopfende Schmerzen am Finger, vermehrt bei passivem
Streckversuch, aktive Beweglichkeit schmerzhaft eingeschränkt. Druckschmerz volar über den
Beugesehnen (Subtile Untersuchung wie weit der Druckschmerz
nach proximal reicht!!!), Rötung, Schwellung.
Suchen nach Eintrittspforte?
$ !! A sofortige Revision in AN.
Abb. Re.: Ausbreitungswege bei Sehnenscheideneiterung, beachte
die Möglichkeit der Entstehung einer V-Phlegmone
(Kommunikation der Sehnenscheide von Daumen und Kleinfinger!!!)

6.8.: Rötung: (Inflammatio)


Achten auf
fortgeleitete Entzündungszeichen ( Lymphangitis,- adenitis, Fieber)
Kryotherapie, Ruhigstellung, Antiphlogistika. ev. Antibiotikum.
DD: Erysipel, $ wegen ev. Aufnahme.

6.9.: Lymphangitis - adenitis: Im Volksmund: Blutvergiftung.


 : nach proximal verlaufende strichförmige Rötung und/oder schmerzhafte,
palpable Lymphknotenschwellung (bes. Axilla, Leiste)
Systemisch Antibiotika, z.B. Ospen 1000 mg 3 x 1, Ospexin 1000 3 x 1.
$ wegen ev. Aufnahme, Eintrittspforte suchen und lokale Behandlung.
Ruhigstellung, d.h. Gips (OASG,USSG etc.) ( = bestes Antibiotikum). Fieber?

6.10.:: (Bursitis olecrani/praepat.d/s)) Bursa olecrani, praepatellaris.

• Akut: ( ~ acuta)
 : Rötung, Schwellung, Schmerzen, Fluktuation, ev. Fieber.$ !!
Stationäre Aufnahme, Ruhigstellung, Antibiotika, wenn Fluktuation OP: ( ~
purulenta) Incision, Gegenincision und Drainage in AN.Immer untersuchen auf:
Fortgeleitete Entzündungszeichen? (cum Lymphadenitis) Allgemeinsymptome wie
Krankheitsgefühl, Fieber?
• Chronisch: (~ chronica)
 : Fluktuierende Schwellung ohne Entzündungszeichen.
Punktion, ev. Ruhigstellung wenn rezidivierend (~ recidivans), in AN
Bursektomie.

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6.11.: Sehnenscheidenentzündung: (Tendovaginitis crepitans)


 : Schmerzen und Krepitation (Schneeballknirschen) entlang der Sehnenscheiden
z. B. am Unterarm, palpabel beim aktiven Fingerbewegen.
Ruhigstellung f. 1 Woche, NSAR.

6.12.: Antibiotika: Ospen, Ospexin, Keflex, Augmentin, bei Penicillinallergie Erythrocin


oder Dalacin. Bei stationären Aufnahmen Hauptdienst fragen.

6.13.: Salben: Betaisodona - Desinfiziens (~ : Jodallergie)


Fibrolan - granulationsfördernd, enzymatisch reinigend
Bepanthen - zur Epithelregeneration

JEDE STATIONÄRE AUFNAHME IST DEM ASSISTENTEN ZU BERICHTEN!!!!!

Bei Patienten über 40 Jahren und vorgesehener Operation EKG schreiben lassen, Thorax-Röntgen anfertigen und
Labor abnehmen. Zeit der letzten Nahrungszufuhr festhalten. Genuß von Obst und Süßigkeiten wird oft nicht
angegeben. Unbedingt fragen: „Wann haben Sie zum letzten Mal irgend etwas geschluckt?“

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II. S P E Z I E L L E R T E I L
1. KOPF –
HALS
1.1. Glasgow Coma Scale: Augenöffnen: spontan 4
Auf Anruf 3
Auf Schmerz 2
Nicht 1

Motorische Antwort befolgt Befehle 6


Lokalisiert Schmerz (Abwehr) 5
Normale Flexion 4
Abnorme Flexion 3
Streckung 2
Keine 1

Verbale Antwort orientiert 5


Verwirrt 4
Unzusammenhängende Worte 3
Unverständliche Laute 2
Keine 1

Normal: 15 Punkte, schlechtestenfalls 3 Punkte. Bei einem GCS < oder gleich 8
Intubation!!
Pupillen: normal rund, isocor, prompte Lichtreaktion direkt und indirekt.
Anisokorie bei: Optikusläsion, Okulomotoriusläsion, Augenkontusion
vegetatives Syndrom ( auch bei Commotio)
Augenkrankheiten, Augen-OP, Glasauge
Beidseits maximal weite, lichtstarre Pupillen: Hirnstammschädigung
Untersuchung auf Halbseitensymptomatik

1.2 Schädelprellung: (Contusio capitis)


 : Keine Bewußtlosigkeit! Schmerzen, Haematomschwellung.
: NSAR; Schonung, Ko. b. Bed. bzw. neurologischer Symptomatik.

1.3.Gehirnerschütterung: (Commotio cerebri)


 :Leitsymptom: initiale Bewußtlosigkeit!
Retrograde Amnesie, Perseveration (Pat. frägt mehrmals das gleiche)
neurologische Symptome (Schwindel, Übelkeit, Erbrechen) Pupillen prüfen! Blutdruck,
Puls prüfen.
: immer stationäre Aufnahme regelmäßig RR-, Puls- und Pupillen und
Vigilanzkontrolle. Bei neurologischer Symptomatik CCT.

1.4.Contusio cerebri:  : Bewußtlosigkeit über 15 Minuten, Herdzeichen, neurolog. Symptomatik


: $ CCT: Überwachung an der Wachstation ( SAB; Kontusionsblutungen)
Vorzustellen ist jeder Patient mit neurologischer Symptomatik!

1.5.Epiduralhaematom: (Hämatoma epidurale) $!!


 :Trauma – (meist) luzides Intervall –
Symptomatik, Somnolenz - Stupor - Koma
Pupillendifferenz, Hirndruckzeichen: CCT, Neurochirurgisches Konsil.
: wenn > 5 mm : Entlastung, sonst Beobachtung (Wachstation)

1.6.Schädelbasisbruch: häufige Verletzung, die häufig übersehen wird.


( Fract. bas. cran.)
Jedes unklare Schädelröntgen $ !!!
 : Monokel- oder Brillenhaematom, Rhinoliquorrhoe, Otohaematorrhoe, Otoliquorrhoe,
Hörminderung (Hämatotympanon) Tinnitus. Ein Tropfen Blut/Liquor aus dem
Gehörgang à Verdacht auf Schädelbasisbruch.
: Stationäre Aufnahme, HNO Konsil, Antibiotikum, HRPCT (hochauflösendes
Pyramiden CT) am nächsten Tag

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1.7.Gesichtsschädel:  : Hämatomschwellung, Monokel-Brillenhämatom, tastbare Stufe am Orbitarand oder


Jochbein, eingesunkener Augenbulbus, Bulbi auf gleicher Höhe?,
Bulbusmotilitätsstörungen, Doppelbilder, Sensibilität im Gesicht prüfen, Dysgnathie,
enoraler Druckschmerz am Oberkiefer)
Kieferchirurgisches Konsil; Rö.: achten auf Verschattungen/Spiegelbildung der
Kieferhöhlen als indirekten Frakturhinweis.(Hämatosinus maxillaris)

1.8.Augenverletzungen: (Contusio bulbi oculi d/s, Perfor. corn. oculi)


Gesichtsschädelröntgen, Orbitaröntgen.
Ad Augenabteilung!!, steriler Verband.

1.9.Nasenbeinfraktur: (Fract. nasi)


 : Schwellung, Deviation, Spontan –
Druckschmerz, Nasenbluten.
ad HNO zum Ausschluß eines Septumhämatoms. Nicht zwingend nachts um 2 h,
sondern am Folgetag. Nach Abschwellen Beurteilung ob Fehlstellung, dann Aufrichtung in
AN. Bei Epistaxis Tamponade durch HNO, diese wird nach 24 bis 48 Stunden entfernt. Eis
lokal!

1.10.Nasenbeinprellung: (Cont. nasi)


Eis, ev. NSAR, bei unbehinderter Nasenatmung und ausgeschlossenem
Septumhämatom (bei freier Nasenatmung) kein HNO Konsil.

1.11.Zahnverletzung: Erste arabische Ziffer steht für Quadrant beginnend mit 1:


(Laes./ Defect. dent. 11-48)
re. oben, 2: li. oben bis 4 rechts unten im Uhrzeigersinn, die 2. Ziffer für den jeweiligen
Zahn). Ad Kieferchirurgie!

1.12.Lippenverletzungen: Perforierende Lippenverletzungen ad Kieferchirurgie. Ansonsten bei


Wundversorgung darauf achten daß die Grenze Haut - Lippenrot exakt stimmt.

2. RUMPF:
Kennreflexe: Kennmuskeln:

BSR C6 Diaphragma C4
Oberarmbeuger C5
RPR C5 Handstrecker C6
TSR C7 Oberarmstrecker C7
Fingerbeuger C8
Fingerabduktoren Th1
PSR L4 Hüftbeuger L2
ASR S1 Kniestrecker L3/4
Fußheber L4/5
Großzehenheber L5
Fußbeuger S1
Großzehenbeuger S2
Sensible Niveaus
C4 Schulterhöhe
C5 OA Außenseite
C6 Daumen
C7 Mittelfinger
C8 Kleinfinger
T1 Ellbogen-innen
T2 OA innen

Bei jedem Sturz aus über 2 m Höhe gesamte Wirbelsäule röntgenologisch abklären!!!!

2.1.Distorsionen der Wirbelsäule: (Dist. col. vert. cervic./thorac./lumb.)


: Druck- und Dehnungsschmerz, Muskelverspannung,
Bewegungseinschränkung. Axialer Stauchungsschmerz? Bewegungsausmaß
dokumentieren.( z.B. HWS-Beweglichkeit in 3 Ebenen, oder Finger-
Bodenabstand) Immer neurologische Untersuchung der Peripherie!!!!
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Immer Röntgen in 2 Ebenen: Streckhaltung?, Fraktur? Subluxation?


Bei Unklarheiten $ !!
: Ruhigstellung, HWS-Schanzkrawatte, BWS und LWS - flaches, hartes
Lager, Heißluft und NSAR, ev. Sirdalud ( 2/2/4 mg)

2.2.Prellung der Wirbelsäule: (Cont. col. vert. cervic./thorac./lumb)


 : ev. Hämatom, Schwellung, Schmerzen, Bewegungseinschränkung.
: Bettruhe für einige Tage. Mobilisierung unter Analgesie.

2.3.Frakturen v. Wirbelkörper: $
(Fract. [compress]. corp. vert C I-VII/Th I-XII/L I-V)
: Kompressionsbrüche werden bis zum 60. Lebensjahr im dorsalen Durchhang
aufgerichtet und im Gipsmieder ruhiggestellt. Befristung: mind. 12 Wochen.
Patienten über 60. LJ oder Frakturen, die älter als 3 - 4 Wochen
sind werden nicht reponiert. Stabile Brüche ohne Gibbusbildung, mit nur geringer
ventraler Höhenminderung werden ev. nur funktionell, oder mit 3 Punktmieder
behandelt.

2.4.Luxation-Luxationsfrakturen ([Sub~]Lux. vert. C2/3...ant.) oder z. B. (Fract. vert. C V et sub~ lux. vert. C IV/V )
$ A Fraktur des WK und des Wirbelbogens oder der Gelenkfortsätze,
Zerreißung der Längsbänder, Röntgenleitlinien sind Verbindungslinie der
Processus spinosus und der vorderen und hinteren WK-Kanten.
OP

IMMER GENAUEN PERIPHEREN NEUROLOGISCHEN STATUS ERHEBEN!!!


(incl. Sensibilität in der sog. Reithose und perianal, Analsphinktertonus, aktiver Sphinkterverschluß )

2.5.Fraktur der Dornfortsätze: (Fract. proc. spin. vert. C/Th/L...)


Ruhigstellen zur Schmerzbehandlung, Schanzkrawatte, Bettruhe.
2.6.Fraktur der Querfortsätze: Harnkontrolle wegen Nierenverletzung,
(Fract. proc. transvers.. vert. C II-VII/TH/L d/s.....)
Oberbauch und Retroperitoneumsono.
Bettruhe, keine ruhigstellenden Verbände nötig. Ev. stat. Aufnahme zur
Schmerztherapie.
~ : BWS-Wirbelbrüche häufig gemeinsam mit Sternumfraktur
Bei eindeutiger Klinik seitliches Sternumröntgen.

2.7.Erschütterung des Rückenmarks: (Commotio medullae spinalis) $ A


 : wie Paraparese oder Paraplegie jedoch ohne röntgenologischen Nachweis
einer Fraktur. à MRI.
Stationäre Aufnahme, Cortisonbolus mit 30 mg Methylprednison / kg KG und
anschließend über Perfusor mit 5,4 mg/kg KG über 24 Stunden

2.8.Prellung der Nierengegend: Harnstreifentest, wenn Microhämaturie ( cum Microhaematuria)


(Cont. reg. lumb. d/s)
und/oder Prellmarken à Nierensono.
: Dann ev. stat. Aufnahme, zumindest jedoch auch bei Microhämaturie und
neg. Sono Harnkontrolle beim HA einige Tage später.
.

2.9.Rippenbrüche: Werden in 50 % der Fälle übersehen. Vor allem bei


(Fract. cost. I/II-XII ... d/s)
fehlender Verschiebung, daher immer Thoraxübersicht und Hemithorax Rö. der
verletzten Seite! Sie heilen in ca. 4 Wochen.
 : Kompressionsschmerz des Thorax sagittal und/oder transversal, umschriebener
Druckschmerz, event. Krepitation, Atemeinschränkung, Dyspnoe, Zyanose,
Tachypnoe, achten auf Prellmarken, Hautemphysem (~cum Emphysema cutis).
Auskultation!!(seitengleiche Belüftung?)
bei einzelner Fraktur lediglich Schmerzbehandlung, ev. Rippengurt, Pat.
befragen ob Atmung mit Gurt besser möglich ist.
~ : Im Rö. daher stets achten auf Ausdehnung der Lunge (~ cum Pneumothorax), bes.
an den Pleurakuppen !, achten auf Randwinkelerguß, Erguß). ( ~ cum Haematothorax)
oder beides (~ cum Hämatopneumothorax) Kontusionsherde? (fleckige Verschattungen)
Mediastinumbreite, Herzschatten ( ~ cum Hämatoperikard)
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Ab 3 gebrochenen Rippen und mehr: stationäre Aufnahme (ev. Wachstation),


Atemgymnastik, Analgetika. Astrup. Kontrollröntgen (sek. Hämatothorax?)
~ : oft erst sekundär Entwicklung einer respiratorischen Insuffizienz, Pneumonie.
Bei Frakturen der unteren Rippen ( ab der 6/7. Rippe): ~ : Leber, Milz,
Nierenverletzungenà deshalb immer Oberbauchsono, Labor, ev. stationäre
Aufnahme zur Beobachtung, Nahrungskarenz, rel. Bettruhe.

Zerrung der Zwischenrippenmuskeln: (Dist. musc. intercost.) Kein direktes Trauma.


Analgetische Therapie, Physikalische Maßnahmen. Internistische Ursache für
Thoraxschmerzen ausschließen.

2.10.Sternumbruch: $ Bei Sternumfraktur immer BWS Röntgen! EKG, Herzenzyme ( da


(Fract. sterni)
ev. eine Contusio cordis vorliegt.) Sonografie ist ein sehr sensitives Diagnostikum!
stat. Aufnahme: Analgetika, Überwachung. ev. Wachstation.

Offene Thoraxverletzungen: (V. ict. thoracis cum Pneumothorax apert.)


SOFORT LUFTDICHT ABSCHLIESSEN, außer bei dann einsetzender
klinischer Verschlechterung.
$ !! A Thoraxdrainage durch Facharzt!! (Bülaudrainage)

2.11.Schlüsselbeinfraktur: (Fract. clav. d/s)


 :Schmerzen, Stufenbildung, Haematomschwellung, Schonhaltung der Schulter,
klinisch leicht erkennbar.
Bei lateraler Clavikelfraktur Gilchristverband oder ev. nur Mitellaverband um
Armgewicht aufzuheben. sonst (bei Fraktur im mittleren 1/3) Tornisterverband f.
4-5 Wochen, Röntgenkontrolle im Verband. Regelmäßig nachspannen. RöKo in
einer Woche. OP bei offener Fraktur, drohender Hautperforation, Gefäß-
Nervenverletzung.

2.12.AC-Gelenksverletzung: ([Sub~] Lux. artic. AC d/s)


 : (Sub-)Luxation des Schlüsselbeins, Stufenbildung,Schmerzen, Schwellung,
Klaviertastenphänomen (d.h.: beim Hinunterdrücken der Clavikel springt diese
wieder nach oben in die subluxierte Lage zurück), Druckschmerz. Wenn
Erströntgen o.B. à Gehaltene Bilder mit 5 kg Längszug mit Seitenvergleich.
Tossy I röntgenologisch nicht sichtbar (=Dist.)
Tossy II Verschiebung um < als halbe Clavikulaschaftbreite
Tossy III > als halbe Schaftbreite)
ev. $ OP mit Zuggurtung, Bosworth-
Schraube o.ä. oder Konservativ: Mitella
oder Schulterverband bis Schmerzfreiheit
anschließend Heilgymnastik. Pat. soll über
beide Möglichkeiten aufgeklärt werden.( in
beiden Fällen ca. 10 % schlechte
Ergebnisse)

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2.13.Sterno-Claviculargelenk: ([Sub~] Lux./ Laes. artic. sternoclav. d/s)


 : Schmerzen, Schwellung am Jugulum, sicht~, tastbare Luxation des medialen
Schlüsselbeinendes. Röntgen: konventionelle Tomographie, ev. CT.
kons., Tornisterverband. (Luxation retrosternal möglich, dann OP)

2.14.Abdomen: (Cont. abdominis) $ A Stumpfes Bauchtrauma - Gefahr von Milzruptur,


Leberruptur, Pankreasverletzung, Darmverletzung, Nierenverletzung.
 : Prellmarken?, Bauchdecken gespannt, Druckschmerz, Zunge manchmal
trocken belegt, Schockzeichen.
Sonografie im Schockraum. Rö.: Abdomen leer Labor. ev: CT mit KM.
Volumenzufuhr parenteral, Nahrungskarenz, Blutdruck, Puls regelmäßig
kontrollieren, bei freier Flüssigkeit: OP
~ : zweizeitige Milzruptur. (=sekundäre Ruptur bei Parenchymriß und
wachsendem intrakapsulärem Hämatom führt nach Stunden bis Tagen zur
Kapselruptur und Blutung in die freie Bauchhöhle.)

2.15.Becken:

• Schambeinfrakturen (Fract. ram sup[et]/inf. ossis pubis d/s)


stationär zur Mobilisierung aufnehmen, Analgesie. Klinische Untersuchung auch
des Kreuzbeins, und der Sacroiliacalgelenke, achten auf
• Malgaigne Fraktur $ (= vordere und hintere Beckenringfraktur) ~ : Blutverlust!!!
• Alafrakturen (Fract. alae ossis ilii d/s) durch Bettruhe stationär behandeln.
• Acetabulumfrakturen (Fract. acetabuli d/s) Ala~ und Obturatorröntgenaufnahme zusätzlich, ev.
Becken-CT. Wenn unverschoben konservativ, Entlastende Mobilisierung f. 12
Wochen.! verschoben: OP; bei
• zentraler Hüftluxation (~ cum [sub~] lux. capit. fem. centralis) ( =Acetabulumfraktur und Subluxation des
OS Kopfes nach zentral in die Fraktur) supracondyläre OS Extension.(1/5 d. KG)
f. 6 Wochen bei osteoporot. Knochen und/oder KI zur OP, sonst OP.
• Ringbrüche: Beckengurt, event. Beckenschwebe, bei Malgaigne- Frakturen u. U.
supracondyläre Oberschenkelextension der verschobenen Seite zur Reposition
nötig.
• Open-book Verletzungen (Symphysenrupturen mit Verletzung beider SI Gelenke ) Kompression als
Notfallmaßnahme, da meist dramatischer Blutverlust.
Harnkontrolle wegen Gefahr der Urethraverletzung. Kein Katheter bei Blutung aus
der Urethra, sondern retrogrades UCG. Thromboseprophylaxe. ad OP.

2.16.Hüftluxation: (Luxatio coxae d/s) $


A
: Sofortige Repos. in AN durch Unfallchirurgen.

2.17.Lumbago: Meist Protrusion / Prolaps des Nucleus pulposus.


 : Schonhaltung, Spontanschmerzen z. T. mit Ausstrahlung nach distal, Husten
wirkt schmerzverstärkend. Peripheren neurologischen Status (Segment?) erheben,
Lasègue prüfen. Röntgen in 2 Ebenen.
Bei starker Symptomatik ev. stationäre Aufnahme, oder ad Neurochirurgie/
Orthopädie verweisen, Analgesie, Physikal. Maßnahmen, Labor. Bei
neurologischem Ausfall , nämlich motorischer Schwäche, A ad Neurochirurgie.

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3. OBERE EXTREMITÄT:
3.1.Schulterluxation A
( Lux. omi d/s )
 :Meist starke Schmerzen, Schonhaltung, federnde Fixation, leere Pfanne,
Acromion springt vor. Luxation meist nach vorne unten (>90 %)
Prüfung des Nervus axillaris (Sensibilität über dem Musculus deltoideus) und
natürlich der peripheren Sensibilität, Motorik und Pulse vor und nach Reposition.
Vor Reposition Rö. in 2 Ebenen (Schulter ap. und axial): Fraktur? Bei > 40
jährigen Sonographie zum Ausschluß einer Rotatorenmanschettenläsion.
Reposition nach Arlt, über Sessellehne.( Kein Reißen, langsam steigernde
Krafteinwirkung in axialer Richtung, nicht hebeln, nicht rotieren) Anschließend
RöKo: achten auf Pfannenfrakturen (= knöcherne Bankartläsion), Hill-Sachs
Delle( = gruben/muldenförmige Impressionsfraktur am OA Kopf durch den
Pfannenrand zugefügt), dann (bei Erstluxation) Gilchristverband für 3 Wochen,
nach Abnahme physik. Therapie. Recidivierende Luxation (Schulterinstabilität)
nur reponieren, ev. kurzfristig Mitella. OP indiziert.

3.2.Schulterprellung ( Cont./ Dist. omi d/s)


3.2.Schulterzerrung  : Schmerzhafte Bewegungseinschränkung, Druckschmerz am
Oberarmkopf. Prim.Bewegungsausmaß dokumentieren!
Eis, NSAR, Mitella für einige Tage, dann Bewegungsübungen. Bei
anhaltenden Beschwerden Ultraschall zum Ausschluß einer
Rotatorenmanschettenruptur. Man muß nicht zwingend primär eine exakte
Diagnose stellen, da aufgrund diffuser Schmerzen viele Untersuchungstests nicht
durchführbar sind und anfangs meist der Schmerz im Vordergrund steht.

Abriß Tubercul. majus, minus: (Fract/Abrupt.(oss.) tub. maj/min. humeri d/s)


Wenn unverschoben, Gilchristverband für 3 Wochen. Röntgenkontrolle nach
1 Woche ( da manchmal sekundäre Dislokation durch Zug der
Supraspinatussehne).
Wenn verschoben, OP (Repos. Verschraubung) nötig.

3.3.Subcapitale Humerusfraktur:(Fract. subcapit. humeri d/s)


Gilchristverband für 3 Wochen, dann Bewegungsübungen. Patient jünger als
60, Gilchristverband für 4 Wochen. RöKo nach Verbandanlage und nach 1 Woche.
Bei Dislokation stat. Aufnahme ad OP.
Im Zweifelsfall $

3.4.Riß der langen Bizepssehne: (Rupt. capit. long. m. bicipit. brachii d/s)
 : Muskelbauch des Bizeps steht tiefer als kontralateral, Druckschmerz am
Sulcus intertubercularis. Diskrete Kraftminderung bei Supination und
Ellenbogengelenksbeugung.
Bei jungen und aktiven Patienten ev. OP indiziert - $ !!
(Schlüssellochplastik = Fixation der langen Bizepssehne am proximalen Oberarm)
Bei älteren Patienten (meist mit chronischer RM Ruptur) mit Schmerzen.
Ruhigstellung für einige Tage, NSAR, anschließend Physiotherapie. wenn
schmerzfrei, gleich Übungsbehandlung.

3.5.Oberarmschaftbruch: $
(Fract. hum. d/s)
Gefahr der Radialisverletzung! Genaue neurologische Prüfung und
Dokumentation.
Besonders bei Querbrüchen (da lange Heilungszeit)
à Oberarmmarknagelung ( Unreamed Humerus Nail=UHN);
bis zur OP: Gips-U-Schiene mit Schulterbandage, RöKo im Verband.
Konservativ: Gipsdesaultverband für 3 Wochen, dann Oberarm-U-Schiene mit
Schulterkappe und Brusttour für weitere 5 Wochen.
Bei primärer Radialisparese 1 Woche konservativ behandeln, wenn keine
Besserung, operative Revision angezeigt.

3.6.Distaler Oberarmbruch: $
(Fract. supra/diacondyl. hum. d/s)
supra-, diacondyläre Frakturen. Gefahr der Ulnaris-Verletzung.
Unverschoben: OASG, verschoben: ad OP.
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3.7.Ellenbogenverrenkung: $ A
(Lux. cubiti d/s)
 : Federnde Fixation. Fehlstellung. Manchmal Knochenbeteiligung (Fraktur des
Proc. coronoideus ulnae). Sensibilität und Durchblutung prüfen!!!
Reposition durch Unfallchirurgen ( Lokalanästhesie, in Bauchlage), nach
Repos.: Stabilitätsprüfung. RöKo nach Repos. und nach Gipsanlage. OASG für 3
Wochen. RöKo auch in 1 Woche (Redislokation möglich!) Ev. frühfunktionell.

3.8.Pronatio dolorosa (cubiti infantum):Entsteht durch Zug am gestreckten Arm.(nurses elbow)


Typische Anamnese: „ Kind wird an der Hand geführt, stolpert, wird am Arm
hochgerissen, schreit seither und bewegt Arm nicht mehr.“
 : Der Arm hängt schlaff herunter, wird nicht gebraucht. (Pseudoparalyse)
Ursache: Luxation des Radiusköpfchens aus dem Ringband.
Reposition durch Supination, Zug und Streckung des Ellbogens und
gleichzeitigem Druck auf das Radiusköpfchen von dorso-radial, wobei fast immer
ein deutl. Klicken verspürt wird. Meist sofortige Beschwerdefreiheit.
Keine Ruhigstellung! Wenn Kind Arm sofort gebraucht (bewegt) keine Ko.
erforderlich.

3.9.Seitenbandabriß am Ellbogen: ( Rupt./laes. lig. collat. uln./rad. artic. cubit. d/s)


 : Vor allem seitl. umschriebene Schmerzen, Bandlockerung, Klinisch Instabilität
bei Valgus/ Varusstreß.
OASG für 3 - 6 Wochen. ~ : Luxation im Gips! Röko im Gips erforderlich.
Umgipsen nach 1 Woche auf OAG..

3.10.Speichenköpfchenbruch: (Fract. capit. rad. d/s)


Bei Sturz auf die Hand, oft auch mit Radiusfraktur l.t. gemeinsam.
 : Pro- Supination schmerzhaft. Druckschmerz, Schwellung am Radiusköpfchen.
$ !
Wenn unverschoben: Punktion des Hämarthros, Instillation von
Lokalanästhetikum und primär funktionell.
Wenn verschoben: Repositionsversuch in LA, OAG für 3 Wochen, primär oder
weiterbestehender Dislokation – OASG und stat. Aufnahme zur Osteosynthese
(seltener Resektion oder Silasticprothese).
3.11.Olecranonfraktur: (Fract. olecrani d/s)
Ohne Dislokation - OASG für 3 Wochen.
Bei intaktem Streckapparat (à Ellbogenstreckung gegen die Schwerkraft prüfen!)
ev. konservative Therapie. Mit Diastase $
Stat. Aufnahme ad OP ( Zuggurtung), OASG.

3.12.Unterarmschaftbruch $
(Fract. antebrachii d/s)
Bei Kindern in AN Reposition ev. Markdrahtung und OASG. Bei
Erwachsenen OP nötig.(Verplattung beider Knochen und anschließend
funktionelle Behandlung).
3.13.Ellenfraktur isoliert: (Fract. ulnae d/s)
Wenn unverschoben, OASG für 6 - 8 Wochen, verschoben: OP
~ : Monteggia Fraktur ausschließen ( = Ellenfraktur und Luxation des
Speichenköpfchens: daher zwingend Ellenbogenröntgen!!!)

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3.14.Speichenbruch an typ. Stelle: (Fract. radii l.t. d/s)


Häufigste Fraktur überhaupt.
• Extensionstyp (Colles) durch Sturz auf die dorsalflektierte Hand.
 : Schmerzen, Schwellung, oft bajonettförmige Fehlstellung.
: Wenn unverschoben, Dorsale UAGS f. 5 (-4) Wochen.
(Normale Radiologie: Seitl. S peichen S chafts G elenks W inkel 10 Grad Abbruch

des Ellengriffelfortsatzes (~ cum abrupt. proc.


styl. uln)
Wenn verschoben Reposition in LA(
10 ml 2 % Scandicain) im Hängen mit
Gewicht ( 5-7 kg, ca. UA Gipsschiene
f. 5 Wochen. Repositionsziel:
anatomische Gelenkswinkel!!!
Cirkulationskontrolle am nächsten
Tag, Gipsschluß nach 3 Tagen. RöKo
Radiusgelenkswinkel=Repositionsziel
wöchentlich in den ersten 3 Wochen,
dann nach Gipsabnahme. Umgipsen
wenn Gips locker, (reponierte Frakturen: im Hängen mit 2 kg Gewicht)
• Flexionstyp (Smith)
Verschiebung zur Beugeseite.
LA, Reposition , palmare Gipsschiene. meist OP notwendig. Röntgenkontrolle
im Gips.
Smithfrakturen mit Dislokation können zwar oft reponiert, im Gips aber nicht
gehalten werden, daher: OP (Volare Abstützplatte)

1. Radiusbruch "loco typico"-


Speichenbruch distal mit Gelenksbeteiligung: (Fract. radii dist. d/s)
Extensionsbruch Der Ausdruck distal bedeutet immer daß das Gelenk mitbeteiligt ist.
2. Smith fraktur Reposition wie oben, UA Gips für 5 Wochen, primär gespalten.
3. distale intraartikuläre
Fraktur
Cirkulationskontrolle am nächsten Tag. Bei Gelenksstufe: $ : OP
4.

3.15.Subperiostaler Speichenbruch: (Fract. subperiost. radii d/s)


ev. Reposition in LA ( je nach Alter ev. auch AN), UAG f. 3-4 Wochen,
abhängig von der Lokalisation und Alter des Patienten.

3.16.Speichenepiphysenlösung: (Epiphys. radii dist. d/s)


Bei unverschobenen Formen dorsale Unterarmgipsschiene für 2-4 Wochen ( je
nach Alter) ausreichend. Ansonsten Reposition in LA oder AN, UAG. Ziel:
anatomische Reposition! Wenn instabil zusätzlich Bohrdrähte, Markraumdrähte
etc.

3.17.Handgelenkszerrung (Dist. artic. man d/s)


Bei unklarem Röntgenbefund immer Kahnbeinserie anfertigen lassen. Im
Zweifelsfall bei verdächtiger Klinikà
 : (Schwellung, Druckschmerz in der Tabatière, Daumenstauchungs-schmerz)
behandeln wie Kahnbeinbruch, d.h. dorsale Gipsschiene mit Daumeneinschluß für
10 Tage, dann wieder Kahnbeinserie.
~ : Primär ist die Fraktur oft nicht sichtbar, nach 10-14 Tagen Gips wird eine
Resorptionszone und damit die Fraktur sichtbar)

3.18.Kahnbeinbrüche: (Fract. oss. navic. man. d/s )


~ : häufig übersehen!!
Ruhigstellung je nach Bruchform lt. Angabe des Unfallchirurgen.
( OP bei prim. Dislokation, Fraktur im prox. 1/3, primärer Diastase, Schrägfraktur)
Keine Röntgenkontrollen im Gips da sinnlos! Gipsbefristung 6-12 Wochen.

3.19.Perilunäre Verrenkung: ( Lux. perilunaris d/s) $ A


Das Mondbein ist im seitlichen Röntgen deutlich zur Beugeseite aus der
Handwurzel herausgekippt.
Reposition durch den Unfallchirurgen. UAG
3.20.Knöcherner Abriß Dreiecksbein: (Abrupt.oss.triquetri man d/s)

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Schwellung, Schmerzen;Druckschmerz über der prox. Handwurzelreihe eher


ulnarseitig. Im Rö: sichtbare Aufhellungslinie bzw. kleine knöcherne Absprengung
dorsal an der prox. Handwurzelreihe (nur am seitl. Bild erkennbar) : Dorsale UAG
Schiene f. 3 Wochen, Gipsschluß nach 3 Tagen.

3.21.Bennet’
sche Luxationsfraktur: (Fract. bas. MC I d/s Bennett ) $
Basisfraktur des 1. MHK mit Luxation des Hauptfragmentes nach streck-
radialseitig und im Gelenkskontakt verbliebenem beugeseitigem Keil. Reposition
leicht, Retention oft nicht möglich, daher
meist Bohrdrahttransfixation und Gipsfixation indiziert, ev. Kons. Versuch
mit Repos. und Daumeneinschlußgips f. 5 Wochen.

3.22.Mittelhandfraktur (Fract. [bas./subcapit.]MC I-V d/s)


 : Schwellung, Schmerzen, Bewegungseinschränkung, Zug~ und oder
Stauchungsschmerz am betroffenen Fingerstrahl.
UA Dorsale mit Fingerschiene für den betroffenen und Nachbarfinger (wegen
Rotation!!!) für 4 - 5 Wochen, Intrinsic Plus Stellung (Grundgelenk 80 ° gebeugt,
Fingermittel und Endgelenk gestreckt!!) später bei stabiler Fraktur (Metacarpale 3-
4) ev nur Mittelhandklammer. RöKo in einer Woche. Bei Verschiebung Repos.in
LA, ev.auch OP! $

3.23.Bandriß am Daumengrundgelenk: (Rupt/Laes. lig. collat. uln. artic. I poll. d/s)


(Schidaumen), Riß des ulnaren Seitenbandes führt zu störender Instabilität, der
Patient kann nichts mehr im Spitzgriff halten. Bandprüfung!! eventuell in LA d.h.
Gehaltene Röntgenbilder in Radialabduktion machen.
 :Schwellung am Daumengrundgelenk, Druckschmerz, Instabilität.
(Bandlockerung bei Radialduktion=im Rö: vermehrte Aufklappbarkeit)
Bei Läsion: UAG mit Daumeneinschluß gespalten für 4 Wochen, nach 1
Woche umgipsen auf Handschuhgips mit Daumeneinschluß.
Bei Ruptur: $ OP, Bandnaht bzw. transoss. Reinsertion (Lengemann-
Ausziehdraht) und gleich w.o.

3.24.Fingergelenksluxation: (Lux. phal. med/dist. indicis/dig med/anul/min d/s)


Oft in der Anamnese: „ Der Finger ist weggestanden“
und wurde anschließend vom
Pat. selbst reponiert (~ ipse repos.)
 : meist eindeutig, Rö vor Reposition.
Reposition durch Längszug dann RöKo, immer Seitenbandstabilität
überprüfen dann Fingerschiene, nach Abschwellen PIP
Schiene für 3 Wochen! Am PIP-Gelenk bei Luxation
nach palmar fast immer Abriß des Tractus intermedius
der Streckaponeurose - Knopflochphänomen à OP

3.25.Fingerfraktur: (Fract. phal prox/med/dist. indicis/dig med/anul/min d/s)


: Wenn unverschoben Anlage einer dorsalen Korrekte
Unterarmgipsschiene mit Fingerschiene f 4 Wochen. Roatation: Alle
Finger zeigen bei
Wenn verschoben Reposition in LA, wenn Flexion auf das
ungenügende Stellung oder sekundäre Handkahnbein
Verschiebung:OP. Bei Anlegen der Fingerschiene
achten auf
korrekte Rotation! (siehe Abb.)
Nach 5-7 d umgipsen auf Softcast Handgips mit Daumeneineschluß!

3.26.Verletzung der Fibrocartilago volaris: (Abrupt. oss. fibrocartilag. vol. phal. med. indicis/dig med/anul/min d/s)
Häufig bei Kindern beim Ballspielen. Durch Überstreckung Abriß der
beugeseitigen Faserknorpelplatte manchmal mit kleinstem knöchernen Ausriß aus
der Mittelgliedbasis.
 : Druckschmerz vor allem in der Gelenksbeuge, spindelförmige Schwellung,
Hämatomverfärbung beugeseitig, Überstreckschmerz.
Seitenbandstabilität prüfen! Fingerröntgen zentriert auf das PIP Gelenk.
Rö.: Aufhellungslinie volar an der Basis des Mittelgliedes oder auch deutlich
sichtbare knöcherne Absprengung.

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20

: bei starker Schwellung Fingerschiene, sonst gleich PIP Schiene


(Ruhigstellung in Streckstellung ) f. 3 Wochen, tgl. Abnahme und Beugung des
PIP Gelenkes.

3.27.Strecksehnen(aus)risse: ( Rupt. [subcut.] apon. extens. supraartic. III indicis/dig anul-min. d/s) Subcutan d.h. gedeckt
(Abrupt. oss. apon. extens. phal. dist. indicis/dig med-min d/s) oder knöchern aus dem
Endglied. Typische Anamnese (Aufbetten)
 : Druckschmerz und Streckausfall mit hängendem Endglied.
Knöchern: Stack´sche Schiene f 4 Wochen. RöKo. Ev. aber Fingergips in
Streck- nicht Überstreckstellung, da manchmal bei Überstreckung das Fragment
disloziert) Bei Dislokation des Fragments: $ OP
subcutan: Stack´sche Schiene f. 8 Wochen, und weitere 8 Wochen nachts. Bei der
notwendigen Hautpflege stets bei Schienenabnahme auf Überstreckung im
Endgelenk achten.

3.28.Subungualhaematom: (Cont./Fract. [proc. ung] phal dist. poll./indic./dig med--min sin et/cum hämatoma subung.)
 : Pochende Schmerzen , Blauverfärbung subungual.
zweimalige Trepanation des Nagels mit glühendem Draht distal der Lunula,
Betasalbenverband. Bei Nagelfortsatzfraktur zusätzlich Stack´sche Schiene bis
Schmerzfreiheit.

3.29.Nagel(sub)luxation: (Cont. phal. dist. dig ...d/s et [sub~]lux. ung.)


 : Proximal ist der freie Nagelrand sichtbar.
Reposition in Oberst´scher Leitungsanästhesie unter den Nagelfalz proximal
und Annaht. Patienten informieren, daß Nagel abgeht und durch neuen ersetzt
wird.

4. UNTERE EXTREMITÄT

4.1.Hüftluxation: (Lux. coxae. d/s) $ A


D S M prüfen!!!
Reposition in AN durch den Unfallchirurgen. Anschließend Stabilität
prüfen. Stat. Aufnahme zur Mobilisierung unter analgetischer Therapie.

4.2.Schenkelhalsfraktur: (Fract. colli med./lat./basocervic. fem. d/s) $


Im jüngeren Alter ist die med. Schenkelhalsfraktur ein Notfall!!!A (<60
a): OP noch am Unfalltag kopferhaltend (Verschraubung), ansonsten
Schienbeinkopfextension (1/10-1/12 d. KG) und OP Vorbereitung (Labor,
Thoraxröntgen, Harnkatheter, EKG etc.) je nach Gehstrecke und
Allgemeinzustand Kopfprothese oder HTEP.
~ : Garden 1 Frakturen (eingestauchte Frakturen)
nicht extendieren!!!
Einteilung der
Schenkelhalsfrakturen
nach Garden
4.3.Pertrochantäre OS Fraktur: (Fract. pertrochant. fem. d/s) $ γ-Nagel
 : Außenrotation und oft Verkürzung des Beines,
Schmerzen in der Leiste und der Trochanterregion. Bein kann aktiv
nicht von der Unterlage abgehoben werden. Röntgen in 2 Ebenen
und Lungenröntgen.
Ad OP .

4.4.Abriß des Trochanter major, minor: (Fract./Abrupt. trochant. maj./min fem. d/s)
Dynamische
Stationäre Aufnahme, Mobilisierung unter analgetischer TherapieHüft Schraube
Konventionelle Tomographie!
~ : oft doch pertrochantärer Verlauf der Fraktur!
DHS
4.5.Oberschenkelschaftfraktur: fem. d/s) $
(Fract. A ~ Großer Blutverlust möglich, Schockgefahr,
Fettemboliegefahr.
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sofortiger Volumenersatz (1,5 l), Analgesie, stat. Aufnahme zur OP (U


nreamed F emur N ail).

4.6.Oberschenkelfraktur supra-u.diacondylär: ( Fract. supracond./diacondyl. fem. d/s) $


 : Abnorme Beweglichkeit, Schwellung oberhalb des Kniegelenkes. Manchmal
Erguß.
meist OP (offene Reposition, D ynamische C ondylen S chraube, oder L ow i
nvasive s tabilization s ystem, oder Verplattung)

4.7.Knieprellung: (Cont. gen d/s) Anamnese: direktes Trauma. Gründliche


Gelenksuntersuchung nach Anfertigung der Röntgenbilder, bei Unklarheit $ !
Hochlagerung, Kryotherapie, ev. Stützkrücken.
bei unklarem Knieschmerz: immer Hüftröntgen (Schmerzausstrahlung!!!)

4.8.Kniegelenkserguß: $
(Hydrops/Hämarthros gen. d/s)
 : Ballotement der Patella. Schwellung. Röntgen, Funktionsuntersuchung,
Bandprüfung, Bei prallem Erguß und Schmerzen Punktion ( ev. in LA)
Schaumstoffkompressionsverband. Meist Kniebinnenverletzung! Ein
Kniegelenkserguß bei Trauma ist so lange ein gerissenes Kreuzband bis das
Gegenteil bewiesen ist.

4.9.Knieseitenbandverletzung: $
(Laes. / Rupt. lig collat med/lat gen ...)
 : Schwellung, Druckschmerz, Bandprüfung sowohl in Streck~, als auch 30 Grad
Beugestellung, ev. Gelenksspaltverbreiterung,
Championbrace für 6 Wochen

4.10.Kreuzbänder: (Rupt. lig. cruc. ant. gen. d/s) $


 : manchmal Erguß, Bandlockerung, Schublade positiv, Lachmanntest (vordere
Schublade in 30 Grad Beugestellung) positiv, oft kombiniert mit
Seitenbandverletzungen. (Anamnese!! Bestand schon früher eine Knieverletzung,
ev. mit Schwellung, war das Knie bandstabil, bestanden Auslaßphänomene im
Sinne von „ Giving-way“ Symptomatik?)
meist Arthroskopie indiziert. (in 80 % zusätzliche Kniebinnenverletzung)
4.11.Ausriß der Eminentia intercondylaris: (Abrupt./Fract. eminentiae intercondyl. gen. d/s ) $ Entspricht
knöchernem Kreuzbandausriß, fast immer Erguß.
Ohne Dislokation: Punktion des Ergusses, Oberschenkelgipshülse gespalten in
Streckstellung für 6 Wo. Mit Dislokation: Ad OP

4.12.Meniscusverletzung: Oft ohne Trauma, oder nach Verdrehtrauma.


(Laes. men. med/lat gen. d/s)
 : Spontan und Druckschmerzen am Gelenksspalt und bei Überstreckung,
Beugung und Rotation. Schwellneigung. Oft lange Anamnese. Manchmal
Einklemmungszeichen. (Sperre des Gelenkes, Streckhemmung) ev. Arthroskopie
vorschlagen.

4.13.Knieluxation: $ A
(Lux. gen. d/s)
 :Eindrucksvolle Verletzung, stark schmerzhaft, immer mit Bandrupturen
verbunden, Peripherie prüfen! (Oft Gefäßverletzung)-
Reposition und OSSGH, stat. Aufnahme ad OP.

4.14.Kniescheibenbruch: (Fract. patellae d/s) Nach


Direkttrauma
 : Druckschmerz und seitlicher Kompressionsschmerz an der Patella.
Gelenkserguß. Manchmal tastbare Delle bei Distraktion der Fragmente.
Längsbruch: (ohne Stufe) OSGH gespalten, ev. auch funktionelle Behandlung.
Bei Stufe oder Diastase: OP (Verschraubung) Bei . Querbruch prüfen ob das Bein
gestreckt von der Unterlage gehoben werden kann: wenn möglich: konservativ
(OSGH f 6 Wochen) wenn nicht möglich und/oder Diastase: OSGH, stat.
Aufnahme zur Operation (Zuggurtung)
DD: Patella bi~/tripartita: Kleines Fragment immer oben außen, meist bilateral.

4.15.Quadrizepssehnenriß: (Rupt. tend. m. quadricip. fem. d/s) $


 : Delle und Hämatom suprapatellar, gestrecktes Bein von der Unterlage
aufzuheben ist nicht möglich. Sono!
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22

OSGH, stat. Aufnahme zur OP.

4.16.Lig. patellae-Riß: (Rupt. lig. patell. d/s) $


 : Streckausfall am Knie, Delle kaudal der Patella am Lig. patellae tastbar.
OSGH, stat. Aufnahme zur .OP (Naht der Sehne und transossäre Drahtnaht
durch Patella und Tibia)

4.17.Patellaluxation: $ Anamnese: Das Knie habe ausgelassen und war


(Lux. patell. d/s [ ipse repos.])
ausgerenkt. Meist nach dem Sturz spontan Reposition durch Streckung im
Kniegelenk.
 : Manchmal Erguß, keine Bandlockerung. Lateralverschiebung der Kniescheibe
ist stark schmerzhaft. Osteochondrale Läsionen am lateralen Rand des OS-Condyls
und medial an der Patella möglich. Defiléeaufnahmen = Tang. Pat. in 30, 60, 90 °.
Konservativ: OSGH gespalten für 4 Wochen. Bei Knochenverletzung oder
Hämarthros: Arthroskopie vorgeschlagen.(Refixation großer, Entfernung kleiner
Knochenfragmente)

4.18.Schienbeinkopfbruch: (Fract. condyl. med./lat. tib. d/s, Fract. dia et infracondyl. tib d/s) $
 : Erguß (Blut und Fetttröpfchen im Punktat). Keine grobe Bandprüfung. bei
Unklarheit Tomographie Schienbeinkopf.
Ohne Verschiebung – ev. Punktion, OSGH gespalten in Entlastungsstellung
der Fraktur, (Varus- oder Valgus) f. 6 – 8 Wochen. Keine Belastung. Mit
Verschiebung oder Impression: ad OP. ~ : Patient oft dennoch gehfähig!!!

4.19.Unterschenkelfraktur: (Fract. crur./tib. d/s) $


A Klinisch meist eindeutig.
Schienbeinfraktur: Stat. Aufnahme. Meist OP (U nreamed T ibia N ail). Unverschoben: ev.
konservativ, OSSG ~10 Wochen.
• ~ : Kompartmentsyndrom:  :: zunehmender, inadäquater, schwer therapierbarer Schmerz, pralle
druchschmerzhafte Schwellung, Dorsalextension im OSG oder der Zehen gegen
Widerstand schmerzhaft oder unmöglich, ev. Hypästhesie im 1. Interdigitalraum (
N. peronaeus prof.): ~ auch bei Muskelrupturen oder größen Hämatomen
möglich. Peripher intakte Zirkulation!
Faszienspaltung, schon bei Verdacht, oder wenn Gewebsdruck subfaszial > 40
mm Hg, anschl. offene Wundbehandlung und Sekundärnaht nach Rückgang der
Schwellung, bzw. plast. Hautdeckung. Bei rechtzeitiger OP Restitutio ad integrum,
sonst Kontrakturen.

4.20.Wadenbeinfraktur: (Fract. fibul. d/s) Anamnese!!! Meist direktes Trauma. Wenn nicht: an
Maisonneuve Verletzung( s. u.) denken!!! daher Sprunggelenksröntgen!!!
Wenn unverschoben - elastische Binde, Hochlagerung, Stützkrücken. Bei
starken Schmerzen kurzer OSG oder USG primär gespalten f. 3 Wochen.

4.21.Distaler US-Bruch: (Fract. crur. dist. d/s) $


A Fraktur mit Gelenksbeteiligung ( Pilon tibial).
kurzer OSSG, stat. Aufnahme ad OP. Wenn unverschoben ev. konservativ.

Distale Epiphysenlösung: (Epiphys. tib. dist. d/s) $


wenn verschoben: Reposition in AN (anatomisch!), USSG für 6 Wochen.

4.23.Achillessehnenriß: (Rupt. tend. achill. d/s) $


 : Kein Zehenstand möglich, keine aktive Plantarflexion, oder zumindest
Kraftabschwächung . Delle über dem Fersenbein tastbar. Thompson Test positiv:
Bei Zusammenkneifen der Wade wird keine Plantarflexion ausgelöst
Unfallschilderung: Patient hat „ Schnalzer“
gehört, und gibt an, es sei ihm jemand
hinten hinaufgetreten.
USSG in Spitzfußstellung, Thromboseprophylaxe, baldigste Terminvereinbarung mit Hr. Schaumburger/Fa.
Lambert zum Anpassen eines Variostabil-schuhs für 6 Wochen (ab Unfall, und zwar Tag und Nacht), dann Entnahme
eines 1 cm Keiles und Tragen des Schuhs nur mehr tagsüber, nach

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23

weiteren 2 Wochen Entnahme eines weiteren Keiles. Individuell kann die


Gesamtbehanddlungsdauer auf 12 Wochen verlängert werden.

4.24.Großzehengrundglied: (Fract. phal. I hall. d/s)


Unterschenkelgips gespalten und Großzeheneinschluß, später Geisha Schuh
für 4 Wochen. Bei Dislokation $ OP.

4.24.Großzehenendglied: (Fract. phal. II hall. d/s) Trümmerbruch mit großem Hämatom


Ev. vorerst nur Hochlagerung, Stützkrücken, Kryotherapie. Nach 1 Woche
Geisha Schuh mit Zehenplatte. Bei einfachen Brüchen Dachziegelverband für 3-4
Wochen, bequemes Schuhwerk (harte Sohle).

4.25.Übrige Zehen: (Fract. phal. I/II/III dig II/III/IV/V ped. d/s)


Dachziegelverband unter Einschluß einer benachbarten Zehe für 3 Wochen,
ev. RöKo in 1 Woche. Hautpflege!

4.26.Innenknöchelbruch: (Fract. mall. med. d/s) $


Ohne Diastase - USSG f. 6 Wochen
Mit Diastase - ad OP, dann USSG f. 6 Wochen.
~ : Pseudarthrose!! Obligat: Klinische Untersuchung
und Röntgen vom Wadenbein ( Maisonneuve
Verletzung! = Innenknöchelbruch, Ruptur der
Syndesmose und der Membrana interossea und
Fraktur des Wadenbeins proximal)
4.27.Außenknöchelbruch: (Fract. mall. lat. d/s) $ A
Bruchformen:
Weber A - unterhalb der Syndesmose (die
Syndesmose unverletzt)
Weber B - in Syndesmosenhöhe (mögliche
Syndesmosenverletzung)
Weber C - oberhalb der Syndesmose (die
Syndesmose ist immer verletztà
Knöchelgelenksgabel instabil)
Unverschobene, isolierte Fraktur USSG, f. 6 Wo.
Bei Verschiebung > 3 mm: OP. (offene Reposition,
Verplattung) Bei Lateralsubluxation (~cum sublux. tali
lat.) des Talus = Außenknöchelbruch und
Syndesmosenruptur und Innenknöchelbruch oder Riß
des Lig. deltoideum - ad OP, anschl. 6 Wochen USSG. Wenn OP akut nicht
möglich Reposition ohne LA (meist nicht sehr schmerzhaft) und USSG, im
obligaten Rö im Gips muß Talus reponiert und zentriert sein!!!!!
Außen~ und Innenknöchelfraktur: ( Fract. bimall. d/s), meist OP, außer unverschobene
Brüche.

Hintere distale Schienbeinkante:(Fract. marg./cun. tib. post) $ Ausrißfraktur des hinteren Syndesmosenbandes.
(Volkmann´sches Dreieck)
<1/4 Gelenkfläche = Margo posterior
>1/4 Gelenkfläche = Cuneus posterior
Im zweiten Fall, und bei Gelenksstufe OP (Reposition, Verschraubung) und
Entlastung für 6 Wochen im USG Gips. Meist in Kombination mit Knöchelfraktur!
Oft Impression der Gelenkfläche!

4.28.Außenbandriß oberes Sprunggelenk: (Sublux. tali. sup. d/s) durch (supinatorisches) Umkippen im
Sprunggelenk.
 : Hämatomschwellung unter und vor dem Außenknöchel. Bandlockerung:
Talusvorschub, supinatorische Aufklappbarkeit (immer im Seitenvergleich prüfen)
konservativ. Hochlagerung, Eis, Aircastschiene f. 6 Wochen. (DD: Fraktur des
Proc. ant. des Calcaneus, Fraktur Basis 5. MFK)

4.29.Fersenbeinbruch: (Fract. calcan. d/s) $


: positiver Zangengriff!, Hämatomverfärbung und Schwellung!
Tubergelenkswinkel (Böhlerwinkel) normal 30 bis 35 Grad. Oft CT erforderlich

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Stat. Aufnahme, Wenn unverschoben: konservativ.. USSG in leichter


Spitzfußstellung. Wenn disloziert, oder imprimiert USSG dann Op.: offene
Reposition, Verplattung nach Abschwellung, selten primär.

4.30.Sprungbeinbruch: Gefahr der Taluskopfnekrose


(Fract. [ corp./ colli] tali d/s) -
: Stat. Aufnahme, USSG; Meist OP nötig.

4.31.Fußwurzel und Mittelfuß: (Fract. MT I [– USSG für 5 (MT II-IV) bzw 6 ( MT I und V) Wochen.
V] d/s)
: Bei Mehrfachfrakturen und starker Schwellung ev. stat. Aufnahme
(Compartmentsyndrom!) und bei Dislokation OP, dann $
Sehr häufig: Basisfraktur 5. MFK ( Fract. bas. MT V d/s), primär USSG, nach
Abschwellen Gipspatscherl oder Geisha Schuh f. 4-5 Wochen, bei starker
Dislokation OP.

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5.Gipsbefristungen

UNTERE EXTREMITÄT

FRAKTUR GIPS WOCHEN WOCHEN RÖKO


ERWACHSENE KINDER
Oberschenkel BBBG 12 10 n. 8 d.
Verrenkung im Knie OSGH 8 6 n. 8 d.
Patellaluxation OSGH 4-6 4 n. 8 d.
Patella OSGH S 0/0/0 6-8 4-6 n. A.
Tibiakopf od Condyl OSG 8 - 10 6-8 n. 8 d.
Tibia OSG 12 6-8 n. 8 d.
Fibula USG 3 3 n. A.
US: Dreh OSG 10 8 - 10 n. 8 d.
Biegung OSG 10 - 12 8 - 10 n. 8 d.
US: distal OSG 12 (6 nicht belasten) n. 8 d.
Dist. US-Epiphysenlösung kurzer OSG - 4-6 n. 8 d.
Lat. Knöchel USG 6 n. 8 d.
Med. Knöchel USG 6 n. 8 d.
Beide Knöchel USG 8 n. 8 d.
Talus USG (ohne Bel.) 12 n. A.
Lux. im unt. Sprunggelenk USG 6 n. 8 d.
Calcaneus Gr. 1 - 3 USG (Spitzfuß) 4-6 4 n. A.
Gr. 4 - 8 USG 10 8 - 10 o. 8 d.
oper. Gr. 5 - 8 USG (o.Bel., 6
dann USG 6
Mittelfuß
1+5 USG 6 4-6 n. 8 d.
2-4 USG 5 4 n. 8 d.
Großzehengrundglied Patscherl+Zehenplatte 4 3-4 n. 8 d.
Zehenglieder Dachziegel 3-4 2-4
Hinterer od. Vord. Keil USG 6 n. 8 d.
Bandausriß an d. Fußwurzel USG 4 n. A.
Dist. Gravis Fußwurzel USG 4
WIRBEL (Einrichtung bis 60 Jahre)
C1-7 Minervagips 3-6 Mo. n. 8 d.
Th 1 - 9 GM+Kopfteil 12 - 16 (Grad Gibbus=Wo) n. 8 d.
Th 10 - 11 GM+Schultertr. 12 - 16 n. 8 d.
Th 12, L 1 - 5 GM 12 - 20 n. 8 d.
Schenkelhals Brust-Becken-Bein-Gips für 5 - 6 Wochen n. 8 d.

OBERE EXTREMITÄT

FRAKTUR GIPS WOCHEN WOCHEN RÖKO


ERWACHSENE KINDER (nach
jed.Rep.)
Clavicula Tornisterverband 4-5 3 n. 8 d.
Schulterblatt Schulterbandage 4 3 n. Abnahme
Acromionverrenk. Mitella bis Schmerzen - -
abklingen
Subcapit. OA Schulterbandage, ev. 3-4 n. 8 d.
Gipsdesault
Lösung der Schulterbandage 3 n. 8 d.
OA Epiphyse
OA Schaftbruch Desault f. 3 Wochen
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dann Gips-U-Schiene 3 - 12 4-6 n. 8 d.


Supra- u. diacond. OA OAG 6 3-6 n. 8 d.
Trochlea od.cap.hum. OAG 6 n. 8 d.
Condylenabbruch OAG 6 3-6 n. 8 d.
Epicondylusabbruch OAG 3 3 n. Abnahme
Ellenbogenluxation OAG 3 3 n. 8 d.
Radiusköpfchen OAG 3, ev. frühfunktionell 3 n. 8 d.
Monteggia OAG S 0/0/60+Supin. 6-8 6 n. 8 d.
UA OAG 8 - 12 4-6 n. 8 d.
Radius OAG 8 4-6 n. 8 d.
Ulna OAG 8 4-6 n. 8 d.
Radiuswulst OAG 3-4 n. Abnahme
Radius l.t. Dorsale 4-6 n. 8 d.
+ wöchentl.
Lösung d.dist.
Radiusepiphyse OAG 2-4 n. 8 d.
Lösung d. Epiphyse
v. Radius + Ulna OAG 3-5 n. 8 d.
Radius + Ulnagriffel Dorsale 5 3 n. 8 d.
Verrenkungsfr.im HG OAG 6 n. 8 d.
Perilunäre Lux. Dorsale 6 n. 8 d.
Handwurzelknochen Dorsale 3 n. Abnahme
Scaphoid Dorsale + DE 6 - 12 10 - 12 Wo.
Bennet Dorsale + DE 5 n. 8 d.
MHKN 1 Dorsale + DE 5 n.A.od n. 8 d.
MHKN 2 - 5 DS, m. Versch.+ FS 4, ev. MH klammer n.A.od.n. 8 d.
Fingergrundglied DS + FS 3-4 n. 8 d.
Strecksehnenausriß Stack´sche Schiene 8 (+ weitere 8 nachts)
Strecksehn. knöch. FGH (nicht über~ sondern 4 n. A.
ge-streckt im DIP Gelenk)
Skidaumen Daumengips 6 n. A.
Endglied FGH 3 n. A.
Nagelplatte Stack´sche Schiene 1-3 n. A.

In der Bibliothek liegt das Standardwerk von Lorenz Böhler „


Technik der Knochenbruchbehandlung“
zur Einsicht
auf. Bitte nicht entfernen.

26
27

Die drei grundlegenden Bewegungsebenen:

Die Bewegungen aller Gelenke werden in Beziehung gebracht zur Sagittalebene, Frontalebene und Transversalebene.
Das Messen der Bewegungen erfolgt entweder in einer dieser Ebenen oder parallel dazu. Entsprechend der Ebene, in
der die Bewegung erfolgt, wird der Bewegungsumfang der Buchstabe S oder F vorausgesetzt. Eine Drehbewegung
wird immer mit R bezeichnet (Rotation).

Reihenfolge der Notierung:


Alle Bewegungen werden mit 3 Zahlen notiert:
Bewegungen der Extension und solche, die vom Körper wegführen werden zuerst, Bewegungen der Flexion und
solche, die zum Körper hinführen werden zuletzt notiert.
Die mittlere Zahl ist gewöhnlich Null.

Einige Beispiele:
Schulter: Arm rückheben und vorheben S-50-0-170
Abduktion – Adduktion F-170-0-70
Ellbogen: Extension - Flexion S-0-0-150
Unterarm: Supination - Pronation R-90-0-90
Handgelenk: Extension - Palmarflexion S-50-0-50
Radialduktion - Ulnarduktion F-20-0-30
Hüfte: Extension - Flexion S-15-0-125
Abduktion - Adduktion F-45-0-15
Rotation extern + intern
bei Hüfte 90° gebeugt R-45-0-45
Knie: Extension - Flexion S-0-0-140
Dies ist abhängig von der Ausprägung
der Oberschenkelmuskulatur
Oberes Sprunggelenk: Extension - Plantarflexion S-20-0-45

Bei einer Bewegungseinschränkung sieht das so aus: z. B. Streckhemmung von 20 Grad am Fingerendgelenk: S 0 -20-
80. , hat ein Patient eine Streckhemmung von 20 Grad am Knie und kann nur bis 90 Grad abbiegen heißt das: S- 0-20-
90, besteht eine Bewegungseinschränkung am OSG sowohl in der Flexion als auch Extension kann das so aussehen: S
10-0-20. Ist ein Ellenbogengelenk in 30 Grad Beugestellung eingesteift, ist der Umfang S- 0-30-30.

Röntgen bei Kindern:


Vergleichsaufnahmen der gesunden Seite, vor allem im Gelenksbereich sind immer erforderlich, da Verlauf und
Ausbildung der Wachstumsfugen großer, individueller Schwankungen unterliegen. Näheres siehe im Buch von Lutz
v. Laer (liegt in der Bibliothek auf).

folgende Kombinationsröntgenaufnahmen: (dürfen nicht unterlassen werden)

bei
Sturz aus > 2 m Höhe gesamtes Achsenskelett!!
Commotio cerebri: Schädel und HWS a.p. + seitl. (alle 7 Halswirbel müssen drauf abgebildet sein, ansonsten
gezogene Aufnahmen)
Sternumfraktur: BWS a.p. + seitl.
BWS-Frakturen: BWS und eventuell Sternum seitl. bei entsprechender Klinik
LWS-Frakturen: LWS sowie thoracolumbaler Übergang bzw. Sacrum bei
entsprechender Klinik
Sacrumfraktur: LWS ap. und seitl.
AC Gelenksverletzung: beide AC Gelenke mit Belastung (unter Zug 2 kg)
Schidaumen: gehaltene Aufnahme in Radialduktion
Schenkelhalsfraktur und
pertrochantäre OS Fraktur: Beckenübersicht, Hüfte ap und axial, Thoraxübersicht
Acetabulumfraktur: Ala und Obturatoraufnahme zusätzlich zu beckenübersicht und Hüfte ap/s
Oberschenkelfraktur: Beckenübersicht, + Kniegelenk
Unterschenkelfraktur: immer mit Sprunggelenk und Kniegelenk
Innenknöchelfraktur: Hohes Wadenbein
Achillessehne: Fersenbeinaufnahme seitl.

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Bei jeder Fraktur von langen Röhrenknochen müssen beide angrenzenden Gelenke mitabgebildet sein. Grundsätzlich
sollen klinisch vor Durchführung der jeweiligen Röntgenaufnahmen auch die benachbarten Gelenke überprüft
werden, um bei etwaigem Verdacht auch diese durch gesonderte Aufnahmen zu überprüfen.

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Die ( so schwierige ) Lateinische Diagnose in der Unfallchirurgie


Abruptio ( ossea) Knöcherner Ausriß-Abriß
Abscessus Abszeß
Amputatio traumatica Unfallbedingte Abtrennung
Articulatio aperta Gelenkseröffnung
Bulla haemorrhagica Blutblase
Bulla infecta infizierte Blase
Bursa aperta Eröffnung des Schleimbeutels
Bursitis Schleimbeutelentzündung
Bursitis purulenta eitrige ~
Cauterisatio Verätzung
Combustio gradus I,II,III Verbrennung 1,2,3. Grades
Congelatio Erfrierung
Contusio Prellung, Quetschung
Corpus alienum Fremdkörper
~ ligneum,ferreum,vitreum Holz-Eisen-Glasfremdkörper
Corpus liberum Freier Gelenkskörper
Decollement Hautabscherung
Defectus cutis Hautverlust
Discissio Durchtrennung
Discissio nervi Burchtrennung des Nervs ( an den Fingern numeriert
von 1 – 10 beginnend von der radialen Daumenseite
)
Distorsio Zerrung
Empyema articulare Gelenkseiterung
Enucleatio traumatica Auslösung im Gelenk
Epidermiolysis Ablederung der oberen Haut
Epiphysiolysis Wachstumsfugenlösung
Excoriatio Hautabschürfung
Fissura Sprung des Knochens
Fistula Fistel
Fractura Bruch des Knochens
Fractura aperta offener Bruch
Fractura comminuta Trümmerbruch
Fractura duplex/triplex zwei/dreifacher Bruch
Fractura epiphysis Bruch der Epiphyse
Fractura subperiostalis Grünholzbruch
Hämarthros Bluterguß im Gelenk
Hämatoma Bluterguß
Hydrops Erguß im Gelenk
Inflammatio Hautrötung,Entzündung
Laesio cartilaginis Verletzung des Knorpels
Laesio nervi Verletzung des Nervs
Luxatio Verrenkung
Luxatio et fractura Verrenkungsbruch
Lyphangitis-adenitis Lymphbahn-knotenentzündung
Necrosis cutis abgestorbene Haut
Panaritium subcutaneum Eiterung des Unterhautfettgewebes an Fingern oder
Zehen
Panaritium tendineum eitrige Sehnenscheidenentz.
Paralysis nervi (plexus..) Lähmung
Paresis nervi... Teillähmung
Paronychia Nagelbettentzündung
Phlegmona Phlegmone
Refractura Neuerlicher Bruch im Bereich eines alten Bruches
Ruptura Riß, Zerreißung
Ruptura syndesmosis Syndesmosenzerreißung
Seroma Erguß seröser Flüssigkeit
Subluxatio Teilverrenkung
supraarticularis über dem Gelenk
Vulnus ictum Stichwunde
Vulnus lacero-contusum Rißquetschwunde
Vulnus morsum (animalis) Hunde-Katzen-Pferdebiß
Vulnus morsum hominis Menschenbiß
Vulnus perforans Durchdringende Stichwunde
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Vulnus scissum Schnittwunde


Vulnus sclopetarium Schußwunde

Zustand der Verletzung


recens frisch (nur bei Unterscheidung gegen ältere Verletzungen anführen)
Non recens nicht frisch, Bei bereits sichtbar infizierten oder über 8 Stunden alten Wunden oder offenen
Brüchen. Nach 24 Stunden bei geschlossenen Brüchen wenn starke Schwellung etc. einen
Risikofaktor der operativen Behandlung darstellen.
infectus,~a,~um infiziert
inveteratus veraltet
apertus offen
ossea sanata knöchern geheilt
repositus eingerichtet, reponiert
utriusque rechts und links
bilateralis beiderseitig an einer Extremität
operatus operiert
suturatus genäht
fixatus ruhiggestellt im Gips
s. i. (s.i.: signum interrogationis) fraglich, Zusatz bei unsicherer Diagnose

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INHALTSVERZEICHNIS

S=Spezieller Teil
A=Allgemeiner Teil
Abdomen S 2..14
Bauch S 2..14
Acetabulum S 2..15
AC-Gelenksverletzung S 2..12
Achillessehne S 4..23
Anamnese A 1..1
Antibiotika A 6..12
Augenverletzungen S 1..8
Außenknöchel S 4..27
Becken S 2..15
Bennet’ sche Luxationsfraktur S 3..21
Bizepssehne S 3..4
Hämatome S 4..3
Blutergüsse A 4..3
Blutstillung A 2..6
Bursaeröffnung A 2..8
Contusio cerebri S 1..4
Daumengrundgelenk S 3..23
Desinfektion A 2..3
Diagnose A 1..2
Distaler Oberarmbruch S 3..6
Dokumentation A 1.
Dornfortsätze S 2..5.
Drainage A 2..14
Os Triquetrum A 3..20
Dreiecksbein S 3..20
Unguis incarnatus A 6..1
Eingewachsener Nagel A 6..1
Ellbogen:Seitenband S 3..9
Ulna S 3..13
Elle S 3..13
Ellenbogenverrenkung S 3..7
Eminentia intercondylaris S 4..11
Entzündungszeichen A 2..11
Epiduralhaematom S 1..5
Epiphysenlösung Tibia distal S 4..22
Excoriationen A 2..20
Hautabschürfung A 2..20
Calcaneus S 4..29
Fersenbein S 4..29
Fibrocartilago volaris S 3..26
Fingerfraktur S 3..25
Fingergelenksluxation S 3..24
Fußwurzel S 4..31
Commotio cerebri S 1..3
Gehirnerschütterung S 1..3
Gesichtsschädel S 1..7
Gipsabnahme A 5..5
Gipsbefristungen S 5.

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Gipsbehandlung A 5..1
Gipsbeschriftung A 5..1
Gipsdruck A 5..4
Glasgow Coma Scale S 1..
Großzehe S 4..24
Handgelenkszerrung S 3..17
Hautdefekte A 2..16
Hüftluxation S 2..16;4..1
Oberarm S 3.
Humerus S 3.
Infektionen A 6.
Innenknöchel S 4..26
Kahnbein S 3..18
Kennreflexe S 2.
Klinischer Befund A 1..4
Kniegelenkserguß S 4..8
Knieluxation S 4..13
Knieprellung S 4..7
Kniescheibe S 4..14
Knieseitenband S 4..9
Knochenbrüche A 4..4
Knöcherne Bandausrisse A 4..6
Kombinationsröntgenaufnahmen S 5.
Kompartmentsyndrom S 4..19
Kreuzbänder S 4..10
Lig. Patellae S 4..16
Lippenverletzungen S 1..12
Lokalanästhesie A 2..2
Lumbago S 2..17
Luxationen A 4..5
Lymphangitis - adenitis A 6..9
Meniscus S 4..12
Menschenbiß A 2..8
Mittelfuß S 4..31
Mittelhandknochen S 3..21-3.22
Nagel(sub)luxation S 3..29
Nagelbettentzündung A 6..1
Nähte A 2..9
Nahtmaterial A 2..4
Nasenbeinfraktur S 1..9
Nasenbeinprellung S 1..10
Oberarmschaftbruch S 3..5
Oberschenkelfraktur S 4..6
supra-u.diacondylär
Oberschenkelschaftfraktur S 4..5
Olecranonfraktur S 3..11
Panaritien A 6..1
Patella S 4..14
Patellaluxation S 4..17
Perilunäre Verrenkung S 3..19
Pertrochantäre OS Fraktur S 4..3
Prellung A 4..1.
Pronatio dolorosa S 3..8.
Quadrizepssehne S 4..15
Querfortsätze S 2..6.
Rippenbrüche S 2..9.
RöKo A 5..3

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Röntgen A 2..7
Röntgenbefund A 1..5
Rötung A 6..8
Rückenmark S 2..7.
Ruhigstellung A 2..5
Salben A 6..13
Schädelbasisbruch S 1..6
Schädellatz A 2..8
Schädelprellung S 1..2
Schambeinfrakturen S 2..15
Schenkelhalsfraktur S 4..2
Schienbeinfraktur S 4..19
Schienbeinkopf S 4..18
Schleimbeutelentzündung A 6..10
Schleudertrauma S 2..
Schlüsselbeinfraktur S 2..11
Schulterluxation S 3..1
Schulterprellung S 3..2.
Schulterzerrung S 3..2.
Sehnenscheideneiterung A 6..7
Sehnenscheidenentzündung A 6..11
Sehnenverletzungen A 2..17
Speichenbruch an typ. Stelle S 3..14
Speichenköpfchenbruch S 3..10
Sprungbeinbruch S 4..30
Sprunggelenk S 4..28
Sterno-Claviculargelenk S 2..13
Sternum S 2..10
Strecksehne S 3..27
Subcapitale Humerusfraktur S 3..3
Subperiostaler Speichenbruch S 3..15
Subperiostaler Speichenbruch S 3..16
Subungualhaematom S 3..28
Talus S 4..30
Tetanusprophylaxe A 2..18
Thorax S 2..10
Thromboseprophylaxe A 2..19
Tierbiß A 2..8
Tierbisse A 2..15
Trochanter major S 4..4
Umgipsen A 5..2
Unterarmschaftbruch S 3..12
Unterschenkelfraktur S 4..19
US-Bruch distal S 4..21
Verbrennungen A 3.
Verstauchung A 4..2
Wadenbeinfraktur S 4..20
Waschen A 2..1
Wiederbestelltermin A 1..6
Wirbelsäule S 2..1-
Wundausschneidung A 2..1
Wundkontrollen A 2..10
Wundversorgung A 2.
Zahnverletzung S 1..11
Zehe S 4..25
Zerrung A 4..2

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