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Grundstudium
3. Semester
Einführung in die Syntax
Einleitung
Gegenstand der Syntax ist die adäquate Beschreibung von Sätzen, wie sie
aufgebaut werden (können). Es ist notwendig zu beschreiben, warum menschliche
Sprachen trotz ihrer syntaktischen Verschiedenheiten eine Gemeinsamkeit besitzen, die
sie als spezifisch menschlich auszeichnet.
Konstituentenstruktur
(Wiederholung von Sommersemester)...
Die Universale Grammatik, ist jene Grammatik, die aus angeborenen Prinzipien
besteht. Sie ist die Widerspiegelung der menschlichen Fähigkeit zum Sprechen
(=Sprachkompetenz). Alle Sprachen haben die gleichen Prinzipien, die die Sprachen
beschreiben. Es gibt aber manche Parameter, wie zum Beispiel die Tatsache, dass im
Deutschen das Subjekt obligatorisch ist, während im Griechischen fakultativ, die die
Sprachen differenzieren können. Ziel der Linguistik ist die Universale Grammatik zu
beschreiben und zu analysieren.
Eine Phrase besteht aus Wörter, die mit anderen Wörtern Einheiten bilden
können. Es ist zu unterschreiben, dass der Satz nicht nur aus einer Folge von Wörtern
besteht, sondern in höhere Einheiten gegliedert ist; Also, bei der Syntax gibt es eine
hierarchische Struktur. Sowohl einfache wie komplexere Gliederungseinheiten eines
Satzes (oder genereller eines „Syntagmas“) werden Konstituenten genannt.
Generative Grammatik
Klassifikation von Konstituenten
Nehmen wir den Satz „der Klempner kommt nicht“ an. Wir wollen diesen Satz
durch einen Baum beschreiben. Die Konstituenten dieses Satzes sind sowohl die Wörter
„der“ und „Klempner“, als auch „kommt“ und „nicht“. Wir können diese Konstituenten
graphisch mit verschiedenen Art und Weisen beschreiben. Die bekannteste Art und
Weise ist die so genannte IC – Analyse. Die Konstituenten, die man durch die Analyse
eines Satzes bekommt, werden unmittelbare Konstituenten genannt. Die IC-Analyse ist
die Zerlegung ohne Klassifikationen, d.h. ohne Klassifizierungen von NP, VP, PP, oder AP.
Der Satz kann so analysiert werden:

Der Klempner kommt nicht

Der Klempner kommt nicht

Der Klempner kommt nicht

Diese Form der Analyse heißt IC-Analyse.


Trotzdem kann man sehen, dass die IC-Analyse nicht die beste Gliederung sein
kann, wegen der Tatsache, dass man den jeweiligen Satz auch mit anderen Bäumen
zeichnen kann.
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So gibt es diese Art und Weise von Gliederung:

Der Klempner kommt nicht

Der Klempner kommt nicht

Dadurch kann man feststellen, dass es ungrammatisch ist. Eine solche Gliederung
ist falsch. Deswegen brauchen wir eine andere Form zur Analyse eines Satzes. Es gibt
Tests zur Feststellung, welche Konstituenten (Wörter) und Wortfolgen an einer
bestimmten Stelle im Satz gegeneinander ausgetauscht werden können. So gibt es die
folgenden Tests:

1. Substitutionstest/Ersetzungsprobe (=Αντικατάσταση)
z.B.: Die langen Pausen freuen mich.
Die lustigen Menschen freuen mich.
Also, „die langen Pausen“ und „die lustige Menschen“ sind Konstituenten.

2. Pronominalisierungstest (=Αντωνυµικοποίηση)
z.B.: Karin und Hans wohnen in Berlin.
Sie wohnen dort.
Also, „Karin und Hans“ und „in Berlin“ sind Konstituenten.

3. Tilgungstest/Eliminierungstest/Weglassprobe (=Παράλειψη)
z.B.: Peter wohnt in Frankfurt und Hans studiert in Frankfurt.
Peter wohnt und Hans studiert in Frankfurt.
Also, „in Frankfurt“ ist eine Konstituente.

4. Fragetest (=Ερώτηση)
z.B.: Peter wohnt in München.
Wer? Wohnt Wo?
Also, „Peter“ und „in München“ sind Konstituenten.

5. Koordinationstest (=Παράταξη)
z.B.: Ich habe einen Salat, und ein Glas Wein bestellt.
Also, „und“ verbindet die zwei Konstituenten und die Konstituenten sind die Wörter
„Salat“ und „Wein“. Oder besser zu sagen ist, dass die Konstituenten jene Wörter sind,
die als Antworten der Frage nach „was ich bestellt habe?“ stehen.

6. Permutationstest/Umstellungsprobe/Verschiebeprobe (=Μετακίνηση)
z.B.: Hans liest jeden Tag die Zeitung im Wohnzimmer.
Auch: Hans liest die Zeitung jeden Tag im Wohnzimmer.
Im Wohnzimmer liest Hans jeden Tag die Zeitung.
Jeden Tag liest Hans im Wohnzimmer die Zeitung.
Also, alle Wörter sind Konstituenten, denn sie aufgetauscht werden können.
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Die Idee der Phrasenstrukturgrammatik


Der Satz „die Vase steht auf dem Tisch“ kann so analysiert werden:

Die Vase steht auf dem Tisch

Die Vase steht auf dem Tisch

Die Vase steht auf dem Tisch

auf dem Tisch

dem Tisch

Diese Art und Weise von Analyse eines Satzes, durch die so genannte „IC-
Analyse“ zeigt uns, wie die Wörter kombiniert werden, also zeigt uns eine hierarchische
Struktur. Wichtig ist zu betrachten, dass mit der IC-Analyse keine Phrasen haben. Der
Begriff von Phrasen kommt des Begriffes von Konstituenten nicht vor. Dadurch
analysieren wir nur Wörter. Für bestimmte zusammengesetzte Konstituenten ist der
Begriff von Phrase notwendig. Wir unterscheiden zwischen:

NP (Nominalphrase), die aus einem Artikel und einem Nomen besteht.


VP (Verbalphrase), die aus einem Verb und einer NP oder PP besteht.
PP (Präpositionalphrase), die aus einer Präposition und einer NP besteht.
AP (Adjektivphrase), die aus einem Adjektiv und einer NP besteht.

Die Anwendung von Regeln gibt uns Sätze. Die obere Phrase „die Vase steht auf
dem Tisch“, wird jetzt durch Phrase beschreibt...

Satz

NP VP

Art N V PP

Präp NP

Art N

Der Begriff von Dominanz ist sehr wichtig für die Beschreibung der
Verbindungen zwischen den Wörtern (Konstituenten). Die Dominanzbeziehungen
zwischen N und NP, ist, dass N wird von NP dominiert, das die PP dominiert, die den Satz
dominiert. Die unmittelbare Dominanz wird so erklärt...
dass das NP unmittelbar nur das N dominiert, dass die VP unmittelbar nur die NP
dominiert, und dass der ganze Satz unmittelbar nur die VP dominiert. Also, die
Phrasenstrukturregeln sind die folgende:
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NP dominiert unmittelbar die Folge Art + N


VP dominiert unmittelbar die Folge V + NP/PP
PP dominiert unmittelbar die Folge NP + P
AP dominiert unmittelbar die Folge A + NP
S dominiert unmittelbar die Folge NP + VP

..., die die Phrasenstrukturgrammatik bilden. Wenn man die Konstituenten „Art“,
„N“, „V“, „P“, mit Wörtern ändert, dann bekommt man die terminalen oder lexikalischen
Regeln. Die Anwendung von diesen Regeln erzeugt Sätze, und dann die ganze Sprache.
Der Begriff von „Schwesterknoten“ spricht über 2 Knoten, die von derselben
Kategorie unmittelbar dominiert werden. Wenn wir z.B. die Knoten a, b und c haben, und
das b steht höher als a und c, sagen wir dann, dass a und c „Schwesterknoten“ sind, denn
sie werden von der selben Kategorie „b“ unmittelbar dominiert.
Grammatiken mit solchen Phrasenstrukturregeln nennt man
Phrasenstrukturgrammatiken (PS- Grammatiken). Diese Grammatiken tragen nicht nur
zur Erzeugung von Sätzen bei, sondern auch zur Erzeugung von Beschreibungsbäumen.

Zur Adäquatheit von Phrasenstrukturgrammatiken


Damit die Sprache Sätze generieren (oder auch erzeugen) können, muss sie
adäquat sein. Eine Grammatik jeder Sprache muss so...
1. Beobachtungsadäquat,
2. Beschreibungsadäquat, und
3. Erklärungsadäquat sein.
• Eine Grammatik ist beobachtungsadäquat, wenn sie die Erzeugung aller
grammatischen Sätze erlaubt.
z.B.: die PSG ist beobachtungsadäquat, weil sie die Möglichkeit hat, konkrete Sätze
zu bilden, in dem man die PS-Regeln verwendet.

• Eine Grammatik ist beschreibungsadäquat, wenn sie nicht nur beobachtungsadäquat


ist, sondern auch wenn sie Sätze und Phrasen korrekte Strukturen zuordnet.
z.B.: „der Mafioso erwürgt den Mann mit der rotten Krawatte“
Das bedeutet, dass entweder der Satz über das Mordinstrument sprechen will, oder
über „was der Mann trug“. Dieser Satz soll uns die Möglichkeit geben, mit zwei
verschiedenen phrasenstrukturellen Repräsentationen bilden zu können:

S S

NP VP NP VP

Art. Ν V ΝP PP Αrt. Ν V ΝP

Art. Ν Αrt. Ν PP
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“Ein mit vielen bunten Bildern und Möbeln gemütliches Zimmer”

NP

Art. N?
Ein
PP NP

P NP
Mit (vielen bunt Bil & Möb )
Art. N
Gemüt. Zimmer

a) viel + bunt Æ Bildern


b) viel Æ Bilder - Möbel, & bunt Æ Bilder
c) viel + bunt Æ Bilder – Möbel

a) NP

NP und NP

Art. Adj. N N
Viel bunt Bild Möbeln

b) NP

Art. NP
Vielen
NP und NP

Adj. N N
Bunt Bild Möbeln

c) NP

Adj. Adj. NP
Viel bunt
N und N
Bildern Möbeln
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Eine restriktive Theorie der Phrasenstruktur


Die PS – Regeln können durch die folgenden Prinzipien restringiert werden.

1. a)Das Kopfprinzip
Jede Phrase hat genau einen Kopf. Der Kopf jeder Phrase determiniert was für
eine Phrase ist. z.B.: wenn wir ein Verb als Kopf haben, dann sollen wir diese Phrase als
Verbalphrase bekommen.
b)Das Kopfvererbungsprinzip
Alle morphologischen Merkmale der Phrase werden bei dem Kopf realisiert.
z.B.: Wir sahen Marias Bilder von Peter.
Die NP „Marias Bilder von Peter“ lässt sich so analysieren.

NP

NP NP
Marias Bilder von Peter
N PP
Bilder von Peter
P NP
von Peter

SOS: Kopf einer Phrase muss nur eine lexikalische Kategorie und nicht eine
phrasale Kategorie sein. Die lexikalischen Kategorien können mit phrasalen Kategorien
kombiniert werden.

2. Das Projektionsprinzip
Der Kopf ist zu projektieren. Die ganze Phrase ist die maximale Projektion
(Xmax). X steht für die jeweilige Phrase. Jeder Kopf wird mit anderen Elementen
kombiniert und bildet höhere Einheiten.
3. Das Phrasenprinzip
Jeder Nicht-Kopf ist eine Phrase. Das was nicht Kopf ist, soll eine Phrase sein.
4. Das Ebenenprinzip
Die Struktur muss nicht linear, sondern hierarchisch realisiert werden.

Trotzdem kann man sehen, dass es kein Platz für Elemente, wie z.B.:
Konjunktionen, oder Fragewörter, gibt. Ebenfalls muss man berücksichtigen, dass die
oberen hierarchischen Strukturen erlauben, dass in der Phrase, die wir analysieren
sollen, viele Elemente geben können, die zu frei sind, damit wir richtige Sätze bilden
können. Deswegen brauchen wir eine andere Form zur Analyse der Phrasen, und mehr,
von den ganzen Satz.

Das X-Bar Schema


Durch das X- bar Schema haben wir raus gekriegt, was es heißt, allgemeines
sprachliches Wissen zu besitzen. Letztes Jahr haben wir das X- bar Schema in
Phrasenbeispielen verwendet. Jetzt, werden wir es auf den ganzen Satz benutzen.
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Das X- bar Schema

XP*

Spez X’

Xo YP (Komplement)

XP= Jede Phrase „X“ steht für alle möglichen Arten von Phrasen (NP, VP, AP, PP)
Spez= Damit beschreibt man, dass der Satz oder die Phrase dort beginnt, und keine
höhere Kategorie stehen soll.
X’= Jede Phrase besteht aus einem X’ Kategorie, d.h. eine Zwischenkategorie.
Xo= Jede Phrase muss unbedingt einen Kopf haben. Zusätzliche Ergänzungen (YP) können
links oder rechts dem Kopf stehen.
YP= Diese Phrase spielt die Rolle des Komplementes des Kopfes. Es ist unbedingt eine
Phrase.

Durch das X- bar Schema nehmen wir manche bedeutungsvolle Regeln. Diese sind
die folgenden:
1. Kopfregel
2. Komplementregel - obligatorisch
3. Spezifikatorenregel

4. Adjunkt(ions)regel - fakultativ

Verwendung von Regeln auf eine Phrase:

Die lustigen bunten Bilder des Ausflugs


NP

Art. N’
(Spezifikator)Æ Die Fakultativ
AP N’
lustigen
Adjunkten AP N’
bunten
No PP
Bilder des Ausflugs (Komplement)

Kopf der Phrase

Anwendung von Regeln auf den Satz:


„die gewaltige Zerstörung der Stadt“
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Die gewaltige Zerstörung der Stadt

NP

Art. N’
Die
AP N’
gewaltige
No NP
Zerstörung der Stadt

Also, das kann für jede Phrase gelten.


Deswegen haben wir die folgenden Regeln:

1. Χο Æ (Ν,Α,V,P) Kopfregel
2. X’ Æ Χo + YP Komplementregel
3. XP Æ Spez + X’ Spezifikatorenregel

4. X’ Æ X’ + MP Adjunkt(ions)regel
Modifikator

SOS: Der Hauptunterschied zwischen Komplement und Adjunkt ist, dass die Adjunkten
eine weitere X’ Projektion bilden können. Ebenfalls muss das Komplement neben dem
Kopf stehen, und zwischen denen kann man nichts hinzufügen, während Adjunkten frei
zur Hinzufügung sind.
Die Prinzipien stehen in einem Zusammenhang. Wenn man sie im Zusammenhang
sieht, dann kann man in solches Schema die Grammatik formulieren. Das Universelle
Schema kann alle Phrasen aller Sprachen beschreiben. Die erste wichtigste Kategorie,
die ein Kopf braucht, ist die Ergänzung. Solche Elemente, die verschiedenen Kategorien
auftreten, werden Komplemente genannt. Die Beziehung zwischen den Kopf und sein
Komplement ist eine enge Beziehung. Man darf kein Element zwischen denen hineintun.
Die erste wichtigste Kombination ist jene des Kopfes mit dem Komplement. Diese
Kombination ergibt die erste X’ Kategorie. Die Komplementregel ist nur eine phrasale
Kategorie. Es ist immer eine Phrase. Eine X Phrase besteht aus einem Spezifikatoren und
eine X’ Kategorie.

Die Peripherität des Kopfes


Der Kopf einer Phrase ist immer periphär, d.h., dass es rechts oder links des
Komplementes stehen kann. SOS: Die Komplexität von Sätzen befindet sich nicht an der
Adjunktionsregel, denn damit haben wir keine höhere Projektion. Elemente, die
Adjunkten sind, sind weglassbar.

Trotzdem gibt es Daten, die uns zeigen, dass eine PS-Grammatik adäquat ist
aber auch nicht adäquat. Nicht restriktiv, beschränkend genug. Das Charakteristikum
unserer Sprachen ist, dass die Kreativität besitzen, beliebig lange Sätze bilden zu
können.
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Anwendung des X- Bar Schemas auf Phrasen


Verbalphrase
VP Regeln: Vo = Kopf der Phrase
V’ = Vo + PP
Spez V’ VP = Spez + V’
Ø
Vo PP
wartet auf den Bus
Präpositionalphrase
PP Regeln: Po = Kopf der Phrase
P’ = Po + NP
Spez P’ PP = Spez + P’
fast
Po NP
ohne Geld
Adjektivphrase
AP Regeln: Ao = Kopf der Phrase
A’ = Ao + PP
Spez A’ AP = Spez + A’
ganz
Ao PP
zufrieden mit der Arbeit
Nominalphrase
NP Regeln: No = Kopf der Phrase
N’ N’ = No + PP
Spez Adj(MP) N’ NP = Spez + N’
die große N’ = N’ + MP (fakultativ)
No PP
Lust zum Spielen
Satz
S

NP VP’

N’ Vo NP
brauche
No N’
Ich
No
Geld
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Er kauft Autos aus Deutschland


S

NP VP
Er kauft Autos aus Deutschland
Spez N’ Vo NP
Ø kauft Autos aus Deutschland
No Ø Spez N’
Er Ø
AP N’
(schnellen) Autos aus D
No PP
Autos aus D
Über Komplemente:
-die Zerstörung der Stadt.
-die Lust zum Spielen.
-der Mann, der dort sitzt.

Damit man sehen kann, was Komplement ist, bemüht man sich darum, etwas
zwischen den Kopf und die Komplement hinzuzufügen.
So haben wir:
Die gewaltige Zerstörung der Stadt von den Feinden. - Richtig!
Die gewaltige Zerstörung von den Feinden der Stadt. – Falsch!
Also sieht man, dass zwischen denen nichts stehen darf.

Die gewaltige Zerstörung der Stadt von den Feinden


NP

Spez N’
Die
AP (Adjunkt) N’
gewaltige
N’ PP (Adjunkt)
von den Feinden
No NP
Zerstörung der Stadt

SOS: Bei den Verbalphrasen im Deutschen, muss den Spezifikatorenplatz leer bleiben.
Deswegen, sagen wir, dass das Verb in der deutschen Sprache immer in dem zweiten
Platz steht.
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Wartet auf den Bus

VP

Spez V’
Ø
Vo PP
wartet auf den Bus

Die Satzstruktur im Deutschen

Bis jetzt haben wir nur Phrasen und einfache Sätze durch das X-Bar Schema
analysiert / beschreibt. Gleichzeitig haben wir beobachtet, dass es genug nur für
einfache Sätze, die im Präsens oder Präteritum stehen, ist. Es gibt, dennoch, Sätze, die
entweder im (Plusquam)Perfekt stehen, oder die ein Modalverb haben können, oder auch
Nebensätze, die als Komplement des Hauptsatzes stehen.
Das Verb im Deutschen lässt sich in die drei folgenden Positionen auftreten. In
die erste Position (V1) des Satzes, wenn es um Aussagesätzen, W-Fragen und Satzfragen
geht, in die zweite Position (V2) des Satzes, wenn es um Hauptsätze geht, und in die
letzte Position (Vletzt) des Satzes, wenn es um Nebensätze geht.
Im Vorfeld (=πρόσθιο πεδίο) dürfen nur Subjekte (NP), ganze Phrase oder W-
Wörter, oder auch nichts (Ø) stehen. In der linken Klammer (=δεύτερη θέση) dürfen nur
finite Verben (=ρήµατα που κλίνονται) oder Konjunktionen stehen, wenn es um
Nebensätze geht. Im Mittelfeld (=µεσαίο πεδίο) dürfen alle Objekte, Phrasen, noch
Adjunkten und Subjekte, wenn es um Nebensätze geht. In der rechten Klammer
(=τελευταία θέση) dürfen nur entweder infinite Verben stehen, wenn es um Hauptsätze
geht, oder finite Verben, wenn es um Nebensätze geht. Es gibt auch das Nachfeld, wo
temporale und örtliche Informationen stehen können, oder häufig nur Nebensätze.

Das topologische Modell


Versuchen wir jetzt, unsere Erkenntnisse auf die konkrete Analyse eines Satzes
des Deutschen anzuwenden. Das X-Bar Schema sieht vor, dass nur ganz bestimmte
Strukturen möglich sind. Daher ist es wichtig zu untersuchen, ob dieses Schema auch
für Sätze, die andere Elemente haben, wie z.B. Hilfsverben, oder Modalverben, zu
verwenden ist. Nennen wir jetzt das Hilfsverb als Auxiliär.
Nehmen wir zum Beispiel den Satz „auf dem Tisch steht eine Vase“ an. Die
Analyse von Konstituenten „auf dem Tisch“, und „die Vase“ ist unproblematisch. Was es
für uns wichtig ist, ist die Verbindung des Subjekts und des Objekts mit dem Verb zu
einem Satz. Nehmen wir zum Beispiel die folgenden Bäume.
S S

NP AUX VP NP ?

AUX VP

Das erste Baum ist für uns problematisch, denn wir wollen keine lineare Struktur
haben. Das zweite aber, erinnert uns daran, dass es eine Beziehung mit dem X Bar
Schema hat.
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Die Auxiliärverben spielen eine sehr wichtige Funktion im Satz. Zum Beispiel sagt
man, dass „hat/hatte“ – obwohl sie keine grammatische Bedeutung haben, eine wichtige
Flexionsrolle im Satz spielen, oder dass „muss/musste“ nicht nur modal, sondern auch
temporal sein können. Ebenfalls, dass die infinite Verben eine semantische Bedeutung
haben, aber so sind sie nicht Träger von Tempusmerkmalen.
Durch das X-Bar Schema wissen wir, dass das Verb „steht“ zusammen mit seinem
Komplement, die PP „auf dem Tisch“, eine V’ Kategorie bilden. Daher ist es sehr wichtig
zu sehen, was gilt in der Struktur des Satzes, wenn es im Satz ein Auxiliär steht. Man
sägte einfach, dass der Satz „auf dem Tisch hat eine Vase gestanden“, keine
hierarchische Strukturrepräsentation hätte.
Also; dass der ganze Satz eine subkategorisierte Einheit der Projektion V’ ist.
V’

PP V NP V
auf dem Tisch hat eine Vase gestanden

Dieses Modell, das uns an einer linearen Analyse erinnert, heißt „topologisch“.
Wir versuchen jetzt klarzumachen, wie unsere vorherige Kenntnis mit diesem Ansatz
kombiniert werden kann. Erstens sagen wir, dass der Satz in bestimmte Bereiche, die
„topologische Felder“ gegliedert ist. Dies sind im Deutschen das Vor-, Nach- und
Mittelfeld. Zwischen Vor- und Mittelfeld steht die linke Satzklammer, und zwischen
Mittel- und Nachfeld steht die so genannte rechte Satzklammer.
Damit generalisieren wir die folgenden Regeln,
1. dass das Hauptverb (finites Verb) eines Satzes nur in der linken oder rechten
Satzklammer stehen darf,
2. dass die linke Satzklammer nur durch das finite Verb besetzt sein darf, das
Träger von Kongruenz- und Tempusmerkmalen ist, oder darf auch durch eine
satzeinleitende Konjunktion besetzt sein,
3. dass im Vorfeld nur ein Satzglied, während im Mittelfeld beliebig viele stehen
darf.

Bei der Generativen Grammatik bezeichnet man die Auxiliärverben als INFL
(Flexionsverben), die auch Träger von Tempus- und Kongruenzmerkmalen sind.
(Kongruenz = Übereinstimmung zwischen Person und Numerus)
Also:

NP ?

INFL = Io VP

Diese Feststellung hat viele positive Konsequenzen für unsere Analyse.


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Also; der Satz im Deutschen kann so analysiert werden:

S=IP (Inflexionsphrase)
Agr = Agreement = Kongruenz

IP Regeln: Io= Kopf der Phrase.


(+Tempus & + Agr)
NP I’ I’= Io + VP
Spez = NP
Io VP

Wendet man diese Regeln auf einem Satz, bekommt man die Regeln des X Bar
Schemas. Konsequenzen dieser Beobachtung:
o VP Æ tatsächlich kann ein Modal- oder Hilfsverb sein.
o Subjekt Æ Spezifikatoren der Phrase, des Satzes.
Die IP (Satz) dominiert unmittelbar das Subjekt (Spezifikatoren). Also, es soll
übereinstimmen.

IP

NP I’

Spez N’ Io VP
Der hat
No NP Spez V’
Student der Linguistik Ø
NP Vo
bestanden
Spez N’
die
No YP
Prüfung Ø

Statt „hat“ und „bestanden“, könnten „muss“ und „bestehen“ auftreten.


IP

NP I’

Spez N’ Io VP
Ø hat/muss
No YP Spez V’
Hans Ø Ø
NP Vo
gelesen/lesen
Spez N’
das
No MP
Buch Ø
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Der Satz dominiert sowohl das Subjekt, als auch alle verbale Elemente.

Inflexionsphrase & Nebensatz


?

Konjunktion IP
Als/ob
Spez I’
Hans/er
VP Io
NP V’ hat/muss

NP Vo
das Buch gelesen/lesen

Io = funktionales Element = Träger von Kongruenz & Tempusmerkmalen

Das generative Modell


In diesem Modell nutzen wir aus nicht nur die Generalisierungen des
topologischen Modells aus, sondern auch die Regeln des X Bar Schemas. Danach müssen
wir klarmachen, dass die Elemente „hat und „gestanden“, des Satzes „die Vase steht auf
dem Tisch“, nicht einzelne Einheiten sind, sondern dass wir sie als ein Element, ein
Konstituente betrachten sollen. Das bedeutet, dass wir sie zusammen betrachten muss.
Mit diesem Modell ist es so zu sehen, warum die Syntax in deutsche Sätze so ist,
und wie sieht die Struktur des deutschen Satzes. Nennen wir jetzt als COMP Æ Co. C
steht für Complementizer (=Komplementizer= συµπληρωµατικός δείκτης), oder für
Konjunktionen, die Köpfe sind, weil sie lexikalische Elemente sind. Sie nehmen ganze
Sätze als Komplemente.

CP Co= Konjunktionen
C’ = Co + IP
Spez C’ CP = C’ + Spez
Vorfeld
Co IP (Komplement)
Konjunktionen
Spez I’

VP Io (Kopf + Tempus & + Agr)


Mittelfeld V’

NP Vo

Alle Strukturen im Deutschen sollen aufgrund dieser Tiefenstruktur erzeugt


werden. Damit man andere Strukturen bekommt, braucht man Transformationen des
Satzes. Es gibt zwei Art und Weisen von Bewegungen:
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Finitumvoranstellung – Besetzung der linken Satzklammer


Wenn Konjunktionen vorhanden sind, dann bleibt das infinite Verb auf der
letzten Position des Satzes. Wenn es aber keine Konjunktionen gibt, dann ist das finite
Verb gezwungen, auf der Stelle des Co zu kommen. Das nennt man „Voranstellung des
Finitums“.
Wenn wir uns klarmachen, dass die folge [infinites + finites Verb] eine
Konstituente ist, dann können wir mit den Begriffen des topologischen Modells sagen,
dass das finites Verb aus der rechten, in der linke Satzklammer verschoben werden ist.
z.B:
hat
die Vase auf dem Tisch gestanden —

Also; Io Æ Co Dadurch bekommt man die Fragesätze.

Topikalisierung – Besetzung des Vorfeldes


Topikalisierung heißt die Bewegung einer Phrase in die Spezifikatorenposition der
CP. Also; XP Æ Spez CP

CP

Spez C’
Er
Co IP
dass
muss Spez I’
er
VP Io
muss
Spez V’

NP Vo
den Brief schreiben

Damit man den Satz voranstellt, braucht eine Bewegung. Man muss das Io in die
Co Position bewegen, die kein Konjunktion hat. Damit man jetzt den Satz topikalisiert,
braucht eine zweite Bewegung des Spezifikatoren (IP), in die Spez-Position der CP, die
leer ist. Dadurch, transformiert man ein Nebensatz in einem Fragesatz erstens, und
dann in einem Hauptsatz.
Zusammenfassung: Das X Bar Schema ist ein adäquates Schema, nicht nur für
die verschiedenen Ebene, sondern auch für die Phrasenebenen.

Co Æ linke Klammer
Io Æ rechte Klammer
Objekte, Adjunkten Æ Mittelfeld
Spezifikatoren Æ Vorfeld
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Elemente, die bewegt werden, lassen eine Spur (=eng „t“< trace) hinter. Die Spur
trägt einen Index (i). Dieses „i“ muss nicht nur bei „t“ stehen, sondern auch bei das
finites Verb.
Zum Beispiel:
Wenn wir etwas voranstellen, dann haben wir drei Möglichkeiten.

1. Entweder können wir Pfeile verwenden, um die Bewegungen zu zeigen, und


gleichzeitig eine leere Position lassen,

CP

Spez C’
Er
Co IP

muss Spez I’
---
VP Io
-----
Spez V’

NP Vo
den Brief schreiben

2. Oder können wir keine Pfeile verwenden, sondern nur Spuren und Index.

CP

Spez C’
Er j
Co IP
mussi
Spez I’
tj
VP Io
ti
Spez V’

NP Vo
den Brief schreiben

3. Zum Schluss können wir keine Pfeile verwenden, sondern nur Index und leere
Stelle.

Alle Phrasen sind zu topikalisiert.


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W-Bewegungen
Statt der Topikalisierung von Phrasen, kann man W-Fragen topikalisieren. Das kann
so werden:

1) Stellt man in die Stelle der zu topikalisierenden Phrase eine W-Wort.


2) Dann topikalisiert man das Wort.

Also: W-Bewegungen Æ XP Æ Fragen

CP

Spez C’
Co IP
muss
Spez I’
er
VP Io
Spez V’

NP Vo
schreiben
Was

Wir möchten gern die NP durch ein W-Wort ändern. So stellen wir dort das
Wort „Was“. Dann in die Co fällt der Konjunktion weg, so dass die Stelle leer bleibt.
Danach kann das Io dorthin vorangestellt werden. Dann müssen wir die NP „was“
topikalisieren. So stellt sich die NP in die Spez-Position der CP um.

„Bewege α” (move α)
Wie wir sehen, wird im Deutschen immer aus der IP herausgewagt. Dies
entspricht den Annahme, dass die deutsche Sprache eine „Verb-letzt-Sprache“ ist. Das
beschreibt man mit der Abkürzung „SOV“ (=Subjekt-Objekt-Verb), während zum
Beispiel die griechische, oder die englische Sprache SVO Sprachen sind.
Es ist wichtig zu sehen, dass, was bewegt wird und wohin etwas bewegt wird, in
die jeweilige Sprache verschieden ist. in der generativen Theorie bezeichnet man die
verschiedenen Bewegungen mit dem Begriff „Bewege α” (move α). Von diesem „Bewege“
ausgehend können wir das folgende syntaktische Modell erzeugen:
Syntax Lexikon
X Bar Schema Basis

D-Struktur (deep structure) oder Tiefenstruktur (Nebensätze)

Wirkung aus Bewegungen (Transformationskomponente)

S- Struktur (surface structure) oder Oberflächenstruktur (Hauptsätze)

Phonologie → ← Semantik

Erläuterung des Modells:


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Von der Anwendung von syntaktischen Regeln durch das X Bar Schema, und so
von dem topologischen und generativen Modell, auf das Lexikon, das man besitzt, ergibt
sich die Tiefenstruktur. Wenn man von der Tiefenstruktur andere Strukturen erzeugen
will, dann braucht man Bewegungen, mit denen kommt man bei der Oberflächenstruktur.
Diese letzte Struktur wird von phonologischen und semantischen Formen beeinflusst,
und so bekommt man die Grammatik einer Sprache.

Beschränkungen für Bewegung α:


o Man kann immer nur in leere Positionen bewegen.
o Eine lexikalische Kategorie (Kopf) kann nur von einer lexikalischen Kategorie
ersetzt werden. Also, „Kopf zum Kopf Bewegung“
o Bewegung von nicht lexikalischen Kategorien nur, wenn die Bewegung zur
einen „Nicht-Kopf“ Position ist. Also, XP → Spez.

SOS: Man hat die Möglichkeit nur die zweite und die dritte Beschränkungen
gleichzeitig formulieren. Wenn man etwas zu topikalisieren hat, und auch eine XP durch
eine W-Wort zu topikalisieren, soll man wählen. Man darf nicht gleichzeitig ein Element
topikalisieren und eine Frage topikalisieren. Jedes Mal muss man nur eine Topikalisierung
haben.

Statt man durch Bäume die Struktur eines Satzes repräsentieren zu können,
gibt es auch die Möglichkeit durch etikettierte Klammern es zu machen. z.B:
Für die Phrase „Hans muss für den Test lernen“, wenn man einen Nebensatz
bilden wollte, z.B: “dass Hans für den Test lernen muss“ ...macht das so:

Hans muss für den Test lernen


[CPHansC’ [IP [I’ [VP [V’lernen [PPfür den Test] ] ] muss] ] ]