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• kc-Berechnung aus Grundwert kc1.

1, Spanungsdicke h und Steigung mc


kc1.1 N ap
kc = in (mc = tan α); (h = f · sin κ); (b = )
hmc mm² sin κ
Daraus kann die Schnittkraft-Formel wie folgt abgeleitet werden: Fc = kc · A (A = b · h)

kc1.1
Fc = ·b·h in N oder Fc = kc1.1 · b · h1–mc in N
hmc
• kc-Berechnung aus Näherungsformel und Näherungsgeraden
Für Stahl (Baustahl) kann bei Spanungsdicken h zwischen 0,2 und 0,8 mm der kc-Wert näherungsweise
nach folgender Formel berechnet werden:
N
Näherungsformel kc = y · Rm in
mm²
y = Zahlenfaktor aus Näherungsgeraden (Bild 2/78)
Rm = Zugfestigkeit des Baustahls in N
mm²
Der Faktor y kann in Abhängigkeit von der Stahlsorte
und von der Spanungsdicke h mit Hilfe der entspre-
chenden Näherungsgeraden aus Bild 2/78 abgelesen
werden.

Bild 2/78: Näherungsgeraden für Stahlwerkstoffeb (Baustahl)

Übungsbeispiele:
1. Ermitteln Sie für Baustahl E295 / EN 10027-1 (Alt: St50 / DIN 17100) bei h = 0,4 mm den kc-Wert!
N N
kc = y · Rm = 5,2 · 500 = 2100
mm² mm²
2. Ermitteln Sie für Baustahl E335 / EN 10027-1 (Alt: St60 / DIN 17100) bei h = 0,3 mm den kc -Wert!
N N
kc = y · Rm = 4,2 · 600 = 2520
mm² mm²

2.4.7.4 Vorschubkraft
Die Vorschubkraft Ff wirkt gegen die Vorschubrichtung, das heißt, sie versucht den Vorschub der Schneide
zu hemmen. Beim Längsdrehen liegt die Wirkrichtung der Vorschubkraft parallel zur Drehachse des Werk-
stücks.
2.4.7.5 Aktivkraft
Die Aktivkraft Fa ist die Projektion der Zerspankraft F auf die Arbeitsebene (Bild 2/76). Sie ergibt sich als
resultierende Kraft aus der Schnittkraft Fc und der Vorschubkraft Ff; sie ist aktiv am Zerspanungsvorgang
beteiligt.
2.4.7.6 Passivkraft
Die Passivkraft Fp wirkt senkrecht zur Einstellrichtung des Drehmeißels. Sie versucht den Schneidkeil aus
dem Werkstoff des Werkstücks herauszudrücken. Beim Bearbeiten einer dünnen Welle kann eine zu große
Passivkraft (kleiner Winkel κ) zu einer Durchbiegung des Werkstücks führen. Die Welle wird dann fehler-
haft. Unter ungünstigen Umständen wird die Welle auch aus ihrer Einspannung gerissen (Unfallgefahr!).

Da der Passivkraft während des Drehvorgangs keine Bewegung zugeordnet ist, ist sie nicht aktiv am
Zerspanungsvorgang beteiligt. Man bezeichnet sie deshalb als passive Kraft oder Passivkraft.

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• Vierbackenfutter
Das Vierbackenfutter (Bild 2/109) unterscheidet sich
von einem Dreibackenfutter lediglich durch die Anzahl
der Backen sowie durch seine andere Verwendung.
Verwendung:
Zum Spannen von regelmäßig geformten vier-, acht-
und zwölfkantigen Werkstücken.

Bild 2/109: Vierbackenfutter

• Einspannregeln für das Spannen mit Spannfuttern:


1. Stufenbacken beim Spannen der Werkstücke nur soweit herausdrehen, dass das Plangewinde noch
voll im Eingriff ist.
2. Bei Dreibackenfuttern mit Keilstangengetriebe auf die Markierungsringe und den Sicherheitsstift achten.
3. Weit herausragende Werkstücke abstützen, z. B. durch eine Zentrierspitze oder den Setzstock.
4. Schmale Werkstücke unter Verwendung von geeigneten Unterlagen (Anlageringe) planparallel spannen.
5. Beim Bohren und Innenausdrehen auf den Durchlass des Futters achten.
6. Hohle, dünnwandige Werkstücke nicht verspannen.
7. Werkstücke mit empfindlicher Oberfläche sind durch Wickelbleche oder Spannbüchsen vor Beschädi-
gung zu schützen.

2.6.1.2 Planscheibe
Die Planscheibe (Bild 2/110) hat vier Spannbacken,
die durch Spindeln unabhängig voneinander verstellt
werden können. Die Spannbacken sind umkehrbar.
Außerdem hat die Planscheibe mehrere Langlöcher
zur Aufnahme der Spannschrauben.
Verwendung:
Zum Spannen von großen oder unregelmäßig ge-
formten Werkstücken.
Bild 2/110: Planscheibe

• Spannbeispiele (Bild 2/112)


Gegengewicht a) b) c)

Werkstück

Bild 2/112 a, b und c: Spannbeispiele für das Spannen auf der


Planscheibe

• Einspannregeln für das Spannen auf der Plan-


Bild 2/111: Planscheibe mit Gegengewicht
scheibe
1. Werkstücke zuerst leicht spannen.
Beachte: 2. Werkstücke möglichst genau ausrichten; dabei
Unregelmäßig geformte Werkstücke darf die Planscheibe nur von Hand durchgedreht
müssen durch Gegengewichte aus- werden.
gewuchtet werden (Bild 2/111). 3. Werkstücke fest spannen.

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2 – 37 Drehverfahren
Name
Klasse
Datum

• Verstellen des Oberschlittens (Bild 2/202)


Nach dem Schneiden des ersten Gewindeganges
wird bei diesem Verfahren der Oberschlitten um das
Maß der Teilung P in Vorschubrichtung verstellt.
Eine genaue Verstellung des Oberschlittens erreicht
man mit Hilfe einer Messuhr.

Bild 2/202: Verstellen des Oberschlittens

Beispielaufgaben:
1. Aufgabe: Es soll ein 3-gängiges Gewinde mit der Steigung Ph = 12 mm gedreht werden.
Berechnen Sie, um wie viel Zähne man das Antriebsrad zt (60 Zähne) bei jedem Teilschritt
verdrehen muss!

zt 60 Zähne
Lösung: Zahnverdrehung = = = 20 Zähne
Gangzahl 3

2. Aufgabe: Es soll ein 2-gängiges Gewinde mit der Steigung Ph = 8 mm gedreht werden.
Berechnen Sie, um wie viel Millimeter man den Oberschlitten verstellen muss! (Die Ober-
schlittenverstellung entspricht der Teilung P.)

Ph 8 mm
Lösung: P= = = 4 mm (Oberschlittenverstellung)
Gangzahl 2

2.8.5.2.6 Drehen von Linksgewinden


Linksgewinde werden von links nach rechts gedreht,
das heißt, von der Arbeitsspindel aus gesehen in
Richtung zum Reitstock hin (Bild 2/203).
Der Arbeitsvorgang ist derselbe wie beim Drehen von
Rechtsgewinden.
Vorschub

Bild 2/203: Vorschubrichtung beim


Drehen von Linksgewinden

2.8.5.2.7 Drehen von Innengewinden


Beim Drehen von Innengewinden ist der Arbeits-
vorgang sinngemäß derselbe wie beim Drehen von
Außengewinden.
Lediglich die Zustellung des Drehmeißels ist anders;
sie erfolgt von innen nach außen (Bild 2/204).

Zustellung

Bild 2/204: Zustellrichtung beim Drehen


von Innengewinden

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3 Instandhaltung von
– 1 Werkzeugmaschinen
Name
Klasse
Datum

Inhaltsverzeichnis Seite
3.1 ______________ Allgemeines ____________________________________________________________________________________ 107
3.2 ______________ Wartung und Pflege _____________________________________________________________________________ 107
3.2.1 ____________ Wartung _______________________________________________________________________________________ 107
3.2.2 ____________ Pflege _________________________________________________________________________________________ 109
3.3 ______________ Inspektionen ___________________________________________________________________________________ 109
3.4 ______________ Instandsetzung _________________________________________________________________________________ 110
3.5 ______________ Verbesserung_____________________________________________________________________________________ ...

3.1 Allgemeines
Durch die Instandhaltung soll die Funktionsfähigkeit (Sollstand) von Werkzeugmaschinen für eine möglichst
lange Zeitdauer erhalten bleiben. Die Funktionsfähigkeit soll bei einer Störung oder einem Defekt besonders
rasch wieder hergestellt werden, sodass die Unterbrechung bzw. die Maschinen-Ausfallzeit möglichst kurz
ist.
Allen Instandhaltungs-Arbeiten liegt der gemeinsame Gedanke zugrunde, nämlich von „Augenblicks-
Aktionen“ und „Eil-Reparaturen“ wegzukommen und die Arbeiten zur Instandhaltung soweit wie möglich
„planbar“ zu machen.
Für die Planbarkeit wird allerdings vorausgesetzt, dass die Zeitpunkte, zu denen die einzelnen Instand-
haltungs-Arbeiten erledigt werden müssen, dass der Arbeitsumfang und dass der Ersatzteile- und Hilfs-
stoffbedarf weitgehend überschaubar und beherrschbar sind. Ist dies der Fall, dann kann man die Instand-
haltungs-Arbeiten als planbare, beherrschbare und vorbeugende Maßnahmen bezeichnen. Somit trägt die
Instandhaltung zu einer besseren und wirtschaftlicheren Nutzung der Maschinen bei.
Die Instandhaltungs-Arbeiten werden nach DIN 31051 in folgende Einzelmaßnahmen unterteilt:

Instandhaltung

Wartung und Pflege Inspektion Instandsetzung

Maßnahmen zur Maßnahmen zur Maßnahmen zur


Bewahrung des Feststellung und Wiederherstellung
Sollzustandes Beurteilung des des Sollzustandes
Istzustandes

3.2 Wartung und Pflege


Regelmäßige Wartung und gründliche Pflege erhält die Genauigkeit, verlängert die Lebensdauer und ver-
mindert die Reparaturanfälligkeit der Werkzeugmaschinen.

3.2.1 Wartung
Als Wartung bezeichnet man die Arbeiten, die in regelmäßig wiederkehrenden Zeitabständen (Intervallen)
durchgeführt werden müssen.
Zu den häufigsten Wartungsarbeiten gehört das Schmieren. Das Schmieren kann durch eine zentrale
Schmiereinrichtung gleichmäßig und gleichzeitig erfolgen, was eine wesentliche Vereinfachung darstellt.

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