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Kyrytschenko Alöna 4-79

Beschreibung des Gemäldes

Autor: Albrecht Dürer


Museum: Museo del Prado
Jahr: 1507
Seit langer Zeit sind die Herzen und Köpfe der europäischen Künstler für das Bild
von Adam und Eva, den ersten Menschen auf der Erde, entflammt. Jeder versuchte
auf seine Weise, das Geheimnis von Eden zu begreifen, den Sündenfall und die
stille Versuchung auf Leinwand zu bannen. Albrecht Dürer war da keine
Ausnahme. Seinen ersten Stich "Adam und Eva" schuf er 1504, wobei er als
Material eine Kupferplatte verwendete. Und dann, 3 Jahre später, schreibt er dieses
Bild.

Trotz des banalen Themas finde ich das Bild sehr einzigartig. Im Zentrum
des Bildes geht es um die Entstehungsgeschichte und darum, was sie dem
Betrachter tatsächlich sagt. Dürer nahm die Arbeit nach seiner Italienreise auf, wo
er die Gelegenheit hatte, sich mit den Werken italienischer Genies vertraut zu
machen. Dazu gehörten Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci und Raphael.

Albrecht Dürer übertrug die Ideen der italienischen Renaissance auf die
deutsche Renaissance: einzigartig, unverwechselbar und unverkennbar. Adam und
Eva sind in den besten Traditionen der Renaissance dargestellt: die
Körperproportionen sind perfekt eingehalten, die Helden nehmen anmutige Posen
ein, ihre Körperlinien sind weich, gestockt.

Oben links wird Adam im Bild muskulös und stark dargestellt. Möglicherweise
hat sich Dürer bei der Gestaltung seiner Figur vom Körperbau des Apollo
inspirieren lassen.

Auf der linken Seite des Bildes ähnelt Eva in vielerlei Hinsicht Adam, auch ihr
Körper strahlt Kraft und Gesundheit aus, aber es ist zu beachten: die Winkel ihrer
Figur sind geglättet, sie wirkt sanfter und zarter, koketter. Dem biblischen Kanon
folgend, beugt sich der Schlangenbeschwörer von den Ästen des Baumes der
Erkenntnis zu Eva.

Im vorderen Teil des Bildes stellt Dürer beide Figuren wie in der
schmachtenden Blüte der Liebe dar - die Knospen erblühen mit der gleichen
Eleganz und Anmut.

Man darf auch nicht vergessen, dass Albrecht Dürer ein Mann von großem
Glauben war und für ihn eine solche Darstellung menschlicher Schönheit heilig
war, da Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Das erklärt die
Vollkommenheit von Adam und Eva, aber auch "irdische" Details finden sich in
ihnen wieder: Der Künstler stellte beide Helden mit einem Nabel dar.
Adam und Eva wurde zu einem ikonischen Werk für die nördliche Renaissance,
wie auch viele andere Werke Dürers, die auf überraschende Weise germanische
Strenge mit sakraler Feierlichkeit verbinden.

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