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PHOTO-KLÖSZ 1878; H A M P E L 1880, 349; Aus drei Scheiben und einem von der mitt­

MTÖK 1884, 70/5; H A M P E L 1894, 45, 2; leren Scheibe herabhängenden tropfenför­


V E N T U R I 1902, I I . Fig. 58; H A M P E L 1905, migen Anhänger bestehender Teil eines
I. Abb. 1071, II, 387, III. T. 281, 2; LÁSZLÓ Halsschmucks. Aufbau der Scheiben: dün­
1935, 31; C S A L L Á N Y 1956, 156/602; GA­ ne, runde Goldplatte mit Perldrahtrahmen.
R A M 1990c. In der Mitte runde Steineinfassung, ringsum
Perldraht. In zwei Einfassungen flache, dop-
74. UMBEKANNTER FUNDORT pelkegelstumpfförmige, grünlichgelbe Glas­
goldener Anhänger (Taf. 38. 3) einlage. Das leere Feld zwischen den beiden
OrnJank 59 ( = 62.155.104) N 383 Perldrahtreihen wird durch fünf (auf der
7,70 g einen Scheibe fehlt eines) schmale Bänder
Eintragung im Inventarbuch: „Juden aus gegliedert. Diese hielten ursprünglich eine
Óbuda haben das Stück von dortigen Ein­ Perlenreihe. Auf die Rückseite der Scheiben
wohnern gekauft und zum Verkauf feilgebo­ waren je vier diagonal angebrachte kleine
ten". Schlingen gelötet, die zum großen Teil abge­
Der Anhänger besteht aus zwei Teilen. Der brochen sind. Die Scheiben sind zusammen­
obere Teil ist ein scheinbeförmiges Verbin­ geklammert. A n der mittleren Scheibe hängt
dungsglied dem sich ein halbmondförmiger in Form eines verkehrten Wassertropfens ein
Blechanhänger anschließt. Aufbau des schei­ Anhänger mit Pfauenaugeneinfassung und
benförmigen Teils: am vorderen Rand der Perldrahteinrahmung. Im dreieckförmigen-
runden Platte großkörniger gegossener Perl­ Teil des Anhängers farblose Glasplattenein­
draht, ähnlicher auch um die in der Mitte lage. Am unteren Teil des Anhängers kleine
herausragende Zelle. Die beiden Perldraht­ Schlinge. A m unteren Teil der linken Scheibe
reihen waren ursprünglich mit vier, und sind neben der abgebrochenen Schlinge von der
derzeit mit drei schmalen, gewölbten Bän­ Vorderplatte her gebohrtes Loch. Die Farbe
dern verbunden. Diese hielten ursprünglich der durchbohrten Scheibe ist heller, als die
eine Perlenreihe. Unter der Einfassung ist die der anderen und ihre Oberfläche ist rauh.
Platte abgebrochen. An der Innenseite der Auf dieser Scheibe sind die Perldrähte grö­
Einfassung konkaves Blechfragment. An den ber, die Einfassung besteht aus zwei Hälften,
unteren Rand der Scheibe ist ein schmales ist gerade und nicht zerdrückt. Mit der be­
Band gelötet, an einer Stelle schadhaft. Das nachbarten Scheibe ist sie mittels einer senk­
Band verzieren Punktkreise, die durch eine recht stehenden Schlinge verbunden, deren
schräge Linie miteinander verbunden sind. Ende nicht so gehämmert ist, wie das der üb­
Das Seitenband hat unten und oben Schlin­ rigen Schlingen. Die Schlingen der mittleren
gen, ist von abgewetzten Klammern durch­ und der rechtsseitigen Scheibe sind auch
brochen, die in die Schlingen der auf die noch durch ein kleines Kettenglied ver­
Rückseite der Scheibe gelöteten Platte ein­ bunden. Die Rückenplatte der durchbohrten
haken (die eine mit auseinandergebogenen, Scheibe ist glatt, weniger zerdrückt, abge­
die andere mit flachgehämmerten Enden). wetzt, als die der übrigen Scheiben. Ob es
An die Klammer mit Schlinge und ausein­ sich um einen späteren Ersatz handelt?
andergebogenen Enden schließt sich mit Letztes Drittel des 7. Jh. Arbeit byzantini­
gerippter Blechöse der halbmondförmige schen Ursprungs.
Anhänger aus dickem Blech an. Dessen KOVÁCS 1974, 14-15; G A R A M 1978, 206-
Rückseite ist glatt, vorn in einem von dün­ 216, Abb. 1.
nem Draht umrahmten Feld einige Granula­
tionskörner und sich in Schlangenlinie win­ UNBEKANNTER FUNDORT
dende, aufgelötete Drahtverzierung. Die halbmondförmiger Anhänger eines goldenen
untere Schlinge und der halbmondförmige Ohrgehänges (Täf. 39. 2)
Teil sind aus gelberem Gold. 62.155.2. N288
Letztes Drittel des 7. Jh, Arbeit byzantini­ 5,40 g
schen Ursprungs. (Vielleicht identisch mit einer der Inven­
MTÖK 1884, 81/78; V E N T U R I 1902, II. Fig. tarnummern 88/1874. Unter diesen Num­
58; G A R A M 1980, 207, Abb. 2, 4. mern sind mehrere „ohrgehängeartige
Schmuckstücke" inventarisiert, unter denen
75. UNBEKANNTER FUNDORT sich die „halbmondförmige Antiquität" be­
Teil eines goldenen Halsschmucks (Taf. 38. 4) finden kann, die die Gebrüder Krausz 1874
87.3.1. (= K K O 58.88. B) N 883 verkauften. Aufgrund der Reg.Nr. 263/1874.)
7,32 g (mit Stein) In halbmondförmigem, gegossenem, durch­
Aus dem alten Material des Museums. brochenem Feld zwei einander rücklings ge-
genüberstehende Vögel (Tauben?). Auf der verzierten runden Platte. A m Rande der
Vorderseite sind die Flügel der Vögel pun- einen Seite (das dürfte die Vorderseite gewe­
ziert, auf der Rückseite unverziert. A m Ran­ sen sein) Perldraht. Im Feld drei konzentri­
de des Halbmondes mit der Platte zusam­ sche Zellen. Zwischen den beiden inneren
mengegossene gekerbte Bandimitation, an kleinere Zellen in Sternenform angeordnet,
die fünf Blechkugeln gelötet wurden. Der der Teil zwischen den beiden äußeren ist in
Ring des Ohrgehänges fehlt. An der einen acht Zellen aufgeteilt. In mehreren Zellen
Spitze des Halbmondes ist die zum Einhän­ farblose Glasplatteneinlage, in einer gerif­
gen des Ringes dienende Schlinge vorhanden. felte Goldfolie. An den Rand der runden
6. Jh., byzantinische Arbeit. Grundplatte ist ein geripptes Seitenband und
PHOTO-KLÖSZ 1878; ArchÉrt 14(1880) ein schmales, schnurverziertes Band. Auf
350. Abb. 75; MTÖK 1884, 70/7-8; H A M ­ dem Seitenband in diagonaler Richtung je
P E L 1894, 45, 3; V E N T U R I 1902, II. Fig. 58; zwei Schiingenösen, zwischen ihnen je drei
H A M P E L 1905, I. 371. Fig. 992; II. 388, III. kleinere Schlingen. Diese dürften die den
T 281, 3; LÁSZLÓ 1936, Täf. I X . 3-3a; Rand verzierende, einst vermutlich aus klei­
CSALLÁNY 1956,156/600. nen echten Perlen zusammengesetzte Perlen­
kette bzw. ihren Golddraht befestigt haben.
77. UNBEKANNTER FUNDORT Auf der Rückseite der Scheibe in der Mitte
goldenes Ohrgehänge eine runde Einfassung, um sie herum vier
(Taf. 39. 5-6) 2 St tropfenförmige Zellen, in zwei von ihnen und
67.4.4. N 869 in der mittleren runden Zelle farblose Glas­
9,65; 9,64 g (mit Stein) platteneinlage. Die tropfenförmigen Zellen
Erworben aus der Sammlung Herzog über sind mittels schmaler, blattförmiger gekerb­
das Museum für Kunstgewerbe. ter Blechplatten von einander geschieden
An einem ovalen Ring von rundem Quersch­ (eine fehlt). Das Stück dürfte Anhänger eines
nitt auf der Achse schwingender Anhänder. Ohrgehänges gewesen sein. In eine der
Auf dem den Anhänger haltenden Dorn über Doppelösen der Scheibe wurde mittels verbo­
der Achse ein kleiner, perlhaltender Dorn genen Eisendrahtes ein tropfenförmiger An­
(die Perle fehlt) mit verbogenem Ende, ein hänger mit Ö s e eingehängt. Dessen Grund­
ähnlicher auch am oberen Teil des Ringes, lage ist eine glatte Platte, auf deren Vor­
ebenfalls ohne Perle. Der Anhänger besteht derseite in der Mitte eine tropfenförmige
aus einem Perldrahtring, doppelkomischer Zelle gelötet ist, in ihr eine dunkelrote
Einfassung und dem sich nach unten ver­ Granatenplatte. Die Zelle in drei Reihen von
breiternden zylindrischen Mantel mit welli­ Perldraht umgeben.
gem Rand. Am Rande des Mantels Perldraht, 6. bzw. 6-7. Jh., byzantinische Arbeit, Mon­
der auf einem kleinen Stück fehlt. Der Man­ tierung in der Neuzeit.
tel ist die Einfassung eines zur Tropfenform MTÖK 1894, 82/80; H A M P E L 1894, 59, 3;
geschliffenen hell lilafarbenen Amethysts. H A M P E L 1905, III. T. 287, 3; I. 398, Fig.
Unter dem Stein ist die Achse zu sich flach 1074; CSALLÁNY 1956, 152/605; G A R A M
wegbiegenden Schlingen gehämmert. Der 1991a, Abb. 2,3.
den Mantel des Anhängers umrahmende
Perldraht ist stark abgewetzt. 79. U N B E K A N N T E R F U N D O R T (vielleicht
Letztes Drittel des 7. Jh. Umgebung von MAKÓ)
G A R A M 1980,157-174, Abb. 4,1-2. goldener Fingerring
(Täf. 40. 2)
78. UNBEKANNTER FUNDORT (PENTELE? 42/1907. N 887
= Dunaújváros) 11,93 g
goldener Anhänger Ankauf: von János Szabó, Makó, 1907
(Taf. 40. 1) Breiter Bandring mit aufeinander gehämmer­
OrnJank 60 (= 62.155.8) N 375 ten Enden. Der Kopfteil verbreitert sich zur
9,36 g (mit Stein) Kreis form, auf die eine aus zwei Reihen
Eintragung im Inventarbuch: „Im Komitat Perldraht, aus Granulationskörnern, aus mit
Fejér in der Stadt Pentele an der Donau von Granulation verzierten und durch Bögen ver­
dortigen Fischern gefunden". bundenen Säulchen bestehende, durchbro­
Der Anhänger besteht aus zwei Teilen, die chene, herausragende Verzierung gelötet ist,
vermutlich im vorigen Jahrhundert mit Hilfe die in der Mitte an der Stelle des Steines eine
eines gebogenen Eisenstäbchens zu einem Goldplatte abschließt. Abgewetztes Stück.
Anhänger zusammenmontiert wurden. Der 6-7. Jh., byzantinische Arbeit
eine Teil besteht aus einer auf beiden Seiten erste Mitteilung
80. UNBEKANNTER FUNDORT leere Steineinfassung. Auf der Achse des
goldene Pseudoschnalle Schnallenrahmens ist ein breites, gekerbtes
(Taf. 41.1) Band gebogen, am oberen Rand ein geschla­
OrnJank 56 ( = 62.155.107) N8 genes rundes Loch.
28,72 g Ende des 6. bzw. Anfang des 7. Jh.
Ankauf: aus der Sammlung Jankovich LÁSZLÓ 1955, PL LVII.5; CSALLÁNY
Den Beschlag der Pseudoschnalle bildet eine 1956,155/592; KISS 1988a, 82 (bezeichnet als
dicke wappenförmige Platte, deren mittlerer Fundort den Wohnort des Kunsthändlers,
Teil zur Wappenform gewölbt ist. A m Rande Német Pa Ián ka = Backa Palanka).
der Vorderplatte eine Reihe von Blech­
kugeln. In der Mitte des Feldes ein kleinerer
wappenförmiger Schild, gepreßt, mit her­ 82. UNBEKANNTERFUNDORT
abgebogenem Rand, in der Mitte verschie­ Rahmen einer goldenen Pseudoschnalle
dene ausgeschnittene Muster. In der Achse (Taf. 4 L 3)
des mittleren rhombusförmigen Ausschnittes 124/1878. N7
Perldraht. A n den unteren Rand des Schnal­ 11,30 g
lenbeschlags ist ein gekerbtes Band gelötet. Ankauf: von Ármin Redlich, 1878
Der Schnallenbeschlag ist mit dem Schnal­ Gegossener Schnallenrahmen zweifacher
lenrahmen durch ein die Achse des Schnal­ Hufeisenbogen, profiliert, die Rückseite kon­
lenrahmens überwölbendes gekerbtes Band kav. Der gegossene Schnallendorn von drei­
verbunden. Der Schnallenrahmen ist ge­ eckigem Querschnitt wurde gesondert ange­
gossen, hat doppelten Hufeisenbogen, ist lötet. A m Fuße des Dorns leere, rechteckige
profiliert. A m Rande dreifaches Zopfmus­ Steineinfassung. An beiden Seiten des Dorns
ter, weiter oben graviertes Keilmuster, die gegossene, runde, leere Einfassungen. Auf
runden „Augen" o. Zellen in der Mitte sind der Achse des Schnallenrahmens breites
von Einkerbungen umgeben. Der unbewegli­ umgebogenes Blechband, das bei der Achse
che Schnallendorn von dreieckigem Quersch­ gekerbt ist. A n seinem glatten, brüchigen,
nitt wurde gesondert angelötet. In der Mitte oberen Rand ist die Hälfte eines Nietnagello­
des Schnallendorns ein scharfer Grat, da­ ches sichtbar.
neben an beiden Seiten Einkerbungen, an Ende des 6. bzw. Anfang des 7. Jh.
seinem Fuße eine steinhaltende leere Zelle. MTÖK 1884, 89/136 (auch Riemenzunge
Zur Befestigung der Pseudoschnalle dienten ist erwähnt!); LÁSZLÓ 1955, PL LVII. 6;
drei an die Rückseite des Schnallenbeschlags CSALLÁNY 1956,155/592; KISS 1988a, 84.
gelötete, lange Schiingenösen. Der dem
Schnallenbeschlag nähere Teil der .Augen" 83. UNBEKANNTER FUNDORT
des gelenkig beweglichen Schnallenrahmens goldene kleine Riemenzunge (sog. Mauthner-
ist durch die Kugelreihe an der geraden Seite Riemenzunge)
des Schnallenbeschlage stark abgewetzt. (Täf. 42.1)
Ende des 6. bzw. erste Hälfte des 7. Jh. 85.2.1. N881
MTÖK 1884, 69/1; LÁSZLÓ 1955, Pl. 6,21g
LVII.4; C S A L L Á N Y 1956, 155/592; BONA Ankauf: von Gyula Szőllősy (seine Frau verw.
1982-83,82-85, Abb. 1; KISS 1988, 83-84. Frau László Mauthner), Budapest, 1985
Aus Doppelblech, mit Seitenband. Am Ran­
81. UNBEKANNTER FUNDORT de der Deckplatte großkörnige Granulation.
Rahmen einer goldenen Pseudoschnalle Das innere Feld ist von kleinkörniger Gra­
(Taf. 41.2) nulation umrahmt, im Feld in sieben Reihen
86/1889. N 6 in Rhombus form angeordnete Granulations­
16,25 g körner. Unter den beiden Granulations­
Ankauf: von Adolf Wolff, 1889 reihen des oberen Randes rundes Loch für
Gegossener Schnallenrahmen zweifacher Hu­ den Nietnagel. Um das Loch herum eine
feisenbogen, profiliert, die Rückseite konkav. herausragende runde Steineinfassung, rings­
Der gegossene, gekerbte Schnallendorn von um Granulation. Die Rückplatte ist glatt,
dreieckigem Querschnitt wurde gesondert zerdrückt, brüchig, unvollständig. Auf dem
angelötet. A n beiden Seiten des Doms je eine Seitenband gepreßtes Ährenmuster. Die
sich kegelartig erhebende, mit gravierten Zusammenfügung von Vorder-, Rücken- und
Einkerbungen verzierte, in der Mitte löchrige Seitenplatte ist kaum zu sehen, fast spurlos.
Einfassung. Vor dem geraden Rand des Rah­ Die Riemenzunge ist stark abgewetzt.
mens verwischt, gravierte, tropfenförmige 6. Jh. bzw. erste Hälfte des 7. Jh.
Verzierung. A m Fuße des Dorns rechteckige, G A R A M 1988,159-172.
84. UNBEKANNTER FUNDORT Blechunterlage zusammen gepreßt worden
goldener Gürtelbeschlag mit Ringanhänger sein. Die Ränder des Beschlags sind nach un­
(Taf. 42. 2) ten gebogen. In der Mitte gewölbte. Steinein­
62.155.11. N459 fassungen durch Pressen imitierende Felder.
9,33 g Letztes Drittel des 7. Jh.
Aus dem alten Material des Museums. G A R A M 1980,170, Abb. 5. 5.
Aus dickem Blech ausgeschnittener, zwei­
schichtig gebogener, länglicher Beschlag, 88. U N B E K A N N T E R F U N D O R T (sog.
beim gebogenen Teil profiliert, mit drei Niet­ Jankovich-Goldstücke)
nägeln zusammengefaßt. Um die Nägelköpfe goldene Schnalle (Taf. 43. 1)
Perldrahtrahmen. Der dicke, geschlossene OrnJank 51a. N3
Ringanhänger des Beschlags ist abgewetzt. 56,5 g
Zweite Hälfte des 7. Jh. Ankauf: aus der Sammlung Jankovich
G A R A M 1984, 94, Abb. 4. Breiter, ovaler, profilierter, gegossener
Schnallenrahmen mit Schild auf dem Schnal­
85. UNBEKANNTER FUNDORT lendorn, der durch einen dicken Draht
goldener Scheidenbeschlag (Täf. 42. 3) mit der Achse des wappenförmigen Schnal­
N49 lenbeschlags verbunden ist. Schnallenbe­
8,05 g schlag, Rahmen und Dornschild sind mit
Aus dem alten Material des Museums. gezahntem Flechtband verziert, im germani­
Die Deckplatte der Scheide ist aus Blech ge­ schen Tierstil II. Die Rückseite des Schnal­
preßt, mit Punkt-Komma-Ornamentik von lenbeschlags ist glatt, die des Ringes konkav.
byzantinischem Typ verziert. Die Ränder der Zur Befestigung dienten drei lange Nägel mit
glatten Rückenplatte fügen sich zur Seiten­ kleinen Halbkugelköpfen.
platte aufgebogen, der Vorderplatte an. Der
obere Rand der Rückenplatte ist gerade, mit goldener Beschlag (Taf. 43. 2)
kleinem, wülstigem Rand, am unteren Rand Orn Jank 50 ( = 62.155.98) N 291
verkehrt „U"förmiger Einschnitt mit Rand. 5,86 g
Der untere Rand der Vorderplatte ist in Leicht rhombusförmiges, dickes Blech, mit
konkavem Bogen geschnitten, der Rand des abgeschlagenen Rändern. A n der Oberfläche
Ausschnitts ist nicht verarbeitet. geometrisches Muster im Stile der gezahnten
Byzantinische Arbeit, 6. Jh. Variation des II. germanischen Tierstils. Glat­
H A M P E L 1894, 5, la-b; H A M P E L 1905. III. te Rückseite. A n den vier Ecken je ein Nagel­
T. 261,1 a-b; L Á S Z L Ó 1955, Pl. L I X . (bei loch, in einem langer Nietnagel mit flachem
beiden Autoren irrtümlich als aus Kunágota Kopf und zerhämmertem Ende.
stammend mitgeteilt). Identifizierung durch I. B O N A im Jahre
1980.
86. UNBEKANNTER FUNDORT
goldene Agraffe (Taf. 42. 4) 2 St goldene Riemenzunge (Taf. 43. 3)
55/1878.1. N583 OrnJank 51b. N5
2,71 g (2 St) 22,10 g
Ankauf: von Jakab Krausz, 1878 Mittelgroße Riemenzunge mit Tülle, paralle­
Rundes Blech mit gepreßtem Rosettenmus­ len Seiten und unten abgerundetem Ende.
ter. An einem Stück ein Haken, am anderen Ihr Längsrand ist vom oberen Scheidenteil
eine Drahtschlinge zum Zusammenschließen nach unten kantenlos, von germanischem
der Agraffe. A n den Rändern je zwei Löcher Typ. Die Oberfläche ist mit gezahntem, stili­
zum Annähen. sierte Tierfiguren zeigendem Flechtband in
Ende des 7. bzw. Anfang des 8. Jh. schmalem Rahmen verziert. Unter dem obe­
G A R A M , 198,17, Abb. 5,1-11. ren Rand zwei Löcher für die Nietnägel.

87. UNBEKANNTER FUNDORT goldener Sattelbeschlag (Taf. 43. 4)


goldene Verzierung (Taf. 42. 5) OrnJank 49. N4
67.4.3. N 868 15,35 g (mit Steineinlagen)
0,35 g Hälfte einer Vogelfigur mit Eberkopf. Ihr sti­
Vom Museum der Bildenden Künste über­ lisiertes Vorderbein endet in Krallen. Dünnes
nommen, aus der Sammlung von Lóránd Gußstück, unten mit Rand. A n der Oberflä­
Bäsch. che längsgerichtete und die Hügel, den
Gepreßter Blechbeschlag mit geschweiften Schenkel betonende tropfenförmige Vertie­
Seiten. Ursprünglich dürfte er mit bronzener fungen, mit Zähnelung verziert. A n fünf Stel-
len, beim Auge, am Flügel und am Schenkel b. JÁNOSHIDA-Tótkérpuszta (Komitat
dünne Almandinplatten-Einlagen. Die Plätt­ Szolnok) Grab 131
chen wurden von der Hinterseite her ein­ goldenes Ohrgehänge
gesetzt und dann wurden unter sie auf der (Taf. 47.10-11) 2 St
Rückseite dünne Goldplättchen gelötet. Auf 3/1934.1. N709
der Rückseite sind die Vertiefungen der Vor­ 2,90 g (2 St)
derseite verwischt zu sehen. Am Rand ring­ Ausgrabung: N. Fettich, 1934
sum sechs Löcher zum Befestigen, die Niet­ Dünner Ring von rundem Querschnitt, etwas
nägel fehlen. oval gebogen. A n den unteren Teil des Ringes
schließt mit Granulation ein kurzer Blech­
Datierung der Jankovich-Goldstücke: Ende zylinder, an diesen mit Granulationskranz
des 6. bzw. Anfang des 7. Jh. eine schadhafte Blechkugel an. E s ist mög­
MTÖK 1884, 70/2; H A M P E L 1897, 225; lich, daß dies eine Perle haltender Metall­
H A M P E L 1905, I. 637, Fig. 2000, 687-688, mantel war.
Fig. 2082-2083; I I . 257, T. 4; I I I . T. 53, Weitere Fundstücke im Grab: Eisenfragment.
3; F E T T I C H 1926, Taf. I. 1-3, Taf. II. Zweite Hälfte des 7. Jh.
29; CSALLÁNY 1956, 155/581; LÁSZLÓ ERDÉLYI 1958, 26; Taf. X X V I I I . 1.
1970, Abb. V - V I . (Schnalle und Sattelbe­
schlag); BONA 1982-83, 82-S5, Abb. 1.
c. JÁNOSHIDA-Tótkérpuszta (Komitat
(Beschlagsidentifizierung und ausführliche
Szolnok) Grab 132
Literatur).
goldenes Ohrgehänge
(Taf. 47. 7-8) 2 St
3/1934.2. N 708
89. UNBEKANNTER FUNDORT
3,64 g (2 St mit Stein)
goldener Pferdegeschirrbeschlag
Ausgrabung: N. Fettich, 1934
(Taf. 42. 6)
Etwas ovaler Ring von rundem Querschnitt,
62.155.88. N509
an den mit Granulation ein Kurzer Blech­
1,20 g
zylinder anschließt. Der untere und der obere
Aus dem alten Material des Museums.
Rand des Zylindermantels ist von einem
Aus dünnem Blech kegelförmig gepreßt.
Granulationskranz umrahmt, an der Seite in
Ursprünglich dürfte der Beschlag mit einer
Dreiecksform angeordnete Granulationsver­
Bronzeunterlage zusammen gepreßt worden
zierung. Am unteren Rande des Zylinders
sein, auf die der Rand des Goldblechs zu­
ringsum Blechfragment, das den tropfen­
rückgebogen wurde. A m unteren Rand des
förmigen, marineblauen Glasanhänger ein­
Beschlags gekerbte Verzierung, darüber aus­
faßte.
einandergebogene Ranken. Der obere halb­
Weitere Funde aus dem Frauengrab: 2 vergol­
kreisförmige Kegel ist mit einer gepreßten
dete, gepreßte Bronzeagraffen (?)
Perlenreihe umrahmt.
Zweite Hälfte des 7. Jh.
Zweite Hälfte des 7. Jh.
ERDÉLYI 1958, 26; Taf. X X V I I I . 3-4.
erste Mitteilung

d. JÁNOSHIDA-Tótkérpuszta (Komitat
90.a. JÁNOSHIDA-Tótkérpuszta (Komitat Szolnok) Grab 180
Szolnok) Grab 18 goldenes Ohrgehänge
goldenes Ohrgehänge (Taf. 47. 3-4) 2 St
(Taf. 47.1-2) 2 St 3/1934.54. N 704-705
5/1933.77. N 629 2,03; 2,04 g
1,59 g (2 St) Ausgrabung: N. Fettich, 1934
Ausgrabung: N. Fettich, 1933 Dünner, ovaler Ohrring von rundem Quer­
Dünner Ring aus leicht gedrehtem Draht. schnitt, an den mit Granulation ein kurzer
Das eine Stück ist unvollständig. Auf der den Blechmantel, weiters eine kleine Blechkugel
offenen Enden gegenüberliegenden Seite anschließt, an die unten eine Halbkugel aus
wird der Ring breiter, flach gehämmert, mit Blech gelötet ist. Die Oberfläche ist dicht mit
runder und dreieckiger eingeschlagener Granulation verziert. Weitere Fundstücke
Verzierung. Weitere Fundstücke aus dem aus dem Männergrab: Riemenzunge aus
Frauengrab: blaue Glasperlen, Spinnwirtel, Silberblech, Pfeilspitze, Eisenschnalle, Eisen­
Eisenschnalle, Eisenmesser. messer, Eisenring.
Zweite Hälfte des 7. Jh. Mitte bzw. zweite Hälfte des 7. Jh.
ERDÉLYI 1958, 9; Taf. IX. 1. ERDÉLYI 1958; 32; Tàf, X X X I V . 1.
e. JÁNOSHIDA-Tótkérpuszta (Komitat Auftiüngeöse und Scheidenbeschlag aus Gold
Szolnok) Grab 210 (Taf. 44. 3, Taf. 45. 1) 2 St
goldenes Ohrgehänge 6/1937.10. N 244, N 368
(Taf. 47. 5-6) 2 St Gewicht der Hängeösen: 33,65 g (mit 2 St
3/1934.86. N 706-707 Steineinlagen)
1,64; 1,80 g Die breiten Scheidenbeschläge sind aus Blech
Ausgrabung: N. Fettich, 1934 ausgeschnitten, unverziert. Die Rückenplat­
An den dünnen Ring von rundem Quer­ ten sind brüchig. An den Rändern der Be­
schnitt schließt mit Granulation eine Halb­ schläge breite, eingekerbte Bänder, mit ge­
kugel aus Blech an, und an diese eine gossenen Perldrähten verziert. Die Enden der
kleine Blechkugel mit Granulationsverzie­ Bänder sind abgerundet, durchlocht, an die­
rung an. Weitere Fundstücke aus dem ser Stelle waren sie mit den dreibogigen
Männergrab: Gürtelzierden aus Silberblech, Hängeösen zusammenmontiert. Die Oberflä­
Eisenschwert, Eisenpfeilspitze, Feuerstein, che der Blechösen ist mit geometrisch an­
Eisenmesser, Eisenahle, Bronzenadel. geordneter Granulation verziert, an den
Mitte bzw. zweite Hälfte des 7. Jh. Rändern breiter Perldraht, über den zur
ERDÉLYI 1958,36-37; Täf. X X X V I I . 1. Montierung dienenden drei Nagellöchern
Zellen mit Glassteinen. Die Seitenplatte bil­
91. K E C E L (Komitat Bács-Kiskun) det ein breites, in Längsrichtung geripptes
reiches Männergrab (Taf. 44 45) Band mit leicht zurückgebogenen Rändern.
Beim Behauen des Weingartens auf dem Be­
sitz von János Schachó gefunden. Auf dem
Goldbeschlag vom unteren Teil der Schwert­
stark gestörten Gebiet führte Gy. László
scheide
Fundrettungs- und Autentisierungsgrabung
(Taf. 45. 2)
durch.
6/1937.2. N127
34,60 g
Goldbeschlag eines Schwertgriffes mit Ring
Langer, unverzierter Scheidenbeschlag, am
(Taf. 44. 1)
oberen Teil geripptes, gegossenes Band mit
6/1937. la. N 245
Perldrahtverzierung, der untere Rand ist brü­
70,86 g (mit Eisenkern)
chig.
Gewölbt gebogenes dickes Blech, mit gegos­
Die Schwertrekonstruktion zeigt Täf. 45. 3.
senen, Perlenketten imitierenden Bändern an
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab:
den Rändern. Auf der Rückseite des Be­
Fragment der Klinge eines Eisenschwertes,
schlags ist das Blech zusammengenietet, an
Riemenzungen aus doppeltem Silberblech,
einem Rande ein schmales Band mit Ähren­
rechteckiger, durchbrochener Silberbeschlag,
muster. In den gewölbten Scheidenbeschlag
gepreßte kleine Riemenzunge aus Silber,
fügt sich der halbkreisförmige, auf den Eisen­
Silberhaken, kleiner, runder, gepreßter Be­
kern gebogene Griffring aus Goldblech.
schlag, Silberband, gegossene Bronze­
schnallen, Pfeilspitzen aus Eisen.
goldener Schwertgriffbeschlag mit den Beschlä­
gen der Parierstange (Taf. 44. 2)
Das Grab von Kecel kann auf das Ende des 6.
6/1937. Ib. N 244, N 294, N 396
bzw. auf das erste Viertel des 7. Jh. datiert
Das Gewicht des Beschlags zusammen mit
werden.
dem des Beschlags der beiden Aufhängeösen:
LÁSZLÓ 1955, 232-239, Pl. L I - L I I I ;
67,30 g
LÁSZLÓ 1976,109-114.
Gewicht der Parierstangen: 12,18 g; 5,29 g
(mit Eisenkern)
Breiter, unverzierter Blechbeschlag, am 92. KECEL-Határdülő (Komitat Bács-Kiskun)
unteren Teil der Rückseite Band mit Ahren- Grab 32
muster. Der Beschlag wurde aus einem ande­ goldenes Ohrgehänge
ren Stück umgeformt. A n die Ränder des (Taf. 47. 15-16) 2 St
Scheidenbeschlags sind mit gegossenem Perl­ 7/1933.39. N112-113
draht verzierte, breite, gerippte Bänder ge­ 2,25; 2,20 g
lötet. Ausgrabung: N. Fettich, 1933
Auf den kurzen, wappenförmigen Eisenkern Ring von rundem Querschnitt mit aus vier
der zwei Parierstangenbeschläge ist Goldb­ Kügelchen zusammengesetztem Beerenan­
lech gebogen. Auf der Vorderplatte Granula­ hänger.
tionsverzierung, die Rückenplatte hat nur am Weitere Funde aus dem Männergrab: ge­
Rande eine Granulationsreine. gossene Gürtelzierden mit Greifen, Riemen-
zunge mit „menschengesichtigem Löwen", ist. Das aus Filigrandraht zusammengesetzte
Eisensäbel, Haarpinzette, Sargklammer. Körbchen stützt ein großer Ring an den
Erste Hälfte des 8. Jh. Ohrring. Auf der Deckplatte des Körbchens
CS. SÓS 1958,8; Abb. 5.2. in konzentrischen Kreisen Verzierung aus
Granulationskörnern verschiedener Feinheit.
93. KECEL-Körtefahegy (Komitat Bács-Kiskun) Die Deckplatte ist auf zwei Seiten durch je
Grab 89 ein Band befestigt. Das eine Ende des Ringes
goldenes Ohrgehänge (Taf. 47. 12-13) 2 St verjüngt sich, am anderen Ende ein dicker
26/1933.6-7. N106-107 Muff.
2,45; 2,33 g Weitere Fundstücke aus dem Frauengrab: sil­
Ausgrabung: N. Fettich, T. Horváth 1933 berner Fingerring, Armband aus Bronze,
Runder Ring aus Draht gedreht. Der eine Bernstein- und Glasperlen, Scheinbenfibel,
Ring ist kleiner, und an einem Teil davon ist Glastasse.
der Draht glatt. A n den Ring schließt mit Byzantinische Arbeit, 6. Jh.
Granulation der lange zylindrische Anhänger LIPP 1886, III. 12 a-b; H A M P E L 1905, III. T.
an. Der Anhänger ist in mehreren Reihen mit 177,12 a-b.
Granulation verziert.
Letztes Drittel des 7. Jh. bzw. Anfang des 8. 96. K E S Z T H E L Y (?) (Komitat Zala)
Jh. goldener Körbchenanhänger (Taf. 46. 4,6) 2 St
CS. SÓS 1958,13; Abb. 5.1. 62.155.93. N627
11,59 g (2 St mit Bronzefragment)
goldener Lochkranzbeschlag (Taf. 47. 9) Ausgrabung: V Lipp
26/1933.5. N108 Am Fragment eines Bronzeohrringes aus F i ­
0,80 g ligrandraht gefertigter goldener Körbchenan­
Aus Blech gepreßt, halbmondförmig, mit her­ hänger in stark abgewetztem Zustand. Am
untergebogenem Rand. Das Pressen imitiert konischen Oberteil des Körbchens runde
eine Steineinlage in Perldrahtumrahmung. Steineinfassung aus Silberblech, die Einlage
Zur Befestigung zwei Schiingenösen, auf die fehlt.
Rückseite gelötet. 8. Jh.
Weitere Fundstücke aus dem Frauengrab: LIPP 1886,154.
vergoldete Bronzeagraffe, gepreßte Riemen­
zunge, Bronzearmband, Bronzeschnalle, 97. KISKASSA (Komitat Baranya)
Spinnwirtel. goldenes Ohrgehänge (Taf. 1.4)
Letztes Drittel des 7. Jh. 109/1887.4. N 628
CS. SÓS 1958,13; Abb. 5. 3 2,04 g
Erworben durch Vermittlung von Iván Zen-
94. K E R E C S E N D (Krecedin, Jugoslawien) gőváry Forray und Antal Horváth, 1887.
goldenes Ohrgehänge mit Kugelanhäger „Beim Ziegelhaus von Kassafalu aus der
(Taf. 69. 4-5) 2 St Nähe eines Schädels".
1/1908.1-2. N356 Dünner, runder Ring von rundem Quer­
11,85 g (2 St) schnitt, mit sich verjüngenden Enden. An den
Ankauf: von Adolf Lőwy, 1908 unteren Teil des Ringes schließt mit Granu­
Ring von rundem Querschnitt, an den als An­ lation ein Blechzylinder an, an dessen unte­
hänger am unteren Teil vier größere Kügel­ rem Rand befindet sich Perldraht, in seinem
chen und unter diesen eine mittelgroße Innern das Fragment eines perlhaltenden
Blechkugel anschließen. Die Blechkugeln der Domes. Das Ohrgehänge ist stark abgewetzt.
beiden Ohrgehänge sind nicht gleich groß. Vielleicht aus dasseltem Männergrab: Sä­
Mitte des 7. Jh. bel, silberne Gürtelzierden, byzantinische
CSALLÁNY 1956,135/441. Schnalle.
Letztes Drittel des 7. Jh.
95. KESZTHELY-Fenékpuszta (Komitat Zala) H A M P E L 1888, 177; H A M P E L 1905, III. T.
goldenes Ohrgehänge mit Körbchenanhänger 276,15.
(Taf. 46.1-2) 2 St
30/1885.91. N 441-442 98. a. KISKŐRÖS (Komitat Bács-Kiskun)
8,70; 8,45 g goldener Ohrgehänge-Anhänger (Taf. 39. 7)
Ausgrabung: V. Lipp, 1885 49/1904.2. N 660
Etwas flachgedrückter, kreisförmiger Ohrring 3,01 g (mit Perle)
von rundem Querschnitt, an dessen unterem Ankauf: vom Vizegespan des Komitats Pest,
Teil ein durchbrochenes Körbchen befestigt 1904.
An eine Achse mit Schiingenkopf montier­ goldene Münzenimitation (?) (Taf. 47.14)
ter Anhänger. Unter der abgewetzten Schlin­ 21/1934.6. N 778
ge ein kleiner Muff, dann eine vorn offene, 0,23 g
sich nach hinten verengernde zylindrische Längliche, in ovale Form gehämmerte, dün­
Fassung aus Blech, darunter ein kurzes zy­ ne, unverzierte Platte mit eingerissenem
linderförmiges Glied mit Perldrahtumrand­ Rand.
ung, ganz unten eine aus zwei Hälften Ende des 7. bzw. Anfang des 8. Jh.
zusammengesetzte, etwas zerdrückte Blech­ TÖRÖK 1975, 317, Fig. 2. 2.
kugel. A m Ende der unten aus der Blech­
kugel herausragenden Achse eine kleine 100. a.KISKÖRÖS-Pohibuj Mackó (Komitat Bács-
echte Perle, unter ihr ist das Achsenende Kiskun) Grab A/54
abgebogen. In der oberen Zelle fehlt der goldenes Ohrgehänge mit Kugelanhänger
Stein. (Taf. 52.13-14) 2 St
Der Anhänger, in den unter dem kleinen, 52/1894.1-2. N194-195
runden Ohrring befindlichen kleinen Ring 7,65; 7,45 g
eingehakt, war einst Anhänger eines Ohrge­ Gekauft von der Kgl.Ung.Zentralen Staats­
hänges. kasse, 1894.
Byzantinische Arbeit, 6. bzw. 7. Jh. An den etwas ovalen Ring von rundem
G A R A M 1980,157-174, Abb. 5. 12 a-c. Querschnitt ist mit Granulation eine, dann
vier kleinere, an diese wiederum eine große
Blechkugel gelötet. Der untere Teil der gro­
b. KISKÖRÖS (Komitat Bács-Kiskun)
ßen Kugel ist löchrig. Ihre Oberfläche ist an
goldenes Ohrgehänge mit Kugelanhänger
fünf Stellen mit in Rhombusform angeordne­
(Taf. 47. 17)
ten Granulationskörnern verziert.
49/1904.1. N117
Ende des 6. bzw. Anfang des 7. Jh.
8,90 g
T Ö R Ö K 1975, 289,1-2; Pl. X X X I V . 1-2.
Ankauf: vom Vizegespan des Komitats Pest,
1904.
b.KISKÖRÖS-Pohibuj Mackó (Komitat Bács-
Dicker, sich an beiden Enden verjüngernder
Kiskun) Grab 8
Ring von rundem Querschnitt, an dessen
goldenes Ohrgehänge (Taf. 52. 15-16) 2 St
unteren Teil mit Granulation ein kurzer
21/1932.1. N 723-724
Blechzylinder, an diesen drei mittelgroße
1,72; 1,88 g
Blechkugeln, und an diese wiederum eine
Ankauf: von József Gyökér, Einwohner von
große Blechkugel mit Granulation angelötet
Kiskőrös, 1932
sind. Der Mantel der großen Kugel ist mit
Ring von rundem Querschnitt, dünn und
in Rhombusform angeordneter Granulation
oval, mit aus vier Kügelchen und einer mit­
verziert.
telgroßen Blechkugel bestehendem Anhän­
Ende des 6. bzw. Anfang des 7. Jh.
ger am unteren Teil.
CSALLÁNY 1956,139/461
Weitere Fundstücke aus dem Grab: Tongefäß
Mitte des 7. Jh.
99. KISKŐRÖS-Szücsi dűlő (Komitat Bács- TÖRÖK 1975, 291, Fig. 6. 1-2; Pl. X X X I V .
Kiskun) Grab 2 3-4.
goldenes Ohrgehänge
(Taf. 47. 18) 101. a.KISKÓRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
21/1934.5. N 777 Grab A(VIII)
2,98 g (mit Perle) goldenes Ohrgehänge (Taf. 48.1-2) 2 St
Eingesandt von: Lehrer M. Paulinyi, 1934. 12/1935.1. N 328-329
Am Acker von S. Litauszki gefunden. 6,55 g (mit Stein); 5,35 g
Runder Ohrring von sechseckförmigem Ausgegraben: von József Gyökér, Einwohner
Querschnitt, mit zwei Perldrahtmuffen auf von Kiskőrös, 1935
dem Ring. E i n ähnlicher Muff ist an den Ring von rundem Querschnitt mit einem sich
unteren Teil des Ringes gelötet. In diesem verjüngenden Ende, am anderen freien Ende
sitzt der perlhaltende Dorn, auf den eine kleiner, profilierter Muff. Am unteren Teil
ovale, dunkelblaue Glasperle gezogen ist. des Ringes auf einer mit Rändern versehenen
Unter der Perle auf dem Dorn ein Goldplätt- Achse ein frei schwingender Anhänger. Am
chen, unter dem das Dornende verhämmert oberen Teil des über die Achse gebogenen
ist. Anhängers kleiner Dorn. Das Dornende ist
Ende des 7. bzw. Anfang des 8. Jh. auf dem einen Stück zurückgebogen, beim
TÖRÖK 1975,317, Fig. 2. 1. anderen Stück ist unten ein kleiner Bronze-
muff, am oberen Dornende aber ein kleines einfassung. In zwei Einfassungen dunkel­
Goldplättchen. Von den Dornen fehlen die blauer, halbkugelförmiger Glasstein (der
Perlen. Auf der Achse des Anhängers befin­ Stein war früher in vier Stücken vorhanden).
det sich unter dem Ohrring ein profilierter Die Ränder der einen Einfassung sind nach
Muff, an den ein aus sieben großen Kügel­ innen gebogen, um den kleinen Stein zu
chen bestehender Kranz gelötet ist, an diesen halten.
ein achteckiger, doppelkegelstumpfförmiger
Blechmantel, unten mit einem breiten, profi­ silbernes Armband (Täf. 48. 16-17) 2 St
lierten Ring. Hier ist der Mantel durch eine 12/1935.11. N370
in der Mitte durchbohrte Platte abgeschlos­ 14,95 g (2 St mit Silber)
sen. Bei dem einen Ohrgehänge hat sich der Kleines Armband aus Silberdraht von run­
Mantel von dem oberen Kügelchenring ge­ dem Querschnitt. A n den offenen Enden in je
löst. Unter dem Mantel schließt eine runde ein cm Länge Goldblechbekleidung. A n den
dunkelrote Almandin-, eine kleine echte Per­ Rändern des glatten Goldblechs leicht ge­
le und ganz unten ein kleiner Goldplättchen kerbtes, gepreßtes Band, den Randbändern
die Achse ab. Unter dem Plättchen ist das der Glöckchen von Ozora ähnlich.
Achsenende zerhämmert. Auf der Achse lau­
fen die Perlen frei, da die Achse länger ist als goldenes Messerscheidenband
der Durchmesser der Perlen. Bei dem Ohrge­ (Täf. 48. 8) 3 St
hänge, dessen Perlen erhalten sind, ist die 12/1935.10. N547
Achse von rundem Querschnitt. Die Achse 0. 89 g (3 St)
des anderen Ohrgehänges ist von viereckigem Schmale, dünne Bänder, dürften Beschläge
Querschnitt, das Achsenende ist verbogen, von Messerscheiden gewesen sein. A n dem
die Perlen fehlen. Auf der dem offenen Teil kürzesten Stück ist Stoffabdruck(?) stärker,
des Ohrringes gegenüberliegenden Seite ein auf den anderen beiden Stücken schwach zu
angelöteter perlhaltender Dorn, unten mit sehen. An den Rändern des längsten Bandes
profiliertem Ring. Am Dorn des einen Ohr­ ist Längsrippung und zwei senkrecht einge­
gehänges eine kleine, echte Perle. Am Dor­ drückte Rippen. Das zeigt die Breite der
nende goldenes Plättchen, das Ende des Scheide an.
Dorns ist zerhämmert.
Der Aufbau des Ohrgehänges ist mit dem des Almandinanhänger in Goldeinfassung
kleineren Ohrgehänges von Ozora identisch. (Täf. 49.1-5) 5 St
12/1935.2-6. N 322-326
goldener Ring (Täf. 48. 3) 1. Ovaler, dunkelroter, brüchiger Almandin,
12/1935.15. N330 Vorderseite konvex, Rückseite konkav ge­
0,16 g schliffen. Rand in glatter Goldblecheinfas­
Kleiner Drahtring von Dreieckquerschnitt. sung, darüber sind die Kreuzbänder gelegt,
Ursprünglich waren es 2 Stück. ringsum am Rande das gerippte Seitenband.
In der Mitte der Vorderseite auf einem run­
goldenes Glöckchen (Täf. 48. 4-9) 6 St den Plättchen in Perldrahteinfassung eine
12/1935.9. N 327 weißliche Steineinlage. In der Mitte der
4,31 g (6 St) Kreuzbänder gepreßte Rippung. A n den
Aus dünnem Blech gerippt gepreßt, pyrami- Rand ist an den Anhänger oben ein geripptes
denstumpfförmig. Der untere Rand ist in Band gelötet. 24,55 g (mit Almandin)
senkrechter Richtung durch Eindrücken ge­ 2. Ähnlich geschliffener, gespaltener Stein.
rippt. Der obere offene Teil des Kegels ist Auch Einfassung und Kreuzbänder sind
mit einer Haube bedeckt, mit einem Loch in ähnlich. In der Mitte der Kreuzbänder in kle­
der Mitte. Hier läuft der die Zunge haltende iner Einfassung eine rote Glassteineinlage.
Achsendraht hindurch, dessen beide Enden 21,57 g (mit Almandin)
zu Schlingen gebogen sind. 3. Kleinerer und flacher geschliffener Alman­
din als die vorstehenden. Die Einrahmung
goldener Fingerring (Täf. 48. 10-15) 6 St des Steins, der Aufbau der Kreuzbänder und
12/1935.8. N 367 der Öse sind aber ähnlich. In der Einfas­
6,6 g (6 St) sung in der Mitte grünliche Glassteineinlage.
Dünner, schmaler Bandring. Die Außenflä­ 11,35 g (mit Almandin)
che des Bandes etwas konkav. Beim Zusam­ 4. Heiler Almandin, kleiner als die vorstehen­
menschluß der Bandenden Ringkopf. Am den, ähnlich geschliffen wie 1. Für die Ein­
Rande des runden Plättchens Perldraht, in rahmung wurde nur geripptes Band verwen­
diesem Rahmen eine herausragende Stein­ det. Die gepreßten, gerippten Kreuzbänder
sind ohne Einrahmung. In der Mitte in goldener Gürtelbeschlag
kleiner Einfassung dunkle Glassteineinlage. (Taf. 42. 7-10) 4 St
9,81 g (mit Almandin) 7/1937.5 (=62.155.96) N 422
5. Schmaler, ovaler Almandin. Die Mitte der 3,80 g (4 St)
Vorderseite flach geschliffen, die Rückseite Aus weißlichem, dünnem Goldblech mit
stark konkav. Einrahmung, Kreuzbänder und Bronzeblechunterlage zusammen gepreßter,
Öse sind ähnlich wie bei Nr. 4. Aus der klei­ runder Beschlag mit eingetiefter Mitte. In der
nen, runden Einfassung in der Mitte fehlt die Mitte ein Loch, die Stelle des zur Befestigung
Glaseinlage. 8,15 g (mit Almandin) dienenden Nietnagels. Auf der Rückseite des
einen Beschlages in der Rinne ein gipsartige
Weitere Fundstücke aus Grab A: Bronze­ Masse. Nach der Zeichnung im Inventarbuch
schnalle, Eisenaxt, Eisenmesser, Goldfaden. und nach der Publikation befand sich in den
Letztes Drittel des 7. Jh. Vertiefungen der Beschläge ursprünglich eine
LÁSZLÓ 1955, 21-52, Pl. VI. Einlage aus bläulich-farbloser Glaspaste.
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab:
b.KISKÓRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun) Bronzeschnalle, Kelch aus Silberblech.
GrabB Letztes Drittel des 7. Jh.
kleine Riemenzunge aus Gold LÁSZLÓ 1955, Pl. 1.1-9
(Taf. 50. 1)
7/1937.2. N 246 c. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
3,0 g Grab 3 (V)
Ausgegraben und eingesandt von Gyula Do- goldenes Glöckchen
leszk, Apotheker in Kiskőrös, 1937 (Taf. 50.12-15) 4 St
Gerade Seiten, abgerundetes Ende. Die 18/1934.6. N 739
Deckplatte ist gepreßt, mit herabgebogenem 3,58 g (4 St)
Rand, mit Flechtbandmuster in gepreßtem Grab 3-70 ausgegraben von Gy. László,
Perlenreihenrahmen. Die Rückenplatte ist 1934-37
glatt. Am oberen Teil der Riemenzunge ge­ Aus Blech mit horizontaler Rippung gepreß­
ripptes Band, darunter in der Mitte ein run­ ter doppelkegelstumpfförmiger Körper. A m
des Loch für den Nietnagel zum Befestigen unteren Rand senkrechte Rippen. An das
des Riemens. obere Ende des Mantels ist eine halbkugel­
förmige Haube gelötet, diese ist in der Mitte
goldene Zierde durchlöchert, darin Golddraht mit Schlinge.
(Taf. 50. 6) In einem Glöckchen befindet sich am unteren
7/1937.3. N 425 Ende der Schlinge brüchiger Bronzedraht als
1,0 g Zunge des Glöckchens.
Aus Blech ausgeschnitten, ankerförmig, mit
4 St zum Annageln dienenden, je 0,5 cm lan­ goldener Fingerring (Taf. 50. 16-17) 2 St
gen Nietnägeln. 18/1934.5. N 740
2,14 g (2 St)
Beschlagsfragment Dünner, schmaler Bandring mit rundem
(Taf. 50. 3-5) 3 St Kopf. Den Kopf bildet die auf ein rundes
7/1937.4. N 426 Plättchen gelötete Einfassung, um diese ge­
0,52 g gossener Perldraht. In den Einfassungen be­
Auf ein Unterlage aus Bronze gepreßtes, ver­ fanden sich blaue Glassteine, diese fehlen.
goldetes Silberblech, dreilappiges Beschlags­ Weitere Fundstücke aus dem Männergrab:
fragment (ursprünglich waren es 2 St) und gepreßter, runden Silberbeschlag, silberne
ein ähnlich aufgebauter, halbkugelförmiger Schwertanhängeöse, silberne Riemenzunge,
Nagelkopf. Bogenknochen, Eisenstücke.
Letztes Drittel des 7. Jh.
goldenes Säbel-Ortband LÁSZLÓ 1955, Pl. IV. 1-6.
(Taf. 50. 2)
7/1937.6. N 884 d. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
3,2 g Grab 4(11)
Längliches, kahnförmiges Blech, an dessen goldenes Ohrgehänge (Täf. 50. 7-8) 2 St
oberen Rand ein schmales, leicht profiliertes 18/1934.18. N 569
Band gelötet ist. Die Platte ist an zwei Stellen 9,32 g (2 St mit Perlen)
durchlöchert. Die ursprünglich darin gewese­ Runder Ohrring von rundem Querschnitt.
nen silbernen Nägel fehlen. Ein Ende verjüngt sich etwas, am anderen
Ende und auf der entgegengesetzten Seite des g. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
Ringes profilierter Muff. Am unteren Teil des Grab ÍO(XII).
Ringes zwischen sich verbreiternden Rän­ Münzenimitation (?) (Taf. 51. 3)
dern sich auf einer Achse bewegender, 4/1935.11. N725
schwingender Anhänger, den in einer doppel- 0,03 g
kegelstumpfförmigen Blecheinfassung mit Papierdünnes, rundes Plättchen, mit zwei
Rand eine kleine, echte Perle ziert. Unter der Löchern am Rande.
Perle ein goldenes Miniatürplättchen, durch Weiteres Fundstück aus dem Grab: Goldfolie
das die Enden der den Anhänger haltenden Letztes Drittel des 7. Jh.
Achse hindurchgezogen und verhämmert LÁSZLÓ 1955. Pl. IX. 10.
sind.
Weitere Fundstücke aus dem Frauengrab: h. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
Eisenschnalle, Eisenmesser, gedrehter Sil­ Grab 12
berdraht, silberne Riemenschlaufe. goldener Fingerring
Letztes Drittel des 7. Jh. (Taf. 52.17-18) 2 St
LÁSZLÓ 1955, Pl. II. 1-2. 7/1939.10. N811
2,34 g (2 St)
Dünner Bandring mit rundem Kopf, auf dem
e. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
in drahtumrahmter Einfassung in einer weiß­
Grab 5(IV)
lichen Masse blauer Glasstein sitzt. (Fehlt in
goldener Stirnbeschlag
einem der Ringe).
(Taf. 50.9-11)3 St
Weiteres Fundstück aus dem Grab: Goldfolie
18/1934.25. N 568
Letztes Drittel des 7. Jh.
1,25 g (3 St)
LÁSZLÓ 1955. Pl. XXII. 14-15.
Aus sehr dünnem Blech gepreßter doppel-
dreieckförmiger Beschlag mit zwei dreieck-
i. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
förmigen Ausschnitten. Der Rand ist schräg
Grab 15(XVII)
nach unten gebogen. Um die Ausschnitte
goldenes Ohrgehänge (Taf. 51. 1)
doppelte Rille. A n den abgerundeten Ecken
4/1935.20. N 762
je ein oder je zwei kleine, von der Rückseite
4,12 g
her gestochene Löcher zum Annähen der
Ring von rundem Querschnitt mit angelöste-
Beschläge.
tem Anhänger. Teile des Anhängers: kleiner
Weitere Fundstücke aus dem Frauengrab:
Ring, darunter vier Kügelchen, ein weiterer
dreieckige, gepreßte Beschläge, tauschiertes
kleiner Ring. Die starre Achse des Anhängers
Eisenarmband, Glasbecherfragment.
ist zwischen die Kügelchen gelötet. Auf der
Letztes Drittel des 7. Jh.
Achse fehlt die Perle, die unten von einem
LÁSZLÓ 1955, Pl. III. 6-8.
kleinen Ring mit Blech in der Mitte und
einem an das Achsenende gelöteten Plätt­
f. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun) chen gehalten wurde.
Grab 9(IX)
goldene Zopfspange goldenes Ohrgehänge (Täf. 51. 2)
(Täf. 50.18) 4/1935.21. N 762
4/1935.7. N 379 4,12 g
8,53 g Aus Draht von sechseckigem Querschnitt ge­
Aus Blech getriebene, längliche, dachziegel- bogener, runder Ohrring, mit an seinen unte­
förmige Zopfspange. Ihre kurzen Enden sind ren Teil gelötetem rundem Muff und perlhal­
durch eine dreieckförmige, unverzierte tendem Dorn. Die Perle fehlt.
Blechplatte abgeschlossen. A m Grat und an
den Rändern der Zopfspange stark abgewetz­ gondene Rosette (Täf. 51. 4)
ter Perldraht. In den beiden Feldern ineinan­ 4/1935.22. N 764
der geschlungene, getriebene „S"-Motive, die 0,6 g (mit Bronzeunterlage)
Kreise mit eingedrückter Mitte umschließen. Aus Goldblech mit der Unterlage aus Bron­
Auf der Rückseite der Zopfspange in den Ek- zeblech zusammen gepreßte, kleine Rosette,
ken brüchiger Silberdraht, fragmente des die am Rande gepreßter Perldrahtrahmen, ausge­
Zopfspange haltenden Silberbandes. bauchte Mitte.
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab: Weitere Fundstücke aus dem Frauengrab:
Goldfolie, Leinwandrest. Goldfolie, Eisenmesser.
Letztes Drittel des 7. Jh. Letztes Drittel des 7. Jh.
LÁSZLÓ 1955, Pl. VIII. 5-5b. LÁSZLÓ 1955, Pl. IX. 3-5.
j. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun) Riemenzunge aus Silberblech mit Flecht­
Grab 17(XXIII) bandmuster, Bogenknochen, Pfeilspitze,
goldenes Glöckchen (Taf. 51. 6-7) 2 St Blechhaken.
4/1935.24. N 566 Letztes Drittel des 7. Jh.
0,83 g (2 St) LÁSZLÓ 1955, Pl. IX. 15.
Aus dünnem, hellem Goldblech pyramiden­
förmig gebogenes, oben offenes Glöckchen. m. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
Drinnen sehr dünner, in einer Schlinge en­ Grab 2 5 ( X X X V ) .
dender Haken. Schwache Imitationen der ge­ Goldeinfassung (Taf. 51. 12)
rippten Anhänger. 4/1935.37. N 710
0,88 g
goldener Gürtelbeschlag Leere, runde Steineinfassung in der Mitte
(Taf. 51. 8-9) 2 St einer dünnen, runden Blechplatte. Am Rand
4/1935.25. N 567 der unteren Platte glatter Draht.
1,89 g (2 St mit Bronzeunterlage) Im gestörten Kindergrab befanden sich keine
Schmale Rechteckform. Das dünne Gold­ anderen Beigaben.
blech ist auf Bronzeblech gebogen. Zur Be­ Letztes Drittel des 7. Jh.
festigung diente an den kurzen Enden des LÁSZLÓ 1955, Pl. X. 9.
Beschlags je ein Nietnagel mit Bronzekopf.
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab: n. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
dreilappiger Bronzebeschlag, Krug aus Sil­ Grab 27 ( X X X I I )
berblech, Bogenknochen, Pfeilspitze. goldener Besatz (?) (Taf. 51. 13)
Letztes Drittel des 7. Jh. 19/1934.2. N 732
LSZLÓ 1955, Pl. X . 1-2,4-5. 3,62 g (mit Füllmaterial)
Papierdünne, zu geschlossener „U"-Form ge­
k. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun) bogene Blechfragmente mit gipsartiger Aus­
Grab 19(XXIV) füllmasse.
goldener Gürtelbeschlag (Taf. 51. 10) Weitere Fundstücke aus dem Grab: Eisenge­
16/1934.2. N 727 genstände.
0,46 g (mit Bronzeunterlage) Letztes Drittel des 7. Jh.
Auf Bronzeblech als Unterlage gepreßter ver­ LÁSZLÓ 1955, Pl. XIII. 9-11.
goldeter Silberbeschlag mit herabgebogenem
Rand und geometrischem Muster. In stark o. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
brüchigem Zustand. Grab 4 1 ( X L I V )
goldenes Glöckchen
kleine Riemenzunge aus Gold (Taf. 51. 11) (Taf. 51. 14-15) 2 St
16/1934.2. N 728 4/1935.59. N 784
0,3 g 0,54 g (2 St)
Vorderplatte einer auf Bronzeblech als Un­ Aus geripptem Blech zur Kegelform geboge­
terlage gepreßten, vergoldeten Riemenzunge ne Anhängerzierde mit Öse.
aus Silberblech mit gepreßtem, geometri­
schem Muster. goldene Rosette (Taf. 51.16)
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab: 4/1935.60. N 782
Bogenkonchen 0,11g
Letztes Drittel des 7. Jh. Aus stark vergoldetem Bronzeblech gepreßte,
LÁSZLÓ 1955. Pl. XII. 1-2. runde Rosette, deren mittlerer Teil eine drei­
geteilte Steineinfassung imitiert. Weitere
1. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun) Fundstücke aus dem Männergrab: Pfeilspitze,
Grab 20(XXIII) Eisenmesser, Sargklammer, Goldfolie.
kleine Riemenzunge aus Gold (Taf. 51. 5) Letztes Drittel des 7. Jh.
16/1934.5. N 760 LÁSZLÓ 1955, Pl. X V 16-18.
3,14 g (mit Stein)
Doppelblech mit schmalem Seitenband. Seite p. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-
leicht geschweift, unten spitz. A m unteren Kiskun) Grab 47(XLVIII)
Teil der Vorderplatte in fünfeckiger Einfas­ goldener Beschlag (Täf. 51. 17)
sung dunkelblauer, geschliffener Glasstein. 4/1935.73. N 750
Unter dem Rand in der Mitte von vorn ge­ 0,79 g (mit bronzener Unterlagenplatte)
bohrtes Nietnagelloch. Aus Goldblech mit der bronzenen Unterla­
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab: genplatte zusammen gepreßter, dreilappiger
Beschlag. Der Rand des Goldblechs ist auf t. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
das Bronzeblech zurückgebogen. Grab 77(LVIII)
Weitere Fundstücke aus dem Grab: Goldfolie goldenes Glöckchen (Taf. 52. 3.)
und Sargklammer. 17/1938.34/a. N 796
Letztes Drittel des 7. Jh. 0,33 g
LÁSZLÓ 1955, Pl. X V I I . 1. Aus Blech gepreßter kegelförmiger Mantel,
mit breiter Rippung, darinnen an beiden
Enden Haken mit Schlinge. Minderwertiges
r. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
Stück.
Grab 57(LXXI)
Weitere Fundstücke aus dem Frauengrab:
goldener Fingerring
Riemenzunge aus Silberblech, Spinnwirtel,
(Taf. 52. 5)
Goldfolie.
17/1938.17. N 798, N 800
Letztes Drittel des 7. Jh.
0,77 g
LÁSZLÓ 1955, Pl. X I X . 2.
Dünner, gerippter Bandring mit gepreßtem
Kopf, der eine Steineinlage mit Perldrahtum­
u. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
rahmung und auf der Ringwölbung sich
Grab 70(LVI)
anschließende je drei Kügelchen imitiert.
goldener Beschlag (Taf. 52.1)
17/1938.39. N 808
Goldflitter
1,45 g (mit Masse)
(Taf. 52. 6-11) 6 St
Aus Goldblech mit Bronzeblechunterlage zu­
17/1938.15. N 7 9 9
sammen gepreßter, dreilappiger Beschlag mit
1,92 g (6 St)
starker Rippe, die die Lappen von einander
Aus hellem Goldblech gepreßter, quadratför-
scheidet. Der innere Teil ist mit gipsartiger
miger Kleiderschmuck. Das mittlere, aus­
Masse ausgefüllt.
geschnittene, quadratische Feld ist von dem
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab:
gepreßten, doppelten Stufenrahmen umge­
rechteckiger Beschlag aus Silberblech, Bron­
ben. An allen vier Ecken der Beschläge von
zeblech, Goldfolie, Sargklammer.
der Vorderseite her geschlagene kleine Lö­
Letztes Drittel des 7. Jh.
cher zum Annähen.
LÁSZLÓ 1955, Pl. X V I I . 14.
Goldblech
v. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun)
(Taf. 52.12)
vom Gebiet des Gräberfeldes
17/1938.16. N 797
goldenes Ohrgehänge (Taf. 52. 2)
0,30 g
4/1935.80. N 758
Schmale, gerippte, gepreße Bandfragmente
1,22 g (mit Perle)
mit herabgebogenem Rand. Gehören viel­
Dünner Ohrring von rundem Querschnitt, an
leicht zu einer Zopfspange?
dessen einem Ende der Querschnitt ein
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab:
Sechseck mit abgestumpften Kanten ist. Am
Schnalle aus Bronzeblech, Eisenmesser,
unteren Teil des Ringes auf der über den
Sargklammer.
Ring gebogenen Achse eine bläuliche Glas­
Letztes Drittel des 7. Jh.
perle (die Hälfte fehlt).
LÁSZLÓ 1955, Pl. X X . 16,18-24.
Letztes Drittel des 7. Jh. bzw. erster Anfang
des 8. Jh.
s. KISKŐRÖS-Vágóhíd (Komitat Bács-Kiskun) LÁSZLÓ 1955. 21-52, Pl. X X I I . 12.
Grab 63 ( L X V )
goldener Beschlag 102. a. KISKÓRÖS-Városalatt (Komitat Bács-Kis­
(Taf. 52. 4) kun) Grab 142
17/1938.23. N 698 goldener Beschlag (Taf. 47. 20)
1,22 g 22/1932.93. N 779
Aus Goldblech mit der Bronzeunterlage zu­ 0,74 g (mit Bronzeunterlage)
sammen gepreßter, dreilappiger Beschlag mit Ausgrabung: N. Fettich, 1932
gegliederter Oberfläche. Der Rand des Aus Goldblech mit Bronzeblechunterlage zu­
Goldblechs ist auf das Bronzeblech zurückge­ sammen gepreßter, tropfenförmiger, eine
bogen. Steineinfassung imitierender Beschlag. Die
In dem Grab befanden sich keine weiteren Ränder des Goldblechs sind auf das Bronze­
Beigaben. blech zurückgebogen. Auf der Spitze des
Letztes Drittel des 7. Jh. Beschlags und am gegenüber liegenden Rand
LÁSZLÓ 1955, Pl. X X . 11. befindet sich je ein kleines Loch zur Befesti-
gung. Weitere Fundstücke aus dem gestörten 104. KÖRÖSLADÁNY (Komitat Békés)
Frauengrab: Perlen, silbernes Armband, goldenes Ohrgehänge mit Kugelanhänger
Eisenarmband. (Taf. 69. 1)
Letztes Drittel des 7. Jh. 6/1952.1. N577
HORVÁTH 1935, 46, Taf. X X V I I I . 29. 5,0 g
Aus der Sammlung Kund. „Bei Erdarbeiten
wurden Gräber gefunden, in einem Ohrge­
hänge, im anderen Riemenzunge und Be­
b.KISKŐRÖS-Városalatt (Komitat Bács-Kis­ schläge aus gepreßtem Silber".
kun) Grab 184 An den runden Ohrring von rundem Quer­
Kugelanhänger eines goldenen Ohrgehänges schnitt schließt mit Granulation der zylinder­
(Taf. 47.19) förmige Mantel, an diesen drei kleinere, und
22/1932.162. N730 unten eine mittelgroße Blechkugel an. Auf
3,46 g der großen Kugel in Rhombusform angeord­
Ausgrabung: N. Fettich, 1932 nete Granulation. Auch die kleineren Kugeln
An einen kleinen Blechzylinder sind mit Gra­ sind von Granulation umrahmt.
nulation drei kleinere und eine größere Erste Hälfte des 7. Jh.
Blechkugel gelötet. Der Ring des Ohrgehän­ S Z E G H A L M Y 1936, 355; CSALLÁNY
ges fehlt. 1956, 147/530; M R T I V / l , 1982, 122, Taf.
Andere Beigaben waren in dem Männergrab 47.5
nicht vorhanden.
Erste Hälfte des 7. Jh. 105. KŐTELEK (Komitat Jász-Nagykun-Szol­
HORVÁTH 1935,50, Taf. X X X I V 10. nok)
goldenes Ohrgehänge (Taf. 69. 2-3) 2 St
137/1913. 1-2. N 202-203
11,83; 12,05 g
103. KOLOZSVÁR (angeblich) Ankauf: von Wwe Ferenc Hajnal, 1913.
(Cluj, Rumänien) Am unteren Teil des dicken Ringes von run­
goldenes Ohrgehänge mit Körbchenanhänger dem Querschnitt eine großem aufgezogene,
(Taf. 46. 3) mit Filigranperldraht verzierte Blechkugel.
138/1882 (=62.155.102) N512 Am unteren offenen Ende des Ringes und
7,10 g auf der ihm gegenüber liegenden Seite Blech­
Ankauf: von Jakab Krausz, 1882 muff und aufgewickelter Perldraht.
Dem großen Ohrring von rundem Quer­ Zweite Hälfte des 7. Jh., byzantinischen
schnitt ist mit Draht das durchbrochene Ursprungs
Körbchen angefügt. Das Deckplättchen des S U P K A 1913, 44, Abb. 18; G A R A M 1980,
Körbchens ist von einem gekerbten Band Abb. 4, 8-9 (mit irrtümlichem Fundort);
umrahmt, im Feld befinden sich sternför­ KISS G . 1983, Abb. 1. 4 (mit richtigem Fund­
mig angebrachte, runde, dreieckige und ort)
rechtekkige Einfassungen. In diesen dürften
ursprünglich Glasplatteneinlagen gewesen K R E C E D I N s. K E R E C S E N D
sein. Beim Ankauf war in einer Zelle noch
die Einlage vorhanden. Am unteren Teil des 106. K U N Á G O T A (Komitat Békés)
Körbchens zur Schlinge gebogenes Band vereinzeltes, reiches Männergrab
mit geripptem Rand. Der Rücken des Körb­ Ausgegraben in der Pußta Kunágota vom
chens ist mit einem kleinen Ring an den Gärtner János Balázs 1857.
Ohrring gestüzt. An einem der offenen
Ringenden kleine Blechhülse, in die das große Riemenzunge aus Gold (Täf. 53.1)
andere, sich verjüngende Ende hineinpaßt. In 69/1858.3. N 42
der Mitte des geschlossenen, unteren Teils 12,04 g
des Ringes Drahtwicklung, den Ringbogen Die Deckplatte ist gepreßt, ihr Rand ist her­
entlang Perldraht und fünf kleine Bandbo­ untergebogen, die Rückplatte glatt. Auf der
gen, die die einstige Kette kleiner Perlen Vorderplatte Muster byzantinischen Charak­
hielten. ters: am Rande Perlreihenrahmen, in der
Italo-byzantinische Arbeit, 6.-7. Jh. Mitte des Feldes runde Rosette, im oberen
MTÖK 1884, 80-81/70 (mit Fundort); H A M ­ und unteren Teil des Feldes stilisierte Ran­
P E L 1894, 125. la-b; V E N T U R I 1902, II. kenverzierung, zwischen den beiden Feldern
Fig. 57; H A M P E L 1905,1. 362, Fig. 965; III. Punkt-Komma Ornamentik. Das gepreßte
T. 174,1. Muster ist auf der Vorderplatte scharf, auf
der Rückseite verwischt. In der Mitte der Per­ te etwas zurückgebogen. Das Muster ist
lenreihe am oberen Rand der Vorderplatte scharf, positiv. In der Mitte des oberen Ran­
Nietnagel zum Befestigen des Riemens. A n des ein Nietnagel zum Befestigen des Rie­
derselben Stelle ist der Rand der Rückenplat­ mens.
te zurückgebogen.
goldener Lochkranzbeschlag (Täf. 54. 5)
goldene Schlaufe (Taf. 53. 2) 69/1858.3. N 47
69/1858.3. N 46 I , 90 g
12,59 g Aus Blech gepreßt, doppelbogig, hufeisenför­
Aus dickem Blech gebogene, rechteckige mig. Die Ränder des Blechs sind nach unten
Hülse. Die Deckplatte ist gepreßt. Das gebogen. In dem eine Perlenreihe imitieren­
Muster: im oben abgerundeten Feld im Perl­ dem Rahmen Muster aus geschweiften Kom­
reihenrahmen aus Tropfen- und Dreieckfor­ mas und Punkten. Auf die Rückplatte sind
men, bzw. gewölbter Linie zusammengesetzt. drei lange Schiingenösen gelötet. Die Länge
An den unteren Teil der Schlaufe ist eine run­ der Schlingen stimmt mit der Länge der
de Schlinge gelötet, in die ein profilierter Schlingen der doppelschildförmigen Beschlä­
Ring gehängt ist. Auf der Rückenplatte zwei ge überein.
Schiingenösen zum Befestigen.
goldener Gürtelbeschlag (Täf. 54. 6-9) 4 St
goldener Messerscheidenbeschlag (Taf. 53. 3) 69.1858.3. N44
69/1958.3. N 50 I I , 47 g (4 St)
2,55 g Aus Blech gepreßter, wappenförmiger Be­
Auf dem Preßmodel der kleinen Riemenzun­ schlag mit abgebogenem Rand. In dem eine
gen gefertigte Vorderplatte mit abgebogenem Perlenreihe imitierenden Rahmen von
Ende, deren unterer Teil halbkreisförmig aus­ Punkt-Komma-Ornamentik umgebene stili­
geschnitten ist. Hier ist der Rand unverziert, sierte Rankenverzierung. Auf der Rücken­
brüchig. Die Rückseite besteht aus glattem platte zwei angelötete Schiingenösen.
Blech, ihre Ränder sind nach oben gebogen
und fügen sich in den heruntergebogenen Goldmünze (Täf. 54. 10)
Rand der Deckplatte. In dem Reihenmuster 69.1858.6. N58
unter dem oberen, geraden Rand ist das zur 3,80 g
Befestigung dienende Nagelloch nicht durch­ Goldsolidus des byzantnischen Kaisers Justi­
geschlagen. nianus I. Ein Teil des Randes des gehämmer­
ten Plättchens ist dünn gemacht, ein anderer
goldener Gürtelbeschlag (Täf. 53. 4-6) 3 St Teil wurde vor dem Pressen zurückgebogen.
69/1858.3. N 45 Das Bild auf der Rückseite ist im Verhältnis
8,93 g (3 St) zur Vorderseite in umgekehrter Lage.
Aus Blech gepreßt, in Doppelschildform, mit
abgebogenem Rand. Im oberen, verkehrt Einfassung aus Gold (Täf. 55. 1-2, 4) 3 St
schildförmigen Feld in Perlen- und Punkt­ 69/1858.9. N 57
reihenrahmen stilisierte Rankenverzierung. 1,25 g (3 St)
Das Muster des unteren, halbkreisförmigen Aus gekerbtem, bzw. glattem Blech gebogene,
Feldes ist ähnlich. Auf der Vorderplatte ist ursprünglich eine Steineinlage haltende
das Muster scharf, positiv. Auf die Rückseite Steineinfassungen mit Ösen. Bei den geripp­
sind zwei lange Schiingenösen gelötet. Die ten ist die Öse gesondert angelötet, bei dem
Ösen sind länger, als die der übrigen Be­ glatten Exemplar ist die Einfassung mit der
schläge. Ose zusammen aus einem Blechstück gebo­
gen. Bei diesem Stück fehlt die den Stein hal­
kleine Riemenzunge aus Gold tende Rückenplatte.
(Taf. 54.1-4) 4 St
69/1858.3. N 43 Quarzanhänger in goldener Einfassung
17,45 g (4 St) (Täf. 55. 3)
Die Deckplatte ist aus Blech gepreßt, mit 69/1858.7. N 53
nach unten gebogenem Rand, die Rückplatte 8,30 g (mit Stein)
ist glatt. Auf der Vorderplatte in gepreßtem Ovale, schmale Blecheinfassung, mit Perl­
Perlreihenrahmen im Feld mit Punkt- draht am Rand und mit länglicher Öse. In der
Komma-Ornamentik stilisiertes Rankenmus­ Einfassung unverzierter, auf einer Seite kon­
ter. Oben sind die Ränder der Vorderplatte vexer, auf der Rückseite konkaver Rauchopal
etwas eingebogen, der Rand der Rückenplat­ (Quarz). Der Quarzanhänger ist zusammen
mit den drei kleinen steinhaltenden Einfas­ halten geblieben. Ihnen schlössen sich die aus
sungen Anhänger einer Halskette von byzan­ gepreßtem Blech ausgeschnittenen dreibogi-
tinischem Typ. gen Hängeösen an, die von Perldraht um­
rahmt sind. In den Bögen sitzen in runden,
Fingerring aus Gold (Taf. 55. 5-12) 8 St aufragenden Einfassungen konvexe grüne
69/1858.8. N 56 Glassteine.
5,50 g (8 St)
Dünnes Blechband, mit gepreßten, runden Schwertscheidenbeschlag aus Gold
Perlreihenrahmen und runde Steineinlage (Taf. 57. 5.)
imitierendem Fingerkopf. Bei 4 Stücken ist 69/1858.1. N54
der mittlere Teil herausgeschnitten. 19,10 g (zusammen mit Taf. 56. 3 und 57.1,3)
Langer Scheidenbeschlag aus glattem Blech,
Schwertgriffbeschlag aus Gold (Taf. 56. 1-2) auf der Rückseite sind die Ränder über­
69/1858.4. N 52, N 54 einander gebogen. Am unteren und oberen
12,45 g (halbkreisförmige Öse mit Eisenkern, Rande des das untere Ende der Schwertschei­
2,85 g (halbkreisbogiger Griffbeschlag) de zierenden Beschlags ein gepreßtes Band
Byzantinischen Ursprungs; vermutlich aus in mit Perldrahtrahmen und dionysischen Sze­
einer alexandrinischen Werkstatt in der Mitte nen.
des 6. Jh. gefertigtem Kästchenbeschlag wur­ Die zerrissenen, zerdrückten, zerstückten
den die Griff- und Scheidenbeschläge des Beschläge sind als Schwertbeschläge von
Schwertes ohne Rücksicht auf die dionysi­ Gy. László rekonstruiert worden ( L A S Z L G
schen Szenen zerschnitten. Die halbkreisför­ 1938, 55-104). Rekonstruktionszeichnun'
mige Eisenöse wurde mit glattem Blech be­ des vollständigen Schwertes: Taf. 58. 1)
deckt.
versiberte Bronzeschnalle (Taf. 58. 2-4) 3 St
Schwertgriffbeschlag aus Gold (Taf. 56. 3) 69/1858.13. ( = 91/1950.2)
69/1858.1. N54 Gegossene Bronzeschnellen mit profiliertem
19,10 g (zusammen mit den Schwertscheiden­ Rahmen und mit dem Rahmen und mit dem
beschlägen: Taf. 57.1,3,5) Rahmen zusammengegossenem Beschlag.
Gepreßtes Blech mit Szenen in zwei Reihen. Zwei verschiedene Abmessungen. Die große
Vorderplatte eines rechteckigen Scheiden­ Schnalle ist stark versilbert, ihr Dorn ist aus
beschlags. Eisen. Der wappenförmige Beschlag ist von
drei dicken, gegossenen Nägeln durchschla­
Goldüberzug einer Parierstange gen. Die beiden kleineren Schnallen habe
(Taf. 56. 4-5) 2 St die gleichen Abmessungen. Auf den RÜCK
69/1858.1. N48 Seiten der Schnallenbeschläge je drei gegc s
6,15 g (2 St mit Eisenkern) sene Nietnägel zum Befestigen.
Parierstange von kurzer Rechteckform, mit (Die drei Stück ohne Abmessungen inven­
abgerundetem Ende, die vorn mit gepreßtem tarisierte „Kupferschnallen" aus Kunágota
Goldblech überzogen wurde, dessen Ränder galten lange Zeit hindurch als verschollen.
auf die glatte Rückenplatte gebogen wurden. Die vorstehend beschriebenen 3 Schnallen
wurden als altes Material 1950 als Fundstük-
Schwertscheidenbeschlag aus Gold ke mit unbekanntem Fundort von Neuem in­
(Taf. 56. 6) ventarisiert. Da in der Völkerwanderungszeit­
69/1858.1. N499 lichen Sammlung es keine weiteren solchen
7,33 g Bronzeschnallen frühawarischen Typs mit un­
Glatte Blechscheide, mit gepreßtem, muster­ bekanntem Fundort gibt, ist es möglich, daß
verziertem, am Rande gekerbtem Band am die vorstehenden Schnallen zum Fundmate­
unteren und am oberen Rand. rial von Kunágota gehören. Die große
Schnalle zum Gürtel, die kleineren zu den
Schwertscheidenbeschlag aus Gold mit Hänge­ Schwertriemen).
öse (Taf. 57. 1-4) 4 St
69/1858.1-2. N51,N54 Riemenzunge aus Silber
19,10 g (zusammen mit Tafel 56. 3 und Taf. (Taf. 59.1-2,4-5) 3 St
57. 5) 69/1858.14.
15,90 g (2 St Hängeösen mit Glaseinlage) Fragmente von Riemenzungen aus dop­
Nur die Vorderseiten der Schwertscheiden­ peltem Silberblech. Zwei schmälere Stücke
beschläge aus glattem Blech, deren Rand mit und ein breiteres Stück lassen sich rekonst­
Szenen verzierte Bänder umrahmen, sind er­ ruieren. Am oberen Rand der schmäleren
Stücke geripptes Band darunter die Stelle Der Kelch ist ohne Fuß ins Museum gelangt.
eines Nietnagels. Die Deckplatte des breite­ Zur Zeit ist das runde Fußblech des Fußbe­
ren Stückes war vergoldetes Silber Blech, chers von Ozora an den rekonstruierten Stiel
jetzt in stark brüchigem Zustand. Die Rük- gelötet. Der stark beschädigte, gelötete Fuß
kenplatte ist aus Silberblech, an den Rändern läßt sich ohne weitere Schädigung nicht ent­
Spuren der Zusammenfügung. fernen.
Die schmäleren Riemenzungen dürften zu
den Aufhängeriemen des Schwertes gehören. Silberkrug (Taf. 63)
69.1858.10.
Fragmente von Silber- und Bronzeblech Aus Silberblech gehämmerter Krug mit ova­
(Taf. 59.3,6-8) 4 St lem Körper und geschweift nach außen gebo­
69/1858.14. genem Hals. Am Rand breites geripptes
Kleines Bronzeblechfragment mit halbem Band. A n der Schulter breiter Ringhenkel,
Nagelloch (3), versilbertes Bronzeblech, der unter dem die Zusammenfügungslinie des
Rand zurückgebogen (6), dickes gebogenes Krugkörpers verläuft. Auf der Innenseite des
Silberblech (7), dünnes Silberblech mit Nute, Randes zwei Kerbzeichen. Der Krug ist stark
die Rückseite ist weißlich (8). ergänzt.

goldenes Band (Taf. 59. 9) goldenes Ohrgehänge, 2 St (fehlen)


69/1858.9. 69/1858.5.
Dünne, gebogene, gepreßte Blechbänder von Aufgrund der Eintragung im Inventarbuch
„Unförmigem Querschnitt. A m Rande der „arany cserese 2 db" (goldenes Ohrgehänge 2
Blechstücke Falten, vielleicht Spuren der Be- St), ist das Ohrgehänge unidentifizierbar.
I festigung, der Einfassung der Ränder? Sie
dürften die Umsäumung eines Holzgegen­ Der Grabfund von Kunágota läßt sich auf den
standes, etwa eines Sattels gewesen sein. Anfang, das erste Drittel des 7. Jh. datieren.
R O M E R 1870, 48; P U L S Z K Y 1873, III/7, 7;
silberner Pferdegeschirrbeschlag (Taf. 60. 1-8) H A M P E L 1894, 52-55; H A M P E L 1905, III.
8 St T 260-262, II. 339-343; F E T T I C H 1927,
69/1858.11 232-235; LÁSZLÓ 1938, 55-86; LÁSZLÓ
Aus dickem Silberblech gepreßte Beschläge. 1941, 181-183; L Á S Z L Ó 1942b, 50-57;
Der obere Teil ist dreibogig, aus vier Halbku­ H U S Z Á R 1955,88; L Á S Z L Ó 1955, Pl. L I X -
geln zusammengesetzt, der untere Teil hat L X ; CSALLÁNY 1956, 148, B Ó N A 1968,
Trapezform mit gepreßter Fransenmusterimi- 125-134; B Ó N A 1982-83, 88-98, 139-140,
tation. Die zum Befestigen dienenden Schlin­ Abb. 2-3; G A R A M 1992,137-138; Taf. 1-10.
gen fehlen. Im Inventarbuch stehen 6 St, die
weiteren 2 Stücke, bzw. ihre Fragmente be­ 107. K U N B A J A (Komitat Bács-Kiskun)
fanden sich unter den unter der Inventar­ goldenes Ohrgehänge (Taf. 69. 6)
nummer 69/1858. 14 angeführten Blechfrag­ 76.1.1. N875
menten. 2,2 g
Ankauf: über das Staatliche Kommissionswa­
silberner Pferdegeschirrbeschlag (Taf. 61. 1-20) renhaus (BÁV). Verkäufer Mihály Kántor,
20 St Einwohner von Fityeháza.
69/1858.12. Dünner Ohrring von rundem Querschnitt,
Aus dickem Silberblech auf Bronzeblech ge­ an den mit Granulation ein langer, in
preßte halbkugelförmige Pferdegeschirr­ einer Halbkugel endender Blechzylinder
beschläge in drei verschiedenen Größen (10 anschließt. Der Anhänger ist mit in Reihen
St große, 7 St mittelgroße, 3 St kleine). Die angeordneter Granulation verziert.
zur Befestigung dienenden Schlingen oder Zweite Hälfte bzw. letztes Drittel des 7. Jh.
Nietnägel fehlen. G A R A M 1980,164, Abb. 47. 7

Silberbecher (Taf. 62) 108. K U N M A D A R A S (Komitat Jász-Nagykun-


69/1858.10. Szolnok)
Aus Silberblech gehämmerter Becher mit Einzelnes reiches Männergrab mit Pferd
halbkugelförmigem Körper und breitem Im nördlichen Teil des Friedhofes von Újvár
Mund. Am unteren Teil des Körpers gehäm­ wurde der mit seinem Pferd begrabene Reiter
merte Rippung in Zick-Zack-Linie, am Hals gefunden. Der Großteil der zum Vorschein
horizontal. A m äußeren Rand schmal geripp­ gekommenen Fundstücke wurde durch das
tes Band. Nationalmuseum von Kgl. Ungarischen Me-
talleinlösungsamt eingelöst, bzw. vom Juwe­ nägeln. Der gegossene, ovale, mit gravierten
lier Mór Lemberger in Miskolc gekauft. kleinen Einkerbungen verzierte Schnallen­
rahmen ist unvollständig, brüchig. Auf einem
große Riemenzunge aus Gold (Taf. 64. 1) der vorhandenen Stücke Branspuren(?)
19/1884.1. N301
17,33 g Goldperle (Täf. 64. 5)
Aus Doppelblech, mit abgerundetem Un­ 19/1884.9. N 306
terteil, unverziert. Am Rande der Vorder­ 2,84 g
platte und auf der Seitenplatte schmales, Aus Blech zur Faßform plattgedrückt. Um die
geripptes Band. Am oberen Rande der Rie­ Öffnung der offenen Enden schmales, ge­
menzunge breiteres geripptes Band, darunter kerbtes Goldband. Die Umgebung der Off­
zwei durchgeschlagene Nietnagellöcher. Das nungen ist stark abgewetzt.
Riemenende ist etwas gebogen, mit den
Spuren starker Verbeulung und von Schlä­ Goldplatte mit Einfassung (Täf. 64. 6)
gen. 19/1884.10. N 307
2,15 g
goldener Gürtelbeschlag (Taf. 64. 2) Längliche, rechteckige, sich nach unten ver­
19/1884.7. N 303 breitende und an diesem Teil einen brüchigen
8,20 g (mit Stein) Rand aufweisende Platte, deren schmälerer
Am Rande des ovalen, derzeit etwas brüchi­ Teil durchbohrt ist, um das Loch dünner
gen Plättchens dünner Perldraht. Auf dem Perldraht. Auf dem breiteren Teil runde
Plättchen eine herausragende steinhaltende Blecheinfassung, ringsum dicker Perldraht.
Zelle, darinnen ein ovaler, konvexer, schräg Auf dem Draht neuzeitliche Schneidespuren.
entzweigesprungener weichselroter Alman­ In der Einfassung Spuren einer Masse, die
din. Die Einfassung ist von dickem Perldraht Steineinlage fehlt.
umrahmt. Die untere Platte ist schräg, diago­
nal an zwei Stellen von der Innenseite her Golddraht (Täf. 64. 7-9) aus 7 Stücken
durchlocht. 19/1884.11. N 314-315, N 257 (früher von
unbekanntem Fundort)
goldener Gürtelbeschlag 12,75 g (im Inventarbuch 16 g) - 6 St
(Taf. 64. 3) Dünne, tordierte Golddrähte, vier Fragmente
19/1884.8. N 304 an ihrem Ende zu Schlingen gebogen.
6,59 g In den frühen Publikationen waren die Dräh­
Auf den unteren Rand des glatten, wappen­ te noch nicht kreisförmig gebogen. N 257 ha­
förmigen Plättchens ist schmaler Perldraht ben wir wegen seiner Dicke und wegen des
gelötet. Auf der Vorderseite wappenförmige, fehlenden Gewichts im Sinne der Inventarbu­
steinhaltende Zelle, die von dickem Perldraht ches als Fundstück aus Kunmadaras identifi­
umrahmt ist. Das untere Plättchen ist von der ziert.
Innenseite her an zwei Stellen durchschlagen.
Aus der Zelle fehlt der Stein. Schwertscheidenbänder und Hängeöse aus
Die große Riemenzunge, der ovale Beschlag Goldblech (Täf. 65. 1-2) aus 4 Stücken
und der wappenförmige Beschlag haben die 19/1884. 3-6. N 300, N 305
gleiche Breite. Die Beschläge, die die For­ 18,95 g (4 St)
schung früher für Beschläge von Schwertgriff Schmale, die Schwertscheide umwölbende
und Parierstange hielt, waren die zur Rie­ Bänder mit gravierter, gezahnter Flechtband­
menzunge gehörenden Gürtelbeschläge. ornamentik. Die auf die Rückseite der Schei­
de gebogenen fragmentarischen Enden der
vergoldete Bronzeschnalle Bänder sind gerippt. A n zwei Bänder schließt
(Taf. 64. 4) sich eine schmale P-förmige Hängeöse aus
19/1884.13. Doppelblech mit je zwei Nietnägeln an. Die
Gegossene Bronze, Teile einer an der Ober­ Vorderplatte der Ose ist mit dichtem Flecht­
fläche stark vergoldeten, abgewetzten Schnal­ band verziert, das beim unteren Ende des „P"
le. Auf dem kurzen, wappenförmigen Be­ in einem Tierfuß endet. Die Rückenplatte
schlag graviertes, gezahntes Rechtband. Die der Öse ist glattes Blech, ihre Seitenplatte ge­
über die Achse des Schnallenbeschlags ge­ ripptes Band. Von der anderen Hängeöse der
wölbten beiden Bänder sind nachträglich ge­ Schwertscheide ist nur das die Scheide über­
feilt. Auf der Rückseite erhöhter Rand, in der wölbende untere Band und ein Fragment des
konkaven Oberfläche die Spur von drei, zum unteren Bogens der „P"-Öse erhalten ge­
Teil abgefeilten, dicken gegossenen Bronze­ blieben.
Schwertscheidenumkleidung aus Gold rundetem Ende, an der Oberfläche stark ver­
(Taf. 65. 3) goldet. In das obere Drittel der Rückenplatte
19/1884.2. N 302 war ein von der Vorderplatte etwas abstehen­
15,90 g des, glattes Blech gelötet. Der Raum zwi­
Unverzierte, brüchige Blechscheide. Am obe­ schen den beiden Platten diente mit den am
ren Rande dickes Band, vorn mit gezahntem Rand befindlichen beiden Löchern zur Auf­
Flechtband verziert, auf der Rückseite hori­ nahme der Riemenzungen. Auf der Vorder-
zontal gerippt. platte in unverziertem Rahmen gezahntes
Flechtband. Die Muster der Riemenzungen
Goldblech (Taf. 66. 1-6) 6 St sind etwas verschieden. Die Riemenzungen
19/1884.12. N311b sind stark brüchig, abgewetzt, verbogen. In­
4,09 g (6 St + Taf. 66.7) folge von Feuer?
Aus papierdünnem Blech ausgeschnittene, Die Riemenzungen können sowohl zu einem
lange Bänder in zwei verschiedenen Breiten. Gürtel als auch zu Pferdegeschirr gehört ha­
Einzelne Stücke gehören zusammen, hier ist ben.
das eine Ende in Halbkreisform abgeschnit­
ten. Zwei Stücke verschmälern sich in der
Länge, unter diesen die Spuren längsgerich­ Pferdegeschirrbeschlag aus Gold
teter, leichter Kerbung auf dem Stück mit (Täf. 68. 1-5) 5 St
unvollständigem Ende. A m Ende eines 19/1884.12. N309
breiteren und eines schmäleren Stückes ge­ 10,95 g (5 St)
schweifte Schneidspur. Die Blechstücke sind Die dreibogigen, am unteren Teil Fransen­
an mehreren Stellen an den Rändern durch­ muster imitierenden Beschläge sind ur­
löchert. Sie dürften auf Holz genietet ge­ sprünglich mit Bronzeblech zusammen ge­
wesen sein. Kann nach Meinung von Gy. preßt worden. E i n Stück ist etwas kürzer,
László die Holzscheide eines Messers verziert gedrungener als die übrigen und ist aus dicke­
haben. rem Goldblech gefertigt. Vier Stücke sind
Die Farbe des kleinsten Stückes ist gelblicher dünner, stark zerdrückt, ihr unterer Teil ist
als die der übrigen und es ist anders zer­ länger. E i n Stück ist am Rande des oberen
drückt. Vielleicht gehörte es zu den Pferde­ Bogens, zwei andere im Teil unter dem obe­
geschirrbeschlägen. ren Bogen durchlocht.

Goldblech (Taf. 66. 7)


19/1884.12. N311a Pferdegeschirrbeschlag aus Gold
4,09 g (zusammen mit den Blechstücken Taf. (Taf. 68. 6-15) 10 St
66.1-6) 19/1884.12. N 308, N 310
Papierdünnes, rötlichgelbes, stark zerdrück­ 4,85 g (10 St)
tes Blech. A n seinen Seiten die Spuren ge­ Das dünne Goldblech wurde auf einem halb­
schweifter Einschnitte, die schmäleren Enden kugelförmigen Preßmodel ursprünglich auf
sind abgerundet. Es dürfte auf einen Holzge­ Bronzeblech als Unterlage gepreßt. Von den
genstand gebogen gewesen sein und bei den stark fragmentarischen Stücken läßt sich
Nagellöchern aufgenietet. ein Stück wiederherstellen. Bei diesem ist
Gehört nicht zu den Blechen Taf. 66.1-6. das Blech den Kreisradius entlang in Drei­
eckform über einander gebogen. Aus den
Goldblechfragment (Täf. 66. 8) 4 St flachgedrückten Fragmenten lassen sich
19/1884.12. N312 ähnliche halbkugelförmige Beschläge re­
0,78 g konstruieren. Am Rande der Beschläge oder
Gerippt gepreßte dünne Bleche mit den Spu­ gegen die Mitte kleine Löcher zum Befesti­
ren von Bronzeunterlageblechen. An den ge^?)
nach unten gebogenen Rändern zwei Nietna­
gellöcher. A n zwei Stücken ist das eine Ende Die Fundstücke aus dem Reitergrab lassen
abgerundet. Dürften auf Holz gebogen gewe­ sich auf die Zeit um 600 datieren.
sen sein. H A M P E L 1894, 145.t.; H A M P E L 1905, II.
362, I I I . T 272; P U L S Z K Y 1897, 92;
kleine Riemenzunge aus vergoldeter Bronze F E T T I C H 1924, Vll.t. 19.; F E T T I C H 1926,
(Täf. 67. 1-11) H S t T I I I . ; LÁSZLÓ 1940, 175-204; L Á S Z L Ó
19/1884. 14-19; 20/1884. 1-3 1955, 274-275, Pl. 65-68; CSALLÁNY 1956,
Schmale, rechteckförmige kleine Riemenzun­ 153/568; K O V A C E V I C 1977, 43. Karte 19;
ge aus Bronze gegossen, mit etwas spitz abge­ B Ó N A 1982-83,115-117, Abb. 11.
109. KUNPESZÉR-Felsőpeszéri út (Peszáradacs) b. MÁRTÉLY (Komitat Csongrád) Grab B
(Komitat Bács-Kiskun) goldenes Ohrgehänge
goldenes Ohrgehänge mit Pyramidenanhänger (Taf. 70. 7-8) 2 St
(Taf. 40. 5) 95/1891.33-34. N 556-557
12/1894.1. N 436, N 621 4,76; 4,69 g
31,98 g Ankauf: von János Szász, János Horváth und
Eingelöst von der Kgl. Ungarischen Zentra­ Gefährten, Einwohner von Mártély. „Beim
len Staatskasse, 1894. Bau des Dammes von Mártély gefunden".
Aus dickem Draht oval gebogener Ring, an Aus zwei dicken Drähten gedrehter, runder
den mit Granulation ein gerippter Zylinder Ohrring, an dem Ring an zwei Stellen Per­
anschließt. Dieser hält den umgekehrt pyra­ lendraht-Muffe. Unten Kranz aus Kügelchen
midenförmigen Anhänger. Am Rande der mit kurzem perlenhaltendem Dorn, den ein
oberen Platte des Pyramidenanhängers 6 St, kleines Goldplättchen abschließt. Die Perle
auf Blechsockeln mit gekerbtem Rand sitzen­ fehlt.
de Blechkugeln. A n den Kanten der Seiten­ Erste Hälfte des 8. Jh.
platten kleinere Blechkugeln, auf der oberen
Kante 8, an den Seiten je 6 Stück, die eine Münzennachahmung aus Gold
dreieckige Zelle umgeben. In der Mitte der (Taf. 70.10)
Zellen kleine dreieckige Zellen, an deren 95/1891.36. N 560
Spitzen sich runde Zellen anschließen. An 0,56 g
der unteren Spitze der Pyramide mit Granu­ Dünnes, rundes Plättchen, am Rande kreis­
lation verbunden drei kleinere und eine gro­ förmige Punzierreihe, im Feld ebenfalls Pun-
ße, beschädigte Blechkugel. zierung in „K"-Form.
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab: Erste Hälfte des 8. Jh.
Toilettengarnitur aus Silberblech, „P"förmige
Hängeösen aus Silberblech.
Zopfspange (?) aus Gold
Ende des 6. bzw. Anfang des 7. Jh.
(Taf. 70.9)
H A M P E L 1894a, 185-186; H A M P E L 1897,
95/1891.35. N 550
326, 5; H A M P E L 1905, I. 358, Fig. 950 (mit
0,90 g
Fundortangabe Ungarn), III. T. 269, 5-5a;
Schmales rechteckförmiges, gepreßtes Blech,
CSALLÁNY 1956, 178/762; H. TÓTH 1984,
mit herabgebogenen Rändern. A n den kur­
72 (mit Fundortidentifizierung).
zen Enden Rippung, in der Mitte in zwei Rei­
hen kreisförmige Punzierung.
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab:
aus bronze gegossene Gürtelzierden, unter
110.a. MÁRTÉLY (Komitat Csongrád) Grab A
ihnen die Riemenzunge „von Mártély".
goldenes Ohrgehänge
Erste Hälfte des 8. Jh.
(Taf. 70. 1-2) 2 St
H A M P E L 1894, 149, 10-11; 12; 14; HAM­
95/1891.16-17. N 558-559
P E L 1905, III. T. 85; G A R A M 1984, Abb. 2.
7,80; 7,87 g
Ankauf: von János Szász, János Horváth und
Gefährten, Einwohner von Mártély. „Beim c. MÁRTÉLY (Komitat Csongrád) Grab 8
Bau des Dammes von Mártély gefunden". goldenes Ohrgehänge
Auf rundem Ohrring von sechseckigem (Taf. 70. 5-6) 2 St
Querschnitt aus großkörniger Granulation 15/1892.114-115. N 548-549
bestehender Anhänger mit perlenhaltendem 3,08; 3,0 g
Dorn an der äußeren und inneren Seite des Ausgegraben durch Sándor Farkas, Apothe­
Ringes. Ähnliche auch am oberen Bogen des ker in Szentes.
Ringes. Die Perlen fehlen. Am unteren, offe­ Runder Ohrring von sechseckigem Quer­
nen Ende des Ringes und auf der gegenüber­ schnitt, mit Perldrahtmuff, mit Granula­
liegenden Seite Muffe aus Granulationskör­ tionskranz am unteren und oberen Teil des
nern. Ringes. Am oberen Bogen des Ringes und an
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab: der Innenseite des unteren Bogens kurzer
vergoldete Gürtelzierden aus gegossener perlhaltender Dorn, der Dorn des Anhängers
Bronze. unter dem Ring ist länger. Auf diesem befand
Erste Hälfte des 8. Jh. ' sich früher „eine quaderförmige, opalisieren­
H A M P E L 1894, 148, 9-10; H A M P E L 1905, de grüne Glasperle", heute sind bereits alle
II. 105-112, III. T. 84, 9-10; G A R A M 1984, Dorne ohne Perlen.
90, Abb. 2.1-2. Erste Hälfte des 8. Jh.
Goldblech (Taf. 70. 12) 4 St Ende des 8. bzw. erste Jahrzehnte des 9. Jh.
15/1892.124-127. N 689 HORVÁTH 1935, 113, Abb. 33; CSALLÁNY
0,38 g (4 St) 1956,160/633; G A R A M 1984, 94-95, Abb. 7.
Schmale, dünne, fragmentarische Blechstük-
ke „aus der Gegend des Schwertgriffes". 112. MOHÁCS-Téglagyár (Komitat Baranya)
Erste Hälfte des 8. Jh. Grab 3
H A M P E L 1894, 159, 15-16; H A M P E L 1905, Kugelanhänger eines goldenen Ohrgehänges
III. T. 90; G A R A M 1984, Abb. 2. (Taf. 69. 7)
2/1951.9. N 845
d. MÁRTÉLY (Komitat Csongrád) Grab 11 1,57 g
goldenes Ohrgehänge Ausgrabung: Géza Fehér sen., 1949
(Täf. 70.3-4) 2 St Aus zwei Hälften zusammengesetzte Blech­
15/1892.243-244. N 687-688. kugel, oben kleines rundes Loch, ringsum
3,01; 3,07 g geripptes Band. Stark brüchig und unvoll­
Ausgegraben von Sándor Farkas, Apotheker ständig.
in Szentes. Der Anhänger befand sich in Grab 3 eines
Runder Ohrring von sechseckigem Quer­ ungarischen Gräberfeldes aus der Zeit der
schnitt, das eine Ende verjüngt sich, am ande­ Landnahme. Weitere Funde aus dem Män­
ren kleiner, profilierter Muff. Auf der Innen­ nergrab: Rinderknochen, Bronze- und Holz­
seite des unteren Teils des Ringes ein großes stücke.
Granulationskorn, darunter aus drei kleine­ Der Anhänger dürfte sekundär in das Grab
ren und einem größeren Granulationskorn gelangt sein.
zusammengelöteter Beerenanhänger. 6. bzw. 7. Jh., byzantinische Arbeit
Weitere Fundstücke aus dem Männergrab: KISS 1977,138-140, Fig. 15
Bronzeschnalle, aus Bronze gegossene Rie­
menzunge mit durchbrochener Rankenver­ 113. a. MOSONSZENTJÁNOS (Komitat Győr-
zierung. Sopron) Grab 30
Erste Hälfte des 8. Jh. goldene Münzenimitation (?) (Taf. 69.11)
H A M P E L 1894, 155. 4-5; H A M P E L 1905, 3/1927.154. N711
III. 91,4-5; G A R A M 1984, 92, Abb. 2, 7-8. U2g
Ausgrabung: N. Fettich, 1927
e. MÁRTÉLY (Komitat Csongrád) Grab 12 Massives Blech, zu unregelmäßiger, ovaler
Goldblechfragment (Taf. 70. 11) 4 St Form gehämmert.
15/1892. 248-250. N 551 Weitere Funde aus dem Männergrab: gegos­
0,76 g (4 St) sene Gürtelzierenden mit Ranken, Pfeilspit­
Ausgegraben von Sándor Farkas, Apotheker zen, silbernes Ohrgehänge, Wetzstein.
in Szentes. Erste Hälfte des 8. Jh.
Dünne, formlose Blechfragmente „von der erste Mitteilung
Gegend der Taille", auf einem ein kleines
Nietnagelloch. b. MOSONSZENTJÁNOS (Komitat Győr-
Weitere Fundstücke aus dem Frauengrab: Sopron) Grab 184
2 kleine Bronzeringe, Ohrgehänge aus Bron­ goldene Münzenimitation (?)
ze, Glasperlen, römische Münzen, Tongefäß. (Täf. 69. 9)
Erste Hälfte des 8. Jh. 5/1929.19. N754
GARAM 1984, 96. Abb. 2,10, 12. 0,19 g
Ausgrabung: N. Fettich, 1927
111. MÁTÉSZALKA (Komitat Szabolcs-Szatmár- Dünn gehämmertes, längliches, unverziertes
Bereg) Blech mit rissigem Rand.
kleine Riemenzunge aus Gold (Taf. 69. 8) Weitere Funde aus dem Männer(?)grab: E i ­
137/1909. N 526 senschnalle, Eisenmesser
6,99 g Erste Hälfte des 8. Jh.
Ankauf: von M ó r Roth, 1909 erste Mitteilung
Zwei Platten, gegossen. Auf der Vorder- und
Hinterplatte zum Stäbchen vereinfachte Ran­ c. MOSONSZENTJÁNOS (Komitat Győr-
kenverzierung. A m oberen Rand gegossene Sopron) Grab 208
Perldrahtreihe, die je zwei herausstehenden Goldblechframent (Taf. 69. 10)
Laschen haben Rankenverzierung. Auf der 5/1929.72. N 716
Seitenplatte Ährenmuster. Der untere Teil ist 0,05 g
stark abgewetzt. Ausgrabung: N. Fettich, 1927
Weitere Fundstücke aus dem Grab: kleine, Anhänger und den Ring schmückende Muffe.
gelbe Perlen, Eisenmesser Vom Dorn des Anhängers fehlt die Glas­
8. Jh. perle.
erste Mitteilung Erste Hälfte des 8. Jh.
G A R A M 1984,87, Abb. 1. 1.
114. NAGYGÁJ, angeblich (Veliki Gaj, Jugosla­
wien) NOVI S A D s. ÚJVIDÉK
Goldring eines Ohrgehänges mit Körbchenan­
hänger (Taf. 46. 6) 117. ÓBUDA-Dunapart (Budapest III.)
86/1898.17. (=62.155.112) N491 goldenes Ohrgehänge (Taf. 39. 1)
10,22 g OrnJank 23. N 286
Ankauf: von Jakab, Krausz, 1898. Laut Pos. 9,40 g
194/1898 des Anweisungsbuches stammt das Ankauf: aus der Sammlung Jankovich
Ohrgehänge angeblich aus Keszthely. Der untere Teil des Ringes von rundem
Diese Angabe scheint glaubhafter zu sein. Querschnitt verbreitert sich zur Halbmond­
Großer Ohrring von rundem Querschnitt, an form. Die durchbrochene Platte zieren zwei
einer Stelle zu deltoidförmiger, dicker Platte hockende Pfauenfiguren, zwischen ihnen ein
verbreitert. Auf dieser Platte 16 Einfassun­ stilisierter Baum(?). Am Körper der Vögel
gen, von denen je zwei mit „S"-förmig gebo­ Einkerbung, die auf der Rückseite verwischt
genem Draht verbunden sind. Am unteren, sichtbar ist. Der Halbmond hat einen „T"-
geraden Teil des Ringes war der Körbchenan­ förmigen Bandrand, an den sieben Blech­
hänger, die Spuren der Befestigung sind noch kugeln gelötet sind. Am Ring auf der den
sichtbar. Hier an der Innenseite aus zwei offenen Enden gegenüberliegenden Seite
Drähten gedrehtes Fragment, die Enden auf Drahtwicklung.
den Ohrring gewickelt. A m offenen unteren 6. Jh., byzantinische Arbeit
Ende des Ringes Drahtwicklung. PHOTO-KLÖSZ 1878, Abb. 24; MTÖF
8. Jh. 1884, 70/7-8; H A M P E L 1894, 45, 4; V E ? -
erste Mitteilung T U R I 1902, II. Fig. 58; H A M P E L 1905, I I .
T 28i, 4, II. 388; LÁSZLÓ 1935, Täf, IX. 1
115. NAGYTÉTÉNY (Budapest X X I I . ) la; CSALLÁNY 1956,156/600.
goldenes Ohrgehänge (Taf. 35. 2)
OrnJank 16 (=62.155.76) N 479 118. Ó B U D A (Budapest III.)
3,0 g goldenes Ohrgehänge (Taf. 34. 16-17) 2 St
Eintragung im Inventarbuch: „im Garten von OrnJank 4-5 (=62.155.68) N 208-209
Graf Rudnyánszky in Tétény von Graf Hugo- 9,43; 8,90 g
nay gefunden und hierher gebracht". Laut Eintragung im Inventarbuch: „In Óbuda aus
Meinung des Lektors I. Bona ist mit OrnJank einer Steinurne zum Vorschein gekommen".
16 das Ohrgehänge Katalognummer 61. iden­ Runder Ohrring von rundem Querschnitt,
tisch. mit auf den Ring gezogener Blechkugelve,
Ovaler Ohrring von rhombus förmigem zierung. Das eine Ende des Ringes verjün t
Querschnitt, unten mit aus Granulationskör­ sich, am anderen Ende und auf der gegenüber
nern bestehendem Traubenanhänger. An dem liegenden Seite je ein Muff. Der untere Teil
Ring oben und an den zwei Seiten verschie­ des Ringes ist mit Filigranperldraht in vier
den große Muffe aus Granulationskörnern. Reihen verziert. Auf der Blechkugel in Pelta-
Zweite Hälfte des 8. Jh. form und in kleinen Kreisen aufgelegter F i ­
V E N T U R I 1902, II. Fig. 57; G A R A M 1984, ligranperldraht.
88, Abb. 1, 3. 6. bzw. 7. Jh., byzantinische Arbeit
PHOTO-KLÖSZ 1878; MTÖK 1884, 85/102;
NÉMEDI s. TOLNANÉMEDI V E N T U R I 1902, II. Fig. 57; H A M P E L 1894,
58 2; H A M P E L 1905, III. T. 286, 2; C S A L ­
;

116. NÉMETPALÁNKA (BacTca Palanka, Jugos­ L Á N Y 1956, 153/605; G A R A M 1980, Abb. 4,


lawien) 5-6; KISS 1983, Abb. 1, 2 (mit Fundort)
goldenes Ohrgehänge (Taf. 69. 14)
84/1900.2. N 682 119. O R D A S (Komitat Pest) Grab 28
5,05 g goldenes Ohrgehänge (Taf. 71. 2)
Ankauf: von Oszkár Frimmel, 1900 110/1880.67. N608
An dem runden Ohrring von sechsecki­ 3,15 g
gem Querschnitt aus kleineren und größe­ Ausgegraben von Dr. Gyula Tergina im Auf­
ren Granulationskörnern zusammengesetzter trag der Museumsdirektion.
An einen dünnen Ohrring von rundem den Zellen dürften ursprünglich Glaseinla­
Querschnitt schließt mit Granulation ein lan­ gen gewesen sein.
ger Blechzylinder an. Der Zylinder endet in 7. Jh., byzantinische Arbeit
einer Halbkugel, seine Oberfläche ist mit in G A R A M 1980,166, Abb. 6, la-b.
mehreren Reihen dreieckförmig angeordne­
ter Granulation verziert. 122. OZORA-Tötipuszta (Komitat Tblna)
Weitere Fundstücke aus dem Frauengrab: Fürstliche Reiterbestattung
Glas- und Karneolperlen, Bronzearmband, Im Oktober 1871 beim Graben eines Kellers
Gefäß mit viereckigem Mund, Eisenring, vom Kutscher János Bóla und vom Knecht
Spinnwirtel. József Sütő gefunden. Die zunächst einge­
Ende des 7. Jh. stellte Aushebung der Grube wurde später
T E R G I N A 1880, 339, T. X L V I . 2; H A M P E L unter der Aufsicht des Försters fortgesetzt.
1894, 58,1; 76, 2; H A M P E L 1905,1. 353. Fig. Die zum Vorschein gekommenen Fundstücke
925, III. T. 286,1; CSALLÁNY 1956,156/605. gelangten durch Schenkung und Kauf ins
Nationalmuseum. Die zeitgenössischen Be­
120. O R O S H Á Z A (Komitat Békés) schreibungen erwecken den Anschein, daß
goldenes Ohrgehänge die Grabenden ein Pferde- und zwei Men­
(Taf. 71. 3) schenskelette gefunden hatten.
58/1890.6. N 398 275/1871.1-31: Geschenk von Mór Bisits,
3,21g später korrigiert, von Herzog Miklós Eszter­
Geschenk: von Jenő Pongrácz, Orosháza. házy
Beim Graben im Dorf gefunden. 297/1871.1-2: Geschenk von Mór Bisits, spä­
An den unteren Teil eines Ringes von run­ ter korrigiert, von Herzog Miklós Eszterházy
dem Querschnitt sind vier größere Kügelchen 32/1872.1-5: Geschenk von Herzog Miklós
und unten eine mittelgroße Blechkugel ge­ Eszterházy
lötet. 3/1875: Geschenk des Abtes Zsigmond Bu-
Mit dem Ohrgehänge zusammen wurden bics
braune Glasperlen geschenkt. 107/1888.1-11: Vom Rurwächter Bertalan
Mitte des 7. Jh. Kenner gesammelte Fundstücke, die er in
MAJLÁTH 1890, 423; CSALLÁNY 1956, Székesfehérvár verkaufen wollte. Später von
173/724; B Ó N A - D I E N E S - KOVALOV- der Kgl. Ungarischen Direktion für ärarische
S Z K Y - M Ó C S Y 1965,122, Abb. 3. Rechtsangelegenheiten eingelöst.

121. OSZTOPÁN (Komitat Somogy) vergoldete Silberschnalle (Taf. 72.1)


goldenes Ohrgehänge 107/1888.1.
(Taf. 71.1) Gegossene Silberschnalle, die Oberfläche
74/1909. N631 vergoldet. Der ovale profilierte Rahmen ist
26,27 g mit dem wappenförmigen Beschlag zu­
Ankauf: von Zsigmond Gerő durch Vermitt­ sammengegossen. Der Schnallendorn ist zer­
lung von Kálmán Darnay, 1909. brochen. Auf der Rückseite des Schnallen­
Großer Ring, der untere Teil von sechsecki­ beschlags drei gegossene Silbernägel, ab­
gem Querschnitt, der obere Teil gegossenes, gebrochen bi zur Wurzel. Der Schnallenrah­
vierreihiges Flechtband. Schließt in einer men ist stark abgewetzt.
Schlinge. Auf der der Schließe gegenüberlie­
genden Seite sind auf den Ring in neun Rei­ Lochkranzbeschlag aus Gold (Täf. 72. 2)
hen zwei zusammengedrehte Drähte gewik- 275/1871.3. N25
kelt. Unter der Wicklung und gegenüber 1,50 g
unter dem Schließenteil je eine angelötete Aus Blech gepreßt, halbmondförmig. Die
von Perldraht umrahmte Platte mit in Form Außenseite doppelt geschweift. A n den Rän­
eines gleicharmigen Kreuzes angebrachten dern gepreßter Perlkettenrahmen, mit den
Zellen. Der untere Teil des Ringes ist in je gepreßten Spuren des einstigen Perlendrah­
drei Reihen mit Perldraht und in je zwei tes zwischen den flachen Wülsten. Im oberen
Reihen mit aus dünnem Blech gebogenen, Drittel der schräg abgebogenen Ränder sind
geschlossenen „S"-Formen verziert. In der die Spuren der gepreßten Wülste zu sehen. In
Mitte Dodekaederförmige, auf den Ring ge­ der etwas eingetieften Mitte des Lochkranz­
zogene Blechzierde; auf die Seiten sind vier beschlags im Feld zwei leicht eingedrückte
rhombusförmige und acht tropfenförmige, Runen (Tamga?), daneben in den sich verjün­
von Perldraht umrahmte Zellen gelötet. Die genden Enden des Feldes oberflächlich aus­
Felder sind in weitere Zellen aufgeteilt. In geführt, in mehreren Linien eingeritzt, ovale
Formen mit spitzen Enden. Das Goldblech Mitte der Längsseite durch je eine Eiform
war ursprünglich auf Bronzeblech gepreßt unterbrochen ist. Die Einkerbung ist ver­
worden, auf das die Ränder des Goldblechs wischt auch an den herabgebogenen Rändern
zurückgebogen wurden. Auf der Rückseite zu sehen. Das innere längliche Feld der Rie­
des Lochkranzbeschlags sind die Spuren des menzunge ist in der Mitte durch eine Rosette
Bronzeblechs sichtbar. (das ist die Stelle des einstigen byzantini­
schen Monogramms) in zwei Teile geteilt.
Gürtelbeschlag aus Gold (Taf. 72. 3,5-7) 4 St Ober und unter der Rosette stilisierter Baum
275/1871.6. (3 St) 17/1888.3. (1 St) N 21 mit mit regelrechten und tropfenförmigen
9,13 g (4 St) (mit Spuren der Bronzeunter­ Blättern von eingetiefter Mitte. Der Rahmen
lage) des Feldes ist gerinnt. Das innere Feld ist von
Aus Goldblech mit Bronzeblech als Unter­ einem glatten Streifen mit Punkt-Komma
lage zusammen gepreßt. Nach dem Pressen Ornamentik umrahmt. Am oberen Teil des
wurde der Rand des Goldblechs auf das Streifens drei Nietnagellöcher zum Befesti­
Bronzeblech zurückgebogen. Die wappen- gen der Riemenzunge. Das mittlere Loch
schildfrömigen Gürtelbeschläge zierten den scheint jüngeren Datums zu sein. Das gep­
Gürtel in umgekehrter Stellung. Am Rande reßte Muster ist auf der Rückseite scharf. Auf
des Beschlags gepreßter Perlkettenrahmen, der Rückenplatte der großen Riemenzunge
im Feld stilisierter Baum mit Füßen, sowie ist das gleiche gepreßte Muster, wie auf der
mit zwei tropfenförmigen und zwei regelrech­ Vorderplatte, nur viel verwischter. Die ge­
ten Blättern. Das mittlere Feld ist von einem kerbte, äußere Umrahmung fehlt. Demnach
glatten, mit Punkt-Komma Ornamentik ver­ wurden die beiden Platten zugleich gepreßt
ziertem Feld umgeben. Das Muster des Mit­ und sodann die Ränder der Vorderplatte auf
telfeldes ist dem der großen Riemenzunge, einem Preßmodel mit gekerbtem Muster wei­
das Muster des umrahmenden, mit Punkt- ter verziert. Die eine Seite der großen Rie­
Komma Ornamentik verzierten, dem der menzunge ist gespalten, der obere Rand der
kleinen Riemenzungen ähnlich. In der Mitte Rückenplatte brüchig.
der geraden Randlinie ist auch die Stelle des
Nietnagelloches sichtbar. Die beiden Felder kleine Riemenzunge aus Gold
sind aber auf den Beschlägen mit den Rie­ (Taf. 73. 2-3; Taf. 74. 1-4) 6 St
menzungen verglichen in umgekehrter Stel­ 275/1871.6 (5 St); 107/1888.2. (1 St) N 20
lung gepreßt. Auf der Rückseite zweier Gür­ 42,42 g (6 St)
telbeschläge sind die Bronzespuren sichtbar, Doppelblech, gepreßt. Aufbau und Verzie­
ein Stück ist stark mitgenommen, dieses dürf­ rung ähnlich wie bei der großen Riemenzun­
te 1888 ins Museum gelangt sein. E i n Gürtel­ ge. Unterschied: im mittleren Feld ist nur ein
beschlag ist rötlicher und aus dünnerem vierblättriger Baum mit Füßen. Auf der Rük-
Blech gefertigt. kenplatte der kleinen Riemenzunge das
gleiche Muster, verwischt, ohne gekerbten
Gürtelbeschlag aus Gold (Taf. 72. 4) Rahmen. Der obere Rand des Blechs der
107/1888.4. N 23 Rückenplatten ist zurückgebogen, bei einem
3,53 g Stück unvollständig. Der obere Rand der
Aus Goldblech mit Bronzeblech als Unter­ Deckplatte ist bei zwei Stücken unvollstän­
lage zusammen gepreßt, auf das die Ränder dig, bei einem ist der Nietnagel weiter unten
des Goldbleches zurückgebogen wurden. am Rande des Feldes. Der Nietnagel ist bei
Doppelwappenschildförmig. Der größere Teil zwei Stücken erhalten geblieben, sein Ende
hat das gleiche Muster wie die anderen Gür­ ist auf der Rückseite abgebogen. Drei Stück
telbeschläge. Das Muster des kleineren Teils sind stark zusammengedrückt, bei diesen ist
mit etwas geschweiften Seiten ist ebenfalls die Rückenplatte auch über dem verwende­
ähnlich, aber die Stellung der beiden Felder ten Nagelloch durchlöchert.
(mit Baum bzw. Punkt-Komma Ornamentik)
ist mit der der Riemenzungen identisch. Das Eisensäbel mit goldblechverkleideter Griffver­
Goldblech ist auf der Rückseite stark rötlich. zierung und mit Parierstange (Taf. 75. 1)
275/1871.23. N 14 (Griffverzierung),
große Riemenzunge aus Gold (Taf. 73.1) 275/1871.30. N 15 (mit Griff- und Klingen­
275/1871.5. N 22 eisenfragmenten)
18,25 g 2,82 g (Griffverzierung mit Eisenkern)
Doppelblech, gepreßt. Die Deckplatte hat Fragmente eines einschneidigen Eisensäbels
einen herabgebogenen Rand. Am Rande mit geradem Griff. Der Griff war mit gold­
durchgehend gepreßte Einkerbung, die in der blechverkleideter, rhombusförmiger Eisen-
Verzierung geschmückt. Am Ende des Griffes Goldmünze (Taf. 76. 4)
befand sich eine kurze, sternförmige Parier­ 275/1871.31. N 28
stange, mit Goldblech verkleidet. Die Arme 4,20 g
der Parierstenge sind abgerundet, auf ihnen Zwischen 668-673 geprägter Solidus des
aufgelötete, ovale, leere Steineinfassungen. byzantinischen Kaisers Konstantin IV.
Die Rückenplatte der Parierstenge ist glatt.
Unter der Parierstange Scheide aus geripp­ Bronzehaken (Taf. 76. 6)
tem Goldblechband, die am oberen Rande 275/1871.29.
der Klinge gewesen sein dürfte. Länglicher, sechseckiger Blechkörper, mit
Längsrippe in der Mitte, mit drei Nägeln
Schwerthängeöse aus Gold durchschlagen, an den sich der Hakenteil
(Taf. 75.2-3) 2 St in Form eines verkehrten „T" anschließt
107/1888.10. N10-11 (fehlt).
14,77: 14,65 g
Aus dickem Blech zu Spitzbogenform gepreß­ Goldblechfragment (Taf. 76. 5,7)
te Öse mit abgebogenem Rand. 275/1871.24.
Laut Eintragung im Inventarbuch „Gold-
Griffende aus Gold blechfragmente 11 St, Silber 3 St", (fehlen)
(Taf. 75. 4) Die Zeichnung wurde aufgrund von V E N ­
275/1871.8. N13 T U R I 1902, II. 77, Fig. 65, also aufgrund des
3,92 g Zustandes von 1884 angefertigt.
Ovales, schmales Blech mit zwei Nagellö­
chern, an das ein schmales, geripptes Seiten­ kleine Riemenzunge aus Gold (Taf. 77/1)
band gelötet ist. Aus weißlichem Gold, kaum 275/1871.7. N 27
abgewetzt. 1,10 g
Aus dünnem Blech gepreßt, kurz, breit, wap-
Ortband aus Gold penförmig.
(Taf. 75. 5) Deckplatte mit abgebogenem Rand und geo­
107/1888.9. N12 metrischem Muster.
7,40 g Die Rückenplatte glatt und unverziert. In der
Ovales, dickes Blech mit zwei Nagellöchern, Mitte des oberen Randes von vorn her ge­
mit angelötetem, schmalem, schmucklosem bohrtes Loch zum Befestigen.
Seitenband.
Die Rekonstruktion des Säbels auf Taf. 75. 6. Hülsenriemenzunge aus Silber
(Taf. 77. 2)
Riemenzunge aus Gold 275/1871. 20a.
(Taf. 76.1-2) Kurz, rechteckig. Die Vorderplatte horizon­
275/1871.7. N 24 tal, gerippt gepreßt, mit abgebogenem Rand,
4,8 g (2 St) die Rückenplatte glatt. In der Mitte des obe­
Aus Doppelblech gepreßt, länglich mit unten ren Randes rundköpfiger Nietnagel.
abgerundetem Ende. Auf der Deckplatte ge­
preßtes Flechtbandmuster, die Ränder sind Goldschnalle (Taf. 77.3)
abgebogen. Die Rückenplatte ist glatt, un- 275/1871.17. N284
verziert. An der Riemenklemme gekerbtes 0,69 g
Band, darunter von der Vorderplatte her Miniaturschnalle, mit viereckigem Rahmen
geschlagenes Loch. Die schmalen Seitenplat­ von rundem Querschnitt, mit etwas ge­
ten lösen sich mancherorts von der Deckplat­ schweiftem Dorn und aus dünnem Blech aus­
te. Die Rückenplatte, besonders das obere geschnittenem, fünfeckigem Beschlag, der
gekerbte Band, sind stark abgewetzt. über den Schnallenrahmen gebogen, in der
Mitte mit einem Nietnagel befestigt war.
Silberschnalle (Taf. 76. 3)
275/1871.25a Süberschnalle (Taf. 77. 4)
Der profilierte, ovale Schnallenrahmen ist 275/1871.28
mit dem wappenförmigen Beschlag zusam­ Der ovale, profilierte Schnallenrahmen und
mengegossen. Der Schnallendorn ist aus der wappenförmige Beschlag in einem gegos­
hellerem Silber. Der Teil unter der Achse ist sen. Eine Seite des Rahmens ist unvollstän­
repariert. Auf der Rückseite des Schnallen­ dig. Der Schnallenbeschlag ist in Längsrich­
beschlags Spuren zweier gegossener, abgeb­ tung mit der Stelle von zwei, zum Befestigen
rochener Nietnägel. dienenden Nietnägeln durchlöchert.