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Chor-Elektra

Chor: O Kind! Kind der unseligsten

Mutter, Elektra! Warum zernagt

unstillbare Klage dich

um den von der verruchten

Mutter arglistig überwältigten, von

schnöder Hand verratnen Agamemnon?

Es mag vergehn, wer es ersann,

geziemt mir solcher Fluch!

Chor: Doch niemals wirst du aus des Hades

allesverschlingendem See den Vater

wieder auferstehen lassen

mit Totenklagen noch Gebeten!

Von dem, was maßvoll wäre fortgerissen

zu unbewältigbarem Schmerz,

richtest du dich klagend selbst zugrund!

Willst du das Untragbare töricht tragen,

löst du das Übel nicht!


Kläglich bei der Heimkehr scholl der Ruf,

kläglich auf dem Ruhebett des Vaters,

als sich verräterisch herniederschwang

auf sein Haupt das erzne Beil.

Arglistig ersonnen, war es die brünst'ge

Lust, die ihn erschlug, einig zeugend

ein graunvoll grausig Schauerbild,

sei es ein Gott, sei es ein Mensch,

der dieses tat!

Chor: O Same des Atreus!

Wie führte dich nach ungezählter Not

dies Werk nun endlich doch

der Freiheit zu!