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Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE

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sinamics
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s
Vorwort

Sicherheitshinweise 1
Hinweise zur Schaltschrank-
Entwärmung 2
Anordnung von
Komponenten im 3
Schaltschrank
Schaltschrankintegration,
SINAMICS S120 Booksize / Dichtheit des Schaltschranks 4
SIMODRIVE
Systemhandbuch
Netzanschluss 5

Sonstiges 6
Bedienelemente und
Bedienfelder 7

Verschleißteile, Wartung 8
Einsatzbereiche von Geräten
zur Schaltschrank- 9
Entwärmung

09/2007
6SL3097-0AT00-0AP0
Sicherheitshinweise
Dieses Handbuch enthält Hinweise, die Sie zu Ihrer persönlichen Sicherheit sowie zur Vermeidung von
Sachschäden beachten müssen. Die Hinweise zu Ihrer persönlichen Sicherheit sind durch ein Warndreieck
hervorgehoben, Hinweise zu alleinigen Sachschäden stehen ohne Warndreieck. Je nach Gefährdungsstufe
werden die Warnhinweise in abnehmender Reihenfolge wie folgt dargestellt.

GEFAHR
bedeutet, dass Tod oder schwere Körperverletzung eintreten wird, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.

WARNUNG
bedeutet, dass Tod oder schwere Körperverletzung eintreten kann, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.

VORSICHT
mit Warndreieck bedeutet, dass eine leichte Körperverletzung eintreten kann, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.

VORSICHT
ohne Warndreieck bedeutet, dass Sachschaden eintreten kann, wenn die entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden.

ACHTUNG
bedeutet, dass ein unerwünschtes Ergebnis oder Zustand eintreten kann, wenn der entsprechende Hinweis
nicht beachtet wird.
Beim Auftreten mehrerer Gefährdungsstufen wird immer der Warnhinweis zur jeweils höchsten Stufe verwendet.
Wenn in einem Warnhinweis mit dem Warndreieck vor Personenschäden gewarnt wird, dann kann im selben
Warnhinweis zusätzlich eine Warnung vor Sachschäden angefügt sein.

Qualifiziertes Personal
Das zugehörige Gerät/System darf nur in Verbindung mit dieser Dokumentation eingerichtet und betrieben
werden. Inbetriebsetzung und Betrieb eines Gerätes/Systems dürfen nur von qualifiziertem Personal
vorgenommen werden. Qualifiziertes Personal im Sinne der sicherheitstechnischen Hinweise dieser
Dokumentation sind Personen, die die Berechtigung haben, Geräte, Systeme und Stromkreise gemäß den
Standards der Sicherheitstechnik in Betrieb zu nehmen, zu erden und zu kennzeichnen.

Bestimmungsgemäßer Gebrauch
Beachten Sie Folgendes:

WARNUNG
Das Gerät darf nur für die im Katalog und in der technischen Beschreibung vorgesehenen Einsatzfälle und nur
in Verbindung mit von Siemens empfohlenen bzw. zugelassenen Fremdgeräten und -komponenten verwendet
werden. Der einwandfreie und sichere Betrieb des Produktes setzt sachgemäßen Transport, sachgemäße
Lagerung, Aufstellung und Montage sowie sorgfältige Bedienung und Instandhaltung voraus.

Marken
Alle mit dem Schutzrechtsvermerk ® gekennzeichneten Bezeichnungen sind eingetragene Marken der Siemens
AG. Die übrigen Bezeichnungen in dieser Schrift können Marken sein, deren Benutzung durch Dritte für deren
Zwecke die Rechte der Inhaber verletzen kann.

Haftungsausschluss
Wir haben den Inhalt der Druckschrift auf Übereinstimmung mit der beschriebenen Hard- und Software geprüft.
Dennoch können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden, so dass wir für die vollständige Übereinstimmung
keine Gewähr übernehmen. Die Angaben in dieser Druckschrift werden regelmäßig überprüft, notwendige
Korrekturen sind in den nachfolgenden Auflagen enthalten.

Siemens AG Dokumentbestellnummer: 6SL3097-0AT00-0AP0 Copyright © Siemens AG 2007.


Automation and Drives Ⓟ 09/2007 Änderungen vorbehalten
Postfach 48 48
90327 NÜRNBERG
DEUTSCHLAND
Vorwort
Diese Dokumentation enthält Hinweise und Beispiele für die Anordnung von Komponenten
für Steuerung und Antriebe im Schaltschrank und deren Entwärmung am Beispiel der
Gerätereihen SINAMICS S120 Booksize und SIMODRIVE 611 inklusive der antriebsnahen
Steuerungen SIMOTION und SINUMERIK, im folgenden "Geräteverband" genannt, und
Hinweise für den EMV gerechten Aufbau.
Die meisten Hinweise betreffen Geräteverbände mit "interner Entwärmung", bei der die
gesamte Verlustleistung innerhalb des Schaltschranks anfällt. Zu abweichenden
Entwärmungsarten wie z. B. "externe Entwärmung", "Wasserkühlung" oder "Cold-Plate" sind
besondere Hinweise in eigenen Kapiteln zu finden.
Ein Teil des Inhaltes dieser Dokumentation wurde in einem Arbeitskreis mit folgenden
Firmen erarbeitet:
Audi AG
DaimlerChrysler AG
EPLAN Software & Service GmbH & Co. KG
Felsomat GmbH & Co. KG
NILES - SIMMONS Industrieanlagen GmbH
Rittal GmbH & Co. KG
Siemens AG
Viele Hinweise und Beispiele können sinngemäß auf andere Gerätereihen übertragen
werden.
Werden diese Hinweise und / oder die Hinweise der gerätespezifischen Technischen
Anwenderdokumentation nicht eingehalten, führt dies zu Betriebsstörungen, einer deutlichen
Reduzierung der Lebensdauer von Bauteilen und es kommt zu Frühausfällen von
Komponenten.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 5
Vorwort

Die thermischen Zusammenhänge lassen sich näherungsweise nach der Arrhenius -


Gleichung beschreiben:
● ca. 10 K Temperaturerhöhung bewirkt eine Halbierung der Lebensdauer
● ca. 10 K Temperaturerhöhung bewirkt eine Verdoppelung der Ausfallrate

 

1HQQODVW  


 
/HEHQVGDXHU

$XVIDOOUDWH



 



 
. . . . . . . . .

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Bild 1-1 Lebensdauer und Ausfallrate nach der Arrhenius-Gleichung

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


6 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Vorwort

Beispiele aus der Praxis


An nachfolgenden Beispielen ist ersichtlich, wie deutlich sich die Temperaturen durch
Nichteinhaltung der Einbaurichtlinien erhöhen. Die Auswirkung auf Ausfallraten und
Lebensdauer wird anhand von Bild "Lebensdauer und Ausfallrate nach der Arrhenius-
Gleichung" ermittelt.
Beispiel 1: Abstand Kabelkanal bei SIMODRIVE 611
Bei Betrieb mit Nennbedingungen stellen sich im Betrieb mit definierter Last bei einem
korrekten Aufbau mit 100 mm Abstand der Kabelkanäle nach dem linken Bild bestimmte
Temperaturen im Geräteinneren ein.
Wird bei identischen Bedingungen der Abstand der Kabelkanäle wie im Aufbau A auf ca.
40 mm verkleinert, steigen die Temperaturen um ca. 10 K an. Dadurch steigt die Ausfallrate
auf den ca. doppelten Wert an. Die Lebensdauer sinkt auf ca. 50 %.
Wird bei identischen Bedingungen der Abstand der Kabelkanäle wie im Aufbau B auf ca.
15 mm verkleinert, steigen die Temperaturen um ca. 16 K an. Dadurch steigt die Ausfallrate
auf den ca. dreifachen Wert an. Die Lebensdauer sinkt auf ca. 30 %.

3URMHNWLHUXQJVDQOHLWXQJ $XIEDX$ $XIEDX%

/¾IWXQJV
100 IUHLUDXP 40
~15

ΔT= 0 K ΔT= +10 K ΔT= +16 K

*HU¦WHYHUEDQG *HU¦WHYHUEDQG *HU¦WHYHUEDQG


.DEHONDQDO[PP

/¾IWXQJV 20
100 40
IUHLUDXP

7HPSHUDWXUPH¡SXQNW
=XOXIW

Bild 1-2 Temperaturerhöhung durch Nichteinhaltung der Freiräume

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 7
Vorwort

Beispiel 2: Kabel auf dem Lüftungsgitter bei 50 mm schmalen SIMODRIVE 611 Modulen
Bei Betrieb mit Nennbedingungen stellen sich im Betrieb mit definierter Last bei einem
korrekten Aufbau ohne Kabel auf dem Lüftungsgitter nach dem linken Bild bestimmte
Temperaturen im Geräteinneren ein.
Wird bei identischen Bedingungen ein Kabel auf dem Lüftungsgitter verlegt, steigen die
Temperaturen um ca. 10 K an. Dadurch steigt die Ausfallrate auf den ca. doppelten Wert.
Die Lebensdauer sinkt auf ca. 50 %.
Werden bei identischen Bedingungen zwei Kabel auf dem Lüftungsgitter verlegt, steigen die
Temperaturen um ca. 20 K an. Dadurch steigt die Ausfallrate auf den ca. vierfachen Wert an.
Die Lebensdauer sinkt auf ca. 25 %.

3URMHNWLHUXQJVDQOHLWXQJ *HEHUNDEHO *HEHUNDEHO

Δ7 . Δ7 FD. Δ7 FD.


Bild 1-3 Temperaturerhöhung durch Verdecken der Lüftungsgitter bei 55 mm-Modulen

Bei breiteren Modulen ist der Einfluss durch Kabel auf dem Lüftungsgitter geringer.

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8 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Inhaltsverzeichnis
Vorwort ...................................................................................................................................................... 5
1 Sicherheitshinweise ................................................................................................................................. 11
2 Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung................................................................................................ 13
2.1 Abschätzen der Entwärmung.......................................................................................................13
2.2 Luftführung an Schaltschrank-Kühlgeräten im Außenkreislauf ...................................................14
2.3 Luftzirkulation im Schaltschrank ..................................................................................................15
2.3.1 Luftmenge ....................................................................................................................................15
2.3.2 Strömungsrichtung.......................................................................................................................15
2.3.3 Ziel für Kühlluft .............................................................................................................................17
2.3.4 Verhinderung von Betauung bei Einsatz von Kühlgeräten ..........................................................19
2.3.5 Kondensatabfuhr..........................................................................................................................19
2.3.6 Temperatureinstellung .................................................................................................................20
2.4 Lüftungsfreiräume ........................................................................................................................21
2.4.1 Lüftungsfreiräume ober- und unterhalb des Geräteverbandes....................................................21
2.4.2 Kabelverlegung auf Lüftungsgittern .............................................................................................22
3 Anordnung von Komponenten im Schaltschrank ..................................................................................... 23
3.1 Anordnung des Antriebsverbandes nach EMV-Regeln ...............................................................23
3.2 Anordnung Netzfilter, Netzdrossel, Einspeisung .........................................................................24
3.3 Geschirmte Kabel ........................................................................................................................25
3.3.1 Beispiele für Schirmauflagen .......................................................................................................25
3.3.2 Steckverbindungen ......................................................................................................................26
3.3.3 Kabellängen .................................................................................................................................26
4 Dichtheit des Schaltschranks................................................................................................................... 27
4.1 Beispiel für Öffnungen .................................................................................................................28
4.2 Luft-Wasser-Wärmetauscher, Wassergekühlte Komponenten ...................................................28
4.3 Externe Entwärmung, Cold-Plate.................................................................................................29
5 Netzanschluss ......................................................................................................................................... 31
5.1 Absicherung .................................................................................................................................31
5.2 Schutzleiter, Schutzverbindung ...................................................................................................32
6 Sonstiges................................................................................................................................................. 33
6.1 Einstellelemente...........................................................................................................................33
6.2 Schraubverbindungen stromführender Teile ...............................................................................33
6.3 Externe Lüfter...............................................................................................................................33
6.4 Beispiele.......................................................................................................................................34
7 Bedienelemente und Bedienfelder........................................................................................................... 35

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 9
Inhaltsverzeichnis

8 Verschleißteile, Wartung.......................................................................................................................... 37
9 Einsatzbereiche von Geräten zur Schaltschrank-Entwärmung ................................................................ 39
Index........................................................................................................................................................ 43

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


10 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Sicherheitshinweise
Den in der gerätespezifischen Technischen Anwenderdokumentation gegebenen
1
Sicherheitshinweisen ist unbedingt Folge zu leisten.
Verbindliches Dokument für die Projektierung der jeweiligen Gerätereihen ist grundsätzlich
die gerätespezifische Technische Anwenderdokumentation.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 11
Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung
Durch die fortschreitende Miniaturisierung elektronischer Bauelemente und die steigende
2
Packungsdichte in den Elektronikgehäusen und Schaltschränken hat sich die Sensibilität der
elektronischen Systeme gegenüber Einflüssen wie Staub, Feuchtigkeit und Temperatur
erhöht. Insbesondere die Abführung der von Systemen produzierten Wärme aus
Schaltschränken stellt hohe Anforderungen an die Schaltschrank-Klimatisierung.
Dieses Kapitel informiert über die Punkte, die bei einer fachgerechten Schaltschrank-
Klimatisierung mit Kühlgeräten zu berücksichtigen sind.
Es wird empfohlen, die Funktion der Kühlmaßnamen zu überwachen und bei deren
Fehlfunktion den Geräteverband stillzusetzen.
Werden diese Regeln nicht eingehalten, muss mit Überhitzung und als Folge mit reduzierter
Lebensdauer oder Ausfall gerechnet werden.

2.1 Abschätzen der Entwärmung


Über die Schaltschrankoberfläche können in der Praxis einige 100 W Verlustleistung durch
Eigenkonvektion abgeführt werden. Für eine grobe Abschätzung kann von 50 W pro m2
freier Schaltschrankoberfläche bei 10 K Temperaturdifferenz zur Hallentemperatur
ausgegangen werden.
Beispiel 3: Ein Schaltschrank von 2 m Breite, 2 m Höhe und 0,5 m Tiefe hat bei der
Aufstellart "Rückseite an Wand" eine wirksame Oberfläche von ca. 7 m2 und kann somit ca.
350 W abführen.
Bei höheren Verlusten im Schaltschrank müssen andere Kühlmaßnahmen realisiert werden.
Die Verlustleistungswerte der einzelnen Komponenten können der gerätespezifischen
Technischen Anwenderdokumentation entnommen werden.
Puls- oder Bremswiderstände können auch außerhalb des Schaltschrankes aufgebaut
werden, um die Verlustleistung innerhalb und damit den Kühlaufwand zu reduzieren.
Für eine grobe Abschätzung der Verlustleistung kann bei interner Entwärmung ca. 5 % der
Einspeiseleistung des Antriebsverbandes angenommen werden, da dieser im Schaltschrank
in der Regel der größte Verlustleistungserzeuger ist.
Beispiel 4: Einspeisung 36 kW ergibt 1,8 kW Verlustleistung, die abzuführen ist.
Beispiel 5: Bei einem Schaltschrank nach Beispiel 3 müssen 1,8 kW - 0,35 kW = 1,45 kW
durch andere Maßnahmen abgeführt werden, z. B. Kühlgerät.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 13
Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung
2.2 Luftführung an Schaltschrank-Kühlgeräten im Außenkreislauf

2.2 Luftführung an Schaltschrank-Kühlgeräten im Außenkreislauf


Die Luftein- und -austrittsöffnungen von Schaltschrank-Kühlgeräten sollten im Außenkreis
einen Mindestabstand von 200 mm zu einer Wand bzw. zueinander aufweisen. Kann dieser
Abstand zueinander nicht eingehalten werden, ist durch die Verwendung geeigneter
Luftleitbleche ein lüftungstechnischer Kurzschluss zu verhindern.

$EVWDQG
!PP

Optimale Luftführung Kühlgeräte Optimale Luftführung Kühlgeräte


Dachaufbau Wandanbau

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


14 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung
2.3 Luftzirkulation im Schaltschrank

2.3 Luftzirkulation im Schaltschrank

2.3.1 Luftmenge
Um die Entwärmung des Geräteverbandes sicherzustellen, ist zusätzlich zu den
notwendigen Entwärmungsmaßnahmen sicherzustellen, dass Mindestluftmengen im
Schaltschrank umgewälzt werden. Nähere Angaben hierzu können der gerätespezifischen
Technischen Anwenderdokumentation entnommen werden.
Eine gleichmäßige Luftzirkulation im Schaltschrank muss gewährleistet werden.

2.3.2 Strömungsrichtung
Die Entwärmung der Geräte basiert auf natürlicher Konvektion und/oder auf forcierter
Entwärmung mit Lüftern. In beiden Fällen ist die Richtung der Kühlluft in dem zu
entwärmenden Geräteverband entgegen der Schwerkraft von unten nach oben
sicherzustellen.
Sind weitere Luftumwälzungen im Schaltschrank vorhanden, z. B. Filterlüfter oder
Kühlgeräte, muss sichergestellt sein, dass sich die Luftströmungen nicht gegenseitig
kompensieren, sondern addieren.

1DW¾UOLFKH 1DW¾UOLFKH
Natürliche
.RQYHNWLRQ .RQYHNWLRQ
Konvektion

.¾KOJHU¦W .¾KOJHU¦W

Kühlgerät

*HU¦WHYHUEDQG *HU¦WHYHUEDQG

Richtige Luftumwälzung Falsche Luftumwälzung


Das Anblasen von elektrischen Geräten mit Kaltluft ist zu vermeiden.
Der Abstand von der Ausblasöffnung des Klimagerätes zu elektronischen Geräten muss
mindestens 200 mm betragen.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 15
Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung
2.3 Luftzirkulation im Schaltschrank

Beispiele:

.¾KOJHU¦W

.¾KOJHU¦W

*HU¦WHYHUEDQG *HU¦WHYHUEDQG

Bild 2-1 Richtige und falsche Anordnung von Wandkühlgeräten

.¾KOJHU¦W .¾KOJHU¦W

*HU¦WHYHUEDQG *HU¦WHYHUEDQG

Bild 2-2 Richtige und falsche Anordnung von Wandkühlgeräten

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


16 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung
2.3 Luftzirkulation im Schaltschrank

2.3.3 Ziel für Kühlluft


Das Ziel für die Kühlluft ist der Bereich im Schaltschrank mit der hohen Verlustleistung, in
der Regel der Antriebsverband. Durch passende Platzierung des Kühlgerätes oder Führung
der Kühlluft durch z. B. Schläuche oder Kanäle ist die Kühlluft möglichst großflächig an den
Zielort zu bringen.

.¾KOJHU¦W .¾KOJHU¦W .¾KOJHU¦W

/XIWNXU]VFKOXVV /XIWNXU]VFKOXVV

*HU¦WHYHUEDQG *HU¦WHYHUEDQG *HU¦WHYHUEDQG

Bild 2-3 Richtige und falsche Anordnung von Dachkühlgeräten

Anmerkung: durch den Einsatz von Kanalsystemen kann die Leistung des Kühlgerätes
reduziert werden. Die Maximallänge von Kanalsystemen sollte deshalb 3 m nicht
überschreiten.
Faustformel:
Kalte Luft möglichst weit unten einleiten, warme Luft möglichst weit oben absaugen.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 17
Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung
2.3 Luftzirkulation im Schaltschrank

Bild 2-4 Beispiel für Luftkanal der Firma RITTAL GmbH & Co. KG
/XIWNXU]VFKOXVV

.¾KOJHU¦W .¾KOJHU¦W

*HU¦WHYHUEDQG *HU¦WHYHUEDQG

Bild 2-5 Richtige und falsche Anordnung von Wandkühlgeräten

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


18 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung
2.3 Luftzirkulation im Schaltschrank

2.3.4 Verhinderung von Betauung bei Einsatz von Kühlgeräten


Beim Einsatz von Klimageräten ist zu beachten, dass durch das Abkühlen der Luft im
Klimagerät die relative Luftfeuchte der ausgeblasenen Luft ansteigt und u. U. den Taupunkt
unterschreiten kann.
Es ist z. B entweder durch Luftleitbleche sicher zu stellen oder durch einen Mindestabstand
von 200 mm zwischen der Ausströmöffnung des Kühlgerätes und dem Geräteverband, dass
sich die aus dem Klimagerät ausgeblasene kalte feuchte Luft mit warmer Schrankluft
mischen kann, bevor die Luft in den Geräteverband eintritt. Durch das Mischen mit warmer
trockener Schrankluft sinkt die relative Luftfeuchte auf unkritische Werte.

PP$EVWDQG

*HU¦WHYHUEDQG
*HU¦WHYHUEDQG

.¾KOJHU¦W
.¾KOJHU¦W

/XIW

:DUPOXIWDXV :DUPOXIWDXV
GHP /XIWOHLWEOHFK GHP
6FKDOWVFKUDQN 6FKDOWVFKUDQN

Richtige Anordnung vermeidet Betauung Falsche Anordnung führt zu Betauung

2.3.5 Kondensatabfuhr
Nach dem Schließen des Schaltschrankes und Anlauf des Kühlgerätes fällt Kondensat an.
Der Kondensatanfall erhöht sich ebenfalls bei Undichtigkeiten des Schaltschranks oder bei
offenen Schaltschranktüren. Siehe auch Kapitel "Dichtheit des Schaltschranks". Dieses
Kondensat muss ohne Verletzung der Schutzart nach IEC 60529 aus dem Schaltschrank
abgeführt werden.
Es wird empfohlen, Kühlgeräte bei offenen Türen durch Türkontaktschalter stillzusetzen.
Besonders bei Dachaufbau des Kühlgerätes ist sicherzustellen, dass Kondensat nicht in
darunterliegende Komponenten tropfen kann.
Kondensat ist entweder aufzufangen oder zu verdampfen.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 19
Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung
2.3 Luftzirkulation im Schaltschrank

2.3.6 Temperatureinstellung
Es wird empfohlen, die Temperatur auf ca. 35 °C einzustellen.
Eine Einstellung auf zu niedrige Werte der Innentemperatur des Schaltschrankes bewirkt
einen übermäßigen Verschleiß des Kühlgerätes, sehr hohen Kondensatanfall, sehr hohen
unnötigen Energieverbrauch und eine zu hohe relative Luftfeuchtigkeit mit eventueller
Betauung. Es muss mit dem Ausfall von Geräten gerechnet werden.
Bei großer Differenz zwischen der Innentemperatur des Schaltschranks und der
Hallentemperatur besteht beim Öffnen des Schaltschrankes die Gefahr von Betauung mit
Ausfall von Geräten.

0LQ0D[
Min Max 0LQ0D[
Min Max

35 25
18
Optimale Einstellung Zu niedrige Einstellung

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


20 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung
2.4 Lüftungsfreiräume

2.4 Lüftungsfreiräume
Nichteinhalten der Freiräume bewirkt deutlich erhöhte Temperaturen innerhalb der
Komponenten mit der Folge von Ausfällen und deutlich reduzierter Lebensdauer.

2.4.1 Lüftungsfreiräume ober- und unterhalb des Geräteverbandes


Um eine einwandfreie Führung der Kühlluft zu gewährleisten, sind ober- und unterhalb der
Komponenten Mindestfreiräume einzuhalten. Dieses gilt insbesondere für Kabelkanäle.
Dieser Mindestabstand gilt nicht für zugehörende Teile wie z. B. Lüfter.
Die angegebenen Freiräume gelten bei interner und externer Entwärmung.
Nähere Angaben hierzu können der gerätespezifischen Technischen
Anwenderdokumentation entnommen werden.
Beispiele:

PP PP

PP PP

Freiräume SINAMICS S120 Booksize Freiräume SIMODRIVE 611


≥80 mm ≥100 mm

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 21
Hinweise zur Schaltschrank-Entwärmung
2.4 Lüftungsfreiräume

2.4.2 Kabelverlegung auf Lüftungsgittern


Besonders bei schmalen Komponenten wird die Entwärmung der Geräte deutlich behindert,
wenn Kabel auf den Lüftungsgittern verlegt sind.

Gute Kabelverlegung SINAMICS S120 Booksize

Gute Kabelverlegung SIMODRIVE Schlechte Kabelverlegung SIMODRIVE

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


22 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Anordnung von Komponenten im Schaltschrank
Um zuverlässigen und störungsfreien Betrieb über die gesamte Lebensdauer zu
3
gewährleisten, sind einige wichtige Aufbauregeln einzuhalten.

3.1 Anordnung des Antriebsverbandes nach EMV-Regeln

:HLWHUH9HUEUDXFKHU

$QWULHEV1HW]ILOWHU1HW]GURVVHOXQG
*HU¦WHYHUEDQGGLFKW]XVDPPHQ
1HW]ILOWHU

DQJHRUGQHWPLWNXU]HQ/HLWXQJHQ

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6LJQDONDEHO
$QWULHE1HW]ILOWHU

'URVVHO

*HU¦WHYHUEDQG
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6LFKHUXQJ 6FKLUPEOHFKH
LPPHU

*HVFKLUPWH
0RWRUNDEHO
1HW]

Bild 3-1 Anordnung nach EMV-Regeln (Sicht ohne Kühlung)

Schirme von Kabeln, die den Schaltschrank verlassen, sollen zusätzlich an der
Schaltschrankeintrittsstelle aufgelegt werden zur weiteren Verringerung der Störaussendung
(Abstrahlung).
Weitere Hinweise sind der
"EMV-Aufbaurichtlinie SINUMERIK, SIROTEC, SIMODRIVE, SIMOTION, SINAMICS S120
Bestellnummer 6FC5297-0AD30-0AP2 zu entnehmen.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 23
Anordnung von Komponenten im Schaltschrank
3.2 Anordnung Netzfilter, Netzdrossel, Einspeisung

3.2 Anordnung Netzfilter, Netzdrossel, Einspeisung


Die Gehäuse von Netzfilter, Netzdrossel und Einspeisung des Geräteverbandes müssen für
hochfrequente Störströme niederimpedant (niederohmig und niederinduktiv) mit der
Schaltschrankmasse verbunden sein und diese wiederum niederimpedant mit
Motoren/Maschine. Die Komponenten sind hierzu dicht zusammen auf eine gemeinsame,
verzinkte Montageplatte zu montieren und mit dieser großflächig und dauerhaft leitfähig zu
verbinden. Diese Montageplatte muss ihrerseits großflächig und leitfähig mit
Motoren/Maschine verbunden sein.
Lackierte Schaltschrankwände oder Montageplatten sowie Hutschienen oder ähnliche
Montagehilfsmittel mit geringer Auflagefläche erfüllen diese Anforderung nicht.
Werden Montageplatten miteinander verbunden, muss die Verbindung nahe der Signal- bzw.
Leistungskabel erfolgen (Minimierung der umschlossenen Fläche).
Da die Netzdrosseln sehr heiß werden können, ist ausreichend Abstand von ca. 100 mm
einzuhalten, um Überhitzung zu vermeiden.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


24 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Anordnung von Komponenten im Schaltschrank
3.3 Geschirmte Kabel

3.3 Geschirmte Kabel


Vom Netzfilter des Antriebsverbandes bis zum Motor sind alle Kabel unterbrechungsfrei
geschirmt und verdrillt zu verlegen. Verbindungen unter 1 m dürfen verdrillt ohne Schirm
ausgeführt werden.
Signalkabel, auch geschirmte, sind räumlich getrennt von Leistungskabeln zu verlegen.
Bewährt hat sich ein Abstand von > 0,2 m.
Alle Kabel innerhalb des Schaltschrankes sollen so nahe wie möglich an den mit
Schrankmasse verbundenen (geerdeten) Konstruktionsteilen verlegt werden, wie
Montageplatten oder Hüllteile des Schrankes, um Übersprechen zu verringern.
Kabelschirme sind beidseitig großflächig aufzulegen, möglichst mit federnden Elementen,
um die EMV-Grenzwerte einzuhalten. An den Leistungsteilen / Motor Modulen sind die dafür
vorgesehenen Schirmauflagen zu verwenden.
Ansonsten ist mit sporadischen Störungen zu rechnen.

3.3.1 Beispiele für Schirmauflagen

Gute Schirmauflage Schlechte Schirmauflage

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 25
Anordnung von Komponenten im Schaltschrank
3.3 Geschirmte Kabel

Beispiele für gute Ausführungen von Schirmauflagen

*XWOHLWHQGXQG
JUR¡IO¦FKLJPLWGHP .DPPVFKLHQH .DEHOELQGHU
6FKUDQNJHK¦XVH
EHLGVHLWLJYHUELQGHQ 6FKLUPVFKLHQH
.DPPVFKLHQH
EHLGVHLWLJJXWOHLWHQG
XQGJUR¡IO¦FKLJPLW =ZLVFKHQNOHPPH
GHP6FKUDQNJHK¦XVH
YHUELQGHQ
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Schirmschiene Kammschiene

3.3.2 Steckverbindungen
Werden Kabelschirme über Steckergehäuse aufgelegt, ist für einen durchgehenden
metallischen Kontakt zu sorgen. Metallisierter Kunststoff ist nicht geeignet, um über die
Lebensdauer der Anlage für ausreichenden Kontakt zu sorgen, weil die Metallisierung durch
Vibrationen abgerieben oder durch den Schirmstrom abgetragen wird. Alternativ ist der
Schirm wie in Kapitel "Geschirmte Kabel" aufzulegen.

3.3.3 Kabellängen
Durch Schirmströme kommt es zu zusätzlichen Verlusten in Netzfilter, Netzdrossel,
Einspeisemodul und Leistungsteilen/Motor Modulen. Bei Überschreiten der zulässigen
Kabellänge kommt es zu Überhitzung von Komponenten mit der Folge von Ausfällen oder
Verringerung der Lebensdauer.
Bis zu 50 m geschirmtes Motorkabel pro Leistungsteil/Motor Module und 150 m
Summenkabellänge sind bei SIMODRIVE 611 und SINAMICS S120 Booksize zulässig.
Weitere Angaben über maximale Kabellängen können der gerätespezifischen Technischen
Anwenderdokumentation entnommen werden.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


26 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Dichtheit des Schaltschranks
Ein im Betrieb geschlossener Schaltschrank mit geschlossenen Schaltschranktüren und
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verschlossenen Durchführungen ist notwendig, um folgenden Schutz sicherzustellen:
● Schutz gegen Überhitzung
Durch offene Schaltschranktüren wird die Luftzirkulation im Schrank beeinflusst. Dieses
kann infolge Luftkurzschluss zu Wärmenestern und punktuellen Überhitzungen führen.
● Schutz gegen elektrischen Schlag
Wenn nicht in separaten elektrischen Betriebsräumen aufgestellt, dürfen Schaltschränke
im Betrieb nur mittels Schlüssel oder Werkzeug zu öffnen sein.
● Schutz gegen Ausbreitung von Brand
Die Ausbreitung eines Brandes wird nur mit geschlossenem Schrank sicher verhindert.
● Schutz gegen Ausbreitung von Lichtbögen
Nur mit geschlossenem Schrank wird die Ausbreitung von Lichtbögen verhindert.
● Schutz gegen Verschmutzung
Verschmutzung reduziert deutlich die Kühlwirkung von geräteinternen Kühlkörpern und
Lüftern mit der Folge einer reduzierten Lebensdauer, auch derjenigen der Lüfter.
Leitfähige Verschmutzung kann außerdem die geräteinterne Isolierung zerstören mit der
Folge eines Geräteausfalls oder Brandes.
● Schutz gegen Feuchtigkeit
Durch offene Schaltschranktüren oder unzulässige Öffnungen kann dauernd Feuchtigkeit
in den Schaltschrank eindringen. Durch zu hohe Luftfeuchtigkeit oder Betauung kommt
es zu Ausfällen von Geräten.
● Schutz gegen Überschreitung von EMV-Grenzwerten
Um die erforderlichen Grenzwerte für Störfestigkeit und Störaussendung sicherzustellen,
muss der Schaltschrank im Betrieb geschlossen sein. Ansonsten ist mit
Funktionsstörungen zu rechnen.
Weitere Infos siehe Kap. "Anordnung von Komponenten im Schaltschrank".

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 27
Dichtheit des Schaltschranks
4.1 Beispiel für Öffnungen

4.1 Beispiel für Öffnungen

Sorgfältig geschlossene Öffnung Unzulässige Öffnung

4.2 Luft-Wasser-Wärmetauscher, Wassergekühlte Komponenten


Beim Einsatz von Luft-Wasser-Wärmetauschern, Wasserkühlern und direkt wassergekühlten
Komponenten muss sichergestellt werden, dass im Betrieb und bei Wartungs- und
Reparaturarbeiten kein Wasser in den elektrischen Einbauraum gelangen kann.
Maßnahmen zur Verhinderung der Betauung und zur Kondensatableitung sind vorzusehen.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


28 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Dichtheit des Schaltschranks
4.3 Externe Entwärmung, Cold-Plate

4.3 Externe Entwärmung, Cold-Plate


Die Lüftungsfreiräume des Geräteverbandes innerhalb des Schrankes und ober- und
unterhalb der durchgesteckten Kühlkörper bei externer Entwärmung sind entsprechend Kap.
"Lüftungsfreiräume" einzuhalten.
Die im Schaltschrank weiterhin anfallende reduzierte Verlustleistung muss durch
Luftumwälzung, Filterlüfter oder Kühlgeräte beherrscht werden.
Lüfter dürfen keine mit Kühlschmierstoff versetzte Luft ansaugen oder mit Kühlschmierstoff
angesprüht werden, da hierdurch deren Lebensdauer durch Verkleben deutlich reduziert
wird und Kühlkanäle verstopfen können.
Weitere Hinweise siehe gerätespezifische Technische Anwenderdokumentation.

6FKDOWVFKUDQN 6FKDOWVFKUDQN 6FKDOWVFKUDQN 6FKDOWVFKUDQN


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LHU LHU
KP KP
OVF OVF
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Bild 4-1 Spritzschutz bei externer Entwärmung

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 29
Netzanschluss
Zum Schutz gegen elektrischen Schlag und zur Vermeidung von Brand ist folgendes
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notwendig:

5.1 Absicherung
Empfohlen wird die Verwendung von Leistungsschaltern, z. B. der Baureihe 3RV oder 3VL.
Mit Leistungsschaltern wird weitgehend unabhängig von Netzimpedanzen, Erdungsformen
und Schleifenwiderständen ein ausreichender Schutz im Fehlerfall gewährleistet.
Werden Trenntrafos eingesetzt, müssen Primär- und Sekundärseite des Trafos allpolig
abgesichert werden.
Bei Verwendung von Schmelzsicherungen muss der Betreiber sicherstellen, dass am
Anschlusspunkt die Kurzschlussleistung des speisenden Netzes mindestens das
einhundertfache der Nennleistung der Ausrüstung beträgt und der Schleifenimpedanz
ausreichend klein ist, um ein ausreichend schnelles Auslösen der Schmelzsicherungen
sicherzustellen. Richtwerte siehe folgendes Diagramm:

%HU¾KUVSDQQXQJV=HLW=RQHQ

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$&9 $&9 '&9
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=HLW



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Bild 5-1 Diagramm "Zeit-Berührspannung" aus IEC 61800-5-1 Ed. 2 Ausgabe 2007

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 31
Netzanschluss
5.2 Schutzleiter, Schutzverbindung

5.2 Schutzleiter, Schutzverbindung


Es ist eine ausreichend niederohmige Schleifenimpedanz des Schutzleiters und der
Schutzverbindung notwendig. Die Schutzverbindungen innerhalb des Schaltschrankes sind
z. B. nach IEC 60204-1 oder IEC 618100-5-1 zu dimensionieren. Um die Ableitströme zu
beherrschen, sind entweder zwei parallele Schutzverbindungen oder mindestens 10 mm2
vorzusehen.
Der Betreiber muss einen ausreichend niederohmigen externen Schutzleiter innerhalb der
Installation sicherstellen. Siehe auch Kap. "Absicherung".

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


32 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Sonstiges 6
6.1 Einstellelemente
Einstellelemente sind vor dem Einschalten nach Vorgaben der Technischen
Anwenderdokumentation einzustellen.
Beispiele hierfür sind: Spannungswahlschalter, Betriebsartenwahlschalter

6.2 Schraubverbindungen stromführender Teile


Schraubverbindungen stromführender Teile (z.B. Zwischenkreis-Motoranschlüsse,
Stromschienen) sind turnusmäßig zu überprüfen. Es gelten folgende Anzugsdrehmomente:

Schraubendurchmesser Anzugsdrehmoment
M3 0,8 Nm
M4 1,8 Nm
M5 3,0 Nm
M6 6,0 Nm
M8 13,0 Nm
M10 25,0 Nm
M12 50,0 Nm
Toleranz → 0 / 30 %
Bei Nichteinhaltung muss mit dem Entstehen eines Brandes oder mit Lichtbögen gerechnet
werden.

6.3 Externe Lüfter


Bei externen Lüftern sind die Luftrichtung und die richtige Drehrichtung sicherzustellen.
Andernfalls ist mit deutlich erhöhten Temperaturen innerhalb der Komponenten mit der
Folge von Ausfällen und deutlich reduzierter Lebensdauer zu rechnen.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 33
Sonstiges
6.4 Beispiele

6.4 Beispiele

Einstellschalter Schraubverbindungen Externer Lüfter

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


34 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Bedienelemente und Bedienfelder
Beim Einbau von Bedienelementen und Bedienfeldern ist besonders auf die gute
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Rundumkontaktierung bei metallischen Montagerahmen zu achten, indem die
Befestigungselemente mit den in der Produktdokumentation vorgeschriebenen
Drehmomenten angezogen werden.
Bei ölhaltiger Luft und im Spritzbereich von Kühl-Schmierstoff ist für sorgfältige Auflage der
Dichtung zu sorgen.

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Bild 7-1 Beispiel für Bedieneinheit

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Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 35
Bedienelemente und Bedienfelder

Bei beweglichen Bedienelementen und Bedienfeldern ist eine mechanisch steife


Konstruktion notwendig. Puffer zur Dämpfung von Stößen sind an den Anschlägen
notwendig. Bei Nichteinhaltung muss mit einer reduzierten Lebensdauer von Tasten,
Displays und Festplatten gerechnet werden.

Bild 7-2 Beispiel für bewegliche Bedieneinheit

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36 Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0
Verschleißteile, Wartung 8
In einem komplexen System fallen Wartungsarbeiten und Tausch von Verschleißteilen an.
Typische Beispiele hierfür sind:
Filterwechsel des Kühlgerätes, Lüfter, Motorlager, Geber, Festplatten,
Hintergrundbeleuchtung (Backlights) von Displays.
Es wird empfohlen, zyklische Wartung am Schaltschrank zu dokumentieren.

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 37
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Einsatzbereiche von Geräten zur Schaltschrank-
Entwärmung
(Auszug als Beispiel aus dem Produktprogramm der Firma RITTAL GmbH & Co. KG)

Tabelle 9-1 Einsatzbereiche von Kühlmaßnahmen zur Schaltschrank-Entwärmung

Abzuführende TUmgebung in °C Luftqualität


Verlustleistung
ΔT = 10 K
< 1500 W > 1500 W 20...55 20...70 > 70 staubfrei staubig ölhaltig aggressiv
Filterlüfter X (X) X X X
Feinfiltermatte X X X X
(Wirrfaserflies)
Filtermatte (Wirrfaserflies) X X X X
Luft / Luft-WT X X X X
Luft / Wasser-WT
Standard X X X X X X X X X
Edelstahl-Ausführung X X X X X X X X X
Kühlgerät
Standard X X X X
Chemie-Ausführung X X X X
Filtermatte (offenzelliger X X X X
PU-Schaumstoff)
Metallfilter X X X X X X
Verflüssiger-Lamellen mit X X X X X X
Nano-Beschichtung

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 39
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Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 41
Index
Luftqualität, 39
Luftumwälzung, 15
A Lüftungsfreiräume, 21
Lüftungsgitter, 22
Abstand, 19
Luftzirkulation, 14

B N
Bedienelemente, 35
Netzdrossel, 24
Bedienfelder, 35
Netzfilter, 24
Betauung, 19
Brand, 27
S
E Schirmauflage, 25
Schraubverbindungen, 33
Einstellelemente, 33
Strömungsrichtung, 15
Elektrischer Schlag, 27
Entwärmung, 29
Externe Lüfter, 33
T
Temperatureinstellung, 20
F Trenntrafo, 31
Feuchtigkeit, 27
U
K Überhitzung, 27
Kabel, 25
Kabellängen, 26
V
Kabelverlegung, 22
Kondensatabfuhr, 19 Verschleißteile, 37
Kondensatanfall, 19 Verschmutzung, 27
Kühlgeräte, 14
Kühlluft, 15
Kühlmaßnahmen, 39 W
Wandkühlgeräte, 16
Wassergekühlte Komponenten, 28
L
Leistungsschalter, 31
Lichtbögen, 27
Luftfeuchtigkeit, 19
Luftführung, 14
Luftleitbleche, 19
Luftmenge, 15

Schaltschrankintegration, SINAMICS S120 Booksize / SIMODRIVE


Systemhandbuch, 09/2007, 6SL3097-0AT00-0AP0 43
Siemens AG
6/$7$3
Automation and Drives
Motion Control Systems
Postfach 3180
91050 ERLANGEN
GERMANY
www.siemens.com/motioncontrol