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Besonderheiten außerklinischer Stand: 02/17

Betreuung

Psychosoziale Pflege
Besonderheiten außerklinischer Betreuung

Psychosoziale Pflege
Ablabf des Kbrses
1. Begrüßung und Vorstellung
2. Erwartungen und Wünsche an das Seminar
3. In welchem System bewege ich mich? Besonderheiten und
Anforderungen, Perspektivwechsel, Nähe und Distanz,
4. Alles beginnt mit unserer Wahrnehmung…
5. Kommunikation
6. Gesprächsführung
7. Umgang mit Konflikten
8. Praxisanwendung
9. Umgang mit Angehörigen
10. Feedbackrunde

Psychosoziale Pflege

Welche Themen begegnen mir immer wieder?

Was brauche ich an Unterstützung?

Psychosoziale Pflege_Basiskurs 1
Besonderheiten außerklinischer Stand: 02/17
Betreuung

Psychosoziale Pflege
In welchem System bewege ich mich?

Pflegender
Angehörige
Teamleitung
Kunde

Pflegedienst

Psychosoziale Pflege
In welchem System bewege ich mich?

Krankheit Angehöriger

Pflegender
Kunde

Reflexion
Besonderheiten der ambulanten Betreuung

Beziehung zwischen Patient und Pflegendem ist nicht freiwillig


Pflegeziele und Pflegeverhalten sind vorgegeben
häufige Betonung der Defizit
oft ist keine Wahrung der Rückzugsmöglichkeiten gegeben
Pflegesituation wird beeinflusst vom familiären Umfeld
...

Psychosoziale Pflege_Basiskurs 2
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Betreuung

Pflegeausrichtung
Selbstbestimmung und Integration in der ambulanten Pflege

Haltung:
Grundsätzlicher Gedanke im Sinne der Selbstbestimmung:

„Ich weiß nicht, was Sie brauchen, Sie wünschen- ich kann Ihnen
meine Möglichkeiten, Erfahrungen und meine Kompetenzen anbieten.
Sie entscheiden.“

Selbstreflexion

Selbstbild und Selbstverständnis


in der Rolle des Pflegenden

Wie verstehe ich meine Aufgabe als Pflegender?


Was gefällt mir in diesem Beruf gut?
Was ist meine Zielsetzung? Was möchte ich erreichen?
Woraus ziehe ich meine Bestätigung im diesem Beruf?
Fühle ich mich ausreichend gefordert?
Worin liegen meine Schwierigkeiten in diesem Beruf?

Bedürfnisse

Psychosoziale Pflege_Basiskurs 3
Besonderheiten außerklinischer Stand: 02/17
Betreuung

Themen

Umgang mit Krankheit


und Tod
Umgang mit Konflikten
Nähe und Distanz

Psychosoziale Kompetenz
Umgang in der ambulanten Betreuung
mit Angehörigen und Umfeld Selbstfürsorge

Kommunikation Selbstreflexion

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Nähe und Distanz

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Nähe und Distanz

• Verhältnis zwischen Menschen, eine Aussage in Bezug auf deren


Beziehung.
• Nähe und Distanz ist in der Pflege keine Dimension zwischen zwei
Gegensätzen sondern eine Einheit mit fließenden Übergängen.
• Die Pflegenden bewegen sich zwischen den Vorgaben der
beruflich definierten Distanz und der individuell
erwünschten Nähe.
• Pflege ist oft ein Vorgang der Grenzüberschreitung. Individuelle
Grenzen müssen daher sensibel wahrgenommen und geschützt
werden.

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 4
Besonderheiten außerklinischer Stand: 02/17
Betreuung

Nähe und Distanz

• Nähe ist oftmals verbunden mit dem Gefühl des „Angewiesen-


seins“, d.h.
angewiesen sein auf den Pflegedienst (Gefühl der Abhängigkeit)
dem Wunsch nach partnerschaftlicher Zusammenarbeit
der Hoffnung, dass der Vertrauensvorschuss berechtigt ist
durch das Einbeziehen des Pflegenden in die eigene vertraute
Lebenswelt

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Nähe und Distanz


Das heißt:

• Professionelle Nähe und Distanz ist kein Zustand, sondern


immer wieder aushandelbar und variabel,

• es erfordert einen achtsamen Umgang und eine permanente


Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen und Erwartungen
des zu Pflegenden und den eigenen Erwartungen und Ansprüchen.

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Nähe und Distanz


• Nähe zuzulassen, ohne die eigenen Grenzen zu verlieren und
Distanz zu wahren, ohne die Perspektive des zu Pflegenden zu
vernachlässigen ist die Zielrichtung in der professionellen
Pflege.

Dazu gehört:
die eigenen Fähigkeiten zum Schutz der zu Pflegenden und zum
Selbstschutz zu stärken
die Sensibilität für die Problematik in den helfenden
Beziehungen zu erhöhen
die eigene soziale Kompetenz zu überprüfen

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 5
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Betreuung

Psychosoziale Pflege

Wahrnehmung

Was ist an der Wahrnehmung beteiligt?

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Psychosoziale Pflege
Wahrnehmung

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Psychosoziale Pflege
Wahrnehmung

httpst//www.youtube.com/watch?v=vJG698U2Mvo

Psychosoziale Pflege_Basiskurs 6
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Betreuung

Psychosoziale Pflege
Wahrnehmung
Gruppenarbeit:

Psychosoziale Pflege
Wahrnehmung
ABC-Schema (nach Ellis):

A Actual Event C Consequences


Aktivierende Ereignis B Beliefs Reaktion
(intern/extern) Überzeugungen (Affekt/Verhalten)

PatientIn sagt: „Ich mache immer alles falsch“ Person fühlt sich schlecht
„Das haben sie falsch gemacht“
„Ich bin ein Looser“ Person kündigt
Ich merke/denke:
„Oh, ich habe einen Fehler Person wechselt
gemacht“

Psychosoziale Pflege
Wahrnehmung

Psychosoziale Pflege_Basiskurs 7
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Psychosoziale Pflege
Wahrnehmung

Bewertbngskreislabf:

Psychosoziale Pflege
Wahrnehmung
Kbrzes Fazit:

Wahrnehmung ist ein spannendes und weites Thema!


Aber was bedeutet das jetzt für mich als Pflegekraft?

• Jeder Mensch nimmt die Umwelt anders wahr


– D.h. die gleichen Situationen werden von untersch. Personen versch.
wahrgenommen und bewertet
• Eine Situation in der Pflege kann von der einen Pflegeperson als belastend
oder eine Äußerung als kritisierend empfunden werden, von einer
anderen wiederum nicht.

Kommunikation

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 8
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Betreuung

Kommunikation

„Kommunikation ist eine Aneinanderreihung


von Missverständnissen“

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Kommunikation
Was sind notwendige Fertigkeiten?

1. Ausbalancieren von Nähe und Distanz


2. Trennung Sach- und Beziehungsebene
3. Erkennen der eigenen Interpretationen und Gefühle
4. Einstellen auf Gesprächspartner
5. Beherrschen verschiedener Gesprächssituationen

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Kommunikation

Sachebene Sachebene

Sender Verbale/ nonverbale Signale Empfänger

Beziehungsebene Beziehungsebene

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 9
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Betreuung

Kommunikation
• Kommunikation besteht in einem Zusammenspiel von verbaler
und nonverbaler Informationsvermittlung.

• Es kann unterschieden werden zwischen:


1. Optisch
– sichtbare Sprache: Mimik, Gestik, Blickkontakt, Körperhaltung, räumliches
Verhalten
2. Akustisch
– Sprechsprache: Aussprache, Lautstärke, Tonhöhe, Tempo, Pausen, Atmung...
3. Taktil
– Berührungssprache: Händedruck, Umarmen,...
4. Sonstiges:
– Mode- Modus, Statussymbole, Geruch...
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Kommunikation
Je nach Gesprächsform verändert sich Zielsetzung, Haltung
und Art der Gesprächsführung.

Dazu gibt es unterschiedliche „Methoden“:

• „Ich- Botschaften“

• Aktives Zuhören:
• Paraphrasieren (Spiegeln)
• Verbalisieren

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Kommunikation
Aktives Zuhören:
Zuhören ist ein wesentlicher Teil von Kommunikation- aber es gibt viele
Gründe, warum wir nicht richtig zuhören.
„Aktives Zuhören“ heißt bewusst die Perspektive des anderen
einnehmen. Es lässt sich in drei Stufen einteilen:

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 10
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Kommunikation
Paraphrasieren:

Dazu können Sie zum Beispiel folgende Einstiege nutzen:


• „Du meinst, dass …“
• „Du hast Dich also …“
• „Es geht Dir also darum …“
• „Ich wiederhole noch mal …“
• „Demnach möchtest Du also …“
• „Ich habe den Eindruck, dass … Richtig?“
• „Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann …“

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Kommunikation
Anregungen für gutes Zuhören
alle „vier Ohren“ auf Empfang stellen
mit Aufmerksamkeitsreaktionen zeigen, dass man zuhört
gegebenenfalls Zwischenfragen zur Vertiefung stellen
Geduld üben! Nicht ins Wort fallen.
die „Brille“ des anderen aufsetzen
bei Vorwürfen und Kritik erst einmal weiter zuhören und Ruhe
bewahren
Eigene Interpretationen und Bewertungen als solche wahrnehmen
und sie hinterfragen
Ehrlichkeit in Bezug auf Dauer, Konzentration, Interesse...
wirklich zuhören, ohne das Gegenargument auf „der Zunge zu
haben“

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Kommunikation

Die Wichtigkeit des Verständnisses

Wahrheit ist nicht was A sagt, sondern B versteht.

Paul Watzlawick

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 11
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Betreuung

Kommunikation •

• Mit einer Ich- Botschaft teilt man seine eigene persönliche Sicht
mit, überlässt dem anderen die Entscheidung darüber, ob er diese
annimmt oder ablehnt.
• Ich- Botschaften sind grundsätzlich offene Angebote.
• in einer Ich-Botschaft steht nicht die allgemeine Wertung im
Vordergrund sondern die persönliche Stellungnahme
• ermöglichen dem anderen Klarheit über die Motivation zu
bekommen
• unterscheiden sich deutlich von Du- Botschaften

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Kommunikation
Ich-Botschaften:

Ihr Putzfimmel geht mir tierisch auf die Nerven

Ich fühle mich nicht wohl dabei, dass ….

Kommunikation

Was will ich im Gespräch erreichen?

• Informationen geben

• Informationen erhalten

• Die Situation für jemanden entlasten

• Einen Konflikt klären, Beschwerde klären

Die Zielsetzung bestimmt die Gesprächsführung

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 12
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Betreuung

Kommunikation
Gesprächsleitfaden für schwierige Gespräche
Sachinhalt:
Welche Themen möchte ich ansprechen?
Was ist der Sachverhalt?
Welche Argumente und Beispiele habe ich?

Selbstaussage: Appell:
Wie erlebe ich die Situation? Was ist mein Gesprächsziel
Wie sind meine Gefühle und Bedürfnisse? Was will ich minimal/ maximal erreichen?
Was möchte ich-wie mitteilen? Welche Wünsche/ Forderungen habe ich?

Beziehung:
Wie kann ich ein positives Klima schaffen?
Wie sieht der andere die Situation?
Wie kann ich das Gespräch positiv abschließen?

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Kommunikation
Gesprächsleitfaden Positiver
Abschluss

Vereinbarung
treffen

Gemeinsame
Lösung finden
Standpunkt
des Anderen
einholen

Eigener
Standpunkt

Atmosphäre
schaffen

Begrüßung

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Umgang mit Konflikten

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 13
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Betreuung

Umgang mit Konflikten

Was sind typische Konfliktsituationen in der


ambulanten Pflege, sowohl mit Patienten,
mit Angehörigen als auch mit Mitarbeitern?

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Umgang mit Konflikten


Auseinandersetzungen und Konflikte

Auseinandersetzung
Auseinandersetzung ist eine eingehende, kritische Beschäftigung
mit einem Tatbestand, einer Person, einer Sache. Dabei ist in der
Auseinandersetzung mit zwei unterschiedlichen Sichtweisen die
Haltung offen, es gibt noch keinen Standpunkt, sondern
unterschiedliche Wahrnehmungen.
Konflikt
Ein Konflikt besteht, wenn Handlungen, Bedürfnisse, Gefühle und
Erwartungen von zwei Menschen oder Gruppen in einer
bestimmten Situation im Widerspruch zueinander stehen. In
einem Konflikt stoßen zwei oder mehrere Standpunkte
aufeinander und es entsteht das Gefühl von „Richtig“ und
„Falsch“.

Die individuelle Haltung und Sichtweise entscheidet darüber, wie


ich eine Auseinandersetzung oder einen Konflikt erlebe und wie
ich handle.

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Umgang mit Konflikten

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 14
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Umgang mit Konflikten

Auseinandersetzungen und Konflikte

• werden in unserer Gesellschaft eher negativ


bewertet und vermieden
• sind unumgänglich
• sind Ausdruck unterschiedlicher Sichtweisen bzw.
Standpunkte
• Erste Voraussetzung ist die Bereitschaft die
Sichtweise des anderen verstehen zu wollen

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Umgang mit Konflikten


Konflikte...

• Konflikte machen problembewusst


• Konflikte stärken den Willen zur Veränderung
• Konflikte erzeugen den notwendigen Druck, Probleme aktiv
anzugehen
• Konflikte vertiefen zwischenmenschliche Beziehungen
• Konflikte festigen den Zusammenhalt
• Konflikte machen das Leben interessanter
• Konflikte fördern die Kreativität
• Konflikte führen zu besseren Entscheidungen
• Konflikte geben den Anstoß, Fähigkeiten und Kenntnisse zu
vertiefen
• Durch Konflikte können wir uns und andere besser kennen
lernen
• Konflikte fördern die Persönlichkeitsentwicklung
• Konflikte können Spaß machen, wenn sie nicht dramatisiert
werden
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Umgang mit Konflikten


Die Vorstufe des Konflikts = Die Beschwerde

– Je mehr Kenntnis eine Organisation von dem hat, was


Bewohner, Patienten, Angehörige unzufrieden macht, je
klarer und objektiver diese Kenntnis ist, desto eher kann man
gezielt und grundsätzlich „verbessern“.
– Studien belegen, wird mit einer Beschwerde adäkuat
umgegangen, führt das sogar zu einer höheren
Kundenzufriedenheit als wenn erst gar kein Problem
aufgetreten wäre!
– Beschwerdemanagement als Chance schon vor Entstehung
von Konflikten zu reagieren.

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 15
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Betreuung

Umgang mit Konflikten


Beschwerdemanagement Patienten und Angehörige

Fallbeispiel für eine Beschwerde (nach: Vergnaud, M., S. 52)

„Frau Bohl ruft bei der Pflegedienstleitung eines ambulanten


Pflegeanbieters an, um folgende Beschwerde anzubringen: Ihre Mutter,
die schon seit Jahren von dem Pflegedienst betreut wird, kommt mit
der neuen Pflegekraft, die vor zwei Wochen diese Tour übernommen hat,
nicht zurecht. Sie beklagt sich immer wieder darüber, dass die
Pflegekraft sehr unsicher wirkt, nicht so gründlich arbeitet wie ihre
Vorgängerin und ihr außerdem nicht so sympathisch sei. Die Tochter
fordert nun energisch, dass die „alte" Pflegekraft, die aus
organisatorischen Gründen eine Tour am entgegengesetzten Ende der
Stadt übernehmen musste, wieder regelmäßig die Mutter versorgt.“

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Umgang mit Konflikten


Beschwerdemanagement Mitarbeiter

Fallbeispiel für eine Beschwerde (nach: Vergnaud, M., S. 52)

Frau M. (Pflegekraft in der ambulanten Pflege) ärgert sich schon lange über
die Zustände bei Familie K. in der sie als ambulante Pflegekraft für Herr K.
arbeitet. Frau K. möchte nicht, dass die Pflegekräfte ständig im Haus
rumlaufen. Sie möchte nicht, dass irgendetwas angefasst und dreckig
gemacht wird. Auch das Zimmer indem sich die Pflegekräfte
zwischenzeitlich aufhalten können ist alles andere als komfortabel. Auch die
anderen Pflegekräfte bemängeln diesen Zustand schon länger, darüber sind
sie sich untereinander einig, aber was soll man da denn schon machen.

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Umgang mit Konflikten


Beschwerdemanagement Mitarbeiter

Lösbngsstrategien erarbeiten:

Wie beschwere ich mich wo am besten?

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 16
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Betreuung

Umgang mit Konflikten


Wie gehe ich vor?

•„Wir haben einen Konflikt.“

Die Beteiligten müssen ihre Position darstellen.


W- Fragen- wie, wann, wer...


keine Rechtfertigung, Interpretation, Anschuldigung!

Konflikt versachlichen- mithilfe der Fragen wird versucht eine


sachliche Beschreibung des Konfliktes zu geben. (Wo liegt der


Konflikt? Wie viele gibt es? Geht es wirklich darum?)

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Umgang mit Konflikten


Lösung aushandeln- sammeln aller möglichen Lösungen und
beraten, was dafür und dagegen spricht.
Konsens schaffen.
Umsetzen und beibehalten, evtl. auf Probe festlegen bzw. mit
Fristvereinbarung nochmals später zu überprüfen

Wichtig:
Eskalation vermeiden: Nicht der Konflikt ist schlimm und sollte
vermieden werden! - sondern seine Eskalation.
Zur Vermeidung einer Eskalation ist Mut zur Offenheit,
Sachlichkeit und Bereitschaft nötig.
Ein Konflikt löst sich nicht von alleine!

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Das konstruktive Konfliktgespräch


A. Erregung kontrollieren
PERSON

F. Persönlich verarbeiten

E. Vereinbarungen treffen B. Vertrauen schaffen


SACHE BEZIEHUNG

D. Problem lösen C. Offen kommunizieren

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 17
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Betreuung

Umgang mit Konflikten

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Umgang mit Konflikten


Bei stark emotionalen Konflikten ist es anzuraten sich Begleitung
zu holen (z. B. Moderation, Mediation, Supervision...)

Nur über einen bewältigten, gut gelösten Konflikt kommt man zu


einer tragfähigen und adäkuaten Lösung für jede Seite.

Es darf bei einer Konfliktlösung keinen Sieger oder Verlierer


geben.

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Umgang mit Konflikten

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 18
Besonderheiten außerklinischer Stand: 02/17
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Ein kurzes Resümee


• Wahrnehmung, Kommunikation und Konflikte sind eng miteinander
verbunden
• Unsere Wahrnehmung wird beeinflusst von unseren Erfahrungen,
Erwartungen und Bewertungen
• Das hat wiederum Einfluss auf unsere Kommunikation
• Probleme in der Kommunikation können zu Konflikten führen
• Konflikte können Chancen darstellen
• Lösungsstrategien:
• Ich-Botschaften
• Aktives Zuhören
• Gesunde Distanz / Abgrenzung

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Kommunikation
Und wie sieht das jetzt in der Praxis
aus?

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Umgang mit Angehörigen/Umfeld

Einflussfaktor Familie:

Familienkultur (soziokulturelle Prägung)

System des Pflegeempfängers steht im Mittelpunkt (Friedemann)

Kommunikation über Ansprüche, Erwartungen und Bedürfnisse

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 19
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Umgang mit Angehörigen/Umfeld


Familienkultur

Voraussetzung einer adäkuaten, personenbezogenen Pflege ist die


Kenntnis und das Verständnis von:
Normen, Werten, Rollen, Aufgabenverteilungen, Hierarchien,
Zuständigkeiten und individuellen Zielen

Um Kooperation mit den Familienmitgliedern


zu erreichen sind Auseinandersetzungen
über Pflegeziele und -interventionen,
Bedürfnisse und Wünsche notwendig.

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Umgang mit Angehörigen/Umfeld

System des Pflegeempfängers steht im Mittelpunkt (Friedemann)


Alle Familienmitglieder werden als Teil des Pflegeprozesses
wahrgenommen und entsprechend miteinbezogen.

Im Mittelpunkt steht das System des zu Pflegenden mit den


vorhandenen und potenziellen Fähigkeiten der Familienmitglieder
und deren Verständnis von Gesundheit. Denn nur wenn Pflege
mit dem Gesundheitsstreben der Betroffenen übereinstimmt kann
Pflege effektiv sein und Veränderungen bewirken.

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Umgang mit Angehörigen/Umfeld

Perspektivwechsel:

Was wären meine Erwartungen und Befürchtungen als


Angehöriger?
Was ist mir wichtig? Was ist mir was wert?
Wie sieht meine Rollen- und Aufgabenerwartung an den
Pflegenden aus?

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 20
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Umgang mit Krankheit und Tod

• Der Umgang mit Krankheit und Tod macht die meisten Menschen
oft hilflos,
• in der Rolle des Helfenden entsteht schnell der Anspruch die
„Situation retten zu müssen“- „ausgleichend der
Ungerechtigkeit entgegen zu wirken“.
• Zusätzlich wird die eigene Betroffenheit bewusst, eigene
Geschichte und Erfahrungen werden angesprochen und es besteht
die Gefahr sich teilweise emotional sehr angesprochen und
überfordert zu fühlen.
• In einer tendenziellen „zu nahen“ Beziehung kommt es somit in
diesen Situationen noch viel schneller zu persönlichem Mitleid und
emotionaler Übernahme.

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Umgang mit Krankheit und Tod


In solchen Situationen wird es oft klar, dass in unserer Gesellschaft
der Umgang mit Krankheit und Tod nicht mehr zum Alltag
und damit zum Leben gehört und es wenig selbstverständliches
Handeln, Rituale und Regeln gibt.
Aus dieser Unsicherheit resultieren oft Fragen wie:
• Was ist hier wirklich meine Aufgabe?
“ Wie kann ich dem anderen professionell beistehen, so dass er
sich angenommen und verstanden fühlt?“
„Was ist für ihn hilfreich?“
Was brauche ich, um in so einer Situation „professionell nah“
agieren zu können?
„Was kann ich für die Angehörigen tun?“
„Was erwarten die anderen jetzt von mir?“
„Wie kann ich mit meiner Betroffenheit umgehen?“
….
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Umgang mit Krankheit und Tod

• Die Sensibilisierung der eigenen Prozesse ist die Voraussetzung


einer professionellen Pflege.
• Die Unterstützung von Betroffenen ist in solchen Situationen
besonders wichtig
Orientierungshilfen zur Begleitung im Krankheits- und
Sterbeprozess können dazu dienen sich erst einmal zu
informieren und auf das Thema einzulassen
Beratung seitens des Psychosozialen Dienstes
Teamsupervisionen
Fortbildungen und Seminare: miteinander über Themen und
Belastungen sprechen

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 21
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Umgang mit Krankheit und Tod

Gerade in der Sterbebegleitung und im Umgang mit Schwerkranken


ist es nötig
individuelle Bedürfnisse und Vorstellung von Patient und
Angehörigen zu erfahren, um in deren Sinne Hilfestellung und
Unterstützung anbieten zu können und eigene Handlungssicherheit
zu bekommen.

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Umgang mit Krankheit und Tod

Diese Auseinandersetzung fällt vielen Menschen in der gesamten


belasteten Situation oft schwer oder wird auch zu vermeiden
gesucht, weil es naheliegender erscheint:

die Betroffenen zu schonen

sich nicht in familiäre Angelegenheiten einzumischen

und auch nicht zuletzt aus Angst vor der eigenen Hilflosigkeit
solchen Situationen eher auzuweichen.

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Umgang mit Krankheit und Tod

So können diese Situationen durch die angespannte Atmosphäre


mit der Zeit an Belastung zunehmen,

• es fällt immer schwerer nach Bedürfnissen und Wünschen zu


fragen,

• offen die eigene Unsicherheit im Umgang mit solchen


Situationen zu bekennen.

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 22
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Umgang mit Krankheit und Tod


Krankheitsverarbeitung

Bemühen, die unterschiedlichen Folgen der Erkrankung in die


eigene Realität zu integrieren.
Wie eine Krankheit verarbeitet wird hängt individuell von
psychischen Faktoren, der Diagnose, dem Verlauf und der
Schwere der Krankheit ab.
Es gibt dazu kein Patentrezept- keine Regel- keine bestimmte
Zeitvorgabe. Jeder Patient muss seinen persönlichen Weg finden,
begleitet durch die annehmende Zugewandtheit des
Pflegenden.

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Umgang mit Krankheit und Tod


Krankheitsbegleitung

• als einzelner Mitarbeiter mit dieser Situation auseinander


zusetzen, sich im Team auszutauschen, diese Unsicherheit
auch zu kommunizieren, die Teamleitung zu informieren
und mit einzubeziehen sind die ersten Schritte.
Schulungen und Supervisionen können gerade in solchen
Situationen die Befürchtungen und die emotionale Belastung
durch Informationen, Auseinandersetzung und eine begleitende
Beratung reduzieren
Auch hier gilt: „Wenn ich als Pflegender zu nah bin, muss ich in
die Distanz gehen um noch verantwortungsvoll und professionell
agieren zu können.“

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Umgang mit Krankheit und Tod

D.h.:
sich als Mitarbeiter Rat und Unterstützung im Team und von der
Teamleitung/Standardleitung holen

Schulungen und Supervisionen können gerade in solchen


Situationen die Befürchtungen und die emotionale Belastung
durch Informationen, Auseinandersetzung und eine begleitende
Beratung reduzieren

Professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen

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Psychosoziale Pflege_Basiskurs 23
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Vielen Dank
für Ihre Aufmerksamkeit

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