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PHARAONEN

AN DER SPREE

Ägyptisierende Architektur und Skulptur in Berlin

Herausgegeben
von Marc Loth

1
PHARAONEN AN DER SPREE

1
PHARAONEN AN DER SPREE
Ägyptisierende Architektur und Skulptur in Berlin
Band 1

Herausgegeben von Marc Loth

3
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation
in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet
über dnb.d-nb.de abrufbar.

IMPRESSUM

Herausgeber: Marc Loth


Redaktion: Manuela Gander, Marc Loth
Lektorat: Gitta Warnemünde, Günter Witte
Umschlaggestaltung, Satz und Layout: Mathias Salomon

Titelbild: Medaillon „Ägypten“ am Martin-Gropius-Bau, ehem. Kunstgewerbemuseum (Foto: Marc Loth)


Abb. Frontispiz: Das Innere des Straußenhauses im Zoologischen Garten, Ansichtskarte (Sammlung Marc Loth)
Abb. Innentitel: Göttin Isis auf dem Eingeweideschrein Scheschonqs I. (Umzeichnung Helmut Brandl)

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Sollte uns dennoch ein Fehler unterlaufen sein, bitten wir um Mitteilung.
Die Verwertung von Texten, Bildern, Zeichnungen und grafischen Arbeiten jeder Art
ist ohne Genehmigung des Herausgebers urheberrechtswidrig und untersagt.

© 2012 Marc Loth


Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN 978-3-848-21242-2

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INHALTSVERZEICHNIS

Marc Loth VORBEMERKUNGEN 7

Regine Schulz VORWORT 9

Marc Loth ÄGYPTISIERENDE ARCHITEKTUR UND SKULPTUR IN BERLIN 13


Ein Überblick

Marc Loth SPHINGEN BEI HOFE 33


Ägyptisierendes im Berliner Schloss

Bernt Müller SPHINGEN UND PUTTEN 63


Die Herkulesbrücken

Henning Franzmeier DER NILUS ÜBER DEM FESTUNGSGRABEN 69


Die Personifikation des Nil an den Mohrenkolonnaden

Manuela Gander/ „...IN STRENG ÄGYPTISCH-KLASSISCHEM STYLE...“ 73


Claudia Saczecki Das Neue Museum und die Berliner Ägyptische Sammlung

Holger Wenzel „ICH WERDE DEM KHEDIVE TELEGRAPHIEREN, WIE SEHR 97


MIR DIE COPIE SEINES KAIRO GEFALLEN HAT!“
Ägypten in der Berliner Gewerbeausstellung 1896

Marc Loth BUNKER, BOMBEN, BUSBAHNHOF 103


Zum Schicksal des Straußenhauses im Zoologischen Garten Berlin

Martin Fitzenreiter VON SOLEB BIS AIDA 111


Das Löwentor am Zoologischen Garten Berlin

Francis Breyer GESTÄHLTE FORSCHUNGSGESCHICHTE 115


Das Portal der Berliner Stadtbibliothek

Gitta Warnemünde FELS IN DER BRANDUNG 119


Das Gebäude der ägyptischen Botschaft

Thomas Gertzen ÄGYPTEN AUF BERLINER FRIEDHÖFEN 125

Rupert Gaderer/ ÄGYPTEN AM KIRCHHOF VOR DEM HALLESCHEN TOR 139


Ludwig D. Morenz E.T.A. Hoffmanns Grabsteine

Helmut Brandl ENGEL MIT NUR EINEM FLÜGEL? 143


Der Grabstein der Eheleute Loewy und sein altägyptisches Vorbild,
der Berliner Eingeweideschrein Scheschonqs I.

INDEX 153

5
6
ENGEL MIT NUR EINEM FLÜGEL?
Der Grabstein der Eheleute Loewy und sein altägyptisches Vorbild,
der Berliner Eingeweideschrein Scheschonqs I.1
Helmut Brandl

Abb. 1: Grabstein Loewy, Zustand im Frühjahr 2012 Abb. 2: Grabstein Loewy kurz nach Restaurierung im Jahre 2003

Auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin Auf der Vorderseite ist der Steinblock mit Reliefs und
(Landkreis Potsdam-Mittelmark) gibt es ein aus einer Inschrift versehen, während die übrigen Sei-
ägyptologischer Sicht bemerkenswertes Denkmal, ten undekoriert sind. Die Hohlkehle ist auf der Vor-
dessen oberer Teil einem bedeutenden Exponat des derseite mit einer in versenkter Relieftechnik aus-
Berliner Ägyptischen Museums nachempfunden ist. geführten, 42 cm breiten Flügelsonne geschmückt
Es handelt sich um den Grabstein des Landgerichts- (Abb. 3). Dieses altägyptische Motiv besteht aus
rats Dr. Paul Loewy (1854–1912) und seiner Gattin einem Kreis (der Sonnenscheibe) mit zwei einrah-
Margarete Loewy, geb. Mende (1864–1921).2 Er menden Uräusschlangen und zwei symmetrisch
besteht im unteren Teil aus einem 114,5 cm hohen daran angrenzenden, ausgebreiteten Falkenflügeln.
Pfeiler aus hellgrauem Stein, der an der Vorderseite Es stellt eine abstrakte Gestalt des Sonnengottes
eine quadratische Platte mit den Namen und Le- Horus dar. Der Gott wurde in dieser Weise häu-
bensdaten der Verstorbenen sowie einem Epigramm fig über altägyptischen Tempeltoren, auf Schreinen
trägt. Auf diesem Untersatz steht ein massives, an- und Stelen dargestellt und ist dort regelmäßig als
nähernd quaderförmiges Monument mit leicht ein- Behedeti, d.h. „Der von Edfu“, bezeichnet.
wärts geneigten Wänden, das etwas schmaler als
der Sockel ist. Dieses besteht aus porösem, grauen
Stein und ist 77,5 cm hoch. Seine leicht abgesetzte,
8,5 cm hohe Sockelzone weist auf allen vier Sei-
ten eine Kantenlänge von 56,5 cm auf. Am oberen
Rand des Blockes ist eine Hohlkehle über einem
Rundstab (einem umlaufenden walzenförmigen
Dekor-Element) ausgearbeitet (Abb. 1, 2). Abb. 3: Flügelsonne am Grabstein Loewy

143
Helmut Brandl

Auf dem Stahnsdorfer Grabstein fehlt eine solche stammenden Pharaonen der Dritten Zwischenzeit
Beischrift jedoch. Unter diesem Götterbild befindet (21.–24. Dynastie). Scheschonq I. begründete die
sich ein weiteres symmetrisch angelegtes Relief, 22. Dynastie und regierte von ca. 946/45 bis 924 v.
das den größten Teil der Vorderseite des Steinblocks Chr.4 Er ist auch aus der Bibel bekannt, da er einen
einnimmt. Es zeigt, platziert in einem rechtwinkli- Feldzug gegen das Reich des Rehabeam, des Soh-
gen Rahmen (Basisbreite: 47 cm, obere Breite: 45 nes König Salomos führte. Aus dem Tempel zu Jeru-
cm, Höhe: 41 cm), zwei sich gegenüberstehende salem soll er dabei die goldenen Schilde Salomos
Göttinnen. Sie tragen eine lange Perücke mit hinten als Beute nach Ägypten gebracht haben (1.Kön. 14,
geknotetem Stirnband und sind in ein langes, eng 24–25; 2.Chr. 12, 2–9). Seinen Siegeszug ließ Sche-
anliegendes Gewand gehüllt. Durch die Hierogly- schonq I. durch ein noch weitgehend erhaltenes
phen auf ihrem Kopf sind sie als Isis (links) und Ne- monumentales Relief am Bubastidentor des Amun-
phthys (rechts) identifizierbar. Beide strecken einen Re-Tempels von Karnak verewigen. Der Schrein ge-
Arm fast waagerecht vor und halten damit eine gro- hörte einst wohl zur Grabausstattung des Pharaos.
ße, von ihrem Körper ausgehende Vogelschwinge. Im Jahre 1891 wurde er dem Berliner Ägyptischen
Sie zeigt ein detailliert ausgearbeitetes Gefieder, Museum von seinem Mäzen Julius Isaac geschenkt.
wobei sich die abgewinkelten Enden der Flügel Über die Herkunft des Objektes ist nichts überlie-
dekorativ überschneiden. Die Szene wird in ihrer fert und auch die Lage des Grabes Scheschonqs I.
ganzen Breite oben durch eine Himmelshierogly- ist nicht bekannt. Ob der Herrscher in der Königs-
phe ( ) begrenzt. Darunter ist der Familienname nekropole von Tanis bestattet war oder in Memphis,
„LOEWY“ eingemeißelt (Abb. 4). wie ebenfalls vorgeschlagen wird5, oder aber an ei-
Dieser reliefgeschmückte Steinblock stellt die ab- nem ganz anderen Ort, ist ungeklärt.
gewandelte Nachahmung eines sogenannten Ein- Im Gegensatz zu dem neuzeitlichen Grabstein
geweideschreins im Berliner Ägyptischen Museum der Loewys besteht der etwas kleinere Schrein des
dar (Abb. 5).3 Er gehörte einst Pharao Scheschonq I., Scheschonq aus zwei separaten Teilen, die aus fei-
einem der bedeutendsten Herrscher der aus Libyern nem Calcit-Alabaster hergestellt wurden.

Abb. 4: Grabstein der Eheleute Loewy, Vorderseite Abb. 5: Eingeweideschrein Scheschonqs I., Vorderseite (A)

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GRABSTEIN LOEWY

Abb. 6: Geöffneter Eingeweideschrein Abb. 7: Deckel des Eingeweideschreins (Oberseite)

Der untere Teil des Scheschonq-Schreines besitzt ten Körper war der Kopf des Tieres offenbar separat
die Form eines einfachen, 53 cm hohen, 49 cm und plastisch gearbeitet. Er hat sich jedoch nicht
breiten und 50 cm tiefen Steinkubus, dessen Inne- erhalten. Nur eine kleine, kreisrunde Ansatzstelle
res vier vertikale, zylindrische Hohlräume aufweist. mit einem darin eingelassenen Metallstift ist davon
Sie dienten einst wohl zur Aufnahme von vier mu- übrig geblieben. Der Geier ist eine Erscheinungs-
mienförmigen Behältnissen, vermutlich aus Edel- form weiblicher Schutzgottheiten wie Mut (der
metall, in denen ausgewählte einbalsamierte inne- Gemahlin des Amun-Re) und Nechbet, der ober-
re Organe des Königs (Leber, Lunge, Magen, und ägyptischen Kronengöttin. Welche Göttin gemeint
Gedärm) separat beigesetzt waren (Abb. 6).6 Die ist, kann wegen des Fehlens einer entsprechenden
Vierzahl geht auf die traditionellen Kanopengott- Beischrift nicht mit Sicherheit gesagt werden. Auf
heiten Amset, Hapi, Duamutef und Kebehsenuef der linken und rechten Seite des Daches (Seiten B
zurück, die Söhne des Gottes Horus, denen der ma- und D) ist eine vielfach eng gewundene Kobra in
gische Schutz der Organe anvertraut war. Diesen erhabenem Relief abgebildet (Abb. 8). Möglicher-
männlichen Gottheiten entsprachen als weibliche weise handelt es sich bei ihr um die Schutzgottheit
Schützerinnen der Organe die vier Göttinnen Isis, Werethekau („die Zauberreiche“), die an gleicher
Nephthys, Selket und Neith. Stelle auch bei Statuenschreinen (zum Beispiel aus
Der obere Teil ist der massive Deckel des Schreins. dem Grab des Tutanchamun7) erscheinen kann.
Er besitzt die Form einer Hohlkehle über einem Denkbar ist jedoch auch, dass die Schlange die
Rundstab und einer niedrigen Basiszone und ist Göttin Uto (bzw. Wadjit) repräsentiert, die als un-
17,5 cm hoch, 54,5 cm breit und 59 cm tief. Auf terägyptische Kronengöttin häufig die Gestalt einer
der Oberseite des Deckels ist ein gewölbt nach hin- Kobra annimmt und auf diese Weise die Geiergöt-
ten abfallendes Dach ausgearbeitet, das ein Relief- tin Nechbet komplementär ergänzt.
bild eines Geiers mit schützend ausgebreiteten Flü- Die Unterseite des Deckels weist vier mit den Hohl-
geln schmückt, welcher die gesamte zur Verfügung räumen des Unterteils korrespondierende, runde
stehende Breite einnimmt (Abb. 7). In den Klauen Vertiefungen auf. Sie lassen darauf schließen, dass
des Raubvogels sind schen-Ringe zu erkennen, d.h. die vier inneren Eingeweidegefäße des Scheschonq
Hieroglyphen, die für eine zyklische Auffassung nicht vollständig in die Steinkiste versenkt werden
von „Unendlichkeit“ stehen und Wiedergeburt an- konnten, sondern leicht darüber hinausragten, was
deuten. Im Gegensatz zu dem nur schwach model- eine leichte, vierfache Aushöhlung auch des De-
lierten und überwiegend in Ritztechnik ausgeführ- ckels nötig machte.

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Helmut Brandl

te, ist bisher noch nicht untersucht worden. Von


Interesse ist auch noch eine andere Fragestellung,
nämlich die nach der Motivation Scheschonqs I.,
auf eine Bestattungsart für die inneren Organe zu-
rückzukommen, die zu seiner Zeit bereits außer
Gebrauch gekommen war. Eingeweideschreine aus
Calcit-Alabaster, die über Hohlräume zur Aufnah-
me der Organe verfügen, kommen sonst nur in der
18. und 19. Dynastie vor. Unter Amenophis II. (re-
gierte ca. 1425–1400 v. Chr.8) wurde erstmalig ein
solcher Schrein hergestellt. Er trug an seinen Ecken
Darstellungen von vier Schutzgöttinnen, Isis, Neph-
thys, Selket und Neith. Diese Figuren sind im Neu-
en Reich stets in erhabenem Relief ausgearbeitet
und umfangen mit ihren ausgebreiteten Armen
jeweils zwei aneinanderstoßende Seitenflächen.9
Flügel als additive ikonographische Elemente
kommen in dieser Zeit noch nicht an Eingeweide-
Abb. 8: Deckel des Eingeweideschreins Scheschonqs I., schreinen vor. Sie sind erst ab der Zeit des Harem-
Seite A / B und D hab zu belegen (Abb. 10).10 Die Gestaltung dieser
Organschreine war im Laufe des Neuen Reiches
Die vier vertikalen Außenseiten des Schreins Sche- weiteren Änderungen unterworfen. Echnaton ließ
schonqs I. (A, B, C, D = Abb. 12–15) sind jeweils anstelle der anthropomorphen Göttinnen Falken
mit gleichartigen Reliefs geschmückt, die die ste- mit ausgebreiteten Schwingen an den Ecken seines
hend einander anblickenden, geflügelten Göttinnen Schreins darstellen11, während an den Ecken seines
Isis und Nephthys darstellen, deren Abbildung auf Rosengranit-Sarkophages Figuren der Nofretete die
Seite A vermutlich das Vorbild für den nur einmal, Mumie des toten Pharao symbolisch beschützten.12
auf der Vorderseite, auftretenden Reliefschmuck Unter Tutanchamun ist erstmalig die Kombination
des Grabsteins der Loewys abgegeben hat. Auf der der Schutzgöttinnen mit Falkenflügeln bezeugt, je-
Vorderseite des Scheschonq-Schreines (A) sind zen- doch nicht an seinem Eingeweideschrein, sondern
tral die von Titeln und Segenswünschen begleiteten an seinem Sarkophag (Abb. 9).13 Sein Eingeweide-
Kartuschen (Namensovale) des Königs eingraviert. schrein zeigt die Göttinnen, wie schon in der Zeit
An genau dieser Stelle steht bei dem Grabstein der Amenophis’ II., ohne Flügel.14
Familienname Loewy. Vermutlich ist der Entwurf Nach derzeitigem Kenntnisstand ist der letzte
für den Grabstein mit ägyptologischer Beratung Schrein mit geflügelten Göttinnen der des Königs
zustande gekommen. Darauf könnten sowohl die Siptah aus der späten 19. Dynastie.15 Aus der 20.
Ersetzung des Namens des königlichen Besitzers und 21. Dynastie gibt es keine Belege dafür. Die
durch den Namen der Loewys an der entsprechen- königliche funeräre Praxis hatte in dieser Zeit offen-
den Stelle verweisen, wie auch die Einfügung des bar wieder separat gearbeitete Kanopenkrüge ein-
Motivs der Flügelsonne an einer dafür geeigneten geführt und beibehalten. Nach dem Ende des Neu-
Stelle. en Reiches änderten sich jedoch die politischen
Ebenso wie bei dem Grabstein der Loewys ist bei und religiösen Verhältnisse in Ägypten erkennbar.
den Göttinnen des Scheschonq-Schreins nur je ein Das traditionelle Gottkönigtum war einem ideolo-
einziger, fast horizontal vorgestreckter Arm mit ei- gischen Wandel unterworfen. In der 21. Dynastie
nem Geierflügel dargestellt, der aus ihrem Leib zu galt Amun-Re als eigentlicher König des Landes.
wachsen scheint. Dies ist sehr ungewöhnlich und Menschliche Herrscher regierten, durch den Hohe-
bedarf einer Erklärung. In Form und Dekoration geht priestertitel legitimiert, in seinem Namen – gestützt
der Schrein des Scheschonq auf ältere Vorbilder aus auf das Militär. Ober- und Unterägypten koexistier-
der Zeit des Neuen Reiches zurück. Wie es jedoch ten als lose verbundene Teilkönigreiche.16 Während
zu dieser einzigartigen Darstellung kommen konn- der 21. Dynastie wurden die meisten Grabanlagen

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GRABSTEIN LOEWY

im Tal der Könige geöffnet und ihre Kostbarkeiten


entnommen.17 Die königlichen Mumien wurden
danach in einfachster Form in Sammelgräbern
wiederbestattet. Die letzten dieser Umbettungen
lassen sich mit großer Wahrscheinlichkeit in die
Zeit Scheschonqs I. datieren.18 Schon in der 21.
Dynastie bekam man folglich die steinernen Ein-
geweideschreine der 18.–19. Dynastie wieder zu
Gesicht. Scheschonq I. griff auf die alte Sitte der
Verwendung eines solchen, steinernen Eingeweide-
schreins zurück. Mit seiner Zeit lassen sich weitere
Neuerungen verbinden, die offenbar an Traditionen
des Neuen Reiches anzuknüpfen versuchen. Die
erneute Machtkonzentration des Herrscheramtes
und eine auf der Demonstration militärischer Stärke
basierende Außenpolitik sind Kennzeichen dieses
Wandels.
Der Schrein des Scheschonq ist kein usurpiertes Abb. 9: Sarkophag Tutanchamuns
Werk des Neuen Reiches wie beispielsweise der
Rosengranit-Sarkophag des Merenptah, der für die
Bestattung Psusennes’ I. von Theben nach Tanis ver-
schleppt und dort nach Abänderung seiner Inschrift
wiederverwendet wurde. Er ist auch keine genaue
Kopie eines der alten Schreine. Es scheint sich eher
um eine Nachahmung auf der Basis eines Zwi-
schenmediums, möglicherweise einer Zeichnung,
zu handeln. Nicht mehr alle vier Schutzgöttinnen,
sondern nur noch Isis und Nephthys schmücken die
Wände des libyerzeitlichen Schreins. Die Göttin-
nen sind auch nicht mehr halbplastische Elemente
an den Ecken, die zwei Ebenen miteinander verbin-
den, sondern füllen als Flachreliefs ein Quadrat auf
jeder Seite. Die Art und Weise, wie sie ihre Flügel
anheben, erscheint im Vergleich mit der Umsetzung Abb.10: Eingeweideschrein des Haremhab

dieses Motivs in der 18. und 19. Dynastie kraftlos


und unorganisch. Erst durch die gleichzeitige Schau
von zwei Rücken an Rücken an den Schreinecken
stehenden Göttinnen ergibt sich die Imagination
des Umfasstseins des Schreins, welches den eigent-
lichen Sinn des Schutzmotivs darstellt.
Auf den ersten Blick gleichen sich die vier Göttin-
nen-Paare auf dem Scheschonq-Schrein stark. Die
detaillierte Betrachtung der Figuren gibt jedoch
stilistische Unterschiede zu erkennen. Möglicher-
weise sind sie darauf zurückzuführen, dass mehrere
Personen an der Dekoration des Schreines gearbei-
tet haben. Die Seiten A und B (Abb. 12, 13) weisen
grundsätzlich sorgfältiger ausgeführte Göttinnen
Abb. 11: Eingeweideschrein Scheschonqs I.
auf als die Seiten C und D (Abb. 14, 15), wes-
halb wohl von mindestens zwei Reliefschneidern

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Helmut Brandl

Abb. 12: Seite A Abb. 13: Seite B

Nephthys Isis Nephthys Isis


Nephthys

Nephthys
Nephthys

Nephthys
B
Isis

Isis
Isis

Isis

Isis A Nephthys Isis Nephthys

Abb. 16: Isis A / Nephthys A (Detail) Abb. 17: Isis B / Nephthys B (Detail)

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GRABSTEIN LOEWY

Abb. 14: Seite C Abb. 15: Seite D

Nephthys C Isis Nephthys Isis


Nephthys

Nephthys
Nephthys

Nephthys
D
Isis

Isis
Isis

Isis

Isis Nephthys Isis Nephthys

Abb. 18: Isis C / Nephthys C (Detail) Abb. 19: Nephthys D / I sis D (Detail)

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Helmut Brandl

ausgegangen werden kann. Allerdings stammen Neith auf den Seiten B, C und D ist daher unbe-
wahrscheinlich schon die Figuren der Seiten A und friedigend. Theoretisch hätte man für Scheschonq
B von zwei unterschiedlichen Handwerkern, was I. wohl einen der Originalschreine der 18. bzw. 19.
an der stilistischen Diskrepanz der Figurenpaare A Dynastie, die bei der Öffnung der thebanischen
und B erkennbar ist. Signifikant erscheinen hier die Königsgräber zum Vorschein kamen, umarbeiten
unterschiedlichen Ausarbeitungen der Schleife des und wiederverwenden können. Bei dem schweren
Haarbandes und die Form der Schläfenpartie der Sarkophag des Merenptah, den man in der Königs-
Göttinnen. Aufgrund von Übereinstimmungen in nekropole von Tanis fand, ist man bekanntlich vor
der Gesichtsphysiognomie könnte man sogar ver- einer solchen Usurpation nicht zurückgeschreckt.
muten, dass die Gesichter der Isis A und der Ne- Vermutlich gab es jedoch nach der Plünderung der
phthys B von dem einen Reliefschneider stammen Königsgräber im Tal der Könige keinen intakten Ein-
und die Gesichter der Nephthys A und der Isis B geweideschrein mehr, den man hätte umarbeiten
von dem zweiten. Dies würde jedoch bedeuten, können. Die erhaltenen Reste der steinernen Einge-
dass die beiden Reliefschneider der Seiten A und weideschreine des Neuen Reiches sind in einem so
B ihre Arbeitspositionen zwischendurch getauscht fragmentarischen Zustand, dass sich der Gedanke
hätten. Auffällig sind in diesem Zusammenhang an eine absichtliche Zerschlagung aufdrängt, ver-
sicher die großen Ohren, die bei Isis A und Neph- mutlich im Zusammenhang mit der Plünderung der
thys B Markierungen für Ohrringlöcher tragen. Bei Gräber. Bei der möglichen zweidimensionalen Vor-
diesen beiden Göttinnen entsprechen sich auch die lage für die erklärungsbedürftige Ikonographie des
Gesichtsphysiognomien und die Proportionen der Scheschonq-Schreines könnte es sich wohl um die
Köpfe weitgehend, wohingegen sich bei Nephthys schematische Zeichnung einer (noch intakten) Seite
A und Isis B die Gesichtsdetails einschließlich ihrer eines Schreines aus dem Tal der Könige gehandelt
runden Augenform stärker ähneln. Die gröberen Fi- haben, möglicherweise auf einem Ostrakon oder
guren der Isis C / Nephthys C und der Nephthys D einem Papyrus. Diese Seite dürfte dann Isis und
/ Isis D dürften von zwei weiteren Reliefschneidern Nephthys gezeigt haben. Die eigentlich halbplas-
hergestellt worden sein. Bei den Göttinnen der Sei- tischen Figuren der beiden geflügelten Göttinnen
te C sind sehr dünne Arme und kleine Köpfe mit könnte der Zeichner durch „vollständige“, d.h.
„Brillenaugen“ und abgesetzt modellierter Iris19 auf- hieroglyphisch aufgefasste, nicht angeschnittene
fällig (Abb. 18), während die zwei Göttinnen der Göttinnenbilder wiedergegeben haben. Das we-
Seite D in ihrer Flächigkeit (und in ihrer stilistischen sentliche Charakteristikum dieser Göttinnenbilder,
Dürftigkeit) zusammenpassen (Abb. 19). Nur auf die beiden ausgestreckten Arme mit Flügeln, wäre
der Seite C sind die Flügel der Göttinnen sorgfältig dabei nicht richtig erfasst worden. Die zweidimen-
durch eine Doppellinie eingefasst, wohingegen auf sionale Fassung hätte dann nur noch einen Flügel
Seite D sogar deren obere Begrenzungslinie fehlt. erhalten. Auf diese Weise wäre nicht nur eine ver-
Nur bei den Göttinnen der Seite D wurde auch die einfachte, sondern auch eine missverstandene Vari-
Anordnung vertauscht. Isis steht hier rechts, wäh- ante des Originals entstanden.
rend Nephthys auf der linken Seite zu erkennen ist. Der Bildhauer des Grabsteins Loewy kopierte das
Bei ihren Figuren wurde die Fiederung der Flügel möglicherweise schon im zehnten Jahrhundert v.
auf eine eigentümlich flächige und auf dem Sche- Chr. missverstandene Motiv der geflügelten Göt-
schonq-Schrein nur hier begegnende Weise ausge- tinnen ohne sich um dessen Genese Gedanken zu
arbeitet. Vermutlich arbeiteten also wenigstens vier machen. Er folgte auch nicht genau dem Verlauf der
Personen am Reliefdekor des Schreins. Die Unter- einzelnen Linien. Bei ihm schneidet beispielsweise
schiede der Figuren waren nach der anzunehmen- die Linie des Halsausschnittes die vordere Strähne
den, abschließenden Bemalung wohl nicht mehr der Götterperücke, was auf dem Originalschrein
sichtbar. Auf der Vorderseite des Schreines flankie- ohne Vorbild ist (vgl. Abb. 20a, b und 21). Das kör-
ren die Göttinnen die Kartuschen Scheschonqs I., nige und offenbar stärker als Calcit-Alabaster zur
wodurch vermutlich auf die „Osiris-Qualität“ des Verwitterung neigende Material des Grabsteins hat
toten Königs angespielt wird. Auf den übrigen Sei- sicher eine Feinmodellierung erschwert. Dies dürfte
ten ist dies nicht der Fall. Die wiederholte Abbil- ein zusätzlicher Grund für die heute undetailliert
dung von Isis und Nephthys anstelle von Selket und erscheinenden Darstellungen sein.

150
GRABSTEIN LOEWY

Abb. 20a, b: Darstellung der Nephthys auf dem Grabstein Loewy (Detail) Abb. 21: Nephthys A auf dem Eingeweide-
und entsprechende Umzeichnung schrein Scheschonqs I. (Detail)

Warum die Loewys gerade den Schrein des Sche- Für Ägyptologen ist die Bezeichnung der „Würdi-
schonq als Vorbild für ihren Grabstein wählten, ist gen“ jedoch bestes altägyptisches Gedankengut,
unbekannt. Vielleicht kannten sie dessen früheren wurden doch verklärte Verstorbene häufig als ima-
Eigentümer Julius Isaac, dem Berlin das Geschenk chu ( ), d.h. als Würdige bzw. Versorgte be-
des Schreines verdankt, oder waren sogar mit ihm zeichnet.21 Ob ägyptologisches Fachwissen auch
verwandt. Möglicherweise sagte ihnen auch das eine Rolle bei der Auswahl des Grabspruches ge-
Motiv der geflügelten orientalischen Schutzgöttin- spielt hat, ist wohl nicht mehr eindeutig zu klären.
nen zu, deren Erscheinung entfernt an Engelsfigu- Denkbar wäre es. Heutige Betrachter mögen sich
ren erinnert. Der Grabstein der Loewys trägt als beim Anblick des Scheschonq-Schreins eher an ei-
Inschrift ein bekanntes Epigramm Goethes: „Halte nen Aphorismus Luciano De Crescenzos erinnert
das Bild der Würdigen fest! Wie leuchtende Ster- fühlen: „Siamo angeli con un’ala soltanto e possia-
ne teilte sie aus die Natur durch den unendlichen mo volare solo restando abbracciati.“22 – Jeder von
Raum.“20 Diese Aufforderung zum ehrenden Toten- uns ist ein Engel mit nur einem Flügel und wir kön-
gedenken mag modernen Besuchern der Grabstätte nen nur fliegen, wenn wir uns umarmen.
nicht mehr sofort verständlich sein.

151
Helmut Brandl

Anmerkungen Erman, A., Grapow, H. (Hgg.), Wörterbuch der Aegyptischen


Sprache, Bd. 1, Leipzig 1926.
1
Frau Prof. Friederike Seyfried, Frau Dr. Caris-Beatrice Arnst und [Erman, A.,] Ausführliches Verzeichnis der Ägyptischen Altertümer
Herrn Dipl.-Museologen Frank Marohn danke ich herzlich für ihre und Gipsabgüsse, Hgg. von der Generalverwaltung, Königliche
Unterstützung bei meiner Untersuchung des Schreines Sche- Museen zu Berlin, 2. völlig umgearb. Aufl. Berlin 1899.
schonqs I. im Neuen Museum. Die Fotografien der Abb. 6, 7 und Fazzini, R.A., Several Objects, and Some Aspects of the Art of
12–15 stammen aus der Sammlung des Ägyptischen Museums the Third Intermediate Period, in: Goring, E. et al. (Hgg.), Chief of
und Papyrussammlung SMB. Die restlichen Fotos stammen von Seers. Egyptian Studies in Memory of Cyril Aldred, London 1997,
Bernt Müller bzw. Mathias Salomon, denen ich dafür gleichfalls 113–137.
herzlich danke.
Gabolde, M., D’Akhenaton à Toutânkhamon, Collection de I’Institut
2
Müller 2004. d’Archéologie et d’Histoire de l’Antiquité (Université Lumière-Lyon
3
Berlin Ägyptisches Museum und Papyrussammlung SMB, ÄM 2) 3, Lyon u.a. 1998 [1999].
11000; vgl. Aston 2009, 301; Lull García 2002, 36, Abb. 10; Goethe, J.W. von, Werke, Kommentare und Register, Hamburger
Ikram/Dodson 1998, 289f. mit Abb. 431; Dodson 1994, 83f., Ausgabe in Vierzehn Bänden, Bd. 1: Gedichte und Epen, I, Mün-
131 Nr. 44, 178f., Tf. 37–38; Kischkewitz 1991; Roeder 1924, chen 1996.
332; Erman 1899, 232.
Hill, M., Royal Bronze Statuary from Ancient Egypt. With Special
4
Der genaue zeitliche Ansatz ist noch unsicher. Das höchste be- Attention to the Kneeling Pose, Egyptological Memoirs 3, Leiden/
legte Regierungsjahr für Scheschonq I. ist sein einundzwanzigs- Boston 2004.
tes; vgl. Jansen-Winkeln 2006, 232f., 238 mit Anm. 38.
Hornung, E., Krauss, R., Warburton, D.A. (Hgg.), Ancient Egyptian
5
Sagrillo 2005, 99–100. Chronology, Handbook of Oriental Studies Section 1: The Near
6
Zum Vergleich: Silberne Eingeweidebehältnisse des Königs and Middle East Bd. 83, Leiden/Boston 2006.
Heqa-cheper-Re Scheschonq (II a), Kairo, Ägyptisches Museum, Ikram, S., Dodson, A., The Mummy in Ancient Egypt. Equipping
JE 72159, vgl. Montet 1951, 56f. Nr. 304, Tf. 35; Yoyotte 1987. the Dead for Eternity, Cairo/London 1998.
7
Eaton-Krauss/Graefe 1985. Jansen-Winkeln, K., Der Beginn der libyschen Herrschaft in Ägyp-
8
Hornung/Krauss/Warburton 2006, 203, 492. ten, in: Biblische Notizen 71, 1994, 78–97.
9
Dodson 1994, 52f., 119, 159, Tf. 18b–19. Jansen-Winkeln K., Die Plünderung der Königsgräber des Neuen
Reiches, in: Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskun-
10
Dodson 1994, 66–68, 126, Tf. 27–28. de 122 (1995), 62–78.
11
Dodson 1994, 54–57, Tf. 20. Jansen-Winkeln, K., Der thebanische Gottesstaat, in: Orientalia
12
Vgl. Gabolde 1998, Tf. 14a. Nova Series 70, 2001, 153–182.
13
Eaton-Krauss 1992 und 1993. Jansen-Winkeln, K., The Chronology of the Third Intermediate Pe-
riod: Dyns. 22–24, in: Hornung, E., Krauss, R., Warburton, D.A.
14
Dodson u.a. 1994, 62f., 124, Tf. 24b–25. (Hgg.), Ancient Egyptian Chronology, Handbook of Oriental Stu-
15
Fragmente dieses letzten steinernen Eingeweideschreins des dies Section 1 The Near and Middle East Bd. 83, Leiden/Boston
Neuen Reiches werden im Metropolitan Museum of Art, New 2006, 234–264.
York, aufbewahrt, vgl. Dodson u.a. 1994, 72–74, 127 Nr. 39, Kischkewitz, H., Eingeweidekasten des Königs Scheschonk I.,
Tf. 30b. in: Priese, K.-H. (Hg.), Ägyptisches Museum, Staatliche Museen
16
Jansen-Winkeln 2001 und 1994. zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Katalog, Mainz 1991,
218f.
17
Jansen-Winkeln 1995.
Lull García, J., Las tumbas reales egipcias del Tercer Periodo Inter-
18
Vgl. Jansen-Winkeln 1995, 74f. mit Anm. 95. medio (dinastías XXI–XXV): Tradición y cambios. British Archaeolo-
19
Fazzini 1997, 116-117; Hill 2004, 32-34 Anm. 40. gical Report – International Series 1045, Oxford 2002.
20
Goethe 1996, 877. Montet, P., Les constructions et le tombeau de Psousennès à Ta-
nis, La nécropole royale de Tanis 2, Paris 1951.
21
Erman/Grapow 1926, 81-82.
Müller, B., Altägyptisches vor der Haustür. Grab von Richard Lo-
22
De Crescenzo 2005, 14. ewy auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof, in: Amun Jg. 6 Heft
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Eaton-Krauss, M., The Sarcophagus in the Tomb of Tutaankha-
Abb. 1, 3, 5, 8, 16–19, 20a, 21 Foto: Mathias Salomon
mun, in: Reeves, C.N. (Hg.), After Tutaankhamun. Research and
Excavation in the Royal Necropolis at Thebes, London/New York Abb. 2, 4 Foto: Bernt Müller
1992, 85–90, Tf. 15.
Abb. 6, 7, 12–15 Foto: Gudrun Stenzel, Archiv Ägyptisches Muse-
Eaton-Krauss, M., The Sarcophagus in the Tomb of Tutaankha- um und Papyrussammlung SMB
mun, Oxford 1993.
Abb. 9–11, 20b Umzeichnungen Helmut Brandl nach Fotos von
Eaton-Krauss, M., Graefe, E., The Small Golden Shrine from the Mathias Salomon
Tomb of Tutankhamun, Oxford 1985.

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