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I Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 Rollenspiel Vorstellungsgespräch 1 von 26

Wie beeindrucke ich im


Vorstellungsgespräch? –
Praktische Tipps und ein Rollenspiel

Zeichnung: Puth/CCC, www.c5.net

nach einer Idee von Ulf Weber,


Leimersheim
Das Wichtigste auf einen Blick
Mit welchen Fragen muss man im Vorstel-
lungsgespräch rechnen? Wie verhält man
Dauer: 5 Stunden
sich richtig? Und was sind die zehn schlimms-
ten Fehler, die man machen kann? In dieser Ziele: – Ablauf eines Bewerbungsgesprächs
Unterrichtseinheit lernen die Auszubildenden kennenlernen
zunächst den Ablauf eines Bewerbungsge- – auf Mimik, Gestik und Körper-
sprächs kennen und bereiten sich danach in sprache achten
einem Rollenspiel auf den Ernstfall vor. Sie – die Wirkung des eigenen und
lernen zum Beispiel, wie sie sich richtig fremden Gesprächsverhaltens
kleiden, wie sie nonverbal angemessen reflektieren
kommunizieren oder wie sie auf unerlaubte – Bewerbungsgespräche analysieren
Fragen reagieren. Zusätzlich hören die – mit unzulässigen Fragen umgehen
Schüler zwei Vorstellungsgespräche auf CD
Ihr Plus: zwei Vorstellungsgespräche auf CD
und analysieren diese. Dabei wiederholen
(M 10 und M 12)
sie, was ein gutes von einem schlechten
Vorstellungsgespräch unterscheidet.

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2 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

Fachliche Hinweise
Das nächste Vorstellungsgespräch kommt bestimmt
Berufsschüler haben schon einen Ausbildungsplatz, Berufsfachschüler werden auf eine berufliche
Tätigkeit vorbereitet. Für beide Gruppen ist es wichtig, Bewerbungsgespräche zu trainieren: Die
Auszubildenden können sich einer Übernahme in ihrem Ausbildungsbetrieb nicht sicher sein und
müssen sich darauf einstellen, einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Laut Berufsbildungsbericht
wurden 2010 56 Prozent der Absolventen in den alten Bundesländern und 38 Prozent in den neuen
Bundesländern übernommen. Die Berufsfachschüler müssen sich nach ihrem Abschluss auf jeden
Fall bewerben.

Wozu dient ein Rollenspiel?


Ein Rollenspiel zum Vorstellungsgespräch bietet die Möglichkeit, den Ernstfall spielerisch zu
erproben und damit ein Gefühl für die reale Situation zu gewinnen. Die Schülerinnen und Schüler
probieren im Simulationsverfahren des Rollenspiels verschiedene Verhaltensweisen aus. Sie
machen dabei Erfahrungen, die ihnen helfen, in ähnlichen realen Situationen sicherer und kom-
petenter zu handeln.

Wie ist die Selbst- und Fremdwahrnehmung?


Sicherer und kompetenter zu handeln setzt voraus, dass sich die Lernenden des eigenen Auftretens
bewusst werden. Das gelingt mithilfe der Rückmeldungen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler.
Diese nehmen im Rollenspiel eine Beobachterrolle ein und bewerten den Auftritt der Spieler. So
können die Spieler ihre Selbstwahrnehmung mit dem Fremdbild vergleichen und das eigene
Handeln reflektieren.

Welche Rolle spielt die Empathiefähigkeit?


Damit sich die Schülerinnen und Schüler ihrer Ziele in einem Bewerbungsgespräch sicher sind, ist
es auch wichtig, sich in die Rolle des Gegenübers, also des Ausbilders oder des Personalchefs,
einzufühlen. Die Empathiefähigkeit ist eine wichtige Schlüsselkompetenz und ein Ziel des Deutsch-
unterrichts. Wer sich in die Rolle eines Personalchefs einfühlt, lernt, mit der richtigen Erwartungs-
haltung in ein Vorstellungsgespräch zu gehen.

Didaktisch-methodische Hinweise
In dieser Unterrichtseinheit bereiten sich die Schülerinnen und Schüler in den ersten beiden Stunden
auf das Rollenspiel vor. Sie lernen, wie ein Bewerbungsgespräch abläuft, welche möglichen Fehler
sie vermeiden sollen, wie sie nonverbal richtig kommunizieren und wie sie auf unerlaubte Fragen
angemessen reagieren. In der dritten und vierten Stunde üben sie in einem Rollenspiel das Vor-
stellungsgespräch. Zuletzt analysieren sie ein Bewerbungsgespräch auf CD.

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I Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 Rollenspiel Vorstellungsgespräch 3 von 26

Stundenverlauf

1./2. Stunde Wie bereite ich mich auf ein Vorstellungsgespräch vor?

In den ersten beiden Stunden setzen sich die Schüler mit den wichtigsten
Intention
Fragen rund ums Thema Bewerbungsgespräch auseinander.
Die Folie M 1 dient als Einstieg in die Unterrichtseinheit. Die Schülerinnen und
Schüler bewerten anhand von zwei Bildern das Auftreten zweier Bewerberin-
nen. Dabei stellen sie fest, welche Verhaltensweisen gut und welche schlecht
sind.
Vier Abbildungen dokumentieren auf dem Arbeitsblatt M 2 die verschiedenen
Phasen des Vorstellungsgesprächs. Die Lernenden formulieren Fragen zu den
jeweiligen Phasen und erstellen damit schon das Grundgerüst für das Rollen-
spiel.
Materialien Welche sind die zehn schlimmsten Fehler beim Vorstellungsgespräch? Das
M 1–M 5 erfahren die Schülerinnen und Schüler in M 3. Sie ordnen die Fehler nach ihrer
Wichtigkeit und geben Ratschläge, wie man diese Fehler vermeidet.
Um Gestik, Mimik und Körperhaltung geht es im Arbeitsblatt M 4. Was ist
richtig? Was ist falsch? Welche Handlung erzeugt welche Reaktion? Die Lernen-
den formulieren die Antworten.
Welche Fragen nicht erlaubt sind und wie man auf diese reagiert, lernen die
Auszubildenden in M 5. Außerdem beschäftigen sie sich mit dem Allgemeinen
Gleichbehandlungsgesetz.

3./4. Stunde Das Vorstellungsgespräch – ein Rollenspiel

In einem Rollenspiel üben die Auszubildenden, wie sie ein Bewerbungsge-


Intention
spräch gekonnt meistern.
In M 6 wird den Schülerinnen und Schülern der Ablauf des Rollenspiels erklärt.
Sie werden außerdem dazu aufgefordert, ihr Spiel zu filmen, um so einen
besseren Eindruck von ihrem Auftritt zu erhalten. Das Material gibt ihnen auch
wichtige Tipps zum Filmen.
Materialien M 7, M 8 und M 9 sind Rollenkarten für den Personalchef, den Bewerber und den
M 6–M 9 Beobachter. Die Rolle des Beobachters nimmt jeder Schüler während der
Rollenspiele seiner Mitschüler ein. Auf den Rollenkarten finden sich zum einen
Hinweise für das Spiel. Zum anderen dienen sie als Arbeitsblatt für die Vorberei-
tung für das Rollenspiel.

5. Stunde Wie gelingt ein Bewerbungsgespräch? – Eine Analyse und Tipps

Die Schüler analysieren ein Bewerbungsgespräch und formulieren allgemein


Intention
Tipps.
In M 10 hören die Lernenden ein Interview auf CD und analysieren dieses. Sie
erfahren dabei, wie ein gutes Bewerbungsgespräch ablaufen kann.
Materialien M 11 ist eine spielerische Lernkontrolle und dient zugleich als Vorbereitung auf
M 10–M 11 die Klausur. Der Begriff Bewerbungsgespräch ist vorgegeben. Die Lernenden
überlegen sich zu jedem Buchstaben einen Tipp für die Vorbereitung auf das
Vorstellungsgespräch oder für das Gespräch selbst.

Lernkontrolle

M 12 ist eine Klausur. Im Vordergrund steht ein fiktives Bewerbungsgespräch. Die Lernenden
untersuchen und bewerten dieses.

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4 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

Ergänzendes Material
Literatur
Hesse, Jürgen und Hans Christian Schrader 2008: Das erfolgreiche Vorstellungsgespräch. Eichborn,
Frankfurt am Main. Preis: 12,95 Euro.
Mit welchen Fragen muss ich rechnen? Wie verhalte ich mich bei unangenehmen Fragen? Und wie
bleibe ich gelassen? Die Bewerbungsprofis Hesse und Schrader zeigen in ihrem aktualisierten
Standardwerk, wie man sich optimal auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet.

Öttl, Christine und Gitte Härter 2007: Vorstellungsgespräche. Gräfe und Unzer, München. Preis: 9,90
Euro.
Wo informiere ich mich über das Unternehmen? Wie führe ich eine Gehaltsverhandlung? Und was
soll ich anziehen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich dieser Ratgeber. Mit anschaulichen
Beispielen und vielen wichtigen Tipps.

Materialübersicht
Stunde 1/2 Wie bereite ich mich auf ein Vorstellungsgespräch vor?
M1 (Fo) Welche Bewerberin würden Sie einstellen?
M2 (Ab) Wie läuft ein Bewerbungsgespräch ab?
M3 (Ab) Sicher zum Erfolg – Tipps für das Vorstellungsgespräch
M4 (Bd) Wie verhalte ich mich richtig? – Auf was Sie achten sollten
M5 (Tx) Welche Fragen sind verboten?

Stunde 3/4 Das Vorstellungsgespräch – ein Rollenspiel


M6 (Tx) Im Bewerbungsgespräch – ein Rollenspiel für Profis
M7 (Tx) Rollenkarte Personalchef – so führen Sie das Gespräch
M8 (Tx) Rollenkarte Bewerber – so machen Sie Eindruck
M9 (Tx) Rollenkarte Beobachter – Sie haben alles im Blick

Stunde 5 Wie gelingt ein Bewerbungsgespräch? – Eine Analyse und Tipps


M 10 (Tx) Meike bewirbt sich – ein Gespräch analysieren (CD)
M 11 (Ab) Auf den Punkt gebracht – meine Tipps für ein gelungenes Bewerbungsgespräch

Lernkontrolle
M 12 (Lk) Warum haben Sie sich bei uns beworben? – Eine Klausur (CD)

Minimalplan
Sie haben nur drei Stunden zur Verfügung? Dann bereiten Sie die Schülerinnen und Schüler mit
M 1 und M 3 auf das Rollenspiel vor und führen Sie anschließend das Rollenspiel durch (M 6 bis
M 9).

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M1
Welche Bewerberin würden Sie einstellen?

Foto: picture-alliance/dpa

Foto: picture-alliance/ZB

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6 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

Aufgaben (M 1)
1. Beschreiben Sie die Bilder.
2. Vergleichen Sie das Auftreten der Bewerberinnen. Wie beurteilen Sie das jeweilige Auftreten?
Welche Bewerberin würden Sie einstellen? Begründen Sie Ihre Entscheidung.
3. Hatten Sie schon einmal ein Bewerbungsgespräch? Wie haben Sie sich gefühlt? Wie verlief das
Gespräch? Erzählen Sie.

Erläuterung (M 1)

Zu Aufgabe 1: Auf dem oberen Bild ist eine Bewerberin abgebildet, die sich mit zwei Personen unter-
hält. Sie sitzt den beiden gegenüber. Die Frau links im Bild macht sich Notizen zum Gespräch. Sie
scheint eine Beobachterrolle zu haben. Der Mann unterhält sich mit der Bewerberin.
Auf dem unteren Bild sieht man eine junge Frau mit kurzem Rock und bauchfreiem T-Shirt, die ihre
Bewerbungsunterlagen einem Mann überreicht. Dieser Mann könnte der Personalchef sein. Er
schaut sie kritisch an.

Zu Aufgabe 2: Es ist zu erwarten, dass das Auftreten der Bewerberin auf dem oberen Bild positiv
beurteilt wird, während die Bewerberin auf dem unteren Bild als Negativbeispiel wahrgenommen
wird.
Im oberen Bild hat die Bewerberin Wert auf ihre Kleidung gelegt: Sie ist schick, aber nicht unange-
messen schick angezogen. Sie macht einen freundlichen, offenen und aufmerksamen Eindruck. Ihre
Körperhaltung strahlt eine gewisse Anspannung aus, die zeigt, dass sie die Situation ernst nimmt.
Sie ist leicht vorgebeugt und blickt ihr Gegenüber an. Ihre Hände liegen ruhig auf dem Tisch.
Die Bewerberin auf dem unteren Bild ist unangemessen gekleidet. Sie trägt einen kurzen Rock und
ein enges bauchfreies Top. Sie macht einen herausfordernden und selbstgefälligen Eindruck. Ihre
Körperhaltung wirkt provozierend.
Die Aufforderung, sich für eine Bewerberin zu entscheiden, versetzt die Schülerinnen und Schüler in
die Rolle des Personalchefs. So werden sie sich bewusst, worauf ihr Gesprächspartner in einem
Bewerbungsgespräch achtet.

Vorschlag für eine Skizze

Hände ruhig Papier für Hände in Papier für


auf dem Tisch eigene Notizen der Hüfte eigene Notizen
fehlt

Bewerberin 1 Bewerberin 2

schicke, Freizeit-
aufmerksame lässige
korrekte kleidung
wirkt Haltung wirkt Haltung
Kleidung
interessiert provozierend

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M2
Wie läuft ein Bewerbungsgespräch ab?
In der Regel laufen die Vorstellungsgespräche nach diesem Muster ab.

Phase 1 – Begrüßung
1.

2.

3.

Phase 2 – Fragen an den Bewerber


1.

2.

3.

Phase 3 – Fragen des Bewerbers


1.

2.

3.

Phase 4 – Verabschiedung
1.

2.

3.

Fotos: Kai Pelka

Aufgaben
1. Schauen Sie sich die einzelnen Phasen des Bewerbungsgesprächs genau an. Formulieren Sie in
Partnerarbeit jeweils drei Fragen zu den einzelnen Phasen.
2. Stellen Sie Ihre Fragen in der Klasse vor. Ergänzen Sie falls nötig fehlende Fragen auf Ihrem
Arbeitsblatt.

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8 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

Erläuterung (M 2)

Zu Aufgabe 1: Die Fragen in den einzelnen Bewerbungsphasen können wie folgt lauten:

Phase 1 – Begrüßung
In dieser Phase begrüßt der Personalchef den Bewerber und beginnt einen Small Talk. Der Inter-
viewer stellt sich vor und erklärt, wie das anschließende Gespräch ablaufen wird.
1. Wie war Ihre Anreise?
2. Haben Sie gut hergefunden?
3. Möchten Sie etwas trinken?

Phase 2 – Fragen an den Bewerber


Der Interviewer stellt Fragen an den Bewerber oder gibt ihm gleich die Möglichkeit zu einer kurzen
Vorstellung.
1. Was haben Sie bisher (beruflich) gemacht?
2. Warum bewerben Sie sich bei uns?
3. Warum sollten wir gerade Sie einstellen?

Phase 3 – Fragen des Bewerbers


Der Bewerber stellt Fragen in Bezug auf das Unternehmen.
1. Wie ist die Einarbeitungszeit geplant?
2. Mit welchen Personen/Abteilungen werde ich zusammenarbeiten?
3. Wie sind die Arbeitszeiten in Ihrem Unternehmen?
Ein Tipp: Fragen zum Gehalt und zu den Urlaubstagen sollten nicht sofort gestellt werden.

Phase 4 – Verabschiedung
Die Gesprächspartner verabschieden sich voneinander. Folgende Fragen stellt der Bewerber.
1. Wie sollen wir verbleiben?
2. Werden Sie sich bei mir melden?
3. Wann können Sie mir Ihre Entscheidung mitteilen?

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I Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 Rollenspiel Vorstellungsgespräch 9 von 26

M3
Sicher zum Erfolg –
Tipps für das Vorstellungsgespräch
Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zeigt, dass Ihre Bewerbungsmappe überzeugt hat. Denn
nur etwa zehn Prozent der Bewerber werden zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.
Nun ist es wichtig, den guten Eindruck im Gespräch zu vertiefen. Diese Situation können Sie gezielt
trainieren. Ein gekonnt geführtes Vorstellungsgespräch trägt zum Erfolg Ihrer Bewerbung bei.

Vermeiden Sie die zehn schlimmsten Fehler beim Vorstellungsgespräch


10 Fehler … und wie man sie vermeidet.

䡺 Zu spät zum Vorstellungsgespräch kommen Fahren Sie rechtzeitig los!

䡺 Gesprächspartner nicht mit Namen anreden

䡺 Gesprächspartner
ansprechen
mit falschem Namen

䡺 Keine Vorstellung vom Beruf haben

䡺 Berufswunsch nicht begründen können


䡺 Nichts von der Firma wissen, bei der man
sich bewirbt

䡺 Nichts zum Schreiben dabei haben


䡺 Falsche Fragen stellen: nach dem Urlaub
und der Kantine

Aufgaben
1. Nummerieren Sie die Fehler nach der Wichtigkeit. Beginnen Sie mit dem schlimmsten Fehler.
2. Vergleichen Sie Ihre Einschätzung in Partnerarbeit.
3. Schreiben Sie in Partnerarbeit zwei weitere Fehler auf.
4. Notieren Sie Tipps, mit denen man die genannten Fehler vermeiden kann.

Damit können Sie punkten!


Folgende Eigenschaften werden von den Personalchefs als besonders wichtig eingeschätzt:
→ eine gepflegte Erscheinung → sympathisches Auftreten
→ gesundes Selbstvertrauen → berufsspezifisches Interesse
→ Zielstrebigkeit.

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10 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

Erläuterung (M 3)

Zu Aufgabe 1: Eine Musterlösung gibt es nicht. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich aber mit
jedem Punkt intensiv auseinander und werden sich seiner Bedeutung bewusst.

Zu Aufgabe 3: Weitere Fehler können sein:


– gar keine Fragen stellen
– Daten des Lebenslaufes nicht im Kopf haben

Zu Aufgabe 4: Im Folgenden sind Tipps aufgelistet, mit denen die genannten Fehler vermieden
werden können:

10 Fehler … und wie man sie vermeidet!


– Zu spät zum Vorstellungsgespräch kommen Fahren Sie rechtzeitig los! Planen Sie, eine
halbe Stunde vorher da zu sein, melden Sie
sich aber erst zum vereinbarten Zeitpunkt
beim Gesprächspartner.
– Gesprächspartner nicht mit Namen anreden Reden Sie den Gesprächspartner mit Namen
an!
– Gesprächspartner mit falschem Namen Lernen Sie den Namen des Gesprächspartners!
ansprechen
– Keine Vorstellung vom Beruf haben Informieren Sie sich im Vorfeld über das Berufs-
bild! Eine umfassende Datenbank zu Tätigkeits-
profilen finden Sie auf folgender Internetseite:
http://berufenet.arbeitsamt.de.
– Berufswunsch nicht begründen können Sammeln und notieren Sie das, was Ihnen am
Beruf gefällt!
– Nichts von der Firma wissen, bei der man Informieren Sie sich über die Firma! Schauen
sich bewirbt Sie sich die Homepage der Firma an oder
rufen Sie in der Personalabteilung an, um sich
Infomaterial schicken zu lassen.
– Nichts zum Schreiben dabei haben Nehmen Sie einen Block und einen Stift mit!
Machen Sie Notizen.
– Falsche Fragen stellen: nach dem Urlaub Stellen Sie Fragen zum Arbeitsplatz! Wie groß
und der Kantine ist die Abteilung? Wie sind die Arbeitsabläufe?
– Gar keine Fragen stellen Notieren Sie sich vor dem Gespräch Fragen
zum Arbeitsplatz und stellen Sie diese.
– Daten des Lebenslaufes nicht im Kopf haben Merken Sie sich die wichtigsten Daten Ihres
Lebenslaufes. Wann haben Sie die Schule
beendet? Wann haben Sie mit Ihrer Ausbildung
begonnen?

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I Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 Rollenspiel Vorstellungsgespräch 11 von 26

M4
Wie verhalte ich mich richtig? –
Auf was Sie achten sollten

Wie soll der Händedruck sein?

Foto: picture-alliance
Wohin mit den Augen?

united-archives/mcphoto
Foto: picture-alliance/
Soll ich lächeln?

Foto: picture-alliance/
Sander

Wie soll ich mich hinsetzen?


Foto: Kai Pelka

Aufgabe
Schauen Sie sich die Bilder an. Formulieren Sie für jedes Bild einen passenden Ratschlag.

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12 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

Zusatzaufgabe – Körperhaltungen, Mimiken und Gestiken


Welche Körperhaltungen, Mimiken oder Gestiken sollte der Bewerber unbedingt unterlassen?
Suchen Sie drei Beispiele.

Erläuterung (M 4)
Folgende Ratschläge können den Schülerinnen und Schülern gegeben werden:
1. Wie soll der Händedruck sein?
Geben Sie Ihrem Gesprächspartner die Hand. Ein kräftiger Händedruck steht für Aufrichtigkeit und
Sicherheit.
2. Wohin mit den Augen?
Suchen Sie Augenkontakt zu Ihrem Gesprächspartner. Das signalisiert Aufmerksamkeit, Aufnahme-
bereitschaft und wirkt sympathisch.
3. Soll ich lächeln?
Lächeln Sie Ihren Gesprächspartner an. Das zeigt Ihr Interesse und macht Sie sympathisch.
4. Wie soll ich mich hinsetzen?
Setzen Sie sich aufrecht hin. Sie können die Beine übereinander schlagen oder auch parallel halten.

Vorschlag für eine Skizze

aufrechte Haltung

Blickkontakt freundliches Gesicht

Einen guten Eindruck machen


Körperhaltung und Mimik

nicht mit Füßen wippen kräftiger Händedruck

ruhige Hände

Tipp: Ermuntern Sie die Lernenden, die Skizze zu ergänzen.

Zur Zusatzaufgabe: Hier sind noch Tipps für den Bewerber zu Körperhaltung, Gestik und Mimik:
– Verschränken Sie nicht die Arme. Das signalisiert Ablehnung und Verschlossenheit.
– Halten Sie nicht die Armlehnen mit den Händen fest. Das zeigt ihre Unsicherheit.
– Spielen Sie nicht mit Ihren Händen. Damit drücken Sie Nervosität, Befangenheit und Angst aus.
– Lehnen Sie Ihren Oberkörper nicht zu weit zurück. Das offenbart Desinteresse und Ablehnung.
– Pressen Sie Ihren Mund nicht zusammen. Das drückt Zurückhaltung und Verkniffenheit aus.

Wie beurteile ich jemanden? – Was uns beeinflusst

Zu mehr als 55 Prozent wird die Wahrnehmung und Beurteilung einer Person durch den äußeren
Eindruck geprägt. Dieser zeigt sich in der Kleidung und der Körpersprache. Zu über 35 Prozent
beurteilen wir jemanden durch die Art und Weise, wie er oder sie etwas sagt, d.h. seine Mimik, Gestik
oder Sprechweise. Mit nur knapp 10 Prozent beeinflusst uns das inhaltlich Gesagte (vgl. Hesse/
Schrader, S. 24).

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I Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 Rollenspiel Vorstellungsgespräch 13 von 26

M5
Welche Fragen sind verboten?
Der Arbeitgeber darf nur Fragen an den Bewerber stellen, die sich auf seine Eignung für die zu
besetzende Stelle beziehen.

Deshalb sind folgende Fragen unzulässig:


1. Was wählen Sie?

2. Sind Sie schwanger?

3. Sind Sie in einer Gewerkschaft?


Fragen
4. Sind Sie im Betriebsrat?

5. Wie sieht es finanziell bei Ihnen aus? Haben Sie Schulden?

6.

7.

8.

9.

10.

Was sagt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz?

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wurde im Sommer 2006 verabschiedet. Es wird


auch als Antidiskriminierungsgesetz bezeichnet. Mithilfe des Gesetzes soll verhindert werden,
dass Personen wegen ihrer Rasse, ihres Geschlechts, der ethnischen Herkunft, der Religion oder
Weltanschauung, einer Behinderung oder wegen des Alters benachteiligt werden.
Sie finden das AGG unter folgender Adresse: www.gesetze-im-internet.de/agg.

Aufgaben
1. Lesen Sie sich die Fragen durch. Formulieren Sie fünf weitere Fragen.
2. Wie würden Sie auf diese Fragen reagieren?
3. Darf der Arbeitgeber in besonderen Fällen „unzulässige Fragen“ stellen?
4. Was besagt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz?
5. Haben Sie den Eindruck, dass Sie schon einmal bei einer Bewerbung diskriminiert wurden?
Berichten Sie davon.

Zusatzaufgabe – die Folgen des Gleichbehandlungsgesetzes


Welche Auswirkungen könnte das AGG auf den Bewerbungsprozess bei den Unternehmen haben?
Geben Sie Beispiele.

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14 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

Erläuterung (M 5)
Zu Aufgabe 1: Beim Bewerbungsgespräch gilt der „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“. Der Arbeit-
geber darf also nur Fragen stellen, die für die zu besetzende Stelle relevant sind. Er darf die Privat-
sphäre des Bewerbers nicht verletzen.
Folgende Fragen sind nicht erlaubt:
– Sind Sie in einer Partei?
– Haben Sie Krankheiten?
– Sind Sie behindert?
– Welche Konfession haben Sie?
– Sind Sie vorbestraft?
Zu Aufgabe 2: Einige Fragen sind im Vorstellungsgespräch verboten. Der Bewerber hat bei unzulässi-
gen Fragen das „Recht zur Lüge“. Er ist nicht dazu verpflichtet, die Wahrheit zu sagen. Auf keinen Fall
sollte man den Interviewer darauf aufmerksam machen, dass er eine unzulässige Frage gestellt hat.
Vielmehr sollte man gelassen reagieren und versuchen, nichtssagende Antworten zu geben. Zum
Beispiel kann man auf die Frage, welche Partei man gewählt habe, antworten, dass man das gar
nicht mehr wisse, weil man Wechselwähler sei. Falls man über ein Thema nicht sprechen möchte,
kann man einfach sagen: „Ich möchte jetzt nicht über Politik sprechen.“
Zu Aufgabe 3: Es gibt Ausnahmen, in denen der Arbeitgeber diese genannten unzulässigen Fragen
stellen darf. Einige der Fragen sind erlaubt, falls das Interesse des Arbeitgebers an diesen Fragen
berechtigt ist. So darf er zum Beispiel nach der Religionszugehörigkeit fragen, wenn Sie sich um eine
Stelle bei einer kirchlichen Einrichtung bewerben.
Zu Aufgabe 4: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) besagt, dass niemand wegen seiner
Rasse, seines Geschlechts, seiner ethnischen Herkunft, seiner Religion oder Weltanschauung, seiner
Behinderung oder wegen seines Alters benachteiligt werden darf.

Ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ein wirklich neues Gesetz?

Nein, das AGG ist nicht wirklich neu. Frauen und Behinderte haben schon seit 25 Jahren die Möglich-
keit einer Antidiskriminierungsklage. Wer wegen seiner Weltanschauung oder Religion benachteiligt
wurde, konnte sich auf die Rechtsprechung zu Artikel 4 des Grundgesetzes berufen. Dort heißt es:
„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen
Bekenntnisses sind unverletzlich.“

Vorschlag für eine Skizze

Geschlecht
Rasse Herkunft

Gleichbehandlungsgesetz
Alter Religion
Behinderung

Zur Zusatzaufgabe: Die Unternehmen werden wegen des Gesetzes den Bewerbungsprozess trans-
parenter gestalten müssen. Konkret könnte das Gesetz folgende Auswirkungen haben:
– Die Unternehmen müssen die Anforderungen für die Stellen genau festlegen und diese auch in
der Stellenausschreibung konkret formulieren.
– Das Bewerbungsfoto könnte wegfallen, da es vielleicht zu sehr von den fachlichen Kompetenzen
ablenkt.
– Im Bewerbungsgespräch muss zukünftig vielleicht mindestens noch eine weitere Person als
Zeuge dabeisitzen.
– Fachliche Kompetenzen und weniger die Persönlichkeit werden im Bewerbungsgespräch im
Vordergrund stehen.

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M6
Im Bewerbungsgespräch –
ein Rollenspiel für Profis
Aufgaben
1. Bilden Sie Zweiergruppen. Sie haben 20 Minuten Zeit für die Vorbereitung. 䡺
2. Überlegen Sie in Partnerarbeit, um welche Stelle sich der Bewerber bewirbt. 䡺
3. Lesen Sie die Hinweise auf Ihrer Rollenkarte aufmerksam durch. 䡺
4. Überlegen Sie mit Ihrem Partner, wie das Bewerbungsgespräch ungefähr ablaufen könnte.
Schreiben Sie mögliche Fragen und Antworten auf. Tipp: Geben Sie immer Beispiele. 䡺
5. Führen Sie einen Probedurchlauf des Rollenspiels durch. 䡺
6. Stellen Sie Ihr Bewerbungsgespräch in der Klasse vor. Das Gespräch sollte höchstens
10 Minuten dauern. Sprechen Sie frei. 䡺
7. Falls Sie das Vorstellungsgespräch in der folgenden Stunde präsentieren:
Ziehen Sie etwas an, was Sie auch beim Vorstellungsgespräch tragen würden. 䡺

Tipp: Filmen Sie das Vorstellungsgespräch

Foto: Picture-Alliance/Photoshot
Um einen besseren Eindruck von sich und dem eigenen Verhalten
in der fiktiven Bewerbungssituation zu gewinnen, sollten sich die
Bewerber filmen lassen.
Hier sind einige Tipps, worauf Sie beim Filmen achten sollten:
1. Stellen Sie die Kamera auf ein Stativ oder auf eine feste Unterlage.
Richten Sie die Kamera auf beide Sprecher.
2. Die Verständlichkeit der Sprecher spielt eine wichtige Rolle.
Benutzen Sie deshalb ein externes Mikrofon. Falls Sie keines
haben, sollten Sie die Kamera nicht zu weit weg von den
Sprechern aufstellen.
3. Das Licht ist für die Bildwirkung sehr wichtig. Wenn das Licht aus Richtung der Kamera auf die
Personen fällt, ist das Bild meist scharf und die Farben sind satt. Deshalb empfiehlt es sich, von
der Fensterseite aus zu filmen. Die zu filmenden Personen sollten sich auch in Fensternähe
befinden.

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16 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

M7
Rollenkarte Personalchef –
so führen Sie das Gespräch
Personalchef
Sie sind für die Auswahl und Einstellung der Bewerber zuständig.
An diesem Bewerber sind Sie sehr interessiert.

Achten Sie beim Bewerbungsgespräch auf Folgendes:

1. Begrüßung: Gehen Sie auf den Bewerber zu. Geben Sie ihm die Hand
und fragen Sie nach der Anreise. Das schafft Vertrauen und eine gute
Basis.

2. Platz anbieten: Nach dem Handschlag bieten Sie dem Bewerber einen
Foto: Kai Pelka
Platz an.

3. Gespräch:
– Fragen Sie den Bewerber, warum er sich auf diese Stelle beworben hat.
– Welche Tätigkeiten stellt sich der Bewerber vor?
– Warum hat er diesen Betrieb ausgewählt?
– Fragen Sie den Bewerber, welche Perspektiven er sich wünscht.
– ...

4. Ende des Gesprächs: Verabschieden Sie sich unverbindlich. Geben Sie keine Zusage oder Absage.
Sagen Sie dem Bewerber, dass Sie sich nächste Woche melden werden.

Als Personalchef ist es Ihre Aufgabe, das Gespräch zu strukturieren. Formulieren Sie Fragen und
bringen Sie diese in eine geeignete Reihenfolge. Sie sollten die Fragen so offen stellen, dass der
Bewerber ausführlich darauf antworten kann. So können Sie sich einen besseren Eindruck von der
Person verschaffen.

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I Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 Rollenspiel Vorstellungsgespräch 17 von 26

M8
Rollenkarte Bewerber –
so machen Sie Eindruck
Bewerberin
Sie haben sich bei verschiedenen Firmen beworben. Bisher sind Sie nur
zu diesem Bewerbungsgespräch eingeladen worden. Es liegt Ihnen also
viel daran, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Die Chance auf eine
Stelle bei diesem Unternehmen möchten Sie sich auf keinen Fall entgehen
lassen!

Achten Sie beim Bewerbungsgespräch auf Folgendes:

1. Begrüßung: Begrüßen Sie Ihren Gesprächspartner. Sagen Sie kurz


etwas zu Ihrer Anreise, wenn Sie danach gefragt werden.
Foto: Kai Pelka

2. Platz anbieten: Nach dem Handschlag warten Sie, bis Ihnen ein Platz
angeboten wird.

3. Gespräch:
– Begründen Sie Ihre Bewerbung.
– Sprechen Sie über Ihre Berufsvorstellungen.
– Begründen Sie die Auswahl des Betriebes.
– Sprechen Sie über die Perspektiven, die Sie sich wünschen.
– …

4. Ende des Gesprächs: Fragen Sie nach einem Termin für die Personalentscheidung. Erfragen Sie
die weitere Vorgehensweise des Betriebes.

Als Bewerber sollten Sie auf alle Fragen des Personalchefs gefasst sein. Formulieren Sie Ihre
Antworten vor. Sie sollten Fragen in einem Satz beantworten, dann aber weitere Erläuterungen
anführen können. So können Sie einen besseren Eindruck von Ihrer Person vermitteln.

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18 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

M9
Rollenkarte Beobachter –
Sie haben alles im Blick
Beobachter
Als Beobachter ist es Ihre Aufgabe, das Verhalten beider Seiten im Auge zu haben.

Achten Sie beim Ablauf des Bewerbungsgesprächs auf folgende Aspekte:


1. Begrüßung: Wer begrüßt wen?
2. Platz nehmen: Wann setzt sich der Bewerber?
3. Wie stellt sich der Bewerber vor?
klar, präzise und verständlich 䡺
eher unklar und umständlich 䡺
4. Wie empfanden Sie die Begründung für die Berufswahl?
glaubhaft 䡺
weniger glaubhaft 䡺
5. Welche Gründe nannte der Bewerber?
6. Sind die Gründe nachvollziehbar?
7. Konnte der Bewerber die Fragen rund um die schulische Laufbahn sicher beantworten?
ja 䡺
nein 䡺
8. Wie empfanden Sie die Fragen des Bewerbers?
wichtig 䡺
unwichtig 䡺
angemessen 䡺
nicht angemessen 䡺
9. Verlief das Gespräch Ihrer Meinung nach für beide Seiten zufriedenstellend?

10. Überlegen Sie, ob der Personalchef seine Fragen wirklich offen formuliert hat, sodass der Bewer-
ber relativ offen darauf antworten konnte. Was kann der Personalchef noch verbessern?
Entscheiden Sie, ob sich der Bewerber gut dargestellt hat. Machen Sie Vorschläge, wie beide
einen noch besseren Eindruck vermitteln können.

Tipps für den Personalchef

Tipps für den Bewerber

11. Wie hat Ihnen das Rollenspiel insgesamt gefallen?

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I Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 Rollenspiel Vorstellungsgespräch 19 von 26

Erläuterung (M 6)
M 6 ist Arbeitsblatt und Checkliste zugleich. Die Schülerinnen und Schüler erhalten genaue Arbeits-
anweisungen für das Rollenspiel und praktische Hinweise zum Filmen.

Methodischer Tipp – mit Stellenanzeigen arbeiten


Sie wollen eine realistische Situation schaffen? Nehmen Sie eine oder mehrere Stellenanzeigen, auf
die sich die Schüler bewerben sollen.

Erläuterung (M 7 bis M 9)
Damit alle Rollenspiele präsentiert und besprochen werden können, planen Sie zwei Schulstunden
für diese Phase ein. Wenn es die Stundenplanung erlaubt, sollte für diesen Unterrichtsschritt eine
Doppelstunde zur Verfügung stehen.
Die Rollenkarten M 7 und M 8 bereiten die Lernenden auf die Rolle des Personalchefs oder des
Bewerbers vor.
Die Rolle der Beobachter übernehmen alle Schülerinnen und Schüler, die gerade nicht am Rollen-
spiel beteiligt sind. Dafür erhalten alle den Beobachtungsbogen (M 9).

Wie läuft das Rollenspiel ab?

Die Klasse sitzt in Kleingruppen zusammen, in denen das Rollenspiel vorbereitet wurde. In der Nähe
der Tür stellen ein Tisch und zwei Stühle das Büro dar. Die Bewerberin oder der Bewerber betritt das
Zimmer von außen, sodass auch die Begrüßungssituation möglichst realitätsnah geübt wird.
Die erste Gruppe präsentiert ihr Rollenspiel, die anderen Schülerinnen und Schüler notieren ihre
Beobachtungen. Anschließend trägt ein Lernender die eigenen Beobachtungen im Zusammenhang
vor. Die oder der Vortragende kann mit ein oder zwei Würfeln durch Zufallsprinzip ermittelt werden.
Die Augenzahl entspricht dann der Nummer des Schülers auf der Klassenliste. Im Unterrichtsge-
spräch werden diese Beobachtungen von der Klasse ergänzt.
Wichtig ist dabei, dass Sie darauf achten, dass die Rückmeldungen insbesondere zu den Bewerbern
konstruktiv und hilfreich sind, sodass sie dazu verhelfen, das eigene Gesprächsverhalten zu verbes-
sern.
Nach diesem Schema (Rollenspiel – Beobachtungen eines Schülers oder einer Schülerin – Ergänzun-
gen durch die Klasse) werden die Rollenspiele der anderen Gruppen präsentiert und besprochen. Es
sollten unbedingt alle Gruppen zum Zuge kommen, sodass möglichst viele Schülerinnen und
Schüler eine Rückmeldung erhalten. Wenn ausreichend Zeit zur Verfügung steht und die Klassen-
größe es ermöglicht, können die Rollen auch getauscht werden, damit alle Lernenden die Bewerber-
rolle einnehmen können.
Es ist sinnvoll, die ersten Präsentationen ausführlicher zu besprechen, um den Schülerinnen und
Schülern die Beobachtungskriterien zu verdeutlichen. Zunehmend gewinnen sie so an Routine. Es
fällt ihnen leichter, gezielt zu beobachten und diese Beobachtungen zu verbalisieren.

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20 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

M 10
Meike bewirbt sich – ch
GespräCD GW
auf
ein Gespräch analysieren

1 Chef: Guten Tag, Frau Sommer. Schön, dass Sie da sind. Haben Sie gut
hergefunden?
Meike: Ja, ich habe Ihr Reisebüro gleich gefunden. Vielen Dank für die
Einladung. Sie haben ja wirklich schöne und große Räumlichkeiten
5 hier.
Chef: Ja, ja. Bitte nehmen Sie doch Platz.
Meike: Dankeschön.
Chef: So, dann erzählen Sie mir doch bitte kurz mal was über sich!
Meike: Ja, also, nach meiner Ausbildung zur Reisekauffrau vor drei Jahren
10 wurde ich leider nicht übernommen. Ich wäre damals sehr gern in
der Firma geblieben, aber es war eine sehr kleine Agentur mit nur Foto: picture-alliance/
KPA/Hochheimer
drei Mitarbeitern, und man konnte einfach keine weitere Stelle
schaffen. Deshalb wechselte ich zur Reiseagentur Tillmann, einem
größeren Unternehmen. Während dieser Zeit war ich verantwortlich für die Kunden-
15 beratung und den Verkauf. Natürlich habe ich auch Verwaltungsarbeiten erledigt. Und im
letzten Jahr habe ich mich um die Auszubildenden kümmern dürfen.
Der Leiter hat mir dort viel Verantwortung übertragen und mir viel Entscheidungsspielraum
gelassen. Das fand ich sehr gut, denn das schätze ich. Wenn man mir Verantwortung
überträgt, dann ist das für mich wie ein Ansporn, und ich fühle mich zu besonderen
20 Leistungen verpflichtet.
Chef: Und warum möchten Sie nun wechseln?
Meike: Mein Chef wird in einigen Monaten in Pension gehen, und das Reisebüro wird dann
geschlossen.
Chef: Ach so. Wie ist es denn eigentlich zu Ihrer Bewerbung bei uns gekommen?
25 Meike: Ja, also, ich hab’ mir natürlich sehr viele Agenturen angeschaut. Was mir bei Ihnen
besonders gefällt, ist, dass sie sich auf Lateinamerika spezialisiert haben. Ich habe in der
Schule Spanisch gelernt und ich würde mich freuen, wenn ich meine Kenntnisse da wieder
auffrischen könnte. Außerdem war ich schon ein paar Mal in Südamerika, in Mexiko und in
Peru.
30 Chef: Ja, das ist sehr schön. In der Stellenausschreibung haben wird ja geschrieben, dass
Spanischkenntnisse von Vorteil, aber nicht notwendig sind. Was allerdings eine große Rolle
bei uns spielt, das sind Servicequalität und Kundenorientierung. Was verstehen Sie darun-
ter? Und woran würde ich das als Ihr Chef oder Kunde merken?
Meike: Ich nehme mir immer Zeit für die Kunden und gehe auf ihre Wünsche ein. Wenn ich weiß,
35 was der Kunde will, suche ich das optimale Angebot für ihn aus. Und wenn es zum Beispiel
im Alltag hektisch wird, dann bewahre ich die Nerven und nehme mir trotzdem Zeit für den
Kunden. Wenn zum Beispiel viele Kunden im Geschäft sind und außerdem noch Kunden
anrufen, dann entschuldige ich mich am Telefon, dass ich momentan leider keine Zeit hätte,
notiere die Telefonnummer und rufe dann später zurück.
40 Chef: Gut, gut. Wie gut sind Ihre Englischkenntnisse? Haben Sie Englisch gelernt? Wo? Und wie
viel Sprachpraxis haben Sie?
Meike: Ich habe Englisch in der Schule gelernt und auch immer wieder mal einen Kurs an der
Volkshochschule besucht. Meine mündlichen und schriftlichen Kenntnisse sind gut.

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I Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 Rollenspiel Vorstellungsgespräch 21 von 26

Chef: Ja, so, nun zu den Arbeitszeiten. Wir haben täglich von 10 bis 18 Uhr und samstags bis
45 20 Uhr geöffnet. Sind Sie flexibel, was diese Arbeitszeiten angeht?
Meike: Ich habe eine kleine Tochter, die in den Kindergarten geht. Deshalb bin ich nur bedingt
flexibel. Aber wenn ich meine Arbeitszeiten früh genug kenne, dann kann ich gut planen.
Also, ich könnte auch bis 18 Uhr arbeiten, allerdings vielleicht nicht jede Woche.
Chef: Ja, das ist schon in Ordnung so. Sie haben sich ja auch nicht auf eine volle Stelle beworben.
50 Von meiner Seite aus wäre das Wichtigste zunächst geklärt. Ach so, was das Gehalt betrifft,
so gilt bei uns der Tarifvertrag. Haben Sie noch Fragen?
Meike: Ja, mich würde interessieren, wie die Einarbeitungsphase geplant ist?
Chef: In unserer Agentur gibt es sechs Mitarbeiter. Frau Hoppe würde Sie in der ersten Woche
einweisen. Dann würden wir schauen, ob Sie schon mit der Kundenberatung beginnen
55 könnten.
Meike: Ich habe vorerst keine weiteren Fragen. Wie sollen wir denn verbleiben? Werden Sie sich bei
mir melden?
Chef: Ja, wir werden noch diese Woche eine Entscheidung treffen und Sie spätestens am Freitag
informieren.
60 Meike: Vielen Dank. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.
Chef: Das wünsche ich Ihnen auch. Auf Wiedersehen, Frau Sommer.
Meike: Auf Wiedersehen.

Aufgaben
1. Hören Sie sich das Bewerbungsgespräch auf der CD an. Lesen Sie es anschließend mit verteilten
Rollen.
2. Was für einen Eindruck haben Sie von der Bewerberin? Geben Sie Beispiele.
3. Wie bewerten Sie die Antworten der Bewerberin? Was fanden Sie gut und was nicht?
4. Versetzen Sie sich in die Position des Arbeitgebers. Würden Sie diese Bewerberin einstellen?
Begründen Sie Ihre Entscheidung.

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22 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

Erläuterung (M 10)

Zu Aufgabe 2: Die Schülerinnen und Schüler werden wahrscheinlich einen guten Eindruck von der
Bewerberin haben und folgende Gründe anführen:
– Sie war sehr höflich. Zu Beginn des Gesprächs bedankte sie sich für die Einladung, und am Ende
wünschte sie dem Personalchef einen schönen Tag.
– Sie war sehr interessiert und konnte ihr Interesse begründen.
– Sie hat selbstbewusst und ohne Arroganz ihre Qualitäten dargestellt und mit Beispielen belegt.

Vorschlag für eine Skizze

höflich sein

angemessene Sprache Interesse zeigen

Wie verhalte ich mich


in Bewerbungsgesprächen?

Selbstbewusstsein gepflegte Kleidung

Fassen Sie die Erkenntnisse zusammen. Fordern Sie die Lernenden auf, konkrete Beispiele zu geben,
zum Beispiel „Guten Tag“ statt „Hallo“ zu sagen oder formelle Kleidung statt Sportsachen anzu-
ziehen.

Zu Aufgabe 3: Die Schülerinnen und Schüler können die Antworten der Bewerberin wie folgt
bewerten:
1. Zu ihrem beruflichen Werdegang: Die Bewerberin hat die wichtigsten Stationen ihres beruflichen
Werdegangs genannt. Dabei hat sie ihre Verantwortlichkeiten skizziert und herausgestellt, dass sie
gern Verantwortung übernimmt.
2. Der Grund für ihre Bewerbung: Sie wird wegen Betriebsschließung entlassen. Folglich ist die
Entlassung nicht selbst verschuldet.
3. Grund für ihre Bewerbung beim Unternehmen: Die Bewerberin ist an der Stelle sehr interessiert
und kann ihr Interesse auch begründen. Sie hat sich über das Unternehmen informiert. Ihre
Antwort kann man allerdings auch kritisieren: Sie ist nicht genügend auf das Unternehmen einge-
gangen, sondern hat herausgestellt, dass sie gern ihre Spanischkenntnisse auffrischen würde.
4. Servicequalität und Kundenorientierung: Die Bewerberin erläutert ausführlich und mit Beispielen,
was Servicequalität und Kundenorientierung für sie bedeuten und wie sie Kunden zufriedenstellt.
Ihre Antwort klingt überzeugend.
5. Englischkenntnisse: Die Bewerberin kann Englisch und hat sich an der Volkshochschule weiterge-
bildet.
6. Arbeitszeiten: Die Bewerberin hat zwar ein Kind, ist aber flexibel, wenn sie im Vorfeld planen
kann.
7. Fragen der Bewerberin: Die Bewerberin stellt eine Frage zur Einarbeitungsphase und nicht etwa
zur Urlaubsplanung. Das hinterlässt sicherlich einen guten Eindruck.

Zu Aufgabe 4: Wahrscheinlich tendieren die meisten Schüler dazu, diese Bewerberin aus folgenden
Gründen einzustellen:
– Sie hat bereits Praxiserfahrung und hatte schon eine verantwortungsvolle Position inne.
– Sie besitzt gute Englisch- und Spanischkenntnisse.
– Sie war interessiert, höflich und selbstbewusst.

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I Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 Rollenspiel Vorstellungsgespräch 23 von 26

M 11
Auf den Punkt gebracht –
meine Tipps für ein gelungenes Bewerbungsgespräch

Berufsbild gut kennen


B

Aufgabe
Welche Tipps haben Sie für die Vorbereitung und für das Bewerbungsgespräch selbst?
Notieren Sie zu jedem Buchstaben einen Stichwortsatz oder ein Stichwort.

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24 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

Erläuterung (M 11)

Es gibt keine eindeutige Musterlösung, aber folgende Anregungen sollten beachtet werden:
Berufsbild gut kennen
Eigenen Lebenslauf im Kopf haben
Wichtige Fragen an das Unternehmen notieren
Einladungsschreiben der Firma mitnehmen
Rechtzeitig losfahren
Bewerbungsunterlagen mitnehmen
Ue(Ü)ber den Arbeitgeber informiert sein
Notieren, was Ihnen am Beruf gefällt
Grüßen
Stift und Block mitnehmen
Gespräch vorher durchspielen und proben
Eigene Fragen überlegen
Stärken und Schwächen kennen
Pünktlich sein
Ruhig bleiben
Ärger nicht anmerken lassen
Chef mit dem Namen ansprechen
Höflich sein

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I Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 Rollenspiel Vorstellungsgespräch 25 von 26

M 12
Warum haben Sie sich
ch
bei uns beworben? – GespräCD GW
auf
Ein Bewerbungsgespräch
1 Chef: Guten Tag, Herr Fröhlich. Wie war Ihre Anreise?
Herr Fröhlich: Na ja, ich stand zwei Stunden im Stau und komme deshalb
ein wenig zu spät. Dann hat es auch in Strömen geregnet.
Das Wetter ist irgendwie immer schlecht, wenn ich ein
5 Vorstellungsgespräch habe.

Foto: picture-alliance
Chef: Tja, dann nehmen Sie doch bitte Platz. … Bitte … Erzählen
Sie mir doch etwas über Ihren beruflichen Werdegang.
Herr Fröhlich: Ja, also, da gibt es nicht viel zu sagen. Ich habe eine Aus-
bildung zum Elektrotechniker gemacht, wie schon mein
10 Vater und mein Großvater. Nach der Ausbildung wurde
ich zum Glück übernommen, und nun macht das Unter-
nehmen dicht. Also muss ich mir was Neues suchen. Das ist Peter Fröhlich.
Lesen Sie den Text und
Chef: Hat Ihnen denn die Arbeit im alten Unternehmen Spaß erfahren Sie, wie sein Be-
gemacht? werbungsgespräch
verlief.
15 Herr Fröhlich: Manchmal ja und manchmal nein. Wie das halt so ist. Die
Kollegen waren in Ordnung, mit dem Chef kam ich nicht immer gut zurecht. Deswe-
gen ist es auch gut, ein neues Unternehmen kennenzulernen.
Chef: Warum haben Sie sich bei uns beworben?
Herr Fröhlich: Ach so, ja, ein guter Freund arbeitet hier – Herr Hoppe. Außerdem haben Sie einen
20 guten Namen und produzieren weltweit. Das ist heutzutage sehr wichtig.
Chef: Ja, allerdings. Haben Sie denn Fragen zum Unternehmen?
Herr Fröhlich: Herr Hoppe hat mir schon viel erzählt. Was ich allerdings noch nicht weiß, ist, wie viele
Urlaubstage es gibt und ob man schon am Anfang des Jahres den Urlaub für das
ganze Jahr angeben muss.
25 Chef: Bei uns gibt es 25 Urlaubstage und man muss den Urlaub nicht am Jahresanfang
festlegen. So, wenn das alles ist, dann bedanke ich mich für das Gespräch. Sie hören
noch von uns.
Herr Fröhlich: Wann kann ich denn mit einer Antwort rechnen?
Chef: Wir melden uns noch diese Woche.
30 Herr Fröhlich: Vielen Dank. Auf Wiedersehen.
Chef: Auf Wiedersehen.

Aufgaben
1. Lesen Sie den Text.
2. Der Bewerber hat beim Personalchef keinen besonders guten Eindruck hinterlassen. Nennen Sie
fünf Gründe, die für einen schlechten Eindruck gesorgt haben.
3. Notieren Sie drei weitere Fehler, die ein Bewerber nicht machen sollte. Geben Sie jeweils einen
Ratschlag, wie man diese vermeiden kann.
4. Welche Ratschläge würden Sie einem Bewerber zu Körperhaltung, Mimik und Gestik geben?
Nennen Sie drei.

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26 von 26 Rollenspiel Vorstellungsgespräch Mündlich kommunizieren • Beitrag 1 I

Erläuterung (M 12)

Zu Aufgabe 2: Der Bewerber hat folgende Fehler gemacht:


– Er hat sich nicht für seine Verspätung entschuldigt.
– Schon die ersten beiden Sätze hinterlassen einen unhöflichen und pessimistischen Eindruck.
– Den Beruf des Elektrotechnikers hat er nur gewählt, weil sein Vater und sein Großvater diesen
Beruf ausgeübt haben.
– Der Bewerber gibt nur kurze Antworten und belegt diese nicht mit Beispielen. So erzählt er auch
nichts Konkretes über seine bisherige Stelle.
– Er kritisiert seinen bisherigen Chef.
– Seine Bewerbung beim Unternehmen kann er nur oberflächlich begründen.
– Er fragt schon nach dem Urlaub.

Zu Aufgabe 3: Folgende Fehler sollte man zum Beispiel nicht machen:


Falsch Richitig
– Zu spät zum Vorstellungsgespräch kommen Fahren Sie rechtzeitig los! Planen Sie, eine
halbe Stunde vorher da zu sein, melden Sie
sich aber erst zum vereinbarten Zeitpunkt
beim Gesprächspartner.
– Gesprächspartner nicht mit Namen anreden Reden Sie den Gesprächspartner mit Namen
an!
– Gesprächspartner mit falschem Namen Lernen Sie den Namen des Gesprächspartners!
ansprechen
– Keine Vorstellung vom Beruf haben Informieren Sie sich im Vorfeld über das Berufs-
bild! Eine umfassende Datenbank zu Tätigkeits-
profilen finden Sie auf folgender Internetseite:
http://berufenet.arbeitsamt.de.
– Berufswunsch nicht begründen können Sammeln und notieren Sie das, was Ihnen am
Beruf gefällt!
– Nichts von der Firma wissen, bei der man Informieren Sie sich über die Firma! Schauen
sich bewirbt Sie sich die Homepage der Firma an oder
rufen Sie in der Personalabteilung an, um sich
Infomaterial schicken zu lassen.
– Nichts zum Schreiben dabei haben Nehmen Sie einen Block und einen Stift mit!
Machen Sie Notizen.
– Falsche Fragen stellen: nach dem Urlaub Stellen Sie Fragen zum Arbeitsplatz! Wie groß
und der Kantine ist die Abteilung? Wie sind die Arbeitsabläufe?
– Gar keine Fragen stellen Notieren Sie sich vor dem Gespräch Fragen
zum Arbeitsplatz und stellen Sie diese.
– Daten des Lebenslaufes nicht im Kopf haben Merken Sie sich die wichtigsten Daten Ihres
Lebenslaufes. Wann haben Sie die Schule
beendet? Wann haben Sie mit Ihrer Ausbildung
begonnen?

Zu Aufgabe 4: Man kann einem Bewerber zum Beispiel folgende Ratschläge zu Körperhaltung,
Mimik und Gestik geben:
– Er sollte den Gesprächspartner mit einem kräftigen Händedruck begrüßen.
– Er sollte den Gesprächspartner direkt anschauen.
– Er sollte den Gesprächspartner anlächeln.
– Er sollte sich aufrecht hinsetzen. Die Beine kann man überschlagen oder parallel halten.
– Er sollte die Arme nicht verschränken.

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