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ID 24 DE

Dokumentierte Patientenaufklärung
Basisinformation zum Aufklärungsgespräch

Patientendaten/Aufkleber
Pleurapunktion
Entnahme von Flüssigkeit
aus dem Rippenfellraum

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, sehr geehrte Eltern,


die Pleurapunktion zur Entnahme von Flüssigkeit aus dem Rippenfellraum ermöglicht es, die Ursache Ihrer Beschwer-
den (der Ihres Kindes) genauer festzustellen und/oder durch Entfernung einer größeren Flüssigkeitsansammlung (Pleuraer-
guss) die Atmung zu erleichtern. Vor der Punktion wird die Ärztin/der Arzt (im Folgenden nur Arzt) mit Ihnen über die
Notwendigkeit und Durchführung der geplanten Maßnahme sprechen. Sie müssen die typischen Risiken und Folgen des
Eingriffes sowie alternative Untersuchungsmethoden kennen, damit Sie sich entscheiden und in die Untersuchung einwilli-
gen können. Dieses Aufklärungsblatt soll helfen, das Gespräch vorzubereiten und die wichtigsten Punkte zu dokumentie-
ren.

Wie wird die Punktion durchgeführt? Gibt es Alternativmethoden?


Die Pleurapunktion erfolgt in der Regel im Sitzen. Zur Feststellung der Ursache der Beschwerden können
Nach Desinfektion und örtlicher Betäubung der vorgesehe- in bestimmten Fällen auch verschiedene Untersuchungs-
nen Punktionsstelle, führt der Arzt eine Hohlnadel durch methoden, z.B. Blutuntersuchung, Ultraschall-Untersu-
die Haut bis in den Rippenfellraum vor. chung, Computer-Tomographie, Kernspin-Tomographie,
Bronchoskopie kombiniert oder ergänzend vorgenommen
Zur Entnahme von Flüssigkeit aus dem Rippenfell- oder kleine Gewebestücke zur feingeweblichen Untersu-
raum wird der Nadel eine Spritze aufgesetzt und die Flüs- chung bzw. mikrobiologischen Untersuchung entnommen
sigkeit abgezogen. Für die Untersuchung der Inhaltsstoffe werden (Pleurabiopsie). Auf Wunsch klärt Sie der Arzt über
genügt eine kleine Flüssigkeitsmenge. Wird die Punktion Alternativmethoden gerne auf.
jedoch zur Entlastung des Rippenfellraumes durchgeführt,
können je nach Bedarf auch größere Mengen (z.T. mehr als
ein Liter) ggf. über einen dünnen Kunststoffschlauch (Ka- Ist mit Komplikationen zu rechnen?
theter) abgesaugt werden.
Die Pleurapunktion ist ein risikoarmes Routineverfah-
Je nach Situation erfolgt die Punktion mit oder ohne ren. Trotz größter Sorgfalt kann es jedoch in seltenen Fäl-
Ultraschallkontrolle, manchmal auch unter Röntgenkon- len zu Komplikationen kommen, die in Ausnahmefällen
trolle. Die Flüssigkeitsentnahme verursacht im Allgemei- auch im Verlauf lebensbedrohlich sein können. Das Risiko
nen nach der örtlichen Betäubung keine Schmerzen. Es
können jedoch vorübergehend Schmerzen, Spannungsge-
fühl oder auch Hustenreiz auftreten, insbesondere wenn
die Flüssigkeit über einen Katheter vollständig abgesaugt
wird. In diesen Fällen wird ein schmerz- oder hustenstillen-
des Medikament verabreicht.

Nach Abschluss der Punktion kann eine Röntgenkon-


trolle der Brustorgane erforderlich sein.

In seltenen Fällen können körperliche Besonderheiten


(z.B. Verwachsungen zwischen Lungen und Rippenfell) die
Entnahme der erforderlichen Flüssigkeitsmenge verhin-
dern und eine Wiederholung des Eingriffes gegebenenfalls
an einer anderen Stelle erforderlich machen.
Dokumentierte Patientenaufklärung · Herausgeber: proCompliance in Thieme Compliance GmbH · Autoren: Prof. Dr. med. C. Ell, Univ.-Doz. Dr. med. P. Bölcskei, Dr. med. M. Red. 01/2008
Wagner · Wiss. Illustration: Alle Rechte bei Thieme Compliance GmbH · Juristische Betreuung: RA Dr. jur. B. Joch, RA Dr. jur. A. Schwerdtfeger PDF 09/2010
Kanzlei Schwarz Kelwing Wicke Westpfahl, München · © 2008 by Thieme Compliance GmbH, 91058 Erlangen · Nachdruck – auch auszugsweise – und Fotokopieren verboten. Bestell-Nr.: DE 612-413
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ist erhöht bei besonderen körperlichen Gegebenheiten, z.B. sis) oder Herzinnenhautentzündung (Endokarditis)
nach Voroperationen. Zu nennen sind: insbesondere bei vorbestehenden Schädigungen der
Herzklappen. In diesen Fällen können weitergehende
• gelegentlich Blutergüsse in der Brustwand, die sich Maßnahmen (z.B. Antibiotikagabe, langwierige Spü-
meist von selbst zurückbilden, selten Blutungen in lungsbehandlung des Rippenfellraumes über einen Ka-
den Rippenfellraum durch die Verletzung eines Blut- theter durch die Haut) und/oder eine intensivmedizi-
gefäßes, die in der Regel selbständig zum Stillstand nische Behandlung erforderlich werden;
kommen. In äußerst seltenen Fällen können weitere
Maßnahmen (z.B. Absaugen von Blut aus dem Rippen- Wird im Rahmen des Eingriffes geröntgt, ist die Strah-
fellraum, extrem selten operative Blutstillung) notwen- lenbelastung gering. Summieren sich jedoch medizinisch
dig werden. Eine Übertragung von Fremdblut oder notwendige, natürliche und täglich von technischen Gerä-
Fremdblutbestandteilen kann sehr selten erforder- ten (z.B. Fernseher, Computer) ausgehende Strahlungen
lich werden. Dadurch kann es zu Infektionen z.B. sehr mit der Zeit, sind Gesundheitsschäden nicht ganz auszu-
selten mit Hepatitis-Viren (Folge: Leberentzündung), schließen. Deshalb wird zuvor der Nutzen einer Röntgen-
extrem selten zur HIV-Infektion (Spätfolge: AIDS) und/ durchleuchtung gegen die damit verbundene Strahlenbelas-
oder anderen Erregern (z.B. von BSE, Variante der tung abgewogen. Im Falle einer Schwangerschaft besteht
Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung) kommen; das Risiko einer Schädigung des ungeborenen Kindes
• selten Überempfindlichkeitsreaktionen auf örtliche durch die Röntgenstrahlen. Teilen Sie deshalb bitte dem
Betäubungsmittel, auf verabreichte Schmerzmittel, Arzt unbedingt mit, falls Sie schwanger sind oder auch nur
ggf. eingebrachte Medikamente, durch Reizung des den Verdacht hegen!
Rippenfells oder wenn eine größere Flüssigkeitsmenge Über Risiken und mögliche Komplikationen in Ihrem
entnommen wurde. Diese können sich z.B. als Schwel- speziellen Fall (bei Ihrem Kind) klärt Sie Ihr Arzt im Ge-
lung der Schleimhaut, Brechreiz, Juckreiz, Hautaus- spräch näher auf.
schlag äußern, die in den meisten Fällen von selbst ab-
klingen. In extrem seltenen Fällen kann es aber auch Worauf ist zu achten?
zu schweren allergischen Reaktionen mit beein-
trächtigter Atemfunktion bis hin zum Atemstill- Vor der Punktion:
stand oder schweren Herz-Kreislaufstörungen bis
Am Tag vor der Untersuchung/Behandlung sollte das
hin zum Schock kommen, die eine intensivmedizini-
Rauchen eingestellt werden.
sche Behandlung erfordern. Infolge Mangeldurchblu-
tung kann dies in seltenen Ausnahmefällen zu bleib- Ob und wie lange Sie/Ihr Kind vor dem Eingriff nüch-
enden Organschäden (z.B. Nierenversagen, Hirnschä- tern bleiben sollen, teilt Ihnen Ihr behandelnder Arzt mit.
digung, Krampfanfälle) führen;
Medikamente sollten nur nach Rücksprache mit dem
• selten Verletzungen von Lungengewebe mit einer Arzt eingenommen werden.
Blutung oder Luftaustritt in den Rippenfellraum
(Pneumothorax) mit Atemnot. Ein Absaugkatheter Nach der Punktion:
kann zur Wiederentfaltung der Lunge und/oder Ent-
Es sollte zunächst zwei Stunden lang Bettruhe einge-
fernung des Blutes erforderlich sein;
halten und dabei die Empfehlung zur Lagerung genaues-
• sehr selten Verschleppung von Geschwulstzellen tens befolgt werden. Danach sollten körperliche Anstren-
nach Punktion bei bestimmten bösartigen Tumoren. gungen vermieden werden.
Dies kann im ungünstigsten Fall zur Absiedlung von
Tochtergeschwülsten im Einstichkanal führen; vorbeu- Wenn Sie/Ihr Kind eine Beruhigungs-, Schmerzsprit-
gende therapeutische Bestrahlung kann erforderlich ze und/oder hustenstillendes Medikament erhalten ha-
werden; ben, dürfen Sie/darf Ihr Kind frühestens nach 24 Stunden
wieder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Ferner soll-
• sehr selten Verletzung von Organen, die der Punkt- ten Sie im selben Zeitraum keine wichtigen Entscheidun-
ionsstelle nahe liegen (z.B. Leber, Herz, Milz, Darm). gen treffen und nicht an gefährlichen Maschinen arbeiten.
In der Regel heilen diese Verletzungen ohne spezielle
Behandlung selbständig ab. Extrem selten müssen Bei ambulanter Punktion lassen Sie sich bitte abho-
weitergehende Maßnahmen (z.B. Operation) ergriffen len/holen Sie Ihr Kind ab und fragen Sie Ihren Arzt, ob zu
werden; Hause für eine bestimmte Zeit eine Aufsichtsperson erfor-
derlich ist.
• sehr selten Verletzung von Nerven, örtliche Entzün-
dungen von Haut und Weichteilen (z.B. Spritzenabs- Treten Schmerzen oder andere Befindlichkeitsstö-
zess, Absterben von Gewebe) infolge von Einspritzun- rungen insbesondere Kurzatmigkeit, Bluthusten, Schwin-
gen oder Desinfektionsmittelanwendung. Sie ver- del, Beklemmungsgefühl oder Übelkeit auf, informieren
schwinden meist von selbst bzw. sind gut behandel- Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt oder rufen Sie einen
bar. Sie können jedoch in ungünstigen Fällen langan- Notarzt.
dauernde oder auch bleibende Beschwerden (z.B.
Narben, schmerzhafte Missempfindungen, Taubheits- Fragen zum Aufklärungsgespräch?
gefühl) zur Folge haben; Im Aufklärungsgespräch sollten Sie nach allem fragen,
• äußerst selten Infektionen der Lunge oder des Rip- was Ihnen wichtig oder noch unklar erscheint (z.B. indivi-
penfellraumes bis hin zum Keimübertritt in die Blut- duelle Risiken, ob eine Eigenblutspende sinnvoll ist, Alter-
bahn (Bakteriämie) bis hin zur Blutvergiftung (Sep- nativmethoden). Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fra-
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gen zu notieren, um diese während des Aufklärungsgesprä-
ches nicht zu vergessen:

Wichtige Fragen
Damit der Arzt Gefahrenquellen rechtzeitig erkennen
und spezielle Risiken besser abschätzen kann, bitten wir
Sie, folgende Fragen sorgfältig zu beantworten:

n = nein j = ja Ort/Datum/Uhrzeit Unterschrift der Ärztin/des Arztes


1. Besteht eine Bluterkrankung oder eine er- ❏n ❏j
höhte Blutungsneigung (z.B. Nasen- oder Zahn-
fleischbluten, häufig blaue Flecken, Blutergüsse, Nach- Nur für den Fall einer Ablehnung der
bluten nach Operationen, bei Zahnbehandlungen, klei- Untersuchung
neren Wunden), oder gibt es bei Ihrer Blutsver-
Die vorgeschlagene Untersuchung wurde nach aus-
wandtschaft eine Anlage dazu? führlicher Aufklärung abgelehnt. Über die sich daraus
2. Werden regelmäßig Medikamente (z.B. Hormo- ❏ n ❏ j ergebenden möglichen Nachteile (z.B. Versäumung le-
ne, Asthma-, Herz-, Schmerzmittel) oder Mittel zur benswichtiger Behandlungsmaßnahmen) wurde infor-
Blutverdünnung (z.B. Marcumar®, Aspirin®, Pla- miert.
vix®) eingenommen?

3. Besteht eine Allergie (z.B. Asthma, Heuschnupfen) ❏ n ❏ j Ort/Datum/Uhrzeit Unterschrift der Ärztin/
des Arztes
oder Überempfindlichkeitsreaktion (z.B. gegen
Desinfektionsmittel, Medikamente, Pflaster, Latex, örtli-
Unterschrift der Patientin/des Patienten/der Eltern*/ggf. des Zeugen
che Betäubungsmittel)?

4. Besteht eine Herz-, Kreislauf-, Lungen- oder ❏n ❏j Einwilligungserklärung


Bronchialerkrankung (z.B. Herzklappenerkran-
Über die geplante Untersuchung hat mich/uns
kung, Bluthochdruck oder Bronchialasthma)?
die Ärztin/der Arzt
5. Besteht eine akute/chronische Infektions- ❏n ❏j in einem Aufklärungsgespräch ausführlich informiert. Da-
krankheit (z.B. Tbc, Hepatitis, AIDS)? bei konnte(n) ich/wir alle mir/uns wichtig erscheinenden
6. Besteht ein schwerwiegendes akutes oder ❏n ❏j Fragen, z.B. über Art und Bedeutung der Untersuchung,
chronisches Leiden (z.B. Epilepsie, Lähmungen)? über spezielle Risiken und mögliche Komplikationen, über
Neben- und Folgemaßnahmen (z.B. Einspritzungen, Blut-
7. Sind Störungen wichtiger Organe (z.B. Atem- ❏n ❏j übertragung) und ihre Risiken sowie über Untersuchungs-
wege, Lungen, Herz, Kreislauf, Nieren, Leber, Schilddrü-
alternativen, stellen.
se), Krampfleiden oder Zuckerkrankheit be-
kannt? Ich/Wir habe(n) keine weiteren Fragen, fühle(n)
8. Frauen im gebärfähigen Alter: mich/uns genügend informiert und willige(n) hiermit
nach angemessener Bedenkzeit in die geplante Untersu-
Könnten Sie schwanger sein? ❏n ❏j chung ein. Mit erforderlichen, auch unvorhersehbaren Ne-
9. Rauchen Sie? ❏n ❏j ben- und Folgemaßnahmen bin ich/sind wir ebenfalls ein-
verstanden. Mein/Unser Einverständnis bezieht sich auch
Wenn ja, was und wie viel pro Tag? auf eine gegebenenfalls medizinisch notwendige Übertra-
gung von Fremdblut oder Fremdblutbestandteilen.
Ärztliche Anmerkungen zum
Aufklärungsgespräch Sollte sich im Rahmen des derzeitigen Untersu-
chungs-/Behandlungsvorgangs herausstellen, dass eine
(z.B. individuelle Risiken und mögliche Komplikationen, Nebenein-
griffe, Folgemaßnahmen, Beschränkung der Einwilligung z.B. hinsicht- Wiederholung desselben Eingriffes notwendig ist, gebe ich
lich der Transfusion, besondere Fragen des Patienten, mögliche Nachtei- hierzu ebenfalls meine Zustimmung.
le im Falle einer Ablehnung/Verschiebung der Untersuchung, Gründe
für die Ablehnung, Betreuungsfall)
Ort/Datum/Uhrzeit Unterschrift der Patientin/
des Patienten/der Eltern*

* Grundsätzlich sollten beide Eltern unterschreiben. Liegt die Unter-


schrift nur eines Elternteils vor, so versichert die/der Unterzeichnete
zugleich, dass sie/er im Einverständnis mit dem anderen Elternteil
handelt oder dass sie/er das alleinige Sorgerecht für das Kind hat.
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