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1. Das Internet- eine mediale Revolution?

(mediale) Revolution:
- grundlegend erneuerte Etablierung von politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen /
Ordnungen nach Umsturz der vorhergehenden
- wesentliche Charaktermerkmale: schnell, gewaltsam, tiefgreifend
- Erweiterung durch das Wort medial: medienbezogen, nimmt Bezug auf
Kommunikationsmedien wie Radio, Fernsehen oder Tageszeitungen

Pro Kontra
-grundlegende Erneuerung der Arten des - Transformation von mündlicher zu
Kommunizierens und Informierens durch schriftlicher zu digitaler Kommunikation ist
das Trendwerden des Internets (bietet mehr ein schleichender Prozess, welcher sich
Transparenz, mehr Freiheit, generell mehr schon über Jahrhunderte hinwegzieht und
Möglichkeiten zur Kommunikation auch noch eine Weile andauern wird
-Vereinigung aller ehemaligen -Ankurbelung dieses Prozesses immer durch
Kommunikationsmöglichkeiten in Einer neue Innovationen (z.B als Steve Jobs das
neuen, virtuellen (kompensieren somit die erste IPhone auf den Markt brachte→ viele
Nachteile der einzelnen) Verkäufe; bedeutet gleichzeitig
-Aufweichen der Trennung von Konsument Nutzungsanstieg des Internets als Medium
und Produzent (=Prosument), so wie man sie →diesen Punkt/ derartige Booms könnte
von „altmodischen“ Kommunikationswegen man wiederum als Pro-Argument sehen
gewohnt ist →mediale Revolution wird durch sie
etappenweise schnell gestaltet
-Entwicklung der Art und Weise, wie in -ist noch kein neues Massenmedium/ hat
unserer Gesellschaft Informationen Vorgänger noch nicht allumfassend ersetzt
aufbewahrt, produziert, und weitergegeben (wird es meiner Meinung nach auch nie
werden, hat weitreichende Folgen für unsere können) da nicht jeder Zugang zum Internet
(wirtschaftlichen), sozialen und politischen hat (siehe Entwicklungsländer)
Strukturen→ mediale Revolution ist auf Bsp: 2014→ weltweit über 2,9 Milliarden
jeden Fall tiefgreifend Menschen nutzen das Internet, nichtmal die
Hälfte der Weltbevölkerung
-seit Erfindung des WorldWide Webs: -Internet ist ein Ersatz, keine komplette
enorme Zunahme ausgetauschter Erneuerung, eher eine Art Ergänzung
Nachrichten da einfacher, schneller, billiger mancher Lebensbereiche; Bsp: Online-
und umweltfreundlicher Banking, Beratung am Bankschalter bleibt
dennoch erhalten
- Vernetzung allen Menschen der Welt -Revolution= historisches Ereignis→ muss
(lokal, national und global) in Echtzeit, dies über längeren Zeitraum hinweg, in seiner
war früher kaum möglich (unterstützt durch Gesamtheit betrachtet werden um, basierend
parallel ablaufende Revolution auf hinterlassenen Auswirkungen, Aussagen
„Digitalisierung“) über revolutionären Charakter treffen zu
können →Welche gesellschaftlichen
Gruppen als Gewinner/Verlierer des
Internets als mediale Revolution
hervorgehen werden ist noch nicht absehbar
-analoge Medien (z.B Buch) wird durch das
Medium Internet ersetzt, technischen
Möglichkeiten können allgemein die
Informationsbeschaffung optimieren, sie
interaktiv machen
- Prozesse der öffentlichen Meinungsbildung
und (gleichzeitig Grundlagen
demokratischer Entscheidungen von
BürgerInnen) verlagern sich durch digitale
Revolution zunehmend ins Internet (früherer
Abwicklungsort des Prozesses:
Massenmedien)
-Beherrschen der medialen Möglichkeiten
sind für Erfolg eines politischen
Machthabers unverzichtbar geworden (Bsp.:
Wahlwerbung von Obama→
Mobilisierung/Polarisierung seiner
Anhänger durch soziale Plattformen)

Obwohl die List meiner Pro- und Kontraargumente relativ ausgewogen erscheint, bin ich
definitiv der Meinung, dass das Internet eine digitale Revolution ist. Durch die Einführung
des Internet im Jahr 1981 konnte eine ganze Weltgesellschaft, sowie ihre Art zu
kommunizieren, innoviert und modernisiert werden. Außerdem muss noch gesagt werden,
dass das Internet das ganze Konsument-Produzent-Verhältnis, welches beim
Informationsaustausch herrscht, komplett neu definiert hat. Wenn man an die gesamte
Entwicklung unserer Kommunikationsweise denkt, von der Erfindung des Buchdrucks bis hin
zum Internet, ist besonders auffällig, dass das Internet heutzutage einfach allgegenwertig
geworden ist. Man kann zu jeder Tageszeit, egal wo, auf tausende von Wissensquellen und
Medien, welche alle im Internet zusammengeführt werden, zurückgreifen oder sogar selbst
welche erstellen. Dadurch wird auch automatisch die Einseitigkeit der Massenmedien
aufgehoben. Wenn man das mal mir früheren Verhältnissen vergleicht, ist die
Gegensätzlichkeit einfach extrem.
So kann man die Einführung des Internets wahrlich als eine tiefgreifende, in diesem Maße
noch niemals zuvor dagewesene, Neugestaltung (= Revolution) unserer Medien bezeichnen.
Unverzichtbar ist hierbei allerdings die Voraussetzung, dass man als Individuum auch
dementsprechend die technischen Möglichkeiten und Kenntnisse hat.
Ich finde es auch echt interessant, dass das Internet sogar eine Art Neuordnung für politische
Verhältnisse unserer Zivilisation ist. Damit meine ich nicht nur Beispiele wie das von Barack
Obama.
Altbekanntermaßen werden die Medien ja als vierte Gewalt bezeichnet, welche die anderen
drei (Legislative, Judikative, Exekutive) kontrollieren und kritisieren können. Darüber hinaus
soll der Bürger durch sie informiert werden was ihn wiederrum ermöglicht, sich eine eigene
Meinung bilden zu können. Dieser ganze Prozess verschiebt sich aktuell immer weiter in die
virtuelle Welt. Das Internet hat allgemein für eine politische Polarisierung der Menschen
gesorgt, zu diesem Entschluss bin ich auch in Aufgabe 2 gekommen. Fraglich ist für mich
hierbei wieder die revolutionäre Komponente, da Revolutionen ja tiefgreifende Erneuerungen,
und keine Verschiebung (auch nicht unbedingt Verbesserungen) durch irgendwelche
Hilfsmittel, in unserem Falle das Internet, sind.
Um diesen Gedanken weiterzuverfolgen ist die Definition vom Begriff Revolution auch ein
wenig zu ungenau. Es wird nicht klar ausgedrückt, ob die Folgen einer Revolution ein
positiver Fortschritt (Bsp. „Friedliche Revolution) oder ein negativer Rückschritt (Versuch
der „Nationalen Revolution“) für die betroffene Gesellschaft sind. Auch wenn das Internet
wirklich tolle Vorteile für uns bringt, kann man die gleichzeitig auftretenden Nachteile nicht
verleugnen. Für zweiteres wären z.B die Gefahr des Datendiebstahls, und das Überangebot
von teilweise nicht verifizierten Informationen ein Beispiel. Als man sich, im Vergleich zu
heute, früher (nicht während solchen Zeiten der Zensur und Manipulation wie z.B während
der NS-Zeit) durch ein analoges Werk informiert- oder einfach eine normale Konversation
geführt hat, hatte man solche Probleme nicht.
Des Weiteren ermöglicht das Internet (spezieller: die sozialen Medien) auch all seinen
Nutzern Falschinformationen und Verschwörungstheorien, innerhalb von nur wenigen
Stunden, zu verbreiten. Offline kann sowas dann zu wirklichen Schäden führen, da solche
Strömungen die öffentliche Meinung beeinflussen- oder sogar manipulieren können.
Es kommt hierbei ganz auf den Wahrheitsgehalt der sich verbreitenden Informationen an.
Das Internet bietet sogar Anlaufstellen für politische Propaganda, als Beispiel hierfür lassen
sich Wahlbeeinflussungen, verbreitet durch soziale Medien etc., anführen. Folglich können
dadurch ganze, grundrechtsverletzende Diktaturen errichtet werden.
Nichtsdestotrotz möchte ich das Internet als mediale Revolution nun nicht weiter
diskreditieren. Keiner weiß, wo wir heute stehen würden, wenn das Internet nicht erfunden
worden wäre…gerade in solchen Zeiten wie der Corona-Pandemie. Ohne das Internet wären
wir wohlmöglich nie in den Genuss einer allumfassenden Berichtserstattung und
Informierung, so wie wir sie heute kennen, gekommen.1

1https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/politikwirtschaft/artikel/medien-als-vierte-
gewalt#
Dokumentation: „Das Dilemma mit den sozialen Medien“
2. Neue Medien und der Bürger

These: „Der Souverän ist durch das Internet souveräner geworden. Nun fordert
er seine Macht ein.“

Ich stimme dem ersten Satz der These auf jeden Fall zu. Durch die zahlreichen, diskrepanten
Foren, welche für alle Internetnutzer, egal welcher politischen Gruppierung, jederzeit
zugänglich sind, konnte innerhalb der letzten Jahre quasi eine politische Polarisierung der
Gesellschaft, ja sogar der Meinung eines jeden einzelnen stattfinden. Das Internet hat
demzufolge geholfen, Meinungsfreiheit als Grundrecht und Fundament einer Demokratie in
die Praxis umzusetzen. Dies liegt vor Allem an der neuen, durch das Internet erschaffenen
Kommunikationsweise. Hierbei kann jeder x-beliebige Bürger zum scheinbar qualifizierten
Online-Journalisten werden, sich hinter seiner Anonymität verstecken und durch die enorme
Reichweite des Internets auch möglichst schnell Anhänger für seine persönlichen, politischen
Vorstellungen finden.
Noch nie zuvor hatten Bürger die Chance, auf dieser frei zugänglichen Vielfalt aufbauend,
ihren (politischen) Wissenstand so extrem zu erweitern. Dieser Punkt führt außerdem dazu,
dass die öffentliche Meinung zunehmend in voneinander abgesonderte Einzelinteressen
zerspringt und sich leider auch Falschinformationen und Verschwörungstheorien verbreiten.
Als Konsequenz will jede einzelne dieser Überzeugungen gehört werden.
In welche Richtung soll man also als Politiker mit seiner Entscheidung tendieren, wenn es so
viele gegensätzliche, völlig ungleiche Meinungen gibt und man zunehmend den Überblick
über wahre Gegebenheiten verliert?
Prinzipiell ist diese Entwicklung eine gute Sache, da es für ein Individuum eigentlich noch nie
zuvor in der Geschichte so einfach war, die Vorzüge und Annehmlichkeiten einer Demokratie
in diesem Maße auszukosten. Darauf aufbauend lässt sich also auch schlussfolgern, dass sich
Bürger ihrem politischen Partizipations- und Gestaltungsrecht noch nie so bewusst waren wie
in der heutigen Zeit. Sie organisieren sich also in Interessensverbänden und stehen dann bei
Protesten (Bsp.: Protest der amerikanischen Tea-Party-Bewegung gegen
Gesundheitsreformen, Studentenproteste überall auf der Welt..) für ihre Forderungen ein.
Dadurch gewinnt das Bürgertum (einer Demokratie) automatisch an Souveränität, was
wiederrum dazu führt, dass sich auch innenpolitische Machtverhältnisse neu verschieben.
Infolgedessen, dass wir, hier in Deutschland, nun mal in einer repräsentativen Demokratie
leben, kann sich das Machteinfordern (siehe Zitat), des immer souveräner werdenden
Bürgertums, teilweise als kompliziert erweisen.
Hierbei möchte ich klarstellen, dass sich die bürgerliche Interessenvertretung (und folglich die
Durchsetzung) innerhalb unseres Staates ausgeschlossen über die individuell wählbaren
Parteien abwickelt. Folgendermaßen ist es für die komplett neuen, durch das Internet
entstanden, modernen Bürgerinitiativen eigentlich unmöglich sich einer bereits bestehenden
Partei unterzuordnen. Auch das Gründen einer neuen Partei kann darauf kein
Lösungsvorschlag sein. Ehe man die 5%-Hürde für die Bundestagsaufnahme nicht
überwunden hat, kann man sowieso auf keinem anderen, direkten Weg für tiefgreifende
Reformationen, des subjektiv betrachteten Systemfehlers, sorgen.
Der springende Punkt an dieser Problematik ist, dass der Staat nun flexibel und
kooperationsbereit auf die Initiativen, denen keine weiteren Möglichkeiten zur
Zielverwirklichung bleiben, eingehen und ihnen helfen muss.
Dies ist für eine für Demokratie unumgänglich, da einige dieser Initiativen einen Großteil der
öffentlichen Meinung widerspiegeln, welche wiederrum als Handlungsempfehlung für die
politischen Machthaber angesehen werden müsste (so funktioniert eine Demokratie!).
Die politische Meinungsbildung ist durch das Internet sehr komplex und nur sehr schwer
kontrollierbar, und demzufolge kaum eindämmbar, geworden. In Zukunft muss unbedingt
eine Einigung zwischen Bürgern und Staat getroffen werden, wie man auf der „neuen
Internetsmacht“ aufbauend, die politische Mitbestimmung neugestalten kann. Als
Voraussetzung hierfür ist es unverzichtbar, dass beide Gesprächspartner kulant und
einfühlsam verhandeln bzw. agieren, sie müssen sich also einander annähern und verstehen,
dass der eine auf den anderen angewiesen ist.
Die Lösung hierbei kann es aber auf keinen Fall sein, verfassungsfeindlich und übertrieben
rebellisch zu handeln oder ,noch schlimmer, dazu aufzurufen. Politische Meinungsfreiheit
darf einfach nur bis zu dem Stadium gehen, wo die Existenz der Mitbürger gefährdet wird-
Nur bis hier hin und keinen Schritt weiter. Gleichzeitig denke ich dabei vor allem an
sogenannte Wutbürger. Als aktuelles Beispiel für solche lassen sich die „Querdenker“
anführen, welche u.A. daran schuldsind, dass die Fallzahlen des Corona-Virus´ nach wie vor
exponentiell ansteigen, die Gesundheit eines ganzen Volkes wird gefährdet.
Jedes politische System, mit seinen Vor- und Nachteilen sowie Entscheidungen staatlicher
Machthaber sind nun mal Kompromisse, weil man es garantiert nie schaffen wird, auf alle
Interessen der im Staat lebenden Bürger einzugehen. Ganz besonders aufgrund der, durch das
Internet herausgebildeten, Minderheiten wird dieser Punkt enorm erschwert. Bürgerinitiativen
sollten dies, wenn sie ihre neugewonnene Macht einfordern, auf jeden Fall im Hinterkopf
behalten.
Unsere Gesellschaft hat sich wegen dem Internet, oder der Digitalisierung allgemein, extrem
gewandelt und ich finde, dass es, aufbauend darauf, zu einer politischen Neuorientierung
kommen muss, bevor unsere Zivilisation noch in ein gewaltiges Chaos abdriftet…
Man könnte ja vielleicht ein System etablieren, welches nicht auf Parteien aufbaut und auch
keine weiteren, sinnlosen Qualifikationsbedingungen für die Mitgliedschaft voraussetzt. Es ist
in meinen Augen auch durchaus vorstellbar, dass z.B Vorsitzende einer aussagekräftigen
Bürgerorganisation stärker in politische Entscheidungen (oder halt dieses neu etablierte
System) mit einbezogen werden. Durch den ganzen, langatmigen Gründungsprozess ihrer
Vereine und allgemein zusätzlicher Informierung zu ihren spezifischen Domänen/
Streitfragen, wird es bei diesen Vertretern auch ganz bestimmt nicht an fachlicher Kompetenz
mangeln. Derartige Veränderungen könnten zumindest ein kleiner Anfang sein, um der
Machtforderung des Souveräns gerechtzuwerden. 2

2
https://mediawandel.wordpress.com/2016/02/08/internet-ist-das-medium-der-massen-ein-
massenmedium/
https://www.mdr.de/medien360g/medienpolitik/digitale-meinungsbildung-100.html
https://www.zeit.de/digital/internet/2011-05/internet-proteste-demokratie
https://www.debatingeurope.eu/de/2017/04/03/ist-das-internet-schlecht-fuer-die-
demokratie/#.X-KQKTSg81k