Sie sind auf Seite 1von 10

361 – 400 www.manz.

at

..
OJZ
[ Österreichische Juristen-Zeitung ]

Leitsatzkartei Nr 112 – 124

Beiträge 361 Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen


einer Kreditausfallsversicherung
Nikolaus Benke und Philipp Klausberger
370 Vereinswechsel im Amateurfußball
Peter Christ

Evidenzblatt 384 Rechtsmissbräuchliche Berufung auf Pflichtteilsverzicht


Nr 83 – 91
385 Ergänzende Auslegung eines Liegenschaftskaufvertrags
389 Interessenneutralität des Wegehalters; Streupflicht
395 Grundlage der Verlängerung der Untersuchungshaft
über die erstinstanzliche Verurteilung hinaus

MRK 396 Homosexualität

VfGH 397 AsylG teilweise verfassungswidrig

Redaktion
Herbert Steininger (Chefredakteur)
Robert Fucik
Herbert Zeizinger

Evidenzblatt
Helmut Gamerith
Gerhard Hager
Mai 2005 Erich Kodek

10
MRK-Entscheidungen
Wolf Okresek

ISSN 0029-9251
[VERSICHERUNGSVERTRAGSRECHT]

Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen


einer Kreditausfallsversicherung
Zugleich eine Besprechung der E 7 Ob 13/04 v
Mit einer Kreditausfallsversicherung lässt sich bei drittfinanzierten Kaufgeschäften ÖJZ 2005/21
jener Verlust ausgleichen, den die Bank als Gläubigerin zu gewärtigen hat, wenn die § 43 VersVG,
§§ 74 ff VersVG;
noch in ihrem Vorbehaltseigentum stehende Kaufsache untergeht. Aus Anlass einer § 1313 a ABGB
aktuellen OGH-Entscheidung wird untersucht, welche Interessen solch eine Versi- OGH 21. 4. 2004,
cherung berührt und wie eine bei Versicherungsanbahnung erfolgte Fehlinformation 7 Ob 13/04 v

über den Deckungsumfang rechtlich zu beurteilen ist. Drittfinanzierter


Kauf;
Von Nikolaus Benke und Philipp Klausberger
Versicherungs-
agent;
Inhaltsübersicht: Vertragsbedingungen des Versicherers nicht zu den an- Versicherung
gebotenen Leistungen gehörte. für fremde
A. Zum Fall Der Verkäufer übertrug der Bank gegen Zahlung der Rechnung;
1. Drittfinanzierter Autokauf und Anbahnung Restschuld auf den Kaufpreis die Kaufpreisforderung culpa in
einer Kreditausfallsversicherung und das vorbehaltene Eigentum am PKW. Das Auto contrahendo
2. Bisherige Gerichtsentscheidungen zum wurde vom Käufer übernommen, nach Tunesien gefah-
vorliegenden Sachverhaltskomplex und ren und in einem Unfall irreparabel beschädigt. Nach
offene Hauptfragen der Havarie nahm der Käufer mit dem Verkäufer Kon-
B. Zum Gegenstand der Versicherung takt auf, um den Anspruch aus der Kreditausfallsversi-
C. Zum Versicherungsvertrag: Parteien, Abschluss, cherung geltend zu machen. Da erklärte der Verkäufer,
Umfang der Deckung dass – anders als er es ursprünglich zugesagt hatte – Tu-
D. Würdigung des Lösungsansatzes der Gerichte nesien doch nicht vom Versicherungsschutz umfasst sei.
E. Alternative: Culpa in contrahendo-Haftung für
die falsche Deckungszusage
1. Zu Anbahnung, Zusage und Vertragsschluss 2. Bisherige Gerichtsentscheidungen zum
2. Zur Stellung des Versicherers vorliegenden Sachverhaltskomplex und
3. Zur Stellung der Bank
offene Hauptfragen
a) Culpa in contrahendo-Haftung des
Die in der Folge vom Käufer gegen den Versicherer erho-
Versicherers gegenüber der Bank? bene Klage wurde wegen mangelnder Aktivlegitimation
b) Einwendungsdurchgriff? abgewiesen. Nach Ansicht des BG HS Wien2) war der
c) Culpa in contrahendo-Haftung der Bank Käufer gar nicht Versicherungsnehmer. Dies wurde von
gegenüber dem Kreditnehmer? der Instanz bestätigt, die Entscheidung ist rechtskräftig.3)
4. Abwicklungsoptionen Mittlerweile erhob die Bank gegen den Käufer Klage
auf die restliche Kreditforderung4) und erzielte eine
stattgebende E des BG Ried und des LG Ried.5) Im Re-
A. Zum Fall visionsverfahren gibt der OGH zu erkennen, die Bank
1. Drittfinanzierter Autokauf und Anbahnung hätte zunächst beim Versicherer Befriedigung suchen
müssen.6) Gleich dem HG Wien sieht der OGH die
einer Kreditausfallsversicherung1)
Der Verkäufer des Autos bahnte den Kreditvertrag zwi-
1) Sachverhalt nach OGH 21. 4. 2004, 7 Ob 13/04 v; vgl auch LG Ried
schen Käufer und Bank an. Im Kreditvertrag verpflich- 18. 3. 2003, 6 R 44/03 t. Der Volltext der E des OGH ist unter http://
tete die Bank den Käufer unter anderem, bei einer be- www.rdb.at oder http://www.ris.bka.gv.at/jus/ abrufbar.
stimmten Versicherungsanstalt eine Kreditausfallsversi- 2) BGHS Wien 19. 11. 2002, 6 C 1151/01k-22.
3) HG Wien 26. 2. 2003, 1 R 54/03 t.
cherung (auslösende Schadensereignisse: Diebstahl und 4) Zum Verhältnis von abgetretener Kaufpreisforderung und Kreditfor-
Totalschaden des Autos) abzuschließen. Als der Käufer derung s FN 12.
fragte, ob die Versicherung auch Tunesien umfasse, be- 5) LG Ried 18. 3. 2003, 6 R 44/03 t.
6) Mit dieser Sichtweise würdigt der OGH offenbar den im Kreditvertrag
jahte der Verkäufer. Diese Zusage brachte den Käufer verbindlich gemachten Plan, dass bei Untergang oder Verlust des
davon ab, bei seinem Versicherer eine Kaskoversiche- Autos eine Kreditausfallsversicherung die Forderungen der Bank ge-
gen den Käufer (wenigstens teilweise) tilgen und den Käufer im Aus-
rung für das gekaufte Auto zu erwerben. Sodann füllte maß der Versicherungsleistung endgültig befreien sollte (zum Gegen-
der Käufer das vom Verkäufer vorgelegte Versiche- stand der Versicherung s B). Im Licht dieses Plans liegt die Annahme
rungsformular aus und unterschrieb es. Weiters be- auf der Hand, redliche und verständige Parteien hätten auch verein-
bart, dass zunächst der Versicherungsschutz in Anspruch genom-
zahlte der Käufer die fällige Prämie. Einen Versiche- men werden müsste. Im Einklang damit steht, dass der OGH die
rungsschein erhielt er nicht. Bank als Versicherungsnehmerin und den Käufer als Versicherten ei-
ner Versicherung für fremde Rechnung qualifiziert, und die Bank
Die Auskunft des Verkäufers war freilich insofern ebenso aus der einem gesetzlichen Treuhandverhältnis gleichkom-
falsch, als die Versicherungsdeckung für Tunesien laut menden Beziehung zwischen ihr und dem Versicherten (s Kollhosser

ÖJZ [2005] 10 Ü Nikolaus Benke und Philipp Klausberger Ü Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen einer Kreditausfallsversicherung 361
ÖJZ
[V E R S I C H E R U N G S V E R T R A G S R E C H T ]

Bank als Versicherungsnehmerin der Kreditausfallsver- nur dann, wenn die Versicherung vorsieht, die Bank zu
sicherung. Weiters nimmt der OGH an, der Versiche- befriedigen wie den Käufer zu befreien. Demnach muss
rungsvertrag umfasse eine Deckung für die Havarie in die Versicherung darauf angelegt sein, dass im Schadens-
Tunesien und komme als Versicherung für fremde fall mit der Versicherungsleistung die Restforderung aus
Rechnung auch dem Käufer zugute.7) dem Kreditvertrag/Kaufvertrag12) getilgt wird. Wenn dies
Juristisch geht es primär um zwei Fragen: Zwischen nicht vorgesehen ist und sich der Versicherer bei seiner
wem und mit welchem Inhalt ist der Versicherungsver- Leistung an die Bank die restliche Kreditforderung/Kauf-
trag zustande gekommen?8) Wie ist das Verhalten des preisforderung abtreten lassen kann, zieht der Käufer
Verkäufers mit Blick auf die Versicherung zu beurteilen keinen signifikanten Nutzen aus der Versicherung. Dann
– insb seine Zusage, die Versicherungsdeckung sei auch trägt er weiter die Gefahr, also den wirtschaftlichen
für Tunesien gegeben? Zur Erörterung dieser Fragen Nachteil, wenn das Auto gestohlen wird oder untergeht.
empfiehlt sich vorerst ein Überblick, welche Interessen Daher macht solch eine Versicherung den Käufer nicht
der Bank und des Käufers durch den Verlust des Autos zum Versicherten und ist daher nicht als Versicherung
betroffen sind und wie verschiedene Versicherungskon- für fremde Rechnung zu qualifizieren.
zepte diesen Interessen Rechnung tragen können. 4. Schließt hingegen der Vorbehaltskäufer eine Versi-
cherung gegen Zerstörung oder Diebstahl des Autos
(Kaskoversicherung) ab, so liegt jedenfalls eine Versiche-
B. Zum Gegenstand der Versicherung
rung für fremde Rechnung vor.13) Aufgrund des Eigen-
1. Die angepeilte Versicherung sollte den Nachteil aus- tumsvorbehalts gehört das Auto der Bank, bis der Kauf-
gleichen, der allenfalls durch Diebstahl oder Zerstörung preis vollständig bezahlt ist. Zerstörung oder Diebstahl
des (dem Käufer übergebenen) Autos entstehen würde.
Dass auf den Verlust des Autos abgestellt wird, lässt in Prölss/Martin, Versicherungsvertragsgesetz27 [2004] Vor § 51
spontan an eine Kaskoversicherung des Käufers den- Rz 15 ff; Prölss in Prölss/Martin § 76 Rz 1) verpflichtet ist, ihren An-
spruch als Versicherungsnehmerin gleichermaßen zugunsten des
ken.9) Die mit dem konkreten Geschäftskontext einher- Versicherten (des Käufers) zu verfolgen, also dessen Befreiung von
gehende Interessenlage war freilich komplexer als bei den Bankforderungen gerade vorrangig durch Einfordern des Versi-
einer „einfachen“, allein auf das (im Auto verkörperte) cherungsschutzes zu betreiben. Im Gegensatz dazu hat das LG Ried
eine vom Käufer gegen die Bank angestrengte „Einrede der Voraus-
Vermögensinteresse des Kfz-Halters bezogenen Kasko- klage“ (wie etwa in § 13 c Abs 2 WEG 1975) mit der Begründung ab-
versicherung: Hier gab es einen drittfinanzierten Kauf, gelehnt, der Käufer sei mit seiner Forderung nach Versicherungsde-
ckung vor dem HG gescheitert und demnach (vgl BGHS Wien
und die Bank hatte noch das (ihr vom Verkäufer über- 19. 11. 2002, 6 C 1151/01k-22 und HG Wien 26. 2. 2003, 1 R 54/
tragene) vorbehaltene Eigentum10) am Auto. Da durch 03 t) könne von der Bank nicht verlangt werden, einen aussichtslosen
das Vorbehaltseigentum die Forderungen dinglich ab- Prozess gegen den Versicherer führen zu müssen. Das LG Ried ging
freilich davon aus, dass der Versicherungsvertrag ohne Deckung für
gesichert waren und diese Sicherheit durch den Verlust Tunesien zustande gekommen war.
des Autos untergegangen oder wertlos geworden wäre, 7) Aus der E des OGH (für die Zwecke der gegenständlichen Analyse
wird die Beklagtenseite als der Käufer bezeichnet, die Seite der Klä-
hatte sie ein erhebliches Interesse am unversehrten gerin als die Bank): Zwar [war der Käufer] nicht Versicherungsnehmer
Fortbestand des Autos beim Käufer. des mit der genannten Versicherung zum Abschluss gelangten Ver-
Somit zeigen sich zwei unterschiedliche Interessen, sicherungsvertrags, sodass auch die vom [Käufer] gegen diese zuvor
eingebrachte Deckungsklage (mangels Aktivlegitimation) zwischen-
die durch Diebstahl oder Havarie des Autos bedroht er- zeitlich rechtskräftig abgewiesen wurde. [Der Käufer war] zweifellos
schienen: ein Interesse des Käufers und ein Interesse der durch den gegenständlichen Versicherungsvertrag begünstigt iSd
§§ 75 ff VersVG. Nach dem vorher Gesagten ist die Versicherung in-
Bank. Der Terminus „Kreditausfallsversicherung“ gibt soweit nicht aus ihrer Verantwortung (endgültig) zu entlassen, als die
zu erkennen, dass es primär um das Interesse der Bank [vom Verkäufer als ihrem Agenten] gemachte Zusage jedenfalls zur
ging – genauer gesagt darum, die Einbringlichkeit ihrer Deckungspflicht gegenüber ihrer (richtigen) Versicherungsnehmerin
[= der Bank] führen muss. Dies führt sohin dazu, dass sich die [Bank]
Kreditforderung zu gewährleisten. – die sich ja ihrerseits ebenfalls [des Verkäufers] als Erfüllungsgehilfe
2. Haben wie im vorliegenden Fall Käufer und Bank [n] für die Anbahnung und den Abschluss des gegenständlichen Kre-
ditvertrags bediente – jedenfalls zunächst aus dem iS einer De-
jeweils ein signifikantes Interesse am Fortbestand des ckungspflicht auch für Tunesien als zustande gekommen anzuse-
Autos, dann involviert eine auf den Verlust des Autos henden Versicherungsvertrag schadlos halten muss und nur den da-
abstellende Versicherung drei (unterschiedlich positio- raus nicht (versicherungsvertragsgemäß) ersetzt erlangenden (mög-
licherweise sich noch ergebenden) Mehrbetrag aus offener
nierte) Personen. Kommt solch eine dreipersonale Inte- Kreditforderung (samt Nebengebühren) [vom Käufer] direkt einfor-
ressenkonstellation auf der Versicherungsebene in der dern kann.
8) Angesichts der Unklarheiten rund um den Abschluss der Versiche-
Weise zum Tragen, dass neben dem Versicherungsneh- rung erscheint es denkbar, dass der Vertragsabschluss gescheitert
mer ein von diesem verschiedener Versicherter existiert, ist, doch soll diese Variante hier nicht weiter erörtert werden. Zum
so liegt eine Versicherung für fremde Rechnung vor.11) Dissens s Koziol/Welser, Grundriss des Bürgerlichen Rechts I12
(2002) 116 f, Rummel in Rummel, Kommentar zum ABGB I³ (2000)
Dabei sind zwei Vertragsgestaltungen möglich, denn § 869 Rz 8 ff; speziell zum Versicherungsvertrag Schauer, Das öster-
als Vertragspartner des Versicherers kommen hier die reichische Versicherungsvertragsrecht³ (1995) 77 ff und OGH ZVR
1976, 82 (Anm Migsch, dazu Iro, Konkurrenz von Dissens und Irr-
Bank wie der Käufer in Frage. Nimmt die Bank die Ver- tum? ZVR 1976, 325 und Migsch, ZVR 1976, 350).
sicherung, so versichert sie ein eigenes Interesse, macht 9) Zur Kaskoversicherung s Schauer, Versicherungsvertragsrecht
aber auch den Käufer zum Versicherten. Ebenfalls ein 382 ff.
10) Siehe dazu Bydlinski in Klang, Kommentar zum ABGB IV/2² (1978)
eigenes und ein fremdes Interesse – allerdings vice versa 381 ff, insb 386 f und 553 ff; Aicher in Rummel § 1063 Rz 11 ff und
– werden versichert, wenn der Käufer die Versicherung 65 ff.
11) Schauer, Versicherungsvertragsrecht 164 ff, insb 165; Prölss in
abschließt. Prölss/Martin vor § 74 Rz 1; s auch Bydlinski in Klang IV/2 615 ff.
3. Ist die Bank Versicherungsnehmerin, so hängt es 12) Nach der Ansicht Bydlinskis (in Klang IV/2 419 ff) entsteht bei dieser
von der Vertragsgestaltung ab, ob eine Versicherung für Konstruktion gar keine eigenständige Kreditforderung, sondern der
Finanzierer macht bloß die (modifizierte) Kaufpreisforderung geltend.
fremde Rechnung vorliegt: Die angesprochene „Zwei- Anders die hM (Koziol/Welser II 164 f).
spurigkeit“ ergibt sich nämlich nicht zwingend, sondern 13) Schauer, Versicherungsvertragsrecht 166, 287.

362 Ü Nikolaus Benke und Philipp Klausberger Ü Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen einer Kreditausfallsversicherung ÖJZ [2005] 10
[VERSICHERUNGSVERTRAGSRECHT]

des Autos berühren ihr Interesse als Vorbehaltseigentü- die Zusage des Verkäufers, die Deckung umfasse Tune-
merin derart signifikant, dass sie (auch) als Versicherte sien, Inhalt des Versicherungsvertrags geworden sein
gilt; es ist dann zugleich das in den bereits bezahlten Ra- mag.23)
ten verkörperte Interesse des Käufers und das in den 3. Des Weiteren stellt sich die Frage, wie die Bank
noch ausständigen Raten verkörperte Interesse der Bank vertreten war. Zu diesem Punkt sind zwei Szenarien
versichert.14) Wenn die Ansprüche aus der Versicherung vorstellbar. Szenario 1: Die Bank war durch den Käufer
darüber hinaus zu ihren Gunsten vinkuliert werden,15) vertreten. Die Fallschilderung enthält freilich keine
gelangt die Bank letztlich zum gleichen Ergebnis wie Hinweise, dass die Bank den Käufer bevollmächtigt hät-
als Nehmerin einer Kreditausfallsversicherung. Ein er- te, für sie eine Versicherung abzuschließen. Somit wäre
heblicher Unterschied mag sich freilich beim Umfang man auch diesbezüglich auf die Konstruktion einer still-
der Deckung zeigen: Die Kreditausfallsversicherung wird schweigenden Bevollmächtigung verwiesen. Ein An-
sich an der offenen Kreditforderung bemessen, die Kas- satzpunkt dafür lässt sich am ehesten in jener Bestim-
koversicherung hingegen an dem – wohl meist unter der mung des Kreditvertrags finden, die den Kreditnehmer
Kreditforderung liegenden – Wert des Autos. verpflichtet, für einen entsprechenden Versicherungs-
schutz zu sorgen. Es bleibt aber gekünstelt, daraus eine
C. Zum Versicherungsvertrag: Parteien, Bevollmächtigung des Käufers abzuleiten, denn die Be-
stimmung des Kreditvertrags peilt primär an, dass der
Abschluss, Umfang der Deckung
Käufer die Kreditausfallsversicherung abschließt, und
Die folgenden Überlegungen gelten der Frage, zwischen sieht als „Ersatzvariante“ vor, dass die Bank diese Versi-
welchen Parteien der Versicherungsvertrag zustande ge- cherung selbst organisiert, wenn der Käufer seiner Ver-
kommen ist. Da der OGH – wie zuvor schon das BG sicherungspflicht nicht nachkommt. Dieser Konzeption
Ried und das LG Ried – annimmt, der Versicherungsver- ist schwerlich eine Bevollmächtigung des Käufers durch
trag bestehe zwischen Versicherer und Bank, sei etwas die Bank zu entnehmen.
näher betrachtet, wie sich ein Vertragsschluss zwischen Szenario 2: Die Bank war durch den Verkäufer ver-
diesen Parteien dogmatisch rekonstruieren lässt.15a) treten.24) Freilich hat auch diese Variante keinen An-
Ü Variante 1: Versicherungsabschluss bereits im haltspunkt in der Fallschilderung. Dass der Verkäufer
geschäftlichen Kontakt zwischen Käufer und die Bank ins Spiel gebracht und den Kreditvertrag
Verkäufer eingefädelt hat, zeigt zwar ein geschäftliches Nahe-
1. Die Annahme, der Versicherungsvertrag sei zwi- verhältnis, doch hatte ihn die Bank offenbar nicht
schen Versicherer und Bank bereits zustande gekom- zum Abschluss des Kreditvertrags bevollmächtigt. In
men, als der Verkäufer ein Versicherungsprodukt vorge-
stellt und der Käufer dem zugestimmt hat, setzt voraus, 14) Prölss in Prölss/Martin § 80 Rz 40. Versicherungen, die der Käufer
dass die Vertragsparteien (Versicherer und Bank) gültig mit Blick auf das Auto abschließt, sind keine Versicherungen für
fremde Rechnung, wenn sie bloß ein Sacherhaltungsinteresse des
vertreten waren.16) Die Frage lautet also: Wer hat auf- Käufers am Auto betreffen (Kollhosser in Prölss/Martin vor § 51
grund welcher Vollmacht für den Versicherer und für Rz 27 ff). Dies ist zB der Fall, wenn sich der Käufer selbst gegen
den reparaturbedingten Nutzungsausfall des Autos versichert.
die Bank den Vertrag geschlossen? 15) Dazu eingehend Schauer, Versicherungsvertragsrecht 284 ff.
Vorweg sei festgehalten, dass im Fall des Vorliegens 15a) Perner, Der schweigende Versicherer – Eine Frage des Vertragsab-
entsprechender Vollmachten auch die spezifische Zusa- schlusses im Versicherungsrecht, in Koban/Rubin/Vonkilch, Aktu-
elle Entwicklungen im Versicherungsrecht (2005) 63, argumentiert
ge, die Versicherung erstrecke sich auf Tunesien, als eine mit Hinweis auf § 362 HGB, der Versicherungsvertrag sei zwischen
den Versicherer vertraglich verpflichtende Äußerung zu Versicherer und Käufer zustande gekommen. Dazu wie zu anderen
qualifizieren ist und der demnach geschlossene Versi- Befunden Perners die Entscheindung 7 Ob 13/04 v betreffend kön-
nen die Autoren hier nicht Stellung nehmen, weil ihnen Perners Ar-
cherungsvertrag eine Deckung für Tunesien umfasst. beit erst seit Vorlage ihrer Druckfahnen bekannt ist.
2. Da der Verkäufer zugleich Versicherungsagent 16) Koziol/Welser I 181, 184 ff.
17) Zum Unterschied von Abschluss- und Übermittlungsagenten s
war, kommt er als Stellvertreter des Versicherers in Fra- §§ 43 ff VersVG und dazu Schauer, Versicherungsvertragsrecht 97 ff.
ge. Dies gilt freilich nur mit der erheblichen Einschrän- 18) Siehe dazu etwa Kollhosser in Prölss/Martin § 43 Rz 29 ff.
kung, dass der Verkäufer nicht die Position eines Ab- 19) Grundlegend RdW 1986, 271; s ferner die bei Kollhosser in Prölss/
Martin § 43 Rz 35 a referierte Kritik am gewohnheitsrechtlichen Erfül-
schlussagenten, sondern bloß die eines Übermittlungs- lungsanspruch.
agenten innehatte.17) 20) Demnach vermag der Übermittlungsagent nicht mehr, als einen An-
trag des Versicherungskunden entgegenzunehmen und an den Ver-
Während in Deutschland mit der (gewohnheits- sicherer weiterzuleiten. Der Antrag kann dann vom Versicherer (aus-
rechtlich begründeten) Figur einer „Vertrauenshaftung“ drücklich oder stillschweigend) angenommen werden.
selbst ein Vermittlungsagent grundsätzlich als befugt 21) Vgl nur SZ 16/61; SZ 32/37; ZVR 1976, 82 und jüngst 7 Ob 43/04 f.
22) Siehe Schauer, Versicherungsvertragsrecht 129 f.
gilt, den Versicherer mit seinen Zusagen vertraglich zu 23) Der OGH stützt sich dabei wohl auf den Grundtenor der in FN 21 an-
verpflichten,18) besteht in Österreich eine andere geführten Judikate, wenn er in der gegenständlichen Entscheidung
Rechtslage. Für Österreich ist mit der hM19) daran fest- erklärt: „Hat ein Agent (grundsätzlich zulässige) mündliche Ergänzun-
gen zu schriftlichen Anträgen dem Versicherer nicht weitergegeben,
zuhalten, dass ein Übermittlungsagent eben nicht „au- so ist der Versicherer nicht in der Lage, auf Abweichungen gegen-
tomatisch“ die Vertretungsmacht hat, für den Versiche- über diesen mündlichen Zusätzen gem § 5 Abs 2 VersVG hinzuwei-
sen, sodass insoweit dann auch keine Annahme einer Zustimmung
rer einen Versicherungsvertrag zu verhandeln und ab- des Versicherungsnehmers zu Abweichungen in Frage kommen
zuschließen.20) Selbst angesichts einiger österr Judikate, kann (7 Ob 23/94 = SZ 57/94)“.
die aus den Zusagen eines bloßen Vermittlungsagenten 24) Dieses Szenario geht mit dem Problem der Doppelvertretung einher,
denn der Verkäufer war als Vermittlungsagent bevollmächtigt, Offer-
eine entsprechende Versicherungsdeckung ableiten,21) ten entgegenzunehmen. Doppelvertretung kann aber nur aus-
lässt sich für das österr Recht nicht generell annehmen, nahmsweise wirksam wahrgenommen werden – etwa wenn beide
Vertretene mit diesem besonderen Umstand einverstanden sind (Ko-
ein Vermittlungsagent habe Abschlussvollmacht.22) ziol/Welser I 194 f; s auch Stanzl in Klang IV/1 817 ff). Auch diesbe-
Demnach erscheint auch die Frage unbeantwortet, wie züglich enthält der ausgewiesene Sachverhalt keine Angaben.

ÖJZ [2005] 10 Ü Nikolaus Benke und Philipp Klausberger Ü Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen einer Kreditausfallsversicherung 363
ÖJZ
[V E R S I C H E R U N G S V E R T R A G S R E C H T ]

Anbetracht dessen wird man wohl annehmen müssen, D. Würdigung des Lösungsansatzes der
der Verkäufer habe ebenso wenig eine Vollmacht ge- Gerichte
habt, für die Bank einen Versicherungsvertrag abzu-
schließen. Der OGH erreicht seine faire Lösung – der redlich und
Ü Variante 2: Versicherungsabschluss erst im Ge- umsichtig agierende Käufer kommt nicht für die unzu-
folge des geschäftlichen Kontakts von Käufer treffende Zusage des Versicherungsagenten zum Hand-
und Verkäufer kuss – mit Hilfe einer Konstruktion, die sich ex post als
1. Zu erörtern bleibt die Möglichkeit, dass nicht der einfaches Gefüge darstellt: Der Versicherer ist laut OGH
geschäftliche Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer vertraglich verpflichtet, auch die Havarie in Tunesien zu
zum Abschluss des Versicherungsvertrags geführt hat, decken, die Bank kann als Versicherungsnehmerin die
sondern ein darauf folgendes geschäftliches Handeln Deckung des Havarieschadens fordern, und der Käufer
des Versicherers und der Bank. profitiert als Versicherter, denn er kann die Bank auf ih-
Schwierigkeiten zeigen sich beim Versuch, diese Ver- ren Versicherungsanspruch verweisen, und was an Ver-
tragserrichtung mit den vorangegangenen, dem Versi- sicherungsleistung an die Bank geht, wirkt tilgend be-
cherungsschutz gewidmeten Abmachungen von Käufer züglich seiner Schulden aus Kauf-/Kreditvertrag.30)
und Verkäufer in Beziehung zu setzen. Schematisch be- Für dieses harmonische Finale muss allerdings – wie
trachtet ist nämlich mit Folgendem zu rechnen: Wenn oben genauer erörtert – manch kühne Annahme in
die allgemeinen Vertragsbedingungen des Versicherers Kauf genommen werden. Dass juristisch-interpretatori-
den Rahmen für den Vertragsinhalt abstecken,25) ist sche Gestaltung hier einiges geleistet hat, zeigt sich klar,
ein Versicherungsschutz für Tunesien ausgeschlossen. wenn man die Vorgänge in ihrer zeitlichen Abfolge
Solange der Versicherer von diesen Vertragsbedingun- rechtlich bewertet: Zuerst bahnt der Verkäufer gegen-
gen nicht abgeht, gibt es keine vertragliche Deckung über dem Käufer eine Kreditausfallsversicherung an;
für Tunesien. Entweder legt der Kunde eine den Ver- der Käufer kooperiert und erfüllt damit ein Gebot sei-
tragsbedingungen entsprechende Offerte, dann kommt nes Kreditvertrags mit der Bank. Als er das Versiche-
eine Versicherung (ohne Deckung für Tunesien) zu- rungsformular unterschrieben und die Prämie gezahlt
stande; oder der Kunde legt eine Tunesien umfassende hat, meint er mit gutem Grund, Versicherungsnehmer
Offerte, dann wird es gemäß den Vertragsbedingungen geworden zu sein. Allerdings wird er eines Besseren be-
des Versicherers nicht zur Annahme dieses Angebots lehrt, denn das Gericht erkennt die Bank als Versiche-
kommen.26) rungsnehmerin. Warum die Bank und nicht der Käufer
Zwei Wege führen zu einem anderen Resultat: Ers- als VersicherungsnehmerIn gelten soll, bleibt indes frag-
tens, Versicherer und Bank thematisieren den Versiche- lich. Weiters: Im Zuge der Anbahnung macht der Ver-
rungsschutz für Tunesien und vereinbaren ihn. Zwei- käufer dem Käufer die Zusage, der Versicherungsschutz
tens, die Parteien einigen sich gleichsam pauschal, das umfasse Tunesien. Dies ist aber falsch, denn der Versi-
im einschlägigen „Vorgespräch“ zwischen Käufer und cherer sieht in seinen Vertragsbedingungen für Tune-
Verkäufer Vereinbarte solle jedenfalls Inhalt des Versi- sien keine Deckung vor, und der Verkäufer hat als Ver-
cherungsvertrags werden. Wenn die juristische Inter- mittlungsagent wohl keine Vollmacht, solch eine Modi-
pretation solch eine Abmachung zwischen Versicherer fikation wirksam zu vereinbaren. Das Problem der
und Bank gelten lässt27) – etwa mit dem Argument, falschen Zusage des nicht bevollmächtigten Versiche-
die Parteien mussten, wenn sie die Vereinbarung zwi- rungsagenten31) wird in der Finalversion freilich da-
schen Käufer und Verkäufer einbeziehen wollten, eine durch eliminiert, dass der OGH (neben der Bestim-
Modifikation der allgemeinen Vertragsbedingungen mung der Bank als Versicherungsnehmerin) eine über-
für möglich halten und haben einer solchen zuge- raschende Inhaltsbestimmung bietet, wenn er davon
stimmt –, dann ist wohl (unbeschadet der mangelnden ausgeht, die Deckung für Tunesien sei Inhalt des Versi-
Vorstellung der Parteien von den Abmachungen zwi- cherungsvertrags. Wie es zu diesem Vertragsinhalt ge-
schen Käufer und Verkäufer) ein Versicherungsvertrag kommen ist, bleibt ebenfalls fraglich.
mit Deckung für Tunesien zustande gekommen. Theoretische Tüfteleien, könnte man einwenden,
2. Etwas weniger kühn als die eben geschilderte „Im- angesichts des fairen Endergebnisses der Gerichte nur
portversion“ erscheint eine Erklärung über die Figur ein müßiges Exerzitium. Doch nein, so einfach liegt
der nachträglichen Genehmigung:28) Fehlte es bei der die Sache nicht. Im Versuch, die rechtsdogmatischen
Anbahnung des Versicherungsvertrags zwischen Käufer Überlegungen nachzuvollziehen, welche den bisherigen
und Verkäufer an den erforderlichen Vollmachten, so Entscheidungen zugrunde liegen, zeigt sich nämlich
können Versicherer und Bank doch auf diese Verhand-
lungen zurückgreifen und dem, was Käufer und Ver-
25) Dazu grundlegend Schauer, Versicherungsvertragsrecht 69 f, 80 ff.
käufer vereinbart haben, durch nachträgliches Geneh- 26) Zum Dissens s FN 8.
migen Wirksamkeit verleihen. Die Vereinbarung von 27) Eine Vereinbarung dieser Art wird bereits auf Grund der Privatauto-
Käufer und Verkäufer wird dann so betrachtet, als wäre nomie zuzulassen sein. Siehe etwa Aicher in Rummel § 1056 Rz 11
zur analogen Anwendung der §§ 1056 f ABGB bei Leistungsfestset-
sie mit den entsprechenden Bevollmächtigungen zu- zung durch einen Dritten.
stande gekommen.29) Auf diese Weise gelangt man auf 28) Zu dieser Figur Koziol/Welser I 192.
29) Strasser in Rummel §§ 1016, 1017 Rz 12 ff.
kürzerem Weg zu einem zwischen Versicherer und 30) Der OGH qualifiziert die Versicherung der Bank als Versicherung für
Bank bestehenden Versicherungsvertrag inklusive De- fremde Rechnung und bejaht dadurch, dass der Käufer durch die
ckung für Tunesien. Freilich wird in der Fallschilderung Versicherungsleistung von seinen Verpflichtungen gegenüber der
Bank befreit wird.
nicht erwähnt, dass die Parteien solch eine nachträgli- 31) Genauer: des auf den engen Vollmachtsrahmen eines Vermittlungs-
che Genehmigung zum Ausdruck gebracht hätten. agenten beschränkten Vertreters.

364 Ü Nikolaus Benke und Philipp Klausberger Ü Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen einer Kreditausfallsversicherung ÖJZ [2005] 10
[VERSICHERUNGSVERTRAGSRECHT]

eine Vorgehensweise der Gerichte, die bemerkenswert tragsschluss ausgerichteten Verhandlungsgeschehens


weit von dem abrückt, was laut Privatautonomie als ele- muss sich der Versicherer die Fehlinformation seines
mentares Erfordernis der Vertragserrichtung gilt – Agenten (auch jene eines bloßen Vermittlungsagenten)
nämlich dass die Kontrahenten entscheiden, mit wem zurechnen lassen, denn dieser agierte bei der Geschäfts-
sie welche Verträge schließen, und dass sie die ihnen anbahnung als Erfüllungsgehilfe des Versicherers.40)
wichtigen Vertragsinhalte bewusst verhandeln, gestalten Demnach ist der Versicherer auf Grund seiner culpa
und vereinbaren.32) in contrahendo verpflichtet, den Havarieschaden zu
übernehmen. Der Käufer, dem durch die culpa in con-
trahendo seiner Gegenseite verwehrt worden ist, einen
E. Alternative: Culpa in contrahendo-Haftung entsprechenden vertraglichen Versicherungsschutz zu
für die falsche Deckungszusage erlangen, wird im Ergebnis so gestellt, als wäre er aus
Vertrag berechtigt, Schadensdeckung zu verlangen.41)
1. Zu Anbahnung, Zusage und
Dabei wird sich der Käufer aber anrechnen lassen müs-
Vertragsschluss sen, was er sich für die Kaskoversicherung erspart hat.42)
Als Alternative zum Konzept des OGH – für den offen-
bar Gerechtigkeitsüberlegungen ausschlaggebend gewe-
sen sind33) – sei eine juristische Erklärung vorgestellt, in
deren Blickpunkt nicht eine „reparierte“ Version des
3. Zur Stellung der Bank
Versicherungsvertrags steht, sondern die sich auf das a) Culpa in contrahendo-Haftung des Versicherers
Anbahnungsgeschehen zwischen Verkäufer und Käufer gegenüber der Bank?
konzentriert. Dabei wird eine Sicht des Falls entwickelt, Der zur haftungsbegründenden Sorgfaltswidrigkeit des
die von jener der Gerichte abweicht. Die folgenden Üb- Versicherers gegenüber dem Käufer entwickelte Befund
erlegungen gehen davon aus, dass der Versicherungsver- bringt eine weitere Überlegung ins Spiel: Könnte sich
trag auf Vermittlung des Verkäufers zwischen Versiche- die Bank im Fall mangelnder Deckung43) selbst als ge-
rer und Käufer zustande gekommen ist (siehe oben schädigte Adressatin der Falschinformation verstehen
A.1.), wobei der Versicherer gemäß seinen Vertragsbe- und daraus einen eigenen culpa in contrahendo-Scha-
dingungen abgeschlossen und damit eine Deckung für
Tunesien nicht vereinbart hat. 32) Dazu mwN Rummel in Rummel § 859 Rz 15 ff; Bydlinski, System und
Auch in dieser Sichtweise wird freilich die unzutref- Prinzipien des Privatrechts (1996) 147 ff.
fende Information nicht folgenlos sein.34) Bereits im 33) Insgesamt ergibt sich der Eindruck, der OGH sei angesichts der ge-
scheiterten Deckungsklage des Käufers gegen den Versicherer be-
Stadium der Anbahnung bestehen nämlich (nicht ge- strebt, eine andere Lösung zu finden, durch die sich der Käufer
setzlich ausformulierte) Aufklärungs-, Schutz- und von den Nachteilen der Fehlinformation befreien lässt.
34) Die anschließend erörterte Möglichkeit, dem Käufer einen Schaden-
Sorgfaltspflichten des Versicherers gegenüber dem Kun- ersatzanspruch zu gewähren, der die mangelnde Versicherungsde-
den,35) die als Ausprägung des allgemein anerkannten ckung ausgleicht, wird vom LG Ried zwar angesprochen, aber im
Instituts der culpa in contrahendo36) angesehen werden. Verfahren vor dem OGH nicht weiter verfolgt.
35) Zu diesen Pflichten s Schauer, Versicherungsvertragsrecht 124 ff;
Dass im gegenständlichen Fall bei Anbahnung der Ver- Prölss in Prölss/Martin Vorbem II Rz 10 ff.
sicherung dem vorvertraglichen Sorgfaltsgebot nicht 36) Zu diesem Institut s Koziol/Welser II 14 ff mit Hinweisen auf den Mei-
nungsstand.
völlig entsprochen worden ist, bedarf keiner aufwändi- 37) Allgemein zu den Grenzen der vorvertraglichen Auskunftspflicht des
gen oder kunstvollen Begründung: Den Versicherer Versicherers s etwa Reischauer in Rummel Vor §§ 918–933 Rz 15 b.
trifft bekanntlich die Pflicht, (vorweg) ein erhebliches Zum allfälligen Mitverschulden des Kunden, das eine zutreffende In-
formation über das Versicherungsprodukt verhindert, s Koziol, Öster-
Maß an Information über seine Produkte zu leisten. reichisches Haftpflichtrecht I³ (1997) Rz 12/58; Prölss in Prölss/
Wenn der Versicherer über einschlägige Punkte be- Martin Vorbem II Rz 15.
38) Zum Rahmen der Aufklärungspflicht betreffend den Deckungsum-
stimmte Auskünfte unterlässt37) oder falsche Auskünfte fang Prölss in Prölss/Martin Vorbem II Rz 11; weiters müssen auch
gibt, setzt er sich ins Unrecht. Im konkreten Fall belastet die Auskünfte, zu denen der Versicherer an sich nicht verpflichtet ist,
den Versicherer zudem, dass sich der Käufer vor Ver- wahrheitsgemäß erfolgen, Prölss in Prölss/Martin Vorbem II Rz 13 a.
39) Vgl RdW 1995, 212 (zust Grassl-Palten) zur Aufklärungspflicht ge-
tragsschluss gezielt erkundigt hat, ob die angebotene genüber einem türkischstämmigen Versicherungsnehmer über die
Versicherung Tunesien umfasse, und er gerade durch Tatsache, dass der Versicherungsschutz auf den europäischen Teil
der Türkei beschränkt ist. Der vorliegende Fall ist jedoch etwas an-
die Falschinformation abgehalten worden ist, einen ders gelagert, zumal hier (hinsichtlich der räumlichen Deckung) nicht
adäquaten Versicherungsschutz zu erlangen.38) nur die gebotene Aufklärung unterlassen, sondern sogar eine falsche
Auskunft erteilt worden ist.
40) Zur Erfüllungsgehilfeneigenschaft des Versicherungsagenten vgl
2. Zur Stellung des Versicherers RdW 1984, 370 = SZ 57/94; VersRdSch 1996, 91. Auch im gegen-
ständlichen Fall qualifiziert der OGH den als Vermittlungsagenten
Ganz konkreten Rückhalt findet diese rechtliche Würdi- fungierenden Verkäufer als Erfüllungsgehilfen des Versicherers
gung in der Judikatur des OGH, wonach der Versicherer (s FN 7).
41) Den Deckungsanspruch für die Havarie auf culpa in contrahendo zu
die (vorvertragliche) Pflicht hat, einen Ausländer darü- begründen, harmoniert mit der Auffassung, die Kreditausfallsversi-
ber aufzuklären, dass für seinen Heimatstaat keine Ver- cherung sei zwanglos gemäß den Vertragsbedingungen des Versi-
sicherungsdeckung besteht.39) Somit zeigt sich der Fall cherers (also ohne Deckung für Tunesien) abgeschlossen worden.
Selbst wenn eine Beurteilung des Verhandlungsgeschehens ergibt,
in folgendem Licht: Die fehlerhafte Information des dass die Parteien letztlich keinen Versicherungsvertrag zustande ge-
Versicherungsagenten war ursächlich für den De- bracht haben, bleibt dies für die culpa in contrahendo-Lösung ohne
Belang.
ckungsmangel, und angesichts des bei Geschäftsan- 42) Zur Festsetzung der Schadenersatzhöhe, auch unter Berücksichti-
bahnung geltenden Pflichtenkodex wird der Informati- gung jener Aufwendungen, die sich der Geschädigte durch den kon-
onsfehler als vorwerfbares Zurückbleiben hinter jener kreten Geschehnisverlauf erspart hat, s Koziol/Welser II 303 ff.
43) Abweichend von der Auffassung der Gerichte wäre für diese Überle-
Aufklärung zu werten sein, die der Versicherer dem (po- gung eine Konstellation anzunehmen, in der die Bank keine vertrag-
tentiellen) Kunden schuldet. In Anbetracht des auf Ver- liche Versicherungsdeckung für Tunesien hat.

ÖJZ [2005] 10 Ü Nikolaus Benke und Philipp Klausberger Ü Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen einer Kreditausfallsversicherung 365
ÖJZ
[V E R S I C H E R U N G S V E R T R A G S R E C H T ]

denersatzanspruch gegen den Versicherer richten? Die entstandenen Einwendungspositionen gegen die Bank
Frage ist aus einsichtigen Gründen zu verneinen. gelten zu machen.50)
Im relevanten Moment – nämlich als die falsche In- Unverändert wird dabei materiell eine Haftung des
formation von der Versichererseite gegeben wurde – Verkäufers ins Treffen geführt. Eben dies hat zur Folge,
war die Bank nicht Adressatin, sondern Akteurin des dass die dem Einwendungsdurchgriff ausgesetzte Bank
Geschehens. Nicht ihr gegenüber wurde der Versiche- anschließend den Verkäufer als regresspflichtigen Kon-
rungsinhalt vertreten, sondern gegenüber dem Käufer. trahenten belangt (der Verkäufer somit auch bei Beja-
Das entsprach in jener Phase ganz der Strategie der hung des Einwendungsdurchgriffs als Haftender in An-
Bank, denn sie hatte über ihren Kreditvertrag dem Käu- spruch genommen wird). Ein wesentlicher Unterschied
fer den Vertragsschluss mit dem Versicherer aufgetra- liegt freilich darin, dass die durch Relevierung der ver-
gen. Dass sie nach dem damaligen Konzept als Begüns- käuferischen Haftung entstehenden Risken und Kosten
tigte von der Versicherung des Käufers profitieren soll- nun (anders als in der oben behandelten Differential-
te, trifft zu, doch wird sie rechtlich nicht als Leidtra- version) nicht vom Käufer, sondern von der Bank zu
gende der Falschinformation zu verstehen sein, weil tragen sind.
sie mangels bevollmächtigten Vertreters in jenes Ver- Im vorliegenden Fall den Käufer gleicherweise von
handlungsgeschehen gar nicht involviert war und dem- den genannten Risken und Kosten zu befreien und diese
nach auch kein Vertrauen entwickeln konnte, aus des- auf die Bank zu übertragen, obwohl der Einwendungs-
sen Verletzung ein culpa in contrahendo-Schadener- durchgriff im technisch-exakten Sinn nicht gangbar er-
satzanspruch für sie ableitbar wäre. scheint (da der culpa in contrahendo-Deckungsan-
spruch des Käufers keine Einwendung gegen den Versi-
cherer ist), bedarf einer spezifischen Begründung. Der
b) Einwendungsdurchgriff? Schritt zur Bejahung der (analogen) Anwendung des
Gerade angesichts der Rolle der Bank als Drahtzieherin Einwendungsdurchgriffs kann auf dem sicheren Terrain
des Versicherungsgeschäfts liegt die Frage auf der Hand, gleichgelagerter Schutzbedürfnisse auf Käuferseite ge-
ob die Fehlinformation des Verkäufers hinsichtlich des setzt werden, die aus ebenfalls gleichgelagerten Interes-
Deckungsumfangs vom Käufer nicht auch der Bank senstrategien auf Verkäufer- und Finanzierseite resultie-
entgegengehalten werden kann. Der OGH hat die He- ren. Auf eine Kurzformel gebracht wird hier – gleich der
ranziehung des § 18 KSchG zwar ins Auge gefasst, einen „regulären“ Konstellation des Einwendungsdurchgriffs
Durchgriff aber dann doch verworfen.44) Dennoch ist – dem Käufer ein rechtliches Konstrukt vorgegeben,
erneut zu erwägen, ob jene grundlegenden Strukturen das seinen Partnern eine abgesicherte Verfolgung ihrer
und Wertungen, denen sich der Einwendungsdurchgriff Geschäftsinteressen ermöglicht, ihm aber die Nachteile
bei finanzierten Verträgen verdankt,45) Anhaltspunkte aufbürdet, Adressat gesplitteter Forderungspositionen
für eine Lösung des vorliegenden Falles bieten. zu sein.
Bei drittfinanzierten Kaufverträgen besteht bekannt- Bei Würdigung der unterschiedlichen Interessenak-
lich die Gefahr, dass der Käufer durch die Aufspaltung zente und deren Relation zueinander erscheint der vor-
der Position des Verkäufers und des Darlehensgebers liegende Fall ganz ähnlich jenem, welcher als „reguläre“
Einwendungen, die ihm gegen den Verkäufer zustehen,
gegen den Finanzierer nicht erheben kann.46) Der Ein-
44) Aus der Begründung des OGH: Die Besonderheit des Falles liegt nun
wendungsdurchgriff ermöglicht also dem Käufer, eine aber darin, dass der [vom Käufer] für sich reklamierte „Irrtum“ weder
ihm gegen den Verkäufer zustehende Einwendung auch das Rechtsgeschäft des Kauf- noch jenes des Kreditvertrags, son-
in seiner Auseinandersetzung mit dem Finanzierer gel- dern vielmehr (ausschließlich) den Letzteren besichernden Versiche-
rungsvertrag – in Ansehung des [von Seiten des Verkäufers] zugesi-
tend zu machen. Verglichen mit der Standardsituation, cherten, jedoch tatsächlich nicht gegebenen Versicherungsschutzes
die den Einwendungsdurchgriff begründet, ist nun zu auch für Tunesien – betraf, und diese (Falsch-)Zusicherung auch der
Grund (jedenfalls iS eines Motivs) war, warum der [Käufer] keine Kas-
würdigen, dass es sich im vorliegenden Fall beim culpa koversicherung abschloss. Diese besondere Gestaltung, wonach
in contrahendo-Schadenersatzanspruch des Käufers ge- zwar alle drei Verträge aufeinander (wirtschaftlich und zeitlich) bezo-
gen den Versicherer nicht um eine Einwendung47) gegen gen und miteinander verflochten waren, der [Käufer] jedoch den
Kaufvertrag und (unstrittig) auch den zur Finanzierung desselben
den Versicherer handelt, sondern um einen Anspruch, bei der Klägerin eingegangenen Kreditvertrag in jedem Fall geschlos-
den der Käufer als Kläger gegen den Versicherer erhe- sen hätte, allerdings bloß der diesen wiederum besichernde Versi-
cherungsvertrag anderweitig [. . .] zum Abschluss gelangt wäre,
ben müsste. rechtfertigt damit keinen Einwendungsdurchgriff im Sinne des § 18
Dass die Idee der „Parallelverschiebung“48) hier den- KSchG in diesem insoweit ausschließlich zweipersonalen Schuldver-
noch empfehlenswert erscheint, vermag eine prozedu- hältnis der hier einander gegenüberstehenden Streitteile. Zu dieser
Sichtweise ist anzumerken, dass der OGH das „Gebot“ der Bank au-
rale Betrachtung in Form einer Differentialanalyse dar- ßer Acht lässt, die Kreditausfallsversicherung müsse mit dem von ihr
zulegen: Lehnt man (zum Zweck einer Denkalternative) bestimmten Versicherer geschlossen werden.
45) Dazu näher Bydlinski in Klang IV/2, 397 ff, 405 ff; F. Hoyer, Der Ein-
den Einwendungsdurchgriff beim drittfinanzierten wendungsdurchgriff beim drittfinanzierten Kauf (1999) 10 ff, Aicher
Kauf überhaupt ab, so ist der Käufer genötigt, seine in Rummel § 1063 Rz 15 ff.
aus Vertragsverletzungen des Verkäufers resultierenden 46) Bydlinski in Klang IV/2 382; F. Hoyer, Einwendungsdurchgriff 1 ff,
Aicher in Rummel § 1063 Rz 13.
Ansprüche offensiv geltend zu machen;49) was er dabei 47) Zum Verständnis der Einwendung als Gegenrecht des Käufers, das
erlangt, kann er anschließend (als Kauf-/Kreditschuld- den gegen ihn gerichteten Anspruch beseitigt oder hemmt s Wil-
helm, Allgemeiner Einwendungsdurchgriff beim finanzierten Kauf,
ner) zur Befriedigung der Forderung(en) der Bank ver- ecolex 1994, 83 Anm 2.
wenden. Solch eine Vorgangsweise ist für den Käufer 48) Zum „Parallelverschieben“ bereits Wilhelm, ecolex 1994, 83.
mit Risken und Kosten verbunden. Der Einwendungs- 49) Darüber hinaus geht dem Käufer mit der Möglichkeit, die Zahlung bis
zur mangelfreien Erfüllung auszusetzen, ein Instrument verloren, auf
durchgriff reduziert diese Risken und Kosten, weil er die vertragsgemäße Leistung hinzuwirken.
dem Käufer ermöglicht, seine gegenüber dem Verkäufer 50) Aicher in Rummel § 1063 Rz 16.

366 Ü Nikolaus Benke und Philipp Klausberger Ü Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen einer Kreditausfallsversicherung ÖJZ [2005] 10
[VERSICHERUNGSVERTRAGSRECHT]

Konstellation den Einwendungsdurchgriff zeitigt: Bank fers, die Drittfinanzierung durch die Bank zu bewerk-
und Versicherer stehen hinsichtlich der Kreditverträge stelligen (und damit selbst den Kaufpreis zu erlangen)
und der davon generierten Kreditausfallsversicherun- sowie eine Versicherung zu vermitteln.
gen in ständiger Geschäftsbeziehung, der Darlehensver- Motor und Hauptinteressentin der Versicherung war
trag und der Versicherungsvertrag bilden ein die Verfol- freilich die Bank. Ihre durch Zession der Kaufpreisfor-
gung der Geschäftsinteressen von Bank und Versicherer derung und Übertragung des Vorbehaltseigentums be-
potenzierendes Junktim. Zur Umsetzung ihres Kon- reits aufgewertete Gläubigerinnenposition erweist sich
zepts bedienen sich Bank und Versicherung eines ge- als Interessenfokus, der durch die Versicherung weiter
meinsamen Gehilfen,51) der die betreffenden Verträge verstärkt werden sollte. Die Bank intendierte einen spe-
(in einer „Paketversion“) gegenüber dem Käufer an- zifischen Schutz ihrer im Auto verkörperten Kreditsi-
bahnt. Inhaltlich sticht hervor, dass die Bank in ihrem cherheit, denn die Versicherung war darauf angelegt,
Kreditvertrag dem Käufer die Kreditausfallsversiche- ein (zunächst potentielles) Substitut für den Gegenstand
rung wie auch den konkreten Versicherer diktiert.52) ihres Vorbehaltseigentums zu schaffen.57) Des Weiteren
In Anbetracht des klaren und entschlossenen Ein- war die Art, wie sie sich ihr Versichertsein organisierte,
flusses, den die Bank nicht nur hinsichtlich des Kredit- auf ihren Vorteil ausgerichtet. Sie setzte nämlich eine
vertrags, sondern auch hinsichtlich des Versicherungs- Strategie ein, mit der sie es vermied, für die Versicherung
vertrags auf den Käufer ausübt, wird sie die Verantwor- selbst aufzukommen – was in doppelter Weise vorteil-
tung für den Deckungsmangel nicht radikal auf den haft für sie war. Durch ihre Maßnahme, den Kreditneh-
Versicherer abschieben können.53) Der Grundidee des mer vertraglich zu verpflichten, für die Kreditausfalls-
Einwendungsdurchgriffs folgend bietet sich ein adäqua- versicherung zu sorgen, steigerte sie nicht nur die Ein-
tes Realisieren dieser Verantwortung nun in der Form bringlichkeit ihrer Forderungen, sondern sie überwälzte
an, dass dem Käufer, für den die Geltendmachung sei- auch den organisatorischen wie den materiellen58) Auf-
ner Ansprüche ganz ähnlich beschwerlich erscheint wie wand dieser Verbesserung auf den Kreditnehmer.
im „regulären“ Durchgriffsszenario, die Möglichkeit ge- Somit ergibt sich insgesamt das Bild, dass die Bank
geben wird, seinen gegen die Versicherung bestehenden durch die Einbindung der Versicherung ihre Position
Schadenersatzanspruch der Bank einredeweise entgegen im Komplex des drittfinanzierten Kaufes erheblich ver-
zu halten.54) bessert hat. Dabei wählte sie den Weg, die Versicherung
zu einem integralen Bestandteil ihres eigenen Vertrags-
c) Culpa in contrahendo-Haftung der Bank pakets zu machen, wenn sie – gleichsam als Bedingung
gegenüber dem Kreditnehmer? der Kreditgewährung – vom Kreditnehmer den Ab-
Abgesehen von der Haftung des Versicherers55) und dem schluss einer Kreditausfallsversicherung verlangte. In
einredeweisen Geltendmachen dieser Haftung gegen die Würdigung dieser Umstände lässt sich sagen, dass die
Bank56) bleibt zu prüfen, ob der durch die Falschinforma- Bank den Abschluss der Versicherung initiiert und in
tion getäuschte Käufer nicht sogar einen weiteren (von gewisser Weise auch angebahnt hat. Zu diesem Anbah-
seinem Anspruch gegen den Versicherer unabhängigen) nungshandeln gehört, dass die Bank den Versicherer
Schadenersatzanspruch gegen die Bank erworben hat. bestimmt,59) dadurch dessen Vertragsbedingungen vor-
Die oben entwickelte Begründung des Schadener- gegeben und insofern auch das Produkt festgelegt hat.
satzanspruchs, den der Käufer gegen den Versicherer er- Dabei hat sie es dem Verkäufer übertragen, das durch
heben kann, lässt sich nicht unbesehen auf das Verhält- ihren Kreditvertrag festgelegte Kredit- und Versiche-
nis zwischen Käufer und Bank übertragen. Hier besteht
insofern eine andere Konstellation, als die vorgesehene
51) Mit seinem Auftreten als Versicherungsagent ist der Verkäufer Erfül-
Versicherung nicht von der Bank gestaltet wird, son- lungsgehilfe des Versicherers. Zugleich handelt er als Erfüllungsge-
dern von einer dritten Partei, eben vom Versicherer. Al- hilfe der Bank, weil er sowohl mit Blick auf den Kreditvertrag als auch
mit Blick auf den von der Bank diktierten Versicherungsabschluss
lerdings erscheint offen, ob die Charakterisierung, die die geschäftlichen Interessen der Bank verfolgt. Genaueres s so-
Kreditausfallsversicherung sei kein Produkt der Bank gleich in c).
gewesen, sondern das eines Dritten, mit der Konse- 52) Diese geschäftliche, auf Organisation ihres Versicherungsschutzes
ausgerichtete Gestaltung der Bank bietet (bei Vorliegen eines Versi-
quenz zu vertreten ist, dass die Bank selbst keine weite- cherungsvertrags mit der Bank) für den Käufer insofern ein entlasten-
ren Sorgfaltspflichten gehabt hat. des Argument, als er über die Einrede der Vorausklage (s dazu FN 6)
die Bank anhalten kann, zunächst die Befriedigung ihrer Forderun-
Zur Erörterung dieses Punktes werden im Folgen- gen über die Versicherungsdeckung zu suchen.
den drei Aspekte anhand von drei Fragen näher unter- 53) Überlegungen zur Frage, ob das Verhalten der Bank für sie eine eige-
sucht: ne, vom Schadenersatzanspruch des Käufers gegen den Versiche-
rer nicht abgeleitete Haftung gegenüber dem Käufer begründet, s
1. Hat die Bank durch ihr Hinwirken auf den Ab- sogleich unter c).
schluss einer Kreditausfallsversicherung signifikant 54) Adäquat erscheint es hier, die Geltendmachung des käuferischen
Schadenersatzanspruchs gegen den Versicherer auf das Erheben ei-
eigene Interessen verfolgt und eine Strategie einge- ner Einrede gegen die Klage der Bank zu beschränken. Ein aktives,
setzt, ihre Position zu verbessern? also klagsweises Geltendmachen dieses Schadenersatzanspruchs
Global betrachtet lassen sich in der relevanten An- soll dem Käufer wohl weiterhin nur gegen den Versicherer möglich
sein.
bahnungssituation folgende Interessen feststellen: das 55) Siehe a).
Interesse des Versicherers, eines seiner Produkte zu ver- 56) Siehe b).
57) Der Eigentümer hat in dieser Konstellation jedenfalls bis zur vollstän-
kaufen; das Interesse der Bank, ein Kreditgeschäft zu digen Erbringung der Gegenleistung durch den Käufer ein versicher-
machen und dabei die Einbringlichkeit ihrer Forderun- bares Interesse, s Kollhosser in Prölss/Martin Vor § 51 Rz 22; s dazu
gen gegenüber dem Käufer abzusichern; das Interesse auch B.1. u 2.
58) Laut Sachverhaltsschilderung wurde die Versicherungsprämie nicht
des Käufers, bei Verlust des Autos für dessen Wert von der Bank, sondern vom Käufer bezahlt.
schadlos gehalten zu werden; das Interesse des Verkäu- 59) Zu diesem Umstand s die Sachverhaltsdarstellung in A.1.

ÖJZ [2005] 10 Ü Nikolaus Benke und Philipp Klausberger Ü Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen einer Kreditausfallsversicherung 367
ÖJZ
[V E R S I C H E R U N G S V E R T R A G S R E C H T ]

rungskonzept gegenüber dem Käufer zu vertreten.60) Bank beim Käufer ein spezifisches Vertrauen erweckt
Demnach ist der Verkäufer (unbeschadet seiner Rolle und in der Folge bewirkt, dass der vom Käufer in Tune-
als Versicherungsagent) hinsichtlich der Bestimmung sien erlittene Totalschaden nicht gedeckt war.
des Versicherers und des Versicherungsprodukts jeden- 3. Wie wäre das Szenario zu beurteilen, wenn
falls als Erfüllungsgehilfe der Bank aufgetreten.61) man den Umstand wegdenkt, dass der Verkäufer
2. Hat die Bank in Verfolgung dieser ihrer Interes- zugleich Agent des Versicherers war?
sen ein bestimmtes Verhalten gesetzt und dadurch Die unter den letzten beiden Punkten dargelegte Er-
beim Käufer ein spezifisches Vertrauen hervorgeru- örterung zeigt, dass die Bank mit ihrem Prozedere die
fen, aus dessen Enttäuschung ihm in der Folge ein Kreditausfallsversicherung betreffend signifikant eigene
Schaden entstanden ist? Interessen verfolgte sowie beim redlich und umsichtig
Der Käufer musste als redlicher und sorgfältiger agierenden Käufer den Eindruck erweckte, er bekomme
Adressat jener Anbahnungshandlungen der Bank wahr- auf dem von ihr bestimmten Weg eine taugliche Versi-
nehmen, dass die Versicherung nicht zu den genuinen cherung seines Vermögensinteresses am Auto und er-
Produkten der Bank gehörte. Insofern konnte er wohl fülle korrekt seine Versicherungspflicht aus dem Kredit-
nicht ohne Weiteres erwarten, von der Bank wie von ei- vertrag.66) Dabei hat die Bank zur Verfolgung ihrer Inte-
nem Versicherer über die Versicherung aufgeklärt zu ressen den Verkäufer eingesetzt, somit muss sie sich
werden.62) Allerdings ist hier der Blick genauer auf das dessen Verhalten im Weg der Erfüllungsgehilfenhaftung
Verhältnis zwischen Käufer und Bank zu richten und zurechnen lassen.67) Demnach besteht der culpa in con-
festzustellen, welche legitimen Erwartungen der Käufer trahendo-Schadenersatzanspruch des Käufers gegen-
im Geschäftskontakt mit der Bank entwickeln konnte. über der Bank selbständig und hängt nicht von der Ver-
Als Interessen des Käufers, die er gegenüber der sicherungsagenteneigenschaft des Verkäufers ab.68)
Bank zu erkennen gab, lässt sich Folgendes feststellen:
Zum einen gab es ein käuferisches Vermögensinteresse
am Auto. Dieses Interesse bestand primär darin, dass 4. Abwicklungsoptionen
der Käufer das Auto innehatte und seine Anwartschaft Wie könnte nun die Auseinandersetzung zwischen
in Eigentum übergehen sollte.63) Zum anderen wollte Bank und Käufer aussehen? Wenn die Bank im Gefolge
der Käufer sein Risiko ausschließen, des Autos verlustig der Havarie gegen den Käufer vorgeht und weiter ihre
zu gehen und die Forderungen der Bank immer noch Kreditraten einfordert bzw bei Verzug des Käufers den
begleichen zu müssen. Somit lag auch ein spezifisches Terminsverlust erklärt,69) vom Vertrag zurücktritt70)
Interesse des Käufers darin, das Auto bzw dessen Wert
als Fonds zur Tilgung seiner Verpflichtungen gegenüber 60) Den gerichtlichen Sachverhaltsfeststellungen (insb des LG Ried,
FN 1) ist zu entnehmen, dass der Verkäufer Kreditvertragsformulare
der Bank verfügbar zu haben. der Bank in seinem Büro vorrätig hatte. Nach seiner Verhandlung mit
Wie ging nun die Bank in der relevanten Phase mit dem Käufer kontaktierte er die Bank und brachte einer Mitarbeiterin
das mit dem Käufer ausgehandelte Kreditgeschäft zur Kenntnis. Im
diesen Interessen des Käufers um? Tatsache ist, dass der Zuge dieser Unterredung sagte die Mitarbeiterin der Bank die Finan-
Käufer ursprünglich das Auto bei einem Dritten kasko- zierung zu.
versichern wollte.64) Bedeutsam erscheint nun, dass es 61) Zu den Erfüllungsgehilfeneigenschaften des Verkäufers s auch
FN 51.
die Bank war, die ihn davon abbrachte – nicht der Ver- 62) Die Situationen, in denen Aufklärungspflichten eine Bank ihrem Kun-
sicherer. Insofern verhinderte die Bank, dass die käufe- den gegenüber treffen, sind vielfältig; eine Übersicht bieten etwa Rei-
schauer in Rummel Vor §§ 918 – 933 Rz 15 a und Dittrich/Tades,
rischen Interessen adäquat versichert wurden. ABGB36 (2003) § 861 E 41 ff. Dabei kann es durchaus vorkommen,
Eine entscheidende Weiche wurde dadurch gestellt, dass die Bank auch über fremde Produkte aufzuklären hat, so zB
dass die Bank im Kreditvertrag den Versicherer festleg- dann, wenn die Bank ihre Rolle als Finanzierende überschreitet
und sich aktiv in den Vertrieb einer Beteiligung einschaltet (so zB
te. Das Diktat der Bank, mit dem von ihr festgelegten RdW 1996, 523) oder wenn die Bank aktiv an der Konzeption des
Versicherer abzuschließen, hatte den Kreditnehmer ver- Projekts mitwirkt und so als Mitinitiatorin des finanzierten Geschäfts
zu gelten hat (Krejci in Rummel §§ 18, 19 KSchG Rz 1 mwN). Diese
anlasst, nicht anderweitig eine taugliche Versicherung Judikatur lässt sich dahingehend zusammenfassen, dass die Bank
zu erwerben. Durch die Festlegung des Versicherers be- ein Mehr an Pflichten trifft, wenn sie über ihre Rolle als Finanzierende
stimmte sie zugleich das Produkt und dessen Beschaf- hinausgehend eigene Interessen verfolgt. Siehe auch Graf, Zur Auf-
klärungs- und Prüfpflicht des Kreditgebers bei finanzierter Vermö-
fenheit – nämlich die Kreditausfallsversicherung gemäß gensanlage, ÖBA 1995, 563 (insb Pkt 3.2. und 3.3.).
den Vertragsbedingungen dieses Versicherers. 63) Zur Interessenlage bei aufrechtem Eigentumsvorbehalt und zu den
entsprechenden Versicherungskonzepten s B.
Was die Bank mit ihrer Darstellung und Festlegung 64) Zu diesem Umstand s die Sachverhaltsdarstellung in A.1.
im Käufer an Vertrauen hat entstehen lassen, bestimmt 65) Zur Anbahnung der Bank und der damit verbundenen Rolle des Ver-
ihr Pflichtenprofil. Sie erweckte im Käufer zwei rele- käufers, unbeschadet seiner Eigenschaft als Versicherungsagent zu-
gleich als Erfüllungsgehilfe der Bank zu agieren, s E.3.c) 1.
vante Erwartungen: nämlich, dass er sein eigenes Ver- 66) Siehe FN 65.
mögensinteresse am Auto sichern und dass er mit dem 67) Zur Interessenverfolgung als Ratio der Erfüllungsgehilfenhaftung s
von der Bank bestimmten Prozedere seine Pflichten Reischauer in Rummel § 1313 a Rz 1, 3.
68) Darüber hinaus ist in der Judikatur anerkannt, dass ein Kreditnehmer
aus dem Kreditvertrag (Versicherung des Kreditausfalls- darauf vertrauen darf, ein Kreditinstitut werde von sich aus alles un-
risikos) würde erfüllen können. In Wahrheit lancierte ternehmen, um einen Versicherungsschutz iS eines Antrags auf Kre-
ditrestschuldversicherung zu gewährleisten, s wbl 1987, 156 und
die Bank aber ein Produkt, welches das von ihr beim wbl 1989, 252 (gleichlautend zum Bürgen). In den zit E traf die Bank
Käufer erweckte Vertrauen enttäuschte. Insb nach seiner nicht nur eine Aufklärungspflicht, sondern sogar eine Pflicht zu einem
gezielten Rückfrage musste der Käufer den Eindruck ge- positiven Tun, nämlich zur Begründung bzw zum Erhalt des Versi-
cherungsschutzes.
winnen, mit Abschluss der ihm von der Bank vorge- 69) Reischauer in Rummel § 904 Rz 14; bei Verbrauchergeschäften be-
schriebenen Versicherung sei er auch für Tunesien kas- achte auch § 13 KSchG.
70) Zu den sich in diesem Zusammenhang aus Art 8/21 4. EVHGB erge-
ko- wie kreditausfallsversichert.65) Durch diese Konzep- benden Problemen s Bydlinski in Klang IV/2 509 ff; Reischauer in
tion und Umsetzung ihres Kreditvertrags aber hatte die Rummel § 918 Rz 10 f.

368 Ü Nikolaus Benke und Philipp Klausberger Ü Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen einer Kreditausfallsversicherung ÖJZ [2005] 10
[VERSICHERUNGSVERTRAGSRECHT]

und die Zahlung der gesamten unbeglichenen Kredit- Die hier festzustellende ausgeprägte Agglomerati-
forderung verlangt, bieten sich dem Käufer zwei Mög- onsstrategie begründet aber gemeinsame Aufklärungs-
lichkeiten. Er kann seinen gegen den Versicherer beste- pflichten, denn Bank und Versicherer treten gegenüber
henden, aus culpa in contrahendo resultierenden Scha- dem Kunden mit einer gemeinsam gestalteten Anbah-
denersatzanspruch71) lukrieren und diesen Betrag ver- nung auf, die sich nur als Verfolgung und Manifestation
wenden, um die Forderung der Bank (teilweise) zu synergetisch verflochtener Anbieterinteressen verstehen
bezahlen. Weiters kommt für den Käufer in Frage, sei- lässt. Es ist dann auch ihr gemeinsames Auftreten, das
nen Anspruch gegen den Versicherer der Bank abzutre- im Kunden ein spezifisches Vertrauen hervorruft, aus
ten, oder – mit Hilfe einer „Parallelverschiebung“ iS des dessen Enttäuschung ihm ein Schaden erwächst.76) Die
Einwendungsdurchgriffs – einredeweise gegen die Bank Gemeinsamkeit, mit der Bank und Versicherer das spe-
geltend zu machen72) und damit seine Schuld (teilweise) zifische Vertrauen beim Kunden erzeugen, hat für die
zu tilgen. Alternativ zu dieser Vorgehensweise kann der Haftungsgestaltung zwei Folgen: Erstens, dass letztlich
Käufer den ihm gegen die Bank zustehenden Schaden- beide (solidarisch) für den Vertrauensschaden einzuste-
ersatzanspruch73) compensando einwenden. Für den hen haben,77) und zweitens, dass angesichts einer Strate-
Käufer ist das Endergebnis jedenfalls in beiden Varian- gie, die zur besseren Verfolgung eigener Interessen eine
ten gleich: Er hat den aus der Falschinformation er- gemeinschaftliche Gestaltung des Auftretens vornimmt,
wachsenen Nachteil letztlich nicht selbst zu tragen. Bank und Versicherer im Innenverhältnis den Schaden
Was die Auseinandersetzung zwischen Versicherer jeweils zur Hälfte tragen werden.78) Für die Frage der
und Bank anlangt, so haben deren Konzeption und Abwicklung bedeutet dies, dass sich der vom Käufer
konkrete Praxis gemeinsamer Geschäftsanbahnung in Anspruch genommene Versicherer hälftig bei der
mit Blick auf das Produkt einen Strang gemeinsamer Bank regressieren kann. Hat indes die Bank dem Käufer
Aufklärungspflichten entstehen lassen.74) In ihrer Ver- Schadenersatz geleistet, kann sie vom Versicherer hälftig
kaufsstrategie erscheinen Bank und Versicherer von Regress fordern.
der Idee des One-Stop-Shopping geleitet. Die besondere
Attraktivität dieser Art des Marketing liegt darin, durch
das gemeinsame Auftreten von Anbietern sich ergän- 71) Siehe E.3.a).
72) Siehe E.3.b).
zender Branchen zu ermöglichen, an einem Anlauf- 73) Siehe E.3.c). Diesen Schadenersatzanspruch könnte der Käufer
punkt mehrere komplementäre Kundenbedürfnisse zu nicht nur einredeweise relevieren, sondern auch als seinen eigenen
befriedigen. Demnach liegt jedenfalls eine zur besseren Anspruch in Klagsform gegen die Bank geltend machen.
74) Siehe insb E.3.a). und E.3.c).
Verfolgung wirtschaftlicher Anbieterinteressen erzeugte 75) Benke/Brandl, Haften Versicherer für Maklerei ihrer Mehrfachagen-
Agglomeration vor. Wie eine Agglomeration gleicharti- ten? wbl 2004, 153.
ger Produkte über eine signifikant akkordierte Marke- 76) Benke/Brandl, wbl 2004, 158 ff.
77) Solidarische Haftung tritt ein, wenn zwei oder mehrere Personen
tinggestaltung zur gemeinsamen Haftung der involvier- durch gemeinschaftliches Handeln widerrechtlich zu einem Schaden
ten Anbieter führen kann, haben zuletzt Benke und beigetragen haben (Koziol, Haftpflichtrecht I Rz 14/5 ff mwN).
78) Nach § 896 ABGB haften die Solidarschuldner im Innenverhältnis zu
Brandl am Beispiel der Maklerei betreibenden Mehr- gleichen Teilen, sofern kein anderes besonderes Verhältnis unter ih-
fachagenten gezeigt.75) nen besteht.

Ü In Kürze Ü Zum Thema


Im Ausgangsfall verpflichtete sich der Käufer eines PKW Über die Autoren:
als Kreditnehmer der Drittfinanzierung, eine Versicherung Dr. Nikolaus Benke, LL.M. (London) ist Universitätsprofessor,
gegen Diebstahl und Totalschaden des unter Eigentums- Mag. Philipp Klausberger ist Assistent am Institut für Römi-
vorbehalt gekauften Autos abzuschließen. In ihrer rechtli- sches Recht und Antike Rechtsgeschichte der Universität
chen Würdigung haben die Gerichte trotz der vom Käufer Wien.
gesetzten Schritte (Ausfüllen des Versicherungsformulars, Kontakt: Institut für Römisches Recht und Antike Rechtsge-
Zahlen der Prämie) die Bank als Versicherungsnehmerin schichte, Juridicum, Schottenbastei 10-16, A-1010 Wien.
und den Käufer als Versicherten (für fremde Rechnung) Homepage: www.univie.ac.at/roemisches_recht
qualifiziert sowie eine dem Käufer gegebene Falschinfor- E-Mail: nikolaus.benke@univie.ac.at,

Ü
mation (unzutreffender Weise wurde ihm erklärt, der an- philipp.klausberger@univie.ac.at.
gebotene Versicherungsschutz umfasse Tunesien) als Zu- Vom selben Autor erschienen:
sage gewertet, die den Versicherer vertraglich zur Deckung Benke/Brandl, Haften Versicherer für Maklerei ihrer Mehrfach-
verpflichtet. Dabei bestimmt der OGH hinsichtlich der agenten? wbl 2004, 153
durch die Havarie des Autos in Tunesien virulent gewor-
denen Anspruchsverfolgung, die Bank habe, ehe sie den
Käufer belangt, die Versicherungsdeckung auszuschöp- Ü Literatur-Tipp
fen. Die Autoren analysieren die Entscheidungen der Ge- Grubmann (Hrsg), Das Versicherungs-
richte und schlagen als Alternative eine auf culpa in con- vertragsgesetz5, Manz (2002).
trahendo beruhende Lösung vor, die das rechtsgeschäft-
liche Verhalten der beteiligten Personen differenziert wür- MANZ Bestellservice:
digt und mit konsistenter dogmatischer Begründung zu Tel.: (01) 531 61-100,
einem ebenso sachgerechten Ergebnis führt. Fax: (01) 531 61-455,
E-Mail: bestellen@manz.at
Besuchen Sie unseren Webshop unter
www.manz.at

ÖJZ [2005] 10 Ü Nikolaus Benke und Philipp Klausberger Ü Drittfinanzierter Autokauf mit Szenen einer Kreditausfallsversicherung 369