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Osteosarkom..................................................................................................................................................16
1 GELENKERKRANKUNGEN ...............................................................................................................................5
Chondrosarkom .............................................................................................................................................16
CHRONISCHE POLYARTHRITIS (RHEUMATOIDE ARTHRITIS).............................................................................................5 Ewing-Sarkom ...............................................................................................................................................16
JUVENILE RHEUMATOIDE ARTHRITIS .............................................................................................................................6 Knochen-Metastasen.....................................................................................................................................17
SERONEGATIVE SPONDYLARTHRITIDEN, HLA-B27-ASSOZIIERTE SPONARTHRITIDEN ......................................................6 tumorähnliche Knochenläsionen........................................................................................................................17
Reiter-Syndrom (M. Reiter)..............................................................................................................................6 solitäre juvenile Knochenzyste ......................................................................................................................17
INFEKTIÖSE ARTHRITIDEN ............................................................................................................................................6 aneurysmatische Knochenzyste ....................................................................................................................17
rheumatisches Fieber ......................................................................................................................................6 Knochenhämangiom......................................................................................................................................17
virale Arthritiden...............................................................................................................................................6 GENERALISIERTE KNOCHENERKRANKUNGEN ..............................................................................................................17
bakterielle Arthritis ...........................................................................................................................................7 angeborene Skelettsystemerkrankungen ..........................................................................................................17
ABAKTERIELLE GELENKENTZÜNDUNGEN UND ARTHROPATHIEN ......................................................................................7 Achondroplasie (Chondrodystrophie) ............................................................................................................17
Arthritis urica ....................................................................................................................................................7 Osteogenesis imperfecta ...............................................................................................................................18
Synovialitis .......................................................................................................................................................7 enchondrale Dysostosen ...............................................................................................................................18
Blutergelenk .....................................................................................................................................................7 erworbene Skelettsystemerkrankungen.............................................................................................................18
Chondrokalzinose ............................................................................................................................................7 Rachitis ..........................................................................................................................................................18
Arthrosen .........................................................................................................................................................7 Osteoporose ..................................................................................................................................................18
OSTEOCHONDROSE ....................................................................................................................................................8 Osteomalazie .................................................................................................................................................19
Morbus Perthes ...............................................................................................................................................8 REGIONALE KNOCHENERKRANKUNGEN .......................................................................................................................20
Osteochondrosis dissecans.............................................................................................................................9 M. Paget.........................................................................................................................................................20
M. Osgood-Schlatter........................................................................................................................................9 fibröse Dysplasie ...........................................................................................................................................20
M. Köhler I + II .................................................................................................................................................9 M. Recklinghausen ........................................................................................................................................20
MORBUS SUDECK .......................................................................................................................................................9 akute Osteomyelitis............................................................................................................................................20
akute hämatogene Osteomyelitis ..................................................................................................................20
2 MUSKULATUR..................................................................................................................................................10 akute exogene Osteomyelitis.........................................................................................................................21
Polymyositis und Dermatomyositis ................................................................................................................10 chronische Osteomyelitis ...................................................................................................................................21
Myasthenie.....................................................................................................................................................10 Brodie-Abszeß ...............................................................................................................................................21
Lambert-Eaton-Syndrom ...............................................................................................................................10 plasmazelluläre und sklerosierende Osteomyelitis Garré .............................................................................21
Polymyalgia rheumatica, Riesenzellateriitis ..................................................................................................10 tuberkulöse Osteomyelitis..............................................................................................................................21
Myegelosen....................................................................................................................................................11
6 WIRBELSÄULE.................................................................................................................................................21
Muskelkontrakturen .......................................................................................................................................11
Kompartment-Syndrom..................................................................................................................................11 ANGEBORENE UND ERWORBENE STÖRUNGEN .............................................................................................................21
Myositis ..........................................................................................................................................................11 Kyphosen .......................................................................................................................................................21
Myositis ossificans .........................................................................................................................................11 M. Bechterew .................................................................................................................................................21
progressive Muskeldystrophie .......................................................................................................................12 M. Scheuermann ...........................................................................................................................................22
Rhabdomyolose.............................................................................................................................................12 Skoliose .........................................................................................................................................................22
maligne Hyperthermie....................................................................................................................................12 Spinal bifida ...................................................................................................................................................22
Myotonien ......................................................................................................................................................12 Spondylose, Spondylolisthesis, Spondyloptose ............................................................................................23
Spondylosis hyperostotica .............................................................................................................................23
3 SEHNEN UND SEHNENSCHEIDEN.................................................................................................................13 DEGENERATIVE, ENTZÜNDLICHE UND TUMORÖSE VERÄNDERUNGEN ............................................................................23
Tendopathien, Tendinosen ............................................................................................................................13 Lumbalsyndrom .............................................................................................................................................23
generalisierte Tendomyopathie (generalisierte Fibromyalgie) ......................................................................13 Zervikalsyndrom ............................................................................................................................................23
Sehnenscheidenentzündung .........................................................................................................................13 Zervikozephales Syndrom .............................................................................................................................23
Paratendonitis crepitans ................................................................................................................................13 Bandscheibenvorfall ......................................................................................................................................23
Nervenwurzel-Läsion .....................................................................................................................................24
4 WEICHTEILE .....................................................................................................................................................14 Spinalkanalstenose........................................................................................................................................24
WEICHTEILTUMOREN .................................................................................................................................................14 Spondylitis tuberculosa..................................................................................................................................24
Wirbelmetastasen ..........................................................................................................................................24
5 KNOCHEN .........................................................................................................................................................14 VERLETZUNGEN ........................................................................................................................................................25
FRAKTUREN ..............................................................................................................................................................14 Schleudertrauma ...........................................................................................................................................25
Frakturen........................................................................................................................................................14 Wirbelfraktur...................................................................................................................................................25
KNOCHENTUMOREN ..................................................................................................................................................14 Querschnittslähmung.....................................................................................................................................25
benigne Knochentumore ....................................................................................................................................15 7 BRUSTKORB ....................................................................................................................................................25
Osteochondrom .............................................................................................................................................15
Enchondrom (Chondrom) ..............................................................................................................................15 Trichterbrust...................................................................................................................................................25
Osteoidosteom und Osteoblastom ................................................................................................................15 Hühnerbrust ...................................................................................................................................................26
Osteom ..........................................................................................................................................................15 8 OBERE EXTREMITÄT ......................................................................................................................................26
Chondroblastom ............................................................................................................................................16
nichtossifizierendes Knochenfibrom ..............................................................................................................16 Osteosynthese ...............................................................................................................................................26
semimaligne Tumoren........................................................................................................................................16 HALS- UND SCHULTERREGION ...................................................................................................................................26
Osteoklastom .................................................................................................................................................16 Scapula alata .................................................................................................................................................26
maligne Knochentumore ....................................................................................................................................16 Schiefhals ......................................................................................................................................................26

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Omarthritis .....................................................................................................................................................26 Koxitis ............................................................................................................................................................37


Omarthrose ....................................................................................................................................................26 Koxarthrose....................................................................................................................................................37
Periarthropathia humeroscapularis................................................................................................................26 Femurkopfnekrose.........................................................................................................................................37
Supraspinatussehnen-Syndrom ....................................................................................................................27 Coxa saltans ..................................................................................................................................................38
Rotatorenmanschettenruptur .........................................................................................................................27 Protrusio acetabuli .........................................................................................................................................38
adhäsive Kapsulitis ........................................................................................................................................27 neurogene Störungen ....................................................................................................................................38
kalzifizierende Tendopathie ...........................................................................................................................27 Verletzungen ......................................................................................................................................................38
DD Schulterschmerz......................................................................................................................................27 Beckenfraktur.................................................................................................................................................38
Verletzungen ......................................................................................................................................................27 Schenkelhalsfraktur .......................................................................................................................................39
Skapulafraktur................................................................................................................................................28 Weitere Oberschenkelfrakturen .....................................................................................................................40
Claviculafraktur ..............................................................................................................................................28 KNIEGELENK .............................................................................................................................................................40
Akromioklavikulargelenkverletzung ...............................................................................................................28 Patellaluxation ...............................................................................................................................................40
Sternoklavikular-Luxation ..............................................................................................................................28 Beckenachsenveränderungen .......................................................................................................................40
Schultergelenks-Luxationen ..........................................................................................................................28 Kniegelenksentzündung ................................................................................................................................40
Sternumfraktur ...............................................................................................................................................29 degenerative Veränderungen ............................................................................................................................40
Plexusverletzungen............................................................................................................................................29 Gonarthrose ...................................................................................................................................................40
obere Plexuslähmung ....................................................................................................................................29 Meniskopathie................................................................................................................................................41
untere Plexuslähmung ...................................................................................................................................29 Chondropathia patellae..................................................................................................................................41
Thoracic-outlet-Syndrom ...............................................................................................................................29 Chondromalazia patellae ...............................................................................................................................41
ARM UND HAND ........................................................................................................................................................30 Femoropatellararthrose .................................................................................................................................41
angeborene Störungen ......................................................................................................................................30 Verletzungen ......................................................................................................................................................41
Fehlbildungen ................................................................................................................................................30 Meniskusverletzungen ...................................................................................................................................41
Radiusaplasie ................................................................................................................................................30 Bandverletzungen..........................................................................................................................................41
radioulnare Synostose ...................................................................................................................................30 Patellafraktur..................................................................................................................................................42
Madelung-Deformität .....................................................................................................................................30 Knorpelverletzung..........................................................................................................................................42
Syndaktylie.....................................................................................................................................................30 UNTERSCHENKEL UND OBERES SPRUNGGELENK ........................................................................................................43
erworbene Störungen.........................................................................................................................................30 Verletzungen ......................................................................................................................................................43
Epikondylitis ...................................................................................................................................................30 Tibiakopffraktur ..............................................................................................................................................43
Handgelenksarthrose.....................................................................................................................................31 Unterschenkelschaftfraktur ............................................................................................................................43
Lunatummalazie ............................................................................................................................................31 Malleolarfrakturen ..........................................................................................................................................43
Styloitis radii...................................................................................................................................................31 Achillessehnenruptur .....................................................................................................................................43
Dupuytrensche Kontraktur .............................................................................................................................31 DD des Achillessehnen- und Fersenschmerzes............................................................................................44
Panaritium......................................................................................................................................................31 FUß UND ZEHEN........................................................................................................................................................44
neurogene Störungen ........................................................................................................................................31 angeborene Fußdeformitäten ............................................................................................................................44
N. ulnaris........................................................................................................................................................31 Klumpfuß........................................................................................................................................................44
N. radialis .......................................................................................................................................................32 Hackenfuß......................................................................................................................................................44
N. medianus...................................................................................................................................................32 Plattfuß...........................................................................................................................................................45
Karpaltunnel-Syndrom ...................................................................................................................................32 Sichelfuß ........................................................................................................................................................45
Verletzungen ......................................................................................................................................................32 Os tibiale externum........................................................................................................................................45
Bizepssehnen-Syndrom und Bizepssehnenruptur ........................................................................................32 erworbene Fußdeformitäten...............................................................................................................................45
Humerusfraktur ..................................................................................................................................................32 Spitzfuß..........................................................................................................................................................45
proximale Humerusfraktur .............................................................................................................................32 Knick-Senkfuß ...............................................................................................................................................45
Humerusschaftfraktur ....................................................................................................................................33 Spreizfuß........................................................................................................................................................45
distale Humerusfraktur...................................................................................................................................33 Hohlfuß ..........................................................................................................................................................46
Ellenbogenverletzungen.....................................................................................................................................33 Verletzungen ......................................................................................................................................................46
Ellenbogenluxation ........................................................................................................................................33 Sprunggelenksdistorsion mit Außenbandruptur ............................................................................................46
Ellenbogengelenksfrakturen ..........................................................................................................................33 Talusluxation..................................................................................................................................................46
Unterarmfrakturen - und luxationen ...................................................................................................................34 Talusfraktur ....................................................................................................................................................46
Radiusköpfchenfraktur...................................................................................................................................34 Kalkaneusfraktur............................................................................................................................................46
Radiusköpfchenluxation.................................................................................................................................34 Ermüdungsfraktur ..........................................................................................................................................46
Radiusköpfchenluxation beim Kind ...............................................................................................................34 Tarsaltunnelsyndrom .....................................................................................................................................46
distale Radiusfrakturen ..................................................................................................................................34 Zehendeformitäten .............................................................................................................................................47
Handverletzungen ..............................................................................................................................................35 Hallux valgus..................................................................................................................................................47
Kahnbeinfraktur / Kahnbeinpseudarthrose ....................................................................................................35 Hallux rigidus .................................................................................................................................................47
Mittelhandfrakturen ........................................................................................................................................35 Hammer- und Krallenzehen...........................................................................................................................47
Sehnenverletzungen......................................................................................................................................35
9 UNTERE EXTREMITÄT ....................................................................................................................................36
HÜFT- UND OBERSCHENKELREGION...........................................................................................................................36
Hüftdysplasien ...............................................................................................................................................36
pathologischer Schenkelhalswinkel...............................................................................................................36
Epiphyseolysis capitis femoris .......................................................................................................................36

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x Methotrexat (v.a. Schädigung Epithel des GIT / Haarfollikel / Knochenmark = Stomatitis, Durchfall,
1 Gelenkerkrankungen Leberschädigung mit nTransaminasen, Leuko-, Thrombopenie)
x Azathioprin (v.a. Schädigung GIT / blutbildendes System / Leber)
chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis) x Cyclophosphamid (Knochenmarkdepression, GIT-Störungen, Haarausfall, hämorrhagische Zystitis)
chirurgisch: x Frühsynovektomie (präventiv) oder Spätsynovektomie, Resektion entzündeter Sehnenscheiden, Umstell-
Patho: x systemische Erkrankung (Befall mehrerer Gelenke, auch Sehnenscheiden und Bursae) ungsosteotomien, Arthrodesen oder Arthroplastiken (bei ausgeprägten Deformierungen)
x ätiologisch unklare exsudative Proliferation der Synovia im Sinne Autoaggression
x schubförmiger Verlauf, F>M (3:1), v.a. 30-50 LJ, 5x häufiger bei HLA-DR4-Trägern juvenile rheumatoide Arthritis
x körpereigene v.a. IgM binden an Fc Teil der IgG
x Auto-AK v.a. von Plasmazellen in Synovialhäuten, Immunkomplexe lagern sich in Synovialis ab und rufen Allgemeines: x syn. juvenile chron. Arthritis, verschiedene Formen der chron. Arthritis mit Beginn vor 16.LJ, Arthritis
Komplementsystemreaktion hervor (Typ III), aktivierte Lysozyme aus Granulos bauen hyalinen Gelenkknorpel muß mind. 3 Mon. andauern oder rezidivieren, evtl. rasch Fehlhaltungen + Funktionseinbußen
ab o Granulationsgewebe o bindegewebsartige oder knöchernen Ankysolierung Auslöser: Infektionen, Traumen oder auch Stress bei genetischer Disposition
x Sprunggelenk, Zehen- und Ellenbogengelenk, HWS und Hüftgelenk systemisch: x 10%, Still-Syndrom - Fieber, Exanthem, Beteiligung innerer Organe
polyartikulär: x symmetrische Arthritis, seronegativ (30-40%, kindliche Form, negativer IgM-Rheumafaktor), seropositiv (5%,
Symptomatik: x meist schleichender Beginn (oft erst Hände), unspezifische Symptome (Schwäche, rasche Ermüdbarkeit, früher Beginn der adulten Form, positiver Rheumafaktor)
Appetitlosigkeit, subfebrile Temperaturen, Schweißigkeit, brüchige Nägel, Anorexie, Myalgien) oligoartikulär: x asymmetrische Arthritis, Typ I (20-30%, frühkindlicher Beginn, 50% mit chron. Iridozyklitis), Typ II (20-25%,
Polyarthritis: x Befall kleiner Gelenke (Fingergrund- + Mittelgelenke, Morgensteifigkeit, Bewegungsschmerz, Händedruck- HLA-B27-assoziiert, Arthritis, Sehnenansatz- und Rückenschmerzen, Iridozyklitis, Assoziation mit M.
schmerz), Gelenkzerstörung (Ulnardeviation, Muskelatrophie), Gelenkschwellung + -erguß, Befall großer Bechterew)
Gelenke, Wirbelsäulenbefall (Halsmarkkompression, evtl. Lebensgefahr) Diagnostik: x Klinik, nBSG, nCRP, na2-Globuline, nGammaglobuline, je n. Subtyp (IgM-Rheumaf., ANA, HLA-B27)
periartikulär: x Tendovaginitis, Bursitis, Synovialzysten, Nervenkompression-S. (Karpaltunnels.), Rheumaknoten Therapie: x nichtsteroid. Antiphlogistika, Glukokortikoide, Basismedis (Cloroquin, Sulfasalazin, Immunsuppressiva)
extraartikulär: x evtl. Organbeteilung: Gefäße (Vaskulitis, Raynaud-Symptomatik, Arteriitis der Fingerarterien o periphere
Gefäßverschlüsse, Vasa nervorum o Neuropathie), Herz (Perimyokarditis, Koronaritis, KHK), Lunge seronegative Spondylarthritiden, HLA-B27-assoziierte Sponarthritiden
(Pleuritis, fibrosierende Alveolitis), Augen (Keratoconjunctivitis sicca, Skleritis), Muskulatur (Vaskulitis der
Muskelarterien, noduläre Myositis) Allgemeines: x v.a. Befall von Achsenskelett (Wirbelsäule, Iliosakralgelenk), untere Extremität (Mono-, Oligoarthritis), Rheu-
subkutane Rheumaknoten (v.a. Extensionsseiten der Extremitäten) mafaktoren meist negativ
Felty-Syndrom: x Trias aus CP + Splenomegalie + Neutropenie, zusätzlich evtl. Vaskulitis mit trophischen Hautstörungen + HLA-B 27: x ankylosierende Spondylitis (M. Bechterew), reaktive Arthritis (nach Inf. mit Yersinien, Salmonellen, Shigell-
Episkleritis + Pleuritis + Perikarditis en, Campylobacter jejuni, Chlamydien etc.), Reiter-Syndrom, Psoriasisarthritis, juvenile rheumatoide Arthritis
Deformitäten: x Ulnardeviation der Finger (in Grundgelenken), Schwanenhalsphänomen (Beugung des Fingerendgelenks
und Hyperextension des Mittelgelenkes durch Schädigung der Beugesehne) Reiter-Syndrom (M. Reiter)
x Knopflochdeformität (Überstreckung des distalen und Beugestellung des proximalen Interphalangeal- Allgemeines: x reaktive Arthritis, vermutl. Kreuzreaktivität zw. Zellwandbestandteilen + HLA-B27-Merkmal
gelenkes durch Zerstörung der Streckaponeurose) Ätiologie: x genetische Faktoren (80-90% HLA-B27-positiv), vorausgehende urethrale oder enterale Infektion (Chlamy-
x spindelförmige Finger (Schwellung Metakarpophalangeal- + prox. Interphalangealgelenke) dien, Gonokokken, Ureaplasmen, Campylobacter, Salmonellen, Shigellen, Yersinien)
x spontane Sehnenruptur v.a. Fingerstrecksehnen (durch Tendovaginitis) Einteilung: x postdysenteritisches Reiter-Syndrom, posturethritisches Reiter-Syndrom
x Caput-ulnae-Syndrom (Dorsalluxation des zerstörten Caput ulnae, Sehnenrupturen) Symptomatik: x Trias: Urethritis + Konjunktivitis + Arthritis Ÿ Gelenkbefall (Mono-/Oligoarthritis v.a. untere Extremität), Kon-
Diagnostik: junktivitis oder Iridozyklitis, Urethritis bzw. Zervizitis
Labor: x Aktivitätszeichen: nBSG, nCRP, Leukozytose, nD2- und nJ-Globuline in Elektrophorese, normohypochrome x Haut- und SH-Veränderungen: Balanitis erosiva circinata (auf stark entz. gerötetem Grund bis pfennig-
Anämie, Thrombozytose, pFe, nCu) stückgroße Erosionen mit weißlichem Randsaum und polyzyklischer Begrenzung), Psoriasiforme
x Immunologie: pos. Rheumafaktoren (in 80% IgM), antinukleäre Faktoren, Antistreptolysintiter, HLA-B27 x Hautveränderungen (v.a. Handflächen + Fußsohlen, Nageldystrophie), Stomatitis mit diff. Rötung bis Ulzera
x Synovialflüssigkeit: gelb-braun + flockig-trüb mit geringer Viskosität, 4.000-50.000 Leukos/Pl, pMuzingehalt, Diagnostik: x Klinik, evtl. Nachweis von auslösenden Bakterien
nGammaglobuline, pKomplementfaktoren C3 + C4, Rhagozyten Therapie: x symptomatisch NSAR, physikalische Maßnahmen, oft Rückbildung innerhalb von Wochen bis Monaten
Stadien: x 1: Gelenkschwellung, ‡ Deformität, ‡ Bewegungseinschränkung (Rezidivgefahr), selten chron. Verlauf oder Übergang in Spondylitis ankylans
x 2: eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit, ‡ Deformität, beginnende Muskelatrophie
x 3: stark pGelenkbeweglichkeit, Deformationen, deutl. Muskelatrophie, Rheumaknoten, Tendovaginitis infektiöse Arthritiden
x 4: Versteifung der Gelenke
Diagnosekriterien der American Rheumatism Association: Diagnosestellung bei 4 von 7 Kriterien rheumatisches Fieber
1. Morgensteifigkeit, Dauer min 1 h, > 6 Wochen Allgemeines: x entzündliche Folgeerkrankung nach Infektion mit ß-hämolysierenden Streptokokken Gruppe A (System-
2. Weichteilschwellung (Arthritis) von 3 oder mehr Gelenkbereichen, > 6 Wochen erkrankung der Gelenke / subkutanes Gewebe / Herz / ZNS), vermutlich durch Kreuzreaktivität zw.
3. Schwellung / Schmerz prox. Interphalangeal- / Metakarpophalangeal- / Handwurzelgelenke Streptokokken und körpereigenen Antigenen, v.a. 5-15.LJ, seronegativ
4. symmetrische Arthritis, > 6 Wochen Symptomatik: x Beginn 10-20d nach sensibilisierenden Racheninfekt o uncharakteristische Allgemeinsymptome, Arthritis
5. Rheumaknoten (innerhalb von Tagen wechselnder Befall verschiedener Gelenke), 1/3 kardiale Beteiligung (Endo- / Myo- /
6. Rheumafaktoren im Serum (IgM-Anti-IgG) Perikarditis), Hautbefall (Erythema anulare am Stamm, subkutane Rheumaknoten, evtl. Erythema nodosum),
7. typ. Röntgen-ǻ der Hände: gelenknahe Osteoporose und Erosionen selten Chorea minor
Röntgen: Diagnostik: x Jones-Kriterien: Hauptkriterien (Karditis, Polyarthritis, Chorea minor, Erythema anulare, subkutane Knöt-
Stadium I: x leichte gelenknahe Osteoporose ohne Gelenkdestruktion chen), Nebenkriterien (Fieber, Arthralgien, vorrausgegangenes RF, nBSG, nCRP, Leukozytose, nPQ-Zeit,
Stadium II: x gelenknahe Osteoporose, Usuren, subchondrale Osteolysen, Gelenkspaltverschmälerung nTiter gegen Streptokokkenantikörper)
Stadium III: x Osteoporose, ausgeprägte Knorpel- und Knochendestruktionen mit Randzackenbildungen, Gelenkdeforma- Therapie: x Penizillin G oder V für 2 Wochen (auch Tetrazykline, Erythromycin, Cephalosporine), symptomatisch (ASS,
tionen, Achsendeviation, Subluxation, Zerstörung der Gelenkkörper Prednisolon, Bettruhe, evtl. Diuretika / Digitalis / Sedativa), Rezidivprophylaxe über 10 Jahre
Stadium IV: x fibröse oder knöcherne Ankylose der Gelenke Prognose: x v.a. abhängig von Karditis-Behandlung (evtl. nach Endocarditis rheumatica später erworbene Herz-klappen-
fehler), Arthritis ohne morphologische Folgen
Therapie: x aktive und passive Bewegungstherapie, Kryotherapie
Medikamente: x symptomatisch (NSAID, evtl. Kortikoide), Basistherapeutika (Chloroquin, Goldsalze, Penicilliamin, Salazo- virale Arthritiden
sulfapyridin, Methotrexat), chem. Synovektomie durch intraartikuläre Injektion von Zytostatika Allgemeines: x Gelenkbeteiligung bei diversen viralen Infektionen (Hepatitis B, Röteln, Parvovirus, selten auch Mumps,
NW: x Gold (stark toxisch, Dermatitis = Juckreiz, Exanthem, Stomatitis, Metallgeschmack, GN mit nephroti-schem Windpocken, Mononukleose, Adeno, ECHO, Coxsackie-Viren)
Syndrom, aplastische Anämie, Leukopenie, Thrombopenie, Leberschädigung o evtl. Absetzen) Symptomatik: x oft rascher Beginn, komplikationslose Rückbildung meist innerhalb von Tagen bis Wochen
x Hydroxychloroquin (meist reversible Keratopathie, seltener irreversible Retinopathie) x meist symmetrischer Befall, häufig Fingergelenke, auch Knie + Sprunggelenk + Ellenbogengelenke
Therapie: x symptomatisch mit NSAR

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x Ursachen: Fehlbelastung (z.B. Achsenfehler, M. Perthes, Epiphysiolysis capitis femoris), Traumen (Luxation,
bakterielle Arthritis Frakturen die Gelenkfläche einbeziehen), Entzündungen (z.B. chron. Polyarthritis, bakt. Arthritis),
Allgemeines: x meist hämatogen, seltener auch traumatische offene Gelenkverletzungen, intraartikuläre Injektion, intra- metabolische (z.B. Gicht, Alkaptonurie), neurolog. Erkrankungen (z.B. Tabes dorsalis)
artikuläre Punktionen, Übergreifen Phlegmone, operative Eröffnung des Gelenkes x weitere Faktoren: Übergewicht, Immobilisation, chron. Synovitis, Missverhältnis zw. Beanspruchung und
x Erreger: Staphylokokken, Neisseria gonorrhoe, H. influenzae, bei Kindern auch Streptokokken Belastungsfähigkeit, degeneriertes Knorpelgewebe, Knochenläsion, geschrumpfte Gelenkkapsel
Symptomatik: x häufig Knie- und Hüftgelenk, zunächst Entzündung der Synovia Ÿ eitriger Gelenkserguss (Empyem) Symptome: x Belastungs- und Bewegungsschmerzen, Muskelverspannungen und Schwellung, Kapselentzündung, Ten-
x Entzündungszeichen, im floriden Verlauf Allgemeinsymptome und Fieber dopathie, Muskelhypertonie
x Ausdehnung auf benachbarte Strukturen Æ Panarthritis mit Kapselphlegmone (Knorpelzerstörung und x Spätstadium: Ruheschmerz, Bewegungseinschränkung, zunehmende Deformierung wie Achsenfehlstellung
Gewebsschrumpfung Æ knöcherne oder fibröse Ankylose) + Gelenkinstabilität sowie Kontrakturen durch Weichteilverkürzungen + Gehenkversteifung
x evtl. chron. Infektion mit Fistelbildung und Übergreifen auf subchondralen Knochen x Anlaufschmerz nach Liegen oder längerem Sitzen (Besserung beim Gehen)
Diagnostik: x Erregernachweis und Leukozytose im Gelenkpunktat Röntgen: x Gelenkspaltverschmälerung, subchondrale Sklerose, Osteophytenbildung an Gelenkenden, lokale Knochen-
Therapie: x gelenkentlastende Punktion mit Erregernachweis für systemische Antibiose destruktionen, Geröllzysten, freie Gelenkkörper, Konglomerate von frakturierten Trabekeln
x evtl. frühzeitige chirurgische Therapie mit Spül-Saug-Drainage und evt. Synovektomie, funktionelle Nach- Therapie: x physikalisch (Wärme, Elektrotherapie, KG, Gelenkentlastung), medikamentös (Analgetika, NSAR)
behandlung mit Motorschienen, evtl. Arthrodese oder Gelenksersatz bei ausgeprägten destruktiven x operativ: Spülungen, Instillation von Kortikoiden, OP (Umstellungsosteotomie, Denervierung, bessere Ge-
Veränderung durch Panarthritis lenktrophik durch Synovialektomie, Endoprothetik, Arthrodese bei schmerzhaften Arthrosen im Bereich von
Fuß-, Sprung-, Hand, Ellenbogengelenk, WS)
abakterielle Gelenkentzündungen und Arthropathien x Prävention: Gewichtsreduktion, Vermeidung starker Gelenkbelastung, Fehlstellungskorrektur

Arthritis urica Interphalangealarthrosen


Allgemeines: x nHarnsäurespiegel im Blut o Ablagerung von Uratkristallen im Gewebe (lokale Entzündungsreaktion mit Allgemeines: x Fingerendgelenke (Herberden), Fingermittelgelenke (Bouchard), Daumensattelgelenk (Rhizarthose), gene-
Schwellung, Überwärmung, Schmerz tische Disposition, v.a. Ƃ postmenopausal
primär: x meist genetische Prädisposition mit Engpass in renaler Harnsäureausscheidung Symptome: x Rötung, Schwellung, selten Überwärmung und meist keine oder nur geringe Schmerzen an jeweils
sekundär: x nendogener Harnsäureanfall (chron. Leukosen, Chemo), pAusscheidung bei Saluretika-Gabe betroffenen Gelenken, später Verdickung und Deformierung des Gelenkes
Symptomatik: x akuter Gichtanfall: meist Großzehengrundgelenk x Herberden-Arthrose: zus. schmerzhafte Beuge-Kontraktur in Fingerendgelenken mit Ulnar-Abweichung
x chronisch: polyartikulärer Befall mit Gelenkdestruktion (v.a. Zehen und Finger, deformierende Röntgen: x wulstige Verdickung und Deformierung der Gelenkränder
Gichtknoten), Niere (Uratnephropathie, Harnsäurenephrolithiasis) Therapie: x physikalische Maßnahmen, Analgetika, NSAR, Synovektomie bei Bouchard-Arthrose und Denervation zur
Diagnostik: x Klinik, Hyperurikämie (>6,5mg/dl), im Gichtanfall wegen bestimmter Medis evtl. normaler Harnsäurespiegel Schmerzlinderung, Arthrodese bei Beschwerdepersistenz
(NSAR, Kortison, Salizylate), auch nWerte ohne Gichtsymptomatik Bouchard-Arthrose: x Polyarthrose der Fingermittelgelenke, F>M
x Rö (Erosionen der Kortikalis, Usuren, Weichteilschatten durch Tophi), Gelenkpunktion (Uratkristalle) x S: leichte Schmerzhaftigkeit der Finger, selten Funktionseinschränkungen, spindelförmige dorsale Auftreib-
Therapie: x akut: Colchicin ung der Finger und Begleitsynovitis
x Dauer: Urikosurika (nHarnsäureausscheidung, Probenezid, Sulfinpyrazon, Benzbromaron) x D: Labor meist normal (evtl. leicht nBSG, negativer Rheumafaktor, normale Harnsäure)
Urikostatika (pHarnsäurebildung, Allopurinol), Diät x T: Wärme, Röntgenreiztherapie, bei aktivierter Arthrose NSAR, in schweren Fällen OP (Synovektomie, De-
nervierung, evtl. Arthrodese).
Synovialitis Rhizarthrose: x Arthrose im Daumensattelgelenk, bei 5-10%, isoliert oder bei Polyarthrose
Ursachen: x enzymatische Destruktion des Knorpelgewebes bei Arthrose, chron. unspezif. Entzündung der Synovialis mit x S: Bewegungsschmerzen im Daumensattelgelenks, evtl. Nachtschmerz
Reizergussbildung, wiederholte Gelenkblutungen x D: Rö (Arthrosesigns = Gelenkspaltverschmälerung, subchondrale Sklerosierung, gelenknahe Zysten)
x pigmentierte villonoduläre Synovialitis: gutartige Wucherung der Synovialis mit Osteolysen der Gelenkkör- x T: zunächst konservativ (Ruhigstellung, lokaler Infiltration), operativ (Resektionsinterpositionsarthro-plastik,
per, v.a. Knie- und Hüftgelenke, Röntgen (Gelenkspaltverschmälerung und Osteolysen im gelenknahen Synovialektomie, Denervierung des Gelenks)
Bereich), Arthrographie (braungefärbte Zotten der Synovialis)
Therapie: x Synovektomie Osteochondrose
Blutergelenk Lokalisation: x Femurkopfepiphyse (M. Perthes)
Allgemeines: x rezidivierende Einblutungen in Gelenke, X-chromosomal rezessiv (Hämophilie A+B) B bindegewebige Über- x Wirbelsäule (M. Scheuermann)
wachsung des Knorpels und Zerstörung der subchondralen Gelenkfläche mit Zystenbildung x Femurkondylen (Osteochondrosis dissecans des Kniegelenkes)
x v.a. Knie-, Sprung-, Ellenbogen-, Hand- und Hüftgelenk x Tuberositas tibiae (M. Osgood-Schlatter)
Röntgen: x im Anfangsstadium Weichteilverdickung, schattengebende Gelenkkapsel durch Hämosiderineinlagerung, x Os naviculare pedis (M. Köhler I )
Gelenkspaltverschmälerung und Destruktion subchondraler Gelenkfläche, später radiolog. Arthrose-Zeichen x Mittelfußköpfchen (M. Köhler II )

Chondrokalzinose Morbus Perthes


Allgemeines: x Pseudogicht, Ablagerung von Kalziumpyrophosphatkristallen in Gelenkknorpel und Synovialflüssigkeit mit Allgemeines: x aseptische Osteochondrose der Femurkopfepiphyse, meist 3-10.LJ, Ju>Mä
resultierender entz. u/o degenerativer Arthropathie, Ursachen (primärer Hyperparathyreoidismus, Hämo- 1. Stadium: x Versagen Femurkopf-Blutversorgung (Vaskularisationsstörung, verlangs. Knochenkernwachstum)
chromatose, Hypothyreose, Hypomagnesiämie, Hypophosphatämie) x verbreiteter Gelenkspalt, röntgenologisch verminderte Epiphyse
Symptomatik: x ähnlich HS-Gicht (eher große Gelenke=Knie, weniger Großzehengrundgelenk, weniger akut im Anfall) 2. Stadium: x Kondensation (reaktive Knochenverdichtung durch Mikrofrakturen), Epiphyse in sich gestaut
Diagnostik: x Gelenkpunktion (Kalziumpyrophosphatkristalle) 3. Stadium: x Fragmentationsstadium € Abbau nekrot. Knochenbälkchen + Auflösung Hüftkopfkerns
Therapie: x symptomatisch (NSAR) 4. Stadium: x Reparationsstadium € Wiederaufbau des Hüftkopfes durch Bildung neuer Knochenbälkchen
Symptomatik: x zunächst Hinken oder Knieschmerzen, später auffällige Bewegungseinschränkung (v.a. in Rotation und
Arthrosen Abduktion), positives Viererzeichen (bei Beugung und Abduktion des Hüftgelenkes bei gebeugtem Kniegelenk
Allgemeines: x v.a. Hüft-, Schulter- und Kniegelenk ergibt sich beim Gesunden Bild einer 4, beim M. Perthes ist Abspreizbarkeit und Drehbeweglichkeit einge-
primär: x idiopathisch, meist symmetrisch (z.B. Herberden-Arthrose, Bouchard-Arthrose) schränkt)
x Beginn: durch Alterung und Ernährungsstörungen bedingte Gelenkknorpel-ǻ: Elastizitätsverlust, Einrisse in Röntgen: x anfangs scheinbare Gelenkspaltverbreiterung, anschließend Verdichtung der Femurepiphyse und Fragmen-
Knorpeloberfläche, Höhenminderung des Knorpelgewebes, Bildung von Knorpelzellnestern, subchondrale tation des Hüftkopfkernes, später deformierter Femurkopf (typischerweise Pilzform)
Sklerosierung der Gelenkfläche, Knorpelabreibung mit reaktiver Bildung von Knochen-vorsprüngen wie x prognostisch ungünstige Risikozeichen: Lateralisation des Hüftkopfes, laterale Verkalkung der Epiphyse,
Exophyten oder Osteophyten und Zystenbildung, durch anfallende Knorpelabrieb-produkte entzündliche Beteiligung der Metaphyse
Reizung der Synovia mit Ergussbildung Æ aktivierter Arthrose Therapie: x entlastende Orthesen wie Thomas-Schiene, bei eingetretener Lateralisation des Hüftkopfes Beckenosteo-
sekundär: x präarthrotische Deformitäten (Inkongruenz der artikulierenden Gelenkflächen) tomie nach Salter oder intertrochantere Varisationsosteotomie

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Osteochondrosis dissecans
Allgemeines: x unklare Genese, aseptische Osteonekrose an Gelenkfläche, durch Vaskularisationsstörung
x sklerosierende Osteolyse im Knorpel-Knochen-Bereich mit anschließender Ablösung des Dissekates aus 2 Muskulatur
Gelenkfläche Ÿ freie Gelenkkörper hinterlassen Defekt in Gelenkfläche
x Ursachen: unklar (ischämisch?, traumatisch?), wahrscheinlich multifaktoriell Polymyositis und Dermatomyositis
x häufig mediale Femurkondylen und Ellenbogen, Männern 20-40-LJ Allgemeines: x seltene erworbene Muskelerkr., vermutlich T-Zell-vermittelte Autoimmunreaktion auf muskuläres AG, Mus-
kelfasuntergang mit rasch zunehmender Muskelschwäche, im Alter oft paraneoplastisches Syndrom
Symptomatik: x uncharakteristische Gelenkschmerzen v.a. bei Belastung und Bewegung, Tendenz zur Ergussbildung
(Tumorsuche), F>M, Gipfel 4-6.LJZ
x nach Ablösung des Dissekates: Einklemmungserscheinungen und Gelenkblockierungen
x bei zusätzlichen Hauterscheinungen o Dermatomyositis (F>M; um 10.LJ = juvenile DM und 40-60.LJ =
Röntgen: x demarkierter Knochendefekt mit Sklerosezone oder freies Dissekat im Gelenk (Gelenkmaus), MRT
adulte DM, zu 50-70% mit Malignom assoziiert = v.a. Darm- / Bornchial- / Mamma- / Ovarial-Ca)
x Stadien: St. 1: im konventionellen Rx nicht sichtbar, im MRI Oedem erkennbar
Symptomatik: x Entwicklung über Wochen bis Monate, initial muskelkaterartige Schmerzen und Paresen v.a. der proximalen
St. 2: Sklerose, Herd mit Umgebung noch vereint
Muskeln der Beine und Arme (Treppensteigen, Armheben), typisch. auch Nacken- und Pharynxmuskulatur
St. 3: Sklerotischer Herd von Umgebung deutlich demarkiert
(Kopf sinkt nach vorne, Schluckstörungen), im Verlauf sichtbare Atrophien, druckschmerzhafte Muskulatur, in
St. 4: Femurkondylus-Defekt (Mausbett), ev. freier Gelenkkörper sichtbar
25% Arthralgien
Therapie: x Anfangsstadium konservative Th. mit Entlastung und Ruhigstellung
x Haut: fliederfarbene ödematöse Erytheme sowie livide Makeln + Plaques (Stirn, Wangen, oberer
x Operativ: Umkehrplastik, Reinseration oder Entfernung des Dissekates Thoraxbereich, Oberarme), periorbitale livide Erytheme, Hypomimie und trauriger Gesichtsausdruck,
x St. 1: expektativ, ev. reversibel periunguale Hyperkeratosen mit teleangiektatischen Erythemen, streifige livide Rötungen mit schup-penden
x St. 2: expektativ, ev. arthroskop. Bohrungen, um Revaskularisation zu fördern Papeln auf Fingerrücken, Calcinosis cutis (v.a. juvenile Form), Poikilodermie (Buntscheckigkeit) in späten
x St. 3: arthroskop. Bohrung oder Anschraubung des Herdes Stadien
x St. 4: Arthroskop. Debridement des Defektrandes und Enfernung des freien Gelenkkörpers, ev. x seltener: Arthritis, GN, Dyspnoe, Lungenfibrose, Myo-, Peri- und Endokarditis, Darmatonie
Auffüllung des Defektes (Mosaikplastik od. Chondrocyten-Transplantation) Komplikationen: x evtl. Atemlähmung und Nierenversagen (Tod)
Diagnostik: x Labor (nKreatinkinase, nBSG), lebhafte Eigenreflexe, EMG (myopathisches Muster, akut mit pathol. Spon-
M. Osgood-Schlatter tanaktivität), Muskelbiopsie (lympho- und histiozytäre Infiltrate, Parenchymuntergang)
Allgemeines: x aseptische Nekrose der Tibiaapophyse (Tuberositas tibiae) o Ossifikationsverzögerung und Ablösung von x Nachweis spezifischer Auto-AK (ANA, Anti-Mi-2-AK, Rheumafaktor, Anti-PMScl-AK, Anti-Jo1-AK)
Dissekaten unter Lig. patellae, meist während Wachstumsphase vor Pubertät oder Überbelastung der x DD: Polymyalgia rheumatica, Myasthenie, Muskeldystrophie
Kniegelenke im Kindesalter (v.a. sportlich aktive Jungen 10-14.LJ)
Therapie: x hochdosierte Kortikoide (langsame Reduktion), evtl. Azathioprin, Methotrexat, Cycloposphamid
Symptome: x belastungsabhängige Schmerzen, lokaler Druckschmerz über Tuberositas tibiae
x im akuten Stadium Bettruhe, dann KG + Atemtherapie, Tm-Suche (nach TU-Entfernung oft Abheilung)
x Prominenz im Bereich der Tuberositas (evt. später)
Prognose: x abhängig vom Verlauf (akut, subakut, primär chron.), bei frühzeitiger Therapie meist Remission
Röntgen: x Strukturauflockerungen, Fragmentation, Abhebung der Tuberositas tibiae
Therapie: x Entlastung des Kniegelenkes (kurzfristige Sportpause, meist problemloses Ausheilen), lokale Anti- Myasthenie
phlogistika, sehr selten operative Maßnahmen erforderlich (Abtragung schmerzhafter knöcherner Allgemeines: x erworbene Autoimmunerkrankung, bei 80% AK gegen muskulären Nikotinrezeptor (schnellerer Abbau der
Ausziehungen nach Wachstumsabschluss) Rezeptoren, Blockade der Substratbindungsstelle), vermutlich autoimmunologische Erkrankung mit Thymus-
Beteiligung (in 10% Thymom, in 70% Thymushyperplasie), 5/100.000, F>M, Gipfel 20-40.LJ
M. Köhler I + II
Symptomatik: x vorzeitige Muskelermüdung, zunächst oft ein-/doppelseitige Ptosis (verstärkt abends), Doppelbilder, Opht-
Allgemeines: x aseptische Osteochondrose des Os naviculare (M. Köhler I ), bevorzugt zw. 4-7.LJ halmoplegia externa, in 20% rein okuläre Myasthenie, Facies myopathica, verwaschene nasale Sprache,
x aseptische Osteochondrose der Mittelfußköpfchen (M. Köhler II ) erschwertes Kauen / Schlucken, Regurgitation von Flüssigkeiten, später Rumpf + Extremit.
x v.a. Mädchen während Pubertät, v.a. Os metatarsale II, selten II oder IV x evtl. myasthene Krise (Atemstörung, Tachykardie, Mydriasis, schlaffe Lähmung, blass-kalte Haut, evtl.
x Vaskularisationsstörung unbekannter Ätiologie, Verlauf in 4 Stadien Stuhldrang, pos. Tensilontest), cholinerge Krise (Atemstörung, Bradykardie, Miosis, Akkomodationsstörung,
x oft Ausheilung, Deformierung des Metatarsalköpfchens aber nicht selten schlaffe Lähmung, Faszikulationen, Wadenkrämpfe, rot-warme Haut, Bauchkrämpfe, Diarrhoe, neg.
x selten: Verformung Os naviculare mit sek. Arthrose der Nachbargelenke bei abgeflachtem Fußgewölbe Tensilontest), oft Verschlechterung in Schwangerschaft
Symptome: x M. Köhler I: Schmerzen am Fußinnenrand, z.T. auch Schwellung x keine Sensibilitätsstörungen, keine Atrophien, keine Faszikulationen
x M. Köhler II: geht mit Spreizfuß einher Diagnostik: x Tensilontest (Acetylcholinesterasehemmer, i.v.-Gabe o vorübergehende Besserung), Serienstimulat-ion im
Röntgen: x Anfangsstadium: scheinbare Gelenksspaltverbreiterung, anschließend Verdichtung Os naviculare bzw. des EMG (abnehmende Amplituden der Muskelaktionspotentiale von 1-5. Antwort), Thorax-CT
Mittelfußköpfchens, teilweise Fragmentation der Betroffenen Knochen, selten später Deformierung Therapie: x Cholinesterasehemmer (Neostigmin, Pyridostigmin, cave cholinerge Krise), Immunsupression (Gluco-
Therapie: x Einlagenversorgung corticoide + Azathioprin), frühzeitige Thymektomie, bei myasthener Krise evtl. Plasmapherese
x Kontra: Diazepam, Aminoglykoside, Magnesium, D-Penicillinamine
Morbus Sudeck
Lambert-Eaton-Syndrom
Patho: x schmerzhafte Dystrophie und Atrophie von Knochen und Weichteilen, v.a. Hand und Fuß Allgemeines: x paraneoplastisches Syndrom mit myasthenischer Reaktion, M>F
x Ursachen: Störungen der vegetativen Innervation, endokrine Fehlsteuerung, psychosomatisch x AK gegen spannungsabhängige Ca-Kanäle der präsynaptischen Membran (gestörte Freisetzung von Acetyl-
x oft vorausgehend: gelenknahe Frakturen, Infektionen, Nervenschädigungen, OP, Traumen cholin) o pneuromuskuläre Übertragung
x kein Zusammenhang zw. Schwere der Verletzung und Ausprägungsgrad der Dystrophie x oft assoziiert mit kleinzelligem Bronchial- / Ovarial- / Mamma- / Magen-Ca, SLE
Symptomatik: Stad. I Entzündung-Stadium: erste Wochen, akuter starker neuralgischer Ruhe- + Bewegungs- Symptomatik: x zunächst rasche Ermüdbarkeit proximaler Beckengürtelmuskulatur, Hypo- / Areflexie, Parästhesien / Stör-
schmerz, livide verfärbte Glanzhaut, teigige Schwellung, Überwärmung, Hyperhidrose, ung der Tiefensensibilität, später Ptosis / Doppelbilder / Schluckstörung, vegetative und autonome Störungen
Stad. II Dystrophie-Stadium: nach einigen Wochen (bis Monate), abnehmende Schmerzen, Atrophie (Mundtrockenheit, Potenz-, Sphinkterstörung)
des Muskels und Gewebe, Entkalkung des Knochens, fibröse Verklebung der Gelenke mit Diagnostik: x EMG: bei repetitiver Reizung zuerst Amplitudenanstieg, nach ca. 7sek myasthener Abfall
zunehmender Versteifung, trophische Hautstörungen, zyanotische straffe Glanzhaut Therapie: x 3,4-Diaminopyridin, Immunsuppression (Kortikosteroide, Azathioprin), Plasmapherese
Stad. III Atrophie-Stadium: nach einigen Monaten (bis 1 Jahr), keine Schmerzen, ausgeprägte
Atrophie sämtlicher Gewebe, Weichteile und Knochen des betroffenen Abschnittes oder Polymyalgia rheumatica, Riesenzellateriitis
Normalisierung der trophischen Veränderungen, starke Gelenksteife, Gelenkkontrakturen Allgemeines: x muskuläres Schmerzsyndrom, Autoimmunerkr. im Bereich A. temporalis und A. centralis retinae oft mit
Röntgen: Stad. I unauffälliges Bild Riesenzellarteriitis von mittleren + großen Arterien verbunden, meist >60.LJ, Rezidive
Stad. II fleckige Knochenatrophie, Verdünnung der Kompakta und Schwund von Spongiosa bei Symptomatik: x Schmerzen v.a. proximale Schulter- und Beckengürtelmuskulatur (symmetrisch), ausgeprägte Morgensteifig-
gleichzeitiger Markraumerweiterung. keit, druckempfindliche Oberarm- und Oberschenkelmuskeln, allgemeines Krankheitsgefühl, evtl. subfebrile
Stad. III diffuse Knochenatrophie mit bleistiftartiger Umrandung Temperaturen, Gewichtsverlust
Therapie: Stad. I (Ruhigstellung, Analgetika, Antiphlogistika und durchblutungsfördernde Medikamente, bei Befall der x Arterienbefall: vaskuläre Komplikationen (Amaurosis fugax, TIA, Hirninfarkte mit Hemiparese), A. temporalis
oberen Extremität evtl. Stellatumblockade), Stad. II und III (physikalische Maßnahmen) evtl. prominent und tastbar
Diagnostik: x Klinik, nBSG (>50mm/h), nCRP, promptes Ansprechen auf Kortison, Anämie, Biopsie A. temporalis

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Therapie: x Kortikoide (Reduktion auf Erhaltungsdosis, Auslassversuch bei 2 Jahre symptomlosem Verlauf) progressive Muskeldystrophie
x Prognose: im Spontanverlauf meist über mehrere Jahre Wechsel von Remissionen und Rezidiven, bei Allgemeines: x erblich, degenerativer Abbauf der quergestreiften Muskulatur, chronischer Verlauf
unzureichender Therapie evtl. bleibende Defizite (Erblindung) Typ Duchenne: x häufigste Form, aufsteigende bösartige Muskeldystrophie, Beginn in ersten 3 LMo, X-chromosomal-rezessiv,
fast nur Jungen (Frauen Konduktorinnen)
Myegelosen x Mutation auf kurzen Arm des X-Chromosoms o pDystrophin-Gehalt in Muskelzellmemban
Allgemeines: x umschriebene schmerzhafte Muskelverhärtung x Verlauf: meist Versterben vor 25.LJ (respiratorische Infektionen, Herzversagen, Marasmus)
x häufig Muskelursprungsregionen sowie Sehnenübergänge und Muskelränder, v.a. Rückenmuskulatur Symptomatik: x zunächst Dystrophie des Beckengürtels, später Schultergürtel
x Dauerbeanspruchung (Fehlhaltung, Gelenkerkrankung), funktionelle Überforderung (Sport), stumpfe Trau- x Haltungshyperlordose (Parese der Rückenstrecker), Watschelgang und Trendelenburg-Zeichen (Schwäche
men, chemisch oder immunologisch Ÿ lokale Ischämie + Stoffwechselstörung, Muskelfaserschwellung, später M. gluteus med), Gowers-Zeichen (an sich selbst hochklettern, Schwäche M. iliopsoas), Gnomenwaden
evtl. Atrophien + wachsartige Degeneration von Muskelfibrillen mit Fetteinlagerung (Pseudohypertrophie der Waden durch Zunahme des Binde- und Fettgewebes), später häufig respiratorische
x DD Hartspann: flächenhafte Muskelverhärtung als reflektorisch erhöhter Muskeltonus Insuffizienz (Schwäche Atemmuskulatur), evtl. dilatative Kardiomyopathie
Symptomatik: x Bewegungs- und Druckschmerz im Vereich der Myegelosen Diagnostik: x nCK (schon 1.LJ, auch bei Konduktorinnen)
Diagnostik: x tastbare Verhärtungen und druckschmerzhafte Knoten in Muskulatur x Biopsie: unterschiedliche Kaliber der Muskelfasern (atrophische neben kompensat. hypertrophierten)
Therapie: x lokale Wärme, gezielte Massagen, Muskelrelaxantien, Injektion von Lokalanästhetika x EMG (niedergespanntes Aktivitätsmuster), Muskel-Sono
Therapie: x keine kausale Therapie, physikalische Therapie (Klopf-Druck-Behandlung, isometrisches Muskeltraining),
Muskelkontrakturen ev. palliativ orthopädisch-operative Korrekturen
Allgemeines: x durch muskuläre oder neurogene Erkrankungen, Verkürzung der Muskulatur
x häufig: Hüfgelenkt (Beuge-, Adduktions-, Abduktionskontrakturen) Typ Becker-Kiener: x aufsteigende gutartige Beckengürtelform, X-chromosomal-rezessiv, Manifestation zw. 6-19.LJ
x Adduktionskontraktur o relative Beinverkürzung, Abduktionskontraktur o relative Beinverlängerung x Dystrophin-Störung (Reduktion, verändertes Molekulargewicht, veränderte biologische Aktivität)
Symptomatik: x zunächst Schwäche des Beckengürtels, langsam progredienter Verlauf (Gehunfähigkeit evtl. erst im 5.LJZ),
Kompartment-Syndrom leichte reduzierte Lebenserwartung
Allgemeines: x Frakturhämatom, enger Gips, Muskelödem / arterielle Embolien / akute tiefe Beinvenenthrombose o Schä-
digung der Weichteile +Einblutung in Muskellogen, z.B. Tibialis-anterior-Syndrom Fazioskapulohumerale Muskeldystrophie: x selten, gutartiger Verlauf, autosomal-dominant, Manifestation zw. 7-25.LJ, M=F,
x akute ischämische Nekrose der Extensoren mit irreversiblen Schädigungen Lebenserwartung nicht oder wenig reduziert
Stadien: x Stadium 1 (scharf begrenzte Hautverfärbungen entlang Tibiakante, Parästhesien, peripher erhaltene Fuß- Symptomatik: x zunächst Schwäche der proximalen Arm- und Schultermuskulatur (Arme können nicht über Horizontale
pulse), Stadium 2 (Ausfälle der Fußflexoren bei Fehlen von peripheren Pulsen, Hyp- bis Anästhe-sie, gehoben werden), doppelseitige Scapula alata, lose Schulter (durch Atrophie des Schultergürtels kann
beginnende Nekrose der ischämisch geschwollenen Muskulatur), Stadium 3 (fortgeschrittene Skapula bis zu Ohren verschoben werden), Facies myopathica (Schwäche der Gesichtsmuskulatur, schlaffe
Muskulaturnekrosen bei vollständigem Verlust von Sensibilität und Motorik, beginnende Hautnekrosen) Züge, keine Pfeifen oder Backenaufblasen, unvollständiger Lidschluss), Vorwölbung der Lippen (Pseudo-
Symptomatik: x Prätibialisschmerzen, Schwellung, Rötung, Überwärmung, Sensibilitätsverlust an ersten beiden Zehen und hypertrophie des M. orbicularis oris, Tapirschnauze)
Fußheberschwäche x später auch Übergreifen auf Rumpf, Beckengürtel, Beine
Therapie: x breite Eröffnung der Muskelfaszie in ersten 20 h (Vermeidung irreversibler Schäden)
x unbehandelt ischämische Nekrose und Kontraktur der Muskulatur mit Spitzfuß und Krallenzehen Rhabdomyolose
Allgemeines: x Untergang quergestreifter Muskulatur
Volkmann-Kontraktur: bei suprakondylärer Humerusfraktur des Kindes durch Fragmentdislokalisation und posttraumatische x Ursachen: toxisch (Alkohol, Medikamente, Heroin), maligne Hyperthermie, Verschüttung, ausgedehnte Mus-
Schwellung Kompression der Blutgefäße und Nerven o nekrotisches Muskelgewebe wird durch kelverletzungen (Crush-Syndrom), Glykogenosen (McArdle)
Bindegewebe ersetzt, Hand- und Fingerbeuger verlieren Funktion, ausgeprägte Beugekontraktur x S: akute Muskelschmerzen, Paresen, abgeschwächte Eigenreflexe
Symptome: x Schwellung, Verfärbung, Schmerzen, gestörte Motorik und Sensibilität des Unterarmes und Hand x D: Myoglobinurie (rotbrauner Urin in ersten 3-5d), nnCK, Hyperkaliämie, evtl. ANV
x später reduz. Unterarmmuskulatur und Beugefehlstellung der Hand- + Fingergelenke (ähnelt Fallhand) x T: keine kausale Therapie, Therapie eines ANV
Therapie: x baldige Reposition der Kontraktur, Vermeidung von strangulierenden Verbänden, Hochlagerung, KG, Quen-
gelung, operative Maßnahmen wie Sehnenverlagerung oder Arthrodesen maligne Hyperthermie
Allgemeines: x seltene Narkosekomplikation (lebensbedrohliche Muskelerkrankung, Störung der intrazellulären Ca-Aus-
Myositis schüttung), meist bei Disposition, Auslösung (Inhalationsnarkotika wie Halothan, depolarisierende Muskel-
Allgemeines: x Muskelentzündung durch Bakterien, Viren oder anderen Parasiten verursacht relaxantien wie Succinylcholin)
x auch Begleiterkrankung bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen Symptomatik: x bei Intubation bereits Rigor der Kiefermuskulatur o Hyperkapnie, HRS, generalisierte Muskeltonus-erhöh-
Symptomatik: x akut (Muskelschmerzen und schwere Allgemeinsymptome), chronisch (Muskelschmerzen) ung, Hyperthermie (bis 43°C), Blutdruckabfall, Zyanose, CK-Anstieg, evtl. Rhabdomyolyse, Myoglobinurie
x Labor: nBSG, nCRP, nGamma-Globuline in Elektrophorese Diagnostik: x Untersuchungen am Muskel in vitro (sog. Halothan-Koffein-Kontrakturtest), DNA-Analyse
Therapie: x Narkoseabbruch, Dantrolen, symptomat. mit Hyperventilation, Abkühlung, Heparinisierung, Elyte-Ausgleich
Myositis ossificans
Allgemeines: x langsame Verknöcherung der quer gestreiften Muskulatur Myotonien
x meist systemisch (Myositis ossificans progressiva), lokalisiert (Myositis ossificans circumscripta) Patho: x abnormes Andauern der Muskelkontraktion mit verzögerter Erschlaffung (“nicht loslassen können“)
M. o. progressiva: x generalisierte Erkrankung unbekannter Ursache, pLebenserwartung (Befall Atemmuskulatur) nicht-dystrophische Formen:
M. o. circumscripta: x traumatisch oder neuropathisch (z.B. traumat. Einblutungen und Quetschungen, chron. Störung Cl-Kanal: x Myotonia congenita Thomsen, Myotonia congenita Becker
Überbeanspruchung, Massagen verletzten Muskels oder Querschnittsläsionen RM), v.a. M. brachialis, M. Störung Na-Kanal: x Paramyotonia congenita Eulenberg, hyperkaliämische periodische Lähmung (Adynamia episodica
rectus femoris, Adduktoren hereditaria), Kalium-induzierte Myotonie ohne period. Lähmung (Myotonia fluctuans, permanens)
Symptomatik: x druckschmerzhafte, verhärtete Muskulatur mit funktioneller Störungen durch gelenküberbauende Ossifi- dystrophische Formen: x myotone Dystrophie Curschmann-Steinert, proximale myotone Myopathie, chondrodystrophische
kation, evtl. völlige Versteifung Myotonie (Schwartz-Jampel-Syndrom).
Diagnostik: x nAP, positives Szintigramm
Therapie: x aktives Stadium mit Umbauvorgängen: Ruhigstellung oder Röntgenbestrahlung, Indometacin Dystrophie myotonica (Curschmann-Steinert) zweithäufigste vererbte Muskelerkrankung, autosomal-dominant (Chr. 19),
x Inaktivitätsstadium: (nach etwa 6 Monaten, wenn Ossifikation abgeschlossen ist) operative Entfernung der M>F, pLebenserwartung, Kombi aus Myotonie + Muskeldystrophie + typischer Habitus
Verknöcherung Symptomatik: x Beginn meist in Pubertät mit Myotonie der kleinen Handmuskulatur und Zunge
x im 3.LJZ Muskeldystrophie mit Beteiligung der Gesichtsmuskulatur (Facies myopathica, Ptose), distale
periodische dyskaliämische Lähmungen Extremitätenmuskulatur (Steppergang), auch proximale Muskulatur mit Atrophien und Paresen
periodisch hypokaliämische Lähmung: x weitere Symptome: Stirnglatze, Innenohrschwerhörigkeit, Katarakt, Hodenatrophie bzw. Ovarialinsuffizienz,
periodisch hyperkaliämische Lähmung: HRS, intellektueller Abbau, schwache Stimme, näselnde Sprache
periodisch normokaliämische Lähmung: x langsam fortschreitender Verlauf, Komplikationen (Infektionen, kardiale Probleme)

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Diagnostik: x Klinik, Labor (nCK), Elektrophysiologie (myotone Entladungen, myopathisches Muster mit kurzen, poly-
phasischen PmE), EKG, Molekulargenetik (Nachweis von CTG-repeats).
Therapie: x keine kausale Therapie, symptomatisch Membranstabilisatoren (Phenytoin) bei v.a. myotoner Komponente, 4 Weichteile
KG, Hormonsubstitution, Antiarrhythmika
Weichteiltumoren
Myotonia congenita Thomsen 4:100000, Beginn in Kindheit
Symptomatik: x Schwierigkeiten bei plötzlicher Aktivität nach Ruhe, Stocken und Stehenbleiben wegen Muskelsteifigkeit bei Tumoren: Ursprungsgewebe: Morpho:
Aktivität (z.B. Treppenlaufen), Handungeschicklichkeit, deutlich verzögerte Handöffnung nach Faustschluss, benigne Tumoren:
Besserung bei wiederholten Übungen (“warm up”), keine Temperaturabhängig Fibrom Bindegewebe in Zügen angeordnete Fibrozyten ohne Atypien
Diagnostik: x Muskelhypertrophie (muskulöses Aussehen), verzögerte Erschlaffung mit Muskeldelle beim Beklopfen von Fibromatose Bindegewebe Ersatz von Funktionsparenchym durch BG
Muskeln, EMG (myotone Entladungen, schauerartige Entladungen mit Zu- und Abnahme der Entladungs- Lipom Fettgewebe große optische leere Lipozyten
frequenz und Amplitude) Leiomyom glatte Muskulatur geflechtartige glatte Muskelzellen ohne Atypien
Therapie: x membranstabilisierende Substanzen (Mexiletin, Phenytoin, Carbamazepin) Hämangiom Kapillaren von Endothel ausgekleidete Hohlräume
Rhabdomyom quergestreifte Muskulatur rundliche Zellen mit quergestreiftem Zytoplasma
Myotonia congenita Becker: 2:100000, Beginn in Kindheit und Jugend (später als Thomsen) maligne Tumoren:
Fibrosarkom Bindegewebe fischgrätenartig angeordnete pleomorphe
Paramyotonia congenita Eulenburg: Fibroblasten, Nekrosen, Hämorrhagien
Leiomyosarkom glatte Muskulatur bündelförmig angeordnete spindelige Zellen mit
deutlicher Kernpolymorphie, zahlreiche Mitosen
Malignes fibröses Histiozytom Histiozyten Histiozyten mit Kernpolymorphie, viele Mitosen
3 Sehnen und Sehnenscheiden Liposarkom Fettgewebe polymorphe Zellen mit bizarren Kernen und Fett-
vakuolen, teilw. reife Fettzellen, myxoide Variante
Tendopathien, Tendinosen Rhabdomyosarkom quergestreifte Muskulatur Zellen mit quergestreiftem Zytoplasma an
Allgemeines: x lokalisierte schmerzhafte Abnutzungserscheinungen von Sehnenursprüngen + -ansätzen untypischen Stellen
x primär: mechanische Überbeanspruchung, lokale mechanische Spitzenbelastungen am Muskel-Sehnen- Angiosarkom Endothelzellen der Kapillaren solide Tumoren mit deutlichen Zellatypien
oder Sehnen-Knochen-Übergang, chron. Entzündungen und schlechte Vaskularisation Kaposi-Sarkom Endothelzellen spindelzelliges Sarkom mit reichlich
x sekundär: infolge anderer Erkrankung (Fehlbelastung, Gelenk- und Knochenerkrankung) Gefäßneubildungen
x Prädilektionsstellen: Epicondylus lat. humeri, Tuberculum majus humeri (Supraspinatussehnen-Syndrom),
Ansatz M. grazilis und Patellaspitze
Symptomatik: x Spontan- / Ruheschmerz, Bewegungs- / belastungsabhängige Beschwerden, lokale Druckschmerzen v.a. 5 Knochen
Sehnenansatz nahe der Gelenke der oberen / unteren Extremität, passiver Dehnungsschmerz
Therapie: x Ausschaltung des schmerzauslösenden Bewegungsablaufes, physikalische Therapie mit Ultraschall, Ionto-
phorese sowie Elektrotherapie, Analgetika, Massagen und Krankengymnastik, Injektion von Lokalanästhetika
Frakturen
und Steroiden, Querfriktion über Sehnenansatz
Frakturen
generalisierte Tendomyopathie (generalisierte Fibromyalgie) Form: x Querfraktur, Schrägfraktur, Biegungsfraktur, Spiralfraktur, Stückfraktur, Abrissfraktur, Kompressionsfraktur,
x auch syn. Weichteilrheumatismus, evtl. psychosomatisch, v.a. Frauen (25-24.LJ), keine Entzündung Mehrfragmentfraktur, Trümmerfraktur, Defektfraktur
x S: Tender points / generalisierte Schmerzen, unspezifische Zeichen (Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schlaf- Art: x geschlossenen und offenen Frakturen
störungen, Depressionen) offene Fraktur: Grad I: Durchspießung eines Knochenfragmentes von innen
Grad II: Fraktur mit ausgedehntem Weichteiltrauma über Frakturgebiet
x D: keine Erhöhung von Entzündungsparametern, keine Rheumafaktoren, keine antinukleären AK
Grad III: ausgedehnte Weichteilzerstörung mit freiliegender Fraktur
x T: Wärme, Bewegung, Analgetika, Psychotherapie, evtl. Psychopharmaka
Grad IV: subtotale Amputation
Ätiologie: x pathologische Frakturen, Ermüdungsfrakturen, traumatische Frakturen
Sehnenscheidenentzündung
Lokalisation: x Schaftfraktur, Gelenkfraktur, Etagenfraktur
Allgemeines: x Entzündung des Sehnengleitgewebes
Epiphysenfraktur: Salter Aitken:
x meist nach Überanstrengung, stumpfe Traumen, seltener bakteriell oder entzündlich-rheumatisch
I 0 Epiphysenlösung ohne meta- oder diaphysäres Fragment
Symptomatik: x schmerzhafte Schwellung, Überwärmung, bei jeder Bewegung Schmerzen und tastbare Krepitationen im II 1 Epiphysenlösung mit metaphysärem Fragment
Gleitgewebe (freigesetztes Fibrin) III 2 Fraktur durch Epiphyse mit epiphysärem Fragment
Tendovaginitis stenosans de Quervain: x in gemeinsamen Sehnenscheide des M. abductor pollicis longus und M. extensor IV 3 Fraktur der Epiphyse mit epiphysärem Fragment
pollicis brevis durch chron. Mikrotraumen fibröse Verdickung und Einengung der Sehnenscheide V 4 Stauchungstrauma der Epiphyse ohne Lösung oder Fraktur
x S: zunehmende Schmerzen, tastbares Reiben im Bereich des Proc. styloideus radii bei Bewegung
x T: Ruhigstellung durch Gipsschienung, Injektion von LÄ, evtl. operative Spaltung des 1. Sehnenfaches Knochentumoren
Tendovaginitis stenosans: x Ǝschnellender FingerƎ, durch chron. Mikrotraumen, meist am 1. Ringband, spindelige Verdickung
und Einengung der Sehnenscheide der Fingerbeuger über Grundgelenk, degenerative Verdickung des Allgemeines: x selten, 1% aller Tumore primäre Knochentumore
Ringbandes der Sehnenscheide der Fingerbeuger im Bereich der Beugerseite des Fingergrundgelenks,
x primär (2/3 in präpubertären Wachstumsphase), sekundär (Metastasen, meist Erwachsene)
Schnappphänomen nach Überwinden des Widerstandes
Kriterien: x Alter und Geschlecht: typische Häufigkeitsgipfel
x Ursache: chronische Polyarthritis, Synovialitis durch starke Beanspruchung.
x Röntgen: Hinweis auf Art und Dignität, deutliche Sklerosierungszone (langsames Wachstum),
Symptome: x schmerzhafte Streckbehinderung, Schwellung der Sehnenscheide und knotige Verdickung der Sehne, ge-
x unscharfe Begrenzung + Osteolysen in Randzone + evtl. eingelagerte Knocheninseln + Mineralisation im ab-
beugter Finger nur schwer streckbar
gehobenen Periost (schnelles infiltratives Wachstum), Periostsporn (Codman-Sporn, Übergang zwischen
Therapie: x Spaltung des Ringbandes, Kortison, Antiphlogistika
Tumor und gesunder Kortikalis), zwiebelschalenartige Auflagerungen evtl. mit Spikula (bei mehrfacher
Perforation des abgehobenen Periost)
Paratendonitis crepitans
Allgemeines: x einseitige mech. Überbeanspruchung (z.B. Stenotypistin), ödematöse Schwellung des peritendinösen
Tumor Alter Lokalisation
Gewebes und chronische Entzündung der Sehnenscheiden an Hand oder Unterarm
benigne
Symptome: x Schmerzen die durch die funktionelle Belastung intensiver werden, Druck- und Reibeschmerz, Dehnungs-
Osteom jedes Schädel, WS, Becken, Hand, Fuß
schmerz der betroffenen Sehne, tastbare Krepitation im Gleitgewebe bei Bewegung
Osteoidosteom Jugend Femur- und Tibiakortikalis
Therapie: x Ruhigstellung durch Gipsschiene und Schonung
Osteoblastom Jugend Spongiosa der Wirbelbögen

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Osteochondrom Jugend Kniegelenk, Gelenke der oberen Extremitäten x Lokalisation: alle Knochen, Knochenproliferation an Schädel, Wirbel, Becken, Hand und Fuß
Enchondrom jedes Fingerphalangen, lange Röhrenknochen, Becken Röntgen: x dichte homogene RF (runde, ovale polyzyklische Form, umschriebene sklerotische Verknöcherungsherde),
Chondroblastom Kind/Jugend Epiphyse von Kniegelenk und prox. Humerus scharf zur Umgebung abgegrenzt
Knochenfibrom Kind/Jugend dist. Femurmetaphyse, Tibiametaphyse Therapie: x meist nicht erforderlich, nur bei Verdrängung der Nachbarstrukturen
Osteoklastom > 30 Jahre Epiphysen der langen Röhrenknochen in Kniegelenksnähe
Knochenzyste Kind/Jugend prox. Humerus und Femur Chondroblastom
Knochenhämangiom jedes WS, Schädel, Röhrenknochen Allgemeines: x meist in Epiphyse, oft in Nähe des Kniegelenkes sowie am prox. Humerus
maligne x Tumor neigt zu Verkalkungen, Tumor enthält Riesenzellen, v.a. Kinder und Jugendlichen
Osteosarkom männliche kniegelenksnahe Metaphysen der langen Röhrenknochen, prox. Symptome: x anhaltende Schmerzen, Tumor kann in Gelenkfläche einbrechen (Stabilitätsverlust)
Jugend Humerusmetaphyse, Beckengürtel Röntgen: x epiphysennahe zystische Struktur, zentrale Osteolysezone mit trabek. Verdichtungen, Randsklerose
Chondrosarkom ~ 60 Jahre Becken, koxales Femurende, Schulterbereich, prox. Humerus Therapie: x Kürettage des Tumors und Spongiosaauffüllung
Ewing-Sarkom Kind/Jugend Diaphysen langer Röhrenknochen von Tibia, Femur, Becken, Wirbelkörper
Plasmozytom ~ 60 Jahre Wirbelkörper, Becken, Schädel (Schrotschuss) nichtossifizierendes Knochenfibrom
Allgemeines: x fibröses Gewebe, benigne Defektbildung als Ausdruck lokaler Wachstumsstörung, bei Kindern und
Herkunft benigne maligne Jugendlichen, distale Femurmetaphyse sowie Tibiametaphyse
Knorpel Osteochondromm multiple kartilaginäre Exostosen, solitäres Chondrosarkom Symptome: x meist asymptomatisch, evt. Belastungsschmerz oder Spontanfrakturen
Enchondrom / Chondrom, multiples Enchondrom, Chondroblastom Röntgen: x rundliche oft blasige Aufhellung, Osteolysen mit Randsklerose, Kortikalis ist eingebuchtet, Kompakta
Knochen Osteom, Osteoidosteom / Osteoblastom Osteosarkom verdünnt, zentrale Spongiosa nicht befallen, charakteristische metaphysäre und exzentrische Lage des
Bindegewebe Knochenfibrom, fibröse Knochendysplasie, Osteoklastom (I) Fibrosarkom, Knochenfibrom, Tumors, solitär oder als Traubenkonfiguration
Osteoklastom (III) Therapie: x bei kleineren Herden keine Th., Ausräumung mit Spongiosaauffüllung bei größeren Herden

benigne Knochentumore semimaligne Tumoren

Osteochondrom Osteoklastom
Allgemeines: x syn. solitäre kartilaginäre Exostose, metaphysennah wachs. pilzförmiger Tm (aufliegende Knorpelkappe), Allgemeines: x Riesenzelltumor, 20-30. LJZ, unbekanntes Ursprungsgewebe, langsames Wachstum
Gipfel 2.LJZ, M=F, v.a. distale Femurmetaphyse + prox. Metaphyse von Tibia + Humerus x wechselnde Dignität: primär benigne, jedoch hohe Rezidivneigung + Tendenz zur Entartung
x Sonderform: multiple Osteochondrome (multiple kartilaginäre Exostose), autosomal-dominant, Kindesalter x Epiphyse der langen Röhrenknochen in Kniegelenksnähe, brauner Tumor (durch Blutaustritt oft braun)
(3-6.LJ), über ganzes Skelett verteilte Tumoren (v.a. wachstumsfugennah an Schulter + Hüfte + Knie + Symptome: x unspezifische Schmerzen, Spontanfrakturen, Bewegungseinschränkung des benachbarten Gelenkes
Rippen), in 2% Entartung zum Chondrosarkom Röntgen: x zentrale in Epiphyse gelegene Osteolyse ohne auffällige Randsklerose, aufgetriebene Kortikalis
Symptomatik: x schmerzlose Vorbuckelung, auch Schleimbeutelbildung und –entzündung, Nerven- und Gefäßkompri- Therapie: x frühzeitige chirurgische Entfernung (große Rezidivneigung), kaum Chemo- oder Strahlensensibel
mierung, eingeschränkte Gelenkfunktion, Achsfehlstellung
Diagnostik: x Röntgen (pilzartige Vorwölbung, breitbasig oder gestielt), Szinti (DD Maligne, dann nSpeicherung) maligne Knochentumore
Therapie: x oft keine, operative Entfernung bei Funktionsbehinderung, radikale Resektion bei Entartung
x Prognose: gut bei solitärem Osteochondrom, fraglich bei Osteochondrom platter Röhrenknochen (Entartung Osteosarkom
bis 30%) Allgemeines: x häufigster maligner primärer Knochentumor (40%), v.a. Jugendliche, M>F
x in 60% kniegelenksnahe Metaphysen (distale Femurmetaphyse, proximale Tibia- + Fibulametaphyse, auch
Enchondrom (Chondrom) prox. Humerusmetaphyse und Beckengürtel
Allgemeines: x ausgehend von hyalinem Knorpel der Markhöhle Ÿ Verdrängung Spongiosa + Kortikalis x osteoblastischer Tumor, entsteht in Spongiosa, Zerstörung des Knochen von Innen, Periostabhebung,
x meist in kurzen Röhrenknochen der Hände (Fingerphalangen) und seltener Füße, auch an langen Bildung von Codman-Sporns + Spikula + Zwiebelschalenbildung, Durchbrechung der Kortikalis und Infiltration
Röhrenknochen (semimaligne) oder Becken (häufig Entartung zu Chondrosarkom), jedes Alter, M=F in umgebendes Gewebe, rasches Wachstum und frühes Metastasieren in Lunge
Sonderform: x Enchondromatose = chondrale Dysplasie, bereits bei Kindern, systemisch auftretende Knorpelnester im Symptomatik: x unspezifische Schmerzen, Weichteilschwellung, lokal verstärkte Venenzeichnung, Druckempfindlichkeit des
normalen Knochen Ÿ Instabilität + Wachstumsstörung + Deformität, evtl. Rückbildung nach Wachstums- Knochens, Spontanfraktur, Allgemeinsymptome der Tumorkrankheit, nAP
abschluss, evtl. maligne Entartung (25%) Röntgen: x Destruktionen im Metaphysenbereich, deutliche reaktive Veränderungen (Periostabhebung, Periostsporn,
x Morbus Ollier (Befall einer Körperhälfte), Mafucci-Syndrom (multiple Enchondrome + Hämangiome) Codman-Dreieck, Zwiebelschalen, Spikula, osteolytische + ostesklerotische Herde)
Symptomatik: x keine Schmerzen, Auftreibung der Finger, Spontanfrakturen x osteolytisch: inhomogene Strukturauslöschung mit unscharfer Kontur zum gesunden Knochen, hochgradig
Röntgen: x in kurzen Röhrenknochen zentral gelegene blasig gekammerte Auftreibung mit scharfer Abgrenzung, kolbige verdünnte oder destruierte Kortikalis
Auftreibung der Kortikalis (v.a. Grundglied 2+3. Finger), evtl. zentral gelegene Kalkspritzer x sklerosierend: dichte Sklerose mit unscharfer Grenze zum gesunden Knochen, radiäre oder vertikal zur
Therapie: x operative Ausräumung und Spongiosaauffüllung bei Frakturgefahr oder endstellenden Enchondromen Knochenachse stehende ossale Verkalkungen (Spikula)
x sorgfältige Resektion bei Verdacht auf Entartung x gemischt: unregelmäßige fleckige Osteolysen, unscharfe Sklerosen und Spikula
Angio: x Hypervaskulisation, Gefäßunregelmäßigkeiten, Abbrüche, Shunts, Blutseen
Osteoidosteom und Osteoblastom weitere: x CT, Probexzision, Szinti (Knochenstoffwechsel-Steigerung)
Allgemeines: x selten, Jugendalter, M=F Therapie: x radikale chirurg. Therapie mit vor- und nachgeschalteter Chemo, Osteosarkom nicht strahlensensibel
x Osteoidosteom: vorwiegend in Kortikalis von Femur und Tibia, bis zu 2cm x Prognoseverbesserung durch Anwendung von Zytostatika, KO durch Mikrometastasierung
x Osteoblastom: in Spongiosa der Wirbelbögen, bis 10cm
Symptomatik: x Osteoidosteom: starke, v.a. Nachts auftretende Schmerzen, typischerweise besser unter ASS Chondrosarkom
Diagnostik: Allgemeines: x ausgehend vom Knorpel, langsam wachsend, v.a. 5-7. LJZ
Röntgen: x Osteoidosteom: kleine, rundliche Sklerose mit zentralem Nidus (Aufhellungszone in umgebender x Lokalisation: ¾ Beckenring und Schultergürtel, auch koxale Femurenden, prox. Humerus)
großer reaktiver Sklerosezone), Auftreten (intrakortikal, intramedullär, subperiostal) x primär (aus ortsständigem Knorpelgewebe), sekundär (durch Entartung benigner Knorpeltumoren)
x Osteoblastom: geringer ausgeprägte Sklerosezone die einer Knochenzyste ähnelt Symptome: x lange Zeit asymptomatisch, Beschwerden durch Schwellung, kann sek. Verkalken und Knochen bilden
Szinti: x bei beiden vermehrte Speicherung Röntgen: x ossäre Destruktion, unscharfe Grenzen, mottenfraßähnliche Osteolysedefekte, zentrale Tumor-nekrosen mit
Angio: x Hypervaskularisation in arterieller und venöser Phase (Osteoidosteom) unregelmäßigen Verkalkungen (Kalkspritzer), traubenförmiges Tumorwachstum, Durch-bruch der Kortikalis,
DD: x Brodie-Abszess, Osteomyelitis Codman-Dreieck, Spikula, Ausdehnung in angrenzendes Weichteilgewebe
Therapie: x Entfernung des Nidus, Schmerztherapie mit ASS Therapie: x radikale chirurg. Entfernung, Chemo oder Bestrahlung sind unwirksam

Osteom Ewing-Sarkom
Allgemeines: x selten, jedes Lebensalter, M=F, meist Zufallsbefund da oft symptomloser Verlauf Allgemeines: x hochmaligne, Kinder und Jugendliche (5-15.LJ), M>F

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x v.a. Diaphysen und Metaphysen langer Röhrenknochen (Tibia, Femur), auch Becken und Schulter Röntgen: x verbreiterte Röhrenknochen, verkürzte Phalangen, verspätetes Auftreten von Epiphysenkernen, Defor-
x ausgehend von undiff. Mesenchymzellen des KM´s mit chromatindichten Kernen mierungen der Epiphyse, becherartige Form der Metaphysen, frontal gestellte Darmbeine bei horizontal
x frühzeitige Metastasierung in Lunge, später Leber und andere Knochen gestelltem Pfannendach
x Tumor durchbricht Kortikalis und wächst in umgebende Weichteile, völlige Zerstörung Knochenstruktur Therapie: x keine kausale Therapie, symptomatische Korrektur der Extremitätenachsen sowie der Extremitäten
Symptomatik: x Schmerz, Fieber, Schwellung, Überwärmung, Schwäche, nBSG, nLeukos, DD: Osteomyelitis längen (Epiphyseodesen im Wachstumsalter, Korrekturosteotomien nach Wachstumsabschluss)
Diagnostik: x Probeexzision
Röntgen: x mottenfraßähnliche Auflösung der Kortikalis (teils osteolytisch, teils osteosklerotisch), Durchbrechung der Osteogenesis imperfecta
Kortikalis, Periostsporne, Codman-Triangel, Spikula, zwiebelschalige Periostverkalkungen (typisch) Allgemeines: x Glasknochenkrankheit, Skelettdysplasie, angeborene Störung der Kollagenbiosynthese Ÿ Osteoblasten-
Therapie: x Chemo-Vorbehandlung, radikale Resektion, postoperative Nachbestrahlung + erneute Chemo schwäche mit pOsteoidbildung Ÿ Störung der periostalen Knochenbildung (dünne Kompakta, gering
ausgebildete Spongiosa, ‡ Knochenmatrix) Ÿ Folge: Verbiegungen und Frakturen
Knochen-Metastasen x alle mesenchymale Gewebe betroffen: Knochen, Sehnen, Bänder, Skleren, Dentin
Patho: x wesentlich häufiger als primäre Knochentumoren, Hauptlokalisation ist WS x 90% autosomal-dominant, 10% autosomal-rezessiv, 4-7/100.000
x osteoblastisch (Prostata, Blase), osteoklastisch (Nieren, SD), Mischformen (Bronchial, Mamma) Typ I: x tarda, Typ Lobstein: blaue Skleren, Frakturen erst in Aufrichtungsphase, Schwerhörigkeit als Erwachsene,
x meist hämatogene Absiedlung: Mamma, Prostata, Bronchien, Nieren, SD, auch Magen, Uterus, Haut gute Prognose
Symptomatik: x von Allgemeinerscheinungen der Tumorkrankheit und Metastasenlokalisation abhängig Typ II: x kongenital, Typ Vrolik: blaue Skleren, intrauterin bereits multiple Frakturen, Totgeburt oder Tod kurz nach
Diagnostik: x Labor: nAP (osteolytisch), normal oder pSerumkalzium Geburt, dünnes membranöses Schädeldach (intrakranielle Blutungen), letale Prognose
Szinti: x empflindlicher als Röntgen Typ III: x (blau)weiße Skleren, fortschreitende Deformierungen der langen Röhrenknochen, schlechte Prognose
Röntgen: x Nachweis meist erst bei Mineralisationsverlust >30%, Typ IV: x ähnlich Typ I, keine blauen Skleren, keine Schwerhörigkeit, gute Prognose
x osteolytisch: Primär (Bronchus, Kolon, SD), Strukturauslöschung, unscharf begrenzte Aufhellungen ohne Symptomatik: x Coxa vara, Femur varum und Crus valgum (hirtenstabförmige Deformierung)
Randsklerose, anfangs Spongiosa, später Kompakta, häufig Spontanfx + zusammengesinterte WK) x Trias: erhöhte Knochenbrüchigkeit, blaue Skleren, otosklerotische Innenohrschwerhörigkeit
x osteoblastisch: Primär (Prostata, Magen), runde oder ovale Verdichtungen, unscharfe Begrenzung, diffuse x nBlutungsneigung mit Tendenz zur Hämatombildung, schwaches Bindegewebe t Überstreckbarkeit der
Sklerosierung, kaum Spontanfrakturen) Gelenke, Skoliosehaltung, Thorax- und Fußdeformitäten
x Mischformen: Primär (Mamma, Magen), vielfältige Befunde Röntgen: x glasartige grazile Knochen, ausgeprägte Osteoporose mit dünner weitmaschiger Kortikalis, wenig
Therapie: x abhängig von Primärtumor + Lokalisation + Ausdehnung, palliativ oder seltener kurativ Spongiosa, weiter Markraum, Fischwirbelbildungen, entsprechende Verbiegungen an Röhrenknochen, frische
x Bestrahlung, Zytostatika, Hormontherapie, Operation und alte Frakturen, Pseudarthrosen, Säbelscheidenform der Tibia
Therapie: x keine kausale Therapie, Prophylaxe von Verbiegungen und Frakturen, Vertikalisierung, Lagerungsschienen,
tumorähnliche Knochenläsionen Steh- und Gehapparate, intramedulläre Stabilisierung der Frakturen, Teleskopnägel zur Wuchslenkung,
Korrekturosteotomien
solitäre juvenile Knochenzyste
Allgemeines: x solitäre Knochenzyste (mit seröser Flüssigkeit gefüllt, expansiv), meist 8-16.LJ, v.a. prox. Humerus und enchondrale Dysostosen
Femur, keine Entartung Allgemeines: x autosomal-dominant, Störung der enchondralen Ossifikation (Röhrenknochen, Knorpelentwicklung, peri-
Symptomatik: x meist asymptomatisch, evtl. Spontanfrakturen ostale Knochenbildung), Folge: Gelenkfehlstellungen + Störung des Längenwachstums
Röntgen: x Auftreibung der Metaphyse mit großer Osteolyse, scharf begrenzte Zyste mit verdünnter Kortikalis, minimale x bei epiphysär gelegenen Störungen dysproportionierter Wuchs (v.a. Achsenskelett mitbetroffen, z.B. Wirbel-
Randsklerose säulenzwerg bei Mukopolysaccharose Typ IV)
Therapie: x wegen hoher Rezidivrate und Frakturgefahr sorgfältige Kürettage und Spongiosaauffüllung, evtl. intrazystale Symptome: x Dysostosen, Brachyphalangie, Minderwuchs, freie Gelenkkörper, WS-Verkrümmung, Beinfehlstellung mit
Kortikoid-Gabe oder Druckentlastung durch Lochschrauben, gute Prognose Folge der Arthrose, Rö (verspätet auftretende Epiphysenkerne, abgeflachte verbreiterte Epiphyse)
Therapie: x symptomatisch
aneurysmatische Knochenzyste
Allgemeines: x v.a. Jugendliche, Metaphysen der langen RK (distaler Femur) und WS erworbene Skelettsystemerkrankungen
x S: Schmerzen, evt. Schwellungen und Spontanfrakturen
Rachitis
x D: Röntgen (blasige Auftreibung der befallenen Knochenstrukturen)
Allgemeines: x Vit-D-Mangel-Erkrankung des Säuglings, Kinder (3.LM bis 2.LJ)
x T: Ausräumung + Auffüllung mit Spongiosa, evtl. Kältechirurgie, hohe Rezidivrate, gute Prognose
x Störung der Knochenmineralisation und enchondralen Ossifikation
Knochenhämangiom x Vit-D Ÿ pCa-Resorption aus Darm Ÿ pKalkeinlagerung in Knochengrundsubstanz Ÿ weicher und bieg-
Allgemeines: x benigne Blutgefäßneubild. im Knochen, jedes Lebensalter, v.a. WS, auch Schädel / Röhrenkn. samer Knochen Ÿ Deformierungen
x S: zunächst asymptomatisch, später Schmerz + Querschnittssymptome bei Zusammenbruch eines WK Symptomatik: x aufgetriebene Knorpel-Knochen-Grenze am Thorax (rachitischer Rosenkranz), Glockenthorax, eindrück-
x D: Röntgen (gitterartige Struktur der Spongiosa) barer Hinterhauptknochen (Kraniotabes), verzögerter Fontanellenschluss, Caput quadratum, eingezogene
Zwerchfellinie (Harrison-Furche), gestörte Zahnentwicklung
x T: nur beim Zusammenbruch eines Wirbelkörpers erforderlich
x Appetitlosigkeit, Blässe, verspätete motorische Entwicklung
x im späteren Kindesalter Knochenverbiegungen: Kiel- + Hühnerbrust, Kartenherzbecken, Skoliosen, lumbale
generalisierte Knochenerkrankungen Sitzkyphosen, Stirnhöcker, Varusfehlstellung der Beine, Knick-Senkfüße, säbelförmige Extremitätenver-
biegungen, vorgewölbtes Abdomen durch Muskelhypotonie aufgrund Kalziummangel
angeborene Skelettsystemerkrankungen
Diagnostik: x Labor: nAP, pPhosphat, normal oder pCa (wegen erhöhter Osteoklastenaktivität)
Achondroplasie (Chondrodystrophie) Röntgen: x becherartig aufgetriebene Metaphysen (oft Handgelenk-distales Radiusende), verbreiterte Epiphysen-fugen
Allgemeines: x häufigste Skelettdysplasie, Störung des enchondralen Längenwachstums (gestörtes epiphysäres Langen- (oft koxales Femurende), nStrahlentransparenz der Diaphysen, unscharfe Rinde, erweiterter Markraum,
Loosersche Umbauzonen (Stellen starker Belastung, Konvexseite der Röhrenknochen)
wachstum der langen Röhrenknochen) Ÿ dysproportionierter Zwergwuchs mit durchschnittlichen Erwachsen-
engröße von 1,20m Therapie: x Vit-D (ab 2.Lebenswoche bis Ende 1.LJ), ausreichend Ca und Phosphat, Sonnenlicht, operativ nur bei
ausgeprägten Verbiegungen
x Ursache: Hemmung der Knorpelproliferation der Epiphysenfuge und Störung der enchondralen Ossifikation
(perichondrale Ossifikation verläuft normal), kurze plumpe Knochen (Mikromelie) v.a. an Stellen starken
Osteoporose
Wachstums (kniegelenksnahe Metaphysen von Femur + Tibia + proximaler Humerus)
Allgemeines: x häufigste Knochenerkrankung, manifeste Osteoporose bei Wirbelkörperdeformierungen
x autosomal-dominant (nNeumutationen mit nAlter des Vaters)
x pKnochenaufbau (low turnover, Altersosteoporose) / nKnochenresorption (high turnover, postmenop.)
Symptomatik: xkurze Extremitäten bei normaler Rumpflänge, plumpe Hände und Füße, Varusfehlstellung (Hüfte und Knie),
verstärkte LWS-Lordose und BWS-Kyphose, watschelndes Gangbild, flache Hüftpfannen, verplumpte x Grundsubstanz und Hydroxylapatitanteil betroffen, pKnochengewebe bei erhaltener Knochenstruktur, Abbau
Hüftköpfe, eingeschränkte Gelenksbeweglichkeit, vorzeitige Arthrosen der Trabekelstrukturen der Spongiosa, Substanzverlust betrifft v.a. Spongiosa (pTragfestigkeit des Knochens
x großer Schädel, Balkonstirn bei verkleinertem Gesichtsschädel, Sattelnase, Dreizackhand t pathologische Frakturen)
x Neigung zu lumbalen Nervenwurzelkompressionen infolge anlagebedingter Wirbelkanalstenose

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x Beginn: nach 4. LJZ, F>M (25% aller Frauen >60LJ), v.a. durch Ausfall weiblicher Sexualhormone, auch regionale Knochenerkrankungen
Calciumdefizitäre Ernährung + Bewegungsarmut + Rauchen
x pÖstrogen Ÿ Hemmung Calcitoninproduktion Ÿ Freisetzung von Ca aus Skelett, nSerum-Ca supprimiert M. Paget
PTH und Vit-D-Hormon-Produktion Ÿ pintestinale Aufnahme + nrenale Ausscheidung von Ca Allgemeines: x syn. Osteodystrophia deformans, schleichend verlaufende regionale Osteopathie unklarer Genese (Slow-
primär: x 95%, idiopathisch, präsenil, Typ I: postmenopausal, Typ II: Altersosteoporose Virus-Infektion), >40.LJ, M>F, Prädisposition für osteogenes Sarkom (2%)
sekundär: x Endokrinopathien (Cushing-Syndrom, Hyperparathyreoidismus, Hypothyreose, Hyperthyreose, Hypogona- x überstürzter Knochenumbau, anfangs v.a. osteoklastärer Knochenabbau, durch nOsteoblastenaktivität dann
dismus, Diabetes mellitus), Neoplasien (z.B. Plasmozytom), Medikamente (v.a. Kortikoide), GIT (Pankreasin- zusätzlich ausgeprägter Knochenanbau (mechanisch minderwertiger Faserknochen ohne ausreichende
suffizienz, Morbus Crohn, Mangelernährung, Malabsorption, Laktose-Intoleranz, Anorexia nervosa), Immobili- Mineralisation), laminäre Struktur geht verloren Ÿ Fraktur- und nDeformierungsrisiko
sation, chronische Polyarthritis x monostotischer Befall > polyostotischer Befall, selten polyostotisch
Symptomatik: xchron. Rückenschmerz, spontane Verformungen an WS mit verstärkter thorakaler Kyphose, kompen- Symptomatik: x in 30% asymptomatischer Zufallsbefund
satorische Lordose der LWS, pKörperhöhe, Sinterungsfrakturen LWS, Vorwölbung der Bauchdecke durch x Schmerzen in Hauptlokalisationen: LWS, Schädel, Becken, seltener Femur, Tibia, Clavicula, Sternum
ausgeprägte Thorakalkyphose (quere Bauchfalte), relative Überlänge der Arme, Druckschmerz über x Skelettdeformierungen, Säbelscheidentibia, Vergrößerung des Schädels, Femur varum, sek. Arthrose
Dornfortsätzen, schmerzhafte Muskelverspannungen x bei WS-Befall evtl. Kompressionssyndrome, Hirnnervenausfälle (v.a. VIII), in 10% osteogenes Sarkom
Komplikationen: x Frakturen (v.a. distaler Radius, Wirbelkörper, Oberschenkelhals) Diagnostik: x Labor: nnAP, nHydroxyprolin im Urin, normales Ca und Phosphat
Diagnostik: x Anamnese: Größe, Frakturen, OP´s, Immobilisation, Medis, Ernährung, Alkohol, Nikotin, Gyn, Familie Röntgen: x lokalisierte Osteolysen im Frühstadium (lakunäre Substanzdefekte in osteoporotischem Knochen), später
Klinik: x Wirbelsäulenform, Klopfschmerz (WS), Cushing-Syndrom, Hyperthyreose, Kachexie, Hypogonadismus aufgeriebener Knochen, Sklerosierungen, grobsträhniger Umbau der Spongiosastruktur
Labor: x Ca, Phosphat, AP, PTH, nDesoxypyridinolin und nKnochen-AP (bei high-turnover), BSG, BB, BZ, Kreatinin, Knochen-Szinti: x starke Anreicherung der befallenen Region
y-GT, GPT, Gesamteiweiß, Serum-Elektrophorese, TSH-basal, Urinstatus (Bence-Jones-P.) Therapie: x Analgetika, Antiphlogistika, Kalzitonin oder Phosphonate (pOsteoklastenaktivität)
Röntgen: x meist erst im fortgeschrittenen Stadium, nStrahlentransparenz des Skeletts, Rarifizierung der WK-Spon- x Umstellungsosteotomien und Gelenkersatz-OP´s in schweren Fällen
giosa, typ. Wirbeldeformierungen (Kompressionsfrakturen thorakaler Wirbel, thorakale Keilwirbel, lumbale
Fischwirbel, veränderte Grund- + Deckplattenstruktur, v.a. 9-12. BWK und 1-4.LWK) fibröse Dysplasie
weitere: x Knochendichtemessung (quantitatives CT, duale Photonenabsorption, Sono), Knochenbiopsie Allgemeines: x (Osteofibrosis deformans juvenilis)
Therapie: x sympt.: Analgetika, Antiphlogistika, physikalische Maßnahmen, KG, Mobilisation, evtl. Mieder / Korsett Patho: x Jaffé-Lichtenstein-Syndrom, Entwicklung von fibrösen Herden in Markräumen von Röhrenknochen
Medikamente: x Calcium- + Vit-D-Substitution x Folge: Verbreiterung, Verlängerung, Verbiegung des Knochens, Verdrängung des blutbildenden KM
x Calcitonin (nKnochendichte, pFrakturneigung), Fluoride (max. 2-3 Jahre, nOsteoblastenaktivität), Biphos- x Spongiosa verschwindet, Kortikalis dünnt aus, Knochengewebe wird durch Bindegewebe ersetzt t
phonate (pOsteoklastenaktivität), NSAR Deformierung (Coxa vara, Hirtenstabdeformität) mit Gefahr Spontanfraktur
Prävention: xÖstrogen-Gestagen-Gabe (absolute Indikation bei vorzeitiger Menopause z.B. Ovarektomie, relative x v.a. an oberem Femur-ѿ, Tibia, Schädel und Rippen
Indikation bei mehreren Risikofaktoren, Kontraindikation bei östrogenabhängigen Tumoren) x Beginn meist im Kindesalter, nach Pubertät oft spontaner Stillstand
x Calcium-Zufuhr über Nahrung (1500mg/d), Sport x Verlaufsformen: 85% monostotische Form, 15% polystotische Form
x häufig kombiniert mit endokrinen Störungen (Pigmentflecken, Pubertas praecox, Hyperthyreose, Akrome-
Typ-I-Osteoporose Typ-II-Osteoporose galie, M. Cushing, Diabetes mellitus,...)
Synonym postmenopausal senil Symptomatik: xGliederschmerzen, beginnende Extremitätendeformierungen bei Kindern ab 5.LJ, Spontanfrakturen
Manifestationsalter 50-70 > 70 Röntgen: x Aufhellung und Verdichtung nebeneinander, wabig zystische Auftreibungen, zentrale Osteolysen, Ausdünn-
Geschlecht (w:m) fast nur Frauen 2:1 ung der Kortikalis mit Looserschen Umbauzonen
Knochenabbau Spongiosa Spongiosa und Kompakta Therapie: x bei drohender Spontanfraktur Ausräumung der Herde und Auffüllung mit Spongiosa
häufigste Frakturen WK (meist BWK), distaler Radius proximaler Femur, Humerus, Radius, WK x regelmäßige Kontrolle genügt meistens (DD Tumor)
Ätiologie Östrogenmangel biolog. Alterung, Immobilität, evtl. pCa u./o. pVit-D
M. Recklinghausen
Kalzium i.S. Phosphat i.S: alk. Phosphatase i.S: Allgemeines: x Osteodystrophia fibrosa cystica generalisata, Ursachen (Adenom / Hyperplasie Nebenschilddrüse)
Osteoporose n n n-Ĺ x durch primären Hyperparathyreoidismus nKnochenabbau und fibröse Umwandlung des KM
Osteomalazie n-Ļ n-Ļ Ĺ x Zystenbildungen, braune Tumoren als Folge von Blutungen
pHPT Ĺ Ļ Ĺ Symptomatik: x Deformierung und Druckschmerzhaftigkeit der osteoporotisch veränderten Knochen
Malignome Ĺ n Ĺ x Spontanfrakturen, Nephrolithiasis und Nephrokalzinose
Diagnostik: x Labor: nAP, nSerumkalzium, Hypophosphatämie
Osteomalazie x Röntgen: verdünnte Kortikalis, zystische Aufhellungen, Deformierungen, Spontanfrakturen
Allgemeines: x Rachitis des Erwachsenen, Ossifikationsstörung des neugebildeten Knochens mit pKalzifizierung der Therapie: x Entfernung des Nebenschilddrüsenadenoms
Knochenmatrix (bei normalem Knochenabbau), F>M (höheres Alter)
x pMineralanteil und ungenügende Einlagerung von Kalziumapatit in Osteoid Ÿ pKnochendichte, weicher und akute Osteomyelitis
biegsamer Knochen
x v.a. in Regionen vermehrter Beanspruchung Umbauzonen mit Pseudofrakturen (Loosersche Umbauzonen, akute hämatogene Osteomyelitis
prox. Unterschenkel, prox. Femurende, Sitzbeinbereich) akute hämatogene Säuglingsosteomyelitis: x geringe Infektabwehr, wegen Gefäßdurchdringung der Epiphysenfuge kann
x Varusdeformierungen am Kartenherzbecken, WS (Keil- und Fischwirbel, Kyphosedeformierung) eitrige Osteomyelitis aus Metaphyse auch in Epiphyse und Gelenk (Pyarthos) einbrechen
x Kraniotabes, Glockenthorax, Kiel- oder Trichterbrust, rachitischer Rosenkranz x häufig Femurmetaphyse, häufigste Erreger (NG=gram-, SG=S.aureus)
Ursachen: x Vitamin-D-Mangel, pSonnenlichtkontakt, chron. Nieren- und Leberinsuffizienz (pUmwandlung von Vit-D in x DD: Osteoid-Osteome und Sarkome
Vit-D-Hormon), Mangelernährung, Malabsorption, Vit-D-Hormon-Rezeptordefekt, fam. Phosphat-Diabetes, Symptome: x plötzlich auftretendes hohes Fieber nach vorangegangener Allgemeininfektion, Schonhaltung
Medikamente (Antiepileptika) x typ. Entzündungszeichen (uBSG, uLeukos, Hautrötung, Schwellung), Linksverschiebung im Diff-BB
Symptomatik: x schleichender Verlauf, diffuse Gelenk- + Knochenschmerzen und Muskelschwäche, Stressfrakturen Röntgen: x radiologische Veränderung erst nach 3 Wochen, aufgetriebene Metaphyse
x Kyphosenbildung und Abnahme der Körperhöhe, evtl. Gibbus x Periostitis ossificans (Abhebung des Periostes mit Verkalkung)
Diagnostik: x Labor: nAP, pCa, pCa im Urin, pPhosphat (Phosphatdiabetes) Szinti: x bereits nach 1 Woche Mehranreicherung
Röntgen: x nStrahlentransparenz, verwaschene Knochenstruktur, wolkige Spongiosaverdichtungen, Loosersche Therapie: x Antibiotika i.v., Ruhigstellung der betroffenen Region, bei Gelenkbeteiligung Spülung durch Punktion oder
Umbauzonen, Knochenverbiegungen, Eindellungen an Deck- und Grundplatten der WS, Keil- und mittels Spül-Saug-Drainage, KO: Zerstörung der Wachstumsfuge
Fischwirbelbildung, Stressfraktur
Therapie: x perorale oder parenterale Vit-D-Gabe, Phosphat-Gabe bei Phosphatdiabetes aktute hämatogene Osteomyelitis im Kindesalter: x Epiphysenfuge ab 2.LJ gefäßlos (Schranke für Keimausbreitung),
x korrigierende Osteotomie bei fehlender Belastbarkeit der WS und Extremitäten Entzündung bleibt auf Meta- + Diaphyse beschränkt, bei intraartikulärer Lage der Metaphysen evtl. Einbruch
in Gelenk (Hüfte, Knie, Schulter), häufigster Erreger S. aureus, nach Allgemeininfektion, 2-16.LJ

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Symptome: x Allgemeinsymptome mit Entzündungszeichen durch Infekte), M>F, v.a. 20-40.LJ, betrifft Wirbelbogengelenke und Iliosakralfugen, durch Verknöch-erung des
x an Hauptlokal. wie Femur und Tibia Rötungen + Schwellung + Überwärmung + Druckschmerz Gelenkknorpels und Bandapparates typische Bambusstabform der WS
Röntgen: x DD Ewing-Sarkom, Destruktionen, periostale Ossifikationen und Abhebungen, Nekrosen und Sequester- Symptomatik: x schubweiser Verlauf
bildung, osteolytische und osteosklerotische Erscheinungen Frühsymptome: x nächtliche Kreuzschmerzen, Zerrschmerzen im Sakroiliakalgelenk (Mennell-Zeichen), Gesäß- + Sternum-
Therapie: x im Frühstadium gezielte Antibiose und Ruhigstellung ausreichend schmerz, Schwellung periph. Extremitätengelenken (v.a. Knie), Fersenschmerz
x bei subperiostalen Abszessen und Markphlegmonen chirurg. Th. notwendig Spätsymptome: x zunehmende Versteifung der WS in Kyphosestellung (kaudalokranial), Iliosakralgelenke ankylosieren
x im Spätstadium evtl. Beeinträchtigung der Atmung durch Thoraxversteifung und Einsteifung der Costo-
akute hämatogene Osteomyelitis des Erwachsenen: x nach Epiphysenfugenschluß führen Gefäße wieder in Epiphyse hinein transversalgelenke (Thoraxdifferenz ex-/inspiratorisch <6cm), verkürztes Schober-Maß (LWS) und Ott-Maß
(Ausbreitung in Gelenk möglich), v.a. lange Röhrenknochen und Wirbelkörper (Spondylitis) (BWS), Kinn-Sternum-Abstand bei max. Kopfbeugung 2cm
Symptome: x Schmerzen und Funktionseinschränkung, keine oder kaum Allgemeinsymptome x evtl. begleitend: rezidivierende Iritiden, abakterielle Urethritis / Prostatitis, selten Aortitis
Röntgen: x zunächst fleckige Aufhellungen, später periostale Rk., Knochensequester, Totenlade (= Randsklerose um Diagnostik: x Labor: HLA-B27 meist positiv, negative Rheumaserologie, BSG teilweise erhöht
Knochennekrose), typische Fistelbildung mit Abfluss nach außen Röntgen: x initial osteolytische und sklerosierende Veränderungen an Sakroiliakalgelenken (buntes Bild), Fischwirbel,
Therapie: x gezielte Antibiose, Herdausräumung und Spül-Saug-Drainage, hohe Rezidivrate Sakroileitis, paravertebrale Verkalkungen, Bambusstab-WS, Ankylose der Iliosakralfugen
Therapie: x mit KG WS-Beweglichkeit mgl lange erhalten, Versteifung in mgl günstiger Stellung, sympt. Schmerz-
akute exogene Osteomyelitis therapie, NSAR + evtl. Steroide, Aufrichtungsosteotomie bei ausgeprägtem Totalrundrücken
Allgemeines: x posttraumatisch, während oder nach OP gelangen Keime in Wunde
x zunächst lokale Osteitis Ÿ Ausbreitung abhängig von: Keime (Menge und Virulenz), Ausmaß des M. Scheuermann
Weichteilschadens und Durchblutungsstörung des Knochens, Abwehrzustand, Stoffwechselstörungen, Allgemeines: (Adoleszentenkyphose) häufigste Wirbelsäulenaffektion bei Jugendlichen, Ju>Mä
eingebrachtem Fremdmaterial zur Osteosynthese, Störung der Knochenbruchheilung und schlechte x Ursachen: schlaffe Haltung, kollagene Stoffwechselstörung, vermehrte mech. Beanspruchung der WS
Ruhigstellung, begleitende Steroidtherapie x lokale Wachstumsstörungen an Grund- und Deckplatten o Keilwirbel, Schmorlsche Knötchen
Symptome: x Schmerzen, Schwellung, ausgeprägte Entzündungszeichen, evtl. Sepsis x BWS (Rundrücken durch vermehrte arkuäre Kyphose), LWS (Abflachung der Lendenlordose)
x bei chron. Verlauf rezidivierende, sezernierende Fisteln x Bandscheibengewebsverlegung in Wirbelkörper Æ meist nach posterior in Wirbelkanal
Röntgen: x Sklerosierung mit zentraler Osteolyse, z.T. Sequesterbildung x Scheuermann Trias: Keilwirbel, Schmorl-Knötchen, fixierte Kyphose
Therapie: x radikale chir. Ausräumung, evtl. Fixateur externe, evtl. Amputation notwendig (6%), lokale Antibiotika- x Störung des Wachstums zw. TH6-12, wachsen hinten schneller als vorne, dadurch Keilwirbel
aplikation wg. der schlechten Durchblutungslage Symptome: x Schmerzen meist erst im Erwachsenenalter (abnehmende WS-Beweglichkeit und Myogelosen)
Röntgen: x Kyphose, unregelmäßige Grund- und Deckplatten, Keilwirbel, tonnenförmige WK-Veränderungen, Schmorl-
chronische Osteomyelitis sche Knötchen (Bandscheibeneinbruch in WK), Verschmälerung der Zwischenwirbelräume
Therapie: x intensive Muskelkräftigung, bei schweren Kyphosen Korsettversorgung und evtl. operative Aufrichtung
Brodie-Abszeß
Allgemeines: x hämatogene Keimaussaat bei guter Abwehrlage, sklerosierende Knochenentz., verkürzte Verlaufsform Skoliose
x Bildung einer Abszesshöhle mit ausgeprägter Sklerosierung, meist in prox. Tibiametaphyse Allgemeines: x fixierte Seitenverbiegung, Mä>Ju, durch Torsion der Wirbel und Rotation der WS veränd. Rumpfrelief
Symptomatik: x schleichender Beginn mit Schmerzen bei Belastung, Klopfschmerzen, Auftreibung des befallenen Abschnit- Ätiologie: x idiopathisch: häufigste Form, prognostisch am ungünstigsten, Einteilung nach Erkrankungsbeginn: infantil
tes, nächtliche Knochenschmerzen im Bereich eines Kniegelenk, oftmals Ausbildung von begleitenden (bis 4.LJ), juvenil (bis 10.LJ), adoleszent (ab 10.LJ)
Kniegelenksergüssen x metabolisch (Osteoporose, Rachitis), neuromuskulär (Zerebralparese, Poliomyelitis, Muskeldystro-phie),
Röntgen: x scharf begrenzte Knochenhöhle mit sklerotischem Randsaum kongenital (Myelomeningozele, Block- / Schmetterlingswirbel), BG-Erkrankungen (Marfan-Syndrom), System-
Therapie: x Ausräumung des Herdes mit evtl. Spongiosaauffüllung erkrankungen (Achondroplasie), posttraumatisch (Wirbelkörperfraktur), neoplastisch (Tumoren, Metastasen),
strukturell (Beinlängendifferenz, Kontrakturen)
plasmazelluläre und sklerosierende Osteomyelitis Garré Form: x thorakal, thorakolumbal, lumbal, thorakal mit lumbaler Gegenschwingung
Patho: x sklerosierende Knochenentzündung mit zentraler Osteolyse, kein Nachweis von Erregern x häufigste Form: rechtskonvexe Thorakalskoliose mit Asymmetrie der Taillendreiecke + Schulterstandes
Symptome: x schmerzen und Verdickung des Knochenabschnittes x Kennzeichnend für Säuglingsskoliose ist C-förmige Krümmung von BWS und LWS
Röntgen: x Sklerosierung mit zentraler Osteolyse Symptome: x unterschiedlicher Schulterstand und Taillendreiecke, Rippenbuckel (hinterer Rippenbuckel immer auf Kon-
Therapie: x Ausräumung des sklerosierten Knochenabschnittes vexseite der Skoliose), Lendenwulst, Beckenschiefstand, seitlich verbogener Verlauf der Dornfortsätze,
Wirbeltorsionen bewirken Drehung der Dornfortsätze zur Konvexseite der Krümmung und täuschen so
tuberkulöse Osteomyelitis geringere Verkrümmung vor
Allgemeines: x häufigste spezifische Osteomyelitis, hämatogener Weg Diagnostik: x Vorbeugetest, Röntgen (Bestimmung des Krümmungswinkels nach Cobb)
x meist WS und lange Röhrenknochen: Spondylitis tuberculosa (v.a. untere BWS, obere LWS), durch WK- Therapie: x abhängig von Ätiologie / Alter / Form / Schwere, Primärziel ist Stoppen der Progredienz
Sinterung Abknickung der WS (Gibbus), begleitende Querschnittslähmung, Senkungsabszesse, x <20°: Physiotherapie, Vierfüßlergang und -stand, gezielte Übungen für beide Seiten
epitheloidzellige Granulome in Markhöhlen, evtl. Fistelgänge (Risiko für Fistelgangskarzinom) x 20°-50°: zusätzlich Korsett
Diagnostik: x Anamnese, Röntgen, positiver Mendel-Mantoux-Test, Erregernachweis aus Herd x >50°: OP, passive Korrektur duch Distraktion (Umkrümmungsstab oder Dauerextension), danach
Therapie: x Tuberkulostatika, Ruhigstellung, evtl. operative Ausräumung und Defektfüllung mit Spongiosa Versteifung, bei Skoliose über 40° Progredienz von 1-2° pro Jahr
OP: bei starker Progredienz, thorakaler Skoliosewinkel >50°, lumbaler Skoliosewinkel >35°, oder bei
stärkeren funktionellen Beschwerden o WS-Segmente werden dorsal oder ventral versteift (OP nach
Harrington), präoperativ Aufdehnung der Weichteile mit Halo-Ring
6 Wirbelsäule Spinal bifida
Allgemeines: x Spinal bifida occulta Æ knöcherne Bogenschluß bleibt aus und RM-Kanal ist vorzugsweise im Lumbo-
angeborene und erworbene Störungen sakralbereich nur knorpelig geschlossen
x Spina bifida parta Æ Neuralrohr unzureichend verschlossen, Wirbelbögen breit offen, RM-Fehlbildung
Kyphosen x Meningozele bei gleichzeitiger Ausstülpung des Durasackes, Myelomeningozele bei Ausstülpung des Dura-
Allgemeines: x arkuäre Kyphose (langbogig): M. Scheuermann, posturale Kyphose (haltungsbedingt), Alterskyphose sackes und RM, Syringomyelozele bei zusätzlicher Ausstülpung von RM und Nervenwurzeln
(Osteoporose), M. Bechterew (Spondylitis ankylosans), kongenitale Kyphose (neigt zur Progredienz) Symptome: x sensible / schlaffe motorische Plegien der Beine, evt. Blasen-/Mastdarm-Lähmung, selten begleitender
x anguläre Kyphose (kurzbogig, knickförmig, Gibbus): Spondylitis tuberculosa, posttraumatische Kyphose, Hydrozephalus, WS-Verkrümmung, Hüftluxation, Kniebeugekontraktur, Fußdeformität / Druckstellen
Tumormetastasen, Tumoren, Fehlbildungen Therapie: x schnelle neurochirurgische Versorgung (Infektionsgefahr)

M. Bechterew
Allgemeines: (Spondylitis ankylosans) entz. rheum. Erkrankung (seronegativ, HLA-B27-assoziiert, evtl. Auslösung

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Spondylose, Spondylolisthesis, Spondyloptose Cauda equina evt. Kaudasymptomatik (unwillkürlicher Urin-/ Stuhlabgang, Reiterhosenanästhesie), häufig
Allgemeines: x Spaltbildung im Bereich der Bogenwurzel während Wachstumsphase (Spondylolyse) o WK kann mit pos. Lasegue- bzw. Bragard-Zeichen
darüberliegenden WS nach ventral gleiten (Spondylolisthesis) Therapie: x konservativ: adäquate Lagerung, Analgetika, Wärmetherapie Ÿ Massagen Ÿ KG
x Ursache: angeborene Dysplasien oder mechanische Überbelastung (z.B. durch Turnsport) operativ: x Diskusentfernung, lumbal mittels Hemilaminektomie, zervikal mittels ventralen Zugang, minimal-invasiv
x meist untere LWS im Wachstumsalter (Chemonukleolyse), spinale Wirbelfusion
x Spondyloptose: totales Abgleiten eines Wirbelkörpers über Vorderkante des kaudal folgenden x Indikation: absolut (OP innerhalb 24h, Blasen-Mastdarm-Funktionsstörung, deutliche motorische Ausfälle),
Symptome: x meist asymptomatisch oder uncharakteristische Schmerzen, z.T. mit neurologischen Ausfällen relativ (sensible monoradikuläre Ausfälle, persistierende Schmerzen)
x selten Verschiebung des Rumpfes sichtbar (Sprungschanzenphänomen): evtl. Hohlkreuz
x Hüftlendenstrecksteife als auffälliges Untersuchungsmerkmal, entsteht durch Verspannung der ischio- Nervenwurzel-Läsion
kruralen Muskulatur und der Rückenstreckmuskulatur (Brettsyndrom) Allgemeines: x Bandscheibenvorfälle, auch raumfordernde Prozesse (Tumor, Abszess)
Röntgen: x a.p.: umgekehrter Napoleonshut (Projektion des 5. LWK auf Os sacrum) Symptome: x an Dermatome gebunden, Zerviko-Brachialgien oder Lumbo-Ischialgien (in Extremitäten ausstrahlend,
x seitlich: Ventralverschiebung (Quantifizierung nach Meyerding: Einteilung 1-4 entsprechend der Stellung der Verstärkung durch Husten + Pressen), Sensibilitätsstörungen
Wirbelkörperhinterkante zum Os sacrum) x Prodromi: morgendliche Nacken-/Rücken-Steifigkeit, Ermüdungsschmerz, Wadenkrämpfe
x Schrägaufnahme (45°): Spaltbildung in Interartikularportion x oft Auslöser: physische + psychische Belastungen (abrupte Kopf- + Körperdrehung, Bücken, Wiederauf-
Therapie: x KG und Muskeltraining, bei frischen Spondylolysen evtl. Ruhigstellung im Gipsverband oder Korsett, bei richten, Heben, oft gleichzeitiger psychischer Konflikt)
Spondylolisthesen operative Reposition und Stabilisierung des Wirbels Diagnostik: x schmerzhaft eingeschränkte WS-Beweglichkeit, Schonhaltung, paravertebrale Myogelosen (Muskel-ver-
spannungen), Klopfschmerz, vergrößerter Kinn-Jugulum-Abstand bzw. Finger-Boden-Abstand, positives
Spondylosis hyperostotica Lasegue-Zeichen (Ischiadicus-Dehnungsschmerz, bei radikulärem L5/S1-Syndrom, evtl. L4-Syndrom),
Allgemeines: x Forestier-Ott-Syndrom, überschießende Osteophytenbildung o weiträumige Überbrückung der Zwischen- umgekehrtes Lasegue-Zeichen (Femoralis-Dehnung, höhere Wurzelkontakten), gekreuztes Lasegue-Zeichen
wirbelräume (schmerzlose Versteifung der gesamten WS), Assoziation mit Adipositas / Stoffwechselstörungen (v.a. mediale Diskushernie), Valleix-Druckpunkte (Ischiadicus-Schmerz), Claudicatio spinalis intermittens (bei
/ Diabetes / Hyperurikämie Spinalkanal-Enge, Spondylolisthesie)
Symptomatik: x Beschwerden oft geringer als durch Röntgenbefund erwartbar (mäßige diffuse Rückenschmerzen) Röntgen: x oft osteochondrotische + spondylotische Veränderungen, ‡ Diagnose eines Prolaps möglich
x Röntgen (weit ausladende osteophytäre Spangen am vordern Längsband) weitere: x Myelographie, CT, MRT: hohe Treffsicherheit, Diagnose + Höhenlokalisation, spinalen RF (Tumor)

degenerative, entzündliche und tumoröse Veränderungen Parese Reflexstörung Dermatom


C5 M. deltoideus, M. bizeps brachii BSR Schulter, lateraler Oberarm
Lumbalsyndrom C6 M. bizeps brachii, M. brachioradialis BSR lat. über Ellenbogen, radialer Unterarm,
Allgemeines: x am häufigsten in 2. Lebenshälfte radialer Daumen + Zeigefinger
Symptome: x chron. Beschwerden oder plötzlich einschießende Schmerzen (Hexenschuß) durch Belastung oder ruck- C7 M. trizeps, M. pronator teres, M. pectoralis major TSR dorsaler Unterarm, mittlere 3 Finger
artige Bewegungen, Muskulaturverspannung, WS-Beweglichkeit reflektorisch vermindert, häufig Schmerz- C8 kleine Handmuskeln Trömner, TSR dorsaler Unterarm, Ring- + Kleinfinger
ausstrahlung und psychovegetative Begleiterscheinungen L2 M. adductor longus + brevis + magnus ADR
Röntgen: x keine / leichte / ausgeprägte degenerative Veränderungen L3 M. quadriceps femoris PSR Trochanter majoroOSomediales Knie
Therapie: x im Akutstadium Stufenbettlagerung, Muskelrelaxantien, Schmerztherapie und Wärme L4 M. quadriceps femoris, M. tibialis anterior PSR Hüfteolat. OSomedialer Knöchel
x bei Blockierungen Manualtherapie mit anschließender physikalischer Therapie, Rückenschule L5 M. extensor hallucis longus, TPR OSolat. Knieolat. Tibiaodorsaler
M. extensor digitorum brevis FußoGroßzehe
Zervikalsyndrom S1 Mm. peronaei, M. triceps surae, ASR dorsaler OS+USolat. Knöchelolat.
Allgemeines: x klinische Erscheinungen bei degenerativen ǻ der HWS M. glutaeus maximus Fußrand+Kleinzehe
x Kopf- + Nackenschmerzen, Schulter-Arm-Schmerz, Neuralgien (Radikulärsyndrom), zervikale Migräne und Cauda Blasen- und Mastdarmlähmung, ASR
Schwindel (vegetative Syndrome), Myelopathie (medulläres Syndrom) equina Reithosenanästhesie
Symptome: x zervikale Myelopathie z.B. durch Osteophyten im mittleren dorsalen Teil der WK, durch Kompression der A.
spinalis ant. und Myelons evtl. spastische Parese mit pos. Pyramidenbahnzeichen, Tetraplegien und Spinalkanalstenose
Tiefensensibilitätsstörungen, unkovertebrale Spondylophyten können Halsnervenwurzeln sowie A. vertebralis Allgemeines: x durch Spondylarthrose der Wirbelgelenke und Bandscheibendegeneration Verengung des Spinalkanals und
einengen und zu Zervicobrachialgien und vertebrobasilären Insuffizienz führen Foramina intervertebralia, auch anlagebedingte Veränderungen (Chondrodystrophie) oder Körperhaltung mit
Therapie: x Analgetika, Antiphlogistika und Muskelrelaxantien Hyperlordose der LWS
x physikalische Maßnahmen, Elektrotherapie, Wärmeanwendung, Halsorthesen Symptome: x plötzliche Kreuzschmerzen, teils mit Ausstrahlung in beide Beine, besser durch Beugehaltung oder Sitzen in
flektierter Haltung gebessert, typische Einschränkung der Gehstrecke durch auftretende Schmerzen und
Zervikozephales Syndrom Sensibilitätsstörungen Æ Claudication spinalis (Pat. muß nach kurzer Strecke bücken)
Allgemeines: x Syndrom mit Kopfschmerzen, Schwindelerscheinungen, Hör-, Seh- und Schluckstörungen Röntgen: x degenerative Veränderungen der WS, in Myelographie Stenose des Rückenmarkkanals
x Fehlstellung der Gelenke am Kopf-Hals-Übergang o Bedrängung der A. vertebralis + sympathischen Therapie: x im Akutstadium kyphotische Lagerung, Analgetika, Krankengymnastik
Grenzstranges im Bereich der HWS x bei Therapieresistenz operative Teilentfernung der einengenden Wirbelbögen und –gelenke
Ursachen: x Fehlbildung, entz. Destruktion, neoplastische Destruktion, zervikaler Diskusprolaps, Zerviko-brachialis
Syndrom, Skalenussyndrom, AK-Blockierungssyndrom, oxipitale Neuralgie, bei Frakturen meist C4-C6 Spondylitis tuberculosa
Symptomatik: x meist durch Kopfrücknahme und Rotation auslösbar, “Migräne zervikales“ Allgemeines: x hämatogene Ausbreitung der Tuberkelbakterien in WS
Symptome: x Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Nachtschweiß, Fieber, WS-Beschwerden, lokaler Druckschmerz
Bandscheibenvorfall x Wirbelkörperzerstörungen, Keilwirbel, Gibbusbildung, anguläre Kyphose, evtl. Senkungsabszeß im OS
Allgemeines: x Protrusio oder Prolaps von Bandscheibengewebe in Wirbelkanal, meist Lumbalbereich (v.a. L4/5 und Röntgen: x Bandscheibenverschmälerung, Osteolysen, Zerstörung des Wirbelkörpers, paravertebraler Abszess
L5/S1), auch Zervikalbereich, meist laterale Diskushernien (seltener medial) Therapie: x Ruhigstellung mit Gipsliegeschale und Tuberkulostatika, operative Herdausräumung und lokale Tuberkulo-
x 2/3 der Vorfälle im Lumbalbereich, 1/3 im Zervikalbereich, nur ca. 2 % im Thorax statikalokalisation, Drainage von Abszessen
x v.a. Degeneration durch mang. Bewegung (pStoffaustausch) + aufrechten Gang (mech. Kompression)
Ätiologie: x Bandscheibendegeneration mit Elastizitätsverlust Ÿ Protrusio oder Prolaps durch Lig. longitudinale poster- Wirbelmetastasen
ius (evtl. Sequester) Allgemeines: x v.a. Karzinome der Mamma / Bronchial / Prostata / Schilddrüse / Nieren
x Ÿ bei dorsolateralem Austritt Wurzelkontakt oder Kompression einer oder mehrerer Wurzeln x osteolytische (Schilddrüse / Niere) oder osteoplastische Formen (Prostata) oder gemischt (Mamma)
x Ÿ bei medialem Austritt Rückenmarks- oder Kaudasyndrom Diagnostik: x Knochen-Szinti: osteoplastisch (Mehrspeicherung), osteolytisch (Minderspeicherung)
Symptome: x radikuläre Symptomatik durch Kompression der abgehenden Nervenwurzel x Röntgen: Dichteerhöhung oder Dichteminderung
x Sensibilitätsstörungen (Dermatom), motorischen Lähmungen und Reflexausfall, Husten und Pressen x Labor: Hyperkalzämie (osteolytisch), Hypophosphatämie / Hypokalzämie / nAP (osteoplastisch)
verschlimmert Schmerz, fixierte Schonhaltung, beim medialen Bandscheibenvorfall durch Kompression der Therapie: x meist palliativ, v.a. Bestrahlung

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Therapie: x OP bei tiefen Trichtern zwischen 2-6. LJ (Osteotomie der Rippen und Sternum o Anheben des Trichters
Verletzungen und Stabilisierung mittels Metallplatten)
x Indikation meist aus kosmetischen Gründen, selten zur Schmerzbeseitigung
Schleudertrauma
Allgemeines: x Auffahrunfälle, rasche gegenläufige Bewegungen der HWS (Hyperflexion + Hyperextension) Hühnerbrust
Symptome: x nach freiem Intervall zunehmende schmerzhafte Bewegungseinschränkung der HWS Allgemeines: x syn. Kielbrust, endogen bedingt, Sternum nach ventral vorgewölbt, evtl. Rachitis als Ursache
x Kopfschmerzen, Übelkeit, in Schultern ausstrahlender Scherz Symptome: x ‡ funktionellen Störungen, rein kosmetische Beeinträchtigung
Radiologie: x Röntgen (Luxation?, Fraktur?, evtl. Funktionsaufnahmen der HWS), CT Röntgen: x spitzwinklig prominentes Sternum
Therapie: x Immobilisation mittels Halskrawatte, Schmerztherapie, später Wärmeapplikation und Muskelkräftigung Therapie: x nur in schweren Fällen operative Korrektur

Wirbelfraktur
Allgemeines: x Verkehrsunfälle, Sport + Stürze aus großer Höhe, meist thorakolumbalen Übergang
Symptome: x Rückenschmerzen bis hin zu neurologischen KO
Röntgen: x Impressionsfraktur (z.n. axiale Kompression), Kompressionsfraktur (Abnahme der Wirbelkörperhöhe), Quer-
8 obere Extremität
fraktur, Luxationsfraktur, Bogenfraktur, Frakturen ober Abrisse von Dorn- und Querfortsätzen,
Osteosynthese
Kantenabsprengungen, diskoligamentäre Verletzungen
Allgemeines: x Stabilisation einer Fraktur durch Implantation von Nägeln, Drähten, Platten- oder Schrauben
x Kriterium für stabile Fraktur ist stehende Hinterkante bei fehlender Dislokation der Fraktur
Stabilität: x Lagerungsstabil (Fixateur externe), Übungsstabil (meiste Osteosyntheseverfahren, Schraubenosteo-syn-
Therapie: x konservativ bei stabilen- und Kompressionsfrakturen, Immobilisation bei instabilen Frakturen, operativ bei
these, Marknagelung, Plattenosteosynthese, Zuggurtung), Belastungsstabil (Gamma-Nägel, Schenkelhals-
Luxationsverletzungen / zerstörter WS-Stabilität / RM-Verletzungen
Kopfendoprothesen)
Frakturen: x Dens axis: Cave Atemzentrum, Fraktur oft mit anderen kombiniert, Osteosynthese
Arten: x Schraubenosteosynthese (Kompression zw. Frakturfragmenten durch Zugschrauben), Plattenosteo-syn-
Einteilung: x Typ I: oberer Teil Æ wird physiologisch von Bändern gehalten, kann konservativ behandelt werden
these (v.a. langen Röhrenknochen, Neutralisation von Scherkräfte durch Platte), Zuggurtungen mit Cerclage
x Typ II: mittlerer Teil (z.B. Patellaquerfraktur), Fixateur Externe (zweit- / drittgradig offene Frakturen, Infekte, auch Gelenk-
x Typ III: Basis Æ Operation von ventral Arthrodese), Spickdrahtosteosynthese (Adapationsstabilität der Fraktur), Verbundosteosyn-these (z.B.
Ätiologie: x Stauchungs- oder Berstungsfrakturen, vor allem Brust- und Lendenbereich, Kraft wirkt axial auf WS (Schlä- pathologische Frakturen, Ausfüllung des Defekts mit Knochenzement und Stabilisierung mit Osteosynthese),
ge auf Kopf und Schulter, Stürze auf Gesäß und Beine), starke Kyphosierungsbewegungen Osteosyntheseverfahren mit Spongiosaplastik (ausgedehnte Knochendefekte)
Einteilung: x ventrale Säule A (vordere 2/3 der WK) mittlere Säule B (Hinterkante der WK)
x dorsale Säule C (Summe der Gelenkfortsätze) Säule D (Bandscheibe, Bänder) Hals- und Schulterregion
x Einengung des Spinalkanals: Grad 0: keine Einengung Grad 1: < 1/3
Grad 2: < 2/3 Grad 3: > 2/3 Scapula alata
Allgemeines: x angeborener Schulterblatthochstand, Dysostose, selten, evtl. erbliche Erkrankung (90% einseitig), F>M
Querschnittslähmung x Störung des Deszensus scapulae während embryonaler Entwicklung, oft zusätzlich skelettäre und
Allgemeines: x Traumen des RM (Commotio, Contusio, Compressio) muskuläre Fehlbildungen (Skoliose, Rippenanomalien, Klippel-Feil-Syndrom, Spina bifida)
x Höhenlokalisation: Halsmark (Tetraparese, Zwerchfelllähmung bei Läsion über C4), Brustmark (zentrale Symptomatik: x hoch stehendes Schulterblatt, häufig Lage- und Formveränderungen der Skapula (z.B. hackenförmiger
spastische Paraparese der Beine, höhenabhängige Lähmung von Rücken- / Brust- / Bauchmuskulatur), Skapulawinkel), in 50% knöcherne / knorpelige / fibröse Verbindung zur WS, bei knöcherner Verbindung (Os
Lumbalmark (schlaffe Beinparese), Konus-Kauda-Syndrom (Reithosenanästhesie, schlaffe Beinparese, omovertebrale) behinderte skapulothorakale Beweglichkeit
Blasen- und Mastdarmstörung) Therapie: x leichte Fälle: Abtragung des Angulus superior scapulae, Entfernung der omovertebralen Verbindung
kompletter QS: x akut: spinaler Schock, plötzliches Trauma oder Ischämie o akute Unterbrechung der afferenten und x schwere Fälle: zusätzlich Verschiebeosteotomie der Skapula, Kaudalversetzung der Skapula
efferenten RM-Bahnen o schlaffe Para- + Tetraparese kaudal der Läsion, Areflexie, vollständiger Ausfall von
Blase / Darm / Potenz, Ausfall aller Sensibilitätsqualitäten und Gefäß- und Wärmeregulation Schiefhals
x chronisch: Querschnittssyndrom, ca. 6-8 Wochen nach akuter Phase Ausbildung von abnormen Querver- Ursachen: x okulär (Augenerkrankungen = Schielen), otogen (einseitige Schwerhörigkeit), psychische Störung
bindungen zw. sensiblen oder autonomen und motorischen Bahnen o spastische Para- und Tetraplegie, (hystericus), angeborene Fehlbildung der HWS, spastisch (Torti collis), Distorsion, Kippel-Pfeil-Syndrom,
gesteigerte Eigenreflexe, Babinski, kompletter Sensibilitätsausfall, Reflexblase Frakturen, Cabriosyndrom, rheumatisch, Grisel-Syndrom
progredient: x Myelitis transversa: Ursachen (bakt./virale Infektion, postinfektiös, Impfung, autoimmun), Symptome (initial x Verkürzung des M. sternocleidomastoideus durch Bindegewebsumwandlung
gürtelförmige Schmerzen, zunächst schlaffe – später spastische Para- oder Tetraparese, sensible Symptome, x Neigung des Kopfes zur erkrankten Seite und Rotation zur Gegenseite
Sz in Extremitäten, Blasen- / Mastdarmstörung), Therapie (Kortikoide, evtl. Antibiotika oder Virostatika) Symptome: x verkürzter Muskel als derber Strang tastbar, verminderte Beweglichkeit der HWS, Entwicklung einer
x vaskuläre RM-Erkrankung (TIA, Infarkte, Blutungen, spinale arteriovenöse Malformationen), MS, Trauma, Gesichtasymmetrie, Gesichtsskoliose, HWS-Skoliose (konvex zur gesunden Seite) mit kompensatorischer
Tumoren, Strahlenmyelopathie BWS-Skoliose, Schulterhochstand auf Kontrakturseite
inkomplett: x Brown-Séquard-Syndrom: selten, halbseitige RM-Lähmung, homolateral (zentrale Parese, Störung Therapie: x Ursache therapieren, Krankengymnastik nach Vojta, bei Persistieren gegen Ende des 1.LJ Tendotomie des
Tiefensensibilität), kontralateral (Störung Schmerz- und Temperatur), erhaltenes Berührungsempfinden Muskels und Fixation in regelrechter Stellung im Thoraxdiademgips
Diagnostik: x CT oder MRT
Therapie: x Dekompression des RM bei Verschlechterung primär inkompletten Lähmung, sowie WS-Stabilisierung Omarthritis
Ursachen: x iatrogen bedingte Infektion oder rheumatisch
Symptome: x lokale Entzündungszeichen bei Gelenkempyem, schlechtes Allgemeinbefinden
Therapie: x infektiöse Omarthritis Æ operative Gelenkeröffnung mit Drainage des Empyems und Antibiotika
7 Brustkorb x rheumat. Omarthritis Æ rheumath. und physikalische Maßnahmen

Trichterbrust Omarthrose
Allgemeines: x syn. Pectus excavatum/infundibiliform, endogene Missbildung, M>F, häufigste Thoraxdeformität (0,1%) Allgemeines: x Verschleißungen des Schultergelenkes infolge Entzündungen oder Luxationsfrakturen
x trichterförmige Einsenkung des Sternums und angrenzender Rippenanteile während erster LJ Symptome: x schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, Reiben
x hauptsächlich ist die untere Sternumhälfte betroffen Röntgen: x Gelenkspaltverschmälerung, Osteophytenbildung, Humeruskopfhochstand
Symptome: x symmetrische oder asymmetrische trichterförmige Veränderung meist beschwerdefrei Therapie: x konservativ mttels symptomatischer, physikalischer und medikamentöser Therapie
x oft Kombination mit Kyphosierung der BWS, häufig psychische Beeinträchtigung x selten alloplastischer Gelenkersatz oder Arthrodese
x selten auch Störung der Herz-Kreislauf- und Lungenfunktion
Periarthropathia humeroscapularis
Röntgen: x Tiefe des Trichters und Abstand zw. Trichter und WS werden ausgemessen (Platz für Thoraxorgane)

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Supraspinatussehnen-Syndrom Skapulafraktur
Allgemeines: x mechanische Belastung der Sehne beim Durchgang unter Lig. coracoacromiale (physiologische Enge), Allgemeines: x meist direkte Gewalt (Polytrauma): Abrissfrakturen an Muskelansätzen des Skapulawinkels, Akromions und
Hypovaskularisierug am Sehnenansatz (Tuberculum majus), Unterbrechung der Blutzufuhr bei Ab- und Proc. coracoideus
Adduktion Ÿ degenerativen Veränderungen Ÿ Schmerz und Funktionsein-schränkung der Schulter x indirekte Fr. durch Sturz auf Schulter: Stauchungsfrakturen d. Skapulahalses + Schultergelenkpfanne
Einteilung Neer: x Stadium I: Ödem und Einblutung in Sehne Symptomatik: x Absinken der Schulter, Druck- / Stauchungsschmerz, schmerzhafte Bewegungseinschränkung im SG
x Stadium II: Fibrose und Tendinitis Diagnostik: x Röntgen in 2 Ebenen, evtl. Schrägaufnahmen
x Stadium III: partielle Rupturen und ossäre Veränderungen Therapie: x Ruhigstellung Desault-/Gilchrist-Verband bis Abklingen akuter Schmerzen, dann frühe Übungsbehandl.
Symptomatik: x bewegungsabhängig verstärkter chron. Schulterschmerz, Druckschmerz am Tub. majus, normale aktive und operativ: x nur bei Abrissfrakturen des Akromions und Proc. coracoideus mit starker Diastase und stark dislozierten
passive Beweglichkeit, schmerzhafter Bogen (painful arc) bei Abduktion zw. 60°-120° (verstärkt durch Druck + Hals- und Pfannenfrakturen Ÿ Platten- oder Schraubenosteosynthese
Innenrotation) als Zeichen Impingement-Syndroms (Einklemmung subakromialer Weichteile, z.B.
Rotatorenman-schette bei Abduktion) Claviculafraktur
Therapie: x Analgetika, Antiphlogistika, evtl. subakromial Kortikoide, KG, Kryotherapie bei akuten Schmerzen, Wärme Allgemeines: x meist Quer- und Schrägfrakturen, viel seltener Trümmerbrüche oder Brüche mit Segmentaussparung
bei chron. Beschwerden, LÄ, Elektrotherapie x Sturz auf Schulter oder ausgestreckten Arm (meist mittleres 1/3, Kontaktsport, Ski, Radfahren, Reiten)
operativ: x Acromioplastik zur Vergrößerung des subakromialen Raums x seltener direkte Gewalt (meist laterales 1/3, Schlag, Schuss, Stoß)
Einteilung Neer: x 80% mittleres Drittel, 15% laterales Drittel, 5% mediales Drittel
Rotatorenmanschettenruptur Epidemiologie: x ca. 1/1.000 pro Jahr, zwei Altersgipfel, Männer (vor 25.LJ, 35-55.LJ), Frauen (vor 25.LJ, nach 75.LJ)
Allgemeines: x degenerativ oder selten traumatisch, komplette (degenerativ – Alter und Beruf) oder inkomplette (Trauma - Symptomatik: x herabhängende Schulter, häufig Schwellungen über Fraktur, evtl. sichtbare und tastbare Frakturstelle,
meist OP) Ruptur, knöcherner Abriss Rotatorenmanschette aus Humeruskopf Krepitation, Hämatom, permanenter Ruheschmerz mit starker lokaler Druckschmerzhaftigkeit, schmerzhafte
x Muskeln: ventral M. subscapularis, kranial M. supraspinatus, dorsal Mm. infraspinatus et teres minor Bewegungseinschränkung
Symptomatik: x Druckschmerz am Tuberculum majus und vor Korakoid, typischer Schmerz bei seitlicher Abduktion, bei Komplikationen: x Schädigung des Armplexus, A.+V. subclavia
Teilruptur Abduktionsbehinderung (60°-110°), bei ausgeprägter Ruptur sog. Pseudoparalyse des Arms mit Diagnostik: x häufig Hochstand des mediales 1/3 durch Zug des M. sternocleidomastoideus + Tiefstand d. lateralen
Unfähigkeit zur aktiven Abduktion x Prüfung der Durchblutung, Motorik und Sensibilität distal der Fraktur (Läsion des Plexus brachialis)
Diagnostik: x Sono, Arthroskopie, MRT, Rö in 2 Ebenen (Hochstand des Humeruskopf), Arthrographie (KM-Austritt in Röntgen: x a.p. und tangential, Ausschluss von Rippenfrakturen oder Pneumo- bzw. Hämatothorax
Bursa subacromialis) Therapie: x ca. 98% der Fälle konservativ: Ruhigstellung beider Schultern, Rucksackverband, in ersten 3 Wo Arm nicht
Therapie: x bei kleineren Rissen, Ruhigstellung im Desault-Verband, später symptomatisch (LÄ, Wärme, KG) über 90° anheben, unterstützende KG, Tragedauer Kinder (ca. 10d), Erwachsene (ca. 3-4Wo)
operativ: x bei ausgedehnten Läsionen Naht bzw. Reinserierung am Tuberculum majus, bei jungen Patienten plas- x bei Achsenknick >10° und / oder fehlendem Knochenkontakt Reposition in Bruchspaltanästhesie
tischer Ersatz operativ: x Indikation: offene Frakturen (II-III.Grad), Gefäß-Nerven-Verletzung, Pseudarthrose nach konservativer
Therapie, pathologische Frakturen, laterale Frakturen mit Beteiligung des AC-Gelenkes
adhäsive Kapsulitis
x Plattenosteosynthese in Kombination mit Zugschrauben, Reha, Ausheilung nach ca. 12 Wochen
Allgemeines: x syn. Schultersteife (frozen shoulder), schmerzhafte aktive und passive Bewegungseinschränkung, durch
Fibrosierung + Schrumpfung der Gelenkkapsel und fibrösen Verklebungen im Subacromialraum Akromioklavikulargelenkverletzung
x primär (idiopathisch), sekundär (nach Trauma, Entzündung, lange Immobilisierung) Patho: x v.a. Sturz auf Schulter (Reitunfall) oder gestreckten Arm Ÿ Sub- oder Vollluxation des ACG
Symptomatik: x zunächst starke Schmerzen bei freier Beweglichkeit, später pSchmerzen bei nEinschränkung (Reihenfolge: Einteilung: x Tossy I: Kontusion, Überdehnung der Lig. Acromio- und coracoclaviculare
Außenrotation, Abduktion, Innenrotation), zuletzt vollständige Blockierung + Muskelatrophie
x Tossy II: Subluxation des SG, Ruptur Lig. acromioclaviculare und Überdehnung Lig. coracoclaviculare
x Ausheilung nach Monaten bis Jahren mit Rückgewinn von aktiver und passiver Beweglichkeit
x Tossy III: Vollluxation des Schultergelenks, Ruptur der Lig. acromioclaviculare und coracoclaviculare und
Diagnostik: x Anamnese, Druckschmerz, Rö (unauffällig, evtl. Dekalzifikation), Arthrographie (Kapselschrumpfung) Luxation des lateralen Klavikulaendes nach kranial (Klaviertastenphänomen)
Therapie: x akut (Antiphlogistika, Analgetika, Kryotherapie, KG), chronisch (Wärme, Mobilisation in Narkose) Symptomatik: x Druck- und Funktionsschmerz des Schultergelenks, Klaviertastenphänomen (nur Tossy III),
x Prophylaxe: Thoraxabduktionsgips bei Ruhigstellung der Schulter für 3 Wochen Diagnostik: x vergleichende gehaltene Röntgenaufnahmen beider Schultergelenke
Therapie: x Tossy I und II: Ruhigstellung in Desault- oder Gilchristverband, dann funktionelle Behandlung
kalzifizierende Tendopathie
operativ: x Tossy III: Zuggurtung und evtl. Bandnaht
Allgemeines: x syn. Tendinitis calcarea, Verkalkung in hypovaskularisierter Zone des Sehnenansatzes
x Jugendliche und Sportler: Bändernaht, temporäre Fixation des Akromioklavikulargelenks mit Arthrodese für
x am Tuberculum majus, meist Supraspinatus-Sehne, oft 3-4. LJZ
6 Wochen, dann KG, bei älteren Verletzungen auch Bandplastik
x Phasen: latent, chronisch, akut, Reparationsstadium
x evtl. Durchbruch des Kalkherdes in Bursa (Bursitis subacromialis) Sternoklavikular-Luxation
Symptomatik: x heftige Schmerzen in Schulter im akuten Stadium (Durchbruch in Bursa), dann Abklingen der Schmerzen, Allgemeines: x meist direkte Gewalt (Schlag), seltener indirekte Gewalt (Sturz auf sternales Klavikulaende)
typ. Wechsel zwischen relativer oder völliger Beschwerdefreiheit und heftigen Schmerzen x Arten: vordere Luxation oder hintere Luxation (evtl. Verletzung von Organen des oberen Mediastinums,
Diagnostik: x Schmerz am Ansatz M. deltoideus, Druckschmerz Tub. majus, schmerzhafter Bogen (v.a. Innenrotation), große Gefäße / Ösophagus / Trachea / Ductus thoracicus)
Supraspinatustest positiv, Röntgen (Kalkschatten), Sono (Schallschatten hinter Kalkherd) Symptomatik: x Hämatom, druckschmerzhafte Schwellung bei vorderer Luxation, Delle bei hinterer Luxation, Schmerzen im
Therapie: x akut: Analgetika, Antiphlogistika, Immobilisation, Kryotherapie, evtl. orale Kortikoide, Punktion und Spülung Sternoklavikulagelenk bei Armbewegung
des verflüssigten Kalkherdes Diagnostik: x Röntgen-Thorax in 2 Ebenen, evtl. CT
x chronisch: operative Ausräumung oder Lithotripsie der Kalkherde Therapie: x konservativ keine bleibende Retention möglich, meist offene operative Rekonstruktion mit Bändernaht und
x Prophylaxe: bei Supraspinatussehnensyndrom Pendelübungen bei herabhängendem Arm Reposition des Discus articularis
DD Schulterschmerz Schultergelenks-Luxationen
mechanischer Schmerz: Bizepssehnentendinose, Supraspinatussehnensyndrom, Arthrosen traumatische Schultergelenksluxation: x indirektes Trauma (hebelnde Bewegung des Humerus), seltener direkte Gewalt
Entzündungsschmerz: kalzifizierende Tendopathie, rheumatische Arthritis, spezifische und unspezifische Entz.
x 80% Luxatio subcoracoidea (nach vorne), 15% L. axillaris (unten), 5% L. infraspinatus (hinten)
Viszeraler Schmerz: Herzinfarkt, Angina pectoris, Zwerchfellhernie
Symptomatik: x schmerzhafte Zwangshaltung des Armes (leichte Abduktion, Außenrotation)
Aufsteigende Schmerzen: Karpaltunnelsyndrom, Epicondylitis humeri
Sonstige: Thoracic-outlet-Syndrom, Zervikalsyndrom, Herpes zoster, Syringomyelie, Skapulokostal-syndrom, x bei Palpation federnde Fixation im Schultergelenk und leere Gelenkpfanne
Skapulakrachen, Morbus Raynaud, Sklerodermie, Tumoren von Schulter + Oberarm + HWS, Komplikationen: x Begleitverletzungen wie Fraktur (Abrißfraktur des T. majus), Nervenläsion (N. axillaris mit Deltoideus-
Pancoast Tumor lähmung), Plexusverletzung, Gefäßverletzung, habituelle Schulterluxationen, bleibende Bewegungs-ein-
schränkungen (Adduktionskontraktur), Humeruskopfnekrose, Arthrose des Schultergelenkes
Diagnostik: x Röntgen: a.p. + transthorakale + transkapsulär
Therapie:
konservativ: x Reposition unter Sedation (erneute röntgenologische Kontrolle)
Verletzungen

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x Reposition nach Arlt: bei subkorakoidalen Luxationen, Patient sitzt auf Stuhl mit Stuhllehne als DD: x Zervikalsyndrome, Tumoren (Pancoast), Periarthritis humeroscapularis, Karpaltunnelsyndrom, Ulnaris-
Hypomochlion für Schulter o Zug am Oberarm bei rechtwinklig gebeugtem Ellenbogengelenk und lähmung, Neuritiden, Morbus Raynaud, Paget-Schroetter-Syndrom, arterielle Verschlüsse
Außenrotation des gebeugten Unterarmes Therapie: x in leichten Fällen Ruhigstellung, evtl. Resektion der Halsrippe oder Skalenotomie
x Reposition nach Hippokrates: bei muskelkräftigen Männern, Patient in Rückenlage o Zug am Oberarm bei
gestrecktem Ellenbogen und in Axilla gestemmten Fuß als Hypomochlion Arm und Hand
x anschliessend Ruhigstellung in Desault-Verband oder Armschlinge, dann Mobilisierung unter Vermeidung
von Außenrotation angeborene Störungen
operativ: x bei >2-maliger Luxation
x OP nach M. Lange, OP nach Putti-Platt (vordere Kapselraffung, Versetzung des M. scapularis nach lateral), Fehlbildungen
OP nach Witt (wie Putti-Platt, zusätzlich Versetzung des M. coracobrachialis auf Akromion), OP nach Weber transversale: x Teile der Extremitäten nicht angelegt oder abgeschnürt, Amelie (ganze Gliedmaße fehlt), Peromelie
(subkapitale quere Humerusosteotomie, Innenrotation des Humeruskopfes gegen Schaft um 25°, Fixation mit (Extremitäten als Stümpfe angelegt, distale Abschnitte fehlen)
Winkelplatte) longitudinale: x Hypoplasie (einzelne Skelettabschnitte minderangelegt), partielle Aplasie (Skelettabschnitte fehlen
x Ruhigstellung in Thorax-Arm-Gips für 3-6 Wochen, dann Übungsbehandlung teilweise), komplette Aplasie (Skelettabschnitte fehlen ganz), Phokomelie (lange Röhrenknochen fehlen, Hand
oder Fuß setzen direkt am Rumpf an), Klumphand (bei radialen longitudinalen Defektbildung mit Hypoplasie
rezidivierende posttraumatisch und habituelle Schultergelenksluxationen: des Radius), Polydaktylie (zusätzliche Finger oder Zehen ausgebildet oder rudimentär angelegt),
Patho: x rezid. bei bestimmten Bewegungen (z.B. Abduktions-/Außenrotationsbewegung) oder Bagatelltraumen Spaltmissbildungen (Spaltung der Hand in medialen und ulnaren Anteil, krebsscherenartiges Aussehen),
x Faktoren: konstitutionelle Dysplasie des Schultergelenkes, angeborene Muskel- oder Kapselbandschwäche, angeborener Femurdefekt (Oberschenkel unterschiedlich stark verkürzt, dadurch Beinverkürzungen und evt
posttraumatische Schäden wie Abriss des Labrum glenoidale inferius (Abflachung des unteren Pfannenrandes Kniedysplasien), Fibula- und Tibiadefekte (durch das Fehlen oder die Hypoplasie keine Stabilität des Fußes
o Bankart-Läsion), Impressionsfraktur des Humeruskopfes (Einkeilung am vorderen Pfannenrand o Hill- im oberen Sprunggelenk o Varus- oder Valgusdeformitäten + Klumpfußstellung)
Sachs-Läsion), Gelenkkapselerweiterung, Schädigung des N. axillaris
Symptome: x Instabilität im Bereich des Schultergelenkes mit chron. Beschwerden Radiusaplasie
Röntgen: x posttraumatisch rezidivierenden Luxation: Hills-Sachs-Delle, Bankart-Läsion Allgemeines: x Ektromelie (Hemmungsfehlbildung mit Hypo- oder Aplasie einzelner oder mehrerer Röhrenknochen)
Therapie: x operative Revision der vorgeschädigten Strukturen Symptomatik: x Klumphand durch Verkürzung des distalen Endes: Krümmung der Elle zur Radialseite, oft Abknickung zur
Beugeseite, fehlender radialer Teil der Handwurzel, Hypoplasie oder vollständiges Fehlen des Daumens,
Sternumfraktur häufig zusätzlich radioulnare Synostose
Allgemeines: x selten, meist durch frontales direktes Trauma (v.a. Querfrakturen zw. Corpus und Manubrium sternii) Therapie: x operative Einstellung der Ulna in Handwurzel, Schienenbehandlung (nur Vorbereitung auf OP oder Rezidiv-
x S: sehr schmerzhaft, oft Begleitverletzungen im inneren Thorax (Contusio cordis?) prophylaxe)
x T: konservativ mit Analgetika, bei starker Dislokation operativ (Drahtcerclage, Plattenosteosynthese)
radioulnare Synostose
Plexusverletzungen Allgemeines: x selten, angeborene knöcherne Verbindung von Radius und Ulna (meist proximales 1/3), ein- und beidseitig
möglich, evtl. familiär gehäuft
obere Plexuslähmung Symptomatik: x Unterarmdrehbewegung nicht möglich, häufig gute Kompensation durch Mehrbeweglichkeit von Nachbar-
Allgemeines: x Erb-Duchenne C5/C6, häufigste Plexus brachialis-Schädigung: Trauma, bei Entbindung, Tm gelenken, Unterarm meist in Pronation
Symptome: x vorwiegend Schädigung des M. deltoideus (Schulterabduktor), M. bizeps brachii (Ellenbogenbeuger) und M. Röntgen: x Verknöcherung zwischen Radius und Ulna
brachioradialis (Unterarmsupinator), Vorderarm und Hand in Pronationsstellung, keine Abduktion in Therapie: x nur bei funktioneller Behinderung operative Korrektur mittels Drehosteotomie (häufige Rezidive)
Schultergelenk, keine Beugung im Ellenbogengelenk nicht gebeugt werden, durch Parese der Abduktoren +
Außenrotatoren im Schultergelenk Ÿ Adduktion und Einwärtsrotation Madelung-Deformität
x Sensibilitätsstörungen über M. deltoideus und radiale Unterarmseite Allgemeines: x erblich bedingte Wachstumsstörung der distalen Radiusepiphyse Ÿ im Schulalter beginnende Bajonett-
Therapie: x bei geburtstraumatischen Lähmungen wird Arm in 90° Abduktion und Außenrotation des Schulter-gelenks stellung der Hand mit radialer Klumphand, Subluxation des distalen Ulnaendes (da länger als Radius), meist
bei rechtwinklig gebeugtem Ellenbogengelenk gelagert beidseitig, F>M
x Elektrotherapie, KG und Kontrakturprophylaxe Symptomatik: x durch verkürzten Radius zunehmende radialseitige Verschiebung der Hand mit Ausbildung einer Klump-
hand, pHandgelenksbeweglichkeit (v.a. Dorsalflexion), oft Ausbildung Handgelenksarthrose
untere Plexuslähmung Röntgen: x Abfall distalen Radiusgelenkfläche (radialoulnar), Ellenvorschub, Subluxation der Ulna nach dorsal
Allgemeines: x C8/Th1: Trauma, Kompression (Tumoren, Halsrippe), Infektion Therapie: x zum Wachstumsende Korrekturosteotomie des Radius und Resektion des distalen Ulnaköpfchens, bei
Symptome: x geschädigt sind Hand- und Fingerbeuger sowie Mm. interossei + lumbricales, Krallen- oder Pfötchen- fortgeschrittener Arthrose Handgelenksarthrodese
stellung der Hand, Arm in Adduktionsstellung, Paresen + Atrophie kl. Handmuskeln, z.T. auch lange
Fingerbeuger + Handgelenksbeuger, Sensibilitätsstörungen an ulnaren Vorderarmseite und ulnaren Syndaktylie
Handbereich, evtl. Horner-Syndrom Allgemeines: x erblich bedingt, ein oder mehrere Finger oder Zehen durch Haut oder knöchern verbunden
Therapie: x fixierte Schienenlagerung zur Entspannung der geschädigten Muskeln x bei Löffelhand alle Finger miteinander verwachsen
x Elektrotherapie, KG um eine Pfötchenstellung der Hand zu verhindern Therapie: x operative Trennung im frühsten Kindesalter, funktionelles Training der getrennten Finger

Thoracic-outlet-Syndrom erworbene Störungen


Allgemeines: x Kompression im Verlauf Gefäß- / Nervenbündels von Thoraxapertur bis M. pectoralis minor
Skalenussyndrom: x chron. Raumnot in dreieckigen Skalenuslücke (Mm. scaleni medius et anterior und 1. Rippe), Epikondylitis
Ursachen (weichteilige anatomische Variationen, Halsrippen, fibröse Bänder, Kallus nach Clavicula- Allgemeines: x Epicondylosis humeri radialis (Tennisellenbogen), Epicondylosis humeri ulnaris (Golferellenbogen)
Fraktur), v.a. Auswirkung auf Plexus brachialis und A. subclavia x häufiges Schmerzsyndrom im Bereich des Ursprungs der Hand- und Fingermuskulatur (rad>uln)
Costoclaviculärsyndrom: x intermittierende Einengung im Raum zw. Clavicula und 1. Rippe, Ursachen (Rippenanoma-lien, x chron. mechanische Überbeanspruchung (Tennis, Stenotypistin) oder Trauma, v.a. Männer (3-5.LJZ)
Clavicula-Deformität, exogene Faktoren z.B. Tragen von Lasten, Arbeiten über Horizontalen), v.a. Symptomatik: x Schmerz bei Anspannung Unterarmstrecker gg Widerstand, Druck- / Berührungsschmerz Epikondylus
Auswirkung auf Plexus brachialis und V. subclavia x E. humeri radialis (Dorsalextension des Handgelenkes, Supination Ÿ v.a. Streckmuskulatur)
Hyperabduktionssyndrom: x syn. Pectoralis-minor-Syndrom, vorübergehende Einengung des Plexus brachialis und x E. humeri ulnaris (Volarflexion, Pronation Ÿ v.a. Beugemuskulatur)
Gefäße durch Sehne des M. pectoralis minor bei max. Abduktion und Retroversion des Armes Röntgen: x ‡ patholog. Befund, selten Knochensporne bei älterer Epicondylosis
Symptomatik: x Brachialgien, (v.a. ulnar an Unterarm und Hand), neurovaskuläre Störungen (Parästhesien), evtl. Therapie:
Muskelschwäche, Ödeme, Zyanose, Lage- und tätigkeitsabhängige Radialispulsschwäche akut: x Schonung und evtl. Gipsruhigstellung für 10d
Diagnostik: x Adson-Test (tiefe Inspiration o Reklination + Rotation des Kopfes zur betroffenen Seite o positiv bei chronisch: x KG, Salbenverbände, Ultraschalltherapie, Iontophorese, Injektionstherapie (LÄ, Kortikoide), Elektotherapie
deutlicher Pulsabschwächung am Handgelenk), verstärkte Symptome bei Zug am hängenden Arm und deep friction (Kryoth.)
x Doppler-Sono, Röntgen, Arteriographie x bei Therapieresistenz operative Einkerbung der Muskulatur evtl. mit Denervierung

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N. radialis
Handgelenksarthrose Allgemeines: x Verletzungen am Oberarm (v.a. Oberarmschaftfraktur), Hyperextensionstraumen, Achselstützkrücken
Allgemeines: x posttraumatisch nach in Fehlstellung verheilten Frakturen des Handgelenkes oder Radiusgelenkfläche, nach Symptome: x Fallhand, gesamte Streckmuskulatur der Hand fällt aus
Entzündungen, bei Navikularepseudarthrose, bei Lunatummalazie x radiale Sens.störung über Handrücken (Daumen bis auf Daumenkuppe, Thenarbereich, ‡ Finger!!!)
Symptome: x schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Handgelenkes, Druckschmerz über Radiokarpalgelenk, untere Läsion: x in Supinatorloge: allein rein motorische Ramus profundus n. radialis ist betroffen, Lähmung (Finger-
Schwellung des Handrückens extensoren, M. abductor pollicis longus, ulnare Handgelenksextensor), radiale Handgelenks-extensoren intakt,
Röntgen: x osteophytäre Anbauten, arthrotische Veränderungen Ausfall Fingerextensoren, Teilparese der Handextension mit rad. Deviation
Therapie: x Ruhigstellung (Schiene oder Ledermanschette), in schweren Fällen Arthrodese des Handgelenkes mittlere Läsion: x im Sulcus n. radialis humeri: Parkbanklähmung, Humerusschaftfraktur
x zusätzlich zur unteren Radialisläsion Parese: rad. Handextensoren, M. supinator, M. brachioradialis o
Lunatummalazie völlige Fallhand, Fehlen der Unterarmsupination in Ellenbogenstreckstellung (in Ellenbogenbeuge-stellung ist
Allgemeines: x Morbus Kienböck, aseptische Nekrose des Os lunatum, M>F (4:1, zw. 15-40. LJ) Supination durch M. bizeps brachii gewährleistet), Ellenbogenbeugung durch Parese des M. brachioradialis
x arterielle Durchblutungsstörung durch Traumen, oft Preßluftarbeiter, bei Verkürzung der distalen Ulna durch nur wenig abgeschwächt (wird vom M. brachialis und M. bizeps kompensiert), Sensibilität an Radialseite des
starke Dorsalextension des Handgelenkes mit vermehrter Druckbelastung des Mondbeins Handrückens fällt aus
Symptomatik: x pKraft + Beweglichkeit, Schmerz im Handgelenksbereich v.a. bei Bewegung, Os lunatum dorsalseitig hohe Läsion: x Axilla: Krückenlähmung, zusätzlich zu mittleren Radialisläsion Parese: M. bizeps brachii, Ellenbogen-
druckschmerzhaft, Schwellung, Handgelenksbewegung allseitig eingeschränkt (v.a. Dorsalextension) streckung fällt fast völlig aus, Sensibilitätsstörungen an Rückseite des Oberarms
Röntgen: Stadium O: keine röntgenolog. ǻ, MRT bereits pathologisch Therapie: x Nervenersatzplastiken, ggf. mikrochirurg. Rekonstruktion, evtl. mit Interponat, evtl. funktionsverbess-ernde
Stadium I: Verdichtung des Mondbeins OP durch Muskeltransfer oder Arthrodesen zur Gelenkstabilisierung, Orthesenversorgung
Stadium II: Mosaikstruktur durch Verdichtungen + Aufhellungszonen, Sinterung mit sklerotisch- irrevers. Fallhand: x bei gerissenem Nerv Versuch der Nervennaht, Arthrodese in Streckstellung (die nach Arthrodese nicht
osteolytischem Mischbild mehr benötigten HG-Beuger können auf Fingerstrecker verpflanzt werden), Tenodese des HG (nur ulnare
Stadium III: Frakturierung und Zusammenbruch des Os lunatum Handgelenksbeuger wird auf Strecker versetzt o Handgelenk bleibt teilweise beweglich
Stadium IV: Arthrose der Handwurzel
Therapie: Vermeidung der chron. Mikrotraumen, Ruhigstellung N. medianus
Stadium I+II: operative Ulnarverlängerung oder Radiusverkürzungsosteomie Allgemeines: x Verletzung in Höhe Oberarms ¨ Schwurhand = ‡ Faustschluss der 3 radialseitigen Finger
Stadium III: Resektion des Os lunatum mit Interpositionsaarthroplastik (Palmaris-longus-Sehne) x Verletzung über Handgelenk ¨ Verlust der Daumenopposition
Stadium IV: Denervierung oder Handgelenksarthrodese x Sensibilitätsstörung an Fingern 1-3 und am Finger 4 radialseitig
Therapie: x Arthrodese des Daumensattelgelenkes in Oppositionsstellung, ggf. mikrochirurg. Rekonstruktion, evtl. mit
Styloitis radii
Interponat, evtl. funktionsverbessernde OP durch Muskeltransfer
Allgemeines: x ständige mechanische Überbelastung reizt Griffelfortsatz des Radius o chron. Beschwerden, v.a. bei
radialen Abduktionsbewegungen der Hand, Druckschmerz im distalen Radiusbereich Karpaltunnel-Syndrom
Therapie: x lokale Infiltrationstherapie, bei Th.-Resistenz Denervierung Allgemeines: x chronische Kompression des N. medianus unter Lig. Carpi transversum am Handgelenk, F>M
Ursachen: x meist spontan, häufige Assoziation (Gravidität, rheumatoide Arthritis, Diabetes, Myxödem, Akromegalie,
Dupuytrensche Kontraktur
distale Radiusfraktur, Hämodialyse, Gicht), familiäre Häufung (Mukolipidose, Amyloidose, tomakulöse
Allgemeines: x idiopathische Proliferation der Palmaraponeurose, M>F (5:1, v.a. >40.LJ), meist beidseitig Neuropathie), Ganglien, Lipome, akute Blutungen, Thrombose
x Ursachen: familiär gehäuft, Begleiterkrankung bei Epilepsie, Stoffwechselerkrankungen (Diabetes), chron. Symptomatik: x anfangs nächtl. schmerzhafte Parästhesien: Mittelfinger => Beugeseiten 1-3 => Schulter, Morgensteife mit
Leberschäden (C2 Abusus), gener. Arteriosklerose, Polyneuritis, viszerale Zirrhosen, Trauma Hypästhesie + Störung Fingermotorik, Atrophie Mm. abductor pollicis brevis und opponens pollicis
x hypertrophe knötchen- und strangförmige schmerzlose Schrumpfung der Palmaraponeurose und fibrolipo- Diagnostik: x Elektroneurographie (psensible NLG, motorische Latenz, Seitendifferenz), pos. Flaschenzeichen, Hoffmann-
matöser Anhangsgebilde (Bindegewebsmetaplasie) Ÿ fixierte Beugestellung der Finger Tinel-Zeichen (Klopfen auf Karpaltunnel o Schmerz), Phalen-Test (forcierte Dorsalexten-sion oder
Symptomatik: x anfangs schmerzloser Knoten in Hohlhand und Spannungsgefühl (DD Schwiele), schubweise Progredienz Palmarflexion für 60sec), Rö der Hand,
mit Fingerbeugekontrakturen, v.a. Fingergrundgelenke (meist Kleinfinger und Ringfinger), Funktion der Hand Therapie: x nächtliche Ruhigstellung (dorsale Schiene), Medikamente (Corticosteroide)
geht zunehmend verloren
x operative Dekompression mit Durchtrennung des Lig. carpi transversum
Diagnostik:
Stadium 1: x isolierte Strangbildung oder diffuse Knötchen in Hohlhand, meist im Verlauf 4+5. Finger, noch keine Verletzungen
Kontrakturen der Langfinger
Stadium 2: x beginnende Kontraktur mit Streckdefizit im Grundgelenk, Kryptenbildung der Haut über Strangbildung Bizepssehnen-Syndrom und Bizepssehnenruptur
Stadium 3: x Beugekontraktur im Grund- und Mittelgelenk, erhebliche Funktionsstörung Patho: x entz. + degenerative Veränderungen am proximalen Sehnenanteil der langen Bizepssehne (Verlauf im
Stadium 4: x Beugekontraktur im Grund- und Mittelgelenk mit verkürzter Haut, Schädigung der Streckaponeurose des Sulcus intertubercularis) Ÿ schmerzhafte Reizzustände (Bizepssehnensyndrom) oder Spontanruptur
Mittelgelenkes mit Überstreckung im Endgelenk Symptomatik: x Syndrom: Schmerzen im Bereich des Sulcus intertubercularis bei Anspannung des M. bizeps + Druck
Therapie: x ab Stad. 2 (Hand nicht flach ablegbar) o partielle oder totale Aponeurektomie, bei schweren Kontrakturen x Ruptur: Vorwölbung des Muskelbauchs am distalen bzw. proximalen Oberarm, geschwächte Beugung im
Hautschwenklappenplastik, in 40% Rezidive oder Verhärtungen an anderen Stellen Ellenbogen, Abschwächung der aktiven Supination bei distalen Ruptur, lange Sehne (Teilkompensation durch
intakte distale Sehne), distale Sehne (völliger Verlust der Bizepsfunktion)
Panaritium Therapie:
Allgemeines: x Entzündung eines Fingers (meist auf Beugeseite), starke Tendenz zu Ausbreitung in tiefere Schichten lange Sehne: x konservativ, Injektionstherapie und physikalische Maßnahmen, selten operatives Vorgehen notwendig
(Knochen, Gelenke), v.a. Staphylokokken (Sportler und Handarbeiter, Transposition der langen Sehne auf kurzen Muskelbauch)
x Typen: Panaritium cutaneum, subcutaneum, subunguale, articulare, ossale, tendinosum distale Sehne: x seltenere Ruptur am Tuberculum radii (3%) mit erheblicher Kraftminderung (OP obligat), transossäre
Symptomatik: x stark schmerzhafter geröteter überwärmter Finger, evtl. eitrige Blasen Refixierung der Bizepssehne an Tuberositas radii
Therapie: x operativ (Inzision mit Ausräumung von Nekrosen), dann Ruhigstellung in Schiene, Antibiotika
Humerusfraktur
neurogene Störungen
proximale Humerusfraktur
N. ulnaris Allgemeines: x meist Ältere, indirekte Gewalt (Sturz auf Schulter, Ellenbogen, Hand), selten direkte Gewalt
Allgemeines: x Druckschädigung im Sulcus ulnaris / Frakturen, bei Cubitus valgus >20° evtl. Überdehnung des Nerven x Abduktions- und Adduktionsfrakturen, Abrissfrakturen des Tuberculum majus, Luxationsfrakturen,
Symptome: x Ausfall der Handbinnenmuskulatur, Krallenhand mit Überstreckung der FGG, Sensibilitätsausfall im D4 und Kompressionsfrakturen, Frakturen mit Schaftdislokation
D5 (Ring- und kleiner Finger + ½ Mittelfinger laterale = ulnare Seite + Hypothenarbereich) x bei Älteren oft subkapitale Humerusfraktur (Sturz auf ausgestreckte Hand oder Ellenbogen)
Therapie: x operative Verlagerung des Nerven, ggf mikrochirurg. Rekonstruktion, evtl. Interponat Symptomatik: x schmerzhafte Schulterschwellung, schmerzbedingte Bewegungseinschränkung des Oberarm, nach einigen
x evtl. funktionsverbessernde OP durch Muskeltransfer oder Arthrodese zur Gelenkstabilisierung Tagen ausgedehnte Hämatome (Innenseite Oberarm und seitlicher Thorax)
Komplikationen: x Humeruskopfnekrose, schmerzhafte Schulternekrose, Schädigung der Wachstumsfuge bei Kindern

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Diagnostik: x Röntgen in 2 Ebenen (evtl. starke Dislokation) Komplikationen: x Pseudarthrose, Arthrose


Therapie: x eingestauchte wenig dislozierte subkapitale Frakturen: funktionelle Behandlung (Pendelübungen nach Röntgen: x Röntgen in 2 Ebenen
Poelchen, später aktive Bewegungen) Therapie: x meist operativ
x dislozierte Frakturen: geschlossene Reponierung, Ruhigstellung in Thoraxabduktionsgips oder Thorax- operativ: x dislozierte Frakturen mit Einbeziehung der Gelenkfläche: Zuggurtungsosteosynthese oder Plattenosteo-
abduktionsschiene für 3 Wochen synthese (Trümmerfrakturen), postoperative Bewegungsübungen
operativ: x irreponible Frakturen (Abriss Tuberculum majus, Luxationsfrakturen): operative Reponierung und Versor- konservativ: x nicht dislozierte und gut reponierbaren Frakturen: Gipsruhigstellung
gung mit Spickdrähten / Drahtschlinge / T-Platte
x zertrümmerter Humeruskopf beim alten Patienten: ersatzlose Resektion möglich Unterarmfrakturen - und luxationen

Humerusschaftfraktur Klassifikation:
Allgemeines: x direkte und indirekte Gewalt (Verkehrsunfälle) Isolierte F.: x Bruch von Radius oder Ulna
x alle Frakturformen möglich: Schräg / Spiral / Quer / Trümmer, meist einfache Brüche, selten offen komplette F.: x Bruch von Radius und Ulna, häufig mit Luxation
Symptomatik: x klassische Frakturzeichen, evtl. neurologische Ausfälle bei Nervenverletzung, evtl. Läsion N. radialis Galeazzi-F.: x Radiusschaftfraktur mit Luxation der distalen Ulna
Diagnostik: x Röntgen in 2 Ebenen, Darstellung angrenzender Gelenke Monteggia-F.: x Fraktur der proximalen Ulna mit Luxation des Radiusköpfchens, Ursache (Parieren von Schlag gegen Kopf
Therapie: x prinzipiell konservativ mit erhobenem abgewinkeltem Unterarm oder Sturz auf abgewinkelten Unterarm), Therapie (Plattenosteo-
konservativ: x mehrere Behandlungsmethoden, Reposition und Fixierung des Oberarms im Abduktionsverband oder –gips, synthese der Ulna, evtl. Kapselnaht am Radiusköpfchen)
U-Gips-Schiene, Oberarmgips mit Schulterkappe, Hanging-cast-Verband (schwerer Gips vom Oberarm bis Diagnostik: x typische Frakturzeichen, bei Monteggia-Fraktur evtl. Radiusköpfchen in Ellenbeuge tastbar
Handgelenk, Extension in Längsachse, Gefahr der Distraktion und Arthrose) x Galeazzi-Fraktur kann zu vollständiger Instabilität des Unterarmes führen
x Ruhigstellung: 5-6 Wochen bei Drehbrüchen, 6-8 Wochen bei anderen Bruchformen x Kontrolle der Durchblutung, periphere nervale Defizite, Röntgen in 2 Ebenen
operativ: x selten, bei offenen Frakturen, Defektfrakturen, Radialisverletzungnen, Weichteilinterposition Therapie: x konservativ: Oberarmgips (Aufhebung der Unterarmdrehbeweglichkeit)
x Versorgung mittels Plattenosteosynthese, evtl. Fixateur externe, selten Bündelnagelung x operativ: bei instabilen Brüchen und Kombinationsverletzungen
Frakturstellung: x A (Dislocatio ad latus, seitliche Fragmentverschiebung), B (Dislocatio ad longitudinem, Verkürzung und
distale Humerusfraktur Rotationsfehlstellung), C (Dislocatio ad longitudinem cum distractione, Verlängerung), D (Dislocatio ad axim,
Allgemeines: x direkte (Sturz auf Ellenbogen) o. indirekte Gewalt (Sturz auf gestreckten Arm, häufigste Fraktur im Kindes- Achsenknick), E (Dislocatio ad longitudinem cum contractione, Verkürzung)
alter), Formen (supra- und transkondylär, Abbruch des Epikondylus, Kondylenfraktur)
x Kinder: meist Biegemechanismus, v.a. suprakondyläre Extensionsfraktur, seltener Flexionsfraktur / Radiusköpfchenfraktur
Abrissfraktur des Epikondylus humeri ulnaris / Abscherfraktur des Condulus humeri radialis Allgemeines: x Sturz auf Hand bei ausgestrecktem Ellenbogen und proniertem Unterarm
x Erwachsene: meist Längsstauchung, v.a. y-Fraktur, seltener suprakondyläre Fraktur / Kondylusabriss x Meißelfrakturen, Trümmerfrakturen, subkapitale Halsfrakturen (Kinder), Impressionsfrakturen
Komplikationen: x Gefäß-Nerven-Verletzung, Pseudarthrosen, Fehlwachstum beim Kind (bei epiphysären Frakturen), Kompart- Symptomatik: x schmerzhafte Pronations- und Supinationseinschränkung (Ruheschmerz verstärkt bei Rotationsbewe-
mentsyndrom, Cubitus varus (Kinder), Ulnarisspätlähmung, Volkmann-Kontraktur, Bewegungseinschränkung gungen, Bereich unterhalb Epicondylus lateralis häufig extrem druckschmerzhaft), evtl. Instabilitäten im Ellen-
im EBG bogengelenk, Schonhaltung in 90°-Winkel
Diagnostik: x starke Schwellung, schmerzhafte Bewegungseinschränkung Komplikation: x Läsion des Ramus profundus nervi radialis
x Röntgen in 2 Ebenen, Vergleichsaufnahmen der gesunden Seite bei Kindern Diagnostik: x Supination und Pronation des Unterarms lassen Köpfchen unter untersuchenden Daumen rotieren
Therapie: x Röntgen (2 Ebenen), Arthroskopie (diagnostisch und therapeutisch)
Kinder: x meist konservativ, geschlossene Reponierung nach Blount-Charnley o dann Retination durch max. Therapie: x konservativ bei nicht-dislozierten Frakturen und F. ohne Beteiligung der Gelenkflächen (Achsenabweichung
spitzwinklige Beugung im Ellenbogengelenk und Fixation des Handgelenks in Halsschlinge für 4 Wo bis 10% tolerabel): meist Ruhigstellung im Oberarmgips für 14d, dann funkt. Behandlung
x OP bei offenen F. / Gefäß-Nerven-Verl. / starker Dislokation o Osteosynthese mit Kirschnerdrähten operativ: x stark dislozierte Halsfrakturen, dislozierte Meißelfrakturen, Trümmerfraktur (bei Trümmerfraktur Resektion
Erwachsene: x meist operativ mit Platten- / Zugschrauben- / Drahtosteosynthese, ME nach 2 Jahren des Radiusköpfchens notwendig, Gefahr resultierender Instabilitäten)
x konservativ nur bei nicht-dislozierten Frakturen mit Oberarmgips für 4-6 Wochen
Radiusköpfchenluxation
Ellenbogenverletzungen Allgemeines: x seltene angeborene Verrenkung des Radiusköpfchens
Symptomatik: x keine Schmerzen, ein- oder doppelseitig, häufig mit anderen Fehlbildungen kombiniert
Ellenbogenluxation x während Wachstum evtl. Entstehung eines Cubitus valgus (minimale Bewegungseinschränkung)
Allgemeines: x meist Luxation im Humeroulnargelenk (2-häufigste aller Luxationen), seltener Radioulnargelenk Therapie: x OP selten indiziert, Kinder (Rekonstruktion mit Lig. anulare-Plastik), Erwachsene (Resektion)
x Erwachsene: Verrenkungen oft mit Frakturen oder knöchernen Bandausrissen kombiniert
x Kinder: meist reine Verrenkungen Radiusköpfchenluxation beim Kind
x meist direkter Sturz auf Hand oder leicht gebeugten Arm (Gewalt in Längsrichtung), abnorme Verdrehungen Allgemeines: x syn. M. Chassaignac, Pronatio dolorosa, meist 2-6.LJ
o Luxation oft über Proc. coronoideus ulnae x Subluxation des Radiusköpfchen durch plötzlichen Zug am gestreckten Ellenbogen bei proniertem Unterarm
Einteilung: x hintere Luxation: häufigste, oft mit Fraktur des Proc. coronoideus kombiniert Ÿ Radiusköpfchen luxiert aus oberen Ringband (Einklemmung am Capitulum humeri)
x seitliche Luxation: nach radial x wenn z.B. Eltern ihre Kinder ruckartig an Armen / Händen hochziehen
x divergierende L.: Ruptur der M. interossea mit Luxation der Ulna nach hinten und Radius nach vorne Symptomatik: x Arm schmerzhaft in Pronationsstellung fixiert, Streck- und Beugehemmung im Ellenbogengelenk, Druck-
x vordere Luxation: seltener schmerz über Radiusköpfchen, Röntgen (‡ pathologischen Veränderungen)
Symptomatik: x Konturveränderung des Ellenbogens, federnde Fixation, schmerzhafte Bewegungsblockade Therapie: x Reposition durch passive Supination + Streckung im Ellenbogengelenk und Druck auf Radiusköpfchen,
Komplikationen: x Seitenbandrisse, Gefäß-Nerven-Verletzungen sofortige Beschwerdefreiheit, Ruhigstellung nicht erforderlich, gute Prognose
Diagnostik: x gehaltene Röntgenaufnahmen in 2 Ebenen
Therapie: x möglichst rasche Reposition unter Analgesie oder in Narkose, evtl. Naht des Seitenbandapparates, distale Radiusfrakturen
Osteosynthese bei größeren Frakturen des Proc. coronoideus und Reluxationen Ätiologie: x Sturz auf dorsal extendierte Hand mit Dislok. d. dist. Fragmentes nach radial + dorsal (Colles-Fraktur)
x 1-3 Wo Oberarmgips in Repositionsstellung zur Vermeidung posttraumatischer rezid. EB-Luxation x Sturz auf flektierte Hand mit Dislokation des distalen Fragmentes nach radial + volar (Smith-Fraktur)
x vorsichtige Übungsbehandlung Diagnostik: x neurovaskulärer Status
Röntgen: x 2 Ebenen des Unterarmes mit Ellenbogen + Handgelenk + Handwurzelknochen
Ellenbogengelenksfrakturen x Stellung der distalen Radiusgelenkfläche mit Abknickung nach dorsal (Colles) oder volar (Smith)
Allgemeines: x direkte Gewalt (Schlag oder Sturz auf gebeugten Ellenbogen), durch Trizepszug häufig ausgeprägte x Ausschluss von Zusatzverletzungen (Fraktur des Os scaphoideum, Luxationen der Handwurzelknochen,
Dislokationen (tastbare Lücke über Olecranon) Abrissfraktur des Proc. styloideus ulnae)
x Frakturen des med. / rad. Kondylus, suprakondyläre F., Radiusköpfchenfraktur, Olecranonfraktur Therapie: x 90% aller Fälle konservativ
Symptomatik: x Schwellung und schmerzhafte Bewegungseinschränkung sowie Fehlstellungen (Streckung gegen Wider- x Colles-Fraktur: Reposition (Vollnarkose, Plexusanästhesie, i.v. Regionalanästhesie) durch Zug nach
stand nicht möglich), häufig Läsion des N. ulnaris oder Durchblutungsstörungen

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axial und volar mit gleichzeitigem Druck auf distales Fragment von dorsoradial, anschließend Ruhigstellung
mittels dorsaler Unterarmgipsschiene für ca. 4 Wochen 9 untere Extremität
x Smith-Fraktur: nach Reposition Gipsruhigstellung in Supinations- und Extensionsstellung, wegen
größerer Dislokationstendenz zunächst Oberarmgips für 3 Wochen, danach 2-3 Wochen Unterarmgips Hüft- und Oberschenkelregion
x Rö-Kontrollen zur frühen Erkennung erneuter Dislokationen (nach Reposition, 1.Tag, 1-Wo Abstände)
operativ: bei Galeazzi- + Trümmerfrakturen, offene Frakturen, nicht reponierbare Frakturen, instabile Frakturen Hüftdysplasien
Fraktur Typ Allgemeines: x Fehlentwicklung in Form von Dysplasien, Verknöcherungsstörungen am Pfannenerker, Hüftgelenksluxation
und Dezentrierung des Hüftkopfes aus Pfanne, F>M
Colles Extensionsfraktur häufigste Fraktur des Menschen, (ca. 25%)
x weitere Ursachen für Luxation: schlaffe Gelenkkapsel, Pfannendysplasie, Säuglingskoxitis, Myelomeningo-
Smith Flexionsfraktur zele, teratologische U.
dorsaler Rand des distalen Radius, evtl. begleitende Luxation Symptomatik: x Ortolani-Zeichen (Schnappen in Abduktion)
Barton intraartikuläre Fraktur
des Radio- Carpal-Gelenkes x Adduktoren reflektorisch vermehrt angespannt (Abduktionshemmung)
umgekehrte Bartonfraktur intraartikuläre Fraktur palmarer Rand des distalen Radius x Faltenasymmetrie des Gesäßes durch Verkürzung des OS bei Luxation
Galeazzi-Fraktur distale Radiusschaftfraktur gleichzeitige Luxation des distalen Ulnaköpfchens x Trendelburg-Zeichen: Glutealmuskulatur insuffizient (v.a. M. gluteus medius) Ÿ beim Einbeinstand
Absinken des Beckens der Gegenseite (positives Zeichen), beim Laufen typischer Watschelgang
Komplikation: x Hüftkopfnekrose, sek. Arthrose durch präarthrotische Deformität
Handverletzungen
Diagnostik: x Röntgen erst ab 3. Monat bewertbar (ausreichende Ossifikation), vorher standardmäßige Hüft-Sono
Kahnbeinfraktur / Kahnbeinpseudarthrose x Sono: Normalbefund Ÿ eckiger knöcherner Erker, knorpelige Pfannendach kurz übergreifend, Hüftkopfkern
Allgemeines: x häufigste Fraktur der Handwurzel, meist Sturz auf gestreckte Hand nachweisbar, Hüftkopf komlett überdacht
x Einteilung: Verlaufsrichtung (horizontal-schräge Brüche, vertikal-schräge Brüche), Lokalisation (mittlere = x Hüfttypen: durch Winkelmessung und deskriptive Maßnahmen:
80%, distale, proximale Brüche), Quer- / Mehrfragment- / Trümmerbüche Typ I normal ausgereifte Hüfte
Typ IIa normale, noch unreife Hüfte Typ IIb Dysplasie
x prognostisch ungünstig (Nekrose) sind durch Scherkräfte gefährdeten vertikalschrägen Brüche sowie die an
Typ IIc Dysplasie mit Dezentrierungsgefahr Typ IId Dysplasie am Dezentrieren
Mangeldurchblutung leidenden proximalen Brüche
Typ III dezentrierte Hüfte
x Quervain-Luxationsfraktur: Kahnbeinfraktur + perilunäre Luxation (OP)
Typ IV hoch luxierte Hüfte
Symptomatik: x Schwellung und Druckschmerz in Tabatiére, Schmerzen bei verstärkter Radialabduktion im HG und axialer
DD: x teratologische Hüftluxation: bereits intrauterin, Hüftgelenk weichteilig oder knöchern fehlangelegt
Stauchung des Daumens, Bewegungsschmerz im HG
x kongenitale Hüftluxation: häufigste Form, aus angeborener Hüftdysplasie, einige d-Mo nach Geburt
Komplikationen: x Pseudarthrose wegen schlechter Blutversorgung
x Distensionsluxation: bei septischer Säuglinskoxitis, eitrige Gelenkfüllung drückt Hüftkopf aus Pfanne
Röntgen: x wird oft übersehen, 4 Ebenen und Navikularserie, evtl. Kontrollaufnahmen nach 2-3 Wochen
x neurogene Hüftluxation: bei muskulärer Inbalance der Hüftmuskeln, meist Übergewicht der Hüftbeuger
Therapie: x Rückstellung im Böhler-Gips (zirkulärer Unterarmgips mit Daumen- und Zeigefingergrundgelenkein-schluss,
gegenüber Streckern sowie Hüftadduktoren gegenüber Abduktoren, Ursachen zentralmotorische Störungen
8-12 Wochen) oder Navikularegips (6 Wochen Oberarm, dann 6 Wochen Unterarmgips)
(Spastik, Athetose, Ataxie, Hypotonie) und schlaffe Teillähmung (Meningomyelozele, Polio)
operativ: x primär dislozierte Frakturen oder weit klaffender Frakturspalt Ÿ Zugschraube
x habituelle Hüftluxation: beim Down-Syndrom, pathologische Kapsel- und Muskelschwäche, Hüfte luxiert
x bei Pseudarthrose: Entfernung des pseudarthrotischen Gewebes und Verblockung mit kortiko-spongiösen plötzlich und reponiert meist spontan
Darmbeinspan)
x traumatische Hüftluxation: Unfälle, schlechte Prognose durch irreversible Hüftkopfnekrose
Therapie:
Mittelhandfrakturen
konservativ: x Spreizhose, Bandagen (Pavlik-Bandagen, Beine in Beugung + Abduktion + Innenrotation gehalten)
Allgemeines: x Sturz auf Hand (Biegung, Stauchung), direkte Gewalt (Boxer)
operativ: x bei durch Grundkrankheiten verursachten Dysplasien (Zerebralparese, Säuglingskoxitis) oder Restdys-
x Bennett-Fraktur: intraartikuläre schräge Luxationsfraktur an Basis des 1. MHK mit Subluxation durch
plasien nach verspäteter konservativer Therapie
Längsstauchung des adduzierten Daumens (Hauptfragment nach dorsoradial disloziert, mediovolvares
x Beckenosteotomie nach Salter / Chiari / Pfannendachplastik (bessere Überdachung des Hüftkopfs)
Basisfragment bleibt an Daumensattelgelenk stehen Ÿ schmerzhafte Schwellung + Einschränkung im
x intertrochantäre Umstellungsosteotomie des Femurs (verbesserte Position des Hüftkopfes zur Pfanne)
Daumensattelgelenk Ÿ ohne adäquate Behandlung schmerzhafte Arthrose des Daumensattelgelenks
x Rolando-Fraktur: y- oder t-förmige Gelenkfraktur der Basis des 1. MHK pathologischer Schenkelhalswinkel
x subkapitale Frakturen: Neigung zur volaren Abkippung mit evtl. Störung des Muskelsehnengleichgewichts Ÿ Coxa vara: x angeboren, symptomatisch (Rachitis, Osteomalazie, Knochenzysten, Tumoren, Osteomyelitis in Fehl-
evtl. Grundgelenksüberstreckung und Schwanenhalsdeformität der Finger stellung verheilte SHF,), funktionell (ECF, M. Perthes)
x Winterstein-Fraktur: extraartikuläre Fraktur des 1. MHK x S: Watschelgang durch insuffiziente Hüftabduktoren (infolge Trochanterhochstand), pos. Trendelburg
Symptome: x Schwellung, Druckschmerz, Deformität x Rö: Verkleinerung des SH-Winkels (<120°), Trochanter in Relation zum Hüftkopfzentrum zu hoch
Therapie: x basisnahe Frakturen MHK 2-5: Ruhigstellung mit dorsaler Gipsschiene in Funktionsstellung für 3-4 Wo x T: valgisierende Osteotomie
x Bennett- und Rolando-Fraktur: operative Versorgung mit Zugschraube oder Kirschnerdraht Coxa valga: x bei Zerebralparese, nach Schädigung der lateralen proximalen Femurepiphyse, Hüftdysplasien, angeborene
x subkapitale F.: Gipsverband für 3 Wochen, bei Dislokation OP mit Miniplättchen oder Zuggurtung Hüftluxation, als Folge einer Polio
x Winterstein-Fraktur: Unterarmgips x S: anfangs wenig Beschwerden, dann Belastungsschmerzen, später typ. Arthrosebeschwerden
x Rö: Vergrößerung des Schenkelhalsschaftwinkels (> 120°), oft mit Antetorsion des Schenkelhalses kombi-
Sehnenverletzungen niert, später Koxarthrosezeichen
Beugesehnen: x bei Durchtrennung: Naht, Kirschmeyer-Kessler-Naht, Pulverfaß-Naht, bei Defekten Z-Verlängerung x T: präarthrotische Deformität o varisierende intertrochantäre Korrekturosteotomie, evtl. Kombi mit
x anschließend Ruhigstellung mit dynamischer Schiene nach Kleinert (passive Beugung der Finger durch am Derotationsosteotomie
Nagel befestigte Gummizügel, Übung durch aktive Streckung der Finger) Coxa antetorta, Coxa retrotorta: x vermehrte Ante- oder Retrotorsion durch: Hüftluxationen und Rotationskontrakturen des
Strecksehnen: x freie Beweglichkeit im Mittel- und Grundgelenk des Fingers, permanente Beugestellung im Fingerendgelenk, Hüftgelenkes bei neuromuskulären Erkrankungen
Druckschmerz über Nagelglied, Erhaltung der passiven Streckfähigkeit des Endgelenks x S: innenrotiertes Gangbild bei Coxa antetorta, ‡ klinischen Beschwerden
Therapie: x einfacher zu versorgen als Beugesehnenverletzungen (‡ Sehnengleitkanäle) x Rö: Abweichungen vom normalen Antetorsionswinkel (12°), bei Antetorsion 45°, bei Retrotorsion –10°
x primäre Sehnennaht mittels Kirschmeyer-Kessler-Naht oder transossären Auszugnaht bei Streck- x T: im Wachstumsalter oft spontane Besserung
sehnenverletzungen über Mittelgelenk, anschließend 3-wöchige Ruhigstellung in Gipsschiene
x OP nur in ausgeprägten Fällen von Gangstörungen oder bei Hüftdysplasie
x bei subkutanen Strecksehnenruptur am Endgelenk Ruhigstellung in Stackschen Schiene mit Über-streckung
des Endgelenks für 6 Wochen Epiphyseolysis capitis femoris
x bei knöchernem Ausriss Reposition und Fixation durch transossäre Drahtnaht Allgemeines: x (Hüftkopfepiphysenlösung)
Patho: x teilweise doppelseitig auftretende Dislokation der proximalen Femurepiphyse nach dorsal und kaudal
x Gefügelockerung in metaphysären Schicht der Epiphysenfuge Ÿ langsames Abgleiten der Hüftkopf-
epiphyse, Epiphyse disloziert meist nach medial-kaudal, SH schiebt nach kranial und dreht nach außen

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x häufig bei Jungen mit starkem Übergewicht oder eunuchoidem Hochwuchs in Pubertät x Hüftkopfnekrose nach kongenitaler Hüftdysplasie / -luxation
x hormonelle Dysregulation (relativer Überschuss des Wachstumshormons vs Geschlechtshormonen) x aseptische Hüftkopfnekrose des Jugendalters: = M. Perthes
x Erkrankungsalter: Jungen (12-16. LJ), Mädchen (10-14.LJ) x posttraumatische Hüftkopfnekrose: nach medialer Schenkelhalsfraktur
x zeitlicher Ablauf: ECF lenta (häufiger, von Beginn bis Diagnose vergehen meist 5 Monate), ECF acuta x idiopathische Hüftkopfnekrose: vermutlich arteriell bedingte Durchblutungsstörung, fast immer ventral-
Symptomatik: x Knieschmerzen und Schmerzen an Oberschenkelvorderseite (v.a. bei Belastung), betroffenes Bein etwas kraniale Teil, in 50% doppelseitiger Befall
verkürzt und außenrotiert bei Hüftbeugung, Innenrotation stark eingeschränkt, pos. Trendelburg-Zeichen, pos. Symptome: x ziehende Schmerzen im Leisten- und Kniebereich, Bewegungseinschränkung, zunehmende Schmerzen mit
Drehmann-Zeichen (bei Beugung des Hüftgelenkes weicht Bein in Abduktion und Außenrotation aus, Belastungsschwäche des Beines
Innenrotation eingeschränkt, Gluteal- und Oberschenkelmuskelatrophie Röntgen: x Sklerosierung, Zystenbildung, wachsende Nekrosezone mit Gelenksspalterweiterung, Deformierung mit
Röntgen: x Lauenstein-Aufnahme: in Rückenlage mit Hüftbeugung 70°, Abduktion 50° Sekundärarthrose
x im Anfangsstadium aufgelockerte, verbreiterte Epiphysenfuge Verlauf: x nach Arlet und Ficat:
x später Verkleinerung der Epiphyse und Aufhebung der sukapitalen Konvexität Stadium 1: x Vorröntgenstadium: Röntgen unauffällig, MRT auffällig, Belastungsschmerz und Bewegungsschmerz von
Therapie: Hüfte ins Knie ausstrahlend, geringe endgradige Bewegungseinschränkung
ECF lenta: x bei Abrutschwinkel <30° Sicherung der Epiphyse vor weiteren Abrutschen (Kirschnerdrähte, geriffelte Stadium 2: x Sklerose-Osteoporose: Mischbild zw. Sklerose und lokaler Osteoporose, Kopfkontur erhalten, zunehmende
Steinmann-Nägel, Epiphyseodesenschrauben), Gegenseite auch bei Unauffälligkeit prophyl. mitfixieren Schmerzen, Oberschenkelatrophie
x bei Abrutschwinkel >30° zusätzlich eine die Gehstellung korrigierende, dreidimensionale Flexions- Stadium 3: x Sequestration: zusammensintern des Kopfes, im Gegensatz zur Koxarthrose ist Gelenkspalt und Pfanne gut
Valgisations-Innenrotations-Osteotomie (nach Imhäuser) erhalten, zunehmend konzentrische Bewegungseinschränkung bei erhaltener Beugung
ECF acuta: x bei kompletter Lösung d. Epiphysenfuge sofort op. Reposition + Fixation (Gefahr Femurkopfnekrose) Stadium 4: x Arthrose: sek. Arthrosezeichen an Gelenkspalt und Pfanne, Anlauf-, Belastungs- und Bewegungs-schmerz,
zuletzt Ruheschmerz
Koxitis Therapie: x im frühen Stadium Markraumkompression zur Entlastung der venösen intraossären Hypertonie
bakteriell: x bei Sepsis oder post-OP Infektion, Entzündung des Hüftgelenks mit Empyem, spezifisch / unspezifisch x in späteren Stadien Umstellungsosteotomien zur Entlastung des Hüftkopfes
x S: klassische Entzündungszeichen, im Frühstadium v.a. eingeschränkte Innenrotation x bei ausgeprägter Nekrose Gelenkersatz
x D: Erregerbestimmung aus Hüftgelenkspunktat, Röntgen (unauffällig, manchmal verbreiterter Gelenk-spalt
durch Pyarthros), Sono (Flüssigkeitsansammlung im Gelenk) Coxa saltans
x T: operative Entlastung und Spülung mittels Spül-Saug-Drainage, Antibiose, passive Bewegungsth. Allgemeines: x (schnappende Hüfte) beim Gehen springt Fascia lata über Trochanter major o durch Schnappen des
abakteriell: x bei entz. rheum. Erkrankungen, Symptome (Schmerzsymptomatik ähnlich wie aktivierte Koxarthrose) Tractus iliotibialis Reizung des BG o Entzündung Bursa trochanterica, Schmerz, häufig junge Frauen
x D: Röntgen (sonographischer Hüftgelenkserguss) Therapie: x Entzündungsbehandlung und nötigenfalls operative Fixation der Faszie
x T: Rheuma-Th., Gelenkpunktion zur Entlastung und Schmerzlinderung
Coxitis fugax: x flüchtige bakt. Entzündung der Hüftgelenkskapsel (v.a. nach grippalen Infekt, meist reversibel nach 1-2Wo), Protrusio acetabuli
meist Kinder 4-8.LJ Allgemeines: x Zunahme der Hüftgelenkspfannentiefe (entz. rheumat. Erkrankungen, nach Trauma, endogen)
x S: plötzlicher Hüft- oder Knieschmerz mit Hinken und pBeweglichkeit der Hüfte (v.a. Innenrotation) Symptome: x Bewegungseinschränkung der Hüfte
x D: Labor meist normal, Röntgen normal, Sono (evtl. Abhebung der Hüftgelenkskapsel mit Erguss) Röntgen: x vertiefte Gelenkpfanne mit Vorwölbung ins kleine Becken + dünnem Pfannenboden, Arthrosezeichen
x T: in leichten Fällen 3d Bettruhe, Antiphlogistika- und Analgetikagabe, bei deutlicher Symptomatik und Therapie: x Valgisierungsosteotomie
Ergussbildung evtl. Punktion zur Gelenksentlastung und Abstrich (bei eitrigem Erguss notfallmäßige
Arthrotomie mit Antibiose), Abheilung ohne Schäden neurogene Störungen
N. femoralis: x Verletzung an Leiste, Ausfall OS-Streckmuskulatur, PSR fehlt, Sensibilitätsstörung OS-Vorderseite
Koxarthrose N. cut. femoris lat: x Meralgia paraesthetica, chron. Kompression am Leistenband, Parästhesien, brennende Schmerzen,
primär: x Alterung des Gewebes Sensibilitätsausfälle an OS-Außenseite
sekundär: x gestörte Biomechanik nach Hüftdysplasie, ECF, M. Perthes, idiopathische Hüftkopfnekrose, Gelenk- x Therapie: Injektion von Lokalanästhethika, Neurolyse.
frakturen, gestörte Gelenkbiologie durch Infektion, rheumat. Erkrankungen N. ischiadicus: x Verletzungen des Beckens oder i.m.-Spritzen, gestörte Muskelfunktion unterhalb Knie, Sensibilitäts-ausfälle
Disposition: x inkongruente Gelenkflächen, Missverhältnis zw. Beanspruchung + Belastungsfähigkeit des Gelenkes, an lateraler Unterschenkelaußenseite
Gelenkmechanik, Störung durch Fehlbelastung, Traumen, Entzündung, metabolisch oder neurologisch N. peroneus: x Druckschädigung im Bereich des Fibulaköpfchens (Gips, Lagerung), Fibulaosteotomien, Fibulafrakturen,
Verlauf: x zunächst durch Alterung und Ernährungsstörungen bedingte Gelenkknorpel-Veränderungen: Tibialis-anterior-Syndrom, Steppergang, Pat. kann Fuß nicht anheben, alle Extensoren des Fußes
Elastizitätsverlust, Einrisse in Knorpeloberfläche, Höhenminderung, Knorpelzellnestern, subchondrale ausgefallen, Sensibilitätsausfall über Fußrücken
Sklerosierung der Gelenkfläche, Knorpelabrieb mit reaktiver Bildung von Knochenvorsprüngen (Exophyten N. tibialis: x Frakturen oder Entzündungen mit Druckschädigung des Nerven im Tarsaltunnel, Zehenspitzengang und
oder Osteophyten), Zystenbildung Fußinnenrotation fallen aus, Sensibilitätsausfall der Fußsohle
x durch Knorpelabriebprodukte entz. Reizung der Synovialis mit Ergussbildung Æ aktiven Arthrose
Symptomatik: x anfangs Einlauf-, Belastungs- und Bewegungsschmerzen Verletzungen
x später: Ruheschmerzen, Bewegungseinschränkung und zunehmende Kontrakturen durch Weichteil-
verkürzung und Gelenkeinsteifung, Beckenkippung nach vorne durch Beuge- und Adduktionskontrakturen, Beckenfraktur
starke LWS-Lordose mit Kreuzschmerzen, funktionelle Beinverkürzung Allgemeines: x direkte oder indirekte Gewalt, häusliche Stürze (>60.LJ) oder Verkehrsunfälle / Verschüttung (<60.LJ)
x Einschränkung der Rotationsbewegung und Druckschmerz im Hüftbereich, Schmerzausstrahlung in Leiste / x in 50% Kombination mit anderen Verletzungen (Extremitäten, Abdomen, Thorax, Schädel)
Versorgungsgebiet des N. obturatorius an Knieinnenseite / Trochanter major x Beckenrandbrüche (Beckenschaufel, Steiß- + Sitzbeinfrakturen, Abrissfr. an sehnigen Ansätzen der
x typisches Beuge-Adduktions-Außenrotationshinken (evtl. begleitet von Verkürzungshinken und (Trendel- Muskulatur wie Tuber ischiadicum oder Spina iliacae), Beckenringbrüche, Hüftpfannenbrüche, vordere +
burg-) Duchenne-Schmerzhinken hintere Beckenringfraktur, Sprengung der Iliosakralfuge, Symphysenruptur, Malgaingne-Fraktur (doppelte
Röntgen: x Gelenkspaltverschmälerung, reaktive Osteosklerose, Geröllzysten, osteophytäre Anbauten im Pfannen- und Vertikalfr., Kombi von vorderer + hinterer Ringfr. oder hinterer Ringfr. + Symphysenruptur)
Kopfbereich, lokale Knochendestruktionen, Verdickung des subchondralen Knochens, Bildung freier Symptomatik: x Stauchungsschmerz bei Kompression, Druckschmerz, Anheben des gestreckten Beins oft nicht mgl.
Gelenkkörper, Knochenabschliffe durch Scherkräfte, Rö korreliert nicht mit Symptomatik Diagnostik: x Röntgen (a.p., evtl. Spezialaufnahmen), evtl. CT, Abdomenuntersuchung, Prüfung des Wasserlassens
Therapie: x Katheter bei Bewusstlosigkeit (Hämaturie?), Prüfung Motorik / Sensibilität / Reflexe (Ischiadicus)
konservativ: x physikalische Maßnahmen, Gehstock auf kontralateraler Seite, Pufferabsatz (pBelastungsaufprall), KG, Typ A:
Balneotherapie, intraartikuläre Injektionen (nichtsteroidale Antiphlogistika und Kortikosteroide) bei aktivierter x stabile Beckenverletzungen
Arthrose, Gewichtsreduktion, Wärme x erhaltene Stabilität im dorsalen Ringsegment mit ungestörtem Kraftfluß von WS auf beide Hüftgelenke
operativ: x Umstellungsosteotomien (Gelenkerhaltend, Jüngere), Endoprothesen (Teil + Voll), Hüftarthrodese x Beckenrandfrakturen, Querbrüche Sakrum, vordere Beckenringfrakturen mit intaktem sakro-iliakalem Bandkomplex
Typ B:
Femurkopfnekrose x instabile inkomplette Verletzung, Beckenringverletzungen mit Rotationsinstabilität
Allgemeines: x Folge von Traumen / Infektionen / intraartikulärer Ergussbildung, auch Hyperlipoproteinämie / x durch antero-posteriore oder laterale Kompression des Beckens
Alkoholabusus / systemische Steroidtherapie o Störung der Blutversorgung o aseptische Nekrose

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- antero-posteriore Kompression: einwirkende Kräfte führen zu Außenrotation einer oder beider Beckenhälften um vertikale
Achse im dorsalen Ringsegment ("open book"-Verletzung) Weitere Oberschenkelfrakturen
typische Verletzungsformen: Symphysenruptur, bei stärkerer Gewalt Ruptur der ventralen sakro-iliakalen Bänder pertrochantäre Schenkelfraktur:
- laterale Kompression: Gewalteinwirkung führt zu Innenrotation um vertikale Achse im dorsalen Ringsegment Subtrochantäre Fraktur:
sakro-iliakalen Bänder bleiben intakt, Os sacrum wird ventral komprimiert, vordere Beckenring bricht oder reißt Femurschaftfraktur:
Typ C: distale Femurfraktur:
x instabile komplette Verletzung, Beckenringverletzungen mit Rotations- und Vertikalinstabilität
x vertikal einwirkende Scherkräfte mit kompletter Dissoziation einer Beckenhälfte im vorderen und hinteren Ring Kniegelenk
x betroffene Beckenhälfte rotiert um Querachse und verschiebt sich nach kranial entlang Körperlängsachse
Patellaluxation
stabiler Beckenring Allgemeines: x F>M, häufig doppelseitig
Allgemeines: x lokaler Druckschmerz, Hämatome, Prellmarken, schmerzhafte Bewegungseinschränkungen angeboren: x Kniescheibe hypoplastisch, Genu varum
Diagnostik: x Röntgenaufnahmen des Beckens a.p. und Schrägaufnahmen (Inlet-/Outlet-Aufnahme), CT-Becken habituell: x die in Streckstellung richtig sitzende Patella luxiert bei Flexion Ÿ dadurch im Verlauf dysplastisch
Therapie: weitere: x Patellahochstand, Dysplasie des femoropatellaren Gleitlagers (abgeflachter lateraler Femurkondylus,
konservativ: x Bettruhe, Analgesie, bei Abrissfrakturen von Apophysen (Bettruhe für 2 Wo, anschließend Mobilisation) Patelladysplasie), Genu valgum, angeborene BG-Schwäche, Nachgiebigkeit der Retinacula patellae,
operativ: x nur bei starker Dislokation der Beckenschaufelfraktur und Notwendigkeit zum Débridement posttraumatisch bei unzureichender Th.
Symptome: x bei banalem Traumas springt Patella plötzlich nach lateral aus Gleitlager o schmerzhafte Zerreißung der
instabiler Beckenring medialen Patellaretinakula, häufig auch Knorpelabscherung an medialer Patellafacette u/o am lateralen
Allgemeines: x Massivtrauma durch Quetschung, Überfahren, Einklemmung, Verschüttung, Sturz aus großer Höhe, High- Femurkondylus o Kniescheibe renkt sich meist spontan wieder ein
energy-Verletzungen x Patella steht hoch, nach lateral verlagert, Genu valgum, Streckfähigkeit im Kniegelenk vermindert
Symptome: x Schmerzen bei Distraktion / Kompression, Bewegungseinschränkung in Hüfte, Instabilitätszeichen mit Röntgen: x Einteilung nach Wiberg Grad I-III
Aufklappbarkeit d. Becken, hypovoläm. Schock, Hämatome am Damm, evtl. Blutaustritt aus Harnröhre Therapie: x frühzeitige Weichteiloperation zur Zügelung der Patella und Korrekturosteotomie des Genu valgums
Komplikation: x hämorrhagischer Schock bei massivem Blutverlust, retroperitoneales Hämatom mit Pseudoobstruktion und x nach Wachstumsschluss evtl. zusätzlich Tuberositas tibiae nach medial versetzten
paralytischem Ileus, Harnwegs- und Harnblasenverletzung, Verletzungen von Vagina + Rektum und Plexus
lumbo-sacralis, Sepsis mit Multiorganversagen, Fehlstellung des Beckens mit Beinverkürzung, sekundäre Beckenachsenveränderungen
Coxarthrose oder Skoliose Genu valgum / Genu varum: x Beinachse: Lot von Hüftgelenksmittelpunkt die Kniescheibe und Mitte des OSG
Diagnostik: x Beckenübersichtsaufnahme, Schrägaufnahmen (Inlet/Outlet-Aufnahmen), CT x Verlauf: Neugeborene Genua vara, ab 2. LJ Genua valga, ab 6. LJ gerade Beine
x bei Makrohämaturie: retrograde Darstellung der Harnwege (Blasenruptur, Harnröhrenruptur) x Fehlstellungen: Störung der kniegelenksnahen Wachstumsfugen, Stoffwechselerkrankung (Rachitis,
x bei fehlenden Pulsen oder massiver retroperitonealer Blutung: arterielle Katheterangiographie Phosphatdiabetes), kongenitale seltene Systemerkrankung (Achondroplasie, Osteogenesis imperfecta)
x Sono des Abdomens und Retroperitoneums, rektale Untersuchung, Labor Diagnose: x im Stand Beurteilung der Abweichung der Beinachse + Messung des Abstand zw. Innenknöcheln und
Therapie: x instabile Beckenringverletzungen zu 70% als Polytrauma, hohe Letalität (Verbluten in Frühphase, Sepsis medialen Femurkondylen, im Einbeinstand Ganzbeinaufnahmen und Messung der Achsenabweichung
und Multiorganversagen in Spätphase) Therapie: x konservativ (Nachtlagerungsschalen), bei größerer Fehlstellung Korrekturosteotomien (präarthrotisch)
x ausreichende Schocktherapie, rasche Fixation des Beckenringes Genu recurvatum: x Schädigung der Wachstumsfuge im ventralen Bereich oder Polio-bedingte Lähmungen der
x bei Blutungen mit Lebensgefahr oder persistierender Kreislaufinstabilität trotz massiver Volumensubstitution Oberschenkelstreckmuskulatur, Tibiaplateau neigt sich nach ventral und Kniegelenk wird überstreckt
o Notfalllaparotomie mit Tamponade und Beckenstabilisierung Symptome: x Überstreckung im Kniegelenk mit unauffälligen Symptomen
x operative Versorgung Therapie: x Korrekturosteotomie, bei Lähmungen z.T. Versorgung mit Oberschenkelorthesen mit Strecksperre
(nicht bei Polio = Rekurvation zur Stabilisierung des Beines nötig)
Schenkelhalsfraktur
Allgemeines: x v.a. bei ältere Menschen (Osteoporose), Sturz auf Hüfte (Dreh- / Biege- / Scherkräfte), F>M Kniegelenksentzündung
x intrakapsuläre mediale SHF: häufiger, Abduktionsbrüche (Valgusstellung mit Fragmenteinkeilung) und Allgemeines: x bakteriell (nach Kniegelenksinjektion), entzündlich-rheumatisch, reaktiv bei Arthrose, systemische
Adduktionsbrüche (Varusstellung und Beinverkürzung, pelvitrochantären Muskulatur zieht das Bein in Erkrankungen, begleitend bei Verletzungen oder Tumoren
Außenrotation und nach kranial, keine Fragmenteinkeilung) Symptome: x bakterielle Arthritis (klassische Entzündungszeichen), verstrichene Gelenkkonturen (Vorwölbung Rec.
x extrakapsuläre laterale SHF: suprapatellaris) durch den Erguss: Fluktuation, tanzende Patella, Beuge- und Streckbehinderung
Einteilung: x Klassifikation der medialen SHF nach Pauwels (Neigung der Frakturebene zur Horizontalen) x Leukozytose, CRP- und BSG K, trübes Gelenkpunktat mit erhöhter Zellzahl
x Prognoseabschätzung (je steiler der Bruchlinienverlauf, desto ungünstiger die Frakturheilung) Therapie: x bakterielle Arthritis: Sofortmaßnahme: Punktion, Erregerbestimmung und Antibiose, Ruhigstellung im
Typ Pauwel I: Abduktionsfraktur, Winkel zw. Horizontale und Bruchlinie <30° Gipstutor wegen der Gefahr der Ankylose, Gelenkeröffnung und Spülung bei Pyarthros
Typ Pauwel II: Adduktionsfraktur, Winkel zw. Horizontale und Bruchlinie 30°-50°
Typ Pauwel III: Adduktionsfraktur, Winkel zw. Horizontale und Bruchlinie >50° degenerative Veränderungen
Symptomatik: x Abduktionsfrakturen: häufig asymptomatisch (evtl. Stauchungs- und Klopfschmerz im Hüftgelenk)
x Adduktionsfrakturen: Stauchungsschmerz der Ferse und Trochanters, Bewegungsschmerz, Außen-rotation, Gonarthrose
Beinverkürzung primär: x unbekannt
Komplikationen: x Immobilisation-Komplikationen (Dekubitus, Embolie), Schenkelkopfnekrose (gestörte art. Versorgung über sekundär: x Achsenfehlstellung (Genu varum/valgum), meniskoprive Drucküberlastung, posttraumatische Gelenks-
A. circumflexa femoris und A. ligamenti capitis femoris, Hämatomdruck), Pseudarthrosen in 15%, Implantat- inkongruität, metabolisch (Chondrokalzinose, Hämophilie-Arthropathie, Gicht), postinfektiös (bakterielle
lockerung oder –bruch (Instabilität, Knochenresorption, Beinverkürzung, Pseudarthrose) Gonitis), M. Ahlbäck (spontane Osteonekrose)
Röntgen: x Beckenübersicht und Hüfte axial, evtl. Schichtaufnahmen Formen: x Pangonarthrose, Varus-Gonarthrose, Valgus-Gonarthrose, isolierte Femoropatellararthrose
Therapie: Symptomatik: x Anlaufschmerzen, Belastungsschmerzen, Bewegungsschmerzen, zunehmende Schmerzen und Bewe-
Abduktions-X: x meist konservativ-funktionelle Therapie o Reposition durch Abduktion-Außenrotation, Extension und Innen- gungseinschränkung, oft Achsenfehlstellung, Schmerzintensität hängt von Begleitsynovialitis ab
rotation, nach 2-4 Wochen Bettruhe funktionelle Therapie Diagnostik: x Klinik: Beweglichkeitseinschränkung, Erguss, Achsenfehlstellung, Kontrakturen im Spätstadium
x bei fraglicher Stabilität Schraubenosteosynthese Röntgen: x Gelenkspaltverschmälerung, Geröllzysten, subchondrale Sklerosierung, osteophytäre Anbauten
Adduktions-X: x immer operativ (konservativ Gefahr d. SH-Pseudarthrose, Schenkelkopfnekrose, sek-Komplikationen), DD: x entzündlich-rheuhmatisch (Ruheschmerzen, Synovitis)
Osteosynthesen sind übungsstabil (postoperativ für 3 Monate Gehstützen) Therapie:
x Erwachsene: geschlossene Reposition mit gedeckter Schenkelhalsnagelung mit 3-Lamellen-Nagel konservativ: x NSAR, Steroid-Injektionen (bei aktivierter Gonarthrose), Beweglichkeitserhaltung (Physiotherapie, Wasser-
(kleine Hautinzision), offene Reposition und Stabilisierung mit 130°-Winkelplatte und Zugschraube gymnastik), lokale Maßnahmen (milde Wärme direkt appliziert oder elektromagnetisch)
x Jugendliche: anatomische Reposition und Verschraubung (Beachtung der Wachstumsfuge) operativ: x frühes / mittleres Stadium: arthroskopisches Gelenk-Debridement (temporäre Schmerzreduktion), Tibiakopf-
x Ältere: TEP, Resektion der Fraktur mitsamt Hüftgelenk o Ersatz durch alloplastische Endoprothese, Valgisations-Osteotomie b. Varus-GA, suprakondyläre Varisations-Osteotomie b. Valgus-GA
Frühbelastung möglich (Vermeidung von Immobilisations-Komplikationen) x Spätstadium: Kniegelenks-Endoprothese

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konservativ: x isolierte lat. / med. Seitenbandverletzungen mit nur geringer Instabilität Ÿ Ruhigstellung und Gipstutor
Meniskopathie operativ: x deutliche Instabilität oder Kreuzbandruptur Ÿ Bandnaht, Bandplastik, transossäre Refixation
Allgemeines: x Zerstörungen an zellulären + fibrillären Meniskus-Bestandteilen (fettige mukoide Degeneration des
Faserknorpels, erniedrigter/erhöhter Proteoglykangehalt mit Kollagenvernetzungsstörung, zystische vorderes Kreuzband: x meist indirektes Rotationstrauma (Sport), gelegentlich direkt (komb. Verletzungen): meist prox.
Hohlräume im ligamentärem Bereich, Pseudozysten an ligamentär-meniskalen Übergangszone) Ausriss, selten intraligamentär oder tibialer Ansatz, bei Kindern oft knöcherner Ausriss am Tibiaplateau
x rezidivierende Gelenkergüsse, Atrophie des M. quadrizeps Symptomatik: x akute Kreuzbandruptur: Hämarthros, Schmerzen, limitierte Belastungsfähigkeit
x typ. Meniskuszeichen wie Steinmann I und II, Payr-Zeichen x chronische Kreuzbandinsuffizienz: Giving-way, Instabilitätsgefühl
Röntgen: x Verschmälerung des Gelenkspaltes, Arthrosezeichen Komplikationen: x operativ: Arthrofibrose bei akuter Behandlung ( häufig bei Mitverletzung des medialen Seitenbandes),
Therapie: x Elektiv-OP mit Teilmeniskektomie oder Reinsertion bzw. Naht Bewegungsbehinderung (Exensions- und / oder Flexionsdefizit) bei ungenauer Transplantatplazierung,
Instabilitätsrezidiv bei Ausbleiben der Transplantatvaskularisation
Chondropathia patellae Untersuchung: x akut: nach Abschwellung Lachmann-Test (verlängerter Weg, weicher Anschlag)
Allgemeines: x Schmerzen im Bereich Kniescheibe durch mech. Überbelastung der an Patella ansetzenden Quadrizeps- x chronisch: Lachmann-Test und Objektivierung der subjektiven Instabilität mit Pivot-shift-Test
und Patellarsehne, gehäuft Sportler, knieende Arbeiter, Kinder im präpubertären Alter Therapie: x initial: Abschwellung, Reha-Programm, mentale Stützung des Spitzensportlers
Symptome: x vermehrte Beschwerden an Patella beim Bergabgehen und Treppensteigen oder nach langer Tätigkeit, in x konservativ: Muskelrehabilitation, Reduktion der Aktivität
Kniebeugung oder längerem Sitzen bei gebeugtem Kniegelenk, nächtlicher Ruheschmerz x operativ: Ersatz mit Patellar- oder Semitendinosus/Gracilis-Sehne in postprimärer Phase
x Schmerzsymptomatik durch Anspannen der Quadrizeps-Muskulatur auslösbar
x Patelladruck- und –verschiebeschmerz, oft spontane Besserung, Crepitatio patellae hinteres Kreuzband: x indirektes Hyperextensionstrauma, direktes Trauma von vorne gegen proximale Tibia
Therapie: x Lokalinfiltrationen, Entlastung, Muskelaufbautraining insbes. M.quadrizeps (vastus medialis) Symptomatik: x Hämarthros, moderate Schmerzen
x operativ: Zentrierung und Anhebung der Patella, Pridie-Bohrung, Unterfütterung mit Knochenspan Untersuchung: x dorsale Verschieblichkeit des Tibiakopfes in 90 Grad Flexion, dorsales Durchhängen des Tibiakopfes in 60
Grad Flexion, federnde Hyperextension, aktiver Quadricepstest
Chondromalazia patellae Therapie: x konservativ: Muskelrehabilitation, Reduktion der Aktivität oft nicht nötig
Allgemeines: x retropatellarer Knorpelschaden (einfache Knorpelabweichung bis ulkusähnliche Krater mit Knochenglatze), x operativ: bei starker sportlicher oder beruflicher Beanspruchung, bei Instabilitätssymptomen
Vorstufe der Femoropatellararthrose, meist asymptomatisch
Therapie: x Entfernung gr. Herde mit Anbohrung darunterliegenden Knochen um Faserknorpelbildung anzuregen posterolaterale Knieverletzung: x isoliert, oder häufig kombiniert mit vorderer oder/und hinterer Kreuzbandläsion, meist
direktes Trauma, Schädigung laterales Seitenband / Popliteus-Sehne / Arkuatum-Komplex
Femoropatellararthrose Diagnostik: x akut: posterolaterale Druckdolenz, evtl. Hämarthos, laterale Aufklappbarkeit in 30° Flexion und Streck-
Allgemeines: x relativ isolierte Arthrose des femoropatellaren Gleitlagers stellung (Seitenband), verstärkte Außenrot. des Fuß in Bauchlage + 30° Knieflexion (Politeus-Sehne)
x Ursachen: Chondromalazie, Patelladysplasien, Patellafrakturen x chronisch: laterale Aufklapparkeit in 30° Flexion und Streckstellung (Seitenband), verstärkte Aussenrotation
Symptome: x Beschwerden wie bei Chondropathia patellae, in Palpation grobkörniges Reibegeräusch des Fußes in Bauchlage und 30° Knieflexion (Politeus-Sehene)
Röntgen: x Gelenkspaltverschmälerung, subchondrale Sklerosierung, Osteophyten x Röntgen: evtl. Segond-Zeichen: ossärer Fragmentausriss am lat. Tibiakopf
Therapie: x ähnlich Gonarthrose Therapie: x operativ bei Aufklapparkeit über 10-15 mm:
x akut: direkte Reinsertion des Seitenbands und/oder Popliteussehne
Verletzungen x chronisch: Rekonstruktion Popliteus-Sehne m. Semitendinosus-Sehne + Anspannung lat. Seitenband
Meniskusverletzungen mediale Seitenband-Läsion: x meist direktes, selten indirektes Valgisationstrauma
Allgemeines: x indirekte Gewalt, z.B. Rotation + Streckung des gebeugten Knie bei fixierten Unterschenkel, bei Symptomatik: x Schmerzen im medialen Kniegelenksbereich, i.d. Regel kein Hämarthros (außer bei kombinierter vorderer
Degeneration auch Bagatelltraumen ausreichend, Innen > Außen (pVerschieblichkeit) Kreuzbandruptur), Belastungsunfähigkeit
Symptome: x akutes Schmerzereignis, Schonhaltung in Beugestellung, Gelenksperre, Belastungsschmerz, Druck- Diagnostik: x Grad I: Druckdolenz des Seitenbands (meist proximal T. adductorium), ‡ vermehrte Aufklappbarkeit
schmerz über Gelenkspalt, Schwellung mit verstrichenen Gelenkkonturen, Reizerguss, tanzende Patella, x Grad II: Druckdolenz Seitenband vermehrte Aufklappbarkeit in 30° Flexion (nur Seitenband verletzt)
positive Meniskuszeichen
x Grad III: Druckdolenz des Seitenbands vermehrte Aufklappbarkeit in Streckstellung (Seitenband und
Steinmann I: x Rotationsschmerz bei gebeugtem Kniegelenk hinteres Schrägband/posteromediale Kapsel, ev auch Kreuzbänder verletzt)
x Æ bei Innenmeniskusschaden schmerzt mediale Kniegelenksspalt bei Außenrotation Röntgen: x ev. Stieda-Pellegini-Zeichen: ossärer Ausriss am med. Femurkondylus
x Æ bei Außenmeniskusschaden schmerzt laterale Kniegelenksspalt bei Innenrotation Therapie: x konservativ:
Steinmann II: x nach dorsal wandernder Druckschmerz bei Beugung des zuvor gestreckten Kniegelenkes x Grad I Schmerzbehandlung, kurze Stockentlastung, funktionell ohne Brace, volle Beweglichkeit
Böhler-Zeichen: x Varusstress o Schmerz im medialen Gelenkspalt (Innenmeniskus) x Grad II Schmerzbehandlung, kurze Stockentlastung, funktionell mit Brace (6 Wo), volle Beweglichkeit
x Valgusstress o Schmerz im lateralen Gelenkspalt (Außenmeniskus) x Grad III Schmerzbehandlung, Stockentlastung 6 Wochen, Ruhigstellung in Extensionsstellung für 1-2
Payr-Zeichen: x Schneidersitz schmerzbedingt nicht mgl. Wochen, dann funktionell mit Brace für 6 Wochen
Apley-Zeichen: x bei auf Bauch liegendem Pat. wird Knie 90° gebeugt und unter Druck auf die Fußsohle rotiert
x bei Meniskuseinklemmung akuter Schmerz mit federnder Streckhemmung Patellafraktur
Therapie: x bei Korbhenkelriss oder Querriss am Hinterhorn Teilresektion des lädierten Meniskus Allgemeines: x direkte Gewalt (z.B. Sturz, Schlag auf gebeugtes Knie)
x bei basisnahen Rissen in gut vaskularisiertem Gebiet Meniskusnaht x Subaponeurotische Fissuren, Längs-, Quer-, Trümmerfrakturen
Komplikation: x Redislokation mit Streckausfall, Gelenkstufen mit Chondropathie, Arthrose bei Gelenkschäden
Bandverletzungen Diagnostik: x Hämarthros, Schwellung, Delle in Kniescheibenmitte, aktives Anheben des gestreckten Knie unmöglich
Allgemeines: x durch Rotationsbewegungen bei feststehendem Unterschenkel Röntgen in 3 Ebenen (a.p., seitlich, axial)
x oft unhappy triad (Innenmeniskusriss, Innenbandruptur und vorderer Kreuzbandruptur) Therapie:
Symptomatik: x schmerzhafte Bewegungseinschränkung, Druck- und Dehnungsschmerz im betroffenen Bandabschnitt konservativ: x keine Dislokation bei subaponeurotischen und Längsfrakturen: Ruhigstellung in Gips- oder Plastikhülse
x Instabilität des Kniegelenkes je nach Lokalisation und Ausmaß der Verletzung operativ: x Verschraubung, Nähung der Streckaponeurose, bei Trümmerfrakturen Patellektomie
Diagnostik: x Valgusstress: Innenband (Knie klappt medial weit auf)
x Varusstress: Außenband (Knie klappt lateral weit auf) Knorpelverletzung
Schubladentest: x Prüfung KB in 90° Beugung, vordere Schublade (vorderes KB), hintere Schublade (hinteres KB) Allgemeines: x direkte (Knieanprall) oder indirekte Gewalt (Rotation, Kompression)
Lachmann-Test: x Prüfung KB in 25° Beugung, Subluxation der Tibia nach vorne mit fehlender Anspannung vorderen KB x Knorpelquetschung + –fissuren o Chondropathie + Arthrose, Knorpelimpression o chron. Beschwerden
Pivot-Shift: x Prüfung des vorderen KB: beim Beugen des innenrotierten unter Valgusstress stehenden US ist beim durch instabile subchondrale Bezirke, Knorpelabsprengungen bei Rotationstraumen und gleichzeitig axialen
Übergang von Streckung in Beugung bei etwa 40° ein Schnappen im Kniegelenk zu spüren Druck, Knorpelabscherfrakturen mit / ohne Knochenbeteiligung bei Luxationsfraktur
KG-Punktion: x seröser Erguss (Bandverletzung unwahrscheinlich), Hämarthros (Zerreißung von Kapsel-Band-Strukturen), Symptomatik: x chron. Gelenkschmerzen, Reizknie (Synovitis), Druckschmerz, Einklemmung bei freien Fragmenten,
Hämarthros mit Fettaugen (Hinweis auf knöcherne Verletzung) Hämarthros mit Fettaugen
Therapie: Diagnostik: x Arthroskopie

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Therapie: Diagnostik: x aufgehobener Zehenstand, tastbare Delle oberhalb Achillessehnenansatz, negativer Thompson-Test
konservativ: x Punktion, 6-12 Wochen Ruhigstellung, Analgesie, Antiphlogistika (Wadenkneiftest Æ normalerweise ruckartige Plantarflexion), Sono, Rö (Ausschluss knöcherner Abriss)
operativ: x Ausschneiden gequetschter Knorpelteile, Entfernung freier Fragmente, Refixierung der Knorpel-Knochen- Therapie:
Anteile, unter KG 6-12 Wochen Ruhigstellung, bei Gelenkzertrümmerung prothetischer Gelenkersatz, bei konservativ: x konservativ-funktionelle Behandlung mit Spezialschuh
chronischer Verletzung Korrektur der Gleitbahn operativ: x bei knöchernen Abrissen, Rekonstruktion mit Durchflechtungsnaht und Plantarissehnenplastik
x postoperative Ruhigstellung im Unterschenkelgips für 6 Wochen (3 Wochen Spitzfußstellung, dann 3
Unterschenkel und oberes Sprunggelenk Wochen Rechtwinkelstellung im Sprunggelenk), 3 Monate Sportverbot

Verletzungen DD des Achillessehnen- und Fersenschmerzes


Paratenonitis achillea: x Schmerzen im Verlauf (nicht Ansatz der Sehne), akute Paratenonitis (sportlicher Überlastung,
Tibiakopffraktur Achillessehne ödematös geschwollen, stark druckschmerzhaft, überwärmt, jeder Schritt tut weh),
Allgemeines: x axiale Stauchung in Längsrichtung mit zusätzlicher Biegemoment, Sturz auf Beine mit Eintreibung der chronische Paratenonitis (dauernde oder rezidivierende Überanspruchung, paratendi-nöse Gewebe
Femurkondylen in Tibiakopf, Formen (Abrissfrakturen an Seitenbänder, Spalt-, Impressions-, Trümmer- dauerhaft verdickt, wenig überwärmt, durchschmerzhaft, Anlauf- + Belastungsschmerz bei sportlicher
frakturen, Kondylenfrakturen), Typ (Intra- oder extraartikuläre Frakturen) Belastung)
Komplikationen: x Verletzung N. fibularis, Gelenksteife (früh), posttraumatische Arthrose (spät), Achsenfehlstellung (X, O) Insertionstendopathie: x genau lokalisierbarer Druck- + Belastungsschmerz am Ansatz Achillessehne, häufig streng
Diagnostik: x Fehlstellung im Kniebereich, Hämarthros, Röntgen in 2 Ebenen lateralseitig oder medialseitig, durch falsche Lauftechnik oder Schuhwerk, Fußfehlformen
Therapie: Haglund-Ferse: x konstitutionell dorsokraniale Fersenbeinecke scharfkantiger als normal, durch zusätzlichen
konservativ: x nur nicht-dislozierte Frakturen und bei alten Patienten, 1-3 Wochen Ruhigstellung im Gips, dann funktionelle Schuhdruck schmerzhafte Bursitis und entz. Hautschwiele
Übungsbehandlung, Heilung 8-12 Monate Apophysitis calcanei: x zw. 7-14.LJ Belastungsschmerz der Ferse, Ursache (asept. Nekrose Fersenbeinapophyse)
operativ: x Rekonstruktion der Gelenkfläche, Unterfütterung des imprimierten Bezirks mit Spongiosa, Abstützung mit Fersensporn: x oberer Fersensporn (knöcherne Ausziehung am Ansatz d. Achillessehne, geringer Krankheitswert,
Schrauben oder Platten, postoperative Entlastung für 3 Monate meist zufällige Diagnose im RÖ-Bild)
x unterer Fersensporn (knöcherne dornartige Ausziehung am Tuberc. med. tuberis calcanei,
Unterschenkelschaftfraktur bildet sich durch Überlastung der entspringenden Plantaraponeurose bzw. kleinen Fußmusk.
Allgemeines: x gleichzeitiger Bruch von Tibia und Fibula, direkte ventrale Gewalt mit Tibiaschräg- oder querbrüchen x starker Belastungs- und lokaler Druckschmerz an Unterseite der Ferse)
(Stoßstange, Tritt) oder indirekte Gewalt mit Torsionsbrüchen mit spiraliger Bruchlinie (Biegung und Drehung), x entz. + tumoröse Prozesse: rheumat. Erkrankungen (insbes. Morbus Bechterew und Morbus
alle Bruchformen möglich Reiter), septische Osteomyelitis, Calcaneuszyste
Komplikationen: x Pseudarthrose, posttraumatische Osteitis nach OP, Tibialis-anterior-Syndrom (intrafasziales Hämatom) Traumen, Traumafolgen: x Ermüdungsfrakturen bei Langstreckenläufern
Diagnostik: x klassische Frakturzeichen, Röntgen x Arthrose des Thalocalcanealgelenkes nach intraartikulären Fersenbeinfrakturen
Therapie: x jeweils gute Behandlungsergebnisse
konservativ: x alle nicht-dislozierte geschlossenen Frakturen, Kinder und Jugendliche Ÿ Oberschenkelliegegips für 4 Wo, Fuß und Zehen
dann Gehgips für 6 Wo
x bei instabilen Frakturen zunächst 3-4Wo Extension im Streckverband, dann 6Wo OS-Gips (20° Beuge- angeborene Fußdeformitäten
stellung im Knie, Neutralstellung im Sprunggelenk)
operativ: x starke Fragmentverschiebung, offene Frakturen Ÿ Marknagelung, Platten-OS oder Verriegelungs-nagelung, Klumpfuß
bei Knochendefekten Transplantation mit Spongiosa Allgemeines: x Pes equinovarus supinatus excavatus adductus, M>F, mit häufigste angeborene Entwicklungsstörung (1%
aller Neugeborenen, evtl. Kombination mit anderen Entwicklungsstörung, z.B. Hüftdysplasie)
Malleolarfrakturen x idiopathisch oder vererbt (latent-rezessiv), gleich häufig ein- und doppelseitig
Allgemeines: x eine der häufigsten Frakturen des Erwachsenen x seltener erworbener Klumpfuß bei Poliomyositis, spastische Lähmung bei Zerebralparese, Hemiplegie
x meist Folge von forcierter Supination oder Pronation des Talus mit Eversion bzw. Inversion des Fußes x Übergewicht der medialseitigen Fußmuskulatur (M. tibialis posterior) o typ. Fehlstellung
Einteilung: x Lokalisation der Fibulafraktur in Bezug zu Syndesmose Komponenten: x Spitzfußstellung (Pes equinus, durch verkürzte Achillessehne), Supinationsstellung (Pes varus), Sichelfuß
Typ Weber A: x Fibulafraktur distal der intakten tibiofibularen Syndesmose (Pes adductus), Hohlfuß (Pes excavatus)
x Außenbänderruptur (fibulotalare und fibulocalcaneare Bänder) Äquivalent zu Fibulaabrißfraktur Symptomatik: x Pes equinovarus excavatus et adductus (Vorfußadduktion, Supination des Fußes, Hohlfuß = Spitzfuß +
Typ Weber B: x Fibulafraktur auf Höhe der Syndesmose (häufige Zerreißung der Syndesmose) Kippfuß + Supinationsfuß + Hohlfuß + Sichelfuß)
Typ Weber C: x Fibulafraktur proximal der Syndesmose (Zerreißung der Syndesmose und Membrana interossea) x Druckschäden an Haut (Aufsetzen in Supinationsstellung), atrophisch Wadenmuskulatur, Deformität lässt
x Maisonneuve-Fraktur: mediale Knöchelfraktur mit Sprengung der Syndesmose, Lateraldislokation des sich nicht völlig redressieren, zusätzlich pathologische Innendrehstellung des Unterschenkels und
Fußes und subkaptiulärer Fibulafraktur hypoplastische Klumpfußwade
Lauge-Hansen: x nach Unfallmechanismus: Außenknöchel-Fraktur häufig mit Abrissfraktur des Innenknöchels (bimalleo-läre Röntgen: x Parallelstand von Talus und Calcaneus, der normalerweise zw. Talus und Calcaneus bestehende Winkel
Fraktur) oder Abbruch hintere Tibiakante (Volkmannsches Dreieck, trimalleoläre OSG-Fraktur) von 30° ist aufgehoben
Symptomatik: x Schwellung + Druckschmerz über Außen- bzw. Innenknöchel, schmerzhafte Bewegungseinschränkung Therapie:
Komplikationen: x chron. Instabilität der Außenbänder mit rezidiv. Supinationstraumen (sek. Bandplastik bei Jüngeren) konservativ: x unmittelbar nach Geburt redressierende Gipsbehandlungen gegen Varus-Adduktions-Supinations-
Posttraumat. Arthrose bei Gelenkinkongruenz, Syndesmoseninstabilität, freie Knorpelfragmenten, usw. Fehlstellung (zirkuläre Oberschenkelgipsverbände mit rechtwinklig gebeugtem Knie, häufige Gipswechsel bis
Diagnostik: x Röntgen in 2 Ebenen, gehaltene Aufnahmen im sagittalen und Supinationsstreß im Seitenvergleich 3. Lebensmonat)
Therapie: x undislozierte Frakturen Typ Weber A: konservativ mit Unterschenkelgips (6 Wochen) x Korrektur der Spitzfußstellung im 3-4. Monat, evtl. Achillessehnenverlängerung, KG
o dislozierte Fibulafraktur: Reponierung, Schrauben- und Platten-OS, nach Reposition + OS der Fibula x später Oberschenkelnachtlagerungsschalen bis Vorschule + Klumpfußeinlagen (Wachstumsabschluss)
intraoperative Kontrolle der Syndesmose-Stabilität (Rekonstruktion von zerrissener Syndesmose) operativ: x bei Rezidiven dorsomedialer Weichteileingriff (Sehnenverlängerung und Durchtrennung der Kapsel und
o Außenbandläsion: konservativ im Unterschenkelgehgips / funktionell (Tape, Orthese, Spezialschuh) Bänder des dorsomedialen Fußrandes), Verlagerungen des M. tibialis anterior, subtalare Arthrodese nach
o komplexe Bandzerreißungen mit Luxationsneigung im OSG: direkte Kapsel-Bandnaht, Gips Wachstumsschluss
o Luxationsfrakturen im oberen Sprunggelenk: knöcherne Rekonstruktion, Kapsel-Band-Naht, Gips
Hackenfuß
Achillessehnenruptur Allgemeines: x durch die intrauterine Zwangsstellung oder neuromuskuläre Störungen kann es zum Hackenfuß mit
Allgemeines: x häufigste subkutane Sehnenruptur, meist vorbestehende degenerative Veränderung der Sehne, indirektes Steilstellung der Ferse kommen
oder direktes Trauma Ÿ Ruptur Lokalisation: 90% Sehnentaille, 8% proximales Drittel, 2% Kalkaneusnähe mit x weitere Ursachen sind die Achillessehnendurchtrennung und eine Schädigung des N. tibialis
knöchernem Ausriss Symptome: x vermehrte Dorsalextension des Fußes, Steilstellung der Ferse
Symptomatik: x peitschenschlagartiger Knall, plötzlicher Schmerz, verminderte Plantarflexion, aktive und passive Therapie: x beim NG meist spontane Besserung ohne Th., ggf. manuelle Redression oder Schienenkorrektur
Bewegungen des Sprunggelenks sind schmerzhaft x beim Erwachsenen operative Versorgung durch Muskelersatzoperationen (Transfer des M. tibialis anterior
auf die Achillessehne als Muskelersatzplastik) oder T-Arthrodese mit dorsaler Keilentnahme

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Hohlfuß
Plattfuß Allgemeines: x Pes cavus / Pes excavatus, Verstärkung des medialen Fußgewölbes mit Form des Hohlfußes
Allgemeines: x Pes valgus planus pronatus metatarsus abductus x leichte Fälle (konstitionelle Varianten), häufiger bei neurologischen Systemerkrankungen (z.B. Friedrich-
- selten, angeboren, familiär gehäuft, gehäuft bei Spina bifida + Arthrogryposis, ungünstige Prognose Ataxie), Spina bifida, schlaffe und spastische Lähmungen, ALS
- Abflachung des Fußlängsgewölbes, Steilstellung des Talus, hochstehender Kalkaneus, Luxation um Symptomatik: x Verstärkung des Fußlängsgewölbes, Ballenhohlfuß (Steilstellung der Metatarsalia), Varusstellung des
Talonavikulargelenk, meist einseitig Rückfußes, Gefahr von Supinationsverletzungen, Entwicklung von Krallenzehen
- erworben: häufiger Endzustand eines dekompensierten Knick-Senkfußes, Ursachen (konstitionelle Röntgen: x hohes Fußgewölbe, Metatarsale I und V überkreuzen sich
Band- und Muskelinsuffizienz, Lähmungen bei Poliomyolitis und Zerebralparese, Kalkaneusfraktur, chronische Therapie: x Versorgung mit Innenschuhen oder Einlagen bei Kindern, orthopädische Schuhe beim Erwachsenen
Polyarthritis, Synostosen der Fußwurzelknochen x operative Korrektureingriffe: Spaltung der Palmaraponeurose (Kinder), T-Arthrodese und Osteotomie des
Symptomatik: x Schmerzen, Bewegungseinschränkung, Überlastung von Bändern und Gelenken, Arthrose, entzündlicher Metatarsale I und Resektionsarthroplastiken der Zehen
kontrakter Plattfuß
Diagnostik: x aufgehobenes mediales Längsgewölbe, starke Fußpronation, verkürzte Achillessehne, Valgusstellung des Verletzungen
Rückfußes, eingeschränkte Beweglichkeit
Röntgen: x Steilstellung des Talus (steht oft in Verlängerung der Tibia), luxiertes Talonavikulargelenk Sprunggelenksdistorsion mit Außenbandruptur
x Winkel zw. Talus und Kalkaneus ist vergrößert auf 50-90° (normalerweise 30°) Allgemeines: x Supinationstrauma (typ. Fußumknicken)
Therapie: x unmittelbar nach der Geburt redressierende Gipsbehandlung Symptome: x Hämatomschwellung und Druckschmerz im Außenknöchel, Bewegungseinschränkung
- Operativ nach 3 Monaten Achillessehnenverlängerung, dorsale Kapsulotomie, Reposition der Luxation x laterale Aufklappbarkeit des Gelenkes
des Talonavikulargelenks, Verlagerung der M. tibialis anterior Röntgen: x fibularseitige vermehrte Aufklappbarkeit des Gelenkspaltes durch Ruptur der lateralen Bandstrukturen
x Nachbehandlung mit Gips, langjährige Innenschuh und Nachtlagerungsschalen, KG x vermehrter Talusvorschub
- erworbener: konservativ beim Kind (supinierende Schaleneinlagen, Maßschuhe), in schweren Fällen Therapie: x Hochlagerung, Unterschenkelgibsschiene oder Tapeverband, Eis zur Abschwellung
Rückfußarthrodese, in seltenen Fällen Tripelarthrodese beim Erwachsenen x operative Bandnaht als Alternative sofort nach Abschwellung
x Komplikationen: chron. Außenbandinstabilität mit Gangunsicherheit
Sichelfuß
Allgemeines: x Anlagebedingt oder durch ständige Bauchlagerung des Säuglings Talusluxation
Symptome: x vermehrte Adduktion des Vor- und Mittelfußes, Abweichung der Zehen nach medial Allgemeines: x vordere oder hintere Luxation durch Hängenbleiben des Fußes b. Laufen mit extremer Plantarflexion
Therapie: x manuelle Redression, KG, korrigierende Einlagen (fersenumfassend mit vorgezogenem Innenrand), in Symptome: x Deformität, federnde Fixation, Röntgen (luxierter Talus)
Ausnahmefällen operativ durch basisnahe Osteotomie der Metatarsalia
Therapie: x sofortige Reposition in Analgesie und operative Versorgung der begleitenden Bandrupturen oder
knöchernen Verletzungen, Entlastung des Sprunggelenks für 4 Monate
Os tibiale externum
Allgemeines: x mit 10 – 15 % der häufigste akzessorische Knochen, medial plantarseitig vom Os naviculare, kann Talusfraktur
Druckbeschwerden im Schuh verursachen, deutlich tastbarer Höcker am medialen Fußrand
Allgemeines: x forcierte Dorsal- oder Plantarflexion des Fußes (Abdrehen des Fußes bei fixiertem Unterschenkel) und
axiale Gewalteinwirkung (Sturz auf Füße)
erworbene Fußdeformitäten
x meist Talushals, Quer-, Kompressions- oder Luxationsfrakturen, mit oder ohne Fragmentdislokation
Spitzfuß Symptomatik: x Schwellung, Schmerz und Bewegungseinschränkung
Allgemeines: x Pes equinus, fixierte Plantarflexion des Fußes Komplikation: x Talusnekrose, posttraumatische Arthrose des SG, Gefäß- und Nervenläsionen, Tarsaltunnelsyndrom
x häufige Kontraktur, bei Zerebralparese, schlaffe Lähmungen (Poliomyelitis), längere Bettlägerigkeit, Röntgen: x Sprunggelenk in 4 Ebenen:
iatrogene Fixation in Spitzfußsstellung (Gips), posttraumatische Achillessehnenverkürzung x Frakturen der Taluskante oder Processus, Frakturen von Hals und Körper, Trümmerfrakturen
Symptomatik: x Vorfußbelastung, plantigrades Aufsetzen des Fußes nicht möglich, relative Beinverlängerung mit Genu Therapie: x nicht-disloziert: Reponierung in Narkose, Ruhigstellung in Gips für 6-8 Wochen
recurvatum und lumbalskoliotischen Fehlhaltung, Schmerzen x disloziert: Reposition wg. Nekrosegefahr, Stabilisierung durch Schraubenosteosynthese
Therapie: x Prophylaxe (Fußbrett und KG bei längerer Immobilisation), Redression durch Gips, Absatzerhöhung x frühfunktionelle Behandlung mit Entlastung des Sprunggelenks für ½ Jahr
x Kind: Achillessehnenverlängerung und dorsale Kapsulotomie im SG mit Gipsnachbehandlung
x Erwachsene: T-Arthrodese Kalkaneusfraktur
Allgemeines: x häufigste Fraktur der Fußwurzel, axiale Stauchung (Sturz aus großer Höhe)
Knick-Senkfuß x Kompressionsfraktur des Kalkaneus mit Gelenkflächenbeteiligung
Allgemeines: x durch Belastung des KG beim Stehen und Gehen ermüdet passive und aktive Halteapparat des Fußes x Indirekte Traumen können zu Abrissfrakturen der Achillessehne führen
x Folge: eine Abflachung des Fußgewölbes und eine Valgusstellung des Rückfußes Symptome: x Bewegungs- und Kompressionsschmerz, Deformität, Hämatom, verbreiterter Rückfuß
x bei Übergewichtigen, X-Bein-Stellung und Pat. mit laxem Bandapparat , sowie durch Traumen, Komplikationen: x Arthrose wegen der nicht wiederherstellbaren Gelenkfläche, posttraumatischer Plattfuß
Entzündungen und Knochenerkrankungen Röntgen: x Tubergelenkwinkelbestimmung als Gradmesser für die Schwere der Verletzung
Symptome: x Abflachung des Längsgewölbes, Kalkaneus und Rückfuß stehen in Valgusstellung x physiologisch =30°, pathologisch=abgeflachter, aufgehobener oder neg. Tubergelenkwinkel
x Abrollen des Fußes und Anpassung an Bodenunebenheiten ist nicht möglich Therapie: x knöcherne Refixation mit Schrauben / Drahtschlingen bei Entenschnabelfraktur + starken Dislokationen
Therapie: x bei Kindern oft Besserung während des Wachstums, durch Fußgymnastik Kräftigung der Fußmuskulatur, x konservative Versorgung bei Kompressionsfrakturen im Allgöwer-Gehapparat
Einlagenversorgung, beim Erwachsenen manchmal T-Arthrodese
Ermüdungsfraktur
Spreizfuß Allgemeines: x durch chron. Schwächung des Knochengewebes infolge rezidivierender Mikrotraumen
Allgemeines: x bei konstitutioneller BG-Schwäche, bei Adipositas oder starker statischer Mehrbelastung wie durch x ohne äußere Gewalteinwirkung
dauerndes Tragen hochhackiger Schuhe x häufig: Marschfraktur im Bereich der Metatarsalia durch Überbeanspruchung des Fußskeletts
x das Quergewölbe des Vorfußes sinkt ab und zugleich verbreitert es sich Symptome: x Schmerzen, z.T. Schwellung im betroffenen Bereich
Symptome: x Belastungsschmerz insbes. im Vorfußbereich, Vorfußverbreiterung, abgeflachtes Quergewölbe Röntgen: x Fraktur oft erst spät durch Kallusbildung sichtbar, Knochen-Sz. positiv
x Schwielenbildung durch vermehrte Druckbelastung der Metatarsale II – IV (Hühneraugen) Therapie: x Ruhigstellung im Gipsverband
x Kompressionsschmerz des Mittelfußes, plantarer Druckschmerz zw. den Metatarsalköpfchen
x Zehenfehlstellung (Hallux valgus, Hammer- und Krallenzehen, Digitus quintus varus) Tarsaltunnelsyndrom
Röntgen: x Divergenz der Metatarsalia, Zehenfehlstellung, arthrotische ǻ Allgemeines: x osteofibröser Kanal (bananenförmig hinter / unter Innenknöchel, beinhaltet N. tibialis + Endäste,
Therapie: x Fußgymnastik, im Reizzustand Bäder, Antiphlogistika, Ruhigstellung, Einlagen zur Fußbettung, operative Nn. calcaneares, plantaris medialis + lat., Gefäßbündel)
Th. der begleitenden Zehendeformitäten Ursachen: x Raumforderungen im Tarsaltunnel (posttraumatische Narben, anatomische Varianten, Gipsverband)
x chron. Irritationen des Retinaculum musculorum flexorum

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Symptome: x belastungsabhängige und nächtliche Schmerzen, Parästhesien, Dysästhesien, Hypästhesien (Aus-strahlung


in Fußsohle), lokaler Druck- und Klopfschmerz hinter Innenknöchel, später hypästhetische Fußsohle und
Atrophie der Zehenspreizer
Therapie: x Ruhigstellung, sonst operative Spaltung des Tarsaltunnels

Zehendeformitäten

Hallux valgus
Patho: x endogene Faktoren, durch die Entwicklung eines Spreizfußes, durch zu enge Schuhe
x bei rheumat. Erkrankungen, Ƃ > ƃ, laterale Abeichung der Großzehe im Grundgelenk
x durch die Varusstellung des Metatarsale I wölbt sich das Metatarsale-I-Köpfchen nach medial vor, was durch
den Zug der exzentrisch angreifenden Sehne des M. extensor hallicis longus noch verstärkt wird
Symptome: x Belastungs- und Bewegungsschmerzen beim Gehen, entz. ǻ + arthrotische Osteophytenbildung
x mediale Prominenz des Mittelfußköpfchens mit Ausbildung einer Bursitis
Röntgen: x Abeichung der Großzehe nach lateral mit Subluxation im Grundgelenk, arthrotische ǻ
Therapie: x Nachtlagerungsschienen, Spreizfußeinlagen, Antiphlogistika
OP nach Hohmann : subkapitale Osteotomie des Os metacarpale I, Verlagerung des M. abductor hallucis auf
die Medialseite der Grundphalanx
OP nach Brandes: Resektions-Interpositionsarthroplastik (basisnahe Ҁ-Resektion des Grundgliedes,
mediale Exostosenabtragung des Metatarsale I, Einschlagen eines Kapselperiostlappens, postoperative
Zehenextension über Kirschnerdraht
OP nach Mc Bride: Exostosenresektion, mediale Kapselstraffung, Exzision des lateralseitigen Sesambeines,
Rückverlagerung des M. adductor hallucis auf das Metatarsalköpfchen

Hallux rigidus
Allgemeines: x unbekannte Ätiologie, durch rezidivierende Traumen, endogene Disposition, Entzündung, isolierte Arthrose
des Großzehengrundgelenks mit Beugekontraktur des Gelenks
Symptome: x Schmerzen im Großzehengrundgelenk insbes. beim Abrollvorgang des Fußes
x verminderte Dorsalextension, Zehenstand unmöglich
Röntgen: x Arthrose des Großzehengrundgelenkes, Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten, Zystenbildung,
subchondrale Sklerosierung
Therapie: x konservativ mit Einlagenversorgung und Schuhabrollung
x operative Th. mit Resektions-Interpositionsarthroplastik nach Brandes

Hammer- und Krallenzehen


Allgemeines: x beim Spreizfuß + Hallux valgus, muskuläre Störungen, entzündl. ǻ, zu enges Schuhwerk
Symptome: x bei Hammerzehe (Beugekontraktur im Mittelgelenk) ist Endgelenk gebeugt, Grundgelenk gestreckt
x bei Krallenzehe Mittel- + Endgelenk gebeugt, Grundgelenk überstreckt, Luxationen sind möglich
x durch Schuhdruck entstehen Schwielen über der Streckseite der Zehengelenke
x Belastungs- und Druckbeschwerden
Therapie: x Nachtlagerungsschalen, Einlagen und Polsterung des Schuhwerk
x OP nach Hohmann (Köpfchen des Grundgliedes reseziert und Strecksehne gerafft)

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