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Angelo Acciaioli (Kardinal)

Angelo Acciaioli (* 15. April 1340 in Florenz; † 31. Mai 1408 in Pisa) war Bischof und Kardinal der
Römischen Kirche.

Inhaltsverzeichnis
Leben und Wirken
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Leben und Wirken


Angelo Acciaioli entstammte einer alten Florentiner Adelsfamilie, die teilweise auch unter den Schreibweisen
Acciajuoli und Acciaiouli auftaucht.

Er trat in den Klerikerstand, erhielt die niederen Weihen und wurde Domherr zu Patras im Fürstentum Achaia,
wo sich damals ein lateinischer Erzbischofssitz befand.

Am 3. Dezember 1375 wählte man ihn zum Bischof von Rapolla (bis 1386), mit Datum vom 3. Juni 1383
wurde er auch Bischof von Florenz.

Papst Urban VI. erhob Angelo Acciaioli im Konsistorium vom 17. Dezember 1384 zum Kardinalpriester mit
der Titelkirche San Lorenzo in Damaso. In dieser Eigenschaft nahm er am Konklave von 1389 teil, bei dem
Papst Bonifatius IX. gewählt wurde; er selbst war im Wahlgang einer der aussichtsreichsten Papstkandidaten
gewesen.[1] Der neue Papst entsandte ihn als Legat ins Königreich Neapel, um Ladislaus von Anjou als Tutor
bei seinen Thronansprüchen zu unterstützen. Am 29. Mai 1390 krönte er ihn in Gaeta zum König von Neapel.

Im gleichen Jahr erwarb Acciaioli das Amt eines Domdekans von Salisbury, 1391 auch ein Kanonikat und
eine Präbende am Martinsstift in Worms. In dieser Stadt war er ab 1400 zudem Propst des Paulusstiftes und er
bekleidete zusätzlich ein Kanonikat am Stift St. Florin zu Koblenz. Zwischen 1400 und 1408 amtierte er als
Archidiakon der Kathedralkapitel von Exeter und Canterbury. Solche Kirchenämter hatte der Bischof meist
nur zeitlich begrenzt inne, an den meisten Plätzen dürfte er selbst nie gewesen sein; die Stellen brachten einen
gewissen finanziellen Gewinn, aber es bedurfte dazu auch einer mühevollen Bewerbung und bei Abwesenheit
der Bestellung eines Vikars zur Vertretung. Für die Stifte bedeutete es im Gegenzug eine Reputation, wenn
sich angesehene, ausländische Prälaten für sie interessierten und sie diese in ihren Klerikerlisten aufweisen
konnten.[2]

Vom 29. August 1397 bis zu seinem Tode 1408 amtierte Angelo Acciaioli als Kardinalbischof des
suburbikarischen Bistums Ostia.

Am 8. Juni 1403 reiste er erneut als päpstlicher Legat nach Ungarn, wo der Erzbischof von Esztergom, am 5.
August in Zadar, in seiner Anwesenheit, Ladislaus von Anjou zum König von Ungarn krönte.[3]
Im Konklave von 1404 nahm Kardinal Acciaioli an der Wahl Papst Innozenz VII. teil. Dieser ernannte ihn
zum Erzpriester der Peterskirche und 1405 zum Dekan des Kardinalskollegiums. Am 29. August des Jahres
avancierte er zum Vizekanzler der Heiligen Römischen Kirche. 1406 leitete der Prälat das schwierige
Konklave welches Gregor XII. zum Papst wählte. Der Pontifex übertrug ihm in der Folgezeit die Reform des
römischen Benediktinerkonvents Sankt Paul vor den Mauern.

Angelo Acciaioli starb am 31. Mai 1408 in Pisa und wurde in der dortigen Kathedrale Santa Maria Assunta
beigesetzt. 1409 wurde sein Leichnam nach Florenz in die dortige Kartause San Lorenzo umgebettet, die sein
Onkel Niccolò Acciaiuoli (1310–1365) begründet hatte. Der Bruder des Kardinals war Nerio I. Acciaiuoli,
Herzog von Athen († 1394).

Literatur
Arnaldo D’Addario: Acciaiuoli, Angelo. (http://www.treccani.it/enciclopedia/angelo-acciaiuoli_re
s-8bc18c54-87e5-11dc-8e9d-0016357eee51_(Dizionario-Biografico)/) In: Alberto M.
Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 1: Aaron–Albertucci. Istituto
della Enciclopedia Italiana, Rom 1960.

Weblinks
Acciaioli, Angelo. (http://cardinals.fiu.edu/bios1384.htm#Acciaioli) In: Salvador Miranda: The
Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch),
abgerufen am 10. August 2011.
Bebilderte Webseite zu Kardinal Angelo Acciaioli (http://www.araldicavaticana.com/pvacciaioli
_angelo.htm)

Einzelnachweise
1. Römische historische Mitteilungen. Band 14, S. 219 (Zur Papstwahl von 1389 (https://books.go
ogle.de/books?id=NxwUAQAAMAAJ&q=Angelo+Acciaioli)).
2. Festschrift St. Paulus Worms 1002-2002. Archiv für Mittelrheinische Kirchengeschichte, Mainz
2002, ISBN 3-929135-18-3, S. 165–166
3. Joseph von Aschbach: Geschichte Kaiser Sigmund's. Sigmund's frühere Geschichte bis auf
die Eröffnung des Constanzer Conciliums. Perthes, 1838, S. 219 (Zur Krönung von Ladislaus
von Anjou als König von Ungarn (https://books.google.de/books?id=TDoAAAAAcAAJ&pg=PA
219&q=Kr%C3%B6nung+Raab+1403#v=onepage)).

Vorgänger Amt Nachfolger


Jean de Neufchatel Dekan des Jean Franczon Allarmet de
Kardinalskollegiums Brogny
1405–1408
Cristoforo Maroni Erzpriester der Antonio Calvi
Peterskirche
1404–1408
Philippe Valois d'Alencon Kardinalbischof von Ostia Julián Lobera y Valtierra
1397–1408
Angelo Ricasoli Bischof von Florenz Bartolomeo Oleario
1383–1385

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Diese Seite wurde zuletzt am 14. Dezember 2020 um 19:50 Uhr bearbeitet.

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