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UNIVERSITÄT FÜR BODENKULTUR-WIEN Kurze Beschreibung einige weniger bekannte andine Kulturpflanzen Dipl-Ing. Bakk.
UNIVERSITÄT FÜR BODENKULTUR-WIEN
Kurze Beschreibung einige weniger bekannte
andine Kulturpflanzen
Dipl-Ing. Bakk. Techn. Miguel Apaza Tapia
2010
m i g u e l a r t e s

sdfghjklzxcvbnmqwertyuiopasdfghjklz Inkas

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Camimo no hay, camino se hace al andar

Es gibt keinem Weg. Den Weg macht man beim Laufen

Antonio Machado

INHALTVERZEICHNIS

1. Einleitung

5

2. Zielsetzung

6

3. Material und Methode

6

4. Das Reich der Inka

12

5. Traditionelle Knollenpflanzen in den Anden

13

6. Die Inka und ihre Kulturpflanzen

15

Quinua- Chenopodium quinoa

18

Kaniwua- Chenopodium pallidicale

19

Kiwicha- Amarantus caudatus

19

Tarwi- Lupinus mutabilis

21

Cocoma- Solanum quitoense

22

Lulo- Solanum quitoense

23

Pijuayo- Bactris gasipaes

24

Tumbo serrano- Passiflora mollissima

25

Tuna- Opuntia ficus indica

26

Pepino- Solanum muricatum

27

Caigua- Cyclanthera pedata

28

Calabaza- Cucurbita moschata

29

Tomate de Árbol- Cyphomandra betacea

30

Aji- Capsicum annuum

31

Chili- Capsicum frutescens

32

Aguaje- Mauricia flexuosa

33

Anona blanca cachiman- Annona squamosa

34

Capuli aguaymanto- Physalis peruvianum

35

Caimito- Chrysophyllum caimito

36

Chrimoya- Annona cherimoia

38

Granadilla- Passiflora ligularis

39

Lucuma- Lucuma abovata

40

Maranon- Anacardum occidentale

41

7.

Schlussbetrachtungen

42

8. Literaturverzeichnis

43

1.EINLEITUNG

Die Pflanzen der Inkas sind jene Pflanzen, die in vielen hunderten Jahren ihrer Nutzung an den ökologischen Bedingungen des Anden raumen und an die Bedürfnisse der andinen Bauern optimal angepasst wurden.

Die Inka-Kulturen entfalteten einen erstaunlich hohe Kreativität und das ohne die derzeit zur Verfügung stehende Bio-High-Technologie.

Über Jahrtausende hinweg zeigten sie die erstaunliche Fähigkeit, über ganz verschiedenen Biotypen, die für die jeweiligen Gegebenheiten am besten geeignete Sorte auszuwählen bzw. zu züchten.

Die komplexen Anbausysteme aus prä-hispanischen Zeiten sind ein Ergebnis von Erfahrungen, Wissen, Tradition, Prioritätssetzung der andinen Bevölkerung, natürlichen Standort und technischen Niveau und nicht zuletzt der politischen und wirtschaftlichen Bedingungen.

Die Landwirtschaft im Inkareich entwickelte sich in mehreren Richtungen. Nicht nur das Überleben der einzelnen Bauern wurde gesichert, sondern auch große Nahrungsvorräte für Notzeiten konnten angelegt werden. Ungeachtet der extremen landwirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen, in den Anden gelang es den Andenbauern, dem Boden gute Erträge abzuringen.

Mit dieser Arbeit werde ich eine kurze Beschreibung von einige weniger bekannte andine Kulturpflanzen wiedergeben.

2.ZIELSETZUNG

Ziel der Arbeit ist es mit Methoden der empirischen Forschung und mit einer Literatursichtung, einige weniger bekannte andine Kulturpflanzen in den Anden Perus zu beschreiben.

3.MATERIAL UND METHODE

Nach einer geographischen Beschreibung erfolgt eine Sichtung ausgewählter Literatur.

GEOGRAFIE PERUS

Peru befindet sich in der Mitte der Westküste des südamerikanischen Kontinents, zwischen 0°01´48“ und 18°21`03“ südlicher Breite sowie 68°39`27“ und 81°19`34,5“ westlicher Länge, und umfasst insgesamt 1´285.215,6 Km² (einschließlich der Inseln und den peruanischen Teil des Titicaca-See).

Die peruanische Pazifikküste ist 3.079,5 km lang und verschiedene Umweltfaktoren führen dazu, dass das peruanische Territorium extreme geographische und klimatische Unterschiede sowie eine extreme heterogene Vegetation und Fauna aufweist.

WASSERSTRÖME IM PAZIFISCHEN OZEAN

Der Peru- bzw. Humboldt-Strom: fließt parallel zur Küste, etwa vom Zentrum Chiles in Richtung Nordwesten, bis etwa 5° südlicher Breite, führt kaltes Wasser und hat eine Ausdehnung von ca. 100 Seemeilen.

Der Äquatorial-Strom: fließt von Nordwesten in Richtung Südosten bis etwa 5° südlicher Breite, führt warmes Wasser.

Beide Strömungen treffen sich etwa in der Höhe des 5. Grades südlicher Breite und richten sich zusammen in Richtung Westen aus, so dass eine Zone mittlerer Temperatur entsteht.

DIE ANDEN

Das peruanische Territorium wird von Norden bis Süden durch einen Gebirgszug durchquert, der als südamerikanische tropische Anden bekannt ist. Dieses Gebirge bedingt eine hohe geographische Heterogenität des ganzen Territoriums und ist sehr unterschiedlich, zum Beispiel: Im Norden haben die Anden eine geringere Breite und Höhe als im Zentrum und im Süden des Landes. Zwischen den Gebirgsketten, die die Troposphäre tief durchdringen und eine natürliche Barriere für Wind und Niederschläge darstellen, liegen die höchsten Berge (über 6000 m hoch).

Die westliche Gebirgskette ist die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten in Richtung Westen (Pazifik) und Osten (Amazonien-Atlantik). Die Flächenausdehnung erfolgt über den Äquator bis zum 18° südlicher Breite.

NATURRAUM PERUS

Drei große Naturräume werden durch die Anden geteilt:

DIE KÜSTE

Sie erstreckt sich westlich und parallel zum Bergland, von Norden nach Süden und hat eine Länge von 3.079,5 km. Die Küstenregion wird durch einen Wüstenstreifen mit einer wechselnden Breite von 50 bis 150 km zwischen Bergland und Ozean gebildet und umfasst nur 10,6% des peruanischen Territoriums.

Diese Zone endet in vertikaler Ausrichtung in etwa 500-700m Höhe, in einigen Gebieten reicht sie aber bis ca. 2000 m Höhe.

Die Küste erhält ihren Wüstencharakter aufgrund der Einwirkung des Humboldt-Stroms und des südpazifischen Hochdruckgebietes, die geringen Niederschläge, mittlere Temperaturen (zwischen 18° und 21° C) und hohe Luftfeuchtigkeit (zwischen 85-96 %). Im Norden, wo der Äquatorial-Strom und die innertropische Luftströmung wirken, gibt es Niederschläge von durchschnittlich 500 mm pro Jahr.

Vor allem im Sommer sind die Durchschnittstemperaturen höher (24°C) und die Luftfeuchtigkeit niedriger (zwischen 70 und 80 %), 52 Flüsse, die an den Westhängen der Anden ihren Ursprung haben, durchqueren die Küstenregion. Von diesen Flüssen führen

jedoch nur 10 ganzjährig genügend Wasser für eine landwirtschaftliche Nutzung. Die geführte Wassermenge ist von den Sommerniederschlägen in den Bergen abhängig.

Die landwirtschaftlichen Anbaugebiete in den 52 Flusstälern umfassen nur etwa 12 % der potentiellen Anbaufläche. Auf diesen wird der größte Teil der Agrarproduktion erwirtschaftet.

DAS BERGLAND

Die Anden umfassen insgesamt 30,6 % des peruanischen Territoriums. Die mittleren Anden zeichnen sich als Naturlandschaft durch eine Anhäufung von Extremen aus. Zwischen der regenlosen Küste einerseits und dem tropischen Regenwald andererseits findet sich in der Kette der Anden mit ihrem raschen An- und Abstieg von Meeresniveau auf über 6000 m Höhe eine Serie von Landschaften, deren Eigenart durch Unterschiede in der Sonneneinstrahlung, der starken täglichen Temperaturschwankungen, der jahreszeitlichen Feuchtigkeitsunterschiede und einer Zahl von orographischen Verschiedenheiten bestimmt wird.

DAS KLIMA IN DEN ANDEN

An keiner Stelle der Erde weist das Klima solche kleinräumigen Unterschiede auf wie im Bereich der Anden. Wo es heiß sein sollte, ist kalt und obwohl dieses längste Gebirge der Welt mit der Ausnahme seiner südlichen Teile in Chile zwischen den Wendekreisen und damit im tropischen Einzugsbereich liegt, ist das Wasser nicht tropisch.

Das Gebirge ist wie ein Bollwerk am westlichen Rand des südamerikanischen Kontinents, eine Barriere für Meeresströmungen und Windzirkulationen, die das Klima im wahrsten Sinne des Wortes umlenken (OTZEN, 1991).

ÖKOLOGIE IN DEN ANDEN

Pulgar Vidal (1967) unterscheidet grundsätzlich zwischen acht verschiedenen Landschaften:

CHALA ODER KÜSTE

Diese nahezu regenfreie Zone reicht bis in eine Höhe von ca. 500 m. Sie zeichnet sich durch Sandwüsten aus, die nur durch die aus den Anden herabfließenden, in den Pazifik mündenden Flüsse mit ihrer Ufervegetation unterbrochen werden.

MARITIME YUNGA

Als Yunga werden in „Quechua“ (indigene Sprache) die warmen Täler und Schluchten in Höhen von 500 bis 2300 m bezeichnet. Nicht allein die Wärme, sondern auch der mit dem Hohen zunehmende Niederschlag kennzeichnet dieses Gebiet. Auch hier ist die Vegetation meist halbwüstenartig, nur in Flussufernähe maritim.

QUECHUA

Sie liegt etwa zwischen 2300 und 3500 m Seehöhe. Die Zone ist gekennzeichnet durch ein gemäßigtes Klima, starken Tag- und Nachttemperaturunterschieden und durch mittlere Niederschlagsmengen die besonders in den höheren Lagen den Ackerbau ohne Bewässerung ermöglichen.

SUNI

Das so bezeichnete Gebiet liegt in einer Höhe von 3500 bis 4100 m und weist ein trockenes und kaltes Klima auf. Diese Zone zeichnet sich durch ihre speziellen Baumbestände aus.

PUNA

Diese sich in einer Höhe von 4100 bis etwa 4800 m befindliche Zone ist insbesondere durch die große Zahl der Frostwechseltage gekennzeichnet. In der Zeit von April bis November steigen die Temperaturen tagsüber, an der Sonnseite auf über 30° C an und in der Nacht sinken sie unter den Gefrierpunkt.

JANCA

Die Janca Zone ist oberhalb der Puna, bis zu den bis 6786 hohen Berggipfeln. Die Janca zeichnet sich durch niedrige Temperaturen, eine kümmerliche Vegetation in den unteren Lagen, meist Polterpflanzen, und die dauernde Vereisung in den höheren Regionen aus.

RUPA-RUPA

Diese Zone - derzeit meist „Montana“ genannt- liegt auf der Ostseite der Anden in Höhen von 400 bis etwa 1000 m. Gekennzeichnet ist sie durch sehr hohe Niederschläge und hohe Temperaturen.

OMAGUA

Dies ist der eigentliche amazonische Regenwald innerhalb der Rupa-Rupa Zone.

Abbildung 1: Ökologisches Landschaftsprofil von Peru (Apaza Tapia M.,2009) 11 miguel apaza tapia

Abbildung 1: Ökologisches Landschaftsprofil von Peru (Apaza Tapia M.,2009)

4.DAS REICH DER INKA

Das „Tahuantinsuyu“, das „Reich der vier Viertel“, erstreckte sich längs des Pazifiks von der Nordgrenze des heutigen Ekuadors bis zum Maule-Fluss in Zentralchile. Der Chronist Martin der MORUA schrieb:

„Man kann nicht leugnen, dass die Indianer beim politischen Regieren eines so ausgedehnten Reiches außerordentlich klug geschickt waren…“

Und der Spanier Pedro de la Cieza de León, der an der Eroberung des Landes teilnahm, schrieb; es bedarf großer Weisheit, um so viele Nationen zu regieren, die sich in Sprache, Gesetz und Religion so klar voneinander unterscheiden (SORIANO, 1997).

Das Reich der Inka umfasste das im Südosten gelegene COLLASUYU das neben dem Altiplano, die um den Titicaca-See gelegenen Hochebene und weite Teile des derzeitigen Bolivien.

Riesige Gebiete Südperus und Nordchiles sowie der nordwestliche Zipfel von Argentinien zählten ebenfalls zu diesem Viertel des Reiches.

Im Norden schloss sich ANTISUYU an. Dort fielen die bewaldeten Flanken der Anden zum Amazonasbecken ab.

Das kleine CONTISUYU zu dem der größte Teil der zentralperuanischen Küste gehörte, lag im Südwesten.

CHINCHASUYU im Norden, das nach collasuyu zweitgrößte „Viertel“, umfasste Nordperu und Ekuador.

Jedes SUYU war wiederum in eine Reihe von Provinzen unterschiedlicher Größe, die HUAMANIS unterteilt. Diese gliederten sich in zwei oder drei kleinere Territorien, die SAYAS, die aus einer Reihe von AYLLUS Gemeinden bestanden.

5.TRADITIONELLE KNOLLENPFLANZEN IN DEN ANDEN

In Andenraum wurden und werden einige weniger bekannte andine Kulturpflanzen (cultivos andinos) kulitviert. Cultivos Andinos sind jene Pflanzen, die in vielen hunderten Jahren ihrer Nutzung an die ökologischen Bedingungen des Andenraumen und an die Bedürfnisse der andinen Bauern optimal angepasst wurden.

OCA (OXALIS TUBEROSA)

Auf Hohen zwischen 3500 bis 4000 m wird Oca angebaut. Nach Kartoffel ist die zweit weitesten verbreitete Knollenpflanze der Anden. Sie ist in einer Vielzahl von Varietäten mit unterschiedlicher Farbe und Form zu finden.

Oca wird in der gleichen Art und Weise angebaut wie Kartoffel und bringt nach einer Vegetationsperiode von 6 bis 8 Monaten, Erträgen bis zu 40t/ha.

Oca wird in gleicher Weiser verarbeitet wie Bitterkartoffel. Bei der gängigen Technik werden die Knollen der Sonne ausgesetzt, damit sie süßer werden, danach werden gekocht.

Einige der Anwendungen von Oca: Bei der Brotherstellung, in Form von Ocamehl kann in einem Anteil von bis 25 % zu 75 % Weizenmehl beigemengt werden. Auch bei der Torte- und Keksherstellung kann Ocamehl eigesetzt werden.

OLLUCO (ULLUCUS TUBEROSUS)

Olluco wird wie Oca etwas früher als die Kartoffel gepflanzt und bringt nach einer Vegetationsperiode von 6-7 Monate 20-30t/ha Ertrag.

Olluco ist eine traditionelle Knollenpflanze der Anden, auch „papa lisa“ genannt. Trotz des geringen Nährwertes, der geringen Erträge und des faden Geschmacks ist der Anbau weit verbreitet und die Knollen haben am Markt größere Akzeptanz als die der Oca.

Olluco wird in einer Seehöhe von 3000 bis 4000 m angebaut. Die Pflanze verträgt sowohl Frost als auch Feuchtigkeit und ist für wenige Krankheiten anfällig.

Die Zubereitung für Olluco ist vielfältig. Die Pflanzen finden auch in der traditionellen Heilkunde Verwendung. Vor dem Kochen müssen die Knollen mehrmals gewaschen werden, um den enthaltenen Bitterstoff zu entfernen. Olluco kann wie die Bitterkartoffel mit dem Prozess des Gefriertrocknens verarbeitet werden.

ISANO (TROPHAEOLUM TUBEROSUM)

Literatur über „Isano ist beinahe nicht vorhanden. Das Hauptanbaugebiet liegt in der Puna, wo in der Regel in den Feldern verschiedene Knollenfrüchte gepflanzt werden. Nach einer Vegetationsperiode von 7,8 Monaten werden Erträge bis 30t/ha erzielt, isano wird wie andere traditionelle Knollenpflanze verwendet.

PAPA AMARGA (SOLANUM JUZEPCZUKII)

Die Bitterkartoffel auch papa amarga, ruki oder luki geannt, enthält Alkaloide, die ihr den bitteren Geschmack verlieht und für den Menschen toxisch ist.

Die Knollen sind in der oberen Puna jedoch ein wichtiges Nahrungsmittel. Der Anbau der Pflanze ist in dieser Region weit verbreitet, da sie auch noch auf extremen Standorten gut gedeiht. Sie verträgt gut tiefe Temperaturen und Frost. Die Erträge sind hoch.

Wegen des Alkaloidgehaltes kann die Knolle nicht direkt genossen werden, sondern erfordert vor dem Konsum eine spezielle andine Verarbeitungstechnologie.

genossen werden, sondern erfordert vor dem Konsum eine spezielle andine Verarbeitungstechnologie. 14 miguel apaza tapia

6.DIE INKA UND IHRE KULTURPFLANZEN

HORKHEIMER (1969) erstellte eine Liste von 44 Nutzpflanzen, davon 39 Speisepflanzen, 4 Gewürzpflanzen und Coca als Reizmittel. Nur wenige Kulturvölker Europas und Asiens erreichten eine so hohe Zahl, obwohl sie infolge ihrer langen Kontakte die Pflanzenarten und Anbautechniken voneinander übernehmen konnten.

Die Landwirtschaft zeichnet sich bereits durch große Bewässerungssysteme aus, die besonders den Anbau von Mais, Bohnen und Baumwolle ermöglichten. Bei den Bewässerungssysteme handelte es sich sowohl um Stichkanäle, die das Wasser aus den Flüssen ableiten, als auch um verschiedene Formen der Grundwassernutzung bis auf den Grundwasserspiegel an de Nordküste, und die „galerias filtrantes“, unterirdische Brunnen den persischen „qanat“ verwandte Sammelbrunne an der Südküste.

unterirdische Brunnen den persischen „qanat“ verwandte Sammelbrunne an der Südküste. 15 miguel apaza tapia

Tabelle 1: Kultivierte Nähr- und Genusspflanzen im Vorspanischen Peru

   

BENENUNG

GRUPPE

VOLKSTÜMLICHE

WISSENSCHAFTLICHE BEZEICHN.

QUECHUA

 

Mais

Zea mays

Sara

GETREIDE

Quinua

Chenopodium quinoa

Kinua

Canihua

Chenopodium pallidicalle

Qanawi

Achita

Amaranthus caudatus

quiwicha

 

Frijol (Bohne)

Phaseolus vulgaris

Purutu

Poroto (Bohne)

Canavalia ensiformis

Purutu

HULSENFRÜCHTE

Pallar (Bohne)

Canvalia lunatus

pallar

Mani (Erdnuss)

Arachis hypogaea

Inchis

Chocho (Lupine)

Lupinus mutabilis

Tarwi

 

Uncucha

Xanthosoma sp.

uncucha

Achira

Canna edulis

achira

Jiquima

Pachyrrhizus sp.

ajipa

Oca

Oxalis tuberose

oqa

KNOLLENFRÜCHTE

Mashua

Tropaeolum tuberosum

Allausu, anu

Arracacha

Arracacia xanthorhiza

Raccacha

Yucca (Maniok)

Manihot utilissima

Ruma

Papa (kartoffel)

Solanum tuberosum

Papa, akshu

Camote

Ipomoea batatas

apichu

(Süßkartoffel)

Ulluco, papalisa

Ullucus tuberosus

ulluku

Yacon

Polymnia sonchifolia

yakon

Tabelle 2: Kultivierte Nähr- und Genusspflanzen im Vorspanischen Peru

   

BENENNUNG

GRUPPE

 

WISSENSCHAFTLICHE

VOLKSTÜMLICH

BEZEICHNUNG

QUECHUA

REIZMITTEL

Coca

Erytroxylum coca

coca

 

Paico

Chenopodium peruvianum

paiko

GEWÜRZE

Aji

Capsicum annuum

chinchucho

Rocoto

Capsicum pubescens

rokoto

 

Huacatai

Tagetes minuta

wakatay

 

Zapallo

Cucurbita pepo

Sapallu

KÜRBIS

Calabaza

Cucurbita moshata

Lakawiti

Calabaza

Lagenaria

Ancara

UND

Caigua

Cyclanthera padata

Achoccha

Secana

Sicana odorifera

Sicana

GEMÜSE

Tomate

Lycopersicum peruvianum

Paconca

 

Chrimoya

Annona cherimolia

Masa

Guanabana

Annona muricata

Masasamba

Palta

Persea americana

Paltai

Pacae, guava

Inga feuilei

Paqay

Granadilla

Passiflora liguralis

Kurumku

Tumbo

Passiflora mollissima

Tumpaka

Pina

Anans sativus

Achupalla

FRÜCHTE

Guayaba

Psidium guayava

Sawintu

Lucuma

Lucuma abovata

Ruqma

 

Zapote

Achras spota

Pepino

Solanum muricatum

kachan

Ciruela

Bunchosia armeniaca

ausma

Platnao

Musa paradisiaca

QUINUA

Wissenschaftliche Name: Chenopodium quinoa

Familie: Chenopodiaceae

Quinua ist ein einjähriges tagneutrales Pseudocereal von 50-150 cm Höhe, das sich verzweigt und dickliche rhombische Blätter besitzt. In aufrechten terminalen Infloreszenzen mit knäuelig gedrängten Teilblütenständen trägt sie fünfzählige Blüten (rot, grün, lila, gelb) mit einfachem Perianth und oberständigem Fruchtknoten, der sich nach Selbstbestäubung zu einer 2 mm dicke Nuss entwickelt auch von verschiedenen Farben (weiß, grau, rosa).

Die Körner enthalten bitter schmeckende Saponine. Es gibt viele Arten wie z.B. Sajama, Cheweca, Amarilla de Maranganí, Narino blanca y Rosada de Junin (REPO, 1989).

Die Pflanzen vertragen Frost sowie Dürre und gedeihen sowohl in Küsten Gebieten als auch auf 4300 m Höhe. Die Erträge liegen meist bei 5-10 dt/ha, doch werden unter günstigen Bedingungen 30-49 dt/ha erzielt. Geerntet werden sie mit der Sichel, wenn die Blätter vergilben.

Durch Baden in alkalischen Lösungen werden die Saponine ausgewaschen, bevor sie die Frucht- und Samenschalen durch Reiben in Morsen entfernen. Die Embryonen liefern mit 11- 16,2 % hochwertigen Eiweiß, 50-62 % Stärke, 4-7 % Linolsäure reichen Fett, 4 % Rohfaser und 3,3 % Asche ein wertvolles Nahrungsmittel.

Verwendet wird sie in Suppen und Breien. Zum Brotbacken eignet sich das klebearme Mehl nur unter Zusatz von 25 % Weizenmehl.

Die Blätter werden als Gemüse verzehrt, die ausgedroschenen Pflanzen werden verbrannt, um die alkalireiche Asche zu gewinnen; diese ergibt mit Wasser gemischt einen Brei, den man zum Kakakauen benötigt.

Abbildung 2: QuinuaPflanze (Ben-Erik van Wyk, 2005) KANIWA Wissenschaftliche Name: Chenopodium pallidicaule Familie:

Abbildung 2: QuinuaPflanze (Ben-Erik van Wyk, 2005)

KANIWA

Wissenschaftliche Name: Chenopodium pallidicaule

Familie: Chenopodiaceae

Die Kaniwa ist auch ein Stärkelieferant wie Quinua, aber klein, nur 25-60 cm hoch und ist in allen Teilen kleiner als Quinua; stimmt aber mit ihr Habitus überein. Sie gedeiht jedoch noch in Lagen bis zu 4550 m Höhe.

Die Frucht ist oval und 1-1,2 mm Durchmesser und von braune oder schwarze Farbe. Kaniwa enthält keine Saponine, dadurch wird sie direkt als Mehl (geröstet) als „kaniwaco“ verzehrt. Zum Brotbacken eignet sich auch das Mehl von Kaniwa .

KIWICHA

Wissenschaftliche Name: Amaranthus caudatus

Familie: Amaranthaceae (Fuchsschwanz)

Die Kiwicha, einjährig, bis zu 2,60 m hohen Pflanzen, tragen zum Teil relativ große Blätter und bilden terminale mit verzweigte ährig-knäuelig, meist z.T. überhängende Infloreszenzen (bis zu 90 cm erreichen kann).

überhängende Infloreszenzen (bis zu 90 cm erreichen kann). Abbildung 3: Kiwichapflanze (Bärtels, 1993) Sie sind

Abbildung 3: Kiwichapflanze (Bärtels, 1993)

Sie sind einhäusig, mit männlichen Blüten an der Basis und weiblichen an der Spitze der Blütenstände oder mit männlichen und weiblichen Teilblütenständen versehen.

Die Blüten präsentieren verschiedenen Farben (rot, hellrot, gelb, rosa, etc. ) und besitzen ein einfaches, 3-5 zähliges Perianth mit 3-5 Staubblättern bzw. mit einem aus meist 3 Fruchtblättern verwachsenen oberständigen Fruchtknoten.

Die Frucht ist rund, bräunlich oder schwarz, 1-1,5 mm dick. Kiwicha gedeiht in Höhen zwischen 1500-3500 m. Die Erträge liegen zwischen 650-3400 kg/ha. Der Anbau erfolgt meist in Mischkultur.

Verwendung: während die Körner wie Reis gekocht oder geröstet oder als Fladenbrot gebacken werden, diene die Blätter und Sprossachsen (letztere oft wie Spargel zubereitet) als spinatartiges Gemüse.

Die Samen enthalten 12 % Wasser, 14-18 % Eiweiß, 50-60 % Stärke, 14 % Fett (mit 34 % Öl- und 37 % Linolsäure), 3 % Roh faser und 3,3 % Asche.

Da der Gehalt an Saponinen sehr niedrig ist, erübrig sich, eine Entbitterung vor dem Verzehr. Nachteilig ist der relativ hohe Nitratgehalt, da die Gattung zu den nitrophilen Pflanzen zählt. Zu den Körneramaranthen zählen unter anderen: A. hypochondriacus in Mexiko, A. cruentus in Guatemala.

TARWI

Wissenschaftliche Name: Lupinus mutabilis

Familie: Leguminosae

Tarwi ist eine einjährige, aufrechte, verzweigte, strauchige, bis 1,5 m hohe Pflanze. Die Pflanzen gedeihen auf mittlere, wenig tiefen nährstoffreichen Böden und in 3000 m Höhe Lagen.

Die Früchte, sind vielsamige (4-6 Samen) von lang keuliger Form und weiße Farbe. Ihre Samen enthalten 38-48 % Eiweiß neben Fett und Kohlenhydrate, es enthält auch bitter schmeckende Alkaloide bis zu 2 %.

Die Verwendung von Tarwi ist ähnlich wie bei Mais, gekocht oder geröstet. Aber bevor sie verarbeitet werden, werden sie eine Entbitterung unterzogen.

Die Alkaloide wirken als Repellents, deshalb bauen die Campesinos Tarwi an Feldrändern anderer Kulturpflanzen an, um Schadinsekten von diesen fernzuhalten.

Abbildung 4: Tarwipflanze (Ben-Erik van Wyk, 2005) Tabelle 3: Zusammensetzung und Nährstoffe von Tarwi (Repo-Carrasco,

Abbildung 4: Tarwipflanze (Ben-Erik van Wyk, 2005)

Tabelle 3: Zusammensetzung und Nährstoffe von Tarwi (Repo-Carrasco, 1998)

Substanz

Menge

Wasser

69,7g

Eiweiß

11,6g

Fette

8,6g

Kohlenhydrate

9,6g

Faser

5,2g

Asche

0,6g

Kalzium

163mg

Phosphor

123mg

Eisen

1,4mg

Vitamin B1

0,01mg

Vitamin B2

0,44mg

Niacin

0,95mg

COCONA

Wissenschaftliche Name: Solanum topiro,

Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Spanische Name: Cocona (Perú, Colombia), Topiro (Venezuela)

Englische Name: Cocona

Die Cocona ist nahe mit der Lulo verwandt. Im Gegensatz zu dieser, welche eine tropische Gebirgspflanze ist, stammt die Cocona aus dem Flachland des Amazonasgebiets und bevorzugt dort ufer nahe Standorte. Sie wächst auf massiven Stauden, die selten über 1 m hoch werden. Die Pflanze ist dicht behaart und die Blätter haben einen Durchmesser von ca. 3 cm

Die Früchte sind behaart, orange gefärbt und erreichen einen maximalen Durchmesser von 10 cm. Das Fruchtfleisch ist angenehm aromatisch und bedeutend weniger sauer als das der Lulo. Die Cocoma wird von den Einheimischen als eine der beste Früchte gelobt.

LULO

Wissenschaftliche Name: Solanum quitoense

Familie: Solanaceae (Nachtschattengewächse)

Spanische Name: Lulo (Peru), Naranjilla (Spanien), Lulo de Castilla (Kolumbien)

Englische Name: Ecuador´s Naranjilla

Die Lulo wächst in feuchten Berggebieten zwischen 1000 und 2000 m. Am häufigsten kommt sie in den nördlichen Ländern Südamerikas vor. Sie findet sich heute weltweit in vielen tropischen und subtropischen Ländern.

Lulos wachsen auf bis zu 3m hohen, mehrjährigen, stark verholzenden Stauden, die sich stark verzweigen. Die Blätter sind eindrucksvoll. Die Blattrippen sind violett rot, was einen schönen Kontrast zu dem Grün der Blätter gibt. Die Blüten sitzen in Gruppen zu mehreren am Stamm oder an den Hauptverzweigungen.

Die Früchte sind im reifen Zustand gelborange, rund, mit einem Durchmesser von 2 bis 8 cm, je nach Sorte. Eine Besonderheit dieser Früchte ist, dass ihre Oberfläche mit feinen spitzen

Haaren bedeckt ist. Das Fruchtfleisch ist gelb bis grün und erinnert im Aufbau stark an das

der Tomaten. Das Fleisch der Lulos ist ziemlich sauer, jedoch in sehr angenehmer Weise.

Diese Eigenschaft ist der Grund, warum die Lulo als Frucht für Erfrischungsgetränke derzeit

zunehmende Verbreitung findet.

PIJUAYO

Wissenschaftliche Name: Bactris gasipaes

Familie: Palmaceae Pfirsichpalmfrucht

Spanische Name: Pijuayo (Peru), Contadero (Kolumbien), Pejibaye (Panama)

Englische Name: Pejibaye, Peach palm

Die

Pfirsichpalme kommt in Mittelamerika und Nordteil Südamerikas vor. Die etwa 5 bis 6

cm

großen Früchte, sie hängen in Trauben von bis zu 100 Stück am Baum, besitzen ein

stärkehaltigen Fruchtfleisch, das für die Indianer seit Jahrhunderten eine wichtige Kohlenhydratquelle darstellt.

Jahrhunderten eine wichtige Kohlenhydratquelle darstellt. Abbildung 5: Pijuayopflanze (Ben-Erik van Wyk, 2005) 24

Abbildung 5: Pijuayopflanze (Ben-Erik van Wyk, 2005)

TUMBO SERRANO

Wissenschaftliche Name: Passiflora mollissima

Familie: Passifloraceae (Passionsblumengewächse)

Spanische Name: Tumbo serrano, Tasco (Peru), Parcha (Venezuela) Tintin (auf Quechua)

Englische Name: Banana passion fruit

Sie ist eine Kletterpflanze, die sich lianenartig mehrere Meter an anderen Pflanzen emporrankt und Höhenlagen von 1500 bis 2500 m bevorzugt. Die Blüten sind rosa bis kräftig violett rot. Die Früchte sind bis ca. 10 cm lang und haben einen Durchmesser von bis zu 3 cm. Sie sind im Gegensatz zu den anderen Passionsfruchtarten-bananenähnlich länglich. Die Farbe der Früchte ist meist blass gelb. Es gibt jedoch auch rote Sorten. Unter der relativ dünnen Schale befindet sich das gelbe bis orangefarbige Fruchtfleisch, das durch die Samenmäntel vieler Kerne gebildet wird. Der Geschmack ist angenehm sauer. Daher werden Tumbos Serranos in erster Linie zur Saftherstellung verarbeitet.

Serranos in erster Linie zur Saftherstellung verarbeitet. Abbildung 6: Tumbo Serrano (Ben-Erik van Wyk, 2005) 25

Abbildung 6: Tumbo Serrano (Ben-Erik van Wyk, 2005)

TUNA

Wissenschaftliche Name: Opuntia ficus indica

Familie: Cactaceae (Kakten)

Englische Name: Prickly pear, Tuna

Mit seinen oval-scheibenförmigen, bis 50 cm langen und 20 cm breiten, sukkulenten Spross gliedern bildet der Feigenkaktus ausladend verzweigte, bis zu 5m hohe Büsche. Der Blütenspross schwillt nach der Bestäubung zu einer eiförmigen oder ovalen, 5-10 cm langen und bis 6 cm breiten, außen wie innen grünlichgelben oder orange- bis weinroten Beere an, die in einem runden, eingesenkten Nabel endet, häufig mit Dornen besetz. Anbau und Ernte:

Tuna wird 26arden26ive aus Stecklingen vermehrt und verwildern in geeigneten Klimaten leicht. Die Früchte 26arden kurz vor oder zur Reife geerntet; sie sind druckempfindlich, einige zeit lagerfähig und reifen bei Zimmertemperatur nach. Verwendung: reife Früchte 26arden roh als Obst verzehr. Sie enthalten Oxalatkristalle, die auf der Zunge leichtes Brennen verursachen. Die sukkulenten Sprosse 26arden nach Entfernen der Dornen gekocht als Gemüse gegessen. Die Pflanze wird häufig als lebender Zaun gepflanzt.

Die Pflanze wird häufig als lebender Zaun gepflanzt. Abbildung 7: Tunapflanze mit Frucht (Benk-Erik van Wyk,

Abbildung 7: Tunapflanze mit Frucht (Benk-Erik van Wyk, 2005)

Tabelle 4: Zusammensetzung und Nährwert von Tuna (Rodas Bonuccelli, 1989)

Inhaltstoffe

Menge

Kalorien

58mg

Wasser

82,3mg

Eiweiß

0,9mg

Kohlenhydrate

15,3mg

Faser

3,8mg

Asche

1,8mg

Kalzium

16mg

Phosphor

26mg

Eisen

0,3mg

Karotin

0,01mg

Vitamin B1

0,01mg

Vitamin B2

0,03mg

Vitamin C

13,0mg

PEPINO

Wissenschaftliche Name: Solanum muricatum

Familie: Solanaceae (Nachtschattengewächse)

Spanische Name: Pepino, pepino dulce, Mataserrano (Peru), Xachum auf Quechua

Englische Name: Melon pear, pepino

Pepino ist ein ausdauerndes, am Grund verholztes, schlaffes, oft niederliegendes Kraut von bis zu 1m groß.

Abbildung 8: Pepinofrucht und Pflanze (Andreas Bärtels, 1993) Die Pepino-Frucht ist eine eiförmige, runde oder

Abbildung 8: Pepinofrucht und Pflanze (Andreas Bärtels, 1993)

Die Pepino-Frucht ist eine eiförmige, runde oder ovale Beere von 10-15 cm groß. Das hellgelbe, weiche, sehr saftige, süße Fruchtfleisch schmeckt nach Melone oder Birne.

Anbau und Ernte: Pepino wird in den Tropen vom mittleren Bergland bis in Höhen von 4000m gezogen. Die Pflanzen werden meist durch Stecklinge vermehrt. Die Ernte der reifen, druckempfindlichen Früchte beginnt etwa 5 Monate nach dem Setzen und kann sich über mehr als 2 Jahre erstrecken.

Verwendung: Meist ohne Schale roh als Obst gegessen, manchmal gekocht als Gemüse

zubereitet oder zu Marmelade verarbeitet.

Der Nährwert von Pepino ist schwach, es enthält mehr Wasser (92 %) und 7 % Kohlenhydrate, aber trotzdem sehr beliebt als Genußfrucht.

CAIGUA

Wissenschaftliche Name: Cyclanthera pedata

Familie: Cucurbitaceae (Kürbisgewächse)

Spanische Name: Caigua, Achocha auf Quechua

Caigua ist eine einjährige, kletternde Schlingpflanze mit bis zu 5m langen, zarten Trieben und gegabelten Ranken.

Frucht: Die hängenden bis 23 cm langen und 7 cm breiten, verflachten Caigua-Beeren sind gebogen lang-eiförmig mit ausgezogener, gekrümmter Spitze. Das Fruchtfleisch ist etwa 4mm dick, festfleischig, saftig und von angenehm mildern, gurkenähnlichem Geschmack.

Verbreitung: Die Art ist in den Anden Südamerikas beheimatet und wird in tropischen Gebirgen sowie in subtropischen Regionen angebaut.

Verwendung: Junge Caigua-Früchte isst man roh, beispielweise in Salaten oder gedünstet als Gemüse. Auch junge Triebe und Blätter sind essbar.

CALABAZA

Wissenschaftliche Name: cucurbita moschata

Familie: Cucurbitaceae (Kürbisgewächse)

Spanische Name: Calabaza, Lakawiti auf Quechua

Englische Name: Winter squash, Pumpkin

Der Calabaza-Kürbis trägt in Form und Größe sehr vielgestaltige, meist breitrundliche bis eiförmige oder lang-elliptische, oft stumpf gerippte. Beerenfrüchte von bis zu 20 kg Gewicht.

Anbau und Ernte: Calabaza gedeiht auf nährstoffreichen Böden in tropischen Klimaten. Sie werden aus Samen vermehrt, ihre Früchte reifen etwa 3-4 Monate nach der Blüte.

Verwendung: Das Fleisch unreifer und reifer Früchte wird gedünstet oder gebacken als Gemüse verzehrt, süß oder süßsauer eingelegt serviert man es als Kompott. Junge Blätter können als Gemüse verwendet werden.

Tabelle 5: Archäologischer Register von Cucurbita moschata (Whitaker, 1962)

ORT

DATUM

WISSENSCHAFTLER

Huaca Prieta, Peru

4000-3000 v. Chr.

Whitaker u. Bird (1949)

Cuevas Ocampo, Mexiko

1440-440 v. Chr.

Whitaker (1957)

Ackmen, Colorado,USA

612-872 n. Chr.

Smiley (1951)

Uaxactum, Guatemala

900

n. Chr.

Vestal (1938)

Montezuma, Arizona,USA

110

n. Chr.

Cutler u. Kaplan (1956)

Ancón, Peru

900-1200 n. Chr.

Wittmack (1888)

Cueva pintada, Arizona,USA

400-1530 n. Chr.

Whitaler (1945)

Chincha, Peru

1430-1530 n. Chr.

Carter (1945)

TOMATE DE ARBOL

Wissenschaftliche Name: Cyphomandra Betacea

Familie: Solanaceae (Nachtschattengewächse)

Spanische Name: Tomate de árbol (Peru und Spanien)

Englische Name: Tree tomato

Die Baumtomate ist eine halbstrauchige, reich verzweigtem bis 5m hohe Pflanze.

Frucht: Tomate de árbol sind zugespitzt-eiförmige, lang gesteifte Fruchtschale ist dünn, fest, glatt und glänzend. Das saftige Fruchtfleisch ist gelblichrot, schmeckt säuerlich-aromatisch und hat pflaumenähnliche Konsistenz.

Abbildung 9: Tomate de árbol (Ben-Erik van Wyk, 2005) Anbau und Ernte: Die Pflanzen gedeihen

Abbildung 9: Tomate de árbol (Ben-Erik van Wyk, 2005)

Anbau und Ernte: Die Pflanzen gedeihen in frostfreien Gebieten bei warmen Tages- und kühlen Nachttemperaturen. Die schnell wachsenden Tomaten benötigen nährstoffreichen, leichten Boden und dauernd üppige Wasserversorgung. Sie vermehren sich aus Samen auch aus Stecklingen. Die Pflanzen können über viele Jahre geerntet werden.

Verbreitung: Die Baumtomate ist eine tropische-montane Pflanze, die in den südamerikanischen 1000 und 3000m beheimatet ist.

AJÍ

Wissenschaftliche Name: Capsicum annuum

Familie: Solanaceae (Nachtschattengewächse)

Spanische Name: Aji, aji largo, Uchu (Bezeichnung auf Quechua)

Aji ist eine einjährige oder kurzlebig ausdauernde, aufrechte, verzweigte, kräutige bis verholzte, strauchige, sehr vielgestaltige bis 1,5 m hohe Pflanze.

Frucht: Es sind vielsamige, hohle Beeren, von rundlicher, kantiger, schmal dreieckiger oder lang keuliger Form und grüner, gelber, roter bis fast schwärzlicher Farbe. Sie sind 1-30 cm lang und 1.15 cm breit.

Anbau und Ernte: Die Pflanzen gedeihen auf nährstoffreichen Böden bei Temperaturen über 20 °C. Sie werden aus Samen vermehrt und benötigen gute Wasserstoffversorgung. Die Fruchtreife beginnt je nach Sorte 3 bis 5 Monate nach der Aussaat.

Verwendung: werden vor allem kleine scharfe Früchte frisch oder getrocknet, ganz gemahlen als Speisewürze verwendet.

CHILI

Wissenschaftliche Name: Capsicum frutescens

Familie: Solanaceae (Nachtschattengewächse)

Die Art unnterscheidet sich von Capsicum annuum vor allem durch aufrechte, grünliche Blüten und aufrechte Früchte. Ihre gewöhnlich schmalen, sehr scharf schmeckenden Beeren sind unreif grün, cremefarben oder gelb, zur Reife orange bis rot und bis 5 mal 1 cm groß. Verwendung: Die Früchte werden frisch oder getrocknet, ganz, zerkleinert oder gemahlen als scharfes Gewürz in Speisen und Getränke gegeben.

als scharfes Gewürz in Speisen und Getränke gegeben. Abbildung 10: Chilipflanze mit Frucht (Andreas Bärtels,

Abbildung 10: Chilipflanze mit Frucht (Andreas Bärtels, 1993)

AGUAJE

Wissenschaftliche Name: Mauricia flexuosa

Familie: Arecaceae (Palmen)

Spanische Name: Aguaje, Achual (Peru), Moriche (Venezuela)

Englische Name: Boriti palm

Die bis 25-35 m hohe, zweihäusige Aguajepalme trägt einen Schopf aus ausgebreiteten, Flächenförmig zerschlitzten, dunkelgrünen Blättern, die im Umriss rundlich sind und bis 4m Durchmesser erreichen. Ihr bis zu 60 cm starker Stamm ist durch die Narben abgefallener Blätter geringelt. Die Palme entwickelt jährlich mehrere traubige Blütenstände von bis zu 3m Länge.

Frucht: ist oval und 5-7 cm groß, ihrem schwach eingedelltem Ende sitzt eine schärzliche, dicke Spitze auf, und am Grund finden sich 3-5 dreieckige, hart-schuppige, glänzend braune Kelchblätter. Das gelbliche bis orange Fruchtfleisch ist bis 5 mm dick, zäh-fleischig, etwas faserig, von säuerlich süßem Geschmack.

Verbreitung:

Die Aguajepalme ist im Amazonasbecken und im nördlichen Südamerika

beheimatet.

Anbau und Ernte: die Palmen gedeihen im feucht-heißen Tropenklima und benötigen reichliche Wasserversorgung. Sie 33arden aus Samen vermehrt und tragen ab einem Alter von 5-8 Jahren über mehrere Jahrzehnte Früchte. Zur Ernte 33arden die gesamten Fruchtstände abgeschnitten, sobald die Früchte ausgereift sind.

Verwendung: Das Öl reiche sehr nahrhafte und vitaminreiche Fruchtfleisch wird voll reif entweder roh oder blanchiert verzehrt. Die Pulpe wird außerdem zur Herstellung von Erfrischungsgetränken oder Wein verwendet und zur Gewinnung von Speiseöl gepresst; getrocknet und gemahlen setzt man sie bei der Zubereitung diverser Speisen ein. Die Stämme liefern wertvolles Baumaterial, die Blätter dienen als Dachstroh, für Flechtarbeiten und zur Gewinnung von Fasern, der Saft der Palme wird zu Palmwein vergoren, aus dem

stärkereichen Mark älterer Stämme wird Brot hergestellt und die Früchte können als hochwertiges Viehfutter verwendet warden

ANONA BLANCA CACHIMAN

Wissenschaftliche Name: Annona squamosa

Familie: Annonaceae

Spanische Name: Anón, Anona, Anona blanca

Englische Name: sweet sop. Custard-appel

Die Anona blanca ist ein kleiner Baum oder Strauch mit lichter Krone, der 3-6 m Wuchshöhe erreicht. Ihre Blätter haben kurze, behaarte Stiele und sind wechselständig. Jeweils 1-4 Blüten wachsen auf etwa 2,5 cm lange, geneigten, dünnen Stielen an jungen Zweigen gegenständig zu den Blättern.

Frucht: Die Sammelbeerenfrucht der Anona blanca ist von rundlicher Form, zum Stiel eigedellt und misst 5-10 cm. Die etwa 2 mm dicke Schale ist Reif außen meist grün bis gelbgrün und blau bereift, einige Sorten tragen rosa und violette Früchte. Die Pulpe ist cremeweiß, ausgereift sehr weich, von saftig-breiiger, feinkörniger Konsistenz und süß- aromatischen Geschmack.

Anbau und Ernte: Anona blanca ist eine Pflanze der Tropen und Subtropen, die längere Trockenzeiten blattlos überdauern kann, in der Wachstumszeit aber gleichmäßig gute Wasserversorgung benötigt. Die Bäume werden meist aus Samen vermehrt und überwiegend von Kleinbauern gezogen. Reife Früchte sind eher druckempfindlich und nur kurze Zeit lagerfähig.

Verwendung: Die Anona blanca zählt zu den besten Obst der Tropen und Subtropen. Sie wird in vollreifem, sehr weichen Zustand meist aus der Hand gegessen, idem man die Früchte aufbricht und die Pulpe auslöffelt. Das breiige Fruchtfleisch wird außerdem zum Aromatisieren von Eiscreme und kalten Milch- und Fruchtgetränken benützt. Die Kerne der Samen sind giftig, ihr Saft führt im Kontakt mit den Augen zum Erblinden. Breiumschläge aus

den Blättern werden zur Behandlung von Epilepsie, Wunden und Geschwüren eingesetzt. Samenpulver wird als Fischgift und Insektizid verwendet.

Samenpulver wird als Fischgift und Insektizid verwendet. Abbilung 11: Anona blanca (Ben-Enl van Wyk, 2005) CAPULI

Abbilung 11: Anona blanca (Ben-Enl van Wyk, 2005)

CAPULI AGUAYMANTO

Wissenschaftliche Name: Physalis peruvianum

Familie: Solanaceae (Nachtschattengewächse)

Spanische Name: Capuli (Peru), Yuyo de ojos (Mexiko), bolsa de amor (Chile)

Die Capuli ist ein bis 2 m hohes einjähriges Kraut mit ausladend verzweigten, gerippten, oft violett überlaufenen Stengeln und grundständigen Nebentrieben. Blätter, Blütenstiele und Kelche sind dicht mit abstehenden, weißen, weichen Haaren unterschiedlicher Länge besetzt. Der Schlund der Krone weist einen wolligen gelben Haar ring und behaarte Leisten auf. Nach der Blüte vergrößert sich der Kelch zu einer geschlossenen Hülle, welche die heranwachsende Beere einschließt.

Frucht: ist eine gelbe oder hellbraune, runde, 1-2 cm große Beere. Der Geschmack reifer Früchte ist süß oder süßsauer aromatisch.

Verbreitung: Die Capuli ist eine subtropische Pflanze, die in den Anden beheimatet ist und weltweit in den Tropen und Subtropen kultiviert wird.

Anbau und Ernte: Die Pflanze gedeihen unter relativ kühlem, frostfreiem Klima auf nährstoffreichen Böden; sie können überall dort gezogen werden, wo die Kultur von Tomaten möglich ist. Capuli werden aus Samen vermehrt, die Fruchtreife beginnt 3-4 Monate nach der Aussaat und erstreckt sich über viele Wochen, wobei eine Pflanze mehr als 300 Beeren hervorbringen kann.

wobei eine Pflanze mehr als 300 Beeren hervorbringen kann. Abbildung 12: Capuli aguaymanto (Benk-Erik van Wyk,

Abbildung 12: Capuli aguaymanto (Benk-Erik van Wyk, 2005)

Verwendung: Die vitaminreichen Beeren werden nach dem Entfernen des Kelches mit den Samen roh gegessen, eingekocht oder zu Marmelade, Gelle >Chutneys|< und in Getränken verarbeitet. Unreife Früchte sind giftig.

CAIMITO

Wissenschaftliche Name: Chrysophyllum caimito

Familie: Sapotaceae (Breiapfelgewächse)

Spanische Name: Caimito

Englische Name: Golfenleaf tree,l Caimito

Der Caimito ist ein bis 15 m hoher, immergrüner Baum mit braun behaarten, verkalenden Zweigen; seine Rinde scheidet bei Verwundungen weiße Latex aus. Die kleinen, unscheinbaren Blüten wachsen gebüschelt in den Blattachseln.

Frucht: Die Caimito Früchte sind runde oder breit-eiförmige, kurz gestielte Beeren von bis zu 10cm Durchmesser. Sie hat eine weißen Fruchtfleisch und süßen Geschmack.

Anbau und Ernte: Die Caimito gedeiht im tropischen Tieflandsklima, ist relativ trockenresistent und anspruchslos hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit. Die Pflanzen werden aus Samen gezogen. Die Früchte werden voll reif vom Baum gepflückt und sind wenige Tage, gekühlt bis zu 3 Wochen haltbar.

Verwendung: Die Pulpe vollreifer Beeren wird frisch aus der aufgeschnittenen Frucht gelöffelt oder mit anderem Obst in Desserts und Säften verarbeitet. Unreife Früchte sind bitter, adstringierend und ungenießbar.

Tabelle 6: Zusammensetzung und Nährwert von Caimito (100g frische Früchte) (Rosas Bonuccelli, 1989)

Inhaltstoffe

Menge

Wasser

82,8 %

Kalorien

68,0 %

Fett

1,6 %

Kohlenhydrate

14,5 %

Faser

1,0 %

Eiweiß

0,8 %

Asche

0,3 %

CHIRIMOYA

Wissenschaftliche Name: Annona cherimola

Familie: Annonaceae (Schuppenapfelgewächse)

Spanische Name: Chirimoya

Englische Name: Fruit oft he Chaffey

Chirimoya ist ein immergrüner, tief verzweigter, einhäusiger Baum oder Strauch von 3-9m Höhe. Die Blätter sind wechselständig, eiförmig und behaart. Die Blüten stehen einzeln oder zu 2-3 an blattachselständigen Kurztrieben.

Frucht: Die Fruchtblätter verwachsen nach der Bestäubung miteinander und bilden eine rundliche, im Längsschnitt herzförmige Sammelbeerenfrucht von bis zu 20 cm Durchmesser. Unter der Fruchtschale findet sich im reifen Zustand breiiges, süßsaures Fruchtfleisch von sehr angenehmem Aroma.

süßsaures Fruchtfleisch von sehr angenehmem Aroma. Abbildung 13: Chirimoyapflanze mit Frucht (Ben-Erik van Wyk,

Abbildung 13: Chirimoyapflanze mit Frucht (Ben-Erik van Wyk, 2005)

Verbreitung: Chirimoya ist in den Anden in Höhen zwischen 1000 bis 2000 beheimatet.

Anbau und Ernte: Kultiviert wird sie in niederschlagsarmen Regionen, im tropischen Tieflandsklima gedeiht sie nicht. Die Vermehrung erfolgt meist durch Sämlinge, die Aufzucht

ist auch aus Stecklingen und Pfropreisern möglich. Die Pflanzen fruchten ab dem Alter von 4-

6 Jahren, ausgewachsene Bäume tragen jährlich oft nicht mehr als 30 Früchte. Diese sind druckempfindlich, nur kurze Zeit haltbar, werden unreif gepflückt und müssen vor dem Verzehr einige Tage nachreifen.

Verwendung: Die köstlichen Früchte werden voll reif gegessen, die Samen sind giftig. Chirimoya kann zu Gelee und in Fruchtsalaten oder Eiscreme verarbeitet werden, außerdem wird Saft und Wein aus den Früchten hergestellt. Aus den alkaloidhaltigen Samen wird ein Insektizid gewonnen. Die Volksmedizin kennt geröstete Samen als starkes Brech- und Abführmittel.

GRANADILLA

Wissenschaftliche Name: Passiflora ligularis

Familie: Passifloraceae (Passionsblumen)

Spanische Name: Granadilla (Peru, Ekuador, Mexiko), Granadillo (Kolumbien), Apincoya auf Quechua

Englische Name: Sweet granadilla

Die Granadilla ist eine am Grund holzige, immergrüne Liane, die mit Hilfe spiraliger Ranken

bis in die Kronen hoher Bäume klettern kann. Die runden, bis 2 cm langen Blattstiele tragen

3 bis zu 1 cm lang gestillte Drüsen oder Drüsenpaare. Die Blüten hat ein Durchmesser von

etwa 10 cm; ihre lanzettlichen Kelchblätter sind weißlich grün, die Kronblätter hell rosa und die Fäden der Nebenkronen weiß mit blau-violetten Streifen.

Frucht: Die Früchte sind breit-eiförmig, am Grund in den Stiel verschmälert, ihre dünne, harte, brüchige, schwach glänzende Schale. Das weiße, Fruchtfleisch hat eine zähe,, trocken- schwammige Konsistenz. Die Samenmäntel sind glasig, grünlich oder gelblich; ihre Pulpe ist von aromatischen, süßen, nur leicht saurem Geschmack und schwachem Geruch.

Verbreitung:

Wird

vor

allem

im

hohen

Bergland

von

Südamerika

und

Mittelamerika

angebaut.

Anbau und Ernte: Die Art gedeiht in tropischen Gebirgen zwischen 800 und 2500 m. Die Pflanzen sind empfindlich gegen große Hitze, leicht frostbeständig, im Übrigen relativ anspruchslos. Sie werden durch Samen oder Stecklinge vermehrt und an Spalieren oder anderen Kletterhilfen gezogen.

Verwendung: Sie wird oft als (Dessert) Obst gegessen. Die spröde Schale lässt sich leicht aufbrechen, um die schmackhafte Pulpe der Samenmäntel samt den geschmacklosen Samen auszulöffeln. Auch aus den Früchten dieser Art wird Saft gewonnen, der mit Wasser verdünnt getrunken oder in andere Getränke und Süßspeisen gemischt wird.

LUCUMA

Wissenschaftliche Name: Lucuma abovata

Familie: Sapotaceae (Breiapfelgewächse)

Spanische Name: Lucuma (Peru, Ekuador, Chile), Lucuma (auf Quechua)

Lucuma ist ein bis 15 m hoher, immergrüner Baum mit dichter, runder Krone und jung samtig behaarten Ästen; die Pflanze führt Milchsaft.

Frucht: Lucuma-Früchte sind hängende, tomatenförmige, milchsaftige Beeren von bis zu 10

cm

Durchmesser. Das Fruchtfleisch ist fest, mehlig und wenig saftig, von gelblicher Farbe

und

sehr süßen Geschmack.

Verbreitung: Lucuma ist in den Anden Ekuador, Perus und Chiles beheimatet.

Anbau und Ernte: Die Pflanzen gedeihen auf nährstoffreichen Böden in kühlen Lagen tropischer Gebirge, sie werden in Höhen zwischen 1000 und 3000 m angebaut. Lucuma wird aus Samen vermehrt und fruchtet ab dem 5. Jahr ganzjährig, die Beeren werden reift geerntet.

Verwendung: Die Früchte werden reif geerntet, einige Tage gelagert und dann roh als Obst gegessen oder mit Zucker zu Sirup verkocht. Getrocknete und pulverisierte Pulpe wird als Gewürz verwendet.

MARANON

Wissenschaftliche Name: Anacardium occidentale

Familie: Anacardiaceae (Sumachgewächse)

Spanische Name: Maranon, Merei, nuez del Brasil

Englische Name: Cashew

Maranon

ist

ein

bis

15

m

hoher,

tief

verzweigter,

immergrüner

Baum.

Seine

wechselständigen

Blätter

sind

verkehrt

breit-eiförmig.

Am

Grund

abgerundet

oder

keilförmig.

Frucht: Maranon ist eine samige, Bohnen- oder nierenförmig gekrümmte, den Nüssen ähnelnde Frucht von 1,5-2 cm Länge. Ihre holzige, graubraune, glatte Schale enthält ein scharfes, beizendes, giftiges Öl (Cardol), das starke Hautreizungen verursacht. Verbreitung:

Die Art ist in semiariden Gebieten verbreitet und wird weltweit in den Tropen kultiviert.

verbreitet und wird weltweit in den Tropen kultiviert. Abbildung 14: Maranonpflanze mit Früchte (Andreas Bärtels,

Abbildung 14: Maranonpflanze mit Früchte (Andreas Bärtels, 1993)

Anbau und Ernte: Maranon wird in tropischen Klimaten bis in Höhen um 1000 m kultiviert, die trockenresistenten, anspruchslosen Bäume gedeihen am besten in heißen Gebieten mit mehrmonatiger Trockenzeit. Vermehr wird sie aus Sämlingen oder vegetativ. Die Pflanzen fruchten ab dem 3-5 Jahr, ausgewachsene Bäume tragen 5-50 kg Nüsse.

Verwendung: Industriell mit Heißluft geröstet, danach geschält. Ihr wohlschmeckender, nahrhafter, roh giftiger Kern enthält etwa 45 % Öl und 20 % Eiweiß. Das Öl der Fruchtschale findet in der Volksmedizin gegen Warzen und Hühneraugen Verwendung, es dient als Holzschutzmittel (gegen Termitenbefall) und ist ein wertvolles Industrieöl. Der Saft wirkt gegen Erkältung und als Abführmittel.

7.SCHLUSSBETRACTUNGEN

Die andine Bevölkerung, die schon viel länger und in viel größerer Zahl den Kontinent vor Eintreffen der Europäer besiedelten, entwickelten längst vorher eine große kulturelle Vielfalt. So vielschichtig ihre Kulturen waren, so unterschiedlich waren auch die Kulturpflanzender südamerikanischen Einwohner.

Die Landwirtschaft im Inkareich entwickelte sich in mehreren Richtungen. Ungeachtet der extremen landwirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen, in den Anden gelang es den Andenbauern, dem Boden gute Erträge abzuringen, und vor allem mit Einklang mit der Natur zu leben.

8.LITERATURVERZEICHNIS

- Apaza Tapia, Miguel, 2009: Die Historische und aktuelle Bedeutung des Kartoffelanbaues in den Anden Perus. Das grüne Gold der Inkas. Universität für Bodenkultur-Wein

- Bärtels, Andreas, 1993: Farbatlas Tropenpflanzen. Stuttgart-Germany

- Ben-Enk van Wyk, 2005: Foood plants of the world. Portland, Oregon-USA

- Horkheimer Hans, 1969: Nahrung und Nahrungsgewinnung im vorspanischen Peru. Biblioteca Ibero Americana Band II

- Murra J., 1972: El control vertical de un máximo de Pisos Ecológicos en la Economia de las Sociedades Andinas. Universidad Nacional Huancayo-Peru.

- Otzen Hans, 1991: Anden Landschaften, Pflanzen, Tiere im Reich der Inka. Landbuch Verlag.

- Pulgar Vidal Javier, 1967: Las ocho Regiones naturales del Peru- Lima.

- Regal A., 1970: Los trabajos hidráulicos del Inca en el antiguo Peru-Lima.

- Repo C., 1989: Cultivos Andinos. Importancia nutricional y pposibilidades de porcesamiento. Centro de estudios rurales Andinos. Bartolomé de las Casas Cuzco- Peru.

- Romero E., 1963: Biografia de los Andes. Lima-Peru.

- Tapia M., 1983: Cultivos Andinos. Minka 10 Grupo Tlpuy. Huancayo-Perú.