Sie sind auf Seite 1von 2

1. Übungsblatt am 12.10.

2010 - Mathematik 1 für BI - WS 2010

Wiederholen Sie bitte aus dem Skriptum folgende Begriffe: logisches ’und’ (∧), logisches ’oder’
(∨), Implikation (→), Äquivalenz (↔), Negation (¬), Allquantor (∀) und Existenzquantor (∃).

1. Versuchen Sie untenstehende Aussagen als Sätze der Form A → B zu interpretieren und
formulieren Sie jeweils die Aussagen (¬B) → (¬A) und (¬A) → (¬B).

(a) 2 ist eine gerade Zahl.


Musterlösung: x = 2 → x gerade; x ungerade → x '= 2; x '= 2 → x ungerade.
(b) Falls x < y (x, y reelle Zahlen) dann ist auch x2 < y 2
(c) Aus x2 = y 2 folgt x = y.
(d) Eine Primzahl ist niemals gerade.
(e) Eine ungerade Zahl ist stets auch eine Primzahl.

(f) Alle Menschen müssen sterben.


Musterlösung: A= ’x ist Mensch’; B= ’x muss sterben’; Wer nicht sterben muss,
kann kein Mensch sein. Wer kein Mensch ist, muss nicht sterben.
(g) Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis.
(h) Wenn wir Dritter werden, gehen wir in Opposition.
(i) Ohne Klarheit in der Sprache ist der Mensch ein Gartenzwerg.

Welcher der Aussagen würden Sie zustimmen?

2. Gelten folgende Formeln? Geben Sie jeweils eine verbale Begründung.

(a) ∀x ∈ N ∃y ∈ N : x < y
(b) ∃x ∈ N ∀y ∈ N : x < y
(c) ∀x ∈ N ∃y ∈ N : y < x
(d) ∃x ∈ N ∀y ∈ N : y < x

Was passiert wenn Sie N durch Z ersetzen?

A* In der folgenden Aussage stehen die Symbole Q1 bzw. Q2 jeweils für Existenz (∃) oder
All-Quantor (∀). Formulieren Sie alle vier möglichen Formeln

Q1 x Q2 y : x liebt y (1)

und überlegen Sie welche der Formeln (1) welche anderen Formeln impliziert!
Als Fleissaufgabe: Negieren Sie die Formeln (1) und überlegen Sie wieder welche Impli-
kationen sich nun ergeben!
3. Wiederholen Sie den Beweis der bekannten Summenformel

n(n + 1)
1 + 2 + 3 + ... + n = (2)
2
(für n ∈ N) durch vollständige Induktion. Welche Aussage ist Induktionsvoraussetzung,
welche Aussage ist Induktionsbehauptung?
Anmerkung: Es geht hier vor allem darum, zu zeigen, dass Sie die Struktur eines Induk-
tionsbeweises beherrschen!
4. Zeigen Sie die Gültigkeit der Formel

1 + 3 + 5 + . . . + (2n − 1) = n2

(a) indem Sie Gleichung (2) aus Beispiel 4 geschickt umformen.


Hinweis: Nur Mut! Multiplizieren Sie z.B. einfach einmal mit 2.
(b) durch vollständige Induktion.

5. Zeigen Sie mit vollständiger Induktion, dass es eine natürliche Zahl N1 gibt, sodass

n2 < 2n vorausgesetzt n ≥ N1 .
Zeige Sie weiters, dass es eine natürliche Zahl N2 gibt, sodass

2n < n! vorausgesetzt n ≥ N2 .

Wie groß müssen N1 und N2 mindestens gewählt werden?


6. Formulieren Sie einen Induktionsbeweis für die Tatsache, dass alle Zahlen der Form 10n −1
(n ∈ N) ein Vielfaches von 3 sind. Zeigen Sie nun die ,,Dreierregel”:
Die Ziffernsumme einer natürlichen Zahl x ist dann und nur dann durch 3 teilbar (also
ein Vielfaches von 3), wenn auch x selbst durch 3 teilbar ist.
Hinweis: Für den zweiten Teil der Aufgabe benötigen Sie keine Induktion. Stattdessen
ist es hilfreich eine natürliche Zahl z.B. in der Form 734 = 7 · 102 + 3 · 101 + 4 · 100
anzuschreiben.
7. Was ist an folgendem Induktionsbeweis falsch?
Behauptung: Alle Menschen sind gegen Studiengebühren.
Induktionsstart: Es gibt mindestens einen Menschen der gegen Studiengebühren ist,
z.B. Frau BM i.R. Elisabeth Gehrer (am 1.3.2000 in der Presse: ,,Es ist nicht mein An-
liegen, Studiengebühren . . . einzuführen.”)
Induktionsvoraussetzung: Je n Menschen sind gegen Studiengebühren.
Induktionsschritt: Angenommen wir haben es mit insgesamt n + 1 Menschen zu tun.
Dann stellen wir einen von ihnen ins Eck und ignorieren ihn. Sodann bleibt also eine
Teilmenge von nur mehr n Menschen übrig und diese sind nach Induktionsannahme ja alle
gegen Studiengebühren. Da es uns freisteht wen wir ins Eck stellen (und damit ignorieren),
können wir für jeden der anfangs n + 1 Menschen eine Konfiguration finden, bei der er
nicht im Eck steht und er somit Studiengebühren nicht gut heissen kann.