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Mahnung

Gigerlette
Mädel, sei kein eitles Ding,
Fräulein Gigerlette Fang dir keinen Schmetterling,
Lud mich ein zum Tee. Such dir einen rechten Mann,
Ihre Toilette Der dich tüchtig küssen kann,
War gestimmt auf Schnee; Und mit seiner Hände Kraft
Ganz wie Pierrette Dir ein warmes Nestchen schafft.
War sie angetan.
Selbst ein Mönch, ich wette, Mädel, Mädel, sei nicht dumm,
Sähe Gigerlette Lauf nicht wie im Traum herum,
Wohlgefällig an. Augen auf! ob einer kommt,
Der dir recht zum Manne frommt.
War ein rotes Zimmer, Kommt er, dann nicht lang bedacht!
Drin sie mich empfing, Klapp! die Falle zugemacht!
Gelber Kerzenschimmer
In dem Raume hing. Liebes Mädel, sei gescheit,
Und sie war wie immer Nütze deine Rosenzeit!
Leben und Esprit. Passe auf und denke dran,
Nie vergess ichs, nimmer: Daß du, wenn du ohne Plan
Weinrot war das Zimmer, Ziellos durch das Leben schwirrst,
Blütenweiß war sie. Eine alte Jungfer wirst.
Und im Trab mit Vieren
Fuhren wir zu zweit
In das Land spazieren,
Das heißt Heiterkeit.
Galathea
Daß wir nicht verlieren Ach, wie brenn’ ich vor Verlangen,
Zügel, Ziel und Lauf, Galathea, schönes Kind,
Saß bei dem Kutschieren Dir zu küssen deine Wangen,
Mit den heißen Vieren Weil sie so entzückend sind.
Amor hinten auf.
Wonne die mir widerfahre,
Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Haare,
Der genügsame Liebhaber Weil sie so verlockend sind.
Meine Freundin hat eine schwarze Katze, Nimmer wehr’ mir bis ich ende,
Mit weichem knisterndem Sammetfell, Galathea, schönes Kind,
Und ich, ich hab’ eine blitzblanke Glatze, Dir zu küssen deine Hände,
Blitzblank und glatt und silberhell. Weil sie so verlockend sind.
Meine Freundin gehört zu den üppigen Ach, du ahnst nicht, wie ich glühe,
Frauen, Galathea, schönes Kind,
Sie liegt auf dem Divan das ganze Jahr, Dir zu küssen deine Knie,
Beschäftigt das Fell ihrer Katze zu krauen, Weil sie so verlockend sind.
Mein Gott, ihr behagt halt das sammtweiche
Haar. Und was tät ich nicht, du Süße,
Galathea, schönes Kind,
Und komm’ ich am Abend die Freundin Dir zu küssen deine Füße,
besuchen, Weil sie so verlockend sind.
So liegt die Mieze im Schoße bei ihr,
Und nascht mit ihr von dem Honigkuchen, Aber deinen Mund enthülle,
Und schauert wenn ich leise ihr Haar Mädchen, meinen Küßen nie,
berühr’. Denn in seiner Reize Fülle,
Küßt ihn nur die Phantasie.
Und will ich mal zärtlich tun mit dem
Schatze,
Und daß sie mir auch einmal ‘Eitschi’
macht,
Dann stülp’ ich die Katze auf meine Glatze,
Dann streichelt die Freundin die Katze und
lacht.