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MinisteriuM

für ein
lebenswertes
Österreich

bmlfuw.gv.at

chemie
im haushalt
ja, aber bitte
ökologisch!
IMPRESSUM

Medieninhaber und Herausgeber:


BUNDESMINISTERIUM
FÜR LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT, UMWELT UND WASSERWIRTSCHAFT
Abteilung V/5, Chemiepolitik und Biozide
Stubenring 1, 1010 Wien

Text und Redaktion: Andrea Husnik, Harald Brugger, Sandra Papes "die umweltberatung"; Karl Markt BMLFUW
Titelbild: © Anette Linnea Rasmus - Fotolia.com
Gestaltung: Monika Kupka "die umweltberatung"“
Lektorat: Katharina Foglar-Deinhardstein "die umweltberatung“

3. überarbeitete Auflage Gedruckt nach der Richtlinie


„Druckerzeugnisse“
Alle Rechte vorbehalten. des Österreichischen Umweltzeichens,
Wien, 2015 Rötzer Druck Ges. m.b.H. , UW-Nr. 939

--- 2 ---
vorwort

Vorwort

Einen groSSen Teil unseres Lebens verbringen wir in unseren


eigenen vier Wänden und sind dabei – ohne dass es uns bewusst ist – einer Vielzahl von
chemischen Stoffen ausgesetzt.

Chemikalien finden im Haushalt in verschiedener Weise Verwendung: als Wasch- und


Reinigungsmittel zum Beispiel oder beim Basteln und Heimwerken. Außerdem sind sie
Bestandteile von Spielzeug, Kunststoffgeschirr, Wandfarben, Möbeln, Bodenbelägen und
ähnlichem mehr. Diese Produkte und Gegenstände bereichern unseren Alltag – ihr
Gebrauch ist für uns selbstverständlich geworden, ohne dass wir uns ihrer möglichen
Wirkung und Nebenwirkung bewusst sind. Zur Erhaltung unserer Gesundheit und zum
Schutz der Umwelt ist es aber notwendig, chemische Produkte bedarfsgerecht und
verantwortungsvoll einzusetzen, die wichtigsten Gefahren, die von ihnen ausgehen, zu
kennen und nach Möglichkeit zu vermeiden.

In dieser Broschüre wird die Bedeutung von Chemikalien im Haushalt als mögliche Gefahren-
quelledargestellt und es werden Tipps zur Verwendung bzw. Alternativen zu besonders gefähr-
lichen Stoffen aufgezeigt. So können Sie akute und chronische Belastungen durch Chemikalien
für sich und Ihre Familie weitgehend vermeiden und setzen weniger umweltschädliche Stoffe
frei. Ein Haushalt mit geringer Belastung durch chemische Stoffe bringt mehr Lebensqualität,
erhöht das Wohlbefinden und schützt zugleich die Umwelt.

Ihr Andrä Rupprechter


Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft

--- 3 ---
WIR LEBEN
nachhaltig
„Sammle deinen Reichtum, ohne seine Quellen zu zerstören,
dann wird er beständig zunehmen.“

(Zitat: Siddhartha Gautama)


Nachhaltigkeit in den Alltag bringen

S
K O
L G D V L Täglich können wir uns aufs Neue für
I E A E I einen nachhaltigen Lebensstil entschei-
M R U R D
H A E E A A
den. Jede und jeder von uns kann durch
A S C R N N R sein eigenes Handeln einen Beitrag leisten.
N A C H H A L T I G
D C H T A T E W S E
H O F Ü B O C N
Holen Sie sich auf der neuen Website Tipps
L
E T N T R E R H U und Anregungen oder bringen Sie selbst
S E L T S etwas ein – zeigen Sie uns wie Sie mehr
A N I U S Nachhaltigkeit in Ihren Alltag bringen und
M D C N V
H G O tauschen sich mit Gleichgesinnten aus!
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L

www.wir-leben-nachhaltig.at
inhaltsverzeichniss

Einleitung 6
Gefahren durch Haushaltschemikalien 10
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt 15
Ökologisch Reinigen leicht gemacht 34
Allgemeine Oberflächenreinigung 40
Oberflächen in der Küche 43
Geschirr 46
Bad und WC 50
Reinigung von Fußböden 56
Möbelpflege 60
Fenster und Glasgegenstände reinigen 63
Luftverbesserer, Luft-, Textilerfrischer & Geruchsabsorber 64
Schuhpflegemittel 67
Ökologisches Wäschewaschen 70
Fleckentferner 81
Heimwerken 84
Brennstoffe 90
Schwimmbadchemikalien 93
„Versteckte“ Chemie in Innenräumen 96
Schädlingsbekämpfung im Haus 99
Gütesiegel 104
Geltende Gesetze und Verordnungen 106
Internationale Regelungen für Chemikalien 114
Glossar 115
Broschüren und Folder 120

--- 5 ---
einleitung

chemie im lich ihrer Wirkung auf Mensch und Umwelt


haushalt noch nicht vollständig überprüft. Insgesamt
können Haushalts-Chemikalien neben ih-
rer erwarteten Wirkung auch höchst uner-
Was sind Haushalts- wünschte Nebeneffekte entfalten und in be-
chemikalien Wasch- und Reini- stimmten Situationen zu Gesundheits- und
gungsmittel, ob als Geschirrspülmittel, Umweltbelastungen führen.
Waschpulver, Fleckentferner oder WC- und Aus diesem Grund ist das Zusammenwir-
Abflussreiniger, sind aus unseren Haushalten ken von kritischem, verantwortungsbewuss-
kaum mehr wegzudenken. Imprägnierungs- tem Handeln der KonsumentInnen sowie
mittel, Entkalker, Rostentferner und Kleb- die ständige Weiterentwicklung von gesetz-
stoffe erleichtern uns das tägliche Leben. Be- lichen, regulierenden Maßnahmen auf na-
duftungsmittel werden immer beliebter. Mit tionaler und internationaler Ebene beson-
Farben und Lacken verschönern wir unser ders wichtig.
Heim. Holzschutzmittel sollen die Garten- Eine Umfrage der Europäischen Kommis-
möbel vor dem Verfall schützen, mit Schäd- sion ergab, dass mehr als die Hälfte der Kon-
lingsbekämpfungsmittel vertreiben wir un- sumentInnen vor dem Kauf die Inhaltsstoffe
liebsame Insekten. Im Swimming-Pool und die Zusammensetzung des Reinigungs-
halten Schwimmbadchemikalien das Bade- mittels prüfen (Flash Eurobarometer 361,
wasser sauber. Chemikalien sind ein wich- Chemicals 2013).
tiger Bestandteil unseres täglichen Lebens KonsumentInnen suchen außerdem nach
und spielen eine große Rolle in der Welt- Alternativen. Statt Reinigungsmittel wird
wirtschaft. Der weltweite Umsatz mit Che- die Wohnung mit Mikrofasertüchern oder
mikalien betrug 2012 ganze 2.744 Milliar- -mopps und reinem Wasser sauber. In Su-
den Euro (Chemikalien Daten und Fakten, permärkten gibt es viele Gütezeichen auf
BMLFUW 2014). Produkten, Verpackungen werden aus Re-
Dazu kommen noch all jene chemischen cyclingmaterial hergestellt und eine Fülle an
Stoffe, die in Gegenständen des täglichen verschiedenen Reinigungsmitteln wird als
Lebens unvermutet „verborgen“ sind – vom Konzentrat angeboten.
feuchten Toilettenpapier und imprägnier-
ten Staubtüchern über Sport- oder Funkti- Überlegen Sie systematisch, welche Pro-
onswäsche, die mit Silberfäden oder Nanosi- dukte Sie in Ihrem Haushalt wirklich brau-
berpartikeln ausgerüstet sind, bis zu Möbeln, chen und achten Sie auf Gütezeichen. Mehr
elektronischen Geräten und Spielzeug. In zu Gütezeichen finden Sie im Kapitel
diesen Produkten können Chemikalien Gütesiegel .
enthalten sein, ohne dass eine Kennzeich-
nung darauf hinweist (z. B. Weichmacher Diese Broschüre soll Ihnen dabei helfen, die
in Kunststoffen, Imprägniermittel in Texti- im Haushalt häufig verwendeten Produkte
lien usf.). Eine ganze Reihe von Inhaltsstof- besser kennenzulernen und dadurch die
fen in Haushaltschemikalien sind hinsicht- beste Auswahl zu treffen.

--- 6 ---
© Gabriele Moser

neue trends fes gekennzeichnet sein. Der Gesetzge-


ber regelt zwar das Inverkehrbringen und
Gebrauchsgegenstände mit Bioziden behan- Vermarkten von Biozidprodukten, so-
delt. Viele Produkte, die im Haushalt einge- dass nur vorher für den Zweck genehmigte
setzt werden, sind mit sogenannten Bio- Biozid-Wirkstoffe eingesetzt werden dür-
ziden haltbar gemacht worden. Sie sollen fen. Doch viele der Biozide besitzen uner-
besondere Funktionen erfüllen. Dazu ge- wünschte Nebenwirkungen, die Gesund-
hören das Vertreiben und Bekämpfen von heit und Umwelt belasten. Versuchen Sie
Insekten und das Verhindern eines Wachs- sicherheitshalber im Haushalt auf Alltags-
tums von Bakterien, Pilzen oder Algen. und Reinigungsprodukte zu verzichten,
Beispiele sind der Mottenschutz bei Tep- die auf eine bakterien- oder pilzabtötende
pichen und Ausrüstungen bei Textilien. Wirkung hinweisen. Selbst im Umgang mit
Manche Schneidbretter in der Küche oder Haushaltsschädlingen gibt es Alternativen
Kunststoffartikel in Bad und Küche sind zu Bioziden. Mehr dazu finden Sie im
damit ausgerüstet. Müllsäcke können mit Kapitel Schädlingsbekämpfung im
Triclosan als Desinfektionsmittel verse- Haus.
hen sein.
Zwangsbeduftung
Seit 2013 müssen biozidbehandelte Er- Geruch ist laut Marktforschung einer der
zeugnisse mit der Nennung des Wirkstof- primären kaufentscheidenden Faktoren,

--- 7 ---
einleitung

denn er weckt Erinnerungen und stimuliert siken bergen. Nanopartikel haben bereits in
mitunter zum Kauf ganz bestimmter Pro- vielen alltäglichen Konsumgütern Eingang
dukte. Da die Wahrnehmung von Düften gefunden. Beispiele dazu sind mineralische
stark auf Gefühle wirkt, ist die Werbung für UV-Filter in Sonnenschutzmitteln, soge-
Duftstoffe auch so erfolgreich. nannte „selbstreinigende“ Oberflächen,
Immer häufiger werden in den letzten Jah- kalk- und schmutzresistentes Glas, Flecken-
ren Duftstoffe in den verschiedensten An- schutz bei Textilien, kratzfeste Lacke und
wendungsbereichen in Privathaushalten vieles mehr. Durch diese Beschichtungen
verwendet. Professionelle Raumbeduf- soll ein „Easy-to-Clean“-Effekt entstehen,
tungssysteme, Spezialprodukte für Wasch- Schmutz und Kalk finden kaum Halt und
und Geschirrspülmaschinen, Toiletten und lassen sich wesentlich leichter entfernen.
sogar Autos werden mit Düften versehen. Dies bedeutet aber auch, dass bei der Reini-
gung darauf geachtet werden muss, die Be-
Duftstoff-AllergikerInnen können dank der schichtung nicht zu zerstören. Dazu ist es
Deklarationspflicht Kosmetika mit aller- nötig, dass die Reinigungsmittel bestimmte
gieauslösenden Duftstoffen vermeiden. Für pH-Bereiche nicht über- bzw. unterschrei-
Duftkerzen, Räucherstäbchen, beduftetes ten und dass keine kratzenden Tücher ver-
Spielzeug, Papier und Müllsäcke, die unan- wendet werden.
genehme Gerüche z. B. mit Vanille- oder
Lavendelaromen übertünchen, gibt es hin-
gegen noch keine Regelung.

Nanotechnologie
Nanoprodukte sind allgegenwärtig. Doch
ihre Auswirkungen sind noch nicht vollstän- © Michael Ströck
dig erforscht. Der Begriff Nanotechnologie Nanotechnologie-Grafik

hat sich seit zirka zehn Jahren als Überbegriff Es gibt zwar zunehmend humantoxiko-
für eine Reihe von Technologien etabliert. logische und ökotoxikologische Untersu-
Die Industrie verspricht sich einen großen chungen, zurzeit gestaltet sich eine Beur-
Innovationsschub durch die weiteren Ent- teilung der nanotechnologischen Produkte
wicklungen. Kern dieser Technologie ist es, noch schwierig und ist mit Unsicherheiten
definierte Strukturen unterhalb von 100 Na- behaftet. Die etablierten Tests zur Prüfung der
nometern zu erzeugen und einzusetzen. Ein Toxizität auf verschiedenen Ebenen sind prin-
Nanometer, abgekürzt nm, entspricht dem zipiell auch für Nanomaterialien anwendbar.
Milliardstel eines Meters (1 nm = 10-9 m, Die Risikoforschung und Sicherheitsdebatte
bzw. ist 1 nm ein Millionstel eines der Nanotechnologie stehen aber erst am An-
Millimeters = 10-6 mm). So bekommen fang. Daher empfiehlt das deutsche Umwelt-
Werkstoffe völlig neue Funktionalitäten bundesamt nach wie vor, den Eintrag von Na-
und Eigenschaften. Allerdings können Na- nomaterialien in die Umwelt zu vermeiden.
nomaterialien neben Chancen auch Ri- Inhaltsstoffe, die in Nano-Form vorliegen,

--- 8 ---
einleitung

müssen seit Juli 2013 auf Kosmetik-Pro- chend Bakterien. Selbst ein nebelfeuchtes
dukten angegeben werden (mit dem Wort Mikrofasertuch tut dafür gute Dienste.
„Nano nach den Namen des Bestandeils“). Durch einen übermäßigen Einsatz von an-
Für andere Alltagsprodukte gilt diese Re- tibakteriellen Inhaltsstoffen, wie Nano-
gelung (noch) nicht. Vor allem Sprays sind silber, das aus den Textilien nach mehr-
bei Haushaltsprodukten oft kritisch zu se- maligem Waschen ausgewaschen wird,
hen, da hier häufig fein verteilte Tröpfchen kann das Ökosystem geschädigt werden.
der Chemikalien (Aerosole) eingeatmet Abwasser mit Nanosilber belastet Wasser-
werden und so die Atemwege belasten kön- organismen und es stört die Wirksamkeit
nen. Das gilt auch für Nanopartikel. Die der Bakterien in den Kläranlagen. Sinnvolle
Aufnahme von Nanopartikeln über die ge- antibakterielle medizinische Anwen-
sunde Haut oder durch versehentliches dungen, wie Silber-Auflagen bei der Wund-
Verschlucken wird als weniger gefährlich behandlung, könnten durch den übertrie-
eingestuft. benen Einsatz von Silber und Bioziden in
Alltagsprodukten und der damit verbun-
Der korrekte Umgang mit Nanoprodukten, denen Bildung resistenter Keime wirkungs-
insbesondere mit dem richtigen Schutz bei los werden.
der Herstellung und in der Verwendung
von Nanoprodukten, ist besonders wich-
tig. Konsumprodukte mit frei zugänglichen
Nanopartikeln, wie z. B. in Sprays, sollten
auf jeden Fall vermieden werden. Weiter-
führende Informationen finden Sie in der
Broschüre „Österreichischer Aktionsplan
Nanotechnologie“ und auf
www.nanoinformation.at.

Ausrüstung mit
Silberionen
Einige Reinigungstücher für den Boden
oder für Möbeloberflächen werden mit
(Nano-) Silberionen und anderen Bioziden
behandelt. Achten Sie darauf, ob Bezeich-
nungen wie „antibakteriell“, „tötet“ oder
„beseitigt 99,9 % der Bakterien“ auf der Ver-
packung stehen. Denn es beseitigt bereits
jeder Wischvorgang bei der Reinigung im
Haushalt, vor allem mit einem Allzweck-
reiniger, Seifenreiniger oder sauren Reini-
ger wie zum Beispiel Haushaltsessig, ausrei-

--- 9 ---
Gefahren die in Krankenanstalten und von Arbeits-
durch Haushalts- medizinern behandelt werden, laut der ös-
terreichischen Giftinformationsverordnung
chemikalien gemeldet werden. Es hat sich viel getan in Ös-
terreich, um Vergiftungen zu vermeiden. Ge-
Die Inhaltsstoffe von
färbte und parfümierte Lampenöle wurden
Wasch- und Reinigungsmitteln, Bauchemika-
früher von Kindern immer wieder getrun-
lien, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämp-
ken. Schwerste Gesundheitsschäden waren
fungsmitteln und andere Haushaltschemika-
die Folge. Verschlucktes Lampenöl kann eine
lien wie etwa Säuren, Laugen, Lösungsmittel,
chemisch induzierte Lungenentzündung aus-
waschaktive Substanzen, Desinfektionsmit-
lösen, die auch zum Tod führen kann. Da-
tel, Feuchthaltemittel, Konservierungs- und
her dürfen Lampenöle, von denen solche Ge-
Duftstoffe ergeben in Summe eine ansehn-
fahren ausgehen, nicht mehr gefärbt und
liche Anzahl chemischer Substanzen, die sich
parfümiert werden. Sie müssen auch mit
in unserem Haushalt ansammeln. Beim Um-
einem kindersicheren Verschluss versehen
gang mit diesen Produkten ist immer Vorsicht
werden.
geboten und die Gebrauchsanleitung und Si-
cherheitshinweise sind zum eigenen Schutz
Die App „ToxHelp“ des BMLFUW bie-
genau einzuhalten.
tet grundlegende Informationen zur Verhü-
tung von Vergiftungsfällen und vereinfacht
Akute Gefahren und
im Notfall Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie die
Vergiftungsfälle
schnelle Kontaktaufnahme mit der Österrei-
Akute Vergiftungen treten vor allem dann auf,
chischen Vergiftungsinformationszentrale
wenn die Produkte unsachgemäß eingesetzt
(VIZ). Die App wird kostenfrei angeboten.
oder verwechselt werden. Chronische Be-
lastungen können sich auch bei der bestim-
Die Vergiftungsinformationszentrale gibt Ih-
mungsgemäßen Anwendung der Produkte
nen telefonisch Auskunft. Details dazu am
ergeben. Laut Jahresbericht 2011 des Giftin-
Ende dieses Kapitels.
formationszentrums in Mainz geschahen die
meisten Vergiftungen durch humane Arznei-
Chronische Belastung
mittel. An zweiter Stelle folgten Vergiftungen,
Beim Waschen und Putzen werden die
die durch chemische Mittel, zu dieser Gruppe
Hände oft tensidhaltigen Reinigungsmitteln
gehören Reinigungs-, Wasch- und Pflegemit-
ausgesetzt. Dadurch wird die Haut laufend
tel, hervorgerufen wurden. Vergiftungen bei
entfettet und es können sich Risse und Ek-
Tieren betrafen an erster Stelle Schutz- und
zeme bilden. Daher ist bei Reinigungstätig-
Bekämpfungsmittel gegen Mikroben und
keiten das Tragen von Handschuhen beson-
Schadorganismen, gefolgt von Pflanzen, Heil-
ders für gewerbliches Reinigungspersonal,
mitteln und chemischen Mitteln. (Der Be-
aber auch für Hausmänner und Hausfrauen
richt 2007-2011, GIZ Mainz).
sinnvoll. Einige Schadstoffe, wie z. B. die
In Österreich müssen Vergiftungsunfälle,
Wirkstoffe von Schädlingsbekämpfungsmit-

--- 10 ---
© H.Richter pixelio.de

teln, können sich im Hausstaub und auf di- Männern ist die Duftstoffallergie inzwischen
versen Oberflächen anreichern und werden die häufigste Ursache für ein allergisches Kon-
langsam wieder an die Raumluft abgegeben. taktekzem, bei Frauen nach der Nickelallergie
Somit tragen sie zu einer chronischen Be- die zweithäufigste. Duftstoffe sind noch vor
lastung der Atemluft mit Chemikalien bei. den Konservierungsstoffen die Hauptursache
Mehr dazu im Kapitel „Versteckte“ Che- für Allergien auf Kosmetika. Seit 2005 müs-
mie in Innenräumen. sen bei Kosmetika, Wasch- und Reinigungs-
mitteln allergieauslösende Duftstoffe ab 0,01
Allergien Gewichtsprozenten auf der Verpackung an-
Die Zahl der AllergikerInnen nimmt in den gegeben werden. Derzeit umfasst diese Liste
Industrieländern in den letzten Jahrzehnten 26 Stoffe.
stetig zu. Mittlerweile leidet jede(r) Vierte in
Österreich an einer Allergie. Den größten An- Eine aktuelle Liste der Duftstoffe finden Sie
teil machen die Pollenallergien aus, gefolgt im Folder: „Düfte, die unter die Haut gehen“
von Staubmilben- und Tierhaarallergien. Eine auf www.umweltberatung.at
Sensibilisierung gegenüber Kontakt-Aller-
genen bleibt in der Regel lebenslang bestehen. Desinfektionswirkstoffe
Bereits zwei bis vier Prozent der Österreiche- Einige Sanitär- und Abflussreiniger, aber
rInnen reagieren auf Duftstoffe bei Hautkon- auch Antischimmelmittel enthalten Na-
takt mit Juckreiz und Hautausschlägen. Bei triumhypochlorit, das auch als Aktivchlor

--- 11 ---
Gefahren durch Haushaltschemikalien

oder Chlorbleichlauge bezeichnet wird. Bei Pestizide


der Anwendung kann sich das für Lunge Der Begriff Pestizide umfasst sowohl Bio-
und Atemwege gefährliche Chlorgas bilden, zide, welche z. B. als Holzschutz- und Schäd-
wenn zugleich ein säurehaltiger Reiniger lingsbekämpfungsmittel im und um das Haus
(z. B. WC-Reiniger) verwendet wird. verwendet werden, als auch Pflanzenschutz-
Ebenso können Desinfektionswirkstoffe die mittel, das sind Mittel zum Schutz von Kultur-
Entwicklung von Allergien fördern und sie pflanzen, z. B. Insektizide, Herbizide, Fungi-
können auch die natürliche Hautflora stö- zide. Pestizide sollten nur in Ausnahmefällen
ren. Die Hautflora ist wichtig für den Schutz angewandt werden. Die in Pestiziden enthal-
der Haut und hilft, mit den gesamten Or- tenen Wirkstoffe können für den Menschen
ganismus vor Krankheitserregern zu schüt- bedenklich sein und die Umwelt gefährden.
zen. Neben den klassischen „Chlorreinigern“ Einige der Chemikalien können zum Beispiel
werden verstärkt auch andere „antibakteri- Allergien auslösen, endokrine (hormonähn-
elle“ Produkte und Desinfektionsmittel für liche) Wirkungen haben und stehen in Ver-
den Haushalt angeboten. Die routinemäßige dacht, krebsauslösend zu sein.
Verwendung von antibakteriellen Wasch-
und Reinigungsmitteln im Haushalt wird
nicht empfohlen.
Im Dezember 2013 beauftragte die Wie-
ner Umweltanwaltschaft eine Marktrecher-
che, in der in Super-, Drogeriemärkten und
einem Baumarkt handelsübliche Haushalts-
© Gabriele Moser
produkte, die eine antibakterielle bzw. an- Beim Einkaufen helfen Gütesiegel
timikrobielle Wirkung aufweisen, erhoben
wurden. Insgesamt wurden 76 Produkte er- Hilfe bei der Auswahl
fasst. Die größte Produktgruppe war jene der der Produkte
Reinigungsmittel. Als weitere Produkte wur- Bevorzugen Sie, wenn möglich, ein Produkt
den Desinfektionssprays für Oberflächen, mit einem entsprechenden Umweltgütesie-
Handdesinfektionsmittel und mit Desinfek- gel. Siehe Kapitel Gütesiegel - Entschei-
tionsmittel imprägnierte Küchenartikel ge- dungshilfen für KonsumentInnen.
funden. Die Wirkstoffe, die unter anderem Achten Sie auf Gefahrenpiktogramme auf
gefunden wurden, sind teils sehr bedenk- den Produkten (siehe folgendes Kapitel).
lich für Umwelt oder Gesundheit: Chlorver- Überlegen Sie vor dem Kauf, was Sie wirk-
bindungen (wie z. B. Natriumhypochlorit), lich benötigen und bevorzugen Sie um-
Silber-Verbindungen, quarternäre Ammo- weltschonende Produkte. So sind z. B. lö-
niumverbindungen, Triclosan oder Zink- sungsmittelärmere Produkte in der Regel
Pyhrithion (Marktrecherchen zu Haushalts- umweltfreundlicher.
produkten mit Desinfektionsmitteln, Mag. Aber Vorsicht: wenn ein Produkt nicht als
Sabine Greßler im Auftrag der Wiener Um- gefährlich gekennzeichnet ist, so heißt das
weltanwaltschaft, 2013, unveröffentlicht). noch nicht, dass es harmlos ist. Es kann auch

--- 12 ---
Gefahren durch Haushaltschemikalien

bedeuten, dass die Konzentrationsgrenzen, so wenig wie möglich“.


ab denen eine Kennzeichnung mit einem
Gefahrenpiktogramm nötig wäre, nur knapp Nicht mehr benötigte Restmengen geben
unterschritten werden. Sie bei der Problemstoffsammelstelle ab.
Bewahren Sie alle Wasch- und Reinigungs-
Wählen Sie Biozide nach dem Grundsatz mittel, aber auch Farben, Lacke und derglei-
aus, dass Sie vor deren Einsatz andere alter- chen für Kinder unzugänglich auf. Füllen Sie
native Maßnahmen ergreifen, damit der Ein- Haushaltschemikalien nie in fremde, nicht
satz von biozidhaltigen Produkten auf das beschriftete Behälter, wie z. B. leere Ge-
notwendige Maß begrenzt wird. Biozid-Pro- tränkeflaschen, um. Verwenden Sie Hand-
dukte sind zum Beispiel: schuhe beim Waschen und Reinigen, aber
--- Schädlingsbekämpfungsmittel auch bei den diversen Heimwerkerarbeiten.
(Insektensprays, Gelsenstecker) Sollte die Verwendung eines ätzenden Pro-
--- Antibakterielle Reinigungsmittel duktes nötig sein, schützen Sie auch Ihre
und -tücher Augen.
--- Desinfektionsmittel
Augenschutz gilt insbesondere
--- Rodentizide bei der Verwendung von:
--- Abfluss-, Backofen- und Grillreiniger
Gehen Sie mit allen Haushalts-Chemikalien
sorgfältig um und beachten Sie die Anwen- --- Zement- und kalkhaltige Produkte
dungsvorschriften genau. Verwenden Sie --- Abbeizmittel
Haushaltschemikalien nach dem Motto:
„So viel wie nötig –

Tipps

--- Vermeiden Sie Zündquellen und das Rauchen beim Umgang mit entzündlichen Produkten
(Gefahrenpiktogramm Flamme) wie Spraydosen, Brennspiritus, Verdünner oder Enteiser.
--- Sorgen Sie bei Mal- und Lackierarbeiten für gute Lüftung und halten Sie Kinder fern. Verzich-
ten Sie, wenn möglich, auf den Einsatz von Verdünnern – diese sind stark lösungsmittelhaltig.
--- Lüften Sie bei und nach der Anwendung von Farben, Lacken, Klebern, Montageschäumen,
starken Reinigungsmitteln oder ähnlichem gut und benützen Sie, wenn möglich, den Raum
erst nach gutem Lüften, da viele leicht flüchtige Bestandteile noch einige Zeit freigesetzt wer-
den und daher in der Luft sind.
--- Benzin ist sowohl für die Umwelt als auch für uns Menschen stark giftig. Verwenden Sie Ben-
zin daher nur für den vorgesehenen Zweck.
--- Entsorgen Sie unbenutzte Haushaltschemikalien bzw. Reste davon – auch restentleerte Behäl-
ter und getränkte Tücher bzw. eingetrocknete Pinsel – bei einer Problemstoffsammelstelle.

--- 13 ---
Gefahren durch Haushaltschemikalien

Hilfe im Fall
des Falles
Sollte es zu einem Vergiftungsunfall kom-
men, wenden Sie sich an die Vergiftungsin-
formationszentrale.
© Gfotomek Fotolia.com
Notruf
Vergiftungsinformationszentrale
(VIZ) 01/ 406 43 43
A-1010 Wien, Stubenring 6
www.goeg.at/de/VIZ

Wichtig ist es,


diesen Fachpersonen möglichst genaue
Angaben über den Unfall zu geben!

Die Kurzformel lautet „Die 6 W“

Was, wie viel, wer, wann, wo und wie?


--- Was führte zur Vergiftung (Verpackung oder Teile der verdächtigen Substanz bzw. des
Produkts unbedingt mit zum Arzt nehmen)?
--- Wie viel davon wurde verwendet?
--- Wer ist betroffen vom Unfall (Angaben zu Alter und Geschlecht)?
--- Wann ist der Vorfall passiert?
--- Wo ist der Unfall passiert (Ort des Geschehens, Wohnraum, Garage etc.)?
--- Wie kam es zu dem Vorfall (verschluckt, eingeatmet etc.)?

--- 14 ---
Chemikalien- im Visier wie Heimwerkerprodukte, Büroma-
kennzeichnung terial und Fahrzeugpflegemittel. In den Re-
galen der Geschäfte fanden die Umweltbe-
und Sicherheits- raterInnen wie erwartet eine große Anzahl
datenblatt an Produkten, die den Vorschriften entspre-
chend als „gesundheitsschädlich“ oder „ät-
Der sichere Umgang zend“ gekennzeichnet waren. Darunter waren
mit „gefährlichen“ Chemi- Schwimmbadchemikalien, Reinigungsmittel,
kalien. 2013 führte "die umweltbera- Montageschäume, KFZ-Betriebsmittel und
tung" im Auftrag des Umweltministeriums viele weitere Produkte mit gesundheitsschäd-
eine Marktanalyse durch. Ziel der Analyse war lichen bzw. ätzenden Eigenschaften.
zu erfassen, welche Produkte mit gefährlichen Gefährliche Produkte (Stoffe, Gemische oder
Eigenschaften, wie zum Beispiel ätzend oder
gesundheitsschädlich, in Geschäften mit

© dalaprod Fotolia.com

Gefahrenzeichen auf Produkten


explosive Erzeugnisse) sind am leichtesten
Selbstbedienung oder im Fachhandel mit durch die Gefahrenkennzeichnung zu erken-
Bedienung verkauft werden dürfen. nen. Besitzt ein Produkt eine gefährliche Ei-
genschaft, ist für diese eine Kennzeichnung
Die UmweltberaterInnen waren in Super- auf der Verpackung vorgeschrieben. Die
märkten, Bau- und Fachmärkten und in Ge- Kennzeichnung von gefährlichen Produk-
schäften mit Fachbedienung unterwegs und ten umfasst
hielten nach Produkten Ausschau, die mit Ge- --- Name des gefährlichen Stoffes bzw. einer
fahrenzeichen gekennzeichnet sind. Sie hatten Auflistung der gefährlichen Stoffe, die zur
dabei Wasch- und Reinigungsmittel ebenso Gefahr beitragen

--- 15 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

--- Name, Anschrift und Telefonnummer


von Lieferanten Gemische, also chemische Produkte, die aus
--- Gefahrenpiktogramm mehreren Stoffen bestehen (z. B. Wasch-
--- Gefahrenhinweise (H-Sätze) und Reinigungsmittel, Farben oder Lacke),
--- Sicherheitshinweise (P-Sätze) müssen ab 1. Juni 2015 nach der CLP-Ver-
ordnung gekennzeichnet sein.
Die neue Kennzeichnung
Es gibt jetzt ein weltweit einheitliches Sys- Bis 30. Mai 2017 können Gemische, die be-
tem zur Einstufung und Kennzeichnung von reits vor dem 1. Juni 2015 in Verkehr ge-
chemischen Stoffen und Gemischen. Im Jän- bracht wurden, abverkauft werden.
ner 2009 trat mit der CLP-Verordnung die
Umsetzung des „Globally Harmonised Sys- Wegen der langen Übergangszeit wird es im
tem of Classification and Labelling of Che- Handel Stoffe und Gemische sowohl mit der
micals“ (GHS) in der Europäischen Union bisherigen als auch mit der CLP-Kennzeich-
in Kraft. CLP ist die Abkürzung für „Classifi- nung geben.
cation, Labeling, Packaging“ – „Einstufung,
Kennzeichnung und Verpackung“.
Stoffe müssen seit 1. Dezember 2010 mit
der neuen Kennzeichnung versehen sein.

3 mal 3 Tipps für den Umgang mit Chemikalien im Haushalt

3 Tipps für den Einkauf von chemischen Produkten


--- Überlegen Sie vor dem Kauf genau, was Sie brauchen und prüfen Sie, ob es ökologische
Alternativen gibt!
--- Achten Sie auf Gefahrenpiktogramme!
--- Lesen Sie die Gefahrenhinweise!

3 Tipps bei der Anwendung


--- Lesen Sie die Gebrauchsanweisung!
--- Befolgen Sie die Sicherheitshinweise!
--- Verwenden Sie Schutzausrüstung wie Schutzhandschuhe oder Schutzbrille!

3 Tipps nach der Verwendung


---  Lassen Sie keine chemischen Produkte in der Wohnung offen stehen und lüften Sie aus-
giebig!
---  Alle Behälter unbedingt für Kinder unerreichbar aufbewahren (z. B. versperrter Schrank)!
--- Richtig entsorgen!

--- 16 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

Hinweis auf
den etiketten

Die Gefahren-pikto-
gramme Die folgende Auflistung ist
eine vereinfachte und exemplarische Dar-
stellung der Gefahrenpiktogramme mit kur-
zer Beschreibung, den wichtigsten Sicher- Die neuen Gefahrenpiktogramme
heitshinweisen und ein paar praktischen
Beispielen . Sie dient der Anschauung und
erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Gesundheitsgefahr GHS 07

SICHERHEITSHINWEISE
Bei Gebrauch nicht essen, trinken oder rauchen
Bei Verschlucken: Bei Unwohlsein Giftinformati-
onszentrum/ Arzt anrufen.
Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/
Gesichtsschutz tragen.
Bei Berührung mit der Haut: Mit viel Wasser/…
waschen.
Bei Kontakt mit den Augen: Einige Minuten lang
behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen
nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
Das Rufzeichen warnt vor diversen BEISPIELE
Gesundheitsgefahren. Es können ätherische Öle, Feuerzeugbenzin, Fugenmörtel, Insekti-
die Haut oder Augen gereizt oder zide, Kühlflüssigkeiten, Pinselreiniger, Reinigungsmittel,
Allergien ausgelöst werden. Die Schwimmbadchemikalien (Chlorierungsmittel, pH-Plus-
Stoffe können gesundheitsschädlich Mittel), Spachtelmasse, Terpentinersatz, Universalverdün-
bei Verschlucken, Hautkontakt oder ner, Waschbenzin, Waschmittel etc.
Einatmen sein.

--- 17 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

Umweltgefährlich GHS 09

SICHERHEITSHINWEISE
Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
Verschüttete Mengen aufnehmen.

BEISPIELE
Anti-Fliegenmittel, ätherische Öle, Benzin
(Sehr) Giftig für Wasserorganismen, (Kraftstoff, Feuerzeug-, Fleck-, Waschbenzin),
eventuell mit langfristiger Wirkung.
Produkte mit diesem Piktogramm Diesel, Heizöl, Pinselreiniger, Schwimmbadchemikalien
immer richtig entsorgen und nie in (Algizide, Chlorierungsmittel, pH-Senker),
den Hausmüll geben oder ins Abwas- Terpentinersatz, Versiegelung für Steinböden etc.
ser schütten.

Ernste Gesundheitsgefahr GHS 08

SICHERHEITSHINWEISE
Bei Verschlucken: Sofort Giftinformationszentrum
und ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen.
Unter Verschluss aufbewahren.
Staub, Rauch, Gas, Nebel, Dampf , Aerosol nicht einatmen.
Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.
Bei Gebrauch nicht essen, trinken oder rauchen.
Bei Unwohlsein ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe
hinzuziehen. Nach Gebrauch gründlich waschen.
Dieses Piktogramm weist auf
Gefahren von schweren Gesund-
BEISPIELE
heitsschäden hin. Das Produkt hat
eventuell krebserregendes Potential, Anti-Fliegenmittel, ätherische Öle, Benzin (Kraftstoff, Feu-
schwere Folgen bei Schwanger- erzeug-, Fleck-, Waschbenzin), Diesel, Heizöl, Pinselreiniger,
schaft oder birgt ähnliche schwere Schwimmbadchemikalien (Algizide, Chlorierungsmittel,
Gesundheitsrisiken. pH-Senker), Terpentinersatz, Versiegelung für Steinböden etc.

--- 18 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

Giftig GHS 06

SICHERHEITSHINWEISE
Nach Gebrauch … gründlich waschen.
Bei Gebrauch nicht essen, trinken oder rauchen.
Bei Verschlucken: Sofort Giftinformationszentrum /
Arzt/… anrufen.
Unter Verschluss aufbewahren.
Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/
Gesichtsschutz tragen.
Bei Berührung mit der Haut: Mit viel Wasser/… wa-
schen. Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen
und vor erneutem Tragen waschen. Nur im Freien oder in gut
belüfteten Räumen verwenden.
Bestimmte Chemikalien können Bei Einatmen: Die Person an die frische Luft bringen und für
schon in kleinsten Mengen zu ungehinderte Atmung sorgen.
lebensgefährdenden Vergiftungen
führen, wenn sie auf die Haut gelan-
gen, verschluckt oder eingeatmet BEISPIELE
werden. Methanolhaltiger Modellbaukraftstoff, Arsen, Blausäure,
Methanol, Zyankali etc.

Ätzend / korrosiv GHS 05

SICHERHEITSHINWEISE
Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol nicht einatmen.
Nach Gebrauch … gründlich waschen.
Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/
Gesichtsschutz tragen.
Unter Verschluss aufbewahren.
Nur im Originalbehälter aufbewahren.

Gefahr der schweren Ätzung der BEISPIELE


Haut oder es können schwere Abflussreiniger, Autoshampoo, Entkalker für Kaffeemaschi-
Augenschäden auftreten. Das nen, Fugenmörtel, Schwimmbadchemikalien (Anti-Algen-,
Piktogramm weist auch darauf hin, Anti-Insekten- und Flockungsmittel, pH-Senker), Pinselrei-
dass die Chemikalien auf Metallen niger, konzentrierte Reinigungsmittel (Fliesen, WC-Reiniger
korrosiv sind. usf.), Schnellkleber, Universalverdünner, Waschbenzin etc.

--- 19 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

Gase unter Druck GHS 04

SICHERHEITSHINWEISE
Vor Sonnenbestrahlung schützen.

Schutzhandschuhe/Gesichtsschild/Augenschutz
mit Kälteisolierung tragen.

Sofort ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.

Die Gasflasche weist auf unter


Druck stehende Gase hin. Diese BEISPIELE
können bei falscher Lagerung und Gasflaschen
starker Erwärmung explodieren. Es (Propangas, Butangas, Sauerstoff, Acetylen, Argon etc.)
können auch tiefkalte Gase gelagert
sein, die Kälteverbrennungen oder
-verletzungen verursachen können.

Brandfördernd GHS 03

SICHERHEITSHINWEISE
Von Hitze, heißen Oberflächen, Funken,
offenen Flammen sowie anderen Zündquellenarten
fernhalten. Nicht rauchen.

Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/
Gesichtsschutz tragen.

Kontaminierte Kleidung und Haut sofort mit viel Wasser


Die Chemikalien können in Be- abwaschen und danach Kleidung ausziehen.
rührung mit anderen, insbesondere
entzündlichen Stoffen mit starker
Wärmeentwicklung reagieren. Kann
BEISPIELE
Brände oder Explosionen verur-
Bleichmittel, Polyesterharz für Autoreparatur
sachen oder verstärken. Kann bei
(Basis Dibenzoylperoxid), Schwimmbadchemikalien
falscher Lagerung zu Explosionen
(Basis Trichlorisocyanuransäure) etc.
führen.

--- 20 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

Entzündbar GHS 02

SICHERHEITSHINWEISE
Von Hitze, heißen Oberflächen, Funken,
offenen Flammen sowie anderen Zündquellenarten fernhal-
ten. Nicht rauchen.
Vor Sonnenbestrahlung schützen.
Kühl halten.
Behälter dicht verschlossen halten.

Produkte mit diesem Piktogramm


entzünden sich schnell in der Nähe BEISPIELE
von Hitze. Besondere Vorsicht mit ätherische Öle, Benzin, Lampenöl, Nagellackentferner, Pinsel-
dem Produkt bei Hitze, Feuer oder in reiniger, Universalverdünner etc.
der Nähe von offenen Flammen. Bei
falscher Lagerung kann es sich auch
selbst entzünden.

Explosiv GHS 01

SICHERHEITSHINWEISE
Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.
Vor Gebrauch alle Sicherheitsratschläge lesen und
verstehen.
Von Hitze, heißen Oberflächen, Funken,
offenen Flammen sowie anderen Zündquellenarten
fernhalten.
Nicht rauchen.
Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/
Die Stoffe können, auch ohne Be- Gesichtsschutz tragen.
teiligung von Luftsauerstoff, mit Wär- Explosionsgefahr bei Brand.
meentwicklung und unter schneller
Entwicklung von Gasen reagieren.
Sie explodieren leicht oder verpuffen BEISPIELE
schnell. Achtung Explosionsgefahr! Feuerwerkskörper, Munition, Sprengstoff etc.

--- 21 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

Besonders gefährliche den. Die Abgabe von als krebserzeugend, erb-


Chemikalien gutverändernd und fortpflanzungsgefähr-
Manche besonders gefährliche Chemika- dend eingestuften Chemikalien an Haushalte
lien dürfen auf Grund der österreichischen ist ebenfalls verboten.
Chemikaliengesetzgebung nicht an Haus-
halte abgegeben werden. „Sehr giftige“ oder Signalwörter
„giftige“ Chemikalien beispielsweise können Als Zusatz zu den Gefahrenpiktogrammen
nur von Inhabern einer Giftbezugsbewilli- können sich auf Etiketten die Signalwörter
gung erworben werden. GEFAHR oder ACHTUNG befinden.

Produkte, die als ätzend, gesundheitsschäd- GEFAHR


lich, krebserzeugend, erbgutverändernd, fort- steht für ein hohes Gefahrenniveau.
pflanzungsgefährdend, giftig oder sehr giftig
eingestuft sind, unterliegen bestimmten Ver- ACHTUNG
kaufsbeschränkungen. Sie dürfen bis auf we- steht für die „weniger schwerwiegenden“
nige Ausnahmen nicht in Selbstbedienung Gefahrenkategorien.
oder über den Versandhandel verkauft wer-

© Schlierner Fotolia.com
Gefahren-Piktogramm

--- 22 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

Gefahren-hinweise und gegebenenfalls den Schweregrad der


Die H-Sätze (von H = hazard / Gefahr) be- Gefährdung. Die folgende Tabelle gibt einen
schreiben das Risiko bzw. die Gefahr, die Art Überblick über die H-Sätze.

H-Satz Gefahrenhinweise Stand 2014

H2… Physikalische Gefahren

H200 Instabil, explosiv.


H201 Explosiv, Gefahr der Massenexplosion.
H202 Explosiv; große Gefahr durch Splitter, Spreng- und Wurfstücke.
H203 Explosiv; Gefahr durch Feuer, Luftdruck oder Splitter, Spreng- und Wurf-
stücke.
H204 Gefahr durch Feuer oder Splitter, Spreng- und Wurfstücke.
H205 Gefahr der Massenexplosion bei Feuer.
H220 Extrem entzündbares Gas.
H221 Entzündbares Gas.
H222 Extrem entzündbares Aerosol.
H223 Entzündbares Aerosol.
H224 Flüssigkeit und Dampf extrem entzündbar.
H225 Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar.
H226 Flüssigkeit und Dampf entzündbar.
H228 Entzündbarer Feststoff.
H229 Behälter steht unter Druck: kann bei Erwärmung bersten.
H230 Kann auch in Abwesenheit von Luft explosionsartig reagieren.
H231 Kann auch in Abwesenheit von Luft bei erhöhtem Druck und/oder erhöhter
Temperatur explosionsartig reagieren.
H240 Erwärmung kann Explosion verursachen.
H241 Erwärmung kann Brand oder Explosion verursachen.
H242 Erwärmung kann Brand verursachen.
H250 Entzündet sich in Berührung mit Luft von selbst.
H251 Selbsterhitzungsfähig; kann in Brand geraten.
H252 In großen Mengen selbsterhitzungsfähig; kann in Brand geraten.
H260 In Berührung mit Wasser entstehen entzündbare Gase, die sich spontan ent-
zünden können.

--- 23 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

H261 In Berührung mit Wasser entstehen entzündbare Gase.


H270 Kann Brand verursachen oder verstärken; Oxidationsmittel.
H271 Kann Brand oder Explosion verursachen; starkes Oxidationsmittel.
H272 Kann Brand verstärken; Oxidationsmittel.
H280 Enthält Gas unter Druck; kann bei Erwärmung explodieren.
H281 Enthält tiefkaltes Gas; kann Kälteverbrennungen oder -verletzungen verursa-
chen.
H290 Kann gegenüber Metallen korrosiv sein.

H3… Gesundheitsgefahren
H300 Lebensgefahr bei Verschlucken.
H301 Giftig bei Verschlucken.
H302 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H304 Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein.
H310 Lebensgefahr bei Hautkontakt.
H311 Giftig bei Hautkontakt.
H312 Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt.
H314 Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.
H315 Verursacht Hautreizungen.
H317 Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
H318 Verursacht schwere Augenschäden.
H319 Verursacht schwere Augenreizung.
H330 Lebensgefahr bei Einatmen.
H331 Giftig bei Einatmen.
H332 Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
H334 Kann bei Einatmen Allergie, asthmaartige Symptome oder Atembeschwer-
den verursachen.
H335 Kann die Atemwege reizen.
H336 Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.
H340 Kann genetische Defekte verursachen <Expositionsweg angeben, sofern
schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg be-
steht>.
H341 Kann vermutlich genetische Defekte verursachen <Expositionsweg angeben,
sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositions-
weg besteht>.

--- 24 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

H350 Kann Krebs erzeugen <Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist,
dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht>.
H350i Kann bei Einatmen Krebs erzeugen.
H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen <Expositionsweg angeben, sofern schlüssig
belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht>.
H360 Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schä-
digen <konkrete Wirkung angeben, sofern bekannt> <Expositionsweg ange-
ben, sofern schlüssig belegt ist, dass die Gefahr bei keinem anderen Expositi-
onsweg besteht>.
H360Df Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit
beeinträchtigen.
H360Fd Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann vermutlich das Kind im Mut-
terleib schädigen.
H360D Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
H360F Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
H360FD Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann das Kind im Mutterleib schä-
digen.
H361 Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutter-
leib schädigen <konkrete Wirkung angeben, sofern bekannt> <Expositions-
weg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass die Gefahr bei keinem anderen
Expositionsweg besteht>
H361d Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen.
H361f Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
H361fd Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann vermutlich das
Kind im Mutterleib schädigen.
H362 Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen.
H370 Schädigt die Organe <oder alle betroffenen Organe nennen, sofern bekannt>
<Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei
keinem anderen Expositionsweg besteht>.
H371 Kann die Organe schädigen <oder alle betroffenen Organe nennen, sofern be-
kannt> <Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Ge-
fahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht>.
H372 Schädigt die Organe <alle betroffenen Organe nennen> bei längerer oder wie-
derholter Exposition <Expositionsweg angeben, wenn schlüssig belegt ist,
dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht>.
H373 Kann die Organe schädigen <alle betroffenen Organe nennen, sofern bekannt>
bei längerer oder wiederholter Exposition <Expositionsweg angeben, wenn
schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg be-
steht>. Kombinationen bei Gesundheitsgefahren.

--- 25 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

H300 + H310 Lebensgefahr bei Verschlucken oder Hautkontakt.


H300 + H330 Lebensgefahr bei Verschlucken oder Einatmen.
H310 + H330 Lebensgefahr bei Hautkontakt oder Einatmen.
H300 + H310 Lebensgefahr bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einatmen.
+ H330
H301 + H311 Giftig bei Verschlucken oder Hautkontakt.
H301 + H331 Giftig bei Verschlucken oder Einatmen.
H311 + H331 Giftig bei Hautkontakt oder Einatmen.
H301 + H311 Giftig bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einatmen.
+ H331
H302 + H312 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken oder Hautkontakt.
H302 + H332 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken oder Einatmen.
H312 + H332 Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt oder Einatmen.
H302 + H312 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einatmen.
+ H332
H4… Umweltgefahren
H400 Sehr giftig für Wasserorganismen.
H410 Sehr giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
H411 Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
H412 Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
H413 Kann für Wasserorganismen schädlich sein, mit langfristiger Wirkung.
H420 Schädigt die öffentliche Gesundheit und die Umwelt durch Ozonabbau in der
äußeren Atmosphäre.
EUH… EUH-Sätze
EUH001 In trockenem Zustand explosionsgefährlich.
EUH006 Mit und ohne Luft explosionsfähig.
EUH014 Reagiert heftig mit Wasser.
EUH018 Kann bei Verwendung explosionsfähige/entzündbare Dampf/Luft-Ge-
mische bilden.
EUH019 Kann explosionsfähige Peroxide bilden.
EUH029 Entwickelt bei Berührung mit Wasser giftige Gase.
EUH031 Entwickelt bei Berührung mit Säure giftige Gase.
EUH032 Entwickelt bei Berührung mit Säure sehr giftige Gase.
EUH044 Explosionsgefahr bei Erhitzen unter Einschluss.

--- 26 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

EUH066 Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen.


EUH070 Giftig bei Berührung mit den Augen.
EUH071 Wirkt ätzend auf die Atemwege.
EUH201 oder Enthält Blei. Nicht für den Anstrich von Gegenständen verwenden, die von
Kindern gekaut oder gelutscht werden könnten.
EU201A Achtung! Enthält Blei.
EUH202 Cyanacrylat. Gefahr. Klebt innerhalb von Sekunden Haut und Augenlider zu-
sammen. Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
EUH203 Enthält Chrom (VI). Kann allergische Reaktionen hervorrufen.
EUH204 Enthält Isocyanate. Kann allergische Reaktionen hervorrufen.
EUH205 Enthält epoxidhaltige Verbindungen. Kann allergische Reaktionen hervorru-
fen.
EUH206 Achtung! Nicht zusammen mit anderen Produkten verwenden, da gefährliche
Gase (Chlor) freigesetzt werden können.
EUH207 Achtung! Enthält Cadmium. Bei der Verwendung entstehen gefährliche
Dämpfe. Hinweise des Herstellers beachten. Sicherheitsanweisungen einhal-
ten.
EUH208 Enthält <Name des sensibilisierenden Stoffes>. Kann allergische Reaktionen
hervorrufen.
EUH209 oder Kann bei Verwendung leicht entzündbar werden.
EUH209A Kann bei Verwendung entzündbar werden.
EUH210 Sicherheitsdatenblatt auf Anfrage erhältlich.
EUH401 Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt die Gebrauchsanlei-
tung einhalten.

--- 27 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

Sicherheitshinweise Verwendung der gefährlichen Chemikalie


Sicherheitshinweise sind Standardsätze, die geben.
Ratschläge für Schutzmaßnahmen bei der

P-Sätze Sicherheitshinweise Stand 2014

P1.. Allgemeines
P101 Ist ärztlicher Rat erforderlich, Verpackung oder Etikett bereithalten.
P102 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
P103 Vor Gebrauch Kennzeichnungsetikett lesen.
P2.. Prävention
P201 Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.
P202 Vor Gebrauch alle Sicherheitsratschläge lesen und verstehen.
P210 Von Hitze, heißen Oberflächen, Funken, offenen Flammen sowie anderen Zünd-
quellen fernhalten. Nicht rauchen.
P211 Nicht gegen offene Flamme oder andere Zündquelle sprühen.
P220 Von Kleidung/…/brennbaren Materialien fernhalten/entfernt aufbewahren.
P221 Mischen mit brennbaren Stoffen/… unbedingt verhindern.
P222 Kontakt mit Luft nicht zulassen.
P223 Keinen Kontakt mit Wasser zulassen.
P230 Feucht halten mit …
P231 Unter inertem Gas handhaben.
P231 + P232 Unter inertem Gas handhaben. Vor Feuchtigkeit schützen.
P232 Vor Feuchtigkeit schützen.
P233 Behälter dicht verschlossen halten.
P234 Nur im Originalbehälter aufbewahren.
P235 Kühl halten.
P235 + P410 Kühl halten. Vor Sonnenbestrahlung schützen.
P240 Behälter und zu befüllende Anlage erden.
P241 Explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel/Lüftungsanlagen/Beleuch-
tung/… verwenden
P242 Nur funkenfreies Werkzeug verwenden.
P243 Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladungen treffen.
P244 Ventile und Ausrüstungsteile öl- und fettfrei halten.

--- 28 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

P250 Nicht schleifen/stoßen/…/reiben.


P251 Nicht durchstechen oder verbrennen, auch nicht nach Gebrauch.
P260 Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol nicht einatmen.
P261 Einatmen von Staub/Rauch/ Gas/Nebel/Dampf/Aerosol vermeiden.
P262 Nicht in die Augen, auf die Haut oder auf die Kleidung gelangen lassen.
P263 Kontakt während der Schwangerschaft/und der Stillzeit vermeiden.
P264 Nach Gebrauch … gründlich waschen.
P270 Bei Gebrauch nicht essen, trinken oder rauchen.
P271 Nur im Freien oder in gut belüfteten Räumen verwenden.
P272 Kontaminierte Arbeitskleidung nicht außerhalb des
Arbeitsplatzes tragen.
P273 Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
P280 Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/
Gesichtsschutz tragen.
P282 Schutzhandschuhe/Gesichtsschild/Augenschutz mit
Kälteisolierung tragen.
P283 Schwer entflammbare/flammhemmende Kleidung tragen.
P284 [Bei unzureichender Belüftung] Atemschutz tragen.
P3.. Reaktion
P301 BEI VERSCHLUCKEN:
P301 + P310 BEI VERSCHLUCKEN: Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/ Arzt/…
anrufen.
P301 + P312 BEI VERSCHLUCKEN: Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM/
Arzt /… anrufen.
P301 + P330 BEI VERSCHLUCKEN: Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen.
+ P331
P302 BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT:
P302 + P334 BEI KONTAKT MIT DER HAUT: In kaltes Wasser tauchen/nassen Verband an-
legen.
P302 + P352 BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT: Mit viel Wasser/… waschen.
P303 BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT (oder dem Haar):
P303 + P361 BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT (oder dem Haar): Alle kontaminierten
+ P353 Kleidungsstücke sofort ausziehen. Haut mit Wasser abwaschen/duschen.
P304 BEI EINATMEN:
P304 + P340 BEI EINATMEN: Die Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte At-
mung sorgen.

--- 29 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

P305 BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN:


P305 + P351 BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser
+ P338 spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
P306 BEI KONTAMINIERTER KLEIDUNG:
P306 + P360 BEI KONTAKT MIT DER KLEIDUNG: Kontaminierte Kleidung und Haut so-
fort mit viel Wasser abwaschen und danach Kleidung ausziehen.
P308 Bei Exposition oder falls betroffen:
P308 + P311 Bei Exposition oder falls betroffen: GIFTINFORMATIONSZENTRUM/
Arzt/… anrufen.
P308 + P313 Bei Exposition oder falls betroffen: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzu-
ziehen.
P310 Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/ Arzt/… anrufen.
P311 GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt/… anrufen.
P312 Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt…anrufen.
P313 Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P314 Bei Unwohlsein ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P315 Sofort ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P320 Besondere Behandlung dringend erforderlich (siehe … auf diesem Kennzeich-
nungsetikett).
P321 Besondere Behandlung (siehe … auf diesem Kennzeichnungsetikett).
P330 Mund ausspülen.
P331 KEIN Erbrechen herbeiführen.
P332 Bei Hautreizung:
P332 + P313 Bei Hautreizung: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P333 Bei Hautreizung oder -ausschlag:
P333 + P313 Bei Hautreizung oder -ausschlag: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzu-
ziehen.
P334 In kaltes Wasser tauchen/nassen Verband anlegen.
P335 Lose Partikel von der Haut abbürsten.
P335 + P334 Lose Partikel von der Haut abbürsten. In kaltes Wasser tauchen/ nassen Verband
anlegen.
P336 Vereiste Bereiche mit lauwarmem Wasser auftauen. Betroffenen Bereich nicht rei-
ben.
P337 Bei anhaltender Augenreizung:
P337 + P313 Bei anhaltender Augenreizung: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuzie-
hen.

--- 30 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

P338 Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspü-


len.
P340 Die Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen.
P342 Bei Symptomen der Atemwege:
P342 + P311 Bei Symptomen der Atemwege: GIFTINFORMATIONSZENTRUM/ Arzt/…
anrufen.
P351 Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen.
P352 Mit viel Wasser/… waschen.
P353 Haut mit Wasser abwaschen/duschen.
P360 Kontaminierte Kleidung und Haut sofort mit viel Wasser abwaschen und danach
Kleidung ausziehen.
P361 Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen.
P361 + P364 Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen und vor erneutem Tragen
waschen.
P362 Kontaminierte Kleidung ausziehen.
P362 + P364 Kontaminierte Kleidung ausziehen und vor erneutem Tragen waschen.
P363 Kontaminierte Kleidung vor erneutem Tragen waschen.
P364 Und vor erneutem Tragen waschen.
P370 Bei Brand:
P370 + P376 Bei Brand: Undichtigkeit beseitigen, wenn gefahrlos möglich.
P370 + P378 Bei Brand: … zum Löschen verwenden.
P370 + P380 Bei Brand: Umgebung räumen.

P370 + P380 Bei Brand: Umgebung räumen. Wegen Explosionsgefahr Brand aus der Entfer-
+ P375 nung bekämpfen.
P371 Bei Großbrand und großen Mengen:
P371 + P380 Bei Großbrand und großen Mengen: Umgebung räumen. Wegen Explosionsge-
+ P375 fahr Brand aus der Entfernung bekämpfen.
P372 Explosionsgefahr bei Brand.
P373 KEINE Brandbekämpfung, wenn das Feuer explosive Stoffe/Gemische/Erzeug-
nisse erreicht.
P374 Brandbekämpfung mit üblichen Vorsichtsmaßnahmen aus angemessener Entfer-
nung.
P375 Wegen Explosionsgefahr Brand aus der Entfernung bekämpfen.
P376 Undichtigkeit beseitigen, wenn gefahrlos möglich.
P377 Brand von ausströmendem Gas: Nicht löschen, bis Undichtigkeit gefahrlos besei-
tigt werden kann.

--- 31 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

P378 … zum Löschen verwenden.


P380 Umgebung räumen.
P381 Alle Zündquellen entfernen, wenn gefahrlos möglich.
P390 Verschüttete Mengen aufnehmen, um Materialschäden zu vermeiden.
P391 Verschüttete Mengen aufnehmen.
P4.. Aufbewahrung
P401 … aufbewahren.
P402 An einem trockenen Ort aufbewahren.
P402 + P404 In einem geschlossenen Behälter an einem trockenen Ort aufbewahren.
P403 An einem gut belüfteten Ort aufbewahren.
P403 + P233 Behälter dicht verschlossen an einem gut belüfteten Ort aufbewahren.
P403 + P235 Kühl an einem gut belüfteten Ort aufbewahren.
P404 In einem geschlossenen Behälter aufbewahren.
P405 Unter Verschluss aufbewahren.
P406 In korrosionsbeständigem/… Behälter mit korrosionsbeständiger Auskleidung
aufbewahren.
P407 Luftspalt zwischen Stapeln/Paletten lassen.
P410 Vor Sonnenbestrahlung schützen.
P410 + P403 Vor Sonnenbestrahlung schützen. An einem gut belüfteten Ort aufbewahren.
P410 + P412 Vor Sonnenbestrahlung schützen. Nicht Temperaturen über
50 °C/122 °F aussetzen.
P411 Bei Temperaturen von nicht mehr als … °C/…aufbewahren.
P411 + P235 Kühl und bei Temperaturen von nicht mehr als … °C aufbewahren.
P412 Nicht Temperaturen über 50 °C/122 °F aussetzen.
P413 Schüttgut in Mengen von mehr als … kg bei Temperaturen von nicht mehr als …
°C aufbewahren.
P420 Von anderen Materialien entfernt aufbewahren.
P422 Inhalt in/unter … aufbewahren.
P5.. Entsorgung
P501 Inhalt/Behälter … zuführen.
P502 Informationen zur Wiederverwendung/Wiederverwertung beim Hersteller/Lie-
feranten erfragen.

--- 32 ---
Chemikalienkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt

Entsorgungshinweise datenblätter für folgende Produkte bereit


Weitere Symbole, die sich auf zu halten:
Verpackungen befinden können: --- Für jede „gefährliche“ Chemikalie
(Stoffe und Gemische).
--- Für bestimmte nicht gefährliche Zube-
reitungen, wenn sie entweder mehr als
ein Prozent eines gesundheits- oder um-
weltgefährlichen Stoffes enthalten oder
Die durchgestrichene Mülltonne, die dar- wenn für einen Stoff, den diese Zuberei-
auf hinweist, dass Produktreste zur Problem- tung enthält, bestimmte Schutzbestim-
stoffsammelstelle gebracht werden müssen. mungen am Arbeitsplatz festgelegt sind.

Im Sicherheitsdatenblatt werden nähere An-


gaben über die Inhaltsstoffe und Angaben
über den Umgang mit dem Produkt wie
Handhabung, Lagerung, Entsorgung und
Das freiwillig angebrachte Symbol der Erste-Hilfe-Maßnahmen gemacht. Weiters
durchgestrichenen WC-Brille bedeutet, dass sind die gesetzliche Einstufung und Kenn-
Reste nicht in den Ausguss oder das WC ge- zeichnung im Sicherheitsdatenblatt zu fin-
leert werden dürfen, sondern der Problem- den, ebenso der/die verantwortliche In-
stoffsammlung zu übergeben sind. verkehrsetzerIn und auch die wichtigsten
Verwendungszwecke der Chemikalie.
Der Grüne Punkt
ist ein deutsches Kennzeichnungselement. Für gewerbsmäßige EndverbraucherInnen
Er kennzeichnet Verpackungen, die prinzi- muss für jede gefährliche Chemikalie bei der
piell zur Wiederverwertung geeignet sind, ersten Lieferung auch automatisch ein Si-
besagt aber nicht, dass die Verpackung, die cherheitsdatenblatt übergeben werden. Auf
ihn trägt, auch tatsächlich wiederverwertet Verlangen muss auch an private Konsumen-
wird. Kritisch ist zu sehen, dass Mehrweg- tInnen ein Sicherheitsdatenblatt für gefähr-
verpackungen keinen grünen Punkt tragen liche Stoffe oder gefährliche Gemische, die
können. gekauft wurden, ausgehändigt werden.

Sicherheitsdatenblatt
Hersteller und alle anderen Vertreiber
(Händler) sind verpflichtet, Sicherheits-

--- 33 ---
Ökologisch private Pro-Kopfverbrauch von Wasch- und
Reinigen leicht Reinigungsmitteln liegt bei ungefähr 16-17
Kilogramm. Davon entfällt die Hälfte auf
gemacht Waschmittel, die andere auf Weichspüler, Rei-
nigungs- und Pflegemittel (BMLFUW Che-
„Beim Putzen kann ich
mikalien, Daten und Fakten 2014).
mich entspannen.“ Das hö-
ren UmweltberaterInnen oft bei ihren Schu-
Desinfektionsmittel
lungen und Beratungen. Zu ähnlichen Er-
Eine übersteigerte Angst vor Bakterien und
gebnissen kommt auch eine Umfrage der
Keimen, oft durch Werbung noch gefördert,
Firma Kärcher, die im Frühjahr 2005 im Auf-
kann zu unnötig hohem und häufigem Ein-
trag von IMAS repräsentativ für die Bevölke-
satz von Wasch- und Reinigungsmitteln und
rung ab 16 Jahren durchgeführt wurde. Ent-
einem nicht notwendigen Einsatz von Des-
gegen weit verbreiteter Annahmen schwingt
infektionsmitteln führen. Gegen Schimmel-
zumindest ein Teil der Bevölkerung freiwillig
pilze und Bakterien eingesetzte Substanzen
die Reinigungsutensilien: Mehr als ein Drit-
können allergische Reaktionen fördern. Des-
tel putzt gern! Das monatliche Arbeitspen-
infektionswirkstoffe in Wasch- und Putzmit-
sum liegt im Durchschnitt bei knapp 32 Stun-
teln reduzieren auch die für uns Menschen
den, wobei Frauen mehr putzen als Männer.
nützlichen Bakterien und können unter Um-
Für Staubsaugen und WC-Putzen wird dabei
ständen unser Immunsystem schwächen. Au-
die meiste Zeit aufgewendet. Packten 2005
ßerdem beeinträchtigen Desinfektionsmittel
noch 19 Männer im Haushalt mit an, waren
Mikroorganismen, die in jeder Kläranlage un-
es 2010 schon 24 Männer. Die Beteiligung im
ser Abwasser reinigen.
Haushalt betrifft jedoch vor allem die Kinder-
Im privaten Haushalt ist Desinfektion sel-
betreuung und nicht das Putzen. 15 von 100
ten nötig, außer bei der häuslichen Pflege von
Männer in Österreich helfen beim Putzen
PatientInnen mit Infektionserkrankungen.
und Kochen mit - in Schweden sind es stolze
Sauberkeit und Hygiene werden auch mit
37 (AK FÜR SIE 10/2014).
normalen Haushaltsreinigern ohne zusätz-
liche Desinfektionsmittel erreicht. Im Haus-
Das Ziel eines sauberen, hygienischen, be-
halt sollten Sie nur auf ausdrückliche Anwei-
haglichen Heims lässt manche Menschen je-
sung des/der behandelnden Arztes/Ärztin
doch übers Ziel hinausschießen. Zu viele und
das empfohlene Desinfektionsmittel anwen-
zu aggressive Putzmittel können Schaden
den. Vermeiden Sie Reinigungsmittel mit
anrichten. Die Zunahme an Allergien wird
der Aufschrift „keimvernichtend“, „desinfizie-
auch dem massivem Einsatz von Reinigungs-
rend“, „bakterizid“, „anti-bakteriell“, „mit Aktiv-
chemikalien zugeschrieben. Wenn man be-
chlor“, „reinigt hygienisch“, „beseitigt 99,9 %
denkt, dass Menschen in Industriegesellschaf-
der Bakterien, Keime, Viren“ etc. Sie gaukeln
ten rund 80-90 % der Zeit in Innenräumen
eine vermeintliche Sicherheit vor. Das Forum
verbringen, ist es wichtig, diese nicht unnö-
Gesundheit sagt dazu: Antibakterielle Reini-
tig mit Chemikalien zu belasten. Der jährliche
gungsmittel sind im Haushalt überflüssig und

--- 34 ---
© Ulla Trampert pixelio.de

belasten unnötig Gesundheit und Umwelt. Weltbevölkerung an einer Allergie leiden. Auf
Denn Keime werden vor allem mit den Hän- der Liste der häufigsten Erkrankungen ste-
den übertragen. Besser ist es nach dem Gang hen Allergien bereits an vierter Stelle. Es gibt
auf das WC, vor und nach der Essenszuberei- Stoffe in Reinigungs- und Waschmitteln, die
tung die Hände zu waschen (OÖGKK-Fo- bereits nachweislich und häufig Allergien aus-
rum Gesundheit 2/2014). lösen. Es sind dies unter anderem manche
Duft- und Konservierungsstoffe. Duftstoffe
Allergieauslösende mit allergieauslösenden Eigenschaften müs-
Inhaltsstoffe sen seit 8. Oktober 2005 auf Wasch- und Rei-
Prinzipiell kann der Mensch auf alle mög- nigungsmitteln angeführt werden, wenn sie zu
lichen Substanzen eine Allergie entwickeln. über 0,01 Prozent enthalten sind. Mehr dazu
Nach Schätzungen der WHO könnten in den im Kapitel Geltende Gesetze und Ver-
nächsten Jahren vierzig bis fünfzig Prozent der ordnungen.

Tipps

--- Reduzieren Sie Produkte wie Duftreiniger, WC-Beckensteine, Weichspüler, Textilerfrischer,


Raumsprays und Luftverbesserer auf das unbedingt notwendige Maß.
--- Kaufen Sie Putzmittel mit Desinfektionszusatz oder chlorhaltige Reinigungsmittel nur dann,
wenn Sie zu Hause einen ganz konkreten Anlassfall für ihre Verwendung haben.

--- 35 ---
Ökologisch Reinigen leicht gemacht

Gefahren beim
Reinigen erkennen

© Heiko Barth Fotolia.com


Einerseits hat die Industrie in den letzten Jah-
ren das Gefahrenpotenzial vieler Produkte re-
duziert. Andererseits sind Vergiftungen bei
kindlichen Notfällen neben Verkehrs- und
Spielunfällen eine häufige Ursache für ernste
gesundheitliche Schäden. Die weit verbrei- Kindersichere Aufbewahrung ist wichtig

tete Gewohnheit, Reinigungsmittel unter


dem Abwaschbecken aufzubewahren, stellt Symptome von möglichen Vergiftungser-
besonders für Kinder eine große Gefahren- scheinungen sind Reaktionen der Haut,
quelle dar. Chemikalien sind nicht nur beim Brennen im Mund und Rachen, Übelkeit,
Verschlucken gesundheitsschädlich, sondern Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Seh-
können auch Haut und Augen reizen. Mehr störungen, Husten und Heiserkeit.
als die Hälfte aller Giftunfälle betrifft Ein- bis
Vierjährige. Wenn Putzmittel oder andere Bei Verdacht auf
schäumende Produkte getrunken werden, eine Vergiftung
können sie auch in die Lunge geraten. Das ist wenden Sie sich an die
zwar nicht lebensbedrohend, aber doch sehr Vergiftungsinformationszentrale
gefährlich. Auf keinen Fall Milch oder Milch- 01 406 43 43.
produkte zum Entgiften einsetzen, da sie oft
zum Erbrechen führen. Das steigert die Ge-
fahr, dass Schäume in die Lunge geraten (Test
11/2014).

Tipps

--- Reinigungsmittel niemals in Lebensmittelflaschen oder in andere Behälter umfüllen. Auch


niemals mischen oder gemeinsam verwenden, denn die Chemikalien können für den Laien
unerwartet reagieren und es können giftige Dämpfe entstehen.
--- Wasch- und Reinigungsmittel unerreichbar für Kinder verwahren!
--- Vor allem Caps sollten für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden, da sie eine wasserlös-
liche Hülle besitzen, die sich auflöst, wenn Kinder sie in den Mund nehmen.
--- Sollte trotz aller Vorkehrungen ein Unfall mit Reinigungschemikalien passieren, bitte gleich
die Vergiftungsinformationszentrale 01 406 43 43 oder den Notruf unter 144 (Rettung) ver-
ständigen. Mehr dazu im Kapitel Gefahren durch Haushaltschemikalien.

--- 36 ---
Ökologisch Reinigen leicht gemacht

Anhaltspunkte zur
Gefährlichkeit
Beim Einkaufen ist es für KonsumentInnen
oft schwierig, aus den Inhaltsstoffdeklarati-
onen schlau zu werden. Welche/r Konsu-
mentIn kann mit Stoffen wie z. B. Methyli-
sothiazolinon oder Citral etwas anfangen?
© racamani Fotolia.com
Auf Haushaltschemikalien finden wir häu- Duftkerze
fig die entsprechenden Gefahrenzeichen für
reizende (z. B. Kontaktallergene), gesund- willig eine individuelle Duftnote, abgestimmt
heitsschädliche (z. B. inhalative Allergene), auf die Jahreszeit, hinzugefügt. Duftende Per-
umweltgefährliche und etwas seltener für len, Steine oder Gele werden in Geräten zur
leichtentzündliche (z. B. Brennspiritus) oder Übertünchung von Gerüchen eingesetzt.
für ätzende (z. B. Salzsäure, Natronlauge) Selbsthaftende Gele und Körbchen hängen in
Stoffe. Mehr dazu im Kapitel Chemikali- der WC-Muschel. Kugel, Würfel, Sticks und
enkennzeichnung und Sicherheitsda- Tabs ergänzen das Sortiment. Blaugefärbtes
tenblatt. Spülwasser vermittelt den Eindruck von Oze-
anfrische. Luftverbesserer wie Duftbäumchen
Duftstoffe – oder automatische Sprays sollen den Autoin-
Luftverbesserer? nenraum erfrischen. Saisonale Gerüche sol-
Duft ist laut Marktforschung einer der kauf- len mittels Sprays, Lampen und in Lösung ge-
entscheidenden Faktoren. Das Bad im Hotel tauchte Stäbchen in geschlossenen Räumen
riecht nach Pfirsichblüten, das Schuhgeschäft den Wohlfühleffekt steigern. Auf der ande-
nach Leder. In Kaufhäusern wird über die Kli- ren Seite reagieren immer mehr Menschen
maanlage ein Duft verströmt, damit man sich mit Atemproblemen und Kopfschmerzen auf
länger darin aufhält, denn Düfte vermitteln synthetische wie auch natürliche Duftstoffe.
eine angenehme Atmosphäre. Ungewollt wer- Noch gibt es keine Langzeitstudien, wie sich
den wir den Stoffen im öffentlichen Raum der Mix an Substanzen in der Raumluft auf
ausgesetzt. Im Wohnzimmer, WC, Stiegen- den Menschen auswirkt.
haus und sogar im Kleiderschrank wird frei-

Tipps

--- Schlechte Innenraumluft nicht mit Duftstoffen überdecken. Besser ist es, regelmäßig zu lüf-
ten und die Quelle des unangenehmen Geruchs zu beseitigen.
--- Verwenden Sie Duftlampen, Räucherstäbchen, Aromatherapieprodukte und ähnliches zu-
rückhaltend.
--- Das Infoblatter „Ätherische Öle“ und der Folder „Düfte, die unter die Haut gehen“ geben
Tipps zum Umgang mit Duftstoffen. Sie finden sie auf www.umweltberatung.at

--- 37 ---
Ökologisch Reinigen leicht gemacht

Vernünftig reinigen meist teuer, müssen aber nicht zwangsläu-


Der überzogene Hygiene-Anspruch beruht fig besser reinigen. Jedes Produkt belastet
zum Teil auf den von der Werbung unter- Umwelt und Gesundheit. Weiße mit rotem
stützten Ängsten. Die Mikroorganismen im Rand versehene quadratische Piktogramme
Haushalt werden zu auszulöschenden Fein- auf der Verpackung weisen auf Gefahren
den unserer Gesundheit hochstilisiert. und Risiken hin (siehe Kapitel Chemika-
lienkennzeichnung und Sicherheitsda-
Relativierende Informationen über die po- tenblatt).
sitiven Wirkungen von Mikroorganismen
auf unsere Gesundheit finden sich kaum auf Die Wohnung muss auch nicht glänzen.
Produktinformationen. Mikroorganismen Glanz bedeutet mehr Arbeit und nicht, dass
gibt es überall . Ein „steriler“ Haushalt ist we- es sauberer ist. Auf glänzenden Oberflächen
der erstrebenswert, noch mit den schärfsten entstehen sogar beim Angreifen mit sau-
Reinigungsmitteln erreichbar. Kaufen und beren Händen oder beim Begehen mit sau-
setzen Sie die Produkte bewusst ein. Es ist beren Schuhen deutlich sichtbare Spuren.
nicht notwendig, für jeden Zweck ein an-
deres Putzmittel zu haben. Spezialmittel sind

Tipps

--- Das Zwischendurch-Reinigen von punktuellen Verschmutzungen verringert den „großen“


umfangreichen Reinigungsaufwand. Alter Schmutz lässt sich viel schwerer entfernen.
--- Verwenden Sie Schutzhandschuhe, wenn Ihre Hände mit Reinigungsmittel in Kontakt kom-
men. Das gilt auch für das händische Geschirrwaschen.
--- Nach der Reinigungstätigkeit: Hände mit milder Seife waschen, gut abtrocknen und danach
eincremen.
--- Verwenden Sie alternative Hilfsmittel wie z. B. Mikrofasertücher und -mopps, mit Wasser
angefeuchtet. Das ersetzt oftmals das Putzmittel.
--- Verwenden Sie Reinigungsmittel sparsam und nach Anwendungsvorschrift!
--- Reste von Reinigungsmitteln gehören in die Problemstoffsammelstelle!
--- Achten Sie schon bei der Auswahl von Bodenbelägen, Fliesen und Möbeln darauf, dass sie
sich leicht reinigen und pflegen lassen.
--- Verzichten Sie auf Reiniger, die mit der Abtötung von Keimen werben (antibakterielle Rei-
nigungsmittel).
--- Wählen Sie umwelt- und gesundheitsschonende Wasch- und Reinigungsmittel. Eine Aus-
wahl finden Sie unter www.umweltberatung.at/oekorein. "die umweltberatung" emp-
fiehlt auch Reinigungsprodukte, die das österreichische und/oder das europäische Umwelt-
zeichen (Ecolabel) tragen.

--- 38 ---
Ökologisch Reinigen leicht gemacht

Richtig dosieren und Sinner´scher Kreis


der Sinner‘sche Kreis
Eine große Umweltbelastung geht von der
Überdosierung aus. Damit kein Schmutz
mehr sichtbar bleibt, wird oft einfach mehr
genommen als empfohlen. Die Wäsche und

© www.bubw.de
das Geschirr werden aber nicht „sauberer“ als
sauber, und nicht „reiner“ als rein, egal wie viel
überdosiert wird. Reinigung basiert auf der
Summe der eingesetzten Faktoren: Tempera-
tur, Zeit, Mechanik und Chemie. Diese Fak-
toren beeinflussen sich gegenseitig, das wird
auch als „Sinner‘scher Kreis“ bezeichnet. Wird
anderen Reinigungsmitteln mischen“ und
die Temperatur erhöht oder die Einwirkzeit
„Aerosol nicht einatmen“ weisen auf mög-
verlängert, reduziert das den Chemikalienein-
liche Risiken bei ihrer Anwendung hin. Quar-
satz genauso wie mehr schrubben, bürsten
ternäre Ammoniumverbindungen, Triclosan
oder wischen.
oder Bleichmittel auf Chlorbasis wie Natri-
umhypochlorid werden häufig eingesetzt.
Die Wahl des
Über deren Wirkungen gibt das
Reinigungsmittels
Kapitel Glossar Auskunft.
Verschiedene Räume und Oberflächen brau-
chen unterschiedliche Reinigung und Pflege,
Teilweise werden auch gewerbliche Reini-
wobei es wichtig ist zu bedenken, dass nicht
gungsmittel im Privathaushalt verwendet. Ins-
jede Oberfläche und jeder Bereich ein eigenes
besondere gewerbliche Maschinengeschirr-
(Spezial-) Mittel braucht. Mit einigen weni-
spülmittel sind aber bedeutend aggressiver als
gen Produkten kann ein Haushalt sauber ge-
jene für den Privathaushalt und können Ursa-
halten werden.
che für Verätzungen sein. Geben Sie nicht nur
Es werden nicht nur konventionelle Wasch-
bei sauren Reinigern wegen möglicher Ver-
und Reinigungsmittel eingekauft, sondern es
ätzungen besonders acht, sondern auch bei
sind auch sogenannte Kraftreiniger und Hygi-
stark alkalischen Reinigern. Stark alkalisch
enereiniger sehr beliebt. Diese sollen diversen
sind manche Abflussreiniger sowie Grill- und
Flecken den Garaus machen oder Kalk,
Backofenreiniger.
Schimmel und Bakterien beseitigen. Sie sind
Verwenden Sie gesundheits- oder umweltge-
dabei oft doppelt so teuer wie ein „guter“ All-
fährdende Reinigungsmittel (erkennbar an
zweckreiniger. Dabei können sie bei falscher
den Gefahrenpiktogrammen, siehe Kapitel
Anwendung auf vielen Oberflächen wie Mar-
Chemikalienkennzeichnung und
mor, Naturstein, Dekorfliesen, Kupfer, Alu,
Sicherheitsdatenblatt) genau nach Anwen-
Textilien, Holz, Glaskeramik, lackierten und
dungsvorschrift und so selten wie möglich,
anderen Oberflächen Materialschäden ver-
um Risiken zu vermeiden.
ursachen. Zahlreiche Hinweise wie „nicht mit

--- 39 ---
Allgemeine pochlorit), Gerüststoffe und eine Reihe von
Oberflächen- Hilfsstoffen (Konservierungsstoffe, Farb-
stoffe, Parfümöle etc.).
reinigung
Bei Scheuermitteln kommt Calciumcar-
Unter allgemeiner
bonat (Kalk, Marmormehl, Mikroplastik)
Oberflächenreinigung ist
als Schleifmittel zur mechanischen Entfer-
die Reinigung aller Oberflächen gemeint,
nung von grobem Schmutz zum Einsatz. Die
die nicht einem speziellen Bereich zugeord-
Schleifkörner/Polierstoffe helfen durch ihre
net werden. Zur Reinigung von Küche, Bad,
Mechanik den Schmutz zu lösen, können
bei Möbeln oder Fußböden blättern Sie zum
jedoch bei empfindlichen und lackierten
jeweiligen Kapitel weiter.
Oberflächen zu Kratzern oder matten Stel-
len führen. Scheuerpulver sind für starke
Allzweckreiniger
Verkrustungen besser geeignet als Scheu-
(Allesreiniger, Universalreiniger) sind die am
ermilch, können aber Kratzer hinterlassen.
häufigsten verwendete Produktgruppe bei der
In diesen feinen Rillen sammelt sich der
Reinigung. Die vielfältigen Anforderungen
Schmutz dann leichter an.
an sie führen dazu, dass es unterschiedlichste
Produktvarianten gibt, mit oder ohne Lö-
Milde Allzweckreiniger sind Reiniger, die
sungsmittel, mit oder ohne Bleichmittel, mit
nicht mit einem Gefahrenpiktogramm ge-
oder ohne Hautschutzkomponenten. Die Re-
kennzeichnet sind. Sie eignen sich zur Besei-
zeptur von Allzweckreinigern kann je nach
tigung vieler Verschmutzungen auf allen ab-
Einsatzbereich sauer, neutral oder leicht al-
wischbaren Oberflächen im Haushalt wie
kalisch eingestellt sein. Mit sauren Reinigern
Wandfliesen, Küchenmöbeln, Türen etc.
gelingt es, kalkhaltige Verschmutzungen in
Küche, Bad und WC zu lösen. Neutralrei-
Seifenreiniger enthalten eine Kombina-
niger sind besonders schonend für das zu
tion moderner Tenside und Seifen, häufig
reinigende Material. Alkalisch eingestellte
auch Alkohol.
Produkte werden für fetthaltige Verschmut-
zungen, z. B. in der Küche, eingesetzt. Zumeist
Neutralreiniger sind milde, eher pH-neu-
flüssige Produkte werden mit oder ohne anti-
tral eingestellte Allzweckreiniger.
bakterielle Zusätze oder mit ätherischen Ölen
(z. B. „Orangenreiniger“) angeboten.
Scheuermilch-Produkte gewährleisten
aufgrund ihrer weicheren Putzkörper gegen-
Häufig verwendete Inhaltsstoffe von All-
über Scheuerpulver eine schonendere Be-
zweck-, Neutral- und Seifenreinigern
handlung des verschmutzen Materials
in wechselnder Kombination sind Tenside
(z. B. für Email, Edelstahl usw.).
(z. B. Seifen), Alkalien, Lösungsmittel (z.. B.
Alkohole), Oxidationsmittel, antibakterielle
Schmierseife ist alkalisch und bildet mit
Wirkstoffe (z. B. Aktivchlor = Natriumhy-
hartem Wasser schwerlösliche Kalkseife.

--- 40 ---
© Monika Kupka "die umweltberatung"

Das setzt die Reinigungswirkung herab, da- denn ein Haushalt ist kein Krankenhaus. Wei-
her muss bei hartem Wasser etwas höher tere Infos dazu finden Sie im Infoblatt „Reini-
dosiert werden. Achtung! Beim Einsatz im- gen ohne Chemie“, downloadbar auf
mer mit Handschuhen arbeiten. Die Augen www.umweltberatung.at
sollten mit Schmierseife keinesfalls in Be-
rührung kommen. Egal welchen Reiniger Sie nehmen, es gilt
immer der Grundsatz: So viel wie nötig,
Mit Wasser befeuchtete Mikrofasertücher so wenig wie möglich!
reinigen hervorragend alle abwischbaren
Oberflächen. So sparen Sie Reinigungsmittel. Spezialprodukte
Vorsicht bei Plexiglas oder geöltem, offenpo- und Alternativen
rigem Holz, da diese Materialien empfindlich
gegen die mechanische Abriebwirkung der Hygienereiniger enthalten keimtötende
Fasern sind. Es gibt sie sowohl feinmaschig (biozide) Wirkstoffe und sind nur in beson-
als auch in grobmaschiger Ausführung für deren Fällen erforderlich.
starke Verschmutzungen und unempfindliche Alternative: Allzweckreiniger (leicht alka-
Oberflächen. Antibakteriell wirkende Tücher lisch oder sauer) oder Mikrofasertuch
sollten aus Umweltschutzgründen vermieden Kraftreiniger (Powerreiniger) sind beson-
werden. Diese Spezialtücher braucht es nicht, ders aggressive Reinigungsmittel. Es gibt

--- 41 ---
Allgemeine Oberflächenreinigung

Kraftreiniger, die stark sauer eingestellt sind Feuchte Einweg-Reinigungstücher


und besonders gegen Kalk und Seifenreste dienen zwar der schnellen, bequemen Rei-
wirken. Andere sind alkalisch und wirken mit nigung (Convenience). Sie enthalten je-
den Alkalien und Tenside besonders gegen doch Lösungsmittel, Tenside und Duftstoffe.
Fettschmutz. Kraftreiniger können auf der Nach einmaligen Gebrauch landen die Tü-
Oberfläche der behandelten Gegenstände cher auf dem Müll und vergrößern den Ab-
Spuren hinterlassen und sind daher für Holz, fallberg.
lackierte Oberflächen, manche Kunststoffe, Alternative: mit Wasser befeuchtete,
Marmor usw. nicht geeignet. waschbare und wiederverwendbare Mikro-
Alternative: Ein milder Allzweckreiniger fasertücher
reicht meist und schont die Oberflächen.

Tipps

--- Ausschließlich mit Wasser befeuchtete Mikrofasertücher reinigen hervorragend und erset-
zen Reinigungsmittel.
--- Verwenden Sie sehr alkalisch oder sehr sauer eingestellte (Kraft- und Power-) Reiniger (nied-
riger oder hoher pH-Wert) nur, wenn es keine Alternativen gibt. Beachten Sie unbedingt die
Gebrauchsanleitung und die angeführten Schutzmaßnahmen!
--- Achten Sie beim Kauf darauf, dass Reiniger für Oberflächen wenn möglich frei von Bleich-,
Ammoniak- und Desinfektionszusätzen sind.
--- Vergleichen Sie Reinigungsmittel. Konzentrate erscheinen auf den ersten Blick auf die Menge
bezogen teurer, sind jedoch ergiebiger in der Zahl der Anwendungen und somit häufig preis-
werter.
--- Wählen Sie Produkte, die ein Gütezeichen tragen oder wählen Sie Produkte aus der Daten-
bank www.umweltberatung.at/oekorein

--- 42 ---
Oberflächen Spezialprodukte
in der Küche und Alternativen
Kühlschrank-Hygienereiniger: für die
Küchenreiniger sind Kühlschrank-Reinigung sind keine speziellen
ähnlich wie Allzweckreiniger auf- Reiniger notwendig. Alternative: regelmä-
gebaut, enthalten aber zusätzlich fettlösende ßig Kühlschrank mit Essigwasser reinigen
Lösungsmittel. Sie sind auf die Beseitigung und überprüfen, ob sich verdorbene Lebens-
von Fett spezialisiert. mittel irgendwo „verstecken“, stark riechende
Speisen in gut schließenden Kunststoffbehäl-
Was soll ich nehmen? tern verwahren und Mikrofasertuch einset-
Die Aufgabe der haushaltsüblichen Fettbe- zen. Lagern Sie leicht Verderbliches über dem
seitigung kann jeder Allzweck-, Seifen-, oder Gemüsefach, da ist es am kältesten. Kleine Ak-
Neutralreiniger erledigen. Bei geringer Ver- tivkohlebehälter im Kühlschrank entfernen in
schmutzung genügt ein Mikrofasertuch. Ein geringem Maße etwaige Gerüche.

© Subbotina Anna Fotolia.com


Beim Reinigen Handschuhe verwenden

desinfizierender Reiniger ist in einem Pri- Hygienesprays, desinfizierende Sprays,


vathaushalt unnötig. Vermeiden Sie auch in Hygienereiniger: enthalten keimtötende
der Küche Produkte mit Bezeichnungen wie Wirkstoffe (z. B. Natriumhypochlorid, Alko-
„antibakteriell“, „desodoriert“, „desinfiziert“ hole, quarternäre Ammoniumverbindungen
oder „tötet Bakterien ab“. usw.) und sind nur in Ausnahmefällen er-
forderlich. Alternative: Allzweckreiniger
(leicht alkalisch oder sauer) oder wasch-
bares Mikrofasertuch

--- 43 ---
oberflächen in der küche

Backofen-, Rohr-, Grillreiniger, Back- hen. Neben Tensiden enthalten Glas-


ofenspray: sind stark alkalisch keramikreiniger auch Abrasivstoffe (feine
Alternative: Verschmutzungen im noch Scheuerpartikel), welche die Reinigung me-
warmen (aber nicht heißen) Backrohr oder chanisch unterstützen. Glaskeramik ist emp-
am Herd sofort entfernen. Bei starken Ver- findlich gegen Alkalien und grobe Scheuer-
krustungen den Neutralreiniger konzen- mittel. Beides kann die Flächen aufrauen.
triert oder ein mildes Scheuermittel dünn Alternative: Wenn etwas überkocht, schie-
auftragen und über Nacht einwirken lassen. ben Sie es sofort mit einem Schaber aus der
So lässt sich der Schmutz am nächsten Tag heißen Kochzone und entfernen Sie es mit
leichter entfernen. einem feuchten Küchentuch. Mit einem mil-
den Allzweckreiniger mit niedrigem pH-
Schimmelentferner: Was dem Schimmel Wert oder einem Mikrofasertuch lässt sich
schaden soll, kann nicht mild zur Haut sein. das Kochfeld leicht sauberhalten. Bei sehr
Schimmelentferner enthalten starke Des- hartnäckigen Verschmutzungen helfen
infektionswirkstoffe (wie z. B. „Aktivchlor“, Ceran(Glas)schaber.
Benzalkoniumchlorid), entfernen jedoch
nur kurzfristig den Belag. Halten Sie sich Edelstahlreiniger: meist mit hohem Lö-
strikt an die Gebrauchsanleitung und beach- sungsmittelanteil
ten Sie auch die Schutzanweisungen auf der Alternative: milder Allzweckreiniger mit
Verpackung. niedrigem pH-Wert oder Mikrofasertuch
Alternative: Zur dauerhaften Bekämpfung
des Schimmels muss unbedingt die Ursache Metallpolituren, Metallreiniger: meist
beseitigt werden (z. B. Kältebrücken isolie- ohne Lösungsmittel, dafür alkalisch
ren und richtig lüften). Im Akutfall können Alternative: milder Allzweck-, Seifen-,
Sie zur Schimmelbekämfung von kleineren Neutralreiniger oder feines Mikrofasertuch.
Flächen auch Hausmittel verwenden: Brenn- Für Kupfer bzw. Buntmetall keinen sauren
spiritus (> 80 % Ethanol), Isopropylalkohol Reiniger verwenden!
(> 70 %) oder Wasserstoffperoxid (3-5 %)
aus der Apotheke. Auch bei diesen Mitteln Hygienespültücher: enthalten Silber-Ver-
die Schutzmaßnahmen einhalten. bindungen. Alternative: in der Waschma-
schine waschbare Spültücher. Diese ebenso
Herdreiniger: Sie sind sauer oder alkalisch wie Geschirrhandtücher so aufhängen, dass
und mit Schleifkörnern versetzt. Für Elektro- sie schnell und leicht trocknen. Regelmäßig
herdplatten werden ruß- oder graphithaltige tauschen und waschen, bevor sie zu muffeln
Mittel angeboten. beginnen.
Alternative: mildes Scheuermittel
Parfümierte Müllsäcke: mit Duftstoffen
Glaskeramikreiniger: haben meist Sili- versetzt Alternative: Müll häufig leeren
konöle zugesetzt, die die Oberfläche mit und den Behälter mit Essigwasser regelmä-
einem schmutzabweisenden Film überzie- ßig reinigen.

--- 44 ---
oberflächen in der küche

Antibakteriell wirkende Schneid- Nährboden. Mit heißem Wasser und Rei-


bretter: Sie können Triclosan enthalten. nigungsmittel spülen und so lagern, dass
Verzichten Sie darauf, denn sie gaukeln eine es leicht trocknet. Abgenutzte Bretter ent-
hygienische Sicherheit vor! sorgen, in den Ritzen, wie auch bei denen
Alternative: in Privathaushalten ein Holz- in Kunststoffbrettern, können sich Keime
brett! Es trocknet schneller als Kunststoff- lange halten.
bretter und entzieht den Bakterien den

Tipps

--- Durch die Verwendung weicher Schwämmchen verhindern Sie aufgeraute Oberflächen,
die rascher verschmutzen und vorzeitig „altern“.
--- Wählen Sie Schwämme aus recycliertem Kunststoff oder Zelluloseschwämme anstelle der
bunten Kunststoffschwämme.
--- Ausschließlich mit Wasser befeuchtete Mikrofasertücher reinigen hervorragend und erset-
zen oft Reinigungsmittel.
--- Wasserflecken sowie leichte Kalkablagerungen lassen sich mit Mikrofasertüchern gut ent-
fernen.
--- Verwenden Sie Abflusssiebe. Es gibt Edelstahlsiebe in verschiedenen Größen und Ausfor-
mungen. Je mehr Speisereste in den Abfluss gelangen, umso leichter kommt es zu Verstop-
fungen und Geruchsbelästigungen.
--- Umweltschonend entkalken: Nur bei einer Wasserhärte deutlich über 10° dH muss von
Zeit zu Zeit entkalkt werden. Filter-Kaffeemaschine: zwei Esslöffel Zitronensäure in einem
Liter Wasser auflösen, in den Wassertank füllen und halb durchlaufen lassen, abschal-
ten. Nach frühestens einer Stunde wieder einschalten, gründlich mit Wasser nachspülen.
Teekessel, Wasserkocher, Tauchsieder: Wasser und Haushaltsessig im Verhältnis 1:1 mischen
(oder zwei Esslöffel Zitronensäure in einem Liter Wasser auflösen) und auf das zu entkal-
kende Gerät eine Stunde einwirken lassen, dann mit Wasser spülen.

--- 45 ---
geschirr Meist verwendete
Inhaltsstoffe
Geschirrspülmittel
sind in jedem Haushalt vorhanden, sei es Handgeschirrspülmittel Flüssige Pro-
für den Abwasch mit der Hand oder für die dukte: Tenside, Rückfetter, Hilfsmittel (Farb-
Geschirrspülmaschine. Beide Produktgrup- stoffe, Parfümöle, Konservierungsmittel),
pen unterscheiden sich fundamental. Die Lösungsvermittler
pH-neutralen oder schwach sauren tensid- Maschinengeschirrspülmittel Pulver/Ta-
reichen Handgeschirrspülmittel gibt es in bletten: Tenside, Alkalien (Soda etc.), Oxi-
flüssiger Form. Die stärker alkalischen Pro- dationsmittel, Chlorbleiche oder Sauer-
dukte für die Maschine gibt es als Pulver stoffbleiche, Bleichaktivatoren, Phosphate,
oder Tabs. Es existiert eine große Produkt- Gerüststoffe, Enzyme, Komplexbildner, Farb-
vielfalt. Mit den üblichen Reinigungsmit- stoffe, Parfümöle, Silberschutz, Paraffine als
teln erreichen Sie in der Küche einen hygi- Schaumbremser etc.

© Africa-Studio Fotolia.com
Geschirrspüler voll beladen

enischen Zustand. Spezielle Hygiene- oder Klarspüler schaumarme Tenside, orga-


Kraftreiniger zur Vernichtung von Bakterien nische Säuren, Lösungsmittel, Konservie-
sind im Haushalt nicht erforderlich. Wich- rungsmittel, Duftstoffe etc.
tig ist es, bei der Zubereitung von Geflügel, Regeneriersalz ein speziell gekörntes
Fleisch oder Fisch, alle Flächen, Schneid- Kochsalz, das die Wasserenthärtungsanlage
bretter u. ä. sauber zu halten. Niemals rohes der Geschirrspülmaschine regeneriert
Huhn auf dem gleichen Brett schneiden wie
andere Essenszutaten.

--- 46 ---
geschirr

Was soll ich nehmen? werden kann. Tabs sind für viele bequemer,
weil die Dosierung schon vorgegeben ist und
Bei Handgeschirrspülmitteln das Nachfüllen von Regeneriersalz (2 in 1
sind Konzentrate vorzuziehen, da sie weni- Tabs) und Klarspüler (3 in 1 Tabs) bis zu ei-
ger Transportaufwand und Verpackung be- ner Wasserhärte von ca. 21° dH nicht notwen-
nötigen. Achten Sie darauf, dass bei Konzen- dig ist. Die Wasserhärte erfahren Sie bei Ih-
traten die Dosierung entsprechend geringer rem zuständigen Wasserwerk.
ist. Ob das Mittel milchig oder durchsichtig
klar ist, gibt keinen Hinweis auf seine Wirk- Multifunktionsprodukte wie
samkeit. Das erfüllt wie der Duft nur den „Tabs 2-in-1“, „3-in-1“,
Zweck, die Produktästhetik zu unterstreichen. usw. liefern Reiniger, Klarspüler und Enthär-
Für empfindliche Haut gibt es die parfüm- ter in einem. Sie können, da sie in Schich-
freie Variante. Immer öfter finden Sie das Ge- ten aufgebaut sind, dem Schmutz durch ihre
fahrenpiktogramm Ausrufezeichen mit der unterschiedliche Zerfalls- und Lösungsge-
Bezeichnung „Achtung“ auf Handgeschirr- schwindigkeit phasenweise zu Leibe rücken.
spülmittel. Sind diese nun gefährlicher gewor- Multifunktionstabs sind nur bis zu einer Was-
den? Nein. Der Warnhinweis ist Bestandteil serhärte von 21o dH ohne Regeneriersalz
des neuen Kennzeichensystems (siehe Ka- und Klarspüler einsetzbar. Die Dosierung der
pitel Gefahrenkennzeichen und Sicher- Multitabs ist für normale Haushaltsgeschirr-
heitsdatenblatt). Das Symbol weist darauf spüler mit 60 cm Breite ausgelegt. Für kleinere
hin, dass Spritzer Augenreizungen verursa- Geräte ist die Dosierung von Tabs zu hoch, da
chen können. Auf antibakteriell wirkende Ge- sollte weiterhin Pulver, Klarspüler und Ent-
schirrspülmittel können Sie verzichten. Ein härtersalz verwendet werden. Vorsicht ist bei
normales Mittel in Kombination mit warmen Multi-Gel-Tabs geboten: sie sind mit einer
Wasser und der Mechanik durch eine Bürste wasserlöslichen Folie versehen und können
ist für die Sauberkeit ausreichend. Tragen Sie von Kindern verschluckt werden. Diese Tabs
Schutzhandschuhe, da Geschirrspülmittel die sind unbedingt außer Reichweite von Kin-
Haut austrocknen. dern aufzubewahren.

Maschinengeschirrspülmittel Spezialprodukte
müssen die mechanische Wirkung von Hand und Alternativen
und Reinigungsbürste mit Mehraufwand an
Chemie, verlängerter Einwirkzeit und hö- Klarspüler, Glanztrockner: wird mit dem
herer Wassertemperatur ersetzen. Das Spül- letzten Spülgang auf dem Geschirr verteilt
gut ist dadurch einer starken chemischen und und verhindert Kalk- und Wasserflecken.
physikalischen Beanspruchung ausgesetzt. Alternative: diese Produkte sind im Privat-
Das kann zu Schäden bei empfindlichen Ma- haushalt nicht notwendig. Klarspüler für Ge-
terialien z. B. Glas führen. schirrspülmaschine kann bei Bedarf selber
Loses Pulver hat den Vorteil, dass es dem hergestellt werden: Lösen Sie in 1 Liter Was-
Verschmutzungsgrad entsprechend dosiert ser ca. 3 Esslöffel Zitronensäurepulver auf. Be-

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geschirr

schriften Sie die Flasche und füllen Sie diese der Hand und einem Geschirrspülmittel säu-
Lösung als Klarspüler wie gewohnt in Ihre bern. Es entstehen keine Gerüche durch sau-
Maschine ein. Wenn Gläser milchig werden, beres Geschirr.
hilft ein Blick in die Lade für das Regenerier-
salz, denn oft muss nur das Salz nachgefüllt Silberputzmittel, Silberputzwatte, Silber-
werden. tauchbad bzw. spezielle Putztücher Alterna-
tive: mit billiger Zahnpaste reinigen oder Be-
Spezielles Glasschutzmittel: „Glasschutz steckteile in eine erwärmte Kochsalzlösung
auf Zeit“ titulierte der „Konsument“ nach ei- legen und ein Stück Aluminiumfolie dazu-
ner Bewertung diese Produkte. Glaskorrosion geben. So werden die Silber-Schwefel-Ver-
(= feine Beschädigung der Glasoberfläche) bindungen reduziert, die das „Anlaufen“ ver-
wird nur kostspielig hinausgezögert. Schon ursachen und der ursprüngliche Glanz wird
vorhandene Schäden können nicht rückgän- wieder hergestellt.
gig gemacht werden. Alternative: edle und
empfindliche Gläser mit der Hand waschen. Rotbraune Flecken
Manche Geschirrspüler haben ein spezielles auf dem Besteck?
Glasprogramm. Vermutlich handelt es sich um Flugrost. Ur-
sache dafür sind beschädigtes Email, Messer
Ein Deo für den Geschirrspüler: Als aus unedlem Metall, beschädigte Verschrau-
Duftdeo, Duftkugeln und Duftspüler sollen bungen an Töpfen und Pfannen u. ä. m. Beim
sie Gerüche überdecken, wenn z. B. länger Kauf von Geschirr und Besteck auf die Be-
nicht gespült wird. zeichnungen „spülmaschinenfest“, „Edelstahl-
besteck 18/10“ oder „Echtsilberbesteck“ ach-
Spülmaschinenreiniger, - pfleger oder ten. Flugrost ist kein Materialfehler. Er kann
- schützer: enthalten Duftstoffe, Bleichmit- mit einem weichen Tuch entfernt werden.
tel und Isothiazolinone und werden zur Rei- Manche schwören auf Alukügelchen als Hilfe.
nigung und gegen Gerüche eingesetzt. Doch Ein DIN A5 großes Stück Alufolie wird dazu
sie sind selten nötig. Alternative: das Sieb, längs mit der matten Seite nach außen zu-
die Sprüharme und den Gummifalz regelmä- sammenfaltet oder zu einer Kugel geformt
ßig reinigen und den Geschirrspüler leicht ge- in den Besteckkorb gelegt. Wenn die Folie
öffnet halten (bei Kleinkindern eine Kinder- schwarz geworden ist, auswechseln. Für sehr
sicherung anbringen). Benutzen Sie ab und hartnäckige Flecken gibt es spezielle Edel-
zu ein heißeres Intensivprogramm. Stark ver- stahl-Putzmittel. Auch das Wasser kann Spu-
schmutztes Geschirr, das länger stehen muss, ren von Rost aufweisen. Hier ein kleiner Test,
bis die Maschine sich gefüllt hat, vor dem Ein- um dies herauszufinden: Mehrere Liter Was-
räumen kurz kalt abspülen. ser am Wasserhahn des Geschirrspülers über
ein weißes Baumwolltuch laufen lassen. Wenn
Antibakterielle Topfreiniger: sollen ge- rötlicher Schmutz am Tuch ist, sollte ein/e In-
gen schlechten Geruch wirken. stallateurIn befragt werden.
Alternative: Töpfe in der Maschine oder mit

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geschirr

Tipps

--- Geschirrspüler voll beladen, das spart Wasser, Strom und Geschirrspülmittel. Geschirr so
einräumen, dass das Wasser aus dem Spülarm überall hinkommt.
--- Wählen Sie das Eco-Programm. Es spült zwar länger als das Standardprogramm,
verbraucht jedoch weniger Strom und Wasser. Das Reinigungsergebnis ist das gleiche.
Schnellprogramme arbeiten mit Temperaturen um die 40 - 45 ° und sind nur für leicht
verschmutztes und frisch benutztes Geschirr geeignet.
--- Grobe Speisereste vor dem Spülen abspülen und im Biomüll entsorgen. Speisereste am
Geschirr nicht antrocknen lassen.
--- Wählen Sie phosphatfreie Geschirrspülmittel, z. B. mit Umweltzeichen, sie reinigen auch
gut bis sehr gut.
--- Geschirrreiniger, Klarspüler, Regeneriersalz einzeln oder als Systemprodukt entsprechend
der Herstellerangaben einsetzen. Angaben zur Wasserhärte beachten. Stellen Sie die Ent-
härteranlage der Maschine auf die örtliche Wasserhärte ein. Die Wasserhärte erfahren Sie
bei Ihrem Wasserversorger bzw. Wasserwerk.
--- Pulver lassen sich besser dosieren – ein Vorteil bei kleinen, schmalen Geschirrspülern. Sie
sind nicht so aufwendig verpackt. Bei geringer Verschmutzung kann auch eine geringere
Dosierung ausreichen.
--- Regeneriersalz ist sehr billig. Es ist also keine Ersparnis, wenn in den Multi-Tabs ein
Wasserenthärter enthalten ist.
--- Wenn Sie 3-Phasen- oder Mehrphasen-Tabs verwenden, müssen Sie bis zu einer Wasser-
härte von ca. 21° dH weder Regeneriersalz noch Klarspüler nachfüllen (Wasserenthärter
und Klarspüler sind in den Tabs enthalten).
--- Ordnen Sie das Besteck immer mit dem Griff nach unten ein, damit der Wasserstrahl die
verschmutzten Teile besser erreicht.
--- Versilberte und rostfreie Besteckteile getrennt in die Spülmaschine füllen, sie sollten sich
auf keinen Fall berühren.
--- Zum Abwaschen per Hand verwenden Sie möglichst warmes Wasser (dafür weniger
Reinigungsmittel). Beginnen Sie mit dem am wenigsten verschmutzten Geschirr. Zuerst
Gläser, Tassen, Teller und Besteck, dann Töpfe und Pfannen spülen. Handschuhe nicht
vergessen und cremen Sie nach dem Abwaschen Ihre Hände ein.
--- Angetrocknete oder angebrannte Töpfe in möglichst heißem Wasser und etwas Hand-
geschirrspülmittel einweichen, eventuell mit etwas verdünntem Geschirrspülmittel kurz
aufkochen lassen.
--- Plastikteile werden durch farbintensive Speisereste (z. B. Ketchup) leicht verfärbt.
--- Geschirr mit Glasurdekor mit der Hand waschen.

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Bad und WC Meistens verwendete
Inhaltsstoffe
Für Bad und WC wer-
den eine Vielzahl an Spezialmitteln an- WC- und Sanitärreiniger
geboten, die diesen Bereich nicht nur reini- Säuren (z. B. Zitronen- oder Essigsäure),
gen, sondern ihn auch „hygienisch sauber“ Alkalien (z. B. Natronlauge), Tenside, Lö-
und in Glanz erstrahlen lassen sollen. Laut sungsmittel (z. B. Alkohole), Komplexbild-
Produzenten wächst der WC-Hygiene- ner, Verdickungsmittel, Konservierungs-
markt dynamisch (CASH 12/2013). Um stoffe, Farbstoffe, Parfüm etc.
die Marktanteile wird heftig gekämpft. In- Achtung: Reiniger, die Natriumhypo-
novationen sind daher unumgänglich. Mul- chlorit (Aktivchlor) enthalten (dies ist auf
tifunktionsprodukte werden entwickelt der Verpackung angegeben), dürfen nicht
und neue Trenddüfte für WC- und Bad- gleichzeitig mit sauren Reinigern (erkenn-
beduftung kreiert. Es gibt selbsthaftende bar auf der Verpackung meist durch den
Gele, die ohne Körbchen auskommen, mit Namen der Säure, wie „Essigsäure“ u. ä.
Schutzfolien versehen sind und sich im oder der Bezeichnung: „enthält organische
Wasser auflösen. Dennoch kann hier nicht oder anorganische Säure“) verwendet wer-
von Umweltschutz die Rede sein. Im Trend den, da sich giftiges Chlorgas bilden kann.
sind seit 2014 ausgefallene Farben, Formen Gefährliches Chlorgas kann sich auch bil-
und Düfte. Viele der Produkte sind unnö- den, wenn Sie heißes Wasser dazugeben.
tig, manche für die Umwelt oder sogar den
Menschen sogar belastend. Viele Produkte, die mit „antibakteriell, hy-
gienisch, keimtötend“ im Namen oder in
Im Herbst 2014 untersuchte "die umwelt- der Beschreibung werben, sind mit des-
beratung" in diversen Supermärkten Reini- infizierenden Stoffen wie Natriumhypo-
gungsmittel für Bad und WC. Darunter be- chlorit oder quarternäre Ammoniumver-
finden sich Duftspüler, Beckensteine und bindungen (z. B. Benzalkoniumchlorid)
-würfel, WC-Gele, -Kugeln,- Sticker und und vielen anderen versetzt. Dabei befin-
-Tabs, Badreiniger, Abflussreiniger, Kalkrei- den sich die meisten Keime nicht im Bad
niger- und -sprays, Schimmelentferner, Des- und WC, sondern in alten, übel riechenden
infektions- und Hygienereiniger. Nur rund Putzfetzen und Schwämmen der Küche.
ein Viertel der erhobenen Produkte, näm- Keime werden vor allem mit den Händen
lich Bad- bzw. WC-Reiniger, stellen eine übertragen. Daher nach dem Toiletten-
sinnvolle Ergänzung zu Mikrofasertüchern besuch und nach der Essenszubereitung
und Allzweckreinigern dar. Etliche der er- Hände waschen. Mehr dazu finden Sie im
hobenen Mittel für das WC (Beckensteine Infoblatt „Hygiene im Alltag“, downloadbar
in den verschiedenen Formen fest, gelartig auf www.umweltberatung.at.
und flüssig) sind als „Schädlich für Wasser-
organismen, kann in Gewässern längerfristig
schädliche Wirkung haben“ gekennzeichnet.

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© photowahn Fotolia.com

Was soll ich nehmen? Haushaltsessig (oder aufgelöste Zitro-


nensäure) in die WC-Muschel und bür-
Milde Allzweckreiniger, Essig- oder Zi- sten Sie mit der Klobürste nach. Vergessen
tronensäurereiniger oder milde Scheu- Sie den Spülrand in der Muschel nicht. Die
ermittel eignen sich zum Reinigen von Klobürste häufig verwenden, so lagern sich
Bad und Toilette. Bei geringer oder mittle- Urin- bzw. Kalkstein nicht so leicht an. Auch
rer Wasserhärte (beim Wasserwerk oder das Schließen des WC-Deckels hilft, weil
der Gemeinde nachfragen) reicht der All- sich durch das Verdunsten des Wassers ver-
zweckreiniger aus. Produkte, die ein Ge- mehrt Kalkablagerungen bilden. Auf Kalk/
fahrenpiktogramm tragen, sollten Sie nur Urinstein-Ablagerungen einen milden WC-
dann verwenden, wenn keine Alternative Reiniger aufbringen und einwirken lassen. Di-
zur Verfügung steht. Verwenden Sie wei- rekt in der WC-Schüssel einen Haushaltsessig
che Schwämmchen, damit die Oberflächen (oder aufgelöste Zitronensäure) auf WC-Pa-
nicht aufgeraut werden. Aufgeraute Oberflä- pier träufeln (da die Flüssigkeit sonst abrinnt)
chen verschmutzen rascher und „altern“ vor- und einige Zeit einwirken lassen. Das entfernt
zeitig. Trockene oder mit Wasser nebelfeucht Kalkablagerungen. Beachten Sie, dass Essig
gemachte Mikrofasertücher beseitigen bei rissigen Armaturoberflächen – oder je-
gut Kalkflecken an Fliesen und Armaturen. dem Kontakt mit Messing bzw. Kupfer – zu
Geben Sie einmal pro Woche ein Stamperl Grünspanbildung führt.

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bad und wc

Spezialprodukte wirkung wird dadurch nicht verbessert.


und Alternativen Alternative: WC regelmäßig reinigen,
WC-Bürste sofort verwenden
Duftspüler-Spender (Dispen-
ser), WC-Beckensteine, WC-Tabs, Bad- und Wannenreiniger, die als
WC-Sticks, WC-Gele, Wasserkas- Wischwasser- und Sprayprodukte an-
tenwürfel: Sie setzen bei jedem Spü- geboten werden: sind zur großflächigen
len Chemikalien frei, die einer bakteriel- Anwendung gedacht. Alternative: All-
len Kontamination und Kalkablagerungen zweckreiniger, Essig- oder Zitronenreiniger
vorbeugen sollen. Nebenbei soll noch die mit einem weichen Schwämmchen aufge-
Raumluft verbessert und für eine bunte tragen erfüllen den gleichen Zweck.
Optik im WC gesorgt werden. Die in Be-
ckensteinen und Reinigern enthaltenen WC-Schäume: haften am unteren WC-
Tenside, Farb- und Duftstoffe gehen groß- Schüsselrand, sind aber oft nicht ausrei-

© Sylvi M Fotolia.com
WC Bürste regelmäßig einsetzen

teils direkt in die Kläranlagen und können chend wirksam gegen Kalkablagerungen
dort die biologischen Abbauprozesse stö- (test 3/2014). Alternative: WC-Bürste
ren. Gelangen diese Stoffe bis in die Flüsse regelmäßig eingesetzt ist viel günstiger.
und Seen, können sie den Fischbestand
schädigen. Häufig wird den Spezialmitteln Desinfektionsreiniger für Bad und
ein Duftstoff beigemengt, um dem/der An- WC: sollen Mikroorganismen beseitigen.
wenderIn ein gutes Gefühl zu vermitteln Nur bei dringendem Bedarf einsetzen (z.
(„alles riecht so frisch“) – die Reinigungs- B. bei der Pflege von Menschen mit Infek-

--- 52 ---
bad und wc

tionskrankheiten und der Empfehlung des Abfluss-Tabs: sind teuer und nur unter
Arztes, der Ärztin). Der routinemäßige Ein- Wasser einsetzbar. Wirken laut dem Ma-
satz bakterienbekämpfender Mittel ist aus gazin test nur bei normalen Verschmut-
Sicht von HygienikerInnen nicht notwen- zungen (test 2/2014).
dig. Außerdem kommt die Hand selten Alternative: Verstopfungen verhindern, z.
mit der WC-Schüssel in Kontakt. Gerade B. durch Abflusssiebe, oder Verstopfungen
Desinfektionsmittel belasten das Abwasser mechanisch (mit Saugglocke oder mit einer
stark (test 3/2104). Rohrspirale) beseitigen. Es gibt auch bio-
Alternative: WC-Sitz und Außenfläche logische Reiniger, die Enzyme enthalte, die
mit einem Tuch reinigen. Das Waschen der Fette und Proteine im Rohr abbauen.
Hände nach jedem WC-Besuch und das Nachteil dieser Mittel ist, dass die Einwir-
Niesen in die Ellbogenbeuge statt auf die kungsdauer oft mehrere Stunden beträgt.
Handfläche ist der beste Schutz vor Keimen.

© Claudia-Otte pixelio.de
Baden macht Spaß

Abflussreiniger: entwickeln, je nach Zu- Entkalker und Kalklöser: enthalten teils


sammensetzung, starke Laugen oder Wärme starke Säuren – unbedingt Gebrauchsanlei-
und zusätzliche mechanische Aktivität, um tung genau einhalten und für Kinder uner-
den Auflösungsprozess von Seifen-, Fett-, reichbar aufbewahren. Empfindliche Ma-
Haar- und Essensrückständen zu beschleuni- terialien wie z. B. manche Fliesen, Emaille,
gen. Warnhinweise und vorgeschriebene Do- Buntmetalle, Aluminium, Holz- oder Mar-
sierung beachten! Zu hoch dosierte Abfluss- morflächen dürfen nie mit stark sauren Rei-
reiniger können Kunststoffrohre beschädigen. nigern behandelt werden. Das kann Be-

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bad und wc

schädigungen verursachen. (Antibakterielle) Einwegtücher:


Alternative: Haushaltsessig oder Reiniger feuchte Reinigungstücher sind oft mit an-
auf Basis von Essig- oder Zitronensäure. tibakteriellen Zusätzen versehen. Sie erhö-
hen den Abfallberg und belasten dadurch
Bad- oder WC-Kraftreiniger: sollen für die Umwelt.
Hygiene sorgen und manchmal auch gegen Alternative: feuchtes Mikrofasertuch und
Schimmel wirken. Viele enthalten schwer ein milder saurer Reiniger.
abbaubare Substanzen wie Desinfektions-
wirkstoffe (z. B. quarternäre Ammonium- Lufterfrischer: diesen wird, da sie nicht
verbindungen). Andere weisen einen nie- nur im WC eingesetzt werden, ein eigenes
deren pH-Wert auf , diese Produkte sind Kapitel gewidmet. Siehe Kapitel Luftver-
ätzend. besserer, Luft-, Textilerfrischer und
Alternative: Badreiniger auf Basis von or- Geruchsabsorber.
ganischen Säuren, wie Zitronen- oder Es-
sigsäure, bevorzugen.

Tipps

--- Schmutz am besten immer sofort mit einer Klobürste entfernen. Bürsten mit seitlichen Spe-
zialbürstchen können leichter unter den Beckenrand hinein. Wassertropfen und Schmutz
gleich nach dem Baden und Duschen entfernen, das kann aufwendige Putzaktionen mit
Spezialmitteln ersparen.
--- Haben sich auf Glastüren und Duschkabinen Kalkflecken abgesetzt, reiben Sie diese je nach
Wasserhärte ein- bis zweimal pro Woche mit einem in Haushaltsessig getränkten weichen
Schwamm ab.
--- Schmutz in den Fliesenfugen: Bestreichen Sie die Fugen mit Schlämmkreide oder einem
Brei aus Backpulver und Wasser. Eine Viertelstunde einwirken lassen und gründlich spülen.
Achtung: Saure Reiniger schädigen die Fugenmasse, sie wird rissig und der Schmutz setzt
sich noch leichter darin ab.
--- Marmor, Dekorfliesen und Aluminium sind säureempfindliche Materialien. Für diese Ma-
terialien keine sauren Reinigungsmittel verwenden.
--- Das WC ist kein Mistkübel! Zigarettenstummel, Tampons usw. müssen andernorts wieder
kostspielig entfernt werden. Bitte hierfür den Restmüll verwenden.
--- Geben Sie Speisereste oder Altöle nicht in das WC. Das führt leicht zu Verstopfungen der
Abflussrohre.

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bad und wc

Tipps

--- Verstopfungen sofort entfernen. Bereits wenn der Abfluss schlecht abläuft, Saugglocke oder
Rohrspirale einsetzen. Anwendung der Saugglocke: Verschließen Sie dazu alle nahe gele-
genen Abflüsse inklusive Überläufe z. B. mit einem feuchten Putztuch. Achtung bei Pro-
dukten, die mit Druck (-luft) arbeiten. Da gab es nach der Anwendung schon Risse in den
Rohren.
--- Gerüche verschwinden durch Lüften. Wenn das nicht möglich ist, kann das Abbrennen eines
Streichholzes die gröbsten Gerüche etwas „verbessern“.
--- Achten Sie auf einen dichten Verschluss der Klospülung. Durch eine tropfende Spülung ent-
steht besonders viel Kalkablagerung und der Wasserverbrauch steigt erheblich.
--- Verwenden Sie beim Putzen, vor allem im Umgang mit sauren Reinigern, immer passende
Handschuhe.
--- Alle WC-Reiniger kindersicher aufbewahren!

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Reinigung Seifenreiniger zugeben. Mikrofasermopps
von FuSSböden mit dazugehörender Presse verhindern eine
zu starke Durchfeuchtung des Bodens. Für
Bodenbeläge machen geölte und gewachste Böden eignen sich Mi-
die Wohnung behaglich. Sie krofasermopps weniger, da sie die Oberflä-
sollen glänzen, kinderfreundlich, trittsicher, che mit der Zeit aufrauen.
strapazierfähig und vieles mehr sein. Spezi-
elle Fußbodenreinigungsmittel sind oft eine Kleine Teppiche können ausgeklopft wer-
Kombination von Reinigungs- und Pflege- den. Bei vollverlegten Teppichen sollte eine
mitteln. Basisreinigungsmittel wie Allzweck- Teppichgrundreinigung so lange wie mög-
oder Seifenreiniger sind jedoch meist aus- lich hinausgezögert werden, da die schmutz-
reichend. abweisende Imprägnierung dabei verloren
geht. Wenn die Reinigung unumgänglich ist,
Häufig verwendete wird eine Sprühextraktionsreinigung emp-
Inhaltsstoffe fohlen, da sie schonender ist als eine feuchte
Shampoonierung oder Trockenpulverrei-
Bodenreinigungs- und Pflegemittel, nigung. Ein Sprühextraktionsgerät, das in
welche für harte Bodenbeläge wie Holz, einem Arbeitsgang die Reinigungslösung
Kunststoff, Laminate, Natur- und Kunst- aufsprüht und dann absaugt, kann im Han-
steine verwendet werden, enthalten meist del gemietet werden. Die Durchfeuchtung
Tenside, Seifen, Lösungsmittel, Wachse, Po- des Bodens ist dabei geringer als bei einer
lymere (Kunststoffe), Weichmacher, Kon- Shampoonierung, aber stärker als bei einer
servierungsstoffe, Farb- und Duftstoffe, Pulverreinigung. Bei einer vollflächigen Ver-
Wasser und Silikone (in Steinfußboden- klebung sollte diese Behandlung kein Pro-
pflegemitteln). Reinigungsmittel für textile blem sein. Ist der Boden nicht vollständig
Oberflächen und Teppiche enthalten meist: verklebt, können sich Wellen bilden. Feucht
Tenside, Lösungsmittel (Alkohole oder Gly- gereinigte Flächen bis zum Abtrocknen
kolether) und Polymere. nicht begehen!

Was soll ich nehmen? Laminate, Linoleum oder versiegelter


Parkett sind wasserunempfindlicher als ge-
Möglichst auf Mechanik setzen! Staub- wachste oder geölte Holz- oder Korkböden.
saugen oder nebelfeucht wischen löst lose Böden können von Zeit zu Zeit mit einem
aufliegenden Schmutz. Staub und leichte nebelfeuchten Tuch gereinigt werden, an-
Verschmutzungen auf glatten Belägen sonsten nur trocken wischen. Geölte und ge-
Kunststoffböden, Holzböden oder Steinbö- wachste Böden sind für das Raumklima gün-
den sind mit nebelfeuchtem Tuch oder Mi- stiger, weil sie Feuchtigkeit aus der Raumluft
krofasermopp gut zu beseitigen. Erst bei stär- binden und wieder abgeben und so mithel-
keren Verschmutzungen dem Wischwasser fen, ein gesundes Raumklima zu erhalten.

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© Rainer Sturm pixelio.de

Sie können durch Abschleifen leicht erneu- angenehme Gerüche im Bodentuch verhin-
ert werden. Geölte oder gewachste Böden dert werden.
gehören regelmäßig nachbehandelt, damit Alternative: Bodentücher gelegentlich mit
der Schutz aufrechterhalten wird. 60 °C waschen

Spezialprodukte Hygienesprays für Teppiche: meist mit


und Alternativen Duftstoffen und Alkoholen versetzt, sollen
Bakterien aus Teppichen beseitigen:
Einweg-Bodentücher: sind Wegwerfpro- Alternative: die Ursache für Gerüche mit
dukte, die meist mit Paraffinwachs und Mi- Sprühextraktion entfernen. Regelmäßiges
neralöl versetzt sind. Sie kosten sehr viel im Staubsaugen reduziert die Bakterien.
Vergleich zur normalen Reinigung mit Sei-
fen-, Neutral- oder Allzweckreinigern und Holzbodenversiegelung: Wenn Sie Ihren
tragen zum Abfallberg bei. Boden versiegeln – wobei der Boden durch
Alternative: Wischen mit feuchtem Mi- die Lackschicht nicht mehr atmen kann –
krofasertuch oder mit üblichen Haushalts- verwenden Sie einen Lack mit dem österrei-
reinigern. chischen Umweltzeichen.
Hygienebodentücher: sind mit Silber-io- Alternative: Statt den Boden nach dem Ab-
nen versehen. So sollen Bakterien und un- schleifen mit Lack zu versiegeln, können Sie

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Reinigung von FuSSböden

den Boden mit natürlichem Bodenöl oder Die Heimwerkerbroschüre


Bodenwachs behandeln. Das erhält die „Selbst gemacht? Ja, aber ökologisch! Tipps
Atmungsfähigkeit des Holzbodens, weil er für umweltfreundliches Heimwerken.“ er-
dadurch offenporig bleibt. stellt von "die umweltberatung" im Auftrag
des Bundesministerium für Land- und Forst-
„Einlassen“: der Einsatz von Glanz-, Wisch-, wirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft gibt
Farbenerhaltungs- und Beschichtungsmitteln unter anderem viele Tipps zur optimalen Bo-
oder „Grundreinigern“ ist im Haushaltsbe- denauswahl (Bestellinformationen im
reich nicht notwendig. Kapitel Broschüren und Folder).
Alternative: Wischen mit Allzweckreiniger
oder Schmierseifenlösung.

Selbstglanzemulsionen, unverdünnte
Wischpflege u. ä. können zu einer Schich-
tenbildung führen, die den Boden nach ei-
niger Zeit unansehnlich macht und schwer
zu entfernen ist. Alternative: Wischen mit
feuchtem Mikrofasertuch oder mit üblichen
Haushaltsreinigern. Die Verwendung von
Dampfreinigern zur Bodenreinigung hat sich
im Haushalt nicht bewährt.

Tipps

--- Die Straßenschuhe im Eingangsbereich stehen lassen und Schmutzfangmatten beim Ein-
gang vermindern den Schmutzeintrag, das schont den Bodenbelag.
--- Staubsaugen statt kehren. Beim Kehren wird der Staub aufgewirbelt. Trockenmopps binden
ebenfalls den Staub.
--- Filzgleiter auf Stuhl- und Tischbeinen anbringen, damit der Holzboden nicht zerkratzt wird.
--- Zögern Sie das Nassreinigen der Teppiche so lange wie möglich hinaus. Prüfen Sie, ob der
Teppich überhaupt dafür geeignet ist, da manche Rückenmaterialien stark aufquellen und
sich dann lösen können. Achten Sie auch auf Möbelstücke – am besten vorher hinaustra-
gen. Verwenden Sie zunächst nur Essigwasser (Farbechtheit prüfen) oder bei starker Ver-
schmutzung eine milde Seifenlösung.
--- Gemusterte, dunklere oder melierte Teppichböden sind weniger schmutzempfindlich als
helle, einfarbige.

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Reinigung von FuSSböden

Tipps

--- Lose Teppiche immer auf der linken Seite (Rückseite) ausklopfen.
--- Rechtzeitige Beseitigung von kleinen Flecken lässt textile Beläge sauberer aussehen. Wegen
der Verschiedenartigkeit der eingesetzten Materialien (Fasern, Trägergewebe, Rückenbe-
schichtung) wird ein spezieller Fleckentferner für Teppiche empfohlen. Unbedingt die An-
wendungsvorschriften genau einhalten! Achtung: Farben können ausbleichen – zuerst an
einer unauffälligen Stelle ausprobieren.
--- Der Staubsaugersack riecht? Nur wenige Staubsauger sind so gut gebaut, dass sie auch bei
vollem Filterbeutel den Staub sicher im Gehäuse behalten. Daher nachprüfen, ob der Beu-
tel voll ist oder der Sauger innen stark verunreinigt ist.
--- Beim Staubsaugen Fenster öffnen und danach gut lüften.
--- Aktivkohlefilter halten die Luft mehr oder weniger von übel riechenden Ausdünstungen der
Staubsauger frei.
--- Linoleumböden nicht mit stark alkalischen Mitteln (z. B. Schmierseife) reinigen, da sie die
natürlichen Grundstoffe des Linoleums zerstören. Der Boden kann sich verfärben.
--- Bei geschliffenen oder polierten Steinflächen (Marmor, Terrazzo etc.) keine säurehaltigen
oder stark alkalischen Reiniger verwenden – der Belag wird stumpf. Auch Cotto ist emp-
findlich.
--- Unglasierte Keramikbeläge sind wegen ihrer grobporigen Oberfläche empfindlich gegen
Schmutz. Am besten hilft, dem Schmutz vorzubeugen oder mit einem Steinpflegemittel zu
imprägnieren. Auch bei Steinpflegemitteln unbedingt die Gebrauchsanweisung genau ein-
halten und die Warnhinweise beachten. Manche Keramikbeläge sind bereits vom Herstel-
ler mit Imprägnierungsmitteln behandelt.
--- Striche auf Böden und Mauern mit (farblosem bzw. weißem) Bleistiftradierer entfernen
oder, etwas teurer, mit speziellen Melamin-Schmutzradierern. Kugelschreiberflecken an
der wischbeständigen Wand können auch mit einem feuchten Tuch weggerieben werden.

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Möbelpflege ausreichend. Haftender Schmutz wird bes-
ser mit einem nebelfeuchten Mikrofaser-
Möbelpflegemittel tuch/Kunststofffasertuch beseitigt. Mö-
werden flüssig, als Paste oder als Mö- belpflegemittel sind bei geschlossenen
belwachs angeboten. Die Basis sind Natur- (lackierten) Oberflächen nicht notwendig.
wachs oder Mineralölemulsionen zur Rei-
nigung und Pflege. Zu unterscheiden ist Holzmöbel mit offenporigem, ge-
zwischen Möbeln, die eine Pflege brau- wachstem, gebeiztem Holz: Vorteil: die
chen, weil ihre Oberflächen offenporig Fläche lädt sich elektrostatisch nicht auf,
sind, und solchen, die von den Herstellern zieht daher weniger leicht den Schmutz an
mit farblosen oder farbigen Lacken versie- und ist einfach auszubessern. Regelmäßig
gelt wurden. Staub wischen und wenn erforderlich mit
Jedes Holz und jede Oberfläche reagiert Bienenwachsbalsam oder Leinölfirnis be-
anders. Bei heiklen Möbeln sollte das ein- handeln.
gesetzte Pflegemittel zuerst an unauffälliger
Stelle getestet werden. Möbelpolituren die- Kunststoffbeschichtete Oberflächen:
nen nur der Reinigung und dem Wieder- Vorteil: strapazierfähig und leicht sauber zu
auffrischen des Glanzes. halten. Sie werden vor allem im Arbeitsbe-
reich (Küche etc.) eingesetzt und sind wie
Häufig verwendete Vollkunststoffmöbel mit feuchten Mikro-
Inhaltsstoffe fasertüchern zu reinigen, bei stärkerer Ver-
schmutzung mit Allzweckreinigern. Ach-
Möbelreinigungsmittel und -pflegemittel tung! Mikrofasertücher können aufgrund
bestehen aus Mineralöl, Wachs, Emulga- ihrer mechanischen Wirkung manche
toren, Testbenzin, in Spuren Bienenwachs Kunststoffbeschichtungen aufrauen oder
(bei Produkten auf Wasserbasis). Produkte zerkratzen.
auf Naturwachsbasis mit Leinölfirnis, Bie-
nenwachs, Carnaubawachs, Schellack, Ci- Metallmöbel, Plexiglas, Acrylglas
trusterpen, Emulgatoren etc. sind eher Im- (beides sind Kunststoffverbindungen):
prägniermittel als Polituren. Staub wischen mit weichem Tuch und bei
Verschmutzungen milden Allzweckreini-
Was soll ich nehmen? ger verwenden. Achtung! Mikrofasertücher
können auch die empfindlichen Oberflä-
Lesen Sie die Angaben des Möbelherstel- chen von Plexiglas oder Acrylglas aufrauen
lers. Dort ist angeführt, welche Mittel oder oder zerkratzen.
Geräte verwendet werden dürfen.
Ledermöbel: Bei leichten Verschmut-
Holzmöbel lackiert, versiegelt: Vorteil: zungen feucht abwischen und absaugen.
pflegeleicht! Trockenes Staubwischen zur Polstermöbel am besten regelmäßig ab-
Beseitigung des alltäglichen Schmutzes ist saugen. Festhaftenden Schmutz mit selbst

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© D. Ott Fotolia.com

hergestelltem Seifenschaum lösen. Ach- Kunststoff-, Plexiglas-,


tung! Stoff nicht zu stark befeuchten oder Metallmöbel-Pflegemittel:
punktuell und sehr sparsam Polstersham- Diese sind im Haushalt meist nicht not-
poos verwenden. wendig. Alternative: gewöhnliche milde
Allzweckreiniger.
Spezialprodukte
und Alternativen Möbelpolitur:
sieht zunächst gut aus, da das Möbel-
Polster- und Ledermöbelschäume stück glänzt, aber mit der Zeit bildet sich
sind oft umwelt- oder gesundheitsbela- eine Schicht aus alter Politur, auf der der
stend. Vor der Anwendung immer an ver- Schmutz noch leichter haftet.
deckter Stelle Farbechtheit und Ober- Alternative: Möbel mit weichem Tuch
flächenveränderung prüfen. Unbedingt polieren.
Warnhinweise und Gebrauchsanweisung
beachten. Leder ist empfindlich gegen ag- Hygienesprays für Matratzen
gressive Mittel. Bei Polstermöbeln darf nur und Pölster: mit Duftstoffen und Alko-
mit dem „Strich“ gebürstet werden, sonst holen versetzt sollen sie Bakterien aus Pöl-
kann es schnell zu Beschädigungen kom- stern und Matratzen beseitigen.
men. Alternative: spezielle Polsterreiniger

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möbelpflege

punktuell verwenden. Die Ursache für Ge-


rüche entfernen. Regelmäßiges Staubsau-
gen hilft. Matratzen können Sie regelmäßig
umdrehen und bei Schönwetter an der fri-
schen Luft auslüften. Das reduziert Feuch-
tigkeit und Bakterien.
© JackF Fotolia.com
Reinigen von Möbeloberflächen

Tipps

--- Vorsicht: lackierte Möbel, Kunststoff-, Plexiglas- und Metallmöbel werden durch Scheu-
ermittel zerkratzt. Auch lösungsmittelhaltige Produkte oder Möbelpflegemittel greifen die
Oberfläche an.
--- Kerzenwachs auf lackierten Möbeln mit dem Föhn erwärmen, dann mit einem Tuch abneh-
men.
--- Schellack (bei Antiquitäten) ist sehr empfindlich gegen Hitze, Feuchtigkeit und Alkohol. Bei
starker Verschmutzung und für regelmäßige Pflege fragen Sie eine/n RestauratorIn um Rat.
--- Ledermöbel möglichst nicht in der Nähe von Heizungen aufstellen, da sie leicht „austrock-
nen“, das heißt das Leder wird spröde.
--- Glasmöbel in Kombination mit Holz oder Metall nicht mit einem Glasreiniger, der Ammo-
niak enthält, besprühen, da der Ammoniak die Lackoberflächen angreifen kann.
--- Kunststoffmöbel sowie lackierte oder furnierte Holzmöbel abstauben oder nebelfeucht wi-
schen (mit Mikrofasertuch). Starke Verschmutzungen mit Allzweckreiniger oder einem Ge-
misch aus Wasser und Haushaltsessig (10 Teile Wasser, 1 Teil Essig) reinigen.
--- Offene Holzflächen (geölt, gewachst etc.) falls nötig mit den vom Hersteller empfohlenen
Mitteln nachpflegen, z. B. Leinölfirnis oder Bienenwachsbalsam.
--- Bei geölten oder gewachsten Holzflächen, Plexiglas und manchen glänzenden Kunststoffo-
berflächen keine Mikrofasertücher verwenden!
--- Zum Fleckenentfernen bei geölten oder gewachsten Holzmöbeln: einige Tropfen Speiseöl und
etwas Salz auf ein weiches Tuch geben und damit Fleck entfernen, gut nachpolieren.
--- Bevorzugen Sie bei Polstermöbeln solche mit abnehmbaren und waschbaren Stoffbezügen.
--- Das Polstermöbel stinkt? Versuchen Sie es damit: Wenn es leicht tragbar ist, gönnen Sie ihm
etwas frische Luft im Freien (Balkon). Sie können auch ein altes Bettlaken mit einem Ge-
misch aus 1 l Wasser und 1/8 l Haushaltsessig tränken und gut auswringen. Das Tuch auf
das Polstermöbel legen und ausklopfen, oder das getränkte Tuch über eine Bürste geben
und das Möbel bürsten. Bei empfindlichen Materialien aufpassen.

--- 62 ---
Fenster und
Glasgegenstände
reinigen
Streifenfreie Sicht,
möglichst ohne Anstren-
gung: dafür werden gebrauchsfertige © apops Fotolia.com
Glasreinigung
Produkte mit Sprüh-, Schaumpumpen oder
Spritzverschluss, aber auch feuchte Reini-
Was soll ich nehmen?
gungstücher angeboten. Der Lösungsmit-
telanteil (meist Spiritus), der vor allem zur
Klare Sicht und saubere Oberflächen errei-
raschen Trocknung der Oberfläche dient,
chen Sie bei regelmäßiger Reinigung mit
belastet auch die Luft. Ammoniak („Salmi-
nebelfeuchten Mikrofaser- bzw. Kunststoff-
akgeist“) findet sich zwar selten, aber noch
fasertüchern.
immer in manchen Glas- bzw. Fensterrei-
nigern. Ob Ammoniak zugesetzt ist, erken-
Spezialprodukte
nen Sie am stechenden Geruch.
und Alternativen
häufig verwendete
Ammoniakhaltige Produkte: Sie haben
Inhaltsstoffe
einen stechenden Geruch und reizen die
Augen und die Atemwege. Alternative:
Fenster- und Glasreiniger bestehen
nebelfeuchte Mikrofasertücher.
aus Tensiden, Alkoholen, Farb- und Duft-
Feuchte Reinigungstücher: Sie erhö-
stoffen, Konservierungsmittel, viel Wasser
hen den Abfallberg und sind im Vergleich
(meist über 90 %) und manchmal Ammo-
zu herkömmlichen Reinigungsmitteln
niak (löst hartnäckige fettige Verschmut-
teurer und müssen mit Konservierungsmit-
zungen).
teln stabilisiert werden. Alternative: ne-
belfeuchte Mikrofasertücher.

Tipps

--- Gummiabzieher, Fensterleder und fusselfreies Tuch sind wie Mikrofasertücher ideal zur Fen-
sterreinigung. Es gibt mittlerweile Mikrofasertücher mit derselben Textur wie Fensterleder.
--- Sie können sich auch selbst ein Fensterputzmittel mischen: Sprühflasche ca. ¾ mit Wasser
füllen und mit Haushaltsessig ergänzen. Bei starken Verschmutzungen kann ein Spritzer Ge-
schirrspülmittel beigegeben werden.

--- 63 ---
Luftverbesserer, spüler, Kästen und sonstigen geschlossenen
Luft-, Textil- Räumen werden die Duftgeber gehängt.
Die Wirkung ist dabei von der Raumtem-
erfrischer & peratur, der Luftfeuchtigkeit und dem
Geruchsabsorber Luftaustausch beeinflusst.

Die beste Möglichkeit, Häufig verwendete


für frische Luft zu sor- Inhaltsstoffe
gen, ist das regelmäßige Lüften. Manche
Gerüche wie z. B. Zigarettenrauch verblei- Geruchsabsorbierer und Textilerfrischer
ben jedoch trotzdem in Polstermöbeln und sind aus Cyclodextrinen (Stärkeabbaupro-
Teppichböden. Daher werden Hilfsmittel dukte), Polycarboxylaten, Benetzungsmit-
eingesetzt, die den Geruch überdecken sol- teln, Säure zum Einstellen des pH-Wertes,
len. Etwa 3.000 Duftstoffe werden Schät- Duftstoffen, in manchen Produkten auch
zungen zufolge von der Duftstoffindustrie Desinfektionsmitteln (für eine antibakte-
in Wasch-, Reinigungs- und Pflegemitteln rielle Wirkung) und Wasser zusammenge-
und für Raumluftverbesserer eingesetzt. setzt. Spraydosen enthalten zusätzlich noch
Doch nach wie vor ist der Wissensstand zu ein Treibgas.
gesundheitlichen Risiken von Duftstoffen
nicht ausreichend. Innovative Produkte mit Was soll ich nehmen?
den trendigsten Düften füllen die Regale.
Mehr dazu siehe vorne im Kapitel Was Regelmäßiges Lüften sorgt für frische Luft
sind Haushaltschemiekalien. in Wohnräumen. In der Küche empfiehlt
Die Produktpalette an Beduftungspro- sich die Verwendung eines Dunstabzuges.
dukten ist groß. Textilien werden direkt be-
sprüht. Für die Luft werden Produkte mit spezialProdukte
Sofortwirkung (Aerosole, Sprays und Zer- und Alternativen:
stäuber) oder mit Dauerwirkung (Ver-
dunster, Verdampfer) verwendet. Um eine Textilerfrischer: sollten Sie nur verwen-
Wirkung von einigen Wochen zu erhalten, den, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Sie
werden Materialien wie poröse Keramik, überdecken nur den Geruch. Bei feuchtig-
Gips, Holz oder Papier (z. B. Auto-Tannen- keitsempfindlichen Textilien können durch
baum) mit Duftstoffen versetzt. Duftkerzen den Einsatz der wasserhaltigen Textilerfri-
und mit Flüssigkeit getränkte Duftstäbchen scher Flecken und Ränder entstehen.
vervollständigen das Sortiment. Energieun- Alternative: Viel lüften, Textilien zum
terstützte Produkte werden an der Steck- Auslüften aufhängen.
dose fixiert. Duftstoffprodukte werden in
den Staubsauger gegeben, als Duftring um Lufterfrischer: Bedenken Sie, dass Sie alle
die Glühbirne gewickelt oder mittels elek- in Räumen ausgebrachten Duftstoffe bei je-
trischer Ventilatoren verteilt. In Geschirr- dem Atemzug aufnehmen – die Wirkung

--- 64 ---
© Floydine Fotolia.com

vieler Duftstoffe auf den Körper ist noch Schrank gegeben werden. Zedernholz und
ungenügend erforscht. Alternative: regel- Pflanzenseifen beduften Wäscheschrank
mäßig lüften. und -laden.

Geruchskiller: enthält oft Nanosilber, Das Infoblatt


das eine starke antimikrobielle Wirksam- „Ätherische Öle“ sowie der Folder „Düfte,
keit hat. die unter die Haut gehen“, downloadbar auf
Alternative: Produkte, die nur Aktivkohle www.umweltberatung.at, bietet Ihnen
enthalten. Schuhe gut auslüften, bevor sie weitere Informationen zu Duftstoffen.
in einen möglichst gut luftdurchgängigen

Tipps

--- Das Abbrennen eines Zündholzes hilft, den gröbsten „Duft“ im WC zu vertreiben.
--- Regelmäßiges Lüften verhindert auch die Schimmelbildung in Räumen.
--- Als Alternative zu Luftverbesserern bieten sich vor allem im Winter Tannenzweige, mit Nel-
ken gespickte Bio-Orangen oder, in Maßen, ätherische Öle aus kontrolliert biologischem
Anbau an (3 Tropfen in eine Schale mit Wasser gegeben).

--- 65 ---
Luftverbesserer, Luft-, Textil- erfrischer & Geruchsabsorber

„Richtig“ lüften

..............................................................................................................................................

Querlüftung
1 - 5 Minuten, 3- bis 4-mal täglich:
Fenster und Türen des Raumes werden
gleichzeitig geöffnet. Am besten ist regelmä-
ßiges Lüften etwa alle zwei bis drei Stunden,
wobei möglichst gegenüberliegende Fen-
ster/Türen gleichzeitig ganz geöffnet wer-
den sollen.

StoSSlüftung
5 - 10 Minuten, 3- bis 4-mal täglich Fenster
eines Raumes ganz öffnen.

Gekipptes Fenster
Falsch hingegen ist es, im Winter das Fenster
dauerhaft gekippt zu halten!

--- 66 ---
Schuhpflege-
mittel
Schuhe können aus
vielen Materialien beste-
hen. Damit Schuhe lange halten, braucht
es regelmäßige, dem Material entspre- © Andre Bonn Fotolia.com
chende Pflege. Schuhpflege

Bei Lederschuhen werden verschiedene Schuhcreme und Emulsionen: Wachse,


Gruppen unterschieden: Glattlederschuhe Silikonöl, Tenside als Emulgator, Lösungs-
(z. B. Nappaleder) und Raulederschuhe mittel, Verdickungsmittel (Polyacrylate),
(z. B. Nubuk- oder Veloursleder). Lackleder Wasser, Farb- und Duftstoffe und Konser-
bedeutet, dass ein Kunststofffilm das Le- vierungsmittel (letztere nicht bei Ölware).
der überzieht. Dadurch wird es relativ was-
serdicht, atmet aber nicht. Je nach Mate- Selbstglanz-Schuhpflege: Polymere
rial ist die Pflege unterschiedlich. Öle und (zur Filmbildung), Wachse, Lösungsmit-
Wachse, die für Glattleder eingesetzt wer- tel (Alkohol), Farbstoffe (zur Farbauffri-
den, können das empfindlichere Rauleder schung), Emulgatoren, Konservierungsmit-
verkleben und unansehnlich machen. An- tel und Wasser.
geboten werden Emulsionscreme in Tuben,
Schuhcreme in Dosen, pastöses Lederfett, Raulederpflege: Silikonöl, Fluorkarbon-
Selbstglanzmittel, Imprägniersprays, Im- harz, Tenside (Emulgator), Farbstoffe, Lö-
prägnierschäume, flüssige Imprägniermit- semittel (Alkohol), Treibmittel (bei Spray),
tel, Raulederpflegesprays und flüssige Rau- Wasser und Konservierungsmittel bei Flüs-
lederpflege sowie Spezialmittel, z. B. für sigprodukten.
Lackleder, Schneerandentferner oder Le-
derreinigungsmittel zur Basisreinigung. Lederfett: Wachse, Lösemittel und Tran
(Fischöl).
Häufig verwendete
Inhaltsstoffe Schneerandentferner: Essigsäure und
Tenside.
Bei Imprägniersprays kommen neben
Wachsen, Silikonölen, Fluorkarbonhar- Was soll ich nehmen?
zen, Lösemitteln (Alkohol), Tensiden als
Schaumbildner, Treibgas und Wasser bei Für die regelmäßige Pflege eignet sich
flüssigen Produkten noch Emulgatoren, eine Schuhcreme in der Tube oder Dose.
Konservierungsmittel und Wasser dazu. Eine Alternative sind Produkte mit natür-
lichen Wachsen und Ölen (z. B. Balsam-

--- 67 ---
© VRD Fotolia.com

Terpentinöl, Carnauba- und Bienenwachs). Spezialprodukte


Verwenden Sie Schäume oder Emulsionen und Alternativen
statt Sprays zur Imprägnierung. Die feinen
Sprühnebel der Sprays können eingeatmet Selbstglanzmittel: bilden mit der Zeit ei-
werden und so die Atmungsorgane belasten. nen Film auf der Lederoberfläche, der dann
Lederfett ist das Beste für die Pflege von stra- mit Druck und einem feuchten Tuch ent-
paziertem Leder. Bei Rauleder sollten Sie fernt werden muss, damit die Lederober-
vor allem auf eine Imprägnierung achten, da fläche nicht brüchig wird. Diese Produkte
Rauleder feuchtigkeitsempfindlich ist. sind zur Glanzgebung „für zwischendurch“
gedacht. So behandelte Schuhe müssen
Wenn der Einsatz von Pflegesprays unum- trotzdem von Zeit zu Zeit mit einer norma-
gänglich ist (z. B. als Spezialmittel für Raule- len Schuhpflege behandelt werden.
der), benutzen Sie das Produkt nur in gut be- Alternative: Häufig genügt es, die Schuhe
lüfteten Räumen oder besser noch im Freien. zu bürsten bzw. aufzupolieren.
Normale Schuhcreme wird für die üb-
liche Schuhpflege verwendet. Für Lackle- Hygienesprays für Schuhe sind mit
der ist sie nicht geeignet, da das Lackleder Duftstoffen und Alkoholen versetzt und
stumpf wird. sollen Bakterien und Pilze aus Schuhen be-
seitigen. Alternative: Fußpilze gemäß den
Anordnungen des Arztes, der Ärztin behan-

--- 68 ---
Schuhpflegemittel

deln. Auf eng anliegende Kunststoffschuhe Geschlossene Kunststoffschuhe möglichst


verzichten. Schuhe auslüften und Socken vermeiden.
tragen. Manche Schuhe sind waschbar.
Luftverbesserer im Schuhschrank:
Frischesohlen: ist ein Wellnessprodukt, es gibt sogenannte Geruchsvernichter mit
das mit Duftstoffen einige Tage lang Geh- Silberverbindungen, die den Geruch im
komfort ermöglichen und der Verhinde- Schuhschrank beseitigen sollen.
rung von Fußpilz dienen soll. Es werden Alternative: Schuhe zuerst an der fri-
dafür teils sehr bedenkliche Desinfektions- schen Luft auslüften lassen, dann erst in den
wirkstoffe verwendet. Schuhschrank stellen. Schuhschrank hin
Alternative: Schuhe nie ohne Socken tra- und wieder feucht auswischen.
gen und diese täglich wechseln. Schuhe
zum Auslüften an die frische Luft stellen.

Tipps

--- Zum Reinigen von Lederschuhen genügt eine Bürste, bei Glattleder zusätzlich ein feuchtes
Tuch. Warmes Wasser mit einem Schuss Essig versetzt kann gegen starken Schmutz (auf
Glattleder) verwendet werden. Wie bei allen Hausmitteln gilt: Zuerst vorsichtig an einer
unauffälligen Stelle (etwa Innenseite des Schuhs) ausprobieren.
--- Flecken dürfen nicht mit reinem Alkohol oder Terpentin behandelt werden. Das kann dem
Leder schaden.
--- Rauleder mit einer Draht- oder Krepp-Bürste aufrauen. Flecken mit einem Lederradier-
gummi entfernen.
--- Nasse Schuhe mit Papier ausstopfen, die Schuhe schräg an die Wand stellen, damit auch von
unten Luft an die Schuhe kommt. Nie vor der Heizung oder in der direkten Sonne trocknen.
Dadurch wird das Leder spröde.

--- 69 ---
Ökologisches häufig nach flüssigen und gelartigen Wasch-
Wäschewaschen mitteln greifen (CASH 7-8/2013).

Dreiviertel der Textilien in einem Privat-


Waschechte Fakten
haushalt sind bunt. Jedoch wird nur weni-
und neue Trends Saubere Wä-
ger als ein Drittel der Wäsche mit einem
sche ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen
Bunt- oder Feinwaschmittel gewaschen. Der
und trägt wesentlich zu unserem Wohlbefin-
Hauptteil wird mit einem Vollwaschmittel
den bei. Während früher der Waschtag echte
gewaschen, das Chemikalien (z. B. Bleich-
Schwerarbeit war, fällt es uns heute mit den
mittel, optische Aufheller) enthält, welche
modernen Waschmitteln und Waschmaschi-
die Wäsche verblassen lassen. Die Bleichmit-
nen relativ leicht, den Wäscheberg wieder
tel und optischen Aufheller gelangen so auf
sauber zu bekommen. Die Waschmittel und
die Haut und in die Umwelt, obwohl sie für
Geräte sind nicht nur moderner, sondern
Buntwäsche nicht geeignet sind.
auch umweltschonender geworden. Aller-
dings ist der Einsatz an Waschchemikalien
GroSSpackungen
und Energie weiterhin beträchtlich.
vermeiden
Pulverförmige Normalwaschmittel haben
Heute erhalten wir die geballte Waschkraft
oft einen höheren Anteil an Füllstoffen, die
mittels Konzentrat, Tabs und Waschkraft-
nichts zur Reinigungsleistung beitragen. Als
verstärker. Die Waschgewohnheiten und
Wasserenthärter verwenden die Hersteller
Dosierpraktiken der ÖsterreicherInnen ha-
für Normalwaschmittel in Großpackungen
ben sich jedoch kaum geändert. Der durch-
im Unterschied zu Enthärtern in Kompakt-
schnittliche österreichische Haushalt gibt je-
waschmitteln günstigere und weniger effizi-
des Jahr deutlich mehr als 50 Euro alleine
ente Inhaltsstoffe. Häufig werden auch gerin-
für Waschmittel und Weichspüler aus (7-
gere Mengen an waschaktiven Substanzen
8/2014 Cash). Eine zu hohe Dosierung und
und Enzyme eingesetzt. Daher ergaben die
für den Wascherfolg meist unnötige Zusatz-
Testergebnisse der Zeitschrift Test, durchge-
produkte belasten Umwelt und Gesundheit.
führt im November 2014, dass die Wasch-
Mehr als sieben Kilogramm beträgt der jähr-
leistung der pulverförmigen Normalwasch-
liche Pro-Kopf-Verbrauch an Waschmittel in
mittel gegenüber den Kompaktwaschmitteln
Österreich (www.umweltzeichen.at.)
schwächer ist. Der Preis macht bei konventi-
onellen Produkten keinen Unterschied, denn
Vollwaschmittel
ähnliche Ergebnisse lieferten die teuersten wie
sind am beliebtesten
auch die billigsten Pulver. www.test.de
Trotz des reichlichen Angebotes an Konzen-
traten bzw. Kompaktwaschmitteln kaufen im-
Würden alle ÖsterreicherInnen auf Kom-
mer noch die Hälfte der KonsumentInnen
paktwaschmittel oder Baukastensysteme
pulverförmige Normalwaschmittel in Groß-
umsteigen, könnten wir den Gewässern und
packungen. Wobei KonsumentInnen auch
damit der Umwelt Tonnen unnötiger Che-

--- 70 ---
© womue Fotolia.com

mikalien ersparen. Bei einer Untersuchung rial und Transportkosten ein. Ein führender
im November 2014 kam "die umweltbera- Markenartikelhersteller spricht von einer
tung" zu dem Ergebnis, dass es immer noch jährliche Einsparungen von 3.000 Tonnen
„Normalwaschmittel-Jumbos“ (Großpa- Verpackungsmaterial (CASH 7-8/2014) -
ckungen von ca. 3-8 kg) gibt. Hier schwan- das ist unnötiger Abfall und vergrößert den
ken die Dosierangaben pro Waschgang laut Müllberg.
Verpackung im Bereich von 70 ml bis zu 320
ml. Kompaktwaschmittel werden im Durch- Spezial-Waschmittel
schnitt mit 35-45 ml je Waschgang dosiert. "die umweltberatung" hat in ihrer Erhebung
Eine Großpackung ist wegen der hohen Do- auch erkannt, dass Waschzusätze immer be-
sierung genauso schnell aufgebraucht wie liebter werden. Dabei sind in Vollwaschmit-
ein Kompaktwaschmittel, denn große Pa- teln alle für eine gute Reinigungswirkung
ckungen haben nichts mit der Ergiebig- notwendigen Stoffe bereits enthalten. Es gibt
keit zu tun. Konzentrate („Kompaktwasch- Spezialwaschmittel wie Pasten, Sprays, Fle-
mittel“, „Waschmittel-Kompaktate“) sind ckenstifte, Vorwaschsprays, Textilerfrischer
bei richtiger Dosierung nicht teurer, dafür und Wäschestärke. Spezialwaschmittel für
schonender für die Umwelt. Sie verringern Sporttextilien sollen mit patentierter Formel
den Eintrag von unnötigen Chemikalien in Duft-Moleküle aktivieren, sobald Schweiß
die Umwelt und sparen Verpackungsmate- auf das Textil trifft. Spezielle Weichspüler für

--- 71 ---
Ökologisches Wäschewaschen

Babywäsche sollen Strampler kuschelweich


werden lassen. Duo-Caps, als vorportio-
niertes Flüssigwaschmittel, das in wasserlös-
licher Folie verpackt ist, sollen das Waschen
einfacher machen. Weichspüler sind beliebt
wie eh und je, denn den Duft, den sie auf der
Wäsche hinterlassen und die weichen Texti- © highwaystarz Fotolia.com
loberfläche, hervorgerufen durch einen „Sei- Eco-Programm der Waschmaschine
fenfilm“, lassen sich fast 55 % der Haushalte
etwas kosten. nen Waschmitteln ist bereits auf eine Wasch-
temperatur von 40 °C und weniger opti-
Glücklicherweise wächst auch das Öko-Be- miert. In vielen Waschmaschinen ist das
wusstsein der KonsumentInnen. Einige Her- Energiesparen über Eco-Programme einge-
steller setzen auf Öko-Gütesiegel und/oder baut. Ein 60 °C Eco-Programm hat dabei die
erzeugen Produkte, die besonders haut- gleiche Waschleistung eines 60 °C Wasch-
freundlich, da duftstoff- und konservie- ganges. Es läuft in Wirklichkeit bei niederen
rungsmittelfrei sind. Die Bezeichnung „sen- Temperaturen - nur einfach länger. Das
sitiv“ kann ein Hinweis darauf sein, dass das spart Energie, da auf das Aufheizen des Was-
Waschmittel duftstofffrei bzw. konservie- sers verzichtet wird. Durch das Prinzip des
rungsmittelfrei ist. Wollen Sie keine Duft- Sinner´schen Kreises werden die Faktoren
stoffe bzw. Konservierungsmittel, verschafft Zeit und Mechanik zu Gunsten eines nied-
Ihnen nur der genaue Blick auf die Inhalts- rigeren Stromverbrauchs verändert.
stoffliste Sicherheit. Dort darf nicht „Par-
fum“, ein Duftstoff oder Konservierungsmit- In einem Privathaushalt ist ein Waschgang
tel (z. B. Isothiazolinone) angeführt sein. bei 20 °C, 30 °C oder 40 °C meist ausrei-
chend. Vor Keimen muss niemand Angst ha-
Verschwendete Energie ben, denn nicht alle Bakterien sind gefähr-
Vier Fünftel der Energie benötigt die Wasch- lich. Außerdem werden Viren und Keime
maschine zum Aufheizen des Wassers, daher vor allem über die Hände übertragen (da-
ist es sinnvoll, mit niedriger Temperatur zu her Hände waschen nach jedem Toiletten-
waschen. Fast 80 % der ÖsterreicherInnen gang!). Feuchtes, warmes Klima, wie es in
beherzigen diesen Spartipp. Waschen mit der Waschmaschine herrscht, fördert das
40 °C statt 60 °C verursacht nur halb so viel Wachstum der Keime - ein muffiger Biofilm
Energieverbrauch. Wäsche kochen? Nicht aus Mikroorganismen. Das Offenlassen der
notwendig! Der Energieverbrauch gegenü- Waschmaschinentüre ermöglicht dem Ge-
ber einem 60 °C Waschgang ist doppelt so rät innen zu trocknen. Um auf der sicheren
hoch und kostet somit doppelt so viel. Die Seite zu sein, kann etwa einmal im Monat
Wäsche wird nicht sauberer, nur weil heißer mit einem Vollwaschmittel-Pulver mit 60 °C
gewaschen oder zu viel Waschmittel dazu gewaschen werden, damit werden Keime in
gegeben wird. Die Waschkraft von moder- der Maschine abgetötet.

--- 72 ---
Ökologisches Wäschewaschen

Hygienespüler und
Liquid caps
Vor Experimenten mit chlorhaltigen Reini-
gungsmitteln oder Hygienespülern ist ab-
zuraten - sie helfen auch selten gegen den
Geruch. Das Bundesinstitut für Risikobe- © Africa Studio Fotolia.com
wertung (Bf R) warnt vor kleinen Flüssig- „Liquid Caps“
waschmittelkapseln („Liquid Caps“). Wenn
die „Liquid Caps“ sich in der Reichweite von kleinen Mengen gesundheitliche Risiken
Kindern befinden, besteht die Gefahr, dass ausgehen. Daher sind diese, wie generell alle
Kinder sie als „Süßigkeiten“ in den Mund Wasch- und Reinigungsmittel, außer Reich-
nehmen und zerbeißen. Weil die Kapseln im weite von Kinder zu lagern! (ÖKO TEST
Vergleich zu anderen Waschmitteln deutlich Kinder 6/2014)
höheren Konzentrationen an Tensiden ent-
halten, könnten laut Bf R schon von

Tipps

--- Für normal verschmutzte Wäsche genügt eine Waschtemperatur von 40 °C.
Nur für sehr stark verschmutzte Wäsche, Säuglingswäsche und die Wäsche von kranken Per-
sonen ein 60 °C Waschprogramm verwenden.
--- Waschen Sie Bettwäsche von HausstauballergikerInnen bei mindestens 50 °C.
Wird oft bei niedriger Temperatur mit Pulver gewaschen, kann sich eine Ablagerung aus un-
gelösten Waschmitteln bilden. Das ist nicht nur hässlich, in diesem Film können sich auch
Bakterien ablagern. Gelegentlich eine 60 °C Wäsche mit einem Vollwaschmittel schaffen
Abhilfe!
--- Waschmaschine gleich ausräumen und Waschmaschinentür offen stehen lassen, Gummi-
falz trocken wischen und Trommel gut austrocknen lassen.
--- Flusensieb (sofern vorhanden) und Waschmittelschublade herausnehmen und regelmäßig
unter fließendem Wasser reinigen.

--- 73 ---
Ökologisches Wäschewaschen

Inhaltsstoffe
von Waschmitteln
Waschakrive substanzen (Tenside),
Komplexbildner, Vergrauungs-, Verfär-
bungs-, Schauminhibitoren, Stabilisa-
toren (Phosphonate), optische Aufheller,
Bleichmittel (Percarbonate) und Bleich- © g215 Fotolia.com
stabilisatoren, Bleichaktivatoren (TAED), Richtig Dosieren
Schichtsilikate, Zeolithe, Enzyme (Amy-
lase, Lipase, Protease), Natriumcarbonat nur leicht verschmutzt. Deshalb genügt in
(Soda), Phosphate, Citrate, Polycarboxylate den meisten Fällen die Dosierung für leicht
als Co-Builder, Bitterstoffe zum Schutz verschmutzte Wäsche. Ein großer Teil der
vorm Verschlucken, Duft-und Farbstoffe. Umweltbelastung wird durch eine zu hohe
Bei Normalwaschmitteln (Pulver-Groß- Dosierung verursacht, denn an den Inhalts-
packungen): Füllstoffe/Stellmittel (Natri- stoffen ist bei Kompaktwaschmitteln aus
umsulfat) sowie Wasser. Konservierungs- Umweltsicht mittlerweile wenig auszuset-
stoffe und Lösungsvermittler bei flüssigen zen. Durch gezieltes Dosieren ist eine Hal-
Produkten. bierung des Waschmittelverbrauchs mög-
lich.
Richtig dosieren
Die Herstellerangaben gehen von mittle-
rer bis starker Verschmutzung aus und neh-
men mittelhartes Wasser (ca. 20° dH) als
Basis für die Dosierangaben. Die Herstelle-
rInnen wollen gesicherte Reinigungsergeb-
nisse erreichen. Die Wäsche ist meist

Tipps

--- Beim Dosieren Dosierhilfen verwenden – nie nach Gefühl dosieren. Wer einen Dosierbe-
cher besitzt, kann damit jedes Waschmittelpulver dosieren. Alle pulvrigen Produkte werden
in Milliliter dosiert, nicht in Gramm. Bei den meisten Herstellern können Sie Dosierhilfen
direkt und kostenlos über eine Hotline anfordern.
--- Füllen Sie die Messbecher nur bis zur entsprechenden Markierung – nie randvoll!
Waschmittel, die es heute am Markt gibt, enthalten weniger Füllstoffe als vor einigen Jahren.
Daher ist oft jene Menge, die Sie früher gewohnt waren, für moderne Waschmittel zu viel.
--- Kompaktwaschmittel und Konzentrate vermindern, richtig dosiert, die Umweltbelastung.
Überdosierung schadet Ihrer Wäsche.

--- 74 ---
Ökologisches Wäschewaschen

Was soll ich nehmen


beim Wäschewaschen?

Baukastensystem
Einige besonders umweltbewusste ver-
trauen auf das Baukasten-System, bei
dem die einzelnen Hauptbestandteile des © helmutvogler Fotolia.com
Waschmittels je nach Verschmutzungs- Kastanien
grad, Wäsche und Wasserhärte kombi-
niert werden. Das Basiswaschmittel be- Waschnüsse
steht aus Tensiden (z. B. Seifenflocken), die Das sind die Schalen der indischen oder
den Schmutz von der Faser lösen. Als wei- nepalesischen Waschnuss. Die getrockne-
tere Bausteine werden separate Wasserent- ten Schalen werden in Stoffbeuteln ver-
härter bei hartem Wasser eingesetzt und für packt und in die Waschtrommel gegeben.
weiße Wäsche ein Bleichmittel. Davon pro- Die Schalen enthalten den Stoff Saponin,
fitiert die Umwelt, da bei richtiger Anwen- der ähnlich wie Seife wirkt. Waschnüsse
dung weniger chemische Substanzen ver- können mehrmals verwendet werden. Da
wendet werden. sie keine bleichende Wirkung besitzen,
müssen hie und da Bleichkomponenten (si-
Tandem-System ehe Baukastensystem) zugesetzt werden
Vollwaschmittel für weißes und Bunt- oder Vollwaschmittel (bei Weißwäsche)
waschmittel für buntes zum Einsatz kommen. Bei 40 °C Buntwä-
Wem Baukastensysteme zu umständlich sche wird eine zufriedenstellende Reini-
sind, der sollte zu Konzentraten oder Su- gungswirkung erzielt, vorausgesetzt, die
perkompaktwaschmitteln greifen. Als Tan- Flecken werden vorbehandelt.
dem-System bezeichnet man eine Kombi-
nation von Kompaktvollwaschmittel und Rosskastanien
Kompaktcolorwaschmittel, die geson- Wie die Waschnuss besitzen Rosskasta-
dert für Weiß- und Buntwäsche verwendet nien, die ebenso zur Familie der Seifen-
werden. Kompaktwaschmittel verzichten baumgewächse gehören, Saponine. Die
auf den Einsatz von Füllstoffen. Trotzdem braunen Kastanien im Herbst sammeln,
bleibt dank neuer Technologien die gute mit einer sehr starken und robusten Kü-
Rieselfähigkeit und Löslichkeit des Wasch- chenmaschine zerkleinern oder in einen al-
mittels erhalten. ten Socken die Kastanien hineingeben und
mit einem Hammer zertrümmern. Ca. 30
Als weiteres Waschmittel braucht es Fein- Gramm des Pulvers mit 1 l warmen Was-
waschmittel für Seide, Viskose und andere ser übergießen, einen Esslöffel Haushalts-
empfindliche Fasern bzw. Wollwaschmit- essig dazugeben, in einem Schraubglas gut
tel für Wolle. Das Feinwaschmittel enthält schütteln oder ca. 1 Stunde stehen lassen.
keine Enzyme, die diese Fasern angreifen. Durch ein Sieb abseihen und die Lauge in

--- 75 ---
Ökologisches Wäschewaschen

die Waschmaschine geben. Flecken sollten


vorbehandelt werden. Die Wäsche riecht
frisch und vergilbt auch nicht so wie bei
der Waschnuss, da die Kastanien über na-
türliche optische Aufheller und Wasch-
kraftverstärker verfügen. 3-5 Mal kann das
feuchte Rosskastanienpulver sofort oder © womue Fotolia.com
das getrocknete später wiederverwendet Pulver-Waschmittel
werden. Die ausgelaugte Rosskastanie dient
als Bio-Dünger. Kastanien, die im Herbst Tücher für weiße Wäsche: werden der
gesammelt werden, sind eine sinnvolle ko- Trommel zugegeben und sollen Vergilbun-
stengünstige, ökologische Alternative über gen entfernen.
das ganze Jahr hinweg. Vor allem Neuro- Alternative: Waschen Sie weiße Wäsche
dermitikerInnen und AllergikerInnen, die mit einem Kompaktvollwaschmittel.
keine chemisch produzierten Waschmittel
vertragen, könnten in der Waschnuss und Trocknertücher: Sie wirken, in den
besonders in der bei uns kultivierten Ross- Trockner gegeben, wie Weichspüler, ver-
kastanie eine Alternative finden. größern aber den Abfallberg.
Alternative: Wenn möglich die Wäsche
Spezialprodukte im Luftzug aufhängen.
und Alternativen Wäschehygienepulver oder -spüler:
können Desinfektionswirkstoffe wie Dide-
Parfümiertes Bügelwasser, Bügelhil- cyldimethylammoniumchlorid, Natrium-
fen: Da fast alle Vollwaschmittel Parfüm hypochlorid oder Peressigsäure enthalten.
enthalten, ist ein nochmaliges Parfümieren Alternative: Nur auf Empfehlung des
der Wäsche wenig sinnvoll. Auch Bügelhil- Arztes, der Ärztin sollte bei Infektionen
fen enthalten Konservierungs- und Duft- oder Pilzerkrankungen zu diesen Pro-
stoffe. Diese können Allergien auslösen. dukten gegriffen werden.
Alternative: Wäsche leicht mit Wasser an-
feuchten, das erleichtert das Bügeln. Waschmaschinenhygienereiniger:
Sie sollen unangenehme Gerüche entfer-
Tücher, die vor ausblutender Farbe nen und die Maschine von innen reinigen.
schützen: Sie werden der Wäsche in der Sie wirken auf Basis eines Bleichmittels auf
Waschmaschine beigefügt. Sauerstoffbasis, oft verstärkt durch keimtö-
Alternative: Das Trennen der Wäsche tende Mittel wie Benzisothiazolinone und
in Hell und Dunkel und der Einsatz von sind mit Duftstoffen versetzt.
Color(Bunt)waschmittel ist ein besse- Alternative: günstiger und umweltfreund-
rer und kostensparender Schutz vor uner- licher ist es, wenn Sie die Waschmaschinen-
wünschtem Farbschleier. tür offen stehen lassen und die Trommel

--- 76 ---
Ökologisches Wäschewaschen

gut austrocknen lassen. Waschmittelschub- Nicht notwendige


lade trocken halten und regelmäßig säu- produkte
bern.
Bälle, Disk & Co: Das Testmagazin
Waschkraftverstärker (Booster): Sind „Ökotest“ konnte bei acht unterschied-
Fleckensalze mit Bleichmittelzusatz und lichen Waschhilfen keinerlei Wirkung fest-
sinnvoll bei Flecken, die gebleicht werden stellen. Die Tests ergaben, dass die Wasch-
können. Beim Verwenden von Vollwasch- hilfen alleine allesamt so gut oder schlecht
mitteln sind sie meist nicht nötig. wie reines Wasser waschen.
Alternative: Flecken mit Gall- oder Fle-
ckenseife vorbehandeln. Zum Schutz der Weichspüler: Weichspüler haben keine
Fasern diese Seifen nicht bei Seide oder reinigende Wirkung. Sie überziehen die
Wolle verwenden (siehe auch Kapitel Wäsche mit einem Film. Dadurch wird die
Fleckentferner). Wäsche weicher, aber die Saugfähigkeit von
Handtüchern und Geschirrtüchern nimmt
Imprägnierungs-Waschmittel ab und Mikrofasertücher verlieren ihre
für Outdoor-Jacken, Schuhe Wirksamkeit. Die Gewässer werden mit
oder Rucksäcke: Sollen Textilien nach- Tensiden und Duftstoffen belastet. Dafür
oder neuimprägnieren. soll wegen der geglätteten Textiloberfläche
Alternative: Beachten Sie die Waschan- das Bügeleisen leichter gleiten.
leitung des Herstellers des Outdoor-Pro-
duktes. Produkte mit Spezialbeschich- Hinter vielen scheinbar neuen Pro-
tungen dürfen nicht zu oft und nicht mit duktgruppen wie „Gewebeconditioner“
dem falschen Wachmittel gewaschen wer- versteckt sich ein Weichspüler, hinter der
den. Wenn Sie imprägnieren wollen, ver- Bezeichnung „Waschmaschinenreiniger“
wenden Sie auf jeden Fall solche Mittel, die ein einfaches Waschmittel.
ohne den Zusatz von PFC (Perflourcar-
bon) auskommen.

Tipps

--- Es lohnt sich, die Waschgewohnheiten zu überprüfen. Bei vielen Kleidungsstücken, die nur ver-
raucht, aber nicht verschwitzt sind, hilft an Stelle des täglichen Waschens das Auslüften über
Nacht im Freien. Oder Sie legen Kleidungsstücke einige Zeit auf einen warmen Heizkörper.
--- Nur bei voller Beladung der Waschtrommel waschen – ausgenommen Fein- und Wollwäsche.
--- Durch verbesserte moderne Waschmittelrezepturen sind bei den üblichen Verschmutzungen
Vorwaschprogramme unnötig.

--- 77 ---
Ökologisches Wäschewaschen

Tipps

--- Beim Kauf Pflegehinweise auf dem Etikett beachten. Nichtwaschbare Textilien brauchen
eine besondere Behandlung. Gekennzeichnet werden diese durch das Symbol eines durch-
gestrichenen Waschtroges. Ein anderes Symbol ist der Buchstabe P in einem Kreis, der be-
deutet: „gewerbliche, professionelle Textilreinigung notwendig“.
--- Sortieren Sie die Wäsche nach weiß, bunt und fein. Waschen Sie Weißwäsche nicht mit der
Buntwäsche zusammen (siehe „Tandem-System“).
--- Verwenden Sie Bleichmittel nur bei weißer Wäsche, Buntes wird dadurch ausgebleicht. Ach-
ten Sie auf die Farbechtheit der Kleidung und die richtige Waschtemperatur. Bleichmittel
wirken bei niederen Temperaturen nur eingeschränkt.
--- Waschen von links (Innenseite nach außen gewendet) schont die Wäsche und verhindert
bei Hosen weiße Streifen.
--- Oft werden Weichspüler wegen des Duftes gekauft. Als Alternative bieten sich Pflanzen-
ölseife oder Lavendelsackerl im Wäscheschrank an.

Über Schadstoffbelastung und Produkti-


onsbedingungen von Kleidungsstücken ge-
ben Textillabels Auskunft. Informationen zu
Ökotextilen, Labels, Einkaufstipps, Pflege-
kennzeichnung von Textilien und eine Be-
wertung professioneller Textilreinigungs-
methoden finden Sie in der Broschüre
„Schickes Outfit! Neu? Ja, aber ökolo-
gisch“.
Wo Sie diese Broschüre bestellen können,
sehen Sie im Kapitel Broschüren und
Folder.

--- 78 ---
Ökologisches Wäschewaschen

Wasch-Mythen

Essig als Weichspülerersatz


verwenden?
Essig entfernt nur etwaige Kalkrückstände
auf der Wäsche. Die sogenannte Trocken-
starre basiert aber nicht auf Kalkablage- © Wild Orchid Fotolia.com
rungen. Daher kann man Essig nicht mit Energieeffizienzklassen
tensidhaltigen Weichspülern vergleichen.
Manche synthetischen Fasern oder Gum- 1200 Umdrehungen pro Minuten sind aus-
miteile der Waschmaschine können vom reichend. Höhere Schleuderzahlen verrin-
regelmäßig eingesetzten Essig angegriffen gern den Feuchtegehalt in der Wäsche nur
werden. minimal und wirken sich ungünstig auf die
Wäsche und das Maschinenlager aus.
Backpulver macht
die Wäsche weißer? Bei einem 2-Personen-Haushalt reicht eine
Nein, laut einem Test, der von Stiftung Wa- Maschine mit 5-6 kg Füllmenge aus. Passt
rentest 2013 durchgeführt wurde, macht die Wäsche mit etwas Druck in die Trom-
Backpulver die Wäsche nicht weißer. mel, ist die Maschine maximal befüllt. Eine
8 kg Trommel ist für 3 Bettüberzüge, 12
Konventionelle Waschmittel Kopfpolsterbezüge und 25 Handtücher
waren früher viel konzipiert.
umweltverträglicher!
Nein, denn bedenkliche Inhaltsstoffe sind Entkalken der Waschmaschine?
vom Gesetzgeber eingeschränkt worden. Entkalker-Tabs, Entkalker-Pulver und flüs-
Füllstoffe werden bei den modernen Kom- sige Entkalker sind nur bei sehr hartem
paktaten eingespart. Wasser notwendig. Gängige Waschmit-
tel enthalten bereits Wasserenthärter. Bei
Tipps zu Waschmaschinen korrekter Dosierung ist das ausreichend.
Seit Dezember 2013 müssen Elektrogeräte, Eine Ausnahme sind Basiswaschmittel im
die auf den Markt kommen, eine Energieef- Baukasten-System, hier muss ein Enthär-
fizienzklasse von mindestens A+ aufweisen. ter zusätzlich ergänzt werden. Erst ab einer
Ein Gerät, das A+++ aufweist, kommt mit Wasserhärte von ca. 30° dH reicht der Was-
einem Drittel weniger Strom aus als ein Ge- serenthärter im Waschmittel nicht mehr
rät der Klasse A. Achtung: die Energieeffizi- aus, um den gesamten Kalk zu binden (die
enzklasse sagt lediglich etwas über den Ener- Wasserhärte erfahren Sie bei Ihrem zustän-
gieverbrauch in den Ökoprogrammen aus. digen Wasserversorger bzw. Wasserwerk).
Die normalen Programme können auch bei Nur im Ausnahmefall, das heißt bei einer
einer Maschine mit hoher Energieeffizienz- Wasserhärte über 30° dH, ist es notwendig,
klasse sehr viel Energie verbrauchen. einen zusätzlichen Wasserenthärter zu ver-

--- 79 ---
Ökologisches Wäschewaschen

wenden und die Waschmaschine zusätzlich sche und Waschmittel starten, nach dem er-
zu entkalken. Dabei gilt: wenn einmal pro sten Spülen und Aufheizen das Programm
Woche mit mehr als 40 °C gewaschen wird, unterbrechen (auf Pause drücken), die Lö-
reicht einmal im Jahr ein Entkalken der sung eine Stunde einwirken lassen, dann
Waschmaschine. Wird zweimal pro Woche abpumpen.
mit mehr als 40 °C gewaschen, sollten zwei-
mal im Jahr entkalkt werden. Weitere Informationen
zum Kauf und schonenden Gebrauch von
Entkalken mit Zitronensäure Waschmaschinen finden Sie im Infoblatt
Die Waschmaschine kann auch mit Zitro- „Langlebige Waschmaschinen“, download-
nensäure entkalkt werden. Ca. 6 bis 8 Ess- bar auf www.umweltberatung.at
löffel (oder 50 g) Zitronensäure in die
Waschmittelkammer geben. Ein Programm
bei 60 °C starten und ohne Wäsche und
ohne Waschmittel normal durchlaufen las-
sen.

Entkalken mit Essig


1 Liter Haushaltsessig zum Entkalken neh-
men, der Essig wird in die Waschtrommel Reparieren bringt´s
geleert, ein Programm bei 60 °C ohne Wä-

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Fleckentferner FleckenEntfernungs-
mittel
Zur Entfernung oder
Vorbehandlung von Flecken Gallseife (fest oder flüssig): Fleck stark
können Wasser, Seife, flüssiges Fein-, Bunt- befeuchten, mit nasser Gallseife einreiben,
oder Vollwaschmittel verwendet werden. In Kleidungsstück danach mit der Hand oder in
speziellen Fällen werden Sprays oder flüssige der Waschmaschine auswaschen. Bei emp-
und pastöse Fleckentferner eingesetzt. Sie findlichen Materialien wie Seide oder Wolle
werden für einzelne Fleckenarten formuliert sollte flüssige Gallseife verwendet werden.
(gegen Blut, Kleber, Tinte etc.). Daher ist es
bei der Fleckentfernung wichtig zu wissen, Meerschaumpulver (Magnesiumsilikat):
um welche Art von Fleck es sich handelt. Fettfleck mit Meerschaumpulver bedecken,
Beispielsweise können Eiweißflecken einige Zeit einwirken lassen und ausbürsten.

© artcalin Fotolia.com

Flecken sofort behandeln

durch Erstbehandlung mit zu heißem Was- Spiritus beseitigt ebenso Fettflecken.


ser in den Stoff „eingebrannt“ werden. Han- Fleckentferner aus dem Haushalt:
delsübliche Fleckentfernungsmittel sind nur Wasser, Salz, Essig, Zitronensaft, saugfähige
in den seltensten Fällen notwendig, wie etwa Tücher, Löschpapier und Bügeleisen.
bei Flecken durch Ölfarben, Lacke oder Dis-
persionsfarben. Sie bestehen aus Lösemittel Das Flecken Einmaleins
auf Benzin-, Terpentin- oder Alkoholbasis. Flecken können grob in drei Kategorien ein-
Unterstützend wirken waschaktive Substan- geteilt werden.
zen (Tenside) und Enzyme.

--- 81 ---
Fleckentferner

--- Eiweiß-Flecken (Blut, Eigelb, Milch Verbindungen als Wirkstoffkompo-


etc.): Immer kaltes Wasser zum Auswa- nente enthält. Besonders hartnäckige
schen verwenden! Rückstände können mit einer Zitro-
--- Fett- und Öl-Flecken (Fahrrad- nensäure-Lösung und anschließender
schmiere, Make-up etc.): Im Notfall so- Wäsche vom Gewebe abgelöst wer-
fort mit Handseife, später mit Gallseife den. Bei leichten Flecken hilft die Vor-
behandeln! behandlung mit einer Gallseife (Ach-
--- Pflanzenfarben-Flecken (Gras, tung bei Seide und Wolle!). Verzichten
Rotwein, Brombeeren, Kaffee etc.): Sie auf Aluminiumverbindungen in De-
Mit hellem Essig oder Zitronensaft be- odorants.
träufeln!
Spezialprodukte
und Alternativen

Fleckentferner, die Natriumhypochlorit


enthalten, wirken bleichend, daher nur für
weiße Wäsche verwenden.
Alternative: chlorfreies Bleichmittel ver-
© Kupka "die umweltberatung"
wenden.
Flecken sofort behandeln

Spezialprodukte, die Lösungsmittel ent-


Die häufigsten Flecken halten, sind oft brennbar und können Stoffe
--- Tomatensaucen-Flecken: sofort mit und/oder Farben angreifen.
lauwarmen Wasser und Seife auswa- Alternative: wenn möglich oben be-
schen, (später) mit Gallseife vorbehan- schriebene Hausmittel verwenden.
deln und waschen.
--- Kerzenwachs entfernen: Wiederholt Universalfleckentferner: sind keine Al-
zwischen saugfähigem Papier (Lösch- leskönner.
papier) bügeln, mit Gallseife einreiben Alternative: Bei fleckiger Weißwäsche ist
und waschen. ein Vollwaschmittel genauso gut und bil-
--- Rost und Stempelfarbe entfernen: liger.
mit heißem Zitronensaft beträufeln.
--- Kaugummi entfernen: Eisstücke aufle- Weitere Informationen
gen oder in die Tiefkühltruhe legen bis
der Kaugummi hart ist. Dann vorsichtig zu diesem Thema finden Sie im Infoblatt
mit einem Messer entfernen. „Oh Schreck, ein Fleck!“ auf
--- Gelbliche Flecken im Achselbe- www.umweltberatung.at
reich: sind meist Rückstände von
Schweiß, oft in Kombination mit Deo-
Produkten, deren Rezeptur Aluminium-

--- 82 ---
Fleckentferner

Tipps

--- Sie brauchen nicht für jeden Fleck ein eigenes Mittel. Gallseife wirkt wahre Wunder. Den Fleck
stark befeuchten, mit nasser Gallseife einreiben, Kleidungsstück danach mit der Hand oder in
der Waschmaschine auswaschen. Dabei weniger Waschmittel verwenden, da die Gallseife auch
gut reinigt. Achtung: bei Wolle und Seide nur flüssige Gallseife einsetzen.
--- Vorbehandlungsmittel nur gezielt einsetzen. Beachten Sie besonders die Gebrauchsanweisung
auf der Verpackung, die Gefahrenkennzeichnung und die Sicherheitshinweise.
--- Flecken sofort behandeln! Sie verschwinden meist, wenn Sie sofort mit Wasser oder notfalls
mit Spucke behandelt werden.
--- Vorsicht bei empfindlichen, farbigen Stoffen! Bevor der Fleck behandelt wird, zuerst an einer
nicht sichtbaren Stelle wie dem Saum oder der Knopfleiste innen ausprobieren. Lösemittel kön-
nen die Farbe verändern.
--- Eine wichtige Rolle spielt die Einwirkzeit des Fleckenmittels. Es sollte möglichst lange wirken
können ohne einzutrocknen.
--- Bei der Fleckentfernung einen saugfähigen, weißen Stoff (z. B. Handtuch) unterlegen und öf-
ters wechseln.
--- Immer vom Rand des Flecks nach innen arbeiten, damit der Fleck nicht größer wird.
--- Lösemittel dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden und nicht in den Abfluss gelan-
gen. Entsorgungshinweise auf der Verpackung oder im Beipacktext immer befolgen. Leere Be-
hälter gehören zur Problemstoffsammelstelle.

--- 83 ---
Heimwerken Anstrichmittel
im Überblick
Farben, Lacke & Co
Wandfarben
In diesem Kapitel finden Sie eine Über-
sicht über die am häufigsten eingesetzten Die Wahl der richtigen Wandfarbe trägt
Heimwerkerprodukte. Die Broschüre entscheidend zur Behaglichkeit eines
„Selbst gemacht! Ja, aber ökologisch“ Raumes bei. Neben der Erfüllung deko-
bietet Ihnen umfangreiche Hintergrundin- rativer Anforderungen gibt ein baubiolo-
formation zu den Themen Lacke, Farben, gisch wertvoller Anstrich keine Schadstoffe
Bodenbeläge, Holzwerkstoffe, Tapeten, ab, lädt sich nicht elektrostatisch auf und ist
Klebstoffe, Fugenmasse und weitere Heim- durchlässig für Wasserdampf. Das trägt zu
werkerprodukte und deren mögliche Ge- einem gesunden Raumklima bei. Wandfar-
fahren, Alternativen und praktische Anwen- ben werden meist in relativ großen Men-
dungstipps. Bestellinformation am Ende gen verstrichen. Deshalb fällt hier selbst ein
dieser Broschüre im Kapitel Broschüren geringer Schadstoffgehalt stärker ins Ge-
und Folder. wicht! Bei der Verarbeitung von Wandfar-
ben ist Streichen oder Rollen dem Sprit-
Es ist oft schwierig, aus der Vielfalt der Pro- zen vorzuziehen. Beim Spritzen entstehen
dukte, die als Farben, Lacke, Lasuren usw. kleinste Farbtröpfchen (Aerosole), diese
im Handel angeboten werden, das für die könnten eingeatmet werden und so die Ge-
eigenen Anforderungen passende Produkt sundheit beeinträchtigen. Das Tragen einer
auszuwählen. Einige grundsätzliche Über- Atemschutzmaske ist beim Spritzen ratsam.
legungen vor dem Kauf helfen, die Bela-
stungen für Gesundheit und Umwelt zu re-
duzieren.
--- Wählen Sie Anstriche aus, die Ihren
speziellen Anforderungen angepasst
sind, also z. B. nicht einfach vorsorglich
Antischimmelanstrich verwenden.
© Popova Olga Fotolia.com
--- Wählen Sie Anstriche, die möglichst Verschiedene Farben
frei von gesundheitlich bedenklichen
Stoffen sind.
--- Verwenden Sie nach Möglichkeit Pro- Lacke
dukte auf Naturstoffbasis.
--- Einige umweltfreundliche Wandfarben
Naturharzlacke werden (fast) ausschließ-
und Lacke tragen das Österreichische lich aus natürlichen, nachwachsenden Roh-
Umweltzeichen. stoffen hergestellt. Als Bindemittel dienen
www.umweltzeichen.at Naturharze wie Dammarharz, Kolopho-

--- 84 ---
© Buurman Verlag

nium und trocknende Öle (Leinöl). Wei- standteile, werden kurz nach dem Auftra-
tere Inhaltsstoffe sind Erd- und Pflanzenfar- gen des Lacks abgegeben, daher ist auf gute
benpigmente sowie Wasser und ätherische Belüftung besonders zu achten. Für Lackie-
Öle, Zitrusschalenöl oder Terpentinöl. rungen im Innenraum ist von Kunstharzla-
cken abzuraten.
Kunstharzlacke: Kunstharzlacke sind La-
cke mit hohem organischem Lösemittel- Dispersions- oder Wasserlacke: Das
anteil (um die 50 %, bei Nitrolacken auch Kunstharz-Bindemittel ist hier in Form
bis zu 75 %). Die Abgabe dieser Produkte winziger Tropfen im Wasser verteilt. Beim
an Privatpersonen ist seit Inkrafttreten der Trocknen des Anstrichs bildet sich ein zu-
Lösemittelverordnung mit 01.01.1996 ver- sammenhängender Film, der sich auch un-
boten. Diese Lacke sind für den professio- ter Wassereinwirkung nicht mehr auflöst.
nellen Einsatz konzipiert, wo hohe Bean- Diese Lacksysteme sind unter den Namen
spruchungen den Anstrich beeinflussen (z. Dispersionslack, Wasser- oder Acryllack im
B. für Metalle in Karosserien, im Bootsbau, Handel erhältlich. Sie enthalten 5-10 %
Flugzeugbau, Anstriche von Werkshallen organische Lösungsmittel.
usw.). Der Großteil der flüchtigen Substan-
zen, insbesondere die Lösungsmittelbe-

--- 85 ---
heimwerken

Tipps

--- Wenn Sie Lacke in Innenräumen verarbeiten – egal ob konventionelle Produkte oder La-
cke von Naturfarbenherstellern – müssen Sie während und nach der Arbeit gründlich lüf-
ten, damit die Lösungsmitteldämpfe entfernt werden! Auch die Lösemittel aus Naturfar-
ben können die Gesundheit beeinträchtigen.
--- Arbeiten Sie beim Streichen wenn möglich im Freien, um die Belastung mit Lösungsmit-
teldämpfen möglichst gering zu halten.
--- Naturharzprodukte erfordern oft eine andere Verarbeitung als Kunstharzprodukte. Be-
folgen Sie daher Verarbeitungshinweise der Hersteller genau, um ein zufriedenstellendes
Ergebnis zu erhalten.
--- Beachten Sie unbedingt die Warnhinweise der Hersteller!
--- Nach dem Anstrich sollten Pinsel und Farbroller sofort entsprechend der Gebrauchsan-
leitung des Herstellers ausgewaschen werden.
--- Reste von „Wasserlacken“ genauso wie andere Lacke nicht über den Abfluss entsorgen.
In ihnen enthaltene Stoffe wie Lösungsmittel und Konservierungsmittel stören den bio-
logischen Abbau in Kläranlagen.
--- Baubiologisch besonders empfehlenswert sind Produkte von Naturfarbenherstellern bzw.
solche, die ein entsprechendes Gütesiegel tragen. Mehr dazu im Kapitel Gütesiegel.

--- 86 ---
heimwerken

Öle, Wachse, Lasuren

Das sind meist transparente Oberflächen-


beschichtungen, die in das Holz eindringen
und den Holzuntergrund durchscheinen
lassen. Gegenüber Lacken sind Lasuren of-
fenporiger, so können Feuchtigkeitsunter- © grafikplusfoto Fotolia.com
schiede zwischen Holz und Außenluft bes- Lasur für Holzzaun
ser ausgeglichen werden. Durch Anstriche
der Holzoberflächen soll ein Schutz vor Hartöle, Wachse und Lasuren auf Na-
Feuchtigkeit und Verschmutzung und/ turharzbasis Geölte/gewachste Holzober-
oder eine dekorative Wirkung erzielt wer- flächen fühlen sich wärmer und natürlicher
den. Für Flächen in Innenräumen wie an als mit Lacken behandelte und laden sich
Holzdecken und Wandverkleidungen, nicht elektrostatisch auf. Sie schränken die
aber auch für Möbel, die keiner besonde- Dampfdiffusionsfähigkeit kaum ein, sodass
ren mechanischen oder chemischen Bela- das behandelte Holz zu einem guten Raum-
stung ausgesetzt sind (z. B. Bücherregale), klima beitragen kann. Naturharzprodukte be-
sind keine Oberflächenbehandlungen not- stehen im Wesentlichen aus verschiedenen
wendig! Naturharzen und Ölen, Wasser, Balsamter-
pentinöl, Zitrusschalenöl und Alkohol.
Tipps

--- Öl, Wachs und Pflegemittel sollten von der gleichen Firma stammen – schon um Garantiean-
sprüche nicht zu verlieren, falls etwas schief geht. Das gilt auch für spätere Reparaturen. Des-
halb empfiehlt es sich, etwas Öl und Wachs in Reserve zu halten. Gut verschlossen halten sich
die Produkte mehrere Jahre.
--- Öl nicht mit der Rolle auftragen, da glänzende Streifen entstehen können. Besser Stoffballen
oder Pinsel verwenden.
--- Bei vielen Produkten ist es wichtig, den Ölüberstand spätestens eine halbe Stunde nach dem
Aufbringen mit faserfreien Tüchern zu entfernen.
--- Öl- oder wachsgetränkte Auftragetücher und Lappen sind im Freien zu trocknen oder in
einem geschlossenen Metall- oder Glasbehälter aufzubewahren, da durch den Leinölgehalt
Selbstentzündungsgefahr besteht.
--- Obwohl geölte Fußböden in der Regel nach zwölf bis 24 Stunden zu betreten sind, brauchen
sie circa eine Woche, bis das Öl/Wachs endgültig ausgehärtet ist. Daher geölte Holzböden
in den ersten Wochen schonend behandeln, nur absaugen und erst nach etwa einer Woche
feucht wischen. Gelegentlich sollte eine Pflege-Emulsion verwendet werden.
--- Wachsoberflächen nutzen sich dort, wo sie am stärksten beansprucht werden, mit der Zeit
ab und müssen erneuert werden.

--- 87 ---
heimwerken

Holzschutzmittel
Holzschutzmittel im engeren Sinn sind Gemi-
sche, die biozide Wirkstoffe enthalten, mit de-
nen das Holz vor schädlichen Insekten oder
Pilzen geschützt werden soll. Die wichtigste
Holzschutzmaßnahme ist der konstruktive
Holzschutz. Das umfasst alle Maßnahmen, © Andrea Husnik "die umweltberatung"
die verhindern, dass Holz dauernd der Feuch- Konstruktiver Holzschutz
tigkeit ausgesetzt ist und es schnell wieder
trocknen kann (z. B. Dachüberstand, Wasser- mitteln. Manche dieser Inhaltsstoffe sind pro-
nasen, das Verhindern von Spritzwasser etc.). blematisch für den Menschen. Einige Stoffe
Bezeichnungen wie „Holzschutzlasur“, „Bläu- können Allergien auslösen, andere wiederum
eschutz“, „Schutz vor Insekten“, „schützt vor stehen im Verdacht, potentiell krebserzeu-
Schimmelpilz“ geben einen Hinweis auf bio- gend zu wirken. Verwenden Sie in Innenräu-
zide Wirkstoffe in Oberflächenbehandlungs- men keine chemischen Holzschutzmittel!

Tipps

--- Verwenden Sie chemische Holzschutzmittel nur dann, wenn der Einsatz unbedingt notwen-
dig ist, und beachten Sie die Gebrauchsanleitung.
--- Definieren Sie vor dem Kauf genau, wogegen ein Schutz erforderlich ist: Bläue, Pilze, Insek-
ten etc. Kaufen Sie nur Produkte, die den von Ihnen geforderten Schutz bieten.
--- Verwenden Sie Holzschutzmittel – wenn überhaupt – nur im Außenbereich.
Sorgen Sie bei der Verarbeitung für Ihren persönlichen Schutz durch richtige Arbeitsklei-
dung. Achtung! Durch den Lösemittelgehalt gibt es bei offenen Flammen und Rauchen eine
erhebliche Brand- und Explosionsgefahr. Immer auf gute Belüftung achten.
--- Nicht mehr verwendbare Reste von Anstrich- und Holzschutzmitteln, leere Behälter, ver-
schmutzte Anrührgefäße und Putzlappen, Pinsel und abgeschliffene Farbstäube müssen
über die Problemstoffsammelstellen entsorgt werden.

Klebstoffe
Vom Alleskleber bis zum Spezialprodukt
steht der/die HandwerkerIn einem recht
verwirrenden Angebot an Klebstoffen ge-
genüber. Wie umwelt- oder gesundheitsge-
fährdend die Klebstoffe sind, hängt weitge-
hend von den verwendeten Lösungs- und © Sinisa Botas Fotolia.com
Bindemitteln ab. Auch sonstige Hilfsstoffe Klebstoff
(z. B. Konservierungsmittel, Weichmacher,

--- 88 ---
heimwerken

Entschäumer) können gefährliche Eigen- kennzeichnung). Klebstoffe, die das Siegel


schaften aufweisen. Während und auch nach „Emicode EC1“ (siehe Kapitel Gütesie-
der Verarbeitung können schädliche orga- gel) tragen, sind lösungsmittelfrei und emis-
nische Substanzen an die Raumluft abgege- sionsarm, bieten größtmögliche Sicherheit
ben werden. Klebstoffe schaffen vor allem vor Raumluftbelastungen und sind wenig
dann Probleme, wenn sie sehr großflächig umweltbelastend.
verwendet werden, etwa beim Verlegen von
Bodenbelägen. Dabei verdunsten große Grundsätzlich unterscheidet man zwei
Mengen an Lösemittel aus den Klebern, Arten von Klebern. Es gibt Dispersions-
durch die große Fläche kann es zu hohen kleber, bei denen Kunstharz oder Naturla-
Schadstoffkonzentrationen in der Raum- tex in Form winziger Kügelchen in Wasser
luft kommen. Außerdem sind viele Lösemit- oder organischen Chemikalien fein verteilt
tel brennbar/feuergefährlich und es besteht ist. Die zweite Gruppe bilden sogenannte
bei ungenügender Lüftung akute Brand- und Reaktions-Klebestoffe oder Zweikom-
Explosionsgefahr. Deshalb ist bei Klebern ponentenkleber (Epoxidharz, Poly-ure-
besonders darauf zu achten, lösungsmittel- thankleber), die aus einem Binder und
und schadstoffarme Produkte zu verwenden. einem Härter bestehen. Hier wird der hoch-
Sie erkennen derartige Produkte durch ent- molekulare, klebende Stoff erst während des
sprechende Gefahrenpiktogramme auf der Klebens gebildet.
Verpackung (siehe Kapitel Chemikalien-

Tipps

--- Verwenden Sie Klebstoffe nur im unbedingt erforderlichen Ausmaß.


--- Teppichböden können verspannt oder in kleineren Räumen mit Teppichklebeband verklebt
werden.
--- Holzböden sollten möglichst auf Unterkonstruktion vernagelt oder geschraubt und nicht
verklebt werden.
--- Für Räume mit geringerer Beanspruchung (z. B. Schlafzimmer) sind sogenannte „Fixie-
rungen“ zum Verkleben ausreichend. Ihre Klebekraft ist etwas geringer als die von herkömm-
lichen Klebern, sie haben aber den Vorteil, dass der Belag leicht wieder vom Untergrund ge-
löst werden kann.
--- Verwenden Sie, wenn möglich, Kleber, die aus Naturharzen bestehen und deren Produ-
zenten alle Inhaltstoffe deklarieren.
--- Gibt es für den Einsatzbereich kein Naturharzprodukt, wählen Sie möglichst lösungsmittel-
arme Kleber (siehe www.emicode.de).
--- Sorgen Sie während und nach der Verarbeitung von lösungsmittelhaltigen Klebern für aus-
reichende Lüftung.
--- Holzböden oder Laminat mit Klick-System benötigen keinen Kleber.

--- 89 ---
Brennstoffe gesamte Brennstoffbehälter (z. B. Spiritus-
flasche, Benzinkanister) in der Hand ex-
Grillen plodieren und zu schwersten Brandverlet-
Ein gemütlicher Grillabend sollte zungen am ganzen Körper führen. Darüber
ausschließlich im Freien stattfinden. Bei je- hinaus dringen Benzin und Lampenöl in
der Verbrennung entstehen giftige Gase. die Holzkohle ein und führen zu einer er-
Besonders gefährlich: das farb- und geruch- heblichen Rauch- und Geruchsbelästigung
lose hochgiftige Kohlenmonoxid. Dieses bei der Verbrennung. Die gesundheitsge-
Gas ist eine sehr häufige Ursache für unab- fährdenden oder giftigen Verdampfungs-
sichtliche Vergiftungen. Im Freien ist das und Schwelprodukte einiger Anzündhilfen
Grillen kein Problem, da sich das Kohlen- können außerdem die Lebensmittel verder-
monoxid schnell verflüchtigt. In geschlos- ben, wenn das Grillgut vor deren vollstän-
senen Räumen, auch in Garagen, sammelt diger Verbrennung aufgelegt wird.
sich das Gas im Raum. Selbst brennende
Grillkohle reicht für tödliche Vergiftungen. Benzin, Diesel und Heizöl
Deshalb einen Grill nie in geschlossenen Neben den gesundheitlichen Gefahren
Räumen betreiben! Das gilt auch für Ver- besteht bei allen Brennstoffen natürlich
brennungsmotoren. Da sich Kohlen- hohe Brand- und Explosionsgefahr. Da-
monoxid bei jeder Verbrennung bildet, her sollten Sie bei deren Verwendung sämt-
Heizungen und Kamine regelmäßig über- liche Zündquellen entfernen und nicht
prüfen und warten lassen. rauchen. Zu beachten ist auch, dass die frei-
werdenden Dämpfe schwerer als Luft sind
Nie in geschlossenen und dadurch in Vertiefungen fließen kön-
Räumen grillen! nen. Dort lagern sie unter Umständen auch
längere Zeit, wobei die Explosionsgefahr
Grillanzünder bestehen bleibt..
Größte Gefahr geht von den „Anzündhil-
fen“ beim Gartengrill aus! Um die Holz-
kohle rasch anzuzünden werden immer
wieder Spiritus, Alkohol, Lampenöl oder
gar Benzin verwendet. Dieses Spiel mit
dem Feuer ist extrem gefährlich. Durch
Verdunstung der flüssigen Brennstoffe ent-
steht ein hochexplosives, brennbares Gas/
Luft-Gemisch in Form einer Gaswolke, die
bis zu drei Meter Durchmesser haben kann.
Beim Anzünden der Grillkohle kommt es
dann zu einer Verpuffung. Schwere Brand-
wunden können die Folge sein. Durch ei-
nen Flammenrückschlag kann auch der

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© Yantra Fotolia.com

Tipps

--- Verwenden Sie nur Grillanzünder, die weder verpuffen noch explodieren und keine Ge-
schmacksbeeinträchtigungen verursachen.
--- Keine scharf oder nach Alkohol riechenden Anzündhilfen verwenden. Machen Sie zur
Kontrolle vor dem Einkauf einen Geruchstest.
--- Grillanzünder gehören nicht in die Reichweite von Kindern. Denn die paraffinhaltigen
Öle und Petroleumdestillate, die in Lampenölen und flüssigen Grillanzündern enthalten
sind, können bei Verwechslungen mit Getränken lebensgefährlich sein.
--- Bei der Verwendung von flüssigen Anzündhilfen ist darauf zu achten, dass die Flasche
über eine Ausgießhilfe und ein Sicherheitsventil verfügt, das einen Flammenrückschlag
verhindert.
--- Achten Sie darauf, dass vor dem Auflegen des Grillgutes die Anzündhilfe vollständig ver-
brannt ist.
--- Beginnen Sie mit dem Grillen erst, wenn die Flammen erloschen sind und sich auf der
Grillkohle eine weiße Ascheschicht zeigt.

--- 91 ---
Brennstoffe

Lampenöle

Paraffinhaltige Lampenöle bestehen aus


Petroleumdestillaten, die zum Teil geringe
Mengen von niederen Alkoholen (bis 10
%) enthalten. Sehr häufig werden auch
synthetische Paraffine verwendet. Paraf-
finhaltige Lampenöle tragen den Warn- Lampenöl
© Okea Fotolia.com

hinweis H304 („Kann bei Verschlucken


und Eindringen in die Atemwege töd- Lampenöle aus Petroleumdestillaten sind
lich sein.“). Die Öle können nämlich in die wegen der Verwechslungsgefahr kritisch zu
Lunge „kriechen“ und dort schwere Ent- betrachten. Diese Produkte müssen in Be-
zündungen hervorrufen, sogenannte „che- hältnissen mit kindersicherem Verschluss
mische Lungenentzündungen“. abgegeben werden.

Diese Produkte zählen damit zu den ge- Als Alternative bieten sich Lampenöle an,
fährlichsten Haushaltschemikalien für die aus pflanzlichen Ölen hergestellt werden
Kleinkinder. Wenden Sie sich daher sofort
an die Vergiftungsinformationszentrale,
wenn ein Kind paraffin- oder petroleum-
haltige Lampenöle oder andere flüssige
Brennstoffe getrunken hat!

Gefärbte und parfümierte Lampenöle sind


zur Abgabe an EndverbraucherInnen in
Österreich seit 1999 verboten (EU-weit
seit 2000). Sie wurden von Kindern be-
sonders häufig mit Limonade verwechselt.
Aber auch ungefärbte und unparfümierte

Tipps

--- Ungefährliche Alternativen sind hochgereinigte Pflanzenöle, die keine vergleichbaren ge-
sundheitlichen Risiken haben oder „Sicherheitslampenöle“ auf Fettsäure-ethyl-hexyl- oder
Kokosöl-Basis.
--- Es sind auch Lampenöle auf Mineralölbasis mit viskositätsverändernden Zusätzen auf dem
Markt, die diese ungünstigen Eigenschaften nicht haben.
--- In jedem Fall sollten Sie Lampenöle und gefüllte Lampen für Kinder unerreichbar aufbe-
wahren und die Lampen nicht unbeaufsichtigt brennen lassen.

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Schwimmbad- eines Schwimmbeckens: Verschmut-
chemikalien zungen vermeiden und die Technik
optimal warten. Das gründliche Duschen
vor dem Sprung ins kühle Nass verrin-
Das Wasser eines
gert die Wasserbelastung durch organische
Swimmingpools oder Plansch-
Stoffe und Mikroorganismen um zwei Drit-
beckens ist ver schiedenen Verunreinigun-
tel. Eine gute Pool-Technik belässt nur
gen ausgesetzt: Erde, Staub, Blätter, Insek-
noch wenige Verschmutzungen im Wasser
ten, Haare, Hautschüppchen, Sonnenöl,
und minimiert damit den Chemikalienein-
Schweiß, Harn, Partikeln aus Nase und Oh-
satz für die Reinigung.
ren etc. Schwimmbadchemikalien verspre-
chen klares Wasser auf wundersam einfache
Weise. Angeboten werden unter anderem

© somjring34 Fotolia.com
Regelmäßig Keschern

pH-Wert einstellen
Mittel zur pH-Regulierung, desinfizierende
Die Regulierung des pH-Wertes und die Ver-
Mittel, organischen Schmutz abbauende
wendung von Flockungsmitteln können hel-
Mittel, Präparate zur Algenbekämpfung
fen, den Einsatz von zusätzlichen Chemika-
(Algizide) sowie Flockungs- und Reini-
lien drastisch zu reduzieren. Ein pH-Wert
gungsmittel. Dabei enthalten Schwimm-
zwischen 6,5 und 7,8 gilt als optimal. Dies ist
badchemikalien gefährliche Stoffe wie
einfach mit pH-Teststreifen zu überprüfen.
Chlorverbindungen, Säuren oder Laugen.
Einstellen lässt sich der pH-Wert z. B. durch
Mit diesen Produkten muss daher beson-
Produkte mit Natriumhydrogensulfat.
ders sorgfältig umgegangen werden.
Es gilt als oberste Priorität beim Betrieb

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Schwimmbadchemikalien

Der neutrale Bereich ist sehr wichtig, da ein


zu saurer pH-Wert nicht nur gesundheit-
lich bedenklich ist (er führt zu vermehrter
Chlorgas-Bildung und zu Augen- und Haut-
reizungen), sondern er führt auch zur Schä-
digung des Pools. Ein zu hoch eingestellter
pH-Wert reizt Augen und Haut und begün- Alfonso-de-Tomás Fotolia.com
stigt Algenwachstum. Der pH-Wert beein- Pool-Reinigung
flusst auch die Desinfektionswirkung, Flo-
ckung, Korrosionsfähigkeit und in weiterer Belastungen. Herrscht bei der Desinfek-
Folge auch das Wohlbefinden der Badegäste. tion z. B. ein pH-Wert von 8 statt einem op-
timalen Wert von 7, benötigt man doppelt
Desinfektion im Pool so viel Chlor. Gegen Algen kann eine Stoß-
Desinfizierende Mittel und organischen chlorung durchgeführt werden.
Schmutz abbauende Präparate sind kri- Die Alternativen für Chlor sind meist teuer,
tischer zu betrachten. Während für öffent- weniger effektiv und ebenfalls umweltge-
liche Schwimmbäder aus verständlichen fährdend. Silber-Präparate haben keine des-
Gründen strenge hygienische Vorschriften infizierende, sondern nur stabilisierende
gelten und der Einsatz von Desinfektions- Wirkung. Silber gilt als Umweltgift, es ist
mitteln vorgeschrieben ist, wird im privaten sehr toxisch für Fische. Mit Ozon versetztes
Schwimmbadbereich trotz der vergleichs- Wasser ist äußerst aggressiv gegen Materi-
weise geringen hygienischen Belastung oft alien. Mittel mit Aktivsauerstoff
mit „Kanonen auf Spatzen“ geschossen. (z. B. Wasserstoffperoxid) haben kürzere
Sämtliche Mittel zur Desinfektion und Rei- Wirkungszeiten und brauchen dadurch
nigung sollten so sparsam wie möglich do- mehr Betreuung. Der pH-Wert muss ge-
siert, wenn möglich gar vermieden werden. nauestens eingestellt und die Durchströ-
Präparate mit chlor-abspaltenden Chemi- mung muss exakt sein. Zusätzlich sind Al-
kalien sind oftmals umweltgefährdend, ge- gizide notwendig. Kupfersulfat verfärbt
sundheitsschädlich oder ätzend. Sie wir- Haare, lässt Korrosionen am Becken ent-
ken bereits in kleinsten Dosen keimtötend, stehen und ist giftig für Pflanzen. Ammoni-
besitzen ein breites Wirkungsspektrum, umsulfat ist toxisch für Fische.
sind preiswert und eignen sich sowohl für
schnelle als auch langfristige Entkeimung. Swimmingpools sind sehr pflegeintensiv,
Besonders wichtig ist die richtige Dosie- kostspielig und erhöhen den Eintrag von
rung. Eine optimale Wirkung stellt sich nur Chemie in das Abwasser, egal welches Des-
bei optimalem pH-Wert ein. Der Chlorge- infektionsmittel verwendet wird. Die Was-
halt muss immer genau gemessen und re- serentsorgung muss genauestens geregelt
guliert werden. Er wird beeinflusst durch und Restbestände von Chemikalien müs-
Temperatur, pH-Wert, Sonneneinstrah- sen als Problemstoffe entsorgt werden.
lung, Anzahl der Personen und andere

--- 94 ---
Schwimmbadchemikalien

Algizide forderlich und sollte daher vermieden wer-


Zur Bekämpfung von Algen werden im den. Selbst Schwimmbadfirmen bestätigen,
Handel die sogenannten „Quats“ (Quar- dass bei einwandfreier Beckendurchströ-
ternäre Ammoniumverbindungen) mung, glatten Beckenwänden und Opti-
am häufigsten angeboten. Überwinte- mierung der Flockungsvorgänge ein algen-
rungsmittel (das sind Mittel, die übermä- freier Betrieb ohne Zusatz von Algiziden
ßiges Algenwachstum in der Winterpause möglich ist.
verhindern und die Reinigung im Frühjahr
erleichtern) enthalten ebenfalls meist quar- Pool-Reinigung
ternäre Ammoniumverbindungen. Der Vor der Entleerung des Pools empfiehlt es
wichtigste Vertreter dieser Gruppe ist Al- sich, den Wasserspiegel um einige Zenti-
kylbenzylammoniumchlorid (Benzalkoni- meter abzusenken. Dann lassen sich Fett-
umchlorid). Einige Quats stehen als Rein- ränder leichter säubern. Vor dem Auslassen
stoffe unter Verdacht, kontaktallergen zu den Chlorgehalt messen und gegebenen-
wirken. Sie können jedenfalls allergieauslö- falls neutralisieren. Die Beckenreinigung
send wirken. Sie sind meist in der Entsor- sollte unmittelbar nach der Entleerung er-
gung problematisch, da sie nur schwer ab- folgen. Kalk mit einem leicht verdünnten
baubar sind. Sanitärreiniger lösen. Keine groben Bür-
sten oder Scheuerpulver verwenden, diese
Nach Erfahrung vieler Poolbesitzer ist der könnten die Oberflächen beschädigen.
Einsatz von Algiziden im Winter nicht er-

Tipps

--- Füße von Erde und Gras befreien, vor dem Schwimmen duschen und erst nach dem Schwim-
men eincremen.
--- Mindestens jeden zweiten Tag keschern und Bodensauger häufig verwenden.
--- Kartuschenfilter regelmäßig tauschen. Sandfilter mindestens einmal pro Woche rückspü-
len. Bei Wassertemperaturen über 27 °C zweimal wöchentlich.
--- Umwälzsystem mindestens acht Stunden am Tag oder durchgehend betreiben, der gesamte
Poolinhalt sollte ca. zweimal täglich über den Filter laufen.
--- Chemische Kombiprodukte sind weniger günstig, ein gezielter, sparsamer Einsatz der Che-
mikalien ist damit nicht möglich.
--- Den unbenutzten Pool regelmäßig, vor allem im Herbst, mit einer Folie abdecken.
--- Schwimmteiche sind gute Alternativen zum herkömmlichen Pool. Sie sind zwar auch zu
warten, kommen aber ohne Chemie aus.

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„Versteckte“ flüchtigen, lagern sich auf Oberflächen von
Chemie Wänden, Böden und Einrichtungsgegen-
ständen ab und werden mit der Zeit an die
in Innenräumen Raumluft abgegeben. Über die Atmung,
durch Kontakt mit den belasteten Ober-
Etwa 90 % unserer
flächen und über den immer vorhandenen
Zeit verbringen wir in
Schwebstaub können sie aufgenommen wer-
geschlossenen Innen-
den. Von vielen der Substanzen ist noch gar
räumen. Gesunde Raum luft ist beson-
nicht bekannt, wie sie im menschlichen Kör-
ders wichtig für ein gutes Raumklima. Gute
per wirken.
Raumluft wirkt sich positiv auf unser Wohl-
befinden aus. Frischluftzufuhr durch Lüften
Die Studie „LUKI – LUft und KInder“, die
oder eine Lüftungsanlage ist die wichtigste
2006 bis 2007 vom Umweltbundesamt
Maßnahme für eine gesunde Raumluft.
durchgeführt wurde, ist immer noch die um-
fassendste Untersuchung in diesem Bereich.
Neben Kohlendioxid aus der Atmung bela-
Sie hat ermittelt, ob und in welchem Umfang
sten Zigarettenrauch, offene Verbrennung
Kinder in ihrer Schule verschiedenen Um-
von Gas (z. B. Gasherd), Reinigungs- und
weltfaktoren ausgesetzt sind. In neun Schu-
Pflegemittel, Parfums und Duftsprays so-
len wurden im Innenraum Luftschadstoffe
wie Ausgasungen aus Baumaterialien, In-
analysiert. Insgesamt wurden 252 Parame-
nenausstattung und Einrichtung die Luft in
ter in der Luft, im Feinstaub und Hausstaub
unseren vier Wänden. Wirkstoffe aus Holz-
gemessen. Denn auch die Untersuchung
schutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln,
des Hausstaubs lässt Rückschlüsse auf die
Weichmacher aus Kunststoffen, Lösungs-
Raumluftkonzentration zu. Fast alle Proben
mittel, Flammschutzmittel und eine Vielzahl
waren mit verschiedensten chemischen Sub-
anderer chemischer Verbindungen mit un-
stanzen belastet. Laut der Studie stammen
erwünschten Nebenwirkungen setzen uns
diese Substanzen teils aus Gegenständen des
zusätzlich zu.
Alltags, werden aber auch durch spezielle
Anwendungen freigesetzt (z. B. Klebstoffe,
Kopfschmerzen, gereizte Schleimhäute,
Farben, …). Diese Belastungen können
Schlafstörungen und Konzentrationsschwä-
durch bewusstes Handeln verringert oder
chen oder eine allgemeine Schlappheit –
vermieden werden (z. B. Lüften, Umstieg auf
wer kennt diese Symptome nicht und wird
Wasserfarben,…).
nicht ab und zu von ihnen geplagt? Treten
diese Beschwerden anhaltend und bei Auf-
Wichtige
enthalt in bestimmten Räumen auf, dann
Innenraumschadstoffe
liegt der Verdacht einer belasteten Raum-
luft nahe, insbesondere, wenn der Arzt keine
Tenside gehören mengenmäßig zu den be-
sonstigen Ursachen feststellen kann.
deutendsten Komponenten im Hausstaub.
Schadstoffe , die sich nur sehr langsam ver-
Tenside können die Schutzfunktion der Haut

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© Olivier Le Moal Fotolia.com

gegen äußere Einflüsse stören. Dadurch kann Biozide („lebenstötende“ Chemikalien)


die Schadwirkung anderer Substanzen ver- sind zum Beispiel: insektizide und fungizide
größert werden, die so leichter in den Körper Wirkstoffe in Holzschutzmitteln, Schädlings-
gelangen. bekämpfungsmittel, Anti-Schimmelmittel,
Formaldehyd, z. B. aus Zigarettenrauch (!), Desinfektionsmittel, aber auch Konservie-
Spanplatten, Teppichböden, Polstermöbeln. rungsstoffe. Pentachlorphenol (PCP) war
Flüchtige Kohlenwasserstoffe wie zum lange Zeit Bestandteil von Holzschutzmit-
Beispiel Lösungsmittel aus Farben, Lacken teln, seit 1989 ist es verboten. Dennoch fin-
und Klebstoffen. det es sich als „Altlast“ früherer Holzanstriche
Polyzyklische aromatische in manchen Hausstaubproben. PCP ist Krebs
Kohlenwasserstoffe (PAK) können Krebs erzeugend, erbgut- und fruchtschädigend.
erzeugen, erbgutverändernd wirken und schä- Permethrin und andere synthetische Pyre-
digen das Immunsystem. PAK begegnen uns throide, die fälschlicherweise auch als „bio-
als Luftschadstoffe, verursacht durch Klein- logische“ Schädlingsbekämpfungsmittel be-
feuerungen (z. B. Kamine und Öfen in Haus- zeichnet werden, sind weitere Biozide, die im
halten), den Verkehr, durch Industrieprozesse Haushalt zu finden sind. Diese Mittel sind
und Tabakrauch. Sie sind auch in Nahrungs- etwa in Flohmitteln für Haustiere, in Insekten-
mitteln nachweisbar (z. B. in Grillgut oder in sprays oder -steckern oder in Wollteppichen
geräucherten Produkten). (gegen Motten und Käfer) zu finden. Perme-

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„Versteckte“ Chemie in Innenräumen

thrin kann bei empfindlichen Personen Übel- sind etwa in Vinyltapeten, PVC-Böden, Ka-
keit, Hautreizungen, Kopfschmerzen, Schwin- beln, Kunststoffgehäusen und vielen anderen
del sowie Konzentrationsstörungen auslösen. Produkten enthalten.

Flammschutzmittel in Montageschämen, Allergene wie Hausstaubmilben, Pilzsporen


Matratzen, Pölstern und Teppichen. Die bei- von Schimmelpilzen sowie Haare und Haut-
den häufigsten Verbindungen, die Phosphor- schuppen von Tieren. Reinigungsmittel, Far-
säureester Tris(2-Chloroisopropyl)phosphat ben und Lacke können wichtige Quellen
(TCPP) und Tris(2-chlorethyl)phosphat von allergieauslösenden Stoffen, wie z. B. ver-
(TCEP), stehen im Verdacht, krebserzeugend schiedene Duftstoffe oder Konservierungs-
zu wirken. Sie schädigen im Tierversuch Le- stoffe, sein.
ber und Nieren und verändern das Erbgut.
TCEP ist mittlerweile von der Europäischen Viele Informationen und Tipps für eine
Chemikalienagentur (ECHA) als besonders gesunde Raumluft finden Sie auf
besorgniserregender Stoff gelistet. www.raumluft.org.

Weichmacher sind Stoffe, die in großem Im „Leitfaden für gesunde Innenräume und
Umfang Kunststoffen, Farben und Lacken, Raumlufthygiene in Schul- und Unterrichts-
Gummi, Klebstoffen usw. zugesetzt werden, räumen sowie in Räumen mit ähnlicher
um diese weicher, flexibler und elastischer zu Zweckbestimmung“ finden Sie wertvolle In-
machen. Weichmacher gehören zu den welt- formationen für die gesunde Raumluft in Un-
weit am meisten verkauften Chemikalien. Sie terrichtsräumen.

Tipps

--- Als erste und effizienteste Abhilfemaßnahme bei Schadstoffen in der Raumluft gilt ausrei-
chendes Lüften!
--- Verwenden Sie in Innenräumen keine mit Insektiziden und Fungiziden versehenen Holz-
schutzmittel!
--- Insektensprays, insektizidhaltige Strips und Elektroverdampfer (Gelsenstecker) belasten die
Innenraumluft ständig mit den von ihnen freigesetzten Wirkstoffen – verwenden Sie alter-
native Methoden (z. B. Fliegengitter an den Fenstern).
--- Rauchen Sie nicht in Innenräumen, speziell in Schlafräumen. Denn dabei entstehen relativ
hohe Konzentrationen an krebserzeugenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasser-
stoffen sowie Formaldehyd!
--- Verzichten Sie auf die Beduftung mit synthetischen Duftstoffen (siehe Kapitel Luftver-
besserer, Luft-, Textilerfrischer und Geruchsabsorber).

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Schädlings- gaben erfüllen – von Bienen über Fische bis
bekämpfung zu Kleinstlebewesen.
Es gibt viele „gute alte Hausmittel“, die mit
im Haus etwas Hartnäckigkeit angewandt zielgerich-
tet und ohne Nebeneffekte wirken. Wich-
Chemische und bio-
tig ist aber vor allem das Vorbeugen: Wenn
logische Wirkstoffe Wir un-
es den Tieren zu ungemütlich bei uns ist, zie-
terteilen die Tierwelt gern in „gut“ und „böse“,
hen sie erst gar nicht ein!
in Nützlinge und Schädlinge. Manche Tiere
sind für uns nützlich und schädlich zugleich,
Chemische und
beispielsweise Ameisen, die im Garten als Ge-
biologische Wirkstoffe
sundheitspolizei und Aufräumtruppe „gut“
Chemische Produkte zur Schädlingsbe-
und im Haus nicht gern gesehen sind. Sie wer-
kämpfung sollten nur dann verwendet wer-
den wie andere tierische Eindringlinge, die
den, wenn andere Methoden versagen, da
uns in unseren vier Wänden belästigen oder
einige von ihnen auch für den Menschen be-
Vorräte und Eigentum beschädigen, mög-
denklich sind und sie die Umwelt gefährden
lichst rasch vernichtet.
können. In Innenräumen können sie manch-
mal ein noch viel größeres Gefährdungspo-
Der Griff zu Pestiziden ist dabei die
tenzial als im Freien haben.
schlechteste aller Möglichkeiten. Die in den
Produkten enthaltenen Wirkstoffe sind oft
Biozide (Leben-abtötende) Wirkstoffe kön-
schädlicher für die Gesundheit als die „Schäd-
nen sich auf Oberflächen von Wänden, Bö-
linge“ selbst. Die Mittel zum Schutz von Pflan-
den und Einrichtungsgegenständen abla-
zen und Pflanzenerzeugnissen vor Schädlin-
gern und durch Aufwirbeln wiederholt in
gen und Pflanzenkrankheiten sind deshalb
die Atemluft gelangen. Über die Atmung,
nach dem Pflanzenschutzmittelgesetz zulas-
durch Kontakt und über den immer vorhan-
sungspflichtig und sind, mit genauen Anwen-
denen Schwebstaub könnten sie in den Kör-
dungsbestimmungen versehen, im Pflanzen-
per aufgenommen werden. Symptome einer
schutzmittelregister abrufbar. Biozide sind
Vergiftung sind Übelkeit, Schwindel, Kopf-
Mittel gegen sonstige Schädlinge, Schimmel
schmerzen, Appetitlosigkeit, Sehstörungen,
und ähnliches im Haus. Diese Produkte müs-
Verdauungsstörungen, Depressionen, Ge-
sen nach dem Biozidproduktegesetz zugelas-
dächtnisstörungen oder Störungen des Be-
sen sein (siehe Kapitel Geltende Gesetze
wegungsablaufes. Einige Biozide stehen im
und Verordnungen).
Verdacht, hormonähnlich zu wirken und die
Fruchtbarkeit zu beeinflussen. Manche Bio-
Manche Mittel sind nicht nur für die unge-
zide sind allergieauslösend. Im Biozid-Pro-
betenen Gäste, sondern auch für Menschen
dukte-Gesetz ist geregelt, welche Wirkstoffe
und Haustiere gefährlich und stellen nicht
verwendet werden dürfen und wie die Pro-
zuletzt eine Belastung für die Umwelt dar.
dukte gelagert, transportiert, verpackt und
Sie bedrohen Tiere, die für uns wichtige Auf-
gekennzeichnet werden müssen. Insbeson-

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© Ruud kunkels Fotolia.com

dere enthält die Gebrauchsanweisung jedes sind Nervengifte und wirken schon in sehr
einzelnen Produktes genaue Hinweise zur ri- geringen Mengen gegen fliegende und krab-
sikominimierten Anwendung (siehe belnde Insekten. Beim Menschen können
Kapitel Geltende Gesetze und Verord- sie Juckreiz, Hautentzündungen, Hustenreiz,
nungen). Allergien u. a. auslösen. Sie werden nicht so
Für die Wirksamkeit der Produkte muss ein leicht über die Haut oder nach Verschlucken
Nachweis erbracht werden. Informationen vom Körper aufgenommen, sehr wohl aber
zum Gesetz, zu den EU-Richtlinien und über die Lunge. Besondere Vorsicht beim
viele weitere nützliche Links finden Sie auch Versprühen von solchen Stoffen! Typische
auf der Homepage www.biozide.at Vertreter dieser Gruppe sind z. B. Cyperme-
thrin, Esbiothrin und Permethrin.
häufig anzutreffende
Wirkstoffe und pro- Organophosphate und Carbamate
duktgruppen in Pestiziden Das sind Nervengifte und können Sym-
ptome wie Husten, Übelkeit, Kopf-
Pyrethrum und Pyrethroide schmerzen, Schwindel, Depressionen und
Natürliches Pyrethrum wird aus Pflanzen auch Lähmungserscheinungen hervorrufen.
gewonnen. Synthetische Pyrethroide sind Viele sind als gesundheitsschädlich, giftig
chemisch hergestellte Nachahmungen. Sie bzw. sehr giftig oder umweltgefährlich einge-

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Schädlingsbekämpfung im Haus

stuft. Die Aufnahme dieser Wirkstoffe kann Rodentizide sind auch für Menschen und
über die Haut, die Atemluft oder durch Ver- Haustiere sehr gefährlich.
schlucken erfolgen. Zu dieser Gruppe zählen Die in diesem Kapitel genannten Wirkstoffe
u. a. Fenoxycarb, Azamethiphos oder Ben- in Handelsprodukten sind oft nur zu weni-
diocarb. gen Prozenten, manche im Promille-Bereich
enthalten sind, zeigen sich die angeführten
Weitere Stoffe gesundheitsschädigenden Wirkungen nur
Es gibt noch viele weitere Pestizidwirkstoffe, in abgeschwächter Form. Die in der Kenn-
die gegen Insektenbefall oder gegen Pilz- zeichnung der Produkte angeführten Sicher-
befall an Zier- und Nutzpflanzen eingesetzt heitsmaßnahmen einschließlich der Ge-
werden und zu verschiedenen chemischen brauchsanweisung sollen sicherstellen, dass
Gruppen gehören (z. B. Etofenprox, Fipro- eine risikominimierte Anwendung gege-
nil, Myclobutanil etc.). Manche sind um- ben ist.
weltgefährlich, andere wirken haut- und au- Zu den gesundheitlich wenig bedenklichen
genreizend oder können neurologische Insektiziden gehören hauptsächlich Natur-
Störungen verursachen. Einige stehen unter stoffe, wie Extrakte der Neempflanze oder
Verdacht, krebserzeugend zu sein. Viele ge- ätherische Öle, deren Gerüche viele Insek-
fährliche Stoffe wurden schon ersetzt. ten vertreiben.

Rodentizide Eine umfangreiche Darstellung der gängigen


Es gibt auch Mittel zur Bekämpfung von Na- Wirkstoffe und Produktgruppen sowie Al-
getieren (Rodentizide mit Wirkstoffen wie ternativen finden Sie in der Broschüre
z. B. Warfarin, Coumatetralyl, Difethialon). „Ameisen, Motten & Co“. Wo Sie diese
Verwendet werden vorwiegend Wirkstoffe, Broschüre bestellen können, sehen Sie im
die die Blutgerinnung hemmen, wodurch Kapitel Broschüren und Folder.
die Tiere an inneren Blutungen sterben.

Tipps

--- Erkundigen Sie sich nach giftfreien Alternativen, es gibt laufend neue Produkte.
--- Schränken Sie die Anwendung von Sprays ein. Das Produkt wird ungezielt im Raum verteilt
und die feinen Tröpfchen, die dabei entstehen, bleiben lange in der Luft. Sie können eingeat-
met werden und die Wirkstoffe geraten über die Lunge in die Blutbahn. Weniger bedenklich
sind Produkte, die nur pflanzliche Öle oder Schmierseife (Kaliseife) und Wasser enthalten.
--- Alle Produkte, bei denen die Wirkstoffe unkontrolliert verteilt werden, sollten nur verwendet
werden, wenn keine alternativen Methoden vorhanden sind. Dazu gehören Elektroverdamp-
fer („Gelsenstecker“), Mottenkugeln, Sprays, Vernebler, Strips und andere sogenannte „slow-re-
lease“ Produkte. Im Freien verwendet gefährden Insektenkerzen, Räucherspiralen, Räucherpa-
tronen und ähnliche Produkte, die ihre Wirkstoffe ungezielt verteilen, auch nützliche Insekten
bzw. können diese Stoffe von Mensch und Tier eingeatmet werden.

--- 101 ---


Schädlingsbekämpfung im Haus

Tipps

--- Bunte Aufkleber in Form von Blumen oder Käfern, die gegen Fliegen helfen sollen, sind mit
einem Kontaktgift versehen, das bei Berührung über die Haut aufgenommen werden kann.
--- Giftige und sehr giftige Mittel sollten nur von professionellen Schädlingsbekämpfern ange-
wendet werden.
--- Bei Auftreten von schwer zu bekämpfenden Schädlingen wie Schaben, Pharaoameisen oder
Taubenzecken sollte auf jeden Fall ein professioneller Schädlingsbekämpfer herangezogen
werden.
--- Zur Bekämpfung von Nagetieren (Mäusen) ist die Verwendung von Fallen einer chemischen
Bekämpfung vorzuziehen.
--- Köder und Gele sind Fraßgifte mit Lockstoffen. Sie müssen allerdings für Kinder und Haus-
tiere unerreichbar gelagert und ausgelegt werden.
--- Kaufen Sie nur Produkte, auf denen die Inhaltsstoffe deklariert sind und wenn möglich keine
Produkte, die ein Gefahrenpiktogramm tragen. Aber auch ein Produkt, das kein Gefahrenzei-
chen trägt, muss nicht völlig risikofrei sein (Siehe Kapitel Gefahren durch Haushaltsche-
mikalien). Vorsicht bei Produkten aus dem Ausland oder aus Großmutters Mottenkiste: Sie
können Wirkstoffe enthalten, die bei uns wegen ihrer Gefährlichkeit schon verboten sind!
--- Setzen Sie chemische Mittel generell sparsam und mit Bedacht ein. Kämpfen Sie, wenn nötig,
mit „sanften“ Methoden und kombinieren Sie vorbeugende und vertreibende Maßnahmen.
Verwenden Sie Fliegenklatschen, Leimfallen und giftfreie Fallen, z. B. Klebefallen mit Phero-
monen (Sexuallockstoffen) gegen Motten.
--- Setzen Sie Nützlinge ein, z. B. Florfliegenlarven gegen Blattläuse oder Raubmilben gegen
Spinnmilben auf Zimmerpflanzen.
--- Gegen Ameisen und andere krabbelnde Insekten hilft oft schon Diatomeen-Erde (Kiesel-
gur). Das ist ein mineralisches Pulver, das in Drogerien erhältlich ist.

--- 102 ---


Schädlingsbekämpfung im Haus

Die ökologischen die wieder abziehen, wenn ihnen die Bedin-


Alternativen gungen nicht zusagen. Der vorbeugende
Schutz vor Schädlingen besteht darin, ihnen
Vorbeugen und Vertreiben den Eintritt zu erschweren und möglichst
Oft ist nicht mangelnde Hygiene an einem wenig Lebensraum und Nahrung zu bieten.
Schädlingsbefall schuld, vielmehr bieten wir
den Tieren in unseren Wohnungen paradie- Alles über die Methoden des biologischen
sische Lebensräume. Zentralheizungen sor- Pflanzenschutzes sowie einen Überblick
gen für gleichmäßige Wärme, verbaute Kü- über natürliche Pflanzenschutz- und
chen bieten perfekte Verstecke und dank pflegemittel finden Sie in der Broschüre
unserer Vorräte ist der Tisch immer reich ge- „Natur-Nische Hausgarten“, herausgege-
deckt. Oft werden Tiere mit Lebensmitteln ben vom Bundesministerium für Land- und
oder anderen Waren eingeschleppt, manch- Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirt-
mal wandern sie von selber zu. Einzelne schaft gemeinsam mit "die umweltberatung"
Tiere sind oft nur Zufallsgäste oder Späher,

Tipps

--- Regelmäßiges Lüften zum Verringern der Luftfeuchtigkeit: mehrmals täglich Stoßlüften, das
heißt möglichst alle Fenster ein paar Minuten ganz öffnen.
--- Wohnräume sauber halten, aber nicht „klinisch rein“ und antibakteriell! Milde Allzweckrei-
niger und Essig genügen vollkommen! Haustierplätze regelmäßig saugen. Keller und Ne-
bengebäude besenrein halten. Weitere Tipps siehe Kapitel Ökologisch Reinigen leicht
gemacht.
--- Dunkle/feuchte Ecken, z. B. hinter Kühlschrank, Küchenkasten und Waschmaschine regel-
mäßig reinigen. Ritzen und Fugen an Wänden, Böden, Fenstern und hinter Schränken mit
Kitt, Spachtelmasse, Silikon, Gips o. ä. verschließen.
--- Lebensmittel kühl und trocken in gut verschlossenen Behältern lagern. Speisereste und
schmutziges Geschirr nicht lange offen stehen lassen. Verschüttete Flüssigkeiten, Brotkrü-
mel, Mehlreste usw. sofort beseitigen. Abfälle kühl in gut verschlossenen Behältern lagern,
regelmäßig entleeren.
--- Fliegengaze und Fliegengitter schützen vor Zuflug. Es gibt viele moderne Ausführungen, z.
B. in Kombination mit Rollläden oder mit Klettverschluss zur einfachen Montage. Zur Au-
ßenbeleuchtung Beleuchtungskörper verwenden, die nur nach unten strahlen!
--- Je früher die Maßnahmen gesetzt werden, desto größer der Erfolg. Es gibt keine allgemein-
gültige Methode, die immer wirkt. Kombinieren Sie immer mehrere Methoden der Vertrei-
bungs- und Vorbeugemaßnahmen!

--- 103 ---


Gütesiegel Das Umweltzeichen gilt für die Mitglieder
der EU und die indirekt beteiligten Länder
Entscheidungshilfen Norwegen, Liechtenstein und Island. In je-
für KonsumentInnen Für dem Mitgliedsland gibt es eine zuständige
umweltfreundliche Produkte sind die Kri- Stelle für das EU-Umweltzeichen, in Ös-
terien für Gütezeichen sehr unterschied- terreich ist dies das Bundesministerium für
lich angelegt. Manchmal werden nur wenige Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und
Faktoren beurteilt, bei anderen wird der ge- Wasserwirtschaft.
samte Produktionszyklus überprüft. Oft ver- www.eu-ecolabel.de
suchen Firmen durch die Schaffung eigener
Logos, sich ein besseres Umweltimage zu Der Blaue Engel
verschaffen. Für die KonsumentInnen führt Der Blaue Engel wird vom deut-
das zu Verwirrung. schen Umweltbundesamt in Zu-
sammenarbeit mit dem deut-
Folgende Siegel helfen beim Einkauf schen Bundesministerium für Umwelt,
von Produkten Naturschutz und Reaktorsicherheit verge-
ben. Er existiert bereits seit 1978 in einer
Vielzahl von Produktkategorien.
Österreichisches www.blauer-engel.de
Umweltzeichen
Das Österreichische Umweltzei- natureplus
chen wird vom Bundesministe- natureplus ist der internationale
rium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt Verein für zukunftsfähiges Bauen
und Wasserwirtschaft verliehen. Es gibt Um- und Wohnen e.V., an dem neben
weltzeichen für Produkte (seit 1990), Tou- deutschen und Schweizer Organisationen
rismusbetriebe (seit 1996), Schulen (seit auch das österreichische Institut für Baubi-
2002) und außerschulische Bildungsein- ologie und Ökologie IBO beteiligt ist. Das
richtungen (seit 2007). gkeichnamige Gütesiegel kennzeichnent die
www.umweltzeichen.at besten Produkte für nachhaltiges Bauen.
www.natureplus.at
EU Ecolabel - das
EU-Umweltzeichen Emicode
1992 wurde das Europäische Der Emicode wird von der
Umweltzeichen ins Leben ge- deutschen Gemeinschaft für
rufen. Seither wurde das Zeichen an über emissionskontrollierte Verle-
tausend Produkte in einer Vielzahl von gewerkstoffe vergeben. Untersucht wird, ob
Produktgruppen verliehen. Im Reinigungs- und welche flüchtigen organischen Stoffe an
mittelbereich wurden die österreichischen die Raumluft abgeben werden (Emissionen)
Umweltzeichenrichtlinien mit diesen Richt- und ob Gerüche entstehen. Folgende Emi-
linien harmonisiert (sind also identisch). codes werden vergeben:

--- 104 ---


Gütesiegel

EMICODE EC 1: „sehr emissionsarm“ Testberichte und


EMICODE EC 2: „emissionsarm“ Zeitschriften
EMICODE EC 3: „nicht emissionsarm“
Konsument
Insbesondere Klebstoffe und Spachtelmas- Der „Konsument“ wird vom österrei-
sen können damit gekennzeichnet sein. Bei chischen Verein für Konsumenteninfor-
Produkten, die mit „EC1“ gekennzeichnet mation (VKI) herausgegeben. Bei den
sind, haben KonsumentInnen eine gewisse Produktbewertungen steht der Verbrauche-
Sicherheit, dass möglichst wenige Schad- rInnenschutz im Vordergrund. Daneben
stoffe in die Raumluft gelangen. werden manchmal auch ökologische Krite-
www.emicode.de rien angewandt. Zusätzlich werden – einzig-
artig im deutschsprachigen Raum – seit ei-
Weitere Gütezeichen, welche für die da- niger Zeit ethische Kriterien entwickelt und
rin jeweils beschriebenen Bereiche wichtig angewandt, wie das soziale Engagement, Un-
sind, finden Sie in den Broschüren „Selbst ternehmensoffenheit und Nachhaltigkeit.
gemacht? Ja, aber ökologisch!“ (Güte- www.konsument.at
siegel fürs Bauen und Wohnen), „Schickes
Outfit! Neu? Ja, aber ökologisch!“ (Gü-
tezeichen für ökologische, soziale und faire
Mode) und „Wohlfühloase Naturgarten“
(Gütesiegel für Gartenprodukte). ÖKO-TEST
Auch die Zeitschrift ÖKO-TEST führt Pro-
Bewusstkaufen.at dukttests durch. Im Vordergrund der Unter-
ist ein Webportal für nachhaltigen Kon- suchungen steht die Frage der gesundheit-
sum in Österreich. Es gibt hier viele Infos zu lichen Risiken, ökologische Gesichtspunkte
nachhaltigen Labels, Einkaufsratgeber und werden zusätzlich untersucht. Die Produkte
Informationen über Produkte. werden anhand ihrer Marktrelevanz am
www.bewusstkaufen.at deutschen Markt ausgesucht.
www.oekotest.de
Eine Hilfe im „Labelwald“ mit Schwerpunkt
Deutschland bietet Label-Online.
www.label-online.de

Im Bereich Wasch- und Reinigungsmittel er-


möglicht "die umweltberatung" in Koope-
ration mit der Energie- und Umweltagentur
Niederösterreich mit Hilfe der Datenbank
ÖkoRein eine hilfreiche Auswahl an emp-
fehlenswerten Produkten.
www.umweltberatung/oekorein

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Geltende Ge-
setze und Ver-
ordnungen im
Bereich der Haus-
haltschemikalien
© rcx Fotolia.com
die Österreichischen Regelungen zu Chemikalien
Regelungen Das Chemikalienrecht
ist im Chemikaliengesetz 1996, der Chemi- Chemikalienverordnung 1999
kalienverordnung 1999 und einer Reihe von BGBl. Nr. II 81/2000
weiteren Verordnungen festgelegt. Im Fol- Sie dient der näheren Bestimmung einiger
genden werden die wichtigsten Regelungen wichtiger Regelungselemente des Chemi-
beschrieben. www.bmlfuw.gv.at/greentec/ kaliengesetzes. Folgendes ist hier u. a. festge-
chemikalien/chemikalienrecht.html halten:
--- die Einstufungsgrundlagen und die Vor-
Chemikaliengesetz 1996 gangsweise bei der Gefahrenbewertung
BGBl. I Nr. 53/1997 in der Fassung (Einstufungsleitfaden)
BGBl. I Nr. 97/2013 --- die Details zur Kennzeichnung gefähr-
Dieses Gesetz ist der rechtlich verbindliche licher Stoffe und Zubereitungen
Rahmen für das Inverkehrsetzen sowie einige --- sämtliche Gefahrenpiktogramme und
Aspekte der Verwendung von Chemikalien R(Risiko)- und S-Sätze (Sicherheitsrat-
und enthält: schläge), Sonderkennzeichnungen z. B. bei
--- Schutzziele, Geltungsbereich und Defini- Sekundenkleber, bildliche Hinweise be-
tionen in Zusammenhang mit dem Inver- treffend die Entsorgung von Haushalts-
kehrsetzen von Chemikalien chemikalien (Klobrille, Mülleimer)
--- Vorschriften zu Einstufung, Kennzeich- --- genaueres zur Verpackung
nung und Verpackung von Chemikalien --- einige zugehörige ÖNORMEN, z. B. be-
--- Bestimmungen über das Sicherheitsda- treffend kindersichere Verschlüsse
tenblatt
--- besondere Bestimmungen über das Inver- Selbstbedienungsverordnung
kehrsetzen und Verwenden von Giften BGBl. Nr. 232/1995
--- Ermächtigungen, um besonders gefähr- In dieser Verordnung ist im Detail geregelt,
liche Stoffe, Zubereitungen und Fertigwa- welche besonders gefährlichen Chemikalien
ren beschränken oder gänzlich verbieten in Selbstbedienung nicht abgegeben werden
zu können dürfen bzw. welche gefährlichen Chemikalien
--- Vollzugsvorschriften nur unter Einhaltung bestimmter Sicherheits-
www.bmlfuw.gv.at/greentec/chemikalien/ auflagen in Selbstbedienung angeboten wer-
chemikalienrecht/chemg1996.html den dürfen. Generell dürfen chemische Pro-
dukte wie z. B. Wasch- und Reinigungsmittel,

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Geltende Gesetze und Verordnungen im Bereich der Haushaltschemikalien

Farben, Biozid-Produkte etc., wenn sie als sehr gleichskonzentration des Formaldehyds in
giftig, giftig, gesundheitsschädlich (teilweise), der Luft eines Prüfraumes 0,1 ppm (ml/
ätzend, krebserzeugend, fruchtschädigend m³) überschreitet. Für Wasch-, Reinigungs-
oder erbgutverändernd in bestimmten Kate- und Pflegemittel für private Anwender ist ein
gorien eingestuft sind, nicht in Selbstbedie- höchstzulässiger Masseanteil von 0,2 % an
nung abgegeben werden. Formaldehyd festgelegt. Dieser Grenzwert
gilt nicht für Desinfektionsmittel und Indus-
Besondere Regelungen für Gifte triereiniger, wenn diese nicht in Büro- oder
Für Stoffe und Zubereitungen, die als sehr gif- Aufenthaltsräumen verwendet werden.
tig oder als giftig eingestuft sind (Gifte), gelten
aus Gründen der Vorsicht besonders strenge Lösungsmittelverordnung 2005
Regelungen. Solche Chemikalien dürfen nor- BGBl. II Nr. 398/2005
malerweise nur an Fachpersonal oder nur Viele Lösungsmittel sind zwar technisch not-
nach ausdrücklicher behördlicher Genehmi- wendig, gesundheitlich aber nicht unbedenk-
gung abgegeben und verwendet werden. Un- lich und an der Bildung von bodennahem
ternehmen, die Gifte abgeben, müssen dazu Ozon beteiligt. Ziel der geltenden Lösungs-
befugt sein und einen eigenen Giftbeauftrag- mittelbeschränkungen ist es, die Emissionen
ten bestellen. Das „Giftrecht“ umfasst die fol- flüchtiger organischer Verbindungen, wel-
genden Verordnungen che bei der Verwendung von Farben, Lacken
--- Giftverordnung 2000, und Produkten für die Gebäudeanstriche und
BGBl. II Nr. 24/2001 Fahrzeugreparaturlackierung aufgrund der
--- Giftliste-Meldeverordnung, enthaltenen organischen Lösungsmittel ent-
BGBl. II Nr. 129/1999 stehen, zu reduzieren. Für jede Produktkate-
--- Giftliste-Verordnung 2002 gorie (z. B. Innenanstriche, Außenanstriche,
BGBl. II Nr. 126/2003 Beschichtungsstoffe für Holz, Metall oder
--- Giftinformationsverordnung 1999 Kunststoffe) ist der maximal zulässige Lö-
BGBl. II Nr. 137/1999 sungsmittelgehalt (VOC-Gehalt) bei was-
serbasierenden Systemen bzw. bei lösungs-
Chemikalien-Verbotsverordnung 2003 mittelbasierenden Systemen festgelegt. Die
BGBl. II Nr. 477/2003 (soweit nicht An- Grenzwerte traten in einer ersten Stufe am 1.
hang XVII der REACH-Verordnung (EG) Nr. Jänner 2007 in Kraft, ab 1. Jänner 2010 wur-
1907/2006 zur Anwendung kommt) den sie abgesenkt. Für Druckfarben, Bauten-
schutzmittel, Klebstoffe, Abbeizmittel, Anti-
Formaldehydverordnung foulinganstriche, Unterwasseranstriche und
BGBl. Nr. 194/1990 Bootslacke sowie Elektroisolierlacke blei-
Diese Verordnung legt fest, dass Holzwerk- ben jedoch die speziellen österreichischen
stoffe (Spanplatten, Tischlerplatten, auch Begrenzungen für chlorierte Lösungsmittel,
Massivholzplatten u. a.) und Möbel nicht Benzol und aromatische Kohlenwasserstoffe
in Verkehr gesetzt werden dürfen, wenn die gemäß der Lösungsmittelverordnung 1995
durch den Holzwerkstoff verursachte Aus- weiterhin aufrecht.

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Geltende Gesetze und Verordnungen im Bereich der Haushaltschemikalien

Biozidproduktegesetz
BGBl I 105/2013 Pflanzenschutzmittel, das sind Mittel zum
Biozidprodukte sind im Wesentlichen alle Schutz von Pflanzen und Pflanzenerzeugnis-
nicht zum Schutz von Pflanzen oder Pflan- sen gegen Schädlinge (auch entsprechende
zenerzeugnissen eingesetzten Schädlingsbe- Mittel für Zierpflanzen, Schnittblumen, Ra-
kämpfungsmittel. Dazu zählen unter anderem sen etc. sind Pflanzenschutzmittel), müssen
Holzschutzmittel, Desinfektionsmittel, Fun- vor dem Inverkehrsetzen zugelassen werden.
gizide, Insektizide und Rodentizide. Das Bio- Die zugelassenen Mittel sind im Pflan-
zidproduktegesetz enthält jene Regelungen, zenschutzmittelregister eingetragen. Das
die notwendig sind, um die Vollziehung und Pflanzenschutzmittelregister enthält für je-
Überwachung der Biozidprodukteverord- des zugelassene Produkt neben den Kenn-
nung (Verordnung (EU) Nr. 528/2012 des zeichnungselementen (Sicherheits- und
europäischen Parlaments und des Rates vom Gefahrenhinweise, Auflagen u. a.) auch
22. Mai 2012 über die Bereitstellung auf dem die genauen Anwendungsbestimmungen
Markt und die Verwendung von Biozidpro- (Schadfaktor, Zweckbestimmung, Aufwand-
dukten) in Österreich sicherzustellen, wie menge, Wartefrist u. a.).
etwa die Behördenzuständigkeiten, die Über-
wachungsbefugnisse und die Sanktionen für Das Pflanzenschutzmittelregister ist öffentlich
Verwaltungsübertretungen. zugänglich und kann unter
www.baes.gv.at/pflanzenschutzmittel/
Pflanzenschutzmittelgesetz 2011 pflanzenschutzmittelregister/ eingese-
BGBl. I Nr. 10/2011 hen werden.
Dieses Bundesgesetzes dient der Vollzie- www.bmlfuw.gv.at/land/produktion-
hung der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 maerkte/betriebsmittel-rechtsinfo/
über das Inverkehrbringen von Pflanzen- Pflanzenschutzmittel.html
schutzmitteln und zur Aufhebung der Richt-
linien 79/117/EWG und 91/414/EWG
des Rates und der Umsetzung der Richtlinie
2009/128/EG über einen Aktionsrahmen
der Gemeinschaft für die nachhaltige Verwen-
dung von Pestiziden.

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Geltende Gesetze und Verordnungen im Bereich der Haushaltschemikalien

Rechtsvorschriften der Pflanzenschutzes, der Grundsätze der guten


EU zum Chemikalienrecht Pflanzenschutzpraxis und der Anwendung
- EU Richtlinien des Vorsorgeprinzips festzulegen.

Richtlinie 1999/45/EG Nach Artikel 4 der Richtlinie 2009/128/EG


„Zubereitungsrichtlinie“ zur Einstufung, Ver- haben die Mitgliedsstaaten nationale Akti-
packung und Kennzeichnung gefährlicher onspläne zu erlassen, in denen ihre quanti-
Zubereitungen Die Stoffrichtlinie und die tativen Vorgaben, Ziele, Maßnahmen und
Zubereitungsrichtlinie werden mit Wirkung Zeitpläne zur Verringerung der Risiken und
vom 1. Juni 2015 aufgehoben und durch die der Auswirkungen der Verwendung von Pe-
CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über stiziden auf die menschliche Gesundheit
die Einstufung, Verpackung und Kennzeich- und die Umwelt festgelegt werden und mit
nung von Stoffen und Gemischen (=Zube- denen die Entwicklung und Einführung des
reitungen) ersetzt. integrierten Pflanzenschutzes sowie alter-
nativer Methoden oder Verfahren gefördert
Richtlinie 2004/42/EG werden, um die Abhängigkeit von der Ver-
im April 2004 über die Begrenzung flüchti- wendung von Pestiziden zu verringern.
ger organischer Verbindungen („VOC“) in
bestimmten Farben und Lacken In Öster- Der Nationale Aktionsplan Pflanzenschutz-
reich umgesetzt mit der Lösungsmittelver- mittel besteht aus den neun, seitens der Län-
ordnung 2005 BGBl. II Nr. 398/2005. der erstellten Landesaktionsplänen. Die ein-
zelnen Landesaktionspläne sind auf den
Richtlinie 2009/128/EG Websites der Landesregierungen einsehbar.
des europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 21. Oktober 2009 über einen Akti-
onsrahmen der Gemeinschaft für die nach-
haltige Verwendung von Pestiziden Ziel der
Richtlinie ist es, den Umgang mit Pflanzen-
schutzmitteln sicher und möglichst um-
weltverträglich zu gestalten. Die Zuständig-
keit für die Ausführungsgesetzgebung und
Vollziehung im Bereich der Verwendung
von Pflanzenschutzmitteln obliegt in Öster-
reich gemäß Art. 12 Abs. 1 Z 4 B-VG den
Ländern, die dazu in Umsetzung der Richt-
linie 2009/128/EG die entsprechenden
Landesgesetze erlassen haben, um die in
der genannten Richtlinie vorgegebenen
Maßnahmen unter Berücksichtigung der
allgemeinen Grundsätze des integrierten

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Geltende Gesetze und Verordnungen im Bereich der Haushaltschemikalien

Rechtsvorschriften der den Bestandteilen der Chemikalie, zu den ge-


EU zum Chemikalienrecht - fährlichen Eigenschaften, zur richtigen La-
EU-Verordnungen gerung und persönlichen Schutzausrüstung
bis hin zu Ratschlägen für die Erste Hilfe im
EU-Verordnungen gelten in der ganzen Eu- Unglücksfall enthalten. www.reachhelp-
ropäischen Union unmittelbar, müssen also desk.at
nicht von den Mitgliedsstaaten extra umge-
setzt werden. Die wichtigsten Verordnungen Die Grundzüge von REACH
der Europäischen Gemeinschaft zum Che- Mit der REACH-Verordnung fällt die bishe-
mikalienrecht sind folgende: www.bmlfuw. rige Unterscheidung in „chemische Altstoffe“
gv.at/greentec/chemikalien/chemikali- (Stoffe, die im September 1981 bereits in
enrecht/eu-vo.html der EU am Markt waren) und „neue Stoffe“,
da nun nach dem Prinzip „no data, no mar-
REACH-Verordnung ket“ für alle chemischen Stoffe und Stoffge-
(EG) Nr. 1907/2006 mische, die jemand in mehr als einer Tonne
REACH steht für „Registration“ (Registrie- auf den Markt bringt, einheitliche Basisdaten
rung), „Evaluation“ (Risikobewertung) und über deren Eigenschaften und mögliche Aus-
„Authorisation“ (Zulassung) sowie „Chemi- wirkungen auf Umwelt und menschliche Ge-
cals“ (Chemikalien). Am 1. Juni 2007 ist di- sundheit vorgelegt werden müssen. Diese Da-
ese Europäische Chemikalienverordnung mit ten sind bei der in Helsinki eingerichteten
der Kurzbezeichnung „REACH“ in Kraft ge- europäischen Chemikalienagentur (ECHA)
treten. Ihr Ziel ist es, durch die Erforschung einzureichen, wobei Datenumfang und Fri-
und Dokumentation gefährlicher Eigen- sten der Registrierung in der Verordnung ge-
schaften von Chemikalien und Maßnahmen nau festgelegt sind. Die eingereichten Daten
zur Vermeidung von Risiken, den Umgang werden von der ECHA in Zusammenarbeit
mit Chemikalien sicherer zu machen. Die RE- mit den zuständigen Stellen der Mitglied-
ACH-Verordnung sieht ab dem Jahr 2010 staaten geprüft und bewertet und entspre-
die amtliche Registrierung aller chemischen chende Maßnahmen ausgearbeitet.
Stoffe, die am Markt sind, vor. Weiters re-
gelt sie die Durchführung von Risikobewer- Registrierung
tungen für die wichtigsten Herstellungsver- Eine Registrierung müssen alle Hersteller
fahren und Verwendungen der Stoffe und und Importeure vornehmen, die einen Stoff
die Anwendung eines Zulassungsverfahrens (im Geltungsbereich von REACH) in Men-
auf einzelne besonders besorgniserregende gen ab einer Tonne pro Jahr produzieren
Stoffe. Im Sicherheitsdatenblatt gemäß der oder in die EU einführen.
REACH-Verordnung, das in Österreich auch Sie erstellen hierzu ein technisches Dossier
private KonsumentInnen beim Kauf gefähr- (Stoffdatenblatt, Sicherheitsdatenblatt), das
licher Chemikalien auf Anfrage kostenlos er- die grundlegenden Eigenschaften des Stoffes
halten müssen, sind inhaltlich über die Kenn- nennt und ihre Einstufung und Kennzeich-
zeichnung hinausgehende Informationen zu nung sowie die Verwendung und Leitlinien

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Geltende Gesetze und Verordnungen im Bereich der Haushaltschemikalien

zum sicheren Umgang enthält. worden sein, die in Mengen zwischen 1 und
Ab 10 t/a ist zusätzlich ein Stoffsicherheits- 100 Tonnen pro Jahr und pro Hersteller
bericht (Chemical Safety Report, CSR) er- oder Importeur in der EU hergestellt oder in
forderlich, der das Gefährdungspotenzial für die EU importiert werden.
Mensch und Umwelt darstellt sowie Sicher-
heitsmaßnahmen darlegt. Ist ein Stoff nicht Um die erforderlichen Tierversuche auf das
(vor-)registriert, darf er weder hergestellt notwendige Minimum zu beschränken, ent-
noch eingeführt werden. hält die Verordnung auch ausführliche Be-
stimmungen zur gemeinsamen Datennut-
Erste Registrierungsfrist: zung und zur Möglichkeit, bestimmte Tests
30. November 2010 auszusetzen, falls durch entsprechende vor-
Die erste Frist endete am 30. November beugende Maßnahmen eine Belastung von
2010. Bis dahin mussten Stoffe registriert Mensch und Umwelt ausgeschlossen wer-
sein, die in Mengen von 1.000 Tonnen oder den kann (sogenanntes „waiving“), die ge-
mehr pro Jahr und pro Hersteller oder Im- nauen Bedingungen hierfür werden noch in
porteur in der EU hergestellt oder in die EU einer Verordnung der Europäischen Kom-
importiert werden, oder krebserzeugend, mission festgelegt.
erbgutverändernd oder fortpflanzungsge-
fährdend (CMR) der Kategorie 1 oder 2 Evaluierung
(gemäß Richtlinie 67/548/EWG) sind und Im Rahmen der Bewertung der Registrie-
in Mengen von einer Tonne oder mehr pro rungsdaten überprüft die ECHA sowohl
Jahr und pro Hersteller oder Importeur in die Vollständigkeit der Daten als auch mög-
der EU hergestellt oder in die EU impor- liche Auswirkungen auf die menschliche Ge-
tiert werden, oder als „sehr giftig für Wasser- sundheit bzw. die Umwelt, wobei eine Priori-
organismen“ und mit „kann in Gewässern tät bei den besonders Besorgnis erregenden
langfristig schädliche Wirkungen haben“ Chemikalien oder bei Chemikalien mit ho-
(= R50/53) gemäß der Richtlinie 67/548/ hen Tonnagen (über 100 t/Jahr) liegt.
EWG eingestuft sind und in Mengen von
100 Tonnen oder mehr pro Jahr und pro Autorisierung
Hersteller oder Importeur in der EU herge- (Zulassung) Für besonders Besorgnis er-
stellt oder in die EU importiert werden. regende Stoffe wie zum Beispiel eindeutig
Zweite Registrierungsfrist: 31. Mai 2013 krebserzeugende, schwer abbaubare orga-
Die zweite Frist endete am 31. Mai 2013. Bis nische Stoffe oder hormonwirksame Sub-
dahin mussten Stoffe registriert sein, die in stanzen ist vorgesehen, dass diese in einen
Mengen zwischen 100 und 1.000 Tonnen Anhang der REACH-Verordnung aufge-
pro Jahr und pro Hersteller oder Importeur nommen werden können, der – zusätzlich
in der EU hergestellt oder in die EU impor- zur Registrierung – ein Zulassungsverfah-
tiert werden. ren vorschreibt, in dem der Antragsteller ge-
Dritte Registrierungsfrist: 31. Mai 2018 genüber der ECHA u. a. begründen muss,
Bis 31. Mai 2018 müssen Stoffe registriert dass es für die betreffende Substanz keine

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Geltende Gesetze und Verordnungen im Bereich der Haushaltschemikalien

adäquaten Ersatzstoffe gibt. Dabei sind auch Biozidprodukte-


sozio-ökonomische Überlegungen anzu- Verordnung
stellen. Darüber hinaus sieht die REACH- Verordnung (EU) Nr. 528/2012
Verordnung auch vor, dass Chemikalien, für Seit 1. September 2013 ist auf EU-Ebene
die die Risiken nicht ausreichend beherrscht die Biozidprodukte-Verordnung (BPV) an-
werden, auf dem europäischen Binnenmarkt zuwenden. Sie löst die Biozid-Produkte-
gänzlich verboten werden können. Richtlinie 98/8/EG (BP-RL) ab. Ziel der
Biozidprodukte-Verordnung ist es, ein Zulas-
CLP-Verordnung (EG) sungs- bzw. Registrierungsverfahren für Bi-
Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Verpa- ozidprodukte einzuführen. Spezielle Kenn-
ckung und Kennzeichnung von Stoffen und zeichnungsbestimmungen einschließlich
Gemischen wird mit der CLP-Verordnung der Gebrauchsanweisung für derartige Pro-
der EU neu geregelt. Durch die Verwendung dukte sollen die Verwender auf die richtige
international vereinbarter Einstufungskrite- Handhabung, Dosierung und Anwendung
rien und Kennzeichnungselemente sollen der sowie auf notwendige Sicherheitsmaß-
Handel erleichtert und Mensch und Umwelt nahmen hinweisen. Wenn für Biozidpro-
weltweit vor Gefahren, die von Chemikalien dukte geworben wird, ist – ähnlich wie bei
ausgehen können, geschützt werden. Arzneimitteln – immer auch ein Hinweis
Das System der Einstufung und Kennzeich- zu geben, dass derartige Produkte nur nach
nung nach Stoffrichtlinie (RL 67/548/EWG) entsprechender Vorinformation verwendet
und Zubereitungsrichtlinie (RL 1999/45/ werden sollen.
EG) wird schrittweise durch die CLP-Ver- www.biozide.at
ordnung (Verordnung (EG) Nr. 1272/2008
des Europäischen Parlaments und des Rates Ozon-Verordnung
vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Verordnung (EG) Nr. 1005/2009
Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen Sie enthält Verbote und Beschränkungen
und Gemischen) abgelöst. für ozonschädigende Substanzen, wie z. B.
Ab 1. Juni 2015 sind alle Stoffe und Ge- FCKW und Halone.
mische gemäß der CLP-Verordnung einzu-
stufen und mit den neuen Piktogrammen zu Aus- und Einfuhr (PIC)-
kennzeichnen. Verordnung
Verordnung (EG) Nr. 649/2012
Aktuelle Informationen PIC - Prior Informed Consent (vorherige
über Chemikalien und die Einstufung, Einverständniserklärung). Die PIC-Ver-
Kennzeichnung und Verpackung sind unter ordnung legt besondere Pflichten bis hin
folgenden Links zu finden: zu Verboten betreffend die Ein- und Aus-
www.reachhelpdesk.at fuhr von bestimmten besonders gefähr-
echa.europa.eu/de/chemicals-in-our-life lichen Chemikalien – einschließlich Bio-
www.reach-clp-biozid-helpdesk.de zid-Produkten und Pflanzenschutzmitteln
– im Handel von Firmen, die in der EU an-

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Geltende Gesetze und Verordnungen im Bereich der Haushaltschemikalien

sässig sind, mit Geschäftspartnern in Dritt- silber enthalten. Ausnahmen gibt es nur für
staaten fest. Forschung und Entwicklung, medizinische
http://echa.europa.eu/de/regulations/ und analytische Verwendungszwecke.
prior-informed-consent-regulation www.bmlfuw.gv.at/greentec/
chemikalien/uebereinkommen-int/
Verordnung (EG) quecksilber_vo.html
Nr. 850/2004 über persistente
organische Schadstoffe (POP VO) In- Detergenzienverordnung
ternationale Rechtsgrundlage ist das Stock- Verordnung (EG)
holmer Übereinkommen über persistente Nr. 648/2004
organische Schadstoffe. Mit dieser Ver- Detergenzien sind Wasch- und Reinigungs-
ordnung soll in Anwendung des Vorsor- mittel. Die Detergenzienverordnung ist am
geprinzips die Gesundheit des Menschen 8. Oktober 2005 in Kraft getreten. Sie legt
und die Umwelt vor persistenten orga- Anforderungen an die biologische Abbau-
nischen Schadstoffen („POPs“) geschützt barkeit von Tensiden in Detergenzien fest.
werden. Dieses Ziel soll dadurch erreicht Weiters sind hier besondere Kennzeich-
werden, indem diese in der Verordnung nungsvorschriften für Detergenzien fest-
angeführten in der Natur nur schwer ab- gelegt, u. a. dass allergieauslösende Inhalts-
baubaren Schadstoffe entweder verboten stoffe auf der Verpackung anzuführen sind,
oder ihre Produktion möglichst bald einge- ebenso bestimmte Duftstoffkomponenten
stellt wird (geregelte Schadstoffe sind z. B. ab 0,01 %. Hersteller von Wasch- und Reini-
DDT, bestimmte Diphenylether oder He- gungsmitteln müssen über das Internet An-
xachlorbenzol). gaben über die Zusammensetzung zugäng-
www.bmlfuw.gv.at/greentec/ lich machen.
chemikalien/uebereinkommen-int/
pop-verordnung.html Verordnung (EG)
Nr. 1107/2009
Verordnung (EG) des Europäischen Parlaments und des
Nr. 1102/2008 Rates vom 21. Oktober 2009 über das In-
über das Verbot der Ausfuhr von metal- verkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln
lischem Quecksilber und bestimmten und zur Aufhebung der Richtlinien 79/117/
Quecksilberverbindungen und -gemischen EWG und 91/414/EWG des Rates
und die sichere Lagerung von metalli- Diese Verordnung ist seit November 2009
schem Quecksilber Internationaler Hinter- in Kraft und regelt seit 14. Juni 2011 die Ge-
grund ist die Minamata Konvention über nehmigung von Pflanzenschutzmittel-Wirk-
Quecksilber. Mit dieser Verordnung wird stoffen und die Zulassung von Pflanzen-
die Ausfuhr von Quecksilber, Zinnober, schutzmitteln EU-weit einheitlich.
Quecksilber-I-chlorid und Quecksilbero- www.bmlfuw.gv.at/land/produktion-
xid verboten. Das Verbot gilt auch für Ge- maerkte/betriebsmittel-rechtsinfo/
mische, die über 95 % metallisches Queck- Pflanzenschutzmittel.html

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Internationale programm der Vereinten Nationen) bei
Regelungen für der Weltumweltkonferenz in Johannes-
burg im selben Jahr in Angriff genommen.
Chemikalien Mit SAICM wurde ein weltweiter Rahmen
für das internationale Chemikalienmanage-
Chemikalien-manage-
ment („Sound Management of Chemicals“)
ment international -
geschaffen. Ziel von SAICM ist es, Chemi-
SAICM Die Entwicklung einer globalen
kalien bis 2020 so zu produzieren und zu
Chemikalienstrategie SAICM (Strategic
verwenden, dass signifikante negative Aus-
Approach on International Chemicals Ma-
wirkungen auf die menschliche Gesundheit
nagement) wurde bei der globalen Um-
und die Umwelt minimiert werden.
weltministerkonferenz im Frühjahr 2002
www.bmlfuw.gv.at/greentec/
gefordert und von der UNEP (United Na-
chemikalien/uebereinkommen-int/
tions Environment Programme = Umwelt-
saicm.html

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Internationale Regelungen

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Glossar kömmlinge binden die für unangenehme Ge-
rüche verantwortlichen Verbindungen und
Ammoniak können auch als Träger für Duftstoffe verwen-
ist ein farbloses, giftiges Gas mit stechendem det werden.
Geruch. Die wässrige Lösung wird Ammo-
niakwasser (Salmiakgeist) genannt. Es kann dH (Deutsche Wasserhärte)
Verätzungen der Haut und Atemwege bewir- Als Maßeinheit für die Wasserhärte werden
ken. Besonders gefährlich sind Verätzungen „Grad deutscher Härte“ (° dH) verwendet.
des Auges, die zu Blindheit führen können. Gemessen wird dabei die Menge an Calcium-
und Magnesiumionen im Wasser. Hartes
Bleichmittel, Bleich- Wasser schränkt die Wirksamkeit von Sei-
aktivatoren, Bleich- fen durch die Bildung von schwerlöslichen
stabilisatoren Kalkseifen ein. Die Dosierung von Waschmit-
Sind zuständig für die Bleichwirkung. Sie teln erfolgt daher abhängig von der Wasser-
werden eingesetzt, um unerwünschte Fle- härte. Den Härtegrad Ihres Wassers erfahren
cken und Vergilbungen aus der weißen Wä- Sie beim Wasserwerk bzw. in Ihrer Gemeinde.
sche zu entfernen. Die meisten eingesetz- Die Wasserversorgungsunternehmen in Ös-
ten Bleichmittel wirken auf Sauerstoffbasis terreich unterscheiden drei Härtestufen:
durch chemische Oxidation. Als Bleichmit- I: 0 bis 10° dH
tel auf Sauerstoffbasis werden Percarbonat (Grad deutscher Härte) – weich
oder Wasserstoffperoxid verwendet, die bei II: 10 bis 16° dH
höheren Temperaturen bleichaktiven Sauer- (Grad deutscher Härte) – mittel
stoff abspalten. Bleichaktivatoren erhöhen die III: über 16° dH
Wirksamkeit von Bleichmitteln bei niedrigen (Grad deutscher Härte) – hart
Waschtemperaturen. Der wichtigste Bleichak-
tivator ist Tetraacetylethylendiamin (TAED). Enzyme
sind Proteine (Eiweißkörper), die durch ka-
Convenience talytische Wirkung (d. h. sie bewirken eine
Der Begriff Convenience leitet sich vom eng- chemische Reaktion, ohne sich selbst zu ver-
lischen Wort für Bequemlichkeit ab. Es be- ändern) chemische Stoffe umzuwandeln ver-
schreibt Produkte, die für den Verbraucher mögen. Ihre Wirkung ist im Temperatur-
eine Arbeitserleichterung bedeuten. bereich von 40 ° bis 60 °C optimal. Enzyme
bauen Schmutz (Eiweiß, Fett, Stärke u. a.)
Cyclodextrine ab, indem sie große Moleküle spalten. Heute
sind cyclische Zuckermoleküle, die in der sind in Waschmitteln unterschiedliche En-
Lage sind, eine Vielzahl organischer Verbin- zyme im Einsatz: Amylasen beseitigen stärke-
dungen in ihrem Hohlraum einzuschließen. haltige Speisereste von Textilien. Lipasen
Sie begegnen uns unter den Handelsnamen können natürliche Fette und Öle schon bei
Febreze®, Bounce® oder Oust®. Die in diesen niedrigen Temperaturen spalten, so dass di-
Produkten enthaltenen Cyclodextrin-Ab- ese Verschmutzungen wesentlich leichter zu

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Glossar

entfernen sind. Proteasen spalten eiweißhal- Gerüststoffe,


tige Verschmutzungen wie z. B. Blut, Milch, Ei Komplexbildner
oder Kakao. Proteasen können die Haut an- Citrate, Phosphate, Phosphonate u. a. m.
greifen, wenn sie auf der Wäsche bleiben, da- werden zum Enthärten von Wasser und zur
her Wäsche immer gut spülen. Enzyme sind Unterstützung der Reinigungswirkung von
biologisch gut abbaubar. Produkten verwendet. Stark kalkhaltiges
Wasser erschwert den Reinigungsprozess, da
Farbstoffe, Duftstoffe die meisten Tenside durch die Wasserhärte
Es handelt sich bei den Duft- und Farbstoffen in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt werden.
um eine Vielzahl chemisch unterschiedlicher Phosphate müssen mit hohem Aufwand in
Verbindungen. Viele dieser Stoffe sind bis- der Kläranlage eliminiert werden. Aufgrund
her kaum auf ihr Umweltverhalten unter- ihrer düngenden Wirkung führt ein zu hoher
sucht. Duftstoffe verleihen dem Waschmittel, Phosphatanteil in Gewässern zuerst zu Algen-
der gewaschenen feuchten und der schrank- blüte und dann zum „Kippen“ der Gewässer.
fertigen Wäsche einen Duft. Es werden meist
synthetische Duft- und Farbstoffe eingesetzt. Alternativen zu Phosphaten
Duft- und Farbstoffe können ein allergisie- Zeolithe: sind aus Umweltsicht kein Pro-
rendes Potenzial aufweisen. blem.
Polycarboxylate: sind wasserlösliche Poly-
Füllstoffe (Natriumsulfat) mere vorwiegend auf Basis von Acrylsäure.
Als Füllstoff oder Stellmittel für pulverför- Sie werden in phosphatfreien Waschmitteln
mige Normalwaschmittel wird im Allgemei- in Verbindung mit Zeolith A als Co-Builder
nen Natriumsulfat verwendet. Es soll für eine (Gerüststoffe) eingesetzt, um das Ausflocken
gute Rieselfähigkeit, gute Dosierbarkeit und schwerlöslicher Erdalkalisalze zu verhin-
Löslichkeit des Waschmittels sorgen, hat aber dern. Ein Niederschlag auf der Wäsche oder
auf die Waschwirkung selbst keinen Einfluss. den Heizstäben der Waschmaschine wird da-
Der Gebrauch von Natriumsulfat ist etwas zu- durch vermieden. Darüber hinaus verbessern
rückgegangen, da die modernen Kompakt- sie als Vergrauungsinhibitoren die Farbbril-
waschmittel frei von zugesetzten Füllstoffen lanz der Wäsche. Die in Wasch- und Wasch-
sind. Der Gehalt an Füllstoffen wird auch in hilfsmitteln eingesetzten Polycarboxylate sind
Normalwaschmitteln reduziert. Es ist daher biologisch schwer abbaubar, werden aber in
wichtig, Waschmittel nach der Gebrauchsan- Kläranlagen zu über 90 %entfernt.
leitung zu verwenden, um Überdosierung zu Citrate: Die Salze der Zitronensäure werden
vermeiden. in Verbindung mit Zeolith A als Co-Builder
(Gerüststoffe) in pulverförmigen Waschmit-
Gallseife teln eingesetzt. Citrate werden auch in Flüs-
ist ein Seifenprodukt aus Kernseife und Rin- sigwaschmitteln verwendet, wo sie die Bil-
dergalle und wird als Fleckentferner einge- dung von Kalkseife verhindern.
setzt. Die Wirkung des Hausmittels Gallseife
beruht in erster Linie auf Enzymen.

--- 116 ---


Glossar

Konservierungstoffe zur Korrosion von Hausinstallationen bei-


Um die Haltbarkeit von flüssigen oder pa- tragen. Verätzungen der Haut und der Au-
stösen Wasch- und Waschhilfsmitteln sicher- gen sofort mit reichlich fließendem Was-
zustellen, werden sie teilweise mit geringen ser spülen.
Zusätzen chemischer Stoffe versehen, die die
Entwicklung und das Wachstum von Bakte- Lösungsmittel
rien und Pilzen wie z. B. Schimmel- und Fäul- sind (leicht) flüchtige Substanzen. Sie sind in
niserregern verhindern. der Lage, Stoffe zu lösen, ohne sie zu verän-
dern. Die meisten organischen Lösungsmittel
Korrosionsinhibitoren sind brennbar. Das Hauptanwendungsgebiet
Falls Teile aus Aluminium mit der stark al- ist die Lösung des Bindemittels in Lacken, La-
kalischen Waschlauge in Berührung kom- suren und Klebern. Sie werden weiters als Fle-
men, sind Korrosionsschäden die Folge. Dem ckentferner für Fett, Kaugummireste, Kleber,
Waschmittel werden deshalb Korrosionsinhi- Lackspritzer u. a. ebenso wie bei der Fußbo-
bitoren wie Silikate, organische Salze, Tenside denreinigung zur Ablösung alter Pflegefilm-
oder Fettsäuren zugesetzt. schichten, in Reinigern für Glas/Fenster und
in Allzweckreinigern eingesetzt. Durch die
Laugen (Alkalien) hohe Flüchtigkeit und gute Fettlöslichkeit
Alkalische Reinigungschemikalien sind werden die Lösungsmittel vorwiegend über
wirksam gegen Öle, Fette, Kleber, Ruß, ei- die Atmung und die Haut aufgenommen.
weißhaltige und andere organische Ver- Schädigungen können, je nach Lösungsmittel
schmutzungen. Sie werden bevorzugt in und Konzentration, vor allem an Gehirnzel-
Abfluss- und Rohrreinigern, in Maschinen- len und Nerven, Leber und Nieren auftreten.
geschirrspülmitteln und in Backofenreini- Aufgrund ihrer fettlösenden Eigenschaften
gern, aber auch in Allzweck- und Spezial- greifen sie die natürliche Fettschicht der Haut
reinigern eingesetzt. Ähnlich den Säuren an und können durch die Haut bis ins Blut ge-
verursachen auch Alkalien bei irrtüm- langen. Die meisten organischen Lösungsmit-
lichem Verschlucken sowie bei Kontakt mit tel verdunsten während oder kurz nach der
Haut oder Schleimhäuten schwere Verät- Anwendung.
zungen. Bei den eingesetzten Laugen kann
man grob zwischen den schwerflüchtigen Nanomaterial
Verbindungen (Natronlauge, Kalilauge) Gemäß „Empfehlung der Kommission vom
und leichtflüchtigen Verbindungen (Am- 18. Oktober 2011 zur Definition von Nano-
moniak, organische Amine) unterscheiden. materialien“ (2011/696/EU) werden Nano-
Diese leichtflüchtigen Verbindungen sind materialien so definiert:„Nanomaterial“ ist ein
problematisch, da bei der Anwendung oft natürliches, bei Prozessen anfallendes oder
Reizungen der Atemwege und der Augen hergestelltes Material, das Partikel in unge-
auftreten. Starke Alkalien (Natronlauge, Ka- bundenem Zustand, als Aggregat oder als Ag-
lilauge) können je nach Konzentration und glomerat enthält und bei dem mindestens 50
Einwirkdauer Materialien angreifen und so % der Partikel in der Anzahlgrößenverteilung

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Glossar

ein oder mehrere Außenmaße im Bereich von ese Wasserstoff-Ionen ab und verändern da-
1 nm bis 100 nm haben. durch den pH-Wert. Ein pH-Wert kleiner als
Davob abweichend sind Fullerene, Graphen- sieben entspricht einer sauren Lösung ein,
flocken und einwandige Kohlenstoff-Nano- pH-Wert sieben entspricht einer neutralen
röhren mit einem oder mehreren Außen- Lösung, ein pH-Wert größer als sieben ent-
maßen unter 1 nm als Nanomaterialien zu spricht einer alkalischen Lösung.
betrachten.
Salmiakgeist
Natriumhypochlorit Siehe Ammoniak
(Chlorbleichlauge) wird als Bleichmittel auf
Chlorbasis oder als Desinfektionsmittel z. B. Säuren
bei Sanitär- und Rohreinigern eingesetzt. Bei (Zitronen-, Essig-, Milch-, Ameisen-, Amido-
Anwesenheit von starker Säure wird aus Na- sulfonsäuren etc.) und saure Salze dienen in
triumhypochlorit das giftige Chlorgas freige- Reinigungsmitteln zur Kalk- und Urinstein-
setzt. Chlorgas wirkt bereits in geringen Kon- ablösung sowie als Entkalkungsmittel für Ge-
zentrationen schädlich auf die Schleimhäute. räte. Sie können je nach Konzentration, Art
der Säure und Einwirkdauer bei irrtümlichem
Natron Verschlucken sowie bei Kontakt mit Haut
Natriumhydrogenkarbonat, Backsoda oder oder Schleimhäuten (Augen, Atemtrakt) zu
Speisesoda ist auch als „Natron“ bekannt. Die- schweren Verätzungen führen. Man kann im
ser Stoff wird in Backpulver, Brausepulver, Allgemeinen davon ausgehen, dass Mineral-
Zahnhygiene und in Reinigungsmitteln als säuren (z. B. Salzsäure, Schwefelsäure, Salpe-
Wasserenthärter verwendet. tersäure) stärker ätzend wirken als organische
Säuren (z. B. Zitronensäure, Essigsäure). Ver-
Optische Aufheller ätzungen der Haut und der Augen sofort mit
sind komplexe organische Verbindungen, die reichlich fließendem Wasser spülen.
sich während des Waschens am Gewebe fest-
setzen. Sie wandeln unsichtbares ultraviolettes Schauminhibitoren /
Licht in sichtbares Licht um und lassen da- Schaumregulatoren
durch die Wäsche „weißer als weiß“ erschei- Ein Zuviel an Schaum ist unerwünscht, da
nen. Optische Aufheller werden zwar in der große Schaummengen die mechanische Be-
Kläranlage zurückgehalten, dort aber nur sehr wegung der Waschmaschine dämpfen. Die
schlecht abgebaut. Optische Aufheller die- eingesetzten Verbindungen (Seife, Silicon-,
nen nur der optischen Täuschung und tragen Paraffinöle u. ä.) stellen im Allgemeinen un-
nichts zur Waschleistung bei. schädliche Komponenten einer Waschmittel-
rezeptur dar.
pH-Wert
Der pH-Wert ist ein Maß für die Menge an Seifen
Säuren und Basen in einer Lösung. Werden Die Seife, das älteste Waschmittel überhaupt,
Säuren oder Basen in Wasser gelöst, geben di- ist ein Tensid. Sie wird zumeist aus pflanz-

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Glossar

lichen Ölen hergestellt. Sie bilden in hartem (waschaktive Substanzen). Sie sind der wich-
Wasser schwerlösliche Kalkseifen, die sich am tigste Bestandteil aller Waschmittel und einer
Wäschestück ablagern. In Flüssigwaschmit- der wichtigsten bei Putzmitteln.
teln wird Seife als waschaktive Substanz und
Wasserenthärter eingesetzt. Seifen werden bi- Triclosan
ologisch gut abgebaut. Ist ein bakterienhemmender chemischer
Stoff, der als Desinfektionsmittel und als Kon-
Silikone servierungsmittel eingesetzt wird. Es gibt Be-
sind höher molekulare Verbindungen, denen denken, dass der weit verbreitete Gebrauch
ein aus Silizium- und Sauerstoffatomen aufge- von Triclosan zur Entstehung oder Ausbrei-
bautes dreidimensionales Gerüst zu Grunde tung schädlicher Bakterien führen könnte, die
liegt. Aufgrund ihrer vielseitigen Eigen- sowohl gegen Biozide als auch Antibiotika
schaften (hohe Hitzebeständigkeit, Tempera- resistent sind. Triclosan gilt laut dem Helm-
turanpassung, Langlebigkeit, klebende oder hotz Institut für Umweltforschung als einer
isolierende Eigenschaft, Formbarkeit etc.) ist der problematischsten Stoffe in den Gewäs-
die Produktanwendung nahezu grenzenlos. sern Europas.

Soda Verfärbungsinhibitoren
Als „Soda“ wird Natriumcarbonat bezeich- Beim Waschen von Textilien aus Cellulo-
net. Es ist als Kristallsoda oder als Waschsoda sefasern, z. B. Baumwolle, Leinen oder Vis-
in der Drogerie erhältlich. Es wird als Bleich- kose, verhindert der Verfärbungsinhibitor in
mittel und Enthärtungsmittel beim Wäsche- der Regel, dass auslaufende Farben diese Tex-
waschen verwendet. Soda wird aufgrund der tilien anfärben. Als Verfärbungsinhibitor in
fettlösenden Wirkung auch als Zusatz in Rei- Waschmitteln wird häufig Polyvinylpyrroli-
nigungsmitteln verwendet. Sodastaub reizt don (PVP) eingesetzt. PVP gilt als schwer ab-
die Augen und Atemwege. Beim Arbeiten baubar und ist schwer wasserlöslich. Dadurch
mit Kristallsoda-Lösungen Handschuhe und ist es relativ leicht mechanisch aus dem Was-
Schutzbrille verwenden. Backsoda oder Spei- ser zu entfernen.
sesoda bezeichnet Natron (Natriumhydro-
gencarbonat). Waschmittel- Kompaktate
Als Waschmittel-Kompaktat wird ein pulver-
Stabilisatoren förmiges Waschmittel bezeichnet, das durch
verhindern unerwünschte Zersetzungsvor- spezielle Verfahren (Granulation und Extru-
gänge und sichern die Beständigkeit mancher sion) ohne Füllstoffe hergestellt wird. Da die
Stoffe (z. B. Phosphonate). Waschleistung viel höher ist als bei konventio-
nellen Waschmitteln, wird mit wesentlich we-
Tenside niger Kompaktwaschmittel das gleiche Wa-
verringern die Oberflächenspannung (Grenz- schergebnis erzielt.
flächenspannung) des Wassers und erlauben
damit, den Schmutz von den Textilen zu lösen

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broschüren VON MINISTERIUM FÜR
und Folder EIN LEBENSWERTES
ÖSTERREICH UND
"die umweltberatung"

Schickes Outfit! neu? Selbst gemacht?


Ja, aber ökologisch! Ja, aber ökologisch!

Tipps für umweltfreundliche Tipps für umweltfreundliches


Textilien Heimwerken
Wie groß ist der ökologische und soziale Die Broschüre informiert über Heim-
Rucksack von Textilien? Wird meine Haut werkerprodukte und ihre ökologischen
beim Tragen eines neuen Pullis durch che- Eigenschaften und gesundheitlichen
mische Stoffe belastet? Kritische Konsu- Auswirkungen. Sie gibt einen Überblick
mentInnen informieren sich vor dem Kauf über Innenraumschadstoffe und Gefahren-
von Kleidungsstücken und Lederwaren. zeichen. HeimwerkerInnen, die auf sichere
Gütesiegel helfen bei der Entscheidung. und ökologisch nachhaltige Materialien set-
Die Broschüre gibt Auskunft über Gütesie- zen, schaffen sich dadurch nicht nur selbst
gel und Informationen zur Herstellung von ein behagliches Heim, sondern tun auch
Kleidung, zum Waschen und Pflegen. Tipps einen wichtigen Schritt für den Umwelt-
zum Tauschen, Selbermachen und zur Ent- und Klimaschutz. Die vielen Grafiken, in
sorgung runden die Broschüre ab. denen die Figuren Heimo und Verka Tipps
zur Verarbeitung der Produkte geben, hel-
fen beim Heimwerken in der Praxis.

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broschüren und Folder

„Alte Gefahren -
neue Zeichen!“
Ameisen, Motten & Co
Die Kennzeichnung von
Haushaltsschädlinge ohne Gift vertreiben chemischen Produkten
In dieser Broschüre werden die häufigsten Wir alle kommen täglich, sei es im Haushalt,
„Lästlinge“ im Haushalt und giftfreie Alterna- beim Heimwerken, ja selbst im Büro mit Che-
tiven zu herkömmlichen Bekämpfungsmitteln mikalien in Berührung. Da von chemischen
mit vielen farbigen Abbildungen vorgestellt. Produkten allerdings Gefahren ausgehen kön-
nen, sollte man grundsätzlich vorsichtig mit
Eine Übersicht über die wichtigsten Wirk-
ihnen umgehen. Hilfestellung zum richtigen
stoffe und Tipps für den Einkauf und die si- Umgang mit Chemikalien geben dabei die
chere Anwendung der Produkte runden die Gefahrenpiktogramme und -hinweise, die auf
Informationen ab. Verpackungen von gefährlichen Produkten
angebracht sind. Um hier im Sinne der Kon-
sumentInnen eine möglichst klare Wieder-
erkennbarkeit zu schaffen, werden die bisher
bei uns verwendeten Gefahrensymbole und
-hinweise nun schrittweise durch internatio-
nal gültige Gefahrenpiktogramme ersetzt. Ein-
prägsame und anschauliche Zeichen sollen ge-
meinsam mit klaren Handlungsanweisungen
und Warnungen sicherstellen, dass die Chemi-
kalien, die im Produkt stecken, nicht zur Gefahr
für Sie werden können!

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broschüren und Folder

Natur-Nische Hausgarten Wohlfühloase


Naturgarten
Biologischer Pflanzenschutz
ist Gärtnern ohne synthetisches Gift Einkaufsratgeber für Gartenprodukte
Wissenswertes über den Lebensraum Na- In dieser handlichen Broschüre finden
turgarten: Nützlinge im Portrait, Pflanzen- Sie ökologische Gartenprodukte mit
krankheiten und Symptome, Schädlinge, Gütesiegel und Kriterien, die "die umwelt-
vorbeugende Maßnahmen, natürliche Pflan- beratung" Wien recherchierte und für die
zenschutz und -pflegemittel, Firmen und Be- Produktbewertungen heranzog. Neben
zugsquellen. ökologischen und sozialen Aspekten wur-
den bei den Kriterien auch Regionalität
und Auswirkungen auf die Gesundheit
berücksichtigt. Informationen und Tipps
zur Auswahl ökologischer Gartenprodukte
runden die Broschüre ab.

Gegen Ersatz von Versandkosten zu bestellen unter 01/ 803 32 32 oder als Download auf
www.umwelt­be­ra­tung.at

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Das Österreichische Umweltzeichen

Ihr staatlich geprüftes Gütesiegel für Umwelt-


freundlichkeit Der persönliche ökologische Fußabdruck, aktives Handeln zum
Schutz der Umwelt, bewusstes Konsumverhalten für eine nachhaltige Lebensweise – all das
wird für einen großen Teil der Gesellschaft immer wichtiger.

Seit über zwei Jahrzehnten unterstützt das Österreichische Umweltzeichen jene, die ihren ei-
genen Beitrag zum Umweltschutz leisten möchten. Das österreichische Gütesiegel wird an
Produkte, Tourismusbetriebe, Bildungseinrichtungen und Green Meetings & Events ver-
geben und liefert der Öffentlichkeit Informationen über die Umweltbelastung von Ver-
brauchsgütern durch deren Herstellung, Gebrauch und Entsorgung. Einerseits dient es den
KonsumentInnen als Orientierungshilfe für umweltfreundliche Kaufentscheidungen und an-
dererseits dem Handel und der Wirtschaft als Motivation, weniger umweltbelastende Pro-
dukte herzustellen und anzubieten.

Auf dem Markt wird damit ein dynamischer Prozess ausgelöst, der das Angebot in Richtung
umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen prägt. Das Österreichische Umwelt-
zeichen ist das einzige staatlich verliehene Zertifikat, das nach eingehender Prüfung für vier
Jahre vergeben wird.
Das Österreichische Umweltzeichen
Tipps

Das Österreichische Umweltzeichen


Vier ausgezeichnete Kategorien

Produkte
Vier ausgezeichnete Kategorien
Qualität, Gebrauchstauglichkeit, Langlebigkeit, Gesundheit und Sicherheit: Produkte,
die dasProdukte
Österreichische Umweltzeichen erhalten, werden nicht nur auf diese Krite-
rien geprüft. Auch
Qualität, der gesamte Lebenszyklus
Gebrauchstauglichkeit, – von der Rohstoffgewinnung
Langlebigkeit, über die
Gesundheit und Sicherheit:
Verpackung bis zur
Produkte, dieEntsorgung – ist ein zentrales
das Österreichische Element der
Umweltzeichen Zertifizierung.
erhalten, werden Bis dato
nicht nur
auf diese
sind bereits über Kriterien geprüft.
3.000 Produkte Auch der gesamte
ausgezeichnet worden.Lebenszyklus
Sie alle stehen– für
vongarantierte
der Rohstoff-
gewinnung überund
Umweltverträglichkeit dievorwiegend
Verpackungregionale
bis zur Entsorgung – ist
Herkunft. Das ein zentrales
Angebot umfasstElement
deraus
Produkte Zertifizierung.
den Bereichen BisBauen
dato sind bereits über
& Wohnen, 3000
Haushalt &Produkte
Reinigung, ausgezeichnet
Garten, Büro,
Papier worden.
& Druck,Sie alle Energie
grüne stehen für garantierte
sowie nachhaltigeUmweltverträglichkeit
Finanzprodukte. und vorwiegend
regionale Herkunft. Das Angebot umfasst Produkte aus den Bereichen Bauen &
Wohnen, Haushalt & Reinigung, Garten, Büro, Papier & Druck, grüne Energie
sowie nachhaltige Finanzprodukte.
Tourismus

Energiesparmaßnahmen, umweltgerechte Abfallwirtschaft, effizienter Ressourcenein-


Tourismus
satz sowie regionale und saisonale Küche – all diese und noch viele weitere Kriterien
spielenEnergiesparmaßnahmen, umweltgerechte
bei der Vergabe des Österreichischen Abfallwirtschaft,
Umweltzeichens effizienter
an Tourismusbetriebe
eine Rolle. Derzeit gibt es in Österreich rund 300 Betriebe (über 26.000diese
Ressourceneinsatz sowie regionale und saisonale Küche – all undvon
Betten), noch
viele weitere Kriterien spielen bei der Vergabe des Österreichischen Umwelt-
der Almhütte über die kleine Privatpension bis zum Fünfsternehotel sowie Gastrono-
zeichens an Tourismusbetriebe eine Rolle. Derzeit gibt es in Österreich rund
mie- und Cateringunternehmen, die das österreichische Gütesiegel tragen.
300 Betriebe (über 26.000 Betten), von der Almhütte über die kleine Privat-
pension bis zum Fünfsternehotel sowie Gastronomie- und Cateringunter-
nehmen, die das österreichische Gütesiegel tragen.
Das Österreichische Umweltzeichen
Tipps

Bildung

Die SchülerInnen von heute sind die Erwachsenen von morgen. Deshalb geht es
bei der Vergabe des Österreichischen Umweltzeichens für Schulen neben der Be-
Bildung
wusstseinsbildung
Die SchülerInnen auch um
von heute sinddie
dieQualität der Lernkultur,
Erwachsenen von morgen.die Bewertung des sozialen
Deshalb geht
Schulklimas und die Gesundheitsförderung der Kinder und Jugendlichen.
es bei der Vergabe des Österreichischen Umweltzeichens für Schulen neben der Da le-
benslanges Lernen immer wichtiger wird, zertifiziert das Österreichische
Bewusstseinsbildung auch um die Qualität der Lernkultur, die Bewertung des Umwelt-
zeichen
sozialen auch Organisationen,
Schulklimas die den Prinzipien der
und die Gesundheitsförderung der Bildung für nachhaltige
Kinder und Jugendli- Ent-
chen.wicklung
Da lebenslanges Lernen Über
gerecht werden. immer wichtiger
120 Schulenwird, zertifiziert das Österreichi-
und Bildungseinrichtungen tragen das
scheHundertwasser-Gütesiegel.
Umweltzeichen auch Organisationen, die den Prinzipien der Bildung für
nachhaltige Entwicklung gerecht werden. Über 120 Schulen und Bildungsein-
richtungen tragen das Hundertwasser-Gütesiegel.
Green Meetings und Events

Green3,5Meetings
Kilogramm undRestmüll,
Events 5,5 Kilogramm Papiermüll, 151 Liter Wasser und 204 Ki-
3,5 Kilogramm
logramm CO2 – das 5,5
Restmüll, sindKilogramm Papiermüll,
jene alarmierenden 151 Liter
Zahlen, dieWasser und 204 Kilo-
ein Kongressgast durch-
gramm CO –
schnittlich
2
das
pro Tag verursacht. Um Kongresse, Tagungen und Eventsdurch-
sind jene alarmierenden Zahlen, die ein Kongressgast effizienter und
schnittlich pro Tag verursacht.
umweltfreundlicher Um Kongresse,
zu gestalten, Tagungen und Events
hat das Umweltministerium effizienter
gemeinsam mit der
und umweltfreundlicher zu gestalten, hat das Umweltministerium gemeinsam
Kongress- und Eventbranche und dem Verein für Konsumenteninformation einen
mit der Kongress- und Eventbranche und dem Verein für Konsumenteninforma-
neuen Standard für Veranstaltungen entwickelt: das Österreichische Umweltzeichen
tion einen neuen Standard für Veranstaltungen entwickelt: das Österreichische
für „Green Meetings & Green Events“.
Umweltzeichen für „Green Meetings & Green Events“.
Das Österreichische Umweltzeichen
Tipps

Das Österreichische Umweltzeichen


als Imagesignal und Verkaufsplus
Das Österreichische Umweltzeichen signalisiert
den KonsumentInnen der ausgezeichneten Produkte eine hohe Umwelt- und Ge-
sundheitsverträglichkeit sowie konsequente Orientierung an Umweltschutz und
Nachhaltigkeit. Bekanntheit und Glaubwürdigkeit sind besonders bei umweltsen-
siblen KonsumentInnen, Eltern und Gästen hoch – ein durch Marktforschung bestä-
tigtes Ergebnis. Der Bekanntheitsgrad des Österreichischen Umweltzeichens nimmt
stetig zu. So kennen laut österreichischem Gallup-Institut 56 Prozent der Befragten
das Österreichische Umweltzeichen, es ist damit das Umweltgütesiegel Nummer 1.
Das 1990 gestartete Österreichische Umweltzeichen für Produkte stellt umfassende
Anforderungen an:
--- Qualität, Gebrauchstauglichkeit, Langlebigkeit
--- Gesundheit und Sicherheit für Menschen
--- Umwelt (ökologische Kriterien)
--- Produkt plus Verpackung, Information, Service
--- Gesamter Lebenszyklus (von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung)

Ausgezeichnet sind derzeit (März 2014) mehr als 3.000 Produkte und rund 250
Tourismusbetriebe, auf der Basis von über 60 Richtlinien. Weiters wurden bis jetzt
100 Schulen aus ganz Österreich ausgezeichnet. Die Vergabe des Österreichischen
Umweltzeichens erfolgt durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirt-
schaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.
für ein LeBensWertes
ÖsterreiCh.
Unser Ziel ist ein lebenswertes Österreich in
einem starken Europa: mit reiner Luft, sauberem
Wasser, einer vielfältigen Natur sowie sicheren,
qualitativ hochwertigen und leistbaren Lebens­
mitteln.
Dafür schaffen wir die bestmöglichen Voraus­
setzungen.

Wir arbeiten für sichere Lebensgrundlagen,


eine nachhaltige Lebensart und verlässlichen
Lebensschutz
Bundesministerium
für Land- und forstwirtschaft,
umweLt und wasserwirtschaft