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PATIENTENINFORMATION

Antibiotika – Behandlung September 2016

ANTIBIOTIKA –
WAS SIE WISSEN SOLLTEN

Foto: © Visionär - Fotolia.com

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, WANN WIRKEN ANTIBIOTIKA?

Antibiotika sind Medikamente, die zur Behandlung von Infektionen entstehen am häufigsten durch Bakterien
Infektionen durch Bakterien eingesetzt werden. Bei oder Viren. Diese Erreger verursachen unterschied-
zahlreichen Erkrankungen helfen sie sehr gut, aber liche Erkrankungen. Dennoch ist es zu Beginn nicht
nicht bei jeder Infektion sind sie geeignet. In dieser In- immer leicht zu entscheiden, ob es sich um eine bak-
formation erfahren Sie, wie Antibiotika wirken und was terielle oder virale Infektion handelt, da die Krankheits-
Sie bei der Einnahme beachten sollten. zeichen ähnlich sein können.
Häufig durch Bakterien verursacht werden zum Beispiel:
Auf einen Blick: Antibiotika
■ Mandelentzündung (eitrige Angina)
■ Antibiotika wirken bei Erkrankungen durch Bakte- ■ Lungenentzündung
rien, zum Beispiel Scharlach. Häufig sind auch Lun-
gen- oder Mandelentzündungen bakteriell bedingt. ■ Blasenentzündung
■ Bei vielen bakteriellen Erkrankungen lindern Anti- ■ eitrige Hautentzündungen
biotika schnell Beschwerden und retten manchmal ■ Hirnhautentzündung
Leben.
■ Antibiotika wirken nicht gegen Erkrankungen Immer bakteriell bedingt sind Krankheiten wie:
durch Viren, wie die meisten Erkältungskrank- ■ Scharlach
heiten, Grippe oder Masern.
■ Zecken-Borreliose
■ Nebenwirkungen von Antibiotika sind zum Bei-
spiel Magen-Darm-Beschwerden und allergische ■ Tripper
Hautreaktionen.
Bei bakteriellen Erkrankungen ist es oft sinnvoll und
■ Verschreibt Ihr Arzt Ihnen ein Antibiotikum, wen- mitunter lebensnotwendig, Antibiotika anzuwenden.
den Sie dieses unbedingt wie verordnet an.
WANN WIRKEN ANTIBIOTIKA NICHT?
WIE WIRKEN ANTIBIOTIKA?
Es ist wichtig zu wissen, dass Antibiotika gegen Viren
Antibiotika unterstützen das Abwehrsystem des Kör- unwirksam sind. Zu den Erkrankungen, die durch
pers dabei, krankmachende Bakterien zu bekämpfen. Viren hervorgerufen werden, gehören zum Beispiel:
Notwendig ist dies, wenn Bakterien in den Körper ein-
■ die meisten Erkältungskrankheiten (Schnupfen,
gedrungen sind und sich vermehren. Dann können sie
Husten, Halsschmerzen, Fieber)
eine Entzündung auslösen und Organe schädigen.
Manche Antibiotika töten die Bakterien direkt ab, ■ Grippe (Influenza)
andere verhindern, dass sie sich weiter vermehren.
■ viele Formen der Darmentzündung (Durchfall)
Antibiotika wirken nicht nur gegen krankmachende
Erreger, sondern auch gegen nützliche Bakterien, die ■ Masern
auf unserer Haut und unseren Schleimhäuten leben.
Grundsätzlich gilt daher für den Einsatz von Antibio- Gegen diese viralen Krankheiten helfen Antibiotika
tika: So oft wie notwendig und so selten wie möglich. nicht.
PATIENTENINFORMATION
Antibiotika – Behandlung

NEBENWIRKUNGEN VON ANTIBIOTIKA WARUM VORSICHT BEI ANTIBIOTIKA?

Die meisten Antibiotika gelten als sichere und gut ver- Je häufiger Antibiotika verordnet und eingenommen
trägliche Medikamente. Trotzdem können sie Neben- werden, desto höher ist das Risiko, dass sich wider-
wirkungen hervorrufen. Typische Nebenwirkungen standsfähige (resistente) Bakterien entwickeln und
sind zum Beispiel: ausbreiten. Mehr zu diesem Thema finden Sie in
weiteren Informationsblättern: siehe Kasten unten.
■ Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauch-
schmerzen und Übelkeit
WAS SIE SONST TUN KÖNNEN
■ allergische Reaktionen der Haut wie etwa Rötun-
gen und Juckreiz ■ Halten Sie sich an die vorgegebenen Einnahme-
■ Scheidenpilz-Infektionen bei Mädchen und Frauen zeiten. Dreimal täglich bedeutet zum Beispiel alle
8 Stunden.
■ Nehmen Sie das Antibiotikum so lange ein, wie es
BEVOR SIE ANTIBIOTIKA EINNEHMEN Ihnen verordnet wurde. Auch wenn Sie sich bereits
besser fühlen, ist es wichtig, die Behandlung fort-
Bevor Sie ein Antibiotikum einnehmen, sollten Sie zuführen.
über die Behandlung gut Bescheid wissen. Fragen Sie
Ihren Arzt: ■ Nehmen Sie kein Antibiotikum, das anderen Per-
sonen verschrieben wurde. Geben auch Sie nie-
■ Warum brauche ich das Antibiotikum? mandem Ihr Antibiotikum – selbst dann nicht, wenn
■ Was sind mögliche Nebenwirkungen? die Krankheitszeichen sehr ähnlich erscheinen.
■ Wie viele Tage lang muss ich das Antibiotikum ein- ■ Manche Getränke verändern die Wirkung bestimm-
nehmen? ter Antibiotika, zum Beispiel Milch. Nehmen Sie
daher ein Antibiotikum am besten mit Wasser ein.
■ Wie oft am Tag soll ich es nehmen?
■ Teilen Sie Ihrem Arzt Auffälligkeiten und uner-
■ Kann ich das Antibiotikum zusammen mit einer
wünschte Wirkungen mit.
Mahlzeit einnehmen oder ist ein Abstand nötig?
■ Es kann hilfreich sein, wenn Sie sich den Namen,
■ Beeinflusst das Antibiotikum andere Medikamente,
die Dosierung, den Zeitpunkt und mögliche Neben-
die ich einnehme?
wirkungen aller Antibiotika notieren, die Sie oder
Informieren Sie Ihren Arzt vor einer Antibiotika- Ihr Kind genommen haben.
einnahme auch darüber, ob Sie schwanger sind, stillen ■ Erwarten Sie nicht, dass Ihr Arzt Ihnen oder Ihrem
oder eine bestimmte Unverträglichkeit gegen Antibio- Kind bei jeder Infektion ein Antibiotikum gibt. Bei
tika haben. Erkrankungen durch Viren hilft es nicht.

MEHR INFORMATIONEN

Quellen, Methodik und weiterführende Links


Der Inhalt dieser Information beruht auf aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und Empfehlun-
gen für Patienten von Patienten.

Methodik und Quellen: www.patienten-information.de/kurzinformationen/quellen-und-methodik/antibiotika


Informationsblätter “Antibiotika – Resistenzen“ und “Multiresistente Erreger”: www.patinfo.org

Verantwortlich für den Inhalt:


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Im Auftrag von: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
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