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LUFTPORENBILDNER UND MIKROHOHLKUGELN

Ghulam Mahboob Noori, Autor, B.Eng.

Hochschule Darmstadt,
Fachbereich Bauingenieurwesen, Masterstudiengang (K)
Matrikelnummer: 759957
1. Kurzfassung
Heutzutage ist die Verwendung von Luftporenbildnern und Mikrohohlkugeln eine übliche
und bekannte Methode, um eine ausreichende Haltbarkeit gegen Frost und Tausalz im Beton
zu erreichen. . Die wesentliche Ursache für Frostschäden ist die beim Gefrieren stattfindende
Volumenvergrößerung des Wassers in den Poren eines Baustoffs. Das Wasser, das in dem
Beton steht, gefriert bei niedrigen Temperaturen und führt dadurch zu hydraulischen
Belastungen im Beton. Geschieht dies öfter, führt das dazu, dass der Beton im Laufe der Zeit
zerfällt. Um diesen Zerfall oder die Schädigung im Beton zu vermeiden, sollen die
sogenannten Luftporenbildner oder alternativ Mikrohohlkugeln in den Beton eingebracht
werden. Die künstlich eingebrachten Luftporen sollen die Volumenexpansion des Eises
ausgleichen und damit eine Schädigung verhindern. Luftporenbildner haben trotz ihrer
positiven Auswirkung auch negative Auswirkungen z.B. nimmt die Druckfestigkeit durch
Überdosierung von Luftporenbildnern ab. Doch unter besonderen Umständen hat die
Erhöhung der Haltbarkeit Vorrang im Vergleich zur Abnahme der Druckfestigkeit. In der
vorliegenden Arbeit geht es um das Thema Luftporenbildner und Mikrohohlkugeln bzgl. ihrer
Vorteile, Eigenschaften, Anwendung, der Nachaktivierung von Luftporen, Einflüsse auf
Luftporenbildung sowie Wirkungsmechanismen der Luftporenbildner.

Abstract
Today the application or usage of air-entraining agent and hollow microspheres is a
common and renowned method, which gives enough durability against frost und de-icing salt.
The main reason for frost damages is due to freezing leading to volume growth of water in
pinholes of material in buildings. Water which is in concrete freezes because of low
temperature and it leads therefore to hydrolic stress in concrete, which causes disintegration in
the course of time. In order to avoid the damage or disintegration of concrete it is therefore
necessary to use air-entraining agent or hollow microspheres in the concrete. The artificial air-
entraining agent must be operated for the volume expansion of ice with the aim of balancing
and therefore preventing damage. Despite the positive implication of air-entraining agent
there are some negative aspects for example decreasing compressive strength through over-
dosage of air-entraining agent. Nevertheless, in exceptional circumstances the increasing
durability prevails the decline of compressive strength. This work looks at aspects of air
entraining agent and hollow microspheres referring to benefits, traits, application, re-
activation potential of air-entraining agent, influence of air-entraining agent plus the
mechanism of action of air-entraining agent.

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2. EINLEITUNG
Seitdem Luftporenbildner Mitte der 1930er Jahre entdeckt wurden, wurde die Verwendung
von Luftporenbeton zur Regel. Die ersten Stahlbetonstraßen wurden 1929 mit einer
Bewehrung aus Betonstahlgewebe gebaut. Durch Chlorideinwirkung bei der Verwendung von
Tausalz kam es immer wieder zu Schäden. Dieses Problem wurde durch die Entwicklung der
Luftporenbildner gelöst. Luftporenbildner (LP) werden vor allem eingesetzt, um die Frost-
und Frosttausalzbeständigkeit von Beton mittels Luftporen zu verbessern. Fehlt Mehlkorn im
Frischbeton, können Luftporen dieses ersetzen, der Beton lässt sich besser verarbeiten und die
Neigung zum Bluten (Absonderung von Wasser) wird reduziert. Durch die Einführung von
Luftporen werden die Kapillaren durch kugelförmige Erweiterung unterbrochen. Sie saugen
weniger Wasser auf, die Zerstörung des Betons durch das gefrierende Wasser wird
vermieden. Zudem verbessert sich der Widerstand gegenüber wasserlöslichen aggressiven
Chemikalien wie Chloriden und Sulfaten. Der negative Effekt von Luftporenbildnern besteht
in der Abnahme der Druckfestigkeit, jedes Prozent Luftporen bedeutet einen Verlust der
Druckfestigkeit von 1 bis 2 N/mm2. Als Grundstoff für LP-Bildner werden Seifen aus
natürlichen Harzen und synthetische Wirkstoffe eingesetzt. Um einen Luftporenbeton
herzustellen, müssen verschiedene Hauptfaktoren wie Konsistenz des Betons,
Betontemperatur, Mischdauer, Menge des Luftporenbildners und Zementart berücksichtigt
und verschiedene Prüfverfahren durchgeführt werden. Neben der Möglichkeit den Frost und
Taumittel-Widerstand eines Betons über Luftporenbildner zu erreichen, gibt es auch noch die
Möglichkeit, Mikrohohlkugeln zu verwenden. Mit der Verwendung von Mikrohohlkugeln
lässt sich die Herstellung von Luftporenbeton vereinfachen, da sie eine einfache und bessere
Betonmischung ermöglichen. [1 S.4; 2 S.4;6,7 ]

3. ANWENDUNG VON LUFTPORENBILDNERN


Die wichtigste Anwendung von Luftporenbildnern ist die Erhöhung bzw. Verbesserung
der Widerstandsfähigkeit des Betons gegen den Frost- Tausalz-Angriff. Beim Bau von Start-
und Landebahnen, Autobahnen, Rad- und Gehwegen, Fundamenten und im Brückenbau
erhöhen die eingearbeiteten Luftporen die Dauerhaftigkeit des Betons. Eine weitere
Anwendung der Luftporenbildner liegt in der Verbesserung der Frisch- und
Festbetoneigenschaften für die Herstellung von Bauteilen des Wasser-, Brücken-. Tunnel- und
Straßenbaus. Für Betone der Expositionsklassen XF2 und XF4 mit ausreichendem
Zementstein W/Z ≤ 0,50 und Expositionsklasse XF4 ist die Verwendung eines
Luftporenbildners zur Gewährung eines ausreichenden Frost-Tausalz-Widerstands
vorgeschrieben. [1, 2; 4 S.2;6]

4. ROHSTOFFE ZUR HERSTELLUNG VON LUFTPORENBILDERN


Als Rohstoffe für die Erzeugung von Luftporenbildnern kommen natürliche Harze und
synthetische Tenside zum Einsatz.

4.1 Natürliche Wirkstoffbasis


Für die Herstellung der Harzseifen werden im wesentlichen Tallharze, Wurzelharze,
Balsamharz oder Kolophonuim und Derivate dieser natürlichen Harze verwendet, die mit Kali
bzw. Natronlauge oder Soda in entsprechende Harzseifen überführt werden. Die natürlichen
Harze sind als Pulver in verseifter oder unverseifter Form sowie als wasserlösliches Natrium-
oder Kaliumsalz als wässrige Lösungen unterschiedlicher Konzentrationen erhältlich.
Natriumsalz der Abietinsäure wird als eigentlicher Wirkstoff der Harzseifen genannt.

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Natürliche Wirkstoffe bilden kugelförmige Luftporen und haben folgende Eigenschaften: sie
besitzen ca 50 % Mikroluftanteil und das Porengefüge kann leichter zerstört werden. [ 1,4,8 ]

4.2 Synthetische Tenside


Luftporenbildner mit synthetischer Wirkstoffbasis werden heute häufig verwendet, da die
natürlichen Harze nur begrenzt verfügbar sind. Als Rohstoffe für synthetische
Luftporenbildner werden Alkylsulfonat, Alkylsulfate oder Alkylpolyglycolethersulfate
verwendet. Luftporenbildner bestehen selten aus reinen Grundstoffen, sondern sind meistens
Gemische verschiedener Ausgangsstoffe. Sie besitzen 80% Mikroluftanteil, ein stabiles
Porengefüge und sind leicht verfügbar. [1,4,8]

5. ANFORDERUNGEN VON LUFTGEHALT AN FRISCHBETON


Durch die Zugabe von Luftporenbildnern kann der mittlere Luftgehalt im Frischbeton
hergestellt werden. Die LP-Bildner müssen für die Herstellung von Beton nach DIN-EN206-
1 bzw. DIN 1045-2 der europäischen Zusatzmittel-Norm DIN EN 934 entsprechen.
Der erforderliche Gesamtluftgehalt bzw. Mindestluftgehalt im Frischbeton ist abhängig
von der verwendeten Gesteinskörnung und den Zusatzstoffen (Fließmitteln bzw.
Verflüssigern). Mit ansteigendem Durchmesser der Gesteinskörnung (Größtkorn) nimmt der
Luftgehalt im Frischbeton ab. Beispielsweise beträgt der mittlere Mindestluftgehalt bei 8 mm
Körnung ohne Zusatzstoff 5,5% und bei 8 mm Körnung mit Zusatzstoff 6,5 %. Bei einem
Durchmesser von 16µm verringert sich der Luftgehalt auf 4,5 bzw. 5,5 %. Betone, die die
Anforderungen der Expositionsklassen XF2 und XF3 erfüllen sollen, können als LP-Beton
hergestellt werden. Um die Anforderungen der Expositionsklasse XF4 zu erfüllen, ist die
Verwendung von Luftporenbeton vorgeschrieben oder muss dringend LP-Beton verwendet
werden (Tabelle 1). Bei der gleichzeitigen Verwendung von LP-Bildnern und Fließmitteln
sowie für Luftporenbetone der Konsistenzklassen F2 bis F6 ohne Fließmittelzugabe ist der um
1 Vol.-% erhöhte Luftgehalt einzuhalten. Bei der gleichzeitigen Verwendung von LP-
Bildnern und Fließmitteln können Wechselwirkungen zwischen beiden Zusatzmittelarten
auftreten, die die Luftporenbildung beeinträchtigen. Diese Betone weisen bei gleichem
Gesamtluftgehalt wie steife Betone einen geringeren Gehalt an kleinen Luftporen ≤ 300µm
auf. [1 S.6; 2 S.4; 4 S.3,4;6]

Tabelle 1: Mindestluftgehalt des Frischbetons in Abhängigkeit des Größtkorns,


der Konsistenz, und der Fließmittel [ 4 S.4 ]
Größtkorn Mittlere Mindestluftgehalt des Frischbetons in Vol.-% in
Abhängigkeit der Konsistenzklasse 1)
C2 bzw.F2 und F3ohne FM
mm C1 ohne FM oder oder BV und ≥ F4 3)
BV C1 mit FM oder BV
8 5,5 2) 6,5 2) 6,5 2)
2)
16 4,5 5,5 2) 5,5 2)
22 bzw. 32 4,0 2) 5,0 2) 5,0 2)
1)
Einzelwerte dürfen nicht diese Anforderungen um höchstens 0,5 Vol.-% unterschreiten
2)
Wenn bei der Erstprüfung nachgewissen wird, dass die Grenzwert für die Luftporenkennwerte für
die Luftporenkennwerte eingehalten werden, gilt ein um 1 Vol.-% niedriger Mindestlufgehalt
3)
Bei Ausbreitmaßklasse F6 sind die Luftporenkennwerte nachzuweisen

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6. WIRKUNGSMECHANISMEN VON LUFTPORENBILDNERN IM BETON
Die Luftporenbildner sollen eine ausreichende Menge von kleinen, fein verteilten
Luftporen im Beton stabilisieren. Die verschiedenen Wirkstoffe des LP-Bildners beeinflussen
die Mischzeit und das Nachaktivierungspotential. Beim Mischen von Mörtel und Beton wird
Luft eingeführt, die durch die Zugabe des LP-Bildners als Luftporen im Beton stabilisiert
werden soll. Nach dem Mischen von Zement und Wasser kommt es umgehend zu einer Folge
von komplexen chemischen Reaktionen. Durch die Zugabe von den im Wasser aufgelösten
LP-Bildnern, die als Tenside einen polaren und unpolaren Abschnitt aufweisen, lagern sich
die polaren Teile desselben an durch Cationen positive geladene Teilbereiche des Zement/der
Gesteinskörnung an. Andere Teile der Luftporenbildnermoleküle - die unpolaren Abschnitte -
stabilisieren die Luftblasen, indem ihr hydrophiler (polarer) Teil in das Wasser hineinragt
und der hydrophobe (unpolare) Teil in der Luftblase liegt. Dadurch wird ein Zusammengehen
der Luftblasen zu größeren Blasen verhindert, sodass Mikroporen stabilisiert werden. Beton
mit feinverteilten Mikroporen ist stabiler gegen z.B. Frostschäden, da er etwas elastisch ist
und beim Gefrieren von eingedrungenem Wasser der Volumenvergrößerung (Eis gegen
Wasser) nachgeben kann.
Ohne Porenbildner führen zwei Prozesse zum Verlust der Mikroporen im Beton.
1) Das chemische Potenzial von Luftmolekülen ist in großen Poren geringer als in kleinen
Poren. Daher lagern sich Mikroporen zusammen und bilden Makroporen.
2) Durch die Schwerkraft steigen Poren auf und verlassen den Beton an der Oberfläche.
Durch Tenside, die einen polaren hydrophilen Molekülkopf und einen unpolaren
hydrophoben Molekülschwanz haben, wird verhindert, dass die Poren zusammenfließen.
[2,4,5,7,10]

Bild 1: Luftporenbildung mit Luftporenbildnern; Stabilisierung von Luftblasen sowie


Sorption der LP-Bildnermoleküle und Hydrophobierung der Zementpartikel als
Voraussetzung für die Anwendung von Luftblasen [5 S.41]

7. NACHTRÄGLICHE ERHÖHUNG DES LUFTPORENGEHALTS


Das Luftporengefüge kann sich sowohl beim Festbeton als auch beim Frischbeton
verändern. Diese Veränderung kann zu einer nachträglichen Erhöhung des Luftgehalts des
Frischbetons und anschließend zu einem überhöhten Luftgehalt des Festbetons führen.

7.1 Festbeton
Laut der Untersuchungen des Forschungsinstituts der Zementindustrie kann die
Überdosierung der LP-Bildner während des Mischens infolge einer zu kurzen Mischzeit zur

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Erhöhung des Luftgehalts im Festbeton führen. Diese Erhöhung des Luftgehalts kann
insbesondere bei der Verwendung von Luftporenbildnern mit synthetischer Wirkstoffbasis
stärker sein. Dadurch können die Festigkeits- und die Dauerhaftigkeitseigenschaften des
Festbetons gefährdet werden. Bei der Verwendung von Luftporenbildnern zur Erreichung des
gewünschten Luftporengehalts ist nur eine geringe Zugabe der Menge erforderlich. Die
Genauigkeit der Dosierung von Luftporenbildnern sollte bei +- 1,0 M.-% liegen. [1,4,9]

7.2 Frischbeton
Der Beton wird von der Mischanlage mit Muldenkippern zum Einbauort transportiert und
somit während des Transports nicht gemischt. Nach dem Abkippen am Einbauort ergibt die
Prüfung des Luftgehalts den geforderten Wert von rd.4 Vol.-% bis 5 Vol.-%. Die
nachträgliche Erhöhung des Luftgehalts kann durch Energieeintrag (z.B. durch Rütteln)
während des Einbaus bei der Verdichtung oder im Bereich der Verteilerschnecke des
Fertigers auftreten. Grund dafür ist, dass LP-Bildner sich zusätzlich aufschließen bzw.
aktiviert werden und in der Folge den Luftgehalt nachträglich erhöhen. Das Ausmaß des
Nachaktivierungspotenzials im Frischbeton, also wie viel sich der Luftgehalt nachträglich
erhöht, wird möglicherweise durch die Wirkstoffart des verwendeten LP-Bildners beeinflusst.
[1; 4 S.20, 9]

7.3 Transportbeton
Beim Transportbeton kann sich der Luftgehalt zwischen Mischwerk und Baustelle
insbesondere bei drehender Trommel erhöhen. Bei einem nachträglichen Energieeintrag
(durch das Mischen während der Fahrt) im Fahrmischer kann sich der Luftporengehalt
erhöhen, wenn der Beton bei der Herstellung nicht ausreichend lange gemischt wird und
nicht aktivierte LP-Bildner enthält (Bild 2 rechts) [1,4 S.20, 9]

Bild 2: Nachträgliche Erhöhung des Luftgehalts von baustellengemischtem Straßenbeton


während des Einbaus (links) bzw. bei Transportbeton (rechts) [12 S.16]

8. EINFLUSS DER LUFTPORENBILDNER AUF BETONEIGENSCHAFTEN

8.1 Frischbetoneigenschaften

 Wasseranspruch
Die Luftporen machen den Beton weicher, deshalb muss man nicht so viel Wasser
zusetzen. Die Luftporen haben eine ähnliche Wirkung wie Wasser, sie wirken als Gleitmittel.
Dadurch verschieben sich die festen Körner leichter. [2,4]

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 Verarbeitbarkeit
Luftporenbeton lässt sich leichter verarbeiten. Dadurch, dass sich die Luftporen an den
Zement und die Gesteinskörnung anheften, wird die Wasserabsonderung (Bluten) verringert.
Beim Transport, Einbringen und Verdichten kann der Beton sich zum Teil entmischen, diese
Neigung wird durch die Luftporen vermindert. [2,4]

8.2 Festbetoneigenschaften

 Frost-Tausalz-Widerstand
Eine der wichtigsten Auswirkungen der Luftporenbildner auf Betoneigenschaften ist die
Erhöhung des Frost- und Tausalz-Widerstands. Die Veränderung der Oberfläche des Betons
durch Frost- und Frost-Tausalzmittel wird reduziert. Die Oberfläche des Luftporenbetons
wird durch Zugabe von Luftporenbildnern nicht stark beschädigt. Bei richtig (einwandfrei)
hergestelltem Luftporenbeton treten bei Betonstraßen keine Schädigungen auf. Aber es kann
trotzdem in besonderen Fällen auch Schäden geben. Der Beton für den Straßenbau muss gut
ausgetrocknet sein, damit das Wasser in den Kapillarporen weitgehend verschwunden ist,
sonst kann es durch das Gefrieren des Wassers zu einer Volumenzunahme und dadurch zu
einem Sprengdruck in den Poren kommen. Außerdem muss der Beton eine
Mindestdruckfestigkeit von 20 N/mm2 aufweisen. In der obersten Schicht wird
Luftporenbeton durch die längere Bearbeitung mit Tellerglättern gestört. Durch starkes
Aufheizen der Betonoberfläche können auch Schäden auftreten. [2,4,11]

 Festigkeit
Durch die Luftporenbildung nimmt die Festigkeit des Betons ab. Bei gleichem
Mischungsverhältnis und gleicher Konsistenz je 1 Vol.-% Luft kann sich die Druckfestigkeit
um 3 bis 4 % und die Biegezugfestigkeit um 2 bis 3% verringern.
Dass die Festigkeit absinkt, lässt sich aber wieder verändern, indem man weniger Wasser und
Sand zugibt. [4 S. 25;11]

 Wasseraufnahme, Wasserdurchlässigkeit
Luftporenbeton nimmt weniger Wasser auf und lässt weniger Wasser durch als
Normalbeton. Als Ursache wird die Unterbrechung der Kapillarporen durch Kugelporen
genannt. [4 S.26;11]

9. MIKROHOHLKUGELN

9.1 Mikrohohlkugeln im Beton


Mikrohohlkugeln oder auch vorgefertigte Luftporen genannt, werden verwendet, um die
zahlreichen Einflussfaktoren wie Temperatur, Mischprozess, fließfähige Betone etc., die die
Qualität des Luftporenbetons beinträchtigen können, zu reduzieren. Sie bestehen aus kleinen
Kunststoffkügelchen (Durchmesser zwischen 5 bis 100 mm) mit elastischer, sehr dünner
Hülle. Die Mikrohohlkugeln sind sowohl trocken als auch befeuchtet erhältlich. Sie können
jedoch nicht trocken angeliefert werden, da sie sehr leicht sind und sich wie Flaum verhalten
würden. Deshalb werden sie mit Wasser gemischt und als weiße Paste in Plastikbeutel
verpackt. Wie viele MHK man dem Beton beigeben soll, hängt vom Zementgehalt und vom
w/z-Wert ab. Im Hinblick auf die Beanspruchung durch Frosttausalz sollte der w/z-Wert
ohnehin tief gehalten werden. Je tiefer der w/z –Wert ist, desto geringer ist der Bedarf an
künstlichem Porenvolumen. Die MHK werden auf der Betonanlage dem Frischbeton nach der
üblichen Nachmischzeit (1 Minute) beigegeben. Zur Feinverteilung der MHK ist ein

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Nachmischen von 30 Sekunden erforderlich. Wegen der Verletzungsgefahr der Kugeln sollte
die Paste nicht dem Trockengemisch zugegeben werden und die Mischzeit darf nicht 5
Minuten überschreiten. Die Kugeln sind mit einem Gasüberdruck versehen, um die
Beständigkeit der Kugeln im Mischprozess zu gewährleisten. Das Volumen der
Porendurchmesser über 300µm ist wesentlich geringer als beim Einsatz von
Luftporenbildnern. Mit diesen Mikrohohlkugeln werden nur die für die Frost-
Tausalzbeständigkeit erforderlichen Luftporen in den Beton eingetragen. Die Zugabe erfolgt
direkt in den Mischer. Während des Mischens, des Transports und des Förderns tritt keine
Veränderung der Mikrohohlkugeln auf. Mikroholkugeln sind wegen ihrer hydrophoben
Oberfläche sehr schwach an die Zementsteinmatrix gebunden. In der Grenzschicht zwischen
Mikrohohlkugeln und Zementstein kann sich Wasser sammeln und bei entsprechend
niedrigen Temperaturen gefrieren. Aufgrund der elastischen Natur der Polymerhülle kann sich
das gebildete Eis in Richtung Mikrohohlkugeln ausdehnen, wobei diese deformiert bzw.
beschädigt werden. Somit steht im Grunde der gesamte Raum, den die Mikrohohlkugeln
ursprünglich ausfüllten, als „Luftporen“ für die Ausdehnung des Eises zur Verfügung. Da
die Polymerhülle der Mikrohohlkugeln wasserunlöslich ist, kann ausgeschlossen werden,
dass Material durch Auslaugung freigesetzt wird. Obwohl nur schwache Bindungen zur
Betonmatrix vorliegen, sind die Mikrohohlkugeln mechanisch durch den umgebenden
Zementstein fixiert. Dies gilt auch für kleinere Partikel, die sich beim Beschädigen der
Mikrohohlkugeln während des Einfrierens ablösen können. [1,3]

10. ZUSAMMENFASSUNG
In der Arbeit mit dem Thema „Luftporenbildner und Mikrohohlkugeln“ werden
verschiedene Faktoren wie Wirkungsmechanismen von Luftporenbildnern im Beton,
nachträgliche Erhöhung des Luftgehalts im Frisch,- Fest- und Transportbeton, Einflüsse der
Luftporenbildner auf Betoneigenschaften sowie der Einsatz von Mikrohohlkugeln im Beton
beschrieben. Anhand dieser Arbeit wurde festgestellt, dass die Luftporenbildner eines der
wichtigsten Betonzusatzmittel zur Erhöhung des Frost- und Frosttausalzwiderstands von
Betonfahrbahnen (Straßen, Luftverkehrsflächen, Brückenbau, Wasserbau) sind. Der
erforderliche Luftgehalt im Frischbeton hängt von der verwendeten Gesteinskörnung und den
Zusatzstoffen ab. Mit ansteigendem Durchmesser der Gesteinskörnung (Größtkorn) nimmt
der Luftgehalt im Frischbeton ab. Der geforderte Luftgehalt im Frischbeton liegt bei 4 bis 6
%. Eine wesentliche Erhöhung des Luftgehalts tritt nur dann auf, wenn der LP-Bildner bei der
Herstellung infolge einer zu kurzen Mischzeit überdosiert wurde, um den erwartenden
Luftgehalt zu erreichen. Bei der Verwendung von Luftporenbildnern mit synthetischer
Wirkstoffbasis kann die Erhöhung des Luftgehalts stärker sein. Einer der Nachteile ist, dass
durch die Erhöhung des Luftgehalts die Festigkeit und Dauerhaftigkeitseigenschaften des
Betons sinken. Außer der Möglichkeit, den Frost-Taumittel-Widerstand eines Betons über
Luftporenbildner zu erreichen, gibt es noch die Möglichkeit, Mikrohohlkugeln einzusetzen.
Die Mikrohohlkugeln wirken im Beton ähnlich wie die Luftporenbildner. Bei
Frostbeanspruchung stehen Mikrohohlkugeln als Expansionsraum für das sich beim Gefrieren
ausdehnende Wasser zur Verfügung.

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11. LITERATURVERZEICHNIS
[1] Informationsschrift Deutsche Bauchemie e.V.: Herstellen von LP-Beton. 2.Ausgabe,
November 2013, abgerufen am 09.05.2020
[2] Hermann, Kurt: Artikel Zusatzmittel. Teil 3, LP, Heft 11, Zeitschrift Cementbulletin. Band (Jahr)
62 1994, http://doi.org/10.5169/seals-153797, abgerufen am 04.06.2020
[3] B.M : Artikel Mikrohohlkugeln, Heft 5, Zeitschrift Cementbulletin, Band (Jahr)1988-1989,
http://doi.org/10.5169/seals-153720, abgerufen am 04.06.2020
[4] Eickschen, Eberhard: Wirkungsmechanismen Luftporen bildender Betonzusatzmittel und
deren Nachaktivierungspotenzial, Heft 73 (2009), Schriftenreihe der Zementindustrie
[5] Eickschen, Eberhard, Müller,Christof, Düsseldorf: Zusammenwirken von
Luftporenbildnern und Fließmittel in Beton, abgerufen am 09.05.2020
[6] Betontechnische Daten: Ausgabe 2017, Heidelbergcement, abgerufen 11.06.2020
[7] Du, Lianxiang, Folliard, Kevin J. Mechanisms of Air in Concrete,
https://www.sciencedirekt.com , abgerufen am 07.06.2020w
[8] Sachstandsbericht Betonzusatzmittel und Umwelt, 6.Ausgabe, Dezember 2016 Arbeitskreis 2.1
Beton- und Mörtelzusatzmittel und Umwelt, abgerufen am 27.05.2020
[9] VDZ-Tätigkeitsbericht 2005 – 2007 Betonausgangsstoffe, Betontechnologie und
Betonbautechnik, S.109, abgerufen am 09.06.2020
[10] Betontechnische Berichte /2007-2009 /Wirkungsmechanismen von LP- Bildnern,
http://www.vdzonline.de/, abgerufen am 10.07.2020
[11] Dauerhafter Beton, Grundlagen, Planung und Ausführung bei Frost- und Frost-Taumittel-
Beanspruchung, 6.Symposium Baustoffe und Bauwerkserhaltung Universität Karlsruhe (TH),
12.März 2009, Seite 22, abgerufen am 13.07.2020
[12] Eickschen, Eberhard: Zielsichere Herstellung von Luftporenbeton Empfehlungen für die
Praxis: Beton im Hochbau Ulm, 25.Febraur 2015, abgerufen am 10.07.2020

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