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Hubert Marschall

Aufgabensammlung
zur technischen
Strömungslehre
Aufgabensammlung zur technischen
Strömungslehre
Hubert Marschall

Aufgabensammlung
zur technischen
Strömungslehre
Hubert Marschall
Technische Universität Darmstadt
Darmstadt, Deutschland

ISBN 978-3-662-56378-6 ISBN 978-3-662-56379-3  (eBook)


https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3

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Vorwort

In den vergangenen Jahren ist von Studierenden der Strömungslehre immer wieder nach
vollständig durchgerechneten Klausuraufgaben gefragt worden. Diese Aufgabensamm-
lung soll dem Rechnung tragen. Sie ist aus einer Auswahl von schriftlichen Prüfungs-
aufgaben der Technischen Strömungslehre entstanden, die in den letzten Jahren an der
Technischen Universität Darmstadt für Bachelorstudenten im 4. Semester gestellt worden
sind. Das Buch ist begleitend zur Vorlesung als Lernhilfe zur Prüfungsvorbereitung für
Studierende gedacht. Es stellt Aufgaben aus verschiedenen Bereichen der inkompressi-
blen Strömungen mit vollständig durchgerechneten Lösungswegen bereit.
Das Buch kann und soll kein Lehrbuch für Strömungsmechanik ersetzen. Es orientiert sich
vom Stoff und Schwierigkeitsgrad her an dem, was üblicherweise an Universitäten in den
Grundlagen der Strömungslehre angeboten wird. Für ein tiefergehendes Studium müssen
einschlägige Bücher oder Vorlesungen herangezogen werden. Insbesondere ist hier das
Lehrbuch von Prof. J. Spurk Spurk (2004) zu erwähnen.
Der Prüfungsstoff des Buches ist in sieben Kapitel gegliedert. In den einzelnen Kapiteln
erfolgt zunächst eine kurze Darstellung des Stoffes, in denen die Herleitungen der zum
Lösen der Aufgaben notwendigen Formeln skizziert werden. Am Ende eines Kapitels fol-
gen Prüfungsaufgaben zu deren Lösung nur Kenntnisse aus dem aktuellen und aus den
vorhergehenden Kapiteln benötigt werden. Im Kapitel 8 sind themenübergreifende Auf-
gaben zusammen gestellt, die den Stoff der gesammten Vorlesung voraussetzen. Die Mus-
terlösungen aller Aufgaben sind in Kapitel 9 zusammengefasst.
Das erste Kapitel behandelt die Kinematik von Flüssigkeiten. Daran schließen sich Auf-
gaben zu den kontinuumsmechanischen Grundlagen der Strömungslehre an. Hier werden
Anwendungen zu den Erhaltungsgleichungen in integraler und differentieller Form behan-
delt, d.h. Lösungen zur Kontinuitäts- und Impulsgleichung sowie zum Drallsatz und der
Energiegleichung. In den nachfolgenden Kapiteln sind die Bilanzgleichungen an techni-
schen Beispielen problemorientiert zu vereinfachen. Man erhält so geschlossene Lösungen
z.B. in der Schichtentheorie, Hydrostatik und der Stromfadentheorie. Diese Aufgaben ha-
ben oft ein bestimmtes Ziel im Auge, so dass bei der Formulierung der Fragestellungen

v
vi Vorwort

besonderer Wert darauf gelegt wurde, den Studenten durch den Lösungsweg zu führen um
das gewünschte Endergebnis zu erreichen.
In den Herleitungen und in den Aufgaben wird sowohl die symbolische Schreibweise wie
auch die Indexnotation verwendet. Für den Leser, der mit der Indexschreibweise noch
nicht vertraut ist, empfiehlt es sich zunächst einen Blick in den Anhang A Elemente der
Tensorrechnung zu werfen. Dort sind die wichtigsten Elemente beider Schreibweisen auf-
geführt.
Die Entstehung des Buches ist Herrn Prof. Dr.-Ing. C. Tropea, Leiter des Fachgebietes
Strömungslehre und Aerodynamik, zu verdanken. Es war seine Idee, eine solche Prüfungs-
hilfe für Studenten zur Verfügung zu stellen. Er ermöglichte und unterstützte das Projekt
in jeder Phase. Dafür herzlichen Dank. Die Herren M.Sc. Daniel Rettenmaier und Dipl.-
Ing. Patrick Seiler erstellten in mühevoller Arbeit aus einem handschriftlichen Manuskript
die vorliegende druckreife Version des Buches. Viele Ihrer Vorschläge zur Gestaltung des
Buches, auch inhaltlicher Natur, sind berücksichtigt worden. Für viele kritische Bemer-
kungen, Korrekturen und Anregungen danke ich den Herren M.Sc. Benjamin Krumbein
und Dr.-Ing. Markus Schremb, die viele Stunden bereitwillig mit der Durchsicht des Ma-
nuskripts verbrachten. Allen jetzigen und ehemaligen Mitarbeitern des Fachgebietes, die
in den vergangenen Jahren Prüfungsaufgaben oder Beiträge zu ihnen geliefert haben und
die hier nicht alle aufgeführt werden können, sei ebenfalls herzlich gedankt.
Schließlich bedanke ich mich bei Frau Birgit Kollmar-Thoni vom Springer Verlag für Ih-
re Geduld und Ihr Verständnis, das sie uns bei der Erstellung des Manuskript entgegen
gebracht hat.

Darmstadt, im Mai 2018 Hubert Marschall


Inhaltsverzeichnis

1 Kinematik der Flüssigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1


1.1 Flüssigkeiten als Kontinuum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.2 Lagrange und Eulersche Beschreibungsweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.3 Bahnlinie, Stromlinie, Streichlinie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.4 Zeitableitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.5 Deformations- und Drehgeschwindigkeitstensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
1.5.1 Komponenten des Dehnungsgeschwindigkeitstensors . . . . . . . . . . . 7
1.5.2 Hauptachsensystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
1.6 Potentialströmungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
1.7 Reynoldsches Transporttheorem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
1.8 Aufgaben zur Kinematik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
A1.1 Fluidbeschreibungsweisen und Stromlinien . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
A1.2 Strom-, Bahn- und Streichlinie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
A1.3 Fluidbeschreibungsweisen, Stromlinien und Streichlinie . . . . . . . 13
A1.4 Bahnlinie, Dehnungsgeschwindigkeit und Potentialströmung . . . 13
A1.5 Dehnungsgeschwindigkeit und implizite Stromlinie . . . . . . . . . . . 14
A1.6 Kinematik, Eigenwertproblem zu den Hauptspannungen . . . . . . . 14

2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15


2.1 Kontinuitätsgleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
2.2 Impulssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
2.3 Drallsatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
2.4 Impuls- und Drallsatz im beschleunigten Bezugssystem . . . . . . . . . . . . . . . 18
2.4.1 Impulssatz im beschleunigten Bezugssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
2.4.2 Drallsatz im beschleunigten Bezugssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
2.4.3 Anwendung des Drallsatzes im Turbomaschinenbau . . . . . . . . . . . . 21
2.5 Energiegleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
2.6 Aufgaben zu den Bilanzgleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

vii
viii Inhaltsverzeichnis

A2.1 Zwei sich treffender Strahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26


A2.2 Schwebende Kugel in Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
A2.3 Blutströmung in Aorta . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
A2.4 Wasserwerfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
A2.5 Kolbenbewegung in Zylinder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
A2.6 Rotierender Zerstäuber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
A2.7 Flügelgrenzschichtbeeinflussung durch Plasma-Aktuator . . . . . . . 32
A2.8 Strömung durch unendliches Gitter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
2.7 Aufgaben zu Turbomaschinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
A2.9 Einzelnes Pumpenlaufrad . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
A2.10 Einfache Axialpumpe mit Leit- und Laufrad . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
A2.11 Axialverdichter eines Flugtriebwerks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
A2.12 Einstufige Turbine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
A2.13 Axialturbine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
A2.14 Drehmomentenwandler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
A2.15 Mehrstufiger Axialverdichter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
A2.16 Axial-Radial Verdichter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41

3 Materialgleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43

4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47


4.1 Reibungsbehaftete Strömungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
4.1.1 Navier-Stokessche Gleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
4.1.2 Die Reynoldszahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
4.2 Reibungsfreie Strömungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
4.2.1 Eulersche Gleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
4.2.2 Bernoullische Gleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
4.2.3 Bernoullische Gleichung für Potentialströmungen . . . . . . . . . . . . . . 51
4.2.4 Bernoullische Gleichung im rotierenden Bezugssystem . . . . . . . . . 52
4.2.5 Wirbelsätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
4.2.6 Wirbelfaden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
4.3 Aufgaben für Newtonsche Flüssigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
A4.1 Filmströmung an Wand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
A4.2 Strömung um eine mit Öl geschmierte Welle . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
A4.3 Strömung in porösem Kanal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
A4.4 Luftströmungen durch Erdrotation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
A4.5 Strömung auf geneigtem Transportband . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
A4.6 Flüssigkeitsfilm an Draht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
A4.7 Kühlung eines Flugkörpers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
A4.8 Kunststoffrohrherstellung in Schleudervorrichtung . . . . . . . . . . . . 68
A4.9 Spin-coating . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
A4.10 Wasserfilm auf Hausdach . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
Inhaltsverzeichnis ix

A4.11 Farbe auf einer Wand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71


A4.12 Bewegung eines Wirbelfadens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
A4.13 Widerstandsbeiwert einer Kugel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73

5 Hydrostatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
5.1 Druckverteilung in einer ruhenden Flüssigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
5.2 Kraft auf Flächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
5.2.1 Kraft und Moment auf die ebene Fläche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
5.2.2 Auftrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
5.2.3 Kraft auf gekrümmte Flächen, Ersatzkörper . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
5.2.4 Freie Oberflächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
5.3 Aufgaben zur Hydrostatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
A5.1 Dichtemessung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
A5.2 Überdruckbehälter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
A5.3 Schleusenanlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
A5.4 Reservoir . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
A5.5 Sammelbecken einer Kläranlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
A5.6 Gekrümmte Wehrmauer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
A5.7 Kolben und Klappe in Rohrsystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
A5.8 Wehr mit zylindrischer Walze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
A5.9 Kontaktwinkel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93

6 Laminare Schichtenströmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
6.1 Stationäre Schichtenströmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
6.2 Hagen-Poiseuille-Strömung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
6.3 Aufgaben zur laminaren Schichtenströmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
A6.1 Strömung zwischen zwei Platten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
A6.2 Kreisrohr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
A6.3 Plattenströmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
A6.4 Gegenläufige Platten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
A6.5 Magnetisch getriebene Kanalströmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
A6.6 Strömung an Kabelummantelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108

7 Stromfadentheorie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111
7.1 Die Bilanzgleichungen der Stromfadentheorie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
7.1.1 Die Kontinuitätsgleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
7.1.2 Der Impulssatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
7.1.3 Die Energiegleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
7.2 Verluste in der Stromfadentheorie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
7.2.1 Verluste infolge Querschnittsveränderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116
7.2.2 Reibungsverluste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
7.2.3 Verluste durch Krümmer, Ventile, und Rohrverzweigungen . . . . . . 120
x Inhaltsverzeichnis

7.2.4 Reibungsverluste in turbulenter Rohrströmung . . . . . . . . . . . . . . . . . 120


7.3 Aufgaben zur Stromfadentheorie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125
A7.1 Belüftungsgebläse eines Tunnels . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125
A7.2 Flüssigkeitsstrahlpumpe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126
A7.3 Pumpspeicherkraftwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
A7.4 Rauchgaszugverstärker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128
A7.5 Mikropumpe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129
A7.6 Drosselklappe in Kanal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
A7.7 Taucherglocke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131
7.4 Aufgaben zur turbulenten Strömung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
A7.8 Wasserfontäne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
A7.9 Eisenguss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
A7.10 Trinkwasserversorgung aus Hochbehälter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134
A7.11 Rohrverzweigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135

8 Themenübergreifende Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137


A8.1 Eine ebene reibungsbehaftete Potentialströmung . . . . . . . . . . . . . . 137
A8.2 Strömung zwischen Platten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138
A8.3 Hubschrauber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
A8.4 Radialpumpe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140
A8.5 Trinkwasserleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
A8.6 Turbulente Rohrströmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 142
A8.7 Speichersee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143
A8.8 Düsenstrahl trifft Schräge Platte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144
A8.9 Rotameter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146
A8.10 Wasserstrahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147
A8.11 Tornado . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148
A8.12 Hydraulikpumpe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149
A8.13 Luftgetriebenes Fahrzeug . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
A8.14 Widerstandsbeiwert einer U-Bahn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151
A8.15 Zyklonrohr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
A8.16 Druck und Spannung in gegebenem Geschwindigkeitsfeld . . . . . . 153
A8.17 Abgasturbolader . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154
A8.18 Turbinenstufe eines Stauwasserkaftwerks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155
A8.19 Bewässerungsalage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 156
A8.20 Handpumpe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157
A8.21 Umwälzanlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158
A8.22 Rotierende Rohrströmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159

9 Lösungen zu den Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161


Inhaltsverzeichnis xi

A Elemente der Tensorrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 285


A.1 Kartesisches Koordinatensystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 285
A.2 Indexschreibweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 286
A.3 Rechenregeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287
A.3.1 Das Punktprodukt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287
A.3.2 Das Vektorprodukt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 288
A.3.3 Das Tensorprodukt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 289
A.4 Der Nabla-Operator . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 290
A.5 Gaußscher Integralsatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 292
A.6 Zylinderkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 293

B Übersicht zu Materiellen- und Feldkoordinaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 297

C Formelsammlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 299

Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 305

Sachverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 307
Kapitel 1
Kinematik der Flüssigkeiten

1.1 Flüssigkeiten als Kontinuum

Die Strömungslehre wird in dieser Aufgabensammlung im Rahmen der Kontinuumsme-


chanik behandelt. Wir betrachten Strömungsfelder deren Abmessungen sehr groß gegen
die Molekülabstände in der Flüssigkeit sind. Bezeichnet λ die mittlere freie Weglänge
zwischen den Molekülen und l eine typische Länge der Strömung, so muss die Knudsen-
Zahl Kn = λ /l  1 sein.

Δmj
ΔVj

Δmj
ΔVj

Δ V0 ΔVj
Abb. 1.1: Zur Definition der Dichte

Das kleinste Teilchen, welches wir auch als materiellen Punkt bezeichnen, besitzt an ei-
nem festen aber beliebigen Ort x zur Zeit t die Dichte  = Δ m j /Δ V j . Die Flüssigkeits-
masse Δ m j ist im zugehörigen Flüssigkeitsvolumen Δ V j . Damit  vom gewählten Δ V j
unabhängig ist, muss das gewählte Volumen z. B. Δ V0 in der Umgebung des Ortes x groß
genug gewählt werden, so dass zur Mittelung genügend Teilchen erfasst werden. Ande-
rerseits muss die Abmessung des Volumens klein genug sein, damit sich die Dichte im

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H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3_1
2 1 Kinematik der Flüssigkeiten

kompressiblen Fall am Ort x zur festen Zeit nicht mit der Variation des Volumens ändert.
Wir setzen (x, t) als stetige Funktion des Ortes x und der Zeit t voraus.

1.2 Lagrange und Eulersche Beschreibungsweise

In der Strömungslehre werden die Lagrangesche und Eulersche Beschreibungsweisen in-


nerhalb eines kartesischen oder krummlinigen Koordinatensystem verwendet. In der La-
grangschen Beschreibungsweise, auch als materielle Beschreibung bezeichnet, wird die
Bewegung eines Teilchens, das sich zur Zeit t0 am Ort ξ befindet, durch den Ortsvektor
x =x(ξ , t0 , t) im Laufe der Zeit t beschrieben. Die Orte des Teilchens zu den Zeitpunkten
t entsprechen der Bahnlinie, hier in symbolischer Schreibweise und in Indexnotation:

x =x(ξ , t) , xi = xi (ξ j , t) . (1.1)

Die Geschwindigkeit eines materiellen Teilchens wird symbolisch bzw. in Indexnotation


beschrieben durch:

u = u(ξ ,t) , ui = ui (ξ j , t) . (1.2)

In der Eulerschen oder Feldbeschreibungsweise beschreibt man den zeitlichen Verlauf des
Strömungszustandes an einem festen Ort x im Raum. So z.B. die Geschwindigkeit u:

u = u(x, t) , ui = ui (x j , t) . (1.3)

Materielle und Feldbeschreibungsweise lassen sich durch Einsetzen der Bahnlinie x =x(ξ ,t)
bzw. deren Umkehrfunktion ξ = ξ (x,t) ineinander überführen.

1.3 Bahnlinie, Stromlinie, Streichlinie

Bahnlinie

Eine Bahnlinie ist die Raumkurve, die von einem Flüssigkeitsteilchen ξ mit der Zeit durch-
laufen wird. Ihre Differentialgleichung in symbolischer Schreibweise bzw. Indexnotation
ist gegeben durch:

dx dxi
= u(x, t) , = ui (x j , t) . (1.4)
dt dt

Die Differentialgleichung ist als Anfangswertproblem mit x = ξ für t = t0 zu lösen


1.3 Bahnlinie, Stromlinie, Streichlinie 3

x3 Bahnlinie eines Teilchens

x =x(ξ ,t), t > t0

x(t0 ) = ξ
x2

x1

Abb. 1.2: Bahnlinie

x =x(ξ , t) , xi = xi (ξ j , t) . (1.5)

Dabei ist die Zeit t der Kurvenparameter für die Bahnlinine eines festen Teilchens und ξ
der Scharparameter für die Bahnen verschiedener Teilchen.

Stromlinie

Eine Stromlinie ist die Raumkurve, deren Tangentenrichtungen zu einer festen Zeit mit den
Richtungen der Geschwindigkeitsvektoren der Strömung übereinstimmen. Die Differenti-
algleichung der Stromlinie lautet in symbolischer Schreibweise bzw. in Indexnotation:

dx u(x, t) dxi ui (x j , t)


= , (t = konst.) , = √ , (t = konst.) . (1.6)
ds |u| ds uk uk

Die Integration von (1.6) mit der Bedingungx(s = 0) =x0 führt auf die Lösungx =x(s,x0 )
in Parameterdarstellung. s ist der Kurvenparameter, x0 der Scharparameter. Die Lösungs-
kurve verläuft durch den Punkt x0 .
Hinweis: Der in den Differentialgleichungen der Stromlinien auftretende Kurvenparame-
ter s kann oft durch Substitution mit einem neuen Parameter η ersetzt werden:

√ dxi
ds = dη uk uk ⇒ = ui (x j , t) . (1.7)

Bei festgehaltener Zeit t erhält man z.B. durch unbestimmte Integration die Stromlinien
in Parameterform x =x(η , t). Hierin sind noch die Integrationskonstanten durch Vorgabe
eines Punktes, durch den die Stromlinien verlaufen soll festzulegen: x =x0 für η = η0 .
Damit ergibt sich die Lösung in Parameterform zu:
4 1 Kinematik der Flüssigkeiten

t Stromlinie zur Zeit t


x3 u
x(s,x0 )

s t1 < t t2 > t
x0
x(ξ ,t) Bahnlinie eines Teilchens ξ tangiert
die Stromlinie zur Zeit t nur in einem
x2 Punkt

x1

Abb. 1.3: Stromlinie

x =x(η ,x0 , t) , xi = xi (η , x0 j , t), (1.8)

wobei η Kurvenparameter, x0 Scharparameter und t fest ist.


Im zweidimensionalen Fall lässt sich durch Division aus Gleichung (1.6) der Kurvenpara-
meter s bzw. η eliminieren und man erhält die Differentialgleichung

dx1 u1
= . (1.9)
dx2 u2

Integration mit der Bedingung, dass die Lösung durch einen vorgegebenen Punkt x0 = (x10 , x20 )
verlaufen soll, ergibt die Stromlinie in expliziter Form:

x1 = x1 (x2 ,x0 ) . (1.10)

Streichlinie

Die Streichlinie ist eine Raumkurve die zu einer festen Zeit t alle Flüssigkeitsteilchen
verbindet, die zu einer beliebigen Zeit t  den selben festen Raumpunkt x0 durchlaufen
haben oder noch durchlaufen werden.
Um die Streichlinien durch einen festen Raumpunkt x0 zu berechnen, ermittelt man
zunächst die Bahnlinien x =x(ξ , t) und deren Umkehrfunktionen ξ = ξ (x, t). Setzt man
hierin für x die Koordinaten des festen Ortes x0 , sowie t = t  ein, so erhält man alle Teil-
chen ξ , die zur beliebigen Zeit t  am Ort x0 waren, sind oder sein werden in der Form
ξ = ξ (x0 , t  ). Deren Bahnkoordinaten sind x =x(ξ (x0 , t  ),t) (bei festem t  und veränder-
lichem t). Für die feste Zeit t und veränderlichem t  liefert diese Gleichung die Verbin-
dungskurve zwischen den aktuellen Koordinaten der Teilchen, die den Ort x0 passiert ha-
ben, also die Streichlinie.
1.4 Zeitableitungen 5

x3 Streichlinie x =x(ξ (
x0 , t  ) ,t)

x0 Bahnlinien x =x(ξ , t)

x2

x1

Abb. 1.4: Streichlinie

Hinweis: In stationärer Strömung u = u(x) haben Bahnlinien, Stromlinien und Streichli-


nien die gleiche Form. Dies gilt auch für richtungsstationäre Felder:

u u0
u(x,t) = f (x,t)u0 (x) ⇒ =± = f (t).
|u| |u0 |

1.4 Zeitableitungen

Die materielle Zeitableitung D/Dt

Die zeitliche Änderung einer beliebigen Feldgröße ϕ (x(t), t), zum Beispiel die Temperatur
oder Geschwindigkeit eines materiellen Teilchens in einer Strömung lautet:

dϕ ∂ ϕ dx1 ∂ ϕ dx2 ∂ ϕ dx3 ∂ ϕ dϕ ∂ ϕ dx


= + + + ⇒ = + · ∇ϕ (1.11)
dt ∂ x1 dt ∂ x2 dt ∂ x3 dt ∂t dt ∂t dt

Da hier x die Bahn und dx/dt = u die Geschwindigkeit des materiellen Teilchens ist, wird
diese Zeitableitung als materielle oder substantielle Ableitung bezeichnet und mit dem
Differentialoperator D/Dt in der Form

Dϕ ∂ϕ Dϕ ∂ϕ ∂ϕ
= + u · ∇ϕ bzw. = +uj (1.12)
Dt ∂t
    Dt ∂t ∂xj
konvektiver Anteil
lokaler

geschrieben.
Der Term ∂ ϕ /∂ t stellt die ortsfeste lokale Zeitableitung dar. Sie unterscheidet auch, ob
eine Strömung stationär ∂ ϕ /∂ t = 0 oder instationär ∂ ϕ /∂ t = 0 ist. Der konvektive Anteil
6 1 Kinematik der Flüssigkeiten

u · ∇ϕ hat seine Ursache in der Fortbewegung und der damit verbundenen Änderung der
Eigenschaft des Teilchens.

Die allgemeine Zeitableitung d/dt

Tritt in Gleichung (1.11) anstelle der Teilchengeschwindigkeit u die Geschwindigkeit

dx
= u + w (1.13)
dt
eines Beobachters auf, der sich mit der Geschwindigkeit w relativ zur Strömungsgeschwin-
digkeit u durch die Strömung bewegt, so bezeichnen wir diese Ableitung als allgemeine
Zeitableitung und schreiben sie mit dem Differentialoperator d/dt in der Form:

dϕ ∂ϕ dϕ ∂ϕ ∂ϕ
= + (u + w) · ∇ϕ bzw. = + (u j + w j ) . (1.14)
dt ∂t dt ∂t ∂xj

Gleichung (1.14) stellt somit die zeitliche Änderung der Feldgröße ϕ dar, die ein Beob-
achter feststellt, der sich mit der Relativgeschwindigkeit w durch die Strömung bewegt.

1.5 Deformations- und Drehgeschwindigkeitstensor

Ist das augenblickliche Geschwindigkeitsfeld u(x, t) zu einem festen Zeitpunkt t in einem


Punkt x bekannt, so lässt sich das Feld in dem infinitesimal benachbarten Punkt x + dx mit
Hilfe der Taylorreihenentwicklung bis zur 1. Ordnung approximieren:

u(x + dx, t) = u(x, t) + dx · ∇u + O(dx2 ) . (1.15)

Zerlegt man den Geschwindigkeitsgradienten ∇u = ˆ ∂ ui /∂ x j in seinen symmetrischen und


antisymmetrischen Teil, so folgt in Indexnotation
   
1 ∂ ui ∂ u j 1 ∂ ui ∂ u j
ui (x j + dx j , t) = ui (x j , t) + + dx j + − dx j , (1.16)
   2 ∂ x j ∂ xi 2 ∂ x j ∂ xi
Translation      
Deformation Rotation

das augenblickliche Geschwindigkeitsfeld setzt sich aus einer Translation, Deformation


und Rotation zusammen.
Der Deformationsgeschwindigkeitstensor
1.5 Deformations- und Drehgeschwindigkeitstensor 7
⎡ ⎤
( ∂ u1 + ∂ u1 ) ( ∂∂ ux1 + ∂∂ ux2 ) ( ∂∂ ux1 + ∂∂ ux3 )
⎢ ∂ x1 ∂ x1 2 1 3 1 ⎥
  ⎢ ⎥
1 ∂ ui ∂ u j 1 ⎢ ∂ u2 ∂ u1 ⎥
ei j = + = ⎢⎢ ( + ) ( ∂ u2
+ ∂ u2
) ( ∂ u2
+ ∂ u3 ⎥
) (1.17)
2 ∂ x j ∂ xi 2⎢ 1 ∂ x ∂ x ∂ x ∂ x ∂ x ∂ x 2 ⎥
2 2 2 3

⎣ ⎦
∂ u3 ∂ u1 ∂ u3 ∂ u2 ∂ u3 ∂ u3
( ∂x + ∂x ) ( ∂x + ∂x ) ( ∂x + ∂x )
1 3 2 3 3 3

ist ein symmetrischer Tensor (ei j = e ji ). Er ist für die Verformung der Flüssigkeitselemente
und somit für die Reibungsverluste in einer Strömung verantwortlich.
Der Drehgeschwindigkeitstensor
⎡ ⎤
0 ( ∂∂ ux1 − ∂∂ ux2 ) ( ∂∂ ux1 − ∂∂ ux3 )
⎢ 2 1 3 1 ⎥
  ⎢ ⎥
1 ∂ ui ∂ u j 1⎢ ⎥
Ωi j = − = ⎢ ⎢ ( ∂ u2
∂ − ∂ u1
∂ ) 0 ( ∂ u2
∂ − ∂ u3 ⎥
∂ ) ⎥ (1.18)
2 ∂ x j ∂ xi 2⎢ x 1 x 2 x 3 x 2

⎣ ⎦
( ∂∂ ux3 − ∂∂ ux1 ) ( ∂∂ ux3 − ∂∂ ux2 ) 0
1 3 2 3

ist ein antisymmetrischer Tensor (Ωi j = −Ω ji ). Seine Komponenten können als die Kom-
ponenten des Winkelgeschwindigkeitvektors ω  interpretiert werden, mit der sich das
Flüssigkeitsteilchen dreht (Starrkörperrotation, Ω ji = εi jk ωk ). Der Drehgeschwindigkeits-
tensor liefert keinen Beitrag zu den Reibungsspannungen in der Flüssigkeit.

1.5.1 Komponenten des Dehnungsgeschwindigkeitstensors

Betrachtet man ein Linienelement dx mit der Länge ds = |dx| so stellt l = dx/ds bzw.
li = dxi /ds den Einheitsvektor in Richtung dieses Elementes dar:

l
l2
l1
dx
dx2

dx1
Abb. 1.5: Zur Dehnung eines materiellen Linienelementes der Länge ds = |dx|

Die relative Längenänderung pro Zeiteinheit (relative Dehnungsgeschwindigkeit) ist:

1 D(ds)
= ei j li l j . (1.19)
ds Dt
8 1 Kinematik der Flüssigkeiten

Beispiel: dx = ds e1 Linienelement parallel zur x1 -Richtung, d.h. ds = dx1 mit

l = (1, 0, 0)T ⇒ 1 D(dx1 ) = e11 .


dx1 Dt
Analog:
1 D(dx2 ) 1 D(dx3 )
= e22 , = e33 .
dx2 Dt dx3 Dt
Die Diagonalelemente stellen somit die Dehnungsgeschwindigkeiten in den Koordinaten-
richtungen dar.
Betrachte man den Winkel α = ϕ − ϕ  zwischen zwei materiellen Linienelementen dx
und dx mit li = dxi /ds und li = dxi /ds, (wobei ϕ und ϕ  die Winkel zu ein und derselben
Bezugslinie sind) so gilt für die zeitliche Änderung des Winkels α


= −2ei j li l j . (1.20)
Dt
Dies ist ein Maß für die Scherungsgeschwindigkeit zwischen diesen Linienelementen.
Wählt man speziell die Elemente parallel zur x1 - und x2 - Achse:l = (1, 0, 0)T ,l  = (0, 1, 0)T ,
die den rechten Winkel α12 einschließen, so folgt

D(α12 )
= −2e12 ,
Dt
d.h. die Komponente e12 stellt die Hälfte der Geschwindigkeit dar mit der sich der rechte
Winkel ändert. Entsprechend lassen sich die anderen Nichtdiagonalelemente interpretie-
ren.

1.5.2 Hauptachsensystem

Für den symmetrischen Deformationsgeschwindigkeitstensor lassen sich Koordinatenrich-


tungen l finden, in denen der Tensor ei j Diagonalform hat
⎡ ⎤
e(1) 0 0
ˆ ⎣ 0 e(2) 0 ⎦ .
ẽi j =
0 0 e(3)

In dem neuen System tritt keine Scherung auf sondern nur Dehnung und Stauchung in
den Koordinatenrichtungen. e(i) sind die Hauptdehnungsgeschwindigkeiten und l (i) die
zugehörigen Koordinatenrichtungen. Sie erhält man durch Lösen des Eigenwertproblems:

(ei j − eδi j )l j = 0 (1.21)


1.6 Potentialströmungen 9

Das Gleichungssystem (1.21) hat nur dann nicht triviale Lösungen, wenn dessen Koef-
fizientendeterminante gleich Null ist. D.h. zunächst bestimmt man die drei Eigenwerte
(Hauptdehnungen) e(i) aus

det(ei j − eδi j ) = 0 ⇒ −e3 + I1e e2 − I2e e + I3e = 0 (1.22)

mit den Invarianten

1
I1e = eii ; I2e = (eii e j j − ei j ei j ); I3e = det(ei j )
2
⇒ e(1) , e(2) , e(3) .

Danach folgt die Bestimmung der zugehörigen Eigenvektoren (Hauptdehnungsrichtun-


gen) l (i) durch Einsetzen der Eigenwerte in (1.21). Von den drei Gleichungen des Sys-
tems (1.21) ist eine Gleichung von den anderen linear abhängig. Man bestimmt zunächst
(i) (i) (i)
zwei Komponenten, z.Bl1 , l2 vonl (i) . Die dritte Komponente l3 ergibt sich dann durch
Normierung |l (i) | = 1 des Eigenvektors. Analog wird der zweite Eigenvektor zum zwei-
ten Eigenwert bestimmt. Der letzte der drei Eigenvektoren kann über das Kreuzprodukt
bestimmt werden, da die drei Eigenvektoren senkrecht aufeinander stehen und ein Rechts-
system verlangt ist:
(3) (1) (2) l (3) = l (1) ×l (2) .
li = εi jk l j lk bzw. (1.23)

1.6 Potentialströmungen

Für rotationsfreie Strömungsfelder rotu = 0 existiert ein Geschwindigkeitspotential Φ .


Das Geschwindigkeitsfeld u ergibt sich hieraus durch Gradientenbildung

∂Φ
u = ∇Φ bzw. ui = .
∂ xi

Umgekehrt lässt sich die Potentialfunktion Φ durch Integration des Differentials

∂Φ
dΦ = dxi = ui dxi (1.24)
∂ xi

zwischen zwei Punkten längs einer Kurve ermitteln.


10 1 Kinematik der Flüssigkeiten

1.7 Reynoldsches Transporttheorem

Die Axiome der Mechanik sind für materielle Volumina formuliert. Das sind abgegrenzte,
zeitlich veränderliche Volumina die in der Strömung mitschwimmen. Sie bestehen immer
aus denselben materiellen Teilchen. Nur die Form der materiellen Volumina verändert sich
mit der Zeit, siehe Abb. 1.6.

S(t)

V (t)

V (t0 ) t > t0
S(t0 )
Abb. 1.6: Materielles Volumen zur Zeit t0 und t, t > t0

Schreibt man für ein materiellen Teilchen  stellvertretend dessen Impuls als ϕ (x,t) = u
oder dessen kinetische Energie als ϕ (x, t) = u ·u/2, so stellt das materielle Volumenin-
tegral 
ϕ (x, t) dV
V (t)

den Gesamtimpuls oder die gesamte kinetische Energie aller im abgegrenzten zeitlich
veränderlichen Volumen V (t) enthaltenen Teilchen dar. In den Bilanzgleichungen der
Strömungsmechanik wird die zeitliche Änderung dieser materiellen Volumenintegrale
benötigt. Da beide, der Integrand und der Integrationsbereich, zeitlich veränderlich sind,
vereinfacht sich die Berechnung, wenn die Integration über einen raumfesten Bereich
V (Kontrollvolumen) erfolgen kann. Dies gelingt unter Anwendung des Reynoldsschen
Transporttheorems:
  
D ∂ϕ
ϕ dV = dV + ϕ (u ·n) dS . (1.25)
Dt ∂t
V (t) V S

Die linke Seite von (1.25) stellt die zeitliche Änderung des Volumenintegrals über die phy-
sikalische Größe dar. Diese zeitliche Änderung wird auf eine Integration über ein raumfes-
tes Kontrollvolumen V und ein Integral über dessen Oberfläche S zurückgeführt. V und S
fallen zu einem festen Zeitpunkt mit V (t) zusammen. Das Volumenintegral auf der rechten
Seite von (1.25) berücksichtigt die zeitlichen Änderung des Integranden. Integration und
Differentiation können hier vertauscht werden (V ist zeitlich unveränderlich). Das Ober-
flächenintegral auf der rechten Seite von (1.25) trägt der Veränderung (konvektiver Anteil)
1.7 Reynoldsches Transporttheorem 11

des Integrationsbereichs Rechnung. u ·n ist die Normalkomponente der Geschwindigkeit,


mit der ϕ (x, t) über die Kontrollfläche S transportiert wird.
Steht die Dichte  der Flüssigkeit explizit im materiellen Volumenintegral, so gilt eine
weitere Form des Reynoldschen Transporttheorems (siehe Spurk (2004))
 
D Dϕ
ϕ dV =  dV . (1.26)
Dt Dt
V (t) V
12 1 Kinematik der Flüssigkeiten

1.8 Aufgaben zur Kinematik

Aufgabe 1.1. Fluidbeschreibungsweisen und Stromlinien

Die materielle Beschreibung der instationären Bewegung einer Flüssigkeit ist durch die
Bahnlinien
 
x1 (ξ j ,t) = ξ1 eat , x2 (ξ j ,t) = ξ1 1 − e−at + ξ2 e−at
gegeben. a > 0 ist eine dimensionsbehaftete Konstante und t bezeichnet die Zeit.

a) Berechnen Sie die Geschwindigkeitskomponten ui (ξ j , t) in materiellen Koordinaten.


b) Geben Sie die Geschwindigkeitskomponenten ui (x j , t) in Feldkoordinaten an.
c) Zeigen Sie, dass die Strömung inkompressibel ist (siehe (2.6)).
d) Welche Beschleunigung bi (x j , t) erfährt ein Teilchen, dass sich zur Zeit t = 0 im Punkt
(x1 = x10 , x2 = 0) befindet.
e) Geben Sie Differentialgleichungen für die Stromlinien an, wenn in den Gleichungen

ds = dη uk uk gesetzt wird (Kurvenparametertransformation von s auf η ).
f) Berechnen Sie die Stromlinie in Parameterform, die für η = 0 durch den Punkt (x10 , x20 )
verläuft. η ist Kurvenparameter, die Zeit t ist fest.
Hinweis: Berechnen Sie zuerst: x1 (η , t) und dann x2 (η , t).

Geg.: a, ξ1 , ξ2 , x10 , x20 . Lösung auf Seite 161

Aufgabe 1.2. Strom-, Bahn- und Streichlinie

Gegeben ist das Geschwindigkeitsfeld einer ebenen Strömung wobei U, V , ω Konstanten


sind und t die Zeit bezeichnet.
ω 
u1 (x j , t) = U , u2 (x j , t) = V cos x1 − ω t
U
a) Ist das Geschwindigkeitsfeld instationär? Beweis!
b) Berechnen Sie das Beschleunigungsfeld bi (x j , t) der Strömung in der Feldbeschrei-
bungsweise.
c) Zeigen Sie, dass es sich um eine inkompressible Potentialströmung handelt!
d) Berechnen Sie die Stromlinie durch den Punkt (x1 = x10 , x2 = x20 ).
e) Wie lauten die Gleichungen der Bahnlinie des Flüssigkeitsteilchens mit den materiellen
Koordinaten t = 0 : x1 = ξ1 , x2 = ξ2 ?
f) Geben Sie die Bahnlinie in expliziter Form x2 = x2 (x1 ) an. Skizzieren Sie diese quali-
tativ durch einen Punkt (ξ1 = 0, ξ2 = 0) in der (x2 , x1 )-Ebene.
g) Geben Sie die Streichlinien der Teilchen an, die zur Zeit t = t  durch den Ort (y1 , y2 )
gehen. Spezialisieren Sie diese Gleichungen auf y1 = 0, y2 = 0.
Geg.: U, V , ω . Lösung auf Seite 163
1.8 Aufgaben zur Kinematik 13

Aufgabe 1.3. Fluidbeschreibungsweisen, Stromlinien und Streichlinie

Gegeben ist das Geschwindigkeitsfeld u = uex + vey einer ebenen Strömung in kartesi-
schen Koordinaten mit gegebenen dimensionslosen Konstanten U0 , k und ω :

u = U0 cos(ω t) eky cos(kx)


v = U0 cos(ω t) eky sin(kx),

a) Zeigen Sie, dass die Strömung inkompressibel ist.


b) Berechnen Sie die Stromlinie durch den Punkt P(x = π /k, y = 0).
c) Zur Zeit t = 0 wird ein kleines Feststoffteilchen im Punkt P(x = π /k, y = 0) in die
Strömung eingebracht. Das Teilchen bewegt sich mit der Strömung, beeinflusst diese
aber nicht. Bestimmen Sie die Teilchengeschwindigkeit zum Zeitpunkt t = 0.
d) Bestimmen Sie die materielle Beschleunigung des eingebrachten Teilchens in y-Richtung
zur Zeit t = 0 im Punkt P(x = π /k, y = 0).
 
ln(C cos(ax)) ln(C sin(ax))
tan(ax) dx = − , cot(ax) dx = −
a a
Geg.: U0 , k, ω Lösung auf Seite 166

Aufgabe 1.4. Bahnlinie, Dehnungsgeschwindigkeit und Potentialströmung

Gegeben sind die Komponenten des ebenen Geschwindigkeitsfeldes einer instationären


Strömung
u1 = at x1 , u2 = −at x2 .
t ist die Zeit mit der Dimension Sekunde, [t] = s und a eine dimensionsbehaftete Konstate
mit [a] = s−2 . Die Ortskoordinaten xi haben die Dimension Meter, [xi ] = m.
a) Wie lautet die Parameterdarstellung der Bahnlinie des Flüssigkeitsteilchens mit den
materiellen Koordinaten x(t = 0) = ξ (ξ1 , ξ2 )?
b) Wie lautet die Bahnlinie in parameterfreier Form? Skizzieren Sie die Bahnlinie für ein
Teilchen mit materiellen Koordinaten ξ1 > 0, ξ2 > 0.
c) Wie lautet die Stromlinie durch den Punkt (x10 , x20 ) in expliziter Form?
d) Ermitteln Sie die Komponenten ei j des Dehnungsgeschwindigkeitstensors.
e) Berechnen Sie die Dehnungsgeschwindigkeit eines Linienelementes ds in Bahnrich-
tung im Punkt P(1 m, 1 m).
f) Handelt es sich um eine Potentialströmung? Beweis!
Lösung auf Seite 167
14 1 Kinematik der Flüssigkeiten

Aufgabe 1.5. Dehnungsgeschwindigkeit und implizite Stromlinie

Von einer stationären, inkompressiblen Strömung ist die Komponente u1 des ebenen Ge-
schwindigkeitsfeldes (u3 = 0) gegeben. A ist eine dimensionsbehaftete Konstante.

u1 (x1 , x2 ) = A(x12 − x22 )

a) Berechnen Sie die Geschwindigkeitskomponente u2 (x1 , x2 ) mit Hilfe der Kontinuitäts-


gleichung. Bestimmen Sie die auftretende Integrationskonstante so, dass die x1 −Achse
nicht durchströmt wird.
b) Prüfen Sie, ob es sich um eine Potentialströmung handelt.
c) Wie groß sind die Dehnungsgeschwindigkeiten der Koponenten dx1 und dx2 des Li-
nienelements dx ? Mit welcher Rate ändert sich der rechte Winkel zwischen diesen
Linienelementen?
d) Wie groß ist der Volumenstrom V̇ pro Längeneinheit der x3 -Richtung durch die x2 −Achse
zwischen x2 = 0 und x2 = L?
e) Geben Sie die Differentialgleichung der Stromlinien in der parameterfreien Form an.
f) Schreiben Sie die Differentialgleichungen der Stromlinien als exakte Differentialglei-
chung, d.h. in der folgenden Form

∂F ∂F
dx1 + dx2 = 0,
∂ x1 ∂ x2

und berechnen Sie die Funktion F(x1 , x2 ) = konst. welche eine implizite Darstellung
der Stromlinien ist.
Geg.: A, L. Lösung auf Seite 168

Aufgabe 1.6. Kinematik, Eigenwertproblem zu den Hauptspannungen

Für eine Kontinuumsbewegung lauten die Komponenten des Geschwindigkeitsvektors u


bezüglich eines kartesischen Koordinatensystems wobei a = konst. und Ω = Ω (t)

u1 = Ω (ax3 − x2 )
u2 = Ω x1
u3 = 0.

a) Zeigen Sie, dass es sich um eine volumenbeständige Strömung handelt.


b) Ist die Strömung rotationsfrei?
c) Bestimmen Sie die Komponenten des Deformationsgeschwindigkeitstensors.
d) Ermitteln Sie die Eigenwerte und Eigenvektoren des Deformationsgeschwindigkeits-
tensors.
Lösung auf Seite 170
Kapitel 2
Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

2.1 Kontinuitätsgleichung

Die Masse m eines materiellen Volumens V (t), welches aus ein und denselben Flüssig-
keitsteilchen besteht, bleibt zeitlich konstant

Dm
=0 mit m=  dV . (2.1)
Dt
V (t)

Mit Hilfe des Reynoldschen Transporttheorems (1.25) (ϕ =  gesetzt) ergibt sich die In-
tegralform der Kontinuitätsgleichung für ein raumfestes Volumen V mit der Oberfläche S
zu
  
D ∂
 dV = dV + (u ·n) dS = 0 . (2.2)
Dt ∂t
V (t) V S

Das zeitlich konstante Volumenintegral auf der rechten Seite ist die Summe der loka-
len zeitlichen Änderung der Dichte im Kontrollvolumen. Integration und Differentiation
können vertauscht werden, da es sich um ein zeitlich unveränderliches raumfestes Volu-
men handelt. Das Oberflächenintegral stellt den Fluss der Masse, also den Massenstrom ṁ
über die Kontrollfläche dar.
Mit dem Gaußschen Integralsatz (A.10) auf Seite 292 lässt sich das Oberflächenintegral in
(2.2) in ein Volumenintegral überführen und man erhält so
  
∂
+ div (u) dV = 0 . (2.3)
∂t
V

Da das materielle Volumen V (t) aus einem Kontinuum beliebig groß gewählt werden kann
gilt (2.3) für jeden Integrationsbereich. Bei vorausgesetzter Stetigkeit des Integranden folgt
nach einem Satz der Variationsrechnung, dass der Integrand identisch verschwindet und

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H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3_2
16 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

wir erhalten die Kontinuitätsgleichung in differentieller Form

∂ ∂ ∂
+ div (u) = 0 bzw. + (ui ) = 0 . (2.4)
∂t ∂ t ∂ xi

Die Verwendung der materiellen Ableitung (1.12) führt auf die Form

D D ∂ ui
+ ∇ ·u = 0 bzw. + = 0. (2.5)
Dt Dt ∂ xi

Eine Strömung ist inkompressibel, wenn

D
=0 (2.6)
Dt
gilt, d.h. die Dichte  eines Flüssigkeitsteilchens ändert sich nicht längs seiner Bahn (nicht
zu verwechseln mit  = konst.!). Aus (2.5) ergibt sich hieraus die Äquivalenz zu

∂ ui
∇ ·u = 0 bzw. = 0. (2.7)
∂ xi

Ist die Dichte  homogen, so gilt im ganzen Strömungsfeld

∇ = 0 d. h.  = konst. . (2.8)

In stationärer Strömung git


∂
= 0. (2.9)
∂t
In stationärer Strömung gilt nicht unbedingt

D
= 0.
Dt

2.2 Impulssatz

In allen Bezugssystemen die sich gleichförmig gradlinig also nicht beschleunigt gegenein-
ander bewegen, gelten die Newtonschen Gesetze der klassischen Mechanik. Solche Syste-
me bezeichnet man als Inertialsysteme. In einem beschleunigten zum Beispiel rotierenden
System gilt das nicht mehr. Hier sind die auftretenden Scheinkräfte zu berücksichtigen,
siehe Kapitel 2.4. Ist das zugrunde gelegte Bezugssystem ein Inertialsystem, so entspricht
die zeitliche Änderung des Impulses I eines Körpers der auf den Körper wirkenden resul-
tierenden Kraft F:
DI 
=F. (2.10)
Dt
2.2 Impulssatz 17

Für ein materielles Volumen V (t) gilt:


  
I = u dV, F = k dV + t dS
V (t) V (t) S(t)

  
D
⇒ u dV = k dV + tdS . (2.11)
Dt
V (t) V (t) S(t)
k ist der Massenkraftvektor, t ist der Spannungsvektor (Kraft pro Flächeneinheit). Die
Anwendung des Reynoldschen Transporttheorems (1.25) liefert die Integralform des Im-
pulssatzes für ein raumfestes Kontrollvolumen V :
   
∂ (u)
dV + u(u ·n) dS = k dV + t dS . (2.12)
∂t
V S V S

Auf der linken Seite von (2.12) stellt das Volumenintegral die Summe der lokalen zeitli-
che Änderung des Impulses im Kontrollvolumen dar. Das Oberflächenintegral stellt den
Impulsfluss über die Grenzen des Kontrollvolumens dar. Das erste Integral auf der rechten
Seite von (2.12) liefert die Summe der Volumenkräfte auf die Flüssigkeit. In dieser Auf-
gabensammlung entspricht k überwiegend der Erdbeschleunigung g (k = g). Das zweite
Integral repräsentiert die Oberflächenkräfte auf die Flüssigkeit im betrachteten Kontroll-
volumen V . Der Spannungsvektor t hängt im Allgemeinen vom Ort x, von der Zeit t und
vom Normalenvektor n des Flächenelements dS am Ort x ab, t =n · T(x,t).
T(x,t) ist der Spannungstensor, ein Tensor 2. Stufe: T = τi jeie j , in Indexnotation T =
ˆ τi j ,
in Matrizenform ⎛ ⎞
τ11 τ12 τ13
ˆ ⎝ τ21 τ22 τ23 ⎠ .
τi j =
τ31 τ32 τ33
Der Spannungstensor wird in Kapitel 3 Materialgleichungen erläutert. Die differentielle
Form des Impulssatzes ergibt sich, wie bei der Kontinuitätsgleichung, durch Anwendung
des Gaußschen Integralsatzes auf Gleichung (2.11) mit t =n · T(x,t) zu

Du Dui ∂ τ ji
 = k + ∇ · T bzw.  = ki + . (2.13)
Dt Dt ∂xj

Diese Gleichung wird als Cauchysche Bewegungsgleichung bezeichnet und ist eine Ver-
allgemeinerung des 2. Newtonschen Gesetztes.
18 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

2.3 Drallsatz

Im Inertialsystem ist die zeitliche Änderung des Dralls D eines Körpers gleich dem durch
Volumen- und Oberflächenkräfte auf den Körper wirkenden Moment M. 

D(D) 
= M, (2.14)
Dt
mit
  
D = x × (u) dV,  =
M x × (k) dV + x ×t dS
V (t) V (t) S(t)

  
D
⇒ x × (u) dV = x × (k)dV + x ×t dS (2.15)
Dt
V (t) V (t) S(t)

Die Anwendung des Reynoldschen Transporttheorems (1.25) liefert die Integralform des
Drallsatzes für ein raumfestes Kontrollvolumen V
   

[x × (u)] dV + x × (u)(u ·n) dS = x × (k) dV + x ×t dS . (2.16)
∂t
V S V S

Die Deutung der Integrale erfolgt analog zum Impulssatz. Das Volumenintegral auf der
linken Seite stellt die Summe der lokalen zeitlichen Änderung des Dralles im Kontroll-
volumen dar. Das Oberflächenintegral repräsentiert die Konvektion des Dralles über die
Grenzen des Kontrollvolumens. Das erste Integral auf der rechten Seite ist das Moment
der Volumenkräfte, das zweite stellt das Moment der Oberflächenkräfte auf das Kontroll-
volumen dar.
Schreibt man Gleichung (2.16) in Indexnotation und wendet dann den Gaußschen Inte-
gralsatz an, so ergibt sich die differentielle Form“ des Drallsatzes zu

εi jk τ jk = 0 ⇒ τ jk = τk j . (2.17)

Die differentielle Form ist also gleichbedeutend mit der Symmetrie des Spannungstensors!

2.4 Impuls- und Drallsatz im beschleunigten Bezugssystem

Der Impuls- und Drallsatz in der bisherigen Form sind nur in einem Inertialsystem gültig.
Beschreibt man Vorgänge in einem beschleunigt bewegten Bezugssystem, z.B. in einem
Koordinatensystem das fest mit dem Laufrad einer Turbomaschine verbunden ist, so sind
aufgrund der Rotation die Scheinkräfte hinzuzufügen. Wir betrachten ein beschleunigtes
2.4 Impuls- und Drallsatz im beschleunigten Bezugssystem 19

Bezugssystem B das sich im Abstand r(t) von einem raumfesten Inertialsystem I mit der
˙ translatorisch bewegt und mit der Winkelgeschwin-
Führungsgeschwindigkeit v(t) = r(t)

digkeit Ω (t) dreht. Für ein materielles Teilchen mit dem Ortsvektor y(t) im Inertialsystem

 ×x
Ω c(t)
 (t)
Ω
w(t) v(t)
x(t)
B  ×x
Ω
c(t)
y(t)
v(t) w(t)
I
r(t)

Abb. 2.1: Bewegtes Bezugssystem

und dem Ortsvektor x(t) im bewegten System, gilt folgendes: Bewegt sich das Teilchen
mit der Relativgeschwindigkeit w(t) = [Dx/Dt]B im bewegten System, so ist seine Abso-
lutgeschwindigkeit c(t) = [Dy/Dt]I im Inertialsystem: (siehe Abbildung 2.1)

 ×x +v .
c = w + Ω (2.18)

 ×x ist die durch die Drehung des Koordinatensystems erzeugte Umfangsgeschwindig-
Ω
keit des Teilchens. Darüber hinaus gilt für den Ortsvektor x, wie auch für jeden beliebigen
anderen Vektor:    
Dx Dx  ×x .
= +Ω (2.19)
Dt I Dt B
Differenziert man (2.18) nach der Zeit und wendet (2.19) an, so ergibt sich die Beschleu-
nigung im Absolutsystem zu
     
Dc Dw D 
Ω
=  × w + Ω
+ 2Ω  × (Ω
 ×x) + ×x +a , (2.20)
Dt I Dt B Dt
B

mit a = [Dv/Dt]I als Führungsbeschleunigung.


20 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

2.4.1 Impulssatz im beschleunigten Bezugssystem

Wird in der Cauchyschen Bewegungsgleichung (2.13) der Beschleunigungsterm Du/Dt


durch (2.20) ersetzt so ergibt sich der Impulssatz im beschleunigten Bezugssystem in dif-
ferentieller Form zu

     
Dw   

    
= k + ∇ · T − a + 2Ω × w + Ω × Ω ×x +  ×x . (2.21)
Dt B Dt
B

Die auf der rechten Seite in Klammern auftretenden Ausdrücke stellen die Scheinkräfte
dar:
• Führungskraft: −a
• Corioliskraft: −2Ω  × w
 
• Zentrifugalkraft: −Ω × Ω  ×x

Bei zeitlich konstanter Drehung des Bezugssystems, die in dieser Aufgabensammlung


durchweg vorausgesetzt wird, ist DΩ /Dt = 0 .
Der Impulssatz in integraler Form für das beschleunigte Bezugssystem ergibt sich aus
Gleichung (2.11) indem dort u durch die Absolutgeschwindigkeit c ersetzt wird. Weiter
erhält man mit Gleichung (2.19) und unter Anwendung des Reynoldschen Transporttheo-
rems

⎡ ⎤
    
∂ ⎣ ⎦  
c dV + c (w ·n) dS + Ω × c dV = k dV + t dS . (2.22)
∂t
V B S V V S

In den Anwendungen, z.B. bei Turbomaschinen, wird häufig nur die Komponente in Dreh-
richtung eΩ = Ω /|Ω | der Maschine gebraucht. Ist die Strömung im beschleunigten Be-
zugssystem stationär, die Führungsgeschwindigkeit v = konst. und spielen die Volumen-
kräfte keine Rolle, so folgt aus (2.22) die oft benutzte Form
 
eΩ ·c (w ·n) dS = eΩ ·t dS . (2.23)
S S

Auf der linken Seite tritt im Integral die Relativgeschwindigkeit w auf, da der Impuls im
beschleunigten System mit der Normalkomponente w ·n über die Berandung des Kontroll-
volumens transportiert wird.
2.4 Impuls- und Drallsatz im beschleunigten Bezugssystem 21

2.4.2 Drallsatz im beschleunigten Bezugssystem

Der Drallsatz im beschleunigten Bezugssystem ergibt sich auf analogem Wege, wie im
Falle des Impulssatzes, aus Gleichung (2.15) zu
⎡ ⎤
  
⎣ ∂ ⎦ 
(x × (c)) dV + x × (c)(w ·n) dS + Ω × x × (c) dV
∂t
V B S V
 
= x × (k) dV + x ×t dS . (2.24)
V S

Ist die Strömung im beschleunigten Bezugssystem stationär, so entfällt das erste Integral
auf der linken Seite. Liegt in der betrachteten Anwendung keine Unwucht vor, was wir hier
immer voraussetzen, so ist auch der dritte Term auf der linken Seite Null (Ω parallel zum

Drall D). Volumenkräfte liefern in unseren Anwendungen keinen Beitrag zum Moment,
sie sind auch bei ruhender Maschine vorhanden.
Unter diesen getroffenen Vereinfachungen erhält man die für die Anwendungen wichtige
Form des Drallsatzes in Drehrichtung:
 
eΩ · (x ×c)(w ·n) dS =eΩ · x ×t dS . (2.25)
S S

2.4.3 Anwendung des Drallsatzes im Turbomaschinenbau

Die Anwendung von (2.25) auf das Leit- oder Laufrad einer Turbomaschine liefert die für
den Turbomaschinenbau wichtige Eulersche Turbinengleichung. Wir betrachten zunächst
das feststehende Leitrad einer Radialmaschine, welches von innen (Eintrittsfläche Ae ) nach
außen (Austrittsfläche Aa ) von Flüssigkeit durchströmt wird. Die Schaufeln lenken dabei
die Strömung um, so dass ein Moment auf die Flüssigkeit aufgebracht wird. Der Übersicht-
lichkeit halber sind in Abb. 2.2 nur drei Schaufeln skizziert. Das feststehende Leitrad ist
ein Inertialsystem, so dass in (2.25) nur die Absolutgeschwindigkeitc auftritt. Die Auswer-
tung von (2.25) erfolgt bezüglich der gestrichelt gezeichneten geschlossenen Oberfläche
S des Kontrollvolumens, S = Ae + SW + Aa . Das Integral über die benetzten Wandflächen
SW auf der rechten Seite von (2.25) liefert das Moment M des Leitrades auf die Flüssigkeit.
22 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

n

craer
cuaeu
Sw
α
ca
re

ce

ra
Ae
n

Aa

Abb. 2.2: Leitrad

 
eΩ · (x ×c)(c ·n) dS +eΩ · (x ×c) (c ·n) dS
  
Ae +Aa SW =0
 
=eΩ · x ×t dS +eΩ · x ×t dS . (2.26)
Ae +Aa SM
     
=0 =M

Hieraus folgt die Eulersche Turbinengleichung zu:

M = ṁ(ra cua − re cue ) . (2.27)

ṁ ist der Massenstrom durch das Leitrad. cue bzw. cua sind die Umfangskomponenten
der Geschwindigkeiten auf der Eintritts- (Ae ) bzw. Austrittsfläche (Aa ). Der dazugehörige
Drall ra cua bzw. re cue ergibt sich aus dem Spatprodukt eΩ · (x ×c) = (eΩ ×x) ·c = r cu .
Voraussetzung für den Übergang von (2.26) zu (2.27) sind homogene (räumlich konstante)
Strömungsverhältnisse (genügend dicht stehende Schaufeln) auf den Flächen Ae und Aa .
Diese Flächen müssen außerdem Rotationsflächen sein (⇒eΩ · (x ×t) = 0).
Das sich mit der Winkelgeschwindigkeit Ω  drehende Leitrad ist kein Inertialsystem son-
dern ein beschleunigtes Bezugssystem. Neben der Absolutgeschwindigkeitc tritt nun auch
 ×x.
die Relativgeschwindigkeit w in (2.25) auf, c = w + Ω
2.4 Impuls- und Drallsatz im beschleunigten Bezugssystem 23

er

eϕ wa


Ω u
ra βa

αa
re
ca
ce

Abb. 2.3: Laufrad

Die Herleitung der Eulerschen Turbinengleichung für das Laufrad führt, analog zum
Leitrad, wieder auf
M = ṁ(ra cua − re cua ) . (2.28)
Die Umfangskomponenten der Absolutgeschwindigkeiten ergeben sich zu

 ×x) ·eϕ
cu = c ·eϕ = (w + Ω (2.29)
⇒ cu = wu + u , (2.30)

wobei wir u in Drehrichtung positiv zählen (was in der Literatur nicht einheitlich ist).
Die Leistung P eines Laufrades ergibt sich mit (2.28) zu

P = Ω ṁ (ra cua − re cue ) . (2.31)

Wird der Flüssigkeit Leistung zugeführt (Pumpe) so ist PP = P > 0, wird der Flüssigkeit
Leistung entzogen (Turbine) so ist PT = −P < 0 zu zählen.

In der Abb.: 2.3 bezeichnet der Winkel αa den Winkel zwischen radialer Richtung und
Absolutgeschwindigkeit ca . Der Winkel βa ist der Winkel zwischen radialer Richtung und
der Relativgeschwindigkeit wa . Entsprechendes gilt für die Zuströmung am Schaufelein-
tritt (e). In den Aufgaben wird der Begriff stoßfreie Strömung verwendet. Damit ist ge-
24 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

meint, dass die Strömung tangential zur Schaufelvorder- bzw. Schaufelhinterkante also
verlustfrei verläuft.
Die Herleitung der Eulerschen Turbinengleichung lässt sich auf Axialmaschinen unmit-
telbar übertragen. Die Rolle der radialen Richtung wird dabei von der axialen Richtung
übernommen.

2.5 Energiegleichung

Die Gesamtenergie eines materiellen Volumens V (t) ist die Summe seiner inneren Energie
E und seiner kinetischen Energie K:
 
u ·u
E= e dV , K=  dV . (2.32)
2
V (t) V (t)

Die zeitliche Änderung der Gesamtenergie ist gleich der Leistung P der Volumen- und
Oberflächenkräfte welche auf dieses Volumen wirken:
 
P= u · (k) dV + u ·t dS . (2.33)
V (t) S(t)

Zusammen mit der pro Zeiteinheit in das Volumen strömende Energie, in diesem Buch als
Wärmestrom 
Q̇ = − q ·n dS (2.34)
S(t)

bezeichnet, erhält man


D
(K + E) = P + Q̇ . (2.35)
Dt
Durch Anwendung des Reynoldschen Transporttheorems auf (2.35) erhält man die Ener-
giegleichung in integraler Form zu
     
∂ u ·u u ·u
+ e  dV + + e (u ·n) dS
∂t 2 2
V S
  
= u · (k) dV + u ·t dS − q ·n dS . (2.36)
V S S

Unter Berücksichtigung der Schreibweise des Spannungstensors t =n · T bzw. ti = n j τ ji


können die Oberflächenintegrale in (2.36) wieder mit dem Gaußschen Integralsatz in Vo-
lumenintegrale umgewandelt werden und man erhält, unter Verwendung der Indexschreib-
weise, die Energiegleichung in differentieller Form zu:
2.5 Energiegleichung 25

Dui De ∂ τ ji ∂ ui ∂ qi
ui + − ui ki − ui − τ ji + = 0. (2.37)
Dt Dt ∂xj ∂ x j ∂ xi
 
Dui ∂ τ ji De ∂ ui ∂ qi
⇒ ui  − ki − = − + τ ji − (2.38)
Dt ∂xj Dt ∂ x j ∂ xi
  
=0

Auf der linken Seite steht in Klammern die Cauchysche Bewegungsgleichung (2.13), sie
ist identisch erfüllt. Man gelangt so zur differentiellen Energiegleichung in der Form

De ∂ ui ∂ qi
⇒  = τ ji − . (2.39)
Dt ∂ x j ∂ xi

(2.39) stellt in gewissem Sinne die Verallgemeinerung des ersten Hauptsatzes der Ther-
modynamik dar (de = δ w + δ q). Die Änderung der inneren Energie ist gleich der Summe
aus verrichteter Arbeit und der zu- bzw. abgeführten Wärme.
26 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

2.6 Aufgaben zu den Bilanzgleichungen

Aufgabe 2.1. Zwei sich treffender Strahlen

Zwei ebene Flüssigkeitsstrahlen treffen aufeinander und bilden in der skizzierten Weise
einen gemeinsamen neuen Strahl. Von den aufeinander treffenden Flüssigkeitsstrahlen sind
die Geschwindigkeiten u1 , u2 und die dazu gehörigen Massenströme ṁ1 , ṁ2 gegeben.
Die Strömung ist stationär und reibungsfrei, die Dichte  der Flüssigkeit ist konstant. Der
Umgebungsdruck p0 ist ebenfalls konstant. Die Geschwindigkeiten an den Stellen [1], [2]
und [a] können über die Strömungsquerschnitte als konstant angenommen werden.
a) Berechnen Sie den Winkel α zwischen der Geschwindigkeit ua = ua ea und der x1 -
Achse (in Abhängigkeit der gegebenen Größen) für den Fall, dass p0 = 0 gilt.
b) Geben Sie den Geschwindigkeitsbetrag ua des resultierenden Strahls für den Fall p0 = 0
an.
c) Was ändert sich im Teil a), wenn der Umgebungsdruck p0 = konstant, aber p0 = 0 ist?
Begründen Sie Ihre Antwort rechnerisch.
Geg.: u1 , ṁ1 , u2 , ṁ2 .

Lösung auf Seite 172


2.6 Aufgaben zu den Bilanzgleichungen 27

Aufgabe 2.2. Schwebende Kugel in Brunnen

z
g
ua
α
p0 = 0
Kugel
G a

R
b
Sockel

ue

Bei einem Kugelbrunnen schwimmt eine Granitkugel (R = 0, 525 m, G = 2970 kg/m3 )


auf einem Basisstein (Sockel). Die Kugel wird von einem Wasserfilm (W = 1000 kg/m3 )
getragen und kann dadurch leicht bewegt werden.
Der Zulauf hat einen Durchmesser d = 2 × 10−2 m. Der Betrag der Eintrittsgeschwindig-
keit ist ue = |ue | = 3, 95 m/s. Die Spaltbreite zwischen Kugel und Sockel ist a = 4 × 10−4 m.
Die Abströmung auf der Spaltbreite erfolgt tangential zur Kugeloberfläche und bildet mit
dem Sockel den Winkel α (siehe Skizze). Zur Vereinfachung können auf der Ein- und
Austrittsfläche die Geschwindigkeiten und der Druck näherungsweise als konstant ange-
sehen werden. Die Gewichtskraft und die Viskosität des Wassers können vernachlässigt
werden.
a) Wie groß ist der Volumenstrom V̇ durch den Brunnen?
b) Bestimmen Sie den Winkel α .
c) Bestimmen Sie die z-Komponente uaz der Austrittsgeschwindigkeit ua .
d) Die Kraft auf den Sockel (FFl→S = Fz ez ) ist gegeben. Berechnen Sie den erforderlichen
Druck pe am Eintritt.
e) Welche Leistung P muss einer verlustfreie Pumpe zugeführt werden, damit diese den
Volumenstrom V̇ durch den Brunnen pumpen kann?
Geg.: p0 = 0, R = 0, 525 m, G = 2970 kg/m3 , W = 1000 kg/m3 , b = 0, 9866 m,
d = 2 × 10−2 m, a = 4 × 10−4 m, ue = 3, 95 m/s, g = 9, 81 m/s2 , Fz = −17637 N.

Lösung auf Seite 173


28 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

Aufgabe 2.3. Blutströmung in Aorta

Zur Untersuchung der Auswirkung der menschlichen Blutströmung auf das Herz-Kreislauf-
System ist ein Nachbau einer Hauptschlagader (Aorta) gezeigt. Das Modell wird dabei mit
Flüssigkeit konstanter Dichte  stationär durchströmt. Das Fluid strömt an der Stelle 0l
in Umfangsrichtung in den Aortenbogen (mittlerer Radius R) ein. Die Geschwindigkeit
ist dort U0 und der Druck p0 . In der absteigenden Aorta (Stelle 1l) tritt die Strömung
in negative y-Richtung mit der Geschwindigkeit u1 = 34 U0 und dem unbekannten Druck
p1 aus. Zur Nachbildung der Halsschlagader ist an der Stelle 2lebenfalls ein Auslass
mit noch unbekannter Geschwindigkeit u2 in y-Richtung und gegebenem Druck p2 . Die
Ein- und Austrittsflächen sind jeweils kreisrund mit den Durchmessern d0 = d1 = D und
d2 = D/2. Die Wandinnenfläche des Aortenmodells sei SW . Die Geschwindigkeiten und
Drücke über den Ein- und Austrittsquerschnitten können näherungsweise als konstant an-
genommen werden. Volumenkräfte sind zu vernachlässigen. Die Strömung ist stationär.
a) Berechnen Sie die Geschwindigkeit u2 .
b) Berechnen Sie das Moment M FL→SW von der Flüssigkeit auf die Wandinnenfläche des
Aortenmodells.
Geg.: , p0 , p2 , U0 , D, d, R.

Lösung auf Seite 174


2.6 Aufgaben zu den Bilanzgleichungen 29

Aufgabe 2.4. Wasserwerfer

Der skizzierte Wasserwerfer ist über eine Schraubverbindung an den Tank im Heckbe-
reich eines Fahrzeugs angeflanscht. Das Wasser (Dichte  = konst.) tritt aus dem Tank
in den Wasserwerfer ein (Eintrittsquerschnitt 3l, Rohrinnendurchmesser D3 ). Über den
Eintrittsquerschnitt ist die Geschwindigkeit u3 konstant und der Druck gleich p3 . Der Um-
gebungsdruck ist p0 = 0 zu setzen. Die Geschwindigkeitsprofile am Rand der Rohraustritte
1lund 2lmit den Radien R1 und R2 werden durch die Gleichungen
   
r2 r2
u1 (r) = Umax1 1 − 2 , u2 (r) = Umax2 1 − 2 (2.40)
R1 R2

beschrieben. Die Strömung ist stationär. Volumenkräfte sind vernachlässigbar.


a) Bestimmen Sie die Massenströme ṁ1 an der Stelle 1lund ṁ2 an der Stelle 2l, sowie
den gesamten Massenstrom ṁges .
b) Berechnen Sie die Kräfte die von der Strömung auf den Wasserwerfer in x-, y- und
z-Richtung ausgeübt werden.
c) Berechnen Sie das resultierende Moment in z-Richtung Mz , das auf den Flansch wirkt.

Geg.: , k1 , k2 , k3 , R1 , R2 , Umax1 , Umax2 , p0 = 0, p3 , u3 , D3 .

Lösung auf Seite 176


30 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

Aufgabe 2.5. Kolbenbewegung in Zylinder

US
AS p0 = 0

r Kolben
V F
AK
z

 = konst.

US

Zylinder

In dem dargestellten Zylinder befindet sich reibungsfreie Flüssigkeit konstanter Dichte


. Der Kolben wird mit der Kraft F = −Fez belastet. Er bewegt sich hierdurch mit der
Geschwindigkeit u = −Vez in den Zylinder und verdrängt die im Zylinder befindliche
Flüssigkeit welche durch den Ringspalt mit AS austritt. Die Kraft F und die sich ein-
stellende unbekannte Geschwindigkeit V sind konstant. Volumenkräfte treten nicht auf,
Wärmeleitung ist zu vernachlässigen. Die innere Energie ist in inkompressibler reibungs-
freier Flüssigkeit konstant.
a) Geben Sie den Zusammenhang zwischen der Kolbengeschwindigkeit V und der Aus-
trittsgeschwindigkeit US an.
b) Zeigen Sie mit der Energiegleichung, dass die Änderung der kinetischen Energie
(DK/Dt) der Flüssigkeit im Zylinder gleich der Leistung ist, die der Kolben der Flüssig-
keit zuführt.
c) Da die Ringspaltfläche AS sehr klein gegen die Kolbenfläche AK (AS  AK ) ist, kann
die lokale zeitliche Änderung der kinetischen Energie vernachlässigt werden:

∂ u ·u
 dV ≈ 0. (2.41)
∂t 2
V

Berechnen Sie mit Hilfe des Reynoldsschen Transporttheorems die Änderung der ki-
netischen Energie der Flüssigkeit im Zylinder als Funktion der Kolbengeschwindigkeit
V.
d) Bestimmen Sie die Geschwindigkeit V des Kolbens infolge der Kraft F aus der Bilanz
der Energie.
Geg.: , p0 = 0, AK , AS , F. Lösung auf Seite 178
2.6 Aufgaben zu den Bilanzgleichungen 31

Aufgabe 2.6. Rotierender Zerstäuber

Draufsicht
y Spray
α
∅D
A
x
Ω L B
uD

Seitenansicht
n × ∅d
z

A x
∅D

uD Wasseranschluss

Ein industrielles Kühlsystem besteht aus einem horizontalen Rohr und aus einem Zerstäuber
(B) (siehe oberen Ausschnitt). Das Rohr hat die Länge L, den inneren Durchmesser D und
ist im Punkt A drehbar gelagert. Der Zerstäuber beinhaltet eine Platte mit n Bohrungen des
Durchmessers d. Das gesamte System kann sich im Lager A in der horizontalen Ebene dre-
hen. Das Wasser (Dichte ) durchströmt das Rohr mit konstanter Geschwindigkeit uD und
tritt durch den Zerstäuber nach außen. Die Strömung ist reibungsfrei. Volumenkräfte sind
zu vernachlässigen. Der Umgebungsdruck ist p0 = 0.
a) Wie groß ist die Geschwindigkeit ud des Wassers in jedem Strahl, der durch die Boh-
rungen im Zerstäuber ausgestoßen wird.
b) Berechnen Sie die Kraft die die Strömung auf das Kühlsystem (Rohr + Zerstäuber) in
der (x, y) - Ebene ausübt, wenn das System sich nicht dreht.
c) An irgendeinem Zeitpunkt wird das System freigegeben, so dass es sich in der (x, y) -
Ebene drehen kann. Das Moment M der Reibungskräfte im Lager A ist gerade so groß,
dass sich das System mit konstanter Winkelgeschwindigkeit Ω dreht. Berechnen Sie
diese Winkelgeschwindigkeit Ω . Hinweis: L ist sehr viel größer als die Abmessungen
des Zerstäubers, so dass bei der Auswertung der Integrale über die Flächen mit den
mittleren Größen gerechnet werden kann.
Geg.: , p0 = 0, D, uD , L, d, n, M, α .
Lösung auf Seite 179
32 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

Aufgabe 2.7. Flügelgrenzschichtbeeinflussung durch Plasma-Aktuator

ṁCD
u1 = U0 D C u1 = uBC (x2 )

Ansaugung
x2 Wandstrahl δ
x1 δ∗
A B

Die Dichte  der Luftströmung ist konstant. Außer der Aktuatorkraft FAk→L sind Volumen-
kräfte vernachlässigbar. Die Strömung soll als eben betrachtet werden.
Zunächst soll die unbeeinflusste Strömung (ohne Aktuator) untersucht werden. Infolge
der Reibung stellt sich auf der Abströmseite des Kontrollvolumens (Fläche BC) für die
u1 -Komponente des Geschwindigkeitsfeldes folgendes Geschwindigkeitsprofil ein:


⎨U0 für x2 > δ
uBC (x2 ) =   2  (2.42)

⎩U0 1 − x2 − 1 für 0 ≤ x2 ≤ δ
δ

a) Wie groß ist der Massenstrom ṁCD pro Tiefeneinheit, der das Kontrollvolumen über die
Fläche CD verlässt?
b) Bestimmen Sie die Reibungskraft, d.h. die x1 -Komponente (F1L→P ) der Kraft FL→P , die
von der Luft auf die Platte wirkt.

Zur Grenzschichtstabilisierung wird nun ein Plasma-Aktuator verwendet, der Luft aus
der Umgebung ansaugt und in Form eines wandparallelen Strahl wieder abgibt. Durch
den Aktuator wirkt nun zusätzlich eine Volumenkraft FAk→L auf die Luft im Kontrollvo-
lumen. Die Reibungskraft von der Luft auf die Platte hat sich durch die erhöhte Scherra-
te verdoppelt zu F1∗L→P = 2F1L→P . Der Massenstrom über die Fläche CD halbiert sich zu
ṁ∗ = 12 ṁCD . Im gegebenen Geschwindigkeitsprofil ist δ durch δ ∗ zu ersetzen.
CD

c) Bestimmen Sie nun die neue Dicke δ ∗ der Grenzschicht.


d) Welche Kraft in x1
-Richtung wurde vom Aktuator auf die Strömung ausgeübt?
Hinweis: Es gilt: kdV = F Ak→L
(V )

Geg.: p0 , , U0 , δ .

Lösung auf Seite 181


2.6 Aufgaben zu den Bilanzgleichungen 33

Aufgabe 2.8. Strömung durch unendliches Gitter

x2
a

U
a e
x1

Ein in die x2 -Richtung unendlich ausgedehntes Gitter wird parallel zu seinen Schaufeln
mit der Geschwindigkeit U  von Flüssigkeit konstanter Dichte  durchströmt. Die Schau-
feln des Gitters bilden mit der x1 -Richtung den Winkel α und können als unendlich dünn
angenommen werden. Die Strömung ist eben, stationär, reibungsbehaftet und bezüglich
der Gitterteilung b periodisch.
In einiger Entfernung vom Gitter sind Zuströmung ue = U  (Stelle elin obiger Skizze)
l
und Abströmung ua (Stelle a ) als konstant anzusehen.
Es wird angenommen, dass die Kraft auf eine Schaufel durch F = |F|(cos α e1 + sin α e2 )
pro Tiefeneinheit (senkrecht zur Zeichenebene) gegeben ist. Der Druck pe der Zuströmung
ist ebenfalls bekannt.

a) Berechnen Sie die Geschwindigkeitskomponente u1a der Abströmung in die x1 -Richtung.


b) i) Berechnen Sie für die gegebene Kraft F den Druck pa der Abströmung.
ii) Berechnen Sie die Differenz u2e − u2a der Geschwindigkeitskomponenten in die x2 -
Richtung zwischen Zu- und Abströmung. Wie verändert sich die Abströmrichtung
gegenüber der Anströmrichtung?
c) Berechnen Sie den Abströmwinkel β (Winkel zwischen der Abströmrichtung und der
x1 -Richtung) für die gegebenen Grössen.
 F = |F|.
Geg.: , pe , b, α , U = |U|,

Lösung auf Seite 182


34 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

2.7 Aufgaben zu Turbomaschinen

Aufgabe 2.9. Einzelnes Pumpenlaufrad


b

R2
R1

er

eΩ

Das Laufrad einer Pumpe fördert den konstanten Volumenstrom V̇ ( = konst.). Die hierfür
erforderliche Winkelgeschwindigkeit Ω und die der Flüssigkeit zugeführte Leistung P sind
bekannt. Die Zuströmung des Laufrades ist rein axial, stoßfrei und über dem Eintrittsquer-
schnitt konstant. Die Abströmung am Austrittsquerschnitt ist drallbehaftet und konstant.
Die Strömung kann insgesamt als verlustfrei betrachtet werden.

a) Geben Sie die Anströmgeschwindigkeit c1 an.


b) Skizzieren Sie das Geschwindigkeitsdreieck am Schaufeleintritt.
Hier kann die Änderung der Umfangsgeschwindigkeit der Schaufel über die Schau-
felhöhe am Schaufeleintritt nicht vernachlässigt werden. Wenn die Strömung am Ein-
tritt stoßfrei bleiben soll muß sich der Schaufelwinkel β1 (Winkel zwischen Relativ-
geschwindigkeit und axialer Richtung) über die Schaufelhöhe ändern. Geben Sie den
Schaufelwinkel β1 am Laufradeintritt in Abhängigkeit von r an.
c) Bestimmen Sie die Komponenten der Geschwindigkeit c2 des Fluides am Laufrad-
austritt bei gegebener zugeführter Leistung P.
d) Skizzieren Sie das Geschwindigkeitsdreieck am Schaufelaustritt.
Berechnen Sie den Schaufelwinkel β2 (Winkel zwischen Relativgeschwindigkeit und
radialer Richtung) am Laufradaustritt für die angegebenen Größen.
 , P.
Geg.: , R1 , R2 , b, V̇ , Ω Lösung auf Seite 183
2.7 Aufgaben zu Turbomaschinen 35

Aufgabe 2.10. Einfache Axialpumpe mit Leit- und Laufrad

Ω
[4]

pa
Leitrad
d
[3]

R β2

pe [2]

ΩR
D Laufrad

[1]
ce β1

Eine Axialpumpe fördert Kühlwasser konstanter Dichte . Der Volumenstrom beträgt V̇ .


Die Zuströmung zur Pumpe ist drallfrei und erfolgt unter dem Druck pe . Am Austritt liegt
der Druck pa vor, die Abströmung ist ebenfalls drallfrei.
Die Axialpumpe besteht aus einem Laufrad, dass mit der Winkelgeschwindigkeit Ω rotiert
und einem nachgeschalteten Leitrad. Die Strömung in der Pumpe ist stoßfrei.
Die Schaufelhöhen sind klein im Vergleich zum mittleren Radius R und die Schaufeln
können somit über den Umfang abgewickelt betrachtet werden.
Die Strömungsgrößen können auf den Querschnitten als konstant angenommen werden
und es wird keine Wärme zu- oder abgeführt. Volumenkräfte und Reibungsspannungen
können vernachlässigt werden. Die Änderung der inneren Energie ist Null.
a) Skizzieren Sie die Geschwindigkeitsdreiecke für Lauf- und Leitrad.
b) Bestimmen Sie den Schaufelwinkel β1 des Laufrades.
c) Ermitteln Sie den Schaufelwinkel α3 mit dem das Leitrad angeströmt wird.
d) Berechnen Sie mit Hilfe der Energiegleichung die Leistung die die Pumpe dem Kühl-
wasser zuführen muß, damit der Volumenstrom V̇ gefördert wird und am Austritt der
Druck pa vorliegt.
Geg.: , V̇ , pe , pa , D, d, R, β2 , Ω . Lösung auf Seite 185
36 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

Aufgabe 2.11. Axialverdichter eines Flugtriebwerks

Rm
er

eΩ

H1

H3
Der Axialverdichter eines Flugtrieb-
Laufrad Leitrad
werkes wird von Luft (ideales Gas)
u durchströmt. Die Schaufelhöhen sind klein
gegenüber dem mittleren Schaufelradius
Rm , so dass die Strömungsgrößen über
β1 die Strömungsquerschnitte konstant sind
β2 α2 und die Geometrie des Gitters abgewi-
ckelt werden kann. Der sich verengende
Strömungskanal ist so auszulegen, dass
die Axialkomponente cax der Absolutge-
schwindigkeit c = caxeΩ + cueϕ über die
[1] [2] [3] gesamte Länge des Verdichters konstant
bleibt.

Betrachtet wird die skizzierte Stufe des Verdichters. Druck und Temperatur am Lauf-
radeintritt [1] (p1 , T1 ) sowie am Leitradaustritt [3] (p3 , T3 ) sind vorgegeben. Die Win-
kelgeschwindigkeit des Laufrades ist Ω , der Massenstrom ist ṁ. Die Höhe H1 , die Schau-
felwinkel β1 , β2 am Laufrad und der mittlere Schaufelradius Rm sind gegeben.
a) Berechnen Sie die Axialgeschwindigkeit cax .
b) Wie muß das Höhenverhältnis H1 /H3 sein, damit die Bedingung konstanter Axialge-
schwindigkeit erfüllt ist? (H3 ist die Höhe am Leitradaustritt [3]).
c) Skizzieren Sie qualitativ die Geschwindigkeitsdreiecke am Laufrad und Leitrad mit den
jeweilig dazu gehörenden Winkeln.
d) Ermitteln Sie die Umfangskomponenten cu1 , cu2 am Laufrad und berechnen Sie die
Leistung P, die der Luft durch die betrachtete Verdichterstufe zugeführt wird.
e) Berechnen Sie den Zuströmwinkel am Leitrad, damit dieses stoßfrei angeströmt wird.
 = Ω eΩ , p1 , T1 , p3 , T3 , β1 , β2 .
Geg.: RL Gaskonstante für Luft, Rm , H1 , ṁ, Ω
p
Hinweis: Es gilt  = für ideales Gas
RL T Lösung auf Seite 187
2.7 Aufgaben zu Turbomaschinen 37

Aufgabe 2.12. Einstufige Turbine

Um auf möglichst engem Raum einer inkompressiblen Strömung Energie zu entziehen,


soll bei einer 1-stufigen Turbine das Leitrad durch ein Laufrad ersetzt werden, welches sich
aber gegenläufig (Ω L = ΩL eΩ ) zum schon vorher vorhandenen Laufrad (Ω  R = −ΩR eΩ )
dreht. Der Strömungskanal ist so ausgelegt, dass die Axialgeschwindigkeit cax über die
beiden Laufräder konstant bleibt. Die Schaufeln können über den Umfang abgewickelt
werden.
Beide Laufräder werden stoßfrei angeströmt. Die Zu- und Abströmung der Stufe soll drall-
frei erfolgen.
a) Skizzieren Sie die Geschwindigkeitsdreiecke an den Laufrädern.
b) Berechnen Sie den Massenstrom ṁ. Wie groß ist der Schaufelwinkel β1 ? Berechnen
Sie das Moment M  L vom linken Laufrad auf die Flüssigkeit (Eulerschen Turbinenglei-
chung).
c) Berechnen Sie den Winkel β3 zwichen Axialrichtung und Relativgeschwindigkeit so-
wie das vom rechten Laufrad auf die Flüssigkeit ausgeübte Moment M  R.
d) Was ergibt sich daraus für das resultierende Drehmoment M  ges der gesamten Stufe und
die Gesamtleistung Pges , die der Strömung durch die beiden Laufräder entzogen werden
kann?
 L = ΩL eΩ , Ω
Geg.: Rm , Ω  R = −ΩR eΩ , cax , β2 , H, .
Lösung auf Seite 188
38 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

Aufgabe 2.13. Axialturbine

u

ce

h
R

Ω ex

el al
el al

Die skizzierte Axialturbine wird von Flüssigkeit konstanter Dichte  mit einem Massen-
strom ṁ durchströmt. Das sich mit der Winkelgeschwindigkeit Ω  = −Ω ex drehende Lauf-
rad wird mit der Absolutgeschwindigkeit ce (ce = |ce |) unter dem Winkel αe angeströmt.
Wegen h/R  1 sind die Strömungsgrößen über die Kanalhöhe h als konstant anzunehmen
und das Schaufelgitter kann abgewickelt werden (rechtes Bild). Die Zu- und Abströmung
an der Vorder- elund Hinterkante aldes Gitter erfolgt stoßfrei und drallbehaftet. Stoß-
frei bedeutet: Die Relativgeschwindigkeiten w verlaufen tangential zur Schaufelskelettli-
nie dabei schließen die Relativgeschwindikgeit und Axialrichtung den Winkel β ein.

a) Skizzieren Sie wie im rechten Bild eine Laufradschaufel. Tragen Sie qualitativ an
der Vorder- und Hinterkante des Profils die Geschwindigkeitsdreiecke mit den dazu-
gehörenden Winkeln α , β und Bezeichnungen ein.
b) Wie groß sind die Axialgeschwindigkeiten wxe , cxe am Eintritt el?
c) Wie muss der Schaufelwinkel βe gewählt werden, damit die Strömung stoßfrei an der
Vorderkante eleintritt.
d) Berechnen Sie die Leistung PT , die an der Turbine abgenommen wird.
e) Welche Eigenschaft muss die Strömung an der Hinterkante besitzen, wenn die maxi-
male Leistung abgenommen werden soll. Berechnen Sie für diesen Fall βa .

Geg.: ṁ, , αe , βa , Ω > 0, h, R.

Lösung auf Seite 190


2.7 Aufgaben zu Turbomaschinen 39

Aufgabe 2.14. Drehmomentenwandler

Turbine (ΩT )
Leitrad (fest) Ölkreislauf

Pumpe (ΩP )
h uL = 0
uP uT
cL =cP
cP
R β2 β4
ΩT
ΩP α5

1 2 3 4 5 6
Pumpe Turbine Leitrad

Das linke Bild zeigt den Radialschnitt durch einen Drehmmomentenwandler. Pumpe, Tur-
bine und feststehendes Leitrad liegen in einem geschlossenen Ölkreislauf mit dem Mas-
senstrom ṁ. Die Schaufelhöhen sind für alle Schaufeln gleich h. Wegen R h kann an
jeder Schaufel näherungsweise angenommen werden, dass für die Eintritt- und Austritts-
radien re = ra = R gilt. Die Skelettlinien der Schaufelgitter sind im rechten Bild gezeigt.
Die Zuströmung cP des Öles am Pumpeneintritt 1lerfolgt drallfrei. Die Abströmung cL
vom Leitrad 6list ebenfalls drallfrei, es gilt cL =cP . Die Relativgeschwindigkeiten sind
tangential (stoßfrei) zu den Skelettlinien. Die Strömung im Ölkreislauf ist verlustfrei und
über die Schaufelein- und -austrittsflächen ausgeglichen. An der Pumpe wird das Dreh-
moment MP aufgebracht. An der Turbine wird das Drehmoment MT abgenommen. Beide
Momente sind vorgegeben.
a) Wie groß ist für das gegebene Pumpenmoment MP die Umfangskomponente cu2 der
Absolutgeschwindigkeit am Austritt 2lder Pumpe?
b) Bestimmen Sie für den gegebenen Massenstrom ṁ den Betrag |w4 | der Relativge-
schwindigkeit am Austritt 4lder Turbine?
c) Wie groß ist die Umfangskomponente cu4 der Absolutgeschwindigkeit am Austritt der
Turbine? Mit welcher Winkelgeschwindigkeit ΩT dreht die Turbine?
d) Bestimmen Sie den Schaufelwinkel α5 so, dass die Strömung tangential (stoßfrei) zur
Schaufelskelettlinie in das Leitrad eintritt.
e) Zeigen Sie, dass für das Stützmoment ML am Leitrad die Gleichung ML = MT − MP
gilt.
Geg.: MP , MT , ṁ, , h, R, β4 .

Lösung auf Seite 191


40 2 Grundgleichungen der Kontinuumsmechanik

Aufgabe 2.15. Mehrstufiger Axialverdichter

Laufrad Leitrad Gehäuse

cax
Laufrad Leitrad
RS
u
RW

Ω
cax


1
2

3
4

Der skizzierte mehrstufige Axialverdichter soll den Massenstrom ṁ fördern. Eine Stufe
besteht aus einem Laufrad und einem Leitrad. Die Welle der Laufräder dreht sich mit der
Winkelgeschwindigkeit Ω , ihr Antrieb benötigt dazu die Leistung P. Der Wellenradius ist
mit RW und Laufradaußenradius mit RS bezeichnet. Das Verhältnis der Kanalhöhe RS −RW
zum mittleren Radius (RS + RW )/2 ist hier nicht mehr klein gegen 1. Die Geschwindigkeit
des Laufrades kann deshalb nicht als konstant über den Strömungsquerschnitt angese-
hen werden. Für eine stoßfreie (tangentiale) Anströmung der Schaufeln müssen daher die
Schaufelwinkel über dem Strömungsquerschnitt eine Funktion von r sein: β = β (r).
Für die Berechnungen genügt es, eine Stufe zu betrachten (siehe Abbildung). Die An-
strömung zu jeder Stufe ist rein axial (drallfrei). Vereinfachend wird angenommen, dass
die Axialgeschwindigkeit innerhalb einer Stufe konstant sei: cax1 = cax2 = cax3 = cax4 =
f (r), ebenso die Dichte  =konst. Die Laufradschaufeln sind so konstruiert, dass der Drall
am Laufradaustritt 2lüber dem Strömungsquerschnitt konstant ist: rcu (r) = konst..
a) In der rechten Abbildung ist die Schaufelform des Laufrades für ein festes r vorgege-
ben. Skizzieren Sie die Geschwindigkeitsdreiecke und Winkel an die Laufradschaufel
und dann die Form des Leitrades mit den zugehörigen Geschwindigkeiten.
b) Berechnen Sie die Axialgeschwindigkeit cax in der Stufe (der Spalt zwischen Gehäuse
und Laufradaußenradius ist vernachlässigbar).
c) Bestimmen Sie den Winkel β1 in Abhängigkeit von r am Laufradeintritt.
d) Ermitteln Sie durch Auswertung des Drallsatzes und der vorgegebenen Leistung P die
Umfangsgeschwindigkeit am Laufradaustritt cu2 in Abhängigkeit von r.
e) Bestimmen Sie den Laufradaustrittswinkel β2 = β2 (r).
Geg: , ṁ, P, Rs , Rw , Ω . Lösung auf Seite 193
2.7 Aufgaben zu Turbomaschinen 41

Aufgabe 2.16. Axial-Radial Verdichter

Die skizzierte Turbine besteht aus


Ansicht A-A einem mit dem Gehäuse verbunde-
nen Leitrad und einem rotierenden
β4 eϕ Laufrad. Das Laufrad dreht sich mit
Laufrad
der festen Winkelgeschwindigkeit
Ω und entnimmt dabei der Flüssig-
β3
R3 keit die Leistung PT . Die Flüssigkeit
er R4 hat die konstante Dichte  und tritt
rein axial mit der Geschwindigkeit
c1 in die Turbine ein [1]. Die Rei-
eΩ
bung zwischen Leitradaustritt [2]
er
R4 und Laufradeintritt [3] kann ver-
R3 Laufrad nachlässigt werden. Die Flüssigkeit
verlässt die Turbine an der Stelle [4]
erneut drallfrei. Die An- und Ab-
H strömung an den Schaufeln erfolgt
Rm [3] [4]
tangential (stoßfrei). Die Geschwin-
h α2 [2] digkeitsverteilungen an den Kon-
A A
trollflächen [1] bis [4] können als
Leitrad homogen angesehen werden. Volu-
[1]
menkräfte sind zu vernachlässigen.
Die Berechnungen an den Stellen
[1] und [2] können mit dem mitt-
leren Radius Rm durchgeführt wer-
den, da h/Rm  1.
a) Wie groß ist der Massenstrom ṁ durch die Turbine?
b) Bestimmen Sie die Geschwindigkeitskomponenten cax2 , cr3 und cr4 .
c) Bestimmen Sie mit Hilfe der Eulerschen Turbinengleichung das Gesamtmoment MGes
zwischen den Stellen [1] und [4].
d) Wie groß ist das Moment MLA , welches das Laufrad auf die Strömung ausübt?
e) Welches Moment MLE übt das Leitrad auf die Strömung aus? Bestimmen Sie daraus
die Umfangskomponente der Geschwindigkeit cu2 und den Winkel α2 .
f) Ermitteln Sie die Umfangskomponenten cu4 und cu3 der Geschwindigkeiten an den
Stellen [4] und [3]. Bestimmen Sie die Schaufelwinkel β4 und β3 an den Stellen [4] und
[3].

Geg.: H, h, R3 , R4 , Rm , Ω , c1 , PT , .

Lösung auf Seite 194


Kapitel 3
Materialgleichungen

Die Bewegung einer Flüssigkeit entsteht durch das Einwirken äußerer Kräfte, die Span-
nungen in der Flüssigkeit erzeugen. Zur Beschreibung der Bewegung der Flüssigkeit durch
die Bilanzgleichungen sind Materialgleichungen erforderlich, die den Zusammenhang
zwischen den Spannungen und der Deformation in der Flüssigkeit herstellt.
Wir verwenden hier das lineare Materialgesetz der Newtonschen Flüssigkeit, das einen
linearen Zusammenhang zwischen dem Spannungstensor τi j und dem Deformationsge-
schwindigkeitstensor ei j (1.17) herstellt:
 
2
τi j = −pδi j + ηD − η ekk δi j + 2η ei j . (3.1)
3

p bezeichnet den Druck in der Flüssigkeit. ηD und η sind Materialgrößen. Die Druckzähig-
keit ηD setzen wir nach der Stokesschen Hypothese ηD = 0 (vergl. Spurk (2004)). η be-
zeichnen wir als die dynamische Zähigkeit bzw. als dynamische Viskosität.
In ruhender Flüssigkeit gilt ei j = 0 und der Spannungstensor nimmt die kugelsymmetri-
sche Form an
τi j = −pδi j . (3.2)
Es folgt
ti = τ ji n j = −pδi j n j = −pni bzw. t = −pn (3.3)
für den Spannungsvektor. Aufgrund dieser Tatsache wird der Spannungstensor oft in

τi j = −pδi j + Pi j (3.4)

aufgespalten, wobei der Anteil


 
2
Pi j = ηD − η ekk δi j + 2η ei j (3.5)
3

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018


H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3_3
44 3 Materialgleichungen

als Tensor der Reibungsspannungen bezeichnet wird. In diesem Buch beschränken wir uns
hauptsächlich auf inkompressible Strömungen für die ekk = 0 gilt, dadurch vereinfacht sich
der Spannungstensor (3.1) zu

τi j = −pδi j + 2η ei j , (3.6)
Pi j = 2η ei j . (3.7)

Zur Deutung der Komponenten τi j des Spannungstensors betrachten wir ein quaderförmi-
ges Flüssigkeitsvolumen (3.1) und darin exemplarisch die Fläche in der (x2 , x1 )-Ebene mit
dem Normalenvektor in die x1 -Richtung n =e1 . Der Spannungsvektor t in seine Kompo-

x3

τ33
n =e3 τ32
t (e1 ) τ31 τ23
τ22
τ13
τ12 τ21 x2
n =e1 τ11
ti j i =
ˆ Richtung der Fläche
x1 i=ˆ Richtung der Spannung

Abb. 3.1: Zum Spannungstensor

nenten zerlegt lautet auf dieser Fläche

t (e1 ) = t1(e1 )e1 + t2(e1 )e2 + t3(e1 )e3 .

Benutzt man andererseits die Darstellung

t =n · T (x, t) bzw. ti = n j τ ji (xk , t) ,

so lauten die Komponenten


(e1 )
t1 = n1 τ11 + n2 τ21 + n3 τ31 ,
(e1 )
t2 = n1 τ12 + n2 τ22 + n3 τ32 ,
(e )
t3 1 = n1 τ13 + n2 τ23 + n3 τ33 .
3 Materialgleichungen 45

Für die Fläche mitn =e1 (also n1 = 1, n2 = 0, n3 = 0) erhält man so t1 = τ11 , t2 = τ12 und
t3 = τ13 (entsprechendes gilt für die Flächen der anderen Raumrichtungen).
Das heißt τ ji ist die i.-Komponente des Spannungsvektors auf der Koordinatenfläche mit
dem Normalenvektor in die j.-Richtung.
In der Matrixschreibweise ⎛ ⎞
τ11 τ12 τ13
ˆ ⎝ τ21 τ22 τ23 ⎠
τi j =
τ31 τ32 τ33
stellen die Hauptdiagonalelemente τ11 , τ22 , τ33 die Normalspannungen und die Nichtdia-
gonalelemente τi j für i = j die Schubspannungen dar.
Mit Kenntnis des Materialgesetzes für den Reibungsspannungstensor Pi j und den Kompo-
nenten des Deformationsgeschwindigkeitstensor ei j aus (1.17) können die Reibungsver-
luste in Form der Dissipationsfunktion Φ für inkompressible Strömung explizit berechnet
werden
Φ = Pi j ei j = 2η ei j ei j . (3.8)
Die Dissipationsfunktion stellt die pro Zeit- und Volumenarbeit irreversibel in Wärme um-
gewandelte Deformationsarbeit dar.
Für den in der Energiegleichung 2.35 benötigten Wärmestromvektor q verwenden wir als
lineares Materialgesetz das Fouriersche Wärmeleitungsgesetz

∂T
q = −λ ∇T bzw. qi = −λ (3.9)
∂ xi

mit λ als Wärmeleitungskoeffizient und ∇T als Temperaturgradient. Liegt eine kompres-


sible Strömung vor, so wird für den Zusammenhang zwischen Druck p, Dichte  und
Temperatur T die thermische Zustandsgleichung

p = RT (3.10)

gebraucht. Ferner sind, für die vollständige Lösung des Problems, die kalorischen Zu-
standsgleichungen für die innere Energie e oder die Enthalpie h erforderlich
 
p
e = cv T, h = c p T, h = e+ , (3.11)


wobei R die spezifische Gastkonstante ist. cv und c p sind die spezifischen Wärmekapa-
zitäten bei konstantem Volumen bzw. konstantem Druck.
Kapitel 4
Bewegungsgleichungen für Newtonsche
Flüssigkeiten

4.1 Reibungsbehaftete Strömungen

4.1.1 Navier-Stokessche Gleichungen

Wird in den Causchyschen Bewegungsgleichungen (2.13) das Materialgesetz (3.6) für die
Newtonsche Flüssigkeit eingesetzt, so erhält man die Navier-Stokeschen Gleichungen:
    
Dui ∂ 2 ∂ uk ∂ ∂ ui ∂ u j
 = ki + −p + (ηD − η ) + η + . (4.1)
Dt ∂ xi 3 ∂ xk ∂xj ∂ x j ∂ xi

Für die inkompressible Strömung (∂ uk /∂ xk = 0) ohne Volumenkräfte und η = konst.


folgt:
Du Dui ∂p ∂ 2 ui
 = −∇p + ηΔu bzw.  =− +η (4.2)
Dt Dt ∂ xi ∂ x j∂ x j
mit der materiellen Ableitung

Du ∂u Dui ∂ ui ∂ ui


= +u · ∇u bzw. = +uj .
Dt ∂t D ∂t ∂xj

Die linke Seite von (4.2) stellt den Beschleunigungsterm (Trägheitskräfte) dar: ∂u/∂ t die
lokale Beschleunigung am Ort x, für stationäre Strömungen ist ∂u/∂ t = 0. u · ∇u ist der
nichtlineare konvektive Anteil der Beschleunigung.
Auf der rechten Seite von (4.2) steht die Divergenz des Spannungstensors, aufgespalten
in den Druckgradienten und die Divergenz der Reibungsspannungen (Zähigkeitskräfte).
Gelegentlich ist es von Nutzen den Laplace-Operator aufzuspalten

Δu = ∇(∇ ·u) − ∇ × (∇ ×u) (4.3)

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018


H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3_4
48 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

und man erkennt, dass in inkompressibler (div u = ∇ ·u = 0) und rotationsfreier (rot u =
∇ ×u = 0) Strömung die Divergenz der Reibungsspannungen verschwinden. Sie liefern
somit keinen Beitrag zur Beschleunigung (Verzögerung) der Flüssigkeitsteilchen.
Die Energiegleichung (2.39) nutzen wir unter Verwendung des Fourierschen Gesetztes
(3.9)  
De p D ∂ ∂T
 − =Φ+ λ (4.4)
Dt  Dt ∂ xi ∂ xi
bzw. mit der Enthalpie h = e + p/ in der Form
 
Dh Dp ∂ ∂T
 − =Φ+ λ . (4.5)
Dt Dt ∂ xi ∂ xi

Die Kontinuitätsgleichung enthält kein Materialgesetz und bleibt deshalb unverändert:

∂ ∂
+ (ui ) = 0 . (4.6)
∂ t ∂ xi

4.1.2 Die Reynoldszahl

Eine der wichtigsten dimensionslosen Zahlen in der Strömungsmechanik ist die Reynolds-
zahl
UL
Re = , (4.7)
η
wobei U die typische Geschwindigkeit, L die typische Länge und , η die Stoffgrößen
der Flüssigkeit des betrachteten Problems sind. Die Reynoldszahl kann, bei Verwendung
der typischen Größen, als das Verhältnis der Trägheitskraft zur Zähigkeitskraft in den
Navier-Stokesschen Gleichungen angesehen werden. Betrachtet man zum Beispiel die
Umströmung eines Körpers mit der typischen Länge L (bei einer Kugel ist das der Durch-
messer d). Die Anströmgeschwindigkeit in die x1 -Richtung sei U und die Stoffgrößen , η
der Flüssigkeit sind konstant. So erhält man

∂ u1 U
als typisches Trägheitsglied  u1 ∼ U
∂ x1 L
∂ u1
2 U
als typisches Zähigkeitsglied η ∼η 2
∂ x12 L

und damit
∂ u1 U
 u1 U

∂ x1
∼ L = UL = Re .
∂ 2 u1 U η
η 2 η 2
∂ x1 L
4.1 Reibungsbehaftete Strömungen 49

Die Reynoldszahl läßt nun folgende Interpretation zu: Für große Reynoldszahlen, z.B.
durch η → 0, können die Zähigkeitskräfte in den Navier-Stokesschen Gleichungen ge-
genüber den Trägheitskräften vernachlässigt werden und man gelangt so zu den Euler-
schen Gleichungen, die die reibungsfreie Strömungen beschreiben (siehe Abschnitt 4.2,
Seite 50). Wenn Reibungskräfte vernachlässigbar klein gegenüber Druckkräften sind, las-
sen sich in der Tat viele Umströmungsprobleme für große Reynoldszahlen im Rahmen
der reibungsfreien Strömung näherungsweise beschreiben. Allerdings existiert immer ei-
ne körpernahe Grenzschicht in der die Strömung reibungsbehaftet ist. Diese Grenzschicht
wird zwar mit zunehmender Reynoldszahl immer dünner, berechnet man jedoch die Wi-
derstandskraft des Körpers, ohne die Reibung an der Körperoberfläche zu berücksichtigen,
so führt das im allgemeinen zu völlig falschen Ergebnissen.

Bemerkung: Geht man von einer vorhandenen (analytischen) Lösung der Gleichung (4.2)
für ein reibungsbehaftetes Umströmungsproblem aus, z.B. die Umströmung einer Kugel,
und vollzieht nachträglich den Grenzübergang η → 0. So stimmt diese Lösung im all-
gemeinen nicht mit der Lösung überein, die man erhalten hätte, wenn das Problem von
vornherein reibungsfrei η = 0 mit Gleichung (4.2) gelöst worden wäre. Der Grund hierfür
liegt in der Änderung der Ordnung der Bewegungsgleichung.

Eine weitere große Bedeutung hat die Reynoldszahl in der Modelltheoie. Hier stellt sich
z.B. die Frage nach der Übertragbarkeit von an Modellen gewonnen Versuchsergebnissen
auf die Strömungskonfiguration des Originals. Für inkompressible Strömungen in denen
nur Trägheits- und Zähigkeitskräfte auftreten beantwortet dies das Reynoldsschen Ähn-
lichkeitsgesetz (Mechanische Ähnlichkeit): Wird beim Übergang vom Modell zum Ori-
ginal geometrisch ähnlicher Körper die Reynoldszahl konstant gehalten, indem die typi-
schen Größen ,U, L, η im Versuch angepasst werden, so lässt sich auch die Lösung des
Strömungsproblem vom Modell auf das Original übertragen.

Der Widerstandsbeiwert einer Kugel vom Durchmesser d ist

W
cW =  π (W bezeichnet die Widerstandskraft). (4.8)
2 2
2U 4 d
Mit dimensionsanalytischen Methoden läßt sich andererseits zeigen, dass der Widerstands-
beiwert als dimensionslose Größe nur von der dimensionslosen Reynoldszahl abhängt

cW = cW (Re). (4.9)

Dieser Sachverhalt ist in der Abb. 4.1 dargestellt. Der Widerstandsbeiwert cW aller Kugeln
liegt für alle Variationen von U, d, , η als Funtion der Reynoldszahl auf genau einer Kur-
ve. Diese Kurve kann in dem angegebenen Reynoldszahlbereich durch folgende Funktion
angenähert werden
50 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

24 6
cW = 0, 4 + + √ . (4.10)
Re 1 + Re

U, , η
Widerstandsbeiwert:
∅d cW =  π
W
2 2
2U 4 d

cW

0
10
cW = f (Re)

0,4

-1
10 ≈ 3 × 105 Re

Abb. 4.1: Widerstandsbeiwert der Kugel

4.2 Reibungsfreie Strömungen

4.2.1 Eulersche Gleichung

Unter der Annahme reibungsfreier Flüssigkeit (η = 0) erhalten wir als Materialgesetz aus
(3.7)
∂ τi j ∂p
τi j = −pδi j ⇒ =− . (4.11)
∂ xi ∂xj
Eingesetzt in (2.13) ergibt die Eulersche Bewegungsgleichung für reibungsfreie Strömun-
gen
4.2 Reibungsfreie Strömungen 51

Du Dui ∂p
 = k − ∇p bzw.  = ki − . (4.12)
Dt Dt ∂ xi

4.2.2 Bernoullische Gleichung

Unter der Annahme, dass die Massenkraftk ein Potential (k = −∇ψ ) und  eine eindeutige
Funktion des Druckes p ist ( = (p)), barotrope Strömung) kann man aus der Eulerschen
Gleichung (4.12) für reibungsfreie Strömungen die Bernoullische Gleichung ableiten. Zu
diesem Zweck wird die Gleichung (4.12) mit der Geschwindigkeit ui multipliziert und
anschließend längs einer Stromlinie s integriert (siehe (Spurk, 2004, Kapitel 4.2.2)). Man
erhält so die Bernoullische Gleichung gültig längs einer Stromlinie
 
∂u u2 dp
ds + + +ψ = C. (4.13)
∂t 2 (p)

Die Integrationskonstante C ist auf jeder Stromlinie verschieden und u = |u| = (ui ui )1/2 .
Ist die Dichte  = konst. und ψ das Potential der Massenkraft der Schwere (ψ = gx3 ) so
lautet die Bernoulligleichung zwischen zwei Punkten auf derselben Stromlinie mit x3 = z
gesetzt

z
-g

Abb. 4.2: Stromlinie

2
∂u  
 ds + u22 + p2 + gz2 = u21 + p1 + gz1 . (4.14)
∂t 2 2
1

4.2.3 Bernoullische Gleichung für Potentialströmungen

Liegt eine Potentialströmung vor, d.h. rot u = 0, so lässt sich mit


52 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

∂ ui ∂uj
= ⇔ rot u = 0
∂xj ∂ xi

die Eulersche Gleichung (4.12) umschreiben zu

∂ ui ∂ ! u ju j " 1 ∂ p ∂ ψ
+ + + = 0. (4.15)
∂t ∂ xi 2  ∂ xi ∂ xi

Unter Verwendung des Geschwindigkeitspotentials Φ (ui = ∂ Φ /∂ xi ), der Annahme von


Barotropie ( 1 ∂∂ xpi dxi = dp
 ist ein totales Differential) und der Annahme, dass die Schwer-
kraft die einzige Massenkraft ist (ψ = gx3 ) folgt durch Integration von (4.15) die Bernoul-
lische Gleichung für Potentialströmungen

∂Φ 1 ∂Φ ∂Φ p
+ + + gx3 = C(t) . (4.16)
∂t 2 ∂xj ∂xj 

Multiplikation von (4.15) mit dxi bildet ein totales Differential, so dass die Integration von
(4.15) vom Weg unabhängig ist. Gleichung (4.16) gilt daher nicht nur auf einer Stromlinie,
sondern zwischen zwei beliebigen Punkten im Strömungsfeld. Die Funktion C(t) ist im
ganzen Feld gleich.

4.2.4 Bernoullische Gleichung im rotierenden Bezugssystem

Die Bernoullische Gleichung wird in Strömungsmachinen benötigt, in denen Bezugssy-


teme verwendet werden, die mit gleichmäßiger Winkelgeschwindigkeit Ω  rotieren. Im
Folgenden wird die Herleitung der Bernoullischen Gleichung für diese Systeme skizziert.
Ausgehend von der Cauchyschen Bewegungsgleichung im beschleunigten System (2.21)
und den Voraussetzungen
•  = konst. inkompressible Strömung
• ∇ · T = −∇p reibungsfreie Flüssigkeit
• a = 0 keine Führungsbeschleunigung des Bezugssystems
• DΩ /Dt = 0 konstante Winkelgeschwindigkeit des Bezugssystems
• k = −∇ψ Massenkraft k besitzt ein Potential ψ
erhält man zunächst
 
Dw ∇p !  "
=k −  × (Ω
− 2Ω × w + Ω  ×x) . (4.17)
Dt B 

Ersetzt man in (4.17) die materielle Ableitung und die Zentrifugalkraft durch die Iden-
titäten   #  $
Dw ∂ w w · w
= − w × (∇ × w) + ∇ (4.18)
Dt B ∂t 2
4.2 Reibungsfreie Strömungen 53
  2 
Ω  ×x) = −∇ 1 Ω
 × (Ω  ×x (4.19)
2
und integriert die entstehende Gleichung längs einer Stromlinie mit dem Wegelement dx
(|dx| = ds) im rotierenden Bezugssystem. So wird man unter Berücksichtigung folgender
Eigenschaften der Strömung
dx w
• d s = |w| DGL. der Stromlinie im rotierenden Bezugssystem
• d.h. dx  w im rotierenden Bezugssystem
• [!w × (∇ ×" 
w )] · d
x = 0 da dx  w ist, gilt dx ⊥ [w × (∇ × w)]

• 2Ω × w · dx = 0 Corioliskraft liefert keinen Beitrag in Stromlinienrichtung

zunächst auf folgende Gleichung geführt


  #   $
∂ w w · w 1   2 1
· dx + ∇ − Ω ×x + ψ + ∇p · dx = 0. (4.20)
∂t 2 2 
  
=∇ f ·dx=d f

Im zweiten Integral von (4.20) steht das totale Differential einer Funktion f , das Integral
liefert also die Funktion f selbst. Mit der Beziehung
 
∂ w ∂ w w ∂ w2 ds ∂w
· dx = · ds = = · ds (4.21)
∂t ∂ t |w| ∂t 2 |w| ∂t

(mit w = |w| als Betrag der Relativgeschwindigkeit und s als Bahnparameter)

führt die Integration von (4.20) längs einer Stromlinie auf die Bernoullische Gleichung im
rotierenden Bezugssystem
  2
∂w w · w 1 p
ds + − Ω ×x + + ψ = C(t) . (4.22)
∂t 2 2 
Spezialisiert man (4.22) für ein Bezugssystem indem Ω  || ez , k = −gez ⇒ ψ = gz und
x = rer + zez mit r = x + y ist,
2 2 2

so ergibt sich die Bernoulligleichung im rotierenden System zu



∂w  1
 ds + w2 + p + gz − Ω 2 r2 = C(t). (4.23)
∂t 2 2
Zwischen zwei Punkten auf ein und derselben Stromlinie gilt

2
∂w  
 ds + w22 + p2 + gz2 − Ω 2 r22
∂t 2 2
1
 
= w21 + p1 + gz1 − Ω 2 r12 . (4.24)
2 2
54 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

z

Ω
g
x

zez

ϕ y
rer
x
Abb. 4.3: Rotierendes Bezugssystem

4.2.5 Wirbelsätze

Die Wirbelsätze ergeben sich durch Integration der Eulerschen Gleichung und sind daher,
wie die Bernoullische Gleichung, Erhaltungssätze. Für eine geschlossene materielle Linie
C(t), die sich in einem Strömungsfeld bewegen kann, lautet die Definition der Zirkulation

Fläche
S(t)
x3
x dx
Kurve
x1 x2 u C(t)

Abb. 4.4: Definition der Zirkulation

Γ dieser Linie %
Γ= u · dx. (4.25)
C(t)

Bilden wir die zeitliche Änderung von (4.25)


4.2 Reibungsfreie Strömungen 55
% %
DΓ Du
= · dx + u · du (4.26)
Dt Dt
C(t) C(t)
  
=0

und setzen die Eulersche Gleichung (4.12) ein, so ergibt sich unter folgenden Vorausset-
zungen der Thomsonsche Wirbelsatz (Kelvinsches Zirkulationstheorem):
In barotropen, reibungsfreien Strömungen bleibt die Zirkulation einer materiellen Linie

für alle Zeiten konstant, wenn die Massenkraft ein Potential hat“, d.h.


= 0. (4.27)
Dt
Dieser Satz ist Ausgangspunkt für die Formulierung der Helmholtzschen Wirbelsätze über
Wirbelröhren. In wirbelbehafteter Strömung wird rot u als Wirbelvektor bezeichnet. Die
Integralkurven an die Wirbelvektoren bilden die Wirbellinien. Ist C(t) eine doppelpunkt-
freie geschlossene materielle Linie, mit nicht verschwindender Zirkulation so bilden die
durch diese Linie laufenden Wirbellinien die Mantelfläche einer Wirbelröhre.

rotu

rotu

C2 rotu
C1
C(t)
Abb. 4.5: Wirbelröhre

Erster Helmholtzscher Wirbelsatz:


Die Zirkulation einer Wirbelröhre ist längs dieser Röhre konstant.“

D.h. alle Kurven, die die Mantelfläche im gleichen Umlaufsinn durchlaufen haben die
gleiche Zirkulation (siehe Abb. 4.5)
% %
Γ= u · dx = u · dx. (4.28)
C1 C2

Die Zirkulation Γ läßt sich nach dem Stokesschen Satz auch durch ein Flächenintegral
ausdrücken. Sei C eine geschlossene Kurve die die Fläche A entgegen dem Uhrzeigersinn
umrandet, dann gilt:
56 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

% 
Γ= u · dx = rot u ·n dS. (4.29)
C A

Mit (4.29) können wir den zweiten Helmholtzschen Wirbelsatz beweisen:

Eine Wirbelröhre besteht immer aus denselben Flüssigkeitsteilchen.“


t1

n C1

A1 t 2 > t1

C2

A2
C(t)

C‘(t)

Abb. 4.6: Zum zweiten Helmholtzschen Satz

Wir betrachten in Abb. 4.6 die materielle Kurve C1 (t) (umschließt die Fläche A1 ), die zur
Zeit t1 auf der Mantelfläche der Wirbelröhre liegt. Es gilt

% 
Γ1 = u · dx = rot
 u ·n dS = 0 .
C1 (t) A1 =0 da n ⊥ rot u

C1 (t) geht zur Zeit t2 > t1 in die materielle Kurve C2 (t) über. Nach Kelvin DΓ /Dt = 0
folgt daher auch % 
!
Γ= u · dx = rot u ·n dS = 0
C2 (t) A2

Da C1 (t) und damit auch A2 beliebig ist, folgt rot u ·n = 0, d.h. rot u ⊥n für alle möglichen
Flächen A2 . Das bedeutet rot u tangiert die Mantelfläche einer Wirbelröhre.

Dritter Helmholtzsche Wirbelsatz:


4.2 Reibungsfreie Strömungen 57

Die Zirkulation einer Wirbelröhre bleibt zeitlich konstant.“



Die die Wirbelröhre in Abb. 4.6 umschließende materielle Kurve C(t) geht zur Zeit t2 in die
Kurve C (t) über. Wendet man hierauf den zweiten Helmoltzschen und den Kelvinschen
(Thompsonschen) Satz an, so ergibt sich die Aussage unmittelbar.

4.2.6 Wirbelfaden

Unter einem Wirbelfaden versteht man das idealisierte Bild einer Wirbelröhre mit infinite-
simal kleiner Querschnittsfläche Δ S. Nach dem ersten Helmholtzschen Satz und (4.29) gilt
dann näherungsweise rotu ·n Δ S = konst., d.h. bei Verkleinerung der Querschnittsfläche
wächst die Wirbelstärke rotu (siehe Abb. 4.7).
rot u
n n =
|rot u|
ΔS ΔS → 0

Γ2 Γ2

außen, rot u = 0 außen, rot u = 0

Γ1 Γ1
rot u → ∞
innen, rot u = 0

Abb. 4.7: Wirbelröhre (links) und Wirbelfaden (rechts)


Ist der Wirbelfaden alleinige Ursache für ein Strömungsfeld, so induziert er an einem
Ort P(x) außerhalb des Fadens das Geschwindigkeitsfeld u(x) nach dem Biot Savartschen
Gesetz (4.30)

Γ dx ×r
u(x) = . (4.30)
4π |r|3
C

Die Integration von (4.30) für einen geraden Wirbelfadens liefert folgende Ergebnisse
• Endlich langer, gerader Wirbelfaden (a = |a|):

Γ
|u| = (cos ϕ1 − cos ϕ2 ) (4.31)
4π a
• Halbunendlich langer, gerader Wirbelfaden (für ϕ1 = 0 und ϕ2 = π /2):

Γ
uR | =
| (4.32)
4π a
58 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

dx̃ C
Wirbelfaden

r =x −x

x P(x)

x

Abb. 4.8: Wirbelfaden

ϕ2
2

a P

rotu
Γ

ϕ1

Abb. 4.9: Endlich langer, gerader Wirbelfaden

• Unendlich langer, gerader Wirbelfaden (für ϕ1 = 0 und ϕ2 = π ):

Γ
uR | =
| (4.33)
2π a
Die Richtung u/|u| der induzierten Geschwindigkeit ist

u rot u a
= × , (4.34)
|u| |rot u| |a|

wobei rot u/|rot u| die Richtung des Wirbelfadens ist.


¨ in einer Flussig-
Superposition: Befinden sich mehrere unendlich lange, gerade Wirbelfaden ¨
keit, so erhält man die Geschwindigkeit in einem Punkt an dem sich kein Wirbel befindet,
4.2 Reibungsfreie Strömungen 59

durch Summation aller in diesem Punkt durch die Einzelwirbel induzierten Geschwindig-
keiten (Superpositionsprinzip). Bei der Ermittlung der Geschwindigkeit an einem Ort an
dem sich ein Wirbel befindet, bleibt dieser Wirbel in der Summation unberücksichtigt. Der
unendlich lange gerade Wirbelfaden induziert keine Geschwindigkeit auf sich selbst!
Spiegelungsprinzip: Ein einzelner Wirbel (Γ1 ) in einer unendlich ausgedehnten Flüssigkeit
bleibt in Ruhe, ein gerader Wirbel erzeugt auf sich selbst keine Geschwindigkeit. In einem
beliebigen Punkt P induziert er die Geschwindigkeit u1 = u1 p +u1n (s. Abb. 4.10 linkes
Bild). Befindet er sich jedoch in der Nähe einer festen Wand, so bewegt er sich parallel zu
dieser Wand.

Wand

P P

r Γ1 Γ2 = −Γ1 r r Γ1

b/2 b
u1 u1 u2 uind
u1 p
u1n
n
ung = 0
u pg = 2u1 p

Abb. 4.10: Spiegelungsprinzip. Die induzierte Geschwindigkeit des Wirbels Γ1 im Punkt


P, links ohne Wand und rechts bei vorhandener Wand.

Die Bewegung des Wirbels läßt sich mit dem Spiegelungsprinzip erklären (s. Abb. 4.10
rechtes Bild): An der festen Wand muss das Geschwindigkeitsfeld in jedem belieben Punkt
P die kinematische Randbedingung u ·n|Wand = 0 erfüllen, d.h. die Wand wird nicht durch-
strömt. Dieses wird erreicht, indem der Wirbel Γ1 mit gleicher Stärke und entgegengesetz-
ter Drehrichtung an der Wand gespiegelt wird. Dadurch erhält man einen zweiten Wir-
bel Γ2 = −Γ1 der ein Geschwindigkeitsfeld induziert,
& in dem sich beide wand-normalen
Geschwindigkeitskomponenten aufheben, ung &&Wand = 0. Die wand-parallele Geschwindig-
keitskomponente verdoppelt sich dabei zu u pg &Wand = 2u1 p mit dem Betrag

2 Γ1
|u pg | = .
πb
60 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

In diesem Modell bewegen sich beide Wirbel mit gleicher Geschwindigkeit uind parallel
zur Wand
Γ1
|uind | = , b=
ˆ Abstand der Wirbel von einander.
2 πb
4.3 Aufgaben für Newtonsche Flüssigkeiten 61

4.3 Aufgaben für Newtonsche Flüssigkeiten

Aufgabe 4.1. Filmströmung an Wand

y
An einer in x- und z-Richtung unendlich ausge-
dehnten Wand strömt eine Newtonsche Flüssig-
x
keit (mit  , η =konst.) herunter. Die Strömung
ist stationär, laminar und eben. Der Flüssigkeits-
film habe die konstante Dicke h. Die Reibungs-
spannungen zwischen Flüssigkeit und Umgebung g
(y = h) können vernachlässigt werden. Die Tem-
peratur der Umgebung ist Tu . Die Wand (y = 0) ist
adiabat und die Änderung der inneren Energie der
inkompressiblen Flüssigkeit ist vernachlässigbar.
Die u Komponente in x-Richtung des Geschwin- Tu
digkeitsfeldes ist:
h
gh2  y y
u(y) = 2−
2η h h

a) Berechnen Sie die v Komponente des Geschwindigkeitsfeldes.


b) Berechnen Sie den Volumenstrom V̇ pro Tiefeneinheit der Flüssigkeit.
c) Berechnen Sie die Dissipationsfunktion Φ , sowie die pro Längen- und Tiefeneinheit
dissipierte Leistung P.
d) Berechnen Sie die Temperaturverteilung T (y) in der Flüssigkeit.
e) Zeigen Sie, dass die durch Gravitation verrichtete Leistung der Dissipationsleistung
entspricht.

Geg.: , h, η , λ , g = gex , Tu .

Lösung auf Seite 195


62 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

Aufgabe 4.2. Strömung um eine mit Öl geschmierte Welle

R, L h
y L p1

η
h

p0 = 0
x
R

Eine Welle (Radius R) wird mit konstanter Geschwindigkeit U aus einem mit Öl (Vis-
kosität η ) gefüllten Maschinengehäuse gezogen. An der Stelle x = 0 der Wellenbohrung
verhindert eine Dichtung Ölverlust. Links von der Dichtung herrscht der Umgebungsdruck
p0 = 0. Die Abmessung des ölgefüllten Ringspaltes zwischen Welle und Bohrung in x–
Richtung (Tiefe L) ist sehr viel größer als die in y–Richtung (Spalthöhe h). Daher kann die
Strömung im Ringspalt auf der ganzen Länge L (0 ≤ x ≤ L) näherungsweise als stationäre
Schichtenströmung behandelt werden. Wegen h  R kann der Ringspalt abgewickelt wer-
den und die Strömung als ebene Strömung in der (x, y)-Ebene betrachtet werden: u = u(y).
Die Abmessung des Spaltes in z-Richtung (senkrecht zur Zeichenebene) beträgt dann 2π R.

a) Wie groß ist u(0) und u(h)?


b) Wie lauten die vereinfachten Navier-Stokesschen Gleichungen im abgewickelten Ring-
spalt?
c) Berechnen Sie die Geschwindigkeitsverteilung für zunächst als bekannt angenomme-
nen Druckgradienten dp/dx.
d) Es fließt kein Öl an der Dichtung vorbei, d.h. der Leckvolumenstrom ist Null. Bestim-
men Sie damit den Druckgradienten dp/dx.
e) Welcher Druck herrscht unmittelbar rechts von der Dichtung, wenn für x ≥ L der Druck
konstant pi ist.
f) Welche Kraft Fx in x-Richtung wirkt auf die Dichtung?

Geg.: U, η , h, R, L, pi , p0 = 0.
Lösung auf Seite 196
4.3 Aufgaben für Newtonsche Flüssigkeiten 63

Aufgabe 4.3. Strömung in porösem Kanal


V
UW

TO
y

h
q

Betrachtet wird ein in x- und z-Richtung unendlich ausgedehnter Kanal der Höhe h, in
dem sich eine Newtonsche Flüssigkeit befindet. Die obere Kanalwand bewegt sich mit
konstanter Geschwindigkeit UW in die positive x-Richtung. Die untere Kanalwand ist fest.
Über die porösen Begrenzungswände des Kanals wird oben Flüssigkeit mit konstanter
Geschwindigkeit V abgesaugt, die unten nachfließen kann. Der Druck im Kanal ist kon-
stant, p=konst. Wegen der in x- und z-Richtung unendlichen Ausdehnung des Kanals ist
das Geschwindigkeits- und Temperaturfeld nur eine Funktion von y. Die Strömung kann
als ebene Strömung in der (x, y)-Ebene behandelt werden. Die Strömung ist stationär, die
Dichte  und die Viskosität η sind konstant, Volumenkräfte sind zu vernachlässigen.
Über die untere Wand wird der Flüssigkeit der Wärmestrom q zugeführt. Die obere Wand
hat die Temperatur TO . Die Wärmeerzeugung durch Dissipation kann in der Energieglei-
chung vernachlässigt werden.

a) Berechnen Sie aus der Kontinuitätsgleichung die Geschwindigkeitskomponente v in


y-Richtung.
b) Geben Sie die vereinfachten x- und y-Komponenten der Navier-Stokesschen Gleichun-
gen für diese Strömung an.
c) Berechnen Sie die Geschwindigkeitskomponente u(y).
d) Die Energiegleichung lautet:
   
De p D ∂ ∂T ∂ ∂T
 − =Φ+ λ + λ ,
Dt  Dt ∂x ∂x ∂y ∂y

mit e = c T , wobei c die spezifische Wärmekapazität der Flüssigkeit ist. Vereinfachen


Sie die Energiegleichung für diese Strömung unter der zusätzlichen Voraussetzung, dass
die Wärmeleitfähigkeit durch die Funktion λ = λ0 + cV y gegeben ist.
e) Berechnen Sie die Temperaturverteilung im Kanal.

Geg.: , η , ⇒ ν = η /, V , UW , c, λ0 , q, TO .

Lösung auf Seite 197


64 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

Aufgabe 4.4. Luftströmungen durch Erdrotation

Auf der Nordhalbkugel soll der



Ω x3
Einfluss der Erdrotation (Win-
x2  = konst.)
kelgeschwindigkeit Ω
x3 auf die Luftströmung im ein-

Ω
gezeichneten erdfesten, also
ϑ U0
ϑ beschleunigten Koordinatensys-
x1 tem berechnet werden. Nahe der
w1 (x3 ) Erdoberfläche macht sich die
x1 Haftbedingung bemerkbar, die
Strömung ist hier reibungsbehaf-
tet.

Vom Geschwindigkeitsfeld ist bekannt, dass es eben ist und nur von x3 abhängt: w1 (x3 ) = 0, w2 (x3 ) = 0, w3 = 0.
Die Dichte  und die Viskosität η der Luft können als konstant angesehen werden. Vo-
lumenkräfte sind zu vernachlässigen. Die Änderung der Relativgeschwindigkeit in der
Cauchyschen Bewegungsgleichung ist im rotierenden Koordinatensystem [Dw/Dt]B = 0,
so dass sich die Divergenz des Spannungstensors und die Corioliskraft im Gleichgewicht
befinden:

 × w, ∂ τ ji
0 = ∇ · T − 2 Ω bzw. in Indexnotation 0= − 2 εi jk Ω j wk ;
∂xj

mit τ ji = −p δ ji + 2η e ji als Materialgesetz.


a) Zerlegen sie die Rotation Ω  für einen beliebigen Punkt im beschleunigten Koordina-
tensystem in seine Komponenten Ωi , i = 1, 2, 3, wobei Ω = |Ω  | der Betrag der Win-
kelgeschwindigkeit ist.
b) Wie lauten die x1 - und x2 -Komponenten der Corioliskraft (pro Volumeneinheit)?
c) Wie lauten die Komponenten des Dehnungsgeschwindigkeitstensors ei j ?
d) Vereinfachen Sie mit den gegebenen Eigenschaften des Geschwindigkeitsfeldes die ers-
te und zweite Komponente (i = 1 und i = 2) der Cauchyschen Bewegungsgleichung,
wenn zusätzlich ∂ p/∂ x1 = 0 gilt.
e) Berechnen Sie w2 (x3 ) und ∂ p/∂ x2 , wenn die Geschwindigkeitskomponente (rechtes
Bild)
!  x "  
x3 3 η 1/2
w1 (x3 ) = U0 1 − exp(− )cos , mit a =
a a  Ω3
gegeben ist.
 |, , η , U0 .
Geg.: ϑ , Ω = |Ω

Lösung auf Seite 199


4.3 Aufgaben für Newtonsche Flüssigkeiten 65

Aufgabe 4.5. Strömung auf geneigtem Transportband

h p0 g

u0
y
n
x
L α

p, η

Die abgebildete Konstruktion dient zur Förderung von Öl (Newtonsche Flüssigkeit, Dich-
te , dynamische Zähigkeit η ). Das um den Winkel α geneigte Transportband wird von 2
Walzen angetrieben, so dass es sich mit der konstanten Geschwindigkeit u0 bewegt. Das
Band hat die Breite b. Da die Länge des Bandes sehr viel größer ist als der Radius der Wal-
zen ist, kann der gekrümmte Teil der Förderstrecke vernachlässigt und für die Berechnun-
gen nur die Strecke L berücksichtigt werden. Vereinfachend wird angenommen, dass auf
der Strecke L eine ebene, laminare, stationäre Schichtenströmung konstanter Dicke h vor-
liegt. Die Strömungsgrößen sind nur Funktionen von y. Gegeben ist das Geschwindigkeits-
und das Druckfeld in der Form

u(y) = g sin α y2 +C1 y +C2

v=0
w=0
p(y) = − g cos α y +C

gegeben. C1 , C2 und C sind noch zu bestimmende Integrationskonstanten. Reibung zwi-


schen Flüssigkeit und Umgebungsluft kann vernachlässigt werden.
a) Wie lauten die Randbedingungen für das Geschwindigkeitsfeld u(y) und für das Druck-
feld p(y). Bestimmen Sie damit die Integrationskonstanten.
b) Wie groß muss u0 mindestens sein, damit überhaupt Öl nach oben transportiert wird?
c) Bestimmen Sie für den Grenzfall in dem kein Öl transportiert V̇ = 0 wird, die sich
einstellende Schichtdicke h. Wie groß ist in diesem Fall die Geschwindigkeit an der
freien Oberfläche (y = h). Zeichnen Sie qualitativ das Geschwindigkeitsprofil.
d) Wie lautet die x-Komponente tx des Spannungsvektors t auf der Transportbandfläche,
wenn der Normalenvektor aus der Flüssigkeit heraus zeigt.
Berechnen Sie damit die notwendige Leistung, um im Grenzfall V̇ = 0 das Band mit
der Geschwindigkeit u0 zu bewegen.
Geg.: , η , p0 , L, b, h, u0 , g, α .
Lösung auf Seite 201
66 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

Aufgabe 4.6. Flüssigkeitsfilm an Draht

a
Ein langer vertikaler Draht mit dem
Radius a wird von einem Flüssigkeits-
R film mit dem Radius R benetzt. Die
Dichte  und die dynamische Zähigkeit
g η der Newtonschen Flüssigkeit sind
r
konstant. Der Film fließt unter der
uz Wirkung der Schwerkraft nach unten.
Außerhalb des Flüssigkeitsfilms kann
der Umgebungsdruck zu p0 = 0 gesetzt
r, h
werden. Die Reibung zwischen Flüssig-
keit und Umgebungsluft ist ebenfalls zu
z vernachlässigen (ηLu f t = 0).

Im betrachteten Bereich konstanter (!) Filmschichtdicke stellt sich eine stationäre, achsen-
symmetrische Schichtenströmung (∂ /∂ ϕ = 0, uϕ = 0) ein. Die Geschwindigkeitskompo-
nenten sind keine Funktionen der z-Koordinate. Es sind Zylinderkoordinaten zu verwen-
den.

a) Wie lauten die Randbedingungen zur Bestimmung des Geschwindigkeitsfeldes?


b) Bestimmen Sie die ur -Komponente des Geschwindigkeitsfeldes durch Vereinfachung
der Kontinuitätsgleichung.
c) Ermitteln Sie aus der r-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen die Druck-
verteilung im Flüssigkeitsfilm.
d) Bestimmen Sie die Geschwindigkeitskomponente uz aus der z-Komponente der Navier-
Stokesschen Gleichungen und den Randbedingungen aus a).
Hinweis, es gilt folgende Identität:
 
∂ 2 uz 1 ∂ uz 1 ∂ ∂ uz
+ = r .
∂ r2 r ∂r r ∂r ∂r

Geg.: , η , a, R, kr = 0, kϕ = 0, k = gez .

Lösung auf Seite 202


4.3 Aufgaben für Newtonsche Flüssigkeiten 67

Aufgabe 4.7. Kühlung eines Flugkörpers


y

Die zylindrische Außenhaut r = R2 ei-


R2
r nes Flugkörpers wird durch Luftkühlung
ϕ auf konstanter Temperatur T2 gehalten.
T2 , p2
Die Zylinderwände sind senkrecht zur
R1 x
Zeichenebene unendlich ausgedehnt, sie
K ühlung
S T1 , p1 sind durchlässig (porös) und als unend-
lich dünn anzusehen. Der innere Zylinder
wird durch Kühlung (Wärmeabfuhr) auf
der niedrigeren Temperatur T1 gehalten.

Luft mit dem Volumenstrom V̇ (pro Tiefeneinheit) strömt radial vom inneren zum äußeren
Zylinder. Die Strömung zwischen den Zylinderflächen ist eben und stationär. Die Dichte
 ist konstant. Volumenkräfte treten nicht auf. Das Geschwindigkeits- und das Tempera-
turfeld hängt nur von der r-Koordinate ab. Die Geschwindigkeitskomponenten uϕ = 0 und
uz = 0 sind gegeben.
a) Berechnen Sie mit Hilfe der Kontinuitätsgleichung die Geschwindigkeitskomponente
ur (r) zwischen den Zylindern. Der Volumenstrom V̇ ist gegeben.
b) Vereinfachen Sie die r-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen und berech-
nen Sie die Druckverteilung p(r) zwischen den Zylindern und die Druckdifferenz
p2 − p1 .
c) Die Erwärmung der Luft durch Reibungsspannungen kann vernachlässigt werden, da-
mit vereinfacht sich die Energiegleichung zur Bestimmung der Temperaturverteilung
T (r) zu  
dT λ d dT
 cv ur = r .
dr r dr dr
Ermitteln Sie den Temperaturgradienten auf den beiden Zylinderoberflächen. Die Inte-
grationskonstante kann hierbei unbestimmt bleiben. Berechnen Sie die über die gesam-
te Oberfläche S dem Zwischenraum zu- bzw. abgeführte Wärmemenge pro Zeit- und
Tiefeneinheit: 
Q̇ = − q ·n dS .
S

Geg: V̇ , , R1 , R2 , p1 , T1 , T2 , λ , cv .
Lösung auf Seite 203
68 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

Aufgabe 4.8. Kunststoffrohrherstellung in Schleudervorrichtung

Kunststoffrohr
Ω
Eine Schleudervorrichtung zur Herstellung
R2 von Kunststoffrohren besteht aus einer rotie-
Kokille renden Kokille und einer feststehenden Heiz-
R1
eϕ vorrichtung. Das Kunststoffrohr rotiert zu-
qr
Luft sammen mit der Kokille mit einer Winkelge-
er
schwindigkeit Ω . Die Heizvorrichtung (Ra-
dius R1 ) führt den konstanten Wärmestrom
Heizvorrichtung
qR1 zu.

Es wird das Geschwindigkeitsfeld der Luft, die sich zwischen Heizvorrichtung und Kunst-
stoffrohr befindet, betrachtet:
B
ur = 0 , uϕ = A r + , uz = 0 .
r

Die absoluten Konstanten A und B sollen für die Aufgabenteile a), b) und c) als bekannt
angenommen werden. Volumenkräfte können vernachlässigt werden. Die Strömung ist
stationär, eben und rotationssymmetrisch. Bei der Luft handelt es sich um ein Newtonsche
Fluid. Das Problem ist in Zylinderkoordinaten zu behandeln.
a) Bestimmen Sie die Konstanten A und B des Geschwindigkeitsfeldes.
b) Berechnen Sie die einzige von Null verschiedene Komponente erϕ des Deformations-
geschwindigkeitstensors.
c) Wie lautet die Dissipationsfunktion Φ .
d) Ermitteln Sie die Funktion des Temperaturgradienten

∂T
(r)
∂r
zwischen R1 und R2 , mit der Energiegleichung für die vorliegende Schichtenströmung
in Zylinderkoordinaten:   
λ ∂ ∂T
0=Φ+ r .
r ∂r ∂r
Bestimmen Sie die auftretende Integrationskonstante mit dem Fourierschen
Wärmeleitungsgesetz:
∂T
qr = −λ .
∂r
Geg.: R1 , R2 , Ω , qR1 , λ , η .

Lösung auf Seite 205


4.3 Aufgaben für Newtonsche Flüssigkeiten 69

Aufgabe 4.9. Spin-coating


Ω wr

h(t) KV r
η

Auf einer mit konstanter Winkelgeschwindigkeit Ω  = Ω ez rotierenden Scheibe befindet


sich ein sehr zäher, inkompressibler Flüssigkeitsfilm (η ,  = konst.). Die Flüssigkeit ro-
tiert mit der Scheibe. Im mitrotierenden System wirkt auf die Flüssigkeit die Scheinkraft
 f = −[2Ω × w + Ω × (Ω
 ×x)]. Hier soll es sich um eine schleichende Bewegung“

handeln, das heißt in den Navier-Stokesschen Gleichungen können die Beschleunigungs-
terme (linke Seite) näherungsweise gegen die Zähigkeitsterme vernachlässigt werden. Die
Strömung ist rotationssymetrisch ∂ /∂ ϕ = 0, für den Druckgradienten gilt ∂ p/∂ r = 0. Die
vereinfachte r-Komponente im mitrotierenden System lautet somit
# $
∂ 2 wr 1 ∂ wr wr ∂ 2 wr
0 = f ·er + η + − 2 + .
∂ r2 r ∂r r ∂ z2

Die Filmdicke auf der Scheibe ist nur eine Funktion der Zeit h = h(t). Von den Kompo-
nenten der Relativgeschwindigkeit w ist folgendes bekannt:

 z z
wr = g(r) 2 − , g(r) unbestimmt
h h
wϕ = 0
wz = wz (z) unbestimmt

a) Bestimmen Sie die Funktion g(r) und damit wr durch Anwendung der Kontinuitäts-
gleichung in integraler Form auf das eingezeichnete Kontrollvolumen. Hierfür ist h(t)
und dh/dt = wz (h) zunächst als gegeben anzunehmen.
b) Bestimmen Sie die r-Komponente der Scheinkräfte f ·er .
c) Leiten Sie aus der r-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen eine gewöhnli-
che Differentialgleichung für h(t) her.
d) Bestimmen Sie die Filmdicke h(t) mit der Anfangsbedingung h(t = 0) = h0 .
Geg.: Ω , η , , h0 .

Lösung auf Seite 206


70 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

Aufgabe 4.10. Wasserfilm auf Hausdach


uL
g
y p0

Wind
,η L

h u(y)
, η

x
β

Auf dem unter einem Winkel β angestellten Dach eines Hauses strömt Regenwasser kon-
stanter Dichte  und konstanter dynamischer Viskosität η unter dem Einfluss der Schwer-
kraft. Das Dach ist in die x- und z-Richtung als unendlich ausgedehnt zu betrachten, so
dass alle Strömungsgrößen nur eine Funktion von y sind. Die Schichtdicke h des Regen-
wasserfilms ist konstant. Parallel zur Filmströmung existiert eine laminare Luftströmung
in die negative x-Richtung mit der Geschwindigkeit uL . Die dynamische Viskosität der
Luft ist ηL . Die Schubspannungen zwischen Luft und Wasser können nicht vernachlässigt
werden, so dass das Wasser durch die Luftströmung verlangsamt wird. Die Dichte der Luft
kann vernachlässigt werden. Der Druck der Umgebungsluft ist p0 und der Geschwindig-
keitsgradient der Luft an der Oberfläche y = h ist mit duL /dy|y=h = −a bekannt. a > 0 ist
eine dimensionsbehaftete Konstante.
a) Wie lautet der Vektor der Volumenkraft der Schwere k = g in dem angegebenen
Koordinatensystem?
b) Bestimmen Sie die v-Komponente der Geschwindigkeit in der Regenwasserschicht.
c) Ermitteln Sie die Druckverteilung in der Flüssigkeitsschicht. Hinweis: Benutzen Sie
die y-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen.
d) Bestimmen Sie aus der dynamischen Randbedingung n j τ ji(L) = n j τ ji(W ) an der Trenn-
fläche y = h : du/dy|y=h .
e) Vereinfachen Sie die x-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen für den
vorliegenden Fall und bestimmen Sie die Geschwindigkeitskomponente u(y) in der
Flüssigkeitsschicht.
f) Bestimmen Sie die Geschwindigkeit uL der Luft an der freien Oberfläche des Wassers.
Geg: , η , ηL , g, β , h, a, p0 .
Lösung auf Seite 207
4.3 Aufgaben für Newtonsche Flüssigkeiten 71

Aufgabe 4.11. Farbe auf einer Wand

Platte Platte Seitenansicht

b
u1 (x2 = b/2, x3 )
x3

Wand x3
, η
x2 x1

Bei dem oben skizzierten Beschichtungsvorgang wird Farbe auf eine Wand aufgetragen.
Die Farbe befindet sich zwischen zwei ruhenden senkrechten Platten (linkes Bild). Die
Platten sind in die x1 - und x3 -Richtung unendlich ausgedehnt. Unterhalb der Platten befin-
det sich in einem zu vernachlässigendem Abstand die Wand, die mit konstanter Geschwin-
digkeit in die x1 -Richtung bewegt wird (rechtes Bild). Hierdurch bildet sich zwischen den
Platten ein Geschwindigkeitsfeld aus, von dem folgende Komponenten gegeben sind



  ⎪
⎪ −∞ < x1 < ∞,
x3 x2 ⎪

u1 (x2 , x3 ) = U exp −π sin(π ) ⎪

b b im Gebiet
⎪ 0 ≤ x2 < b,


u2 = 0 ⎪


⎪ 0 ≤ x < ∞.
⎩ 3

Die Farbe soll hier als Newtonsche Flüssigkeit betrachtet werden. Die Dichte  und die
Zähigkeit η sind konstant. Volumenkräfte werden nicht berücksichtigt. Seitlicher Fluß
nach außen zwischen Platten und Wand tritt nicht auf. Es soll nur die Strömung im Gebiet
−∞ < x1 < ∞ , 0 ≤ x2 ≤ b , 0 ≤ x3 < ∞ betrachtet werden. Alle Strömungsgrößen sind von
der x1 Koordinate unabhängig. Der Druck p ist im ganzen Feld konstant.

a) Berechnen Sie die Komponente u3 des Geschwindigkeitsfeldes, wenn u3 (x3 = 0) = 0


gilt.
b) Wie groß ist der Volumenstrom V̇ , der zwischen den zwei Platten transportiert wird.
c) Berechnen Sie die Kraft in x1 -Richtung auf die Fläche x3 = 0 mit Normalenvektor
n = − e3 . Die Kraft ist pro Längeneinheit in der x1 -Richtung zu berechnen.
d) Wie groß ist die Summe der Kraft pro Längenheinheit der Flüssigkeit auf beide Platten
in x1 -Richtung?
Hinweis: Verwenden Sie den Impulssatz in Integralform

Geg.: , η , U, b. Lösung auf Seite 209


72 4 Bewegungsgleichungen für Newtonsche Flüssigkeiten

Aufgabe 4.12. Bewegung eines Wirbelfadens

a) b)
y y

Γ1 = −Γ Γ1 = −Γ

h
h

x x

t =0 t =0

Bild a): Ein gerader, in z-Richtung unendlich langer Wirbelfaden mit der Zirkulation Γ
befindet sich zur Zeit t = 0 an der Stelle xw1 (t = 0) = hey . Der Wirbelfaden induziert ein
Geschwindigkeitsfeld. Die Strömung ist reibungsfrei, Volumenkräfte treten nicht auf.

a) Bestimmen Sie mit Hilfe des Biot-Savartschen Gesetzes für den unendlichen langen,
geraden Wirbelfaden die induzierte Geschwindigkeit u(x, y) in einem beliebigen Punkt
x, y im Feld. Beachten Sie die Drehrichtung des Wirbelfadens.

Im Bild b) befindet sich an der Stelle y = 0 eine Wand. Durch den Effekt der Wand bewegt
sich der Wirbel.
b) Erfüllen Sie zeichnerisch die kinematische Randbedingung (u ·n)|y=0 = 0 an der Wand.
c) Wie lautet nun das resultierende Geschwindigkeitsfeld u(x, y) in einem beliebigen
Punkt (x, y > 0) zum Zeitpunkt t = 0?
d) Wie lauten die Geschwindigkeitskomponenten auf der x-Achse?
e) Welche Geschwindigkeit u(xw1 , yw1 ) wird auf den oberen Wirbel induziert, d.h. wie
lauten seine Geschwindigkeitskomponenten ẋw1 , ẏw1 ?
f) Bestimmen Sie die Bahnlinie des Wirbelfadens und skizzieren Sie den Bahnverlauf.
Geg.: Γ , h.
Lösung auf Seite 211
4.3 Aufgaben für Newtonsche Flüssigkeiten 73

Aufgabe 4.13. Widerstandsbeiwert einer Kugel

Für eine umströmte Kugel mit dem Durchmesser d ist der Widerstandsbeiwert cw (Re) (di-
mensionsloser Widerstand) nur eine Funktion der Reynoldszahl. Bei gleicher Reynolds-
zahl ReW = ReL wird die dimensionsbehaftete Widerstandskraft W auf die Kugel ein-
mal in Wasser (WW , νW , W , UW ) und einmal in Luft (WL , νL , L , UL ) gemessen. UW ,
UL sind die Anströmgeschwindigkeiten. Das Verhältnis der kinematischen Zähigkeiten ist
νL /νW = 15, das der Dichten ist L /W = 10−3 .

1. Wie lautet die Formel für den Widerstandsbeiwert der Kugel?


2. Berechnen Sie das zu erwartende Verhältnis der Widerstandskräfte WL /WW .

Geg.: L /W , νL νW . Lösung auf Seite 212


Kapitel 5
Hydrostatik

5.1 Druckverteilung in einer ruhenden Flüssigkeit

In einer ruhenden Flüssigkeit (u ≡ 0) treten keine Reibungsspannungen sonder nur Druck-
kräfte auf. Aus den Erhaltungssätzen für Masse (2.5) und Impuls (2.13) erhält man die
Gleichungen
∂
=0 (5.1)
∂t
und
∇p = k . (5.2)
Hat die Massenkraft k ein Potential, so liegt ein hydrostatisches Gleichgewicht (5.2) dann
vor, wenn  
∇ × ∇p = ∇ ×k +  ∇ ×k = 0
!
     
=0
=0

erfüllt ist also der Dichtegradient ∇ parallel zur Massenkraft k ist. Tritt als Massenkraft
nur die Schwerkraft auf k = −gez (positive z-Richtung vertikal von der Erdoberfläche
nach oben gerichtet), so liefert die Integration von (5.2) für  = konst. die hydrostatische
Druckverteilung
p(x, y, z) = C − gz . (5.3)
C bezeichnet die Integrationskonstante.

Bemerkungen:
 =
1. Befindet sich die ruhende Flüssigkeit in einem mit der Winkelgeschwindigkeit Ω
Ω ez rotierenden Behälter mit der Massenkraft
 
k = −gez − 1 Ω
 × Ω ×x , x = rer + zez (5.4)
2

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018


H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3_5
76 5 Hydrostatik

so erhält man, in Übereinstimmung mit (4.23) für w ≡ 0,



p(x, y, z) = C − gz + Ω 2 r2 . (5.5)
2
2. Der Druck p in einem Punkt auf einer Fläche in einer ruhenden Flüssigkeit hängt nicht
von der Orientierung des Flächenelementes ab, auf das er wirkt.
3. Ist  = konst., so ist bei der Integration von (5.2) der entsprechende Zusammenhang für
 = (p) einzusetzen.

5.2 Kraft auf Flächen

z
p0

n S

Abb. 5.1: Eingetauchte Fläche

In ruhenden Flüssigkeiten hat der Spannungsvektor an einer Fläche S die Form t = −pn,
wobei n der Normalenvektor der Fläche ist. Damit erhält man die Kraft der Flüssigkeit auf
die Fläche S ganz allgemein durch Integration zu
 
F = t dS = − pn dS . (5.6)
S S

5.2.1 Kraft und Moment auf die ebene Fläche

Wir betrachten eine ebene eingetauchte Fläche A (Abb.: 5.2) und verwenden zwei Ko-
ordinatensysteme. Das (x, y, z)-System an der Flüssigkeitsoberfläche und das (x , y z )-
System, welches seinen Ursprung im Flächenschwerpunkt S der Fläche A hat. Mit Hil-
fe des Druckes im Schwerpunkt pS = p0 + g hS kann die Druckverteilung p(z) auf der
5.2 Kraft auf Flächen 77

eingetauchten Fläche aus Gleichung (5.3)

p(−hS ) = C + ghS ⇒ C = pS − ghS zu p(z) = pS − g(hS + z) (5.7)

bestimmt werden. Da g keine Komponente in y-Richtung hat, gilt diese Gleichung für alle
y!

z
g p0
Ñ
x
 z hS
x
n ϕ
A
S

Abb. 5.2: Flächenkoordinaten an einer eingetauchten ebenen Fläche

Mit den in Abb. 5.2 eingeführten Flächenkoordinaten lautet die Druckverteilung auf der
Fläche A: (z = 0, y beliebig, z = −hS − x sin ϕ )

p(x , y , z ) = pS − gx sin ϕ . (5.8)


Die Integration von (5.8)
  
F = −n pS − gx sin ϕ dA (5.9)
A

ergibt die Kraft auf die Fläche A zu

F = −pS An . (5.10)

Der zweite Term im Integral (5.9) liefert keinen Beitrag, da das Integral

x dA = A xS (5.11)
A

die Schwerpunktskoordinate xS der Fläche A bestimmt, im vorliegenden Fall xS = 0.

Das Moment der Flüssigkeit bezüglich eines beliebigen Punktes P auf der Fläche A ist
gegeben durch die Integration von (siehe Abb.: 5.3)
 
 P = x  −x P × (−pn) dA, n = ez
dM
78 5 Hydrostatik

z n x
S
ϕ −pndA
P
A

y S x

x 
A x P

x  −x P
P

Abb. 5.3: Moment im Punkt P durch −pndA

zu   
P =−
M x  −x P × p(x  )
ez dA . (5.12)
A

Setzt man die Druckverteilung (5.8) für p(x  ) ein und führt die Integration aus, so ergibt
sich das Moment im Punkt P zu
' ( ' (
 P = g sin ϕ Ix y + yP pS A ex − g sin ϕ Iy + xP pS A ey .
M (5.13)

Hierin bezeichnen 
Ix y = x y dA (5.14)
A

das gemischte Flächenträgheitsmoment und



Iy = x2 dA (5.15)
A

das Flächenträgheitsmoment bezüglich der y -Achse. Aufgrund der linearen Druckver-


teilung greift die resultierende Flüssigkeitskraft F nicht im Schwerpunkt S sondern im
Druckmittelpunkt D an. Dieser befindet sich im Punkt (xd , yd ) unterhalb des Schwerpunk-
tes S.
Die Kraft im Druckmittelpunkt übt kein Moment M  auf die Fläche A aus. Seine Koordi-

naten folgen für MP = 0 aus (5.13) zu
5.2 Kraft auf Flächen 79

z
g p0
Ñ
 z
F x
ϕ

A S
D
Abb. 5.4: Lage des Druckmittelpunktes

gIy sin ϕ
xd = − , (5.16)
pS A
gIx y sin ϕ
yd = − . (5.17)
pS A

5.2.2 Auftrieb

Wird ein Körper in Flüssigkeit eingetaucht, so erfährt dieser durch die Flüssigkeitsver-
drängung eine Auftriebskraft (Archimedes). Die Kraft der Flüssigkeit auf den eingetauch-

z
p0 g

Ñ
F

V

S
A
n

Abb. 5.5: Auftrieb eines eingetauchten Körpers


80 5 Hydrostatik

ten Körper kann mit Hilfe des Gaußschen Satzes berechnet werden:
 
F = − pn dA = − ∇p dV ,
A V

wobei mit ∇p = −gez folgt


F = gVez . (5.18)
(5.18) stellt den Auftrieb des eingetauchten Körpers dar (in ez -Richtung).  ist die Flüssig-
keitsdichte, V ist das vom Körper verdrängte Flüssigkeitsvolumen.

5.2.3 Kraft auf gekrümmte Flächen, Ersatzkörper

Oft kann die Kraft auf gekrümmte Wände unter Verwendung eines Ersatzkörpermodells
berechnet werden. Man benötigt dann die explizite Druckverteilung auf der Fläche nicht.
Die Berechnung der Kraft auf die eingetauchte Fläche SF (siehe Abb. 5.6) zwischen den

z
g
p0
x 1

SF
 n Ax
Fx 2

Fz

Abb. 5.6: Kraft auf gekrümmte Flächen

Punkten 1lund 2llässt sich dadurch vereinfachen, dass man die Fläche SF durch ebene
Flächen (Ax , MR , Az , ML ) zu einem geschlossenen Körper (Ersatzkörper) ergänzt. Um die
Eintauchtiefe der Fläche zu berücksichtigen, muss das Lot von den Punkten 1lund 2l
auf die Oberfläche der Flüssigkeit gefällt werden (siehe Abb. 5.7).
⎡ ⎤
   
F = − pn dS = − ⎣ pn dS + pn dS⎦ + pn dS
SF SF Ax +MR +Az +ML Ax +MR +Az +ML
5.2 Kraft auf Flächen 81
z
g = −gez
p0 Az
x ML 1 V2 MR

SF V1
 n ps
Ax
Fx 2

Fz

Abb. 5.7: Ersatzkörper V = V1 +V2

Mit dem Gaußschen Satz folgt nun:



F = g(V1 +V2 )ez + pn dS . (5.19)
Ax +MR +Az +ML

Hieraus erhält man die z-Komponente Fz = F · ez zu

Fz = gV + p0 Az , (5.20)

wobei V = V1 +V2 das Gesamtvolumen des Ersatzkörpers. Die x-Komponente Fx = F · ex


ergibt sich zu
Fx = pS Ax , (5.21)
wobei Ax die in x-Richtung projizierte Fläche von SF und pS der Druck im Schwerpunkt
von Ax sind. Findet auf SF ein Vorzeichenwechsel von n · ex statt, so ist SF in die entspre-
chenden Flächenelemente aufzuteilen.

Die Auftriebskraft FA = gV geht durch den Schwerpunkt S des Ersatzkörpers (siehe Abb.
5.8). Bei bekannter Lage des Schwerpunktes S kann die Wirkungslinie von Fz aus dem
Momentengleichgewicht p0 Az a = Fz b bestimmt werden. p0 Az greift im Schwerpunkt der
Fläche Az an.
82 5 Hydrostatik

p0 Az a

V
S

Fz FA
b

Abb. 5.8: Wirkungslinie von Fz

5.2.4 Freie Oberflächen

Grenzflächen zwischen zwei unvermischbaren Flüssigkeiten unterliegen der Oberflächen-


spannung (Kapillarspannung) σ . Sie hat das Bestreben die Größe einer freien Oberfläche
zu minimieren.
·
Über gekrümmte Grenzflächen tritt ein
Drucksprung Δ p = pi − pa auf. Bei vor-
·
ausgesetztem thermodynamischen Gleich-
R2 gewicht, lässt sich diese Druckdifferenz
R1 durch die Laplacesche Gleichung
 
1 1
pi − pa = σ +
r
n
R1 R2
(5.22)

· ausdrücken. Wobei der Druck pi auf der


pi konkaven Seite größer als der Druck pa auf
der konvexen Seite der Grenzfläche ist. R1
pa und R2 bezeichnen die Hauptkrümmungs-
radien im betrachteten Punkt der Fläche.
Abb. 5.9: Gekrümmte Grenzfläche

An festen Wänden bildet sich im stationären Fall infolge des Kräftegleichgewichts in


Wandrichtung ein Randwinkel (Kontaktwinkel) α aus. α genügt der Youngschen Glei-
chung
σ23 = σ13 + σ12 cos α . (5.23)
5.2 Kraft auf Flächen 83

Der Wert der Kapillarspannungen σ hängt von der Materialpaarung ab:

Gas
2
Wand
3 s23

R = R1
σkl Paarung
s13 σ12 Flüssigkeit - Gas
σ13 Flüssigkeit - Wand
s12 σ23 Gas - Wand
Flüssigkeit
a
1

Abb. 5.10: Kontaktwinkel


Ist die skizzierte Wand eben (und senkrecht zur Zeichenebene) und damit die Flüssigkeit-
soberfläche nur in eine Richtung gekrümmt, so gilt für den Drucksprung in der Nähe der
Wand gemäß (5.22):
σ12
Δp= , (5.24)
R
wobei R = R1 der Krümmungsradius der Flüssigkeit in Nähe der Wand ist und R2 → ∞
senkrecht zur Zeichenebene gilt. Weit entfernt von der Wand gilt auch R1 → ∞ ⇒ Δ p = 0!
In dünnen Rohren ist der Einfluss der Oberflächenspannung nicht mehr zu vernachlässi-
gen, wenn der Rohrdurchmesser 2r in der Größenordnung der Laplaceschen Länge a liegt.

α
R
α
r
)
σ
a := Laplacesche Länge (5.25)
g

2r

Abb. 5.11: Kapillareffekt


Unter der Annahme, dass die Flüssigkeitsoberfläche näherungsweise eine Kugelkalotte mit
Krümmungsradius R bildet, gilt für den Drucksprung über die freie Oberfläche innerhalb
eines dünnen Röhrchens
84 5 Hydrostatik

2σ r
Δp= mit R = . (5.26)
R cos α
Bei einer Seifenblase existieren zwei Oberflächen. Der Innenradius Ri kann näherungswei-
se gleich dem Außenradius Ra gesetzt werden (Ri ≈ Ra ≈ R), so dass für den Drucksprung
zwischen dem Inneren einer Seifenblase und ihrer Umgebung gilt:


pi − pa = . (5.27)
R
5.3 Aufgaben zur Hydrostatik 85

5.3 Aufgaben zur Hydrostatik

Aufgabe 5.1. Dichtemessung

p0=0

Zur Dichtemessung einer Flüssigkeit soll die oben skizzierte Konstruktion benutzt werden,
bei der ein drehbar gelagerter, masseloser Keil einen Behälter in zwei getrennte Becken
teilt. Die Dichte der Referenzflüssigkeit auf der linken Seite sei 1 , der Umgebungsdruck
kann zu pu = 0 gesetzt werden. Zur Vereinfachung sollen die Wasserstandshöhen beider
Flüssigkeiten als H angenommen werden. Die Winkeländerung des Keils aus der Vertika-
len ist ϑ . Das Problem kann als eben betrachtet werden (alle Kraft- und Momentberech-
nungen sind pro Tiefeneinheit senkrecht zur Zeichenebene auszuführen).

a) Gegen welche Druckdifferenz am Behälterboden muss das Gelenk abgedichtet sein?


b) Welche Kraft in x-Richtung wirkt auf das Gelenk?
c) Welche Kraft muss das Gelenk in z-Richtung aufnehmen?
d) Stellen sie den Zusammenhang zwischen dem Dichteverhältnis der Flüssigkeiten und
dem Neigungswinkel ϑ im Gleichgewichtszustand auf.

Hinweis: Die Flächenträgheitsmomente (pro Tiefeneinheit) für ein Koordinatensystem im


Flächenschwerpunkt der eingetauchten Flächen lauten
 3
1 H
Ix y = 0; Iy = .
12 cos(ϑ ± α )
Geg.: H, g, 1 , 2 , p0 = 0, α , ϑ .

Lösung auf Seite 213


86 5 Hydrostatik

Aufgabe 5.2. Überdruckbehälter

Die Skizze zeigt einen Behälter, der mit Flüssigkeit konstanter Dichte  bis zur Höhe h
gefüllt ist. Über der Flüssigkeitsoberfläche herrscht ein Druck von pB > p0 . Der Behälter
wird an der Unterseite durch eine zylinderförmige Schale mittels einer Schraubverbindung
abgeschlossen.

pB z
x
g

h
α

R
Zylinderschale p0

Abb. 5.12: Überdruckbehälter

a) Berechnen Sie die Komponente Fx der resultierenden Kraft F (pro Tiefeneinheit) auf
die Zylinderschale.
b) Berechnen Sie die Komponente Fz der resultierenden Kraft F (pro Tiefeneinheit) auf
die Zylinderschale.

Geg.: R, h, α = π4 , , p0 , pB > p0 .

Lösung auf Seite 214


5.3 Aufgaben zur Hydrostatik 87

Aufgabe 5.3. Schleusenanlage

Betrachtet wird eine Schleusenanlage, die in einem Fluss dazu dient, dass Schiffe über
einen Höhenunterschied transportiert werden können. Die Schleuse besteht aus einer
Schleusenkammer, die durch zwei Tore vom Ober- und Unterwasser getrennt werden kann.
Die Tore schließen unter dem Winkel α , so dass sie durch den Wasserdruck geschlossen
gehalten werden. In beiden Toren befinden sich jeweils zwei Klappen, über die Wasser
in die Schleusenkammer eingeleitet bzw. abgelassen werden kann. Wenn diese Schleu-
senklappen vollständig geöffnet sind, kann die Strömung über den Klappenquerschnitt
als konstant betrachtet werden. Es soll der Senkvorgang betrachtet werden, so dass zum
Zeitpunkt t0 alle Tore und Klappen geschlossen sind und der Wasserpegel in der Schleu-
senkammer dem des Oberwassers, H1 , entspricht.
Seitenansicht
Tor 1 Tor 2
p0 g
p0
A H1 A
H(t) z p0 Unter-
Ober- h h
wasser b x b wasser
Ansicht A-A (Draufsicht)
Tor 1 Tor 2
Fa h β
B Fi b
2 Fi Fa
y
x
B
2
α
L

a) Berechnen Sie die Kräfte, die zum Zeitpunkt t0 auf jeweils eine Torhälfte der Tore 1
und 2 wirken. Wie groß ist die Kraft, die Tor 2 zuhält.
b) Skizzieren Sie den Kraftverlauf und -angriffspunkt für eine Schleusenklappe in Tor 2
zum Zeitpunkt t0 . Berechnen Sie das Moment, das notwendig ist, um diese Schleusen-
klappe aus ihrer geschlossenen Position (β = 0◦ ) zu öffnen.
c) Stellen Sie für den quasistationären Fall den Zusammenhang zwischen der Sinkge-
schwindigkeit us (t) des Wasserpegels in der Schleuse, und der Austrittsgeschwindig-
keit ua (t) an den Schleusenklappen her, wenn die beiden Klappen in Tor 2 vollständig
geöffnet sind.
d) Wie groß sind ua (t) und der austretende Volumenstrom V̇ (t) in Abhängigkeit von H(t)
für diesen Fall?
bh3
Geg.: , H1 , H(t), B, L, b, h, Iy = , α , β , g. Lösung auf Seite 215
12
88 5 Hydrostatik

Aufgabe 5.4. Reservoir


g
p0 = 0
p0 = 0 l
1

D l l
h1 1
Mzu S 3l
A S 1
l 3l
z n G b
x

Ein Körper mit einem rechtwinkligen Dreiecksquerschnitt und der Tiefe b versperrt den
Ausfluss eines Reservoirs. Der Körper ist im Punkt D drehbar gelagert. Da die Gewichts-
kraft G des Körpers nicht ausreicht, den Durchfluss zu verschließen, muss ein von außen
wirkendes Moment Mzu aufgebracht werden.
b

bh3
Geg.: p0 = 0, 1 , h1 , l, b, G, g, h2 , Iy = 12 y
h
S

a) Bestimmen Sie die von der Flüssigkeit auf die schräge Fläche A des Körpers wirkende
Kraft F.
b) Berechnen Sie den Hebelarm der Kraft F aus Aufgabenteil a) zum Drehpunkt D?
c) Berechnen Sie das Moment Mzu , durch welches der Ausfluss gerade noch geschlossen
gehalten wird.
d) Jetzt wird die rechte Seite des Reservoirs mit einer unbekannten Flüssigkeit bis zur
Höhe h2 aufgefüllt (h2 is gegeben).
p0 = 0 g
p0 = 0
1
l 2
h1
D h2
S
l
z G
x

Bestimmen Sie die Dichte 2 der unbekannten Flüssigkeit, wenn das in c) berechnete
Moment Mzu nun vollständig von der unbekannten Flüssigkeit aufgebracht wird.
Lösung auf Seite 217
5.3 Aufgaben zur Hydrostatik 89

Aufgabe 5.5. Sammelbecken einer Kläranlage

p0 p0
x

hL B
ρ hR
l/2 ρ
l
S
Ausgleichsbecken
Sammelbecken G
α
A

Um Schwankungen im Zufluß einer Kläranlage auszugleichen, besteht zwischen einem


Sammelbecken und einem Ausgleichsbecken eine Verbindung, die je nach Höhendifferenz
der Flüssigkeitsspiegel hR − hL durch eine Platte geöffnet oder verschlossen wird. Die
Platte (Länge l, Breite b, Gewicht G = −Gez ) ist im Punkt A drehbar gelagert und liegt
im geschlossenen Zustand am Punkt B auf. Platte und Boden des Beckens schließen den
Winkel α ein. Das Flächenträgheitsmoment der rechteckigen Platte bezüglich der y -Achse
ist durch Iy = bl 3 /12 gegeben. Die y -Achse geht senkrecht zur Zeichenebene durch den
Schwerpunkt S der Platte.

a) Berechnen Sie den Betrag der Kraft |FL |, die die Flüssigkeit im Sammelbecken auf
die Platte ausübt und berechnen Sie den Betrag der Kraft |FR |, die die Flüssigkeit im
Ausgleichsbecken auf die Platte ausübt.
b) Berechnen Sie die Abstände der Kraftangriffspunkte der beiden Kräfte FL und FR vom
Punkt A .
c) Bei welcher Höhendifferenz hL − hR der beiden Flüssigkeitsspiegel öffnet die Platte die
Verbindung zwischen Sammelbecken und Ausgleichsbecken.

Geg.: p0 = 0, , g, G, l, b, α .
Lösung auf Seite 219
90 5 Hydrostatik

Aufgabe 5.6. Gekrümmte Wehrmauer

z
p0
p0

D xs x
aaaaaaaa
aaaaaaaa
aaaaaaaa
aaaaaaaa
aaaaaaaa
z(x) 
h
aaaaaaaan
aaaaaaaa
aaaaaaaa

Die skizzierte Wehrmauer hat eine in Wasser (Dichte ) gewölbte Kontur und die Breite b
(senkrecht zur Zeichenebene). √
Der von Wasser benetzte Teil der Kontur hat in der (x, z)-
Ebene die Gleichung z(x) = − h2 − x2 . Der Umgebungsdruck ist p0 .

a) Bestimmen Sie die Kraftkomponenten Fx und Fz , die das Wasser auf das Wehr ausübt.
b) Bestimmen Sie die Wirkungslinien dieser Kräfte. Die x-Koordinate des Flächenschwer-
punktes der Mauer ist: xs = 4h/3π
c) Berechnen Sie das Moment M  D um den Punkt D, dass das Wasser auf die Kontur ausübt.
3
Geg.: p0 , , h, Flächenträgheitsmoment Iy = b12
h
einer rechteckigen Fläche bezüglich der

y -Achse durch den Schwerpunkt S dieser Fläche:

S
y h

Lösung auf Seite 221


5.3 Aufgaben zur Hydrostatik 91

Aufgabe 5.7. Kolben und Klappe in Rohrsystem

p0
p0
r g
z hR2
hR1
x
Nulllage Δh Nulllage

hL1 ρk K R
h0
D 2
1 S
r

ρ = const.

Die beiden skizzierten Zylinder (Zylinder links: Radius r, Zylinder rechts: Radius R) sind
durch ein horizontales Rohr (Radius r) miteinander verbunden und mit Flüssigkeit (Dichte
) gefüllt (Nulllage). In den linken Zylinder wird nun ein Kolben (Radius r, Höhe K)
der Dichte k >  geführt. Daraufhin stellt sich ein neues Gleichgewicht ein. Im Punkt D
befindet sich eine kreisrunde Klappe, mit welcher der rechte Zylinder verschlossen werden
kann. Diese Klappe ist zunächst offen.

a) Wie lautet der Zusammenhang zwischen hR1 und hL1 nachdem sich das neue Gleichge-
wicht eingestellt hat.
b) Berechnen Sie die Höhe hR1 , für die sich das Gleichgewicht einstellt.
c) Bestimmen Sie die Höhendifferenz Δ h in Abhängigkeit der Kolbenhöhe K.
d) Nun wird die Klappe geschlossen. Der rechte Zylinder wird bis zur Höhe hR2 = ε hR1
(ε > 1) gegenüber der Nulllage weiter befüllt.
Berechnen Sie die Kräfte auf die Klappe, sowie die Hebelarme der Kräfte bzgl. des
Drehpunktes D.
 
Das Flächenträgheitsmoment der kreisförmigen Klappe ist Iy = π4 r4 . Die y -Ebene
geht senkrecht in die Zeichenebene durch den Schwerpunkt.
e) Bestimmen Sie das auftretende Moment um die y-Achse im Punkt D, wenn gilt: h0 =
5 hR1 und ε = 3.

Geg.: g, h0 , K, p0 , r, R, , K , ε .

Lösung auf Seite 222


92 5 Hydrostatik

Aufgabe 5.8. Wehr mit zylindrischer Walze

z g
p0

x
p0

H

D R

M

R 
G
n

Eine zylindrische Walze (Radius R, Gewicht G) verschließt eine Wehrmauer. Die Walze
hat die Breite b (senkrecht zur Zeichenebene) und ist im Punkt D reibungsfrei drehbar
gelagert. Das Wehr ist bis zur Höhe H mit Wasser (Dichte ) gefüllt. Der Umgebungsdruck
ist p0 .
a) Bestimmen Sie die Komponente Fx der Kraft F = Fxex +Fzez des Wassers auf die Walze.
b) Bestimmen Sie den Druckpunkt (Angriffspunkt) von Fx . Wie lautet der Druckpunkt für
H → R?
c) Bestimmen Sie die Komponente Fz der Kraft des Wassers auf die Walze.
d) Bei einer Wasserhöhe von H = 3, 5R beginnt die Walze das Wehr zu öffnen. Welche
Beziehung gilt dann zwischen Fz und G? Bestimmen Sie für diesen Fall den Hebelarm
von Fz .
 = −Gez , Flächenträgheitsmoment Iy = b h3 /12 einer
Geg.: p0 , , g = −gez , R, H, b, G
rechteckigen Fläche bezüglich der y -Achse durch den Schwerpunkt S dieser Fläche:

x

S
h
y

Lösung auf Seite 223


5.3 Aufgaben zur Hydrostatik 93

Aufgabe 5.9. Kontaktwinkel

z
p0 p0
c


a
 

p
d p0

z
2
p0 c

a
p0

p
 d p0


Ein dünnes Röhrchen wird in Flüssigkeit (Dichte ) eingetaucht (Randwinkel α > π /2).
Dargestellt sind die Fälle 1lund 2l. Einer dieser Fälle ist physikalisch nicht möglich.
Skizzieren Sie qualitativ die Druckverläufe in den Röhrchen zwischen den Punkten c und
d. Verwenden Sie dafür das vorbereitete Koordinatensystem. Entscheiden Sie dann wel-
cher Druckverlauf physikalisch möglich ist und kreuzen Sie die richtige Antwort an.

lFall 1list nicht möglich

lFall 2list nicht möglich

Lösung auf Seite 225


Kapitel 6
Laminare Schichtenströmung

Für besonders einfache Geometrien lassen sich exakte Lösungen der Bewegungsgleichun-
gen angeben. Der Grund hierfür liegt im Verschwinden der nichtlinearen Terme, die das
Auffinden exakter Lösungen wesentlich erschweren. Eine Schichtenströmung liegt dann
vor, wenn sich die Strömungsgeschwindigkeit nur senkrecht zur Ausbreitungsrichtung
ändert. Das heißt man kann immer ein Koordinatensystem finden, in dem nur eine Ge-
schwindigkeitskomponente von null verschieden ist.

6.1 Stationäre Schichtenströmung

Als einfachstes Beispiel einer Schichtenströmung geben wir die Couette-Strömung und
ihre Herleitung an: Zwischen zwei in die x1 - und x2 -Richtung unendlich ausgedehnten
Platten befindet sich eine Newtonsche Flüssigkeit mit konstanten Stoffgrößen (, η , λ =
konst.), siehe Abb. 6.1. Die untere Platte ruht (u = 0) und ist wärmeisoliert (q = 0). Die
obere im Abstand h gehaltene Platte bewegt sich mit konstanter Geschwindigkeit U in die
x1 -Richtung und erzeugt so eine Strömung zwischen den Platten. Der Druck p(x) im Kanal
ist konstant. Die obere Platte besitzt die Temperatur T0 . Gesucht ist das Geschwindigkeits-
u(x, t) und Temperaturfeld T (x, t) im Kanal.

Geschwindigkeit u(x), t:

Es handelt sich um ein stationäres (∂ /∂ t = 0), ebenes (∂ /∂ x3 = 0, u3 = 0) Problem. Vo-


lumenkräfte spielen keine Rolle. Aus der unendlichen Ausdehung in die x1 -Richtung folgt
u = f (x1 ) mit der Kontinuitätsgleichung.

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018


H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3_6
96 6 Laminare Schichtenströmung

T0
U

x2 , η , λ
h

x1
q = 0 u = 0
Abb. 6.1: Couette-Strömung infolge bewegter Kanalwand

∂ u1 ∂ u2 ∂ u1 ∂ u2
+ =0 und =0 ⇒ =0
∂ x1 ∂ x2 ∂ x1 ∂ x2
⇒ u2 (x2 ) = c = konst. in 0 ≤ x2 ≤ h, −∞ < x1 < ∞ .

Mit der Randbedingung u2 (x1 , 0) = 0 für −∞ < x1 < ∞ folgt: u2 ≡ 0 .


Um die Geschwindigkeitskomponente u1 (x, t) zu bestimmen werden die Navier-Stokesschen
Gleichungen herangezogen. Da u2 ≡ 0 und p = konst. gilt, bleibt nur die erste Komponente
von Gleichung (4.2) übrig:
* + * +
∂ u1 ∂ u1 ∂ u1 ∂p ∂ 2 u1 ∂ 2 u1
 +u1 + u2 =− +η + 2
∂t
 ∂ x1  ∂ x2 ∂ x1 ∂ x2 ∂ x2 (6.1)
 =0   1
=0 =0 =0 =0
∂ 2 u1
⇒ 0=η
∂ x22

⇒ u1 (x2 ) = c1 x1 + c2

Die Haftbedingungen liefern die x2


U
Lösung:

u1 (0) = 0 ⇒ c2 = 0 u1 (x2 ) h
u1 (h) = 0 ⇒ c1 = U/h
x2
u1 (x2 ) = U . (6.2) u1
h u = 0
Abb. 6.2: Couette-Strömung
6.1 Stationäre Schichtenströmung 97

Temperaturverteilung T (x):

Zur Berechnung der Temperaturverteilung gehen wir von der Energiegleichung (4.4) aus
 
De p D ∂ ∂T
 − =φ+ λ
Dt  Dt ∂ xi ∂ xi

D
und vereinfachen die linke Seite für inkompressible Strömung mit Dt = 0 und e = cT zu:
 
De ∂T ∂T ∂T
⇒ =c +u1 + u2 = 0. (6.3)
Dt ∂t
 ∂ x1  ∂ x2
 =0
=0 =0

Die Temperatur T (x1 , h) auf der oberen Platte ändert sich für −∞ < x1 < ∞ nicht:
⇒ T = f (x1 ). Für die Dissipationsfunktion der Newtonschen Flüssigkeit

Φ = 2η ei j ei j (6.4)

ergibt sich:
 
1 ∂ ui ∂ u j 1U
ei j = + ⇒ e12 = e21 = , e11 = e22 = 0
2 ∂ x j ∂ xi 2h
U2
Φ = 2η (e12 e12 + e21 e21 ) ⇒ Φ =η .
h2
Da λ = konst. ist, reduziert sich die Energiegleichung auf
 
U2 ∂ 2T ∂ 2T
0 = η 2 +λ + .
h ∂ x12 ∂ x22

=0

Mit ∂ 2 T /∂ x22 = d2 T /dx22 erhält man die gewöhnliche Differentialgleichung für die Tem-
peraturverteilung T (x2 ):

d2 T η U2
= −
dx22 λ h2
η U2 2
⇒ T (x2 ) = − x + c1 x2 + c2 .
2λ h2 2
Die Integrationskonstanten c1 und c2 werden über die Randbedingungen bestimmt. Die
untere Platte (x2 = 0) ist adiabat:
& & dT &&
& &
q& =0 ⇒ q2 & = −λ & =0 ⇒ c1 = 0 .
x2 =0 x2 =0 dx2 x2 =0
98 6 Laminare Schichtenströmung

An der oberen Wand (x2 = h) gilt:


 
ηU 2 ηU 2 x2
T (h) = T0 = − + c2 ⇒ T (x2 ) = 1 − 22 + T0 .
2λ 2λ h

x2

T (x2 )

T
η U2
T0 T0 +

Abb. 6.3: Temperaturverteilung

Bemerkung: Wird in Gleichung (6.1) ein konstanter Druckgradient ∂ p/∂ x1 = −K = 0 zu-


gelassen der die Strömung in die x1 -Richtung treibt, so erhält man je nach Randbedingung
die Poiseuielle- bzw. die Couette-Poiseuille-Strömung als Lösung:
 
K 2 x2 x22 x2
u(x2 ) = h − +U . (6.5)
2η h h2 h

U
U =0
u(x2 )
K<0 u(x2 ) K>0
K>0

U =0 U =0

Abb. 6.4: Poiseuille-Strömung Abb. 6.5: Couette-Poiseuille-Strömung

6.2 Hagen-Poiseuille-Strömung

Zu den technisch wichtigsten Schichtenströmungen zählt die Hagen-Poiseuille-Strömung.


Hierbei handelt es sich um eine druckgetriebene, stationäre, reibungsbehaftete Strömung
durch ein gerades Kreisrohr von konstantem Querschnitt. Der Druckgradient ∂ p/∂ z = −K
und die Stoffwerte , η = konst. sind konstant (Abb. 6.6). Es ist vorteilhaft eine sol-
6.2 Hagen-Poiseuille-Strömung 99

r R
∂p , η
= 0
z ∂z
stationär

u = 0
Abb. 6.6: Hagen-Poiseuille-Strömung

che Strömung in Zylinderkoordinaten zu beschreiben, da die Randwerte auf Koordina-


tenflächen, z.B. r = R, gestellt werden können. Gesucht ist das Geschwindigkeitsfeld
u(r, ϕ , z) und das Druckfeld p(r, ϕ , z) unter folgenden Randbedingungen:
&
&
R 1. 
u & = 0 d.h. ur = uϕ = uz = 0 für r = R
R
ϕ
2. ∂ /∂ ϕ = 0, alle Ableitungen in ϕ -Richtung ver-
schwinden, die Strömung ist rotationssymme-
trisch.
Abb. 6.7: Randbedingung zur Hagen- 3. ∂u/∂ z = 0, das Strömungsfeld ist in z-Richtung
Poiseuille-Strömung unendlich ausgedehnt (−∞ < z < ∞).
Die Randbedingungen sind überall gleich, d.h. es können bei stationärer Strömung keine
Geschwindigkeitsänderungen in z-Richtung auftreten. Mit Hilfe der Kontinuitätsgleichung
für inkompressible Strömungen in differentieller Form erhält man nun:

 
1 ∂ (ur r) ∂ uϕ ∂ (uz r) ∂ (ur r)
∇ ·u = 0 ⇔ + + =0⇒ =0 ⇒ ur r = konst.
r ∂r ∂ ϕ  ∂z  ∂r

=0 =0

konst. !
mit ur |r=R = =0 ⇒ ur ≡ 0 .
R
Die Schlussfolgerung von ∂ uϕ /∂ ϕ = 0 auf uϕ ≡ 0 ist nicht zwingend aber mit den übrigen
Randbedingungen verträglich und liefert eine nicht triviale Lösung. Für die Bestimmung
des Druckgradienten und der Geschwindigkeitskomponente uz verwenden wir die Navier-
Stokessche Gleichungen ohne Volumenkräfte!
Mit ur = 0, uϕ = 0 folgt aus der r-Komponente

∂p
r: 0=− ⇒ p = f (ϕ , z)
∂r
100 6 Laminare Schichtenströmung

und aus der ϕ -Komponente

1 ∂p
ϕ: 0=− ⇒ p = f (z)
r ∂ϕ
das der Druck nur eine Funktion von z sein kann.
Aus der z-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen in Zylinderkoordinaten für
inkompressible Strömungen (siehe Formelsammlung, Zylinderkoordinaten)
 
∂ uz ∂ uz ∂ uz 1 ∂ uz ∂p
z:  + ur + uz + uϕ = kz − + ηΔ uz , (6.6)
∂t ∂r ∂z r ∂ϕ ∂z
und dem Laplaceoperator in Zylinderkoordiaten

∂ 2 uz 1 ∂ uz 1 ∂ 2 uz ∂ 2 uz
Δ uz = + + 2 + 2 , (6.7)
∂ r2 r ∂r r ∂ ϕ2 ∂z
erhält man  
1 d dur K K 2
r =− ⇒ uz (r) = − r + c1 ln r + c2 . (6.8)
r dr dr η 4η
Die Geschwindigkeit uz (r) ist im ganzen Feld beschränkt, auch für r = 0 ⇒ c1 = 0. Mit
der Haftbedingung uz (R) = 0 ⇒ c2 = KR2 /(4η ). Die Lösung lautet somit
 
K R2 r2
uz (r) = 1− 2 . (6.9)
4η R

Mit uz (0) = Umax = KR2 /(4η ) schreibt man auch


 
r2
uz (r) = Umax 1− 2 (6.10)
R

Der Volumenstrom ist


 2π  R
Umax
V̇ = uz (r)r drdϕ = π R2 (6.11)
0 0 2
und die mittlere Geschwindigkeit durch das Rohr lautet

V̇ Umax KR2
Ū = = = . (6.12)
πR 2 2 8η

Mit dem Geschwindigkeitsprofil (6.9) und der Komponente τrz des Spannungstensors läßt
sich eine Beziehung zwischen der Wandschubspannung τW und dem Druckgradienten K
angeben. In Zylinderkoordinaten haben wir
6.2 Hagen-Poiseuille-Strömung 101
&
 &&  &
∂ ur ∂ uz && ∂ uz && KR
τW = −τrz |r=R = −η + und mit =− (6.13)
∂z

∂ r && ∂ r &r=R 2η
&
=0 r=R

ergibt sich die Beziehung


KR
τW = . (6.14)
2
Der Druckgradient im Rohr ist konstant ∂ p/∂ z = −K. Damit ergibt sich für den Druck-
abfall Δ p auf der Länge l in Strömungsrichtung zwischen zwei Punkten im Rohr (Abb.
6.8)
p1 − p2 Δp
K= = . (6.15)
l l

p
p1
p(z)
p2

d = 2R

l
1 2

Abb. 6.8: Hagen-Poiseuille-Strömung

In dimensionsloser Form schreibt sich der Druckverlust als Verlustziffer zu


2Δ p
ζ := . (6.16)
Ū 2

Mit der dimensionslosen Widerstanszahl


d
λ := ζ (6.17)
l
hat der Druckverlust für laminare und turbulente Rohrströmung die Form

l  2
Δp=λ Ū . (6.18)
d2
102 6 Laminare Schichtenströmung

Mit (6.11) und (6.15) sowie R = d/2 kann die Widerstandszahl

d Δ p 4η η
λ= = 64 (6.19)
l Ū KR2 Ūd

für die laminare Rohrströmung durch die Reynlodszahl der Rohrströmung

Ūd
Re = (6.20)
η

ausgedrückt werden:
64
λ= . (6.21)
Re
Aus (6.18) folgt K ∼ V̇ , d.h. in laminarer Rohrströmung ist der Druckverlust proportional
zum Volumenstrom. In turbulenter Rohrströmung ist die Widerstandszahl λ eine Funktion
der Reynoldszahl und der relativen Rohrrauheit k/d, λ = λ (Re, k/d) (siehe Kapitel 7.2.4).
6.3 Aufgaben zur laminaren Schichtenströmung 103

6.3 Aufgaben zur laminaren Schichtenströmung

Aufgabe 6.1. Strömung zwischen zwei Platten

Zwischen zwei ebenen, in x1 - und x3 - Rich-


To tung unendlich ausgedehnten Platten mit
x2
H dem Abstand H befindet sich Newtonsche
x1 Tu U Flüssigkeit konstanter Dichte. Die obere
Platte steht fest und wird durch Heizung
auf der Temperatur To gehalten.
Die untere Platte wird mit der Geschwindigkeit U gezogen und besitzt die Temperatur
Tu . Durch die Heizung stellt sich zwischen den Platten eine lineare Temperaturverteilung
ein, die die Viskosität der Flüssigkeit beeinflusst. Die Temperaturverteilung T und der
Zusammenhang zwischen Viskosität η und Temperatur T lauten (mit Δ T = To − Tu ):
x2
T (x2 ) = Tu + Δ T , η (T ) = ηu e −α (T −Tu ) .
H
ηu ist die zu Tu gehörige Viskosität an der unteren Platte, α ist eine Konstante. Die Tem-
peraturerhöhung infolge Dissipation kann vernachlässigt werden, ebenso die Temperatu-
rabhängigkeit der Dichte. Es handelt sich um eine ebene, stationäre Schichtenströmung.
Der Druck ist im ganzen Feld konstant, Volumenkräfte treten nicht auf.

a) Wie lauten die Randbedingungen an die Geschwindigkeitskomponenten u1 und u2 ?


b) Bestimmen Sie die Vertikalkomponente u2 der Geschwindigkeit im Spalt.
c) Die Navier-Stokesschen Gleichungen ohne Volumenkräfte lauten bei nicht konstanter
Viskosität η :
# $ #  $
∂ ui ∂ ui ∂p ∂ ∂ ui ∂ u j
 +uj =− + η +
∂t ∂xj ∂ xi ∂ x j ∂ x j ∂ xi

Vereinfachen Sie die Gleichungen für die vorliegende Strömung. Gesucht sind die
Komponenten für i = 1 und i = 2.
d) Berechnen Sie das Geschwindigkeitsfeld dieser Strömung.

Geg.: U, H, Tu , To , α , ηu , Δ T = To − Tu .
Lösung auf Seite 225
104 6 Laminare Schichtenströmung

Aufgabe 6.2. Kreisrohr

Durch ein gerades Kreisrohr (Radius R)


wird der Volumenstrom V̇ einer Newton-
schen Flüssigkeit gefördert. Die Stoffwer-
r
ϕ
T0 te der Flüssigkeit Dichte , Zähigkeit η ,
2R

z Wärmeleitfähigkeit λ , spezifische Wärme


c, sind konstant. Das Kreisrohr ist unend-
lich lang, die Schichtenströmung ist la-
minar, stationär und rotationssymmetrisch.
L Der Druckgradient in Strömungsrichtung
1 2
ist konstant: ∂ p/∂ z = −K. Volumenkräfte
treten nicht auf. Die Temperatur der Rohr-
wand ist konstant.
a) Welcher Druckgradient K muß aufgebracht werden, um den gewünschten Volumen-
strom V̇ zu fördern? Mit welcher mittleren Geschwindigkeit Ū strömt die Flüssigkeit
durch das Rohr?
b) Geben Sie für die folgenden Rechnungen das Geschwindigkeitsprofil uz (r) in Abhängig-
keit von Ū an. Berechnen Sie die Dissipationsfunktion Φ .
c) Die Energiegleichung mit konstanten Stoffgrößen lautet:

DT p D
c − = Φ +λ ΔT .
Dt  Dt

Die materielle Ableitung und der Laplace-Operator in Zylinderkoordinaten lauten:

DT ∂T ∂T 1 ∂T ∂T
= + ur + uϕ + uz
Dt ∂t ∂r r ∂ϕ ∂z

und  
1 ∂ ∂T 1 ∂ 2T ∂ 2T
ΔT = r + 2 + .
r ∂r ∂r r ∂ ϕ 2 ∂ z2
Vereinfachen Sie die Energiegleichung für die vorliegende Strömung.
d) Berechnen Sie den Temperaturgradienten an der Rohrwand (r = R), wenn er in der
Rohrmitte (r = 0) Null ist.
e) Zeigen Sie, dass die über ein Rohrstück der Länge L abgeführte Wärme Q̇ gleich dem
Volumenstrom V̇ mal dem Druckabfall p1 − p2 auf dieser Länge ist: |Q̇| = V̇ (p1 − p2 ).
Geg.: V̇ , R, η , λ , L, c, .

Lösung auf Seite 227


6.3 Aufgaben zur laminaren Schichtenströmung 105

Aufgabe 6.3. Plattenströmung

q = 0
UW

, η , λ
h

Zwischen zwei unendlich ausgedehnten Platten liegt eine Druck-Schlepp-Strömung vor.


Die ebenen Platten haben den Abstand h. Die obere Wand bewegt sich mit der Geschwin-
digkeit UW in die positive x-Richtung. Der Druckgradient in x-Richtung

∂p
= −K = 0
∂x
ist konstant. Die obere Wand ist wärmeisoliert (q = 0) und es soll angenommen werden,
dass die Temperatur zwischen den Platten keine Funktion von x ist. Es handelt sich um
eine Newtonsche Flüssigkeit. Die Dichte  und die Zähigkeit η sind konstant.

a) Geben Sie das Geschwindigkeitsprofil u(y) für diese laminare Schichtenströmung mit
zunächst noch unbekanntem Druckgradienten ∂ p/∂ x in Abhängigkeit von K an.
b) Wie groß muß der Druckgradient sein, damit kein Volumenstrom durch den Kanal
strömt? Geben Sie für diesen Fall das Geschwindigkeitsprofil u(y) an und skizzieren
Sie es qualitativ.
c) Bestimmen Sie für diesen Fall die Dissipationsfunktion Φ und stellen Sie die Differen-
tialgleichung für die Temperaturverteilung T = T (y) im Kanal auf.
d) Berechnen Sie die Komponente qy des Wärmestromvektors an der unteren Wand.

Geg.: UW , h, η , , λ .

Lösung auf Seite 228


106 6 Laminare Schichtenströmung

Aufgabe 6.4. Gegenläufige Platten

UW

x2

x1
UW
Abb. 6.9: Strömung zwischen zwei entgegengesetzt bewegten Platten

Zwei in x1 -Richtung unendlich weit ausgedehnte Platten werden jeweils mit der konstan-
ten Geschwindigkeit UW in entgegengesetzte Richtung bewegt. Zwischen den beiden Plat-
ten befindet sich eine Newton’sche Flüssigkeit konstanter Dichte, in der sich infolge der
Plattenbewegungen ein ebener, stationärer Strömungszustand eingestellt hat. Volumen-
kräfte sind zu vernachlässigen.

a) Geben Sie die Komponenten u1 und u2 des Geschwindigkeitsfelds der Flüssigkeit an.
b) Handelt es sich bei der vorliegenden Strömung um eine Potentialströmung? Begründen
Sie Ihre Antwort.
c) Bestimmen Sie die Dissipationsfunktion Φ .
d) Berechnen Sie den zugehörigen Schubspannungsverlauf und skizzieren Sie diesen.
e) Infolge von Reibung wird mechanische Energie in Wärme dissipiert. Die entstehende
Wärme wird dabei in gleichem Maße über die obere und untere Platte abgeführt, wobei
die untere Platte auf der konstanten Temperatur T0 gehalten wird. Bestimmen Sie die
Temperaturverteilung T (x2 ) in der Flüssigkeit.

Geg.: UW , H, T0 , η = konst., λ = konst.


Lösung auf Seite 230
6.3 Aufgaben zur laminaren Schichtenströmung 107

Aufgabe 6.5. Magnetisch getriebene Kanalströmung

Eine inkompressible Flüssigkeit wird durch einen in x- und z-Richtung unendlich aus-
gedehnten Kanal gefördert. Um die elektrisch leitende Flüssigkeit durch den Kanal zu
transportieren, wird ihr durch ein Magnetfeld von außen eine Massenkraft k(y) aufge-
prägt. Diese ist in x-Richtung im gesamten Kanal konstant. Es stellt sich eine laminare,
ebene, stationäre Schichtenströmung ein, die in der (x, y)-Ebene behandelt werden kann.
Der Druckgradient in x-Richtung verschwindet, die Massenkraft infolge der Erdanziehung
kann vernachlässigt werden.

Die Massenkraftverteilung ist gegeben durch:


 y
k = kxex + kyey mit kx (y) = k0 1 − , ky = 0 .
2b
b

y
x

a) Berechnen Sie die Geschwindigkeitskomponente v.


b) Schreiben Sie die x-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen für inkompres-
sible Strömungen vollständig aus und vereinfachen Sie diese für das angegebene Pro-
blem.
c) Geben Sie die Randbedingungen für die vorliegende Differentialgleichung an und be-
stimmen Sie das Geschwindigkeitsprofil u(y).
d) Wie groß ist der geförderte Volumenstrom pro Tiefeneinheit?
e) Berechnen Sie den Verlauf der Schubspannungen τyx über den Kanalquerschnitt und
geben Sie die Schubspannung an der unteren Wand an.
∂p
Geg.: b, , η , k0 , = 0.
∂x
Lösung auf Seite 232
108 6 Laminare Schichtenströmung

Aufgabe 6.6. Strömung an Kabelummantelung

Zufuhr Kunststoffschmelze
Kabelummantelungswerkzeug

l Draht

y p0 = 0

U
h

s
x

U l
1 2
p1 p2 = p0

Obige Skizze zeigt das Prinzip einer Kabelummantelung (oberes Bild). Es besteht aus ei-
nem kreiszylindrischen feststehenden Kabelummantelungswerkzeug (von dem aufgrund
der Symmetrie nur eine Hälfte gezeichnet ist) und einem Draht der mit der Geschwin-
digkeit U durch dieses Werkzeug gezogen wird. Die zugeführte Kunststoffschmelze fließt
dabei durch den Ringspalt der Höhe h. Nach dem Verlassen des Werkzeugs gleicht sich
die Geschwindigkeit über den Strömungsquerschnitt aus, der Ringspalt verringert sich auf
die Beschichtungshöhe s. Die Schmelze hat dann über den ganzen Querschnitt die gleiche
Geschwindigkeit U wie der gezogene Draht.
Der Drahtdurchmesser ist sehr groß gegenüber der Höhe h des Ringspaltes, so dass der
Strömungsvorgang im abgewickelten System (siehe unteres Bild) betrachtet werden kann.
Wegen l h kann dann die Strömung auch ab der Stelle 1lnäherungsweise als ebene,
stationäre, inkompressible, reibungsbehaftete Schichtenströmung betrachtet werden. Die
Kunststoffschmelze soll hier als Newtonsche Flüssigkeit konstanter Dichte behandelt wer-
den. Der Druck an der Stelle 1list p1 , der Druckgradient ∂ p/∂ x = −K zwischen 1l
und 2list konstant. Volumenkräfte sind zu vernachlässigen.
6.3 Aufgaben zur laminaren Schichtenströmung 109

a) Wie lautet die Differentialgleichung für das Geschwindigkeitsfeld u(y) im Spalt zwi-
schen den Stellen 1lund 2l? Man erhält sie durch Vereinfachung der ersten Kom-
ponente der Navier-Stokesschen Gleichungen.
b) Geben Sie die Randbedingungen für das Geschwindigkeitsfeld an.
c) Berechnen Sie das Geschwindigkeitsfeld u(y) zwischen 1lund 2lin Abhängigkeit
vom noch unbekanntem Druckgradienten.
d) Wie groß muß der Druck p1 sein, damit im betrachteten Strömungsbereich das Maxi-
mum der Geschwindigkeit für y = 0 vorliegt.
Wie lautet die Druckverteilung p(x) zwischen 1lund 2l?
e) Berechnen Sie nun die x-Komponente der Kraft, die die untere Wand (Draht) auf die
Flüssigkeit zwischen 1lund 2lausübt.
f) Berechnen Sie die Beschichtungsdicke s, die die Schmelze nach dem Verlassen des
Kabelummantelungswerkzeugs erzeugt.

Geg.: h, l, U, η , p2 = p0 = 0.
Lösung auf Seite 233
Kapitel 7
Stromfadentheorie

In vielen praktischen Fällen liegen Symmetrien in Strömungsfeldern vor, so dass man


zu deren Beschreibungen nur eine Geschwindigkeitskomponente und eine Raumkoordi-
nate benötigt. Die Berechnung derartiger Stömungen findet in sogenannten Stromröhren
statt. Alle Stromlinien die durch eine geschlossene Kurve C verlaufen, bilden die Man-
telfläche einer Stromröhre (siehe Abb. 7.1). Da die Geschwindigkeitsvektoren parallel
zu den Stromlinien verlaufen, wirkt diese Mantelfläche wie eine Rohrwand, es kann
keine Flüssigkeit hinein oder heraus fließen. Ändern sich die Strömungsgrößen über
den Strömungsquerschnitten der Stromröhre nicht oder sind sie gegen die Änderungen
in Strömungsrichtung vernachlässigbar klein, so kann die Strömung längs einer mittle-
ren Stromlinie in Abhängigkeit vom Bahnparameter beschrieben werden. Diese mittlere
Stromlinie bezeichnen wir als Stromfaden und die ganze Beschreibungsweise als Strom-
fadentheorie.

C Stromlinien

Abb. 7.1: Stromröhre

Technische Beispiele bei denen die Stromröhre durch feste Wände gebildet werden:

(a) (b)

Abb. 7.2: a) Ausfluss und b) Diffusor

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018


H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3_7
112 7 Stromfadentheorie

7.1 Die Bilanzgleichungen der Stromfadentheorie

Nachfolgend werden die vereinfachten Bilanzgleichungen für die Stromfadentheorie an-


hand einer Stromröhre angegeben. Die Integralformen der Feldtheorie reduzieren sich un-
ter den gegebenen Voraussetzungen auf die algebraischen Formeln der Stromfadentheo-
rie. Für die ausführlichen Ableitungen ist einschlägige Literatur heranzuziehen, z.B.Spurk
(2004).

7.1.1 Die Kontinuitätsgleichung

Betrachtet wird eine Stromröhre der Länge L als Kontrollvolumen (KV):

n
A1 SW
A2
A(s,t)
n1
τ s
n2

KV
s=0
s=L
Abb. 7.3: Kontrollvolumen einer Stromröhre

Die Kontinuitätsgleichung lautet:


 
∂
dV + u ·n dS = 0
∂t
V S

mit S = A1 + SW + A2 , dV = A(s, t) dS, s bezeichnet den Bahnparameter und τ den


Richtungsvektor der Stromlinie. Vereinfachend setzen wir hier noch voraus, dass ,
∂ /∂ t, und u auf jeder Querschnittsfläche A(s, t) konstant sind. Damit folgt

L 
∂
A(s, t) dS − 1 u1 A1 + 2 u2 A2 + (u ·n) dSW = 0 (7.1)
∂t
0 SW

Ist die Querschnittsfläche zeitlich konstant A(s, t) = A(s) alsou·n|SW = 0 und die Strömung
stationär, so folgt
7.1 Die Bilanzgleichungen der Stromfadentheorie 113

L 
∂
A(s, t) dS − 1 u1 A1 + 2 u2 A2 +  (u ·n) dSW = 0 (7.2)
∂t
   
0 SW =0
=0
⇒ 1 u1 A1 = 2 u2 A2 (7.3)

Ist die Strömung inkompressibel so nimmt die Kontinuitätsgleichung die einfache Form

u1 A1 = u2 A2 (7.4)

an.

7.1.2 Der Impulssatz

Betrachten wir stationäre Strömungen ohne Einfluss von Volumenkräften und setzen die
Annahmen der Stromfadentheorie voraus, so ergibt sich mit Hilfe der Abb. 7.3 aus der
Intergralform (2.12) zunächst:
 
2 u22 A2n2 + 1 u21 A1n1 + u (u ·n) dSW = −p1 A1n1 − p2 A2n2 + t dSW .
  
SW =0 SW
  
=FW →Fl

Für die Kraft der Flüssigkeit auf die Wand erhält man so:
 
FFl→W = − 1 u21 A1n1 + 2 u22 A2n2 + p1 A1n1 + p2 A2n2 . (7.5)

In der Regel liefert diese Form keinen Vorteil. Es empfiehlt sich einfach die Form (2.12)
am konkreten Beispiel für die Stromfadentheorie auszuwerten.
Für eine inkompressible Strömung und einer Stromröhre mit τ =n2 = −n1 lautet die Kraft
in Strömungsrichtung τ auf SW :

F = (u21 A1 − u22 A2 ) + p1 A1 − p2 A2 . (7.6)

7.1.3 Die Energiegleichung

Wir nehmen die Abbildung 7.3 zur Hilfe und erweitern die Voraussetzungen zur Stromfa-
dentheorie indem wir auf den Ein- und Austrittsflächen A1 und A2 thermodynamisches
Gleichgewicht, also ∇T = 0 ⇒ q = 0, fordern. Außerdem lassen wir im Inneren der
114 7 Stromfadentheorie

Stromröhre bewegte Flächen S f zu, z.B. Schaufeln einer Turbomaschine, durch die der
Strömung Leistung zugeführt oder entzogen werden kann (siehe Abb. 7.4).

A2
SW
n
A1
KV n
Sf 2
n
s
1 τ

q n

Abb. 7.4: Stromröhre zur Energiegleichung

Wir betrachten Strömungen bei denen die Leistung der Volumenkräfte keinen Beitrag lie-
fern und die im Mittel stationär“ sind. Unter im Mittel stationär“ verstehen wir, dass die
” ”
gesamte Energie im raumfesten Kontrollvolumen zeitlich konstant ist
  
∂ u ·u !
+ e  dV = 0 . (7.7)
∂t 2
V

Die Energiegleichung (2.36) liefert dann unter den getroffenen Voraussetzungen der
Stromfadentheorie
 2   2 
u1 u2
− + e1 1 u1 A1 + + e2 2 u2 A2 = p1 u1 A1 − p2 u2 A2
2 2
 
+ u ·t dS − q ·n dS . (7.8)
Sf SW
    
=P =Q̇

P bezeichnet die der Flüssigkeit über die Flächen S f zu- oder abgeführte Leistung. Q̇
bezeichnet die über die Wandfläche SW zu- oder abgeführte Wärme.
Mit der Kontinuitätsgleichung 1 u1 A1 = 2 u2 A2 ergibt sich die Energiegleichung für die
stationäre kompressible Stromfadentheorie zu

u22 p2 u2 p1 P + Q̇
+ e2 + = 1 + e1 + + . (7.9)
2 2 2 1 1 u1 A1

Oft wird für die inkompressible Strömung (1 = 2 = ), ohne Wärmezufuhr (Q̇ = 0), bei
konstanter innerer Energie (e1 = e2 ) und Volumenstrom V̇ = u1 A1 die zugeführte Leistung
7.2 Verluste in der Stromfadentheorie 115

gesucht: !  "
P = V̇ p2 − p1 + u22 − u21 . (7.10)
2
In kompressibler Stromfadentheorie begegnet man unter Verwendung der Enthalpie
p
h = e+ , (7.11)


und den Abkürzungen w = P/(1 u1 A1 ) und q = Q̇/(1 u1 A1 ) der Energiegleichung in fol-


gender Form:
u22 u2
+ h2 = 1 + h1 + w + q . (7.12)
2 2

7.2 Verluste in der Stromfadentheorie

Die Strömungsverluste in der Stromfadentheorie werden nur phänomenologisch als Druck-


verluste Δ pv in der Bernoullischen Gleichung berücksichtigt.

1
Abb. 7.5: Strömungsverluste

 
p1 + u21 + gz1 = p2 + u22 + gz2 + Δ pv . (7.13)
2 2
Die Gesamtenergie pro Volumeneinheit: Druckenergie + kinetische Energie + potentielle
Energie an der Stelle 1list gleich der Gesamtenergie an der Stelle 2lplus den auf dem
Wege von 1lnach 2lauftretenden Verlusten! Die Geschwindigkeit u steht hier für die
gemittelte Geschwindigkeit Ū, u = ˆ Ū.
 2
Der Druckverlust Δ pv = ζ 2 u1 wird auf die Geschwindigkeit bezogen bevor der Verlust
auftritt, hier u1 . Die Verlustziffer ζ charakterisiert die Art der Verluste.
116 7 Stromfadentheorie

7.2.1 Verluste infolge Querschnittsveränderungen

Querschnittsverengung

In Düsen (inkompressible Strömung) findet eine Querschnittsverengung in Strömungsrich-


tung statt. Hierdurch fällt der Druck in Strömungsrichtung, so dass Druckverluste infolge

A1 A2

Abb. 7.6: Düse

z.B. von Reibung oft vernachlässigbar sind, d.h. es kann Δ pv = 0 gesetzt werden. Die
Austrittsgeschwindigkeit u2 ergibt sich dann aus der Bernoullischen Gleichung für den
reibungsfreien Fall:
 
p1 + u21 + gz1 = p2 + u22 + gz2
2 2 ,
- 2 Δ p/
u1 = u2 , Δ p = p1 − p2 ⇒ u2 = -
A2
mit: z1 = z2 , -  2 (7.14)
A1 . A2
1−
A1

Querschnittserweiterung

In Diffusoren (inkompressible Strömung) findet in Strömungsrichtung eine Querschnitts-


erweiterung statt. Kinetische Energie wird in eine Druckerhöhung umgewandelt. Ist die
Querschnittserweiterung zu groß (> 6◦ − 10◦ ), löst die Strömung an der Wand ab. Die
durch die Grenzschichtablösung auftretenden Druckverluste Δ pv werden in der Bernoul-
lischen Gleichung berücksichtigt
 
p1 + u21 = p2 + u22 + Δ pv . (7.15)
2 2
7.2 Verluste in der Stromfadentheorie 117

A1 A2

Abb. 7.7: Diffusor

Das Verhältnis des realen Druckanstieges zum theoretisch möglichen verlustfreien Druck-
anstieg wird als Diffusorwirkungsgrad ηD bezeichnet:
 2
(p2 − p1 )real 2 (u1 − u2 ) − Δ pv
2
ηD := =  2
(p2 − p1 )ideal 2 (u1 − u2 )
2

 ζ
mit Δ pv = ζ u21 ⇒ ηD = 1 − (7.16)
2 1 − ( AA21 )2

Bei gegebenem ηD errechnet sich der Druckverlust zu:


 
A2  2
Δ pv = (1 − ηD ) 1 − 12 u . (7.17)
A2 2 1

Unstetige Querschnittserweiterung

Bei der unstetigen Querschnittserweiterung wird der Strömungsquerschnitt A1 plötzlich


auf A2 erweitert. Der Flüssigkeitsstrahl tritt mit der Geschwindigkeit u1 über den Quer-
schnitt A1 in das Rohr mit dem größeren Querschnitt A2 ein. Die Geschwindigkeit reduziert
sich auf u2 und der Druck erhöht sich auf p2 . Der bei einer verlustfreien Strömung theore-
tisch mögliche Druck p2 wird jedoch nicht erreicht. Der eintretende Strahl vermischt sich
aufgrund der inneren Reibung mit der umgebenden Flüssigkeit. Hierdurch wird mechani-
sche Energie in Wärme dissipiert. Der entstehende Druckverlust Δ pVC heißt Carnotscher
Stoßverlust Δ pVC und berechnet sich aus der idealen Druckdifferenz nach der verlustfreien
Bernoullischen Gleichung und dem realen Druckverlust
118 7 Stromfadentheorie
r
n A2
A2
r
n
A1
r r
n ex
p1

1 SW 2

Abb. 7.8: Carnotscher Stoßverlust

Δ pVC = (p2 − p1 )ideal − (p2 − p1 )real (7.18)


 
 2 A21
mit (p2 − p1 )ideal = u1 1 − 2 . (7.19)
2 A2

Den realen Druckverlust


 
A1 A1
(p2 − p1 )real = u21 1− (7.20)
A2 A2

erhält man aus dem Impulssatz, angewendet auf das skizzierte Kontrollvolumen in Abb.
7.8, wenn alle Beiträge durch die Schubspannungen weggelassen und nur die Druckkräfte
berücksichtigt werden! Dies ist erlaubt, wenn die Erweiterung von A1 auf A2 und damit die
Druckerhöhung von p1 auf p2 groß genug ist. Aus (7.18) ergibt sich so der Druckverlust
zu  
 A1 2 
Δ pVC = u21 1 − = (u1 − u2 )2 . (7.21)
2 A2 2
Die dazu gehörige Bernoullische Gleichung lautet somit
 
p1 + u21 = p2 + u22 + Δ pVC . (7.22)
2 2
Gilt A1 /A2 → 0, so wird der Druckverlust (7.21) als Austrittsverlust bezeichnet

Δ pVA = u21 . (7.23)
2

Unstetige Querschnittsverengung

Eine scharfkantige Rohrverengung von A1 auf A2 bewirkt zunächst eine Strahleinschnürung


auf
7.2 Verluste in der Stromfadentheorie 119

A1 A2
A3

Abb. 7.9: Einschnürung

A3 = α A2 , (7.24)
wobei die Kontraktionsziffer α vom Flächenverhältnis A2 /A1 abhängt. Für A2 /A1 → 0 ist
bei einem ebenen Spalt α = 0, 61 und bei einem kreisförmigen Querschnitt α = 0, 58.
Nach der Einschnürung findet unter Vermischung mit der umgebenden Flüssigkeit eine
Strahlaufweitung von A3 auf A2 statt. Physikalisch ist der Vorgang eng verwandt mit der
unstetigen Querschnittserweiterung. Der Druckverlust lautet daher
 
 2 A3 2
Δ pVC = u3 1 − . (7.25)
2 A2

Mit (7.24) und der Kontinuitätsgleichung u3 = u2 (A2 /A3 ) folgt


 2
 1−α
Δ pVC = u22 . (7.26)
2 α

7.2.2 Reibungsverluste

Der Druckverlust in einem Kreisrohr aufgrund von Reibung ist im Kapitel 6.2 in der Glei-
chung (6.18) für die Hagen-Poiseuille-Strömung angegeben. In der Stromfadentheorie set-
zen wir u = U voraus, daher kann Gleichung (6.18) näherungsweise für die Berechnung
der Druckverluste in der Stromfadentheorie verwendet werden.
Wird der Kreisrohrdurchmesser d durch den hydraulischen Durchmesser dh

4A
d → dh := (7.27)
s
eines nicht kreisförmigen Rohres ersetzt, so kann die Formel

l  2
Δ pv = λ Ū (7.28)
dh 2
120 7 Stromfadentheorie

auch für Rohre mit drei oder viereckigem Querschnitt verwendet werden. In (7.27) ist A
die Querschnittsfläche und s der benetzte Umfang des nicht kreisförmigen Rohres.

7.2.3 Verluste durch Krümmer, Ventile, und Rohrverzweigungen

Liegt eine Rohrleitung vor in der verschiedene Verluste auftreten, so setzt sich der gesamte
Druckverlust aus der Summe der einzelnen Verluste zusammen. Für Einbauten in Rohr-
leitungen wie Krümmer, Ventile, und Rohrverzweigungen können die Werte für die Ver-
lustziffer ζ einschlägigen Tabellenwerken entnommen werden wie z.B. Czichos (2013);
Dubbel (2013). Liegen weitere Einbauten in der Rohrleitung vor wie z.B. eine Pumpe, die
der Strömung die hydraulische Leistung

Pp = Δ pV̇ (7.29)

zuführt oder eine Turbine, die der Strömung die Leistung PT entnimmt, so sind auch diese
Druckerhöhungen bzw. Verluste entsprechend in der Bernoullischen Gleichung zu berück-
sichtigen:
  
p1 + u21 + gz1 + PP − PT = p2 + u22 + gz2 + ∑ ζ j u2j . (7.30)
2 2 2 j

7.2.4 Reibungsverluste in turbulenter Rohrströmung

Da wir im Rahmen der turbulenten Strömung nur Aufgaben zu den Rohrströmungen ge-
stellt haben, werden hier im Wesentlichen nur die für die Berechnung der Druckverluste
erforderlichen Formeln zur Widerstandszahl λ bereitgestellt.
Die Erfahrung zeigt, dass die laminare Strömung in einem Kreisrohr plötzlich in eine
turbulente Strömung umschlägt, wenn die kritische Reynoldszahl von Re=Ud/η =2300
überschritten wird. Diese Grenze kann durch geeignete Maßnahmen nach oben verscho-
ben werden, z.B. ein besonders glattes Rohr oder einen störungsfreien Rohreinlauf. Bei
laminarer Strömung gleiten die Flüssigkeitsteilchen mit konstanter Geschwindigkeit auf
achsenparallelen Bahnen durch das Rohr. Bei der turbulenten Strömung schwanken die
Teilchen auf ihren Bahnen unregelmäßig in alle Richtungen. Es findet ein reger Impuls-
austausch zwischen den Teilchen statt. Die Strömung ist instationär und dreidimensional.

Das Geschwindigkeitsfeld kann als Summe aus aus einer zeitlich gemittelten Geschwin-
digkeit ūi und einer Schwankungsbewegung ui dargestellt werden:

ui (x j ,t) = ūi (x j ,t) + ui (x j ,t) für i, j = 1, 2, 3


7.2 Verluste in der Stromfadentheorie 121

laminar: Re < Rekrit turbulent: Re > Rekrit = 2300 (Kreisrohre!)

u ū

u ū

t t
Abb. 7.10: Laminares u (links) und und zeitlich gemittelt turbulentes ū (rechts) Geschwin-
digkeitsprofil


t+T 
t+T
1 1
mit ūi (x j ,t) = lim ui (x j , t) dt und lim ui (x j , t) dt = 0.
T →∞ T T →∞ T
t−T t−T

Für statistisch stationäre Prozesse, die wir hier zugrunde legen, sind die Mittelwerte zei-
tunabhängig ūi = ūi (x j ). In der eindimensionalen turbulenten Rohrströmung rechnen wir
nur mit einer mittleren Geschwindigkeitskomponente in Strömungsrichtung, die wir mit ū
bezeichnen.
Im rechten Bild der Abb. 7.10 ist das zeitlich gemittelte Geschwindigkeitsprofil ū der tur-
bulenten Strömung gezeigt. Es ist viel völliger und erfüllt daher die Forderung der Strom-
fadentheorie nach konstanten Strömungsgrößen über den Rohrquerschnitt besser als das
Geschwindigkeitsprofil u der laminaren Strömung. Die turbulente Rohrströmung ist daher
für die Behandlung im Rahmen der Stromfadentheorie besser geeignet als die laminare
Rohrströmung. Wir benötigen hierfür die über den Strömungsquerschnitt A gemittelte Ge-
schwindigkeit Ū

1
Ū = ū dA
A
A

Der Umschlag von laminarer zur turbulenten Strömung macht sich in der dimensionslosen
Widerstandszahl λ bemerkbar. In turbulenter Strömung hat die Abhängigkeit der Wider-
standszahl λ von der dimensionslosen Reynoldszahl nicht mehr die einfache Form (6.21).
Sie muss experimentell ermittelt werden und ist in Abb. 7.11 aufgetragen.
122 7 Stromfadentheorie

Widerstandszahl λ

0.008
0.009

0.015

0.025
0.01

0.02

0.04
0.03

0.06
0.05

0.07
0.08
0.09
0.1
103
3
2
1

Rekritisch = 2300

1
turbulent (glattes Rohr)
Übergangsbereich laminar/turbulent
laminar

2
104

4
105

3
Re =
106

5
Ūd
ν
5
4
vollkommen rau
Übergangsbereich glatt/rau

107
108
109

1.5 × 10−2
1 × 10−2

2 × 10−2

3 × 10−2
4 × 10−2
1 × 10−4
2 × 10−4
4 × 10−4
6 × 10−4
1 × 10−3

2 × 10−3

4 × 10−3
6 × 10−3
1 × 10−5

5 × 10−5

5 × 10−2
8 × 10−4

8 × 10−3

k
relative Rohrrauhigkeit d

Abb. 7.11: Colebrooksches Widerstandsdiagramm für Kreisrohre


Neben der Reynoldszahl geht auch die relative Rauhigkeit k/d in λ ein: λ = λ (Re, k/d).
In einem hydraulisch glatten Rohr ist bei gleicher Reynoldszahl die Widerstandszahl λ
kleiner als in einem rauen Rohr. Das Verhältnis der äquivalenten Sandrauhigkeitserhebung
k zur viskosen Länge ν /u∗ der Strömung entscheidet darüber ob ein Rohr als hydraulisch
7.2 Verluste in der Stromfadentheorie 123

glatt ku∗ ku∗


ν ≤ 5 oder als vollkommen rau ν ≥ 70 anzusehen ist. Dabei bezeichnet ν = η /
die kinematische Viskosität und u∗ die Schubspannungsgeschwindigkeit als Funktion der
Wandschubspannung τw : )
τw
u∗ = . (7.31)


Abb. 7.12: Äquivalente Sandrauhigkeit

Für die in Abb. 7.11 gezeigten Kurven existieren folgende Näherungsformeln:

Für den hydraulisch glatten Bereich gilt die von Nikuradse experimentell bestätigte Formel
 
ku∗ 1 18, 7
≤5: = 1, 74 − 2 lg √ (7.32)
ν λ Re λ
lg = ˆ Briggscher Logarithmus .

Für die Strömung in einem vollkommen rauen Rohr rechts von der gestrichelten Linie ist
λ nahezu unabhängig von der Reynoldszahl Re und hängt nur von der relativen Rauhigkeit
k/d ab. Hier gilt nach V. Kármán und Nikuradse
 
ku∗ 1 2k
≥ 70 : √ = 1, 74 − 2 lg . (7.33)
ν λ d

Beide Bereiche werden von der Colebrookschen Formel näherungsweise erfasst


 
1 2k 18, 7
√ = 1, 74 − 2 lg + √ . (7.34)
λ d Re λ

Für glatte Rohre (k/d → 0) geht (7.34) in (7.32) über. Für die Strömung in einem voll-
kommen rauen Rohr
18, 7 2k
mit √  : (7.34) → (7.33) . (7.35)
Re λ d
124 7 Stromfadentheorie

Bei turbulenter Strömung in nicht kreisförmigen Rohren ist der Kreisrohrdurchmesser d


durch den hydraulischen Durchmesser dh zu ersetzen. Die Formeln (7.32) bis (7.34) blei-
ben dann auch für nicht kreisförmige Rohre gültig.
Abschließend seien noch einige für die Berechnung turbulenter Rohrströmungen wichti-
ge Beziehungen ohne Herleitung angegeben. Wir betrachten ein Rohr mit dem Radius R
und legen den Ursprung (y = 0) des Koordinatensystems auf die Rohrwand (Koordinaten-
transformation r = R − y), so dass y den Abstand zur Rohrwand, y = R die Rohrmitte und
ū(R) = Umax die maximale Geschwindigkeit bezeichnet. Durch Dimensionsbetrachtungen
kann aus dem allgemeinen Wandgesetz von Prandtl (1925) das logarithmische Wandgesetz

ū(y) 1  u∗ 
= ln y +B (7.36)
u∗ κ ν

für die Geschwindigkeitsverteilung ū(y) abgeleitet werden (siehe Spurk (2004) Kap.7.4).
Die Konstanten κ und B müssen experimentell bestimmt werden. Für den Bereich 30 ≤
yu∗ /ν ≤ 1000 erhält man mit κ ≈ 0, 4 und B ≈ 5 eine gute Übereinstimmung mit der
experimentell ermittelten Geschwindigkeitsverteilung.
Mit ū(R) = Umax erhält man aus (7.36) das Mittengesetz

ū(y) −Umax 1 y


= ln , (7.37)
u∗ κ R

das näherungsweise einen guten Verlauf der zeitlich gemittelten Geschwindigkeit ū(y)
über den Rohrquerschnitt beschreibt. Bezeichnet Ū die über den Rohrquerschnitt gemit-
telte Geschwindigkeit
R

Ū = ū (R − y) dy (7.38)
π R2
0

so erhält man, wenn (7.37) in (7.38) eingesetzt wird

Ū = Umax − 3, 75u∗ für glatte Rohre (7.39)

und analog
Ū = Umax − 2, 5u∗ für glatte Kanäle. (7.40)

Eine weitere wichtige Beziehung zwischen der Wandschubspannung τW und dem Druck-
gradienten K = −∂ p/∂ z wurde in Kapitel 6.2 in Form der Gleichung (6.14) angegeben
(siehe Seite 101):
KR
τW = . (7.41)
2
Diese Gleichung behält auch für die stochastisch stationäre turbulente Rohrströmung ihre
Gültigkeit.
7.3 Aufgaben zur Stromfadentheorie 125

7.3 Aufgaben zur Stromfadentheorie

Aufgabe 7.1. Belüftungsgebläse eines Tunnels

Belüftungsrohr In dem dargestellten


p3 Belüftungsrohr (Quer-
p0 schnittsfläche A) eines
u0 = 0 Gebläse (1 − ε )u2 Tunnels befindet sich ein
u3 Gebläse, das den Tunnel
u1
A/2

u2 mit Frischluft versorgt.

A
PG Das Gebläse saugt Fri-
schluft außerhalb des
Belüftungsrohres (Druck
p0 , Geschwindigkeit
u0 = 0) an und drückt
[1] [2] [3] diese dann mit der Ge-

schwindigkeit u2 an der Stelle [2] in das Belüftungsrohr. Hierbei kommt es zu einer Ver-
mischung mit der Strömung außerhalb des Gebläses, die an der Stelle [2] die Geschwin-
digkeit (1 − ε )u2 besitzt. Die Vermischung ist am Austritt des Belüftungsrohres, Stelle
[3], abgeschlossen. Die Luft strömt hier mit konstanter Geschwindigkeit u3 in den Tunnel.
Die Strömung kann bis auf die Vermischungszone zwischen [2] und [3] als reibungsfrei
betrachtet behandelt. Wandreibungseffekte sind ganz zu vernachlässigen. An den Stellen
[1] und [3] ist die Strömung ausgeglichen, in [2] sind die Stromlinien parallel. Die Dichte
 der Luft ist für diese Strömung konstant. Der dem Tunnel an der Stelle [3] zugeführte
Volumenstrom ist V̇ .
a) Bestimmen Sie die Geschwindigkeit u3 .
b) Berechnen Sie als Funktion des noch unbekannten Parameters 0 < ε < 1 die Geschwin-
digkeit u2 und die Druckdifferenz p0 − p2 .
c) Leiten Sie mit Hilfe des Impulssatzes die Gleichung für die Druckdifferenz zwischen
den Stellen [3] und [2] ab:
 2  2
ε V̇
p3 − p2 = 
2−ε A

d) Die Anlage soll so ausgelegt werden, dass p3 = p0 ist. Berechnen Sie hierfür den Para-
meter ε .
e) Wie groß ist der Druck p1 an der Stelle [1] im Gebläse?
f) Welche Leistung PG muss der Strömung durch das Gebläse für das berechnete ε zu-
geführt werden?
Geg.: , p0 , A, V̇ . Lösung auf Seite 234
126 7 Stromfadentheorie

Aufgabe 7.2. Flüssigkeitsstrahlpumpe

[1]
u1
[2] [3]
p1 u2a
A2a A 2b
ρ

A1
h A3
Wasser
[0] p0

ρ
Konzentrat

Durch die dargestellte Düse soll aus dem unteren Behälter das flüssige Konzentrat gefördert
werden. Konzentrat und Wasser haben die selbe Dichte . Es kann eine stationäre, rei-
bungsfreie und inkompressible Strömung zwischen der Stelle [1] und der Stelle [2] an-
genommen werden. Am Düseneintritt sind der Druck p1 und die Geschwindigkeit u1 be-
kannt. Zwischen der Stelle [2] und der Stelle [3] findet eine Vermischung statt. An der
Flüssigkeitsoberfläche des unteren Behälters liegt Umgebungsdruck p0 vor, die Geschwin-
digkeit der Flüssigkeitsoberfläche kann vernachlässigt werden.

a) Ermitteln Sie die Geschwindigkeit u2a und den Druck p2 des Wassers an der Stelle [2].
b) Berechnen sie die Geschwindigkeit des Konzentrats u2b an der Stelle [2].
c) Geben Sie das Massenverhältnis ṁa /ṁb an.
d) Ermitteln Sie die Geschwindigkeit und den Druck des Gemisches an der Stelle [3].
Die Geschwindigkeiten u2a und u2b sowie den Druck p2 können als gegeben betrachtet
werden. Die Reibung auf die Wände kann vernachlässigt werden.

Geg.: , p0 , p1 , u1 , A1 , A2a , A2b , A3 = A2a + A2b .

Lösung auf Seite 236


7.3 Aufgaben zur Stromfadentheorie 127

Aufgabe 7.3. Pumpspeicherkraftwerk

p0
le
2

ld
lb lc h2

P
h1 p0
la

Der Leistungsbedarf eines Pumpspeicherkraftwerkes soll ermittelt werden. Im Pumpbe-


trieb wird durch die Pumpe P ein Volumenstrom Wasser V̇ vom Unterwasser 1 in das
Oberwasser 2 befördert. Reibungsverluste und Verluste in Rohrkrümmern können dabei
nicht vernachlässigt werden. Alle Krümmer haben die Verlustziffer ζk . Die Kreisrohre ha-
ben einen Durchmesser d und die Verluste am Eintritt in das Rohrleitungssystem werden
nicht berücksichtigt. Die Strömung ist inkompressibel und es wird keine Wärme zu- oder
abgeführt.
a) Bestimmen Sie die Druckverluste, die in dem Leitungsstück bis zum Pumpeneintritt
auftreten. Die Widerstandszahl λ = 0.02 der turbulenten Strömung ist gegeben.
b) Bestimmen Sie die Druckverluste zwischen dem Pumpenaustritt und dem Oberwasser.
c) Welche Leistung muss die Pumpe erbringen, um die Flüssigkeit von dem Unterwasser
in das Oberwasser zu fördern.
d) Um in der Pumpe Kavitation zu vermeiden, darf am Pumpeneintritt der Druck pmin
nicht unterschritten werden. In Welcher Höhe hmax darf die Pumpe maximal aufgestellt
werden, sodass am Pumpeneintritt pmin nicht unterschritten wird.
Geg.:  = 1000 kg/m3 , V̇ = 0, 25 m3 /s, d = 0, 4 m, λ = 0, 02, ζk = 0, 5, p0 = 1 bar,
pmin = 0, 85 bar, g = 9, 81 m/s2 , la = 1 m, lb = 5 m, lc = 20 m, ld = 200 m, le = 30 m,
h1 = 0, 5 m, h2 = 190 m.

Lösung auf Seite 237


128 7 Stromfadentheorie

Aufgabe 7.4. Rauchgaszugverstärker

Die Skizze zeigt den Ausgang ei-



nes Rauchgasschlotes. Im Ausgang des
V p Rauchgasschlotes der Querschnittsfläche
4
• 4 A befindet sich ein Zugverstärker“ mit

der Querschnittsfläche kA. Durch den
Querschnitt kA soll der Volumenstro-
manteil δ V̇ gefördert werden. V̇ ist der
2 • •
3 durch den Rauchgasschlot geförderte Ge-
kA
samtvolumenstrom. Es gilt 0 < k < δ <
1. Wandreibungen können vernachlässigt
ρ werden. Im Zugverstärker“ ist ein Ge-
Gebläse ”
ζ bläse und ein Filter eingebaut. Das Ge-
( Δ pG) bläse bewirkt eine Druckerhöhung Δ pG ,
kA
der Filter hat die Verlustziffer ζ . An den
Stellen 2lund 3lsind die Stromlini-
A en parallel. Von hier bis zur Stelle 4l
findet eine Vermischung der beiden Teil-
• ströme statt, so dass die Strömung nicht
V p1 verlustfrei ist. An der Stelle 4l ist
• 1
die Strömung wieder ausgeglichen. Die
Dichte  des Gases ist konstant. Volu-
menkräfte sind zu vernachlässigen.

a) Bestimmen Sie die Geschwindigkeiten an den Stellen 1l, 2l, 3lund 4l.
b) Welche Druckerhöhung Δ pG muß das Gebläse bewirken um den geforderten Massen-
strom durch den Zugverstärker“ zu fördern?

c) Welche Druckdifferenz p4 − p1 stellt sich ein? Beachten Sie, dass die Strömung von
2lbzw. 3lnach 4lnicht verlustfrei ist!

Geg.: , p4 , V̇ , A, k, δ , ζ .

Lösung auf Seite 238


7.3 Aufgaben zur Stromfadentheorie 129

Aufgabe 7.5. Mikropumpe

AK

Kolben

Amin pK Amin
uK
AL

AR
pL pR

Obige Skizze stellt eine Mikropumpe für medizinische Aufgaben (z.B. für den Transport
von Insulin) dar. Es wird der Fall betrachtet, bei dem sich der Kolben mit der Geschwin-
digkeit uK nach unten bewegt und so Flüssgkeit mit konstanter Dichte  durch die Rohr-
leitung drückt. Aufgrund der kleinen Bauweise und zur Sicherstellung eines zuverlässigen
Betriebs muss auf Ventile verzichtet werden. Sowohl an der linken Öffnung [L] als auch an
der rechten Öffnung [R] herrscht der konstante statische Druck p0 . Die Rohrquerschnitte
links und rechts, sowie am Kolben sind gleich. Die Rohrleitungen sind ohne scharfe Kan-
ten ausgeführt, so dass keine Verluste durch Einschnürung entstehen. Stoßverluste müssen
jedoch berücksichtigt werden. Auf Grund der Größe der Pumpe kann die Schwerkraft ver-
nachlässigt werden.

a) Geben Sie den Differenzdruck Δ pK = pK − pL zwischen der linken Öffnung und dem
Kolben als Funktion von uL , uK und  an.
b) Geben Sie den Differenzdruck Δ pK = pK − pR zwischen Kolben und rechter Öffnung
als Funktion von uR , uK und  an.
c) Geben Sie die Volumenströme V̇L und V̇R als Funktion der Kolbengeschwindigkeit uK
an.

Geg.: uK , , pL = pR = p0 , AL = AR = AK = A, A/Amin = 8 + 1.

Lösung auf Seite 240


130 7 Stromfadentheorie

Aufgabe 7.6. Drosselklappe in Kanal

[1] A0 α A0 [4] p0

A/2
[2]
u2
p1 Platte
A/2
A

β
u1 u3

A/2
Drosselklappe
A/2 [3]
ex

Au [5] p0

Durch einen Kanal der Querschnittsfläche A strömt Flüssigkeit mit konstanter Dichte .
Der Volumenstrom am Austritt an den Stellen [2] und [3] wird durch den Winkel β ei-
ner zentriert eingebauten Drosselklappe geregelt. Hinter der Drosselklappe tritt oben eine
Strahleinschnürung von Ao auf α Ao ein. α ist die Kontraktionsziffer. Unten treten Ver-
luste infolge der Strahlaufweitung auf. Die Reibung an den Wänden und der Platte kann
vernachlässigt werden. An den Stellen [2] und [3] sei die Strömung wieder vollkommen
ausgeglichen.

a) Bestimmen Sie zunächst die Druckverluste von [4] nach [2] in Abhängigkeit von der
Geschwindigkeit u2 und dann die Geschwindigkeit u2 selbst.
b) Bestimmen Sie die Geschwindigkeit u3
c) Berechnen Sie die x-Komponente der Kraft durch die Flüssigkeit auf die Drosselklappe.

Geg.: u1 , A, p1 , p0 , α , β .

Lösung auf Seite 241


7.3 Aufgaben zur Stromfadentheorie 131

Aufgabe 7.7. Taucherglocke

g Schlauch
p0
z See 1l

Taucherglocke

p0
A3 3l
 H
∂u
≈0
∂t h3 (t)
 h0

2l
A2 L

Eine Taucherglocke (Querschnitt A3 ) hängt an einem Schlauch, der zur Atmosphäre


(Druck p0 ) hin offen ist. Die Glocke ist in einen See bis zur Tiefe H eingetaucht. Im Bo-
den der Glocke befindet sich ein Zulaufrohr (Querschnitt A2 , Länge L), durch das Wasser
reibungsfrei in die Taucherglocke eingelassen werden kann. Nach dem Öffnen der Klap-
pe (nicht skizziert) strömt an der Stelle 2lWasser in die Taucherglocke. Nach kurzer
Beschleunigungzeit im dünnen Zulaufrohr ist die Strömung quasistationär, d.h. der Be-
schleunigungsterm ∂ u/∂ t kann in der Bernoulligleichung vernachlässigt werden, gilt für
die Aufgabenteile a), b) und c).
a) Wie groß sind die Verluste von 2lnach 3lbei bekanntem u2 ?
b) Berechnen Sie die Geschwindigkeit u2 an der Stelle 2lin Abhängigkeit von der Was-
serhöhe h3 (t) in der Taucherglocke.
c) Zur Zeit t = 0 hat das Wasser die Höhe h0 in der Glocke. Berechnen Sie die Zeit t, in
der das Wasser von h0 auf h3 (t) in der Taucherglocke ansteigt.
d) Nun wird der kurze instationäre Strömungvorgang betrachtet: Die Klappe ist geschlos-
sen und wird zu einer Zeit t ∗ = 0 geöffnet. Der Wasserstand in der Taucherglocke sei zu
dieser Zeit h3 (0) = h03 , die Geschwindigkeit u2 (0) = 0. Berechnen Sie die Beschleu-
nigung ∂ u/∂ t des Wassers im Zulaufrohr zur Zeit t ∗ = 0.
Geg.: , g, p0 , A3 , A2 = mA3 , m  1, L, H, h0 .
Lösung auf Seite 243
132 7 Stromfadentheorie

7.4 Aufgaben zur turbulenten Strömung

Aufgabe 7.8. Wasserfontäne

[4]

d4
h

[2]
d2 d3 [3]
[0]
P
[1]
l2 l3

d1

Eine Wasserfontäne wird mit Wasser der Dichte  und der kinematischen Viskosität ν
aus einem tiefergelegenen Becken versorgt. Dazu wird die erforderliche Wassermenge
mit einer Pumpe P, die sich auf der gleichen Höhe wie der Wasserspiegel des Beckens
befindet, durch eine Rohrleitung zugeführt. Das erste Teilstück nach der Pumpe hat eine
Länge l2 und einen Durchmesser d2 . Es erfolgt dann eine Querschnittsverengung von α =
A2 /A3 auf das zweite Teilstück, das eine Länge l3 und einen Durchmesser d3 hat. Der
Ansaugstutzen an der Stelle [1] hat den Durchmesser d1 = d2 . Die Rohre zwischen [2]
und [3] haben eine Rauheit k. Das Rohr zwischen [3] und [4] ist hydraulisch glatt.

a) Die Wasserfontäne soll eine Höhe von 20m erreichen. Bestimmen Sie die Geschwin-
digkeit an der Stelle [4].
b) Bestimmen Sie die Druckverluste in der Rohrzuleitung zwischen [2] und [3], der
Druckverlust durch die Rohrquerschnittsverengung ist zu berücksichtigen.
c) Welche Leistung muss die Pumpe zuführen? Verluste im Ansaugstutzen der Pumpe und
zwischen [3] und [4] können vernachlässigt werden.

Geg.:  = 103 kg/m3 , ν = 10−6 m2 /s, l2 = 200 m, d1 = d2 = 0, 5 m, l3 = 15 m, d3 = d4 =


0, 1 m, k = 10−3 m, α = 0, 58, h = 10 m, g = 9, 81 m/s2 , Widerstandsdiagramm in Kapitel
7.11.
Lösung auf Seite 244
7.4 Aufgaben zur turbulenten Strömung 133

Aufgabe 7.9. Eisenguss

In der Abbildung ist ein


Verfahren dargestellt, bei
dem unter Druck ein
Objekt aus Eisen mit
der Dichte E und der
dynamischen Viskosität
ηE gegossen wird. Der
Stempel drückt bei seiner
Bewegung von [1] nach
[2] das flüssige Eisen
durch das Rohr mit dem
Durchmesser D1 und der
Länge L1 und damit von
[2] nach [3] durch das
Rohr mit dem Durch-
messer D2 und der Länge
L2 in die Gussform.
Der Hohlraum über dem Flüssigkeitsspiegel [4] ist mit Luft der Dichte L und der dyna-
mischen Viskosität ηL gefüllt, die von [5] nach [6] durch das Rohr mit dem Durchmesser
D3 und der Länge L3 entweicht. Die Strömung des Metalls und der Luft ist inkompressi-
bel und stationär. Die Verluste an den Stellen [3] und [5] können vernachlässigt werden.
Die Geschwindigkeit an der Stelle [4] ist u4 = U. Alle Rohre sind als hydraulisch glatt
anzusehen.

a) Bestimmen Sie die Geschwindigkeit der Luft am Punkt [6]. Wie groß ist die Reynolds-
zahl für die Rohrströmung zwischen [5] und [6]?
b) Bestimmen Sie den Luftdruck pL an der Stelle [4].
c) Durch die unstetige Querschnittsverengung an der Stelle [2] tritt eine Strahlkontraktion
(Kontraktionsziffer α = 0, 58) auf. Bestimmen Sie den Druck an der Stelle [1], die
Verluste zwischen [1] und [2] können vernachlässigt werden. Berechnen Sie die Kraft,
die zum Bewegen des Stempels notwendig ist.

Geg.: D1 = 0, 09 m, D2 = 0, 01 m, L2 = 0, 2 m, D3 = 0, 003 m, L3 = 0, 05 m, p0 = 105 Pa,


E = 7800 kg/m3 , ηE = 1, 8 × 10−2 Pa s, ηL = 2 × 10−5 Pa s, L = 1, 2 kg/m3 , Die Ge-
schwindigkeit des Stempels ist U = 0, 05 m/s. Widerstandsdiagramm in Kapitel 7.11.
Lösung auf Seite 245
134 7 Stromfadentheorie

Aufgabe 7.10. Trinkwasserversorgung aus Hochbehälter

Das unten gezeigte Haus wird über ein Rohr aus einem Hochbehälter (Stelle 1l) mit
Trinkwasser versorgt (Stelle 2l). Der Wasserpegel im Hochbehälter wird konstant auf
der Höhe H gehalten. Für die Rohrleitung (Länge L, Durchmesser d, Rohrrauheit k) sind
nur Reibungsverluste zu berücksichtigen.

1
p0
g
H

L z
p0

a) Berechnen Sie die Ausflussgeschwindigkeit an der Stelle 2lbei angenommener völlig


verlustfreier Strömung. Geben Sie für diesen Fall die Reynoldszahl an. Ist die Strömung
turbulent oder laminar?
b) Wie lautet die Berechnungsformel für die Ausflußgeschwindigkeit, wenn die Reibungs-
verluste (λ = λ (Re, dk )) in der Rohrleitung berücksichtigt werden.
c) Nutzen Sie die Werte aus Aufgabenteil a) als Startwerte für ein Iterationsverfahren
um die tatsächliche Ausflußgeschwindigkeit bis auf zwei Nachkommastellen genau zu
berechnen.
Geg.: k = 2 × 10−4 m, d = 0, 1 m, L = 50 m, H = 5, 1 m,  = 103 kg/m3 , η = 10−3 kg/(ms),
p0 = 1 bar, g = 9, 81 m/s2 , Widerstandsdiagramm in Kapitel 7.11.
Lösung auf Seite 246
7.4 Aufgaben zur turbulenten Strömung 135

Aufgabe 7.11. Rohrverzweigung

Durch die skizzierte Rohrverzweigung wird Wasser mit einem Gesamtvolumenstrom von
V̇ = 0, 6 m3 /s gefördert. Die Strömung ist reibungsbehaftet und stationär, die Dichte  ist
konstant. Die Rohre sind rauh. Gesucht ist der erforderliche Druckabfall Δ p über die Rohr-
verzweigung und die Volumenströme V̇1 und V̇2 durch die Rohre 1 und 2. Da die Rohre
sehr lang sind, kann der an den Verzweigungstellen auftretende Verzweigungsverlust ver-
nachlässigt werden, ebenso Verluste durch Rohrkrümmung.
Die Berechnung ist iterativ durchzuführen, wobei aufgrund der gegebenen Rohrdurchmes-
(1)
ser im ersten Iterationsschritt angenommen werden kann, dasss der Volumenstrom V̇1
(1)
durch Rohr 1 gleich 80 % des Gesamtvolumenstrom ist: V̇1 = 0, 8V̇ . Der hochgestellte
Index kennzeichnet den Iterationsschritt. Weiter kann das Rohr 2 als vollkommen rauh
angenommen werden, so dass die Widerstandszahl λ2 für Rohr 2 von der Reynoldszahl
unabhängig ist.
Hinweis: Nach der ersten Iteration ist zu prüfen ob der berechnete Geseamtvolumenstrom
vom gegebenen abweicht. Ist das der Fall, so ist für die nächste Iteration der Volumenstrom
(2)
V̇1 mit dem abweichenden Faktor entsprechend zu verändern. Führen Sie 2 Iterationen
durch!
Geg.: d1 = 0, 5 m, l1 = 300 m, d2 = 0, 25 m, l2 = 400 m, k = 10− 3 m, V̇ = 0, 6 m3 /s, ν =
10−6 m2 /s,  = 103 kg/m3 , Widerstandsdiagramm in Kapitel 7.11.

Lösung auf Seite 247


Kapitel 8
Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.1. Eine ebene reibungsbehaftete Potentialströmung

Von der stationären, ebenen Strömung einer Newtonschen Flüssigkeit mit konstanter dy-
namischer Viskosität η und konstanter Dichte , ist die u1 -Komponente des Geschwindig-
keitsfeldes gegeben:
  
x  x
− 1
2 l l ist eine dimensionsbehaf-
u1 (x1 , x2 ) = U∞ 1 − cos e ,
l tete Konstante.

a) Berechnen Sie die u2 (x1 , x2 )-Komponente des Geschwindigkeitsfeldes für die inkom-
pressible Strömung mit der Randbedingung u2 (x1 , 0) = 0 für alle x1 .
b) Handelt es sich um eine Potentialströmung? Beweis!
c) Berechnen Sie die Komponenten ei j (x1 , x2 ) des Deformationsgeschwindigkeitstensors
und die Komponenten Pi j (x1 , x2 ) des Reibungsspannungstensors.
d) Wie lautet die Dissipationsfunktion Φ ?
e) Berechnen Sie die im Streifen 0 ≤ x1 < ∞, 0 ≤ x2 ≤ 2π l pro Zeit- und Tiefeneinheit
dissipierte Energie der Flüssigkeit:

PD = Φ dV .
V

Geg.: U∞ , l, η . Lösung auf Seite 248

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H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3_8
138 8 Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.2. Strömung zwischen Platten

T0

x2
2b
x1

Zwischen zwei ebenen Platten mit dem Abstand 2b ist die Kontinuumsbewegung einer
Newtonschen Flüssigkeit durch

U 2
x1 (ξ j , t) = (b − ξ22 )t + ξ1
b2
x2 (ξ j , t) = ξ2

gegeben. U und b sind dimensionsbehaftete Konstante mit den Einheiten [U] = m/s und
[b] = m. ξ j bezeichnen die materiellen Koordinaten ( j = 1, 2).
Die Platten sind in die x1 -, wie auch in die x3 -Richtung unendlich ausgedehnt, so dass die
Strömung in der (x1 , x2 )-Ebene zu behandeln ist.
a) Bestimmen Sie die Geschwindigkeitskomponenten ui (ξ j ,t) in materiellen Koordinaten
(Lagrange Beschreibungsweise).
b) Wie lauten die Geschwindigkeitskomponenten in Feldkoordinaten (Eulersche Beschrei-
bungsweise)? Skizzieren Sie das Geschwindigkeitsprofil.
c) Berechnen Sie die Komponenten des Drehgeschwindigkeitstensors Ωi j . Drücken Sie
die ω3 -Komponente der Winkelgeschwindigkeit ω  durch die entsprechende Kompo-
nente des Drehgeschwindigkeitstensors aus. Skizzieren Sie den Verlauf von ω3 zwi-
schen den beiden Platten.
d) Berechnen Sie die Komponenten des Dehnungsgeschwindigkeitstensors ei j . Ist die
Strömung volumenbeständig (Beweis!)?
e) Berechnen Sie die Dissipationsfunktion Φ und skizzieren Sie deren Verlauf.
f) Berechnen Sie die Temperaturverteilung T (x2 ) zwischen den Platten, wenn aus symme-
triegründen ∂ T /∂ x2 = 0 für x2 = 0 gilt und die obere Platte auf konstante Temperatur
T (b) = T0 gehalten wird.
Geg.: U, b, λ , η , T0 .
Lösung auf Seite 250
8 Themenübergreifende Aufgaben 139

Aufgabe 8.3. Hubschrauber

1 p0

p0

g Stromröhre
z
R
2

Rotor 3

p4 = p0 4

Luft der Dichte  strömt reibungsfrei innerhalb der skizzierten Stromröhre durch den Ro-
tor eines schwebenden Hubschraubers (Masse M). Der Rotor wird als sehr dünne Kreis-
scheibe (Radius R) angenommen, durch die die angesaugte Luft eine Druckerhöhung
Δ p = p3 − p2 erfährt. Die Umfangskomponente der Luftgeschwindigkeit nach dem Ro-
tor ist vernachlässigbar klein. Die Krümmung der Stromlinien in der Stromröhre ist klein,
so dass die Strömungsgrößen über den jeweiligen Strömungsquerschnitten als konstant
angenommen werden können. Der Einfluss der Hubschrauberkabine auf die skizzierte
Strömung bleibt ebenfalls unberücksichtigt. Volumenkräfte der Luft sind zu vernachlässi-
gen.
Die Stelle 1lsei soweit entfernt vom Rotor gewählt, dass dort die quadratischen Terme
der Geschwindigkeit in den Bilanzgleichungen vernachlässigt werden können.
a) Wie groß ist die Schubkraft FS des Rotors?
b) Berechnen Sie die Druckerhöhung Δ p = p3 − p2 .
c) Wie groß ist die Geschwindigkeit u4 der Luft an der Stelle 4l?
d) Berechnen Sie den Massenstrom ṁ durch die Stromröhre mit Hilfe des Impulssatzes.
Geben Sie das Geschwindigkeitsverhältnis u3 /u4 an.
Geg.: , p0 , M, R, g = −gez .
Lösung auf Seite 252
140 8 Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.4. Radialpumpe

Eine Radialpumpe zum Fördern


[4] r4
von Wasser soll ausgelegt
LE
[3] r3
werden. Dabei wird Fluid von
h α3 einem radial angeordneten
[2]
LA r2 Verdichterlaufrad (LA) zwi-
[1] c4 schen den Stellen [1] und [2]
r1 c1
gefördert (Leistung P > 0, Win-
eΩ e M kelgeschwindigkeit Ω  = Ω eΩ ,
r
Ω Volumenstrom V̇ ). Ein Leitrad
(LE) zwischen den Stellen [3]
und [4] befördert das Fluid mit
der Geschwindigkeit c4 = cr4 er
β2
drallfrei in das (nicht dargestell-
te) Schneckengehäuse.

Die Strömung in das Laufrad tritt rein radial an der Stelle [1] mit der Geschwindigkeit
c1 = cr1 er ein. An den Ein- und Austrittsflächen des Lauf- und Leitrades können die
Geschwindigkeitsverteilungen als homogen angesehen werden.
Die Schaufelhöhe h gilt für das Leit- und das Laufrad. Die Strömung ist stationär. Die
Reibungsspannungen können zwischen den Stellen [2] und [3] vernachlässigt werden. Die
Dichte des Fluids  ist konstant.
a) Berechnen Sie die Geschwindigkeit c1 am Laufradeintritt [1].
b) Berechnen Sie die Geschwindigkeitskomponenten cr2 und cu2 am Laufradaustritt. Wie
groß ist der Schaufelwinkel tan β2 (Winkel zwischen w2 und der er -Richtung)?
c) Berechnen Sie den Schaufelwinkel tan α3 ?
d) Zeichnen Sie die Geschwindigkeitsdreiecke (Winkel + Geschwindigkeitsvektoren) qua-
litativ in das unten abgebildete Schaufelbild.
e) Wie groß ist die Druckdifferenz Δ pLE = p4 − p3 über das Leitrad, wenn die Strömung
im Leitrad als verlustfrei angenommen wird?
Geg.: V̇ , P, Ω , , r = r1 = r2 /2 = r3 /3 = r4 /4, h.

eu
er
c1 c4
Ω
[1] [2] [3] [4]

Lösung auf Seite 254


8 Themenübergreifende Aufgaben 141

Aufgabe 8.5. Trinkwasserleitung

p0 g
1

, η
H

αA p0
ζK
u2
Ød
L
2

Über ein abgewinkeltes raues Rohr mit konstantem Querschnitt A wird aus einem Stausee
(Stelle 1l) Wasser entnommen (Stelle 2l). Die Rohrleitung hat den Durchmesser d, die
Länge L, die Rauheit k und die Krümmerverlustziffer ζK . Der scharfkantige Rohreinlauf
im See bewirkt eine Strahleinschnürung α A. Der Wasserpegel im See bleibt konstant auf
der Höhe H.

a) Berechnen Sie die Ausflussgeschwindigkeit u2 an der Stelle 2lbei völlig verlustfrei


angenommener Strömung. Geben Sie für diese Geschwindigkeit mit den gegebenen
Stoffwerten die Reynoldszahl an. Ist die Strömung turbulent oder laminar?
b) Wie lautet die Berechnungsformel für die Ausflussgeschwindigkeit u2 in Abhängigkeit
des Widerstandskoeffizienten λ , wenn die auftretenden Druckverluste in der Rohrlei-
tung berücksichtigt werden.
c) Nutzen Sie die Werte aus Aufgabenteil a) als Startwerte für ein Iterationsverfahren um
die tatsächliche Ausflussgeschwindigkeit zu berechnen. Führen Sie 3 Iterationsschritte
durch.

Geg.: k = 2 × 10−5 m, d = 0, 1 m, L = 50 m, H = 11, 47 m,  = 103 kg/m3 , η = 10−3


kg/ms, p0 = 1 bar, g = 9, 81 m/s2 , ζK = 1, 3, Widerstandsdiagramm 7.11, Kontraktionszif-
fer α = 0, 58.

Lösung auf Seite 255


142 8 Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.6. Turbulente Rohrströmung

Umax

R r

z
r

Abb. 8.1: Turbulente Rohrströmung

Ein gerades glattes Kreisrohr (Radius R = 0, 025 m) wird von Wasser (Dichte  = 103
kg/m3 , kinematische Viskosität ν = 10−6 m2 /s) turbulent durchströmt. Die maximale Ge-
schwindigkeit Umax in der Rohrmitte beträgt 1 m/s.
a) Nehmen Sie zunächst an, dass die Strömung für die gegebenen Größen nicht turbulent
sondern laminar ist und berechnen Sie hierfür die Wandschubspannung
τw = −τrz (R) = −2η erz (R). Verwenden Sie hier das Koordinatensystem mit dem Ur-
sprung in der Rohrmitte
b) Bestimmen Sie aus dem Widerstandsgesetz für turbulente Rohrströmung (glattes Rohr)
 
Umax 1 u∗ R
= ln + B,
u∗ κ ν

mit κ = 0, 4, B = 5, die Schubspannungsgeschwindigkeit


/ u∗ iterativ.
Verwenden Sie als Startwert u∗ = τw /, wobei τw die unter a) berechnete Wand-
schubspannung ist, die für laminare Rohrströmung vorliegen würde. Es genügen 4 Ite-
rationsschritte.
c) Wie groß ist die mittlere Strömungsgeschwindigkeit U. Zeigen Sie, dass die Strömung
tatsächlich turbulent ist. Wie lautet das Verhältnis Umax /U.
d) Bestimmen Sie nun die Wandschubspannung τw , den Druckgradienten K = −∂ p/∂ z
und den Volumenstrom V̇ für die turbulente Strömung. Berechnen Sie die Kraft der
Strömung auf ein 10m langes Teilstück des Rohres in Strömungsrichtung.
e) Wie groß muß der Druckgradient bei laminarer Strömung sein, um den gleichen Volu-
mendurchsatz zu erreichen. Wie groß wäre in diesem Fall die Kraft auf das 10 m lange
Rohrteilstück?
Geg.:  = 103 kg/m3 , ν = 10−6 m2 /s, R = 0, 025 m, Umax = 1 m/s, κ = 0, 4, B = 5.
Lösung auf Seite 256
8 Themenübergreifende Aufgaben 143

Aufgabe 8.7. Speichersee

p g
u»0 0

Speichersee

d
H

z
Pump-
Turbine
u»0
L 2

1
Unterwasser

Die Pump-Turbinen-Anlage besteht aus einem Unterwasser, einem Speichersee, einer


Rohrleitung (Länge L = 280 m, Durchmesser d = 0, 5 m, Rauheit k/d = 2 × 10−4 ) und
einer Pump-Turbine. Im Pumpbetrieb wird das Wasser (Dichte  = 103 kg/ m3 , kinemati-
sche Viskosität ν = 10−6 m2 / s) aus dem Unterwasser in den Speichersee mit einem Volu-
menstrom von V̇P = 0, 6 m3 / s hinaufgepumpt. Der Wirkungsgrad der Pumpe ist ηP = 0, 7.
In Zeiten hohen Energiebedarfs wird die Strömungsrichtung umgekehrt und die Pump–
Turbine arbeitet als Turbine. Im Turbinenbetrieb ist der Volumenstrom V̇T = 0, 84 m3 / s
und der Wirkungsgrad ηT = 0, 8. Der Höhenunterschied zwischen den ruhenden Spiege-
loberflächen beträgt H = 200 m. Der Umgebungsdruck ist p0 .
a) Berechnen Sie für den Pump– und den Turbinenbetrieb die mittleren Geschwindigkei-
ten U im Rohr und die Reynoldszahlen Re.
b) Wie gross sind die Druckverluste Δ pvR infolge der Rohrreibung bei beiden Betriebs-
arten innerhalb der Rohrleitung? Der Pump–Turbineneinbau kann hier vernachlässigt
werden. Wie gross sind die Austrittsverluste Δ pvA bei beiden Betriebsarten?
c) Berechnen Sie die erforderliche Druckdifferenz p2 − p1 für den Pumpbetrieb. Die
Höhendifferenz zwischen dem Eintritt 1lund dem Austritt 2lan der Pump–Turbine
kann vernachlässigt werden (z2 ≈ z1 ).
d) Welche Leistung muss der Flüssigkeit im Pumpbetrieb zugeführt werden und wie groß
ist die von der Pump–Turbine dabei benötigte Leistung?
144 8 Themenübergreifende Aufgaben

e) Welche Leistung gibt die Flüssigkeit im Turbinenbetrieb ab und welche Leistung kann
dabei von der Turbinenwelle abgenommen werden?
f) Wie gross ist der hydraulische Wirkungsgrad ηh der Anlage, d.h. das Verhältnis von
abgegebener Turbinenenergie zu aufgenommener Pumpenenergie bei gleichem umge-
setzten Volumen V (nicht V̇ !).
Geg.: g = 9, 81 m/s2 , H = 200 m, L = 280 m, d = 0, 5 m, k/d = 2 × 10−4 , ηP = 0, 7,
ηT = 0, 8,  = 103 kg/m3 , ν = 10−6 m2 /s, V̇P = 0, 6 m3 /s, V̇T = 0, 84 m3 /s.

Lösung auf Seite 258

Aufgabe 8.8. Düsenstrahl trifft Schräge Platte

p0
0 u0 = 0

g
H

d
LR1

z 1
p0
d

x
2
LR2

Aus einem großen Bergsee (u0 = 0) fließt Wasser mit bekanntem Volumenstrom V̇ durch
ein Fallrohr (Kreisquerschnitt, Durchmesser d). Die Einlaufströmung in das Rohr ist
verlustfrei. Die inkompressible und reibungsbehaftete Strmung wird in einem Krümmer
(Verlustziffer ζk = 0.25) umgelenkt und in einer idealen Düse (Querschnittsverhältnis
A1 /A2 = 2) beschleunigt. Die Strömung am Düsenausgang ist ausgeglichen und das Ge-
schwindigkeitsprofil konstant.

Geg.:  = 1000 mkg3 , η = 1000 × 10−6 ms


kg
, p0 = 0 bar, g = 9, 81 sm2 , LR1 = 4 m, LR2 = 8 m,
3
d = 0, 1 m, k/d = 10−3 , ζk = 0, 25, A1 /A2 = 2, V̇ = 0, 04 ms , θ = 13 π und Abb. 7.11.
8 Themenübergreifende Aufgaben 145

a) Berechnen Sie die Geschwindigkeiten an der Stelle 1lund am Düsenaustritt 2l.


b) Bestimmen Sie die Reynoldszahl Re und die Widerstandszahl λ für die beiden geraden
Rohrstücke. Welche Aussagen können Sie über den Zustand der Strömung machen?
c) Berechnen Sie den Druckverlust Δ pv bis zum Düsenaustritt 2l.
d) Bestimmen Sie den Wasserstand H des Sees.
e) Der Austrittsstrahl der Düse wird durch eine flache Platte in der skizzierten Weise um-
gelenkt. Bestimmen Sie mit Hilfe des eingezeichneten (r , z )-Koordinatensystems die
Normalkraft FN des Wasserstrahls auf die Platte. Volumenkräfte und der Umgebungs-
druck haben keinen Einfluss auf diese Kraft. Es kann daher p0 = 0 gesetzt werden.

Sa
p0

r

2
z
θ

Sa

p0

Lösung auf Seite 260


146 8 Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.9. Rotameter

In einer senkrecht stehenden Rohrlei-


tung strömt Flüssigkeit mit konstanter
Dichte . Zur Bestimmung des Volu-
menstroms V̇ befindet sich ein Rota-
meter in der Rohrleitung. Dieser be-
steht aus einem konischen Glasgefäß,
in dem sich ein Schwebekörper mit
dem Gewicht G befindet. Der Abstand
h des Schwebekörpers von der Stel-
le a ist ein Maß für den Volumen-
strom V̇ durch die Rohrleitung. Der
Zusammenhang zwischen V̇ und h ist
gesucht. Die Flüssigkeit tritt über die
Querschnittsfläche A1 mit konstanter
Geschwindigkeit ein, der Strömungs-
querschnitt verengt sich dann durch
den Schwebekörper auf die Ringfläche
A2 . Auch hier kann die Geschwindig-
keit als konstant und die Stromlinien
näherungsweise als parallel angenom-
men werden.

Die Mantelfläche zwischen den Stellen a und b ist so gestaltet, dass die Ringfläche A2 eine
lineare Funktion von z ist. Es gilt: A2 (z) = k z, mit k = konst. Nach der Querschnittserwei-
terung ist die Strömung auf der Fläche A3 wieder ausgeglichen. Die Strömung ist stationär
und kann bis auf die Verluste infolge der plötzlichen Querschnittserweiterung als verlust-
frei angenommen werden. Sie läßt sich näherungsweise im Rahmen der Stromfadentheo-
rie behandeln. Volumenkräfte infolge der Höhenunterschiede können vernachlässigt
werden. Es gilt A2 /A1  1 und A2 /A3  1.
a) Bestimmen Sie den Druck p2 an der Stelle 2.
b) Bestimmen Sie den Druck p3 an der Stelle 3.
c) Berechnen Sie die z-Komponente der Kraft F von der Flüssigkeit auf den Schwe-
bekörper. Verwenden Sie hierzu das skizzierte Kontrollvolumen.
Der Beitrag durch die Integration über die Mantelfläche zwischen den Stellen 1 und 3
kann vernachlässigt werden.
d) Im stationären Betriebszustand befindet sich der Schwebekörper in Ruhe. Sein Abstand
h von der Stelle a hängt vom Volumenstrom durch das Rohr ab. Geben Sie den Zusam-
menhang zwischen V̇ und h an. Welches Ergebnis erhält man für A3 = A1 ?
 = −Gez .
Geg.: p1 , , A1 , A3 , k, V̇ , G Lösung auf Seite 261
8 Themenübergreifende Aufgaben 147

Aufgabe 8.10. Wasserstrahl

r0

z
Unter dem Einfluss der Schwerkraft tritt
aus einem Rohr ein Wasserstrahl aus. Die
r
Strömung ist reibungsfrei, stationär und
axialsymmetrisch. Kapillarkräfte (Ober-
flächenspannungen) können vernachlässigt
werden. Die Geschwindigkeitskomponen-
te uz = uz (z) und der Druck p können in
pu
der gesamten Strömung über jeden Quer-
g
schnitt als konstant angenommen werden.
Am Auslass aus dem Rohr gilt uz (z = 0) =
u0 .

a) Berechnen Sie die Geschwindigkeitskomponente uz im Freistrahl. Verwenden Sie hier-


zu die mittlere Stromlinie r = 0. Beachten Sie, dass für das eingezeichnete Koordina-
tensystem uz < 0 gilt!
b) Berechnen Sie die Geschwindigkeitskomponente ur im Freistrahl, die sich durch die
Einschnürung des Strahls ergibt.
Hinweis: Kontinuitätsgleichung in differentieller Form.
c) Bestimmen Sie die Gleichung der Stromlinie, die durch den Punkt (r = r0 , z = z0 ) läuft.
Für die hier betrachtete axialsymmetrische Strömung lauten die Differentialgleichun-
gen der Stromlinien
dr ur dz uz
= , = .
ds |u| ds |u|
Geg.: u0 , r0 , , g = −gez , z0 = 0, pu = 0.

Lösung auf Seite 262


148 8 Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.11. Tornado

Am Boden (z = 0) kann ein Tornado


idealisiert als Potentialwirbel mit
Tornado festem Kern für 0 ≤ r ≤ r0 betrachtet
werden. Der feste Kern rotiert wie
ein starrer Körper mit der kon-
stanten Winkelgeschwindigkeit Ω .
Außerhalb des Kerns für r0 ≤ r < ∞
liegt Potentialströmung vor. Das
Geschwindigkeitspotential lautet
Kern z p∞ Φ = Ω r02 ϕ . Die im Kern auftretende
maximale Windgeschwindigkeit ist
r r U0 . Die Dichte  der Luft kann als
konstant angenommen werden.

Der ungestörte Druck im Unendlichen ist p∞ . Volumenkräfte sind zu vernachlässigen. Alle


Berechnungen sind am Boden (z = 0) und in Polarkoordinaten durchzuführen (siehe auch
die Differentialoperatorn in Polarkoordinaten A.1). Zahlenwertrechnungen sind nur im
letzten Aufgabenteil zu erbringen.
a) Mit welcher Winkelgeschwindigkeit Ω rotiert der Kern des Tornados? Wie lautet die
Geschwindigkeitsverteilung uϕ (r) innerhalb des Kerns? Liegt hier ebenfalls eine Po-
tentialströmung vor (Beweis!)?
b) Wie lautet die Geschwindigkeitsverteilung uϕ (r) außerhalb des Kerns. Skizzieren Sie
nun qualitativ den gesamten Geschwindigkeitsverlauf für 0 ≤ r < ∞.
c) Berechnen Sie zunächst den Druckverlauf p(r) außerhalb des Kerns des Tornados. Be-
stimmen Sie dann im Kern den Druckgradient ∂ p/∂ r in radialer Richtung und den
dazugehörigen Druckverlauf p(r). (Hinweis: ∂ p/∂ r = −∂ p/∂ n ; ∂ p/∂ n bezeichnet
die Ableitung normal zu den Stromlinien)
d) Skizzieren Sie qualitativ den gesamten Druckverlauf p(r) für 0 ≤ r < ∞. Welcher Druck
liegt an den Stellen r = 0 und r = r0 vor?
e)
Der Tornado geht über ein Gebäude mit kreisförmi-
gem ebenen Dach vom Radius r = r0 hinweg.
Dach → Die Höhe des Gebäudes ist zu vernachlässigen. Im
n
p∞ r
Gebäude Gebäude liegt noch der ungestörte Druck p∞ vor.
Wie groß ist die Kraft auf das Dach und in wel-
che Richtung wirkt sie für folgende Zahlenwerte:
r0 = 30 m, U0 = 45 m/s,  = 1 kg/m3 .

Geg.: r0 , U0 , , p∞ .
Lösung auf Seite 264
8 Themenübergreifende Aufgaben 149

Aufgabe 8.12. Hydraulikpumpe

In der skizzierten Hydraulik-


pumpe wird Öl mit konstan-
ter Geschwindikeit u1 über die
Fläche A1 in den Zylinder ge-
drückt. Die Dichte  des Öls
ist konstant. Hierdurch bewegt
sich der Kolben mit konstanter
Geschwindikeit u2 . Der Spalt
zwischen Kolben und Zylin-
derwand sei undurchlässig, so
dass die Querschnittsfläche A2
des Kolbens gleich der Quer-
schnittsfläche des Zylinders zu
setzen ist.

Volumenkräfte und Verluste durch Reibung an den Wänden sind zu vernachlässigen. Ver-
luste durch die plötzliche Querschnittserweiterung von A1 auf A2 im Inneren des Zylinders
müssen berücksichtigt werden.
Die Geschwindigkeit u1 und der Druck p1 auf der Fläche A1 sind gegeben, ebenso die
Dichte  und die Flächen A1 , A2 .

Die gesuchten Größen sind durch die gegebenen Größen bzw. durch den Massen-
strom darzustellen.

a) Wie groß ist der Massenstrom ṁ im Zylinder? Bestimmen Sie die Kolbengeschwindig-
keit u2 .
b) Berechnen Sie den Druck p2 am Kolben unter Berücksichtigung der auftretenden Ver-
luste (Carnotsche Stoßverluste).
c) Berechnen Sie unter Verwendung des Reynoldsschen Transporttheorem die materielle
Änderung DK/Dt der kinetischen Energie K der im Zylinder befindlichen Flüssigkeit.
Beachten Sie, dass die kinetische Energie im skizzierten Kontrollvolumen zeitlich kon-
stant ist.
0
d) Berechnen Sie die Leistung P = S u ·t dS der äußeren Kräfte am betrachteten Flüssig-
keitsvolumen.
e) Welche Wärmemenge pro Zeiteinheit Q̇ muß der Flüssigkeit entzogen werden, wenn
die materielle Änderung der inneren Energie null sein soll, DE/Dt = 0.

Geg.: , u1 , p1 , A1 , A2 . Lösung auf Seite 266


150 8 Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.13. Luftgetriebenes Fahrzeug

[0] p0

Ein Fahrzeug wird durch


ein Gebläse angetrieben.
Das Fahrzeug befindet
sich in Ruhe und unter-
liegt bei angezogenen
y [1] [2] [3]
p1 p2 p0 Bremsen maximalen
A3
Standschub. Die Luft
x
wird symmetrisch zur y-
Achse aus dem Fernfeld
(u0 = 0) eingesaugt.

Das Gebläse ist zwischen den Stellen [1] und [2] (A1 = A2 ) eingebaut und kann näherungs-
weise als Scheibe angenommen werden. Es erzeugt eine Druckdifferenz Δ p = p2 − p1 . Die
Luft strömt nach der Düse über die Fläche A3 mit konstanter Geschwindigkeit u3 in die
Umgebung aus. Die Strömung ist stationär und mit Ausnahme des Gebläses verlustfrei.
Die Dichte  ist konstant, Volumenkräfte können vernachlässigt werden. Der Umgebungs-
druck ist p0 .

a) Berechnen Sie die Druckdifferenzen p0 − p1 und p2 − p3 für den gegebenen festen


Volumenstrom V̇ .
b) Berechnen Sie den Drucksprung Δ p = p2 − p1 über das Gebläse.
c) Berechnen Sie die Kraft auf das Fahrzeug in x-Richtung. Setzen Sie hierfür den Umge-
bungsdruck p0 = 0.
d) Für das eingebaute Gegläse besteht ein funktionaler Zusammenhang (Δ p = f (V̇ )) zwi-
schen der Druckdifferenz Δ p = p2 − p1 über dem Gebläse und dem Volumenstrom V̇ :
Δ p = a − bV̇ 2 , wobei a und b gegebene Konstanten sind.
Ermitteln Sie den Zusammenhang zwischen V̇ und A3 : V̇ = f (A3 ).
e) Für welche Düsenfläche A3 wird wird die Kraftkomponente Fx maximal?

Geg.: , A1 = A2 , A3 , V̇ , a > 0, b > 0.


Lösung auf Seite 267
8 Themenübergreifende Aufgaben 151

Aufgabe 8.14. Widerstandsbeiwert einer U-Bahn

U1
1  2
AB

A
Modell

pI pII

Der dimensionslose Widerstandsbeiwert


FW
cW =  2 (8.1)
2 1 AB
u

einer U-Bahn soll in einem Modellversuch bestimmt werden. Hierin ist FW die dimensi-
onsbehaftete Komponente der Kraft auf das Fahrzeug in Strömungsrichtung. u1 ist die un-
gestörte Anströmgeschwindigkeit und AB die in Strömungsrichtung projezierte maximale
Querschnittsfläche der U-Bahn. Das Modell steht, wie oben skizziert, in einem Windka-
nal mit der Querschnittsfläche A und wird mit der Geschwindigkeit u1 angeströmt. Die
Druckdifferenzen pI und pII werden gemessen. Die Messtellen 1lund 2lliegen
genügend weit vom U-Bahnmodell entfernt, so daß dort jeweils ausgeglichene Strömung
über den ganzen Kanalquerschnitt vorliegt. Die Strömung ist stationär und die Dichte  ist
konstant. Reibungsverluste an der Kanalwand sind vernachlässigbar, ebenso die Einflüsse
der Messeinrichtung und der Räder der Bahn.

a) Drücken Sie pI und pII durch statische Drücke und Geschwindigkeiten an den
Stellen 1lund 2lsowie der Dichte  aus, wenn die Druckdifferenzen wie skizziert
gemessen werden.
b) Bestimmen Sie den Widerstandsbeiwert cW als Funktion der gegebenen Größen.

Geg.: A, AB , pI , pII .

Lösung auf Seite 269


152 8 Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.15. Zyklonrohr

pa

y Uφ
r
φ
φ= φ=0
Starr- x
Potential- körper-
wirbel wirbel
rk
rw

Ein Zyklonrohr (Innenradius rw ) mit zwei tangentialen Einlässen induziert im Inneren


eine Drallströmung. Experimente zeigen, dass sich die Umfangsgeschwindigkeit uϕ des
Geschwindigkeitsfeldes aus einem Starrkörperwirbel im Kernbereich (0 ≤ r ≤ rk ) und ei-
nem Potentialwirbel im Außenbereich (rk ≤ r ≤ rw ) zusammensetzt. An der Wand (r = rw )
wird die Haftbedingung vernachlässigt, so dass dort uϕ = 0 ist.
Für die Umfangsgeschwindigkeit an beliebiger Position z im Rohr gilt folgende Geschwin-
digkeitsverteilung:
U0
uϕ = r für 0 ≤ r ≤ rk
rk
U0
uϕ = rk für rk ≤ r ≤ rw
r
Die Strömung ist stationär, inkompressibel und rotationssymmetrisch (∂ /∂ ϕ = 0). Die
Geschwindigkeit in z-Richtung ist konstant. Die radiale Komponente der Geschwindigkeit
verschwindet identisch: ur ≡ 0. Volumenkräfte sind zu vernachlässigen.
a) Vereinfachen Sie die r-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen in Zylinder-
koordinaten für die zu berechnende Strömung im Zyklon:
#  $
∂ ur ∂ ur ∂ ur 1 ∂ ur
 + ur + uz + uϕ − uϕ
2
=
∂t ∂r ∂z r ∂ϕ
#  $
∂p 1 ∂ uϕ
=  kr − + η Δ ur − 2 ur + 2
∂r r ∂ϕ

b) Berechnen Sie nun das Druckfeld p1 (r) des Starrkörperwirbels aus der vereinfachten
Gleichung im Kernbereich. Als Randbedingung gilt p1 (r = 0) = ps .
8 Themenübergreifende Aufgaben 153

c) Berechnen Sie das Druckfeld p2 (r) des Potentialwirbels (rk ≤ r ≤ rw ). Mit der Rand-
bedingung p1 (r = rk ) = p2 (r = rk ).
d) Skizzieren Sie qualitativ die gesamte Druckverteilung p(r)!
e) Berechnen Sie die Kraft F pro Tiefeneinheit z auf die Rohrhälfte von 0 ≤ ϕ ≤ π (Hin-
weis: Außerhalb des Rohres herrscht der Umgebungsdruck pa . Die Wandstärke des
Rohres kann vernachlässigt werden.)
Geg.: rk , rw , U0 , , ps , pa . Lösung auf Seite 270

Aufgabe 8.16. Druck und Spannung in gegebenem Geschwindigkeitsfeld

Das ebene stationäre Geschwindigkeitsfeld einer Strömung ist durch

u1 (x1 , x2 ) = a x1 + 2 b x2 , u2 (x1 , x2 ) = −a x2

gegeben, wobei a und b dimensionsbehaftete Konstanten sind.

a) Zeigen Sie, dass die Strömung inkompressibel ist.


b) Zeigen Sie, dass keine Potentialströmung vorliegt.
c) Berechnen Sie die Druckverteilung p(x1 , x2 ) aus den Navier-Stokesschen Gleichungen
unter der Annahme, dass für den Druck im Ursprung p(x1 = 0, x2 = 0) = pg gilt. Vo-
lumenkräfte sind zu vernachlässigen.
d) Berechnen Sie die Komponenten t1 und t2 des Spannungsvektors t im Punkt (0, 0) für
eine ebene Fläche mit dem Normalenvektor n = (0, 1).

Geg.: , η , a, b, pg . Lösung auf Seite 272


154 8 Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.17. Abgasturbolader

Die skizzierte Radialturbine eines Abgasturboladers besteht aus einem mit dem Gehäuse
verbundenen Leitrad und einem rotierenden Laufrad. Sie wird von einem Fluid konstanter
Dichte  mit dem Volumenstrom V̇ durchströmt. Das Laufrad der Turbine dreht sich mit
konstanter Winkelgeschwindigkeit Ω und es entnimmt dabei der Flüssigkeit die Leistung
PT . Das Fluid tritt rein radial in das Leitrad ein [1]. Die An- und Abströmung an den Leit-
sowie Laufradschaufeln erfolgt stoßfrei. Die Geschwindigkeiten an den Kontrollflächen
[1]-[4] können als homogen angenommen werden. Die Reibung zwischen Leitradaustritt
[2] und Laufradeintritt [3], sowie Volumenkräfte können vernachlässigt werden. Die Be-
rechnungen an der Stelle [4] sollen mit dem mittleren Radius Rm durchgeführt werden.

H
eϕ
[1]

[2]
Leitrad
[3]
Laufrad
R1

R2

R1
R2
[4] α2 R3
er
h
R3

Rm

eΩ er

β4

a) Berechnen Sie die Eintrittsgeschwindigkeit c1 und die Austrittsgeschwindigkeit c2 (cϕ 2
und cr2 ) am Leitrad.
b) Berechnen Sie den Druck p2 am Leitradaustritt [2].
c) Skizzieren Sie für das Laufrad die Geschwindigkeitsdreiecke an den Stellen [3] und
[4].
d) Berechnen Sie den Winkel α3 und die Absolutgeschwindigkeit c3 (cϕ 3 und cr3 ) am
Laufradeintritt.
e) Berechnen Sie die Eintrittsgeschwindigkeit w  3 (wϕ 3 und wr3 ) am Laufradeintritt und
bestimmen Sie den Winkel β3 , der für eine stoßfreie (rein tangentiale) Anströmung des
Laufrades notwendig ist.
Der Winkel α3 darf hierbei als bekannt vorausgesetzt werden!
f) Wie muss der Abströmwinkel β4 des Laufrades ausgelegt werden, damit die Turbine
die Leistung PT abgibt?
Benutzen Sie hierfür die Eulersche Turbinengleichung.
Geg.: R1 , R2 , R3 , Rm , , Ω , V̇ , h, H, α2 , PT . Lösung auf Seite 273
8 Themenübergreifende Aufgaben 155

Aufgabe 8.18. Turbinenstufe eines Stauwasserkaftwerks

Eine Turbinenstufe des gezeigten


Stauwasserkraftwerks produziert
die hydraulische Leistung P < 0,
in dem der Höhenunterschied
zwischen einem höher gelegenem
Stausee (Höhe H) und einem
tieferen Stausee genutzt wird.
Das Leitrad (LE) zwischen den
Stellen [1] und [2] sorgt für eine
Umlenkung in die radiale Richtung
(Stufenaustrittswinkel α2 ). Das
Laufrad (LA) zwischen den Stellen
[3] und [4] dreht sich mit der
Winkelgeschwindigkeit Ω  = Ω eΩ .
Die Flüssigkeit tritt an der Stelle [4]
drallfrei mit der Geschwindigkeit
c4 = cr4 er aus.

An den Ein- und Austrittsflächen des Lauf- und Leitrades können die Geschwindigkeits-
verteilungen als homogen angesehen werden. Die An- und Abströmung der Schaufeln
erfolgt stoßfrei. Die Schaufelhöhe h gilt für das Leit- und das Laufrad für die Stellen [2],
[3] und [4]. Die Dichte des Fluids  ist konstant. Die Spiegeloberflächen beider Stauseen
sind in Ruhe. Die Zu- und Abströmung sei zeitlich konstant.

Zur groben Abschätzung des benötigten Volumenstromes V̇ sollen sämtliche Verluste


zwischen den Stellen [0] und [5] vernachlässigt werden.
a) Berechnen Sie den Volmenstrom V̇ der sich in der Turbinenstufe (Leistung P) einstellt,
indem Sie die Druckdifferenz Δ p zwischen den Stellen [0] und [5] angeben.
b) Berechnen Sie die Geschwindigkeitskomponenten cr2 und cu2 am Leitradaustritt. Ver-
wenden Sie den Volumenstrom V̇ .
c) Mit welcher Winkelgeschwindigkeit Ω  = Ω eΩ dreht sich das Laufrad?
d) Geben Sie tan β3 an.
e) Zeichnen Sie qualitativ die Geschwindigkeitsdreiecke für die Laufradstufe (Stellen [3]
und [4]). Benennen Sie jeweils die Absolut-, Relativ- und Umfangsgeschwindigkeit,
sowie die β -Winkel an.
Geg.: P = −PT , , p0 , g, α2 , r2 , r3 , r4 , h, H.

Lösung auf Seite 276


156 8 Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.19. Bewässerungsalage

Aa 
Ω

Aa

p0 = 0

Ae

a
w fest ce , pe

eϕ

Ω
R α

a
w er

Bei der skizzierten Bewässerungsanlage ist ein abgewinkeltes Rohr drehbar in einem fest-
stehenden Rohr gelagert. Das abgewinkelte Rohr wird mit Wasser ( = konst.) durch-
strömt und dreht sich mit konstanter Winkelgeschwindigkeit Ω  = ΩeΩ . Die Zuströmung
ce = ce eΩ ist konstant und drallfrei auf der Eintrittsfläche Ae . Der Druck pe auf Ae ist
gegeben. Die Austrittsflächen Aa = Ae /4 sind gegenüber der radialen Richtung um den
Winkel α geneigt. Die Relativgeschwindigkeiten wa sind konstant auf den Austrittsquer-
schnitten Aa . Verluste und Volumenkräfte können vernachlässigt werden. Die Radien der
Rohrquerschnitte sind sehr klein gegen den Radius R des Winkelrohres (r  R).

a) Berechnen Sie die Geschwindigkeitskomponente ce auf der Eintrittsfläche Ae .


b) Berechnen Sie die Radialkomponente wra und die Umfangskomponente wua der Rela-
 a sowie den Vektor der Absolutgeschwindigkeit ca auf einer Aus-
tivgeschwindigkeit w
trittsfläche Aa .
c) Berechnen Sie das Moment M der Strömung auf das abgewinkelte Rohr.
d) Berechnen Sie die Kraft in die eΩ - Richtung (Axialschub) auf das abgewinkelte Rohr.

Geg.: , pe , p0 = 0, Ω , R, Ae , Aa = Ae /4, α . Lösung auf Seite 277


8 Themenübergreifende Aufgaben 157

Aufgabe 8.20. Handpumpe

AK
F p0
m p0
x(t)
c  p(t)
1

2
Ansaugschlauch Abblasschlauch

AS

u(t)
l

Eine Handpumpe (Kolbenquerschnitt AK ) fördert über einen Ansaugschlauch und einen


Abblasschlauch (Querschnitt AS , Länge l) inkompressible Flüssigkeit der Dichte .
Im Abblastakt wird der Pumpenkolben (Masse m) mit der zeitlich konstanten Kraft F ge-
gen die Rückstellfeder (Federsteifigkeit c) nach unten gedrückt. Das Ventil 1list dabei
geschlossen, das Ventil 2lgeöffnet. Die instationäre Strömung vom linken in den rech-
ten Behälter soll als völlig verlustfrei angenommen werden. Da die Querschnittsfläche des
Kolbens groß ist gegen die Querschnittsfläche des Schlauches (AK AS ), kann die Ge-
schwindigkeit und Beschleunigung der Strömung außerhalb des Abblasschlauches zu Null
gesetzt werden. Das gilt auch für den rechten Behälter.
Vernachlässigbar sind ebenso die Bewegung der freien Oberfläche des rechten Behälters
sowie die Volumenkräfte auf die Flüssigkeit und die Gewichtskraft des Kolbens (m g  F).
a) Es soll der Ablasstakt betrachtet werden: Wie lautet der Zusammenhang zwischen Kol-
bengeschwindigkeit ẋ(t) und der Geschwindigkeit u(t) im Abblasschlauch?
b) Geben Sie die Gleichung für den Druck p(t) in der Pumpe mit Hilfe der Bernoullischen
Gleichung an.
c) Stellen Sie die Bewegungsgleichung für den Kolben auf.
d) Bestimmen Sie x(t) durch Lösen der Bewegungsgleichung aus c) mit den Anfangsbe-
dingungen x(0) = 0 und ẋ(0) = 0.
Geg.: c, m, AK , AS , l, , F, p0 .

Lösung auf Seite 279


158 8 Themenübergreifende Aufgaben

Aufgabe 8.21. Umwälzanlage

Bei der skizzierten Umwälz-


g anlage eines mit Wasser
z
x p0 gefüllten Schwimmbads ge-
Pumpe Δ pP Filter ζF
h2 langt der Volumenstrom V̇
AS
 h1 durch ein verlustfreies Gitter
2
1 Krümmer ζK (Stelle 1l, ζG ≈ 0) über die
uS ≈ 0
ebenfalls verlustfreie Ein-
Gitter ζG ≈ 0 laufdüse in das Rohrsystem.
Die Gesamtlänge der Rohre
ist L bei einer relativen Rohr-
rauheit von k/d.

Nach der Durchströmung der verlustbehafteten Krümmer, des Filters und der Pumpe
strömt das Wasser wieder über eine scharfkantige Öffnung in das Schwimmbad zurück
(Stelle 2l). Da die Querschnittsfläche AS des Schwimmbads sehr viel größer ist als der
Rohrquerschnitt AR = π d 2 /4, kann die Geschwindigkeit im Schwimmbecken selbst zu
null gesetzt werden (AR /AS ≈ 0, uS ≈ 0). Die Dichte des Wassers ist . Die Erdbeschleu-
nigung beträgt g = −gez . Der Umgebungsdruck ist p0 . Es ist mit den angegebenen Zah-
lenwerten zu rechnen.

a) Mit welcher Geschwindigkeit u wird das Rohrsystem durchströmt? Berechnen Sie die
Rohrreynoldszahl Re und geben Sie die Widerstandszahl λ und die Reibungsverlust-
ziffer ζR an.
b) Welche Druckerhöhung Δ pP der Pumpe ist nötig, um den Volumenstrom V̇ durch die
Umwälzanalge zu fördern?

Bei Wartungsarbeiten wurde die Pumpe versehentlich falsch herum eingebaut, so dass sich
die Strömungsrichtung umdreht. Dabei kommt es beim Eintritt in das Rohrsystem an der
scharfen Kante zu einer Einschnürung mit der Kontraktionsziffer α (Stelle 2l) und die
Düse hat nun die Funktion eines Diffusors mit dem Wirkungsgrad ηD (Stelle 1l).

c) Berechnen Sie für die in Teil b) errechnete Druckerhöhung der Pumpe Δ pP den neu-
en Volumenstrom. Gehen sie davon aus, dass die Verlustziffer ζR aus Aufgabenteil a)
weiterhin gilt.

Geg.: h1 = 1, 1 m, h2 = 0, 1 m, p0 = 1 bar,  = 103 kg/m3 , ν = 10−6 m2 /s, V̇ = 0, 03 m3 /s,


ζK = 0, 1, ζF = 0.3, g = 9, 81 m/s2 , L = 10 m, d = 0, 08 m, k/d = 10−3 , α = 23 , ηD = 0, 25.

Lösung auf Seite 280


8 Themenübergreifende Aufgaben 159

Aufgabe 8.22. Rotierende Rohrströmung

R r

z Ω
ϕ

Die Abbildung zeigt eine vollausgebildete Strömung in einem kreisförmigen Rohr, das
um die eigene Längsachse mit der konstanten Winkelgeschwindigkeit Ω  = Ω ez rotiert.
Die Strömung wird im mitrotierenden zylindrischen Bezugssystem betrachtet. Sie ist la-
minar, stationär und inkompressibel. Sie ist rotationssymetrisch, d.h. ∂ /∂ ϕ = 0 und alle
Strömungsgrößen sind von z unabhängig, d.h. ∂ /∂ z = 0. Vom Geschwindigkeitsfeld sind
folgende Komponenten gegeben:
  r 2 
KR2
wr = 0, wz (r) = 1− .
4η R

Die dargestellte Schichtenströmung wird durch die vereinfachten Navier-Stokesschen


Gleichungen in zylindrischen Koordinaten beschrieben:

∂p w2ϕ
0=− + + f · er (8.2)
∂ r r 
∂ 1 ∂
0=η (rwϕ ) + f · eϕ (8.3)
∂r r ∂r
 
∂p 1 ∂ ∂ wz
0=− +η r + f · ez (8.4)
∂z r ∂r ∂r

Der Vektor f = −(Ω × (Ω ×x) + 2Ω


 × w) bezeichnet die Summe der Scheinkräfte
bestehend aus Zentrifugal- und Corioliskraft. Er hat keine Komponente in z-Richtung:
f · ez = 0.

Hinweis: Geschwindigkeit und Temperatur bleiben in der Kanalmitte (r = 0) beschränkt!


a) Wie lauten die Randbedingungen an den Stellen r = 0 und r = R für wϕ .
160 8 Themenübergreifende Aufgaben

b) Schreiben Sie die Komponenten der Kraft f in radialer- und in Umfangsrichtung. Der
Ortsvektor x lautet: x = rer + zez
c) Zeigen Sie mit Gleichung (2), daß wϕ (r) = 0 gilt. Berechnen Sie dann die Druckver-
teilung p(r) bis auf eine absolute Konstante.
d) Geben Sie die von Null verschiedenen Komponenten des Dehnungsgeschwindigkeits-
tensors E an, berechnen Sie dann die Dissipationfunktion Φ = 2η ei j ei j .
e) Bestimmen Sie die Temperaturverteilung T (r) im Rohr für den Fall konstanter Wand-
temperatur T (R) = Tw . Verwenden Sie dafür folgende vereinfachte Form der Energie-
gleichung:  
1 ∂ ∂T
0 = Φ +λ r
r ∂r ∂r
Geg.: Ω , , η , λ , R, K und Tw .
Lösung auf Seite 281
Kapitel 9
Lösungen zu den Aufgaben

Lösung 1.1

a) Die Geschwindigkeit eines Teilchens ist durch die zeitliche Änderung der Bahnkoordi-
naten bei festen ξ gegeben:
 
∂ xi (ξ j , t)
ui (ξ j , t) = ⇒ u1 (ξ j , t) = ξ1 a eat (L.1)
∂t ξj

⇒ u2 (ξ j , t) = (ξ1 − ξ2 ) a e−at

b) Um die Geschwindigkeit in der Form ui (x j , t) zu erhalten, sind die materiellen Koordi-


naten in ui (ξ j , t) durch ξi = ξi (x j , t) zu ersetzen:

ξ1 = x1 e−at in (L.1) ⇒ u1 (x j , t) = ax1


 
ξ2 = x2 eat − x1 1 − e−at ⇒ u2 (x j , t) = ax1 e−at − ax2

c) Verschwindet die Divergenz der Geschwindigkeit so ist die Strömung inkompressibel.

∂ u1 ∂ u2
∇u = 0 ⇔ + =0
∂ x1 ∂ x2
∂ u1 ∂ u2
=a; = −a ⇒ inkompressibel
∂ x1 ∂ x2
d) Aus der materiellen Ableitung der Geschwindigkeit in Feldkoordinaten ergibt sich die
Beschleunigung in Feldkoordinaten.

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018


H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3_9
162 9 Lösungen zu den Aufgaben

Du1 (x j , t) Du2 (x j , t)
b1 (x j , t) = b2 (x j , t) =
Dt Dt
∂ u1 ∂ u1 ∂ u1 ∂ u2 ∂ u2 ∂ u2
b1 (x j , t) = +u1 + u2 b2 (x j , t) = + u1 + u2
∂ t
 ∂ x ∂ x2 ∂t ∂ x1 ∂ x2
1

=0 =0  
b2 (x j , t) = a2 x2 − x1 e−at
b1 (x j , t) = a2 x1
⇒ b2 (x10 , 0, 0) = −a2 x10
⇒ b1 (x10 , 0, 0) = a2 x10

e) Die Gleichung der Stromlinie vereinfacht sich durch einsetzen der Kurvenparameter-
transformation dη = dS/|u| zu:

dx1 u1 dx1
= ⇒ = ax1
ds |u| dη
dx2 u2 dx2
= ⇒ = ax1 e−at − ax2 (L.2)
ds |u| dη
f) Die Differentialgleichung für die Stromlinie in Parameterform soll gelöst werden, da-
bei handelt es sich für x2 (η , t) um eine inhomogene DGL 1. Ordnung in der η der
Bahnparameter und t fest ist. Die Lösung besteht aus zwei Anteilen, der Lösung der
homogenen Gleichung und einer Partikulärlösung die mit einem Ansatz vom Typ der
rechten Seite gefunden wird.

dx1
= ax1 ⇒ x1 (η , t) = c ea η

mit η = 0 : x1 = x10 ⇒ x1 (η , t) = x10 ea η (L.3)

aus (L.3) in (L.2) :


dx2
+ ax2 = ax1 ea(η −t) inh. DGL 1. Ordnung (L.4)

⇒ x2 = x2h + x2p
9 Lösungen zu den Aufgaben 163

dx2h
+ ax2h = 0 ⇒ x2h = K e−a η Lösung der homogenen DGL

Ansatz vom Typ


x2p = A eα η (L.5)
der rechten Seite

α A eα η + aA eα η = ax10 e−at ea η aus (L.5) in (L.4)


x10 −at
⇒ α = a und daraus: A= e
2
x10 a(η −t)
x2 (η , t) = K e−a η + e
2
x10 −at
x2 (η = 0, t) = x20 = K + e
2
x10 −at
⇒ K = x20 − e
2

x10 −a η −at x10 a η −at


⇒ x2 (η , t) = x20 e−a η − e e + e e
2 2
⇒ x2 (η , t) = x20 e−a η + x10 sinh (aη ) e−at

Lösung 1.2

a)

∂ u1
=0
∂t
∂ u2 ω 
= ω V sin x1 − ω t = 0 ⇒ instationär
∂t U
b)

Du1 ∂ u1 ∂ u1 ∂ u1
b1 (x j , t) = = +u1 +u2 ⇒ b1 (x j , t) = 0
Dt ∂ t
 ∂ x ∂ x2

1

=0 =0 =0
Du2 ∂ u2 ∂ u2 ∂ u2
b2 (x j , t) = = + u1 + u2
Dt ∂t ∂ x1 ∂ x2

=0
ω  ω 
= V ω sin x1 − ω t −V ω cos x1 − ω t ⇒ b2 (x j , t) = 0
U U
164 9 Lösungen zu den Aufgaben

Obwohl das Geschwindigkeitsfeld instationär ist gilt: Du/Dt = 0.

c)

∂ u1 ∂ u2 ∂ u1 ∂ u2
= 0; =0 ⇒ + = 0 inkompressibel
∂ x1 ∂ x2 ∂ x1 ∂ x2
∂ uk ∂ u3 ∂ u2 ∂ uk ∂ u3 ∂ u1
ebene Strömung: ε1 jk = − = 0; ε2 jk = − =0
∂xj ∂ x2 ∂ x3 ∂xj ∂ x1 ∂ x3
∂ u2 ∂ u1
⇒ ε312 + ε321 = 0 ⇒ rotu = 0 d.h. keine Pot.-Strömung
∂ x1 ∂ x2

=0

d) Stromlinien werden zu einem festen Zeitpunkt betrachtet. Die Differentialgleichung der


Stromlinien lautet:

dx u(x, t)
=
ds |u(x, t)|

dx1 u1 dx2 u2 dx2 u2 V ω 


= ; = ⇒ = = cos x1 − ω t
ds |u| ds |u| dx1 u1 U U
 x2  ω 
V x1
dx2 = cos x1 − ω t dx1 (zu einem festen Zeitpunkt t)
x20 U x10 U

V ! ω  ω "
⇒ x2 − x20 = sin x1 − ω t − sin x10 − ω t
ω U U
Variiert man in dieser Lösung die Zeit t, so verändert sich die Stromlinie in der Ebene
(instationäre Strömung), verläuft aber immer noch durch den Punkt (x10 , x20 ).

e) Die Bahnlinien beschreiben die Bewegung eines Teilchens in der Zeit, somit ist die Zeit
t Bahnparameter.

dx1 dx2
= u1 (x j , t) ; = u2 (x j , t) (L.6)
dt dt
 x1  t
dx1 = U dt ⇒ x1 (ξ j , t) = Ut + ξ1 (L.7)
ξ1 0
dx2 ω 
= V cos ξ1 aus (L.7) in (L.6)
dt U
 x2 ω  t ω 
dx2 = V cos ξ1 dt ⇒ x2 (ξ j , t) = V t cos ξ1 + ξ2
ξ2 U 0 U
9 Lösungen zu den Aufgaben 165

f)

Durch eliminieren der Zeit erhält man die


x2 Geradengleichung:
Bahnlinie ω 
V
ξ2 ⇒ x2 = (x1 − ξ1 ) cos ξ1 + ξ2
U U
x1
Mit ξ1 = 0, ξ2 = 0
V
⇒ x2 = x1 + ξ2
U
g) Um die Streichlinien zu berechnen werden die Bahnlinien und ihre Umkehrfunktion
benötigt. Über die Umkehrfunktion werden die Teilchen indentifiziert, welche zu einem
beliebigen Zeitpunkt t  durch einen festen Punkt y1 , y2 gehen.

Zum Zeitpunkt t = t  gilt x1 = y1 ; x2 = y2

ξ1 = x1 −Ut ⇒ ξ1 = y1 −Ut 
ω  ω 
ξ2 = x2 −V t cos ξ1 ⇒ ξ2 = y2 −Vt  cos ξ1
U U

Diese Teilchen werden dann wieder in die Bahngleichung eingesetzt.

x1 = Ut + y1 −Ut 
   
⇒ x1 y j , t  , t = U t − t  + y1
ω   ω  
x2 = V t cos y1 −Ut  + y2 −Vt  cos y1 −Ut 
U U
    ω 
⇒ x2 y j , t  , t = V t − t  cos y1 − ω t  + y2
U

In der Streichlinie ist t  der Bahnparameter und t bleibt fest.

Für den Punkt y1 = y2 = 0 ⇒ x1 (t  , t) = U(t − t  )

⇒ x2 (t  , t) = −V (t − t  ) cos(ω t  )
166 9 Lösungen zu den Aufgaben

Lösung 1.3

a) Die Strömung ist inkompressibel wenn die Divergenz der Geschwindigkeit gleich Null
ist.

∂ ui !
divu = =0
∂ xi
∂u ∂v
+ = −U0 cos (ω t) ek y sin (kx) k +U0 cos (ω t) ek y sin (kx) k
∂x ∂y

=0 ⇒ inkompressibel

b) Die Differentialgleichungen der Stromlinie in x und y-Richtung werden über den Bahn-
parameter zusammengefasst. Daraus berechnet sich durch Integration die Stromlinie.

dx u dy v dx dy
= ; = ⇒ =
ds |u| ds |u| u v
dx dy
⇔ =
U0 cos (ω t) e cos (kx) U0 cos (ω t) ek y sin (kx)
k y

⇔ tan (kx) dx = dy
1
⇒ y = − ln (C cos (kx))
k
π 1
mit x = und y = 0 ⇒ y = − ln (−cos (kx))
k k
c) Aus den Geschwindigkeitskomponenten u und v ergibt sich zum Zeitpunkt t = 0 die
Teilchengeschwindigkeit in Punkt P.

u = uex + vey

= U0 cos (ω t) ek y cos (kx)ex +U0 cos (ω t) ek y sin (kx)ey


 π 
in P x = , y = 0 ⇒ u = −U0ex
k
d) Über die Materielle Ableitung der Geschwindigkeit berechnet sich die materielle Be-
schleunigung in Punkt P.

Du Dv ∂ v ∂v ∂v
ey = = +u +v
Dt Dt ∂t ∂x ∂y
9 Lösungen zu den Aufgaben 167

= −U0 ω sin(ω t) ek y sin(kx) + kU02 cos2 (ω t)cos2 (kx) e2 k y

+ kU02 cos2 (ω t)sin2 (kx) e2 k y


Dv
⇒ = U02 k in P zur Zeit t = 0
Dt

Lösung 1.4

a)

dx1 dx1 2 /2
= atx1 ⇒ = at dt ⇒ x1 (t) = C1 eat
dt x1
dx2 dx2
x2 (t) = C2 e−at
2 /2
= −atx2 ⇒ = −at dt ⇒
dt x2
2 /2
Mit Anfangsbedingungen: t = 0, x1 = ξ1 , x2 = ξ2 ⇒ x1 (t) = ξ1 eat

x2 (t) = ξ2 e−at
2 /2

b) Eliminieren des Kurvenparameters t: x1 x2 = ξ1 ξ2

x2

ξ1 ξ2
ξ2 x2 = parameterfreie Form:
x1
Bahnlinie ξ1 ξ2
⇒ x2 =
x1

ξ1 x1

c)

u
= f (t) ⇒ richtungsstationäres Feld
|u|

⇒ Strom- und Bahnlinien besitzen die gleiche Form

⇒ x1 x2 = C3

⇒ x1 x2 = x10 x20
168 9 Lösungen zu den Aufgaben

d)
⎡ ⎤
# $
1 ∂ ui ∂ u j ⎢ at 0 ⎥
ei j = + ⇒ ei j = ⎢



2 ∂ x j ∂ xi
0 −at

e) Die Einheitsvektoren l stellen die Dehnungsrichtungen des Fluids dar.

l = u = at (x1
1e1 − x2
e2 )
⇒ l1 = 1
x1
= √
1
|u| at x12 + x22 x12 + x22 2

−x2 1
⇒ l2 = 1 = −√
x12 + x22 2

1 D(ds)
= ei j li l j 1 D(ds) 1 1
ds Dt ⇒ = at − at = 0
ds Dt 2 2
= e11 l1 l1 + e22 l2 l2

∂ uk
f) Potentialströmung wenn gilt: rotu = 0 ⇔ ωi = εi jk =0
∂xj



ebene Strömung ⇒ ω1 = ω2 = 0 ⎪



∂ u1 ∂ u2 ⇒ Potentialströmung
ω3 = − ⇒ ω3 = 0 ⎪

∂ x2 ∂ x1 ⎪

  ⎪

=0 =0

Lösung 1.5

a) Mit der Kontinuitätsgleichung und der gegebenen Randbedingung:

∂ u1 ∂ u2 ∂ u2
+ =0 ⇒ = −2Ax1
∂ x1 ∂ x2 ∂ x2
u2 (x1 , x2 ) = −2Ax1 x2 + f (x1 )

RB: u2 (x1 , 0) = 0 ⇒ f (x1 ) = 0 ⇒ u2 (x1 , x2 ) = −2Ax1 x2

b) In einer Potentialströmung gilt rotu = 0. Für ebene Strömung vereinfacht sich der Ro-
tationsoperator zu:
9 Lösungen zu den Aufgaben 169
 
∂ u2 ∂ u1
rot= − e3
∂ x1 ∂ x2
∂ u2 ∂ u1
− = −2Ax2 + 2Ax1 = 0 ⇒ Potentialströmung
∂ x1 ∂ x2
c) Die Dehnungsgeschwindigkeiten der Linienelemente dx1 , dx2 und die Winkelände-
rungsrate berechnen sich zu:

1 D(dx1 ) ∂ u1
= e11 = = 2Ax1
dx1 Dt ∂ x1
1 D(dx2 ) ∂ u2
= e22 = = −2Ax1
dx2 Dt ∂ x2
D(α12 )
= −2e12 = 4Ax2
Dt
d) Der Volumenstrom ist das Flächenintegral über das Geschwindigkeitsprofil:

V̇ = − u · 
n dS
S
=e1

=− u1 (0, x2 ) dx2
S
 L  L
1
=− u1 (0, x2 )dx2 = Ax22 dx2 ⇒ V̇ = AL3
0 0 3
e) Die Komponenten der Gleichung der Stromlinie lassen sich in ebener Strömung durch
Division vereinfachen:

dx u dx1 u1 dx2 u2


= ⇒ = , =
ds |u| ds |u| ds |u|
dx1 u1 dx1 x2 − x22
= ⇒ =− 1
dx2 u2 dx2 2x1 x2
f) Integrieren des ersten Teiles ∂ F/∂ x1 liefert eine Funktion mit einer von x2 abhängigen
Funktion f (x2 ), deren Ableitung dem zweiten Teil der Gleichung entsprechen muss mit
dem sie gleichgesetzt wird. Eine weitere Integration liefert dann die implizierte Form
der Stromlinie:
170 9 Lösungen zu den Aufgaben

2x1 x2 dx1 + (x12 − x22 ) dx2 = 0 ⇒ = F(x1 , x2 ) = x12 x2 + f (x2 )


     
= ∂∂xF = ∂∂xF
1 2

∂F
= x12 + f  (x2 ) = x12 − x22 f  (x2 ) = −x22
!

∂ x2
1 1
f (x2 ) = − x23 + c̃ ⇒ F(x1 , x2 ) = x12 x2 − x23 = C
3 3

Lösung 1.6

a) Die Divergenz der Geschwindigkeit wird zu 0

∂ u1 ∂ u2 ∂ u3
+ + =0 ⇒ inkompressibel
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
b)
     
∂ u3 ∂ u2 ∂ u1 ∂ u3 ∂ u2 ∂ u1
rot u = − e1 + − e2 + − e3
∂ x2 ∂ x3 ∂ x3 ∂ x1 ∂ x1 ∂ x2
     
=0 =0 =Ω (t)a =0 =Ω (t) −Ω (t)

⇒ rot u = Ω (t)a
e2 + 2Ω (t)
e3 , Ω (t) = 0

⇒ Strömung ist nicht rotationsfrei

c) Deformationsgeschwindigkeitstensor:
 
1 ∂ ui ∂ u j
ei j = +
2 ∂ x j ∂ xi
∂ u1 ∂ u2 ∂ u3
e11 = = 0, e22 = = 0, e33 = =0
∂ x1  ∂ x2 ∂ x3
1 ∂ u1 ∂ u2
e12 = e21 = + =0
2 ∂ x2 ∂ x1
 
 =−Ω (t) =Ω (t)
1 ∂ u1 ∂ u3 1
e13 = e31 = + = Ω (t)a
2 ∂ x3 ∂ x1 2
 
 =Ω (t)a =0
1 ∂ u2 ∂ u3
e23 = e32 = + =0
2 ∂ x3 ∂ x2
 
=0 =0
9 Lösungen zu den Aufgaben 171

d) Berechnung der Eigenwerte


!
det(ei j − eδi j ) = 0
⎛ ⎞
⎜ −e 0 12 Ω (t)a⎟
⎜ ⎟  
⎜ ⎟ Ω (t)a 2 !
⎜ ⎟
det ⎜ 0 −e 0 ⎟ = −e +
3
e=0
⎜ ⎟ 2
⎜ ⎟
⎝ ⎠
1
2 Ω (t)a 0 −e
Ω (t)a
⇒ e(1) = −
2
⇒ e(2) = 0

⇒ e(3) = −e(1)

Berechnung der Eigenvektoren


1. Eigenvektor l (1) zum Eigenwert e(1) :

(1)
(ei j − e(1) δi j )l j = 0
⎛ ⎞⎛ ⎞ ⎛ ⎞
Ω (t)a Ω (t)a
⎜ 2 0 2 ⎟ ⎜l (1) ⎟ ⎜0⎟
⎜ ⎟⎜ 1 ⎟ ⎜ ⎟
⎜ ⎟⎜ ⎟ ⎜ ⎟
⎜ ⎟ ⎜ (1) ⎟ ⎜ ⎟
⎜ 0 Ω (t)a
0 ⎟ ⎜ ⎟=⎜ ⎟
⎜ 2 ⎟ ⎜l2 ⎟ ⎜0⎟
⎜ ⎟⎜ ⎟ ⎜ ⎟
⎝ ⎠⎝ ⎠ ⎝ ⎠
Ω (t)a Ω (t)a (1)
2 0 2 l 3 0

Nur die ersten beiden Gleichungen sind zu verwenden, die dritte ist mit der ersten
(1) (1)
identisch. Aus der ersten Gleichung folgt l3 = −l1 .
(1)
Aus der zweiten Gleichung folgt: l2 = 0.
Durch Normierung:
 ! " 1 √
(1) 2 2
2
 (1) (1)
| l | = 1 = 2 l1 ⇒ l1 =
2

(3) 2
⇒ l1 −
2
Der erste Eigenvektor lautet somit:

l (1) = 2
(e1 −e3 )
2
Analog ergibt sich der zweite Eigenvektor zum Eigenwert e(2) = 0 zu
172 9 Lösungen zu den Aufgaben

l (2) =e2

Der dritte ergibt sich aus der Forderung, dass die drei Vektoren ein Rechtssystem bilden

l (1) ×l (2) = l (3) l (3) = 2
⇒ (e1 +e2 )
2

Lösung 2.1

a)
Aus der Kontinuitätsgleichung folgt: n

 Aa
n
u ·n dS = 0
S
p0
⇒ ṁa = ṁ1 + ṁ2 SR n
n A1
In der Impulsbilanz verschwindet die
rechte Seite da p0 = 0 A2

  n
u(u ·n) dS = t dS
S S 
−p0n

⇒ −u1 ṁ1 −u2 ṁ2 +ua (ṁ1 + ṁ2 ) = 0


ṁ1 ṁ2
⇒ ua = u1 + u2
ṁ1 + ṁ2 ṁ1 + ṁ2

ṁ1 ṁ2
ua ·e1 = u1 ·e1 + u2 ·e1 Projektion in e1 Richtung
ṁ1 + ṁ2 ṁ1 + ṁ2   
=0
ṁ1
= u1 = ua cosα
ṁ1 + ṁ2
ṁ1 ṁ2
ua ·e2 = u1 ·e2 + u2 ·e2 Projektion in e2 Richtung
ṁ1 + ṁ2    ṁ1 + ṁ2
=0
ṁ2 ṁ2 u2
= u2 = ua sinα ⇒ tanα =
ṁ1 + ṁ2 ṁ1 u1
9 Lösungen zu den Aufgaben 173

b)

ṁ1 u1 ṁ2 u2
ua = =
ṁ1 + ṁ2 cosα ṁ1 + ṁ2 sinα
c) Für p0 = konst. = 0 ist im Impulssatz das geschlossene Oberflächenintegral zu berück-
sichtigen

−p0n dS mit S = A1 + SR + A2 + Aa ,
S

welches aber nach dem Gaußschen Satz Null ist.


 
−p0n dS = − ∇p dV = 0
S V 0
=0

Es ändert sich also für den Fall p0 = konst. = 0 nichts.

Lösung 2.2

a)

π m3
V̇ = ue Ae = ue d 2 ⇒ V̇ = 1, 24 · 10−3
4 s
b)

b
cos β = ⇒ β = 20◦
R R
β
α π
α= −β ⇒ α = 70◦
2
b/2
β

c)

V̇ = ua · 
n dS = uaz Aa
Sa
ez
m
Aa = π (b + a)a = 1, 24 · 10−3 m2 ⇒ uaz = 1
s
174 9 Lösungen zu den Aufgaben

d) Unter Berrücksichtigung der Kraft auf den Sockel FK→Fl kann mit dem Impulssatz in
z-Richtung der Druck pe bestimmt werden.
 
u (u ·n) dS = t dS
S S
 
u ·ez (u ·n) dS = t ·ez dS in z-Richtung
S S

Linke Seite:
  
 (u ·ez ) (u ·n) dS +  (u ·ez ) (u ·n) dS +  (u ·ez ) (u ·n) dS
Ae       Aa         
ue −ue uaz uaz SKugel +SSockel =0

= w u2az Aa − w u2e Ae

Rechte Seite:
   
t ·ez dS + t ·ez dS + t ·ez dS + t ·ez dS
A Aa SK SS
 e           
=pe Ae =p0 Ae =0 FK→Fl ·ez FS→Fl =−Fz ·ez

= pe Ae − GVK g − Fz

  4
⇒ w u2az Aa − u2e Ae = pe Ae − G π R3 g − Fz
 3 
G 43 π R3 g + Fz + wV̇ uaz − ue
⇒ pe = = 0, 62 bar = 0, 62 · 105 Pa
Ae
e)

P = V̇ Δ p ⇒ P = 76, 38W

Lösung 2.3

a) u2 berechnet sich aus der Kontinuitätsgleichung:


9 Lösungen zu den Aufgaben 175


u ·n dS = 0
S0 +S1 +S2
  
3
⇔ − U0 dS +
U0 dS + u2 dS = 0
S0 S1 4 S2
π 3 π π D
⇔ −U0 D2 + U0 D2 + u2 d 2 = 0 mit d =
4 4 4 4 2
⇔ u2 = U0

 Fl→Sw berechnet werden. Man beachte das die


b) Mit dem Drallsatz kann das Moment M
l
Strömung am Ausfluss 1 keinen Beitrag zum Moment liefert.
 
x ×u (u ·n) = x ×t dS
S0 +S1 +S2 +Sw S0 +S1 +S2 +Sw

Linke Seite:
⎛ ⎞

u ·n ⎠ dS = 0
x ×u ⎝
Sw
=0
 
π
x ×u (u ·n) dS = (Rer ) × (−U0eϕ )(−U0 ) dS = RU02 D2ez
S0 S0 4

x ×u (u ·n) dS = 0 ez
S1   
=0 da x||n
      π
x ×u (u ·n) dS =  Lex + Hey × U0ey U0 dS = LU02 D2ez
S2 S2 16
ez

Rechte Seite:

 Fl→Sw
x ×t dS = −M
Sw
      π
x ×t dS = Rer × −p0n dS = −Rp0 D2ez
S0 S0 4

x ×t dS = 0 ez
S1 
=0 da x||n
176 9 Lösungen zu den Aufgaben

     
x × t dS = Lex + Hey × −p2n dS =
S2 S2
π
− Lp2 D2ez ez
16

 
 Fl→Sw = − RU02 + 1 LU02 + Rp0 + 1 Lp2 π D2ez
⇒M
4 4 4

Lösung 2.4

a) Der Massenstrom durch eine Fläche Si ergibt sich aus



ṁ = u ·n dS
Si

Stelle 1: Stelle 2:
2πR1   2πR2  
r2 r2
ṁ1 = Umax1 1 − 2 r drdϕ ṁ2 = Umax2 1 − 2 r drdϕ
R1 R2
0 0 0 0
 R  R
1 2 1 r4 1 1 2 1 r4 2
= 2π Umax1 r − = 2π Umax2 r −
2 4 R21 0 2 4 R22 0
1 1
= π Umax1 R21 = π Umax2 R22
2 2

1  
⇒ ṁges = π  Umax1 R21 +Umax2 R22
2
b) Die Kräfte in x, y und z Richtung können mit dem Impulssatz für stationäre, inkompres-
sible Strömung berechnet werden. Die Schwerkraft ist als vernachlässigbar gegeben.
 
 (u ·n)u dS = t dS
S S
9 Lösungen zu den Aufgaben 177

SR SR
SR
S1 S2
S3
u1 (r) u2 (r) u3
SS

Linke Seite:
  2π  R1 
2
r2 1
u (u ·n) dS = 1 − 2 rey drdϕ = π Umax1
Umax1
2 2
R21 ey
S1 0 0 R 3
  2π  R2  1
2
r2 1
u (u ·n) dS = Umax2 1 − 2 rey drdϕ = π Umax2
2 2
R22 ey
S2 0 0 R2 3
 
π
u (u ·n) dS = −u23 ez dS = − u23 ez
S3 S3 4

u (u ·n) dS = 0, da u ·n = 0
SR

u (u ·n) dS = 0, da u ·n = 0
SS

Rechte Seite:
 
t dS = − p0 ey dS = 0 (p0 = 0)
S1 S1
 
t dS = − p0 ey dS = 0 (p0 = 0)
S2 S2
 
π
t dS = − (p3 − p0 )(−ez ) dS = p3 D23 ez
S3 S3 4
 
t dS = − p0n dS = 0 (p0 = 0)
SR SR

t dS = F gesuchte Kraft
SS
178 9 Lösungen zu den Aufgaben

1  2  π π
⇒ π  Umax1 R21 +Umax2
2
R22 ey − u23 D23 ez = p3 D23ez − F
3 ⎛ 4 ⎞ 4
⎜ 0 ⎟
⎜ ⎟
⎜ ⎟
⇒ F = ⎜ − 1 π  U 2 R2 +U 2 R2 ⎟
⎜  

⎜ 3 max1 1 max2 2 ⎟
⎜ ⎟
⎝ π ⎠
(p3 + u3 )D3
2 2
4
c) Mz ergibt sich aus Fy und den Hebelarmen k1 ex und k2 ex .

π  2 
⇒ Mz =  Umax2 R22 k2 −Umax1
2
R21 k1
3

Lösung 2.5

a) n =er
Us , p0 = 0
SW V und US sind konstant auf
r
n = −er AK und AS .
 
n V F ∂
z n dV + u ·n dS = 0
∂t

V S
AZ K =0
AK
AS
⇒ V = US
As ,Us AK

b) Reibungsfreie Strömung: t = −pn.


Wärmeleitung wird vernachlässigt: Q̇ = 0
Innere Energie in inkompressibler, reibungsfreier Flüssigkeit konstant: E = konst.

DK DE DK
+ = Q̇ +P ⇒ =P
Dt 
Dt  Dt
=0
=0

 
P= u ·t dS = u · (−pn) dS
S S
  
= u · (−p0 ez ) dS + u · (±p0er ) dS + u ·(+pez ) dS

AS  SW    AZ
=0 =0, u⊥±er =0

+ u · (−pez ) dS
AK
9 Lösungen zu den Aufgaben 179


= (−Vez ) · (−pez ) dS
AK

Leistung die der Flüssigkeit durch die Kolbenbewegung
=V p dS = V F
AK zugeführt wird.
  
=F

c) Das Reynoldssche Transporttheorem vereinfacht das Volumenintegral mit zeit-abhängi-


gem Integrationsbereich durch ein Integral über ein festes Kontrollvolumen und einem
Oberflächenintegral über die begrenzende Oberfläche. Wie angegeben ist der erste Term
zu vernachlässigen.
  
DK D u ·u ∂ u ·u u ·u
=  dV =  dV +  (u ·n) dS
Dt Dt V (t) 2 ∂t 2 2
 V
  S
=0
  
u ·u u ·u u ·u
=  (u ·n) dS +  (u ·n) dS +  (u ·n) dS
AS 2 SW +AZ 2    AK 2
=0
1 1 1 
= US2 US AS − V 2 VAK = VAK US2 −V 2
2 2 2
 2 
DK V2 AK
⇒ = VAK −1
Dt 2 AS

d)
  
DK V2 AK 2
= VF ⇒ AK −1 = F
Dt 2 AS
,
- 2
-  
F

AK
⇔ V =- mit 1
. AK AK
2 AS
AS − 1
7
AS 2F
⇔ V=
AK AK

Lösung 2.6

a) Mit der Kontinuitätsgleichung erhält man:



u ·n dS = 0
S
π D2 π d2 D2
− uD + n ud = 0 ⇒ ud = uD
4 4 nd 2
180 9 Lösungen zu den Aufgaben

b) Die Kraft berechnet sich mit Hilfe des stationären Impulssatzes an der Stelle B. Der
Zufluss über die Fläche an der Stelle A und die erste Umlenkung der Strömung liefern
keinen Beitrag in der (x, y) - Ebene.

u(u ·n) dS = FSystem→Wasser in (x, y) - Ebene
S

 mit u = ud (cos α ex + sin α ey )


u(u ·n) dS = FSystem→Wasser
SB
und u ·n = ud

FWasser→System = −u2d nπ d (cos α ex + sin α ey )


2

4
c) Die Winkelgeschwindigkeit kann aus dem Drehimpulssatz ermittelt werden. Zu beach-
ten ist, dass die Reibungskraft bzw. das entsprechende Reibungsmoment entgegen der
Bewegungsrichtung wirkt.
 
(x ×c)(w ·n) dS = x ×t dS
S S
  
(x ×c)(w ·n) dS + (x ×c)(w ·n) dS = x ×t dS
SA  SB    S
=0 L(Ω L+ud sinα )ez

Für eine konstante Winkelgeschwindigkeit Ω müssen sich die Momente gegenseitig


aufheben M Rohr→Fl = M
 Reib→Rohr , dabei ist das Vorzeichen des Reibungsmoments dem
der Winkelgeschwindigkeit entgegengesetzt. Es ergeben sich also zwei mögliche Fälle
je nach Bewegungsrichtung. In z-Richtung gilt:

nπ d 2
L(Ω L + ud sinα ) ud = ±MReib→Rohr
4
nπ d 2
Fall 1: Ω > 0 ⇒ L(Ω L + ud sinα ) ud = −M
4
 
4M 1 Widerspruch zur
⇒ Ω= − − ud sin α <0 
Lnπ d ud
2 L Annahme Ω > 0

nπ d 2
Fall 2: Ω < 0 ⇒ L(Ω L + ud sinα ) ud =M
4
 
4M 1
⇒ Ω= − ud sin α <0
Lnπ d 2 ud L
  
≥ 0 ⇒ Ω = 0 Keine Bewegung
< 0 ⇒ Bewegung
9 Lösungen zu den Aufgaben 181

Lösung 2.7

a) Der Massenstrom berechnet sich aus der Kontinuitätsgleichung. Es genügt das Kon-
trollvolumen bis zur Höhe δ zu betrachten.
  
 (u ·n) dS +  (u ·n) dS +  (u ·n) dS = 0
(SBC ) (SCD ) (SAD )
  
ṁCD
 δ  δ  x 2   δ x 2
2 2
ṁCD = U0 dx2 − U0 1 − −1 dx2 = U0 − 1 dx2
0 0 δ 0 δ
1
⇒ ṁCD = δ U0
3
b) Zur Berechnung der Reibungskraft wird der Impulssatz in x1 -Richtung ausgewertet.
  
u (u ·n) dS = t dS + k dV (L.8)
S S
  
V
=0
 
u1 (u ·n) dS = t1 dS in x1 -Richtung
SBC +SCD +SAD SAB +SBC +SCD +SAD

Linke Seite:
  δ
u1 (u ·n) dS = −u21 dx2 = −U02 δ
SBC 0

u1 (u ·n) dS = u1 ṁCD
SCD
  δ x 2 2
2
u1 (u ·n) dS =  1− −1
U02 dx2
SAD 0 δ
δ  4  x 3  x 2 
x2 2 2 8
= U02 −4 +4 dx2 = U02 δ
δ δ δ 15
0

Rechte Seite:
  
t1 dS = −F1L→P t1 dS = n j τ j1 dS = 0
SAB SCD SCD   
τ21 =0
182 9 Lösungen zu den Aufgaben

   
t1 dS = n j τ j1 dS = −p0 t1 dS = n j τ j1 dS = p0
SBC SBC    SAD SAD   
τ11 =−p0 −τ11 =p0

1 8
⇒ −F1L→P = −U02 δ + U02 δ + U02 δ
3 15
2
⇒ F1L→P = U02 δ (L.9)
15
c) Analog zu Aufgabenteil a) folgt:

1 ∗ 1 1 1
ṁCD = δ U0 ; ṁCD = δ ∗ U0 ; ∗
ṁCD = ṁCD ⇒ δ∗ = δ (L.10)
3 3 2 2
d) Die Kraft in x1 -Richtung besteht aus zwei Teilen, dem Ergebnis (L.9) aus Teil b) in wel-
ches die neue Grenzschichtdicke (L.10) eingesetzt wird und der Kraft des jetzt aktiven
Aktuators, wie sie schon in der Gleichung (L.8) angedeutet ist. Dazu ist eine Verdopp-
lung der Scherrate vorgegeben, woraus sich dann die Kraft des Aktuators berechnet.

2 1
F1∗L→P = U 2 δ ∗ + F1Ak→L = U02 δ + F1Ak→L
15 0 15
4 3
F1∗L→P = 2F1L→P = U02 δ ⇒ F1Ak→L = U 2 δ
15 15 0

Lösung 2.8

a) x Bei gleicher Fläche am Ein- und


2
Ausfluss des KV berechnet sich u1a
zu:
na
x1 n KV  
b

Aa  
u ·n dA = −  
u ·n d
As Aa Ae
a u1a −u1e
ne
u n mit  = konst.; Aa = Ae ;
Ae
α
e 
und u1e = |U|cos α

⇒ 
u1a = u1e = |U|cos α

b) i) Mit dem stationären Impulssatz kann der Druck pa berechnet werden:


9 Lösungen zu den Aufgaben 183

  
u( 
u ·n ) dA + u(
u ·n ) dA +
 u(
u ·n ) dA =

Ae Aa As
=−u1e =u1a =0
  
= t dA + t dA + t dA
Ae  Aa  As
−pene −pana   
=−F→S

⇒ F→S = u1eue b − u1aua b − pene b − pana b

⇒ F1→S = F→S ·e1 = u21e b − u21a b + (pe − pa )b


F1→S Fcosα
⇒ pa = pe − ⇒ pa = pe −
b b
ii) Impulssatz in x2 -Richtung

F2 = F ·e2 = u1e b (u2e − u2a )


F sinα F
(u2e − u2a ) = = tanα > 0

|U|cos 
α b |U|b

⇒ u2a < u2e Die Zuströmung wird durch das Gitter zur x1 -Richtung gelenkt.

c)

 tanα
u2e − |U|b |U|sinα − |U|b
 tanα
F F
u2a
tanβ = = =
u1a u1e 
|U|cos α
 
F
tanβ = tanα 1 −
 2 b cosα
|U|

Lösung 2.9

a) Die Zuströmung ist rein Axial, sodass sich der Volumenstrom über die Absolutge-
schwindigkeit berechnet.

V̇ = − c ·n dS mit c1 = cΩ 1 eΩ und n1 = −eΩ
S1
 

V̇ = − −cΩ 1eΩ ·eΩ dS = cΩ 1 dS = cΩ 1 π R21 ⇒ c1 = eΩ
S1 S1 π R21
184 9 Lösungen zu den Aufgaben

n2

w
n1 er u
β1
c
eΩ

b)
& &
|u| |Ω reϕ | & πΩ R21 &
tan β1 = = ⇒ &
β1 = arctan & r&&
|c| | V̇ 2 eΩ | V̇
πR 1

c) Bei gegebener Leistung kann die Geschwindigkeit cu2 aus der Eulerschen Turbinen-
gleichung berechnet werden. Die Strömung am Eingang ist drallfrei.

P = Ω M = Ω ṁ(ra cua − re cue )



=0
P
P = Ω V̇ R2 cu2 ⇒ cu2 =
Ω V̇ R2


V̇ = c ·n2 dS = cr2 2π R2 b ⇒ cr2 =
S2 2π R2 b
d)
w
|wu2 |
β2 |wu2 | = |cu2 − Ω R2 |
|wu2 | |cu2 − Ω R2 |
u tan β2 = =
|c | |cr2 |
& r2 &
c & P Ω V̇ &&
&
tan β2 = & −
Ω V̇ R2 2π b &
& &
& P Ω V̇ &&
⇒ β2 = arctan & & −
Ω V̇ R 2 2π b &
9 Lösungen zu den Aufgaben 185

Lösung 2.10

a)
u
2
w
c2
β2
α2 c4

u
β1 c3
α3
c1
1
w

Laufrad Leitrad

b) Über den bekannten Volumenstrom kann die Absolutgeschwindigkeit an der Stelle [1]
ermittelt werden. Die Umfangsgeschwindigkeit ergibt sich aus der Winkelgeschwin-
digkeit und dem Radius zu |u| = Ω R.

|u| 4V̇
tan β1 = mit |c1 | =
|c1 | π (D2 − d 2 )
|u| Ω Rπ (D2 − d 2 ) Ω Rπ (D2 − d 2 )
tan β1 = = ⇒ β1 = arctan
|c1 | 4V̇ 4V̇
c) Zwischen [2] und [3] wird auf das Wasser kein Moment ausgeübt. Mit Hilfe der Euler-
schen Turbinengleichung folgt r2 cu2 = r3 cu3 mit r2 = r3 = R und somit auch α2 = α3 .

4V̇
wΩ 2 = cΩ 3 = mit wu2 = wΩ 2 tan β2
π (D2 − d 2 )
 
|u| + wu2 Ω Rπ (D2 − d 2 )
tan α2 = ⇒ α3 = arctan + tan β2
wΩ 2 4V̇
186 9 Lösungen zu den Aufgaben

d) Die Energiegleichung vereinfacht sich zu

D S p eΩ Sa
(K + E) = P + Q̇ ca
Dt pa
DE
mit = 0 und Q̇ = 0
Dt
  Sw
c ·c Sw
⇒ (w ·n) dS = c ·t dS
S 2 S

Hier gilt: w ·n =c ·n

da die Ein- und Austrittsströmungen als

drallfrei gegeben ist pe


ce
KV Se

4V̇
Auf Se gilt: ce = eΩ ; n = −eΩ ; t = −pe (−eΩ ) = peΩ
π D2
4V̇
Auf Sa gilt: ca = eΩ ; n =eΩ ; t = −paeΩ
π (D2 − d 2 )

Linke Seite: Rechte Seite:


  3 
c2e  4V̇
(ce ·n) dS = − Ae ce ·t dS = ce pe Ae
Se 2 2 π D2 Se
  3 
c2a  4V̇
(ca ·n) dS = Aa ca ·t dS = −ca pa Aa
Sa 2 2 π (D2 − d 2 ) Sa
 
c2
(c ·n) dS = 0 c ·t dS = 0
Sw 2 Sw
 
c2
(c ·n) dS = 0 c ·t dS = Pzu
Sp 2 Sp
  3 
 4V̇ 4V̇ π (D2 − d 2 )
P= + pa
2 π (D − d )2 2 π (D − d )
2 2 4
  3 
 4V̇ 4V̇ πD 2
− + pe
2 πD 2 πD 2 4
9 Lösungen zu den Aufgaben 187

Lösung 2.11

a) Über den gegebenen Massenstrom lässt sich an der Eintrittsfläche die Axialgeschwin-
digkeit cax berechnen.

ṁ = − 1c ·n dS = 1 cax 2π Rm H1
S1

Die Dichte  ergibt sich aus der idealen Gasgleichung.


p1 RL T1 ṁ
1 = ⇒ cax =
RL T1 p1 2π Rm H1
b) Damit die Axialgeschwindigkeit konstant bleibt, muss bei sich ändernder Dichte der
Querschnitt und damit die Höhe an der Stelle 3 verkleinert werden. Dazu wird der
Massenstrom an 3 ausgewertet:

H1  p3 T1
ṁ = 3c ·n dS = 3 cax 2π Rm H3 = 1 cax 2π Rm H1 ⇒ = 3=
S3 H3 1 p1 T3
c)

u

2
β2 w c2

c1 α2 α2
α1
u
β1 c2 α3
u
1
w c3

[1] Laufrad [2] Leitrad [3]

d) Die Leistung wird mit Hilfe der Turbinengleichung berechnet. Der mittlere Radius Rm
ändert sich nicht, d.h. ra = re = Rm .

P = Ω ṁ(ra cua − re cue ) ⇒ P = Ω ṁRm (cu2 − cu1 )

Die Umfangskomponente der Geschwindigkeit cu1 ergibt sich aus der Absolutge-
schwindigkeit c1 und der Relativgeschwindigkeit w1 :
188 9 Lösungen zu den Aufgaben

c1 = caxeΩ + cu1eϕ Absolutgeschwindigkeit

w1 = waxeΩ + wu1eϕ Relativgeschwindigkeit

 ×x = Ω eΩ × Rm er = Rm Ω eϕ


u1 = Ω Umfangsgeschwindigkeit

Mit c = u + w folgt daraus:

cax = wax und cu1 = Rm Ω + wu1

wu1 = − tan β1 cax ⇒ cu1 = Rm Ω − cax tan β1

cu2 : analog zu cu1 ⇒ cu2 = Rm Ω − cax tan β2


RL T1 ṁ2 Ω
⇒ P= (tan β1 − tan β2 )
2π p1 H1
e) Aus den Geschwindigkeitsdreiecken in c) folgt:

cu2 Rm Ω − cax tan β2 2π R2m Ω p1 H1


tan α2 = = = − tan β2
cax cax RL T1 ṁ

Lösung 2.12

a)
Laufrad L Laufrad R
uL uR
2
w uL

c2 c3
3
w uR
β2

1
w β3
uL c4

c1 4
w uR
β1 [1] [2] [3] [4]

b) Mit der Eintrittsfläche als Kontrollfläche lässt sich der Massenstrom bestimmen:

ṁ = − c ·n dS = cax 2π Rm H
S1
9 Lösungen zu den Aufgaben 189

Am Laufrad L gilt:

 ×x = (ΩL eΩ ) × (Rmer )


uL = Ω ⇒ uL = ΩL Rm eϕ
|wu1 |
tan β1 = mit wax1 = cax und wu1 = −uL
wax1
ΩL Rm
⇒ tan β1 =
cax

! "
 L = ṁ x2 ×c2 −x1 ×c1 ;
M c = u + w
  
=0

c2 = uL + w2


|wu2 |
= ΩL Rm eϕ + wax2 eΩ + wu,2eϕ mit wax2 = cax und tan β2 =
|wax2 |
! "
c2 = cax eΩ + (−cax tan β2 + ΩL Rm )eϕ ⇒  L = ṁRm − cax tan β2 + ΩL Rm eΩ
M

c)

|wu3 |
tan β3 = mit wax3 = cax
|wax3 |

Es gilt: cu3 = cu2 = −cax tan β2 + ΩL Rm

wu3 = cu3 − uR = cu2 − uR


Rm (ΩL + ΩR )
= −cax tan β2 + ΩL Rm + ΩR Rm ⇒ tan β3 = − tan β2
cax

! " ! "
 R = ṁ x4 ×c4 −x3 ×c3
M ⇒  R = ṁRm cax tan β2 − ΩL Rm eΩ
M
  
=0

d) Das gesamte Moment ergibt sich aus der Addition der beiden Einzelmomente. Für die
Gesamtleistung ist noch die jeweilige Drehzahl der Laufräder zu berücksichtigen.

 ges = M
M  L +M
R =0
! "! "
 L +M
 L ·Ω
Pges = M  R = ṁRm − cax tan β2 + ΩL Rm ΩL + ΩR
 R ·Ω
190 9 Lösungen zu den Aufgaben

Lösung 2.13

a)

u
ce

e
w
ca
αe αa cua
wue
βe
βa u
wxe = cxe
a
w wua

b) wxe muss cxe entsprechen, da die Umfangsgeschwindigkeit u keinen Anteil an der x-


Komponente der Absolutgeschwindigkeit c besitzt. Über den gegebenen Massenstrom
ṁ lässt sich die Geschwindigkeit wxe berechnen:


ṁ = − w ·n dS ⇒ wxe = = cxe
Ae 2π Rh
c)

wue cue
tan βe = mit wue = cue − Ω R und tan αe =
wxe wxe
ΩR
cue = wxe tan αe ⇒ tan βe = tan αe −
wxe
ΩR
⇒ tan βe = tan αe − 2π Rh

d) Die Leistung P bezeichnet die zugeführte Leistung, PT dagegen die abgenommene Leis-
tung:

P = ṁΩ (ra cua − re cue ) = −PT < 0

PT = ṁΩ R(cue − cua )


9 Lösungen zu den Aufgaben 191

cue = Ω R + wue , cua = Ω R − wua ⇒ cue − cua = wue − wua

wue = wxe tan βe , wua = wxa tan βa ⇒ cue − cua = wxe (tan βe + tan βa )

wxe
ṁ2 ṁ2 Ω
PT = Ω (tan βe + tan βa ) ⇒ PT = (tan αe + tan βa ) − ṁΩ 2 R
2π h 2π h
e) Die Strömung muss drallfrei sein

! ΩR ΩR
cua = 0 = Ω R − wua ⇒ tan βa = = 2π Rh
wxe ṁ

Lösung 2.14

a) Aus der Eulerschen Turbinengleichung erhält man die Umfangskomponente cu2 der
Absolutgeschwindigkeit am Austritt 2l, wobei re = ra = R gilt:

MP
MP = ṁ(Rcu2 − Rcu1 ) ⇒ cu2 =
 ṁR
=0

b) Der Massenstrom ist gleich dem Flächenintegral über die Komponente der Relativ-
geschwindigkeit normal zur Fläche S4 , dabei handelt es sich um eine ausgeglichene
Strömung:

ṁ = w4 ·n dS
S4

ṁ = 2π Rh w4 ·n ⇒ |w4 | =
   2π Rh cos β4
|w4 | cos β4

c) Die Geschwindigkeit cu4 ergibt sich aus der Eulerschen Turbinengleichung. Zwischen
2lund 3list schaufelfreier Raum in dem r2 cu2 = r3 cu3 und damit cu2 = cu3 gilt.

Mt MP − MT
−MT = ṁ(Rcu4 − Rcu3 ) ⇒ cu4 = cu2 − =
ṁR ṁR
Die Winkelgeschwindigkeit hängt mit der Umfangsgeschwindigkeit über uT = RΩ
zusammen. Über die Betrachtung der Geschwindigkeitskomponenten der Absolutge-
schwindigkeiten an der Stelle 4lerhält man die Winkelgeschwindigkeit ΩT :
192 9 Lösungen zu den Aufgaben

c4 = w4 +uT


uT
4
w
wu4 ⇒ −cu4 = −wu4 + uT

c4 cu4 ⇒ uT = wu4 − cu4

β4

ṁ tan β4 MP − MT
wu4 = |w4 | sin β4 ⇒ ΩT = −
2π R2 h ṁR2
d) Wieder gilt wegen schaufelfreiem Raum cu4 = cu5 . Der Winkel α5 steht also in Bezie-
hung mit der Umfangskomponenten cu4 und der Relativgeschwindigkeit wṁ :

α5
MP − MT
cu5 = cu4 =
ṁR
c5 cu5 ṁ
wṁ =
2π Rh
α5
cṁ = wṁ

cu4 MP − MT
tan α5 = ⇒ tan α5 = 2π h
wṁ ṁ2
e) Es soll gezeigt werden, dass ML = MT − MP gilt:

MP − MT
ML = ṁ(Rcu6 −Rcu5 ) = −ṁRcu5 = −ṁRcu4 = −ṁR = MT − MP
 ṁR
=0
9 Lösungen zu den Aufgaben 193

Lösung 2.15

a)
Laufrad Leitrad
[1] [2] [3] [4]
u 2
w
β2 u
α2 cax c3
cu2
c2

1
w c4 = cax4 eΩ
u cu4 = 0!
β1
c1 = cax1 eΩ

b) Die rein axiale Anströmgeschwindigkeit entspricht der Relativgeschwindigkeit wax =


cax und lässt sich über den gegebenen Massenstrom berechnen.
 

ṁ = − w · 
n dS = wax dS ⇒ cax =
S S π (R2S − RW
2 )
−eΩ

c) Die Beträge der Umfangsgeschwindigkeit u = Ω r des Laufrades, und der Relativge-


schwindigkeit |wu1 | in 1lsind gleich und hängen vom Radius r ab.

|wu1 | Ω r π (R2S − RW
2 )Ω r
tan β1 (r) = = ⇒ tan β1 (r) =
wax1 cax ṁ

d) Das Moment setzt sich aus den Beiträgen der An- 1lund Abströmung 2lam Laufrad
 Richtung für eine stationäre reibungsfreie Strömung
zusammen. Mit dem Drallsatz in Ω
194 9 Lösungen zu den Aufgaben

ohne Volumenkräfte folgt:


 ·eΩ =
M=M eΩ · (x ×c)(w ·n) dS

−e eΩ A1 +A2   
rcu
 
 =  rcu1 (w ·n) dS +  rcu2 (w ·n) dS
Ω A1  A2 
=0 =konst.

A1 A2 = ṁrcu2
P
P = M Ω = Ω ṁrcu,2 ⇒ cu2 =
Ω ṁr

e) Aus dem Geschwindigkeitsdreieck in a) folgt:

2 )
π (R2S − RW

Ω r − cu2 P
tan β2 (r) = ⇒ tan β2 (r) = Ωr −
cax ṁ Ω ṁr

Lösung 2.16

a) Aus der Kontinuitätsgleichung ergibt sich:



ṁ = − (u ·n) dS = c1 2π Rm h
S1

b) Weiter kann man aus der Kontinuitätsgleichung folgern:

A1 A1 Rm h A1 Rm h
cax2 = c1 = c1 ; cr3 = c1 = c1 ; cr4 = c1 = c1
A2 A3 R3 H A4 R4 H
c) Da die Zu- und Abströmung drallfrei bzw. rein radial ist, verschwinden die Umfangs-
komponenten der Absolutgeschwindigkeiten: cu1 = cu4 = 0

Mges = ṁ(R4 cu4 −Rm cu1 ) = 0


 
=0 =0

d) Die Turbine “entnimmt“ der Strömung Leistung, d.h. P < 0 ⇒ P = −PT < 0

−PT
MLA = M3,4 = <0
Ω
e) Aus den Ergebnisse von Teilaufgabe c) und d) ergibt sich das Moment am Leitrad zu:
9 Lösungen zu den Aufgaben 195

PT
MLE = M1,2 = M1,4 − M2,3 −M3,4 = −MLA = >0
 Ω
=0
PT
= ṁ(Rm cu2 − Rm cu1 ) ⇒ cu2 =
Ω c1 2π hR2m
|cu2 | PT
tan α2 = ⇒ tan α2 =
|cax2 | Ω c1 2π hR2m
2

f) cu3 kann über die Eulersche Turbinengleichung bestimmt werden:

−PT PT
M3,4 = ṁ(Rr cu4 −R3 cu3 ) = ⇒ cu3 =
 Ω Ω c1 2π hRm R3
=0

Mit ωu = cu − u = cu − Ω R und ωr = cr ergibt sich:


|wu4 | Ω R4 Ω R24 H
tan β4 = = =
|wr4 | c c1 Rm h
& r4 & & &
|wu3 | & cu3 − Ω R3 && &&
& PT H Ω R23 H &&
tan β3 = =& =
& & Ω c2 2π h2 R2 −
|wr3 | cr3 1 m c1 Rm h &

Lösung 4.1

a) Die Kontinuitätsgleichung für stationäre inkompressible Strömungen lautet:

∂u ∂v
+ =0 ⇒ v = konst. mit v(y = 0) = 0 ⇒ v=0
∂x ∂y

=0

b)
 h  &h
gh2 y2 y3 && gh3
V̇ = u(y) dy = − 2 & =
0 2η h 3h 0 3η
c) Mit exx = 0 und eyy = 0 folgt:
 2
du
Φ = 2η ei j ei j = 2η (exy exy + eyx eyx )
Φ = 4η exy exy = η

dy
 
du gh  y gh 2  y 2
= 1− ⇒ Φ =η 1−
dy η h η h
    &
 h
y3 &&
h
gh 2 y2 2 g2 h3
Pdiss = Φ (y)dy = η y− + 2 & =
0 η h 3h & 3η
0
196 9 Lösungen zu den Aufgaben

d) Die Temperaturverteilung erhält man durch Lösen der Energiegleichung für Newton-
sche Flüssigkeiten:
 
De p D ∂ ∂T d2 T
 − =Φ+ λ ⇒ λ = −Φ
Dt  Dt ∂ xi ∂ xi dy2
 
d2 T gh 2  y 2
λ 2 = −η 1−
dy η h

   
η gh 2 y2 y3 y4
T (y) = − − + +C1 y +C2
λ η 2 3h 12h2
&
dT &&
= 0, T (y = h) = Tu
dy &y=0
   
2 g2 h4 η gh 2 y2 y3 y4
⇒ T (y) = Tu + − − +
4λ λ η 2 3h 12h2
e) Die Leistung der Volumenkraft (Gravitation) pro Längen- und Tiefeneinheit ist be-
stimmt durch:
 h  h
gh2  y y 2 g2 h3
Pg = g u(y)dy = V̇ g = g 2− dy = = Pdiss
0 0 2η h h 3η
Wäre die Leistung der Volumenkraft größer als die Dissipationsleistung, so würde die
Flüssigkeit beschleunigt werden und ∂ u/∂ x = 0 nicht mehr erfüllt.

Lösung 4.2

a)

u(0) = −U, u(h) = 0

b) Die Navier-Stokesschen Gleichungen in x- und y-Komponente vereinfachen sich zu:



∂p ∂ 2u ⎪

=η 2 ⎪

∂x ∂y ⎬ ∂p ∂p
⇒ = f (x) ⇒ = −K

⎪ ∂ x ∂x
1∂p ⎪
0=− ⇒ p = f (y)⎪ ⎭
 ∂y d2 u
⇒ 0 = K + η 2 (L.11)
dy
c) Die Geschwindigkeitsverteilung erhält man durch zweifache Integration der Gleichung
(L.11) und den Randbedingungen für die Geschwindigkeit an der Welle und der Ein-
fassung.
9 Lösungen zu den Aufgaben 197

du K K 2
= − y + c1 ⇒ u(y) = − y + c1 y + c2
dy η 2η

RB: u(0) = −U ⇒ c2 = −U
U K
u(h) = 0 ⇒ c1 = + h
h 2η
  y 
K 2 y y2
⇒ u(y) = h − 2 +u −1
2η h h h
d) Da der Leckstrom als gleich Null gegeben ist, kann der Nett-Volumenstrom im Spalt zu
Null gesetzt werden.
 h
!
V̇ = u(y) dy = 0, (pro Tiefeneinheit)
0
    h 
K 2 h y y2 y y
⇔ 0= h − 2 dy +U − 1 dy mit s =
2η 0 h h 0 h h
 1   1
K 3
⇔ 0= h s − s2 ds +Uh (s − 1) ds
2η 0 0
K 31 1 U
⇔ 0= h −Uh ⇒ K = 6η 2
2η 6 2 h
dp U
⇒ = −6η 2
dx h
e) Durch integrieren der Gleichung für dp/dx erhält man die von x abhängige Druckver-
teilung.

U UL
p(x) = −6η x + c3 mit p(L) = pi ⇒ c3 = pi + 6η
h2 h2
U U
p(x) = 6η (L − x) + pi ⇒ p(0) = 6η L + pi
h2 h2
f) Das Integral von p(0) über die Fläche an x = 0 liefert die Kraft Fx .
2π Rh
    
U L
Fx = −p(0) dydz = −2π R 6η 2 Lh + pi h = − 6η U 2 + pi 2π Rh
h h
0 0

Lösung 4.3

a) Da es sich um eine in x1 unendliche Schichtenströmung handelt, ändert sich die Ge-


schwindigkeitskomponente u nicht in x-Richtung. Aus der Kontinuitätsgleichung folgt
die Geschwindigkeitskomponente v
198 9 Lösungen zu den Aufgaben

∂u ∂v ∂u ∂v
+ =0 ⇒ = 0 und =0
∂x ∂y ∂x ∂y

⇒ v = konst., v|y=h = V ⇒ v=V

b) Die Navier-Stokesschen Gleichungen in x- und y-Richtung vereinfachen sich wie folgt,


wobei der Zusammenhang der kinematischen und dynamischen Viskosität zu beachten
ist ν = η /:
* + * +
∂u ∂u ∂u ∂p ∂ 2u ∂ 2u ∂u ∂ 2u
 +u +v =− +η + ⇒ v = ν
∂t
 ∂x
 ∂y ∂x
 ∂ x2 ∂ y2
 ∂y ∂ y2
* =0 =0 + =0 * =0 +
∂v ∂v ∂v ∂p ∂ 2v ∂ 2v ∂p
 +u +v =− +η + ⇒ 0=−
∂ t ∂ x
   ∂y ∂y ∂ x2 ∂ y2
 ∂y
 
=0 =0 =0 =0 =0 =0

c) Zur Berechnung der Geschwindigkeitskombinente u(y) wird die Differentialgleichung


aus b) gelöst.

d2 u V du du V
= ⇒ = u + K1 mit K1 = konst.
dy2 ν dy dy ν
 
du ν
⇒ = dy ⇒ ln(u + K1 ) = y + K2
ν u + K1
V V
   
V V V
⇒ u + K1 = exp y + K2 ⇒ u(y) = A exp y + B,
ν ν ν
 
V
⇒ A = exp K2 ; B = −K1
ν
Aus der Betrachtung der Randbedingungen lassen sich die Koeffizienten A und B be-
stimmten:

u(0) = 0 ⇒ B = −A
U
u(h) = Uw ⇒ A= V w
exp ν h − 1
 
exp Vν y − 1
⇒ u(y) = Uw   für 0 ≤ y ≤ h
exp Vν h − 1

d) Die Dissipation wird vernachlässigt, die Dichte ist als konstant angegeben. Alle Ablei-
tungen in x-Richung sind Null, da der Kanal in x-Richtung unendlich ausgedehnt ist
und sich die Randbedingung in x-Richtung nicht ändern.
9 Lösungen zu den Aufgaben 199
 
De ∂ ∂T
 = λ
* ∂y
Dt ∂y +
∂T ∂T ∂T ∂λ ∂T ∂ 2T
c +u +v = +λ 2
∂t
 ∂x
 ∂y ∂y ∂y ∂y
=0 =0
dT dT d2 T d2 T
cV = cV + (λ0 + cV y) 2 ⇒ =0
dy dy dy dy2
e) Unter Berücksichtigung der Randbedingungen erhält man aus d):

dT
= c1 ⇒ T (y) = c1 y + c2
dy
&  
& dT && ! q
qy & = −λ & = −λ0 c1 = q ⇒ c1 = −
y=0 dy y=0 λ0
q ! q
T (h) = − h + c2 = T0 ⇒ c2 = h + T0
λ0 λ0
q
⇒ T (y) = T0 + (h − y)
λ0

Lösung 4.4

 aus der Skizze zu:


a) Die Zerlegung findet sich nach der Definition von Ω
π 
 ·e1 = |Ω
Ω1 = Ω  | cos +ϑ ⇒ Ω1 = −Ω sin(ϑ )
2
π 
 ·e2 = |Ω
Ω2 = Ω  | cos ⇒ Ω2 = 0
2
 ·e3 = |Ω
Ω3 = Ω  | cos (ϑ ) ⇒ Ω3 = Ω cos(ϑ )

 × w lauten wie folgt, wobei Ω2 = 0 und


b) Die Komponenten der Corioliskraft −2Ω
w3 = 0 gilt.

i=1: −2 [ε123 Ω2 w3 + ε132 Ω3 w2 ] ⇒ 2 cos(ϑ ) Ω w2

i=2: −2 [ε231 Ω3 w1 + ε213 Ω1 w3 ] ⇒ −2 cos(ϑ ) Ω w1


# $
1 ∂ wi ∂ w j
c) Der Dehnungsgeschwindigkeitstensor berechnet sich aus ei j = + .
2 ∂xj ∂ xi
200 9 Lösungen zu den Aufgaben

∂ w1 ∂ w2 ∂ w3
e11 = = 0, e22 = = 0, e33 = =0
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
# $
1 ∂ w1 ∂ w2
e12 = e21 = + =0
2 ∂ x2 ∂ x1
# $
1 ∂ w2 ∂ w3 1 ∂ w2
e23 = e32 = + =
2 ∂ x3 ∂ x2 2 ∂ x3
# $
1 ∂ w1 ∂ w3 1 ∂ w1
e13 = e31 = + =
2 ∂ x3 ∂ x1 2 ∂ x3
d) Die x1 - und x2 -Komponenten der Divergenz des Spannungstensors vereinfachen sich
zu:

∂ τ j1 ∂ τ11 ∂ τ21 ∂ τ31 ∂p ∂ ∂ ∂ 2 w1


= + + =− +2η (e11 ) +2η (e21 ) +η
∂xj ∂ x1 ∂ x2 ∂ x3 ∂ x1 ∂ x1    ∂ x2    ∂ x32
 =0 =0
=0
∂ τ j2 ∂ τ12 ∂ τ22 ∂ τ32 ∂ ∂p ∂ ∂ 2 w2
= + + = 2η (e12 ) − + 2η (e22 ) +η
∂xj ∂ x1 ∂ x2 ∂ x3 ∂ x1    ∂ x2 ∂ x2    ∂ x32
=0 =0

Eingesetzt in die Cauchysche Bewegungsgleichung für Bewegte Bezugssysteme ergibt


sich für die Komponenten:

∂ 2 w1
⇒ i=1: 0=η + 2 cos ϑ Ω w2
∂ x32
∂p ∂ 2 w2
⇒ i=2: 0=− +η − 2 cos ϑ Ω w1
∂ x2 ∂ x32
e) Aus der ersten Komponente der Cauchyschen Bewegungsgleichung ergibt sich:
 
η ∂ ∂ w1
w2 (x3 ) = −
2Ω3 ∂ x3 ∂ x3
#  x "$
η ∂ U0 −x3 /a !  x3  3
=− e cos + sin
2Ω3 ∂ x3 a a a
x 
= U0 e−x3 /a sin
3
a
Mit w2 lässt sich dann aus der zweiten Komponente ∂ p/∂ x2 berechnen.
9 Lösungen zu den Aufgaben 201

∂ w2 U0 −x3 /a !  x3   x "
3
= e cos − sin
∂ x3 a a a
∂ 2 w2 U0 −x3 /a !  x3   x " U ! x   x "
− 2 e−x3 /a sin
3 0 3 3
= 2e sin − cos + cos
∂ x32 a a a a a a
U0 x 
= −2 2 e−x3 /a cos
3
a a

∂p ∂ 2 w2 ∂p
= −2Ω3 w1 (x3 ) + η ⇒ = −2U0 Ω cos ϑ
∂ x2 ∂ x3 ∂ x2

Lösung 4.5

a) Die Haftbedingung bestimmt die Geschwindigkeit an der Wand: u(0) = C2 = u0 . Weiter


gilt die Schubspannungsgleichheit an der freien Oberfläche:

du && du && gh sin α


ηÖl & = ηLuft & = 0 ⇒ C1 = −
dy h dy h η
 2 
 2 y 2y
⇒ u(y) = gh sin α 2 − + u0
2η h h

An der Filmoberfläche gilt: p(y = h) = p0

C = p0 + g cos α ⇒ p(y) = g(h − y) cos α + p0

b) Der Volumenstrom berechnet sich zu:


  h  h   
 y2 2y
V̇ = u(y) dS = b u(y) dy = b gh sin α
2
− + u0 dy
S 0 0 2η h2 h
 3
⇒ V̇ = u0 hb − gh b sin α

Um Öl nach oben zu transportieren muss V̇ > 0 gelten:

 3  2
u0 hb − bh g sin α > 0 ⇒ u0 > h g sin α
3η 3η
202 9 Lösungen zu den Aufgaben

c) Setzt man den Volumenstrom aus b) zu Null,


u
erhält man die Höhe h zu:
−0.
7 5u
0
3u0 η
⇒ h=
g sin α x u
0
 2 1
⇒ u(h) = u0 − h g sin α = − u0
2η 2

d) Die x Komponente tx des Spannungstensors ergibt sich mit y = 0 zu:

tx = τxx nx + τyx ny mit n = −ey ⇒ tx = −τyx = −2η eyx


1 du 
eyx = = (y − h)g sin α ⇒ tx = gh sin α
2 dy 2η
Die Leistung berechnet sich zu:
 
P= u ·t dS = u0tx dS
SB SB
 /
P= (u0 gh sin α ) dS = u0 ghLb sin α ⇒ P = u0 LB 3u0 η g sin α
SB

Lösung 4.6

a) An der Wand r = a gilt die Haftbedingung: ur = uz = 0.


An der Trennfläche zwischen Flüssigkeit und Luft muss die dynamische Randbedin-
gung erfüllt sein, wobei uϕ = 0 und ηLuft = 0:

r=R: n · T Fl =n · T Luft mit n =er


τrrer + τrϕ eϕ + τrzez = τrr er + τrϕ eϕ + τrz ez
   
=0 =p0 =0 =0
∂ ur
⇒ er : −pFl + ηFl =0
 ∂r 
∂ ur ∂ uz
⇒ ez : ηFl + =0
∂z

∂r
=0

b) Die Kontinuitätsgleichung vereinfacht sich zu:


9 Lösungen zu den Aufgaben 203
 
1 ∂ (ur r) ∂ uϕ ∂ uz r ∂ (ur r)
divu = + + =0 ⇒ =0
r ∂r ∂ ϕ  ∂z  ∂r

=0 =0
konst.
ur r = konst. ⇒ ur =
r
&
& konst.
ur & = =0 ⇒ ur =
ˆ 0
r=a a
c) Die vereinfachte r-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen lautet:

∂p
0 =  kr − ⇒ p = C(r) für alle z
 ∂ r
=0
∂p
da p(R) = p0 und =0 ⇒ p=
ˆ 0
∂r
d) Da es sich um eine Schichtenströmung handelt, vereinfacht sich die z Komponente der
Navier-Stokesschen Gleichung zu:

∂p
0 = kz − +ηΔ uz R.B. aus a)
∂z

=0 ∂ uz && g c1
  & = 0 = − R+
∂ 2 uz 1 ∂ uz ∂ r r=R 2η R
0 = g + η +
∂ r2 r ∂r g 2
  ⇒ c1 = R
1 ∂ ∂ uz 2η
0 = g + η r
r ∂r ∂r
 
∂ ∂ uz  g 2 g 2
r = − gr uz (a) = 0 = − a + R ln a + c2
∂r ∂r η 4η 2η
 
∂ uz g c1 g 1 2
= − r+ ⇒ c2 = a − R2 ln a
∂r 2η r 2η 2
g
uz (r) = − r2 + c1 ln r + c2
4η g ! 2 r"
⇒ uz (r) = (a − r2 ) + 2R2 ln
4η a

Lösung 4.7

a) Aus der Kontinuitätsgleichung und dem Volumenstrom lässt sich über die Geometrie
die Geschwindigkeitskomponente ur (r) bestimmen, wobei C = konst..
204 9 Lösungen zu den Aufgaben
 
1 ∂ (ur ) ∂ uϕ ∂ (uz r) ∂ (ur r)
divu = + + =0 ⇒ =0
r ∂r ∂ ϕ  ∂z  ∂r

=0 =0
⇒ ur r = C
  2π
C
V̇ = u ·n dS = R1 dϕ ⇒ V̇ = 2π C
S1 0 R1

⇒ ur (r) =
2π r
b) Aus der vereinfachten r-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichung berechnet sich
die Druckverteilung p(r):
 2 
∂ ur ∂p ∂ ur 1 ∂ ur 1
ur =− +η + − 2 ur
∂r ∂r ∂ r2 r ∂r r
   
V̇ V̇ ∂p V̇ 2 1 1
 − =− +η − 3− 3
2π r 2π r2 ∂r 2π r3 r r
=0
 2
∂p V̇ 1
⇒ =
∂r 2π r3

 2
 V̇ 1
p(r) = − +C mit p(R1 ) = p1
2 2π r2
2  
 V̇ 1 1
⇒ p(r) = − + p1
2 2π R1 r
 2  
 V̇ 1 1
⇒ p2 − p1 = −
2 2π R1 R2
c) Der Temperaturgradient errechnet sich aus dem Integral der Energiegleichung.
Dabei gilt: T (R1 ) = T1 und T (R2 ) = T2 .
 
dT 2πλ d dT dT cvV̇ 1 c
= r ⇒ = T+
dr cvV̇ dr dr dr 2πλ r r
Die abgeführte Wärmemenge lässt sich damit wie folgt berechnen:
  2π
dT
Q̇1 = − q · 
n dS = qr R1 dϕ mit qr = −λ
S1 0 dr
−er
dT &&
Q̇1 = −2π R1 λ & = −cvV̇ T1 − c̃
dr R1
Analog dazu:
9 Lösungen zu den Aufgaben 205


Q̇2 = − q · 
n dS = cvV̇ T2 + c̃
S2
er

Q̇ = Q̇1 + Q̇2 ⇒ Q̇ = cvV̇ (T2 − T1 )

Lösung 4.8

a) Die Konstanten A und B lassen sich aus dem Gleichungssystem bestimmen, das sich
aus den Randbedingungen des Geschwindigkeitfeldes ergibt:

B Ω R22
uϕ (r = R1 ) = 0 = AR1 + ⇒ A=
R1 R22 − R21
B −Ω R2 R2
uϕ (r = R2 ) = Ω R2 = AR2 + ⇒ B = 2 1 22
R2 R2 − R1
b) Für den Deformationsgeschwindigkeitstensor in Zylinderkoordinaten gilt:

erϕ = eϕ r
   
1 ∂  uϕ  1 ∂ ur r ∂ B B
erϕ = r + = A+ 2 ⇒ erϕ = −
2 ∂ r r ∂ϕ 2 ∂r r r2
c) Die Dissipationsfunktion vereinfacht sich zu:

B2
Φ = λ ∗ ekk eii +2η ei j ei j = 2η (e2rϕ + e2ϕ r ) = 4η e2rϕ ⇒ Φ = 4η
   r4
=0

d) Aus der vereinfachten Energiegleichung in Zylinderkoordinaten lässt sich durch ein-


malige Integration die Funktion des Temperaturgradienten berechnen.
    
λ ∂ ∂T η B2 ∂ ∂T
Φ =− r ⇒ 4 =− r
r ∂r ∂r λ r3 ∂r ∂r
η B2 ∂T ∂T η B2 K
⇒ −2 = −r −K ⇒ =2 −
λ r 2 ∂r ∂r λ r3 r
Am Rand r = R1 gilt qr = −λ ∂ T /∂ r, woraus sich die Konstante K berechnen lässt:
& B2 λ K η B2
& qr
qr & = −2η + ⇒ K= +2
r=R1 R31 R1 λ R1 λ R21
 
∂T qr R1 η B2 1 1
⇒ =− +2 −
∂r λr λ r r2 R21
206 9 Lösungen zu den Aufgaben

Lösung 4.9

a) Die Kontinuitätsgleichung in integraler Form liefert zu den drei Oberflächen S =


SO + SM + SB jeweils einen Term:
z
SO

w ·n dS = 0
SM S

r
SB

  2πr
w ·n dS = wz dS = ḣ(r)r dr dϕ = ḣ(t)r2 π
SO SO
0 0
 h 2π h 
z z 4
w ·n dS = wr r dϕ dz = g(r)r2π 2− dz = g(r)rπ h
SM h h 3
0 0 0

w ·n dS = 0
SB 
=0
4 3 ḣ
ḣ(t)r2 π + g(r)rπ h = 0 ⇒ g(r) = − r
3 4h
b) Die Scheinkräfte vereinfachen sich wie folgt:
!  "
− 2Ω × w + Ω
 × Ω ×x ·er
  
I   
II
! " ' (
 × w ·er = −2 [Ωez × (wrer + wzez )] ·er = −2 Ω wreϕ ·ez = 0
I: −2Ω
 
 × Ω
II: Ω  ×x = Ω
 ez × (Ωez × (rer + zez )) = −Ω 2 rer
  
=Ω reϕ
!  "
⇒  × w + Ω
2Ω  × Ω ×x ·er = Ω 2 r

⇒ f ·er = Ω 2 r

c) Mit der Vereinfachten Navier-Stokesschen Gleichung in r-Richtung ergibt sich die Dif-
ferentialgleichung wie folgt:
9 Lösungen zu den Aufgaben 207
 
∂ 2 wr 1 ∂ wr wr ∂ 2 wr
0 = Ω 2 r + η + − +
∂ r2 r ∂r r2 ∂ z2
∂ wr 3 ḣ  z z ∂ 2 wr
=− 2− =0
∂r 4h h h ∂ r2
 
1 ∂ wr 3 ḣ 1  z z ∂ wr ḣ 1 z
=− 2− =− r −2 2
r ∂r 4hr h h ∂z h h h
∂ 2 wr 3 ḣ 1
= r
∂ z2 8 h h2
3 ḣ
⇒ 0 = Ω 2 r + η r
2 h3
d) Mit der Differentialgleichung aus c) und der Anfangsbedingung h(t = 0) = h0 berechnet
man durch Integration die Filmdicke h(t).

3 ḣ ḣ 2 2
0 = Ω 2 r + η r ⇒ =− Ω
2 h3 h3 3η
h t
dh 2 2
=− Ω dt
h3 3η
h0 0 ,
-
1 1 &&h 2 2 - h20
− 2 & =− Ω t ⇒ h(t) = . 4 2 2
2 h h0 3η 3 η Ω h0 t + 1

Lösung 4.10

a) Die Komponenten des Schwerkraftvektors lauten:

fx = kx = g sin β

fy = ky = −g cos β

b) Die Kontinuitätsgleichung für inkompressible Strömung vereinfacht sich da u nur eine


Funktion von y ist.

∂u ∂v ∂u
+ = 0 mit =0
∂x ∂y ∂x
∂v
= 0 ⇒ v(y) = konst. mit v(0) = 0 ⇒ v(y) =
ˆ 0
∂y
c) Die y-Komponente der stationären Navier-Stokesschen Gleichungen vereinfacht sich
zu:
208 9 Lösungen zu den Aufgaben
 
∂v ∂v ∂v ∂v ∂p
 +u + 
v +w = −g cos β −
∂t
 ∂x
 ∂y ∂z

∂y
=0
=0 =0 =0  
∂ 2v ∂ 2v ∂ 2v
+η + + 2
∂ x2 ∂ y2 
 ∂z

=0 =0 =0
∂p
⇒ = −g cos β
∂y
Durch Integration lässt ich dann die Druckverteilung berechnen:

p = −g cos β y +C1 mit p(h) = p0 ⇒ c1 = p0 + g cos β h

p = p0 + g cos β h − g cos β y ⇒ p = p0 + g cos β (h − y)

d)

n j τ ji(L) = n j τ ji(W ) mit n1 = 0; n2 = 1; n3 = 0;

[−pδ2i + 2η e2i ](L) = [−pδ2i + 2η e2i ](W ) für y = h


& &
∂ uL && ∂ uW &&
i=1: [2η e21 ]L = [2η e21 ]W ⇒ ηL & = ηW &
∂y & ∂y &
y=h y=h
  
& −a
∂ uW && ηL
⇒ & = −a
∂y & ηW
y=h

i=2: e22 = 0 ⇒ pL = pW = p0

e) Die x-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen lautet:


 
∂u ∂u ∂u ∂u ∂p
 +u + 
v +w = g sin β −
∂ t
 ∂ x
 =0 ∂ y ∂ z

∂x

=0 =0 =0  =0 
∂ u ∂ 2u ∂ 2u
2
+η + + 2
∂ x2 ∂ y2 
 ∂z
=0 =0
∂ 2u
⇒ η = −g sin β
∂ y2
Durch zweifache Integration erhält man die Abhängigkeit der Geschwindigkeit in y
Richtung:
9 Lösungen zu den Aufgaben 209
&
∂u ∂ u && ηL
η = −gy sin β +C2 mit & =− a
∂y ∂y& η
y=h

⇒ C2 = −ηL a + gh sin β


∂u
η = −gy sin β + gh sin β − ηL a
∂y
1
η u(y) = − gy2 sin β + ghy sin β − ηL ay +C3 mit u(0) = 0
2
⇒ C3 = 0

1
u(L) (y) = − gy2 sin β + y(gh sin β − ηL a)
2
f) Die Geschwindigkeiten uL und uW an der Wasser-Luft Grenzfläche sind identisch.

1
u(L) (y = h) = u(W ) (y = h) ⇒ u(h) = gh2 sin β − ηL ah
2

Lösung 4.11

a) Die Geschwindigkeit ändert sich nur in x3 Richtung und u3 = 0, wodurch sich die Kon-
tinuitätsgleichung inkompressibler Strömung wie folgt vereinfacht.

∂ u1 ∂ u2 ∂ u3
+ + =0 ⇒ u3 = C(x2 ) für 0 ≤ x3 ≤ ∞
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
 
=0 =0

mit u3 (x3 = 0) = 0 ⇒ u3 =
ˆ 0 für alle x2

b) Der Volumenstrom ergibt sich aus dem Integral des Geschwindigkeitfeldes über das
Volumen zwischen den Platten.
∞ b 8 ∞  b
x3  98  x  9
2
V̇ = u1 (x2 , x3 ) dx2 dx3 = U exp −π dx3 sin π dx2
b b
$ &∞ # &
0 0 0 0
#  x $ & b  2
b −π x3 && b 2 & b
V̇ = U − e b & − cos π & ⇒ V̇ = 2U
π & π b & π
0 0

c) Die Kraft lässt sich über die Schubspannung an der Wand berechnen.
210 9 Lösungen zu den Aufgaben

Fx1 = mit t1 = τ11 n1 +τ21 n2 +τ31 n3
t1 dS;
S   
 =0  =0 −1
∂ u1 ∂ u3
τ31 = τ13 = 2η e13 = η +
∂ x3 ∂ x1

=0
∂ u1 π  x3   x2  & π  x 
& 2
= − U exp −π sin π ⇒ τ31 & = −η U sin π
∂ x3 b b b x3 =0 b b
Daraus ergibt sich die Kraft pro Längeneinheit:

b  x  &b
2 &
Fx1 = −τ31 dx2 = −η U cos π & ⇒ Fx1 = 2η U
b 0
0

d) Der Impulssatz lautet:


n = e3

  & n = e2
t dS && ·e1
So
u(u ·n)dS =
S S n = −
e1 n = e1
 Se Sv Sh Sa
⇒ 0= t1 dS x3 n = −
e2
S x2 = b, x3 = 0
x2 Su
mit t1 = τ11 n1 + τ21 n2 + τ31 n3 x2 = 0, x3 = 0
x1 n = −
e3




Se : ⎪
t1 = −τ11 = p ⎪
⎬  
⇒ t1 dS + t1 dS = 0

⎪ Se Sa

Sa : t1 = τ11 = −p ⎪

π  x 
t1 = τ31 = −η Ue−π x3 /b sin π
2
S0 : ⇒ lim τ31 = 0
b b x3 →∞
 
0= t1 dS + t1 dS ⇒ (FFl→Pl )x1 = 2η U
Sv +Sh Su
  
=(−FFl→Pl )x1

Die Kraft entspricht dem Ergebnis aus c).


9 Lösungen zu den Aufgaben 211

Lösung 4.12
y y

Γ1 = −Γ Γ1 = −Γ
a
h x h uΓ2
x
x x
h uΓ1

Γ2 = +Γ

a) Das Biot-Savatsche Gesetz für den unendlich langen, geraden Wirbelfaden lautet:

rotu a Γ    
u = |u| × = ez ×a mit a =x −x = x − x ex + y − y ey
|rotu| |a| 2π a2

hier: Γ1 = −Γ , a = xex + (y − h)ey , ez ×a = − (y − h)ex + (x − 0)ey


Γ [− (y − h)ex + xey ]
⇒ u (x, y) = −
2π x2 + (y − h)2
b) Siehe Abbildung (rechts)

c) Das Prinzip der Wirbelfadenspiegelung basiert auf Superposition der induzierten Ge-
schwindigkeiten beider Wirbel im Punkt x, dabei heben sich die Komponenten normal
zur Wand auf.

Γ [− (y − h)ex + xey ] Γ [− (y + h)ex + xey ]


u (x, y) = − +
2π x2 + (y − h)2 2π x2 + (y + h)2
d)
 
Γ −h h Γ h
u (x, y = 0) = − ex = − ex
2π x2 + h2 x2 + h2 π x2 + h2
e) Der obere Wirbel induziert keine Geschwindigkeit auf sich selbst. Der untere Wirbel
induziert auf den oberen die Geschwindigkeit:

Γ [−2hex + 0ey ] Γ
uW 1 = u(x = 0, y = h) = =− ex + 0ey
2π 4h 2
 4π
h  
ẏ W1
ẋW 1
212 9 Lösungen zu den Aufgaben

dxW 1  
f) DGL der Bahnlinie: = uW 1 ξ ,t mit ξ = 0ex + hey bei t = 0
dt

dyW 1
= ẏW 1 (t) = 0 ⇒ yW 1 (t) = C1
dt
yW 1 (t = 0) = h ⇒ yW 1 (t) = h

dxW 1 Γ Γ t
= ẋW 1 (t) = − ⇒ xW 1 (t) = − +C2
dt 4π h 4π h
Γ t
xW 1 (t = 0) = 0 ⇒ xW 1 (t) = −
4π h

y
h

Lösung 4.13

a) Der Widerstandsbeiwert cWK der Kugel lautet:

WK
cWK =  π
U 2 d2
2 4
b) Das Verhältnis der Widerstandskraft der Kugel in Luft WL zur Widerstandskraft der
Kugel in Wasser WW ist:

WL cWL L U 2 WL  U2
= 2 L
⇒ = L L2
WW c W 2 WW W UW
WW U
2 W
Die Gleichheit der Reynoldszahlen in Wasser und Luft liefert:
 2
UW d UW d UL2 νL
ReW = ReL ⇒ = ⇒ =
νW νW UW2 νW
 2
WL  νL WL
= L = ⇒ = 0, 225
WW W νW WW
9 Lösungen zu den Aufgaben 213

Lösung 5.1

a) Druckdifferenz am Gelenk:

p(z) = p0 − gz; p0 = 0; Δ p(z = −H) = Δ gH = (1 − 2 )gH

b)
Es handelt sich um ebene Flächen, deswegen gilt:

A1 A2 F = −nps A = −ng H A
1 2 2
H
α −ϑ α +ϑ mit
H
A1/2 =
cos(α ± ϑ )

Betrachtung der x- Komponente:

H2 H2
Flx = −1 g [−cos(α − ϑ )] = 1 g
2 cos(α − ϑ ) 2
H 2 H2
Frx = −2 g [−cos(α + ϑ )] = 2 g
2 cos(α + ϑ ) 2
H 2
Fx = (1 − 2 )g
2
c) Berechnung der Kraft in z-Richtung mit Hilfe des Ersatzkörpers. Mit p0 = 0 erhält
man:

Fz = p0 Az + gV
H2
Flz = 1 gVl = 1 g tan(α − ϑ )
2
H2 H 2g
Frz = 2 gVr = 2 g tan(α + ϑ ) ⇒ Fz = [1 tan(α − ϑ ) + 2 tan(α + ϑ )]
2 2
Berechnung ohne Ersatzkörper:

H 2 [− sin(α − ϑ )] H2
Flz = −1 g ⇒ Flz = 1 g tan(α − ϑ )
2 cos(α − ϑ ) 2
214 9 Lösungen zu den Aufgaben

H 2 [− sin(α + ϑ )] H2
Frz = −2 g ⇒ Frz = 2 g tan(α + ϑ )
2 cos(α + ϑ ) 2
H2
⇒ Fz = g [1 tan(α − ϑ ) + 2 tan(α + ϑ )]
2
d) Berechnung des Moments mit Hilft von Gleichung (5.13)
  3
1 H
Mpl = − 1 g sin(90◦ − ϑ + α )
12 cos(α − ϑ )

H H H
−  g
2 cos(α − ϑ ) 1 2 cos(α − ϑ )
1 1 gH 3
⇒ Mpl =
6 cos2 (α − ϑ )
1 1 gH 3
⇒ Mpr = −
6 cos2 (α + ϑ )
Gleichgewichtsbedingung für das Moment:
 2
1 cos(ϑ − α )
Mpl + Mpr = 0 ⇒ =
2 cos(ϑ + α )

Lösung 5.2

a) Die Kraft Fx berechnet sich pro Tiefeneinheit aus der Druckdifferenz an der Fläche Ax :

g Fx = (ps − p0 )Ax ,
pB z √
x n 2R
KV Ax
mit = cos(α )R =
 n 1 n  4√ 
h

α 2R
und pS = pB + g h −
4
Ax

3
n 2 n p0

 √  √

2R 2
⇒ Fx = pB − p0 + g h − R (pro Tiefenheinheit)
4 2

b) Das Bestimmen der Kraft Fz pro Tiefeneinheit ist über verschiedene Aufteilungen im
Ersatzkörper möglich.
9 Lösungen zu den Aufgaben 215
π
pB Az g V1 = R2
2 √ √ 
KV n α 1 2 2
g = −gez V2 = πR −
2
R R
Δ p = −gez 360 2 2 2
 n V3 n
h

M α 1 1
= π R2 − R2
V2 8 4
R  √ 
2
n V1 V3 = R + R) h
Sz 2
n p0

Vges = V1 +V2 +V3


   
F = −pndS + pndS + pndS = −gVgesez − pB Azez + pndS
(Sz +M) Az M M

Nur die z-Komponente ist gesucht:

Fz = −pB Az − gVgesplus dem Beitrag durch p0 auf die Schale p0 Az
 √    √ 
2 5 1 2
⇒ Fges = −(pB − p0 ) R + R − gR π R − R + h 1 +
2 8 4 2

Lösung 5.3

a) Kräftegleichgewicht am Tor 1
B B
Fax Fay 2 sin α
2
Fa
α
|F| = F = pS A
Fi
Fiy
Fy = pS A cos α
Fix y
Fx = pS A sin α
Fix x
Fiy Der Umgebungsdruck p0 wirkt im gesam-
Fi ten Schleusenbereich und fällt daher weg
90◦ − α ⇒ ps = g hs
Fa α Fläche einer benetzten Torhälfte:
Fay
Fax α
B
A= H
2 sin α
216 9 Lösungen zu den Aufgaben

Tor 1: Tor 2:

H1 B B
Fa =g H1 = gH12 Fa =0
2 2 sin α 4 sin α
B B
Fi =gH12 Fi =gH12
4 sin α 4 sin α
Eine Hälfte des Tores 2 muss mit Fy = gH12 B/ tan α geschlossen gehalten werden.

b) Kraftverlauf und Angriffspunkt auf Schleusenklappe:

g (H1 − h) Mit ϕ = π /2 am Schanier bei xP = h/2,


 P = MPy ey und Iy = bh3 /12 folgt:
M
x  
 P = gIx y sin ϕ + yP pS A ex
M
z S
FRes  
D − gIy sin ϕ + xP pS A ey
z    
bh3 π h h
= − g sin + H1 − bh ey
g H1 x 12 2 2 2
 
bh3 6H1
= −g −2
12 h

Das Moment zum Anheben der Klappe wirkt in die entgegengesetzte Richtung:

⇒ M = −MP

c) Aus der Kontinuitätsgleichung:

Aa 2bh
uS = ua ⇒ uS = ua
AS BL
d) Aufstellen der Bernoulli-Gleichung von [1] → [2]:
9 Lösungen zu den Aufgaben 217

[1]

[2]

u21 p1 u2 p2 u2S p0 u2 p0
+ + gz1 = 2 + + gz1 ⇒ + + gH(t) = a +
2  2  2  2 
7
4b2 h2 2 2gH(t)
mit: u2S = u ⇒ ua =
B2 L2 a 2 2
1 − 4 Bb2 hL2
7
2gH(t)
V̇ = Aa ua ⇒ V̇ = 2bh 2 2
1 − 4 Bb2 hL2

Lösung 5.4

a) Bestimmung von F:

F = −nps A
√ √ l
2 2
n = − ex − ez
2 2
S l
p0 = 0
n
  √
l
ps = 1 g h1 − A= 2lb
2
   
F = 1 g h1 − l lbex + 1 g h1 − l lbez
2 2
218 9 Lösungen zu den Aufgaben

b) Hebelarm der Kraft zum Drehpunkt D:


 
3 1 g sin ϕ Iy l
ϕ = π; xd =− ; ps = 1 h h1 −
4 ps A 2
D
√ √
b( 2l)3 2 3 √
Iy = = bl ; A= 2lb x
12 6
S
√ √ 3 xd
 1 g sin( 34 π ) 62 bl 3
2l
xd = −  √
=−   z
1 g h1 − 2l 12 h1 − 2l
2lb
√ √ 2
2 2l
⇒ Hebelarm: a = l+  
2 12 h1 − 2l

c) Moment Mzu wird berechnet aus:


 
2 √ l
M = |F|a − G l; 
|F| = 21 g h1 − lb
3 2
  √ √ 2 
√ l 2 2l 2
M = 21 g h1 − lb l+   −G l
2 2 12 h1 − 2l 3
 
l 2 1 2
M = 1 g h1 − l b + 1 gl 3 b − G l
2 6 3
d) Berechnung der Dichte 2

Mzu = Fx2 ax2 + Fz2 az2


   
l l
Fx2 = ps2 Ax mit ps2 = 2 g h2 − ⇒ Fx2 = 2 g h2 − lb
2 2


2 g sin ϕ Iy π bl 3
xd2 =− mit ϕ = − , sin ϕ = −1, Iy =
ps2 A 2 12
 l2
⇒ xd2 =  
12 (h2 − 2l z2

l l2
⇒ ax2 = +   x2
2 12 h2 − 2l
9 Lösungen zu den Aufgaben 219

Bestimmung von Fz2


l
Fz2 = 2 g(h2 − l)lb; az2 =
2
   
l l l2 l
Mzu = 2 g h2 − lb +   + 2 gl(h2 − l)b
2 2 12 h2 − 2l 2

Mzu
⇒ 2 =  
  l2
g h2 − 2 l
lb l +
12(h2 − 2l )

Lösung 5.5

a) Es wird der Betrag der Kräfte auf die Platte zwischen beiden Becken gesucht.

F = −nps A; ps = p0 − g(−hs )

Zuerst wird das linke Sammelbecken betrachtet.

L | = psL AL ; l
|F psL = p0 + g(hL + sin α ); AL = bl; p0 = 0
2
L | = g(hL + l sin α )bl
|F
2
Analog dazu kann der Betrag der Kraft im Ausgleichsbecken bestimmt werden.

R | = g(hR + l sin α )bl


|F
2
b) Linke Seite: Es wird Gleichung (5.16) verwendet.
x gIy sin ϕ
xd L = −
psL AL
ϕ
ϕ = π −α
α
l
psL = p0 + g(hL + sin α )
z 2
bl 3
AL = bl; Iy =
12
220 9 Lösungen zu den Aufgaben

gsin(π − α )bl 3 l 2 sin α


xd L = − ⇒ xd L = −
g(hL + 2l sin α )12bl 12(hL + 2l sin α )

Hilfskoordinatensystem auf Aufhängepukt beziehen:

l
lA−dL = − |xd L |
2
Rechte Seite: Wie für die linke Seite wird Gleichung (5.16) verwendet.
z
gsin(−α )bl 3
xd R = −
ϕ = −α g(hR + 2l sin α )12bl
l 2 sin α
⇒ xd R =
x 12(hR + 2l sin α )

Hilfkoordinatensystem auf Aufhängepukt beziehen:

l
lA−dR = − |xd R |
2
 A = 0, heben sich alle drei Momente gegenseitig auf.
c) Wenn M

l
M  l cos α
 G = |G|
|xd L | 2
2
|xd R |  

G MFR = |FR | l − |xd |
R
F 2 R
 
L
F MFL = −|F L | l − |xd |
2 L
α
A  G + MFR + MFL
0=M

 und den Lösungen der ersten beiden Aufgabenteile, erhält man:


Mit G = |G|
9 Lösungen zu den Aufgaben 221
   
|G| R | l − |xd | − |F
 l cos α + |F L | l − |xd | =0
2 2 R 2 L

 
l l l l 2 sin α
G cos α + g(hR + sin α )bl −
2 2 2 12(hR + 2l sin α )
 
l l l 2 sin α
−g(hL + sin α )bl − =0
2 2 12(hL + 2l sin α )

Gcos α
⇒ hL − hR =
gbl

Lösung 5.6

a) Bestimmung der Kräfte Fx und Fz auf die gekrümmte Fläche.


z

S
h Ax
n

Mit Gleichung (5.21):


 
Fx = F · ex = − pn · ex dS = − p dAx
S Ax
h h
Fx = −pS Ax ; pS = p0 + g ; p0 = 0; Ax = hb ⇒ Fx = −g hb
2 2
Mit Gleichung (5.20 und der Information, dass das Wehr ein 1/4 Kreiszylinder ist:

π h2 π h2
Fz = p0 Az + gV ; V= b ⇒ Fz = g b
4 4
b) Wirkungslinie der Auftriebskraft Fz durch den Schwerpunkt der verdrängten Flüssig-
keit: xs = 4h/3π Die Wirkungslinie von Fx läuft durch ihren Druckpunkt xd .
222 9 Lösungen zu den Aufgaben

Ax
g sin ϕ Iy 3
xd = − ; ϕ = π;
ps Ax 2
bh3
S Iy =
12
z 3
xd g bh h
xd = h12 ⇒ xd =
g 2 hb 6
Fx
n
Wirkungslinie von Fx :

x h h
zD = − −
2
⇒ zD = − h
2 6 3

D :
c) Moment M

D =
M t ×xdS; t = −pn; x = her
S

Mit n||er ⇒t ×x = 0 D = 0


⇒M

Lösung 5.7

a) Der Geometrische Zusammenhang zwischen hR1 und hL1 wird über das verdrängte Vo-
lumen hergestellt.

R2
V = π r2 hL1 = π R2 hR1 ⇒ hL1 = hR1
r2
b) Die Drücke an der unterseite des Kolbens (1) und im rechten Zylinder auf der selben
Höhe in z-Richtung (2) müssen gleich sein.

FGK FGK
p1 = p0 + pk ; pk = = k gK p1 = p0 + = p0 + K gK
AK AK
 2 
R
p2 = p0 + g(hL1 + hR1 ) ⇒ p2 = p0 + ghR1 +1
r2
Durch gleichsetzen derDrücke p1 und p2 ergibt sich hR1
 
R2 K k
p0 + k gK = p0 + ghR1 +1 ⇒ hR1 =
r2 R2
r2
+1 

c) Berechnung der Höhendifferenz in Abhängigkeit von K


9 Lösungen zu den Aufgaben 223
 
k
Δ h = hL1 + hR1 − K ⇒ Δh = K −1

 
d) Zur Berechnung wird die Fläche A = π r2 , sowie das Flächenträgheitsmoment Iy = π4 r4
benötigt. Die Kräfte auf die Klappe ergeben sich aus den Drücken in den Plattenschwer-
punkten und der Oberfläche der Klappe.

pSL = g (h0 + hR1 ) ⇒ FL = pSL A = g (h0 + hR1 ) π r2

pSR = g (h0 + ε hR1 ) ⇒ FR = pSR A = g (h0 + ε hR1 ) π r2

π 3π
Der Klappenschwerpunkt xd errechnet mit ϕ = 2
 , sowie ϕ =
für xdL 2
 :
für xdR

g sin ϕ Iy r2
xd = − ⇒ 
xdL =−
pS A 4 (h0 + hR1 )
 r2
⇒ xdR =
4 (h0 + ε hR1 )
Die Hebelarme im Bezug zu Punkt D ergibt sich daraus zu:

 r2
aL = r − xdL ⇒ aL = r +
4 (h0 + hR1 )
 r2
aR = r − xdR ⇒ aR = r +
4 (h0 + ε hR1 )
e) Das Auftretende Moment berechnet sich zu:

MD = aR FR − aL FL ⇒ MD = 2hR1 gπ r3

Lösung 5.8

a) p0 hat keinen Einfluss


 
R
Fx = ps Ax (Ax ist projezierte Fläche) ⇒ Fx = g H − Rb
2
224 9 Lösungen zu den Aufgaben

x
Ax

S
y xd

g sin ϕ Iy π bR3


xd = − ; ϕ= ; Iy =
pS A 2 12
gbR 3
xd = −  
g H − R2 Rb12  

R2 R R2
xd =−   z=− H− +  
12 H − R2 2 12 H − R2

R→H :
 
R 1
xd = − ⇒ z=− H− R
6 3
b) Fz mit Ersatzkörper VEr
R
VEr
  
π R2
H VEr = HR − R2 − b
4
!  π "
R Fz = gRb H − R 1 −
4

c) Es gilt Fz = G, wenn das Wehr gerade geöffnet wird. Es gilt H = 72 R:

∑ Mi = 0
i  
R R2
0 = Fz xFz + Fx +   − GR
2 12 H − R2
9 Lösungen zu den Aufgaben 225
   
G Fx R R2 Fx gRb H − 2 R
12
xFz = R− +   mit = '  ( =
Fz Fz 2 12 H − R2 Fz gRb H − R 1 − π4 10 + π
  
19 R
36
 
12 19 19
xFz = R − R ⇒ xFz = 1 − R = 0, 51807R
10 + π 36 30 + 3π

Lösung 5.9

z
p0 p0
c


a
 

p
d p0

2
z
p0 c

a
p0
 p > p0

 d p0 p > p0 p


lFall 1list nicht möglich

XlFall 2list nicht möglich

Lösung 6.1

a) Randbedingungen:
226 9 Lösungen zu den Aufgaben

x2 = 0 : u1 = U; u2 = 0

x2 = h : u1 = 0; u2 = 0

b) Vertikalkomponente im Spalt:

∂ u1 ∂ u2 ∂ u1
+ =0 mit =0
∂ x1 ∂ x2 ∂ x1
u2 = konst. ⇒ u2 (0) = 0 ⇒ u2 = 0

c) Vereinfachen der Navier-Stokesschen Gleichungen:


 
∂ u1 ∂ u1 ∂ u1 ∂p
i=1:  + u1 + u2 =− +
∂t ∂ x1 ∂ x2 ∂ x1
     
∂ ∂ u1 ∂ u1 ∂ ∂ u1 ∂ u2
η + + η +
∂ x1 ∂ x1 ∂ x1 ∂ x2 ∂ x2 ∂ x1
∂ u1 ∂ u1
= 0; = 0; u2 = 0
∂t ∂ x1
∂p
= 0 wegen p = konstant
∂ x1
∂ u1 ∂ u2 ∂ u2
= 0; = 0; =0
∂ x1 ∂ x1 ∂ x1
 
∂ ∂ u1
⇒0= η
∂ x2 ∂ x2

i=2: 0=0

d) Geschwindigkeitsfeld der Strömung:


 
∂ ∂ u1 ∂ u1
0= η ⇒η = c1
∂ x2 ∂ x2 ∂ x2

Da Schichtenströmung c1 = f (x1 )
∂ u1 c1 c1 H αΔ T (x2 /H)
= eαΔ T (x2 /H) ⇒ u1 (x2 ) = e + c2
∂ x2 ηu ηu αΔ T
Randbedingungen:
9 Lösungen zu den Aufgaben 227

c1 H ⎪

⎪ ηu αΔ TU ! "−1
u1 (0) = U = + c2 ⎬ c1 = 1 − eαΔ T
ηu αΔ T ⇒ H
c1 H αΔ T ⎪
⎪ c1 H αΔ T
u1 (H) = 0 = e + c2 ⎪
⎭ c2 = − e
ηu αΔ T ηu αΔ! T "
U eαΔ T (x2 /H) − eαΔ T
⇒ u1 (x2 ) =
1 − eαΔ T

Lösung 6.2

a) Druckgradient und mittlere Geschwindigkeit lauten:

8η V̇
K= V̇ ; Ū =
π R4 π R2
b) Geschwindigkeitsprofil:
  r 2    r 2 

uz (r) = 2Ū 1 − ⇒ uz (r) = 2 1 −
R π R2 R
Dissipationsfunktion für inkompressible Strömung in Zylinder-Koordinaten:

Φ = 2η ei j ei j

Bis auf erz = ezr verschwinden alle Komponenten von ei j .


1 ∂ uz r
erz = ezr = = −2U 2
2 ∂r R
2 r2 V̇ 2 r2
Φ = 2η [erz erz + ezr ezr ] ⇒ Φ = 16η U = 16η 2 8
R4 π R
c) Vereinfachung der Energiegleichung für inkompressible und stationäre Strömung:
 
DT p D 1 ∂ ∂T
c − = Φ +λΔT mit Δ T = r
Dt  
 Dt r ∂r ∂r
=0 =0
   
λ d dT 2r
2 λ d dT V̇ 2 r2
r = −16η U 4 ⇒ r = −16η 2 8
r dr dr R r dr dr π R
d) Temperaturgradient an der Rohrwand r = 0:
228 9 Lösungen zu den Aufgaben
 
d dT η 2 r3
r = −16 U 4
dr dr λ R
dT η 2r 3 C
= −4 U 4 +
dr
&
λ R r
dT &&
mit =0 ⇒ C=0
dr &r=0
& &
dT && dT &&
2
ηU η V̇ 2
= −4 ⇒ = −4
dr &r=R λ R dr &r=R λ π 2 R5
e) Wärmestrom
 &
∂ T &&
Q̇ = − q · n dS, mit qr |r=R = −λ
∂ r &r=R
S
L 2π 2
ηU
Q̇ = − λ4 R dϕ dz
λR
0 0
2 Lη V̇ 2
Q̇ = −8π Lη U (abgeführte Wärme!) ⇒ Q̇ = −8π
π R4

8η 8η UL
p1 − p2 = KL = V̇ L =
πR4 π R2
2
|Q̇| = V̇ (p1 − p2 ) ⇒ |Q̇| = 8π Lη U

Lösung 6.3

a) Geschwindigkeitsprofil

y K  
u(y) = UW + hy − y2
h 2η
!
b) Druckgradient damit V̇ = 0:

h
V̇ = uy dy
0
h
y K   !
V̇ = UW + hy − y2 dy = 0
h 2η
0
9 Lösungen zu den Aufgaben 229
&h  &
1 y2 & K 1 2 1 3 &&h
UW && + hy − y & = 0
2 h 0 2η 2 3 0
 
1 K 1 3 1 3
Uw h + h − h =0
2 2η 2 3

1 K 3 6η UW
Uw h + h =0 ⇒K=−
2 12η h2

∂ p 6η UW
⇒ =
∂x h2
y
h
 
y y y2
u(y) = UW − 3UW − 2
h h h2
3
 
y2 y u
u(y) = UW 3 2 −2
h h 1 UW
− 0 1
3

c) Dissipationsfunktion, Gleichung (6.4):

Φ = 2η ei j ei j

 
1 ∂ ui ∂ u j
ei j = +
2 ∂ x j ∂ xi

∂u ∂v
exx = = 0; eyy = =0
∂x ∂y
 
1 ∂u y 1 UW  y 
exy = eyx = = UW 3 2 − = 3 −1
2 ∂y h h h h

 2
UW  y
Φ = 2η (e2xy + e2yx ) = 4η e2xy ⇒ Φ = 4η 3 −1
h h
Die vereinfachte Energiegleichung lautet:
 2
d2 T d2 T η UW  y
0 = Φ +λ ⇒ = −4 3 − 1
dy2 dy2 λ h h
230 9 Lösungen zu den Aufgaben

d) Wärmestrom:
&
& dT &&
&
qy y=0 = −λ
dy & y=0

  
dT η UW2 y2 y
= −4 9 − 6 + 1 dy +C
dy λ h2 h2 h
 
dT η UW2 y3 y2 y
= −4 3 3 −3 2 + +C
dy λ h h h h

&
dT && η UW2
Wärmeisolierte Wand: =0 ⇒ C=4
dy &y=H λ h
 
dT η UW2 y3 y2 y & U2
= −4 3 − 3 + − 1 ⇒ qy &y=0 = −4η W
dy λ h h3 h2 h h

< 0 d.h. Wärme wird abgeführt

Lösung 6.4

a) Da die Geschwindigkeit u1 linear von x2 abhängt und keine Bewegung in x2 stattfinden


kann folgt:
 
2UW 2
u1 (x2 ) = −UW + x2 = UW x2 − 1
H H

u2 = 0

b) Ist die Rotation der Geschwindigkeit gleich Null, besitzt die Strömung ein Potential. Da
es sich hier um eine ebene Schichtenströmung handelt, vereinfacht sich die Rotation der
Geschwindigkeit zu:

∂ ∂
u3 = 0; u2 = 0; = 0; =0
∂ x1 ∂ x3
∂ u1 2UW
rot(u) = − e3 = − = 0 ⇒ keine Potentialströmung
∂ x2 H
c) Dissipationsfunktion Φ :
9 Lösungen zu den Aufgaben 231

Φ = 2η ei j ei j = 2η (e11 e11 + e21 e21 + e12 e12 + e22 e22 )


∂ u1 ∂ u2
e11 = = 0; e22 = =0
∂ x1 ∂ x2
 
1 ∂ u1 ∂ u2 1 ∂ u1 UW
e21 = e12 = + = =
2 ∂ x2 ∂ x1 2 ∂ x2 H
UW2
Φ = 2η [2e12 e12 ] = 4η e12 e12 ⇒ Φ = 4η
H2
d) Da eine Schichtenströmung vorliegt werden außer τ21 = τ12 alle Komponente von τi j
zu Null:

τ12
τi j = −pδi j + 2η ei j
UW x2
τ12 = τ21 = 2η e12 = 2η
H x1

e) Da die Strömung stationär und in x1 -Richtung unendlich ausgedeht ist, vereinfacht sich
die Energiegleichung zu:
 
De p D ∂ ∂T ∂
 − =Φ+ λ , mit λ = konstant, u2 = 0 und =0
Dt  Dt ∂ xi ∂ xi ∂ x1
  
=0

∂ 2T d2 T Φ η UW2
= 2 = − = −4
∂ x2
2 dx2 λ λ H2

Über x2 integriert:
dT η UW2
= −4 x2 +C1 ; C1 ∈ R
dx2 λ H2
Randbedingung: Abführen der Wärme in gleichem Maße über obere und untere Wand:
& &
dT && dT &&
λ = −λ
dx2 &x2 =0 dx2 &x2 =H
η UW2 η UW2
C1 = 4 −C1 ⇒ C1 = 2
λ H λ H

dT η UW2 2
dx2 = T (x2 ) = −2 x +C1 x2 +C2 ; C2 ∈ R
dx2 λ H2 2
Randbedingung: T (x2 = 0) = T0 = C2
232 9 Lösungen zu den Aufgaben
 
η UW2 x2
⇒ T (x2 ) = 2 x2 − 2 + T0
λ H H

Lösung 6.5

a) Aus der Kontinuitätsgleichung folgt v:


 
∂ ∂u ∂v ∂w ∂v
+ + + =0 ⇒ =0
∂t
 ∂ x ∂ y 
 ∂z ∂y
=0 =0 =0

v = konst. mit v(y = 0) = 0 ⇒ v=0

b) Die x-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen vereinfacht sich zu:


   
∂u ∂u ∂u ∂u ∂p ∂ 2u ∂ 2u ∂ 2u
 +u + v + w = kx − +η + + 2
∂t
 ∂ x  ∂ y  ∂ z
 ∂x
 ∂ x2 ∂ y2 
 ∂z
=0 =0
=0 =0 =0 =0 =0
∂ 2u  y ∂ 2u
0 = kx + η 2 ⇒ 0 = k0 1− +η 2
∂y 2b ∂y
c) Das Geschwndigkeitsprofil ergibt sich aus zweifacher Integration des Ergebnisses aus
b), sowie der Bestimmung der auftretenden Integrationskonstanten mit den Randbedin-
gungen zu:

RB: u(y = 0) = 0, u(y = b) = 0


∂ 2u   y
= − k0 1 −
∂y 2 η 2b
 
 y2 y3 5 
⇒ u(y) = − k0 − + k0 by
η 2 12b 12 η
d) Der Volumenstrom pro Tiefeneinheit berechnet sich als Flächenintegral über das Ge-
schwindigkeitsprofil
 b
1 
V̇ = u(y) dS = k0 b3
0 16 η
e) Die Schubspannung berechnet sich zu:
 
∂u ∂u  1 y2 5
τyx = η mit = k0 −y+ b
∂y ∂y η 4 b 12
 
1 y2 5 5
τyx (y) = k0 −y+ b ⇒ τyx (0) = k0 b
4 b 12 12
9 Lösungen zu den Aufgaben 233

Lösung 6.6

a) Die erste Komponente der Navier-Stokessche Gleichungen vereinfacht sich zu:

∂p ∂ 2u d2 u
0=− +η 2 ⇒ 0 = K +η
∂x ∂y dy2
b) Die Randbedingungen lauten:

u(y = 0) = U u(y = h) = 0

c) Integration der vereinfachten Navier-Stokesschen Gleichung aus a) und einsetzen der


Randbedingungen aus b):

K 2
u(y) = − y + c1 y + c2

u(0) = U = c2
K 2 K U
u(h) = 0 = − h + c1 h +U ⇒ c1 = h−
2η 2η h
 
K y u(y) K 2 y y2 y
u(y) = (hy − y2 ) − U +U ⇒ = h − − +1
2η h U 2η U h h2 h
d) Das Maximum der Geschwindigkeit berechnet sich als Extremwertproblem durch
gleichsetzen der Ableitung mit Null.
&
du && !
& =0
dy &
y=0
K U 2η U ! p1 − p2
0= h− ⇒ K= =
2η h h2 l
2η Ul  x
p1 = ⇒ p(x) = p1 1 − für 0 ≤ x ≤ l
h2 l
e) Die Scherkraft an der Wand berechnet sich zu:

0 x l
S n = −ey
234 9 Lösungen zu den Aufgaben

 
F = t dS ⇒ Fx = tx dS
S S

ti = τ ji n j ⇒ tx = txx nx +τxy ny
 
=0 =−1
& & ∂ u &&
& &
tx = −τyx mit τyx & = 2η eyx & =η & =0
y=0 y=0 ∂ y y=0

tx = 0 für 0 ≤ x ≤ l ⇒ Fx = 0

f) Mit Hilfe der Kontinuitätsgleichung berechnet sich die Beschichtungsdicke s:


h

u(y) KV

s
U

S1 S2

  
u ·n dS = 0 ⇒ u ·n dS = − u ·n dS
S S1 S2
 h 
y y2 y
U − − + 1 dy = Us
0 h h2 h
 2 h
1y 1 y3 1 y2 2
− − +y =s ⇒ s= h
2 h 3 h2 2 h 0 3

Lösung 7.1

a) Die Geschwindigkeit u3 berechnet sich über den Volumenstrom V̇ und die Fläche A:


u3 =
A
b) Aus der Kontinuitätsgleichung ergibt sich die Geschwindigkeit u2 :

A A
u2 + (1 − ε )u2 = u3 A
2 2
2 V̇
u2 = (L.12)
2−ε A
Entlang einer Stromlinie von [0] bis [2] lässt sich die Druckdifferen p0 − p2 berechnen:
9 Lösungen zu den Aufgaben 235

 
p0 + u20 = p2 + (1 − ε )2 u22
2 2
   2
1 − ε 2 V̇
⇒ p0 − p2 = 2 (L.13)
2−ε A
c) p3 ergibt sich mit Hilfe des Impulssatzes um die Vermischungszone in ex -Richtung:

n

(1 − ε )u2

n ex
u2 KV

u3
[2] SW [3]

&
     &
t dS &
u (u ·n) dS + u (u ·n) dS = −p2n dS + −p3n dS + & ·ex
&
S2 S3 S2 S3 SW
  
=0
 
A A
⇒ − u22 + (1 − ε )2 u22 + u23 A = p2 A − p3 A
2 2
 
1 1
⇒ p3 − p2 =  u22 + (1 − ε )2 u22 − u23 mit (L.12)
2 2

   2
2 2(1 − ε )2 (2 − ε )2 V̇
⇒ p3 − p2 = + − 
(2 − ε ) 2 (2 − ε ) 2 (2 − ε ) 2 A
 2  2
ε V̇
⇒ p3 − p2 =  (L.14)
2−ε A
d) Für p3 = p0 können (L.13) und (L.14) gleichgesetzt werden.
 2  2
ε 1−ε
=2 ⇒ ε 2 − 4ε + 2 = 0
2−ε 2−ε
√ √
ε1/2 = 2 ± 4 − 2 nur (−) ist Lösung ⇒ 0 ≤ ε = 2 − 2 ≤ 1!
236 9 Lösungen zu den Aufgaben

e) Bernoulli entlang der Stromlinie von [0] nach [1] wobei u1 = u2 :


 2  2
  2 V̇
p0 = p1 + u21 ⇒ p1 = p0 −
2 2 2−ε A

f) Die Leistung Pg berechnet sich über den Volumenstrom V̇˜ durch das Gebläse und der
Druckdifferenz Δ p:

Pg = V̇˜ Δ p = V̇˜ (p2 − p1 )


 2  2     2  
 V̇ 2 1−ε 2  V̇ √
p2 − p1 = −4 = 4 2−4
2 A 2−ε 2−ε 2 A

A V̇ V̇ V̇ 2 √
V̇˜ = u2 = =√ ⇒ Pg =  (2 − 2)
2 2−ε 2 A 2

Lösung 7.2

a) u2a lässt sich mit Hilfe der Kontinuitätsgleichung und der Druck p2 über Bernoulli
entlang der Stromlinie zwischen [1] und [2] ermitteln:

A1
u1 A1 = u2a A2a ⇒ u2a = u1
A2a 
  
   2 A1 2
p1 + u21 = p2 + u22a ⇒ p2 = p1 + u1 1 −
2 2 2 A2a

b) Mit Bernoulli entlang der Stromlinie zwischen [0] und [2] errechnet sich u2b :
7
 2 2
p0 = p2 + gh + u2b ⇒ u2b = (p0 − p2 − gh)
2 
7  
2 A21
⇒ u2b = (p0 − p1 ) − u1 1 − 2 − 2gh
2
 A2a

c)

ṁa = u2a A2a


ṁa u2a A2a
ṁb = u2b A2b ⇒ =
ṁb u2b A2b
ṁa u1 A1
⇒ =)  
ṁb 2
A1 A2b
 (p0 − p1 ) − u1 1 − A2 − 2gh
2 2
2a
9 Lösungen zu den Aufgaben 237

d) Mit Hilfe der Kontinuitätsgleichung erhält man u3 und mit dem Impulssatz für rei-
bungsfreie inkompressible Strömung in x-Richtung den Druck p3 :

u2a A2b + u2b A2b


u3 A3 − u2a A2a − u2b A2b = 0 ⇒ u3 =
A2a + A2b

 
u(u ·n) dS = t dS
A A

u23 A2 − u22a A2a − u22b A2b = p2 (A2a + A2b ) − p3 A3


A2a A2b
p3 = p2 − u23 + u22a + u2b
 A 2a + A2b A 2a + A2b 

u2a A2b + u2b A2b 2 A2a A2b
⇒ p3 = p2 −  + u2a + u2b
A2a + A2b A2a + A2b A2a + A2b

Lösung 7.3

a) Der Gesammtdruckverlust im Leistungsstück Δ pVL besteht aus den Reibungsverlusten


Δ pVra , Δ pVrb und dem Krümmungsverlust Δ pVkr .

V̇ m
u= ⇒ u = 1, 99
A s
la  2
Δ pVra = λ u ⇒ Δ pV ra = 99 Pa
d2
lb  2
Δ pVrb = λ u ⇒ Δ pVrb = 495 Pa
d2

Δ pVkr = ζ u2 ⇒ Δ pVkr = 990 Pa
2
Δ pVL = Δ pVra + Δ pVrb + Δ pVkr ⇒ Δ pVL = 1584 Pa

Ein anderer gleichwertiger Lösungsansatz in findet sich in der Lösung zur Aufgabe b).
b) Der Gesammtdruckverlust nach dem Pumpenaustritt Δ pVN besteht aus den Reibungs-
verlusten Δ pVrc , Δ pVrd , Δ pVre , den beiden Krümmungsverlusten Δ pVkr und einem
Carnot-Stoß Δ pVc :

Δ pV N = Δ pVrc + Δ pVrd + Δ pVre + 2Δ pVkr + Δ pVc


 
lc + ld + le  2
Δ pV N = λ + 2ζ + 1 u ⇒ Δ pV N = 28712, 6 Pa
d 2
238 9 Lösungen zu den Aufgaben

c) Die zugeführte Leistung berrechnet sich aus der Druckdifferenz am Ein- und Austritt
der Pumpe. Die Drücke pE und pA ergeben sich über Bernoulli entlang der Stromlinien
von der Pumpe bis zur Oberfläche des Unter- bzw. Oberwassers:


p0 = pE + u2 + gh1 + Δ pV L ⇒ pE = 91531 Pa
2
 2
pA + u = p0 + gh2 + Δ pV N ⇒ pA = 19, 906 bar (105 Pa = 1 bar)
2
Pzu = V̇ (pA − pE ) ⇒ Pzu = 0, 498 MW

d) Bernoulli entlang der Stromlinie von der Oberfläche des Unterwassers zum Pumpen-
eintritt:


p0 = pmin + u2 + ghmax + Δ pVL ⇒ hmax = 1, 166 m
2

Lösung 7.4

a) Die Geschwindigkeiten u1 , u2 und u4 können jeweils über die Fläche und den gegebe-
nen Volumenstrom berechnet werden. u3 dagegen ergibt sich aus der Kontinuitätsglei-
chung:


u1 =
A
δ V̇ δ
u2 = ⇒ u2 = u1
kA k
V̇ − δ V̇ 1−δ
u3 = ⇒ u3 = u1
A − kA 1−k

u4 = ⇒ u4 = u1
A

b) Da es sich um parallele Stromlinien handelt gilt p2 = p3 . Mit Bernoulli von 1lnach


2lund von 1lnach 3lkann Δ pG berechnet werden:
9 Lösungen zu den Aufgaben 239

  
p1 + u21 + Δ pG = p2 + u22 + ζ u22
2 2 2
 2  2
⇒ Δ pG = p2 − p1 + (1 + ζ ) u2 − u1
2 2

   
p1 + u21 = p3 + u23 ⇒ p2 − p1 = u21 − u23
2 2 2 2
 2  2
⇒ Δ pG = (1 + ζ ) u2 − u3
2 2
 2   2   
 V̇ δ 1−δ 2
⇒ Δ pG = (1 + ζ ) −
2 A k 1−k

c) Die Druckdifferenz zwischen den Stellen 4lund 1llässt sich in Schritten zwischen
4lzu 3lund 3lzu 1ldarstellen. Anstatt die Stromlinie über 3lkann aber auch
die über 2lgewählt werden:

 
p4 − p1 = p4 − p3 + p3 − p1 mit p3 − p1 = p2 − p1 = u21 − u23
 2   
2 2

 V̇ 1−δ 2
⇒ p3 − p1 = 1−
2 A 1−k

p4 − p3 kann über den Impulssatz berechnet werden:

  A n p4
u(u ·n) dS = t dS 4
S S

In z-Komponente:
ez SW n
 
(u ·ez )(u ·n) dS = t ·ez dS
S S kA
2 3
n

(1 − k)A

   
− u22 dS − u23 dS + (u ·ez ) (u ·n) dS +  u24 dS
   
kA (1−k)A SW =0 A u21
    
= p2 dS + p3 dS − p4 dS + p4 dS + t ·ez dS
 
kA p3 (1−k)A A A SW =0
240 9 Lösungen zu den Aufgaben

⇒ −u22 kA − u23 (1 − k)A + u21 A = (p3 − p4 )A

p4 − p3 = u22 k + u23 (1 − k) − u21


 2     2 
 V̇ 1−δ 2 δ (1 − δ )2
⇒ p4 − p1 = 1− +2 + −1
2 A 1−k k 1−k
 2    
 V̇ 1 − δ 2 2(δ − k)2
⇒ p4 − p1 = 1− +
2 A 1−k k(1 − k)

Lösung 7.5

a) Mit Hilfe der Bernoulligleichung lässt sich der Differenzdruck Δ pK berechnen, dabei
soll der Druckverlust durch Einschnürung vernachlässigt werden:

 2 
u + pK = u2L + pL + Δ pv mit Δ pv = 0
2 K 2

⇒ pK − pL = Δ pK = (u2L − u2K )
2
b) Zur Berechnung des Differenzdruckes pK − pR muss zusätzlich ein Druckverlust durch
einen Carnot-Stoß berücksichtigt werden:

 2 
u + pK = u2R + pR + Δ pv
2 K 2
 A
Δ pv = (umin − uR )2 mit umin = uR
2 Amin
 2
 2 A
Δ pv = uR −1 ⇒ Δ pv = 4u2R
2 Amin
 2 
⇒ Δ pK = 9uR − u2K
2
c) Zur Berechung von V̇L und V̇R müssen die Geschwindigkeiten uL und uR in Abhängig-
keit von uK berechnet werden. Dazu wird die Kontinuitätsgleichung verwendet und die
Druckdifferenzen pK − pL = pK − pR gleichgesetzt.
9 Lösungen zu den Aufgaben 241

AuK = AuL + AuR

pK − pL = Δ pK = pK − pR
 2   2 
uL − u2K = 9uR − u2K ⇒ uL = 3uR
2 2

1 1
AuK = AuL + A uL AuK = AuL + A uL
3 3
3 1
⇒ uL = uK ⇒ uR = uK
4 4
3 1
⇒ V̇L = AuK ⇒ V̇R = AuK
4 4

Lösung 7.6

a) Um entlang der Stromlinie von [1] nach [2] Bernoulli anwenden zu können, muss der
Druckverlust Δ pvc2 durch Einschnürung berücksichtigt werden.
 2
 2 α A0
Δ pvc2 = u4 1 − A
2 2
A A
u4 α A0 = u2 ⇒ u4 = u2
2 2α A0
A A A
A0 = − sin β ⇒ A0 = (1 − sin β )
2 2 2
 2
 1
⇒ Δ pvc2 = u22 −1
2 α (1 − sin β )
Bernoulli von [1] nach [2]

 
p1 + u21 = p2 + u22 + Δ pvc2
2 
2 
2

 2  2 1
p1 + u1 = p2 + u2 1 + −1
2 2 α (1 − sin β )
,
-
-  (p1 − p0 ) + u1
2 2
⇒ u2 = -
.  2
1+ 1
α (1−sin β ) −1

b) Aus der Kontinuitätsgleichung folgt u3 :


242 9 Lösungen zu den Aufgaben

A A
Au1 =  u2 +  u3 ⇒ u3 = 2u1 − u2
2 2 ,
-
-  (p1 − p0 ) + u1
2 2
⇒ u3 = 2u1 − -
.  2
1+ 1
α (1−sin β ) −1

c) Die x-Komponente der Kraft auf die Drossekappe lässt sich über den Impulssatz in
x-Richtung berechnen.

n

n
n
SV
S2
n
n
n
SV
S1 SDK
S3
n

  &
t dS &
u(u ·n) dS = & ·ex
S S
A A
−u21 A + u22 + u23 = p1 A − p0 A − (Fx )Fl→DK
2 2

 
1 2 
(Fx )Fl→DK = (p1 − p0 )A + A u21 − u + u3
2
mit u3 = 2u1 − u2
2 2

(Fx )Fl→DK = (p1 − p0 )A − A(u1 − u2 )2


⎡ ⎤
,
- 
⎢ - 2 (p1 − p0 ) + u1
2 ⎥
⇒ ⎢
(Fx )Fl→DK = (p1 − p0 )A − A ⎣u1 − -  2 ⎥
. ⎦
1 + α (1−sin
1
β) − 1
9 Lösungen zu den Aufgaben 243

Lösung 7.7

a) Mit A2 = mA3 und m  1 entspricht der Übergang von 2lnach 3leinem Carnot-
Stoß, der Druckverlust berechnet sich zu:
 
 A2 2 
Δ pvc = u22 1 − ⇒ Δ pvc = u22
2 A3 2
b) Die Geschwindigkeit u2 erhält man aus der Beziehung nach Bernoulli entlang der
Stromlinie von 1lnach 3l:

 
p1 + u21 +g z1 = p3 + u23 + g z3 +Δ pvc
 2    2 
p0 =0 =0 p0 −(H−h3 )
 
0 = u23 − g(H − h3 ) + u22
2 2
Über die Kontinuitätsgleichung ergibt sich eine Beziehung zwischen u3 und u2 , welche
dann eingesetzt werden kann:
 2
A2
u3 A3 = u2 A2 ⇒ u23 = u22 = m2 u22
A3
)
2g(H − h3 ) /
u2 = mit m2  1 ⇒ u2 = 2g [H − h3 (t)]
1 + m2
c) Die Geschwindigkeit u3 kann als Ableitung der Höhe h3 nach der Zeit t dargestellt
werden. Über die Kontinuitätsgleichung lässt sich diese Ableitung mit dem Ergebnis
aus a) kombinieren:

u3 A3 = u2 A2 ⇒ u3 = mu2
dh3 A3 dh3
u3 = ⇒ u2 =
dt A2 dt
dh3 A2 /
⇒ = 2g [H − h3 (t)]
dt A3
Integration dieser Differentialgleichung liefert die Zeit t in der das Wasser von h0 auf
h3 (t) in der Taucherglocke ansteigt:
&h3
 h3 / A2  t √ & / A2
dh &
√ = 2g dt ⇒ −2 H − h& = 2g t
h0 H −h A3 0 & A3
) 7 h0
/ / g A2 2 A3 / / 
H − h0 − H − h3 = t ⇒ t= H − h0 − H − h3
2 A3 g A2
244 9 Lösungen zu den Aufgaben

d) Die Beschleunigung ∂ u/∂ t ergibt sich aus der instationären Bernoulligleichung zwi-
schen den Stellen 1lund 3l:
 3
∂u  
 dS + p3 + u23 + gz3 + Δ pvc = p1 + u21 +g z1
1 ∂t  2  2  
p0 p0 =0 =0
 L
∂u  
⇒  dS + u23 − g(H − h3 ) + u22 = 0
0 ∂t 2 2
  2 
du2  2 u3
⇒ L + u2 1 + = g(H − h3 )
dt 2 u2
  
=1+m2 ≈1
du2 1
⇒ L = − u22 + g(H − h3 )
dt 2
du2 H − h03
Mit t ∗ = 0 und h3 (0) = h03 ⇒ =g
dt L

Lösung 7.8

a) Die erforderliche Austrittsgeschwindigkeit erhält man mit:

/ m
u4 (H = 20 m) = 2gH = 19, 81
s
b) Die Druckverluste setzen sich zusammen aus Reibungsverlusten in den beiden Rohr-
teilstücken und den Verlusten an der Querschnittsverengung.
Erstes Teilstück: Reibungsverlust

π 2 m
u2 A2 = u4 A4 mit A = d ⇒ u2 = 0, 79
4 s
u2 d2
Re = ≈ 4 · 105 ⇒ turbulente Strömung
ν
k
⇒ λ7.11:
Aus dem Colebrookschen-Widerstandsdiagramm =
2 = 0, 027
d
−3
2 · 10
u22 l2 N
Δ pv1 =  λ2 ⇒ Δ pv1 = 3391
2 d2 m2
Übergang: Querschnittsverengung von A2 auf A3 mit u3 = u4 = 19, 81 ms
 2
u23 1−α N
Δ pv2 =  ⇒ Δ pv2 = 102892
2 α m2
Zweites Teilstück: Reibungsverlust
9 Lösungen zu den Aufgaben 245

k
Re = 1, 98 · 106 ; = 1 · 10−2 ⇒ λ3 = 0, 0375
d
u23 l3 N
Δ pv3 =  λ3 ⇒ Δ pv3 = 1103727
2 d3 m2

N
Δ pvRohr = Δ pv1 + Δ pv2 + Δ pv3 ⇒ Δ pvRohr = 1210010
m2
c) Aus dem Energiesatz erhält man eine Beziehung zwischen der Leistung und den
Drücken p1 und p2 . Diese können über Bernoulli von [0] nach [1] und von [2] nach
[4] errechnet werden.

P = V̇ (p2 − p1 )
u20 u2 u21
 + p0 + gh0 =  1 + p1 + gh1 ⇒ p1 = p0 − 
2 2 2
u2 u2
 2 + p2 gh2 =  4 + p0 + gh4 + Δ pvRohr
2 2
u24 − u22
⇒ p2 = + p0 + gh + Δ pvRohr
2
π d42  u24 
P = u4  + gh + Δ pvRohr ⇒ P = 234, 1 kW
4 2  
p2 −p1

Lösung 7.9

a) Die Geschwindigkeit ergibt sich über das gleichsetzen der Volumenströme V̇ in [1] und
[6].

D2 π D21 m
UA1 = u6 A6 mit A = ⇒ u6 = U 2
= 45
4 D3 s
u6 D3 L
Re = = 8100 ⇒ turbulente Strömung
ηL
b) Bernoulli zwischen den Stellen [4] und [6] ergibt den Druck pL . Dabei treten zwischen
[5] und [6] Reibungsverluste durch turbulente Strömung auf.

u24 u2
L + pL = L 6 + p0 + Δ pv[5]−[6] mit u4 = U
2 2
u26 U2 L3 u26
pL = p0 + L − L + Δ pv[5]−[6] mit Δ pv[5]−[6] = λ56 
2 2 D3 L 2
246 9 Lösungen zu den Aufgaben

Aus dem Widerstandsdiagramm ermittelt man λ56 mit Re = 8100 und k


d = 0 zu: λ56 =
0.0325. Damit ergibt sich für pL :

u26 U2 L3 u2
pL = p0 + L − L + λ56 L 6 ⇒ pL = 101873, 12 Pa
2 2 D3 2
c) Bernoulli von [1] nach [4] ergibt:

U2 u2
E + p1 = E 4 + pL + Δ pv[2] + Δ pv[2]−[3]
2 2
⇒ p1 = pL + Δ pv[2] + Δ pv[2]−[3]

An der Stelle [2] treten Druckverluste infolge der Querschnittsverengung auf. Die dafür
benötigte Geschwindigkeit u3 berechnet sich über die Kontinuitätsgleichung.

D21 m
u3 = U 2
= 4, 05
D3 s
 
u3 1 − α 2
2
Δ pv[2] = E ⇒ Δ pv[2] = 33544, 19 Pa
2 α
Die Verluste Δ pv[2]−[3] sind Reibungsverluste in dem Rohr. Die Widerstandszahl ermit-
telt sich wie im Aufgabenteil a) aus dem Widerstandsdiagramm.

u3 D2 E
Re = = 17550 (turbulent) ⇒ λ23 = 0.026
ηE
L2 u2
pv[2]−[3] = λ23 E 3 ⇒ pv[2]−[3] = 33264, 30 Pa
D2 2
p1 = pL + pv[2] + pv[2]−[3] = 168681, 61 Pa

D21 π
⇒ F = (p1 − p0 ) = 437 N
4

Lösung 7.10

a) Über eine verlustfreie Betrachtung mit Bernoulli zwischen [1] und [2], lässt sich u2 und
damit die Reynoldszahl ermitteln.

  / m
p1 + u21 + gz1 = p2 + u22 + gz2 ⇒ u2 = 2gH = 10
2 2 s
u2 d
Re = = 106 ⇒ turbulente Rohrströmung
η
9 Lösungen zu den Aufgaben 247

b) Mit Reibungsverlusten erhält man:

  L 2
p1 + u21 + gz1 = p2 + u22 + gz2 + Δ pv mit Δ pv = λ u2
2   2 7 d2
 L 2gH
gH = u22 1 + λ ⇒ u2 = (L.15)
2 d 1 + λ Ld

c) Der Startwert für die Geschwindigkeit führt auf die Reynoldszahl. Mithilfe des Rau-
heitswertes und der Reynolszahl lässt sich im Widerstandsdiagramm 7.11 die Wider-
standszahl ermitteln. Über die Gleichung (L.15) erhält man dann die Geschwindigkeit
für die neue Iteration.
m k
Startwerte: u(0) = 10 ; = 2 · 10−3
s d

(1) m
⇒ Re(0) = 106 ⇒ λ (0) = 0, 0235 ⇒ u2 = 2, 80
s
(2) m
⇒ Re(1) = 2, 8 · 105 ⇒ λ (1) = 0, 0240 ⇒ u2 = 2, 77
s
(3) m
⇒ Re(2) = 2, 77 · 105 ⇒ λ (2) = 0, 0241 ⇒ u2 = 2, 77
s

Lösung 7.11

Die relative Rauheit in den Rohren ergibt sich zu:

k k
Rohr 1 : = 2 · 10−3 ; Rohr 2 : = 4 · 10−3
d1 d2

ud l  2 π 2
Re = ; Δp=λ u ; A= d
ν d2 4
Iteration 1:
(1)
(1) m3 (1) 4V̇1 m
Annahme: V̇1 = 0, 8V̇ = 0, 48 ⇒ u1 = = 2, 445
s π d12 s
(1) (1) (1)
⇒ Re1 = 1, 222 · 106 ⇒ λ1 = 0, 02356 ⇒ Δ p1 = 0, 4224 bar

Der Druckabfall muss über verbundene parallel verlaufende Rohre gleich sein. Über
Bernoulli lässt sich dann die Geschwindigkeit u2 über Δ p2 bzw. Δ p1 ausdrücken.
7
(1)
(1) (1) (1) 2Δ p1 d2
Δ p1 = Δ p2 ⇒ u2 = (L.16)
λ2 l2
248 9 Lösungen zu den Aufgaben

(1)
Um λ2 zu ermitteln wird angenommen das λ2 = f (Re), also Re2 sehr groß ist. Das
entspricht der vorgegebenen Annahme, dass das Rohr 2 vollkommen rau ist.

1  2k 18, 7 
√ = 1, 74 − 2 log + ⇒ λ2 = 0, 0284
λ λ
d Re
=0

(1)
Mit λ2 lässt sich über u2 der Volumenstrom V̇2 berechnen.

(1) π
(1) m3
V̇2 = u2 d22 = 0, 0669
4 s
(1) (1) (1) m3 (2)
V̇ges = V̇1 + V̇2 = 0, 5457 ⇒ V̇ges = 0, 9115V̇ < V̇
s
Iteration 2:
(1)
(2) V m3 (2) m
V̇1 = 1 = 0, 5266 ⇒ u1 = 2, 682
0, 9115 s s
(2) (2) (2)
⇒ Re1 = 1, 341 · 106 ⇒ λ1 = 0, 02355 ⇒ Δ p1 = 0, 51 bar

(2) m
λ2 = 0, 0284 unverändert über (L.16) ⇒ u2 = 1, 51
s
(2) m3
V̇2 = 0, 0739
s
(2) (2) (2) (2) m3
V̇ges = V̇1 + V̇2 ⇒ V̇ges = 0, 60 = V̇
s
(2)
⇒ Δ p1 = 0, 51 bar

Lösung 8.1

a) Die ebene stationäre Strömung ist divergenzfrei:

∂ u1 ∂ u2
divu = 0 ⇒ =−
∂ x1 ∂ x2
∂ u2 U∞ x  U∞ x 
e−x1 /l e−x1 /l + c(x1 )
2 2
=− cos ⇒ u2 = − sin
∂ x2 l l l l
U∞ x 
e−x1 /l
2
RB: u2 (x1 , 0) = 0 ⇒ c1 (x1 ) = 0 ⇒ u2 = − sin
l l
b) Für eine Potentialströmung muss rotu = 0 gelten:
9 Lösungen zu den Aufgaben 249

∂ u2 ∂ u1
rotu = −
∂ x1 ∂ x2
U∞ x  U∞ x 
e−x1 /l − e−x1 /l = 0 d.h. Potentialströmung
2 2
= sin sin
l l l l
c)

∂ u1 U∞ x 
e−x1 /l
2
e11 = = cos
∂ x1 l l
∂ u2 U∞ x 
e−x1 /l = −e11
2
e22 = =− cos
∂ x2 l l
  x 
1 ∂ u1 ∂ u2 U∞
e−x1 /l
2
e12 = e21 = + = sin
2 ∂ x2 ∂ x1 l l

Pi j = 2η ei j
U∞ x 
e−x1 /l
2
P11 = 2η cos
l l
U∞ x 
e−x1 /l = −P11
2
P22 = −2η cos
l l
U∞ x 
e−x1 /l
2
P12 = P21 = 2η sin
l l
d)

Φ = Pi j ei j

= P11 e11 + P12 e12 + P21 e21 + P22 e22


 x  2  x  2
U∞ 2 −x1 /l U∞ 2 −x1 /l
= 4η cos e + 4η sin e
l l l l
 2
U∞
Φ = 4η e−2x1 /l
l
e) Die dissipierte Energie der Flüssigkeit ergibt sich durch Integration der Dissipations-
funktion:
∞ 2π l  2  2  ∞
U∞ U∞ l
PD = 4η e−2x1 /l dx2 dx1 ⇒ PD = 8π l η − e−2x1 /l
l l 2 0
0 0

⇒ PD = 4πη U∞2
250 9 Lösungen zu den Aufgaben

Lösung 8.2

a) Die Geschwindigkeit eines Teilchens ist durch die zeitliche Änderung der Bahnkoordi-
naten bei festen ξ gegeben:
 
∂ xi (ξ j , t) U  2 
ui (ξ j , t) = ⇒ u1 (ξ j , t) = b − ξ22
∂t ξj b2
 
∂ xi (ξ j , t)
ui (ξ j , t) = ⇒ u2 (ξ j , t) = 0
∂t ξj

b) Um die Geschwindigkeit in der Form ui (x j , t) zu erhalten, sind die materiellen Koordi-


naten in ui (ξ j , t) durch ξi = ξi (x j , t) zu ersetzen:
x2
U  2 
ξ2 = x2 ⇒ u1 (x j , t) = 2
b − x22
b
⇒ u2 (x j , t) = 0 u1

c) Der Drehgeschwindikgeitstensor berechnet sich aus:

⎡ ⎤
# $ U
1 ∂ ui ∂ u j ⎢ 0 − b2 x2 ⎥
Ωi j = − ⇒ Ωi j = ⎢



2 ∂ x j ∂ xi U
x2 0
b2
x2
1
ωk = εi jk Ω ji
2
ω3 1
ω3 = (ε123 Ω21 + ε213 Ω12 )
2
U
⇒ ω3 = 2 x2
b
9 Lösungen zu den Aufgaben 251

d)
⎡ ⎤
# $ U
1 ∂ ui ∂ u j ⎢ 0 − b2 x2 ⎥
ei j = + ⇒ ei j = ⎢



2 ∂ x j ∂ xi U
− 2 x2 0
b
1 D(dV )
= eii = e11 + e22 = 0 ⇒ inkompressibel
dV Dt
e) Die Dissipationsfunktion vereinfacht sich
x2
zu:

Φ = 2η ei j ei j = 2η (e12 e12 + e21 e21 )


 2 Φ
U
= 4η e212 = 4η x 2
b2

f) Die Energiegleichung vereinfacht sich für die stationäre, inkompressible und ebene
Strömung zu:

De p D ∂ 2T
 − = Φ +λ ; T = T (x2 )
Dt  
 Dt ∂ xi ∂ xi
=0 =0
 2
d2 T Φ η U
= − = −4 x22
dx22 λ λ b2

Durch zweifache Integration erhält man die Temperaturverteilung.


 
dT 4η U 2 3
=− x2 +C1
dx2 & 3 λ b2
dT &&
& =0 ⇒ C1 = 0
dx2 &
x2 =0

 
1η U 2 4
T (x2 ) = − x2 +C2
3λ b2
 2  
1η U 1η U 2 4
T (b) = T0 = − b4 +C2 ⇒ C2 = T0 + b
3 λ b2 3 λ b2
 2
1η U  4 
⇒ T (x2 ) = T0 + b − x4
3λ b2
252 9 Lösungen zu den Aufgaben

Lösung 8.3

a) Da der Hubschrauber schwebt entspricht die Schubkraft der Gewichtskraft.

FS = Mgez

b) Die Druckunterschied Δ p auf der Fläche der Rotor-Kreisscheibe ergibt die Schubkraft.
 
FS = −p2n2 dS + −p3n3 dS mit A2 = A3 = π R2
A2 A3

FS = (p3 − p2 ) π R2ez Mg


⇒ Δp=
   π R2
=Δ p

ez

Rotor n2 , A2 , p2

n3 , A3 , p3

c) Bernoulli entlang der Stromlinien von 1lnach 2lund von 3lnach 4lliefert mit
der schon berechneten Druckerhöhung Δ p und der Kontinuität zwischen 2lund 3l
die Geschwindigkeit u4 .

 
p3 + u23 = p4 + u24
2  2
=p0
 
p1 + u21 = p2 + u22 mit u21 ≈ 0
 2 2
=p0

u2 A2 = u3 A3 ⇒ u2 = u3
7 7
 2 2Mg
p3 − p2 = u24 ⇒ u4 = Δp=
2  π R2
9 Lösungen zu den Aufgaben 253

d) Aus dem Impulssatz ergibt sich der Massenstrom ṁ:


n 2
1 u1» 0 , p = p
1 0

p g
0

z
n
R n
n

SW  
n
u(u ·n) dS = t dS
S S
n
mit S = A1 + SM + SW + A4

p=p 4
4 0

&
   &
t dS &
u(u ·n) dS = −p0n dS + & ·ez
A4 S   SW &
=0   
=FH→Fl =−FS

&
&
Dabei gilt: u ·ez & = −u4 und − FS ·ez =
A4
−Mg

Mg
−u4 u ·n dS = −Mg ⇒ ṁ =
A u4
 4  
−ṁ
)

⇒ ṁ = Mgπ R2
2
Die Geschwindigkeiten u3 und u4 lassen sich in Abhängigkeit des Massenstroms ṁ
ausdrücken.


u3 =
π R2
Mg u3 ṁ2 1
u4 = ⇒ = =
ṁ u4 Mgπ R2 2
254 9 Lösungen zu den Aufgaben

Lösung 8.4

a) Über den Volumenstrom berechnet sich die Geschwindigkeit c1 :




V̇ = =c ·n dS = 2π r1 hcr1 ⇒ c1 = cr1 er = er
S1 2π rh
b) Analog zu c1 kann auch cr2 berechnet werden. cu2 ergibt sich aus der Eulerschen Tur-
binengleichung:

V̇ V̇
cr2 = =
2π r2 h 4π rh
M P
M = ṁ(cua ra − cue re ) ⇒ cu2 = =
 2V̇ r 2V̇ rΩ
=0

Die Umfangskomponente der Absolutgeschwindigkeit cu2 berechnet sich aus der Um-
fangsgeschwindigkeit und der Umfangskomponente der Relativgeschwindigkeit. Die
Radialkomponenten der Absolut- under Relativgeschwindigkeit müssen gleich sein.

cu2 = wu2 + u2 ; cr2 = wr2


& & & &
|wu2 | |cu2 − u2 | & 2π hP & & 8π r2 hΩ &
tan β2 = = ⇒ & &
tan β2 = & 2 & − & & &
|wr2 | |cr2 | V̇ Ω V̇ &

c) Aus der Kontinuitätsgleichung errechnet sich die für den Winkel α3 benötigte Um-
fangskomponente der Absolutgeschwindigkeit cu3 .

P
cu3 r3 = cu2 r2 ⇒ cu3 =
3V̇ rΩ
cu3 2π hP
tan α3 = ⇒ tan α3 =
cr3 Ω V̇ 2
9 Lösungen zu den Aufgaben 255

d)

cr1 = 2cr2 = 3cr3


1
w c2
eu
u1 u2 1
β1 u1 = u2
α3 2
c1 c4 er
β2 3
2 cu2 = cu3
w c3 α4 = 0 2
 2
Ω |c3 | = |c2 |
3
[1] [2] [3] [4]

e) Mit Bernoulli lässt sich entlang der Stromlinie zwischen [3] und [4] die Druckdifferenz
Δ pLE berechnen:


|c4 | = cr4 =
8π rh 7
1  2  2
V̇ P
|c3 | = c2r3 + c2u2 = +
6π rh 3V̇ rΩ
 
p4 + |c4 |2 = p3 + |c3 |2
2 2
 2  2
 Ṗ 7 V̇
⇒ p4 − p3 = +
2 3V̇ rΩ 1152 π rh

Lösung 8.5

a) Mit der Bernoullischen Gleichung entlang der Stromlinie von 1lnach 2lberechnet
sich die Geschwindigkeit u2 :
 
p1 + u21 +g z1 = p2 + u22 + g z2
 2    2 
=p0 =0 =H p0 =0
/ m
u2 = 2gh ⇒ u2 = 15
s
u2 d
Re = ⇒ Re = 1, 5 × 106 turb. Rohrstr.
η
b) Um die Geschwindigkeit u2 zu berechnen, müssen die Druckverluste bestehend aus
Einschnürungs-, Krümmungs- und Reibungsverlusten berücksichtigt werden:
256 9 Lösungen zu den Aufgaben

 
p1 + u21 + gz1 = p2 + u22 + gz2 + Δ pvE + Δ pvK + Δ pvR
2 2
 
 2 1−α 2
Δ pvE = u2 Verlust durch Einschnürung
2 α

Δ pvK = ζK u22 Krümmungsverlust
2
 
k L 2
Δ pvR = λ Re, u Reibungsverlust
d d2 2
 
 2  2 1−α 2  L 2
gH = u2 + u2 + ζK u22 + λ u
2 2 α 2  d2 2 7
 2
1 − α L 2gH
2gH = u22 1 + + ζK + λ ⇒ u2 =
α d 2, 8244 + 500λ

c) Startwerte der Iteration: Re = 1, 5 × 106 , k/d = 2 × 10−4 . Der Widerstandskoeffizient


λ = f (Re, k/d) = 0, 0143 ergibt sich aus dem Widerstandsdiagramm 7.11.

(1) m
Re(1) = 1, 50 × 106 ⇒ λ (1) = 0, 0143 ⇒ u2 = 4, 75
s
(2) m
Re(2) = 4, 75 × 105 ⇒ λ (2) = 0, 0155 ⇒ u2 = 4, 61
s
(3) m
Re(3) = 4, 61 × 105 ⇒ λ (3) = 0, 0154 ⇒ u2 = 4, 61
s

Lösung 8.6

a)
  
∂ ur ∂ uz  r 2 
τrz = 2η erz = η + mit uz (r) = u(r) = Umax 1 −
∂z

∂r R
=0
Umax
τW = −τrz (R) = 2η ⇒ τW = 0, 08 N/m2
R
b) Startwert:
1
(0) (0) (0) (0)
u∗ = τW /, mit τW = 0, 08 N/m2 ⇒ u∗ = 8, 94 × 10−3 m/s

Die Iterationsvorschrift ergibt sich aus dem logarithmischen Wandgesetz:


9 Lösungen zu den Aufgaben 257
   −1
(n)
(n+1) u∗ R
u∗ = κ Umax ln +κ B für n = 0, 1, 2, 3....
ν
(n+1) m !  (n) s "−1
u∗ = 0, 4 ln u∗ 25 × 103 +2
s m
(1) m
⇒ u∗ = 53, 9854 × 10−3
s
(2) −3 m
⇒ u∗ = 43, 4424 × 10
s
(3) m
⇒ u∗ = 44, 4923 × 10−3
s
(4) m
⇒ u∗ = 44, 3745 × 10−3 =: u∗
s
c) Die über den Querschnitt gemittelte Geschwindigkeit ergibt sich damit zu:

m
U = Umax − 3, 75u∗ ⇒ U = 0, 834
s
U 2R
Re = ⇒ Re = 4, 17 × 104 2300 = Rekrit
ν
⇒ Die Strömung ist turbulent
Umax
⇒ = 1, 2
U
d)

N
τW = u2∗ ⇒ τW = 1, 97
m2
2τW N
K= ⇒ K = 157, 53 3
R m
m3
V̇ = U π R2 ⇒ V̇ = 1, 637 × 10−3
s
Berechnung der Kraft auf die Rohrwand in die z-Richtung erfolgt durch die Integration
der Wandschubspannung über die Mantelfläche des Rohres:
   
Fz = F ·ez = −t ·ez dS = −tz dS = −τrz dS = τW dS
SM SM SM SM

Fz = τW 2Rπ L ⇒ Fz = 3, 09 N

e) Zum Vergleich die Strömungsgrößen bei angenommener laminarer Strömung und glei-
chem Volumenstrom:
258 9 Lösungen zu den Aufgaben

n

R SM r
n n
z
A1 A2 = A1

8η U N
K= ⇒ K = 10, 67 ,
R2 m3
der erforderliche Druckgradient ist sehr viel geringer!
Die Kraft auf die Rohrwand berechnen wir nun mit dem Impulssatz. Der Impulsfluss
am Rohreintritt ist genauso groß wie der Impulsfluss am Austritt, nur mit umgekehrtem
Vorzeichen. Die Impulsflüsse heben sich gegenseitig auf. Es bleibt nur die Integration
des Spannungsvektors t über die Ein- und Austrittsfläche sowie über die Mantelfläche
auszuführen.
  
0= tz dS + p1 dS − p2 dS
SM A1 A2
  
=−Fz

FZ = − (p2 − p1 ) A1 = KLA1 ⇒ Fz = 0, 2095 N

Lösung 8.7

a)

V̇ m
Ū = π 2 ⇒ ŪP = 3, 06
4d s
m
⇒ ŪT = 4, 28
s
Ūd
Re = ⇒ ReP = 1, 53 × 106
ν
⇒ ReT = 2, 14 × 106

b) Die Reibungsverluste ergeben sich mit Hilfe des Widerstandsdiagramms zu:


9 Lösungen zu den Aufgaben 259
 
k
λ = λ Re, ⇒ λP = 0, 0145
d

⇒ λT = 0, 0143
L 2
Δ pvR = λ Ū ⇒ (Δ pvR )P = 0, 38 bar
d2
⇒ (Δ pvR )T = 0, 73 bar

Die Austrittsverluste entsprechen einem Carnot-Stoß mit unendlicher Querschnittser-


weiterung:


Δ pvA = Ū 2 ⇒ (Δ pvA )P = 0, 047 bar
2
⇒ (Δ pvA )T = 0, 092 bar

c) Die Druckdifferenz p2 − p1 berrechnet sich über Bernoulli entlang der Stromlinien von
0lnach 1lund 2lnach 3l:

 
p0 + g z0 + u20 = p1 + gz1 + u21
 2  2
=0 =0

p1 = p0 − gz1 − u21
2

 
p2 + g z2 + u22 = p3 +g z3 + u23 +(Δ pvR )P + (Δ pvA )P
 2    2 
z1 =u21 =p0 =H =0

p2 = p0 + g(H3 − z1 ) + (Δ pvR )P + (Δ pvA )P − u21
2
L 2  2
p2 − p1 = gH + λ Ū + ŪP ⇒ p2 − p1 = 20, 047 bar
  d2 P 2

=19,62 bar
=0,38 bar =0,047 bar

d) Die der Flüssigkeit zugeführte Leistung berechet sich über den Volumenstrom und der
Druckdifferenz an der Pumpe. Über den Wirkungsgrad der Pumpe erhält man dann die
gesammte zugeführte Leistung.

PP = (p2 − p1 )V̇P ⇒ PP = 1202, 82 kW


PP
PPzu = ⇒ PPzu = 1718, 31 kW
ηP
e) Der Turbine zugeführte Leistung erhält man analog zur Aufgabe c) und d):
260 9 Lösungen zu den Aufgaben

p2 − p1 = gH − (Δ pvR )T − (Δ pvA )T ⇒ p2 − p1 = 18, 798 bar


      
19,62 bar =0,73 bar =0,092 bar

PT = (p2 − p1 )V̇T ⇒ PT = 1579, 03 kW

PTab = ηT PT ⇒ PTab = 1263, 23 kW

f) Der Hydraulische Wirkungsgrad bei gleichem umgesetzten Volumen V :

ETab tT PTab
ηh = = mit tT und tP als Lauftzeit
EPzu tP PPzu
! tT V̇P
V = tPV̇P = tT V̇T ⇒ =
tP V̇T
V̇P PTab
ηh = ⇒ ηh = 0, 525
V̇T PPzu

Lösung 8.8

a) Die Geschwindigkeiten ergeben sich aus dem Volumenstrom pro Fläche:

V̇ 4V̇ m
u1 = = ⇒ u1 = 5, 09
A1 π d2 s
V̇ V̇ A1 m
u2 = = ⇒ u2 = 10, 19
A2 A1 A2 s
b) Mit der Reynoldszahl und der Rohrrauigkeit erhält man die Widerstandszahl:

u1 d
Re = ⇒ Re = 5, 09 × 105 turbulent
η
 
k
λ = λ Re, ⇒ λ = 0, 02
d
c) Der Gesammtdruckverlust Δ pv besteht aus Reibungs- und Krümmungsverlust:

 LR1 + LR2  2
Δ pvk = ζk u21 ; Δ pvr = λ u
2 d 2 1
Δ pv = Δ pvk + Δ pvr ⇒ Δ pv = 34, 33 × 103 Pa

d) Über die Bernoullische Gleichung mit den Druckverlusten von 0lnach 2lberechnet
sich der Wasserstand H.
9 Lösungen zu den Aufgaben 261


p0 + g(LR1 + H) − Δ pv = u22 + p0
2
1 2 1
H = u2 + Δ pv − LR1 ⇒ H = 4, 79 m
2g g
e) Die Normalkraft FN kann über den Impulssatz berechnet werden:
n
p0 r
Sa

SW z Stationärer Impulssatz:
n FN
SS   &
θ tdS &
u(u ·n) dS = & ·ez
2 S S

Sa
p0 n

Mit der Flächenaufteilung: S = S2 + SS + Sa + SW schreibt sich der Impulssatz zu:


   
 u ·ez (u ·n) dS + u ·ez (u ·n) dS + u ·ez (u ·n) dS = t ·ez dS
          
S2 u2 cos θ −u2 SS +SW 0 Sa 0 −u2 SW
  
FN ,W →FL
π 2
− u22 cos θ d = FN,W →FL ⇒ FN,Fl→W = 203, 72 N
4

Lösung 8.9

a) Der Druck p2 wird über Bernoulli entlang der Stromlinie von der Stelle 1 zur Stelle 2
berechnet:

V̇ V̇
u1 = u2 =
A1 A2
   V̇ 2  A22 
p1 + u21 = p2 + u22 ⇒ p2 = p1 − 1 −
2 2 2 A22 A21

1
 V̇ 2
⇒ p2 = p1 −
2 A22

b) Der Druck p2 wird über Bernoulli entlang der Stromlinie von der Stelle 2 zur Stelle 3
berechnet, dabei ist der Druckverlust durch einen Carnot-Stoß zu beachten:
262 9 Lösungen zu den Aufgaben
 2
   A2 
p2 + u22 = p3 + u23 + Δ pvc mit Δ pvc = u22 1 − = u22
2 2 2 A3 2

1

 
  V̇ 2 A22
p3 = p2 − u23 ⇒ p3 = p1 − 1+ 2
2 2 A22 A3

1
 V̇ 2
⇒ p3 = p1 − = p2 !
2 A22

D.h die Druckerhöhung aufgrund der Querschnittserweiterung, geht hier durch den
Stoßverlust wieder verloren.

c) Aus dem Impulsatz in z-Komponente folgt die Kraft auf den Schwebekörper:
&
  &
u(u ·n) dS = t dS && ·ez
S S &

−u21 A1 + u23 A3 = p1 A1 − p3 A3 − Fz
 
1 A3 1 1
Fz = p1 (A1 − A3 ) + V̇ 2 + −
2 A22 A1 A3

d) Die Gewichtskraft G und die Kraft in folge des Volumenstroms Fz heben sich gegen-
seitig auf:

 =0
F + G ⇒ Fz = G
,
- G − p (A − A )
- 1 1 3
V̇ = .  2 
 A3 A3
A3 2k2 h2 + A1 − 1
7
2G
Grenzfall A3 = A1 ⇒ V̇ = kh
A1

Lösung 8.10

a) Zwischen dem Punkt (r = 0, z = 0) und einem beliebigen Punkt auf der mittleren
Stromlinie gilt:
9 Lösungen zu den Aufgaben 263
 
p1 + u2z,1 +g z1 = p2 + u2z,2 +g z2
 2    2  
pu 0 pu z
u20 u2 (z)
1
⇒ uz (z) = − u20 − 2gz

b) Die Kontinuitätsgleichung in differentieller Form lässt sich durch Annahme einer stati-
onären und axialsymmetrischen Strömung vereinfachen:

∂ 1 ∂ 1 ∂ ∂
+ (ur r) + (uϕ ) + (uz ) = 0
∂ t
 r ∂ r r ∂ ϕ ∂ z
  
=0 =0

Einsetzen von uz (z) und Integration liefert:


&
1 ∂ g &
&
(ur r) = − 1 & dr
r ∂r u − 2gz &
2
0
gr
ur = − 1 +C1
2 u20 − 2gz
gr
RB: ur (r = 0, z) = 0 ⇒ C1 = 0 ⇒ ur = − 1
2 u20 − 2gz

c) Die Berechnung der Stromlinie erfolgt durch Division der Differentialgleichung der
Stromlinien, Trennung der Veränderlichen und anschließender Integration:

dr ur dz uz dr ur
= , = ⇒ =
ds |u| ds |u| dz uz
&
dr ur gr dr g &
= = ⇒ = dz &
dz uz 2(u20 − 2gz) r 2(u20 − 2gz)

ln r = ln(2u20 − 4gz)−1/4 + lnC2 ⇒ r = (2u20 − 4gz)−1/4C2


C2 √
RB: r = r0 , z = 0 ⇒ r0 = √ ⇒ C2 = r0 u0
u0

r0 u0
⇒ r(z) = 1
4
u20 − 2gz

Damit liegt auch die Form des Wasserstrahls fest.


264 9 Lösungen zu den Aufgaben

Lösung 8.11

a) Da die Winkelgeschwindigkeit Ω = U0 /r0 innerhalb des Tornados als konstant ange-


nommen wird gilt:

r
für 0 ≤ r ≤ r0 : uϕ (r) = Ω r ⇒ uϕ (r) = U0
   0 r 
   
1 ∂ uz ∂ uϕ ∂ ur ∂ uz 1 ∂ uϕ r ∂ ur
rotu = − er + − eϕ + − ez
r ∂ϕ ∂z ∂z ∂r r ∂r ∂ϕ

Unter der Annahme, das im Kern: ur = 0, uz = 0 und =0
∂ϕ
 
1 ∂ (uϕ r) U0 keine
rotu = ez ⇒ rotu = 2 ez
r ∂r r0 Potentialströmung
b) Außerhalb des Kerns ist das Geschwindigkeitspotential gegeben. Aus dessen Ableitung
nach ϕ berechnet sich die Geschwindigkeit:

für r0 ≤ r < ∞ : Φ = Ω r02 ϕ ⇒ Φ = U0 r0 ϕ


1 ∂Φ r0
uϕ = ⇒ uϕ (r) = U0
r ∂ϕ r

U0

r0 r

c) Außerhalb des Kerns handelt es sich um eine Potentialströmung:


für r0 ≤ r < ∞ : p(r) + u2ϕ (r) = C1 Potentialst. ⇒ C1 ist überall gleich!
2
  r 0 2
mit uϕ = 0 für r → ∞ ⇒ C1 = p∞ ⇒ p(r) = p∞ − U02
2 r
9 Lösungen zu den Aufgaben 265

für r0 ≤ r < ∞ :
Innerhalb des Kerns vereinfacht sich die r-Komponente des Impulssatzes für stationäre
reibungsfreihe Strömungen ohne Volumenkräfte in Polarkoordinaten zu:
! ∂u ∂ ur 1  ∂ ur " ∂p
r
 + ur + uϕ −u2ϕ = −
∂ t  ∂ r r ∂ ϕ ∂r
 =0 
=0 =0
 2
∂p u2ϕ ∂p U0
= ⇒ = r
∂r r ∂r r0
 2
 U0
p(r) = r2 +C2
2 r0

RB: p(r0 ) = p∞ − U02 ⇒ C2 = p∞ − U02
2
 2 
 r
damit lautet der Druckverlauf im Kern ⇒ p(r) = p∞ + U02 2 − 2
2 r0

d)
p(r)
p∞

p∞ − 2 U0 2

p∞ − U0 2

0 r0 r

e) Die Kraft auf das Dach berechnet sich als Integral der Druckdifferenz p(r) − p∞ über
dessen Fläche:

F = − (p(r) − p∞ )n dS
S
2πr0  2 

F = − U0 r
2
− 2 r dr dϕez
2 r02
 &&r0
0 0
 4
F = −U0 π
2 1 r 1
− r & ez
2 &
⇒ F =  U02 π r02ez
4 r02 2 & 2
0

⇒ F = 2, 86 × 106 Nez
266 9 Lösungen zu den Aufgaben

Die Kraft auf das Dach wirkt von innen nach außen in z-Richtung und entpricht einem
Gewicht von ca. 292 t.

Lösung 8.12

a)

ṁ = u1 A1
A1
u1 A1 = u2 A2 ⇒ u2 = u1
A2
b) Unter Berücksichtigung des Stroßverlustes gilt entlang der Stromlinie vom Eintritt zum
Kolben:
 
   A1 2
p1 + u21 = p2 + u22 + Δ pvc mit Δ pvc = u21 1 −
2 2 2 A2
   
 A2 A1 2
p2 = p1 + u21 1 − 12 − u21 1 −
2 A2 A2
 
2 A1 A1
⇒ p2 = p1 + u1 1−
A2 A2
c) Das Reynolssche Transportheorem wird wie folgt angewand:
 
DK ∂ u ·u u ·u
=  dV +  (u ·n) dS
Dt ∂t 2 2
 V
  S
=0 stationär
 
DK u21 u22 DK u3 A21
= −ṁ + ṁ ⇒ = A1 1 −1
Dt 2 2 Dt 2 A22

d) An den Wänden wird die Reibung vernachlässigt t = −pn:



P= u · t dS
S

P = u1 p1 A1 − u2 p2 A2 ⇒ P = u1 A1 (p1 − p2 )
    
2 A1 A1 2 A1 A1
P = u1 A1 u1 −1 ⇒ P = u1 A1 u1 − 1 (< 0)
A2 A2    A2 A2
=ṁ

e) Die Energiegleichung vereinfacht sich zu:


9 Lösungen zu den Aufgaben 267

DK DE DK DE
+ = P + Q̇ ⇒ Q̇ = + −P
D Dt Dt 
Dt
=0
    
u2 A21 2 A1 A1
Q̇ = u1 A1 1 − 1 − u1 − 1
2 A22 A2 A2
   
A1 1 A21 1 u31 A1 2
Q̇ = A1 u31 − − ⇒ Q̇ = −A1 1 − (Q̇ < 0)
A2 2 A22 2 2 A2

Lösung 8.13

a) Die Druckdifferenzen p0 − p1 und p2 − p3 berrechnen sich über Bernoulli entlang der


Stromlinien von [0] nach [1] und [2] nach [3]:
 2
u2 u2 u2  V̇
p0 +  0 = p1 +  1 ⇒ p1 − p0 = − 1 = −
2 2 2 2 A1
u 2 u2 
 2 
p2 +  2 = p3 +  3 ⇒ p2 − p3 = u − u22
2 2 2 3
Die Kontinuiätsgleichung liefert:

 2 
u1 A1 = u2 A2 ⇒ u1 = u2 ⇒ p2 − p3 = u3 − u21
2
 2  2 
 V̇ V̇
⇒ p2 − p3 = −
2 A3 A1

b) Mit den Ergebnissen aus a) berechnet sich der Drucksprung Δ p = p2 − p1 zu:


  2  2   2
 V̇ V̇  V̇
Δ p = p2 − p1 = − + p3 + − p0
2 A3 A1  2 A1
=p0
 2
 V̇
⇒ Δp=
2 A3
c) Die Kraft in x-Richtung ergibt sich aus dem Impulssatz für stationäre Strömung, ohne
Volumenkräfte, mit konstanten Strömungsverhältnissen auf Ein- und Austrittsflächen
zu:
268 9 Lösungen zu den Aufgaben

Se
n

SW

n

S3
SW

  
 (ex ·u)(u ·n) dS +  (ex ·u)(u ·n) dS = − p (ex ·n) dS
Se    S3 Se   
=0  =0 
− p (ex ·n) dS + t dS
S3 SW

V̇ 2
u23 A3 = −p3 A3 + Fx, Fz →Fl ⇒ Fx, Fl→Fz = −u23 A3 = −
A3
d) Gleichsetzen der gegebenen Funktion der Druckdifferenz mit dem Ergebnis aus b):
 2 7
 V̇ a
Δ p = a − bV̇ = 2
⇒ V̇ = 
2 A3 2A23
+b

d) Um die optimale Düsenfläche A3 zu berechnen ist ein Extremwertproblem zu lösen:

−a dFx, Fz →Fl !


Fx, Fz →Fl =  ⇒ =0
 dA3
A3 +b 2A23
 −1
dFx, Fz →Fl d 
= −a + bA3
dA3 dA3 2A3
  −2
 
= −a − 2 + b + bA3
2A3 2A3
  )
!  
0 = a b − 2 ⇒ A3 = ±
2A3 2b
)

⇒ A3 = da A3 > 0
2b
9 Lösungen zu den Aufgaben 269

Lösung 8.14

a) Im Rohr in Strömungsrichtung misst sich der Gesammtdruck pg bestehend aus dem dy-
namischen Druck und dem statischen Druck. Im Rohr senkrecht zur Strömungsrichtung
dagegen misst man nur den statische Druck. Δ pI ist also ein Maß für den dynamischen
Druckanteil der Strömung. Δ pII gibt den Unterschied zweier statischen Drücke an.

Δ pI = pg − p1 pg ist der Gesamtdruck


 
Δ pI = p1 + u21 − p1 ⇒ Δ pI = u21
2 2
⇒ Δ pII = p1 − p2

b) Zunächst wird die Widerstandskraft Fw mit dem Impulssatz berechnet:

U1 KV SL SR
AB n
n n ex
SW

A
Modell SB
S2
S1

pI pII

 
u(u ·n) dS = t dS
S S

S = S1 + SW + S2 + SR + SB + SL

Linke Seite:
Die Integrale über die Flächen SR + SL und S1 + S2 heben sich gegenseitig auf. Das
Integrale SW und SB sind Null, da die Geschwindigkeit normal zur U-bahnwand gleich
Null ist, u ·n.

u(u ·n) dS = 0
S
270 9 Lösungen zu den Aufgaben

Rechte Seite: ohne Wandreibung und in ex -Richtung


   
t ·ex dS = −p1 n ·ex dS + −pn ·ex dS + −p2 n ·ex dS
S S1  SW  S2 
=−1 =0 =1
 
+ −pn ·ex dS + t ·ex dS
SR +SL SB
   
=0 =FSb →FL =−Fw

0 = (p1 − p2 )A − FW ⇒ FW = (p1 − p2 )A
FW Δ pII A
cW =  2 ⇒ cW =
2 u1 AB
Δ pI AB

Lösung 8.15

a) Die r-Komponente der Navier-Stokesschen Gleichungen vereinfacht sich zu:


 
∂ ur ∂ ur ∂ ur 1  ∂ ur  1∂p
+ur +uz + uϕ −uϕ
2
= kr −
∂t ∂r ∂z r ∂ϕ   ∂r
    =0
=0 =0 =0 =0  
∂ uϕ
+ ν Δ ur +2
 ∂ϕ
=0 
uϕ = f (ϕ )

 ∂p
⇒ − u2ϕ = −
r ∂r
b) Das Druckfeld im Starrkörperwirbel lässt sich durch Integration des Ergebnisses aus a)
berechnen.

∂ p1  2 U0
= uϕ mit uϕ = r für 0 ≤ r ≤ rk
∂r r rk
  
dp1  U0 2 2 &&
= r & dr
dr r rk
U2 1
p1 (r) =  20 r2 + c1 mit p1 (r = 0) = ps ⇒ c1 = ps
rk 2
1 U2
⇒ p1 (r) =  20 r2 + ps
2 rk
9 Lösungen zu den Aufgaben 271

c) Das Druckfeld im Potentialwirbel lässt sich über die r-Komponente Navier-Stokesschen


Gleichungen oder Bernoulli berechnen:

∂ p2  2 U0
= uϕ mit uϕ = rk für rk ≤ r ≤ rw
∂r r r
  &
dp2  U0 2 2 &
= rK & dr
dr r r
 r2
p2 (r) = − U02 k2 + c2 mit p1 (rk ) = p2 (rk )
2 r
 2 
U0 + ps = − U02 + c2 ⇒ c2 = U02 + ps
2 2
  r 2 
 2 k
⇒ p2 (r) = U0 2 − + ps
2 r
d)

p(r)
p1 (0) = ps
U0 2 + ps
 
p1 (rk ) = p2 (rk ) = U02 + ps 2 U0 + ps
2
 2  
 2 rk 2 ps
p2 (rw ) = U0 2 − + ps
2 rw 0 rk rw r

p2 (r → ∞) = U02 + ps

e) Die Kraft pro Tiefeneinheit auf die Rohrhalbfläche 0 ≤ ϕ ≤ π berechnet sich durch
integration des Druckes über die Fläche.
pa
n

n Sa

p2 (r = rw )
Si

y
r

x
F F
272 9 Lösungen zu den Aufgaben


F = −pn dS
Sa +Si
 
= −pa 
n dS + −p2 (rw ) 
n dS
Sa Si
er −er
 
= −paer r dϕ dz + −p2 (rw ) (−er )r dϕ dz
Sa Si
F  π  π
=− paer rw dϕ − p2 (rw ) (−er )rw dϕ
z 0 0
 π  π
= −pa rw er dϕ +p2 (rw ) rw er dϕ mit er = cos ϕex + sin ϕey
 0    0  
2ey 2ey
*   2  +
 2 rk
= 2rw U 2− + ps − pa ey
2 0 rw

Lösung 8.16

a)

∂ u1 ∂ u2 ∂ u1 ∂ u2
= a, = −a ⇒ + = 0 inkompressibel
∂ x1 ∂ x2 ∂ x1 ∂ x2
b) Es gilt zu zeigen, dass rotu = 0.

∂ uk ∂ u2 ∂ u1
ε3 jk = − = −2b ⇒ wirbelbehaftete Strömung
∂xj ∂ x1 ∂ x2

=0

c) Mit der Navier-Stokes Gleichung in x1 - und x2 -Richtung:


 
∂ u1 ∂ u1 1 ∂p ∂ 2 u1 ∂ 2 u1
u1 + u2 =− +ν +
∂ x1 ∂ x2  ∂ x1 ∂ x2 ∂ x2
 1  2
=0 =0
1 ∂p
(ax1 + 2bx2 )a − ax2 2b = −
 ∂ x1
∂p 
= −a2 x1 ⇒ p(x1 , x2 ) = −a2 x12 + f (x2 ) (L.17)
∂ x1 2
9 Lösungen zu den Aufgaben 273
 
∂ u2 ∂ u2 1 ∂p ∂ 2 u2 ∂ 2 u2
u1 +u2 =− +ν +
∂ x1 ∂ x2  ∂ x2 ∂ x12 ∂ x2
      2
=0 −a =0 =0
∂p ∂p
= a2 x2 zusammen mit (L.17) ⇒ = f  (x2 )
∂ x2 ∂ x2

f  (x2 ) = a2 x2 ⇒ f (x2 ) = a2 x22 +C
2
 2 
p(x1 , x2 ) = a2 x2 − x12 +C mit p(0, 0) = pg ⇒ C = pg
2

⇒ p(x1 , x2 ) = pg − a2 (x12 − x22 )
2
d)

ti = n j τ ji n1 = 0, n2 = 1

(n)
t1 = n1 τ11 + n2 τ21 ⇒ t1 = τ21
 
=0 =1
 
∂ u1 ∂ u2 (n)
τ21 = 2η e21 = ν + ⇒ t1 (0, 0) = 2η b
∂ x2 ∂ x1
 
=2b =0

(n)
t2 = n1 τ12 + n2 τ22 ⇒ t2 = τ22
 
=0 =1
∂ u2
τ22 = −pδ22 + 2η e22 = −p + 2η
∂ x2

=−a

(n)
τ22 (0, 0) = −p(0, 0) − 2η a ⇒ t2 (0, 0) = −pg − 2η a

Lösung 8.17

a) Die Eintrittsgeschwindigkeit c1 = cr1er besteht nur aus einer Radialkomponente, die
über den gegebenen Volumenstrom zu errechnen ist.
 

V̇ = − c1 · 
n dS = − cr1 dS = −2π R1 Hcr1 ⇒ cr1 = −
S1 S1 2π R1 H
er

⇒ c1 = − er
2π R1 H
274 9 Lösungen zu den Aufgaben

Die Austrittsgeschwindigkeit c2 besteht aus beiden Komponenten, wobei sich hier bei
gleichbleibendem Volumenstrom die Durchflussfläche mit dem Radius verringert. Die
Umfangskomponente hat keinen Anteil am Volumenstrom!

R1 V̇ V̇
|cr2 | = |cr1 | = ⇒ cr2 = −
R2 2π R2 H 2π R2 H
|cϕ 2 | V̇
tan α2 = ⇒ cϕ 2 = cr2 tan α2 = tan α2
|cr2 | 2π R2 H
V̇ ! "
⇒ c2 = − er − tan α2 eϕ
2π R2 H
b) Druck p2 mit Bernoulli zwischen den Stellen [1] und [2]:

   
p1 + |c1 |2 = p2 + |c2 |2 ⇒ p2 = p1 + |c1 |2 ) − |c2 |2
2 2 2
cr2 V̇ 1 V̇ V̇ R2
|c2 | = = ; |c1 | = =
cos α2 2π R2 H cos α2 2π R1 H 2π R2 H R1
 2  2 
 V̇ R2 1
⇒ p2 = p1 + −
2 2π R2 H R1 cos2 α2

c)

β3 u3
3
w
c3 =c2 4
w
α3
u4
β4

c4

Eintritt [3] Austritt [4]

d) Aus dem gleichbleibenden Volumenstrom von [2] nach [3] errechnet sich die Radial-
komponente cr3 und analog die Umfangskomponente cϕ 3 . Über die Winkelbeziehung
mit tan α3 lässt ich leicht umformen und vergleichen.
9 Lösungen zu den Aufgaben 275


cr3 = − mit R3 cϕ 3 = R2 cϕ 2
2π R3 H

⇒ cϕ 3 = tan α2
2π R3 H

cϕ 3 V̇
tan α3 = ⇒ cϕ 3 = tan α3
cr3 2π R3 H

⇒ α3 = α2
V̇ ! "
c3 = cr3 er + cϕ 3 eϕ ⇒ c3 = − er − tan α3 eϕ
2π R3 H
e) Aus der Beziehung c = w +u errechnet man zunächst wϕ 3 . Der Volumenstrom durch
die Turbine ist konstant daher gilt: wr3 = cr3 .


wϕ 3 = cϕ 3 − u3 ⇒ wϕ 3 = tan α3 − R3 Ω
2π R3 H
 
V̇ V̇
w3 = wr3 er + wϕ 3 eϕ ⇒ w3 = − er + tan α3 − R3 Ω eϕ
2π R3 H 2π R3 H
& &
|wϕ 3 | & 2π R 2H Ω &
tan β3 = ⇒ &
tan β3 = &tan α3 − 3 &
|wr3 | V̇ &

f) Die abnehmbare Leistung der Turbine hängt von der Umfangskomponente uϕ 4 und
damit vom Umlenkwinkel β4 des Laufrades ab. Die Eulersche Turbinengleichung für
das Laufrad lautet:

  PT
M = ṁ Rm cϕ 4 − R3 cϕ 3 mit PT = −Ω M ⇒ M=−
Ω
PT R3 V̇
⇒ cϕ 4 = − + cϕ 3 mit cΩ 4 = = wΩ 4
Ω V̇ Rm Rm 2π Rm h
wϕ 4 cϕ 4 − u4 PT R3
und tan β4 = = sowie cϕ 4 − u4 = − + cϕ 3 − Ω Rm
wΩ 4 cΩ 4 Ω V̇ Rm Rm
folgt
 
2π h PT 2π h
tan β4 = − Ω Rm +
2
+ R3 cϕ 3
V̇ Ω V̇ V̇
 
V̇ 2π h PT h
mit R3 cϕ 3 = tan α2 ⇒ tan β4 = − Rm Ω +
2
+ tan α2
2π H V̇ Ω V̇ H
276 9 Lösungen zu den Aufgaben

Lösung 8.18

a) Der Druckunterschied zwischen [0] und [5] entspricht einzig der statischen Druckdif-
ferenz durch den Höhenunterschied: Δ p = gH

P
Hydraulische Leistung: P = Δ pV̇ ⇒ V̇ =
gH
b) Mit der Kontinuitätsgleichung und der Winkelbeziehung der absoluten Geschwindig-
keiten an der Stelle [2] berechnet sich:

V̇ P
V̇ = c ·n dS = 2π r2 hcr2 ⇒ cr2 = =
S 2π r2 h gH2π r2 h
|cu2 |
tan α2 = ⇒ cu2 = tan α2 cr2
|cr2 |
c) Die Winkelgeschwindigkeit steht in Beziehung mit der Turbinenleistung und so auch
mit dem resultierenden Moment, welches aus der Eulerschen Turbinengleichung be-
rechnet werden kann. Die Drallerhaltung zwischen [2] und [3] liefert dann noch die
notwendige Beziehung zwischen cu3 und der schon bekannten Geschwindigkeit cu2 .

Laufrad:

M = V̇ (r4 cu4 −r3 cu3 ) = −V̇ r3 cu3


  
=0

Schaufelfreier Raum:

!
M = V̇ (r3 cu3 − r2 cu2 ) = 0 ⇒ r3 cu3 = r2 cu2

P=M 
 ·Ω mit P = −PT < 0
P −PT −PT 2π hPT
Ω= = = ⇒ Ω=
M −V̇ r3 cu3 −V̇ r2 cu2 V̇ 2 tan α2
d) Der Schaufelwinkel β3 am Eintritt des Laufrades:
9 Lösungen zu den Aufgaben 277
& &
|wu3 | && cu3 − Ω r3 && V̇
tan β3 = =& & mit cr3 =
|wr3 | cr3 2π r3 h
r2 r2 r2 V̇
cu3 = cu2 = tan α2 cr2 ⇒ cu3 = tan α2
r3 r3 r3 2π r2 h
& &
& & & V̇ tan α 2π hP r & & &
& cu3 − Ω r3 & & 2π r3 h2 − V̇ 2 tanT α32 & & 4π 2 h2 r32 PT &&
& &=& & ⇒ tan β3 = &&tan α2 −
& cr3 & & V̇ & V̇ 3 tan α2 &
& 2π r3 h &

e)
β3

Ω
3
w
c3
u3 c4 = cr4er
β4
|
u4 | > |
u3 |
4
w u4

Lösung 8.19

a) Zur Berechnung der Geschwindigkeitskomponente ce wird die Bernoulligleichung für


ein rotierendes Bezugssystem entlang der Stromlinie von der Eintritts- zur Austritts-
fläche verwendet. Dabei gilt auf der Eintrittsfäche Ω 2 r2 ≈ 0. Zusätzlich liefert die Kon-
tinuitätsgleichung eine Beziehung zwischen der Ein- und Austrittsgeschwindigkeit.

  
pe + w2e = pa + w2a − Ω 2 R2
2  2 2
=0
Ae
we Ae = 2wa Aa ⇒ wa = we = 2we
2Aa
   ×x = 0 auf Ae
pe + Ω 2 R2 = 3 w2e mit we = ce da Ω
2 2 7  
1 2
⇒ ce = pe + Ω R
2 2
3 

b) Der Vektor der Absolutgeschwindigkeit ca besteht aus eine Relativgeschwindigkeit wa
normal zum Austritt und der Umfangskomponente Ω  ×x:
278 9 Lösungen zu den Aufgaben

eϕ

wra = wa sin α
Aa α
α wua = −wa cos α
er
wua
wa = 2we
a
w 7  
wra 4 2
wa = pe + Ω R
2 2
3 

 ×x
ca = wa + Ω ⇒ ca = wraer + wuaeϕ + Ω Reϕ
7  
4 2
mit wa = pe + Ω R
2 2 ⇒ ca = wa sin ϕer + (Ω R − wa cos α )eϕ
3 

c) Mit der Eulerschen Turbinengleichung erhält man das resultierende Moment auf die
Flüssigkeit, das dem Moment auf das Rohr entgegengesetzt ist:

M = −ṁ(ra cua − re cue ) mit ṁ = 2wa Aa und ra = R



=0 drallfrei

cua =ca ·eϕ = Ω R − wa cos α ⇒ M = −2wa Aa R(Ω R − wa cos α )


⎛ ⎞
4   ⎜ ΩR ⎟
⇒ M = Ae R pe + Ω 2 R2 ⎜
⎝cos α − ) 

⎠
3 2
3  pe + Ω R
4 2 2 2

d) Die Kraft lässt sich über den Impulssatz in eΩ - Richtung berechnen, wobei S = Ae +
Aw + 2Aa das Kontrollvolumen im mitbewegtem System bezeichnet:
 
(eΩ ·c)(w ·n) dS = eΩ ·t dS
S S

Linke Seite mit w ·n = 0 auf Aw und eΩ ·c = 0 auf Aa



(eΩ ·c)(w ·n) dS = −ce we Ae = −c2e Ae
S
9 Lösungen zu den Aufgaben 279

Rechte Seite mit p0 = 0 auf Aa und t =


−pn = peeΩ auf Ae
 
eΩ ·t dS = pe Ae + eΩ ·t dS
S Aw
  
=F→Fl =−F→Rohr

 
2 1
F→Rohr = (pe + c2e )Ae mit c2e =pe + Ω R
2 2
 3
1 
⇒ F→Rohr = 5pe + Ω 2 R2 Ae
3

Lösung 8.20

a) Der Zusammenhang entspricht der Kontinuitätsgleichung zu den Zeitpunkten t

ẋ(t)AK = u(t)AS

b) Instationäre Bernoullische Gleichung längs der Stromlinie von 1lnach 2l:


2 p0

p(t) 1

 2
∂u  
 dS + p2 + u22 = p1 + u21 mit p2 = p0 ; u2 = 0; p1 = p(t), u1 = 0
1 ∂t 2 2
Die Flüssigkeit erfährt nur längs des Schlauches eine Beschleunigung:
 2  l
∂u ∂u du du
dS = dS = l ⇒ p(t) = l + p0
1 ∂t 0 ∂t dt dt
280 9 Lösungen zu den Aufgaben

c)

mẍ(t) = F + p0 AK − p(t)AK − cx(t)

d)

du
mẍ(t) = F + p0 AK − p0 AK − l AK − cx(t)
dt  
du A2 A2
aus a): AK = ẍ(t) K ⇒ m + l K ẍ(t) + cx = F
dt AS AS
c F
mit G = ; H= ⇒ ẍ + Gx = H
A2K A2
m + l AS m + l AKS

Es handelt sich um eine inhomogene DGL 2. Ordnung, deren Lösung sich aus einem
homogenen und einem inhomogenen Teil x = xh + xinh zusammen setzt.


xh (t) = A sin ω t + B cos ω t mit ω = G
H F F
xinh = = ⇒ x(t) = A sin ω t + B cos ω t +
G c c
Die Anfangsbedingung zur Bestimmung von A und B lauten:

F F
x(0) = 0 = B + ⇒ B=−
c c
ẋ(0) = 0 = Aω ⇒ A=0
7
F c
⇒ x(t) = (1 − cos ω t) mit ω =
c A2
m + l AKS

Lösung 8.21

a)

V̇ m
u= ⇒ u = 6, 0
AR s
ud
Re = ⇒ Re = 4, 8 × 105
ν
 
k
λ = λ Re, ⇒ λ = 0, 02
d
L
ζR = λ ⇒ ζR = 2, 5
d
9 Lösungen zu den Aufgaben 281

b) Wir legen eine Stromlinie von der Oberfläche AS des Beckens zum Punkt 1ldurch das
Rohr über die Stelle 2lzum Ausgangspunkt an der Oberfläche zurück. Die Bernoulli-
sche Gleichung längs dieser Stromlinie reduziert sich dann auf die Druckerhöhung der
Pumpe, welche die Verluste der Rohre, Krümmer, des Filters und der Austrittsverluste
kompensiert:


Δ pP = u2 [ζR + 2ζk + ζF + 1] ⇒ Δ pP = 0, 72 bar
2   
=4

c) Es wird wieder ein geschlossener Stromfaden genommen, so dass nur die Verluste an-
gepasst werden müssen. Statt der Austrittsverluste sind jetzt Einschnürungs- und Dif-
fusorverluste zu berücksichtigen:
⎡ ⎛ ⎞⎤
 
 ⎢ ⎢ 1−α 2 ⎜
⎜ A2 ⎟⎟⎥

Δ pP = u2 ⎢ζR + 2ζk + ζF + + (1 − ηD ) ⎜1 − R2 ⎟⎥
2 ⎣ α ⎝ AS ⎠⎦

1
  
=4

⇒ Δ pP = 0, 72 bar

Da die Verluste genauso groß sind wie zuvor, stellt sich wieder die selbe Geschwindig-
keit und der selbe Volumenstrom ein:

m m3
u = 6, 0 ⇒ V̇ = 0, 03
s s

Lösung 8.22

a) Die kinematische und die Haftrandbedingungen lauten:

r=0: wϕ = 0

r=R: wϕ = 0

b) Gesucht sind die Komponenten der f in radialer- (f ) ·er und in Umfangsrichtung
(f ) ·eϕ :
282 9 Lösungen zu den Aufgaben

f = −Ω  ×x) − 2Ω
 × (Ω  × w

 = Ωez ; x = rer + zez ;


Ω w = wr er + wϕeϕ + wzez

=0

 ×x = Ωez × (rer + zez ) = Ω rez ×er +Ω zez ×ez


Ω
     
eϕ =0

 × (Ω
Ω  ×x) = Ωez × (Ω reϕ ) = Ω 2 rez ×eϕ
  
−er

−er

 × w = −2Ωez × (wϕeϕ + wzez ) = 2Ω wϕer


−2Ω

f = −Ω  ×x) − 2Ω
 × (Ω  × w = (Ω 2 r + 2Ω wϕ )er

f ·er = (Ω 2 r + 2Ω wϕ )

f ·eϕ = 0

c) Durch Integration der Gleichung (2) und der in a) ermittelten Randbedingungen lässt
sich wϕ (r) = 0 berechnen:
  &
∂ 1 ∂ &
&
0=η (rwϕ ) + f · eϕ &
∂r r ∂r    &
& =0
1 d   &&  r2
c1 = rwϕ & ⇒ cr + c2 = rwϕ (r)
r dr & 2


wϕ (r = 0) = 0 ⇒ c2 = 0 ⎪ ⎬
⇒ wϕ (r) = 0


wϕ (r = R) = 0 ⇒ c1 = 0 ⎭

Die Druckverteilung p(r) lässt sich aus den Gleichungen (1) und (3) ermitteln:

∂p w2ϕ ∂p
0=− + +(Ω 2 r + 2Ω wϕ ) ⇒ 0=− + Ω 2 r
∂r r
  ∂r
=0 =0

∂p &
&
= Ω 2 r &
∂r
 &∂
&
p = Ω 2 r2 + f ( ϕ , z) &
2 ∂z
9 Lösungen zu den Aufgaben 283

∂p ∂p ∂p
= f  (z) Aus (3) folgt, dass = f (z) und damit: = −K
∂z ∂z ∂z
&
&
f  (z) = −K & dz ⇒ f (z) = −Kz + konst.
∂p  2 2
⇒ = Ω r − Kz + konst.
∂r 2
d) Die Einträge des Dehnungsgeschwindigkeitstensors auf den Nebendiagonalen sind
symmetrisch, so z.B. erϕ = eϕ r :

1 ∂ wz 1 ∂ wϕ ∂ wr
eϕ z = + =0 err = =0
2r ∂ ϕ 2 ∂z ∂r
∂  wϕ  1 ∂ wr ∂ wϕ
erϕ = r + =0 eϕϕ = =0
∂r r r ∂ϕ ∂ϕ
 
1 ∂ wr ∂ wz 1 ∂ wz Kr ∂ wz
erz = + = =− ezz = =0
2 ∂z ∂r 2 ∂r 4η ∂z

K 2 r2
Φ = 2η ei j ei j = 2η (e2rr + e2ϕϕ + e2zz + 2e2rϕ + 2e2rz + 2e2ϕ z ) = 4η e2rz =

e)
 
1 ∂ ∂T
0 = Φ +λ r
r ∂r ∂r
  &
2
K r 2 λ d dT &
− = &
4η r dr dr

K 2 r4 dT &&
c1 − =r &
4ηλ 4 dr
K2 4
c1 ln r + c2 − r =T
64ηλ ⎫


r = 0 : beschränkt ⇒ c1 = 0 ⎪
⎬   r 4 
K 2 R4
⇒ T (r) = TW + 1−
K 2 R4 ⎪
⎪ 64ηλ R
T (R) = TW : ⇒ c2 = TW + ⎪

64ηλ
Anhang A
Elemente der Tensorrechnung

A.1 Kartesisches Koordinatensystem

Wir legen das kartesische Koordinatensystem (Rechtssystem), zugrunde.

x3 ; z

x
e3 ; ez

e2 ; ey
x2 ; y
e1 ; ex

x1 ; x

Abb. A.1: Kartesisches Koordinatensystem

e1 ,e2 ,e3 sind die orthonormierten Basisvektoren: |e j | = 1, für j = 1, 2, 3; e1 ⊥
e2 ⊥
e3 ;
x = x1 e1 + x2 e2 + x3 e3 ist der Ortsvektor. In einigen Aufgaben wird die Bezeichnung x, y, z
statt x1 , x2 , x3 verwendet. Der Ortsvektor lautet dann x = xex + yey + zez . Entsprechendes
gilt für andere Vektoren. Die physikalischen Größen mit denen sich die Strömungsmecha-
nik beschäftigt sind Tensoren verschiedener Stufen. Tensoren, so wie sie wir hier verwen-
den, sind der Oberbegriff für Feldgrößen abhängig von den Raumkoordinaten x1 , x2 , x3
und der Zeit t.
• Skalare: Tensoren 0. Stufe, zum Beispiel der Druck p(x, t) = p(x1 , x2 , x3 , t) als Ska-
larfeld
• Vektoren: Tensoren 1. Stufe, z.B. die Geschwindigkeitu(x, t) =u(x1 , x2 , x3 , t) als Vek-
torfeld

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018


H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3
286 A Elemente der Tensorrechnung

u = u1e1 + u2e2 + u3e3 (symbolische Schreibweise) , (A.1)


wobei für die 3 Komponenten ui = ui (x, t) für i = 1, 2, 3 gilt.
• Dyaden: Tensoren 2. Stufe, z.B. den Spannungstensor

T = τ11 e1 e1 + τ12 e1 e2 + τ13 e1 e3


+τ21 e2 e1 + τ22 e2 e2 + τ23 e2 e3 (A.2)
+τ31 e3 e1 + τ32 e3 e2 + τ33 e3 e3

(symbolische Schreibweise), wobei die 9 Komponenten τi j = τi j (x, t) für i, j = 1, 2, 3


selbst Feldgrößen sind und die Kombinationen ei e j (kein Punktprodukt!) die Basis des
Tensors 2. Stufe darstellen, zwei Richtungen zu jeder Komponente!
Gelegentlich verwenden wir auch die Matrizenschreibweise:
⎛ ⎞
u1
ˆ ⎝u2 ⎠
u= für Tensoren 1. Stufe
u3
⎛ ⎞
τ11 τ12 τ13
ˆ ⎝τ21 τ22 τ23 ⎠
T= für Tensoren 2. Stufe
τ31 τ32 τ33
Tensoren höher als 2. Stufe mit physikalischer Bedeutung verwenden wir in dieser Aufga-
bensammlung nicht.

A.2 Indexschreibweise

Bei Verwendung des kartesischen Koordinatensystems sind die Basisvektoren e j mit j =


1, 2, 3 raumfest und es genügt eine allgemeine Komponente des Tensors anzugeben um
mit ihr stellvertretend für den ganzen Tensor zu rechnen.

• Tensor 1. Stufe (Vektoren): Statt (A.1) schreibt man in der Indexnotation einfach die
allgemeine Komponente
u1 , i = 1, 2, 3 . (A.3)
• Tensor 2. Stufe (Dyaden): Statt (A.2) schreibt man

τi j , i, j = 1, 2, 3 . (A.4)

Die Komponente τi j steht dann stellvertretend für den gesamten Tensor 2. Stufe. Ent-
sprechendes gilt für Tensoren höherer Stufe.
A.3 Rechenregeln 287

In der Indexnotation wird von der Summationskonvention Gebrauch gemacht, die folgen-
des besagt: Tritt in Ausdrücken wie blk xl ein Index doppelt auf (stummer Index ), so ist
über ihn zu summieren:
blk xl = b1k x1 + b2k x2 + b3k x3 . (A.5)
Doppelt auftretende Indizes treten im Ergebnis nicht mehr in Erscheinung und dürfen da-
her umbenannt werden:
blk xk = bmk xm = bnk xn . (A.6)
Ein einzeln auftretender Index (freier Index ) in einer Gleichung muss in jedem Term auf
beiden Seiten derselbe sein:

τi j = −p δi j + 2η ei j
ci = wi + vi + εi jk w j xk . (A.7)

Die Anzahl der freien Indizes in den Komponenten eines Tensors gibt die Stufe des Tensors
an :
fi = −2εi jk Ω j wk Tensor 1. Stufe (A.8)
Ein Index darf in einem Ausdruck höchstens zweimal auftreten:

ti = ai j bi j n j  falsch
ti = −pn j δi j + 2η ei j n j richtig

A.3 Rechenregeln

Im Folgenden übertragen wir die Rechenregeln der symbolischen Schreibweise auf die
Indexnotation.

A.3.1 Das Punktprodukt

Für zwei Vektorena = aiei , b = biei lautet das Punktprodukt in symbolischer Schreibweise
c = a ·b = |a| |b| cos(a,b). In Indexnotation ergibt sich nach Umbenennung der Indizes:

c =(aiei ) · (b jei ) = ai b j (ei · e j )


*
1, i = j
ei ·e j = |ei | |e j | cos(ei ,e j ) =
  0, i = j
=1 =1

Mit Einführung des Kronecker-Symbols


288 A Elemente der Tensorrechnung
*
1, i = j
δi j = δi j = δ ji symmetrisch
0, i = j

schreibt man in Indexnotation:

c = a ·b = ai b j δi j = ai bi . (A.9)

Das Kronecker-Symbol tauscht einen Index des Tensors aus, in diesem Fall das j gegen
das i. c ist ein Skalar, also ein Tensor 0.-Stufe, deshalb wird das Punktprodukt auch als
verjüngendes Produkt bezeichnet.

Für das Punktprodukt zwischen einem Tensor 2.-Stufe A = Akl ekel und einem Tensor 1.-
Stufe b = bl el
c = A ·b = Akl bn ek el ·en = Akn bn ek
  
=δln

schreibt man in Indexnotation

ck = Akl bn δln = Akn bn = Akl bl

und erhält einen Tensor 1.-Stufe. Das Punktprodukt zwischen Tensoren von höherer als
1.-Stufe ist nicht kommutativ, d.h. die Reihenfolge der Multiplikatoren spielt eine Rolle.

A.3.2 Das Vektorprodukt

Symbolisch schreibt sich das Vektorprodukt:

c = a ×b = |a||b| sin(a,b)c 0 .

In Indexnotation ergibt sich mit c = ci ei , a = ai ei und b = bi ei :

c
c = (ai ei ) × (b j e j ) = ai b j (ei ×e j ) .

a
c 0
b
(a,b)
Abb. A.2: Vektorprodukt
A.3 Rechenregeln 289

Durch Einführen des Permutationssymbols




⎨ 1 wenn i jk gerade Permutation von 123 ist
εi jk = −1 wenn i jk ungerade Permutation von 123 ist


0 wenn zwei Indizes gleich sind

lässt sich das Vektorprodukt zwischen den Basisvektoren gemäß den Regeln des Rechts-
systems des kartesischen Koordinatensystems in folgender Form schreiben:
e3
ei ×e j = εi jk ek
e2
c = ai b j εi jk ek = ai b j εi j1 e1 +ai b j εi j2 e2 +ai b j εi j3 e3
        
=c1 =c2 =c3 e1
Abb. A.3: Basisvektoren
In Indexnotation kann nun die verkürzte Schreibweise durch die Komponentetenangabe
verwendet werden:
ck = εi jk ai bi .
Es gilt:
εi jk = −ε jik = ε jki = −εk ji = εki j ⇒ ck = εki j ai bi .

ck ist ein Tensor 1.-Stufe. Als Hilfsmittel:


Hilfsmittel zur Ermittlung des
Wertes von εi jk bietet sich die 1
Abbildung A.4 an, indem die
Richtungen 1 eine zyklische antizyklisch zyklisch
und −1 eine anti-zyklische Per- -1 1
3 2
mutation beschreiben.

Abb. A.4: Permutation

A.3.3 Das Tensorprodukt

Symbolisch schreiben wir das Tensorprodukt zwischen zwei Tensoren 1.-Stufe (Dyade)
ohne Punkt zwischen den Tensoren:

C = ab = (aiei ) (b je j ) = ai b j eie j .



=Ci j

In Indexnotation:
290 A Elemente der Tensorrechnung

Ci j = ai b j (Tensor 2. Stufe) .
Das Tensorprodukt ist wegen eie j = e jei nicht kommutativ. Es gilt ai b j = b j ai aber a j bi =
ai b j ! Entsprechendes gilt für Tensoren höherer Stufe.

A.4 Der Nabla-Operator

∂ ∂ ∂
Symbolisch: ∇ =e1 +e2 +e3
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3

Indexnotation: ∇=
ˆ , i = 1, 2, 3
∂ xi

Der Nablaoperator kann als Vektor angesehen werden, dessen Komponenten Differations-
symbole enthalten. Durch Anwendung des Nablaoperators auf verschiedene Feldgrößen
bildet man die Rechenoperationen Gradient (grad=∇),
ˆ Divergenz (div=∇·)
ˆ und Rotation
(rot=∇×).
ˆ

Bei Anwendung auf ein:


• Skalarfeld φ (x, t) (Tensor 0.-Stufe) wird durch die Gradientenbildung ein Tensor 1.-
Stufe erzeugt:

∂φ ∂φ ∂φ
Symbolisch: c = ∇φ = e1 + e2 + e3
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
∂ φ (x j , t)
Indexnotation: ci =
∂ xi

• Vektorfeld u(x, t) (Tensor 1.-Stufe) wird durch die Bildung der Divergenz ein Tensor
0.-Stufe erzeugt:
 
∂ ∂ ∂
Symbolisch: c = ∇ ·u(x, t) = e1 +e2 +e3 · (u1e1 + u2e2 + u3e3 )
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
∂ u1 ∂ u2 ∂ u3
= + +
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
∂ ui
Indexnotation: c =
∂ xi

• Vektorfeld u(x, t) (Tensor 1.-Stufe) wird durch die Bildung des Gradienten ein Tensor
2.-Stufe erzeugt.
A.4 Der Nabla-Operator 291
 
∂ ∂ ∂
Symbolisch: C =∇u = e1 +e2 +e3 (u1e1 + u2e2 + u3e3 )
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
∂ u1 ∂ u2 ∂ u3
= e1e1 + e1e2 + e1e3
∂ x1 ∂ x1 ∂ x1
∂ u1 ∂ u2 ∂ u3
+ e2e1 + e2e2 + e2e3
∂ x2 ∂ x2 ∂ x2
∂ u1 ∂ u2 ∂ u3
+ e3e1 + e3e2 + e3e3
∂ x3 ∂ x3 ∂ x3
∂ ui
Indexnotation: c ji =
∂xj

• Tensorfeld T(x, t) (Tensor 2.-Stufe) wird durch die Bildung der Divergenz ein Tensor
1.-Stufe erzeugt:
 
∂ ∂ ∂
Symbolisch: c =∇ · T = e1 +e2 +e3 ·
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3

τ11 e1e1 + τ12e1e2 + τ13e1e3
+ τ21e2e1 + τ22 e2e2 + τ23 e2e3

+ τ31e3e1 + τ32 e3e2 + τ33 e3e3

# $
∂ τ11 ∂ τ21 ∂ τ31
c =∇ · T = + + e1
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
# $
∂ τ12 ∂ τ22 ∂ τ32
= + + e2
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
# $
∂ τ13 ∂ τ23 ∂ τ33
= + + e3
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
∂ τ ji
Indexnotation: ci =
∂xj

• Vektorfeld u(x, t) (Tensor 1.-Stufe) wird durch Bildung der Rotation ein Tensor 1.-
Stufe erzeugt:
292 A Elemente der Tensorrechnung
 
∂ ∂ ∂
Gemischte Schreibweise c = ∇ ×u = e1 +e2 +e3
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3
× (u1e1 + u2e2 + u3e3 )
∂uj ∂uj
= ei ×e j = εi jk ek
∂ xi ∂ xi
∂uj
Reine Indexnotation: ck = εi jk
∂ xi

Die Gradientenbildung erhöht die Stufe der Tensoren, die der Divergenz verringert die Stu-
fe der Tensoren. Die Rotation eines Tensors 1.-Stufe (Vektor) lässt die Stufe unverändert.
Die Wirkungsweise des Nablaoperators ist in der Tabelle A.1 noch einmal zusammenge-
stellt.

A.5 Gaußscher Integralsatz

Für die Umwandlung von Volumenintegralen in Oberflächenintegralen und umgekehrt


wird der Gaußsche Integralsatz benötigt. Ist in einem räumlich abgeschlossenem Gebiet
V ein stetig differenzierbares Tensorfeld 1. Stufe (Vektorfeld) A(x) definiert und S die
begrenzende Oberfläche des Gebietes, so gilt der Gaußsche Integralsatz:

V
 
S div A(x) dV = A(x) ·n dS (symbolisch)
V S
n (A.10)
 
∂ Ai
dS dV = Ai ni dS (Indexnotation)
∂ xi
V S
(A.11)

Abb. A.5: Gaußscher Satz

Der Gaußsche Satz lässt sich für Tensoren beliebiger Stufe formulieren. Nachfolgend ist
er für Tensoren 0.-, 2.- und 3. Stufe aufgeschrieben:
A.6 Zylinderkoordinaten 293
   
∂p
grad p dV = pn dS bzw. dV = p ni dS (A.12)
∂ xi
V S V S
   
∂ Tk j
div T dV = T ·n dS bzw. dV = Tk j nk dS (A.13)
∂ xk
V S V S
 
∂ Ai jk
dV = Ai jk nk dS . (A.14)
∂ xk
V S

A.6 Zylinderkoordinaten

Viele Probleme der Strömungsmechanik mit krummlinigen Berandungen lassen sich bes-
ser in angepassten krummlinigen Koordinaten behandeln als in gradlinigen kartesischen.
Wir machen von zylindrischen orthogonalen Koordinaten Gebrauch.
z

x x =r cos ϕ
ez z y =r sin ϕ
ey
ex y z =z
ϕ ez er = cos ϕex + sin ϕey
r eϕ
x eϕ = − sin ϕex + cos ϕey
er ez =ez

Abb. A.6: Zylindrisches Koordinatensystem

Im Gegensatz zu den ortsunabhängigen Basisvektoren ex , ey , ez beim gradlinigen karte-
sischen Koordinatensystem ändert sich die Basis er , eϕ , ez im krummlinigen Koordina-
tensystem von Punkt zu Punkt. Dies hat Auswirkungen auf die Darstellung der Tensoren
in krummlinigen Koordinaten. Tensoren haben eine vom zugrunde gelegten Koordinaten-
system unabhängige Bedeutung. Nur ihre Komponenten ändert sich von Koordinatensys-
tem zu Koordinatensystem gemäß den Transformationsgesetzen für Tensoren (siehe z.B.
Klingbeil (1989)).

Für den Geschwindigkeitsvektor u(r, ϕ , z) gilt wie bisher

u = urer + uϕeϕ + uzez ,

für die Darstellung des Ortsvektors x benötigt man hingegen nur zwei Basisvektoren
x(r, ϕ , z) = rer + zez . Die Winkelabhängigkeit von ϕ steckt im Basisvektor er . Das da-
zugehörige Linienelement dx ist
294 A Elemente der Tensorrechnung

dx = drer + r dϕ eϕ + dzez .

Der Nablaoperator in Zylinderkoordinaten lautet:

∂ 1 ∂ ∂
∇ =er +eϕ +ez .
∂r r ∂ϕ ∂z

In der Tabelle A.1 die einige Differemtialoperatoren die mit dem Nablaoperator gebildet
werden aufgeführt.

Für Gebietsintegrale bezüglich einer beliebigen Feldgröße Φ (r, ϕ , z) benötigt man die
Volumenelemente dV und die Oberflächenelemente dS:
• Volumenelement dV

Φ (r, ϕ , z) dV, dV = r dr dϕ dz
V

• Oberflächenelemente dS

Φ (r, ϕ , z) dSr , dSr = r dϕ dz ,
S

die Integration erfolgt über eine Koordinatenfläche mit r = konst.



Φ (r, ϕ , z) dSϕ , dSϕ = r dr dz ,
S

die Integration erfolgt über eine Koordinatenfläche mit ϕ = konst.



Φ (r, ϕ , z) dSz , dSz = r dr dϕ ,
S

die Integration erfolgt über eine Koordinatenfläche mit z = konst.


Die hier dargestellten Formeln können im Anhang B von Spurk (2004) nachgeschlagen
werden. Für ein intensiveres Studium der Tensorrechnung sei das Buch von Klingbeil
(1989) empfohlen.
Tabelle A.1: Differentialoperatoren

Indexnotation Matrizenschreibweise
Symbolisch Zylinderkoordinaten
Kartesisch Kartesisch
 
∂ ∂ ∂ ∂ T ∂ 1 ∂ ∂
Nabla-Operator ∇ , , er +eϕ +ez
∂ xi ∂ x1 ∂ x2 ∂ x3 ∂r r ∂ϕ ∂z
 
∂Φ ∂Φ ∂Φ ∂Φ T ∂Φ 1 ∂Φ ∂Φ
Gradient c = ∇Φ ci = ˆ
c= , ,
A.6 Zylinderkoordinaten

∂ xi ∂ x1 ∂ x2 ∂ x3 c = er + eϕ + ez


∂r r ∂ϕ ∂z
⎡ ⎤ In einer Strömung mit dem Potential Φ
∂ u1 ∂ u2 ∂ u3 berechnet sich die Geschwindigkeit zu:
⎢ ∂ x1 ∂ x1 ∂ x1 ⎥
∂uj ⎢ ∂ u2 ∂ u3 ⎥ ∂Φ 1 ∂Φ ∂Φ
C = ∇u ci j = C=
ˆ ⎢ ∂∂ ux1 ⎥ ur = ; uϕ = ; uz =
∂ xi ⎣ 2 ∂ x2 ∂ x2 ⎦ ∂r r ∂ϕ ∂z
∂ u1 ∂ u2 ∂ u3
∂ x3 ∂ x3 ∂ x3
 
∂ ui ∂ u1 ∂ u2 ∂ u3 1 ∂ (ur r) ∂ uϕ ∂ (uz r)
Divergenz c = div u = ∇ ·u c= ˆ
c= + + c= + +
∂ xi ∂ x1 ∂ x2 ∂ x3 r ∂r ∂ϕ ∂z
⎛ ⎞  
∂ τ11 ∂ τ21 ∂ τ31 1 ∂ (τrr r) 1 ∂ τϕ r ∂ τzr τϕϕ
+ + − er +
⎟ ∂z
1 2 3
⎜ ∂x + ∂x + ∂x  r ∂ r  r ∂ ϕ r 
⎜ ⎟
∂ t ji ⎜ ∂ τ12 ∂ τ22 ∂ τ32 ⎟ 1 ∂ τr ϕ r 1 ∂ τϕϕ ∂ τzϕ τrϕ
c = div C = ∇ · C ci = ˆ⎜
c= + + ⎟ c = + + + + eϕ +
∂xj ⎜ ⎟ r ∂r r ∂ϕ ∂z r
⎜ ∂ x1 ∂ x2 ∂ x3 ⎟
⎠  
13
⎝ ∂τ ∂ τ23 ∂ τ33
+ + 1 ∂ (τrz r) 1 ∂ τϕ z ∂ τzz
∂ x1 ∂ x2 ∂ x3 + + + ez
r ∂r r ∂ϕ ∂z
⎛ ⎞  
∂ u3 ∂ u2 1 ∂ uz ∂ uϕ
− − er +
⎜ ∂x ⎟ r ∂ϕ ∂z
⎜ 2 ∂ x3 ⎟  
∂ uk ⎜ ∂ u1 ∂ u3 ⎟
⎟ ∂ ur ∂ uz
Rotation c = rot u = ∇ ×u ci = εi jk ˆ⎜
c= ⎜ − ⎟ c = + − eϕ +
∂xj ⎜ ∂ x3 ∂ x1 ⎟  ∂z ∂r  
⎝ ∂u
2 ∂ u1 ⎠ 1 ∂ uϕ r ∂ ur
− + − ez
∂ x1 ∂ x2 r ∂r ∂ϕ
∂ 2Φ 1 ∂ Φ 1 ∂ 2Φ ∂ 2Φ
c= 2
+ + 2 2
+ 2
∂ 2Φ ∂ 2Φ ∂ 2Φ ∂ 2Φ ∂ r  r ∂ r r ∂ ϕ ∂z
Laplace-Operator c = Δ Φ = ∇ · ∇Φ c= ˆ
c= + +  
∂ xi ∂ xi ∂ x12 ∂ x22 ∂ x32 1 ∂ ∂Φ 1 ∂ 2Φ ∂ 2Φ
= r + 2 + 2
r ∂r ∂r r ∂ ϕ2 ∂z
295
Anhang B
Übersicht zu Materiellen- und Feldkoordinaten

Materielle Koordinaten Feldkoordinaten


Lagrange Euler

Bahnlinie Umkehrfunktion der


Bahnlinie
   
x i = xi ξ j , t ⇐==========⇒ ξi = ξi x j , t

    
∂ xi ξ j , t ui ξ j , t dt DGL der Bahnlinie
dxi  
∂t = ui x j , t
dt

Geschwindigkeit eines   Geschwindigkeitsfeld


ξi = ξi x j , t
Fluidelements ξ j
  
xi = xi ξ j , t
  
ui = ui ξ j , t ui = ui x j , t

      
∂ ui ξ j , t bi ξ j , t dt Dui x j , t
∂t Dt

Beschleunigung eines   Beschleunigungsfeld


ξi = ξi x j , t
Fluidelements ξ j
  
xi = xi ξ j , t
  
bi = bi ξ j , t bi = bi x j , t

• Geschwindigkeiten und Beschleunigungen können zwischen der Lagrangen und Euler-


schen Beschreibungsweise über die Umkehrrelation umgerechnet werden.
• Aus dem Geschwindigkeitsfeld in Feldkoordinaten ergibt sich die Bahnlinie in materi-
ellen Koordinaten über die Differentialgleichung der Bahnlinie.

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H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3
Anhang C
Formelsammlung

Kinematik Totale Ableitung (mit c = u + w):


c Beobachtergeschwindigkeit
⎫ dϕ ∂ϕ u Strömungsgeschwindigkeit
Stromlinie: ⎪ = +c · ∇ϕ

⎪ dt ∂t w Relativgeschwindigkeit
dx u(x, t) (t = konst.) ⎪
⎪ Ebene
= , ⎪
⎬ Materielle Ableitung (mit w = 0):
ds |u| (s ist Kurvenparameter) Strömung:
dx1 u1 Dϕ ∂ϕ
Bahnlinie: ⎪
⎪ = = +u · ∇ϕ
⎪ Dt

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⎪ dx2 u2
∂t
dx ⎪
= u(x, t), (t ist Kurvenparameter) ⎭ Dehnungsgeschwindigkeit materielles Linienelement:
dt
Richtung des Linienelementes dx: D(ds)
ds−1 = ei j li l j
dxi Dt
li = mit ds = |dx|
ds Differenz der Winkelgeschwindigkeit zweier materieller
Potentialströmung: Linienelemente:
D(ϕ − ϕ  )
rotu = 0 ⇒ u = ∇Φ = −2ei j li l j

H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,


 Dt
Wirbelstärke
Winkelgeschwindigkeit: Mittelwert der Winkelgeschwindigkeit:

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1 1 ∂u 1 D
ω
 = rotu; ωi = εi jk k (ϕ + ϕ  ) = Ω ji li l j
2 2 ∂xj 2 Dt

Dehnungsgeschwindigkeitstensor E: Reynoldssches Transporttheorem allgemein:


    
1 ∂ ui ∂ u j D ∂ϕ
ei j = + , (ei j = e ji ) ϕ dV = dV + ϕ (u ·n) dS
2 ∂ x j ∂ xi Dt ∂t
(V (t)) (V ) (S)
Rotationsgeschwindigkeitstensor Ω: Reynoldssches mit Dichte  im Integral:
   Transporttheorem

1 ∂ ui ∂ u j D Dϕ
Ωi j = − , (Ωi j = −Ω ji ) ϕ dV =  dV
2 ∂ x j ∂ xi Dt Dt
(V (t)) (V )
Erhaltungsgleichungen
300

Kontinuitätsgleichung: Kontinuitätsgleichung in differentieller Form:


 
∂ ∂ ∂
dV + (u ·n) dS = 0 + (ui ) = 0
∂t ∂ t ∂ xi
(V ) (S)

Impulssatz: Impulssatz, stationär, ohne Volumenkräfte:


     
∂ (u)
dV + u(u ·n) dS = (k) dV + t dS u(u ·n) dS = t dS
∂t
(V ) (S) (V ) (S) (S) (S)

Drallsatz:
   

[x × (u)] dV + [x × (u)] (u ·n) dS = x × (k) dV + x ×t dS
∂t
(V ) (S) (V ) (S)

Energiebilanz:
        
∂ u ·u u ·u
+ e  dV + + e (u ·n) dS = u · (k) dV + u ·t dS − q ·n dS
∂t 2 2
(V ) (S) (V ) (S) (S)

Beschleunigtes Bezugssystem B
Absolutgeschwindigkeit c: Zeitliche Änderung eines beliebigen Vektors b:
 ×x +v    
c = w + Ω Db Db
= +Ω ×b
Dt Dt
Impulssatz: I B
⎡ ⎤
    
∂ ⎢ ⎥
⎣ c dV ⎦ +  ×
c(w ·n) dS + Ω c dV = k dV + t dS
∂t
(V ) (S) (V ) (V ) (S)
B
Drallsatz: ⎡ ⎤
    
∂ ⎢ ⎥  ×
⎣ x × (c) dV ⎦ + [x × (c)] (w ·n) dS + Ω x × (c) dV = x × (k) dV + x ×t dS
∂t
(V ) (S) (V ) (V ) (S)
B

 -Richtung, stationär im Relativsystem,


Impulssatz in Ω  -Richtung, stationär im Relaltivsystem,
Drallsatz in Ω
ohne Volumenkräfte:
  ohne Volumenkräfte:
 
[eΩ ·c] (w ·n) dS = eΩ ·t dS eΩ · [x × (c)] (w ·n)dS =eΩ · x ×tdS
C Formelsammlung

(S) (S) (S) (S)


 
2
Materialgleichungen allgemein Newtonsche Fluide λ ∗ = ηD − η reibungsfreie Fluide
3
Spannunstensor T: τi j = −pδi j + Pi j τi j = −pδi j + λ ∗ ekk δi j + 2η ei j τi j = −pδi j
Reibungsspannungstensor P: Pi j = λ ∗ ekk δi j + 2η ei j Pi j = 0
C Formelsammlung

Dissipationsfunktion Φ : Φ = Pi j ei j Φ = λ ∗ ekk eii + 2η ei j ei j Φ =0


Wärmestromvektor q: qi = −λ ∂∂ xTi qi = 0
Spannungsvektor t: ti = n j τ ji

Inkompressibel: ekk = 0; Ideales Gas: p = RT, e = cv T

Spezielle Bewegungsgleichungen
Navier-Stokessche Gleichungen: Navier-Stokessche Gleichungen, inkompressibel:
# $ #  $
Dui ∂ ∂ uk ∂ ∂ ui ∂ u j Dui ∂p ∂ 2 ui
 = ki + −p + λ ∗ + η +  = ki − +η
Dt ∂ xi ∂ xk ∂xj ∂ x j ∂ xi Dt ∂ xi ∂ xk ∂ xk
Energiegleichung für Newtonsche Flüssigkeiten: Bernoullische Gleichung entlang einer Stromlinie:
# $  
De p D ∂ ∂T ∂u u2 dp
 − =Φ+ λ ds + + +ψ =C
Dt  Dt ∂ xi ∂ xi ∂t 2 
Bernoullische Gl. für  = konst. und ψ = gz, entlang einer Stromlinie: Bernoullische Gl. für ein rotierendes Bezugssystem
2  = konst., Ω
 = Ωez = konst., ψ = gz:
∂u u22p2 p1 u21 
ds + + + gz2 = + + gz1 ∂w w2 p 1
∂t 2  2  ds + + + gz − Ω 2 r2 = C
1 ∂t 2  2
Bernoullische Gleichung für Potentialströmung (rotu = 0), Zirkulation: %
mit  = konst. und ψ = gz im gesamten Strömungsfeld: 
∂Φ 1 ∂Φ ∂Φ p Γ= u · dx = (rotu) ·n dS
+ + + gz = C(t) (C) (S)
∂t 2 ∂ xi ∂ xi 
Biot-Savart Gesetz: Unendlicher Wirbelfaden: Endlicher Wirbelfaden:
 Γ
Γ dx ×r Γ |
uR | = (cos ϕ1 − cos ϕ2 )
uR (x) = |
uR | = 4π a
4π r3 2π a
301

(Faden)
Turbomaschinen: Axial/(Radial)
302

Vektoraddition : Umfangsgeschwindigkeit: :
Winkelgeschwindigkeit Ω
 ×x = w +u
c = w + Ω u = ueu mit u = Ω R Ω = 2π f = 2π n/60 s (n Umdrehungen/Min)

Winkel α :   Winkel β : Stoßfreie An-/Abströmung: w tangential zu Skelettlinie


 
|cu | |cu | |wu | |wu | Drallfreie An-/Abströmung: cu = 0
tan α = = tan β = =
|cax | |cr | |wax | |wr | Drallerhaltung: M = 0 ⇒ ra cua = re cue
Leistung:
Eulersche Turbinengleichung:
−P <0
P=M
 ·Ω
 oder P = M Ω = Turb.
+PVerd. > 0 M = ṁ(ra cua − re cue ) Eintritt: e, Austritt: a
Turbine: Verdichter:
LA LE
LE LA w4 u4
α1 c3
c4
β1 β2
α3 c4
c1
c3 u
u3 β4 w2
c1
c2 u2 α4
w3 u1 w1
eax bzw. er eax bzw. er
α2
u
β3
eu c2 eu

Hydrostatik
Moment bezüglich eines Punktes P(xp ,yp ,zp ): Druckpunktkoordinaten:
    gIy sinϕ gIx y sinϕ
M P = gIx y sinϕ + yp ps A ex − gIy sinϕ + xp ps A ey xd = − yd = −
ps A ps A
Hydrostatische Druckverteilung: Kraft auf ebene Fläche: Kraft auf Ersatzkörper:
p(z) = p0 − gz F = −nps A Fx = ∓ps Ax Fz = p0 Az + gV
C Formelsammlung
Laminare Schichtenströmung Hagen-Poisseuille Strömung (Rohrströmung):
U U   r 2  π Umax
K<0 uz (r) = Umax 1 − ; V̇ = Umax R2 ; Ū =
K=0 u(y) u(y) R 2 2
u(y) Umax h Couette-Poisseuille Strömung:
y u(y) y Kh2 ! y" y U Kh2
C Formelsammlung

K>0 x = + 1− ; Ū = +
U h 2η U h h 2 12η
Couette Strömung Couette - Poisseuille Poisseuille Strömung

Stromfadentheorie Druckverlust Δ pv
Volumenstrom: Hydraulische Leistung: 2
Allgemein ζ  u2
2
V̇ = uA = konst. P = Δ pV̇ Rohrreibung λ dl  u2
 2
u2
Erweiterte Bernoullische Gleichung: Carnot-Stoß  21 1 − AA12
u2 u2 u2  2
 2 + p2 + gz2 + ∑ Δ pv + ∑ Δ pT − ∑ Δ pP =  1 + p1 + gz1 Einschnürung  22 1−αα   2
2 2 A2 u
Diffusor (1 − ηD ) 1 − A12  21
2
Düse 0
Turbulente Strömung: Angeströmte Platte: Rekrit ∼ 5 × 105
Rohrströmung: Rekrit ∼ 2300 Umströmter Zylinder: Rekrit ∼ 2 × 105

Wandschubspannungsgeschwindigkeit: Laminare Rohr/Kanal Strömung: Hydraulisch glattes (u∗ k/ν < 5) Rohr/Kanal:
 
τw 64 1 18, 7
u2∗ = λ= √ = 1, 74 − 2 lg √
 Re λ Re λ
Mittlere Geschwindigkeit: Glattes und raues Rohr/Kanal: Rohr/Kanal:
 Vollkommen raues (u∗ k/ν> 70)

Ū = Umax − 3, 75u∗ im Rohr 1 2k 18, 7 1 2k
√ = 1, 74 − 2 lg + √ √ = 1, 74 − 2 lg
Ū = Umax − 2, 5u∗ im Kanal λ dh Re λ dh
λ
303
Zylinderkoordinaten
304

Dehnungsgeschwindigkeitstensor E: z er = cos ϕ ex + sin ϕ ey


∂ ur ∂ (r−1 uϕ ) 1 ∂ ur eϕ = −sin ϕ ex + cos ϕ ey
err = 2erϕ = 2eϕ r = r + ez =ez
∂r ∂r r ∂ϕ
1 ∂ uϕ 1 ∂ ur ∂ uz x
eϕϕ = + ur 2erz = 2ezr = + x = r cos ϕ
r ∂ϕ r ∂z ∂r y = r sin ϕ
∂ uz y eϕ
1 ∂ uz ∂ uϕ er
ezz = 2eϕ z = 2ezϕ = +
∂z r ∂ϕ ∂z ez r x = rer + zez
ϕ dx = drer + r dϕ eϕ + dzez
Kontinuitätsgleichung:
x u = ur er + uϕ eϕ + uz ez
∂ 1 ∂ 1 ∂   ∂
+ (ur r) + uϕ + (uz ) = 0
∂t r ∂r r ∂ϕ ∂z
Navier-Stokes Gleichungen , η = konst.:
     
∂ ur ∂ ur ∂ ur 1 ∂ ur 2 ∂p 1 ∂ uϕ
r:  + ur + uz + uϕ − uϕ = kr − + η Δ ur − 2 ur + 2
∂t ∂r ∂z r ∂ϕ ∂r r ∂ϕ
     
∂ uϕ ∂ uϕ ∂ uϕ 1 ∂ uϕ 1 ∂p 1 ∂ ur
ϕ:  + ur + uz + uϕ + ur uϕ = kϕ − + η Δ uϕ − 2 uϕ − 2
∂t ∂r ∂z r ∂ϕ r ∂ϕ r ∂ϕ
 
∂ uz ∂ uz ∂ uz 1 ∂ uz ∂p
z:  + ur + uz + uϕ = kz − + ηΔ uz
∂t ∂r ∂z r ∂ϕ ∂z

Dimensionslose Zahlen Dichte  kg/m3


Reynolds-Zahl: Machzahl: Geschwindigkeit u m/s
Trägheitskräfte UL UL Strömungsgeschwindigkeit U Druck p kg/(s2 m) = Pa
Re = = = Ma = = Spannung τ kg/(s2 m)
viskose Kräfte η ν Schallgeschwindigkeit a
Oberflächenspannung σ kg/s2
Knudsen-Zahl: Widerstandskoeffizient: Kraft F kg m/s2 = N
mittlere freie Weglänge λ Widerstandskraft 2Fw
Kn = = cw = = Dyn. Viskosität η kg/(s m)
charakteristische Länge l Staudruck × Referenzfläche U 2 A Kin. Viskosität ν m2 /s
Kapillarzahl: Auftriebsbeiwert: Leistung P kg m2 /s3 = W
Viskositätskräfte ηU Auftriebskraft 2FA Wirbelstärke ω 1/s
ca = =
Ca = = Staudruck × Referenzfläche U 2 A Zirkulation Γ m2 /s
Oberflächenspannung
C Formelsammlung

σ
Literaturverzeichnis

C ALAMAI , G: Batchelor, GK-An Introduction to Fluid Dynamics. Cambridge University


Press, 1970.
C ZICHOS , H.: Hütte: Die Grundlagen der Ingenieurwissenschaften. Springer-Verlag,
2013.
D UBBEL , H EINRICH: Dubbel: Taschenbuch für den Maschinenbau. Springer-Verlag,
2013.
J EFFREYS , H AROLD: Cartesian tensors. Cambridge University Press, 1969.
K LINGBEIL , E.: Tensorrechnung für Ingenieure. Mannheim ua: Bibliographisches Insti-
tut, 2. Auflage, 1989.
S PURK , J.: Strömungslehre: Einführung in die Theorie der Strömungen. Springer-Verlag,
5. Auflage, 2004.
W HITE , FM: Viscous fluid flow, 640 pp. New York: McGraw-Hill, 1974.
W IEGHARDT, K ARL: Theoretische Strömungslehre, Band 2. Universitätsverlag Göttin-
gen, 2005.

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018


H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre,
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3
Sachverzeichnis

Ähnlichkeitsgesetz Druckverluste, 115


-, Reynoldssches, 49 Dyade, 286

Absolutgeschwindigkeit, 19 Energiegleichung, 24, 113


Auftrieb Enthalpie, 45
-, hydrostatischer, 80 Ersatzkörper, 80
Eulersche Gleichung, 50
Bahnlinie, 2 Eulersche Turbinengleichung, 22, 23
Barotrop, 51
Bernoullische Gleichung, 51 Führungsbeschleunigung, 19
Beschreibungsweise Führungsgeschwindigkeit, 19
-, Eulersche, 2 Führungskraft, 20
-, Feld, 2 Flächenträgheitsmoment, 78
-, Lagrange , 2 Fouriersches Wärmeleitungsgesetz, 45
-, Materielle, 2
Bezugssystem Gaußscher Integralsatz, 292
,- beschleunigtes, 18 Gradient, 290, 295
-, inertial, 16 Grenzschichtablösung, 116

Carnotscher Stoßverlust, 117 Hagen-Poiseuille-Strömung, 98


Cauchysche Bewegungsgleichung, 17 Hauptachsensystem, 8
Corioliskraft, 20 Hauptdehnung, 9
Couette-Poiseuille-Strömung, 98 Hauptdehnungsgeschwindigkeit, 8
Couette-Strömung, 96 Hauptdehnungsrichtung, 9
Hydraulisch glatt, 123
Düse, 116 Hydraulischer Durchmesser, 119
Deformation, 6 Hydrostatik, 75
Deformationsgeschwindigkeitstensor, 6
Dehnungsgeschwindigkeit, 7 Impulssatz, 16, 20, 113
Dichte, 1 Index
Diffusor, 116 -, freier, 287
Diffusorwirkungsgrad, 117 -, schreibweise, 286
Dissipationsfunktion, 45 -, stummer, 287
Divergenz, 290, 295 Induzierte Geschwindigkeit, 58
Drallsatz, 18, 21 Inertialsystem, 16
Drehgeschwindigkeitstensor, 7 Inkompressibel, 16
Druckmittelpunkt, 78 Innere Energie, 45

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H. Marschall, Aufgabensammlung zur technischen Strömungslehre, 307
https://doi.org/10.1007/978-3-662-56379-3
308 Sachverzeichnis

Kartesisches Koordinatensystem, 285 Spezifische Wärmekapazität, 45


Knudsen-Zahl, 1 Stokesscher Satz, 55
Kontaktwinkel, 82 Stomfadentheorie, 111
Kontinuitätsgleichung, 15, 112 Strömung
Kontinuum, 1 ,-inkompressibele, 16
Kontraktionsziffer, 119 ,-laminare, 95
Kronecker-Symbol, 287 ,-reibungsbehaftete, 98
,-stationäre, 5, 95
Laplace-Operator, 47, 100, 295 ,-turbulente, 120
Laplacesche Länge, 83 Strahleinschnürung, 118
Laufrad, 21 Streichlinie, 4
Leistung, 23 Stromfaden, 111
Leitrad, 21 Stromfadentheorie, 111
Stromlinie, 3
Materialgleichung, 43 Stromröhre, 111
Materielles Teilchen, 2 Summationskonvention, 287
Materielles Volumen, 10
Mittengesetz, 124 Tensorprodukt, 289
Tensorrechnung, 285
Nabla-Operator, 290, 295 Tensorstufe, 287
Navier-Stokessche Gleichungen, 47 Trägheitskräfte, 47, 48
Newtonsche Flüssigkeit, 43 Translation, 6
Turbomaschine, 21
Oberflächenspannung, 82
Umfangskomponente, 22
Permutationssymbol, 289
Poiseuilleströmung, 98
Potential, 51 Vektor, 285
Potentialströmung, 9, 51 Vektorprodukt, 288
Produkt Verlustziffer, 115
-, verjüngendes, 288 Viskosität
Punktprodukt, 287 -, dynamische, 43
-, kinematische, 43, 123
Rauheitserhebung, 122
Reibungsspannungstensor, 44 Wärmestrom, 24
Reibungsverluste, 119 Wandschubspannung, 123
Relativgeschwindigkeit, 19 Widerstandszahl, 101, 122
Reynoldsches Transporttheorem, 10 Wirbelfaden, 57
Reynoldszahl, 48 Wirbelröhre, 55
Rohrströmung Wirbelsatz, 54
-, turbulente, 120
Rotation, 6, 290, 295 Zähigkeit
Rotierendes Bezugssystem, 52 siehe auch Viskosität
Zähigkeitskräfte, 47, 48
Scheinkräfte, 20 Zeitableitung
Schichtenströmung, 95 -, allgemeine, 6
Schubspannungsgeschwindigkeit, 123 -, materielle, 5
Skalar, 285 Zentrifugalkraft, 20
Spannungstensor, 17, 43 Zirkulation, 54
Spannungsvektor, 17 Zustandsgleichung, 45
Spezifische Gaskonstante, 45 Zylinderkoordinaten, 293

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