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Übungsaufgaben, Teil II

Ausgabe SoSe 2013


Anstelle eines Vorwortes

Ein rundes Vierteljahrhundert haben Generationen von Studenten mit dem bisherigen maschinenge-
schriebenen Übungsheft gearbeitet. Eine lange Reihe von Mitarbeitern hat an dessen Entstehung und
Weiterentwicklung teilgehabt. Diese Sammlung wurde jetzt von Dipl.-Ing. R. Ratke kritisch durchge-
sehen, vom Umfang her an den Vorlesungsstoff angepasst und wie die Skripte in TEX gesetzt.
Inhaltsverzeichnis

Zahlenwerte und Hinweise ii

K Gerinneströmungen (vertieft) 1

Übungs- und Klausuraufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2

L Kinematik und Kinetik 3

Übungs- und Klausuraufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Fragen und Kurzaufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Lösungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

N Strömungsmodelle und Ähnlichkeitstheorie 9

Übungs- und Klausuraufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Fragen und Kurzaufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Lösungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

O Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung 17

Übungs- und Klausuraufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Fragen und Kurzaufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

Lösungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

P Grenzschichtströmungen 29

Übungs- und Klausuraufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Q Strömungskräfte 31

Übungs- und Klausuraufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Fragen und Kurzaufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Lösungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

I Formeln zur Strömungsmechanik I.1


i
Inhaltsverzeichnis

Zahlenwerte und Hinweise

Zahlenwerte

Sofern in der Aufgabenstellung nicht explizit anders vorgegeben, ist mit folgenden Werten zu rechnen:
Größe Zeichen Wert
Atmosphärischer Normaldruck p0 100 kPa = 10 mWs
Erdbeschleunigung g 9,81 m/s2

Geschwindigkeitsbeiwerte

α = β = 1, 0

Stoffwerte (20 o C, Normaldruck)

Fluid Zähigkeit Dichte


Wasser −6
νW = 1, 0 · 10 m/s ρW = 1000,0 kg/m3
2
(1 g/cm3 = 1 kg/l = 1 t/m3 )
Luft νL = 14, 9 · 10−6 m/s2 ρL = 1,2 kg/m3
Erdöl (Baku) νÖ = 2, 6 · 10−6 m/s2 ρÖ = 824,0 kg/m3

Hinweise

Zu jedem Themenbereich werden Aufgaben in der Reihenfolge gegeben:

1. Längere Übungs- und klausurtypische Aufgaben


2. Fragen und Kurzaufgaben
3. Lösungen zu 1. – teilweise mit Lösungsweg
Zwischenergebnisse ohne Einheiten: → [m, kg, s]-System
(Antworten zu 2. werden generell nicht angegeben.)

Zahlenangaben sind Näherungswerte zu Übungszwecken ohne Anspruch auf Vollständigkeit


- ii -
Aufgaben K

Gerinneströmungen (vertieft)

- 1 -
Aufgaben K - Gerinneströmungen (vertieft)

Übungs- und Klausuraufgaben

Die Aufgabenstellung erfolgt durch das Franzius-Institut.

- 2 -
Aufgaben L

Kinematik und Kinetik

- 3 -
Aufgaben L - Kinematik und Kinetik

Übungs- und Klausuraufgaben

Aufgabe L.1

Berechnen Sie folgend den Gradienten (grad h)!

a) h(x; y; z) = xyz + x2 ey (kartesische Koordinaten)


sin ϕ −z
b) h(r; ϕ; z) = e (Zylinderkoordinaten)
r

Aufgabe L.2

Ist die Kontinuitätsgleichung für stationäre, inkompressible, dreidimensionale Strömungen erfüllt,


wenn die folgenden Komponenten der Geschwindigkeit gegeben sind?

vx = 2x2 − xy
vy = x2 − 4xy
vz = −2xy − yz + y 2

Aufgabe L.3

Das Geschwindigkeitsfeld einer laminaren, reibungsbehafteten, zweidi-


1 ∂p
R2 − y 2 und

mensionalen Rohrströmung ist gegeben durch vx =
4µ ∂x
vy = 0 mit dem Reibungskoeffizienten µ.

a) Liegt eine Potentialströmung vor?

b) Falls die Strömung nicht rotationsfrei ist, drehen sich die Teilchen mit oder gegen den Uhrzei-
gersinn?

Aufgabe L.4

Das zweidimensionale Geschwindigkeitsfeld bei der Umströmung eines


Kreiszylinders wird in Polarkoordinaten beschrieben als:
R2
   
1 − 2 cos ϕ 
" #
vr
 r 2

~v = = v∞  
vϕ  R 
− 1 + 2 sin ϕ
r
Berechnen Sie die Divergenz (div~v ) und die Rotation (rot~v ) des Ge-
schwindigkeitsfeldes!

- 4 -
L - Kinematik und Kinetik

Aufgabe L.5

a) Wie lauten die Navier-Stokes-Gleichungen in kartesischen Koordinaten für eine dreidimensio-


nale, instationäre, inkompressible Strömung?

b) Welcher Term kann im stationären Fall vernachlässigt werden?

Aufgabe L.6

Betrachtet wird eine laminare, stationäre, inkompressible, zweidimensionale Strömung zwischen zwei
parallelen Platten, bei denen die obere Platte die horizontale Geschwindigkeit vx (z = a) = vxa relativ
zur unteren Platte aufweist. Die senkrechte Koordinate ist parallel zum Erdbeschleunigungsvektor.

a) Wie lauten die Navier-Stokes-Gleichungen in diesem Fall?

b) Zeigen Sie, dass die Geschwindigkeitsverteilung durch


z az ∂p h zi
vx = vxa · − · 1− gegeben ist.
a 2η ∂x a
c) Für die oben angegebene Strömung zwischen zwei parallelen Platten herrschen die folgenden
Bedingungen:
a = 0,1 m
vxa = 10 cm/s
η = 10 −3 kg/ms
∂p
= 8·10−2 N/m3 (Der Druck steigt in positiver x-Richtung an.)
∂x
1. Zeichnen Sie die Geschwindigkeitsverteilung vx (z)!
2. Interpretieren Sie diese Geschwindigkeitsverteilung!

- 5 -
Aufgaben L - Kinematik und Kinetik

Fragen und Kurzaufgaben

Kurzaufgabe L.k1

Welcher Zusammenhang besteht zwischen substantieller, konvektiver und lokaler Beschleunigung? Ge-
ben Sie die Terme für eine eindimensionale Strömung an und bezeichnen Sie diese!

Kurzaufgabe L.k2

Was versteht man unter Scheinzähigkeit, und in welcher Bewegungsgleichung wird sie berücksichtigt?

Kurzaufgabe L.k3

1 ∂p ∂ 2 vi dvi
fi − + ν =
Die Navier-Stokes-Gleichungen lauten: ρ ∂x ∂xj ∂xj dt
| {z }i | {z }
1 2 3 4
Geben Sie für die numerierten Komponenten der Gleichung die entsprechenden Kräfte pro Masse an!
• 1: • 3:

• 2: • 4:
Kurzaufgabe L.k4

1 ∂p 1 ∂ h ∂v
i
i ∂vi ∂vi
fi − + η + ρ(vi0 vj0 ) = vj +
ρ ∂x ρ ∂xj ∂xj ∂xj ∂t
Die Reynolds-Gleichungen lauten: | {z }i | {z } | {z }
| {z }
| {z }
1 2 3 4 5 6

a) Welches Glied beschreibt die turbulenten Scheinspannungen?

b) Welches Glied beschreibt den laminaren Zähigkeitseinfluss?

c) Warum gilt diese Gleichung nur für Newtonsche Fluide?

Kurzaufgabe L.k5

Welches Phänomen wird durch folgende Gleichung beschrieben? Beschreiben Sie die linke und die
rechte Seite der Gleichung in Worten!
Z Z

ρ dV = − ρ ~v dA
∂t
KR KF

Kurzaufgabe L.k6

1 d~v
f~ − gradp + ν∆~v =
Die Navier-Stokes-Gleichungen lauten: ρ |{z} dt
| {z }
1 2 3 4
Ordnen Sie die numerierten Komponenten dieser Gleichung den unten aufgeführten Kraftarten zu!
• Zähigkeitskräfte: • Massenkräfte:

• Trägheitskräfte: • Druckkräfte:
- 6 -
L - Kinematik und Kinetik

Lösungen

Aufgabe Lösung, (Weg)


 
z + 2xey
1 a) gradh =  xz + x2 ey 
 
xy
− sin(ϕ)e−z
 
2
 −z r
 
 e cos(ϕ) 

b) gradh =  
 r2 
− sin(ϕ)e−z
 
r
2 nein, div~v = −2y 6= 0
1 ∂p
3 a) nein, div~v = 0, aber rot~v = y
2µ ∂x
b) y = 0 (Achse): keine Drehung,
y < 0 (unterhalb): mit und y > 0 (oberhalb): gegen den Uhrzeigersinn
R2 R2
 
cos ϕ cos ϕ
4 div~v = 1+ 2 −1− 2 = {0} = 0
r r r r
   
0
 0   0 
rot~v =  = 0 
R2 R2 
 sin ϕ  
−1 + 2 + 1 − 2 0
r r r
1 ∂p ∂ 2 vi dvi
5 a) fi − +ν 2 = (Indexschreibweise: i, j = x, y, z)
ρ ∂xi ∂xj dt
∂vi
b)
∂t
∂ 2 vx 1 ∂p 1 ∂p
6 a) x : −ν 2 = − ; y : −; z:0=− −g
∂z ρ ∂x ρ ∂z
1 ∂p 2
b) vx = z + C1 z + C2
2η ∂x
RB: vx (z = 0) = 0 ; C2 = 0
1 ∂p 2 vxa 1 ∂p
RB: vx (z = a) = vxa = a + C1 a ; C1 = − a
 2η ∂x a 2η ∂x
1 ∂p 2 vxa 1 ∂p z az ∂p h z i
vx z + − a z = vxa · − · 1−
2η ∂x a 2η ∂x a 2η a
c)

Wegen der Druckzunahme in x-Richtung fließt die Strömung im Mittel von rechts nach links
(dem Druckgradienten entgegen).

- 7 -
frei für Notizen
Aufgaben N

Strömungsmodelle und
Ähnlichkeitstheorie

- 9 -
Aufgaben N - Strömungsmodelle und Ähnlichkeitstheorie

Übungs- und Klausuraufgaben

Aufgabe N.1

Das Modell eines Hafenbeckens im Längenmaßstab λL = 1 : 100 wird in tM = 8 Minuten durch Öffnen
des Schleusentores entleert. In welcher Zeit läuft das Hafenbecken aus?

Aufgabe N.2

Es soll der Widerstand eines bei einem Flugzeug verwendeten Profildrahtes mit einem Durchmesser
von DN = 10 mm bei einer Geschwindigkeit von vN = 200 km/h bestimmt werden. Welcher Draht-
durchmesser DM ist für einen Modellversuch in einem Wasserkanal bei einer Strömungsgeschwindigkeit
von vM = 20 cm/s zu wählen, wenn die kinematische Zähigkeit der Luft fünfzehnmal so groß ist wie
die von Wasser?

Aufgabe N.3

In dem dargestellten Flussabschnitt mit dem


Abfluss QN = 300 m3 /s sollen die durch
den Einbau von Brückenpfeilern veränderten
Strömungsverhältnisse anhand eines Modells im
Maßstab 1:100 untersucht werden.

Wie groß muss der Abfluss QM im Modell gewählt werden, wenn der Einfluss der Schwere- und
Trägheitskräfte als maßgebend angesehen wird?

Aufgabe N.4

Eine Brücke mit einer Gesamtlänge von lN = 500 m soll auf ihr Verhalten im Wind untersucht werden.
Es wird in der Natur mit Windgeschwindigkeiten bis zu vN = 108 km/h gerechnet. Der zur Verfügung
stehende Windkanal erzeugt eine maximale Windgeschwindigkeit von vM = 120 m/s und hat eine zur
Verfügung stehende Messbreite von lM = 15 m.

a) Mit welcher Geschwindigkeit müsste der Windkanal betrieben werden, um die Reynolds-Ähn-
lichkeit einzuhalten? Ist der Windkanal dazu geeignet?

b) Mit welcher Geschwindigkeit müsste im Modell gearbeitet werden, wenn Luft statt Wasser als
strömendes Fluid verwendet wird?

νLuf t = 15, νW asser = 1 [·10−6 m2 /s]

c) Bei hinreichend hohen Geschwindigkeiten in Modell und Natur kann auf die Reynolds-Ähnlich-
keit verzichtet werden. Warum?
- 10 -
N - Strömungsmodelle und Ähnlichkeitstheorie

Aufgabe N.5

Die durch den Einbau mehrerer Brückenpfeiler in einem Fluss verursachte Wellenbildung soll durch
ein im Maßstab 1:25 hergestelltes Modell ermittelt werden.

a) Welche Geschwindigkeit ist im Versuchsgerinne zu wählen, wenn die Geschwindigkeit des Flusses
vN = 3 m/s ist?

b) Die zwischen zwei Pfeilern strömende Menge sei im Versuch mit QM = 0, 17 m3 /s gemessen
worden. Wie groß ist die entsprechende Durchflussmenge im Naturfall?

Aufgabe N.6

Ein Turmdrehkran steht unter Windbelastung. Er soll unter Einfluss der Geschwindigkeit vM in ei-
nem Modellversuch untersucht werden, wobei das Verhältnis der Zähigkeits- zu den Trägheitskräften
beachtet werden soll. In dem zur Verfügung stehenden Wind- bzw. Wasserkanal ist eine Maximalge-
schwindigkeit vM,max möglich.

hN = 20 m
vN = 40 m/s
λL = 1:30
vM,max = 80 m/s

Fluid Zähigkeit ν

Glycerin 1170 · 10−6 m2 /s


Luft 15 · 10−6 m2 /s
Wasser 1 · 10−6 m2 /s

a) Welches der aufgeführten Fluide ist bei gegebenem Längenmaßstab λL für den Versuch zu ver-
wenden?

b) Wie groß müssen im Modell die Gesamthöhe hM des Krans und die Geschwindigkeit vM sein?

Aufgabe N.7

Mit welcher Geschwindigkeit kann ein Luftschiff mit einer Antriebskraft von FN = 10 kN fahren, wenn
im Windkanal am Modell (Maßstab λL = 1 : 100) eine Widerstandskraft von FM = 12 N bei einer
Geschwindigkeit von vM = 75 m/s gemessen wurde?

- 11 -
Aufgaben N - Strömungsmodelle und Ähnlichkeitstheorie

Fragen und Kurzaufgaben

Kurzaufgabe N.k1

Nach welcher Ähnlichkeitsbedingung würden Sie ein


Modell des nebenstehenden Systems bauen?
(Mit Begründung)

Kurzaufgabe N.k2

Welche Ähnlichkeitsbedingungen kennen Sie?


Wie lauten die entsprechenden Kennzahlen (Definitionsgleichungen)?

Kurzaufgabe N.k3

Welche Ähnlichkeitsbedingungen kennen Sie, und welche maßgeblichen Kräfte werden jeweils berück-
sichtigt?

Kurzaufgabe N.k4

Ein Wehrüberfall soll in einem Modell


im Maßstab 1:25 untersucht werden. Das
Wehr ist 10 m hoch; der Wasserspiegel
liegt maximal 1,5 m über der Wehrkrone.

a) Wie hoch ist das Wehr im Modell?


Welche maximale Wasserspiegellage ist im Modell einzustellen?

b) Der Durchfluss in dem 50 cm breiten Modell wird mit 0,02 m3 /s gemessen.


Wie groß ist der Durchfluss pro Breitenmeter in der Natur?

- 12 -
N - Strömungsmodelle und Ähnlichkeitstheorie

Kurzaufgabe N.k5

Der Strömungswiderstand eines Unterseebootes im getauchten Zustand soll untersucht werden.

a) Die maximale Anströmgeschwindigkeit in der Natur beträgt 25 km/h.


Mit welcher Geschwindigkeit (in m/s) muss ein Modell im Maßstab 1:10 betrieben werden, wenn
Wasser als Fluid verwendet wird?

b) Ist diese Geschwindigkeit realistisch?

Kurzaufgabe N.k6

Durch ein Flussmodell im Maßstab 1:100 fließen QM = 1 l/s Wasser. Welcher mittleren Fließgeschwin-
digkeit würde diese Menge in der Natur bei einem Fließquerschnitt von A = 50 m2 entsprechen?

Kurzaufgabe N.k7

Nach welcher Ähnlichkeitsbedingung würden Sie ein Modell des folgenden Systems bauen?

Geben Sie Namen und Definitionsgleichung der betreffenden Kennzahl an und begründen Sie Ihre
Aussage.

Kurzaufgabe N.k8

Es soll die Druckverteilung an einem von Wasser umströmten Profil im Modell untersucht werden.
Zähigkeitseinflüsse sind zu berücksichtigen.
Wie groß muss das Modell sein, wenn im Versuch die Wassergeschwindigkeit fünfmal so groß sein soll
wie in der Natur? (Begründung!)

Kurzaufgabe N.k9

Bei einem Modellversuch nach Reynolds wird dasselbe Fluid wie in der Natur benutzt. Geben Sie den
Kräftemaßstab an!
- 13 -
Aufgaben N - Strömungsmodelle und Ähnlichkeitstheorie

Kurzaufgabe N.k10

Das Modell eines Kanals im Maßstab λL = 0, 02 läuft nach einem Dammbruch in 20 min aus. In
welcher Zeit entleert sich der reale Kanal?

Kurzaufgabe N.k11

a) Warum kann bei Körpern, die mit hoher Geschwindigkeit (ohne Schwerkrafteinfluss) umströmt
werden, auf die Einhaltung der Reynolds-Ähnlichkeit verzichtet werden?

b) Welche Terme in der Navier-Stokes-Gleichung


1 ∂p ∂ 2 vi dvi
fi − ( +ν ) =
ρ ∂xi ∂xj ∂xj dt
1 2 3 4
werden dann nur noch berücksichtigt?

Kurzaufgabe N.k12

Die drei unten skizzierten Strömungen sollen in Modellversuchen untersucht werden. Geben Sie jeweils
das Ähnlichkeitsgesetz und die Definition der zugehörigen Kennzahl an.

- 14 -
N - Strömungsmodelle und Ähnlichkeitstheorie

Lösungen

Aufgabe Lösung, (Weg)

1 Froude; tN = 80 min
2 Reynolds; DM = 18, 53 cm
3 Froude; QM = 0, 003 m3 /s
4 a) Reynolds; vM = 1000 m/s, unmöglich
b) vM = 66, 7 m/s, unrealistisch
c) Weil dann die turbulenten Scheinzähigkeiten bestimmend werden.
5 a) Froude; vm = 0, 6 m/s
b) QN = 531, 25 m3 /s
6 a) Reynolds; Wasser (geringste Zähigkeit)
b) λL = 1 : 30, hM = 0, 667 m; λv = 2 : 1, vM = 80 m/s
7 Euler; vN = 21, 651 m/s = 77,94 km/h

- 15 -
frei für Notizen
Aufgaben O

Potentialströmung am Beispiel
Grundwasserströmung

- 17 -
Aufgaben O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung

Übungs- und Klausuraufgaben

Aufgabe O.1

Gegeben ist ein wassergefülltes U-Rohr mit ei-


nem eingesetzten Sandfilter zwischen A und B.

kf = 1 · 10−3 m/s

Berechnen Sie den Wasserdruck in den Punk-


ten A und B sowie den Betrag der Filterge-
schwindigkeit!

Aufgabe O.2

Gegeben sei ein durchströmtes Sandgebiet in der folgenden Anordnung.

kf = 1 · 10−3 m/s

Bestimmen Sie für die Punkte A, B, C und D die folgenden Größen:

a) Standrohrspiegelhöhe,

b) Wasserdruck,

c) den Betrag der Filtergeschwindigkeit!

d) Markieren Sie die Richtung der Filtergeschwindigkeit durch Pfeile!

- 18 -
O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung

Aufgabe O.3

Ein gerader, mit Sand (kf = 1 · 10−3 m/s) gefüllter, rechteckiger Querschnitt mit der Länge l = 20 m
und der Höhe a = 10 m wird von Wasser durchsickert:

Gegebene Punkte
Punkt x [m] z [m]
A 10,0 10,0
B 10,0 5,0
C 10,0 0,0
D 0,0 0,0
E 20,0 0,0

a) Berechnen Sie die Standrohrspiegelhöhe h(x, z) und den Druck p(x, z) an den Punkten A, B,
C, D und E.

b) Berechnen Sie den Betrag der Filtergeschwindigkeit an den Punkten A und C.

c) Berechnen Sie den Durchfluss pro Breitenmeter zwischen C und A.

d) Wie groß ist die Resultierende der tatsächlichen Strömungsgeschwindigkeit bei einem Porenanteil
des Sandes von n = 10%?

Aufgabe O.4

Gegeben sei das skizzierte Grundwassersystem.

a) Zeichnen Sie qualitativ richtig fünf Stromlinien und zehn Äquipotentiallinien in die obere Ab-
bildung ein!

b) Geben Sie qualitativ richtig die Standrohrspiegelhöhen in den sechs Standrohren an (bei 1, 2
und 3)!

c) Wie groß ist die Vertikalkomponente der Filtergeschwindigkeit vz an der Stelle 2?

- 19 -
Aufgaben O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung

Aufgabe O.5

In einem kastenförmigen Grundwassermodell der Länge L und der Mächtigkeit d liegt bei konstanter
Breite eine quasi-zweidimensionale Strömung vor, wenn an den Stirnseiten konstante Randbedingun-
gen herrschen. Unter- und Oberseite des Modells sind undurchlässig.
Der Kasten kann mit zwei verschiedenen Böden gefüllt werden, die die Durchlässigkeiten k1 und k2
besitzen. Der Unterschied der Standrohrspiegelhöhen zwischen Ein- und Auslass beträgt ∆h = h1 −h2 .

Berechnen Sie die mittlere äquivalente Durchlässigkeit k̄ mit der Annahme, dass die mittlere Ge-
∆h
schwindigkeit v̄ = −k̄ ist, für:
L
a) Die Böden liegen als horizontale Schichten mit den Dicken d1 und d2 ; d1 + d2 = d.
b) Die Böden bilden zwei in Strömungsrichtung hintereinander liegende Blöcke mit den Längen L1
und L2 ; L1 + L2 = L.

Aufgabe O.6

d= 2,00 m
r2 = 2000 m
h2 = 4,00 m
Q = 6,283 l/s
k = 2 · 10−3 m/s

Über einer undurchlässigen Schicht liegt ein homogener ungespannter Grundwasserleiter. Aus einem
Brunnen wird Trinkwasser mit der Rate Q gefördert. Es wird von einer horizontal gerichteten Fließ-
geschwindigkeit, die konstant über ein Querschnitt ist (Dupuit-Annahme), ausgegangen. Das Unter-
suchungsgebiet ist rotationssymmetrisch zur Brunnenachse – Rechnung in Polarkoordinaten!

a) Betrachten Sie den zylindrischen Vertikalschnitt um den Brunnen mit dem Radius r und schrei-
ben Sie die stationäre Kontinuitätsgleichung für dieses System auf! Stellen Sie dazu den Zusam-
menhang zwischen Volumenstrom und Filtergeschwindigkeit durch die zylindrische Mantelfläche
her und verwenden Sie das Darcy-Gesetz.

b) Wie hoch steht das Grundwasser über der undurchlässigen Schicht in Abhängigkeit von der
Entfernung an? Berechnen Sie h(r) algebraisch in allgemeiner Form.

c) Wie hoch steht das Wasser im Brunnen?

- 20 -
O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung

Aufgabe O.7

Die Berechnung einer Grundwasserströmung hat u.a. die in der Tabelle angegebenen Standrohrspie-
gelhöhen [m über NN] ergeben.

a) Bestimmen Sie die fehlenden Werte für die Standrohrspiegelhöhe h und tragen Sie diese in die
Tabelle ein!

b) Berechnen Sie die Richtung und den Betrag der Filtergeschwindigkeit im Punkt M!

Aufgabe O.8

Die Verteilung der Standrohrspiegelhöhen h unter einem abgespundeten Wehrkörper wurde mit Hilfe
eines numerischen Modells berechnet und ist in der folgenden Abbildung als Wertefeld dargestellt.

a) Zeichnen Sie qualitativ richtig die Wasserspiegellinie vom Ober- zum Unterwasserspiegel in die
obere Abbildung ein!

b) Berechnen Sie die Druckverteilung des Wassers [in kPa] auf die Sohle des Wehrkörpers infolge
der Grundwasserströmung!
- 21 -
Aufgaben O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung

c) Zeichnen Sie in das Wertefeld die Äquipotentiallinien mit ∆h = 1 m sowie fünf Stromlinien ein!

d) Berechnen Sie die Komponenten der Filtergeschwindigkeiten für die im Wertefeld angegebenen
Punkte und zeichnen Sie die Vektoren im gegebenen Maßstab ein (kf = 10−4 m/s)!

- 22 -
O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung

Fragen und Kurzaufgaben

Kurzaufgabe O.k1

Wie lautet das Darcy-Gesetz? Benennen Sie die vorkommenden Größen einschließlich der Dimensionen!

Kurzaufgabe O.k2

Unter einem Bauwerk befindet sich eine durchlässige Bodenschicht in der skizzierten Anordnung.

a) Kennzeichnen Sie alle in der Zeichnung vorkommenden Potentiallienien mit o und Stromlinien
mit x in der oberen Abbildung.
b) Geben Sie die Fließrichtung mit Pfeilen entlang der Stromlinien in die obere Abbildung an!

Kurzaufgabe O.k3

Unter einem Bauwerk befindet sich eine durchlässige Bodenschicht in der skizzierten Anordnung.
Zeichnen Sie qualitativ wesentliche Strom- und Potentiallinien (mindestens jeweils 5) in das Gebiet
ein und kennzeichnen Sie diese!

- 23 -
Aufgaben O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung

Kurzaufgabe O.k4

Markieren Sie jeweils die richtige Aussage für die unten skizzierte Grundwasserströmung. hA , hB , hC
und hD seien die Standrohrspiegelhöhen in den Punkten A, B, C und D.

[ ] hA ist größer als hB [ ] hA ist größer als hD [ ] hC ist größer als hA


[ ] hA ist kleiner als hB [ ] hA ist kleiner als hD [ ] hC ist kleiner als hA
[ ] hA und hB sind gleich [ ] hA und hD sind gleich [ ] hC und hA sind gleich

Kurzaufgabe O.k5

Die Berechnung einer Grundwasserströmung ergab die in der Wertetabelle angegebenen Standrohr-
spiegelhöhen h für die Punkte f und g. Ergänzen Sie die fehlenden Werte für h und die Druckhöhe
p/ρg in der Tabelle.
p
Punkt h [m] [m]
ρg
a
b
c
d
e
f 5,6
g 5,4

∆x = ∆z = 1, 00 m

- 24 -
O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung

Kurzaufgabe O.k6

Unter einem Bauwerk befindet sich eine durchlässige Bodenschicht in der skizzierten Form. Geben Sie
die Werte für Druck und Standrohrspiegelhöhe in den Punkten A, B und C an!

Kurzaufgabe O.k7

Die Berechnung der Standrohrspiegelhöhen in einer Grundwasserströmung hat unter anderem die in
der Skizze gezeigten Werte ergeben:

a) Geben Sie die Definitionsgleichung der


Standrohrspiegelhöhe – mit Einheiten für
alle Terme – an!

b) Berechnen Sie den Druck p im Punkt M!

c) Zeichnen Sie grob die Richtung der Grund-


wasserströmung in die Skizze ein!
∆x = ∆z = 2, 00 m
ρ = 1 t/m3

Kurzaufgabe O.k8

Die Berechnung der Standrohrspiegelhöhen in einer Grundwasserströmung hat unter anderem die in
der Skizze gezeigten Werte ergeben:

a) Berechnen Sie die Standrohrspiegelhöhe


hM für den Punkt M nach dem Differen-
zenverfahren!

b) Berechnen Sie die vertikale Geschwindig-


keitskomponente vz,M im Punkt M!
∆x = ∆z = 1, 00 m
kf = 1 · 10−3 m/s

- 25 -
Aufgaben O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung

Lösungen

Aufgabe Lösung, (Weg)

1 pA = 29, 43 kPa, pB = 9, 81 kPa


vf = −1, 5 · 10−3 m/s
2 a) hA = 11, 00 m ü.NN, hB = 9, 00 m ü.NN
hC = 7, 00 m ü.NN, hD = 7, 00 m ü.NN
b) pA = 29, 43 kPa, pB = 39, 24 kPa
pC = 49, 05 kPa, pD = 58, 86 kPa
c) vf = 1 · 10−4 m/s
d) Wasser strömt von A nach C
3 a) hA = hB = hC = 15, 0 m, hD = 16, 0 m, hE = 14, 0 m
pA = 49, 05 kPa, pB = 98, 10 kPa, pC = 147, 15 kPa
pD = 156, 96 kPa, pE = 137, 34 kPa
b) vf,z = 0 m/s, vf,x = 1, 0 · 10−4 m/s
c) q = 0, 001 m2 /s
d) vA,z = 0 m/s, vA,x = 1, 0 · 10−3 m/s
4 a) siehe Seite 27
b) siehe Seite 27
c) vz,2 = 0, 00 m/s
d1 k1 + d2 k2
5 a) k̄ =
d
Lk1 k2
b) k̄ =
(L1 k2 + L2 k1 )
6 a) Q = 2πr r· kh ∂h/∂r; vϕ = 0
Q
b) h(r) = h22 + ln(r/r2 )
πk
c) h1 = 2, 90 m

7 a) hOL = hO = hOR = 10 m, hR = 10, 2 m, (9-Punkte-Formel)


b) |v| = 8, 5 · 10−4 m/s, α = 69, 44◦
8 a) siehe S. 28
b) x [m] 6, 00 7, 00 7, 00 8, 00 9, 00 10, 00 11, 00 12, 00 12, 00
z [m] 6, 20 6, 20 7, 00 7, 00 7, 00 7, 00 7, 00 6, 20 6, 20
p [kPa] 85, 84 84, 27 75, 34 74, 46 72, 30 70, 04 69, 06 75, 64 73, 77
c) siehe S. 28
d) Knoten A B C
−4
vx [10 m/s] 0, 00 0, 25 0, 64
−4
vz [10 m/s] −0, 43 0, 01 0, 05
Zeichnung auf S. 28

- 26 -
O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung
Zu Aufgabe O.4:

(Potentiallinien gestrichelt; Zeichnung von Hand“: Es erfordert etwas Übung, ein annähernd or-

thogonales Netz zu erreichen. Immer – und zuerst! – zeichne man diejenigen Strom- bzw. Potential-
linien, die auf einer Begrenzung des Gebietes verlaufen. Die Isolinien gehen nie durch freies Wasser!
Dieses dient ausschließlich zur Darstellung einer h-Randbedingung.)

- 27 -
Aufgaben O - Potentialströmung am Beispiel Grundwasserströmung

Zu Aufgabe O.8:

a) Wasserspiegel

c, d) Potential- und Stromlinien, Geschwindigkeiten, von Hand“


- 28 -
Aufgaben P

Grenzschichtströmungen

- 29 -
Aufgaben P - Grenzschichtströmungen

Übungs- und Klausuraufgaben

Zu diesem Kapitel erfolgen keine Aufgaben.

- 30 -
Aufgaben Q

Strömungskräfte

- 31 -
Aufgaben Q - Strömungskräfte

Übungs- und Klausuraufgaben

Aufgabe Q.1

b = 1,6 m
h = 1,4 m
v = 100 km/h
P = 25 kW
ρL = 1,2 kg/m3

Ein PKW der Breite b und der Höhe h fährt mit der Geschwindigkeit v. Hierbei gibt der Motor
– ausschließlich zur Überwindung des Luftwiderstandes – die Leistung P ab.

Wie hoch ist der Widerstandsbeiwert des PKW?

Aufgabe Q.2
A = 10 m2
v = 50 km/h
u = 100 km/h
ρL = 1,2 kg/m3

Ein LKW transportiert eine Betonplatte mit einer Seitenflache A. Bestimmen Sie die resultierende
Kraft auf die Platte, wenn Seitenwind mit einer Geschwindigkeit v senkrecht zur Platte auftrifft.
Unterscheiden Sie die Fälle:

a) der LKW steht; cW = 1, 2

b) der LKW fährt mit der Geschwindigkeit u; cW = 0, 4, cA = −0, 8

- 32 -
Q - Strömungskräfte

Aufgabe Q.3

Eine Reklametafel mit den Abmessungen


b×h = 18×10 m2 ist einem frontalen Wind
von v = 20 m/s ausgesetzt.

a) Wie groß ist die resultierende Kraft?

b) Wie groß ist die resultierende Kraft


auf die Tafel, wenn sie unter einem
Winkel von α = 45◦ angeströmt
wird?

ρL = 1, 2 kg/m3

Aufgabe Q.4

v∞ = 350 km/h
m = 5.000 kg
g = 9,81 m/s2
ρL = 1,2 kg/m3

Ein Flugzeug mit der Masse m soll bei der Geschwindigkeit v∞ abheben. Auftriebs- und Widerstands-
beiwerte der Tragflächen sollen dem Diagramm auf Seite 80 des Vorlesungsskripts entnommen werden.
Die Fläche A beträgt pro Flügel 5,4 m2 .

a) Um welchen Winkel müssen die Flügel zur Horizontalen mindestens geneigt werden, damit die
Maschine abhebt?

b) Wie groß ist die Widerstandskraft an den Tragflächen in diesem Moment?

- 33 -
Aufgaben Q - Strömungskräfte

Aufgabe Q.5

H= 100 m
d= 4m
ρL = 1,2 kg/m3
ηL = 18 · 10−6 kg/(m·s)

Ein Fabrikschornstein mit der Höhe H und dem Durchmesser d wird mit der Windgeschwindigkeit
v∞ angeströmt.

a) Bis zu welcher Geschwindigkeit v∞ ist der Strömungszustand unterkritisch?

b) Wie groß ist bei dieser Geschwindigkeit die Gesamtkraft auf den Schornstein?

(Der Widerstandsbeiwert ist dem entsprechenden Diagramm des Skripts zu entnehmen, L/d = ∞)

Aufgabe Q.6

H = 40 m
d= 2m
vu = 20 m/s
vo = 40 m/s
ρL = 1,2 kg/m3
cW = 0,8

Ein Fabrikschornstein hat die Höhe H und den Durchmesser d. Er wird mit einer linear von unten
(vu ) nach oben auf vo zunehmenden Geschwindigkeit angeströmt.

a) Wie groß ist die resultierende Luftkraft auf den Schornstein?

b) Wie groß ist das resultierende Biegemoment bezüglich des Schornsteinfußes (Punkt 0)?

- 34 -
Q - Strömungskräfte

Fragen und Kurzaufgaben

Kurzaufgabe Q.k1

Aus welchen Anteilen setzt sich der Widerstand eines von einem realen Fluid umströmten Körpers
zusammen?

Kurzaufgabe Q.k2

Berechnen Sie:
a) die Reynoldszahl für einen mit 200 km/h fliegenden Tennisball (d = 7,5 cm; ν = 15 · 10−6 m2 /s),

b) die Geschwindigkeit, bei der ein gleicher Ball mit rauherer Oberfläche (Rekrit = 2 · 105 ) in den
überkritischen Bereich kommt.

Kurzaufgabe Q.k3

a) Kennzeichen Sie die skizzierten Ablösepunkte des von einem realen Fluid umströmten glatten
Kreiszylinders jeweils für den unterkritischen bzw. überkritischen Fall.

b) In welchem Fall ist bei gleicher Geschwindigkeit der Druckwiderstand des umströmten Zylinders
größer?

Kurzaufgabe Q.k4

Ein Ball (d = 20 cm) ändert unvermittelt seine Flugbahn, wenn sich bei der kritischen Reynoldszahl
(Rekrit = 3 · 105 ) der Widerstandsbeiwert schlagartig ändert.

Wie groß ist die dazugehörige kritische Ballgeschwindigkeit (ν = 15 ·10−6 m2 /s)?

- 35 -
Aufgaben Q - Strömungskräfte

Kurzaufgabe Q.k5

Bezeichnen Sie in der nachfolgenden Abbildung der Druckverteilung eines umströmten Kreiszylinders

die

a) theoretische

b) gemessene
(unterkritische)

c) gemessene
(überkritische)

Druckverteilung.

Kurzaufgabe Q.k6

Bezeichnen Sie die richtigen Antworten zu unter- bzw. überkritischer Umströmung eines Kreiszylinders:
[ ] bezieht sich auf die Schallgrenze
[ ] ist bedingt durch Übergang von laminarer zu turbulenter Grenzschicht.
[ ] ist durch Übergang von unter- zu überkritischer Strömung bedingt.
[ ] der Widerstand nimmt dabei zu.
[ ] der Widerstand nimmt dabei ab.

Kurzaufgabe Q.k7

a) Von welchen Parametern können die Beiwerte cW und cA im allgemeinen Fall abhängen?

b) Wie sind die Beiwerte cW und cA definiert?

Kurzaufgabe Q.k8

Warum wird ein Tragflügel nicht wie skizziert gebaut?

Kurzaufgabe Q.k9

Das D’Alambertsche Paradoxon lautet: Bei inkompressibler und reibungsloser Strömung tritt auf

einem umströmten Körper keine Widerstandskraft auf“.

Warum trifft diese Aussage in der Praxis nicht zu?


- 36 -
Q - Strömungskräfte

Lösungen

Aufgabe Lösung, (Weg)

1 cW = 0, 87
2 a) FR = q
FW = 1, 39 kN
b) FR = FW 2 + F 2 = 5, 18 kN
A
3 a) FR = q
FW = 51, 8 kN
b) FR = FW 2 + F 2 = 42, 8 kN
A
4 a) erf. cA = 0, 8 ; α ' 8◦
b) FW ' 3, 37 kN
5 a) v∞ = 1,125 m/s
b) FW = 364,5 N
6 a) FW = 35, 84 kN
b) M0 = 870, 4 kNm

- 37 -
frei für Notizen
Anhang I

Formeln zur Strömungsmechanik

Das Wichtigste in Kürze.

Den Klausuren zum Kurs wird je ein Exemplar dieser Formelsammlung beigelegt.

- I.1 -
ANHANG I - Formelsammlung

Formeln zur Strömungsmechanik Stand: SoSe 2013

Zahlenwerte

Größe Zeichen Wert Näherung für Klausuren


Atmosphärischer Normaldruck p0 103.000 Pa 100 kPa = 10 mWs
Erdbeschleunigung g 9,81 m/s2 10 m/s2

Stoffwerte (20 o C, Normaldruck)


(1 g/cm3 = 1 kg/l = 1 t/m3 )
Wasser νW = 1, 0 · 10−6 m2 /s
ρW = 1000,0 kg/m3
−6 2 η ∂v
Luft νL = 14, 9 · 10 m /s ρL = 1,2 kg/m3 ν= ; τ =η
ρ ∂n
Erdöl (Baku) νÖ = 2, 6 · 10−6 m2 /s ρÖ = 824,0 kg/m3

Hydrostatik

Lage des relativ ruhende Fluide


Druckmittelpunktes in bewegten Gefäßen
p = pü + ρ gh RB
Iξη pB = pA + ρ f~ ds
~
xD = + xS A
Fx = pS Ax yS · A RB 
Fz = ρ gV Iξ = pA + ρ fx dx + fy dy + fz dz
yD = + yS A
yS · A
F = pS A (eben) fr = ω 2 · r
Schwimmstabilität
Ix
hM = −e
V

Erhaltungssätze

Massenerhaltung Impulserhaltung
ṁ1 = ṁ2
ρ1 v1 A1 = ρ2 v2 A2 bzw. S = pü A + βρ v 2 A = pü A + βρ Qv
v 1 A1 = v 2 A2 (ρ = const.)
~ein + S
S ~aus + F~äuβere + G
~ = 0
∂vx ∂vy ∂vz
+ + = 0
∂x ∂y ∂z
Energieerhaltung Spezifische Energie (Gerinne)
p1 v12
P p2 v2 v2
z1 + +α + = z2 + + α 2 + hv E = h+
ρg 2g g ṁ ρg 2g 2g
Energiehöhe Iteration, wenn E und q gegeben:
p v2
hE = z + +α Konstante: C = q 2 /(2g)
ρg 2g
Strömen: h ⇐ E − C/h2 ; h0 = E
p
Schießen: h ⇐ C/(E − h); h0 = 0

Zahlenangaben sind Näherungswerte zu Übungszwecken ohne Anspruch auf Vollständigkeit


- I.2 -
Formeln zur Strömungsmechanik

3. Verzweigungsverluste
Örtlich konzentrierte Verluste 3.1 scharfkantige Rohre (konst. Durchmesser)
β 90o 90o 45o 45o
v2
hv = ζ Qa /Q ζa0 ζd0 ζa0 ζd0
2g 0,2 0,88 -0,08 0,68 -0,06
Bei ζ : v = Geschwindigkeit unmittelbar hinter der Störstelle 0,4 0,89 -0,05 0,50 -0,04
Bei ζ 0 : v = Geschwindigkeit unmittelbar vor der Störstelle 0,6 0,95 0,07 0,38 0,07
0,8 1,10 0,21 0,35 0,20
β 90o 90o 45o 45o
1. Ein- und Auslaufverluste Qa /Q ζa ζd ζa ζd
0,2 -0,40 0,17 -0,38 0,17
0,4 0,08 0,30 0,00 0,19
0,6 0,47 0,41 0,22 0,09
ζ = 0, 5 ζ = 0, 25 ζ = 0, 1 ζ 0 = 1, 0 0,8 0,72 0,51 0,37 -0,17

3.2 symmetrische Hosenrohre mit Qa /Q = 0, 5


2. Umlenkverluste rm /d ζ
β
rm /d \ 15o 30o 60o 90o 0,5 4,4
2 0,03 0,06 0,12 0,14 0,75 2,4
5 0,03 0,05 0,08 0,11 1,0 1,6
10 0,03 0,05 0,07 0,11 1,5 1,0
2,0 0,8
\β 15o 30o 60o 90o
glatt 0,042 0,13 0,47 1,13 β ζ
rauh 0,062 0,16 0,68 1,27 10o 0,4
30o 1,2
45o 2,8
Wandreibungsverluste 60o 4,0
90o 5,6
Darcy-Weisbach
l v2 4A ρg A
hv = λ ; Dh = ; τ0 = hv
Dh 2g U l U Manning Strickler
Stahlrohre k [mm]
2/3 1/2 A
v = kSt rh IE ; rh =
Leitungen aus gezogenem Stahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,01 bis 0,05 U
Geschweißte Rohre von handelsüblicher Güte:
neu . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,05 bis 0,10 Gerinne: kSt [m1/3 /s] k [mm]
nach längerem Gebrauch gereinigt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,15 bis 0,20
mäßig verrostet, leichte Verkrustung . . . . . . . . . . . . . . . . 0,40 Glatte Holzgerinne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 0,60
schwere Verkrustung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Glatter unversehrter Zementputz,
Genietete Leitungen mit Längs und Quernähten: glatter Beton mit hohem Zementgehalt . 80 0,80
a) Bleckdicke unter 5 mm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,65 Hausteinquader, gut gefugte Klinker . . . . . . . 70 . . . 80 1,8 . . . 1,5
b) Blechdicke 5 bis 12 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,95 Alter Beton, Bruchsteinmauerwerk . . . . . . . . . 50 20
c) Blechdicke über 12 mm und 6-12 mm, wenn Erdkanäle, regelmäßig, rein, ohne Geschiebe
Nietnähte mit Laschen verdeckt . . . . . . . . . . . . . . . 3 mittlerer Kies . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 75
d) Blechdicke über 12 mm mit verlaschten Nähten . . 5,5
Natürliche Flußbetten, mit Geröll
e) in ungünstigem Zustand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . bis 5o
und Unregelmäßigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . 30 bis 400
Gußeisenrohre
Gebirgsflüsse mit grobem Geröll, bei
Neue Leitungen mit Flansch- oder Muffenverbindung . . . 0,15 bis 0,3
ruhendem Geschiebe mit unverkleideter,
Gußeiserne Rohre:
roher Felswand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 . . . 28 bis 1500
inwendig bitumiert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,12
wie vor, bei in Bewegung befindlichem
neu . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,25 bis 1
Geschiebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 . . . 22 bis 3000
angerostet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 bis 1,5
verkrustet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,5 bis 3
Stollen und Betonrohrleitungen:
Beton und Druckstollen
Rohrleitungen und Stollen in Stahlbeton
Geschliffener Zementputz größter Glätte . . . 100 0,01
mit sorgfältig handgeglättetem Verputz . . . . . . . . . . . . . 0,01
neue Leitungen aus Schleuderbeton mit glattem Verputz 0,16 Betonstollen von weniger sorgfältiger
Betonrohre, Glattstrich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,3 bis 0,8 Ausführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 . . . 80 10 . . . 0,16
Druckstollen mit Zementverputz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,5 bis 1,6 Alte, aus Einzelrohren bestehende
Betonrohre, roh . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 bis 3 Betonrohrleitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 3 ... 1
Beton, schalungsrauh . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . l0
Sonstige Rohre
Asbest-Zement-Rohre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,1
Holzrohre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,2 bis 1

Tabellen nach Schröder, H. und Press, R.: Hydromechanik im Wasserbau


W. Ernst & Sohn, Berlin, München 1966
- I.3 -
ANHANG I - Formelsammlung

Reibungsbeiwert λ nach Colebrook-White


λ
0.07
6 k/D
0.06 0,0330

0.05
0,0160
0.04
0,0083

0.03
0,0040

0,0020

0.02 0,0010

0,0004
0,0002

0,0001

0.01
1| 2 {z 4 6 8} 1 2 {z 4 6 8} 1| 2 {z 4 6 8} 1| 2 {z 4 6 8 10} vD
| Re = ν
∗103 ∗104 ∗105 ∗106 -
64
laminar (Re < 2330): λ =
Re
 
1 10 log 2, 51 k
turbulent (Re > 2330): √ ⇐ −2 · √ + (iterativ!)
λ Re λ 3, 71 D

Wechselsprung 2 p
Überfall: Q = µ b hü 2g hü
q  3
h2 1
= 1 + 8Fr21 − 1 Form Kronenausbildung µ
h1 2
breit, scharfkantig, waagerecht . . . . . . . . . . . . 0, 49 ÷ 0, 51
Grenzzustand
s breit, gut abgerundete Kanten, waagerecht 0, 50 ÷ 0, 55
q2 2
hgr = 3 = Egr breit,vollständig abgerundet
g 3 z.B. mit ganz umgelegter Stauklappe . . . . 0, 65 ÷ 0, 73
p
vgr = ghgr
scharfkantig, Überfallstrahl belüftet . . . . . . . ≈ 0, 64
Spiegelliniengleichung rundkronig, mit lotrechter Oberwasser-
und geneigter Unterwasserseite . . . . . . . . . . . 0, 73 ÷ 0, 75
dh h3 (s) − h3n
= ISo 3
ds h (s) − h3gr dachförmig, gut ausgerundet . . . . . . . . . . . . . . bis 0,79

Überfallbeiwerte nach Press, H.: Stauanlagen und Wasserkraftwerke,Teil II: Wehre


2. Aufl. Berlin 1959, Wilh. Ernst & Sohn
- I.4 -
Formeln zur Strömungsmechanik

Laplace-DGl Rotation
Potentialtheorie
∂2Φ ∂2Φ ∂2Φ ∂vz ∂vy
 
∂Φ ∂Ψ ∆Φ = + + −
vx = vx = ∂x2 ∂y 2 ∂z 2 
 ∂y ∂z 
∂x ∂y   ∂vx ∂vz 
rot ~v (x, y, z) =  − 
∂Φ ∂Ψ Zirkulation 
 ∂z ∂x 
vy = vy = − I Z  ∂vy ∂vx 
∂y ∂x Γ = ~
~v ds = rot~v dA −
B A ∂x ∂y

Strömungskräfte

ρ 2
Staudruck: q = v c-Werte werden bei Bedarf gestellt
2 ∞
Z Z
Auftrieb: FA = q ca dA Widerstand: FW = q cW dA
A A

Nickmoment:
Z MomentZ um Achse z = 0:
MN = q cM b dA M = q cW z dA
A A

Kinetik der räumlichen Strömung


Navier-Stokes-Gleichung Indexschreibweise:
 
1 ~
dv ~
∂v 1 ∂p 1 ∂ ∂vi ∂vi ∂vi
f~ − gradp + ν∆v = = + ~v grad ~v fi − +
ρ ∂xi ρ ∂xj
η
∂xj
=
∂t
+ vj
∂xj
ρ dt ∂t | {z } | {z }
τij dvi /dt

Dimensionslose Kennzahlen
Grundwasser
Filtergesetz nach Darcy v
Fr = √
gh
Filter kF [m/s]
~vF = −kF gradh Ton ≈ 1 · 10−10 vD
Schluff ≈ 1 · 10−8
Re =
vF ν
vA = Sand ≈ 1 · 10−4
n Kies ≈ 1 · 10−2 ∆p
Eu =
ρ v2

- I.5 -
frei für Notizen