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Bauingenieur-

Bauingenieur - und Umweltingenieurwesen


Umweltingenieur wesen

Institut für Geotechnik


und
Geohydraulik
Universität Kassel-
Kassel - D - 34109 Kassel

Prof. Dr. rer. nat. Manfred Koch


Universität Kassel
Kurt-Wolters-Str. 3
34125 Kassel

kochm@uni-kassel.de
fon + 49-561 804-3198
fax + 49-561 804-3953

WS 2012
2012/2013
/2013
Studienbegleitende Prüfung (Bachelor, Bau- und Umweltingenieurwesen)

Hydromechanik

15. März 2013, 12:00 – 14:00 Uhr, Hörsaal I, Diagonale 1

Prüfungsteilnehmer Korrekturbemerkungen

___________________________________
Name, Vorname

___________________________________
Matrikelnummer

___________________________________
Unterschrift

Punktebilanz und Note

Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Summe Note


Max. Punkte 3 5 4 6 5 7 3 6 4 7 50
Punkte
Aufgabe 1 (3 Punkte)
In einem komplett geschlossen 200 L Behälter befindet sich 1kg Sauerstoff unter
einem Druck von 300 kPa. Wie hoch ist die Temperatur in °K und °C im Behälter?
Gegeben: Allgemeine Gaskonstante R= 8,31 kJ/ ( o K *kmol), O 2 – Molare Masse = 32
g/mol

Aufgabe 2 (5 Punkte)
An einem warmen Morgen um 6 Uhr fängt ein Hawaii Urlauber an zu schwitzen. Die
Außenlufttemperatur beträgt 28 °C. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit werden um
6 Uhr Wasserperlen auf der Haut des Urlaubers auskondensiert. Um 7 Uhr, vor
Sonnenaufgang, genießt der Urlauber trotz einer Luftfeuchtigkeit von 90% seinen
Urlaub und die herrliche Aussicht. Welche Außentemperatur T 2 hat sich bei einer
Luftfeuchtigkeit von 90 % um 7 Uhr eingestellt?

6 Uhr 7 Uhr
T 1 =28°C T 2 =?
H r = 90%

Gegeben: Formel für die Sättigungsdampfdruckkurve


 17.62 ⋅ T 
e s ( t ) = e 0 ⋅ exp 
 243.12°C + T 
(e0 = 6.112 hPa, T in oC)

Aufgabe 3 (4 Punkte)
Ein dünnes Glasrohr wird dazu verwendet den
Druck in einem Tank zu messen. Der
Durchmesser des Rohres beträgt 1 mm und das
Wasser besitzt eine Temperatur von 30 °C. Das
Wasser steigt im dünnen Glasrohr auf eine Höhe
von 17 cm an. Wie ist die tatsächliche Steighöhe
des Wassers allein aufgrund des Drucks im Tank
nach einer Höhenkorrektur aufgrund der
Oberflächenspannung des Wassers?

Gegeben: Dichte von Wasser bei 30 °C ρ W = 996 kg/m³, Oberflächenspannung von


Wasser bei 30 °C σ = 0,0712 N/m

Aufgabe 4 (6 Punkte)
Ein 38 m breiter Betondamm ist links mit Druck aus einem Süßwasserreservoir und rechts
mit Druck von Meerwasser belastet.
a) Berechnen Sie die vertikalen Kräfte auf die Fläche des Dammbodens BC auf der Süß-
und Salzwasserseite.
b) Für den Damm soll ein einfacher Standsicherheitsnachweis geführt werden. Würde
eine Reibungskraft von maximal 200 MN ausreichen um die Standfestigkeit des
Damms zu gewährleisten?
Gegeben: Beton Dichte = 2400 kg/m3, Süßwasser Dicht = 1000 kg/m3,Meerwasser Dicht =
1025 kg/m3
Abbildung ist auf der nächsten Seite
Süß
Sü ß wasser Abbildung der Aufgabe 4.

40m

Meerwasser
12m
C FReibung
30m
9m

Aufgabe 5 (5 Punkte)
Die nebenstehend skizzierte Badeplattform aus Holz
(Dichte ρholz = 0,60 g/cm3, ρwasser = 1 g/cm3) ist 5,0 m
lang, 4,0 m breit und 35 cm hoch.
a) Wie viele Zentimeter (in der Höhe) ragt die Plattform
aus dem Wasser, wenn niemand auf ihr steht (das
Gewicht der Aluminiumleiter kann vernachlässigt
werden).
b) Nun sitzen Kinder auf der Plattform. Welche Masse
dürfen diese zusammen haben, damit die Plattform
gerade vollständig in das Wasser eintaucht?

Aufgabe 6 (7 Punkte)
Gegeben ist eine rechteckige Platte mit
einer Drehangel am oberen Ende. Um
Wasser vom linken ins rechte Becken
einleiten zu können, muss die
quadratische Platte über einen Motor
gegen den Wasserdruck gehoben
werden. Die Betreiber der Anlage haben Motor
von einem Motorhersteller h1
Kräfteangaben in kN für verschiedene
Motortypen erhalten, mit denen die
4m
Platte entgegen des Wasserdrucks F motor
gehoben werden kann.

Ihre Aufgabe ist es die nötige


F motor ) zu berechnen, die am Ende der Platte überschritten werden muss,
Motorkraft (F
damit sich die Platte entgegen des Wasserdrucks heben lässt.

Gegeben: quadratische Fläche der Platte = breite x länge = 2m x 4m; α=60°;


h 1 =10m, Das Gewicht der Platte ist zu vernachlässigen.
Aufgabe 7 (3 Punkte)
Bei einer Rohrverzweigung haben die
weiterführenden Stränge kreisförmige
Durchmesser von d 1 = 250mm und d 3 = 150mm.
Der Durchfluss im Strang 2 beträgt Q 2 = 30L/s.

Durchflussgeschwindigkeit in d 1 beträgt 1 m/s.


Wie hoch ist der Durchfluss im Rohrstrang 3
(Q 3 ).

Aufgabe 8 (6 Punkte)
Der Druckanstieg durch eine Pumpe in einer
Rohrleitung wird als Differerenz dh mit Hilfe
von Quecksilber in einem Z2

Differenzmanometer gemessen. Die Leistung Z1


der Pumpe beträgt 12,5 kW. Berechnen Sie
dh.
dh.
dh

Gegeben: D1 = 30 cm, D2 = 15 cm, Q = 0,1


m3/s, ρHg = 13550 kg/m3, ρÖl = 900 kg/m3

Aufgabe 9 (4 Punkte)
Dargestellt ist das Prinzip eines Hebers. Das Wasser fließt vom linken in den rechten
Behälter. Berechnen Sie den Durchfluss Q in der Röhre. Vernachlässigen Sie dabei
sämtliche Verluste.
Gegeben: Durchmesser des Rohres = 150mm

3m

2m

6m
Aufgabe 10 (7 Punkte)
Berechnen Sie den Abfluss Q aus dem Reservoir A zum Reservoir B, der sich am
Ausgang der dargestellten Rohrkonstruktion aus einem schon leicht angerosteten
Eisenrohr mit 2 Krümmern und einem Sperrventil ergibt.

Gegeben: Verlustbeiwerte ζ am Einlauf = 0.5; der beiden Krümmer = 0.9 (jeweils);


am Ausgang = 1. Durchmesser des Rohres = 150mm; Rauhigkeit des Eisenrohrs k
= 0.26mm; weitere Maße sind der Abbildung zu entnehmen. Verwenden Sie
ansonsten die Standardwerte für Wasser.

10m

2m
Q
A
12m B

20m
40m

Abbildung: Moody-Nikuradse Diagramm


Lösungen
Lösung en
Lösung 1
Aus dem allgemeinen Gasgesetz folgt:
p = ρ*R i *T
= (m/V)* (R/M) *T
mit R i = R/M = individuelle Gaskonstante (M=Molmasse)

=>
300= 1/0.2*(8.31/32)*T
T
300= 1.2984*T
T
T = 231.05 °K
oder T = 231.05 – 273.
273 . 15 = - 42.1°C
42.1

Lösung 2
Die relative Luftfeuchtigkeit H r ist definiert als das Verhältnis des aktuellen
Dampfdruckes e a zum Sättigungsdampfdruck e s bei der jeweiligen Temperatur

T1 H r = e a /e s = 1
e a (T1) = e s = 6.112 * exp(17.62*28/(243.12+28)) = 37.71 hPa

T2 : H r = e a /e s = 0.9
ea = H r * e s = 0.9* e s (T2)
e s (T2) = 37.71/0.9 = 41.9 hPa

Suche T 2 bei der e s = 41.9 hPa


41.9 = 6.112 * exp(17.62*T2/(243.12+T2))
1.925 = 17.62*T2/(243.12+T2)
0.1093(243.12+T2) = T2
T2 = 29
2 9 . 82°C

Lösung 3
Die gemessene Höhe muss um die Höhe des kapillaren Anstiegs korrigiert werden

2 ∗ 0,0712 ∗ cos 0°
0,029
10
996 ∗ 9,81 ∗
2
Höhenkorrektur:

17 2,9 14,1
-------------------

Lösung 4
FSüßwasser Süßwasser Abbildung der Aufgabe 4.

40m
θ
FMeerwasser
α
Meerwasser 12m
θ α C FReibung
30m
9m
F Dam
a) Vertikale Kräfte
Fy = F Sü ßwasser+ F Meerwasser+ F Dam
Fy = -ρ Sü ßwasser gh Süßwasser /2·cosθ·a*b - ρ meerwasser gh meerwasser /2·cosα· a*b -

ρ Dam g A Dam · b
Fy = [-1000*9.81*40/2*(30/50)*50 -1025*9.81*12/2*(9/15)*15 –
2400*9.81*(30*40/2+9*12/2)]*38
Fy = -829416861 N = -829 MN

b) Horizontale Kräfte
Fx = F Süßwasser+ F Meerwasser+ F Reibung
Fx(hydro) = ρ Sü ßwasser gh Süßwasser /2·sinθ·a*b - ρ meerwasser gh meerwasser /2·sinα·a*b
Fx(hydro) = (1000*9.81*40/2*(40/50)*50 -1025*9.81*12/2*(12/15)*15 )*38 = 4130402 N
= 270712836 N = 270.7 MN
Fx(hydro) 270.7 MN > F Reibung 200 MN
=>
Der Dam ist nicht stabil

Lösung 5
a) h' sei die Höhe der Plattform, die aus dem Wasser herausragt, h sei die gesamte Höhe der
Plattform, l und b deren Länge bzw. Breite.
Bedingung für das Schwimmen der Plattform:
Auftriebskraft = Gewichtskraft der Plattform
Gewichtskraft der verdr. Flüssigkeit = Gewichtskraft der Plattform

Die Plattform ragt um 14cm aus dem Wasser.


b) Bedingung für das Schweben der Plattform:
Gewichtskraft von Plattform und Kindern = Auftriebskraft
Gewichtskraft von Plattform und Kindern = Gewichtskraft der verdr. Flüssigkeit

Die Kinder dürften zusammen eine Masse von 2,8t haben.


Lösung 6
Zs‘

Zd‘ K‘
Motor
h1
F1

F motor 4m
Schwerpunkt

Druckmittepunkt

Lage des Schwerpunktes (vertikale Distanz von oben)


z s = h1-a*sin(α)/2 (a = Länge der Platte = 4m)
=10-4*sin(60)/2 = 8.267949 m

im schrägen System:
Z s `=10/sin(60) -4/2 = 9.547 m <=> zs / sin(60)

Kraft auf die Platte:


F1 = ρgz s *A
F1 = 1000*9.81*8.27*(2*4) = 649814 N = 649.8 kN

Lage des Druckpunktes im schrägen System


Z d `= Z s `+ I0 /A*Z‘s
= Z s `+ a*b3/(12*A*Z‘s)
= 9.547 + 2*4^3/(12*4*2*9.547) = 9.687 m

Lage des Motordrehpunktes im schrägen System


K‘ = 10/sin(60) -4 = 7.547 m

Momentengleichgewicht am Motor
F1*r1 + Fmotor*rm = F1*( Z d `-K’) + Fmotor*rm =0
649814*(9.687 -7.547 ) + Fmotor*4 = 0
Fmotor = - 649814*(9.687 -7.547 ) /4 = -347650.5 N
= -347.7
347.7 kN

Lösung 7
Kontinuitätsgleichung

Durchfluss Q 1 = Q 2 +Q 3
A1 V1 = A2V2+ A3 V3
pi*(250/2*1e-3)^2*1 = 30*1e-3+ pi*(150/2*1e-3)^2*1*V 3

V 3 = pi*(250/2*1e-3)^2*1 /(30*1e-3+ pi*(150/2*1e-3)^2*1)


=1.0297 m/s
Q 3 = A 3 V 3 = pi*(150/2*1e-3)^2*1*1.0297
= 0.0181963 m 3 /s
Lösung 8

a) Anwendung der reibungsfreien (idealen) Bernoulli-Gleichung mit Pumpe zwischen


den Punkten (1) und (2) (am günstigsten—muss aber nicht-- gemessen von z=0, der
Steighöhe des Hg im rechten Schenkel des Manometers)

z 1 + p 1 /ρg + v² 1 /2g + h p = z 2 + p 2 /ρg + v² 2 /2g

mit h p = Förderumpenhöhe (gesucht)

=>
h p = z 2 +p 2 / ρ Öl g + v 2 **2/2g - z 1 -p 1 / ρ Öl g - v 1 **2/2g

= z 2 -z 1 +(p 2 -p 1 )/ ρ Öl *g + (v 2 **2/2g - v 1 **2/2g)

Es sei dz = z 2 -z 1 = Höhenunterschied im Rohr an den Anflaschpunkten des


Manometers

Nun Ausdrücken der Drücke p 1 und p 2 durch die Drücke p A und p B bei z=0 im
Manometer:
=>
p A = p 1 + h 1 * ρ Öl *g + ∆h * ρ Hg *g
p B = p 2 + (dh+ h 1 +∆z)* ρ Öl *g
Wegen
pA = pB (statisches Gleichgewicht)
=>
p 1 + (z 1 -∆h)* ρ Öl *g + ∆h * ρ Hg *g = p 2 + z 2 * ρ Öl *g
=>
z 2 - z 1 = - (p 2 - p 1 )/ ρ Öl *g +∆h*g*(ρ Hg - ρ Öl )/ (ρ Öl *g)

Eingesetzt in Gleichung für


h p = z 2 -z 1 +(p 2 -p 1 )/ ρ Öl *g + (v 2 **2/2g - v 1 **2/2g)
=>
h p =∆h*(ρ Hg / ρ Öl -1) + (v 2 ^2- v 1 ^2)/2g

Die Pumpenleistung
P = ρÖl *g Q*hP = 12.5kW
hP= 12.5e3/ρ*g Q = 12.5e3/900/9.81/0.1 = 14.158 m
mit Kontinuitätsgesetz:
v1 = Q/A1 = 0.1/(pi*(0.3/2)^2) = 1.415 m/s
v2 = Q/A2 = 0.1/(pi*(0.15/2)^2) = 5.66 m/s

hp = (v2^2 - v1^2)/2g - dh (1 - ρHg / ρÖl)


14.158 = (5.66^2-1.415^2)/2/9.81 –dh(1- 13550/900)
dh = -1*(14.158 - (5.66^2-1.415^2)/2/9.81 ) / (1- 13550/900)
= 0.898 m

Lösung 9
Bernoulli-Gleichung
p1= p2
v² 1 = 0
z 1 - z 2 = 3+2 = 5 m

z 1 + p 1 /ρg + v² 1 /2g = z 2 + p 2 /ρg + v² 2 /2g


z 1 + p 1 /ρg + v² 1 /2g = z 2 + p 2 /ρg + v² 2 /2g
z1- z 2 = v² 2 /2g

5 = v² 2 /2/9.81
v2 = 9.905 m/s

Q = A*V = pi*(150/2*1e-3)^2*9.905
= 0.175 m 3 /s

Lösung 10
a) Anwendung der Bernoulli-Gleichung mit Verlusten zwischen Wasseroberfläche des
Reservoirs (1) und Rohrausgang (2)

z 1 + p 1 /ρg + v² 1 /2g = z 2 + p 2 /ρg + v² 2 /2g + h V


mit
hV = hR + hö Summe der Verluste
mit
h R = λ *L/d *v 2 ²/2g (Reibungsverluste nach Darcy-Weisbach)
λ = f(Re, k/d) , Re = Reynolds-Zahl, k = Rohrrauhigkeit
und
h ö = ∑ ζ i * v 2 ²/2g (Summer der örtlichen Verluste)
=>
z 1 + p 1 /ρg + v² 1 /2g = z 2 + p 2 /ρg + v² 2 /2g +(λ*L/d +∑ ζ i )*v²/2g

mit Werten: z 1 = 22m, z 2 = 14m, p 1 = p 2 = 0 (freie Oberfläche), v 1 =0, v 2 =0 (großes


Reservoir), L=72m, d=0.15m; ∑ ζ i = 0.5+2*0.9+1 = 3.3, g=9.81 m/s 2

22 + 0 + 0 = 14 + 0 + 0 + (λ*72/0.15 +3.3)*v 2 ²/(2*9.81)


=> 8= (3.3 +480* λ) /19.62 * v²

=> v = (8*19.62/ (3.3 +480* λ))**0.5


Iteration von λ: Startwert λ 1 =0.02
=> v = (8*19.62/ (3.3 +480* 0.02))**0.5
= 3.488 m/s

Bestimmung von Re im Rohr


k/d = 0.26e-3/150e-3 = 0.00173 = 1.73e-3

Re = v *d/ν
(ν = kinematische Viskosität ~ 10 -6 m 2 /s)
=3.488 * 0.15/10 -6
= 523200
=>
Strömung ist turbulent => λ = f(Re,k/d) = f(523200, 1.73e-3)

Aus dem Moody-Nikuradse Diagramm liest man dann ab:


λ 1 ~0.023

2. Iteration: neue Berechnung von λ 2 ~0.023


v = (8*19.62/ (3.3 +480* 0.023)) **0.5
= 3.308 m/s
und
Re = v *d/ν (ν = kinematische Viskosität)
=3.308 * 0.15/10^-6
= 496200

Aus dem Moody-Nikuradse Diagramm liest man dann wieder ab:


λ 2 ~0.023

=> Keine Verbesserung von λ: Iteration beendet, v 2 ist korrekt.

Berechnung des Abflusses Q:

Q =v * A = v *pi*(d/2)^2
= 3.308*pi*(0.15/2)^2
0. 058 m 3 /s
= 0.058