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Schlüsseldaten

über Europa
STATISTIKEN ILLUSTRIERT Ausgabe 2020

S TAT I S T I S C H E
BÜCHER
Länderkürzel

Belgien BE
Bulgarien BG
Tschechien CZ
Dänemark DK
Deutschland DE
Estland EE
Irland IE
Griechenland EL
Spanien ES
Frankreich FR
Kroatien HR
Italien IT
Zypern CY
Lettland LV
Litauen LT
Luxemburg LU
Ungarn HU
Malta MT
Niederlande NL
Österreich AT
Polen PL
Portugal PT
Rumänien RO
Slowenien SI
Slowakei SK
Finnland FI
Schweden SE
Vereinigtes Königreich UK
Island IS
Liechtenstein LI
Norwegen NO
Schweiz CH
Reykjavík
ISLAND

VEREIN
Dublin
IRLAND

PORTUGAL
Madrid
Lissabon
SPANIEN

0 500 km
FINNLAND
NORWEGEN

Helsinki
Oslo SCHWEDEN
Stockholm Tallinn
ESTLAND

NIGTES KÖNIGREICH Riga LETTLAND


DÄNEMARK
Kopenhagen LITAUEN
Vilnius

NIEDERLANDE
London Amsterdam Berlin Warschau
Brüssel DEUTSCHLAND POLEN
BELGIEN
LUXEMBURG Prag
Paris Luxemburg
TSCHECHIEN
SLOWAKEI
Wien Bratislava
FRANKREICH LIECHTENSTEIN Budapest
Bern
Vaduz ÖSTERREICH
SCHWEIZ UNGARN
SLOWENIEN
Ljubljana Zagreb RUMÄNIEN
KROATIEN
Bukarest

BULGARIEN
ITALIEN Sofia
Rom

GRIECHENLAND
Athen

ZYPERN Nikosia
Valletta
MALTA
Schlüsseldaten
über Europa
STATISTIKEN ILLUSTRIERT Ausgabe 2020
Gedruckt von Imprimerie Bietlot in Belgien
Redaktionsschluss: Juni 2020

Die Europäische Kommission haftet nicht für die Folgen, die sich aus der Weiterverwendung dieser
Veröffentlichung ergeben.
Luxemburg: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, 2020
© Europäische Union, 2020

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Die auf den Karten dargestellten Grenzen und Bezeichnungen sind nicht
als offizielle Billigung oder Anerkennung seitens der Europäischen Union zu
verstehen.
Thema: Allgemeine und Regionalstatistiken
Reihe: Statistische Bücher

Print: ISBN 978-92-76-19824-6 ISSN 1831-3248 doi:10.2785/94582 KS-EI-20-001-DE-C


PDF: ISBN 978-92-76-19822-2 ISSN 2315-2036 doi:10.2785/772270 KS-EI-20-001-DE-N
Vorwort

Diese dritte Ausgabe von Schlüsseldaten über Europa


– Statistiken illustriert knüpft an den Erfolg der beiden
vorherigen Ausgaben an. Mit intuitiven Visualisierungen,
innovativen Darstellungen von Daten und prägnanteren
Texten soll es den Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht
werden, die zwischen den Mitgliedstaaten bestehenden
Unterschiede rasch zu erfassen.
Schlüsseldaten über Europa – Statistiken illustriert
enthält eine Auswahl an Schlüsselindikatoren über
die Europäische Union (EU) und die einzelnen
Mitgliedstaaten und wurde auf der Grundlage des
umfassenden Datenbestands von Eurostat erstellt. Sie
bietet Einblicke in die gegenwärtige Situation sowie
in jüngste Entwicklungen in der gesamten EU und
gibt über Menschen und Gesellschaft, Wirtschaft und
Unternehmen sowie über Umwelt und natürliche
Ressourcen Aufschluss. Es handelt sich um die erste
Ausgabe, die nach dem Brexit veröffentlicht wird. Aus
diesem Grund werden die Informationen über die EU
für eine Union der 27 Mitgliedstaaten dargestellt.
Weiterführende Informationen sind über das Portal Statistics Explained auf der offiziellen Eurostat-Website
abrufbar. Statistische Themen werden dort auf leicht verständliche Weise präsentiert. Die aktuellsten und
vollständigen Datensätze können ebenfalls über die Eurostat-Website heruntergeladen werden.
Ich hoffe, dass Sie in dieser Veröffentlichung interessante und nützliche Informationen für Ihre Arbeit und Ihren
Alltag finden.

Mariana Kotzeva
Generaldirektorin, Eurostat

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  3


Zusammenfassung
Schlüsseldaten über Europa – Statistiken illustriert enthält eine Auswahl statistischer
Daten über die Europäische Union (EU). Die meisten Daten beziehen sich auf die EU und
ihre Mitgliedstaaten sowie das Vereinigte Königreich und die Länder der Europäischen
Freihandelsassoziation (EFTA). Diese Veröffentlichung kann als Einführung in die Statistik
der EU betrachtet werden. Sie bietet einen ersten Überblick für jene Leser, die zur
Vertiefung die große Bandbreite an Daten nutzen möchten, die auf der Eurostat-Website
kostenlos unter https://ec.europa.eu/eurostat/de/home abrufbar sind. Diese Daten
werden durch eine umfassende Auswahl an Online-Artikeln auf dem Portal Statistics
Explained ergänzt.

Editors
Helene Strandell und Pascal Wolff
Eurostat, Referat B4 – Verbreitung und Benutzerbetreuung

Kontaktadresse
Eurostat
Gebäude Joseph Bech
5, rue Alphonse Weicker
2721 Luxemburg
E-mail: estat-user-support@ec.europa.eu

Gestaltung
Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Abteilung Grafikdesign

Produktion
Diese Veröffentlichung wurde von Giovanni Albertone, Simon Allen und
Andrew Redpath (INFORMA s.à r.l.) erstellt

Weitere Informationen finden Sie


auf der Eurostat-Website: https://ec.europa.eu/eurostat/de
auf dem Portal Statistics Explained:
https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Main_Page/de

Danksagung
Die Redaktion dieser Veröffentlichung bedankt sich bei allen Eurostat-Kollegen, die an
der Erstellung beteiligt waren.

4   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Inhaltsverzeichnis

Vorwort3

Inhaltsverzeichnis5

Einleitung6

1. Menschen und Gesellschaft 9


Bevölkerung10
Gesundheit15
Bildung18
Arbeitsmarkt20
Lebensbedingungen24
Digitale Gesellschaft 27

2. Wirtschaft und Unternehmen 29


Wirtschaft und Finanzen 30
Preise32
Staatsfinanzen34
Außenhandel36
Unternehmen40
Forschung und Entwicklung 47
Tourismus48

3. Umwelt und natürliche Ressourcen 51


Verkehr52
Energie56
Umwelt61
Landwirtschaft65
Fischerei66
Forstwirtschaft67

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  5


Einleitung

Eurostat hat als statistisches Amt der Europäischen und Gesellschaft (Bevölkerung, Gesundheit,
Union (EU) mit Sitz in Luxemburg die Aufgabe, Bildung, Arbeitsmarkt, Lebensbedingungen und
qualitativ hochwertige Statistiken für Europa digitale Gesellschaft), Wirtschaft und Unternehmen
bereitzustellen. Diese Schlüsselinformationen über (Wirtschaft und Finanzen, Preise, Staatsfinanzen,
die europäische Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt Außenhandel, Unternehmen, Forschung und
werden von den Bürgerinnen und Bürgern wie auch Entwicklung, Tourismus) sowie Umwelt und
von den Entscheidungsträgern benötigt. natürliche Ressourcen (Verkehr, Energie, Umwelt,
Schlüsseldaten über Europa – Statistiken illustriert Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft)
wird jedes Jahr mit jährlichen Daten veröffentlicht. behandelt.
In der Ausgabe 2020 wird nur die Situation in der EU Alle Kapitel enthalten eine Reihe von
sowie im Vereinigte Königreich und in den EFTA- Schlüsselindikatoren. Auf der Eurostat-Website sind
Ländern bis zum Jahr 2019 beschrieben. Daher noch deutlich mehr Informationen abrufbar, darunter
werden erste Erkenntnisse zu den Auswirkungen
themenspezifische Veröffentlichungen und Online-
von COVID-19 erst in der Ausgabe 2021 von
Datenbanken, die ein breites und umfassendes
Schlüsseldaten über Europa – Statistiken illustriert
Datenspektrum enthalten.
vorliegen, wobei das volle Ausmaß der Krise erst in
späteren Ausgaben erkennbar sein wird. Datenextraktion und Datenerfassung
Struktur der Veröffentlichung Datenextraktion
Schlüsseldaten über Europa – Statistiken illustriert
Die in dieser Veröffentlichung präsentierten
vermittelt den Nutzern amtlicher Statistiken einen statistischen Daten wurden im Mai 2020 extrahiert.
Überblick über die umfangreichen Informationen,
die auf der Eurostat-Website und in den Online- Räumliche Datenerfassung
Datenbanken zur Verfügung stehen. Die
Veröffentlichung wurde so gestaltet, dass sie mit einer In dieser Veröffentlichung werden die Daten für die
ausgewogenen Auswahl an Indikatoren einen breiten EU-27 (ein Gesamt- bzw. Durchschnittswert für die 27
Querschnitt an Informationen über sozioökonomische Mitgliedstaaten der EU) sowie für die einzelnen EU-
und ökologische Entwicklungen in der EU abdeckt. Mitgliedstaaten, das Vereinigte Königreich und die vier
EFTA-Länder angegeben. In den Abbildungen richtet
Schlüsseldaten über Europa – Statistiken illustriert ist sich die Reihenfolge der Mitgliedstaaten meist nach
in eine Einleitung und drei Hauptkapitel gegliedert. den Werten für den/die dargestellten Indikator/en.
Die Einleitung enthält Informationen über die
Auf der Karte sind die EU-Mitgliedstaaten, das
Datenerfassung sowie ganz allgemein Informationen
Vereinigte Königreich und die EFTA-Länder sowie
über den Zugang zu europäischen Statistiken
ihre jeweiligen Hauptstädte dargestellt.
und zusätzlichen Informationsquellen. In den
Hauptkapiteln werden die Themengebiete Menschen

6   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Country codes ersetzt wurde. Alle Hinweise und Kennzeichen sind
über die Rubrik „Online-Datencode(s)“ auf der Eurostat-
BE Belgien MT Malta
Website einsehbar.
BG Bulgarien NL Niederlande
CZ Tschechien AT Österreich Zugang zu europäischen Statistiken
DK Dänemark PL Polen
DE Deutschland PT Portugal Das breite statistische Angebot von Eurostat ist am
EE Estland RO Rumänien einfachsten über die Eurostat-Website zugänglich
IE Irland SI Slowenien (https://ec.europa.eu/eurostat/de). Eurostat
EL Griechenland SK Slowakei gewährt den Nutzern kostenlosen Zugriff auf seine
ES Spanien FI Finnland Datenbanken und seine Veröffentlichungen im
FR Frankreich SE Schweden PDF-Format. Die Website wird täglich aktualisiert
HR Kroatien und bietet direkten Zugang zu den neuesten und
IT Italien UK Vereinigtes Königreich umfassendsten statistischen Informationen über die
CY Zypern EU, ihre Mitgliedstaaten, das Vereinigte Königreich,
LV Lettland IS Island die EFTA-Länder sowie die Erweiterungsländer
LT Litauen LI Liechtenstein (für einige Datensätze werden die Informationen
LU Luxemburg NO Norwegen unter Umständen für ein breiteres Spektrum von
HU Ungarn CH Schweiz Drittländern bereitgestellt).

Zeitliche Datenerfassung Die Eurostat Online-Datencodes, wie beispielsweise


nama_10_gdp, ermöglichen einen einfachen Zugriff
Liegen für ein Referenzjahr (bzw. einen auf die aktuellsten Daten auf der Eurostat-Website
Referenzzeitraum) für ein Land keine Daten vor, (https://ec.europa.eu/eurostat/de/data/database).
wurde versucht, die Angaben mit Daten aus Diese Codes werden in dieser Veröffentlichung als Teil
vorangegangenen Referenzjahren zu ergänzen (diese der Quellenangabe unter den einzelnen Abbildungen
Ausnahmen sind durch Fußnoten kenntlich gemacht). aufgeführt.
Hinweise und Kennzeichen Einige der in dieser Veröffentlichung dargestellten
Indikatoren sind relativ komplex. Über Statistics
Anhand von Hinweisen und Kennzeichen werden
Explained ist ein umfassendes Online-Glossar
einzelne Daten gesondert erläutert und definiert.
abrufbar, das Definitionen für ein breites Spektrum
In dieser Veröffentlichung wurde ihre Verwendung
möglichst begrenzt, um mehr Platz für Illustrationen von statistischen Indikatoren, Begriffen und
zu lassen. Diese Veröffentlichung enthält nur Termini enthält und nach statistischen Themen
die wichtigsten, für die Auslegung der Daten und Unterthemen gegliedert ist (https://
erforderlichen Anmerkungen, in denen auch darauf ec.europa.eu/eurostat/statisticsexplained/index.
hingewiesen wird, dass ein Jahr durch ein anderes php?title=Thematic_glossaries/de).

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  7


1 Menschen und
Gesellschaft
1 Menschen und Gesellschaft

Bevölkerung
EU-27
Bevölkerung
(Millionen Einwohner, 1. Januar 2019)
447 Millionen
FI
SE 5,5
10,2
DK 1,3 EE
NL
5,8 1,9
17,3 LV

LT
BE 2,8

IE
11,5
4,9
0,6
DE
83,0 PL
LU

38,0
FR
67,0 10,6
CZ
SK
AT 5,5
8,9
2,1 HU
ES SI 9,8
IT
46,9
HR

10,3
PT 60,4 4,1 RO
19,4
BG
7,0
0,5
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: demo_gind) MT EL
10,7
0,9
CY
In den letzten Jahren ist die Gesamtzahl der
Einwohner der EU-27 vergleichsweise langsam
gewachsen (im Vergleich zu historischen Die Bevölkerungszahlen unterscheiden sich deutlich
Entwicklungen). Die Bevölkerung der EU-27 ist zwischen den einzelnen EU‐Mitgliedstaaten: Am
zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 1. Januar 1. Januar 2019 reichte die Einwohnerzahl von
2011 geringfügig geschrumpft; danach setzte wieder 0,5 Millionen in Malta bis zu 83,0 Millionen in
ein zurückhaltendes Wachstum ein. Am 1. Januar Deutschland. Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien
2019 belief sich die Bevölkerung der EU‐27 auf und Polen hatten zusammen einen Anteil von 66,0 %
446,8 Millionen Einwohner (726 000 Einwohner mehr an der Gesamtbevölkerung der EU-27.
als im Jahr zuvor).

10   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Menschen und Gesellschaft 1
Bevölkerungsentwicklung
(in Millionen und als %-Anteil an der Weltbevölkerung, EU-27, 1960-2080)
1960 2019 2080 Millionen Einwohner
550 13 (linke Achse)
11 Anteil an der Weltbevölkerung
500 (rechte Achse)
450 9 Quelle: Eurostat (Online-Datencodes:
demo_gind und proj_19np)
400 7 und Vereinte Nationen
(Weltbevölkerungsprognosen:
350 5 Revision 2019)
300 3

Im Jahr 1974 fiel der Anteil der EU-27 an der


250 im Anschluss bis 2080 wieder1auf 419,1 Millionen
Weltbevölkerung unter 10,0 %. Dieser Abwärtstrend zurückgehen. Aus diesen Entwicklungen ergibt
hielt bis zum Jahr 2019 an, in dem die EU‐27 einen sich in Kombination mit einem rascheren
Anteil von 5,8 % an der Weltbevölkerung aufwies. Die Bevölkerungswachstum in der übrigen Welt den
Bevölkerungszahl der EU‐27 soll laut Basisprojektionen Prognosen zufolge, dass bis 2080 nicht einmal jeder
von Eurostat bis zum Jahr 2026 – wenn auch langsam 25. Einwohner der Welt (nämlich 3,9 %) in der EU‐27
– auf 449,3 Millionen Einwohner ansteigen und leben wird.
Bevölkerungsveränderung
(% der Gesamtbevölkerung, 2009-2019)
25 EU-27
20 +6,8 Millionen
15

10

−5

−10

−-15
PT
EL
RO
HR
BG
LV
LT
LU
MT
IS
NO
CH
SE
CY
IE
LILI
UK
BE
AT
DK

EU-27
ES
SK
DE
PL
EE
HU
NL
FR
FIFI
SI
IT
CZ
LU
MT
IS
NO
CH
SE
CY
IE

UK
BE
AT
DK
NL
FR

SI
IT
CZ
EU-27
ES
SK
DE
PL
EE
HU
PT
EL
RO
HR
BG
LV
LT

Natürliche Bevölkerungsveränderung Wanderungssaldo (einschließlich statistischer Anpassungen)


Bevölkerungsveränderung insgesamt

Zwischen dem 1. Januar 2009 und 2019 wuchs die (mehr Todesfälle als Geburten) in Lettland, Litauen,
Bevölkerung der EU-27 um 6,8 Millionen Menschen Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Griechenland
bzw. 1,5 %. Am stärksten stieg die Einwohnerzahl und Portugal wurde durch einen negativen
in Luxemburg, wo die Gesamtbevölkerung um fast Wanderungssaldo (mehr Menschen wanderten aus
ein Viertel (24,4 %) zunahm; am anderen Ende der als Einwanderer ins Land kamen) verstärkt, sodass
Skala wurden die größten prozentualen Rückgänge die Bevölkerungszahlen sanken. Zudem kam es in
in Lettland (–11,2 %) und Litauen (–12,2 %) Ungarn, Estland und Polen insgesamt zu einem
verzeichnet. Der natürliche Bevölkerungsrückgang Bevölkerungsrückgang.
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: demo_gind)
Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  11
1 Menschen und Gesellschaft

1,88 FR
Fruchtbarkeitsziffer Alternde Bevölkerung
(Lebendgeburten pro Frau, 2018) (Verhältnis: Anzahl der 20- bis
64-Jährigen pro älterer Person über 65,
In den Industriestaaten wird eine EU-27, 2001, 2019 und 2080)
Gesamtfruchtbarkeitsziffer von 2,1 Kindern
als Reproduktionsniveau betrachtet.
Darunter ist die durchschnittliche Anzahl
der Lebendgeburten pro Frau zu verstehen,
1,76 RO, SE die notwendig ist, um die Gesamtzahl der
1,75 IE Einwohner konstant zu halten, wenn keine
2001
1,73 DK Migration stattfände.
1,71 CZ, IS Im Jahr 2018 betrug die 3,9
Gesamtfruchtbarkeitsziffer in der EU-27
1,68 UK durchschnittlich 1,55 Lebendgeburten
2019
1,67 EE pro Frau. Die Bandbreite reichte von
1,88 Lebendgeburten pro Frau in Frankreich 2,9
bis zu 1,23 in Malta. Auch in vielen der
1,63 LT
übrigen südlichen EU‐Mitgliedstaaten wie
1,62 BE
Spanien, Italien, Zypern und Griechenland
1,60 LV, SI war die Fruchtbarkeitsziffer mit einem Wert
1,59 NL von unter 1,40 vergleichsweise niedrig, was
1,58 LI
auch für Luxemburg zutraf.
1,57 DE
1,56 BG, NO Quelle: Eurostat (Online-Datencode: demo_find)
1,55 EU-27, HU
1,54 SK
2080
1,52 CH
1,6
Quelle: Eurostat (Online-Datencodes: demo_pjanind und
proj_19np)
1,47 HR, AT
1,46 PL
In weiten Teilen Europas ist seit den letzten Jahrzehnten
eine Alterung der Bevölkerung zu beobachten.
1,42 PT Veränderungen der Bevölkerungsstruktur können
1,41 FI ernsthafte Auswirkungen unter anderem auf die
Alterungssicherungssysteme, die staatlichen Einnahmen
1,38 LU und die Erbringung von Leistungen wie Gesundheits-
und Sozialfürsorge haben. Laut Basisprojektionen von
1,35 EL Eurostat wird das Verhältnis (in Prozent) der Anzahl älterer
Menschen (ab 65 Jahren) in der EU-27 – verglichen mit
1,32 CY EU-27 Durchschnitt der Anzahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter

1,29 IT
1,6 Geburten (hier definiert als Personen im Alter zwischen 20 und
64 Jahren) – voraussichtlich von 34 % im Jahr 2019 auf
pro Frau 61 % im Jahr 2080 steigen. Mit anderen Worten werden
1,26 ES 2080 nur noch 1,6 Personen im erwerbsfähigen Alter auf
einen älteren Menschen kommen, während es 2019 noch
1,23 MT 2,9 Personen waren.

12   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Menschen und Gesellschaft 1
Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit
(%-Anteil an der Gesamtbevölkerung, 1. Januar 2019)
EU-27
3,0
LU LI CH CY 4,9
39,1
8,3
17,9
16,1
16,0
9,1
13,4
4,3 92,1
52,5 66,0 74,9 82,2

IS MT AT BE Am 1. Januar 2019 lebten 35,2 Millionen


10,2 9,2 8,1 7,9 ausländische Staatsangehörige in der
2,2 7,7 8,1 4,5 EU-27, wovon 13,3 Millionen auf Bürger
87,6 83,1 83,8 87,7
aus einem anderen EU‐Mitgliedstaat als
ihrem Wohnsitzland und 21,9 Millionen
auf Bürger aus Nicht‐Mitgliedstaaten
IE NO UK DE
entfielen; in letzterer Zahl ist auch eine
6,9 6,4 5,5 5,2
5,6 4,5 3,8 7,0 geringe Anzahl Staatenloser enthalten.
87,5 89,0 90,7 87,8 Relativ betrachtet wiesen
ausländische Staatsangehörige an
der Gesamtbevölkerung der EU-27
ES DK NL SE
einen Anteil von 7,9 % auf. Während
3,6 3,5 3,0 3,0
6,7 5,5 3,4 6,2 Ausländer in Luxemburg beinahe die
89,7 90,9 93,6 90,9 Hälfte der Bevölkerung ausmachten
(47,5 %), lag ihr Anteil in Polen und
Rumänien unter 1,0 %. In den meisten
IT FR CZ EL (19) EU‐Mitgliedstaaten überstieg der
2,6 2,2 2,1 1,8 gemeldete Anteil an Nicht‐EU‐Bürgern
6,1 5,1 3,1 5,9 den der Staatsangehörigen aus anderen
91,3 92,7 94,8 92,2
EU‐Mitgliedstaaten.

FI EE PT SK Staatsangehörige anderer
1,7 1,5 1,3 1,0 EU-Mitgliedstaaten
2,9 13,5 3,4 0,4
95,3 84,9 95,3 98,6 Nicht-EU-Bürger
Nationale Staatsangehörige

SI HU HR LV Hinweis: Die Werte wurden gerundet. Hierdurch


1,0 0,7 0,4 0,3 gibt es Rundungsdifferenzen. Staatsangehörige
5,7 1,1 1,3 13,6 anderer EU-Mitgliedstaaten für CY und MT
93,4 98,2 98,3 86,1 enthalten UK. Staatsangehörige von Nicht-EU-
Mitgliedstaaten für CY und MT schließen UK aus.
EU-27 enthält Daten für CY und MT (wie vermerkt).
Quelle: Eurostat (Online-Datencodes:
RO LT BG PL migr_pop1ctz und demo_gind)
0,3 0,2 0,1 0,1
0,3 1,4 1,3 0,7
99,4 98,3 98,5 99,2

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  13


1 Menschen und Gesellschaft

Erstmalige Asylanträge
(Anzahl der Anträge in EU-Mitgliedstaaten, 2019)
(Zahl pro 100 000 Einwohner,
Nachdem die Anzahl der erstmaligen Asylanträge in der EU‐27 während der Migrationskrise
2019)
von 2015 und 2016 ihren Höchstwert erreicht hatte, sank sie 2019 rapide auf 612 965 Anträge,
was lediglich 0,1 % der Bevölkerung der EU-27 entspricht. Syrische Staatsbürger machten 1 449 CY
2019 den größten Anteil der Antragsteller aus (74 375), gefolgt von afghanischen (52 540)
und venezolanischen Staatsbürgern (44 755). Die meisten Anträge wurden zwar in
810 MT
Deutschland (142 510) und Frankreich (119 915) gestellt; relativ betrachtet wurden jedoch die
meisten Anträge (1 449 bzw. 810 je 100 000 Einwohner) auf Zypern und Malta gestellt.
699 EL
Syrien Deutschland
74 375 142 510
358 LU

245 ES
Afghanistan 226 SE
52 540
225 IS
Venezuela Frankreich 202 BE
44 755 119 915
179 FR
Kolumbien 174 SI
31 815
172 DE
Irak
26 755 147 CH
Spanien
Türkei
115 190 137 EU-27
23 030 130 NL
Pakistan 122 AT
22 730
Georgien 117 LI
19 665 Griechenland 97 IE
Nigeria 74 915
19 250
66 UK
Iran 58 IT
16 870 46 DK
Andere (Welt) Italien 44 FI
281 180 35 005
41 NO
Schweden 31 HR
23 150 30 BG
Belgien 22 LT
Anträge insgesamt 23 140 17 PT
in der EU-27 Niederlande 15 CZ

613 000 22 540


Zypern
13
9
8
RO
LV
EE
12 695
Andere (EU) 7 PL
43 905 5 HU
4 SK
Hinweis: Enthält ausschließlich Anträge Quelle: Eurostat (Online-Datencodes:
von Nicht-EU-Bürgern. migr_asyappctza und demo_gind)

14   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Menschen und Gesellschaft 1
Gesundheit
Entwicklung der Lebenserwartung bei der Geburt
(in Jahren nach Geschlecht, EU-27, 2002-2018)

84 Im Jahr 2018 betrug in der EU‐27 die


83 Lebenserwartung bei der Geburt 83,7 Jahre
82 (Frauen) bzw. 78,2 Jahre (Männer). Von 2002
81
80
bis 2018 hat sich dieser Abstand zwischen den
79 Geschlechtern verringert, da in der EU-27 die
78 Lebenserwartung der Frauen um 2,8 Jahre und
77 jene der Männer um 3,9 Jahre gestiegen ist.
76
75 Frauen
74 Beide Geschlechter
2002 2006 2010 2014 2018 Männer

Quelle: Eurostat (Online-Datencode: demo_mlexpec)


Lebenserwartung bei der Geburt
(in Jahren nach Geschlecht, 2018)

Frauen EU-27
Beide Geschlechter
Männer
81 Jahre
88
86
84
82
80
78
76
74
72
70
68
UK
CH

NO
SE
MT
IE
LU
EL
NL
AT
FI
BE
PT
SI
ES
IT
LI
FR
CY
IS

EU-27
DK
DE
CZ
EE
HR
PL
SK
HU
LT
RO
LV
BG

Quelle: Eurostat (Online-Datencode: demo_mlexpec)

In der EU-27 wurde die höchste durchschnittliche


Lebenserwartung bei der Geburt (für beide Geschlechter) von
Spanien gemeldet (83,5 Jahre). Am niedrigsten war sie dagegen
in Bulgarien (mit 75,0 Jahren). In allen EU‐Mitgliedstaaten gab es
ein geschlechtsspezifisches Gefälle (höhere Lebenserwartung
von Frauen), das in Litauen (mit 9,8 Jahren) und Lettland (mit
9,6 Jahren) am stärksten ausgeprägt war. Am geringsten fiel
der Abstand zwischen den Geschlechtern in den Niederlanden
(3,1 Jahre) und Schweden (3,4 Jahre) aus.

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  15


1 Menschen und Gesellschaft
520 520

500 500

480 480
Häufigste Todesursachen 460
460
(Todesfälle in 1 000 nach Geschlecht 440 440
und Altersgruppe, EU-27, 2016) 420
420
400 400
Im Jahr 2016 gab es in der EU-27
380 380
4,5 Millionen Todesfälle. In jeder der
360 360
Fünfjahresaltersklassen von der Geburt
340 340
bis einschließlich der 75- bis 79-Jährigen
320 320
starben mehr Männer als Frauen. Am
300 300
größten war der geschlechtsspezifische
280 280
Unterschied der Zahl der Todesfälle in
260 260
der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen,
240 240
in der es 99 400 mehr Todesfälle bei den
220 220
Männern gab.
200 200
Im Jahr 2016 wurde mehr als ein Drittel 180 180
(37,1 %) der Todesfälle in der EU-27 160 160
durch Krankheiten des Kreislaufsystems 140 140
verursacht, während über ein Viertel 120 120
(25,8 %) auf Krebserkrankungen 100 100
zurückzuführen war. Jedes Jahr sterben 80 80
relativ wenige Kinder und junge Menschen. 60 60
Im Jahr 2016 waren in der EU-27 Unfälle 40 40
die häufigste Todesursache bei jungen 20 20
Erwachsenen (im Alter zwischen 15 und 0 0
34 Jahren). Bei den 20‐ bis 24‐Jährigen
10-14
15-19
20-24
25-29
30-34
35-39
40-44
45-49
50-54
55-59
60-64
65-69
70-74
75-79
80-84
85-89
90-94
≥ 95
<5

Alter
5-9

erreichte ihr Anteil den Spitzenwert


0
von 36,3 %. Krebs war die häufigste
20
Todesursache bei den 35- bis 74-Jährigen,
40
wobei sein Anteil mit 43,6 % an allen
60
Todesfällen in der Altersgruppe der 60-
80
bis 64-Jährigen am höchsten war. Ältere
100
Menschen sterben eher an Krankheiten
120
des Kreislaufsystems, die häufigste
140
Todesursache bei den über 75‐Jährigen,
160
die mit 47,5 % in der Altersgruppe der über
180
90-Jährigen den höchsten Wert erreicht.
200
220
Krankheiten des Kreislaufsystems 240

Krebs (bösartige Neubildungen) 260


280
Krankheiten des Atmungssystems
300
Psychische Störungen und 320
Verhaltensstörungen
340
Krankheiten des Nervensystems und 360
der Sinnesorgane
380
Sonstige
400
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: hlth_cd_aro) 280

16   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Menschen und Gesellschaft 1
Todesfälle durch Krankheiten des Kreislaufsystems
(standardisierte Todesrate pro 100 000 Einwohner nach Geschlecht, 2016)
1 400

1 300

1 200
EU-27

370 Todesfälle
1 100

1 000 pro 100 000 Einwohner


900

800

700

600

500

400

300

200

100

0
BG
RO
LV
LT
HU

EU-27
FI
EE
HR
SK
CZ
PL

LI
EL
MT
CY
SE
IS
IE
LU
PT
IT
BE
NL
CH
UK
DK
NO
ES
FR
SI
AT
DE

Männer
Beide Geschlechter
Frauen

Obwohl Krankheiten des Kreislaufsystems die häufigste Todesursache Hinweis: Die standardisierte Todesrate
ist ein gewichteter Durchschnitt
in der EU-27 sind, gab es deutliche Unterschiede zwischen den der altersspezifischen Sterbeziffern,
EU-Mitgliedstaaten. So war 2016 die Wahrscheinlichkeit, dass ein wobei der Gewichtungsfaktor die
Altersverteilung der europäischen
Einwohner Bulgariens an einer Krankheit des Kreislaufsystems Standardbevölkerung ist (Überarbeitung
(1 095 Todesfälle pro 100 000 Einwohner) verstirbt, 5,6‐mal 2012). Da die Todesursache je nach Alter
und Geschlecht signifikant variieren
höher als bei einem Einwohner Frankreichs (197 Todesfälle kann, verbessert die Verwendung
pro 100 000 Einwohner). In allen EU-Mitgliedstaaten war die von standardisierten Sterbeziffern die
Vergleichbarkeit im zeitlichen Verlauf
Wahrscheinlichkeit, an Krankheiten des Kreislaufsystems zu sterben, und zwischen den Ländern.
bei Männern höher als bei Frauen. Dieses Gefälle zwischen den Quelle: Eurostat (Online-Datencode:
Geschlechtern war in Finnland besonders ausgeprägt, wo die hlth_cd_asdr2)

Wahrscheinlichkeit, einer Krankheit des Kreislaufsystems zu erliegen,


bei den Männern um 70 % höher als bei den Frauen war.

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  17


1 Menschen und Gesellschaft

100 LU, FR, NO


99 CZ, RO, FI
98 SK, EE
Bildung
95 HR Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger
93 SI, LI
(%-Anteil der 18- bis 24-Jährigen nach Geschlecht, 2019)
89 BE 25

EU-27
82 LV
80 SE
20
10,2 %
15

73 PL
72 BG
10
69 NL

65 AT
5
63 MT
62 DE
61 EU-27, IS
60 HU 0
IS
ES
MT
RO
BG
IT
HU
UK
PT
DE
EU-27
DK
NO
EE
CY
LV
BE
SK
FR
AT
NL
FI
LU
CZ
SE
PL
IE
SI
CH
EL
LT
HR
Männer
Beide Geschlechter
Frauen Bei Menschen, die die Schule in einem vergleichsweise frühen Alter abbrechen, ist das Risiko, von
50 DK Hinweis: Frühzeitige Armut, Arbeitslosigkeit oder sozialer Ausgrenzung betroffen zu sein, höher. Die EU hat sich das
Schulabgänger bezeichnen Ziel gesetzt, den Anteil der frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger (im Alter zwischen 18
Personen, die höchstens
einen Bildungsabschluss im und 24 Jahren) bis 2020 auf 10,0 % zu senken. Im Jahr 2019 lag der Anteil der frühzeitigen Schul-
Sekundarbereich I haben und und Ausbildungsabgänger in der EU-27 bei 10,2 % und bewegte sich in der Größenordnung von
die an keiner Maßnahme der
allgemeinen oder beruflichen 17,3 % (Spanien) bis 3,0 % (Kroatien). Bei den frühzeitigen Schul‐ und Ausbildungsabgängern in
39 LT Bildung teilnehmen. der EU-27 handelte es sich eher um junge Männer (11,9 %) als um junge Frauen (8,4 %).
38 CY Quelle: Eurostat (Online-
Datencode: edat_lfse_14)

61 %
der Schüler in der
Erlernen von zwei oder mehr Fremdsprachen
28 ES Hallo! EU-27 erlernen
(%-Anteil der Schüler im Sekundarbereich II zwei oder mehr
25 IT (allgemeinbildend), 2018) Hello! Fremdsprachen
Bonjour !
Im Jahr 2018 erlernten in der EU-27 etwa 61 % der Schüler
im Sekundarbereich II (allgemeinbildend) zwei oder
mehr Fremdsprachen. In Luxemburg und Frankreich
14 IE erlernten mehr als 99 % aller Schüler im Sekundarbereich II
(allgemeinbildend) zwei oder mehr Fremdsprachen, während
es in Irland (Daten von 2017), Portugal und Griechenland
dagegen weniger als 15 % waren.
6 PT
Hinweis: 2017 Daten für DK, DE, IE, HR, MT, LI und NO. 2016 Daten für BE.
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: educ_uoe_lang02)
1 EL

18   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Menschen und Gesellschaft 1
Junge Menschen, die sich weder in Ausbildung noch IT 18,1
in Beschäftigung befinden
(%-Anteil an den 15- bis 24-Jährigen, 2019)

Bei dem Anteil junger Menschen (15 bis 24 Jahre), die sich weder in
Ausbildung noch in Beschäftigung befinden (NEET), handelt es sich um
Personen, die bislang nicht in Beschäftigung waren und keinerlei Schul-
oder Berufsausbildung genossen haben. Im Jahr 2019 lag die NEET-Quote
junger Menschen für die EU-27 bei 10,1 %. In Italien war die Quote mit
18,1 % mehr als viermal so hoch wie in den Niederlanden (4,3 %). RO 14,7

Quelle: Eurostat (Online-Datencode: edat_lfse_20)

BG, CY 13,7

Von Hochschulabsolventen belegte Studienfächer 4,0 Millionen


Hochschulabsolventen in der
(%-Anteil der Hochschulabsolventen nach Geschlecht, EU-27
EU-27, 2017) EL 12,5

Im Jahr 2017 machten 4,0 Millionen Personen in der EU-27 einen ES 12,1


HR 11,8
Hochschulabschluss. Den 2,3 Millionen weiblichen Absolventen
stand dabei eine Zahl von lediglich 1,7 Millionen Männern
gegenüber. Dieses Muster wiederholte sich in den meisten HU 11,0
Studienfächern und war bei den Studierenden der Pädagogik FR 10,6

2,3
besonders ausgeprägt (12,3-mal mehr weibliche als männliche UK 10,5
Absolventen). Im Gegensatz dazu gab es unter den Studierenden
der Informations- und Kommunikationstechnologien 8,2-mal so viele Millionen
1,7
Millionen
SK 10,3
EU-27, IE 10,1
männliche wie weibliche Absolventen. Frauen Männer
Frauen Männer BE 9,3

Ingenieurwesen, LT 8,6
Wirtschaft, verarbeitendes Gesundheit Künste und
Verwaltung Gewerbe und und soziale Geistes- FI 8,2
und Recht Baugewerbe Dienste Dienstleistungen wissenschaften PL 8,1
MT, PT 8,0
LV 7,9
DK 7,7

1,5 1,0 4,3 1,4 1,5 AT 7,1


1,0 4,8 1,0 1,0 1,0 SI 7,0
EE 6,9
Agrarwissenschaft,
Informations- und Forstwirtschaft, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften,
Kommunikations- Fischerei und Mathematik Journalismus und CH 6,2
technologien Pädagogik Tiermedizin und Statistik Informationswesen
CZ, DE 5,7
LU 5,6
SE 5,5

1,0 12,3 1,0 1,0 2,0 NO 4,8


8,2 1,0 1,9 1,2 1,0 IS 4,7
NL 4,3
Quelle: Eurostat (Online-Datencodes: educ_uoe_grad01 und educ_uoe_grad03)

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  19


1 Menschen und Gesellschaft

Arbeitsmarkt
Zusammensetzung der Erwerbsbevölkerung
(in Millionen Personen zwischen 15 und 74 Jahren, EU-27, 2019)

Personen zwischen 15 und 74 Jahren

332,3
Erwerbsbevölkerung Nichterwerbspersonen

213,8 118,5

Beschäftigt Arbeitslos

199,4 14,4

Quelle: Eurostat (Online-Datencode: lfsa_pganws)

20   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Menschen und Gesellschaft 1
Beschäftigungsquote
(%-Anteil der Bevölkerung zwischen 20 und 64 Jahren, 2019)

EU-27

73,1 % Schweden
82,1 %

80 oder mehr
73,1 - < 80,0
70,0 - < 73,1
Weniger als 70

Griechenland
61,2 %

Im Jahr 2019 lag die Beschäftigungsquote – der Anteil der erwerbstätigen Quelle: Eurostat (Online-Datencode:
lfsa_ergan)
20‐ bis 64‐Jährigen – in der EU-27 bei 73,1 %. Die Beschäftigungsquote stieg –
ausgehend von einem Wert von 67,5 % im Jahr 2013 – sechs Jahre in Folge. Mit
78,9 % lag die Beschäftigungsquote der Männer in der EU-27 deutlich über der
Quote der Frauen (67,2 %).
Im Jahr 2019 waren in fünf EU-Mitgliedstaaten mehr als 80 % der Personen
zwischen 20 und 64 Jahren beschäftigt, und zwar in Schweden (82,1 %),
Deutschland (80,6 %), Tschechien (80,3 %), Estland (80,2 %) und den Niederlanden
(80,1 %). Am anderen Ende der Skala gingen weniger als 70 % dieser
Bevölkerungsgruppe in Spanien (68,0 %), Kroatien (66,7 %), Italien (63,5 %) und
Griechenland (61,2 %) einer Beschäftigung nach.

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  21


1 Menschen und Gesellschaft

17,3 EL Entwicklung der Arbeitslosenquote


(%-Anteil der Erwerbsbevölkerung, EU-27, 2002-2019)
26
24
22
20
18
16
14,1 ES 14
12
10
8
6
4
2
0
2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019

Personen zwischen Im Jahr 2008 erreichte die Arbeitslosenquote für Personen zwischen 15 und
15 und 24 Jahren
74 Jahren in der EU‑27 einen Tiefstand von 7,2 %, bevor sie im Zuge der globalen
10,0 IT Insgesamt Wirtschafts‐ und Finanzkrise stark anstieg und 2013 mit 11,4 % einen Höchstwert
(Personen zwischen
15 und 74 Jahren
erreichte. In den darauffolgenden sechs Jahren ging diese Quote deutlich zurück
und dank sank in der EU-27 bis 2019 auf 6,7 %.
Personen zwischen
50 und 74 Jahren Im Jahr 2019 lag die Jugendarbeitslosenquote (bei den Personen zwischen 15 und
8,5 FR
24 Jahren) in der EU‐27 bei 15,1 % und war damit mehr als 3‐mal so hoch wie die
Quelle: Eurostat
(Online-Datencode: Arbeitslosenquote für Personen zwischen 50 und 74 Jahren (4,9 %).
lfsa_urgan)

7,1 CY Arbeitslosenquote
6,8 SE
6,7 EU-27, FI (%-Anteil der Erwerbsbevölkerung zwischen 15 und 74 Jahren, 2019)
6,6 HR
6,5 PT 2019 wurde die höchste Gesamtarbeitslosenquote bei Personen zwischen 15 und 74 Jahren
6,3 LV, LT in Griechenland (17,3 %) verzeichnet, doch auch Spanien und Italien meldeten zweistellige
Quoten. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten in einer Bandbreite zwischen 3,0 und 4,0 %
5,8 SK
5,6 LU
wurden in Rumänien, Ungarn, Malta, den Niederlanden, Polen und Deutschland registriert;
5,4 BE noch niedriger lag die Quote mit 2,0 % in Tschechien.
5,0 DK, IE
4,5 AT, SI
4,4 EE, CH
4,2 BG
3,9 RO
3,8 UK
3,7 NO
3,5 IS
3,4 HU, MT, NL
3,3 PL
3,2 DE
EL EU-27 CZ
17,3 % 6,7 % 2,0 %
2,0 CZ
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: une_rt_a)

22   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Menschen und Gesellschaft 1
Geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle
(Unterschied zwischen den durchschnittlichen Brutto-Stundenverdiensten männlicher
und weiblicher Beschäftigter als %-Anteil am Verdienst von Männern, 2018)

EE 22,7
DE 20,9
Das unbereinigte CZ 20,1
geschlechtsspezifische UK 19,9
Verdienstgefälle vermittelt AT 19,6
ein Gesamtbild der SK 19,4
zwischen Männern und CH 17,0
Frauen bestehenden FI 16,3
Lohnunterschiede. Es PT 16,2
misst den Unterschied FR 15,5
zwischen dem Verdienst von Frauen in der EU-27
EU-27 14,8 verdienen im Durchschnitt
Männern und Frauen in der
15 %
NL 14,8
Industrie, im Baugewerbe und DK 14,5
im Dienstleistungssektor in weniger als Männer
IE 14,4
Unternehmen mit 10 oder mehr
LV 14,1
Beschäftigten.
ES 14,0
Die durchschnittlichen Stundenlöhne LT 14,0
für Frauen in der EU‐27 waren im NO 14,0
Jahr 2018 um 14,8 % niedriger als die CY 13,7
Löhne der Männer. In Tschechien und IS 13,7
in Deutschland lagen die Verdienste BG 13,5
der Frauen um mehr als 20,0 % SE 12,2
unter denen der Männer, wobei das MT 11,7
geschlechtsspezifische Verdienstgefälle HU 11,2
in Estland mit 22,7 % einen Spitzenwert HR 10,5
erreichte. Im Gegensatz dazu lag das PL 8,8
geschlechtsspezifische Verdienstgefälle in SI 8,7
Italien (Daten von 2017) und Luxemburg BE 6,0
bei weniger als 5,0 %; den niedrigsten Wert IT 5,0
verzeichnete Rumänien (3,0 %). LU 4,6
RO 3,0

Hinweis: 2017 Daten für IE, IT und CH. EL nicht verfügbar.


Quelle: Eurostat (Online-Datencode: earn_gr_gpgr2)

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  23


1 Menschen und Gesellschaft

Lebensbedingungen
32,8 BG
32,5 RO

31,8 EL

Von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohte Personen


(in Millionen Personen, EU-27, 2018)
Im Jahr 2018 waren 94,7 Millionen Menschen bzw.
Unter erheblicher 21,6 % der Bevölkerung der EU-27 von Armut oder
materieller Deprivation
leidende Personen sozialer Ausgrenzung bedroht. Dies bedeutet, dass
Von Armut
28,4 LV bedrohte Personen 26,7 mindestens eine der nachstehenden drei Bedingungen
28,3 LT 73,8 auf sie zutraf: armutsgefährdet nach Sozialtransfers,
unter erheblicher materieller Deprivation leidend oder in
10,7
27,3 IT einem Haushalt mit niedriger Erwerbsintensität lebend.
8,9 Das größte Risiko für Armut oder soziale Ausgrenzung
1,4 ging von Einkommensarmut aus. Demgemäß betraf
26,1 ES 5,7 dies Menschen, die nach Sozialtransfers von Armut
bedroht waren. Im Jahr 2018 befanden sich 73,8 Millionen
24,8 HR 47,0 12,2 8,8 Personen in der EU-27 in einer solchen Lage, wobei
24,4 EE auf 26,8 Millionen davon eine der beiden oder beide
23,9 CY anderen Bedingungen gleichzeitig zutrafen. Im Vergleich
zur Situation vor fünf Jahren waren im Jahr 2018
23,1 UK
12,5 Millionen Personen weniger von Armut oder sozialer
In Haushalten mit
sehr niedriger Erwerbsintensität
Ausgrenzung bedroht.
21,9 LU lebende Personen
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: ilc_pees01)
21,6 EU-27, PT 28,1
21,1 IE
Anteil der Personen in der
20,0 BE EU-27, die von Armut oder
19,6 HU sozialer Ausgrenzung bedroht
19,0 MT sind:
18,9
18,7
PL
DE 22 %
18,0 SE
17,5 AT Von Armut oder sozialer Ausgrenzung
17,4 FR, CH bedrohte Personen
17,0 DK
(%-Anteil an der Gesamtbevölkerung, 2018)
16,7 NL
16,5 FI Im Jahr 2018 war der Bevölkerungsanteil der von Armut oder
16,3 SK
sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen in Bulgarien mit
16,2 SI, NO
32,8 % so hoch wie in keinem anderen EU-Mitgliedstaat. Auch
in Rumänien und Griechenland waren weiterhin mehr als 30 %
der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.
Demgegenüber war in Finnland, der Slowakei und Slowenien
nur weniger als ein Sechstel der Bevölkerung von Armut oder
sozialer Ausgrenzung bedroht; der niedrigste Wert wurde in
Tschechien registriert (12,2 %).
12,2 CZ, IS Hinweis: 2016 Daten für IS.
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: ilc_peps01)

24   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Menschen und Gesellschaft 1
Unfähigkeit, unerwartete Finanzausgaben zu tragen
(%-Anteil an der Gesamtbevölkerung, 2018)

LV
HR
EL
CY
LT
RO
IE
ES
IT
EE
PT
UK
HU

EU-27
SI
EU-27 €
BG 32 %
PL
Materielle Deprivation bezeichnet die
SK
unfreiwillige Unfähigkeit (im Unterschied
FR zur Wahlfreiheit), sich bestimmte Ausgaben
IS leisten bzw. für diese aufkommen zu
DE können. Ein Beispiel sind unerwartete
FI Finanzausgaben. Im Jahr 2018 war mehr
DK
als ein Drittel (32,2 %) der in privaten
Haushalten lebenden Bevölkerung der
BE
EU-27 nicht in der Lage, unerwartete
CZ Finanzausgaben zu bewältigen. In drei
NL EU‐Mitgliedstaaten war über die Hälfte
CH der Bevölkerung nicht in der Lage,
SE unerwartete Finanzausgaben zu bestreiten.
Spitzenwerte wurden für Griechenland
AT
(50,4 %), Kroatien (52,9 %) und Lettland
LU
(55,3 %) verzeichnet. Dagegen konnte
NO sich nur ein relativ geringer Anteil der
MT Bevölkerung in Malta solche Ausgaben
30
nicht leisten (13,9 %).
0 10 20 40 50 60

Hinweis: 2016 Daten für IS.


Quelle: Eurostat (Online-Datencode: ilc_mdes04)

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  25


1 Menschen und Gesellschaft

Unfähigkeit, sich einen einwöchigen


Jahresurlaub an einem anderen Ort zu leisten
(%-Anteil an der Gesamtbevölkerung, 2018)

RO
HR
EL
CY
IT
HU
PT
LT
€ €
SK
PL
ES
LV
MT
BG
Ein weiterer Aspekt der Quote der materiellen
IE EU-27 Deprivation ist die Unmöglichkeit, eine
EU-27
EE 29 % einwöchige Urlaubsreise an einem anderen
Ort bezahlen zu können. Im Jahr 2018
UK war für etwa 29,2 % der Bevölkerung in
der EU-27 eine solche Urlaubsreise nicht
BE
leistbar. Dies betraf mehr als die Hälfte der
FR
Bevölkerung in Zypern, Griechenland und
SI Kroatien. In Rumänien war dieser Anteil mit
CZ 58,9 % besonders hoch. Dagegen konnte
NL sich in Schweden nur weniger als jeder
Zehnte keinen einwöchigen Urlaub an einem
DE
anderen Ort leisten (9,7 %).
FI
Hinweis: 2016 Daten für IS.
AT
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: ilc_mdes02)
DK
IS
LU
SE
CH
NO

0 10 20 30 40 50 60

26   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Menschen und Gesellschaft 1
Digitale Gesellschaft SE, NO
IS 99

98

Internetnutzung DK, CH 97
(%-Anteil der 16- bis 74-Jährigen, 2019) LU, NL, UK 96
Das Internet ist inzwischen aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr Quelle: Eurostat
FI 95
(Online-Datencode:
wegzudenken. Es verändert die Art und Weise, in der Menschen studieren, isoc_ci_ifp_iu)
arbeiten, kommunizieren und ihre Freizeit verbringen. Im Jahr 2019 gaben 86 %
der Erwachsenen (16 bis 74 Jahre) in der EU-27 an, in den letzten drei Monaten DE 93
das Internet genutzt zu haben. Der Anteil reichte von 98 % in Schweden und
97 % in Dänemark bis zu 68 % in Bulgarien.
ES 91

Internetaktivitäten BE, EE, IE 90

(%-Anteil der 16- bis 74-Jährigen, 2019) FR 89

AT 88
94 E-Mails 89 Informationen über 82
73 senden/
66 Güter und CZ 87
empfangen Dienstleistungen 62 Online lesen
suchen
40
EU-27, 86
40 CY, LV, MT
33
A
DK EU-27 BG NL EU-27 RO DK EU-27 RO
SI, SK 83
91
Internet-Banking 81 Teilnahme an 82
sozialen Videoinhalte LT 82
55 54 Netzwerken 54 ansehen (*)
42

8 € 10 HU, PL 80

DK EU-27 RO DK EU-27 FR DK EU-27 RO HR 79


NL IT NL
FI
Reise- und
72 Telefon- oder 76 Musik hören 71 Beherbergungs-
Videoanrufe
52 51 dienstleistungen (**)
40
30
40 EL, IT 76

11 PT 75

CY EU-27 PT FI EU-27 BG LU EU-27 BG PASSPORT RO 74


( ) 2018 Daten. (**) 2017 Daten.
*

Höchster Wert EU-27 Niedrigster Wert Quelle: Eurostat (Online-Datencode: isoc_ci_ac_i)

In der EU‐27 führten die 16‐ bis 74‐Jährigen (62 %). Eine Mehrheit der Erwachsenen in der EU-27
im Jahr 2019 folgende Internetaktivitäten am nutzte das Internet auch, um Internet-Banking
häufigsten durch: E‐Mails senden/empfangen durchzuführen (55 %), in sozialen Netzwerken aktiv
(73 %), Suche nach Informationen zu Gütern und zu sein (54 %), Videoinhalte anzusehen (54 %; Daten
Dienstleistungen (66 %) sowie Lesen von Online‐ von 2018), Telefon- oder Videoanrufe zu tätigen
Nachrichtenseiten, Zeitungen oder Magazinen (52 %) oder Musik zu hören (51 %). BG 68

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  27


2 Wirtschaft und
Unternehmen
2 Wirtschaft und Unternehmen

Wirtschaft und Finanzen


BIP
(%-Anteil an der EU-27 insgesamt, 2019)

BIP der EU-27

13 923 Mrd. EUR SE


FI
1,7
DK
3,4
2,2
NL
5,8
0,2
BE
DE EE

24,7
LV 0,2
IE 3,4 LT
2,5 0,3
LU
0,5 PL
3,8
CZ
FR 1,6
17,4 AT
2,9 HU
SK
0,7
1,0
SI RO
HR 1,6
ES IT
PT 8,9 12,8
0,4
0,3 EL
BG
0,4
1,5 1,3

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt als Indikator zur Messung 0,1


von Größe und Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft über die MT 0,2
Güter und Dienstleistungen Aufschluss, die in einem bestimmten CY
Zeitraum produziert bzw. erbracht werden. Das BIP der EU-27 Quelle: Eurostat (Online-Datencode: nama_10_gdp)
wurde 2019 mit 13 923 Mrd. EUR beziffert. Die leistungsstärkste
Volkswirtschaft unter den EU-Mitgliedstaaten war Deutschland
(3 436 Mrd. EUR bzw. 24,7 % der EU-27 insgesamt), gefolgt von
Frankreich (17,4 %) und Italien (12,8 %). Am anderen Ende der
Skala rangierte Malta als die kleinste Volkswirtschaft mit 0,1 %.

30   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Wirtschaft und Unternehmen 2
Reale BIP‐Veränderung LU 263
(Jahresdurchschnitt in %, auf Basis verketteter Volumendaten, EU-27, 2000-2019)
4
3
2
1
0
−1
−2
−3
−4
IE 191
−5
2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: naida_10_gdp)

Bei der realen BIP-Veränderung wird nur die Wirtschaft von der Wirtschafts‐ und Finanzkrise CH 156
Änderung der Wirtschaftsleistung dargestellt, stark in Mitleidenschaft gezogen. Das BIP sank 2009 NO 153
wobei die Auswirkungen von Preisänderungen um 4,3 % und 2012 sowie 2013 in viel geringerem
(Inflation) herausgerechnet werden. Zwischen 2000 Ausmaß (−0,7 % bzw. −0,1 %). Seit damals hat sich
und 2007 wuchs die Volkswirtschaft der EU-27 die Volkswirtschaft der EU-27 nach und nach erholt
jedes Jahr, wobei das BIP real jährlich zwischen 0,9 und verzeichnete zwischen 2014 und 2019 jährliche NL, IS 130
und 3,9 % zunahm. Von 2008 bis 2013 wurde die Wachstumsraten zwischen 1,5 % und 2,7 %. DK 129
AT 128
DE 123
SE 121
BIP pro Kopf BE 118
(EU-27 = 100, basierend auf KKS, 2018) FI 111
UK 106
Das BIP pro Kopf kann als Vergleich der FR 104
30 160,00
Wirtschaftsleistung zwischen Ländern EU-27 100
verschiedener Größe herangezogen werden. MT 98
Da die Lebenshaltungskosten von Land zu Land IT 97
schwanken, wurden die nachstehend präsentierten ES, CZ 91
Informationen mithilfe einer Kaufkraftstandard CY 90
SI 87
(KKS) genannten künstlichen Währungseinheit
EE 82
bereinigt, um Unterschieden im Preisniveau
LT 81
Rechnung zu tragen. Mittels dieser Einheit lässt PT 77
sich der relative Lebensstandard einzelner EU- SK 73
BIP pro Kopf der EU-27 Mitgliedstaaten anhand eines Vergleichs mit dem HU, PL 71

30 160 EUR Durchschnitt der EU-27 darstellen, der gleich 100


entspricht. Den höchsten Wert unter den EU-
LV
EL
RO
69
68
66
Mitgliedstaaten erreichte Luxemburg, wo das BIP
HR 63
pro Kopf in KKS im Jahr 2018 rund 2,6‐mal so hoch
war wie der EU-27‐Durchschnitt. Im Gegensatz dazu
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: BG 51
nama_10_pc) betrug das BIP pro Kopf in Bulgarien rund die Hälfte
(51,1 %) des Durchschnittswerts der EU‐27.
Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020 31
2 Wirtschaft und Unternehmen

Preise
3,9 RO

16,2 15,9 15,0


Inflationsrate
(jährliche Veränderung in %, 2019)
3,4 HU
Die Inflationsrate gibt Aufschluss über die
Veränderung des Preises eines Korbs von
Wohnen, Nahrungsmittel Verkehr
Konsumgütern und Dienstleistungen. Nach Wasser und und alkoholfreie
den jüngsten verfügbaren Daten stiegen die Energie Getränke
Preise zwischen 2018 und 2019 in der EU um
1,5 %. Rumänien verzeichnete mit 3,9 % die
höchste jährliche Inflationsrate, während die 9,3 8,8 6,2
2,8 SK Inflationsraten in Griechenland, Zypern und
2,7 LV, NL Portugal nicht höher als 0,5 % lagen.
2,6 CZ Quelle: Eurostat (Online-Datencode: prc_hicp_aind)

2,5 BG
Hotels und Freizeit Hausrat und
Gaststätten und Kultur laufende
2,3 EE, NO Instandhaltung
des Hauses
2,2 LT
Struktur der Haushaltsbudgets
2,1 PL
(%-Anteil an den gesamten Konsumausgaben
5,9 4,9 4,4
2,0 IS privater Haushalte, EU-27, 2019)

1,8 UK
1,7 SI, SE Im Jahr 2019 gaben die Haushalte in der EU-27
durchschnittlich 16,2 % ihres Budgets für Wohnen,
1,6 LU Bekleidung Gesundheit Alkoholische
Wasser und Energie aus. Etwas geringere Anteile
und Schuhe Getränke,
1,5 EU, MT, AT entfielen auf Nahrungsmittel und alkoholfreie Tabakwaren
1,4 DE Getränke (15,9 %) sowie Verkehr (15,0 %). Zu und Narkotikum
beachten ist, dass bei den Wohnungsausgaben
1,3 FR
1,2 BE
der eigentliche Kauf von Wohnungen und
Hypothekenzinsen für selbstgenutztes
3,1 1,0 9,2
1,1 FI Wohnungseigentum nicht einbezogen
werden, Mietkosten jedoch enthalten sind. Die
nächstgrößeren Ausgabenposten – knapp ein
0,9 IE
Zehntel des durchschnittlichen Haushaltsbudgets –
Kommunikation Bildung Andere
0,8 ES, HR waren Hotels und Gaststätten (9,3 %) sowie Freizeit Waren und
0,7 DK und Kultur (8,8 %). Dienstleistungen

0,6 IT
0,5 EL, CY Quelle: Eurostat (Online-Datencode: prc_hicp_inw)

0,4 CH
0,3 PT

32   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Wirtschaft und Unternehmen 2
Vergleichbare Preisniveaus
(EU-27 = 100, 2018)

Nahrungsmittel
und alkoholfreie Wohnen,
Insgesamt Getränke Wasser und Energie Verkehr
IS
CH
NO
LU
DK
IE
SE
FI
UK
NL
BE
AT
FR
DE
IT
ES
CY
PT
SI
MT
EL
EE
SK
LV
CZ
HR
LT
HU
PL
RO
BG
0 100 200 0 100 200 0 100 200 0 100 200

Preisniveauindizes messen Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Ländern Quelle: Eurostat


(Online-Datencode:
(ausgedrückt in Relation zu den Durchschnittspreisen der EU-27, die gleich 100 prc_ppp_ind)
entsprechen). Im Jahr 2018 erreichte der allgemeine Preisniveauindex in Luxemburg
und Dänemark mit gut 40 % über dem Durchschnitt der EU‐27 einen Spitzenwert.
Knapp weniger als die Hälfte des Durchschnitts der EU‐27 betrugen die Preisniveaus
dagegen in Rumänien und Bulgarien. In den Bereichen Verkehr sowie Nahrungsmittel
und alkoholfreie Getränke gab es relativ geringe Preisdifferenzen: Am höchsten waren
die Preisniveaus in Dänemark (jeweils 29 % über dem Durchschnitt der EU-27) und am
niedrigsten in Rumänien (33 % bzw. 35 % darunter). Deutlich stärker schwankten die
Preise dagegen für Wohnen, Wasser und Energie: So lagen sie in Luxemburg um 69 %
über und in Bulgarien um 64 % unter dem Durchschnitt der EU-27.

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020 33


2 Wirtschaft und Unternehmen

Staatsfinanzen
Defizit/Überschuss und Schuldenstand des Staates
(in % des BIP, 2019)
200
Konsolidierter
Brutto-Schuldenstand
180
EL
160

140
IT
120
PT
BE
100
FR
ES CY
80
EU-27
AT
HR
HU FI SI DE
60
PL IE
SK MT NL
40 LT
LV SE DK
RO LU
CZ
20
BG Defizit/
EE
Überschuss
0
−5 −4 −3 −2 −1 0 1 2 3 4

Quelle: Eurostat (Online-Datencode: gov_10dd_edpt1) Im Stabilitäts‐ und Wachstumspakt haben sich die EU-
Mitgliedstaaten verpflichtet, tragfähige öffentliche Finanzen
zu sichern: Das Haushaltsdefizit eines Mitgliedstaats sollte 3 %
seines BIP nicht überschreiten und der Schuldenstand sollte
unter 60 % des BIP bleiben (siehe schraffierten Bereich in der
Grafik).
Im Jahr 2019 lag das öffentliche Defizit der EU-27 bei 0,6 % des
BIP, der konsolidierte Bruttoschuldenstand dagegen bei 77,8 %
des BIP. Über die Hälfte (16) der EU-Mitgliedstaaten verzeichnete
einen Haushaltsüberschuss. Dagegen war Rumänien (mit
einem Defizit von 4,3 %) der einzige Mitgliedstaat mit einem
Haushaltsdefizit von über 3,0 % des BIP. In etwas weniger als
der Hälfte (11) der Mitgliedstaaten überstieg der konsolidierte
Schuldenstand 60,0 % des BIP, wobei Griechenland mit 176,6 %
einen Spitzenwert erreichte. Italien und Portugal verzeichneten
ebenfalls einen Schuldenstand, der über der jeweiligen
jährlichen Wirtschaftsleistung lag (über 100 % gemessen am
BIP).

34   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Wirtschaft und Unternehmen 2
Ausgaben des Staates nach Aufgabenbereich
(in % des BIP, 2018)

Im Jahr 2018 belief sich der Anteil der Staatsausgaben am BIP in der EU-27 auf 46,7 %. Die Spanne
reichte dabei von knapp über einem Viertel (25,4 %) in Irland bis zu über der Hälfte in Dänemark
(50,9 %), Belgien (52,1 %), Finnland (53,1 %) und Frankreich (56,0 %). Nahezu ein Fünftel (19,2 %)
des BIP wurde in der EU-27 für Staatsausgaben für die soziale Sicherung aufgewendet. Geringere
Anteile entfielen auf das Gesundheitswesen (7,0 %), die allgemeine öffentliche Verwaltung (6,0 %)
und das Bildungswesen (4,6 %). In Finnland machten die Staatsausgaben für die soziale Sicherung
nahezu ein Viertel (24,1 %) des BIP aus. Am höchsten waren die Anteile an den Staatsausgaben
beim Gesundheitswesen in Dänemark (8,3 %), bei der allgemeinen öffentlichen Verwaltung in
Griechenland und Ungarn (jeweils 8,3 %) und beim Bildungswesen in Schweden (6,9 %).

Allgemeine
Soziale Gesundheits- öffentliche
Insgesamt Sicherung wesen Verwaltung Bildung
FR
FI
BE
DK
SE
NO
AT
IT
EL
EU-27
HU
HR
DE
CY
PT
SI
NL
IS
LU
SK
ES
PL
UK
CZ
EE
LV
MT
BG
RO
LT
CH
IE
0 10 20 30 40 50 60 0 10 20 30 0 10 20 30 0 10 20 30 0 10 20 30
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: gov_10a_exp)

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020 35


2 Wirtschaft und Unternehmen

Außenhandel

EU-27 Handelsüberschuss

197 Mrd. EUR

Internationaler Warenverkehr mit


Nicht-Mitgliedstaaten
(in Mrd. EUR, EU-27, 2002-2019)

Im Jahr 2019 exportierte die EU-27 Waren im Wert


von 2 132 Mrd. EUR in Nicht-Mitgliedstaaten –
197 Mrd. EUR mehr als der Wert der eingeführten
Waren. Infolgedessen verzeichnete die EU-27
zum achten Mal in Folge einen jährlichen
Handelsüberschuss für Waren.

2 200

2 000

1 800

1 600

1 400

1 200

1 000

800

600

400

200

−200

−400
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Ausfuhren Einfuhren Handelsbilanz Quelle: Eurostat (Online-Datencode:


  ext_lt_intratrd)

36   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Wirtschaft und Unternehmen 2
Top 10 EU-Partner im internationalen Warenverkehr
(%-Anteil am Gesamtwert, EU-27, 2019)

Norwegen Russland
2,4 4,1
2,8 7,5

China Südkorea
Vereinigtes Türkei
(ohne
Hong Kong)
2,0
Vereinigte 2,4 Japan
Staaten Königreich 3,2 9,3 2,9
18,0 14,9 3,6 18,7 3,2
12,0 10,0 Schweiz
6,9
5,7 Indien
1,8
2,0

Hinweis: Die Abbildung


zeigt die EU-27-
Einfuhren aus Nicht-
Mitgliedstaaten und
die EU-27-Ausfuhren in
Andere Nicht-Mitgliedstaaten.
Länder Quelle: Eurostat
34,5 (Online-Datencode:
32,1 EU-27 Ausfuhren EU-27 Einfuhren ext_lt_maineu)

Mit 18,0 % des Gesamtwerts der aus der EU-27 Anders stellte sich die Situation bei den Einfuhren
ausgeführten Waren stellten die Vereinigten Staaten dar: Nahezu ein Fünftel (18,7 %) aller in die EU-27
2019 den größten Exportmarkt der EU-27 dar. Der eingeführten Waren stammte aus China (ohne
zweitgrößte Exportmarkt für Waren der EU-27 war das Hongkong). Den zweitgrößten Anteil an den
Vereinigte Königreich: mit einem Anteil von 14,9 %, Einfuhren der EU-27 hatten die Vereinigten Staaten
gefolgt von China (ohne Hongkong; 9,3 %) und der (12,0 %), gefolgt vom Vereinigten Königreich (10,0 %)
Schweiz (6,9 %). und Russland (7,5 %).

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020 37


Innergemeinschaftlicher
Handel
2 Wirtschaft und Unternehmen
60 %
des gesamten Handels
82 LU
Internationaler Warenverkehr mit Mitgliedstaaten
(%-Anteil am gesamten Handel, 2019)
79 SK
Im Jahr 2019 entfielen drei Fünftel (59,9 %) des Warenverkehrs der EU-
Mitgliedstaaten auf den Handel zwischen Mitgliedstaaten. Der relative
77 CZ
Anteil des innergemeinschaftlichen Handels erreichte in Luxemburg
mit 82,0 % einen Höchststand und machte mehr als drei Viertel des
75 HU gesamten Handels in der Slowakei, in Tschechien und in Ungarn Hinweis: Die Berechnung basiert auf
dem Durchschnittswert der Ein- und
74 HR aus. Im Gegensatz dazu lag der Anteil des innergemeinschaftlichen Ausfuhren.
73 RO Handels in Griechenland bei 51,5 % und in Irland bei 37,5 % (dort Quelle: Eurostat (Online-Datencodes:
72 PT, EE, AT ext_lt_intratrd und ext_lt_intercc)
war der Anteil des innergemeinschaftlichen Handels aufgrund des
Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU deutlich niedriger als
70 PL in den Vorjahren).
69 LV

67 SI

63 BG
62 BE, FI
61 LT
Internationaler Dienstleistungsverkehr mit Nicht-Mitgliedstaaten
60 EU-27, LI
59 SE, DK (in Mrd. EUR, EU-27, 2010-2018)
58 FR 1 000 In den letzten Jahren hat der Wert des
57 DE, ES weltweiten Dienstleistungsverkehrs rapide
900
zugenommen. Dieses Muster war auch in
800 der EU-27 zu beobachten, wo zwischen
54 CY, IT, NL 2010 und 2018 der Wert der Ausfuhren
53 MT 700 insgesamt um 71,7 % und der Wert der
52 EL, IS 600
Einfuhren um 68,1 % anstieg. Der Wert der
Dienstleistungsausfuhren der EU-27 in Nicht-
500 Mitgliedstaaten wurde auf 969 Mrd. EUR
beziffert, wohingegen sich der Wert der
400
48 UK Dienstleistungseinfuhren in die EU-27 auf
47 CH 300 824 Mrd. EUR belief. Die EU-27 verbuchte
im gesamten Zeitraum von 2010 bis 2018
200 einen Überschuss im Dienstleistungshandel,
100 wobei 2018, dem letzten Jahr, für das Daten
vorliegen, mit 145 Mrd. EUR der höchste
0 Wert erreicht wurde.
2010 2012 2014 2016 2018

Quelle: Eurostat (Online-Datencodes:


Exports Imports Trade balance
bop_its6_det und bop_its6_tot)

37 IE

38   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Wirtschaft und Unternehmen 2
Top 10 EU-Partner im internationalen Dienstleistungsverkehr
(%-Anteil am Gesamtwert, EU-27, 2018)

Russland
2,7
1,5
Norwegen
2,7
1,7
Vereinigte Vereinigtes
Staaten Königreich
18,5 Bermuda
21,5
23,8 China
0,4 19,7 (ohne Hong Kong) Japan
4,4 Schweiz 4,8 2,9
10,9 3,6 1,8
8,0

Singapur
3,1
2,8
Offshore-
Finanzzentren
3,3
7,5
Andere
Länder
29,3
25,2
EU-27 Ausfuhren
EU-27 Einfuhren

Im Jahr 2018 waren die Vereinigten Staaten und das Hinweis: Die Abbildung zeigt die EU-27-Einfuhren
aus Nicht-Mitgliedstaaten und die EU-27-Ausfuhren
Vereinigte Königreich die wichtigsten Partner der EU-27 im in Nicht-Mitgliedstaaten. Offshore-Finanzzentren
Dienstleistungshandel. Mehr als ein Fünftel (21,5 %) der aus der beziehen Singapur und Bermuda nicht mit ein
(Informationen hierzu werden separat dargestellt).
EU-27 ausgeführten Dienstleistungen waren für das Vereinigte
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: bop_its6_tot)
Königreich bestimmt; der Anteil der Vereinigten Staaten lag leicht
darunter (18,5 %). Dagegen stammte fast ein Viertel (23,8 %)
der aus Drittländern in die EU-27 eingeführten Dienstleistungen
aus den Vereinigten Staaten, wohingegen für das Vereinigte
Königreich ein geringerer Anteil (19,7 %) verzeichnet wurde.
Drittgrößter Handelspartner für Dienstleistungen der EU war
die Schweiz (10,9 % der Ausfuhren und 8,0 % der Einfuhren der
EU-27).

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020 39


2 Wirtschaft und Unternehmen

Unternehmen
Veränderung der Wertschöpfungsstruktur
(%-Anteil an der gesamten Wertschöpfung, EU-27, 2000 und 2019)

Dienst-
leistungen 5,6 1,8
2000
72,9
2019 19,7
2019
0 10 20 30 40 50 60 70 80 Dienstleistungen
Industrie
Baugewerbe
Landwirtschaft,
Forstwirtschaft
Industrie 2000 und Fischerei

2019

Zwischen 2000 und 2019 stieg der vom


0 10 20 30 40 50 60 70 80
Dienstleistungssektor generierte Anteil
an der Bruttowertschöpfung der EU-27
von 69,2 % auf 72,9 %. Dies war in erster
Linie auf Zuwächse bei freiberuflichen,
2000 wissenschaftlichen und technischen
Baugewerbe
Dienstleistungen zurückzuführen. Im
2019 Gegensatz dazu war der relative Anteil
sonstiger Bereiche der EU-27 in diesem
0 10 20 30 40 50 60 70 80 Zeitraum rückläufig: So ging der Anteil
der Industrie von 22,6 % auf 19,7 %
zurück, der Anteil von Landwirtschaft,
Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei sank
Forstwirtschaft
und von 2,5 % auf 1,8 % und jener des
2000
Fischerei Baugewerbes von 5,7 % auf 5,6 %.

2019

0 10 20 30 40 50 60 70 80

Quelle: Eurostat (Online-Datencode: nama_10_a10)

40   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Wirtschaft und Unternehmen 2
Bruttowertschöpfung nach Sektoren Anteil des Dienstleistungssektors an
(%-Anteil am Gesamtwert, 2019)
der Brutto­wertschöpfung der EU-27
100
90
Dienstleistungen 73 %
80
LU
70 87,3
60 EU-27
72,9 IE
50
61,1
40
30
100
20
90
10
80
0
LU
MT
CY
UK
FR
EL
NL
BE
PT
ES
DK
IT
LV
IS
CH
SE
EU-27
HR
EE
BG
AT
FI
DE
LT
HU
NO
SI
SK
PL
RO
CZ
IE
LI
70
60
Industrie
50
100
40 IE
90
30 34,9 EU-27
80
20 19,7 LU
70 6,5
10
60
100
0
50
90
LU
MT
CY
UK
FR
EL
NL
BE
PT
ES
DK
IT
LV
IS
CH
SE
EU-27
HR
EE
BG
AT
FI
DE
LT
HU
NO
SI
SK
PL
RO
CZ
IE
LI

40
80
30
70 Baugewerbe
20 SK EU-27 EL
60 7,7 5,6 2,7
10
50
0
40
LU
MT
CY
UK
FR
EL
NL
BE
PT
ES
DK
IT
LV
IS
CH
SE
EU-27
HR
EE
BG
AT
FI
DE
LT
HU
NO
SI
SK
PL
RO
CZ
IE
LI

30
20 RO EU-27
10
Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei 4,5 1,8 LU
0,2
0
LU
MT
CY
UK
FR
EL
NL
BE
PT
ES
DK
IT
LV
IS
CH
SE

HR
EE
BG
AT
FI
DE
LT
HU
NO
SI
SK
PL
RO
CZ
IE
LI
EU-27

Im Jahr 2019 lag der Anteil des Dienstleistungssektors an der gesamten Wertschöpfung Hinweis: 2017 Daten für LI.
bei über 80 % in den touristisch orientierten Volkswirtschaften Zypern und Malta. Quelle: Eurostat (Online-
In Luxemburg mit seinem großen Finanzdienstleistungssektor war er jedoch mit Datencode: nama_10_a10)

87,3 % am höchsten. Die gewerbliche Wirtschaft trug in Irland mehr als ein Drittel
(34,9 %) zur gesamten Wertschöpfung bei, den nächsthöheren Anteil (29,6 %) meldete
Tschechien. Demgegenüber war der größte relative Beitrag durch das Baugewerbe in
Polen und Slowakei (jeweils 7,7 %) zu verzeichnen, während der größte Beitrag durch
Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei in Rumänien (4,5 %) registriert wurde.

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020 41


2 Wirtschaft und Unternehmen

Veränderung der Beschäftigungsstruktur


(%-Anteil an der Beschäftigung, EU-27, 2000 und 2019)

, ,
2000 ,
,
Dienst-
leistungen
2019 
Dienstleistungen
0 10 20 30 40 50 60 70 80 Industrie
Baugewerbe
Landwirtschaft,
Forstwirtschaft
und Fischerei
2000

2019
Industrie Der Dienstleistungssektor war in der
0 Volkswirtschaft der EU-27 relativ gesehen
10 20 30 40 50 60 70 80
bei der Beschäftigung ebenso bedeutend
wie bei der Wertschöpfung. Im Jahr 2019
fanden 72,9 % aller Arbeitnehmer in
der EU-27 – gegenüber 64,6 % zur
2000 Jahrtausendwende – einen Arbeitsplatz im
Dienstleistungssektor. Dagegen sank die
2019 relative Bedeutung der anderen Sektoren.
Baugewerbe
Zwischen 2000 und 2019 schrumpfte der
0 10 20 30 40 50 60 70 80 Anteil der in der gewerblichen Wirtschaft
der EU‐27 tätigen Arbeitskräfte von 20,0 %
auf 16,2 %. In der Landwirtschaft, der
Forstwirtschaft und der Fischerei sank der
2000 Anteil der Arbeitskräfte von 8,6 % auf 4,5 %
und im Baugewerbe von 6,9 % auf 6,4 %.
Landwirtschaft,
Forstwirtschaft 2019
und Fischerei
0 10 20 30 40 50 60 70 80

Quelle: Eurostat (Online-Datencode: nama_10_a10e)

42   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Wirtschaft und Unternehmen 2
Beschäftigung nach Sektoren
(%-Anteil am Gesamtwert, 2019)
100 Beschäftigung
Dienstleistungen in der EU-27 im
90
Dienstleistungssektor
80
70 73 %
60
50
40
NL
100
30 83,5 EU-27
72,9 RO
90
20 48,3
80
10
70
0
DK
CY
ES
SE
NO
IE
IS
CH
EL
DE
FI
AT
IT
NL
UK
MT
BE
LU
FR

EU-27
EE
LV
PT
LT
HU
HR
SK
SI
LI
CZ
PL
BG
RO
60
50
100 Industrie
40
CZ
90
30 28,8 EU-27
80
20 16,2 LU
70 8,1
10
60
0
50
BE
LU
FR
DK
CY
ES
SE
NO
IE
IS
CH
EL
DE
FI
AT
IT
EU-27
EE
LV
PT
LT
HU
HR
SK
NL
UK
MT

SI
LI
CZ
PL
BG
RO

40
100
LU
30
90 10,3 EU-27
Baugewerbe 6,4 EL
20
80 4,7
10
70
0
60
SE
NO
IE
IS
CH
EL
DE
FI
AT
IT
EU-27
EE
LV
PT
LT
HU
HR
SK
MT
BE
LU
FR
DK
CY
ES

SI
LI
CZ
PL
NL
UK

BG
RO

50
40
Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei RO
30 21,8
20
EU-27
10 4,5
LU
0 0,8
DE
FI
AT
IT
UK
MT
BE
LU
FR
DK
CY
ES
SE
NO
IE
IS
CH
EL

EU-27
EE
LV
PT
LT
HU
HR
SK
NL

SI
LI
CZ
PL
BG
RO

Im Jahr 2019 war Rumänien der einzige EU- Erwerbstätigen in der Industrie beschäftigt war. In
Mitgliedstaat, in dem weniger als die Hälfte (48,3 %) Rumänien (21,8 %) war der Anteil von Landwirtschaft,
der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor Forstwirtschaft und Fischerei an der Beschäftigung
tätig war. Dagegen bot in den Niederlanden der hoch (aber sinkend). Dagegen meldete Luxemburg
Dienstleistungssektor 83,5 % aller Erwerbstätigen als einziger Mitgliedstaat für die Arbeitskräfte im
eine Beschäftigung. Tschechien meldete als einziger Baugewerbe einen zweistelligen Wert (10,3 %).
Mitgliedstaat, dass mehr als ein Viertel (28,8 %) aller
Hinweis: 2018 Daten für LI. Abweichende Definition für HR.
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: nama_10_a10e)
Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020 43
2 Wirtschaft und Unternehmen

Struktur des nichtfinanziellen Bereichs der gewerblichen Wirtschaft


(%-Anteil der Unternehmen/Beschäftigten/Wertschöpfung nach Größenklassen, EU-27, 2017)

Große Mittlere Kleine Mikro-


Unternehmen Unternehmen Unternehmen unternehmen
(≥ 250 (50-249 (10-49 (<10
Beschäftigte) Beschäftigte) Beschäftigte) Beschäftigte)

Zahl der 0,2 0,9


Unternehmen 8,9 90,0

Zahl der
Beschäftigten 33,0 16,9 20,1 29,9

Wertschöpfung 43,6 19,8 17,8 18,8

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – d. h. Unternehmen mit weniger Hinweis: Der nichtfinanzielle Bereich
der gewerblichen Wirtschaft umfasst
als 250 Beschäftigten – werden häufig als das Rückgrat der europäischen die Bereiche Industrie, Baugewerbe
Wirtschaft bezeichnet, da sie Beschäftigungs- und Wachstumschancen und Handel sowie die meisten
Marktdienstleistungen außer
schaffen. Im Jahr 2017 hatte die überwiegende Mehrheit (90,0 %) der Finanzen.
Unternehmen in der EU‐27 im nichtfinanziellen Bereich der gewerblichen Die Daten für die Wertschöpfung
Wirtschaft weniger als zehn Beschäftigte. Sie galten somit als basieren auf unvollständigen
Informationen (ohne DK, EL, FR, IT, CY,
Mikrounternehmen. AT, PT und RO).
Quelle: Eurostat (Online-Datencode:
Dagegen hatten lediglich 0,2 % aller Unternehmen 250 oder mehr sbs_sc_sca_r2)
Beschäftigte und wurden daher als große Unternehmen eingestuft. Im
Hinblick auf Beschäftigung und Wertschöpfung war das wirtschaftliche
Gewicht großer Unternehmen beträchtlich höher, da diese in der EU-27 mehr
als ein Drittel (33,0 %) der Erwerbstätigen in der gewerblichen Wirtschaft
beschäftigten und 43,6 % zur Wertschöpfung beisteuerten.

44   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Wirtschaft und Unternehmen 2
Wertschöpfung im nichtfinanziellen Bereich der gewerblichen Wirtschaft
(%-Anteil an der Gesamtwertschöpfung nach Größenklasse, 2017)

MT EE CY LV Kleine und mittlere Unternehmen


79,0 78,3 74,2 69,5 (< 249 Beschäftigte)
21,0 21,7 25,8 30,5 Große Unternehmen
(≥ 250 Beschäftigte)

LT IT LU SI
67,5 67,3 64,3 64,1 Im Jahr 2017 gab es
32,5 32,7 35,7 35,9 22,2 Millionen KMU (mit weniger
als 250 Beschäftigten) im
nichtfinanziellen Bereich der
gewerblichen Wirtschaft der
BG AT NL BE EU-27, die insgesamt 83,9 Millionen
63,1 62,8 62,6 61,5 Personen beschäftigten und
36,9 37,2 37,4 38,5 eine Wertschöpfung von
3 467 Mrd. EUR generierten.
Der wirtschaftliche Beitrag von
ES DK HR SE KMU war in Malta und Estland
61,4 60,8 60,6 60,4 besonders ausgeprägt: Dort
38,6 39,2 39,4 39,6 entfielen auf KMU mehr als 75 %
der gesamten Wertschöpfung
im nichtfinanziellen Bereich
der gewerblichen Wirtschaft;
FI EU-27 FR CZ besonders dominant waren
59,3 55,9 55,5 55,4 Mikrounternehmen (mit weniger
40,7 44,1 44,5 44,6 als 10 Beschäftigten). Dagegen
generierten große Unternehmen
(mit 250 oder mehr Beschäftigten)
in Irland mehr als die Hälfte
SK DE HU RO (61,9 %) der Wertschöpfung im
55,1 54,6 53,9 52,2 nichtfinanziellen Bereich der
44,9 45,4 46,1 47,8 gewerblichen Wirtschaft, während
in Polen, Rumänien (Daten von
2015), Ungarn und Deutschland
PL UK IE ihr Anteil an der Wertschöpfung
50,2 49,4 38,1 zwischen 45 und 50 % betrug.
49,8 50,6 61,9
Hinweis: 2016 Daten für FR, IT und AT. 2015
Daten für DK und RO. Daten für EL und
PT sind unvollständig und daher nicht
verfügbar.
Quelle: Eurostat (Online-
Datencode: sbs_sc_sca_r2)

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020 45


2 Wirtschaft und Unternehmen

Entwicklung der Industrieproduktion


(%-Veränderung gegenüber Vorjahr, EU-27, 2001-2019)

25

20

15

10

−5

−10

−15

−20

−25

−30
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

(%-Veränderung der Produktion insgesamt 2001-2019)

104,7 % 27,3 % 14,1 % −63,9 % −64,4 %


Pharmazeutischen Kraftfahrzeugindustrie Industrie Kohlenbergbau Bekleidungsindustrie
Industrie
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: sts_inpr_a)

Zu Beginn der Wirtschafts‐ und Finanzkrise Die Produktion im Kohlebergbau sank in der
erreichte die Industrieproduktion in der EU-27 im EU-27 im Zeitraum 2001-2019 EU-weit Jahr für
April 2008 einen Höchststand, bevor sie den Rest des Jahr. Ein ähnliches Muster war (abgesehen von
Jahres 2008 rückläufig war; im Jahr 2009 sank die einer leichten Zunahme im Jahr 2016) auch für die
Produktion um 14,3 % (im Vergleich zum Vorjahr). Im Bekleidungsindustrie zu beobachten. Dagegen stieg
Zeitraum 2014–2018 stieg die Industrieproduktion in die Produktion von Arzneimitteln im Berichtszeitraum
der EU-27 fünf Jahre hintereinander; dieses Muster nahezu kontinuierlich. Zwischen diesen beiden
wurde 2019 unterbrochen, als die Produktion um Extremen lag die Kraftfahrzeugbranche mit ihrer
0,8 % zurückging. stärker konjunkturabhängigen Produktion.

46   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Wirtschaft und Unternehmen 2
Forschung und Entwicklung
SE 3,32
CH 3,29

AT 3,17
DE 3,13
Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE)
DK 3,03
(in % des BIP, 2018)

BE 2,76
FI 2,75

SE
3,3 %

EU-27 FR 2,20
2,2 % EU-27 2,19
NL 2,16
NO 2,06
RO IS 2,04
0,5 %
SI 1,95
CZ 1,93

UK 1,70

HU 1,53
Forschung und Entwicklung (FuE) und Zur besseren Vergleichbarkeit der Zahlen werden
Innovation tragen entscheidend zu den BAFE häufig im Verhältnis zum BIP angegeben EE 1,40
wissenschaftlichen und technischen Lösungen (woraus sich ein auch als FuE-Intensität IT 1,39
bei, die für die Bewältigung der globalen bezeichneter Indikator ergibt). 2011 lag die PT 1,36
gesellschaftlichen Herausforderungen, wie FuE‐Intensität der EU-27 bei 2,00 % und 2018 bei ES 1,24
Klimawandel oder aktives und gesundes 2,19 %. LU. PL 1,21
Altern, erforderlich sind. Im Jahr 2018 lagen die EL 1,18
Im Jahr 2018 erreichte die FuE‐Intensität der EU-
Bruttoinlandsausgaben für FuE (BAFE) in der IE 1,15
Mitgliedstaaten mit 3,32 % in Schweden einen
EU-27 bei 295 Mrd. EUR, was einer Zunahme
Höchststand und auch in Österreich (3,17 %),
gegenüber dem Vorjahr um 5,3 % entspricht.
Deutschland (3,13 %) und Dänemark (3,03 %) HR 0,97
Zu beachten ist, dass diese Änderung in
wurden Werte über 3,00 % (der von der EU LT 0,94
jeweiligen Preisen angegeben ist und somit
langfristig angestrebten FuE‐Intensität) erzielt. SK 0,84
Preisänderungen sowie reale Änderungen der
Ausgabenhöhe widerspiegelt. Hinweis: 2017 Daten für CH. BG 0,76
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: rd_e_gerdtot)
LV 0,64
MT 0,57
CY 0,55
RO 0,50

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020 47


2 Wirtschaft und Unternehmen

Tourismus
Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben in der EU
(in Milliarden, EU-27, 2018)

1,3 1,5 Im Jahr 2018 wurden in Beherbergungsbetrieben


Mrd. Mrd. der EU-27 wie Hotels und sonstigen
Beherbergungsstätten insgesamt 2,79 Mrd.
Übernachtungen registriert. Zu beachten ist,
dass in den Statistiken zum Tourismus sowohl
2,8 Geschäfts- als auch Privatreisende erfasst sind.

Milliarden Die insgesamt in Beherbergungsbetrieben


der EU‐27 registrierten Übernachtungen
Übernachtungen
in der EU-27 verteilten allgemein auf Inländer (52,4 %) und
Nichtinländer (47,6 %). Zwischen 2005 und
Inländer
Nicht-Inländer 2018 nahm die Zahl der Übernachtungen in
Beherbergungsbetrieben der EU-27 insgesamt
um 38,9 % zu. Die Übernachtungen von
Hinweis: Diese Statistiken decken sowohl Geschäfts- Nichtinländern stiegen dabei rascher (um bis zu
als auch Urlaubsreisende ab.
53,8 %) als die Übernachtungen von Inländern
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: tour_occ_ninat)
(um bis zu 27,6 %).

Top 20 EU-Regionen mit den meisten Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben


(Millionen Übernachtungen, nach NUTS-2-Regionen, 2018)

Die beliebteste Touristenregion in der EU waren Kanarische Inseln (ES)


die Kanarischen Inseln in Spanien (NUTS‐ Île-de-France (FR)
Ebene 2). Im Jahr 2018 meldeten die Kanarischen Kroatische Adriaküste (HR)
Inseln fast 99,9 Mio. Übernachtungen in Katalonien (ES)
Beherbergungsbetrieben. Die überwiegende Balearische Inseln (ES)
Mehrheit dieser Übernachtungen (88,2 Mio. oder Andalusien (ES)
88,4 % aller Übernachtungen) entfiel auf nicht Venetien (IT)
aus Spanien stammende Touristen. Mehr als Provence-Alpes-Côte d'Azur (FR)
90 % aller Übernachtungen an der kroatischen Rhône-Alpes (FR)
Adriaküste, auf den Balearischen Inseln (ebenfalls Valencia (ES)
in Spanien) und Tirol (Österreich) wurden Toskana (IT)
durch nicht inländische Touristen getätigt. Emilia-Romagna (IT)
Dagegen hatten inländische Touristen einen Oberbayern (DE)
Anteil von mehr als 75 % an den gesamten Lombardei (IT)
Übernachtungen in den südwestfranzösischen Tirol (AT)
Regionen Languedoc-Roussillon und Aquitaine. Latium (IT)
Languedoc-Roussillon (FR)
Nicht-Inländer Inländer
Aquitanien (FR)
Hinweis: Im Jahr 2018 entfielen auf diese 20 Autonome Provinz Bozen (IT)
EU-Regionen 39,4 % der Gesamtanzahl der
Übernachtungen in der EU-27. Berlin (DE)
Quelle: Eurostat (Online- 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 110
Datencode: tour_occ_nin2)

48   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Wirtschaft und Unternehmen 2
Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben
Canarias (ES) Guadeloupe (FR)
(in Millionen, nach NUTS-2-Regionen, 2018)

0 100 0 25
Martinique (FR) Guyane (FR)

Unter 2,5
2,5 - < 5,0
5,0 - < 7,5
7,5 - < 15,0 0 20 0 100

15,0 und mehr Réunion (FR) Mayotte (FR)

Daten nicht verfügbar

0 20 0 15
Malta Açores (PT)

0 10 0 50
Madeira (PT) Liechtenstein

0 20 0 5

Im Jahr 2018 meldeten 48 Regionen in der EU jeweils Die beliebtesten Bergregionen in der EU waren
mindestens 15,0 Mio. Übernachtungen durch Inländer Rhône-Alpes (Frankreich), Oberbayern (Deutschland),
und Nichtinländer in Beherbergungsbetrieben; dies Tirol und die Autonome Provinz Bozen (Italien). Zu
war auch in Irland der Fall (für das nur nationale Daten den beliebtesten Hauptstadtregionen, in denen auf
verfügbar sind). Geschäftsreisende ein erheblicher Anteil an der Zahl
der Übernachtungen entfiel, gehörten Île-de-France
Die Hälfte der 10 beliebtesten Touristenregionen
(Frankreich), Latium (Italien) und Berlin (Deutschland).
in der EU-27 befanden sich in Spanien, nämlich die
Kanarischen Inseln, Katalonien, die Balearischen Hinweis: 2017 Daten für SI. 2016 Daten für IE, UK, IS, NO und CH.
Inseln, Andalusien und Valencia. Alle fünf Regionen Nationale Daten für IE.
weisen ausgedehnte Küstenabschnitte auf. Quelle: Eurostat (Online-Datencode: tour_occ_nin2)

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020 49


3 Umwelt und
natürliche Ressourcen
3 Umwelt und natürliche Ressourcen
51,6 11,8

780 LI
Verkehr

Weniger als 2 Jahre
2 - < 5 Jahre
14,4
Personenkraftwagen 5 - < 10 Jahre
10 Jahre oder mehr
(Zahl der Fahrzeuge pro 1 000 Einwohner, 2018)
Hinweis: EU-27-Schätzungen basieren auf
Im Jahr 2018 waren auf den Straßen der EU-27 verfügbaren Daten (ohne BG, EL und SK).
insgesamt 237 Mio. Personenkraftwagen Quelle: Eurostat (Online-Datencode:
road_eqs_carage)
unterwegs (was gut einem Auto für jeweils zwei
Personen entspricht). Am höchsten war der Anteil
der Fahrzeugeigentümer in Luxemburg (680
680 LU
Personenkraftwagen pro 1 000 Einwohner), gefolgt 22,2
von Italien, Finnland, Zypern, Polen und Malta
(alle über 600). In Bulgarien, Ungarn und Lettland
650 IT
kamen dagegen auf 1 000 Einwohner zwischen
Alter von Personenkraftwagen
370 und 400 Fahrzeuge; Rumänien lag mit 330 Kfz (%-Anteil an der Gesamtzahl, EU-27, 2018)
630 CY, FI pro 1 000 Einwohner darunter. Neuere Fahrzeuge sind in der Regel
620 PL
Hinweis: Gerundete Daten. umweltfreundlicher, verbrauchen weniger
610 MT
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: tran_r_vehst) Kraftstoff und verursachen geringere Emissionen.
Zudem steigt der Anteil von Elektro-/
Hybridfahrzeugen. Im Jahr 2018 war mehr als die
Hälfte (51,6 %) aller Personenkraftwagen in der
EU-27 mindestens 10 Jahre alt, während nur 11,8 %
560 AT, DE, EE weniger als zwei Jahre alt waren.
550 SI
540 CZ, CH
530 EU-27

510 BE, ES, LT, PT, NO

490 EL, FR, NL 495,2 158,2


Fluggastverkehr
480 SE, UK
(Millionen beförderte
EU-27 Fluggäste – Ankunft und
450 DK
440 IE
996 Abflug, nach Partnern, EU-27, 2018)
2018 wurde in der EU-27 insgesamt knapp
430 SK
Millionen Fluggäste
1 Milliarde Fluggäste (996 Millionen) von oder
National zu einem Flughafen befördert, was einem
410 HR Andere Anstieg von insgesamt 41,2 % zwischen
EU-Mitgliedstaaten
400 BG 2008 und 2018 entspricht. Beinahe die Hälfte
Außerhalb der EU
(49,7 %) aller Fluggäste in der EU-27 entfiel im
Jahr 2018 auf Flüge in/aus Staaten außerhalb
370 HU, LV der EU, mehr als ein Drittel (34,4 %) auf Flüge
in/aus andere(n) EU-Mitgliedstaaten. Rund
ein Sechstel (15,9 %) war auf Inlandsflüge
Quelle: Eurostat (Online-
Datencode: avia_paoc)
342,9 gebucht.
330 RO

52   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Umwelt und natürliche Ressourcen 3
Top 20 Flughäfen in der EU
(Millionen beförderte Fluggäste – Ankunft und Abflug, 2018)

Die 20 größten
Flughäfen verbuchten

76 %
aller an EU-Flughäfen
abgefertigten
Helsinki Fluggäste
Vantaa
21,0
Stockholm
Arlanda
26,8

København
Kastrup
Dublin 30,2
31,2
Amsterdam Schiphol Berlin Tegel
71,0 22,0
78,0 Düsseldorf
24,3
Brussels
25,6 Frankfurt
69,4
Paris Charles de Gaulle
72,2
69,4 München
46,2 Wien
Schwechat
Paris Orly 27,0
33,1

Milano Malpensa
24,1
Barcelona
El Prat
Lisboa 49,6
29,0 Roma
Fiumicino
Adolfo Suárez Palma 42,9
Madrid Barajas de Mallorca Athinai Eleftherios Venizelos
56,5 29,1 24,1

Am höchsten war das Fluggastaufkommen 2018 in der EU in Paris Charles National


de Gaulle (72,2 Millionen Fluggäste). Der Flughafen Paris Charles de Gaulle Andere EU-Mitgliedstaaten
war einer der drei wichtigsten Drehscheiben für den Luftverkehr in der EU; Außerhalb der EU
zwei weitere Flughäfen verbuchten jeweils knapp 70 Millionen Fluggäste:
Quelle: Eurostat (Online-Datencode:
Amsterdam Schiphol (71,0 Mio.) und Frankfurt (69,4 Mio.). Paris Charles-de- avia_paoa)
Gaulle (42,0 Mio.) meldete das höchste Fluggastaufkommen für Strecken
außerhalb der EU. Bei innereuropäischen Flügen lag dagegen Amsterdam
Schiphol (31,7 Mio.) an der Spitze, während Adolfo Suárez Madrid Barajas
(16,0 Mio.) bei den nationalen Strecken das höchste Fluggastaufkommen
verbuchte.

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  53


3 Umwelt und natürliche Ressourcen
Aufteilung des Güterbinnenverkehrs
nach Verkehrszweig Güterverkehr in der EU-27
(in %, auf Grundlage von Tonnenkilometern, 2018) 75 %
erfolgte auf der Straße
100
90
80
70
60
50
Straße 40
30
20
10
0
IT
PT
NO
LU
CY
MT
IE
EL
ES
UK
DK
FR

EU-27
HR
PL
DE
CZ
BE
FI
HU
SE
AT
CH
SI
SK
BG
EE
NL
RO
LT
LV
80
70
60
50
40

Eisenbahn 30
20
10
0
CY
MT
IE
EL
ES
UK
DK
FR
IT
PT
NO
LU
EU-27
HR
PL
DE
CZ
BE
FI
HU
SE
AT
CH
SI
SK
BG
EE
NL
RO
LT
LV

50
40
Binnenschifffahrt 30
20
10
0
LU
CY
MT
IE
EL
ES
UK
DK
FR
IT
PT
NO

EU-27
HR
PL
DE
CZ
BE
FI
HU
SE
AT
CH
SI
SK
BG
EE
NL
RO
LT
LV

Hinweis: In CY und MT gibt


es kein Schienennetz. In
DK, EE, IE, EL, ES, CY, LV,
MT, PT, SI und NO gibt
es keine schiffbaren Im Jahr 2018 wurde der Güterbinnenverkehr (ausgenommen Pipelines) in der EU-27
Binnenwasserstraßen auf rund 2 300 Mrd. Tonnenkilometer geschätzt. Der überwiegende Teil (75,3 %)
Quelle: Eurostat dieses Aufkommens wurde auf der Straße transportiert, der Rest entfiel auf den
(Online-Datencode:
tran_hv_frmod) Eisenbahnverkehr (18,7 %) und die Binnenschifffahrt (6,0 %). Auf der Schiene wurde
der größte Teil des Güterbinnenverkehrs in Lettland und Litauen abgewickelt (75,8 %
bzw. 67,9 %). Dagegen entfielen in den Niederlanden 43,2 % des Güterverkehrs auf die
Binnenschifffahrt.

54   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Umwelt und natürliche Ressourcen 3
Top 20 Häfen der EU für Kurzstreckenseeverkehr
(Zu/von wichtigen Häfen beförderte Güter in Millionen Tonnen, 2018)

20 der größten Häfen für den


Kurzstreckenseeverkehr ver-
buchten

52 %
des Gesamtgewichts der zu/von
EU-Häfen beförderten Güter

Riga
Gothenburg 28,3
35,0
Klaipeda
28,5
Dublin Amsterdam
25,8 Hamburg Gdańsk
46,0 50,0 30,8

Rotterdam
206,8
Antwerp
Le Havre 96,8
29,8

Trieste
44,6
Genoa Constanța
43,9 26,7
Ravenna
25,3
Livorno
Marseille 25,8
Valencia 47,9
30,3

Algeciras Gioia Tauro


43,1 25,2 Piraeus
33,0

Im Jahr 2018 wurden in der EU-27 im Rahmen des


Kurzstreckenseeverkehrs zu/von wichtigen Häfen Waren mit
einem Gesamtgewicht von 1,8 Mrd. Tonnen befördert. Der
Hafen mit dem mit Abstand größten Frachtvolumen war
Rotterdam (207 Mio. Tonnen an beförderten Waren; 11,7 % des
Gesamtaufkommens der EU-27). Das Gewicht der in Rotterdam Hinweis: Ohne interkontinentale
Überseefracht (Hochseeschifffahrt).
umgeschlagenen Güter war mehr als doppelt so hoch wie im
Quelle: Eurostat (Online-Datencode:
zweitgrößten Hafen Antwerpen (97 Mio. Tonnen), der wiederum mar_sg_am_pw)
ein in fast doppelt so hohes Volumen wie der drittgrößte Hafen
Hamburg erreichte (50 Mio. Tonnen).

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  55


3 Umwelt und natürliche Ressourcen

Energie
Herkunft der EU-Importe
(%-Anteil der Extra-EU-Einfuhren, EU-27, 2018)

50

40

30

Feste 20
Brennstoffe
(basierend 10
auf Tonnen)
0
Quelle: Eurostat (Online- Russland Vereinigte Kolumbien Australien Indonesien Südafrika Andere
Datencode: nrg_ti_sff) Staaten Länder

50

40

30

20
Erdgas
(basierend auf 10
Kubikmeter)
0
Quelle: Eurostat (Online- Russland Norwegen Algerien Katar Nigeria Libyen Andere
Datencode: nrg_ti_gas) Länder

50

40

30

20
Rohöl
(basierend 10
auf Tonnen)
0
Quelle: Eurostat (Online- Russland Irak Saudi- Norwegen Kasachstan Nigeria Andere
Datencode: nrg_ti_oil) Arabien Länder

Die EU führt jedes Jahr mehr als die Hälfte ihres Energieverbrauchs ein. Besonders hoch
ist die Abhängigkeit bei Rohöl und Erdgas. Im Jahr 2018 betrug der Anteil Russlands
(151,6 Mio. Tonnen) an den gesamten Rohöleinfuhren der EU-27 fast ein Drittel (29,8 %),
gefolgt von Irak (8,7 %). Der größte Teil der Erdgaseinfuhren (40,1 %) der EU-27 stammte
erneut aus Russland (148,9 Milliarden Kubikmeter), gefolgt von Norwegen (18,5 %) und
Algerien (11,3 %). Die EU-27 importierte 62,1 Mio. Tonnen feste Brennstoffe aus Russland
(42,3 % aller Einfuhren fester Brennstoffe); die Vereinigten Staaten (18,3 %), Kolumbien
(13,4 %) und Australien (11,6 %) verzeichneten ebenfalls zweistellige Anteile.

56   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Umwelt und natürliche Ressourcen 3
Energieabhängigkeitsquote MT 96
LU 95
(%-Anteil der Nettoimporte am Bruttoinlandsverbrauch und
grenzüberschreitenden Seeverkehr (Bunker), 2018) CY 92

Die Energieabhängigkeitsquote gibt den Anteil der Hinweis: Der Wert


für Norwegen (nicht
Energie an, den eine Volkswirtschaft zur Deckung ihres gezeigt) ist −593 %. Ein
Energiebedarfs einführen muss. Im Jahr 2018 belief sich die negativer Wert zeigt
an, dass ein Land mehr
Energieabhängigkeitsquote der EU-27 auf 58,2 %. Damit lagen Energie exportiert als BE 82
die Nettoeinfuhren über der Hälfte des Bruttoinlandsverbrauchs. importiert.
Kein EU-Mitgliedstaat war in der Lage, seinen Energieverbrauch Quelle: Eurostat (Online-
Datencode: nrg_ind_id)
vollständig selbst zu decken. Einige kleinere Mitgliedstaaten IT, PT 76
wie Malta, Luxemburg und Zypern waren fast vollständig auf LT 74
eine externe Versorgung angewiesen. Estland (0,7 %), Dänemark ES 73
(23,7 %), Rumänien (24,3 %) und Schweden (29,2 %) waren EL 71
hingegen zur Deckung des eigenen Bedarfs in wesentlich
IE 67
geringerem Ausmaß von Energieimporten abhängig.
AT, SK, DE 64

NL 60
Energie aus erneuerbaren Energiequellen EU-27, HU 58
(%-Anteil am Bruttoendenergieverbrauch, 2008 und 2018)

80 HR 53
SI 51
70 Energie in der EU-27
aus erneuerbaren
60 FR 47
Energiequellen im Jahr 2018
FI, PL 45
50

40
19 % LV 44

30
CZ 37
20 BG 36
UK 35
10

0
NO
IS
SE
FI
LV
DK
AT
PT
EE
HR
LT
RO
SI
BG
EU-27
EL
IT
ES
FR
DE
CZ
CY
HU
SK
PL
IE
UK
BE
LU
MT
NL

SE 29

2008 2018 RO, DK 24

Im Jahr 2018 wurden rund 18,9 % des Bruttoendenergie­


verbrauchs der EU-27 – ein Jahrzehnt zuvor waren es 12,6 % – IS 19
aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt. In Schweden entfiel
im Jahr 2018 mehr als die Hälfte (54,6 %) des energetischen
Endverbrauchs auf erneuerbare Energiequellen, während
Finnland, Lettland Dänemark und Österreich Anteile von mehr als
einem Drittel aufwiesen. Einstellig war der Anteil erneuerbarer
Energiequellen am energetischen Endverbrauch dagegen in
Belgien, Luxemburg und Malta, wobei die Niederlande mit 7,4 %
Schlusslicht waren. EE 1
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: nrg_ind_ren)

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  57


3 Umwelt und natürliche Ressourcen

Erdgas- und Strompreise


(EUR/kWh, private Haushalte, Durchschnittspreise zweites Halbjahr 2019)

DK
DE
BE
IE
ES
IT
UK
CY
EU-27
PT
AT
SE
NL
FR
LU
CZ
NO
FI
SI
LV
LI
SK
Hinweis: nach
EL
Strompreisen geordnet
RO LI: Erdgaspreise für
EE erstes Halbjahr 2017. LI:
IS Strompreise für zweites
Erdgaspreise Strompreise Halbjahr 2017. CY, MT, FI,
PL IS und NO: Erdgaspreise
Preise ohne Preise ohne
HR nicht verfügbar.
Steuern und Steuern und
Abgaben MT Abgaben Quelle: Eurostat
LT (Online-Datencodes:
Steuern und HU Steuern und nrg_pc_202 und
Abgaben Abgaben nrg_pc_204)
BG
0,35 0,30 0,25 0,20 0,15 0,10 0,05 0,00 0,00 0,05 0,10 0,15 0,20 0,25 0,30 0,35

Die Strom- und Gaspreise setzen sich in der Regel Strompreis war in Dänemark (64,4 %) am höchsten
aus den drei Bestandteilen Energiegrundpreis, und in Malta am niedrigsten (5,9 %).
Netzentgelte sowie Steuern und/oder Abgaben
Im zweiten Halbjahr 2019 betrugen die Erdgaspreise
zusammen. Der Anteil von Steuern und Abgaben am
für private Haushalte – gemessen für einen
allgemeinen Verbraucherpreis schwankt stark in den
Standardhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch
einzelnen Mitgliedstaaten.
von 20 bis 200 GJ – in der EU-27 durchschnittlich
Im zweiten Halbjahr 2019 lag der durchschnittliche 0,072 EUR pro kWh, wobei Verbraucher in Schweden
Strompreis für private Haushalte – gemessen für einen 3,5-mal so viel für ihr Erdgas bezahlten wie
Standardhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch Verbraucher in Rumänien. In Dänemark (60,2 %) und
von 2 500 bis 5 000 kWh – in der EU-27 bei 0,216 EUR den Niederlanden (54,0 %) machten Steuern und/oder
pro kWh. Allerdings zahlten Haushalte in Dänemark Abgaben mehr als die Hälfte des Verbraucherpreises
für ihren Strom 3,1-mal mehr als in Bulgarien. Der aus. Am niedrigsten war dieser Anteil dagegen in
Anteil von Steuern und/oder Abgaben am gesamten Griechenland (7,8 %).

58   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Umwelt und natürliche Ressourcen 3
1990
Struktur des energetischen
Endverbrauchs
Mineralöl-
erzeugnisse 2018 (%, basierend auf Tonnen Rohöleinheiten
(TRÖE), EU-27, 1990 und 2018)
0 10 20 30 40 50
Im Jahr 2018 lag der energetische
Endverbrauch der EU-27 bei 940 Mio. TRÖE.
Auf Mineralölerzeugnisse entfiel mehr
als ein Drittel (36,7 %) des energetischen
1990
Endverbrauchs der EU-27. Vergleichsweise
hoch waren auch die Anteile von elektrischer
2018
Strom Energie (23,0 %) und Erdgas (21,4 %).
0 10 20 30 40 50 Verglichen mit 1990 blieb der
Energieverbrauch der EU-27 mit einem
durchschnittlichen Anstieg von 0,1 % pro
Jahr nahezu stabil. Hinter dieser allgemeinen
1990 Entwicklung verbirgt sich eine beträchtliche
Verlagerung beim energetischen
Erdgas 2018 Endverbrauch in der EU-27 von festen
Brennstoffen und Mineralölprodukten
0 10 20 30 40 50
hin zu erneuerbaren Energiequellen und
elektrischer Energie. So fiel der Anteil
fester Brennstoffe zwischen 1990 und 2018
von 11,6 % auf 3,0 %, während der Anteil
1990 erneuerbarer Energiequellen im gleichen
Erneuerbare Zeitraum von 4,3 % auf 10,5 % zunahm.
Energien 2018
Hinweis: Feste Brennstoffe schließen Kohle, industriell
erzeugte Gase, Torf, Ölschiefer und bituminöse Sande
0 10 20 30 40 50 ein. Auf die – hier nicht dargestellte – Restkategorie
Abfälle (nicht erneuerbare Energiequelle) entfielen
im Jahr 1990 und 2018 jeweils 0,1 % und 0,5 % des
energetischen Endverbrauchs in der EU-27.
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: nrg_bal_s)
1990

Abgeleitete
Wärme 2018

0 10 20 30 40 50

1990

Feste 2018
Brennstoffe
0 10 20 30 40 50
eurostat

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  59


3 Umwelt und natürliche Ressourcen

Energetischer Endverbrauch nach Endnutzer


(1990 = 100, basierend auf Tonnen Rohöleinheiten, EU-27, 1990-2018)

140

130

120

110

100

90

80

70
1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018

Verkehr Im Jahr 2018 entfiel etwas mehr als ein Viertel Der Energieverbrauch des Verkehrssektors
Andere Sektoren (25,8 %) des gesamten Energieverbrauchs stieg relativ rasch ohne Unterbrechung
Insgesamt in der EU-27 auf die Industrie. 30,5 % (anders als dies während der globalen
Industrie waren dem Verkehrssektor zuzuschreiben Wirtschafts- und Finanzkrise der Fall war);
Hinweis: Die und 43,7 % anderen Sektoren – vorrangig so nahm der Verbrauch im Berichtszeitraum
Restkategorie dem Verbrauch durch Haushalte und den
„Andere Sektoren“ insgesamt um 29,9 % zu. Demgegenüber
umfasst Haushalte, Dienstleistungssektor. fiel der energetische Endverbrauch in der
Landwirtschaft,
Forstwirtschaft und Wenngleich sich der energetische Industrie um mehr als ein Fünftel (22,0 %).
Fischerei und den
Dienstleistungssektor Endverbrauch der EU-27 zwischen 1990 Ein besonders starker Verbrauchsrückgang
ohne Verkehr. und 2018 praktisch nicht verändert hat, (13,6 %) war während des Jahres 2009 zu
Quelle: Eurostat (Online-
Datencode: nrg_bal_s)
gab es erhebliche Unterschiede zwischen verzeichnen, als die Krise zu einer deutlichen
den verschiedenen Endverwendungen. Verringerung der Industrieproduktion führte.

60   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Umwelt und natürliche Ressourcen 3
Umwelt

Energie- Beschäftigung in der


ressourcen-
management
2000 Umweltwirtschaft
(Millionen Vollzeitäquivalente,
2017 EU-27, 2000 und 2017)

0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 Die Umweltwirtschaft schließt


Aktivitäten ein, die mit dem
Umweltschutz und der
Abfallwirtschaft
Bewirtschaftung natürlicher
2000 Ressourcen zusammenhängen.
Insgesamt waren im Jahr 2017 in
2017 der EU-27 in der Umweltwirtschaft
4,1 Millionen Personen beschäftigt, das
0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 sind 32,8 % mehr als im Jahr 2000.
2017 waren in der Umweltwirtschaft
der EU-27 die meisten
Abwasserwirtschaft
Beschäftigten (1,5 Mio.) im
2000
Energieressourcenmanagement tätig,
gefolgt von der Abfallwirtschaft
2017
(1,2 Mio.) und sonstigen
0,0 0,5 1,0 1,5 2,0
Umweltschutztätigkeiten (0,8 Mio.).
In der EU-27 waren im Jahr 2017
im Energieressourcenmanagement
Wassermanagement 2,6-mal so viele Personen
beschäftigt wie noch im Jahr 2000
2000
(dies ist die bei Weitem rascheste
2017
Expansion in den verschiedenen
Teilsektoren der Umweltwirtschaft).
0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 Die Zahl der Beschäftigten in der
Abwasserwirtschaft und in anderen
Bereichen des Umweltschutzes ging
Sonstiger Umweltschutz dagegen zurück.
2000

2017

0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 Hinweis: Die Restkategorie „Sonstiger


Umweltschutz“ umfasst z. B. allgemeine
Umweltverwaltung und -bildung.
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: env_ac_egss1)

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  61


3 Umwelt und natürliche Ressourcen

3,7 EL Einnahmen aus Umweltsteuern


Umweltsteuereinnahmen
in der EU-27 (%-Anteil am BIP, 2018)
3,6 DK, HR

3,5 SI 2,4 % des BIP Umweltsteuern können verwendet werden, um zu versuchen,


das Verhalten von Wirtschaftsteilnehmern, d. h. Herstellern
3,4 LV und Verbrauchern, zu beeinflussen. Im Jahr 2018 wurde das
Umweltsteueraufkommen in der EU-27 auf 324,6 Mrd. EUR und
3,3 NL, IT damit auf 2,4 % des BIP beziffert. Am höchsten war diese Quote
mit 3,7 % in Griechenland, und auch Dänemark, Kroatien und
Slowenien verzeichneten Werte von mindestens 3,5 %. Weniger
als 2,0 % des BIP machte das Umweltsteueraufkommen
dagegen in Spanien, Deutschland, Luxemburg und Irland aus.
Hinweis: 2017 Daten für LI.
2,9 BG, FI Quelle: Eurostat (Online-Datencode: env_ac_tax)

2,8 CY

2,7 EE, PL, BE

2,6 MT, PT Treibhausgasemissionen


2,5 SK (1990 = 100, basierend auf Tonnen CO2-Äquivalente, 2017)

2,4 EU-27, FR, HU Der Indikator für Treibhausgasemissionen dokumentiert die Entwicklung der von Menschen
verursachten Emissionen für die im Kyoto-Protokoll erfassten Treibhausgase. Die EU hat sich
2,3 AT, UK verpflichtet, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren: Gegenüber 1990 hatte die EU-27
2,2 CZ, NO
ihre Treibhausgasemissionen bis 2017 um 19,0 % gesenkt. In diesem Zeitraum nahmen die
Treibhausgasemissionen in den allermeisten (21) Mitgliedstaaten ab und verringerten sich in
2,1 SE, RO Rumänien, Lettland und Litauen um mehr als die Hälfte. Dagegen stiegen die Emissionen in
sechs EU-Mitgliedstaaten, wobei Zypern den höchsten Anstieg verzeichnete (55,7 %).
2,0 LT

160 EU-27
1,8 ES, DE 140 −19 %
gegenüber
1,7 LU, CH 120 1990
1,6 IE 100

80

60

1,3 IS 40

20

0
CY
IS
PT
ES
IE
MT
AT
NO
SI
EL
CH
NL
LU
PL
FR
LI
IT
EU-27
BE
FI
HR
SE
DE
DK
HU
CZ
UK
BG
SK
EE
RO
LV
LT

Hinweis: Treibhausgase schließen Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid, Fluorkohlenwasserstoffe,


perfluorierte Kohlenwasserstoffe, Stickstofftrifluorid und Schwefelhexafluorid ein. Diese Gase werden anhand
0,8 LI des Erderwärmungspotenzials (GWP-Wert) zusammengefasst, um Daten in CO2-Äquivalenten zu erhalten.
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: env_air_gge), basierend auf der Europäischen Umweltagentur (EUA)

62   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Umwelt und natürliche Ressourcen 3
Treibhausgasemissionen nach
Ursprungssektor
(%-Anteil am Gesamtwert, basierend auf
1990
Tonnen CO2-Äquivalente, EU-27, 1990 und 2017)
Energie-
wirtschaft 2017 Im Jahr 2017 belief sich das Gesamtvolumen der
Treibhausgasemissionen der EU-27 auf 4,0 Mrd.
0 10 20 30 40 50
Tonnen CO2-Äquivalente. Hauptverursacher der
Treibhausgasemissionen in der EU-27 waren der
Energiesektor (43,2 % des Gesamtvolumens,
Verkehr einschließlich Brennstoffverbrennung in der
1990 Energiewirtschaft und in anderen Energiesektoren)
und der Verkehrssektor (23,8 %, einschließlich
2017 des internationalen Luftverkehrs) sowie in
geringerem Ausmaß die Brennstoffverbrennung im
0 10 20 30 40 50
verarbeitenden Gewerbe und im Bausektor (11,3 %),
in der Landwirtschaft (10,0 %), bei industriellen
Prozessen und der Produktnutzung (8,7 %) und
in der Abfallwirtschaft (3,0 %). Der Verkehrssektor
1990 war die einzige Quelle für Treibhausgasemissionen,
Fertigung bei der zwischen 1990 und 2017 ein Anstieg zu
und Bauwesen 2017 verzeichnen war (30,3 %). Dagegen gingen die
0 10 20 30 40 50
Gesamtemissionen aller restlichen Quellen zurück,
im verarbeitenden Gewerbe und im Bauwesen um
fast 40 %.
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: env_air_gge),
based on European environment agency (EEA)
1990

Land- EU-27
wirtschaft 2017
4,9 Milliarden
0 10 20 30 40 50 Tonnen EU-27
CO2 Äquivalente 4,0 Milliarden
Tonnen
CO2 Äquivalente
Industrielle
Prozesse 1990

2017

0 10 20 30 40 50

1990

Abfall-
wirtschaft 2017

0 10 20 30 40 50 1990 2017

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  63


3 Umwelt und natürliche Ressourcen

766 DK Aufkommen an Siedlungsabfällen


(in kg pro Einwohner, 2018)
739 NO
In der EU-27 verursachte jeder Einwohner 2018 Weniger als 400 kg an Siedlungsabfällen
durchschnittlich 492 kg an Siedlungsabfällen. pro Einwohner fielen dagegen in Ungarn,
703 CH In den EU-Mitgliedstaaten war in Dänemark Tschechien und Polen an. In Rumänien waren
mit 766 kg pro Einwohner das Aufkommen am es weniger als 300 kg pro Einwohner (272 kg).
höchsten. In Malta, Zypern (Daten für 2017), Siedlungsabfälle machen rund ein Zehntel des
656 IS Deutschland und Luxemburg lag es dagegen gesamten jährlichen Abfallaufkommens in der
640 MT
im Schnitt bei 600 bis 640 kg pro Einwohner. EU aus.
637 CY

615 DE
610 LU
Hinweis: 2017 Daten für
IE, EL, CY und IS.
579 AT DK
EU-27 Quelle: Eurostat

766
576 IE RO (Online-Datencode:

551 FI
kg
492
kg
272
kg
env_wasmun)

527 FR
511 NL
508 PT
504 EL
499 IT Behandlung von Siedlungsabfällen
492 EU-27 (%-Anteil an der Gesamtsumme, EU-27, 2018)
486 SI
475 ES Im Jahr 2018 wurden in der EU-27 rund 24,2
464 LT 215,8 Mio. Tonnen Siedlungsabfälle 31,2
463 UK
behandelt. Das entsprach 99 % des
Aufkommens an Siedlungsabfällen.
434 SE An den im Jahr 2018 in der EU-27 Materialrückführung
432 HR behandelten Siedlungsabfällen hatte die Kompostierung und Zersetzung
423 BG Verbrennung/
Materialrückführung einen Anteil von
414 SK Energierückgewinnung
411 BE
31,2 %. Der Anteil der Kompostierung 0,4 Verbrennung/Entsorgung
und Zersetzung betrug dagegen 17,4 %. Deponierung
407 LV
Diese Verfahren gelten im Allgemeinen
405 EE
als die ökologisch nachhaltigsten
381 HU Behandlungsmethoden. Mehr als ein Viertel 17,4
(26,8 %) der behandelten Siedlungsabfälle
in der EU-27 wurde zur Verbrennung mit 26,8
351 CZ
Energierückgewinnung abtransportiert und
329 PL ein kleiner Teil (0,4 %) zur Verbrennung ohne
energetische Verwertung. Fast ein Viertel
(24,2 %) wurde in Deponien entsorgt.
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: env_wasmun)

272 RO

64   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Umwelt und natürliche Ressourcen 3
Landwirtschaft AT 24,1

Top 5 EU-Mitgliedstaaten Getreide und Reis Schweinefleisch


für ausgewählte 23,9 23,0
20,3
landwirtschaftliche 14,8
Erzeugnisse 10,0 9,6
6,7
9,7 8,7
7,2 EE 20,6
(%-Anteil an der EU-27- SE 20,3
Produktion, 2019) FR DE RO PL ES DE ES FR PL NL

Milch Gemüse Geflügelfleisch


24,3
21,1 20,3 21,2
16,6
14,2 13,9 12,9
9,2 9,0 8,4 9,5 8,8 10,6
7,7

CH 15,4
DE FR NL PL IT ES IT FR PL NL PL ES FR DE IT IT 15,2
CZ 14,8
Früchte, Beeren und Nüsse Rindfleisch
20,6 LV 14,5
Hinweis: Die Daten für 2018 beziehen 20,6
sich auf Milch, Gemüse, Früchte, 17,7 17,0 16,3
Beeren und Nüsse. EU-27-Schätzungen 11,3 10,0
für Geflügelfleisch basierend auf 10,0 8,9 FI 13,1
verfügbaren Daten (ohne EE, NL und AT). 7,1
Quelle: Eurostat (Online-Datencodes:
apro_mk_farm, apro_cpnh1 und FR DE IT ES IE
apro_mt_pann)
IT PL ES FR EL

Landwirtschaftliche Erzeugnisse tragen rund 156,7 Mio. Tonnen Rohmilch, wobei SI 10,0


wesentlich zur regionalen und kulturellen Deutschland den höchsten Anteil (21,1 %) SK 9,9
DK 9,8
Identität der EU bei. Im Jahr 2019 wurden verzeichnete. In der EU-27 wurden 59,8 Mio.
EL, ES 9,3
in der EU-27 298,9 Mio. Tonnen Getreide Tonnen Gemüse (Spanien hatte mit 24,3 % den
geerntet; der größte Anteil entfiel mit 23,9 % größten Anteil) und 27,6 Mio. Tonnen Obst,
LT 8,1
auf Frankreich. Ebenso erzeugten im Jahr 2018 Beeren und Nüsse (hier hatte Italien mit 20,6 % EU-27 8,0
die landwirtschaftlichen Betriebe in der EU-27 den größten Anteil) geerntet.
DE 7,3
FR 7,0
HR 6,9
BE 6,6
Ökologischer Landbau PT 5,9
(%-Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche, 2018)
NO 4,7
Die für ökologischen Landbau in der EU-27 zur Verfügung Ökologischer CY 4,6
stehende Fläche wurde 2018 auf 13,0 Mio. Hektar geschätzt. In Landbau LU 4,4
dieser Zahl sind vollständig umgestellte und in der Umstellung in der EU-27 HU 3,9
befindliche Flächen enthalten (unter Ausschluss von Haus- und
Nutzgärten). Im Jahr 2018 belief sich der Anteil des ökologischen 8 % PL
NL
3,3
3,2
Landbaus an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche BG, IE, UK 2,6
RO 2,4
der EU-27 auf 8,0 %. Die Spanne reicht dabei von Höchstwerten Hinweis: In diesem Wert sind vollständig
von 24,1 % in Österreich, 20,6 % in Estland und 20,3 % in umgestellte und in der Umstellung befindliche
Flächen enthalten (unter Ausschluss von Haus-
Schweden bis zu Anteilen von weniger als 3,0 % in Irland, und Nutzgärten). 2017 Daten für IS.
Bulgarien und Rumänien und einem Tiefstwert von 0,4 % in Quelle: Eurostat (Online-Datencode: org_ MT, IS 0,4
cropar)
Malta.
Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  65
3 Umwelt und natürliche Ressourcen

Fischerei 21 27
37
EU‑Mitgliedstaaten mit den größten
34
Fischfangmengen
(Tausend Tonnen Lebendgewicht, nach
Hauptfanggebieten, 2018) 51
41 47
Wenngleich die EU-Fischereiflotte weltweit im Einsatz
war, stammten im Jahr 2018 fast drei Viertel (72,6 %)
ihrer Fänge aus dem Nordostatlantik. Die größten
27 Nordostatlantik 21 Nordwestatlantik
Fänge in diesem Gebiet verzeichneten Dänemark 37 Mittelmeer und Schwarzes Meer 41 Südwestatlantik
(Daten für 2017), Frankreich und die Niederlande; bei 34 Östlicher Zentralatlantik 47 Südostatlantik
51 Westlicher Indischer Ozean
den am häufigsten gefangenen Arten handelte es sich
um Hering, Makrele und Sprotte. Die nächstgrößeren Dänemark
Fischfanggebiete waren (nach Fängen) das Mittelmeer 904,5

und das Schwarze Meer (9,7 % der EU-27 insgesamt)


und der westliche Indische Ozean (6,5 %).

Spanien
880,0
Nordostatlantik
3 391,8

Frankreich
587,5

Niederlande412,0

Deutschland
261,2

Irland
246,8

Schweden
Mittelmeer und Schwarzes Meer 215,0
451,1
Italy
201,9

Westindischer Ozean Polen


305,9 195,6

Portugal
Mittlerer Ostatlantik 174,9
285,8
Andere
594,4
Andere Fischereigebiete
239,1

Hinweis: CZ, LU, HU, AT und SK sind Binnenländer. 2017 Daten für DK und
IE. 2016 Daten für LV. 2015 Daten für EL.
Quelle: Eurostat (Online-Datencode: fish_ca_main)

66   Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020


Umwelt und natürliche Ressourcen 3
Forstwirtschaft
Waldgebiete und andere bewaldete Flächen
(%-Anteil an der Gesamtfläche, 2015)

Finnland
EU-27 75,7 % 60 und mehr
45 - < 60
44,7 %

30 - < 45
15 - < 30
Weniger als 15

Malta
1,1 %

Quelle: Eurostat (Online-Datencode: for_area)

In der EU gibt es verschiedenste Arten von Wäldern, Im Jahr 2015 bedeckten 179 Mio. Hektar Wald und andere
die die klimatische Vielfalt, die Bodentypen, die bewaldete Flächen 44,7 % die gesamten Landfläche der
Höhenlagen und die Topografie widerspiegeln. EU-27. In absoluten Zahlen lagen die größten Waldgebiete
Wälder liefern eine wichtige erneuerbare ResQuelle: in Schweden (30,5 Mio. Hektar) und Spanien (27,6 Mio.
Sie bieten einen Lebensraum für Tiere und eine Hektar). Relativ betrachtet war der aldanteil in Finnland
Lebensgrundlage für Menschen. Gleichzeitig mildern (75,7 %) und Schweden (74,9 %) am größten; Malta war
sie den Klimawandel ab und schützen die Umwelt bei dagegen der einzige EU‐Mitgliedstaat, in dem dieser
Bodenerosion oder Oberflächenabfluss. Anteil einstellig ausfiel (1,1 %). Zudem hatte das Land die
geringste absolute Waldfläche (350 Hektar).

Schlüsseldaten über Europa – Ausgabe 2020  67


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Schlüsseldaten über Europa
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Schlüsseldaten über Europa – Statistiken illustriert enthält eine


Auswahl statistischer Daten über die Europäische Union
(EU). Die meisten Daten beziehen sich auf die EU und ihre
Mitgliedstaaten sowie das Vereinigte Königreich und die
Länder der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA).
Diese Veröffentlichung kann als Einführung in die EU-Statistik
betrachtet werden. Sie bietet einen Einstieg für jene Leser,
die das breite Spektrum der auf der Eurostat-Website unter
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