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Brandschutz

mit Mauerwerk

DGfM
Deutsche Gesellschaft
für Mauerwerksbau e.V.
DGfM Brandschutz mit Mauerwerk

1. Auflage, 2009
Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau e. V.
Kochstraße 6–7 · 10969 Berlin
Telefon (0 30) 25 35 96 40 · Telefax (0 30) 25 35 96 45
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Brandschutz mit Mauerwerk DGfM

Vorwort
Warum Brandschutz? Diese Fragen stellen sich die höher und führt oft dazu, dass die Firmen dadurch
meisten Bauherren und antworten lakonisch: „Bei in die Insolvenz gehen, weil ihre Kunden sich in der
mir brennt es doch nicht“ oder „Brandschutz kostet Zeit der Betriebsunterbrechung andere Lieferanten,
doch nur unnötig Geld“. Brandschutz ist nicht zu hö- Hersteller, etc. gesucht haben. Welche Schadenhö-
ren wie unzureichender Schallschutz und nicht finan- hen können genannt werden? Die Brandschäden
ziell aufwendig wie unzureichender Wärmeschutz. steigen laufend und liegen derzeit bei über 2 Milliar-
Diese weit verbreitete Meinung ändert sich sofort den €/Jahr.
nach dem ersten, selbst erlebten Brandereignis.
Man muss nur zugesehen haben um zu begreifen, Die Bauweisen – Mauerwerk, Beton, Holzbau, Stahl
welche Macht das Feuer hat und wie man ihn aus- – unterscheiden sich im Brandverhalten wesentlich.
geliefert sein kann. Die Versicherung kann den mate- Die Vorteile von Mauerwerk sollen unter anderen in
riellen Schaden weitgehend ausgleichen. Sie kann diesem Beitrag deutlich werden.
aber nicht Personenschäden ungeschehen machen.
Statistisch gesehen, gibt es in Großstädten wie z. B. Dieser Beitrag wurde erstellt von Frau Dipl.-Ing.
Hamburg oder Berlin jährlich 200 bis 250 Brandver- Christiane Hahn, ö.b.u.v. Sachverständige für
letzte und 17 bis 21 bzw. 44 Brandtote. Das ergibt 1 Brandschutz, IKNds, staatlich anerkannte Sachver-
Brandtoten auf ca. 80.000 Einwohner pro Jahr. Es ständige für die Prüfung des Brandschutzes,
brennt statistisch gesehen alle 50 Jahre in jeder Nut- BauNRW. Obfrau von DIN 4102-4 und DIN 4102-22.
zungseinheit. Frau Hahn vertritt den Brandschutz mit Mauerwerk
europaweit.
Feuer – was ist das? Durch ein Unglücksfall oder ei-
nen elektrischen Kurzschluss – häufigste Schaden- Der Wissensstand dieser Auflage entspricht dem
ursache – entsteht ein Brand. Zunächst in der Regel Status August 2008.
ein Schwelbrand, der nach ausreichender Erwär-
mung, ausreichenden brennbaren Produkten und
ausreichendem Sauerstoff schnell zu einem Voll-
brand übergehen kann. Ein Vollbrand bedeutet, es
brennt mit Temperaturen zwischen 800 °C und
1.200 °C. Um den Brand zu beherrschen und unter
Kontrolle zu bringen, ist es wichtig, Brandabschnitte
aus nichtbrennbaren Baustoffen, wie z. B. Mauer-
werk zu errichten. Dies haben bereits unsere Vor-
väter im Mittelalter bei den großen Stadtbränden in
München mit großem Leid lernen müssen. Deshalb
gibt es dort entsprechende Festlegungen schon seit
1342. Im 1. Baupolizeigesetz von Hamburg wurde
1882 gefordert, dass „Brandmauern“ aus nicht-
brennbaren Baustoffen gebaut werden müssen.

Welche Schäden treten auf? Vom einfachen Woh-


nungsbrand mit im Wesentlichen Rauchschäden
und verbrannten Türen und Oberflächen, über
Komplettbrände von ganzen Wohnhäusern bis zu
riesengroßen Industriebränden, bei denen erhebli-
che finanzielle Schäden nicht nur durch den Bedarf
für den Wiederaufbau entstehen. In der Regel ist
der Schaden der Betriebsunterbrechung wesentlich

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Brandschutz mit Mauerwerk DGfM

Inhalt
Vorwort 3

1 Baurechtliche/gesetzliche Anforderungen 6
1.1 Gebäudeklassen 6
1.2 Bauaufsichtliche Anforderungen an Baustoffe 7
1.3 Bauaufsichtliche Anforderungen an Bauteile 8
1.4 Bauaufsichtliche Anforderungen an Wände 8
1.5 Brandbeanspruchung 11

2 Brandverhalten von Mauerwerk 12


2.1 Baustoffverhalten 12
2.2 Bauteilverhalten 12
2.3 Nachweisverfahren 12
2.3.1 Prüfnormen 12
2.3.2 Bemessungsnormen 13
2.3.3 Bemessung nach DIN EN 1996-1-2 13
2.3.4 Aktuelle Bemessungsnormen für Mauerwerk 14
2.3.4.1 Baustoffnormen 14
2.3.4.2 DIN 1053-100 14

3 Bauwerksbetrachtung 14
3.1 Allgemeines 14
3.2 Wohnungsbau 14
3.3 Wirtschaftsbau 15
3.4 Ausführungsdetails 15

4 Brandschäden 16
4.1 Allgemeines 16
4.2 Sanierung – Wiederverwendung 17

5 Vorteile von Mauerwerk für den Bauherrn und Nutzer 18

Weitere Literatur: 19

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DGfM Brandschutz mit Mauerwerk

■ 1. Baurechtliche/ che. Im Ergebnis dieser Situation müssen Bauherrn,


gesetzliche Anforderungen Investoren sowie die Planer je nach regional gültiger
LBO unterschiedliche Brandschutzanforderungen
Brandschutz wird gemäß den Bauordnungen des je- beachten und umsetzen.
weiligen Bundeslandes gefordert. In jeder Landes-
bauordnung sind folgende Schutzziele definiert: Im Folgenden werden die wesentlichen Begriffe des
Brandschutzes sowie die sich aus den LBO erge-
Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, benden Anforderungen, die für Mauerwerkswände
zu ändern und instand zu halten, dass der Entste- relevant sind, wiedergegeben.
hung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer
und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und
bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tie- 1.1 Gebäudeklassen
ren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.
Gemäß MBO sind die in Tabelle 1 zusammengefas-
Das baurechtliche Schutzziel ist also vordringlich sten Gebäudeklassen neu festgelegt worden. Die
der Personenschutz. Der Sachschutz ist eine reine Anforderungen an die Gebäudeklassen 1 und 2
versicherungstechnische Anforderung. Die Versiche- sind im Wesentlichen unverändert. Sie beschreiben
rungen können daher zusätzliche Anforderungen freistehende Gebäude und Gebäude mit jeweils
stellen, wenn z. B. für ein spezielles Bauobjekt das Fußbodenhöhe des obersten Aufenthaltsraumes
Versicherungsrisiko zu groß ist oder um Betriebs- ≤ 7 m über OK Gelände und insgesamt ≤ 400 m²
unterbrechungen zu minimieren. Grundfläche der £ 2 Nutzungs-Einheiten. Die Anfor-
derungen wurden auf Gebäude allgemein ausge-
Grundlage der Brandschutzanforderungen ist der- dehnt. In den alten LBO wurden diese Anforderun-
zeit die von der ARGE Bau erarbeitete Musterbau- gen auf Wohngebäude beschränkt.
ordnung (MBO) von 2002 i. d. F. v. Oktober 2008.
Viele – aber noch nicht alle – Bundesländer haben Die Gebäudeklasse 3 beschreibt sonstige Ge-
die Brandschutzregeln der jetzigen MBO bereits bäude lediglich mit der Anforderung ≤ 7 m über OK
übernommen. Gelände, das können z. B. auch kleine Einkaufs-
märkte sein. Die Gebäudeklasse 4 ist neu. Sie be-
Einige Bundesländer sind zurzeit dabei, ihre jeweilige schreibt Gebäude mit Fußbodenhöhe des obersten
Landesbauordnung (LBO) im Sinne der MBO anzu- Aufenthaltsraumes ≤ 13 m über OK Gelände und
passen. Dem Prinzip des Föderalismus in Deutsch- ≤ 400 m² Grundfläche je Nutzungseinheit. Die Anfor-
land entsprechend, ist der Brandschutz Ländersa- derungen für Gebäude der Gebäudeklasse 4 wur-

Tabelle 1 Definition von und Anforderungen an Gebäudeklassen

Definition von Gebäudeklassen (GK)


Gebäudeklasse 1 2 3 4 5
Gebäudeart Freistehende Gebäude Sonstige Gebäude Gebäude Sonstige Gebäude
Gebäude, einschl.
freistehende unterirdischer
landwirtschaftliche Gebäude
Gebäude
OKFF ü. Gelände ≤ 7m ≤ 7m ≤ 7m ≤ 13m
Nutzungs- Anzahl [NE] ≤2 ≤2
einheiten (NE)
Grundfläche insgesamt ≤ 400 insgesamt ≤ 400 je NE ≤ 400
[m²]
Rettungswege 1. k. A. baulich, gering baulich, reduziert baulich, reduziert baulich
2. k. A. FW Steckleiter FW Drehleiter ≤ 22m FW
Drehleiter
> 22 m baulich

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Brandschutz mit Mauerwerk DGfM

den reduziert. Es dürfen jetzt hochfeuerhemmende Tabelle 2 Auszug über die wesentlichen
Bauteile der Feuerwiderstandsklasse F 60-„BA“ mit Muster–Sonderverordnungen (VO) und
brandschutztechnisch wirksamer Bekleidung (K60 ) Richtlinien (RL) für Sonderbauten im
und zusätzlichen Anforderungen an die Ausfüh- Brandschutz (Stand 05/2008)
rungsqualität verwendet werden. Damit darf als tra-
gende Konstruktion auch Holz eingesetzt werden. Muster-VO – RL Kurzbezeichnung Stand

Jedoch muss die Bekleidung so dick sein, dass BeherbergungsstättenVO MBeVO 12.2000
GaragenVO MGarVO 08.1997
nicht mehr als 300 °C am Holz auftreten. Damit soll
HochhäuserRL MHochhausRL 04.2008
verhindert werden, dass sich das Holz im Brandfall
IndustriebauRL MIndBauRL 03.2000
entzündet und einen Beitrag zum Brand leistet. Es
LeitungsanlagenRL MLAR 11.2005
dürfen keine offenen Fugen vorhanden sein und LüftungsanlagenRL M-LüAR 09.2005
auch keine zusätzlichen Einbauten in den Wänden SchulbauRL MSchulR 07.1998
vorgenommen werden, die einen vorzeitigen Eintritt VerkaufsstättenVO MVkVO 09.1995
des Feuers in die Konstruktionen ermöglichen. VersammlungsstättenVO MVStättVO 06.2005

Bedenklich können diese Konstruktionen in dichter Dies sind u. a. Krankenhäuser/Heime, Versamm-


Stadtbebauung sein, weil es nicht möglich ist, den lungsstätten, Hochhäuser, Gebäude mit mehr als
Nutzer so zu verpflichten, dass er keine Änderungen 1.600 m² Ausdehnung, Verkaufsflächen, deren Ver-
an den Konstruktionen vornimmt. Hier fehlt einfach kaufsräume und Ladenstraßen insgesamt mehr als
das Verständnis und das Bewusstsein, was Feuer 800 m² haben, Büro- und Verwaltungsgebäude, de-
bedeutet und bewirken kann (s. a. Abschnitt 4). ren Grundfläche einzeln mehr als 400 m² beträg,
Gaststätten mit mehr als 40 Gastplätzen, Hotels mit
Die Gebäudeklasse 5 definiert alle Gebäude ober- mehr als 12 Betten, etc. Für viele dieser Sonderbau-
halb der Gebäudeklasse 4, also entweder Gebäude ten gibt es dann zusätzliche Verordnungen oder
mit Aufenthaltsräumen > 7 m über OK Gelände und Richtlinien, die ebenfalls zu beachten sind. In Tabelle
Nutzungseinheiten > 400 m² oder > 13 m über OK 2 sind die derzeitigen Muster zu diesen Sondervor-
Gelände. Damit gehören auch Hochhäuser zwi- schriften zusammengefasst.
schen 22 m und beliebiger Höhe ebenso wie unter-
irdische Gebäude zur Gebäudeklasse 5.
1.2 Bauaufsichtliche Anforderungen an Baustoffe
In Abhängigkeit von der Gebäudeklasse (GK) wer-
den die brandschutztechnischen Anforderungen ge- Für im Bauwerk verwendete Baustoffe – Baupro-
stellt. Zusätzliche Anforderungen können sich aus dukte – wird ein Verwendbarkeitsnachweis hinsicht-
der Art des Gebäudes bzw. der Nutzung ergeben. lich des Brandverhaltens gemäß Bauordnung gefor-
Die MBO enthält im Wesentlichen das Brandschutz- dert. Ein Baustoff ist entweder nichtbrennbar oder
konzept für Wohngebäude und vergleichbare Ge- brennbar.
bäude, z. B. Büro- und Verwaltungsnutzung. Die
MBO enthält auch eine Liste der Sonderbauten.

Tabelle 3 Bauaufsichtliche Anforderungen und Baustoffklassifizierungen nach DIN 4102-1


sowie DIN EN 13501-1

Bauaufsichtliche Anforderung Baustoffklasse nach Euroklasse (Baustoffe) nach


DIN 4102-1 DIN EN 13501-1
nichtbrennbar A1 A1
A2 A 2-s1,d0
brennbar
schwerentflammbar B1 17 Klassen von A 2-s2,d0 bis C-s3,d21)
normalentflammbar B2 11 Klassen von D-s1,d0 bisE-d21)
leichtentflammbar B3 F
1) s. Bauregelliste in der jeweils gültigen Fassung

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DGfM Brandschutz mit Mauerwerk

Brennbare Baustoffe werden unterschieden nach Raumabschluss, Wärmedämmung, Strahlung und


schwerentflammbar, normalentflammbar und Widerstand gegen mechanische Beanspruchung.
leichtentflammbar. Leichtentflammbare Baustoffe Europäisch hat man zunächst entweder eine Baus-
dürfen nicht verwendet werden, es sei denn, sie sind toffklasse oder eine Bauteilklasse, d. h. zusätzlich
innerhalb eines Baustoffes so gekapselt, dass der zur Euroklasse (Bauteil) sind in Deutschland Baus-
Verbundbaustoff mindestens normalentflammbar ist. toffnachweise erforderlich.

Diese bauaufsichtlichen Anforderungen an Baustoffe


Baustoffe und Bauteile heißen im europäischen
können entweder mit Verwendbarkeitsnachweisen
Sprachgebrauch „Bauprodukt“. Auch hier ist es so,
auf der Grundlage nach DIN 4102-1 oder der euro-
dass beide Nachweise die bauaufsichtlichen Anfor-
päischen Norm DIN EN 13501-1 erfüllt werden.
derungen erfüllen. Auch sie sind nicht gleich, son-
Beide Nachweise erfüllen die bauaufsichtlichen An-
dern nur gleichwertig. Den Vergleich einer Zu-
forderungen, sie sind jedoch nicht gleich, sondern
ordnung der deutschen und europäischen Regelun-
nur gleichwertig, s. a. Tabelle 3.
gen nach dem Prinzip der Gleichwertigkeit zeigt Ta-
belle 4.

1.3 Bauaufsichtliche Anforderungen an Bauteile

Ausgenommen Gebäudeklasse 1 müssen Bauteile 1.4 Bauaufsichtliche Anforderungen an Wände


in Abhängigkeit von den Gebäudeklassen 2 bis 5
gemäß Bauordnung entweder die bauaufsichtliche
Bauaufsichtlich werden brandschutztechnische An-
Anforderung
forderungen an tragende und nichttragende Wände
gestellt. Tragende Wände müssen in Abhängigkeit
– feuerhemmend,
von der Gebäudeklasse eine bestimmte Feuerwider-
– hochfeuerhemmend,
standsdauer erreichen, d. h. sie müssen ihre Stand-
– feuerbeständig,
sicherheit unter Last über diese Zeit behalten. Die
oder
Mindestabmessungen sind in DIN 4102-4:1994 ge-
– Brandwand
regelt.

erfüllen. Diese sind zusätzlich mit Anforderungen an


das Brandverhalten der Baustoffe verknüpft. Bei tragenden Wänden wird zusätzlich zwischen
raumabschließenden Wänden und nichtraumab-
Die Zuordnung der unbestimmten Rechtsbegriffe schließenden Wänden bzw. Pfeilern unterschieden.
feuerhemmend, hochfeuerhemmend und feuerbe- Raumabschließende Wände werden per Definition
ständig zu Klassen und zugehörigen Kurzbezeich- nur einseitig vom Brand beansprucht, d. h. es sind
nungen wird in der Bauregelliste A Teil 1, Anlage Trennwände, die im Brandfall Rettungswege be-
0.1.1. und 0.1.2 vorgenommen [12]. Dabei werden grenzen oder Nutzungseinheiten oder Brandbe-
tragende Bauteile wie Wände und Stützen mit F, kämpfungsabschnitte trennen oder Räume mit er-
nichttragende Außenwände mit W und Feuerschutz- höhter Brandlast kapseln. Nichtraumabschließende,
abschlüsse mit T bezeichnet. tragende Wände sind Wände, die sich innerhalb ei-
ner Nutzungseinheit befinden und im Brandfall 2
Die bauaufsichtlichen Anforderungen an die Bauteile oder mehrseitig von Brand beansprucht werden.
sind zusätzlich mit Anforderungen an das Brandver- Auch bei dieser mehrseitigen Brandbeanspruchung
halten der Baustoffe im deutschen Genehmigungs- müssen sie ihre Tragfähigkeit über den geforderten
verfahren verknüpft. Zeitraum behalten. Daher sind nichtraumabschlie-
ßende, tragende Wände in der Regel dicker als
In Europa werden Bauteile nach DIN EN 13501- raumabschließende Wände. Pfeiler und Wandab-
2:2008-01 klassifiziert. Eine wesentliche Änderung schnitte kürzer als 1 m werden per Definition viersei-
zu dem deutschen Klassifizierungssystem besteht in tig vom Brand beansprucht und sind daher nicht-
der weiteren Differenzierung nach Tragfähigkeit, raumabschließend.

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Brandschutz mit Mauerwerk DGfM

Tabelle 4 Bauaufsichtliche Anforderungen und Bauteilklassifizierungen nach DIN 4102-2 bzw.


-3 sowie DIN EN 13501-2

Bauaufsichtliche Umsetzung
Anforderung nach MBO
Bauteil- Baustoff- Bauteilklasse zusätzliche Bauteilklasse Euroklasse (Bauteil) nach DIN EN 13501-2
anforderung anforderungen zur nach Anforderung nach
Bauteilanforderung DIN 4102-2 DIN 4102-3
tragende/ nichttrag. tragende Wände nichttragende nichttragende
nichttrag. Außenwand Innenwand Außenwand
Wände
mit/ohne ohne mit mit
Raumab. Raumab. Raumab. Raumab.
feuerhemmend ./. F 30-B W 30 R 30 REI 30 EI 30 E 30 (i–> o)
Eef 30 (i<– o)
und tragende F 30-AB1
und aussteifende
Bauteile aus
nichtbrennbaren
Stoffen
und aus nicht- F 30-A R 30 REI 30 EI 30
brennbaren
Baustoffen
hochfeuer- und tragende F 60-AB1 W 60 R 60 REI 60 EI 60
hemmend und aussteifende
Bauteile aus nicht-
brennbaren Stoffen
und aus nicht- F 60-A R 60 REI 60 EI 60 E 60 (i–> o)
brennbaren Stoffen Eef 60 (i<– o)
und tragende F 60 „BA“2 mit K260
und aussteifende Bekleidung
Bauteile aus brenn- nach DIN
baren Stoffen, die EN 13501-2
allseitig eine brand-
schutztechnisch
wirksame Bekleidung
aus nichtbrennbaren
Stoffen (Brand-
schutzbekleidung)
und Dämmstoffe
aus nichtbrennbaren
Baustoffen haben
feuerbeständig und tragende F 90-AB1 W 90 R 90 REI 90 EI 90 E 90 (i–> o)
und aussteifende Eef 90 (i<– o)
Bauteile aus nicht-
brennbaren Stoffen
und aus F 90-A R 30 REI 30 EI 30
nichtbrennbaren
Baustoffen
Brandwand aus nicht-
brennbaren Stoffen
(Ausnahmen in
MBO § 30 für
Gebäudeklassen
1-4 geregelt) und
müssen zusätzlicher
mechanischer
Beanspruchung
standhalten mechanische Brandwand – REI-M 90 EI-M 90 –
Bean-
spruchung

1 Bei raumabschließenden Bauteilen ist zusätzlich eine in Bauteilebene durchgehende Schicht aus nichtbrennbaren Stoffen erforderlich.
2 Neu in MBO 2002, in DIN 4102-2: 1977-02, Tab. 2 nicht enthalten und damit nach dieser Norm nicht definiert und zuordenbar.

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DGfM Brandschutz mit Mauerwerk

Nichttragende Wände sind grundsätzlich raumab- forderungen gestellt werden. Brandwände werden
schließend. Nichttragende Wände sind Innenwände, brandschutztechnisch nach DIN 4102-3 geprüft und
z. B. Ausfachungswände oder Flurwände zur Be- definiert.
grenzung von Brandbekämpfungsabschnitten oder
zur Sicherstellung von Rettungswegen. Die Mindest- Brandwände müssen gemäß den bauaufsichtlichen
abmessungen dieser beschriebenen Wandarten Anforderungen als raumabschließende Bauteile zum
sind in DIN 4102-4 geregelt. Abschluss von Gebäuden (Gebäudeabschluss-
wände) oder zur Unterteilung von Gebäuden in
Nichttragende Außenwände sind entweder ge- Brandabschnitte (innere Brandwände) ausreichend
schosshohe raumabschließende Wände, die nach lange die Brandausbreitung auf andere Gebäude
den vorstehenden Angaben brandschutztechnisch oder Brandabschnitte verhindern. Brandwände sind
nachgewiesen werden, oder gemauerte Brüstun- als Gebäudeabschlusswand erforderlich, wenn
gen, oder Brüstungen in Kombination mit Unterzü- diese Wände mit einem Abstand ≤ 5 m gegenüber
gen (Schürzen). Sie müssen mindestens 1 m hoch anderen Gebäuden errichtet werden oder wenn
sein. Bei einer Brandbeanspruchung von innen wird diese Wände mit einem Abstand < 2,5 m gegenüber
die Einheitstemperaturkurve (ETK) zugrunde gelegt Grundstücksgrenzen errichtet werden. Brandwände
und es werden keine Anforderungen an ein Tempe- sind als innere Brandwand (Brandabschnittsbil-
raturkriterium gestellt. Das Bauteil muss lediglich dung – BA) zur Unterteilung ausgedehnter Gebäude
standsicher sein. Bei einer Brandbeanspruchung in Abständen ≤ 40 m erforderlich.
von außen wird die Außenbrandkurve zugrunde ge-
legt und es werden nur bestimmte abgeminderte Brandwände müssen auch unter zusätzlicher me-
Temperaturkriterien gefordert. chanischer Beanspruchung feuerbeständig sein
und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen,
Brandwände sind Wände, an die spezielle Prüfan- d. h. in der Brandprüfung nach DIN 4102-3 wird eine
forderungen sowie zusätzliche bauauf-sichtliche An- 3malige Stoßbeanspruchung von 3.000 Nm jetzt

Bild 1: Temperaturkurven – Einwirkungen

1200
Hydrokarbonkurve
Hydrocarbon curve
1000

ETK
800
ISO curve Außenbrandkurve
T [°C]

External firecurve (ef)


600

400

Schwelbrandkurve
200
Smouldering curve

0
0 30 60 90 120
t [min]

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Brandschutz mit Mauerwerk DGfM

nach 90 min entsprechend der europäischen Prüf- widerstandsklasse auszusteifen und zu unterstüt-
norm aufgebracht. Deutschland hat diese Prüfung in zen.
Europa eingeführt, s. a. Tabelle 4.
Da Brandwände wesentlich höhere Anforderungen
Anstelle von Brandwänden sind bei Gebäuden der erfüllen müssen, muss in der Planung sorgfältig ge-
GK 4 Wände, die auch unter zusätzlicher mechani- prüft werden, ob und wo Brandwände tatsächlich
scher Beanspruchung hochfeuerhemmend – F 60- erforderlich sind, um wirtschaftlich zu bauen. Dies
„BA“ + Stoß – sind, zulässig, d. h. es werden Brand- gilt insbesondere auch für Komplextrennwände.
bekämpfungsabschnitte (BBA) gebildet.

Komplextrennwände werden bauaufsichtlich nicht


Die Stoßbeanspruchung ist grundsätzlich durch die
gefordert, sondern nur versicherungstechnisch bei
Brandprüfung bzw. Klassifizierung in DIN 4102-4
besonderen Gebäuden. Komplextrennwände müs-
nachgewiesen. Zusätzliche statische Nachweise
sen F 180-A erfüllen und einer 3maligen Stoßbean-
sind nicht erforderlich. Dies wurde jetzt nochmals
spruchung von 4.000 Nm widerstehen. Die ausstei-
ausdrücklich in DIN 4102-22 betont.
fenden und unterstützenden Bauteile müssen eben-
falls F 180 erfüllen.
An Brandwände (BW) werden hinsichtlich der Aus-
führung zahlreiche zusätzliche bauaufsichtliche An-
forderungen, z. B. an Überdachführung, Dachan-
1.5 Brandbeanspruchung
schlüsse, Einbauten, etc., gestellt, die hier nicht alle
aufgeführt werden können, s. a. Abschnitt 3.4.
Ein Feuer wird im Allgemeinen durch 4 Brandphasen
In Brandwänden bzw. den Ersatzwänden sind sämt- charakterisiert: der Zündphase, dem Schwelbrand,
liche Öffnungen grundsätzlich mit Bauteilen in der je- d. h. der Brandentstehung, sowie dem „flash over“
weils entsprechenden Feuerwiderstandsklasse zu und der Erwärmungsphase, d. h. dem Vollbrand.
verschließen, z. B. in Brandwänden T 90 Türen Der Entstehungsbrand wird maßgeblich durch das
bzw. in der Ersatzwand GK 4 dann T 60 Türen. Baustoffverhalten beeinflusst und entwickelt sich bis
etwa 300 °C. Das Baustoffverhalten wird entweder
nach DIN 4102-1 oder DIN EN 13501-1 klassifiziert.
Bundeslandweise gibt es bei bestimmten Nutzun-
gen hierzu Ausnahmen, z. B. in notwendigen Fluren
von Büronutzungen T 30 mit Zusatzanforderungen Der Vollbrand ist maßgebend für das Bauteilverhal-
oder 2 x T 30. ten. Wann bei einem Naturbrand ein „flash over“
(Durchzünden) zum Vollbrand entsteht, hängt we-
Die grundsätzliche Ausnahme bilden Treppenraum- sentlich von der vorhandenen Brandlast und den
wände, die nur in der Bauart Brandwand bzw. Er- Ventilationsverhältnissen, dem zur Verfügung ste-
satzwand zu errichten sind. Dies bedeutet, dass an henden Sauerstoff, ab.
die Türen zum Treppenraum wesentlich geringere
Anforderungen gestellt werden. Lediglich die Wand Bei einem Naturbrand kann der Schwelbrand Stun-
selber muss die Brandwandanforderungen (GK 5) den dauern, weil nicht genug Sauerstoff zur Verfü-
bzw. bei GK 4 F 60-„BA“ + Stoß hochfeuerhem- gung steht. Wenn dann z. B. die Feuerwehr die Tür
mend erfüllen. Diese Reduzierung der Feuerwider- öffnet, kann das Feuer sofort durchzünden und zum
standsklassen aufgrund der derzeitigen MBO bringt Vollbrand führen. Ein Feuer kann aber auch nach der
jedoch nicht viel, weil die Stoßbeanspruchung das Entstehung bei guten Luftverhältnissen sofort zum
maßgebende Prüfkriterium ist und damit die Wände Vollbrand übergehen. Dann können Temperaturen
i. d. R. wesentlich höhere Feuerwiderstandklassen zwischen 1.000 °C und 1.200 C entstehen, die
erreichen, um die Stoßbeanspruchung zu bestehen. dann wieder abfallen. Bei Ölbränden oder sehr ho-
hen Brandlasten mit einer großen Wärmefreiset-
Brandwände bzw. deren Ersatzwände bei GK ≤ 4 zungsrate können höhere Temperaturen bis etwa
sind grundsätzlich mit Bauteilen der gleichen Feuer- 1.600 °C entstehen.

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DGfM Brandschutz mit Mauerwerk

Als Prüfkurve für die Brandprüfungen an Bauteilen zulassungspflichtigem Mauerwerk ist der Brand-
mit üblicher Gebäudenutzung ist weltweit die ISO- schutz in der jeweiligen Zulassung geregelt.
Kurve festgelegt worden. Sie entspricht der ETK
nach DIN 4102-2. Die Brandraumtemperatur geht
bis 30 min auf ca. 850 °C und dann weiter bis 90 min 2.3 Nachweisverfahren
auf etwa 1.050 °C Für Ölbrände sowie Tunnelbrände
wurde die Hydrocarbonkurve bis 1.100 °C festge- Gemäß LBO dürfen Bauprodukte für die Errichtung,
legt. Änderung und Instandhaltung baulicher Anlagen auf
der Grundlage der Bauregelliste hinsichtlich Brand-
schutzes nur verwendet werden, wenn sie entweder
■ 2. Brandverhalten von Mauerwerk dieser oder folgenden Verwendbarkeitsnachweisen
entsprechen:

2.1 Baustoffverhalten – DIN 4102-4 in Verbindung mit

Grundsätzlich ist festzustellen, dass Steine und – DIN 4102-22,


Mörtel aus mineralischen (nichtorganischen) Be-
standteilen nichtbrennbar sind und daher keine – allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP)
Brandlasten darstellen. Damit leisten sie auch keinen
Beitrag zum Brandgeschehen im Gegensatz zu – allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ).
brennbaren Baustoffen. Brennbare Baustoffe erhö-
hen die Brandlasten und vergrößern das Brandge- – Ansonsten ist eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE)
schehen. erforderlich.

2.2 Bauteilverhalten 2.3.1 Prüfnormen

Grundsätzlich ist für Mauerwerk festzuhalten, dass DIN 4102 enthält die Grundlagen für die Definition
es ein sehr gutes Brandverhalten hat. Es trägt nicht der bauaufsichtlichen Brandschutzanforderungen.
zum Brand bei und es hat aufgrund seiner Mindest- Die Norm setzt sich aus 19 Teilen (Teil 1-9 und Teil
wanddicken nach DIN 1053 und seiner Steinformate 11-18, 21, 22) zusammen. DIN 4102 ist im Wesent-
große Reserven im Brandfall. I. d. R. kann Mauer- lichen eine Prüfnorm. Hiervon ausgenommen sind
werk nach einem Brandfall, ggf. mit Ertüchtigungs- DIN 4102-4 und DIN 4102-22, die genormte und
maßnahmen, weiterverwendet werden. Es verbrennt klassifizierte Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile
nicht wie brennbare Bauteile. Es stoppt das Feuer zusammenfassen und mögliche Anwendungen in
zuverlässig an Brandabschnittstrennungen und stellt brandschutztechnischer Hinsicht beschreiben.
Rettungswege sicher, eine fachgerechte Gesamt-
ausführung vorausgesetzt. Mauerwerkswände, an die Anforderungen hin-
sichtlich des Feuerwiderstandes – F 30 bis F 180
Wände aus Mauerwerk beinhalten den Brandschutz – gestellt werden, werden nach DIN 4102-2 geprüft.
bereits. Sie brauchen keine zusätzlichen Brand- DIN 4102-2 enthält die Grundsatzanforderungen für
schutzmaßnahmen. Brennbare Konstruktionen ha- Brandprüfungen und die Prüfvorgaben u. a. für
ben i. d. R. keinen Brandschutz. Es sind zusätzliche Wände sowie abschließend die Klassifizierungskrite-
Brandschutzmaßnahmen in Form von Plattenbeklei- rien für Bauteile. Mauerwerkswände werden in den
dungen oder Überbemessung der Tragkonstruktion Abmessungen b x h = 3 m x 3 m oder praxisgerech-
erforderlich. Der Vorteil gegenüber brennbaren Kon- ter Höhe geprüft. Die Benennung von Bauteilen ist
struktionen ist damit, dass bei einer Ausführung von ebenfalls in DIN 4102-2, Tabelle 2, geregelt.
Mauerwerk nach DIN 1053 lediglich die Wanddicke
und bei tragenden Wänden der Ausnutzungsfaktor Brandwände werden nach DIN 4102-3 geprüft und
a2 mit DIN 4102-4 abgeglichen werden muss. Bei sind damit nachgewiesen. Weitere Nachweise, z. B.

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Brandschutz mit Mauerwerk DGfM

statische Nachweise hinsichtlich der Stoßbeanspru- grund der europäischen Harmonisierung bisher auf
chung, sind nicht erforderlich, s. a. DIN 4102-22. eine Überarbeitung verzichtet wurde. DIN 4102-4
Brandwände müssen zusätzlich erhöhte Brand- soll möglichst lange für Deutschland erhalten blei-
schutzanforderungen erfüllen: ben. Jede Mauerwerkskonstruktion, die im Teil 4
enthalten ist, gilt als brandschutztechnisch nachge-
– Sie müssen aus Baustoffen der Baustoffklasse A wiesen. DIN 4102-4 beruht auf dem globalen Be-
nach DIN 4102-1 bestehen. messungssystem wie DIN 1053-1. Es ist ausrei-
chend, in der gemäß LBO geforderten Übereinstim-
– Sie müssen mindestens die Anforderungen der mungserklärung die entsprechende Zeile der Tabelle
Feuerwiderstandsklasse F 90 nach DIN 4102-2 sowie den dazugehörenden Abschnitt von
erfüllen; tragende Wände müssen diese Anforde- DIN 4102-4 anzugeben. Weitere Verwendbarkeits-
rung bei mittiger und bei ausmittiger Belastung nachweise sind dann nicht erforderlich.
erfüllen.
In der Änderungsfassung DIN 4102-4/A1: 2004-11
– Brandwände müssen unter einer dreimaligen wurden bei den Mauerwerkstabellen einige Ergän-
Stoßbeanspruchung – Pendelstöße mit zungen aufgenommen, die aufgrund neuerer Prü-
3.000 Nm Stoßarbeit (200 kg Bleischrotsack) – fungen (nach 1994) dringend ergänzt werden mus-
standsicher und raumabschließend im Sinne von sten. Leider sind in der A1-Fassung nur die Ände-
DIN 4102-2 bleiben. rungen und Ergänzungen enthalten, so dass derzeit
die parallele Handhabung beider Normen sehr müh-
– Brandwände müssen die vorstehend genannten sam ist. In der A1-Fassung wurden außerdem erst-
Anforderungen nach Norm auch ohne Beklei- mals die Bezugsnormen datiert, weil sich durch die
dung erfüllen. In Absprache mit der Bauaufsicht europäische Normung Bauprodukt-Normen so
werden auch solche geputzten Mauerwerksarten maßgeblich ändern können, dass die Werte in
als Brandwände anerkannt, die aufgrund ihrer DIN 4102-4 nicht mehr richtig sein können. Für die
Materialien und Oberflächenstruktur grundsätz- Mauerstein-Normen wurde die Gleichwertigkeit
lich in der Praxis geputzt werden. durch ein Gutachten [11] bereits festgestellt. Es wird
an einer Neuausgabe von DIN 4102-4:2009 gearbei-
Komplextrennwände werden in DIN 4102-3 nur in tet, in der die neuen Baustoffnormen sowie die A1-
einer Fußnote erwähnt. Die erhöhte Anforderung lau- Fassung berücksichtigt werden sollen.
tet: F 180-A + Stoßbeanspruchung mit 4.000 Nm.
Diese Wandart ergibt sich nicht aus bauaufsicht- DIN 4102-22 ist auf der Bemessungsbasis von Teil-
lichen sondern aus versicherungstechnischen For- sicherheitsbeiwerten eine Anwendungsnorm zu
derungen für besondere Gebäude. DIN 4102-4. Da 2004 DIN 1053-100 noch nicht ver-
abschiedet war, wurde für Mauerwerk in DIN 4102-
Nichttragende Außenwände werden ebenfalls 22 lediglich festgestellt, dass bei einer Bemessung
nach DIN 4102-3 geprüft. Hierfür ist ein eigenes mit Teilsicherheitsbeiwerten DIN 4102-4 nicht an-
Prüfverfahren definiert. Als nichttragende Außen- wendbar ist. Mittlerweile wurde eine Umrechnungs-
wände werden geschosshohe Wände sowie min- regel entwickelt, die bei einer Bemessung mit Teilsi-
destens 1 m hohe Brüstungen oder Schürzen oder cherheitsbeiwerten die Ergebnisse einfach auf
die Kombination dieser beiden definiert. Das Schutz- DIN 1053-1 zurückführt. Diese Regel wurde mit der
ziel der nichttragenden Außenwände ist die Verzöge- Einführung von DIN 1053-100 in der Bauregelliste
rung des Brandüberschlags. veröffentlicht.

2.3.2 Bemessungsnormen 2.3.3 Bemessung nach DIN EN 1996-1-2

DIN 4102-4 ist ein Katalog genormter und klassifi- Der Eurocode 6-1-2 liegt als Vornorm
zierter Baustoffen und Bauteilen zur direkten Anwen- DIN ENV 1996-1-2 (Fassung 1995) mit einem NAD
dung. Er ist auf dem Stand von vor 1994, weil auf- (Nationales Anwendungsdokument) vor. Obwohl er

13
DGfM Brandschutz mit Mauerwerk

Bild 2: Beispiele für Wandarten im Wohnungsbau

für den Mauerwerksbereich noch unbefriedigend herigen in DIN 4102-4 genannten Steinnormen ent-
und deshalb nicht anwendbar ist, wurde er zusam- sprechen, bestehen brandschutztechnisch keine
men mit den übrigen Eurocodes bauaufsichtlich ein- Bedenken, die Tabellen in DIN 4102-4 für Mauer-
geführt. 2005 wurde die überarbeitete Fassung des werk aus Mauersteinen nach DIN EN 771 in Verbin-
EC 6-1-2 europäisch verabschiedet, die aber keine dung mit den Anwendungsnormen zu verwenden.
wesentlichen Verbesserungen enthält, weil für Mau-
erwerk noch keine allgemein gültigen Rechenverfah- 2.3.4.2 DIN 1053-100
ren, sondern nur erste Ansätze entwickelt wurden.
Zur Fassung 2005 muss jetzt noch das nationale DIN 1053-100 führt im Mauerwerksbau die Tragfä-
Anwendungsdokument erarbeitet werden. Dazu higkeitsbemessung nach Teilsicherheitsbeiwerten
sind jedoch hinsichtlich der Lastannahmen für den ein. DIN 4102-4 verlangt nach wie vor als Grundlage
Ausnutzungsfaktor Eingangswerte aus dem NAD für die Brandschutzbemessung für den Ausnut-
des EC 6-1-1 (kalte Bemessung) erforderlich, die zungsfaktor a2 bei tragenden Wänden in Abschnitt
noch nicht verabschiedet sind. 4.5.2.2 den Bezug zu DIN 1053-1:1996. Bei der Ein-
führung von DIN 1053-100 wird daher eine Umrech-
nungsregel veröffentlicht, die bei der Tragfähigkeits-
2.3.4 Aktuelle Bemessungsnormen für Mauerwerk bemessung nach DIN 1053-100 weiterhin die Nut-
zung von DIN 4102-4 ermöglicht.
2.3.4.1 Baustoffnormen

Seit April 2006 werden die Mauersteine in der euro- ■ 3. Bauwerksbetrachtung


päischen Baustoffnorm DIN EN 771 in Verbindung
mit Anwendungsnormen sowie in Restnormen gere-
gelt. Der Bezug auf diese neuen Normen ist in 3.1 Allgemeines
DIN 4102-4 noch nicht enthalten, weil hier die Über-
arbeitung zurzeit läuft. Formal fehlt daher der Brand- Mauerwerk ist brandschutztechnisch gesehen ein
schutznachweis. Solange die Steine jedoch den bis- historischer Baustoff. Bereits im Mittelalter wurde

14
Brandschutz mit Mauerwerk DGfM

der Einsatz von Mauerwerk als Brandschutzmaß- Im reinen Industriebau werden überwiegend Brand-
nahme in Gebäuden gefordert. Die Vorteile von Mau- wände aus Mauerwerk oder ggf. Wände aus Wand-
erwerk sowohl im Wohnungsbau als auch im Indus- bauplatten errichtet. Hiermit soll sichergestellt wer-
triebau sind seit langem bekannt. Alle heutigen Ent- den, dass Brände auf den Brandabschnitt begrenzt
wicklungen im Mauerwerksbau – Plansteine, Blöcke, werden. Zusätzlich kann es im Industriebau eine ver-
Elemente, Dünnbettmörtel sowie Entwicklungen auf- sicherungstechnische Zusatzanforderung geben,
grund der EnEV wurden brandschutztechnisch und zwar die Errichtung von Komplextrennwänden.
nachgewiesen. Die Ergebnisse sind entweder in Zu-
lassungen oder DIN 4102-4 eingeflossen. Mit diesen Komplextrennwänden soll sichergestellt
werden, dass auch bei hohen Brandlasten oder bei
risikoreichen Nutzungen oder bei empfindlichen Gü-
3.2 Wohnungsbau tern mit hohem Geldwert im Brandfall Komplexe ge-
bildet werden und die Brandweiterleitung wirklich
Im Wohnungsbau werden alle brandschutztech- unterbunden wird. Damit soll das Versicherungsri-
nisch erforderlichen Wandarten durch alle Mauer- siko verringert werden. Für Komplextrennwände gibt
werksarten abgedeckt, s. a. Bild 2. Die für die einzel- es ebenfalls nachgewiesen Mauerwerkswände.
nen Wandarten erforderlichen Wanddicken in Ab-
hängigkeit von der Steinart und bei tragenden Wän- Die Nachweise sind jedoch nur in VdS-Unterlagen
den von der Auslastung können DIN 4102-4 bzw. (VdS Schadenverhütung GmbH, Köln) oder allge-
bauaufsichtlichen Zulassungen entnommen werden. meinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen (abP) ent-
halten.
Im Wohnungsbau ist darauf zu achten, dass Brand-
wände jeweils in Abhängigkeit von der Gebäude- DIN 4102-4 enthält keine Angaben, weil es keine
klasse entsprechend den Landesbauordnungen bauaufsichtlichen Forderungen zu dieser Wandart
entweder über Dach geführt werden oder in Höhe gibt. An Komplextrennwände werden hinsichtlich
der Dachhaut zusätzliche Anforderungen bei der der Ausführung zusätzliche Anforderungen gestellt.
Ausführung zu beachten sind. Über Brandwände
dürfen keine brennbaren Baustoffe geführt werden.
3.4 Ausführungsdetails

3.3 Wirtschaftsbau Neben den in DIN 4102-4 dargestellten Wandan-


schlüssen sind weitere Anschlüsse möglich. Der
Im Wirtschaftsbau ist zu unterscheiden zwischen Nachweis erfolgt über in DIN 4102-4 anerkannte Li-
Büro- und Verwaltungsgebäuden, die im Wesent- teratur, z. B. den Mauerwerk Kalender.
lichen den Anforderungen im Wohnungsbau ent-
sprechen, und den Sonderbauten sowie Industrie-
Bild 3: Weitere mögliche Wandanschlüsse
bauten.

Sonderbauten sind u. a.

– Verkaufsstätten,
– Versammlungsstätten
– Hochhäuser
– Schulen
– Krankenhäuser
– Alten- und Pflegeheime,
– Garagen, etc.

Auch diese können alle problemlos mit Mauerwerk


umgesetzt werden.

15
DGfM Brandschutz mit Mauerwerk

Festzuhalten ist lediglich, dass diese Wände nicht


Bild 4: Anschlüsse nach DIN 4102-4
rauchdicht sind. Dafür müssen sie zumindest mit
Spachtelputz versehen werden.

Gipsputze, Wärmedämmputze und Leichtputze kön-


nen zur Verbesserung des Brandverhaltens von Mau-
erwerk verwendet werden. Anstelle von brandschutz-
technisch erforderlichem Putz kann auch eine Vor-
mauerschale oder ein Wärmedämmverbundsystem
mit nichtbrennbarer Dämmung ausgeführt werden.

Anschlüsse Wand – Decke nichttragender Mauer-


werkswände, Ausführungsmöglichkeiten 1, 2 ■ 4. Brandschäden
Dämmschicht nach DIN 4102-4, Abschnitt 4.5.2.6

Statisch erforderliche Anschlüsse von Brandwänden 4.1 Allgemeines


aus Mauerwerk an angrenzende Stahlbetonteile
(Beispiele) Mauerwerk beteiligt sich grundsätzlich nicht an ei-
nem Brand, sondern begrenzt Brände. Im Folgen-

Gemäß DIN 4102-4 sind alle in DIN 1053 geregelten Bild 5: Brandweiterleitung aufgrund fehlender
Stoßfugenausführungen brandschutztechnisch zu- Brandwände
lässig. Das betrifft Fugen mit Normalmörtel, Leicht-
mörtel sowie Dünnbettmörtel. Für einzelne Wandar-
ten sind in den Tabellen von DIN 4102-4 gewisse
Randbedingungen / Begrenzungen festgeschrieben,
weil 1994 noch nicht alle Mauerarten für alle Steinar-
ten nachgewiesen waren. Mittlerweile gibt es weitere
Nachweise, die bei der Überarbeitung von
DIN 4102-4 berücksichtigt werden.

Bei den Stoßfugen sind auch Fugen nur mit Nut +


Feder sowie unvermörtelte Stoßfugen brandschutz-
technisch nachgewiesen worden. Das bedeutet,
dass unvermörtelte Stoßfugen bis zu einer Breite
von 5 mm brandschutztechnisch unbedenklich sind.
Es treten keine Flammen durch und auch das Tem-
peraturkriterium von DIN 4102-2 wird erfüllt. Dies
wurde durch Brandprüfung nachgewiesen.

16
Brandschutz mit Mauerwerk DGfM

Bild 6: Brandbegrenzung durch Brandwände Bild 7: Dachstuhlbrände

Aus dem Foto ist deutlich erkennbar, wie sich Mau-


erwerk im Brandfall verhält. Deshalb wurden in Städ-
ten im Mittelalter auch aufgrund großer Stadtbrände
Brandwände und Schornsteine aus Mauerwerk vor-
geschrieben. Damit wurde die Brandausbreitung be-
grenzt und die Feuerwehr hatte die Chance zu lö-
schen.

4.2 Sanierung – Wiederverwendung

Mauerwerk kann i. d. R. nach einem Brand instand-


gesetzt werden.
den sind einige Beispiele anhand von tatsächlichen
Brandschäden zusammengefasst. Brandexperten können im Einzelfall die jeweils wirt-
schaftlichsten Sanierungsmaßnahmen vorgeben.
Die hölzernen Dachstühle brennen solange weiter, Hierzu wird festgestellt, wo der Brandherd gelegen
bis alles Holz verbrannt ist. Ebenso verhalten sich hat und welche Temperaturen tatsächlich aufgetre-
Holzbalkendecken. Die Feuerwehr hat keine ten sind. Dies wird an Indizien zum Brandverhalten
Chance, das Feuer rechtzeitig zu löschen. von vorhandenen Materialien ermittelt. Außerdem
wird geprüft, ob eine Zermürbung vorliegt und wie
Anders sieht es bei vorhandenen Brandwänden aus tief diese ggf. ist. Auch hieraus lassen sich wiederum
Mauerwerk aus, da Mauerwerk nichtbrennbar ist. Rückschlüsse zum Brandgeschehen ziehen. Auf-
grund der Erkenntnisse aus Brandprüfungen werden
Die Mauerwerkswände, die den Brand begrenzt ha- dann die Beurteilungen durchgeführt.
ben, sind im o. a. Grundriss gekennzeichnet.
Nichttragende Wände können durch heißen Wasser-
Aus den beiden folgenden Fotos ist klar erkennbar, strahl gereinigt werden. Wenn keine relevanten Ver-
wie sich Holz im Gegensatz zu Mauerwerk am Brand formungen durch Verschiebungen aufgrund der tra-
beteiligt. Holz verbrennt, Mauerwerk bleibt in der Re- genden Bauteile erfolgten, brauchen nur die Fugen
gel erhalten. nachgearbeitet werden und ggf. ist ein Putz erfor-
derlich, um die ursprüngliche Qualität wieder herzus-
Sobald Holz, wie z. B. im Fachwerkgebäude durch tellen. Bei tragenden Wänden hängt die Wiederver-
Mauerwerk eingefasst wird, wird der Abbrand we- wendung und Sanierung vom Einzelfall ab, insbe-
sentlich verringert. sondere von der Länge und Höhe der Temperatur-

17
DGfM Brandschutz mit Mauerwerk

beanspruchung. Bei zermürbten Oberflächen oder lichen Brandschutzmaßnahmen erforderlich sind.


Abplatzungen muss der zerstörte Querschnitt in Ab- Damit ergeben sich für den Bauherrn keine zusätz-
hängigkeit von der Auslastung des Mauerwerks lichen Kosten, um die Brandschutzanforderungen
durch Putz oder durch Spritzbeton oder durch eine der Landesbauordnungen zu erfüllen.
Vorsatzschale ertüchtigt werden.
Der Nutzer kann aus brandschutztechnischer Sicht
Es gibt aber auch zahlreiche Fälle, bei denen eine ungestört Einbauten und Befestigungen in Mauer-
Reinigung ausreichend ist. Ausgeglühte Putzoberflä- werk vornehmen.
chen sind zu ersetzen.
Bei Mauerwerk ist aus brandschutztechnischer Sicht
keine regelmäßige Überprüfung oder Wartung erfor-
■ 5. Vorteile von Mauerwerk für den derlich.
Bauherrn und Nutzer
Versicherungen honorieren im Regelfall das gute
Mauerwerk hat in Verbindung mit Brandschutz viele Brandverhalten von Mauerwerk..
Vorteile. Mauerwerk brennt nicht und der Brand-
schutz ist inbegriffen, so dass i. d. R. keine zusätz- Mauerwerk selbst brennt nicht und begrenzt
Brände, d. h. es trägt zum Brand nicht bei und redu-
ziert die Brandweiterleitung. Außerdem ist es nach
einem Brand wieder verwendbar.

18
Brandschutz mit Mauerwerk DGfM

Weitere Literatur:

[1] Hahn, Chr.: Mauerwerk-Kalender,


diverse Beiträge, Verlag Ernst & Sohn

[2] DIN 4102-4:1994-03

[3] DIN 4102-4/A1:2004-11

[4] DIN 4102-22:2004-11

[5] DIN 4102-4/A2: 2008 in Vorbereitung

[6] DIN4102-22/A1: 2008 in Vorbereitung

[7] Planung, Konstruktion, Ausführung, Kalksand-


steinindustrie

[8] Porenbeton Heft 4: Brandverhalten von Porenbe-


tonbauteilen

[9] Baulicher Brandschutz – Brandschutz im Woh-


nungsbau; 7. Ausgabe, Januar 2007, Arbeitsgemein-
schaft Mauerziegel im Bundesverband der Deut-
schen Ziegelindustrie e.V., Bonn

[10] Leichtbeton: Brandschutz ist doch ganz leicht

[11] Dr. Schubert, Peter: Gutachterliche Stellung-


nahme zur Gleichwertigkeit der Angaben der Mauer-
werkstabellen in DIN 4102-4/A1 mit Regelungen in
den neuen europäischen Bauproduktnormen; Ob-
mann im Koordinierungsausschuss Mauersteine des
DIN, 2007

[12] Bauregelliste A – Ausgabe 2009/1, DIBt Mit-


teilungen, Sonderheft Nr. 38

19
Die DGfM e. V. wird von folgenden
Verbänden als ordentliche
Mitglieder getragen:

Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel e. V.
Schaumburg-Lippe-Straße 4 · 53113 Bonn

ZIEGEL · Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V.


Schaumburg-Lippe-Straße 4 · 53113 Bonn

KS · Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V.
Entenfangweg 15 · 30419 Hannover

LB · Bundesverband Leichtbeton e. V.
Sandkaulerweg 1 · 56564 Neuwied

PB · Bundesverband Porenbetonindustrie e. V.
Entenfangweg 15 · 30419 Hannover

Die DGfM e.V. als Dachverband der mauersteinherstellenden Industrie Deutschlands


vertritt über ihre ordentlichen Mitgliedsverbände mehr als 225 Unternehmen mit
10000 Beschäftigten, die in allen Bundesländern in Deutschland einen Umsatz von
mehr als 1,1 Mrd. Euro erwirtschaften.

DGfM
Deutsche Gesellschaft für
Mauerwerksbau e. V.
Kochstraße 6–7
10969 Berlin
Deutsche Gesellschaft Tel. 030 25359640
für Mauerwerksbau e.V. Fax 030 25359645

(Juni 2009)
Deutsche Gesellschaft
für Mauerwerks−
und Wohnungsbau e.V.

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und geprüft. Die Inhalte in den Broschüren und Merkblättern geben den Kennt-

nisstand anerkannter Fachleute wieder und beruhen auf dem Stand der Technik

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Schäden, die auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen sind, im Übri-

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