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NORD-WEST AKTUELL

Ausgabe 1/2021
INHALT

- Einleitung
- Der Klinikverbund stellt sich vor
- Neues aus den Kliniken
- Thema: Corona-Task Force
- Die Krankenhauseinsatzleitung
- Ausblick
- Impressum
EINLEITUNG

Herzlich Willkommen. Sie, liebe Leserinnen und Leser halten


hier die erste Zeitung der Nord-West Kliniken in der Hand,
welche Sie transparent über alle Neuigkeiten und
Entwicklungen aus den Kliniken des Verbunds informieren soll.
Die Zeitung wird nun viermal pro Jahr erscheinen und die
verschiedenen Abteilungen aller Krankenhäuser näher
betrachten und Ihnen Einblicke direkt aus den Kliniken geben.
Doch kommen wir nun zu dem Thema, über das gerade jeder
spricht: Die Covid-19 Pandemie. Das Jahr 2020 war ein Jahr
mit einer der größten Herausforderungen, der sich die
Bevölkerung stellen musste. Die Krankenhäuser unseres
Verbunds standen die ganze Zeit über voll in der Schusslinie
der Corona-Pandemie, denn wir haben selbstverständlich auch
tagtäglich Patienten aufgenommen, welche an Covid-19
erkrankt waren. Dafür wurden personelle, materielle und
Intensivkapazitäten aufgestockt. Eine Unterstützung durch die
Politik haben wir dabei leider nicht erfahren, nein wir wurden
sogar manchmal in die Ecke gedrängt, da uns in der zweiten
Pandemiewelle die Corona-Prämien gestrichen wurden,
welche gezahlt werden sollten, sobald die OP-Kapazitäten
herunter gefahren werden. Natürlich richten wir unser
Handeln nicht nach wirtschaftlichen Interessen, jedoch muss
sich ein Krankenhaus auch zu finanzieren wissen, denn nur
durch schwarze Zahlen können wir neue Geräte anschaffen,
neue Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung auskosten
und unser Spektrum auf dem neusten Stand der Technik und
Wissenschaft halten, was letztendlich Ihnen, liebe Leserinnen
und Leser, sowie der gesamten Bevölkerung im Umkreis zu
Gute kommt. Doch wir haben es geschafft, die schwerste Zeit
der Pandemie zu durchschreiten, nicht zuletzt auf Grund des
unermüdlichen Einsatzes aller Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, wofür direkt nach Gründung des Verbunds der
Nord-West Kliniken ein gemeinschaftlicher Corona-Bonus an
alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezahlt wurde. Denn
unserer Meinung nach reicht es nicht, sich auf Balkone zu
stellen und zu klatschen und aus dem Deutschen Bundestag
leere Versprechungen zu hören. Wir lassen Taten folgen. Das
ist unsere Philosophie. Zusätzlich wurden alle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter mit unmittelbarem Patientenkontakt im
Klinikverbund geimpft, die zweite Impfe ist ebenfalls
sichergestellt, denn wir haben sofort schnell reagiert und
keinen Lieferengpass abgewartet. Uns liegt die Gesundheit der
Mitarbeiter und Patienten sehr am Herzen. Eine hohe
Impfbereitschaft hat uns sehr erfreut und zeigt das Vertrauen
in unsere Handlungsstrategien.
Die aktuelle Lage hat sich zwar etwas entspannt, jedoch
können auch Sie täglich den Nachrichten entnehmen, dass
immer neue Virus-Mutationen gesichtet und erkannt werden.
Aus diesem Grund haben wir die neu gegründete Corona-Task
Force (CTF) ins Leben gerufen. Was diese Task-Force macht,
sehen Sie im entsprechenden Kapitel.

Nun bedanke ich mich zuerst für das Interesse an dieser


Zeitschrift und wünsche Ihnen viel Kraft und Gesundheit für
die nächsten Monate. Verlieren Sie nicht Ihre Zuversicht und
Menschlichkeit.

Ihr Lukas Rieland, Geschäftsführer der Nord-West Kliniken


DER KLINIKVERBUND STELLT SICH VOR

Der Klinikverbund „Nord-West Kliniken“ wurde am 09.01.2021


nach langen und intensiven Gesprächen zwischen der
kreisfreien Gemeinde Lukdorf und den Landkreisen
Nordseehausen, sowie Mindenhaven gegründet. Schon immer
haben unterschiedliche Standards die Kooperation zwischen
den Kliniken behindert, dies sollte sich also grundlegend
ändern, weshalb der Verbund ins Leben gerufen wurde.
Die folgenden Informationen stammen von der Website der
Nord-West Kliniken:
„Der Verband der Nord-West Kliniken steht für Qualität,
Patientensicherheit und medizinische Innovation. Gegründet
wurde der Verband am 09.01.2021 mit dem Hintergrund, die
medizinische Versorgung in den Landkreisen Mindenhaven und
Nordseehausen, sowie der kreisfreien Stadt Lukdorf auf ein
gemeinsames Level zu heben und sich mit den jeweiligen
medizinischen Fachkompetenzen gegenseitig aushelfen zu
können. Dem Verbund traten direkt 6 Kliniken bei, welche
durch die breit aufgestellte Kompetenz und durch nahezu alle
Fachabteilungen glänzen können! Unsere Philosophie "Medizin
mit Herz" sieht ganz klar vor, dass es jederzeit ein
freundliches Miteinander von Patienten, Ärzten, Pflegern und
allen anderen Arbeitskräften gibt, denn nur zusammen kann
der immer schwerer werdende Alltag in deutschen
Krankenhäusern gemeistert werden. Die Patienten sind bei uns
keine Nummern! So werden sie auch behandelt. Uns ist ein
kollegiales und kompetentes Miteinander besonders wichtig.
Für die Patientensicherheit gelten in allen teilnehmenden
Kliniken die höchsten und derzeit geltenden
Sicherheitsstandards, von der Aufnahme über die
Behandlung/OP bis hin zur Entlassung. Unser
Qualitätsmanagement prüft und erarbeitet fast täglich neue
Standards für die Sicherheit. Unser Verbund steht für
medizinische Innovation. So testen wir rund um die Uhr die
neusten Geräte, Behandlungsverfahren und Strategien, um
Ihnen, liebe Patientinnen und Patienten, die bestmögliche
medizinische Versorgung zukommen zu lassen!“

Die teilnehmenden Kliniken sind im folgenden Aufgelistet, die


Zahl in den Klammern steht für die Anzahl der Betten.

Lukdorf
- Uniklinik (850)

Mindenhaven
- Unfallchir. Notfallkrankenhaus (300)
- Kinderklinik (250)
- Städtisches Klinikum (250)

Nordseehausen
- Uniklinik (800)
- Kinderklinik (250)

Der Klinikverband verwaltet somit 6 Kliniken mit insgesamt


2.700 Betten, was eine große logistische Herausforderung
darstellt, aber der Patientenversorgung enorm zu Gute
kommt. Zwischen den Abteilungen herrscht eine starke
Kooperation, so werden regelmäßig Patienten zwischen den
einzelnen Kliniken überwiesen. Auch bei fachspezifischen
Problemen tauschen sich die Ärzte untereinander aus.

Der Klinikverband ist der richtige Schritt in die Zukunft.

Der Verband ist aber auch im Bereich der Notfallmedizin


exzellent aufgestellt. An jedem der teilnehmenden Kliniken
sind Fahrzeuge des Rettungsdienstes stationiert, im Folgenden
sind dies:

Uniklinik Lukdorf
- 1 Notarzteinsatzfahrzeug
- 1 Rettungswagen
- 1 Krankentransportwagen
- 1 Baby-Notarztwagen
- 1 Medizinischer Transportdienst
- 1 Reserve-Rettungswagen

Uniklinik Nordseehausen
- 1 Notarzteinsatzfahrzeug
- 2 Rettungswagen
- 2 Krankentransportwagen

Kinderklinik Nordseehausen
- 1 Notarzteinsatzfahrzeug
- 1 Baby-Notarztwagen
Unfallchir. Notfallkrankenhaus Mindenhaven
- 1 Notarzteinsatzfahrzeug (Telenotarzt)
- 1 Rettungswagen (Telenotarzt)

Kinderklinik Mindenhaven
- 1 Kinder-Notarzteinsatzfahrzeug
- 1 Geburtshilfewagen
- 1 Kinder-Rettungswagen (Neonatal)
- 1 Kinder-Rettungswagen (Pädiatrie)

Städtisches Klinikum Mindenhaven


- 1 Notarzteinsatzfahrzeug
- 1 Rettungswagen (Telenotarzt)
- 1 Intensivhubschrauber der DRF Luftrettung
NEUES AUS DEN KLINIKEN

Uniklinik Lukdorf

- Im Uniklinikum Lukdorf wurde am 01.01.2021 das neue


Zentrum für seltene Erkrankungen gegründet. Das
Zentrum setzt sich aus vielen Ärzten aus verschiedenen
Fachabteilungen zusammen, um den Patienten, welche in
das Zentrum überwiesen werden, eine Maximaldiagnostik
zukommen zu lassen. Bereits jetzt liegt die Wartefrist auf
einen Termin im Expertenteam bei vier Monaten. Die
überweisenden Ärzte, meistens Haus- und Fachärzte
füllen bei einem Verdacht auf eine seltene Erkrankung
einen Frage- und Diagnostikbogen aus und senden diesen
an das Universitätsklinikum Lukdorf. Hier werden dann
die ausgefüllten Fragebögen gesichtet und die Patienten
nach Dringlichkeit einbestellt. „Wir lehnen keinen
Patienten, jedoch müssen wir jene vorziehen, wo davon
ausgegangen werden muss, dass es in kurzer Zeit zu
schweren Komplikationen kommen kann“, so der Leiter
des Zentrums.

- Das Zentrum für seltene Erkrankungen rückte bereits kurz


nach seiner Eröffnung in den Fokus der Öffentlichkeit.
Bereits zwei Wochen nach der Eröffnung gelang den
zuständigen Ärzten ein Sensationsfund. Ein Kind, welches
an häufigen Fieberschüben ohne einen erkennbaren
Grund litt und dabei für kurze Zeit das Bewusstsein
verlor, wurde von dem Hausarzt der Familie an das
Zentrum überwiesen, nachdem bereits eine Reihe von
Fachärzten alle typischen Ursachen für Fieber
ausgeschlossen haben. Auf Grund der Tatsache, dass die
Fieberschübe mit Bewusstlosigkeit einhergingen,
entschied sich das Expertenteam des Zentrums dafür, den
kleinen Patienten direkt ohne Wartezeit einzubestellen.
Nach einer umfangreichen Anamnese und Diagnostik
mittels CT und MRT vom Schädel zeigten sich keine
Auffälligkeiten. Auch die Blutuntersuchungen waren
unauffällig. Somit entschied man sich als letzten Schritt
zu einer Gendiagnostik, bei welcher dann der
sensationelle Volltreffer gelang. Es zeigte sich eine
Mutation des Gens NLRP-3 auf Chromosom 1. Die
Diagnose stand somit fest: „Cryopyrin-assoziiertes
periodisches Syndrom“, kurz CAPS. An dieser Erkrankung
leiden nur etwa ein bis zwei Menschen pro einer Million
Einwohner! Nach der Diagnose wurde direkt eine
medikamentöse Therapie eingeleitet. Aktuell geht es
dem Kind besser, die Fieberschübe kommen immer
seltener und schwächer. Nichts desto trotz steht das Kind
noch unter ärztlicher Beobachtung im Zentrum, doch die
Richtung der Entwicklung ist die richtige!

- Die Uniklinik Lukdorf wurde auf Grund seines


umfassenden OP-Programms von dem Bundesausschuss
für Gesundheit begutachtet. Das Resultat: Die Uniklinik
Lukdorf wurde sogar zwei Mal zertifiziert: Zum einen
wurde das Zentrum für Allgemein- und Viszeralchirurgie
im Bereich der Ösophagus- und Pankreaschirurgie
ausgezeichnet, zum anderen durfte sich die Klinik für
Urologie über das Zertifikat für Operationen an der
Harnblase freuen. Die Zertifizierung zeigt klar, dass die
beiden Kliniken eine besonders hohe Fallzahl vorweisen
können und ein exzellentes Risikomanagement
aufweisen. „Die Operationen an der Speiseröhre, der
Bauchspeicheldrüse und der Harnblase sind besonders
komplexe und schwierige Eingriffe, welche gut geübt sein
müssen, um das Patientenrisiko zu senken. Das
Uniklinikum Lukdorf ist für diese Operationen die erste
Anlaufstelle“, so der Geschäftsführer der Uniklinik.
Operationen an der Speiseröhre wurden im Jahr 2020
insgesamt 20 Mal durchgeführt, Operationen an der
Bauchspeicheldrüse fanden sogar 33 Mal statt. Somit liegt
man weit über der Mindestmengenanforderung von 10
Eingriffen pro Jahr. Das Zentrum der Urologie hat sich auf
die Entfernung der Harnblase mit anschließender
Formung einer Ersatzblase aus Darm spezialisiert, so
wurden im Jahr 2020 insgesamt 85 radikale Zystektomien
(Entfernungen der Harnblase) durchgeführt, was
Deutschlandweit eine sehr hohe Zahl ist.
Uniklinik Nordseehausen

- Die Uniklinik Nordseehausen hat in ihrem


Abschlussbericht vom Jahr 2020 trotz Corona die eigenen
Erwartungen übertroffen. Vor allem das neue
Verbrennungszentrum wurde im ersten Jahr vielfach
genutzt.

- Das Zentrum für Handchirurgie hat ein neues


Operationsmikroskop bekommen, womit nun auch
minimalinvasive Operationen an den Sehnen, Muskeln und
Blutgefäßen der Hand möglich sind. „Dies macht uns sehr
stolz, denn wir können nun unser Behandlungsspektrum
noch stärker positionieren“, so der Chefarzt der
Handchirurgie.

- Das Zentrum für plastische Chirurgie wurde laut Focus


Gesundheit zu den zehn besten Zentren in Deutschland
gewählt. Ausschlaggebend hierfür waren die im Jahr 2020
durchgeführten großen Operationen im Bereich der
Gesichtsrekonstruktion nach Tumoren. Den Patienten
kann dank dem Expertenteam nach ausgedehnten
Eingriffen ein neues Leben verschafft werden. „Das
Gesicht kann man im Alltag nicht verstecken, deshalb ist
hier eine große Präzision gefragt“, so der Chefarzt der
Plastischen Chirurgie. Überweisungen in das Zentrum
kommen auch aus der Uniklinik Lukdorf. „Wir arbeiten
eng mit den Kollegen der HNO zusammen, welche uns die
Patienten nach großen Tumoroperationen zuweisen“.
Kinderklinik Nordseehausen

- Die Kinderklinik Nordseehausen hat im Jahr 2020


insgesamt 20 Herztransplantationen bei Patienten
durchgeführt, welche jünger als 18 Jahre waren. Davon
entfielen 2 Transplantationen auf Kinder im Alter von 6
Monaten. „Diese Eingriffe sind für uns sehr aufwendig,
denn bei den Kindern sind die Gefäße natürlich viel
kleiner, als bei Erwachsenen. Dank unseres Hybrid-OPs
und der modernen Ausstattung mit Lupenbrillen und
Mikroinstrumenten können wir diese Eingriffe aber mit
Bravour meistern“, so der Chefarzt des
Kinderherzzentrums.
Unfallchirurgisches Notfallkrankenhaus Mindenhaven

- Das unfallchirurgische Notfallkrankenhaus Mindenhaven


hat sich für eine Zertifizierung zum Endoprothetik-
Zentrum bei dem Bundesausschuss für Gesundheit
beworben. Auf Grund der vielen erstklassigen Eingriffe,
welche den Gelenkersatz von Hüfte, Knie und Schulter
anstreben, stünden der positiven Antwort lediglich
Formalitäten im Wege.
Kinderklinik Mindenhaven

- Die Kinderklinik Mindenhaven, welche auf die


Kinderchirurgie im Bereich des Abdomens und dem
zentralen Nervensystem spezialisiert ist, hat auch im Jahr
2020 wieder einige komplizierte Eingriffe hinter sich
bringen können. Genannt werden können hier zum einen
die vielfältigen Eingriffe beim „Morbus Hirschsprung“,
sowie bei Anomalien im Schädel der kleinen Patienten.
Auch die Tumorchirurgie wurde wieder auf dem höchsten
Level durchgeführt.

- Wenige Tage ist das Jahr 2021 alt, da erblickt am


04.01.2021 ein Frühchen das Licht der Welt. Das Kind
kam bereits in der 23. Schwangerschaftswoche auf die
Welt. Da die Klinik jedoch von der
Hochrisikoschwangerschaft wusste, konnte es noch vor
Entbindung Maßnahmen einleiten, um das Kind ohne
Hektik nach dem Kaiserschnitt zu stabilisieren, was auch
gelang. Derzeit wächst das Frühchen weiter in einem
Inkubator heran. Zwar muss es noch künstlich beatmet
und ernährt werden, doch die Klinik ist sehr
zuversichtlich, was den Verlauf angeht.
Städtisches Krankenhaus Mindenhaven

- Das Städtische Klinikum Mindenhaven plant für 2021 eine


Kompetenzerweiterung im Bereich der Gefäßchirurgie.
„Wir möchten ab diesem Jahr Eingriffe an der
Hauptschlagader anbieten“, so der Chefarzt der
Gefäßchirurgie. Die Eingriffe sind besonders risikoreich,
da Komplikationen an der Aorta unmittelbar zum Tode
führen. Jedoch ist man bereit für die Eingriffe. Die
Patienten werden nach der Operation auf der
Intensivstation versorgt.
THEMA: CORONA-TASK FORCE (CTF)

Die folgenden Informationen stammen von der Internetseite


des Verbunds.

Die Corona-Task Force (CTF) wurde von dem Uniklinikum


Lukdorf, dem Uniklinikum Nordseehausen, dem UNK
Mindenhaven sowie dem Städtischen Klinikum Mindenhaven
gegründet, um sich bei dem Vorgehen mit Covid-19 Patienten
gemeinsam abzustimmen und gemeinsame Ressourcen für die
Aufnahme von Covid-Patienten aus anderen Kliniken im In- und
Ausland bereit zu stellen. Die Leitung und Koordinierung der
CTF liegt in Lukdorf. Nach einer Zählung der Intensivbetten,
welche mit Covid-Patienten belegt werden können, wurde ein
gemeinsames Intensivregister aufgebaut, in welchem alle
aktuellen relevanten Daten über die Auslastung der jeweiligen
Intensivstation aufgeführt sind. Insgesamt stellt der Verbund
36 Beatmungsplätze für Covid-Patienten. Diese verteilen sich
wie folgt:

- Uniklinik Lukdorf: 14 Plätze


- Uniklinik Nordseehausen: 14 Plätze
- UNK Mindenhaven: 4 Plätze
- Städt. KH Mindenhaven: 4 Plätze

Ab dem 30.01.2021 werden die ersten Verlegungsflüge im In-


und Ausland starten, um die Patienten auf die jeweiligen CTF-
Intensivstationen zu überführen. Die Bundeswehr hat sich dazu
bereit erklärt, Personal und Material für die Durchführung der
Flüge zu stellen. Auf Lukdorf und Mindenhaven entfällt somit
jeweils eine NH-90, Nordseehausen stellt zwei Maschinen des
gleichen Typs. Durch das Intensivregister Lukdorf werden dann
in Rücksprache mit den Kliniken nach Dringlichkeit die
Verlegungsflüge mit einer Vorlaufzeit von mindestens 24
Stunden vergeben. Bei Lukdorf und Mindenhaven sieht das
Vorgehen folgendermaßen aus: Die NH-90 werden jeweils
einen Flug am Tag machen, danach folgt ein Wartungstag.
Flüge sind somit am Wochentag 1, 3, 5 und 7 geplant. In der
darauffolgenden Woche: Tag 2, 4, 6. Dann startet wieder der
erste Wochenplan. Da Nordseehausen zwei Maschinen stellt,
gibt es dort keinen flugfreien Tag. Maschine 1 fliegt an den
Tagen 1, 3, 5 und 7, Maschine 2 am Tag 2, 4 und 6. Aus
welchen Ländern und Kliniken die Patienten verlegt werden,
kann jetzt noch nicht gesagt werden, da dieses vom aktuellen
Tagesgeschehen abhängt. Sind die Kapazitäten in den
Kliniken, welche die Patienten abgeben wollen überfüllt, so
melden sich diese bei dem Intensivregister Lukdorf, welches
dann entscheidet, wo die größte Not herrscht und welche
Patienten somit als erstes zu den teilnehmenden Nord-West
Kliniken überführt werden. Die einzigen Flüge, welche bis
jetzt geplant sind, sind insgesamt 4 Flüge mit jeweils zwei
Patienten von Norwich (UK) nach Lukdorf. Alle acht Patienten
sind intensivpflichtig und haben sich mit der neuen Mutation
B.1.1.7 infiziert. "Durch die Aufnahme dieser Patienten
können wir viele Proben mit der Mutation sammeln und
auswerten", so der Leiter des Labors in Lukdorf. Die Uniklinik
Lukdorf baut aktuell ein sogenanntes "Exzellenzlabor für
Covid-19 Analysen (EZCA)" auf. Das Labor dient zu einer
besseren Analyse von Proben, welche bei den Covid-19
Patienten genommen wurden. Somit möchte man mehr über
das Virus und seine immer neu bekannt werdenden Mutationen
herausfinden und die gewonnenen Daten der Wissenschaft zur
Verfügung stellen. Um die Proben in das Labor zu bekommen,
wird täglich der medizinische Transportdienst vom Uniklinikum
Lukdorf die Proben von allen teilnehmenden Krankenhäusern
mit dem eigenen Fahrzeug abholen und in das Labor in Lukdorf
überstellen.

Die Stadt Mindenhaven hat eine ungewöhnliche Maßnahme zur


Ressourcenschonung der Krankenhäuser durchgezogen: eine
provisorische Corona-Klinik in den Messehallen. Wir haben vom
Katastrophenschutz vor Ort ein Statement zu diesem Projekt
erhalten (Pressemitteilung vom 11.12.2020).

„Bereits heute wird es rund um die Messehallen in


Mindenhaven betriebsam: Die Bundeswehr macht derzeit mit
Verantwortlichen aus Nordseehausen und Mindenhaven eine
letzte Begehung der provisorischen Klinik, bevor morgen früh
ab 8:00 Uhr der Betrieb startet. Sanitätskräfte der
Bundeswehr aus Nordseehausen und Mindenhaven sowie
Personal der Bundeswehrkrankenhäuser werden ab morgen
den Großteil des Betriebs sicherstellen. Für den
Patiententransport wird der Patiententransportzug des Kreises
Nordseehausen hinzugezogen. Koordiniert wird der
Bereitstellungsraum vom ärztlichen Leiter und dem
organisatorischen Leiter Rettungsdienst der Bundeswehr.
Zusätzliche logistische Kapazitäten werden - falls nötig -
kurzfristig aus dem Regel-Rettungsdienst aquiriert. Die
Sanitätsflieger der Bundeswehr halten sich für
Intensivtransporte bereit, im Laufe des Nachmittags wird ein
Hubschrauberlandeplatz nebst Triage-Einrichtung auf dem
Besucherparkplatz der Messehallen errichtet, der auch nachts
angesteuert werden kann. Die Ausleuchtung der Landeflächen
erfolgt durch die Freiwillige Feuerwehr Nordseehausen.
Am Sonntag könnte es zu Einschränkungen im Corona-
Testzentrum kommen: Die derzeit am BWK eingesetzte Mobile
Medizinische Versorgungs-Einheit (MMVE), eine mobile
Arztpraxis, die seit einiger Zeit die Testungen im Raum
Mindenhaven und Nordseehausen vornimmt, wird ab Samstag
16:00 Uhr ebenfalls auf das Gelände der Messehallen verlegt
und soll dort ab Sonntag den Betrieb wieder aufnehmen. Wenn
die Verlegung reibungslos läuft, ist das Zentrum ab Sonntag
8:00 Uhr bereits voll betriebsfähig. Für Speis und Trank sorgt
die Betreibergesellschaft der Messehallen: Der dortige
Catering Service kümmert sich um Leib und Wohl von
Patienten und Personal, die Logistik erfolgt durch die
Feuerwehren in Mindenhaven, hier haben sich einige Logistiker
freiwillig gemeldet auch außerhalb ihrer Arbeitszeiten die
nötigen Transportdienste zu übernehmen. Die Klinik verfügt
über Kapazitäten für insgesamt 250 Betten, davon 70
Intensivbetten, 40 mit Beatmungsmöglichkeit.“

Im Rahmen der CTF-Verlegungsflüge wird diese Corona-Klinik


bei Erreichen der Kapazitäten der Nord-West Kliniken
ebenfalls angeflogen werden. Ein genauer Zeitpunkt kann hier
natürlich noch nicht gegeben werden.
DIE KRANKENHAUSEINSATZLEITUNG

Die Leitung eines Klinikverbunds stellt eine große


Herausforderung dar. Da man auch im Bereich der
Notfallkonzepte gut aufgestellt sein möchte, wurde die
Krankenhauseinsatzleitung (KHEL) ins Leben gerufen, welche
ihren Sitz am Klinikum Lukdorf hat. Die KHEL kommt bei
Störfällen und größeren Schadenslagen zum Einsatz, so zum
Beispiel bei Massenanfällen von Verletzten. Mit einem eigenen
Einsatzfahrzeug rückt die KHEL dann zu dem jeweiligen
Krankenhaus im Verbund aus, um den jeweiligen Kräften vom
Katastrophenschutz und den Klinikmitarbeitern vor Ort zur
Seite zu stehen und als Fachberater zu agieren. Im Gegensatz
zum Katastrophenschutz verfügt die KHEL nämlich über
umfassende Kenntnisse zur Infrastruktur des Krankenhauses
und zu dessen Notfallplänen.
Weitere Szenarien sind Krankenhausbrände, Unwetterlagen,
welche das Krankenhaus bedrohen und größere Polizeilagen in
unmittelbarer Nähe.
AUSBLICK

- Am 30.01.2021 starten die Verlegungsflüge im Rahmen


der Corona-Task Force. Über die Flüge an sich wird dann
in drei Monaten in Ausgabe 02/2021 berichtet.

- Die Kliniken des Verbunds planen umfassende


Zertifizierungen für das Jahr 2021, welche bereits bei
dem Bundesausschuss für Gesundheit beantragt wurden.
Der Zertifizierungskatalog wird derzeit erstellt.

- Das Universitätsklinikum Lukdorf plant derzeit mehrere


große Operationen im Zentrum für Allgemein- und
Viszeralchirurgie zusammen mit dem Zentrum für
Urologie. Auch hier wird es mehr Infos in der Ausgabe
02/2021 geben.

- Die KHEL plant bei mehreren anstehenden Alarmübungen


das Vorgehen bei krankenhausinternen
Großschadenslagen, so etwa einem Massenanfall von
Verletzten. Wir berichten in Ausgabe 02/2021 über die
Übungen.
IMPRESSUM

Herausgeber:

Nord-West Kliniken
am Standort Uniklinikum Lukdorf
Semmelweisstraße 1
Lukdorf