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Staatsaufgabe Medienbildung

Digitale Medien beeinflussen mehr und mehr unseren Alltag. Wer heute keinerlei
Kompetenzen in diesem Gebiet aufweisen kann, hat es auf dem Arbeitsmarkt schwer.
Deshalb ist es wichtig, dass der richtige Umgang mit digitalen Medien in der Schule gelehrt
wird. Doch wie und vor allem ab welchem Alter?
Die Bildung in puncto der digitalen Medien muss schon ab der 1. Klasse erfolgen, weil Kinder
immer früher mit ihnen in Berührung kommen. Auch der Ludwigsburger Medienpädagoge
Horst Niesyto meinte in einem Interview der Stuttgarter Nachricht von 2015: „Schon Kinder
sind regelmäßig im Internet unterwegs. Das muss erzieherisch begleitet werden, denn viele
kennen nicht die Risiken, die damit verbunden sind.“ (Mat. 1, Z. 7-9) Außerdem zähle für
Niesyto das Beherrschen von Medien zu den elementaren Kulturtechniken (Mat. 1, Z. 14-15)
Des Weiteren sei für Niesyto nicht der Zugang zu Computern, Handys etc. entscheidend,
sondern der Umgang mit den digitalen Medien. So sagt er: „Kinder sollten zum Beispiel
lernen, was seriöse Quellen sind und wie sie die neuen Möglichkeiten auch zum Lernen und
gezielten Recherchieren nutzen können.“ (Mat. 1, Z. 19-22) Selbst ich stelle an jüngeren
Verwandten mehr und mehr fest wie allgegenwärtig die neuen Medien für die Kinder sind.
Deswegen ist eine so frühe Medienbildung unausweichlich.
Gegner dieser Meinung, wie der Mannheimer Studiengangsleiter für Digitale Medien
Mathias Kohlmaier meinen, digitale Hilfsmittel würden keine nennenswerten positiven
Effekte bei den Kindern bis 12 Jahre hervorbringen. Erst dann seien die Kinder aus
neurowissenschaftlichen sowie entwicklungsbiologischen Reife in der Lage, Computer
zielgerichtet für einen Lernprozess einzusetzen. (Mat. 2, Z. 16-18 u. 24-27) Diese Annahme
beruht aber auf keiner wissenschaftlichen Evidenz.
Ein weiter wichtiger Punkt der Medienbildung ist, dass sie fächerübergreifend gestaltet wird.
Denn nur wenn der Umgang mit digitalen Medien alltagstauglich ist, wird sie organisch
verinnerlicht. „Medienbildung ist für viele Fächer relevant, deshalb ist eine fächerintegrative
Bildung sinnvoll. Wenn man die ganzen Themen in ein Extrafach packte, würden sich viele
Lehrer gar nicht damit befassen“, begründet Horst Niesyto diese Position. (Mat. 1, Z. 49-52)
Meiner Meinung nach bringt es einem wenig, wenn man Microsoft Excel theoretisch
verstanden hat, es praktisch bei mathematischen Rechnungen, aber nicht benutzen kann.
Es gibt zwar Zyniker wie den Karikaturisten Johannes Geisthardt, welcher mit Arbeiten wie
„Klassenarbeit“ (Mat. 4) platt und populistisch, die Meinungen der ewig Gestrigen bedient.
Diese Personen stellen jedoch nur einen marginalen Teil an der Gesamtbevölkerung dar und
stützen sich auf keinerlei Belege. Außerdem ist Johannes Geisthardt ein perfektes Beispiel
für die geistige und humoristische Verarmung des Feuilletons.
In einem Themenkomplex sind sich aber so gut wie alle einig: Lehrer müssen in Bezug auf
digitale Medien fortgebildet werden. Teddy Tietz stellt dies in seiner Karikatur „Moderne
Methoden im Mathematikunterricht“ sehr gut dar. (Mat. 3) Auch Horst Niesyto und Gerald
Lembke sind sich hinsichtlich dieser Thematik einig. So meint Lembke: „Bei den Lehrern, und
zwar von der Grundschule bis ins Gymnasium, sehe ich einen großen Mangel an digitaler
Kompetenz.“ (Mat. 2, Z. 58-60) Für Niesyto seien mehr Fortbildungen und eine bessere
Vorbereitung im Studium der Weg zu fachkundigem Personal. (Mat. 1, Z. 88-91) Wenn sich
die beiden in dieser Hinsicht einig sind, spricht das offenbarende Worte. Auch aus meiner
Sicht kann es nicht sein, dass Lehrer um ein vielfaches weniger mediales Wissen verfügen als
die Schüler. Damit ist klar, jeder der diesen Konsens nicht anerkennt, disqualifiziert sich
damit selbst aus dem Diskurs.
So können wir zu dem Schluss kommen, dass jedem mit einem IQ jenseits der 45 klar sein
muss: Wir brauchen die fächerübergreifende Medienbildung ab dem Grundschulalter. Zum
Glück haben sich auch ein paar politische Parteien, wie die FDP, die Zeichen der Zeit gelesen
und setzen sich für eine rosige digitale Zukunft der BRD ein in der deutsche Innovation im
globalen Vergleich noch etwas wert sein soll.

von Justùs Gutsche