Sie sind auf Seite 1von 5

Kreative Textarbeit

© Hugo Herold

Referentin: Claudia Böschel


www.claudia-boeschel.de
Didaktische Hintergründe
Typische Aussagen zu Lehrwerksautoren
• „Ich brauche mehr Übungsmaterial für die Grammatik.“
• „Die Texte sind zu kurz.“
• „Die Texte sind zu lang.“
• „Die Phonetik fehlt.“

➢ Mein Credo: Länger am Text bleiben

Wann ist ein Text gut? Was muss er im Sprachunterricht können?


• Handlungsorientierung ermöglichen
• Die richtige Länge haben
• Spracharbeit ermöglichen (einschließlich Grammatik)
• Interessant, TN-orientiert
• Wortschatz dem Niveau entsprechend

Typischerweise gut vermittelt in Lehrwerken


• Aufgaben vor, während und nach dem Lesen
• Lesestile und – absichten:
➢ global (überfliegen – typische Textsorte: Zeitungsartikel)
➢ selektiv (Konzentration auf bestimmte Informationen – typische Textsorte:
Packungsbeilagen)
➢ detailliert: (Konzentration auf Einzelheiten – typische Textsorte: Bedienungsanleitungen,
Arbeitszeugnisse)
• Lesestrategien:
➢ Textebene: Text ohne Wörterbuch erschließen; Vorkenntnisse anzuwenden; einen Text
auf der Text-, Satz- und Wortebene zu dekodieren.
➢ Satzebene: Schlüsselwörter unterstreichen; Textkonnektoren unterstreichen und Bezüge
herstellen; Kontextbezüge herausarbeiten, d.h. früher im Text erwähnte
Informationen wieder aufnehmen, z.B. Personalpronomen, Wörter wie daher,
➢ Wortebene: Transparente Wörter und Internationalismen nutzen; Präfixe, Suffixe,
Wortfamilien usw…

Kann ein Lehrwerk i.d.R. nicht alles liefern


• Leicht abwandelbare Texte auf andere Inhalte
• Phonetik am Text
• Mnemotechniken, Arbeiten mit chunks
• Lernen mit allen Sinnen: Theaterpädagogik, Bewegung, Rhythmus

In Weitblick
Unterschiedliche Texte je nach Interessenlage – Möglichkeit durch die PagePlayer-App
Wortschatzarbeit
Wortschatz des Muttersprachlers

Verstehenswortschatz (passiv/rezeptiv)
100.000 Wörter
Mitteilungswortschatz (aktiv/produktiv)
12.000 Wörter
Individuelle Verfügbarkeit:
2.000 - 20.000 Wörtern

nach: Bohn, R. (2000): Probleme der Wortschatzarbeit. FSE 22, München, Goethe-Institut, S. 9
Europäischer Referenzrahmen

Wortschatzarbeit an Texten: Beispiel


• eigene Wortschatzlisten erstellen:
➢ Was ist frequenter Wortschatz (Tschirner-Liste)
➢ Wie viel kann ich im Text streichen?
➢ Was ist aktiver und passiver Wortschatz?
• Textdetektiv

Binnendifferenzierung
Binnendifferenzierung: Beispiel Lesetexte auf A1

Einbettung in eine Lernwerkstatt


Phasenarbeit
➢ Materialtischtisch bereitstellen
➢ Medienecke
➢ Individuelle Lernbegleitung

In Weitblick
➢ Modularer Aufbau
➢ Kooperative Zusammenarbeit
➢ Strategietraining

Grammatik
Texte umstellen
➢ Pronomen wechseln
➢ Zeiten wechseln
➢ Nebensätze mit dass
Mit allen Sinnen
➢ Konfetti-Text
➢ Lesen in halben Zeilen
➢ Balkentext
➢ Standbild
• Gruppenarbeit mit Textabschnitten
• Schlüsselwörter suchen, gemeinsam Standbild (ohne Bewegung) finden
• Im Plenum vorstellen – die anderen raten
• In einem zweiten Schritt Reihenfolge der Standbilder festlegen, dann mit der
Textvorlage abgleichen
➢ Frage-Antwortball
• Tennisball mit ? und !
• Alle TN haben einen bekannten Lesetext vor sich.
• Werfen Sie die Bälle zu jeweils einer Person.:
• Die Person, mit dem ? stellt eine passende W-Frage zum Text, die mit dem ! gibt
die passende Antwort darauf.
• Dann werden die Bälle an andere Personen weitergeworfen.

Phonetik am Text
➢ Textsurfen Hintergrund: selektives Lesen üben
• Text austeilen
• an irgendeiner Stelle beginnen, laut zu lesen
• sobald Stelle gefunden, in das Vorlesen einsetzen

➢ brummen, summen, flüstern


• In Partnerarbeit: mit bekannten Sätzen arbeiten: eine/r brummt – der/die
andere rät den Satz
• Beim Flüstern muss deutlich gesprochen werden, deshalb gute
Kontrollmöglichkeit bei den TN selbst: Sätze flüstern, Stille Post etc.
Literaturhinweise
Printmedien

Böschel, C.: Lesetexte auf A1. Variadu-Verlag 2019


Böschel, C.: Fremdsprache in Bewegung. Variadu-Verlag Fürth 2015
Böschel, C.: DaZ-Bewegungsspiele. Cornelsen-Verlag Berlin 2018
Böschel, C.: 99 Tipps für den DaZ-Unterricht. Cornelsen-Verlag Berlin 2017
Böschel, C.., Giersberg, D., Hägi, S.: Ja genau Band A2.1. Cornelsen-Verlag Berlin 2010
Caspari, D. (2005): Aufgaben zum Begutachten und Überarbeiten von Texten. In: Müller-
Hartmann/ A.; Schocker-v. Ditfurth, M.: Aufgabenorientierung im Fremdsprachenunterricht.
Tübingen
Ehlers, Sw. (1992): Lesen als Verstehen. Fernstudieneinheit 2 (Goethe-Institut).München
H.-J.: Handbuch Fremdsprachenunterricht, Tübingen/Basel 2003, 3.Aufl. 295-299
Westhoff, G. (1997): Fertigkeit Lesen. Fernstudieneinheit 17 (Goethe-Institut).München
Bergemann, Nicole (2005): Wörter lernen – Lerntechniken. In: Praxis Fremdsprachenunterricht
Bohn, R. (2000): Probleme mit der Wortschatzarbeit. Fernstudieneinheit 22. München
Buzan, T. (1984): Kopftraining. München, Goldmann
Funk, Hermann (1990): Wörterbuch – nein danke. Arbeit mit dem Wörterbuch im
Deutschunterricht. In: Fremdsprache Deutsch 3, S. 22-28.
Scherfer, P. (2003): Wortschatzübungen. In: Bausch, K.-R.;Christ, H.; Krumm, H.-J.:
Handbuch Fremdsprachenunterricht, Tübingen/Basel 2003, 3.Aufl. 280-283
Walter, M. (Hrsg.): Fremdsprache deutsch. Heft 62. Performative Künste. Erich-Schmidt-Verlag
Berlin 2020

Netz

Lehrwerkreihe Weitblick: www.cornelsen.de/weitblick


https://www.daf-daz-didaktik.de/schlagwort/textarbeit/
https://youtu.be/J0NLHj2-Y5g
https://youtu.be/yDl4LXBkm1Y
https://youtu.be/kKtIfLJzD_8