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Die Zwangsläufigkeiten des Krieges:

Prokop von Kaisareia und der weströmische Senat*

Dariusz Brodka
(Jagiellonian University, Cracow)

Der Verlauf des Gotenkrieges wird von Prokop konsequent als ein langfristiger,
dramatischer Prozess dargestellt1, in dem sich das Geschehen allmählich von allen
menschlichen Anfangsplänen und Erwartungen emanzipiert und letztendlich jeglicher
Kontrolle der Beteiligten entgleitet, was trotz des oströmischen Sieges bei Taginae
zum Ruin und zur Entvölkerung Italiens führt. In diesem Prozess unterscheidet
Prokop drei Hauptprotagonisten: die Römer, d.h. die Oströmer bzw. Byzantiner, die
Goten und die Italiker (Vgl. Prok., Bella 5,9,3-7). Das Schicksal der Italiker wird dabei in
thukydideischen Kategorien dargestellt: Wenn zwei Großmächte gegeneinander
einen Krieg führen, können die Schwächeren nicht neutral bleiben, sondern sie
müssen eine Wahl treffen und sich für eine Seite erklären. In dieser Situation gilt das
Recht des Stärkeren: Nur diejenigen, die über Macht verfügen, können unabhängig
sein und nach ihrem Willen leben. Durch ihre Stärke haben sie die Möglichkeit,
die Schwächeren auszunutzen und nach Gutdünken mit ihnen zu verfahren2. Diese
bittere Lehre wurde den Italikern gleich am Anfang des Gotenkrieges erteilt, als
Belisars Heer Neapel im Sturm einnahm3.
Im Folgenden geht es um die Frage, inwieweit der weströmische Senat und seine
Aktivität bzw. die Aktivität seiner Mitglieder von Prokop berücksichtigt und berichtet
wird4. Es handelt sich um die Wechselwirkung von kriegerischen Kontexten auf die
Funktionsweise der zivilen Institution Senat und auf die Spielräume seiner Mitglieder
sowie um Art und Weise der Wahrnehmung bzw. der Darstellung der Senatoren und
des Senats bei Prokop.

* Sehr herzlich danke ich Henning Börm für alle Hinweise sowie für die sprachliche Korrektur
dieses Aufsatzes.
1. Vgl. zu Prokops Darstellung der Kämpfe nun Whately 2016, S. 158ff.
2. Vgl. dazu Brodka 2004, insbesondere S. 83ff., 101ff. Zum griechischen Verständnis von
Macht vgl auch Gotter 2008.
3. Zur Bedeutung der Einnahme Neapels für das Geschichtsdenken Prokops Vgl. Pazdernik
1997, S. 267ff.; Pazdernik 2000, S. 180ff.; Brodka 2004, S. 84ff.
4. Im 6. Jahrhundert besaßen nicht alle zum ordo senatorius gehörigen Personen das Sitz-
und Stimmrecht im Senat, sondern nur diejenigen, die den Rang eines vir illustris hatten.
Vgl. dazu Jones 1964, S. 529; Schäfer 1991, S. 1ff.

Le monde de Procope / The World of Procopius,


sous la direction de Geoffrey Greatrex et Sylvain Janniard, 2018 — p. 000-000
312 • DARIUSZ BRODKA

In den Bella Prokops findet die weströmische Senatsaristokratie ihre beste Verkör-
perung in den Personen von Symmachus und dessen Schwiegersohn Boethius, die
unter Theoderich hingerichtet wurden (Prok., Bella 5,1,32-34)5. Beide Senatoren
stilisiert der Historiker zu einem Ideal, dem zu entnehmen ist, wie Prokop die Mitglieder
des weströmischen Senats wahrnahm oder wahrnehmen wollte: Er lobt ihre aristo-
kratische Abstammung, betont, dass sie Konsulare waren, macht auf ihre hervorra-
gende Ausbildung aufmerksam, indem er sagt, sie hätten die philosophischen Studien
eifrigst betrieben, und verweist auf ihre Gerechtigkeit. Ein wesentliches Element dieses
Lobes ist auch ihre liberalitas bzw. philantropia: sie hätten zahlreichen Stadtbewoh-
nern und Fremden mit Geldunterstützungen geholfen6. Diese moralische Vollkom-
menheit sei auch der wahre Grund ihres Todes gewesen: Durch ihr wachsendes
Ansehen hätten sie die Missgunst schlechter Menschen zugezogen. Theoderich habe
sich durch diese Verleumdungen überzeugen lassen, und folglich seien Symmachus
und Boethius als Hochverräter hingerichtet worden (Prok., Bella 5,1,32-34). Hinzu-
weisen ist hier auf die Tatsache, dass Prokop die beiden Senatoren weder zu Vorkämp-
fern der libertas stilisiert noch zu Politikern, die im Kampf für ihre Ideale sterben7.
Vielmehr versieht Prokop sein Bild der idealen Mitglieder des römischen Senats mit
keinen politischen und ideologischen Komponenten und macht den Senat nicht
zum Träger der Romanitas, sondern in seinem Bild tritt das moralische Verhalten in
den Vordergrund, wobei insbesondere die Großzügigkeit (liberalitas) hervorgehoben
wird. Gleichzeitig verweist das Beispiel des Symmachus und Boethius darauf, dass
Prokop den römischen Senat vor dem Gotenkrieg weder für antigotisch hielt noch
die weströmischen Senatoren als Befürworter der politischen Umstürze darstellt.
Der weströmische Senat spielt keine Rolle bei der Darstellung der Ursachen
des Krieges und erscheint erst im Verlauf der Kriegshandlungen8. Prokop schildert
in seinem Werk keine Sitzung des Senats und legt auch keine Rede in den Mund
eines Senators. Der Senat als Institution kommt vor allem im Zusammenhang mit
der Situation in der Stadt Rom vor. In diesem Fall ist dieses Gremium entweder
Adressat der Appelle der Goten Witigis und Totila oder ein Teil des Auditoriums, vor
welchem Belisar die gotischen Gesandten empfängt. Häufig erwähnt Prokop einzelne
Senatoren oder bezieht sich auf sie als eine Gruppe, indem er auf den hohen Rang

5. Zu den Umständen der Hinrichtung des Boethius und Symmachus Vgl. jüngst u.a. Goltz 2008,
S. 263ff.; Plassmann 2011, S. 77ff.; Bjornlie 2013, S. 138ff.; Radtki 2016, S. 137ff.
6. Zur ökonomischen Aspekten der Situation des weströmischen Senats im ostgotischen
Italien Vgl. Radtki 2016, S. 132ff. Zu Finanzfragen bei Prokop Vgl. den Aufsatz von M. Kruse
in diesem Band, S. 000-000.
7. Das ist also eine ganz andere Perspektive als diejenige, die in Anonymus Valesianus zu finden
ist (Vgl. Anon. Val. II 85-87). Dazu Goltz 2008, S. 264; Vgl. auch Bjornlie 2013, S. 151.
Zum Problem der libertas unter der Herrschaft Theoderichs Vgl. auch Amory 1997, S. 56f.
Zu römischer libertas im 6. Jahrhunderts Vgl. jüngst Vitiello 2014, S. 169ff. Das politische
Denken im ostgotischen Italien untersucht Vitiello 2006.
8. Prokop betont jedoch, dass das Problem des Senats im Rahmen von Justinians Forderungen
während der Friedensverhandlungen zwischen Justinian und Theodahad, die noch vor dem
Kriegsausbruch stattgefunden hatten, sehr stark berücksichtigt worden sei. Vgl. Prok.,
Bella 5,6,2-3: Ohne die Zustimmung des Kaisers dürfe der Gotenkönig keinen Senator
hinrichten oder sein Vermögen einziehen und keinen seiner Untertanen in den Rang
eines patricius erheben oder zu einem Senator machen.
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einer Person (Konsular, patricius) oder direkt auf ihre Senatsangehörigkeit verweist.
Sitzungen des Senats werden aber, wie gesagt, in den Bella nie geschildert9. Dieses
auffällige Schweigen des Historikers versucht man teils dadurch zu erklären, dass
der Historiker davon ausgehe, dass seine Rezipienten mit den Funktionen und
Handlungsweisen des Senats vertraut gewesen seien10. In Betracht zu ziehen ist aber
auch eine andere Lösung: Prokop kann beobachtet und gemeint haben, dass die
Aktivität des Senats als Institution keinen wesentlichen Einfluss auf den Kriegsver-
lauf gehabt habe und daher nicht berichtenswert gewesen sei. Sehr aufschlussreich
ist in dieser Hinsicht insbesondere der Bericht über die Umstände der Einladung des
Heeres Belisars nach Rom im Jahr 536.
Bereits am Beispiel Neapels zeigt Prokop deutlich, dass die Italiker selbständig
ihr politisches Verhalten und ihre Interesse bestimmten, während ihre Loyalitäten gar
nicht von vornherein definiert waren. Er erkennt, dass die Interessen der Italiker
mit denen der Byzantiner nicht identisch waren, obwohl die Byzantiner verkündeten,
dass sie den Römern in Italien „die Freiheit“ gebracht hätten11. Auch in Rom 536
wurde demnach eine Diskussion darüber geführt, für welche Seite die Stadtrömer
Partei ergreifen sollten, während sich sowohl die Goten als auch die Byzantiner um
die Unterstützung der Bewohner der Ewigen Stadt bemühten. Prokop überliefert,
dass sich Witigis damals an den Papst Silverius, den Senat und das römische Volk mit
der Aufforderung gewandt habe, den Goten die Treue zu halten (Prok., Bella 5,11,
26ff.). Der Gote bezog sich dabei auf die Herrschaft Theoderichs, die er als Zeit des
Friedens und des Wohlstands idealisierte. Allerdings hegten die Goten Misstrauen
gegenüber Teilen des Senats, wie die Tatsache zeigt, dass Witigis viele Senatoren als
Geiseln mit sich nach Ravenna nahm12. Es steht also fest, dass der Senat zu Beginn
des Krieges als ein wichtiger politischer Akteur in Italien wahrgenommen wurde13.
Dem Bericht Prokops lässt sich, wie gesagt, entnehmen, dass es wohl noch im Herbst
536 in Rom zu einer Debatte darüber kam, wie sich die Bewohner Roms gegenüber
Belisars Vorstoß verhalten sollten. Neben Silverius muss auch der Senat daran aktiv
teilgenommen haben. Darauf verweist die Tatsache, dass ein Mitglied des Senats,
nämlich Fidelius, infolge dieser Debatte an Belisar gesandt wurde, um seine Truppen
nach Rom einzuladen. Die aktive Teilnahme des Senats an dieser Diskussion wird
übrigens auch durch andere Quellen bezeugt (Ps.-Zach. IX,18 [p. 366 Greatrex]).
Beachtenswert ist, dass sich hier Prokop, ohne auf Einzelheiten einzugehen, ledig-
lich mit der knappen Feststellung zufrieden gibt, dass die Einwohner Roms Belisar

9. Allerdings wird hier der oströmische Senat nicht berücksichtigt, dessen Rolle im Artabanes-
Prozess durchaus dargestellt wird (Vgl. Prok., Bella 7,32,43,51).
10. Kouroumali 2013, S. 988.
11. Zu Recht verweist die jüngere Forschung auf die Verschiedenheit der Loyalitäten in Italien
(das beste Beispiel eines prominenten Italikers, der lange auf der gotischen Seite stand, ist
Cassiodor, der noch unter Witigis als praefectus praetorio Italiae diente): Vgl. Heather 1996,
272f., Amory 1997, S. 166ff., 174ff., Goltz 2008, S. 262, Kouroumali 2013, S. 977, Borgognoni
2013, S. 473ff., Radtki 2016, S. 142. Selbst Moorhead, der anfänglich alle Italiker für probyzan-
tinisch hielt (Vgl. Moorhead 1983) modifizierte seinen Standpunkt, indem er auf die
differenzierten politischen Sympathien vornehmer Römer verwies (Vgl. Moorhead 1987).
12. Darüber hinaus wurde Rom durch eine starke gotische Garnison besetzt.
13. Vgl. dazu Schäfer 1991, S. 263ff.
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versprochen hätten, ihm die Stadt kampflos zu übergeben, weil sie gefürchtet hätten,
andernfalls das Schicksals Neapels zu erleiden (Prok., Bella 5,14,4). Obwohl der
Historiker Gelegenheit gehabt hätte, die Diskussion in Rom literarisch auszuarbeiten
und auf diese Weise die politische Bedeutung des westlichen Senats hervorzuheben,
reduziert er seinen Bericht also auf das Wichtigste. Aus einer solchen absichtlichen
Auswahl des Stoffes kann man meines Erachtens schließen, dass das Gremium für
Prokop keinen wesentlichen Einfluss auf die politischen Entwicklungen in Italien
zur Zeit des Gotenkrieges hatte. Darüber hinaus zeigt der Historiker deutlich, dass
der Bischof von Rom – und nicht die traditionellen zivilen römischen Institutionen –
in Krisensituationen oft eine Schlüsselrolle in der Ewigen Stadt spielte14.
Ähnlich wie bei der Darstellung der Belagerung Neapels spricht Prokop auch hier
weder von einer grundsätzlichen Interessengemeinschaft noch von einer gemein-
samen politischen Identität der Italiker und Byzantiner als einem Faktor, der das
Geschehen entscheidend beeinflussen konnte – während des Krieges bewahren die
italischen Eliten das Bewusstsein ihrer Eigentümlichkeit und treffen immer wieder
eine pragmatische Wahl15. So wirkt der Bericht Prokops, der ja vieles als Augenzeuge
beschreibt, nüchtern und objektiv. Die Faktoren, die die italischen Eliten, darunter
den römischen Senat, motivieren, sind bei ihm nicht das Streben nach Freiheit
oder nach der Wiederherstellung der Herrschaft des römischen Kaisers in Italien,
sondern Eigeninteresse und Furcht: „Die Einwohner Roms aber, die das Schicksal
Neapels befürchteten, erachteten es nach reiflicher Überlegung als vorteilhafter für
die Stadt, das kaiserliche Heer in ihre Mauer aufzunehmen“ (Prok., Bella 5,14,4)16. So
wird die Situation in Italien ersichtlich in Kategorien des thukydideischen
Geschichtsdenkens analysiert.
Der oben erwähnte Fidelius (Fidelis) war, wie es scheint, einer der eifrigsten
Anhänger der Byzantiner in den ersten Jahren des Krieges und wurde deswegen
bald zum praefectus praetorio Italiae ernannt (537-538)17. Insgesamt aber bietet Prokop
nur wenige Beispiele einer aktiven Kooperation vornehmer Italiker mit den Byzan-
tinern18. Beachtenswert ist vor allem die Unterstützung der Byzantiner durch die
Großgrundbesitzer Tullianus (Prok., Bella 7,18,20-23; 7,20,1ff.) und Marcianus
(Prok., Bella 7,3,6-7), die aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht dem Senat

14. Ein ähnliches Phänomen schildert Prokop auch für spätere Zeit: Als Totila Rom 546
belagerte, versucht der Diakon Pelagius – und nicht die Mitglieder des Senats –, mit
Totila zu verhandeln und einen Waffenstillstand zu erreichen (Prok., Bella 7,16,5ff.).
15. Abzulehnen ist die Meinung von Bjornlie 2013, S. 142f., dass die Einwohner Roms Belisar
herzlich empfangen hätten, weil sie ihm für die Vertreibung der gotischen Besatzung
dankbar gewesen seien.
16. Ῥωμαῖοι δέ, δείσαντες μή σφίσι ξυμβαίη ὅσα Νεαπολίταις ξυμπέπτωκε ἄμεινον εἶναι τῇ
πόλει τὸν βασιλέως στρατὸν δέξασθαι (alle Übersetzungen der Gotenkriege nach Veh 1978).
Sehr aufschlussreich ist hier der Komparativ ἄμεινον, der impliziert, dass eine andere
Lösung, d.h. die Loyalität gegenüber den Goten, auch akzeptabel gewesen wäre.
17. Im Jahr 538 wurde er von Belisar nach Ligurien geschickt, wo er in die Hände der Goten
fiel und von ihnen getötet wurde.
18. Möglicherweise versuchte der Senator Vergentinus, den Kampf gegen die Ostgoten zu
organisieren (Vgl. Schäfer 1991, S. 271). Es ist aber nicht sicher, ob die vage Aussage in
Theudeberts Brief wirklich auf einen organisierten Widerstand gegen die Goten verweist
(Epp. Austr. 19, MGH Epp. III, S. 132).
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angehörten, denn sonst hätte der Historiker ihren Status wohl bestimmt. Auch diese
wenigen Beispiele einer solchen aktiven Unterstützung bezeugen, dass die italischen
Eliten im Prinzip ziemlich passiv waren, indem sie eher die Entwicklung abwarteten
und Gefahren vermeiden wollten19. Das Schweigen über die Aktivität des Senats ist
dabei sehr vielsagend – sein wirklicher Einfluss auf das Geschehen in Italien wird in
den Bella jedenfalls nicht überschätzt.
Das Streben nach dem Vermeiden der Gefahren veranschaulicht die Darstellung
der Belagerung Roms durch Witigis 537/538 sehr deutlich: Die stadtrömische
Bevölkerung erfuhr damals bald das, was sie vermeiden wollte, d. h. die Leiden
eines Krieges und einer Belagerung. Daraus resultierten Unzufriedenheit, Unmut
und Frustration, die nicht nur das Volk, sondern auch der Senat äußerte (Prok., Bella
5,20,5-7). Prokop deutet dabei ironisch an, dass die Senatoren dies nur insgeheim
getan hätten: „selbst die Mitglieder des Senats richteten, wenn auch insgeheim,
solche Vorwürfe gegen den Feldherrn“ (Prok., Bella 5,20,7)20. Sie wagten also nicht,
ihre libertas – Redefreiheit – zu nutzen. Vielmehr charakterisiert der Historiker den
Senat als ein ängstliches Gremium. Prokop erwähnt auch die Gründe für die Unzu-
friedenheit der Stadtrömer: Zum einen resultiert sie aus den verschiedensten Strapazen
und Unbequemlichkeiten, aus Mangel am Notwendigsten, aus Furcht sowie aus den
materiellen Verlusten21, zum anderen aus der Enttäuschung darüber, dass Belisar
über kein ausreichend großes Heer verfügt. Prokop lässt keinen Zweifel daran, dass
mehrere Italiker naiverweise gemeint hätten, dass sich die kriegerischen Auseinan-
dersetzungen nur zwischen den Byzantinern und den Goten abspielen würden,
während sie sich als passive Beobachter abseits halten könnten22. Wie bereits
Thukydides, wie erwähnt, in seinem Geschichtswerk schildert23, können die Schwachen
nicht neutral bleiben, wenn es zu einem Krieg zwischen zwei Mächtigen kommt,
sondern müssen sich notwendig für eine der Seiten aussprechen, während die
Stärkeren mit ihnen nach Gutdünken verfahren. Bereits in den ersten Kapiteln der
Gotenkriege thematisiert Prokop folglich zwei Probleme. Zum einen betont er, dass
alle Versuche der Italiker, neutral zu bleiben und die Leiden des Krieges zu vermeiden,
von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen seien – sie waren stets in einer
Zwangslage und mussten sich dem Recht des Stärkeren beugen. Andererseits lässt
sich im Bericht Prokops eine leichte Ironie und Kritik beobachten, die sowohl gegen
das stadtrömische Volk als auch gegen den Senat gerichtet ist: Bereits die ersten
Unbequemlichkeiten führen in Rom zu Unzufriedenheit und Vorwürfen gegen Belisar.
Es geht dabei um die Menschen, die sich lange Zeit eines schwelgerischen Lebensge-
nusses (βίος τρυφερός) erfreut hätten (Prok., Bella 5,20,11). So vermittelt die
gesamte Passage 5,20,5-14 kein sehr positives Bild der Stadtrömer: Durch βίος
τρυφερός wurden sie verweichlicht und sind von den Tugenden ihrer Vorfahren
und vom Ideal der alten virtus Romana weit entfernt. Trotz seines Interesses an die

19. Vgl. Kouroumali 2013, S. 987.


20. ταῦτα δὲ καὶ οἱ ἐκ βουλῆς ἣν σύγκλητον καλοῦσι Βελισαρίῳ ἐν παραβύστῳ ὠνείδιζον.
21. Insbesondere betraf dies diejenigen Senatoren, deren Grundbesitz sich in der Nähe Roms
konzentrierte.
22. Vgl. Prok., Bella 5,20,5: Die Römer murren darüber, dass sie ohne jegliche eigene Schuld
belagert würden und so in so große Gefahr geraten seien.
23. Vgl. zu Thukydides auch Price 2001.
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Senatsaristokratie betrachtet Prokop den römischen Senat nicht als eine Verkörpe-
rung des Römertums und alter Werte und Ideale. Eine ähnliche Enttäuschung lässt
sich übrigens auch in anderen oströmischen Quellen erkennen, wie z.B. bei Jordanes,
der den zeitgenössischen Senat für einen bloßen Schatten der alten Institution hält:
consul Belesarius Romanam urbem ingressus est exeptusque ab illo populo quondam Romano
et senatu iam paene ipso nomine cum virtute sepulto (Iord. Rom. 373).
Sehr aufschlussreich ist dabei die in gewisser Hinsicht archetypische Szene, in
der Belisar die gotische Gesandtschaft in Rom empfängt. Dargestellt werden zwei
Reden: diejenige des Goten Albis und die Antwort Belisars (Prok., Bella 5,20, 8-18).
Die Reden werden vor dem Senat und vor den Soldaten gehalten. Prokop macht
dabei klar, dass sich beide Seiten zwar um die Unterstützung des Senats bemühten, ihn
aber nicht als einen gleichrangigen Partner betrachteten. Albis stellt die Stadtrömer
als so schwach und weich dar, dass sie nicht imstande sind, die Krisensituation gut
zu überstehen. Belisar hebt hingegen hervor, dass er seine Angelegenheiten stets so
zu regeln pflege, wie es ihm selbst am vorteilhaftesten erscheine. Mit keinem Wort
bezieht sich er dabei auf die Situation der Einwohner Roms. Unverhüllt verweist
also Prokop mit Hilfe der Rede Belisars darauf, dass die ganze Sorge der Byzantiner
der Verwirklichung ihrer eigenen militärisch-politischen Ziele und nicht der Sicherheit
oder dem Wohlergehen der Italiker gilt.
Noch stärker kommen die Gleichgültigkeit der Byzantiner und die Ohnmacht der
Italiker in der zweiten Phase des Gotenkrieges zum Ausdruck, wobei das Verhältnis
des Bessas zu den Einwohnern Roms als gutes Beispiel dienen kann (Prok., Bella 7,17,
2-8). So macht Prokop auf ein wichtiges Phänomen aufmerksam: Während des
Gotenkrieges wurde die politische Position des Senats als Institution gegenüber
byzantinischen Befehlshabern immer schwächer. Belisar oder Bessas ließen sich
von ihren eigenen Prioritäten leiten und benutzten den Senat oder Senatoren allenfalls
rein instrumental. So erkennt Prokop, dass die Spielräume für die traditionellen
zivilen Institutionen in Italien im Vergleich zur Zeit der gotischen Herrschaft durch
die byzantinische Invasion sehr stark eingeschränkt worden waren. Und wenn Albis
die anwesenden Senatoren kritisiert, sie hätten nicht nur die Goten, sondern auch
sich selbst verraten, werden diese Vorwürfe in den Bella keineswegs entkräftet.
Bedeutend ist der auktoriale Kommentar des Historikers zu dieser Situation: Die
Senatoren hätten voller Angst ganz still da gesessen und es nicht gewagt, den gotischen
Gesandten etwas zu entgegnen. Nur Fidelius habe die Goten spöttisch angespro-
chen. Prokop betont aber, dass dieser von Belisar zum praefectus praetorio ernannt
worden war und deswegen positiv gegenüber den Byzantinern eingestellt gewesen
sei (Prok., Bella 5,20,19).
Auf diese Art und Weise zeigt Prokop, dass es von Anfang an weder eine grund-
sätzliche Interessengemeinschaft zwischen den Oströmern und den Italikern24 noch
eine harmonische Kooperation zwischen dem Senat und dem byzantinischen Kom-
mando gab, obwohl Belisar den loyalen Fidelius zum praefectus praetorio ernannte.
Die Einladung der Truppen Belisars nach Rom resultierte nur aus Furcht. Wenn
Belisars harte Antwort auf die Rede des Albis das Schicksal der Stadtrömer überhaupt

24. Vgl. auch Prok., Bella 5,4,14-16.


DIE ZWANGSLÄUFIGKEITEN DES KRIEGES • 317

nicht beachtet, kommuniziert sie den Anwesenden, darunter dem Senat, mit aller
Deutlichkeit, dass die Byzantiner den Senat nicht als einen gleichrangigen Partner
betrachten und keine Absicht haben, ihre Handlungen und Entscheidungen mit
diesem Gremium abzustimmen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Belisar eine
Zusammenarbeit mit den italischen Eliten nicht wünschte, wie die Beispiele des
Fidelius und des Reparatus bezeugen. Das Schweigen der Senatoren zeugt aber
davon, dass der Senat schnell verstand, wie schwach seine Position in diesem Krieg
war. Andererseits erscheint der Senat als ein verängstigtes Gremium, das weder den
Mut hat, seine Meinungen offen zu äußern, noch fähig ist, die politische Wirklichkeit
aktiv zu gestalten.
Darüber hinaus lässt sich dem Bericht Prokops entnehmen, dass die Byzantiner
den Senatoren bzw. den italischen Eliten nur bedingt vertrauten und diese nur im
ziemlich begrenzten Maß in der Verwaltung Italiens einsetzten25. Prokop versteht
aber die Gründe dafür. Bereits im Brief Belisars an Justinian wird explizit festgestellt,
dass sich die Stadtrömer nur von ihren eigenen Interessen leiten ließen. Der Krieg
könne sie daher dazu zwingen, dass sie die Treue zum Kaiser nicht bewahrten
(Prok., Bella 5,4,14-16). Prokops Schilderungen der Belagerungen Roms liefern zahl-
reiche Beispiele dieses Misstrauens. Bereits während der ersten Belagerung Roms
537/538 scheint Belisar den Senatoren misstraut und deren Stimmungen überwacht
zu haben. Möglicherweise war Prokop selbst für diese Überwachung verantwortlich,
weil er über die Stimmungen und das Verhalten der Senatoren während der Belagerung
viel zu berichten weiß (Vgl. Prok., Bella 5,24,28-37; 5,25,18-25). Belisar handelte
damals sehr entschieden: Im Sommer 537 verwies er alle Senatoren, denen er
misstraute, der Stadt, darunter Fl. Maximus, und erst nach dem Abzug der Goten
gestattete ihnen die Rückkehr (Prok., Bella 5,25,14-15). Dieser Maßnahme fiel auch
der Papst Silverius zum Opfer, der der hochverräterischen Beziehungen zu den
Goten verdächtigt wurde. Belisar setzte ihn ab und ließ ihn nach Kleinasien verban-
nen (Prok., Bella 5,25,13, Marc. Com. add. a.537,1)26. Dieses Misstrauen ist auch in
späteren Jahren zu beobachten, denn Prokop überliefert, dass die byzantinischen
Befehlshaber im Jahr 545 den patricius Cethegus des Hochverrats verdächtigt hätten.
Deswegen musste sich er aus Rom nach Centumcellae zurückziehen (Prok., Bella
7,13,12)27. Prokop macht also klar, dass Justinian und seine Befehlshaber in Italien
auf die weströmischen Senatoren Rücksicht nahmen, ohne aber Vertrauen zu ihnen
zu haben28.

25. Nur das Amt des praefectus praetorio Italiae wurde von den weströmischen Senatoren
Fidelius (Fidelis) und Reparatus innegehabt, die aber diese Funktion jeweils nur sehr
kurz innehatten (Fidelius – 537-538, Reparatus 537-538), weil beide bald den Tod fanden.
Liberius bildet eine Ausnahme – 534 kam er als Gesandter des Theodahad zu Justinian
und blieb danach im Osten. Unklar bleibt, ob und wann Cethegus (cos. 504) zum magister
officorum gemacht wurde (Vgl. dazu PLRE II 281f.). Bjornlie 2013, S. 145 ist der Meinung,
dass die Ernennung erst nach dem Gotenkrieg erfolgt sei. Maximinus, praefectus praetorio
Italiae im Jahr 542, stammte wohl aus dem Osten.
26. Allerdings behauptet Prokop in den Anekdota, dass die wahren Gründe der Absetzung des
Silverius kirchenpolitischer Natur gewesen seien und eine Intrige der Kaiserin Theodora
zu seinem Sturz geführt habe. Vgl. Prok., An. 1,14, Lib. Pont., 60, 6-8.
27. Bald danach floh er aber nach Konstantinopel.
28. Vgl. dazu Barnish 1988, S. 150f.
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Prokop veranschaulicht dabei, wie dramatisch die Situation des Senats zwischen
den kämpfenden Seiten war, indem er geschickt mit einem scharfen Kontrast arbeitet:
In Prok., Bella 5,25 berichtet er über Belisars Misstrauen und die Verbannung einiger
Senatoren aus Rom, im anschließenden Kapitel informiert er hingegen darüber,
dass auch Witigis die Senatoren für Hochverräter gehalten habe. Infolgedessen habe
der Gotenkönig befohlen, sämtliche Senatoren zu töten, die er zu Kriegsbeginn
als Geiseln genommen habe (Prok., Bella 5,26,1-2). Namentlich nennt Prokop hier
allerdings nur diejenigen, die fliehen konnten (Vergentinus, Reparatus), außerdem
beschränkt sich er nur auf eine vage Andeutung, dass alle anderen Senatoren getötet
worden seien. Es ist unklar, wie viele Senatoren damals wirklich den Tod fanden.
Dass mindestens einige hingerichtet wurden, scheint aber durchaus möglich zu sein.
Die Situation des Senats in der späteren Phase des Krieges wird auch im 7. Buch
der Bella thematisiert, wenn Prokop über das wechselhafte Schicksal Roms in den
540er Jahren berichtet. Beachtenswert sind insbesondere der Brief Totilas an den
Senat und seine (mit Sicherheit fiktive) Rede vor den Senatoren. Beiden Passagen
lässt sich entnehmen, dass eine feindliche Einstellung zu den Goten in dieser Phase
des Krieges unter den Senatoren vorherrschte. Dem Brief liegt dabei ein scharfer
Kontrast zugrunde. Totila betrachtet die Senatoren als Verräter und stellt die fried-
liche Herrschaft der Goten, insbesondere die Wohltaten Theoderichs und Amal-
asunthas gegenüber den Senatoren, der Politik der kaiserlichen Verwaltung in Italien
in der Zeit nach 540 gegenüber. Sehr allgemein wird hier auf die Enttäuschung der
Senatoren über die kaiserliche Finanzpolitik in Italien sowie auf ihre Empörung
über die Gewaltakte seitens der byzantinischen Soldaten und ihrer Befehlshaber
angespielt (Prok., Bella 7,9,7-18). Die Rede, die der Gotenkönig nach der Einnahme
Roms 546 hielt, enthält hingegen mehrere konkrete Punkte, die die Gründe für die
Enttäuschung der Senatoren über die byzantinische Herrschaft erklären. Die Aufgabe
dieser Rede besteht wohl darin, die Unzufriedenheit und Frustration der römischen
Senatoren zum Ausdruck zu bringen. Sie thematisiert die bedeutenden Verände-
rungen, die während des Krieges in Italien eingetreten sind. Zur Zeit der gotischen
Herrschaft hätten die westlichen Senatoren alle Ämter für sich gehabt und an der
Verwaltung des Reiches teilgenommen. Darüber hinaus hätten sie die Möglichkeit
gehabt, sich ökonomisch zu entfalten (Prok., Bella 7,21,12)29. Die Herrschaft Justinians
habe hingegen für die Senatoren eine Wende zum Schlechteren bedeutet. So wird
betont, dass ihnen fast sämtliche Ämter genommen worden seien (ὅτι δὴ τὰς μὲν
ἀρχὰς ἀφῄρηντο σχεδόν τι ἁπάσας) (Prok., Bella 7,21,14). In dieser Hinsicht hat
Prokop wohl Recht: z.B. erlosch das Untertanenkonsulat im Jahr 541, nach dem Tod
des Reparatus 538 wurden wohl nur noch Oströmer zu praefecti praetorio für Italien
genannt, und in den 540er Jahren gab es wohl auch keinen Stadtpräfekten in Rom30.

29. Prok., Bella 7,21,12: οἳ δὴ πολλὰ πρός τε Θευδερίχου καὶ Ἀταλαρίχου ἀγαθὰ πεπονθότες,
ἐπὶ τε τῆς ἀρχῆς ἁπασῆς αὐτοὶ ἐς ἀεὶ καταστάντες καὶ τήν τε πολιτείαν διοικησάμεονι,
πλούτου τε περιβεβλημενένοι μέγα τι χρῆμα [„sie hätten viele Gunstbeweise durch
Theoderich und Atalarich erhalten, stets alle Ämter für sich gehabt und das Staatswesen
verwaltet und dabei große Reichtum gewesen“]. Zum weströmischen Senat unter der
ostgotischen Herrschaft Vgl. nun Radtki 2016.
30. Die zum praefectus praetorio für Italien ernannten Athanasius (539), Maximinus (542) und
Antiochus (552) stammen wahrscheinlich aus dem Osten. Vgl. dazu Brown 1984, S. 10ff.,
DIE ZWANGSLÄUFIGKEITEN DES KRIEGES • 319

Zu den Nachteilen der byzantinischen Herrschaft wird überdies eine harte Steuer-
politik gezählt: Trotz der schweren Kriegsschäden seien die Senatoren gezwungen
worden, die Steuern an den Kaiser wie in Friedenszeiten zu entrichten. Darüber
hinaus hätten die aus dem Osten gekommenen Logotheten von den Senatoren
gefordert, Rechenschaft über ihre politische Tätigkeit unter der Herrschaft der
Goten abzulegen (Prok., Bella7,21,14). Ähnlich wie im Fall der Rede des Albis im
5. Buch gibt Prokop den Senatoren keine Möglichkeit, auf die Ansprache zu antworten.
Der Historiker betont vielmehr wieder das Schweigen der Senatoren (Prok.,
Bella 7, 21,17) und auf diese Weise betont er, wie es scheint, ihre tiefe Enttäuschung
über die byzantinische Herrschaft in Italien.
Abgesehen davon, dass Prokop Versuche der Gotenkönige erwähnt, die Senatsa-
ristokratie für sich zu gewinnen, spricht er wenig über die wirkliche politische
Macht dieser sozialen Gruppe. Nur beiläufig deutet er an, dass einige Mitglieder des
Senats großen Einfluss außerhalb Roms hatten, wie z.B. Fidelius in Ligurien (Prok.,
Bella 6,12,28). Ihre Macht und ihr Einfluss kommen paradoxerweise im Zusammenhang
mit den Handlungen des Tullianus zum Vorschein, der in Bruttium und Lukanien
den Widerstand gegen die Goten organisierte. In seinen Truppen dienten auch zahl-
reiche Bauern. Der Druck aber, den Totila auf die Senatoren ausübte, vereitelte den
Erfolg des durch Tullianus organisierten Widerstandes gegen die Goten: Auf Befehl
Totilas schickten die Senatoren einige ihrer Leute nach Lukanien und forderten
die Bauern auf ihren Landgütern auf, den Kampf aufzugeben und die Truppen des
Tullianus zu verlassen. Sie sollten vielmehr in gewohnter Weise der Feldarbeit
nachgehen. Darüber hinaus solle der Besitz ihrer von Totila abgefallenen Grundher-
ren ihnen gehören (Prok., Bella 7,22,20-21). Die Möglichkeit, die Bauern unter den
Anhängern des Tullianus zu beeinflussen und dadurch das Unterfangen zum Schei-
tern zu bringen, zeugt vom Einfluss der Senatoren, dem ökonomische Faktoren
zugrunde lagen31.
Insgesamt ist Prokop in den Bella offenkundig der Meinung, dass Justinians
Reconquista katastrophalen Folgen für den weströmischen Senat nach sich zog.
Er bietet zahlreiche Beispiele dafür, wie Senatoren misshandelt worden seien. Er
überliefert, wie erwähnt, dass Senatoren von den Goten als Geiseln genommen und
sogar getötet worden seien (Prok., Bella 5,11,26; 7,22,19). Zum ersten Mal soll es
demnach zu einer Hinrichtung der Senatoren auf Befehl des Witigis in Ravenna
gekommen sein. In diesem Fall nennt aber Prokop keine Opfer beim Namen,
sondern nur diejenigen, die sich retten konnten (Vergentinus, Reparatus) (Prok.,
Bella 5,26,1). Auch im Dezember 546 fielen einige Senatoren in die Hände der Goten,
als Totila Rom einnahm; die meisten konnten aber mit Bessas fliehen, darunter auch

Liccardo 2012, S. 51f. Ganz möglich, dass aus dem Osten stammte auch Flavius Aurelianus,
der in den Ravennater Papyri als PPI erwähnt wird (P. Ital. 4-5, B VIII 4-5 Fl(avius) Marianus
Micahelius Gabrihelius Petrus Iohannis Narses Aurelianus Limenius Stefanus Aurelianus vir
g(loriosissimus), p(raefectus) p(raetori)o p(er) It(aliam), Petrus Taurinus et Iohannis d(ixerunt);
in P. Ital. 4-5 B VII 12 wird er in einer abgekürzten Form als Flavius Aurelianus erwähnt)
(Laut PLRE III, 156 war er praefectus praetorio zwischen 554 und 568). Von der 554 erfolgten
endgültigen Auflösung des comitatus in Ravenna hat Prokop noch keine Kenntnis.
31. Tullianus selbst, wie es scheint, war nicht Senator. In diesem Sinn auch Amory 1997, S. 180f.
320 • DARIUSZ BRODKA

Basilius (der letzte nichtkaiserliche Konsul) und Decius (Prok., Bella 7,20,18)32,
andere aber, wie Maximus, Olybrius oder Orestes, blieben in der Stadt und mussten
in der Kirche des Apostels Petrus Zuflucht suchen (Prok., Bella 7,20,19). Totila
versuchte anschließend, die Senatoren als ein Druckmittel bei den Verhandlungen
mit Justinian zu benutzen: Um den Kaiser zum Friedensschluss zu zwingen, drohte
er mit der Hinrichtung aller Senatoren (Prok., Bella 7,21,19). Wenn man also das
Leben der Senatoren als eine starke Trumpfkarte ausspielen konnte, verwundert
das Lob Prokops für den Feldherrn Johannes, der einige Senatoren und ihre Frauen
in Kampanien befreien sollte, nicht. So betont Prokop pathetisch und stark übertrei-
bend, dass Johannes damit den römischen Senat gerettet habe (Prok., Bella 7,26,1)33.
Die Anzahl der Befreiten bleibt aber unbekannt, denn wieder nennt Prokop keine
Namen. Klar ist hingegen, dass Johannes während dieses Unternehmens auch die
Frauen der Senatoren befreite34.
Trotzdem beendet Prokop sein Werk mit einem pessimistischen Akzent, indem
er ein Paradox des Krieges darstellt: Der Sieg des Narses sei nämlich zur Ursache des
Verderbens des römischen Senats und Volkes geworden (Prok., Bella8,34,1-2)35. Als
die Senatoren, die sich auf Totilas Befehl in Kampanien aufhielten, vom Sieg des
Narses über die Goten und von der Einnahme Roms durch die kaiserliche Armee
erfahren hatten, verließen sie Kampanien und begaben sich nach Rom. Die Goten
aber wollten dies verhindern. Sie durchsuchten angeblich alle Ortschaften in dieser
Gegend und töteten alle gefundenen Senatoren. Prokop gibt dabei als Beispiel die
Ermordung des Maximus an. Darüber hinaus sollen damals auch 300 Söhne vornehmer
Römer aus den einzelnen Städten, die als Geiseln genommen worden waren, auf
Befehl des Tejas ermordet worden sein (Prok., Bella 8,34,1-8). In diesem Fall geht es
aber wohl nicht um die Söhne von illustres. Insgesamt kann man feststellen, dass
Prokop in den angeführten Beispielen nur auffallend selten konkrete Angaben
bietet und sich meist mit vagen, verallgemeinernden Andeutungen zufrieden gibt.
Es kann aber grundsätzlich kein Zweifel daran bestehen, dass während des Goten-
krieges eine unbekannte Anzahl der römischen Senatoren getötet wurde.
Ein weiteres Problem, das Prokop, abgesehen von den physischen Verlusten,
zumindest in gewissem Maß berücksichtigt, ist die Verschlechterung der ökonomi-
schen Situation des Senatorenstandes. Er führt aber keine gründliche Analyse durch,
wie die Kriegshandlungen die ökonomische Situation in Italien beeinflussten.

32. Vgl. dazu Schäffer 1991, S. 263ff.


33. Prok., Bella 7,26,1: ἔννοιά τις καὶ τόλμα γέγονεν, ἢ Ῥωμαίων μὲν τὴν βoυλὴν διασώσασθαι,
αὐτῷ δὲ κλέος περιβαλέσθαι μέγα τε καὶ ὑπερφυὲς ἐς ἀνθρώπους ἅπαντασ ἴσχυσε.
[„(Johannes) hatte einen kühnen Einfall, durch den es ihm gelang, den römischen Senat
zu retten und selber allenthalben höchsten Ruhm zu ernten“] (Übersetzung nach
Veh 1978 mit Korrekturen).
34. Prokop sagt nur, dass die Senatoren Orestes und Clementinus nicht befreit wurden.
Marc. Com. add. 548,1 überliefert hingegen, dass nur die Frauen der Senatoren damals
befreit wurden.
35. Prok., Bella 8,34,2: Ῥωμαίων γάρ τῇ τε συγκλήτῳ βoυλῇ καὶ τῷ δήμῳ τήν νίκην τήνδε
πολλῷ ἔτι μᾶλλον φθόρου αἰτίαν ξυνηνέχθη γενέσθαι [„Dem römischen Senat und
Volk wurde nämlich dieser Sieg noch viel mehr Ursache seines Verderbens, und das
kam so...“].
DIE ZWANGSLÄUFIGKEITEN DES KRIEGES • 321

Vielmehr konzentriert er sich auf eine effektvolle Darstellung der Leiden der
Mitglieder des ordo senatorius nach der Einnahme Roms durch die Goten 546 und
versucht nicht, das Thema der ökonomischen Probleme aus einer breiteren
Perspektive zu schildern, sondern veranschaulicht die Verarmung dieser Gruppe
am effektvollen Beispiel ihrer Lage in erobertem Rom. Er berichtet, dass die Goten
die Häuser der reichen Senatoren geplündert hätten, und wie infolgedessen die
Senatoren in Sklaven – und Bauernkleidung bei den Feinden um Brot und andere
Lebensmitteln hätten betteln müssen (Prok., Bella 7,20,26-30). Das Bild der bettelnden
Senatoren – vor allem das der Rusticiana – soll die Leser erschüttern, indem es zeigt,
dass der Krieg die soziale Ordnung in Italien völlig zerstörte36. Auf weitere Probleme,
wie Mangel an Arbeitskräften, Hunger, Pest, Flucht, Migration, wird dabei nur
marginal angespielt37. Stattdessen schildert Prokop mit Hilfe scharfer Kontraste die
Zerstörung der alten Verhältnisse in Rom. Die Römer und die wenigen Senatoren, die
sich in Rom in den letzten Jahren des Krieges aufhalten, sind nicht mehr imstande,
sich um die eigenen Interessen oder um das Gemeinwohl zu kümmern. Wegen ihrer
Armut können sie die Stadt Rom und ihre Denkmäler nicht mehr pflegen und
bewahren (Prok., Bella 8,22,1-5).
Der langjährige Krieg führte also zum einen dazu, dass die Anzahl der in Rom
ansässigen Senatoren immer kleiner wurde, zum anderen dazu, dass die Basis ihrer
ökonomischen Macht geschwächt wurde38, und deswegen, wie Prokop erkennen
lässt, konnten die römischen Senatoren ihre traditionellen sozialen Funktionen nicht
mehr erfüllen – es geht hier vor allem um verschiedene Formen des Euergetismus39.
Die sinkende Zahl der Senatoren in Rom resultierte aber auch aus der Tatsache, dass
einige prominente Personen aus Italien nach Konstantinopel flohen. Wie Prokop
bezeugt, versuchten sowohl eine Gruppe weströmischer Senatoren in Konstantinopel
als auch der Papst Vigilius noch in den 540er Jahren, auf Justinian Druck auszuüben,
um ihn zu einem verstärkten Engagement für die Widergewinnung Italiens zu
veranlassen (Prok., Bella 7,35,9-11)40. Politisch muss aber diese Gruppe schwach
gewesen sein, weil Prokop konstatiert, dass der Kaiser sie lange Zeit mit Verspre-
chungen hingehalten habe41. Daran änderte auch die Tatsache, dass der Kaiser
einige von ihnen, wie z.B. Cethegus oder Anicius Faustus Albinus Basilius, finanziell
unterstützte, wie der Liber Pontificalis überliefert (Lib. Pont., 61,7), nichts.

36. Cameron 1996, S. 192f.


37. Vgl. z.B. die Rede des Totila an Pelagius: Die Erwähnung von Sklaven, die zu den Goten
überliefen, kann als Indiz dafür betrachtet werden, dass die Landbesitzer einen Mangel
an Arbeitskräften erfahren haben müssen (Prok., Bella 7,16,14; 25-26).
38. Zur Verarmung der Senatsaristokratie Vgl. Brown 1984, S. 31.
39. Ähnliches erwartete man von den Päpsten und Bischöfen, wie im Liber Pontificalis zu
erkennen ist; Vgl. dazu Neil 2012, S. 301.
40. Damals waren die meisten oströmischen Truppen im Perserkrieg gebunden. Cameron 1996,
S. 194 deutet an, es sei nicht leicht festzustellen, ob Prokop mit weströmischen Senatoren
in Konstantinopel in Kontakt gestanden habe. Meines Erachtens deutet nichts auf die
nähren Kontakte des Historikers mit dieser Gruppe hin.
41. Vgl. dazu Brown 1984, S. 24 ff., 49; Cameron 1996, S. 194; Liccardo 2012, S. 49; Bjornlie 2013,
S. 125ff.
322 • DARIUSZ BRODKA

Insgesamt kann man mithin beobachten, dass sich Prokop für die weströmi-
schen Senatoren interessiert42 und häufig auf konkrete Personen und ihr Schicksal
aufmerksam macht43. Er kam in Rom mit den Mitgliedern des Senats in persönlichen
Kontakt, und an einigen Stellen lassen sich bei ihm wohl Vorstellungen und Ansich-
ten der italischen Senatsaristokratie greifen44. Grundsätzlich aber erscheinen diese
Senatoren nur als anonyme Informanten (z.B. Prok., Bella 8,21,10). Und stellenweise
ist auch eine kritische Haltung gegenüber den Senatoren zu erkennen, die auf per-
sönliche Erfahrungen des Historikers in Italien zurückgehen könnte.
Einerseits bietet Prokop so sehr idealisierte Vorstellung von den römischen
Senatoren, wenn er über Symmachus oder Boethius spricht oder die Einwohner
Roms dafür lobt, dass sie einen großen Beitrag dazu geleistet hätten, dass Rom trotz
der Barbarenherrschaft stets die schönste Stadt der Welt geblieben sei (Prok., Bella
7,22,9; 8,22,5-6; Vgl. dazu Cassiod. Var. 7,13). Andererseits stellt er den westlichen
Senat als eine eingeschüchterte, passive Institution dar, die unfähig ist, den zeitge-
nössischen politischen Herausforderungen gerecht zu werden. So erkennt Prokop,
dass der Senat in der Kriegszeit zugunsten der militärischen Befehlshaber sowie des
Bischofs von Rom und des römischen Klerus an Bedeutung verlor. Gleichzeitig wird
der Senat in gewisser Weise zu einem Prüfstein dafür, wie sich der Krieg entwickelt
und wie die kämpfenden Seiten degenerieren. Das Schicksal des Senats und seiner
Mitglieder versinnbildlicht bei Prokop das Paradox des byzantinischen Sieges in
Italien – trotz aller Bemühungen Justinians beförderte der Krieg den physischen
und ökonomischen Untergang der Senatsaristokratie in Italien entscheidend45.
Der Tod des Symmachus und des Boethius sowie der Sieg des Narses bilden den
Rahmen für den Gotenkrieg – Prokop ist sich dessen bewusst, dass die Herrschaft
der Goten in großem Maß die alte soziale sowie politische Ordnung in Italien
bewahrt hatte und die Senatsaristokratie damals ihre traditionellen sozialen und
politischen Funktionen erfüllen konnte. Die justinianische Reconquista zerstörte
diese Ordnung fast in jedem Bereich46.
Mit aller Deutlichkeit zeigt Prokop, dass die militärischen Befehlshaber während
des langjährigen Krieges immer stärker an Bedeutung gewannen, weil sie in ihren
Händen zwangsläufig sowohl zivile als auch militärische Befugnisse konzentrierten,
um effektiv handeln zu können. Sie hatten also wirkliche Macht, die sie in konkre-
ten Situationen gebrauchen und missbrauchen konnten. Der Senat hingegen war
für Prokop nicht mehr Partner bei der Lösung der politischen Probleme. Selbst in
der Stadt Rom wurde seine Position immer schwächer. Auffallend ist also, dass
Prokop im Grunde von keinen konstruktiven Aktivitäten des Senats während des
Gotenkrieges weiß. Der Senat ist bei ihm nur Opfer.

42. Prokop scheint sich selbst dem Senatorenstand zugehörig gefühlt zu haben. Laut
Suda-Lexikon hatte er den illustris-Rang, es bleibt aber unbekannt, zu welcher Zeit er mit
dem illustris-Titel belohnt würde (Suda, π 2479 Adler) (dazu Greatrex 2000, S. 226 mit
Diskussion, Vgl. auch Börm 2015, S. 323ff.).
43. Laut Cameron 1996, S. 194 interessiere sich Prokop für die römische Senatsaristokratie
als ein Außenseiter.
44. Vgl. dazu Goltz 2008, S. 262ff.
45. Brown 1984, S. 44; Liccardo 2012, S. 47ff.; Wes 1967, S. 174ff.
46. Vgl. Leppin 2011, 264ff.
DIE ZWANGSLÄUFIGKEITEN DES KRIEGES • 323

Es gibt aber einzelne Italiker, deren Handlungen Prokop für berichtenswert hält.
Selbst in den Wirren des Krieges gab es Möglichkeiten, auf das Geschehen wirklichen
Einfluss auszuüben, wie das Beispiel des Tullianus bezeugt, der den Widerstand
gegen die Goten in Lukanien organisierte47. Es gab also im Gotenkrieg Spielräume
für einzelne Italiker, aber kaum für die traditionellen zivilen Institutionen als vielmehr
für die militärische Elite48. Prokop erkennt und berichtet also, obwohl er sie nicht
analysiert, die Anzeichen des Prozesses, der dazu führte, dass der weströmische
Senat um 600 endgültig verschwand. So stellt Gregor der Große fest: quia enim senatus
deest, populus interiit et tamen in paucis qui sunt dolores et gemitus quotidie multiplicantur,
iam vacua ardet Roma (Greg. Magn., Ezech. II 6,22)49.

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47. Zu den italienischen Eliten Vgl. Bjornlie 2013, S. 128ff.


48. Zum Problem der oströmischen Militäraristokratie in dieser Periode Vgl. Whately 2013.
49. Zum Untergang des Senats am Ende um die Wende des 6. und 7. Jahrhunderts Vgl. Stein
1939; Brown 1984, S. 21ff.; Schäffer 1991, S. 578-580; Liccardo 2012.
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