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University of Applied Science Europe

Krisenkommunikation am
Beispiel Volkswagen
Erstellt in: Crisis Communication, Prof. Dr. Silke Hahn

Lino Siermann (99491600), Steilshooperstraße 173,


22307 Hamburg, 2. Semester
15.9.2020

1
Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis ................................................................................................................ 4
1 Einleitung .............................................................................................................................. 5
2 Situationsanalyse Volkswagen .............................................................................................. 6
2.1 Dieselskandal ................................................................................................................ 6
2.2 Rassistischer Instagram Spot ........................................................................................ 8
3 Risikoanalyse ...................................................................................................................... 11
4 Strategie .............................................................................................................................. 12
5 Maßnahmenplanung ............................................................................................................ 13
6 Literaturverzeichnis ......................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert.

2
Eidesstattliche Erklärung
Hiermit erkläre ich an Eides statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und ohne
Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel angefertigt sowie die aus fremden Quellen
direkt oder indirekt übernommenen Gedanken als solche kenntlich gemacht habe.
Die Arbeit wurde bisher in gleicher oder ähnlicher Form keiner anderen Prüfungsbehörde
vorgelegt und auch noch nicht veröffentlicht.

Hamburg, den 07.02.2020

3
Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:VW Werbung Handbewegung, Quelle: Instagram Volkswagen, 2020 ................... 8


Abbildung 2:VW Werbung Einblendung, Quelle: Instagram Volkswagen, 2020 ........................ 9
Abbildung 3: Reaktion 1, Quelle: Twitter, amina_aziz_, 2020 .................................................... 9
Abbildung 4: Reaktion 2, Quelle: Twitter, ADS_Bund, 2020 .................................................... 10
Abbildung 5: Twitter Post VWGroup, Quelle: Twitter, VWGroup, 2020 .................................. 14

4
1 Einleitung

Volkswagen ist in den letzten Jahren selten mit positiven Schlagzeilen aufgefallen. Einige
dieser Schlagzeilen fungieren als Grundlage dieser Arbeit, auf Basis der Krisen der letzten
Jahre wird die Krisenkommunikation Volkswagens in einem ersten Schritt dezidiert
dargestellt. Konkret wird eine Situationsanalyse angefertigt in der zwei Krisen speziell
dargestellt werden, der Dieselskandal und ein rassistischer Instagram Werbespot. Die
Dieselaffäre beschäftigt Volkswagen bis heute und ist deshalb immer noch wichtig zu
betrachten sowie der rassistische Instagram Spot, der auch vor allem durch die Thematik
Rassismus und aktuelle Debatten rund um das Thema von hoher Relevanz ist.

Im zweiten Teil wird ein Risikoprofil erstellt, indem werden potenzielle neue Krisenherde
dargestellt. Vor allem beschäftigt die Autoindustrie das Thema erneuerbare Energien, da
diese beim Konsumenten immer beliebter werden und somit wichtiger für die gesamte
Autobranche.

Im dritten Teil wurde ein Zielgruppenprofil erstellt, das beinhaltet wer in Krisenzeiten,
welche Aufgabe hat und wer ein Teil vom Krisenstab ist. Zudem wurden Zielgruppen für
die Krisenkommunikation festgelegt.

Abschließend wurde ein Maßnahmenplan entwickelt, indem das Thema Schulungen für
Führungskräfte thematisiert sowie die Agilität und Zusammensetzung des Krisenstabs
überarbeitet. Zuletzt wurden Maßnahmen erläutert, die Handlungsspielräume für
kommende Krisen schaffen können.

5
2 Situationsanalyse Volkswagen

2.1 Dieselskandal

In der Situationsanalyse von Volkswagen beschäftigen wir uns ausschließlich mit der
Automobilsparte Volkswagen und lassen den Konzern Volkswagen AG mit seinen
verschiedensten Untermarken wie Audi, Porsche oder ähnlichen außen vor.

In unserer Wahrnehmung ist Volkswagen ein Unternehmen, dass von vielen Krisen
gebeutelt ist. Der Start der Misere war der Dieselskandal und der damit verbundene
schlechte Umgang mit den Volkswagenkunden. Der Dieselskandal ist ein immer noch
andauerndes Thema, dass Volkswagen weiterhin beschäftigt. Aber auch in der
Kommunikation hat sich Volkswagen im Jahr 2020 bereits einen Fehler erlaubt, der vor
allem in den sozialen Medien für einen Aufschrei sorgte und zu einem regelrechten
Shitstorm ausgeartet ist. Das sind die beiden Krisenherde, auf die wir uns in dieser
Situationsanalyse beschränken werden. Die Krisenherde unterscheiden sich Grundlegend
und eignen sich deshalb für diese Situationsanalyse. Im Folgenden werden beide Krisen
vorgestellt und vor allem wird dargelegt wo diese öffentlich sichtbar geworden sind.

Der Dieselskandal oder auch Abgasskandal ist die vorsätzliche Manipulation gesetzlich
vorgegebener Grenzwerte für Autoabgase. Im September 2015 wurde öffentlich, dass
Volkswagen eine gesetzeswidrige Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung ihrer
Dieselfahrzeuge verbaute. Die Abgasnormen wurden nur in einem speziellen
Prüfstandsmodus erreicht, bei normalem Betrieb wurde hingegen die
Abgasreinigungsanlage fast komplett abgeschaltet. Laut Volkswagen gibt es weltweit elf
Millionen Fahrzeuge mit dieser Software.1

Volkswagen reagierte auf die Vorwürfe und gestand das Vergehen öffentlich ein. Der
damalige Vorstandvorsitzende Martin Winterkorn entschuldigte sich bei Kunden,
Behörden und der Öffentlichkeit für das Vorgehen von Volkswagen. Daraufhin stoppte
Volkswagen den Verkauf der betroffenen Dieselfahrzeuge in Kanada und den
Vereinigten Staaten. Kurz nachdem ersten Statement räumte Volkswagen ein die
manipulierte Software auch in Fahrzeugen außerhalb den Vereinigten Staaten und
Kanada verbaut zu haben. Einen Tag nach diesem Statement bat Winterkorn um die
Aufhebung seines Vertrags und begründete dies mit einer persönlichen Neuorientierung.

1
vgl. NDR 1 Niedersachsen 2018.
6
Dennoch sei er, sich im Hinblick auf den Dieselskandal, keiner Schuld bewusst.
Mittlerweile muss sich Winterkorn im Jahr 2020 vor dem Landgericht gegenüber dem
Vorwurf des Erwerbs- und Bandenmäßigen Betrugs in Zusammenhang mit dem
Dieselskandal verantworten.2

Eine weitere Reaktion war ein Goodwill Programm das von Volkswagen of America ins
Leben gerufen wurde. Dieses beinhaltete eine 1000 Dollar Gutschrift pro Fahrzeug, das
der betroffene Kunde besitzt. Falls man als Kunde dieses Angebot angenommen hat
verlor man jegliches Klagerecht gegenüber Volkswagen.3

Abschließend wurde Volkswagen zu einer Strafe von rund 1 Mrd. Euro verurteilt und hat
dieses Bußgeld akzeptiert und somit die Verantwortung für die Manipulation
übernommen. Persönliche Strafverfahren wie gegen Martin Winterkorn finden losgelöst
von Volkswagen statt.4

Abschließend wird die Krisenkommunikation von Volkswagen betrachtet und die daraus
folgende Neu-Positionierung.

Volkswagen wirkte etwas unvorbereitet, da die Vorwürfe bereits Anfang September in


den USA bekannt wurden und erst am 19.09.2015 wurden sie in Deutschland öffentlich
gemacht. Am 20.09.2015 veröffentlicht Volkswagen eine Videobotschaft von Martin
Winterkorn. Inhalt dieser ist eine Entschuldigung und ein Versprechen zur lückenlosen
Aufarbeitung der Vorwürfe sowie das Versprechen, dass Manipulation bei Volkswagen
nicht mehr vorkommen darf.5 Begleitende Posts oder Statements in sozialen Netzwerken
blieben aus. Am 22.09.2015 wurde das Statement mit englischer Übersetzung via Twitter
veröffentlicht, das war die erste Reaktion nachdem die Anschuldigung bereits drei Tage
kursierten. Darauf folgt am 25.09.2015 die Bekanntmachung, dass Winterkorn zurücktritt
und durch Matthias Müller, vorher Porsche CEO, ersetzt wurde. Durch die wenige
Kommunikation nach außen verlor VW in den Anfangstagen die Hoheit über die
Kommunikation. Durch den neuen Vorstandsvorsitzenden änderte sich auch die
Kommunikationsstrategie. Anfang November begann VW immer wieder Updates über
Gespräche mit den Behörden. Es dauerte aber bis zum 10.12.2015 bis Volkswagen
erstmalig eine Pressekonferenz gab und somit in den Dialog mit der Öffentlichkeit trat,

2
vgl. Werner Beutnagel 2020.
3
vgl. NDR 1 Niedersachsen 2018.
4
vgl. NDR 1 Niedersachsen 2018.
5
vgl. NDR 1 Niedersachsen 2018.
7
in diesem Fall mit nationaler und internationaler Presse. Des Weiteren gab es auch TV
Interviews für ausgewählte Sender.6

2.2 Rassistischer Instagram Spot

Diese Ausführung haben den Dieselskandal und die damit einhergegangene


Krisenkommunikation von Volkswagen beschrieben. Der nächste Krisenherd für
Volkswagen war von etwas anderer Natur.

Volkswagen hat auf ihrem Instagram Kanal ein Werbevideo für die 8. Auflage des
Volkswagen Klassikers Golf veröffentlicht. In dem Werbeclip ein Mann mit dunkler
Hautfarbe vor einem gelben VW Golf gezeigt. Eine große weiße Hand schubst den Mann
an dem Auto vorbei in ein Gebäude, an dessen Fassade „Petit Colon“ (kleiner Siedler)
steht, zu sehen in Abbildung 1. In den sozialen Medien wurde dies als eine Anspielung
auf die Kolonialgeschichte Europas verstanden. Was ebenfalls für Aufschrei sorgte war
die überdimensionale Hand, die den Mann wegschnipst, dabei formte diese mit Daumen
und Zeigefinger einen Kreis. Die drei abgespreizten Finger stehen für ein W und der Kreis
mit dem verlängerten Ringfinger steht für ein P. Die Buchstaben in Verbindung stehen
für White Power, eine Bewegung die tief in der internationalen Neonazi Szene verankert
ist.7

Abbildung 1:VW Werbung Handbewegung, Quelle: Instagram Volkswagen, 2020

6
vgl. NDR 1 Niedersachsen 2018.
7
vgl. Felix Haselsteiner 2020.
8
Außerdem sind am Ende des Werbespots, als der Slogan „DER NEUE GOLF“ nach und
nach eingeblendet wird, die ersten Buchstaben, die erscheinen ER, NE, G, in Abbildung
2 zu erkennen. Das zog einen weiteren Aufschrei nach sich, da viele Leute daraus das
Wort „NEGER“ gelesen haben.8

Abbildung 2:VW Werbung Einblendung, Quelle: Instagram Volkswagen, 2020

Die Reaktionen auf diesen Werbespot waren vor allem in den sozialen Medien sehr klar
und unterstellten Volkswagen offensichtlich Rassismus. Es folgen einige Reaktionen von
verschiedenen Usern auf Twitter. Darunter der offizielle Account für Antidiskriminierung
der Bundesregierung und weitere User.

Abbildung 3: Reaktion 1, Quelle: Twitter, amina_aziz_, 2020

8
vgl. Zeit Online 2020.
9
Diese Userin beschwert sich darüber, dass Volkswagen Deutschland den eigenen Twitter
Account „protected“ haben, was bedeutet, dass nur User die auch dem Account folgen
diesen erwähnen können. Außerdem fordert diese Userin Konsequenzen.

Die zweite Reaktion, der Stelle für Antidiskriminierung des Bundes, fordert ein
Mindestmaß an Sensibilität im Umgang mit dem Thema Rassismus und diese sollte vor
allem auch in der Werbung gelten.

Abbildung 4: Reaktion 2, Quelle: Twitter, ADS_Bund, 2020

Diese Reaktionen spiegeln den Allgemeinen Tenor auf Twitter und in den anderen
Sozialen Medien wider. Viele User reagierten mit Unverständnis und Wut auf den
Werbespot. Volkswagen und die dafür zuständige Agentur reagierten wie folgt auf den
Vorfall. Die zuständige Agentur war in diesem Fall DDB, in ihrem Statement zeigten sich
die Verantwortlichen bestürzt darüber wie so etwas in ihrem Verantwortungsbereich
erscheinen konnte. Außerdem versprechen sie Aufklärung und falls es sich herausstellen
sollte, dass es vorsätzlich rassistische Inhalte veröffentlicht wurden werde es personelle
und rechtliche Maßnahmen gegen betroffene Personen geben.9

Volkswagen reagierte auf den Skandal damit, dass interne Abläufe überarbeitet werden
und Mitarbeiter stärker für das Thema Rassismus sensibilisiert werden sollen. Personelle
Konsequenzen sollen nur dann Folgen, wenn sich herausstellen sollte das vorsätzlich
gegen bestehende Verhaltensregeln gehandelt worden sei. Volkswagen hat in diesem Fall
einen offenen Dialog mit den Journalisten gesucht, die Rechtschefin hatte in einem
Telefoninterview Fragen mehrere Journalisten beantwortet. Außerdem gründet
Volkswagen ein sogenanntes Board of Ethik, um in Zukunft Werbebotschaften von
Fachleuten überprüfen zu lassen. 10

9
vgl. DDB Germany 2020.
10
vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung 2020.
10
Dieser Krisenherd unterscheidet sich in seiner Ausgangslage und auch in der Größe des
medialen Aufschreies vom Dieselskandal. Dennoch hat Volkswagen mit dem Werbespot
einen Fehler gemacht und diesen zu einer Zeit, in der das Thema Rassismus auch so schon
viel diskutiert wird.

3 Risikoanalyse

Die Risikoanalyse der Volkswagen AG wird sich vor allem um den zentralen Punkt
erneuerbare Energien in der Automobilindustrie drehen. Vor allem wird es sich um das
Thema Elektromobilität drehen, da diese Technologie für die Automobilindustrie von
zentraler Bedeutung sein wird. Außerdem kann die Autoindustrie mit saubereren
Energien einen Beitrag leisten die Umwelt zu schützen. Das Thema Umweltschutz wird
sich in allen Bereichen der Wirtschaft bemerkbar machen, vor allem die Autoindustrie
steht häufig in der Kritik einer der Hautverursacher der Klimaerwärmung zu sein. Sollte
VW es in den nächsten Jahren nicht schaffen diese Wende vom Verbrennungsmotor hin
zu erneuerbare Energien zu bewerkstelligen kann es durchaus passieren, dass sich die
Kunden von VW abwenden da es Mitbewerber wie Tesla gibt, die schon seit mehreren
Jahren Elektroautos bauen und dementsprechend schon mehr Erfahrungen auf diesem
Gebiet aufweisen. Mittlerweile versucht VW den Einstieg in den Markt mit ihrem ersten
vollelektrischen Modell, dem ID.3. Der Kleinwagen wird im Herbst 2020 erstmals
ausgeliefert.

Ein weiterer Punkt, der vor allem auch beim Volkswagen Konzern auch schon in der
Vergangenheit zu dem ein oder anderen Krisenherd geführt hat, ist das Thema Verhalten
des Top Managements. Früheren Top Managern wird Bandenmäßiger Betrug
vorgeworfen aufgrund der Vorkommnisse während des Diesel Skandals vorgeworfen,
einige sind freigesprochen worden, gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Martin
Winterkorn wird noch weiter ermittelt.

Außerdem sind in den letzten Monaten immer wieder Streitereien mit Zulieferer durch
die Medien gegangen in die Volkswagen verwickelt war. Aktuell liegt VW mit dem
Zulieferer Prevent im Clinch, einem bosnischen Automobilzuliefere der für VW
Motorenteile und Sitzbezüge produziert. In den Jahren 2017 und 2018 gab es die
Vorwürfe gegen einen Manager bei VW, der Gespräche aufgenommen haben soll, in
denen es um den Umgang mit Prevent ging. Auf das Haus dieses Managers gab es im
11
Sommer 2020 einen Brandanschlag, als wäre das nicht genug wurde der Manager nun im
September tot in seinem ausgebrannten Auto aufgefunden. Die Hintergründe zu diesem
Fall sind noch ungeklärt.11

Volkswagen kommt seit dem Dieselskandal nicht zur Ruhe und es brennen immer wieder
neue Krisenherde auf, die es gilt zu bekämpfen.

4 Strategie

Im ersten Schritt der strategischen Krisenkommunikation sollten alle Ansprechpartner in


der Krise identifiziert werden. Zu diesem Zweck und zur besseren Übersicht über die
jeweiligen Verantwortungen während der Krise.

Der Krisenstab umfasst eine Gruppe von Personen innerhalb des Unternehmens, die
aufgrund einer krisenhaften Situation oder einer Krise einberufen werden muss. Nachdem
sich die Lage wieder entspannt, kehren die Mitglieder des Krisenstabes in die
ursprüngliche Rollen- und Aufgabenverteilung zurück. Selbst übernimmt der Krisenstab
keine Führung, sondern er funktioniert nur unter einem allein verantwortlichen Leiter.
Der Krisenstab besteht aus Vertretern der unterschiedlichen Bereiche von Volkswagen.
Es werden situationsabhängig Vertreter aus der Geschäftsführung bzw. des
Vorstands/Präsidiums, der Öffentlichkeitsarbeit, des Marketings/Vertrieb, des Rechts,
der Personalleitung, der Entwicklung, der Unternehmensprüfung und ggf. aus
Niederlassungsleitern oder der einzelnen Geschäftsbereiche sowie jemand der zuständig
ist für die einzelnen Zulieferer zusammengezogen. Aufgabe der Mitglieder des
Krisenstabes ist es, den Leiter des Krisenstabs bei der Beurteilung der Lage zu beraten,
Entscheidungsvorlagen vorzubereiten und die kommunikativen und operativen
Maßnahmen zu koordinieren und zu überwachen. Diese Aufteilung stellt sicher, dass
unter einem hohen zeitlichen Druck Entscheidungen schnell getroffen und die
Maßnahmen umgehend umgesetzt werden können. Zusätzlich ist der Krisenstab im Fall
einer Krise zuständig den Kontakt beispielsweise zu Behörden, Polizei, Feuerwehr und
Mitarbeitern zu halten sowie die Medien und die breite Öffentlichkeit zu informieren. Die
Rollen- und Aufgabenverteilung der einzelnen Mitglieder wird in einem Krisenhandbuch
definiert. Die Öffentlichkeit ist vor allem bei Krisen der Größenordnung eines

11
Deutsche Welle 2020, vgl.
12
Dieselskandals und der Größe des Unternehmens Volkswagen von großer Bedeutung, da
es sich dabei um das größte Unternehmen Deutschlands handelt. In dieser Größenordnung
werden Krisen schnell bekannt und es kann Unmut über das Verhalten des Unternehmens
in der Öffentlichkeit entstehen.

Das Ziel für Volkswagen sollte es sein aus den vorherigen Krisen zu lernen und die Fehler
nicht wieder zu machen. Beim Dieselskandal war die Kommunikation zu langsam und es
fand kein Dialog mit den Medien oder der Öffentlichkeit. Die Videobotschaft von Martin
Winterkorn bat nicht die Möglichkeit für Journalisten Fragen zu stellen. Diesen Fehler
hat Volkswagen bei den Rassismusvorwürfen nicht gemacht und hat nach kurzer Zeit eine
Pressekonferenz einberufen. Außerdem haben sie, um solchen Vorkommnissen
vorzubeugen ein Ethikboard gegründet. Das zeugt, dass Volkswagen aus den
Vorkommnissen gelernt hat und in Zukunft vorbeugen will.

5 Maßnahmenplanung

Um Krisen vorzubeugen und die Krisenkommunikation von Volkswagen zu verbessern


werden verschiedene Maßnahmen ergriffen.

Die erste Maßnahme ist eine Schulung für die Führungskräfte, in der es darum gehen soll
wie man sich in Krisenzeiten verhält. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die
Führungskräfte immer wieder einen großen Teil der Berichterstattung über das
Unternehmen bestimmt haben. Die Schulung soll beinhalten wie sich Führungskräften in
der Öffentlichkeit präsentieren, mit einem besonderen Fokus auf die Kommunikation mit
den Medien während einer Krise. Beispielsweise die Reaktion auf die Vorwürfe
hinsichtlich des Dieselskandals hätten mit einer anderen Reaktion in geordnete Bahnen
geleitet werden können.

Zudem soll der Krisenstab optimiert werden, er soll noch agiler reagieren können und
sich schneller auf die jeweilige Krisensituation einstellen. In der Vergangenheit hat es
häufiger zu lange gedauert bis Volkswagen ein Statement veröffentlicht hat. Dies hat dazu
geführt, dass Volkswagen die Kommunikationshoheit nie für sich gewinnen konnte und
die Öffentlichkeit sich häufiger ihre eigene Meinung bildet.

Die Entwicklung im Umgang mit Krisen zeigt, dass Volkswagen sich dahingehend
weiterentwickelt hat. In der Dieselaffäre war die Reaktion zu langsam und nicht
13
dialogorientiert, was zu Unklarheiten und Missverständnissen geführt hat. Auf die
Vorwürfe zum rassistischen Social Media Spot hat Volkswagen, kurz nach dem Shitsorm,
reagiert. Die Rechtschefin gab ein Statement ab und veranstaltete eine Fragerunde mit
Journalisten verschiedener Medien. Und gab Maßnahmen bekannt, die zur Verbesserung
der Abläufe führen soll. Diese Entwicklung zeigt, dass sich das Krisenmanagement stetig
verbessert und mit akuten Krisen umgehen kann.

Abschließend ist hervorzuheben wie Volkswagen mittlerweile Krisen vorbeugt, indem


sie für positive Schlagzeilen sorgen. Damit schafft Volkswagen sich selber Spielräume in
denen sie agieren können und die bei eventuellen Krisen dazu führen können, dass
Volkswagen durch eine positive Konnotation in der Öffentlichkeit kleinere Fehler
verziehen werden können. In Abbildung 5 sieht man, dass Volkswagen sich zu dem
aktuellen politischen Thema um das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos klar positioniert
hat und schnelle Soforthilfe in Form von 5 Millionen Euro gesendet hat.

Abbildung 5: Twitter Post VWGroup, Quelle: Twitter, VWGroup, 2020

14
6 Literaturverzeichnis
DDB Germany (2020): Stellungnahme. Online verfügbar unter
https://www.facebook.com/DDBGermany/posts/3087378587950457/, zuletzt geprüft am
11.09.2020.

Deutsche Welle (2020): Ein Toter und der Streit zwischen Volkswagen und seinem Zulieferer
Preven. Online verfügbar unter https://www.dw.com/de/ein-toter-und-der-streit-zwischen-
volkswagen-und-seinem-zulieferer-prevent/a-54608063, zuletzt geprüft am 10.09.2020.

Felix Haselsteiner (2020): Umstrittenes Fingerzeichen. Hg. v. Süddeutsche Zeitung. Online


verfügbar unter https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-white-supremacy-ok-1.4932254,
zuletzt geprüft am 10.09.2020.

Frankfurter Allgemeine Zeitung (2020): Umstrittenes VW-Video bleibt ohne personelle


Konsequenze. Online verfügbar unter
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/rassismus-umstrittenes-vw-video-ohne-
personelle-konsequenzen-16810538.html, zuletzt geprüft am 12.09.2020.

NDR 1 Niedersachsen (2018): Die VW-Abgas-Affäre: Eine Chronologie. Online verfügbar unter
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Die-VW-
Abgas-Affaere-eine-Chronologie,volkswagen892.html, zuletzt geprüft am 10.09.2020.

Werner Beutnagel (2020): Martin Winterkorn muss vor Gericht. Online verfügbar unter
https://www.automobil-produktion.de/hersteller/wirtschaft/martin-winterkorn-muss-vor-
gericht-128.html, zuletzt geprüft am 10.09.2020.

Zeit Online (2020): Umstrittener VW-Clip bleibt ohne personelle Konsequenzen. Hg. v. Zeit.
Online verfügbar unter https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-white-supremacy-ok-
1.4932254, zuletzt geprüft am 10.09.2020.

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