Sie sind auf Seite 1von 202

Franz Bernhard Ammann

Zu den
Quellen der Erkenntnis
Der Weg zur geistigen Wiedergeburt

Aurora-Verlag
Das Bild auf dem Umschlag stammt von William Blake
und heisst "Jakobs Traum"
Mit freundlicher Genehmigung des British Museum, London

Erstveröffentlichtung 1984
Copyright 1984 by Franz Bernhard Ammann
Alle Rechte vorbehalten
Auszüge mit Quellenangabe gestattet

Zweite erweiterte Auflage 1998


Aurora-Verlag
CH-8712 Stäfa, Rainstr. 12

4
Aus Gott werden wir geboren,
in Christus sterben wir,
durch den heiligen Geist werden
wir zum Leben wiedererweckt.

Fama Fraternitatis

5
Vorwort

Dieses Buch wendet sich an suchende Menschen,


die in tieferer Weise als nur verstandesmässig nach
dem Sinn und Ziel ihres Lebens fragen.

Wer mit dem Herzen zu lesen versteht und sich in


das Wesen der Worte vertiefen kann, den geistigen
Gehalt immer wieder in sich aufzunehmen vermag,
erschliesst sich den Weg in ein neues Sein, weil durch
ein wahres Erkennen jener verborgene Prozess im
Innersten beginnen kann, den das Johnnes-
Evangelium die Wiedergeburt nennt.

Ohne diese neue Geburt aus Wasser und Geist ist für
den Menschen eine wirkliche Gotteserfahrung nicht
möglich. Sie ist das eine Ziel, das alle anderen Ziele
zunichte macht, denn in ihr liegt das Mysterium des
Lebens verborgen. Diese geistige Geburt kann niemand
für den andern vollbringen, wie keiner für den anderen
atmen kann. Sie wird nur dann vollbracht, wenn ein
Mensch seelisch reif geworden ist, durch bewusste
Liebe zu allen atmenden Wesen, weil in ihm geistige
Erkenntnis und geistige Liebe zusammenfliessen.

6
Helfen, im wahren Sinne, kann einem Menschen nur
das, was fähig ist, ihn innerlich zu verändern und sein
Bewusstsein zu erweitern. Dies kann nur der Geist
allein. Doch vermögen Worte den Weg zu erläutern, auf
dem der göttliche Geist wieder erlangt werden kann,
aus dem und durch den das wahre SELBST-Bewusstsein,
das auch den Tod überdauert, erst möglich wird. Nur die
aus dem Geiste wiedergeborenen Seelen sind genügend
stark, das Antlitz unserer so tief entarteten Welt zu
verändern, indem sie sich selbst ersterben, um für die
Menschheit zu leben, wie der Gottheit zu dienen.

Alle, die ernsthaft suchen, die nicht nach sogenannten


okkulten Kräften streben, vielmehr um der Wahrheit und
der Menschheit willen leiden, sie werden den wahren Geist
in den Tiefen der eigenen Seele finden, als das LICHT der
Lichter, das durch die Finsternis bricht, sobald ihr Herz
durch das geistige Feuer geläutert ist. Für diese steht es
geschrieben: Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die
Wahrheit wird euch frei machen. (Joh. 8/32).

Franz Bernhard Ammann

7
Wahrlich, wahrlich ich sage dir, wenn
jemand nicht von neuem geboren wird
aus Wasser und Geist, so kann er
nicht eingehn in das Reich Gottes.

Was aus dem Fleisch geboren ist, das


ist Fleisch, und was aus dem Geist
geboren ist, das ist Geist. Lass dich's
nicht wundern, dass ich gesagt habe,
ihr müsst von neuem geboren werden.

Der Wind weht, wo er will, und du hörst


sein Sausen, aber du weisst nicht, woher
er kommt und wohin er fährt. Also ist
ein jeder, der aus dem Geist geboren ist.

Johannes / 3. Kap. 5-8

8
Erkennen
das heisst
eins zu werden,

eins zu werden
das heisst lieben,

lieben heisst
das EINE fühlen

und ES erfühlen,
das heisst
sein!

9
Die Wahrheit, die wir stets verstehn,
ist nicht die ewige Wahrheit,
was wir als Wirklichkeit ansehn,
ist stets bedingt durch Raum und Zeit.

Wer meint zu wissen, der weiss nicht,


nur wer erkennt, schaut einst das LICHT,
das über dem Verstande steht
und stets das wahre Sein bewegt.

Was der Verstand nie fassen kann,


und doch, wodurch er erst versteht,
das ist der Geist, der stets als Klang
und LICHT uns unbewusst im Herzen lebt.

Wir werden schwer die Wahrheit finden,


wenn viel Begriffe uns noch binden,
nur wer Begriffe überwindet,
wird einst die Wirklichkeit erringen.

10
Gott an sich lässt sich nie schildern,
doch über Gott kann man wohl schreiben,
sei's durch Gleichnis, Zeichen, Bilder,
sie helfen uns das Sein erweitern.

Die Gottheit mag es uns vergeben,


dass wir bis heut noch nicht verstehn
die geistige Einheit allen Lebens,
stets nur die äussern Formen sehn.

Wenn einst erstrahlt aus geistiger Welt


das LICHT, das jedes Herz erhellt,
was wir im Innern dann entdecken,
wird unser Sein im Grund erschüttern.

Wohnt auch in uns ein Gottesfunken,


sind wir im Blute doch vertiert,
wie tief sind wir hinabgesunken,
wie weit im Sein degeneriert.

11
Ein Leben ohne Religion -
ohne Bindung mit dem LICHT,
wird zur kranken Illusion,
an der das Herz dereinst zerbricht.

Vergängliches wird zum Verhängnis,


bis man sein wahres SELBST entdeckt,
und Gottes ewiges Vermächtnis
im eigenen Seelengrund erweckt.

Wir trachten alles zu besitzen,


und fühlen doch das EINE nicht,
solang uns fehlt das LICHT im Herzen,
stehn wir in Wahrheit vor dem Nichts.

Weil uns die Ehrfurcht fehlt im Herzen


vor Gott und der Erscheinungswelt,
zerstören wir in Leid und Schmerzen
die äussere Welt und auch uns selbst.

12
Der Mensch strebt nach Besitz und Macht,
statt nach dem LICHT im eigenen Innern,
doch ohne geistige Strahlungskraft,
kann niemand's wahre LEBEN finden.

Wir suchen nach dem ewigen LEBEN


durch die verschiedensten Methoden,
doch anders sind des Geistes Wege,
die uns erlösen aus dem Tode.

Wenn leichter wär der Himmelsweg,


er wäre längst von all den Menschen,
die geistig suchen schon verlegt,
die ihn aus höherer Selbstsucht wünschen.

Gott lebt in jener lichten Welt,


die nur diejenigen finden,
in denen's eigensüchtige Selbst
zuvor vollständig schwindet.

13
Wir suchen die persönliche Freiheit,
und nicht der Gottheit ewige Wahrheit,
doch nur die Wahrheit kann das bringen,
was heisst die wirkliche Freiheit finden.

Wir dienen Gott mit äusserm Kult,


Gesang - Gebet - geweihtem Rauch,
doch ohne wahren Dienst für unsere Schuld,
berührt uns niemals Gottes Hauch.

Tief in die niedere Welt versunken,


den geistigen Ursprung längst vergessend,
kaum mehr bewusst des Gottesfunkens,
sind wir vom eigenen Wahn besessen.

Wohl dem, der dies sogleich erkennt,


von allen Wegen, die der Mensch beschreitet,
ihn doch ein tiefer Abgrund trennt
vom Weg, den Christus für ihn zubereitet.

14
Das Christentum wird nur verkündet,
doch nirgends wird es vorgelebt,
der Mensch verbleibt in Leid und Sünde,
weil er nicht tut, was Gott gelehrt.

Christ kann man niemals werden,


geht man nicht selbstlos - still -
den innern Weg auf Erden,
stets so, wie Gott es will.

Ein wahrer Christ fühlt jederzeit


den Zustand der Gefallenheit,
bewusst des Seins der Ewigkeit,
versteht er aller Wesen Leid.

Wer sich ernährt vom Blut der Tiere,


wird seinen wahren Geist verlieren,
die grosse Schuld der Christenheit
hält uns in Finsternis und Leid.

15
Dominiert in uns der Eigenwille,
wird Gottes Wahrheit nie erfahren,
allein durch reine Seins-Gefühle
kann's ewige LICHT sich offenbaren.

Der Weg beginnt mit den Gefühlen,


die nicht ins Gegenteil sich kehren,
die stetig bleiben bis zur Fülle,
befreit von allem Ich-Begehren.

Nur wer sein niederes Ich verliert,


kann echtes Seins-Gefühl empfinden,
wer keine Selbstsucht mehr verspürt,
wird's wahre SELBST im Herzen finden.

Wie die Pflanzen stets sich kehren


der Sonne zu, sich ganz entfaltend,
soll der Mensch, frei von Begehren,
dem inneren LICHTE stille halten.

16
Der Mensch hängt stets aus Eigensucht
an dieser oder jener Form,
durch falschen Wahn und Menschenfurcht
am Kult der äusseren Religion.

Die Religion ist mehr, als förmlich


mit äusserem Kult erscheinend,
ihr Grund bleibt ewig wesentlich,
ihr Handeln selbstverneinend.

Das Leid entsteht aus dem Begehren,


im Eigenwahn zu existieren,
doch niemand findet je das LEBEN,
solange er sich selbst forcieret.

Wer im Sein noch nicht gelöset,


versuche nicht durch Schrift und Rede,
andere Menschen zu bekehren,
verstärkt er doch den Keim des Bösen.

17
Wir leben nicht, wir vegetieren,
bis unser Dasein sich verlieret,
nur wenn das niedere Selbst erstirbt,
das LEBEN sich in uns gebiert.

Geboren werden, heisst ersterben


und einsehn, dass man noch nicht lebt,
ersterben heisst das Ewige erben,
das uns dem geistigen Tod enthebt.

Nichts ist so wichtig auf der Erde,


als täglich nach dem Geiste fragen,
und dem, was wir im Herzen tragen,
uns übergeben, dass ES werde.

Wir stehn uns dauernd selbst davor,


und wollen jenen Schritt nicht tun
durch das bekannte, schmale Tor,
das aufschliesst unser Heiligtum.

18
Die Menschen können nicht begreifen,
weil sie das Heilige nicht mehr fühlen,
im eigenen Sein zu wenig reifen,
um in sich Gottes WORT zu hören.

Und doch verlässt die Liebe sie


seit Anbeginn der Welt doch nie,
sie wartet Tag und Nacht am Tore
auf alle, die sich selbst verloren.

Schwer ist's für viele zu verstehn,


dass sie nicht beten sollen
für ihr persönlich Eigenwollen,
das doch vorerst muss untergehn.

Wir beten laut, wir beten stille,


des Vaters Wille mag geschehn,
und haften doch am Eigenwillen,
vermehrend unser Leid und Weh.

19
Wer um vergängliche Dinge fleht,
erkennt das göttliche Wesen nicht,
wer Gott als wahren Geist versteht,
der trachtet nach dem ewigen LICHT.

Wir brauchen für den wahren Glauben


kein äusseres Wortbekenntnis,
vielmehr ein inneres Gottvertrauen
durch geistige SELBST-Erkenntnis.

Nur glauben, weil's geschrieben steht,


mag anfangs sicher richtig sein,
doch tritt nur der ins LEBEN ein,
wer ES im eigenen Sein erlebt.

Wer will verstehn der Schriften Sinn,


muss wachsen in ein neues Sein,
gibt man sich ganz dem Geiste hin,
wird auch die Seele wieder rein.

20
Wird Gottes WORT in uns zum Wesen,
dann lernen wir bewusst verstehn,
denn jede Seele, die genesen,
lernt geistig hören und auch sehn.

Einst legen wir die Bücher weg,


und lauschen auf die Stimme,
die selbst die Wahrheit und der Weg,
im eigenen tiefsten Innern.

Gott wird allein vom Geist erkannt,


sein LICHT vom Heiligen nur erlangt,
alle Selbstsucht muss erst sterben,
durchs göttliche Feuer ganz entwerden.

Weil Gottes Sein die Liebe ist,


muss jeder Mensch in seinem Wesen
durch Liebe erst so weit genesen,
bis er sich vollends selbst vergisst.

21
Gesegnet ist für uns die Stunde,
in der wir unsern Weg erkennen,
wenn wir in uns die Kraft gefunden,
und uns vom alten Leben trennen.

Durch Leiden kommen wir zur Reife,


sobald wir dieses ganz begreifen,
weist es den Weg zur Seligkeit
und öffnet uns die geistige Welt.

Noch nie fand eine Seele Gott,


der vor der Welt verborgen,
ohn' dass sie starb vor ihrem Tod,
frei von Selbstwahn und von Sorgen.

Wenn unser Ich zur Ruh gekommen,


ist auch das Ziel schon halb erreicht,
im Sein wird dann das WORT vernommen,
erwacht in uns das göttliche Reich.

22
Das ist des Lebens wahrer Sinn,
dass wir zur Göttlichkeit berufen,
zu gehn durch alle Seelenstufen
zur geistigen Vollendung hin.

Abgeirrt sind wir vom Wege,


wir kämpfen blind uns durch die Welt,
das Leben bringt mehr Leid als Segen,
wenn nicht der Geist das Sein erhellt.

Das LEBEN lässt sich nie erzwingen,


das Sterben müssen wir erkennen,
damit das Werk in uns beginne,
das dann der heilige Geist vollendet.

Solang ein Mensch noch widerspricht


dem heiligen Geist des Lebens,
verhindert er das innere LICHT,
sein Eigen-Streben bleibt vergebens.

23
In unserem Blute wirken Gluten,
als Sündferment von dieser Erde,
sie hindern uns am wirklich Guten,
weil sie sich seit dem Fall vererben.

Im Gluten liegt der Keim der Krankheit,


die Ursach menschlicher Leidenschaften,
der Grund für unsere Sterblichkeit
und eigenwilliges Erdverhaften.

Beschädigt bleibt der Lebenssaft,


unrein des Menschen Erdenblut,
strahlt nicht in uns des LICHTES Kraft
und brennt uns rein von diesem Fluch.

Wer nicht vom LOGOS wird getauft


mit heiligem Geistesfeuer,
wird kaum von Sünde losgekauft,
sein Blut wird nicht erneuert.

24
Das göttliche Feuer schmelzt uns ein,
brennt Blut und Seele wieder rein,
durchdringend bis ins Mark hinein,
erschliesst es uns das geistige Sein.

Wenn nicht das heilige Feuer brennet


in Herz und Haupt, in Händen - Füssen,
wir Menschen werden niemals lernen,
die innern Siegel aufzuschliessen.

Bevor nicht Gottes heilendes Feuer


das ganze Wesen hat erneuert,
kann niemand je zuvor verstehn,
wie denn die Toten auferstehn.

Der Geist erneuert immerfort,


damit der Seele werd gegeben
die Auferstehung aus dem Tod
ins LICHT des ewigen Lebens.

25
Vom Geiste, der im Ewigen gründet,
im stillen Rhythmus seines Odem,
wird unser Herz allein entzündet
und eingeprägt der Seel sein Wollen.

Der heilige Geist strahlt ohne Ende,


auflösend neues LEBEN bringend,
selig-schmerzend uns durchdringend,
inneres LICHT und Liebe spendend.

Wenn unser Sein vom Geist bewegt,


dann nähern wir uns Christi Bahn,
sein LICHT vertilgt den Eigenwahn,
der uns stets hindert auf dem Weg.

Im Einklang mit dem Geist des LEBENS,


beginnt die Seele auf der Erde
ihr Auferstehungskleid zu weben,
und mit dem Ewigen eins zu werden.

26
Der LOGOS trägt das Heilsgeheimnis,
als Odem aus der Ewigkeit,
der aus dem tierischen Gefängnis
die Seel befreit für alle Zeit.

Jede lautere Menschenseele


kann dank der ewigen LOGOS-Strahlung
sich wieder mit dem Geist vermählen,
durchs wahre Opfer der Versöhnung.

Bring ich mich selbst zum Opfer dar,


wird Er erstehn in meinem Wesen,
der nach mir kommt, doch vor mir war
und ist, - bevor ich je gewesen.

Geb ich mein Herz in seine Hände,


so führt mich Gott zu seinem Ziel,
mein Leben wird sich völlig ändern,
nicht so wie ich, wie Er es will.

27
Nur durch die echten Seins-Gefühle
des Glaubens - Hoffnung und der Liebe,
als Wesenskräfte unserer Seele
erlangen wir das LEBEN wieder.

Wahren Glauben wird nur finden,


wessen Herz vom Geist entzündet,
heisst glauben doch den Willen fühlen,
der unser Wesen sollt erfüllen.

Die Hoffnung sich uns offenbart,


sobald der Geist im Innern strahlt,
im Wesen ist sie jene Kraft,
die unser Sein unsterblich macht.

Wird es in unserem Herzen LICHT,


die Liebe sich nach aussen bricht,
und jedes Wesen wird geliebt
von ihrem Strahl ohn' Unterschied.

28
Der Mensch spricht oft: "Ich liebe Dich",
und hält sich selbst dabei für gut,
doch liebt er stets sein eigenes Ich,
versteht nicht, was er wirklich tut.

Um seinen Nächsten zu verstehn,


und um ihn gar zu lieben,
muss unser niederes Ich vergehn,
sich im ICH-BIN zuvor verlieren.

Das niedere Ich kann niemals lieben,


ja nicht einmal sich selbst,
ruhelos durch Wünsche - Triebe,
begehrt es immerzu die Welt.

Liebe muss man erst empfangen


von oben, als die göttliche Kraft,
man wird sie jedoch nur erlangen,
wenn man sich selbst vergessen hat.

29
Die wahre - geistige Liebe dient,
dank ihrer göttlichen Natur,
ohn' jeden Selbstzweck und Verdienst
stets jeder Lebens-Kreatur.

Des Lebens allgegenwärtige Kraft,


die jedes Leid der Menschheit stillet,
das ist die göttliche Liebesmacht,
der ewigen Weisheit heiliger Wille.

Die Liebe ist der Grund des Lebens,


wir Menschen sind solang verloren,
bis wir im Herzen sie erleben,
als Flamme, die uns eingeboren.

Die eingeborene Liebeskraft,


die immerwährend in uns schafft,
lässt jedes Herz stets richtig handeln,
um unser Sein ins LICHT zu wandeln.

30
Strahlt Gottes Liebe nicht im Innern,
schliesst sich das Seelenzentrum zu,
die Seinsentfaltung wird verhindert
und das Verstehn von Ich und Du.

Solang die Liebe fehlt im Leben,


ist alles Tun umsonst gewesen,
denn ausser ihr kannst du nichts geben,
ist sie doch selbst dein wahres Wesen.

Suchst du das Erste und das Letzte,


die Liebe ist's - und ihr Vergeben,
als die Erfüllung des Gesetzes
und Vollendung allen Lebens.

Der Mensch will dauernd tun das Rechte,


weil er nicht fühlt die grosse Wahrheit,
dass Liebe sogenanntes Gut- und Schlechtes
nie tut, doch trägt zu jeder Zeit.

31
Wer seiner äusseren Welt entsagt,
um möglichen Leiden zu entfliehn,
erkennt noch nicht den neuen Tag,
noch fasst er seines Lebens Sinn.

Wer um des eigenen Seelenheils


die sogenannte Tugend übt,
der handelt noch in Eigenheit,
sieht nicht, wie er sich selbst betrügt.

Wer über das, was Menschen sagen,


sich noch im Sein erregt,
sei es nun Freude oder Klage,
geht noch den falschen Weg.

Solang die Menschen nicht erkennen,


dass sie die Wahrheit noch nicht wissen,
kann auch der Geist noch nicht entbrennen
in ihren Herzen als Gewissen.

32
Zum Geistes-Menschen werden
durch reine Herz-Erkenntnis,
dies ist das Ziel auf Erden,
als göttliches Vermächtnis.

Der Mensch wird niemals geistig frei,


kann er nicht wahrhaft selbstlos werden,
erstirbt er nicht schon in der Zeit,
unmöglich ist's, das Reich zu erben.

Der Tod führt nicht zur Ewigkeit,


den wahren Himmel wird nur finden,
wer diese Welt kann überwinden,
und frei wird von dem Rad der Zeit.

Der Geistes-Mensch stirbt vor dem Tod,


geht in sein göttliches Wesen ein,
das ihn erlöst aus Welten-Not
und heimführt in das lichte Sein.

33
Fehlt uns der wahre Gottesglaube,
so bleibt vergeblich alles Ringen,
um einst das ewige LICHT zu schauen,
das uns allein die Gnade bringet.

Obwohl durchs Karma schwer verflechtet,


bleibt doch die Gnade stets bestehn
für alle, die sich schuldig sehn,
doch niemals für die Selbstgerechten

Selbstsucht ist der wahre Grund


aller menschlichen Leiden,
niemand bleibt in sich gesund,
ohne sich im Sein zu weiten.

Sobald im Herzen wir empfinden,


ein wesentliches Seins-Gefühl,
ziehn uns des Geistes Schwingen
bereits hinan zu seinem Ziel.

34
Dringt einst die Herzens-Rose durch,
wird unser Leidenskreuz verdrängt,
mit ihm der Tod und alle Furcht,
ihr Aufgang wird zum seligen End.

Darin besteht des Geistes Gnade,


dass jede Seele auf der Erde,
sobald sie nach der Wahrheit fraget,
sich ihrer SELBST bewusst kann werden.

Solang das Sein auf Schein beruht,


wirkt kaum in uns des Geistes Segen,
nur dann strahlt seine Kraft ins Blut,
gehn wir im Herzen ihm zuerst entgegen.

Als Hilfe zur Verwirklichung des Einen,


mag's LICHT von andern für uns scheinen,
doch dieses LICHT geht einst verloren,
wird Es nicht selbst in uns geboren.

35
Aus göttlicher Kraft des höchsten Sein,
das ewige LICHT des Lebens strömt,
mit ihm sind wir latent vereint,
damit Es uns bewusst versöhnt.

Die wahre Hoffnung unseres Innern


stimmt mit den Kräften überein,
will man das LICHT erzwingen,
entfernt man sich vom Sein.

Kein einziges Jota wird vergehn


am göttlichen Seins-Gesetz,
bevor die Menschheit eingesehn,
wie sie seit je sich selbst verletzt.

Das Eigen-Wollen-Fühlen-Denken,
es bleibt solang in uns gespalten,
bis wir bewusst uns selbst versenken
in die Tiefen göttlichen Waltens.

36
Wenn wir das LICHT in uns gefunden,
durch Leid und Schmerz zur wahren Ruh,
im eigenen - tiefsten Wesensgrunde,
dann segnet Gott uns immerzu.

Nur die Ruhe kann Es bringen,


so spricht ein wahres mystisch Wort,
völlige Stille lässt uns finden,
was uns erlöst aus aller Not.

Will man das grosse Werk vollbringen,


um in das LEBEN einzugehn,
muss man im Seelenrhythmus schwingen,
des Geistes Odem uns durchwehn.

Wenn Gottes Odem uns berührt,


wird unser Sein vom Geist durchströmt,
hinan ins ewige LICHT geführt
und in sich selber ausgesöhnt.

37
Erst dann erfüllt der Mensch 's Gesetz,
wenn er im Herzen wirklich fühlt
die Einheit, die das All erfüllt,
sonst wird Es täglich neu verletzt.

All das, was man im Sein versteht,


kann man verzeihen und ertragen,
man nimmt sein Kreuz auf ohne Fragen,
weil ihm doch niemand je entgeht.

Man muss sich mit dem Strom verbinden,


der unser Herz am Leben hält,
denn er allein löst unsere Sinne
aus der Verhaftung an die Welt.

Nur durch die Wesens-Einheit


der geistigen Strömung im Herzen,
erlangt der Mensch die Freiheit,
verliert er Furcht und Schmerzen.

38
Gottes Geist allein ist wirklich,
wir Menschen leben stets im Wahn,
unsere Seele wird erst glücklich,
wenn sie im Geiste schwingen kann.

Kein Mensch hat je das Reich gefunden,


solange er in diesem Leben
gesucht im äusserlichen Streben,
anstatt im eigenen Wesensgrunde.

Niemand kann zu etwas werden,


was er nicht latent schon wäre,
aus der versunkenen Geistes-Erde
muss der Mensch sich neu gebären.

Kann ein Mensch sich taufen lassen


mit dem geistigen Feuer-Wasser,
wird er rein und ganz gelassen,
kann er das Heilige wieder fassen.

39
Wer in sich das heilige Feuer
als göttliche Wirklichkeit versteht,
wird im Sein so weit erneuert,
bis er den Geist als LICHT erlebt.

Nichts steigt hinauf in Himmelshöhen,


was nicht zuvor herabgekommen,
kann man in sich das Geistige hören,
offenbart Es sich als göttliche Sonne.

Nie kann ein Mensch des Wissens Grenzen


erreichen durch sein Eigendenken,
nur noch das äussere Wissen lernen,
heisst von der Gottheit sich entfernen.

Jede Frage wird sich lösen,


wenn unser Eigen-Wollen-Forschen
vergeht in Ihm, der uns erlöset
und eint mit dem, das nie zerbrochen.

40
Längst hätten wir den Weg gefunden,
sofern wir nicht durch Angst gebunden,
bevor wir frei von Furcht uns finden,
muss unsere Selbstsucht ganz entschwinden.

Durch Eigensucht und Leidenschaft


entsteht die Angst, die jeder hat,
sie schliesst die göttliche Gegenwart
stets aus, als wahre Liebeskraft.

Ohne Furcht wird unser Leben,


wenn wir das Sein zu Ihm erheben,
Er, der die Liebe selber ist,
doch keine Seele je vergisst.

Wer seine Ichsucht dargebracht,


wer sich in Wahrheit selbst verloren,
erlebt in sich die heilige Nacht,
in der das LICHT in ihm geboren.

41
Das ewige LEBEN zu empfangen
heisst im Innern sich zu ihm erheben,
und wahre Demut erst erlangen,
soll Gott seinen Geist uns geben.

Sobald ein Mensch das Eine sieht,


dass Gottes Geist allein nur wirkt,
er in demselben Augenblick
der Freiheit wahren Weg betritt.

Die Seele, die vom LICHT erhellt,


ist nicht mehr von dieser Welt,
obwohl sie noch auf Erden wandelt,
sucht sie nun stets das Heil der andern.

Das wahre LEBEN ist das Sein,


ohne Anfang - ohne Ende -
SELBST-seiend, ohne mein und dein,
Geist ist ES aus Gottes Händen.

42
Allen, die den Pfad betreten,
das LICHT wird ihnen erst gegeben,
sofern sie lernen schweigend beten
im Herzen durch den Geist des LEBENS.

Im Geist und in der Wahrheit beten,


wortlos - selbstlos - still und rein,
heisst in das innere Leben treten,
den heiligen Strom von Gottes Sein.

Das wahre, innere Seins-Gebet,


es ist so unaussprechlich fein,
dass es nur dann in uns entsteht,
wenn wir im Herzen selbstlos rein.

Wenn sich die Seele selbst verliert,


das geistige LICHT in sich gebiert,
hat sie durch Gottes Kraft gewirkt,
wofür sie in die Welt geschickt.

43
Wer kann im Gleichmut stets ertragen
der Menschen Leid, der Menschen Fehl,
von einem solchen darf man sagen,
er schützt das Wachstum seiner Seel.

Wer im Sein nicht kann ertragen,


und seinen Nächsten stets vergeben,
soll nach dem LICHTE noch nicht fragen,
sein Fragen wäre doch vergebens.

Nur wer den innern Seelenfrieden


im eigenen Herzen halten kann,
kommt auf dem geistigen Weg hinieden
zum göttlichen LICHTE auch voran.

Im ewigen Strom zu schwingen,


heisst die Vollendung finden, -
solange lebt der Mensch im Wahn,
bis er im Geiste atmen kann.

44
Der LOGOS spendet stets sein LICHT,
doch seine Strahlung wir erst fassen,
wenn unsere Herzen ganz gelassen,
dann zieht uns seine Kraft zu sich.

Geheimnisvoll wird alles wenden,


erfühlt die Seele ihre Sendung,
wird leuchtend ihren Weg beenden
in Harmonie zur SELBST-Vollendung.

Der Mensch muss ganz vergeistigt werden,


muss LICHT und Klang im Sein empfinden,
und dies bewusst bereits auf Erden,
soll Lebendes das Sterbliche verschlingen.

Das WORT ist LICHT und Klang zugleich,


und alle Seelen, die geboren
in diesem oder jenem Reich,
sind aus der Kraft des WORTES worden.

45
Der Atem spendet uns das Dasein,
wenn er sich mit dem Blut verbindet,
doch wer den Odem fühlt im Sein,
der wird das ewige Leben finden.

Gott schenkt uns seinen Lebens-Odem


ins Herz durch sein Geheimnis,
der unsere Seele zieht nach oben,
und sie befreit aus dem Gefängnis.

Den Odem kann man nicht bewegen,


durch den der Geist sich offenbart,
nimmt man in sich sein Schwingen wahr,
beginnt bereits das neue LEBEN.

Der Odem kann uns nur erfassen,


wenn wir von Ihm uns atmen lassen,
in seiner wahren Ruh des Seins
wird alles in uns heil und eins.

46
Die ewige Ruh bewegt sich selbst,
sie ist die Mutter allen Lebens,
die heilige Kraft, die uns erhält,
ihr wahres Sein ins Herz uns gebend.

Kehrt man bei sich selber ein,


sucht man die erste Schwingung,
den geistigen Klang - das lichte Sein,
kommt auch die wahre Überwindung.

Der wirkliche Sinn der Religion


liegt in der geistigen Kommunion,
durch die der Mensch die Kraft erst findet,
um sich und Welt zu überwinden.

Wenn der Verstand sich neiget


vor seiner eigenen Seele,
kann sie erst höher steigen,
sich wieder mit dem Geist vermählen.

47
Einswerdung heisst der Weg der Seele,
der sie zurückführt in das LICHT,
durch das Feuer göttlicher Liebe,
alles andere führt zu nichts.

Schon der erste Strahl des LICHTES,


der in der Seele scheinet,
macht die Gespaltenheit zunichte,
bringt ihr die geistige Einheit.

Weder Lohn noch Strafe darf uns leiten,


sucht man den Weg zu Gott zurück,
allein Erkenntnis kann beschreiten
den Pfad, der in das LEBEN führt.

Niemand darf sich zwischen Gott


und unsere Seele stellen,
nur das LICHT kann uns erhellen,
Es ist das wahre Lebensbrot.

48
Das LICHT ist es, das uns befreit,
und nicht ein Mensch im Erdenkleid,
sobald das Sein von Ihm erhellt,
liebt man den Nächsten als sich selbst.

Scheint uns auch weit das Himmelszelt,


noch weiter reicht des Menschen Seel,
wenn sie vom göttlichen LICHT erhellt,
wird eins sie mit der ewigen Welt.

Durch Bitten, Flehen und Askesen


erreichen wir das Göttliche nie,
das Eigenwollen bleibt vergebens,
fehlt uns die innere Alchimie.

Durch Kraft der geistigen Elemente,


und nicht durch äussere Handlung,
empfängt ein Mensch die Sakramente,
entsteht in ihm die Wesenswandlung.

49
Als reine, lichte Ätherstrahlung
wird uns das geistige Brot gegeben,
der leidenden Seele zur Versöhnung
und Aufstieg in das ewige LEBEN.

Man hat das LEBEN nicht in sich,


nimmt man nicht auf das Himmelsbrot,
durch Es erstrahlt in uns das LICHT,
das uns erlöst vom geistigen Tod.

Der Schlüssel liegt im Geistes-Feuer,


wer Es in sich soweit erkennt,
dass Es im Herzen immer brennt,
wird einst sein ganzes Sein erneuern.

Bewahret wird das heilige Feuer,


dass Es nie schadet, stets erneuert,
durch Opferung des niederen Ich,
dann strahlt Es auf als heilendes LICHT.

50
Nur aus der reinen Geist-Natur,
hervorgebracht durchs echte Sein,
wird die lebendige Goldtinktur,
als der Erkenntnis wahrer Stein.

Sobald im Innern fliessend Gold


durchs Feuer ward geläutert,
erstirbt die Sünd, erlischt die Schuld,
die Seel wird wieder leuchtend.

Aus eigener Kraft ist es nicht möglich,


wenn uns der heilige Geist nicht zieht,
bemühen wir uns stets vergeblich,
der Abgetrenntheit zu entfliehn.

Wenn wir nicht gehn an Christi Hand,


so sehn wir nie das geistige Land,
denn ohne LICHT kann man nichts tun,
noch eingehn in das Heiligtum.

51
Gottes Sohn, Er ist das LICHT
der Lichter in der geistigen Welt,
sobald ein Mensch sich selbst verliert,
das LICHT sich auch in ihm gebiert.

Ohne LICHT gibt es kein Leben


in dieser, noch in jener Welt,
das eigene Tun bleibt stets vergebens,
wenn nicht das Sein vom LICHT erhellt.

Selbstlosigkeit und Herzensreinheit,


sie bringen uns die geistige Einheit,
wer seine Selbstsucht nicht kann lassen,
wird auch die Wahrheit nicht erfassen.

Wenn wir nicht werden wie die Kinder,


so gehn wir nie ins LEBEN ein,
das ist es, was uns dauernd hindert,
wir sind nicht wesentlich, noch rein.

52
Nichts kann man andern wirklich geben,
bevor wir ihnen stets vergeben,
wer diesen Seinszustand erreicht,
der findet auch das geistige Reich.

Was wir vom Nächsten stets verlangen,


das müssen wir zuvor ihm geben,
nur so kann unsere Seel empfangen,
was ihr verhilft ins ewige LEBEN.

Will dich des Schlafes Macht beschleichen,


schliess dich an wahre Seelen an,
ein Bruder, Schwester wird dir helfen,
es können zwei, was einer noch nicht kann.

Gott selbst kann uns nicht helfen,


wenn wir nicht wollen so wie Er,
und seine Gnade stets verwerfen,
wird unser Leben oft so schwer.

53
Ein Mensch, der sich für besser hält
als andere Erdenkinder,
verschliesst sich selbst die geistige Welt
in ihrem wirklichen Sinne.

Die wahre Demut ist die Kraft


ohne die kein Mensch es schafft,
obwohl für viele eine Bürde,
bleibt sie der Seele wahre Zierde.

Nur wenn ein Herz frei von Begehren,


fühlt es die wahre Ruh des Seins,
erwacht in ihm das LICHT der Seele,
und wird es in sich selber eins.

Sehnt sich die Seele in der Zeit,


spricht leise die Vergangenheit,
doch ihre tiefe Einsamkeit
stillt nur das LICHT der Ewigkeit.

54
Auch wenn ein Mensch nur Lust und Freud
erleben würde in der Zeit,
die Seele würde all dem leid
aus Heimweh nach der Ewigkeit.

In der äussern Welt lebt nichts,


was wirklich ist, das wahre SELBST,
als unser geistiges LICHT,
Es bleibt allein, wenn alles andere bricht.

Nur aus der tiefen Einsamkeit,


im Herzen das Gefühl entsteht,
die Sehnsucht nach dem wahren Geist
als unaufhörlich Seinsgebet.

Sind wir im Herzen selbstlos - rein,


und in der innern, heiligen Stille,
im geistbewegten - wahren Sein,
durchstrahlt uns Gottes ewiger Wille.

55
Eingeweiht kann man erst werden
im wahren, geistigen Sinne,
wenn man gelernt auf dieser Erde,
selbstlos den anderen zu dienen.

Sobald wir stets in Seinem Namen,


nicht mehr für uns, für andere leben,
wird aus dem unvergänglichen Samen
die Seele sich ins LICHT erheben.

Einmal werden wir erkennen,


dass Gott in uns, und wir in Ihm,
und Er wird uns beim Namen nennen,
den nur erkennt, wer ihn empfing.

In keinem Buche steht's geschrieben,


kein äusseres Auge kann es sehn,
was Gott schenkt denen, die ihn lieben,
und kein Verstand kann es verstehn.

56
Man kann es immer neu erleben,
das wahre Opfer ist kein Leiden,
vielmehr ein Zustand geistiger Freuden,
durch den allein wir selig werden.

Wenn unser Eigenwahn gebrochen,


wird auch das Leid entschwinden,
dann wird das WORT gesprochen
im Seelengrunde unseres Innern.

Um dir zu helfen, dich zu retten,


suchen Menschen dich an sich zu ketten,
auf Kosten anderer Hörigkeit
versündigt sich die ganze Welt.

Der Geistes-Mensch allein sucht dich


aus Liebe, bringt dir inneres LICHT
und Kraft, damit du selber kannst
und so dein wahres SELBST erlangst.

57
Glauben allein genügt noch nicht,
das Wesen muss durchchristet werden,
damit der ewigen Gottheit LICHT
im Sein erklingt bereits auf Erden.

Sag ja zu deinem Christus-SELBST,


lern schweigen - beten, und verzeihn,
bis du von seinem LICHT erhellt,
erhoben wirst ins geistige Sein.

Sei still und fühle, dass ICH-BIN


dein Herr und Gott - dein All und Ein,
im wahrsten - tiefsten Sinn,
als allgegenwärtiges Sein.

Erkenne, dass du Seele bist,


dein innerstes Wesen Liebe ist,
die Liebe jedoch Gottes LICHT,
das immerzu sich selbst ausspricht.

58
Nie darf, noch kann man Menschen zwingen
in die Erkenntnis geistiger Dinge,
um Seelen in das LICHT zu führen,
hilft uns allein die geistige Liebe.

Keinen andern Weg kann's geben,


der dem Nächsten hilft ins LEBEN,
als selber völlig selbstlos werden,
sein ganzes Herz Gott hinzugeben.

Die Selbstsucht ruft stets nach Verdienst,


sie weckt das Übel in der Zeit,
Selbstlosigkeit als wahrer Dienst,
allein des Menschen Seel befreit.

Es darf für uns nur Eines geben,


Tag und Nacht dem Geistigen dienen,
einswerden mit dem Strom des Lebens,
ums LICHT in diese Welt zu bringen.

59
Nur das ist für uns Menschen richtig,
was uns der Wahrheit näher bringt,
nichts ist für eine Seel so wichtig,
als dass das WORT in ihr erklingt.

Vollendet wird der Weg der Seele,


wenn sie den Dienst am Ganzen wählet,
um so ihr lichtes Kleid zu weben,
das sie hinanträgt in das LEBEN.

Das Gesetz wirkt stets in Raum und Zeit,


die Gnade jedoch nur im Sein,
gehn wir ins geistige Leben ein,
wird das Gesetz nur Liebe sein.

Wenn viele auch die Gnade fliehn


und nie auf ihre Strahlung hoffen,
gibt's keinen, den die Gnade flieht,
sofern er nur im Herzen offen.

60
Alle Gaben, die wir haben,
sind nie verdient, jedoch durch Gnade
gegeben uns zur Ehre dein,
und für den Dienst am wahren Sein.

Wer sich bereits für würdig hält,


nie fühlt die eigene Nichtigkeit,
wird kaum erlöst vom Wahn der Welt
durchs göttliche LICHT der Ewigkeit.

Der Zweck des Daseins ist allein


die wahre SELBST-Erkenntnis,
gefunden wird sie nur im Sein
durchs LICHT des heiligen Geistes.

Sobald das Herz wird rein und wahr,


der göttliche Geist sich offenbart,
weil sein Wesen selbst die Reinheit -
Wahrheit - LICHT ist und die Einheit.

61
In Menschen, Tieren, Pflanzen, Steinen,
verborgen wirkt das ewig - gleiche -
unerklärlich - grosse - eine
Geheimnis aus dem Gottesreiche.

Die wahre Welt steht in der Einheit,


ihr Sein ist göttliche Ewigkeit,
wird auch erscheinend sie geteilt,
doch scheinbar nur in Raum und Zeit.

Zeit an sich, das gibt es nicht,


so wenig wie den leeren Raum,
sobald die Seel erwacht im LICHT,
wird diese Welt für sie zum Traum.

Wenn Gottes Geist sich offenbart


fühlt man erstmals die Gegenwart
der Zeit in sich als Ewigkeit,
aus der der Zeitenlauf sich teilt.

62
Gott ist so unbeschreiblich gross,
dass Er in keinem Dinge wohnt,
und doch lebt jedes Ding in Ihm,
durch seinen Geist im wahrsten Sinn.

Im Geist kann's keine Trennung geben,


Er ist und bleibt das eine LEBEN,
das jeder Form zu Grunde liegt
und allen das Bewusstsein gibt.

Wenn Kraft und Stoff getrennt erscheint,


so sind sie doch im Geiste eins,
im Grunde wesentlich und ganz
der Gottheit ewige LICHT-Substanz.

Geordnet ist die ganze Welt,


und ordnen wir uns richtig ein,
so werden wir im eigenen Sein
von Gottes ewigem LICHT erhellt.

63
Der wahre Fortschritt ist gegeben,
wenn Seelen's LICHT in sich gebären,
und aus dem LICHT des einen LEBENS
die Wahrheit in sich selber hören.

Sünden, Lügen, Leiden, Krankheit


sind nicht Wahrheit, sondern Schein,
in der göttlichen Wirklichkeit
gibt es nur vollkommenes Sein.

Die äusseren Formen der Natur,


ob gross sie oder klein,
in Wahrheit sind sie Gleichnis nur,
bedingt durchs geistige Sein.

Der geistige Brennpunkt ging verloren,


deshalb kann die Menschheit nicht,
bevor von neuem sie geboren,
aus sich strahlen Gottes LICHT.

64
D

amit das LICHT in uns erscheine,


muss die Persönlichkeit geläutert sein,
und immerzu sich selbst verneinen,
dann brennt der Geist die Seele rein.

Wir reflektieren stets Gedanken,


Kräfte, Triebe und Gefühle,
die nicht dem göttlichen Geist entstammen,
der unser Sein noch nicht erfüllet.

Des Menschen irdischer Verstand,


er sollte ein Empfänger sein
von Geist-Impulsen, rechter Hand
des Herzenszentrums ewigen Seins.

Einmal muss die Menschheit lernen,


dem wahren Geist sich zuzuwenden,
durch Gottes Feuer, das sie reinigt
und wieder mit dem LICHT vereinigt.

65
Das wahre Werden bringt das Sterben
aller eigenwilligen Gefühle,
süchtiger Gedanken und Begehren,
dann wird in uns 's Gesetz erfüllet.

Dies ist das eine Heilsgeheimnis,


kann man aus wahrer Einsicht sterben,
befreit der Geist aus dem Gefängnis
des Menschen Seele von der Erde.

Wer sich entsagend Gott ergibt,


auch wenn ihn vieles hindert,
wird alsobald vom Geist geliebt,
durch dessen Kraft er überwindet.

Wer frei vom eigenwilligen Streben


's Bewusstsein mag ins LICHT erheben,
sieht seine Seel dem ewigen LEBEN
als Ebenbild zurückgegeben.

66
Wir Menschen streiten über Gott,
weil uns sein Geist im Herzen fehlt,
erst wenn das Sein vom LICHT erhellt,
vernehmen wir sein wahres WORT.

In jedes Menschen Leibeshülle


will Gottes WORT einziehn,
allein der eigenmächtige Wille,
der lässt es nicht geschehn.

Wer sich nicht kann ergeben


dem ewigen Gottes-LICHT,
verliert sein geistiges Leben,
weil's WORT in ihm nicht spricht.

Selbsthingabe heisst der Weg,


der in der Seel von selbst entsteht,
wenn sie vom LOGOS-Strom bewegt
der sie vollendend zu sich hebt.

67
Stets fühlt der Mensch sich selbst im Recht
und richtet andere durch sein Reden,
meint, dies sei gut und jenes schlecht,
sein Wort wird ihm zum Richter werden.

Wir Menschen haben Recht mitnichten,


auch nicht auf unsere eigenen Kinder,
für uns ist nur das Eine richtig,
Gott und dem Nächsten stets zu dienen.

Wie schwer ist es doch, Mensch zu werden,


obwohl der Weg gar leicht zu finden,
und schwer nur findet man auf Erden
Mensch-Gewordene im wahren Sinne.

Zwei Dinge sind's, die uns verhaften


ans Rad der niederen Leidenschaften,
die Nicht-Erkenntnis und die Trägheit,
sie werden uns auch nicht verzeiht.

68
Jedes Wesen strebt nach Licht,
nur der Mensch tut dies noch nicht,
er suchet und forciert sich selbst,
verschuldet so das Leid der Welt.

Der erste Schritt zur Wahrheit,


heisst niemals mehr zu lügen,
auf keine Art, zu jeder Zeit,
will man sich nicht betrügen.

Jede Lüge auf dem Wege


verdunkelt's LICHT der Wahrheit,
und alle Arten des Begehrens
verschliessen uns die Wirklichkeit.

Die Wahrheit lässt sich finden


im ewigen LICHT allein,
das heisst im tiefsten Innern
des unbefleckten Sein.

69
Wer nicht noch einmal wird geboren
aus heiliger Kraft von oben,
das heisst aus Geist und Wasser,
kann Gottes Reich nicht fassen.

Weil Gottes Geist herabgestiegen


ins Herz, muss dieses aufwärts steigen,
indem es völlig sich enteignet,
so findet es den Himmel wieder.

Sobald der Mensch sich selbst entblösset,


fühlt er im Innersten des Herzens
das kleinste Teilchen ewiger Grösse
als Einheit aller wahren Werte.

Ergibt man sich dem innern Sein,


erblühen dank der Herzensflamme,
sobald das Wesen geistig rein,
die Rosen an dem Kreuzesstamme.

70
Wenn das Gemüt sich ganz ergeben
dem Urbild des vollkommenen LEBENS,
wird erst der geistige Sieg errungen,
und der Bewusstseinstod bezwungen.

Gleich wie im Wasser klar und rein


sich spiegelt stets der Sonne Licht,
erschaut der Mensch im reinen Sein
der Seele Gottes Angesicht.

Nicht, dass wir eine Seele haben,


dass wir in Wahrheit Seele sind,
ist die Erkenntnis an dem Tage,
da wir uns sehn als Gottes Kind.

Unser wahres ICH ist göttlich,


jedoch nicht die Gottheit selbst,
LICHT ist ES von seinem LICHT,
das Herz und Haupt erhellt.

71
Das LICHT der Lichter ist der Weg,
die Wahrheit und das LEBEN,
aus ihm strahlt aller Gnadensegen,
der uns der Finsternis enthebt.

Die wahre Heimat unserer Seele


ist das verlorene Paradies,
als Zustand hinter jener Schwelle,
die nur das LICHT erschliesst.

Weil Gottes WORT ist Fleisch geworden,


wird jeder Mensch in seinem Innern
vom LICHT zur Seligkeit erkoren,
sobald er wirklich überwindet.

Einen andern Grund kann niemand legen,


als den, den Christus eingepflanzt,
Er ist die Wirklichkeit des LEBENS,
der wahre Weg ins heilige Land.

72
Die ganze Schöpfung harrt der Stunde,
in der der göttliche Geist durchbricht,
und alles Fleisch ist überwunden
vom eingeborenen Christus-LICHT.

Seit Christus sprach: "Es ist vollbracht",


strahlt Gottes LICHT von innen,
und ohne Hilf von aussen offenbart
sich uns der geistige Weg im Innern.

Christus brach den Weg auf Erden,


dass frei von Sünd und Tod wir werden,
wenn wir stets tun wie Er getan,
fängt Er in uns zu strahlen an.

Christus starb auf unserer Erde,


dass sie verwandelt wieder werde
zu dem, was sie einmal gewesen,
mit Sonn und Mond ein geistig Wesen.

73
Als das Blut aus Christi Wunden
in unsere Erd und Aura strömte,
schlug der Menschheit Gnadenstunde,
die sie mit Gottes Reich versöhnte.

Damals, als zur tiefen Nacht


das höchste Opfer ward vollbracht,
erstrahlte Gottes LICHT so stark,
dass selbst die Sonne sich verbarg.

Christus hat den Fürst gerichtet,


der diese Welt in Tod gefangen,
und erstmals ward ein Leib gesichtet,
der aus dem Grabe auferstanden.

Dank Christus können alle Seelen


ins ewige LEBEN auferstehn,
die sich mit seinem Geist vermählen,
die Kreuzigung in sich vollziehn.

74
Kann eine Seel zur Zelle werden
am universellen Christusleib,
weil sie bereit in Ihm zu sterben,
webt sie ihr Auferstehungskleid.

Gerettet wird, was längst verloren,


wer kann in Christus untergehn,
wird aus dem Geiste neu geboren
in seinem LICHTE auferstehn.

Der tiefste Kern des Christentum


liegt im Vergeben unserer Schuld,
dank des Vaters Gnad und Huld
zu einem geistigen Menschentum.

In Christus endet unser Glaube


an ein nur karmisches Geschehn,
in Ihm beginnt das geistige Schauen,
der Seele wirkliches Verstehn.

75
Bricht nicht des Menschen Glauben
hindurch zum geistigen Schauen
des Christus in der Ätherwelt,
wird auch die Seele nicht erhellt.

Die Seele tritt ins geistige Sein,


wenn sie sich selbst abstirbt,
und doch ist es die Gnad allein,
die Gottes LICHT in ihr gebiert.

Es offenbart sich uns das LEBEN


nur, wenn wir ihm entgegen gehn,
durch unaufhörlich - geistig Streben
wird Gottes LICHT in uns aufgehn.

Wenn wir das LEBEN fliessen lassen,


nichts anderes zu besitzen trachten,
wird uns der heilige Geist erfassen,
und wir in seinem LICHT erwachen.

76
Noch wird das Christentum verkauft,
doch nähert sich die grosse Wende,
der geistige Tempel wird erbaut
durch Herzen, Haupt und Hände.

Alle, die die Wahrheit kennen,


weil sie im neuen Blute spricht,
suchen nichts mehr, als den Menschen
zu künden von dem inneren LICHT

Wer schafft in Gottes Weinberg,


das heisst für's geistige Reich,
ob früh beginnt er oder spät,
der Endlohn bleibt sich gleich.

Im Geistigen gibt es kein Verdienst,


nur wahren Gott- und Menschheitsdienst,
in Freiheit - Liebe und Erkenntnis
als unser tägliches Bekenntnis.

77
Wer hat erreicht die schmale Pforte
des mystischen Christentum,
kann lehren ohne viele Worte
und wirken ohne äusseres Tun.

Wer sich mehr liebt als Gottes LICHT


das für ihn in die Welt gekommen,
für den wird 's LICHT einst zum Gericht,
weil er Es niemals angenommen.

Wenn Christus kommt zu seiner Stunde,


Er zu der Erden-Menschheit spricht,
vorhergesagt aus seinem Munde,
das schwere Wort: "Ich kenn' euch nicht".

Wer immerzu sich selbst erdreist,


versündigt sich am wahren Geist,
dies wird dem Menschen nur vergeben,
lernt er sich selber hinzugeben.

78
Von allen Übeln in der Zeit,
von dem der Mensch zuletzt sich löset,
das ist der Wahn der Eitelkeit,
deckt er ihm doch die innere Blösse.

Wenn wir den Nächsten kritisieren,


stets seine Fehler registrieren,
und einem Schuldigen nicht vergeben,
wir hindern ihn und uns am LEBEN.

Statt anzukämpfen gegen Böses,


soll man sich einen mit dem Geist,
nur Er kann diese Welt erlösen,
und uns von Schuld und Leid.

Wenn die Erkenntnis sich so weitet,


dass unsere Liebe stets sich mehret,
dann stehn wir auf der Himmelsleiter
und über allen äusseren Lehren.

79
Solange man durch äussere Worte
sein inneres Gleichgewicht verliert,
verschlossen bleibt die geistige Pforte,
aus der sich's innere WORT gebiert.

Wer seinen Willen Gott hingibt


und alle Wesen selbstlos liebt,
der findet jenen tiefen Frieden
der Seele, den nur Er kann geben.

Das Eine halte stets im Sinn,


tu nichts aus eigenmächtiger Kraft,
gib dich dem Geiste völlig hin,
so wirst du frei von Leidenschaft.

Denk ohne Unterlass an Ihn,


sei's in Freuden oder Schmerzen,
lass Ihn nie mehr aus dem Sinn,
bis du Ihn dauernd fühlst im Herzen.

80
Wer sich befreit vom Eigen-Handeln,
Eigen-Wollen und Begehren,
sieht seine Seele sich verwandeln
in den bewussten Geist des Lebens.

Suchst du das Heil für dich allein,


wirst du es niemals finden,
durch dein eigennütziges Ringen
schliesst du dich aus vom wahren Sein.

Fühlst du die eigene Nichtigkeit,


wie arm du ohne Gottes Geist,
und niemals würdig bist im Blut,
macht seine Gnad erst alles gut.

Steh immer wieder sogleich auf,


wenn auf dem Weg du fällst,
schau nie zurück, doch stets hinauf,
und zweifle nie am LICHT der Welt.

81
Um höhere Stufen zu erreichen,
muss man die niederen erst verlassen,
den nächsten Pflichten nie ausweichen,
und statt zu tun, vielmehr zu lassen.

Schweigen unsere niederen Sinne,


stirbt die Natur des Todes,
erforscht der Geist dann alle Dinge,
sogar die Tiefen Gottes.

Gar viele dichten wunderschön,


zu schön, um wahr und echt zu sein,
doch niemals hilft ein solches Wort
dem Nächsten aus der geistigen Not.

Des Menschen grosse Illusion,


das ist sein niederes Ich,
sobald er sich befreit davon,
wird ES im Herzen LICHT.

82
Wer nur für sich alleine lebt,
sein eigenwilliges Ich stets hegt,
kann das innere LICHT nicht finden
und seinen wahren Gott empfinden.

Nur wenn die Seel im Geiste lebt,


betritt sie ihren wahren Weg,
der sie befreit von Sünd und Schuld
dank Gottes Gnade und Geduld.

Die Wahrheit kann man andern sagen,


jedoch die geistige Wirklichkeit
wird nur im eigenen Sein erfahren
als eingeborene Wesenheit.

Kirchen, Sekten und Gemeinden


befreien nicht, sind jedoch leitend,
bis zur Grenze, die wir allein durchschreiten,
soll uns das göttliche LICHT einst leiten.

83
Nach Ost und West die Menschen rennen,
um scheinbar Gott mehr zu erkennen,
doch offenbar kann Gott nur werden
in Wesen, die in sich ersterben.

Dies ist das Geheimnis unseres Ich,


gibt man es wirklich dem Einen hin,
erstirbt es in sich, erwachet im LICHT,
verwandelt ins wahre ICH-BIN.

Kein Mensch weiht mehr den Nächsten ein,


die Seele ist's, die selber sich
entfaltet durch das Christus-LICHT,
sich selbst erkennt als göttliches Sein.

Je grössere Ehrfurcht wir im Herzen


tragen vor der Heiligkeit des Lebens,
je mehr entschwinden Angst und Schmerzen,
und fühlt man Gott auf allen Wegen.

84
Krankheit folgte auf die Sünde,
und nur Vergeistigung der Seele,
kann diese heilen - überwinden,
in Wirklichkeit dem Übel wehren.

ICH BIN der Herr und auch dein Arzt,


spricht der lebendige Gott,
und seine heilige Gegenwart
besiegt das Leid und alle Not.

Gott lässt uns sterben in der Sünde,


wenn wir uns nicht um Ihn bekümmern,
beim ersten Schritt auf seinen Wegen,
da kommt Er uns bereits entgegen.

Wer auch nur einmal überwunden,


in Wahrheit hat er nichts verloren,
vielmehr dasjenige gefunden,
das nur durchs Opfer wird geboren.

85
Gar viele reden auf uns ein,
im Tode stehn wir doch allein,
nur das, was wir uns selbst errungen,
hilft uns in unseren letzten Stunden.

Am Ende unserer Erdentage


zählt nur die wirkliche Liebe,
die unsere Seele ausgetragen,
sonst nichts, auch nicht die höchsten Triebe.

Die Liebe ist als göttliches Leben


seit Anbeginn ins Herz gegeben,
wer ernsthaft sucht, wird sie auch finden,
um dann durch sie zu überwinden.

Wer es versteht, der soll dies fassen,


in sich muss man Es wachsen lassen.
und hüten stets bei Tag und Nacht,
dann wird das grosse Werk vollbracht.

86
Wer lernt ICH-BIN in Wahrheit sprechen,
in dem beginnt Es zu erklingen,
sobald er mit sich selbst kann brechen
und seinen Willen überwinden.

Der Mensch wird von der Kraft bedrängt,


die stets das göttliche Sein verneint,
bis ewiges Ja im Herzen keimt,
die Seel sich selbst als Sohn erkennt.

Sobald die Seele nichts mehr hält


an die Verstrickung dieser Welt,
erhebt sie sich von selbst hinan,
vollendend ihre geistige Bahn.

Weil Gott den Menschen niemals zwinget,


auch nicht zum Guten, noch zum Bösen,
dass er die geistige Freiheit finde,
zeigt Gottes - wie des Menschen Grösse.

87
Was uns im Leben auch geschieht,
wir haben's irgendwann gerufen,
auch wenn man dies nur schwer versteht,
es dient als Ausgleich unserer Stufe.

Wer seinen Gleichmut stets bewahret,


Leid wie Freud im Sein ertragend,
den Nächsten liebt und nichts begehrt,
der geht bereits den wahren Weg.

Im Herzen muss man lesen lernen,


wie und was die Menschen sind,
dies wird uns jedoch nur gelingen,
sind wir im Innern wieder Kind.

Wer sich im Geiste kann versenken,


sein Eigen-Wollen-Fühlen-Denken
verliert und rein empfinden lernt,
im Innern Gottes WORT empfängt.

88
Das Gottes-Reich steht nicht in Worten,
nur in der geistigen Kraft allein,
und Gott kann nie ein Gott der toten,
nur der lebendigen Seelen sein.

Den Weg muss jeder selbst beschreiten,


kein Mensch kann für den andern gehn,
für alle ist der Pfad bereitet,
die auf den eigenen Füssen stehn.

Verlass dich niemals auf die andern,


nur wenn dein eigenes Herz entbrennet,
kannst du den wahren Gott erkennen,
wirst du in Wirklichkeit verwandelt.

Sobald die Seele sich verbindet


mit dem göttlichen LEBENS-Strom,
lernt sie in Wahrheit überwinden
durch die Kraft von LICHT und Ton.

89
Darauf beruht die wahre Arbeit,
dass wir nicht tun, doch dass wir lassen,
was kettet uns an Welt und Zeit,
dies muss man erst erfassen.

Wir Menschen müssen endlich lernen,


unser innerstes Wesen zu sein,
und aus dem eingeborenen Kerne
herauszublühen, stark und rein.

Viel wichtiger als alles Üben


ist wahre Lebenshaltung,
nur in Ruhe und in Frieden
reift die geistige Vollendung.

Arbeiten sollen wir am Sein,


und beten müssen wir im Geist,
und beides immer mehr verein,
wie es die heilige Schrift anweist.

90
Niemand kann im Geiste beten,
bevor der Schlange Haupt zertreten,
denn wahrer Geist ist Klang und LICHT,
der in uns leuchtet, in uns spricht.

Wir werden nie die Freiheit finden,


sofern wir sie nicht selbst erringen,
doch lässt sie niemals sich erzwingen,
sie wird, wenn wir im Geiste schwingen.

Man kann den Pfad erst wirklich gehn,


lernt man gar alles zu ertragen,
und es im Herzen zu verstehn
als einzige Lösung unserer Fragen.

Das Sein ist wichtig, nicht das Wissen,


fehlt es, sind wir lebendig tot,
das reine Sein bringt 's wahre Wissen
von selbst hervor durchs innere WORT.

91
Menschen mögen vieles wissen,
und doch in Wahrheit nichts verstehn,
Erkenntnis nur bringt das Gewissen,
die eine Kraft, den Geist zu sehn.

Es gibt im Weltall nur ein LEBEN,


dies ist der LOGOS oder Gott,
sich seinem Wesen hinzugeben
heisst frei zu werden, auch vom Tod.

Der Tod ist wohl der Sünde Sold,


doch auch der grosse Menschheits-Lehrer,
wer ihn in sich kann überwinden,
der tritt durch ihn ins ewige LEBEN.

Wenn wir das innere WORT erfassen,


wird alles andere uns verlassen,
nicht nur die Dinge, Freund und Feinde,
es naht sich uns die grosse Wende.

92
Man kann den Menschen vieles sagen,
allein die geistige Wahrheit nicht,
wer noch zu schwach, sie zu ertragen,
der kehrt sich immer gegen's LICHT.

Wer noch ans eigene Blut gebunden,


kann geistige Wahrheit schwer verstehn,
wer nicht vom Geiste selbst verwundet,
wird sie nicht hören und nicht sehn.

Erst wenn das LICHT sich offenbart,


erkennen wir das wirklich Gute,
erleben auf die geistige Art
sein Mysterium im Blute.

Wer sucht die Hilfe ausser sich,


wird Gottes Geist nie finden,
erhandelt sich den Schein statt's LICHT,
die wahre Hilf kommt nur von innen.

93
Dem Geist alleine angehören,
das heisst nie mehr der Welt gehorchen,
die uns solange stets betöret,
bis 's WORT im Herzen wird gesprochen.

Wir sollten Gott stets freudig dienen


aus Liebe - Dank, niemals aus Pflicht,
doch wenn das LICHT noch nicht erschienen,
verstehen dies die Menschen nicht.

Gott wohnt in deines Herzens Mitte,


es könnte sonst nie schlagen,
beim Atmen, wie bei jedem Schritte,
such Ihn zu fühlen ohne fragen.

Nirgends kannst du Gott begegnen,


bevor in deiner eigenen Seele
sein ewiges LICHT dich segnet,
wirst du Ihn stets verfehlen.

94
Kein Mensch ist gut, nur Gott allein,
Er offenbart sich als das LICHT,
das in den reinen Seelen scheint,
sobald der Eigenwahn zerbricht.

Man wird nicht etwa willenlos,


gibt man sich selbst in Gottes Schoss,
dann erst erwacht die geistige Kraft,
die stets für uns das Gute schafft.

In Gottes Willen liegt die Freiheit,


weil Er allein die geistige Einheit,
der Eigenwille bleibt gebunden
an das, was noch nicht überwunden.

Fühlen kann man Gottes Willen


erst, wenn der eigene Wille schweigt,
doch sind wir immer frei, zu wählen
zwischen Gott und Eigenheit.

95
Auch wenn man täglich sich bemüht
und opfert, betet, meditiert,
jedoch sein niederes Ich behält,
vermehrt man nur das Leid der Welt.

Nur wer sein Schein-Ich überwindet,


durchs wahre Opfer seiner selbst,
wird nicht nur seine Seel gewinnen,
er hilft gleichzeitig auch der Welt.

Niemand lebt für sich allein,


ob wir's verstehen oder nicht,
jeder Mensch, der schafft am Sein,
verändert andere, nicht nur sich.

Mit Seelen sind wir stets verbunden,


die uns im Wesen sind verwandt,
wir wirken heilend, wie verwundend
durch unseren wahren Seinszustand.

96
Wenn SELBST-Erkenntnis einst erwachet,
kommt auch die Kraft zur Überwindung,
über die Dinge hinaus zu wachsen
ohne die kleinste Verdrängung.

Stets muss das Herz nach Reinheit streben,


um einmal wahrer Mensch zu werden,
doch rein und wahr ist es erst dann,
wenn es das LICHT ausstrahlen kann.

Wer die Persönlichkeit kann lassen,


wird seine Wesenheit erhalten,
weil dieser Vorgang, kann man's fassen,
das ganze Leben neu gestaltet.

Wer wirklich kann in sich ersterben,


steigt auf zu jenen lichten Bergen
des Heils, wo Geist und Seel sich finden
und alle stofflichen Dinge schwinden.

97
Vergeistigt werden jene Menschen,
die Gottes LICHT-Substanz begreifen,
und ihr im Atmen-Fühlen-Denken
bei Tag und Nacht entgegenreifen.

Substanz ist das, was an sich ist,


und durch sich selbst begriffen wird,
nur wer sich selbst zuvor vergisst,
die geistige Substanz erschliesst.

Wer wirklich hat, dem wird gegeben


von der geistigen LICHT-Substanz
des alldurchdringenden - einen LEBENS,
sie macht das Wesen heil und ganz.

Je mehr man Menschen weitergibt


von dem innern Seelen-LICHT,
je mehr wird einem selbst gegeben,
dank dem Gesetz des geistigen Lebens.

98
Niemand soll die andern lehren,
bevor er geistig atmen kann,
ansonst hilft er den Weg beschweren
und richtet immer Schaden an.

Oh Gott, bewahre uns davor,


auch nur ein einzig Wort zu sagen,
das wir nicht in uns selbst zuvor
als Wirklichkeit erfahren haben.

Nicht nur für das, was wir getan,


vielmehr, was wir stets unterlassen,
sind schuldig wir, und niemand kann
deshalb die Gnade ganz erfassen.

Frage nicht, was muss ich tun,


frage stets, wie muss ich sein,
nur wer selbstlos - still und rein,
erbaut sein dreifach Heiligtum.

99
Nicht begehren, niemals klagen,
in seinem Namen alles tragen,
bringt Erlösung von dem Rade,
durch das LICHT, dank Gottes Gnade.

Der Tierheit wird man erst entrinnen,


wenn's WORT in uns Gestalt gewinnet,
das in den Stoff gekreuzigt ist
und uns von innen's LICHT erschliesst.

Gott gab sich in die Welt verloren,


dass durch der ewigen Flamme Ringen
sein Geistes-LICHT in uns geboren,
das wahre SELBST-Bewusstsein bringend.

Kann sich ein Mensch ins LICHT erheben,


dank dem Flammengeist im Herzen,
vollendet sich sein Erdenleben,
wird das Erste gleich dem Letzten.

100
Wer mit dem ganzen Herzen glaubt,
wird nie von Gott verlassen,
auch wenn er's LICHT noch nicht erschaut,
ist er bereits von ihm erfasset.

Der wahre Glaube ist entscheidend,


wie jemand glaubt, so wird's geschehn,
wer im Herzen nie mehr zweifelt,
wird einmal die Erfüllung sehn.

Viele sind berufen, erwählt


jedoch, das werden stets nur die,
die mit dem Geiste sich vermählt
und von der Liebe sind besiegt.

Herzensruh und Seelenfrieden


sind das Geschenk der innern Stimme
an alle, die schon selbstlos lieben,
im wesentlichen - geistigen Sinne.

101
Darauf beruht die wahre Stille,
als Gottes ewige Ruh, -
zu fühlen seinen heiligen Willen
im eigenen Herzen immerzu.

Die ewige Ruhe ist Bewegung,


so fein, dass sie nur jene spüren,
die im Sein als einzige Regung
den Strom der geistigen Liebe fühlen.

Die Liebe Gottes bleibt allein


des Menschen ewiges Gut,
sie steigt mit ihm vom höchsten Sein
bis in das niederste Blut.

Liebe ist viel mehr als Kraft,


ist LICHT-Substanz der geistigen Welt,
die aus sich selbst das LEBEN hat
und es in Ewigkeit erhält.

102
Geistige Liebe ist das Feuer,
das aus sich selber lebt,
stets alles Sein erneuert -
und jedes Herz ernährt.

Die wahre - geistige Liebe


kann nie gepredigt werden,
von Gott ist sie ins Herz geschrieben,
damit wir selbst zu ihr entwerden.

Wie viele Risse gehn durchs Herz,


bis es versteht die erste Liebe,
sich endlich löst vom Eigen-Schmerz
und Gottes Gnade lässt genügen.

Weil Gott die Liebe und die Weisheit,


liebt Er die Menschen und die Welt,
jedoch auf höhere Art und Weise,
als wir es uns stets vorgestellt.

103
Dem äusseren Leben nachzurennen
heisst den lebendigen Geist verkennen,
weil Er in keinem Buche steht,
an keinem Ort, als in uns selbst aufgeht.

Der göttliche Geist wirkt allezeit


und imaginiert sich selbst,
er stellt sich selbst der Seele vor
und öffnet ihr das goldene Tor.

Wenn wir den geistigen Rhythmus finden,


fällt es uns leicht zu überwinden,
weil er den Atem so verfeinert,
dass unser Sein von selbst sich reinigt.

Sobald das niedere Selbst vergeht,


der äussere Atem still sich legt,
erfasst man erstmals, dass man lebt,
von Gottes ewigem Hauch bewegt.

104
Wenn wir zum Geistes-Menschen werden
durch wahre Selbstverlorenheit,
wird sich das göttliche LICHT gebären
in unserer inneren Wesenheit.

Nicht die moralisch-guten Menschen


erringen einst das göttliche Reich,
doch die, mit dem vom LICHT gelenkten,
neugeborenen Geistes-Leib.

Gedankenleer sich zu versenken,


bringt uns das wahre Herzens-Denken,
es steigen auf im Sein die Bilder,
die nie durch den Verstand zu schildern.

Das ist des Menschen wahres ICH,


das im innersten Herzen wohnt,
als Ebenbild der Gottheit LICHT
sich SELBST erkennt als ewigen Sohn.

105
Darauf beruht das ewige LEBEN,
dass wir den wahren Gott erkennen,
den LOGOS, der herabgestiegen,
im eigenen Sein und Blut bekennen.

Nur Menschen, die verschnitten werden


durch Hände, Füsse und durchs Herz,
verwandeln das Gesicht der Erde
und steigen wirklich himmelwärts.

Wer seinen Willen übergeben


dem göttlichen Feuer, wird verstehn
den Weg, die Wahrheit und das LEBEN,
und einen wirklichen Tod nie sehn.

Wer die Schwelle überschreitet,


betritt die reinen - heilgen Stätten,
und wird vom CHRISTUS-LICHT bereitet,
ein dienend Glied der geistigen Kette.

106
Wer atmen kann im Reich des LEBENS,
der wirkt, weil er nicht anders kann,
kein einziger Schritt ist mehr vergebens,
weil er die geistige Seel gewann.

Die Seele wird erst dann verwandelt


vom eigenwilligen - niederen Ich
ins göttliche SELBST und geistige LICHT,
wenn sie beginnt selbstlos zu handeln.

Solang die Seele haben will,


lässt sich der Geist nicht finden,
doch wenn sie selbstlos, rein und still,
schenkt er sich ihr von innen.

Nur durch die Kreuzigung der Seele


werden wir vom Geist erwählet,
kann uns dieser ganz erfüllen,
uns bauen die unsterbliche Hülle.

107
Wie die Blumen niemals fragen
nach einem Lohn für ihr Erblühn,
wird die Seel sich nie beklagen,
die auferweckt im wahren Sinn.

Wer nie nach magischen Kräften strebt,


der wird die KRAFT auch nie missbrauchen,
wenn diese sich in ihm gebiert,
er wird sie nicht für sich gebrauchen.

Für andere tun, statt für sich selbst,


spontan, weil man nicht anders kann,
nur so verwandelt sich die Welt
dereinst in geistiges Land.

Auf den Beweggrund kommt es an


in allem, was man denkt und tut,
wenn dieser lauter, ist es gut,
auch wenn man etwas falsch getan.

108
Erst dann, wenn du Es wirklich siehst,
im Wesens-Grunde deiner Seele,
das eingeborene - göttliche LICHT,
wirst du den Weg nicht mehr verfehlen.

Such unermüdlich nach dem SELBST,


Es ist dein Gott - dein wahres LEBEN,
das für dich wirkt und dich erhält,
und alles weitere wird sich geben.

Sorg dich nie um äussere Dinge,


halt dich fest am innern Geist,
bis Er, als LICHT in dir erklingend,
dich in der Wahrheit unterweist.

Lass den Geist den Kampf bestreiten,


gib deinen Willen ganz zurück,
nur Er allein kann dir bereiten
den Sieg des LICHTES als dein Glück.

109
Vergiss nie, jeden Tag zu danken,
leg alles stets in seine Hände,
Gefühle, Taten und Gedanken,
dann wird in dir das Werk vollendet.

Wenn Freud wie Leid, und Leid wie Freud,


wird unser ganzes Sein erneut,
erleben wir die Seligkeit
in uns als geistige Wirklichkeit.

Nie lässt es sich beschreiben,


was eine Seel durchdringet,
so tief, bis Freud und Leiden
in Ruh zusammenklingen.

Im WORT vollzieht sich die Vermählung


von Gottes Geist und Menschenseele,
und die alchimische Verwandlung
des LEBENS bis in jede Zelle.

110
Sich selber muss man überwinden,
nicht Zeugungskräfte höher zwingen,
denn kommen diese nicht zur Ruh,
schliesst sich die Herzens-Rose zu.

Im Himmelreich wird nicht gefreit,


doch wird der Mensch nur dann genesen,
wenn Er die Ehe, die gewesen,
kann schliessen zwischen Seel und Geist.

Sobald sich Gottes heiliger Namen


im Grund der Seele offenbart,
blüht aus dem geistigen Samen
der Sohn des LICHTES Tag für Tag.

Sobald der geistige Leib sich bildet,


kraft der Liebe feurigem Schilde
zu einem Träger ewigen LICHTS,
des Menschen Göttlichkeit anbricht.

111
Verstandes-Wissen lässt sich kaufen,
Erkenntnis jedoch nur erringen
durch die geistige Feuertaufe
strömender Liebeskraft im Innern.

Die wahre Inbrunst unseres Herzens


lässt uns die Feuerkraft erlangen,
die umkehrt alle Seelenwerte
und uns bis in das Blut verwandelt.

Wer in sich das LICHT der Wahrheit


auch nur ein einziges Mal gesehn,
beginnt als anderer Mensch bereits
die Welt und Menschheit zu verstehn.

Will man den Pfad des LICHTES gehn


und einst das ewige LEBEN sehn,
muss man das Eine stets verstehn,
sein Wille muss in uns geschehn.

112
Wer nie mehr fordert, vielmehr danket
für alles, was ihm auch geschieht,
durchbricht dereinst die letzte Schranke,
die ihm das göttliche LICHT verschliesst.

Nicht durch Belehrung äusserer Worte,


nur durch Verwandlung unseres Blutes
entfaltet sich die geistige Pforte,
offenbart sich uns das einzig Gute.

Sobald das Erdenblut gereinigt,


die Seele in sich selbst versöhnt,
wird des Menschen Herz geheiligt
und sein Haupt vom LICHT gekrönt.

Kann man sich vollends übergeben


an den lebendigen Gott in sich,
erwacht in uns das geistige LEBEN,
ertönt in uns das ewige LICHT.

113
Wenn wir uns wirklich selbst verlassen,
kann Gottes Wahrheit uns erfassen,
sie wird sich selbst in uns erkennen,
um uns im Geiste zu vollenden.

Bis in die Glieder fühlt man Ihn,


den göttlichen Odem allen Lebens,
den heiligen Geist im wahren Sinn,
als A und O des inneren Webens.

Sind unsere Lenden mal umgürtet


mit der geistigen LICHT-Substanz,
ist auch die Seel bereits geläutert,
betritt sie wieder heiliges Land.

Wer eintritt in den geistigen Strom,


der lernt von selbst das wahre Beten,
in ihm erklingt der göttliche Ton,
der ihn befreit aus dem Begehren.

114
Wenn du ihn hörst, den inneren Klang,
der geistigen Welten ewigen Sang,
erwacht in dir das göttliche Sein,
und du bist niemals mehr allein.

Der Klangstrom lässt sich nie und nimmer


missbrauchen auf verkehrte Weise,
weil diese heilige Kraft des Himmels
nur Selbsthingebende erreichen.

Die wahre Übung, die es gibt,


einschwingen in den geistigen Strom,
damit das LICHT, das uns stets liebt,
vollenden kann zu seinem Sohn.

In tief verborgener - heiliger Weise,


beginnt das LICHT in uns zu kreisen,
brennt unser irdisch Blut und Sein
von innen wieder geistig rein.

115
Wenn sie dir sagen: Siehe dort
ist Christus, darfst du es niemals glauben,
denn nur in dir, im geistigen Hort,
wirst du das LICHT des LEBENS schauen.

Christus ist zu uns gekommen,


ums geistige Feuer zu entzünden,
ohn' das kein Mensch, auch nicht der Fromme,
je frei wird von der eigenen Sünde.

Verraten wird der Christus stets,


bis wir uns selbst zum Opfer bringen,
erst dann vermag sein ewig LICHT
auch unser Leben zu durchdringen.

Ein Christ ist eine neue Kreatur,


das Alte ist in ihm erstorben,
verwandelt seine Blutsnatur
in LICHT-Substanz, aus Gott geboren.

116
Der Himmel lässt sich niemals zwingen,
fehlt die Erkenntnis eigener Schuld,
die Ehrfurcht - Demut und Geduld,
kann auch Christus ihn nicht bringen.

Wenn wir nicht geistiger werden


als die, die uns bis anhin lehrten,
so werden wir auf unserer Erde
umkommen, statt in Wahrheit leben.

Das Erdenleid entschwindet nicht,


weil allzu viele Menschen jagen
nach dem, was sie entfernt vom LICHT,
und nicht mehr nach der Wahrheit fragen.

Begonnen hat die Zeit auf Erden,


in der die äusseren Kirchen sterben,
allein die Bruderschaft besteht,
die in und aus dem LICHTE lebt.

117
Soll sich niemand täuschen lassen,
die Zeit geht heute schon zu Ende,
in der man, ohne sich zu ändern,
meint den Fortschritt zu erfassen.

Vollzogen wird bereits die Scheidung


im Innern aller Menschen-Seelen,
durch die geistige Leitung
der Christus-Hierarchien.

Noch wird die Wahrheit nicht verkündet,


dass Christus in das Fleisch muss kommen,
damit des Erdenmenschen Sünde
durch Ihn von innen übernommen.

Wir werden nie zu Ende kommen


mit dem Elend unserer Welt,
bis Christi wirkliches Wiederkommen
in uns den geistigen Leib erstellt.

118
Der Menschheit Zukunft, wie der Erde,
sie ist bedingt vom Stirb und Werde,
das noch so wenige verstehn
und ernsthaft sich darum bemühn.

Alle Seelen sind verbunden


durch den Rhythmus geistigen Seins,
alle, die sich überwunden,
sind in Wahrheit nie allein.

Die Seele ist ein Teil des Ganzen,


sie kann niemals verloren gehn,
einst wird sie im reinen Glanze
die geistige Vollendung sehn.

Vollkommen wird die Seele werden,


weil ihr Kern ein göttliches Wesen,
kann in der Flamme sie ersterben,
wird sie in Ewigkeit genesen.

119
Der Schleier, der uns Gott verhüllt,
ist unser niederes Ich,
das uns als Eigenwahn erfüllt,
es steht uns vor dem geistigen LICHT.

Das wirkliche ICH erkennt sich SELBST,


als göttliches LICHT der Welt,
das allein in Wahrheit lebt,
in Ewigkeit das Sein bewegt.

Wird die Seel vom Blitz getroffen,


schlägt ihre geistige Stunde,
darf sie in Wahrheit hoffen,
befreit zu werden von den Runden.

Öffnen sich die innern Siegel,


weil das LICHT sich offenbart,
wird die Seele selbst zum Spiegel
von dem, was sein wird - ist und war.

120
Der wahre, universelle Tempel
ist längst, seit unserem Fall gegründet,
wir können nur durch das Exempel
lernen, die geistige Tür zu finden.

Die wirkliche Türe ist verborgen


im Herzen jedes Menschenkindes,
sobald die Seel sich selbst verloren,
wird sie die Pforte wieder finden.

Jeder äussere Tempelbau


birgt stets in sich den Keim des Bösen,
was erbaut vom eigenen Ich,
ist schon seit je verkehrt gewesen.

Vergiss dich selbst, versuch zu sein,


verlass den äussern Strom der Zeit,
tritt in den innern Rhythmus ein
und atme geistige Seligkeit.

121
Dein grösster Feind, das bist du selbst,
nur wenn du stirbst als Eigenwille,
stirbt auch der Hüter an der Schwelle,
kann's LICHT gefahrlos dich erhellen.

Der Hüter an der geistigen Schwelle,


er ist dein eigenes Spiegelbild
steht dir solange vor der Helle,
bis du im Herzen ernsthaft willst.

Im Herzen muss das Losungswort


aus sich SELBST heraus erklingen,
der geistige Weg führt durch den Tod
hindurch im eigenen Wesens-Innern.

Erst wenn die Seel soweit geläutert,


dass sie sich selber überschreitet,
lässt sie der Schwellenhüter durch,
entschwindet auch die Todesfurcht.

122
Nie verlässt Gott je den Menschen,
der Mensch verlässt stets seinen Gott,
allein dem Eigen-Wollen-Denken
entstammt das Leid und auch der Tod.

Im Grunde gibt es nur ein Leiden,


ein Leben ohne inneres LICHT,
das ist es, was die Menschen scheidet
vom Geist, als ihrem wahren ICH.

Die Aussenwelt bleibt immer leidend,


was auch die Menschen unterweist,
das Leiden lässt die Seelen reifen,
weil aller Seinsgrund Einheit heisst.

Wer das Leiden einst verstanden,


leidet nicht mehr um sich selbst,
sucht bereits das Heil der andern,
dient nur noch der geistigen Welt.

123
Nur das ist wahre Schönheit,
was aller Tugend Grund,
als Spiegel geistiger Wirklichkeit
führt sie zur echten Kunst.

Alle wirkliche Schönheit


strahlt aus der geistigen Welt,
aus Gottes ewiger Wahrheit
hinein in Raum und Zeit.

Nur dank der Kraft des Himmels Gunst,


erlernt ein Mensch die geistige Kunst,
wodurch er die Natur vollendet,
wo diese scheinbar für ihn endet.

Nur wer sich selber überwindet,


nicht mehr an äusseren Dingen haftet,
kann einst die wahre Kunst erringen
und wirklich schöpferisch schaffen.

124
Niemand kann Gott je betrügen,
denn auf dem geistigen Pfade
offenbart sich jede Lüge,
uns und den andern gleich zum Schaden.

Der eine Weg zur wahren Gottheit


führt durch das eigene Schweigen,
bis Gottes Stimme uns befreit
aus der Gestalt des Erden-Leides.

Wenn wir das äussere Ohr bezwingen,


lauscht unsere Seel der inneren Stille,
die eigene Knechtschaft überwindend,
zum freien Sohn von Gottes Willen.

Wenn unser Auge kaum mehr weint,


und unempfindlich's Ohr geworden,
wenn Herz und Haupt im Strom vereint,
wird erst der Geistes-Mensch geboren.

125
Niemand kann vergeistigt werden,
ohne sich zu überwinden,
deshalb fehlt das LICHT auf Erden,
dominiert noch stets die Sünde.

All' unser sogenanntes Böse


ist die Frucht des Eigen-Guten,
wovon die Seele nur erlöset,
durch die Vergeistigung des Blutes.

Kannst du dich selbst zum Opfer bringen,


wird Gottes LICHT in dir erklingen,
dann hilfst du andern auf den Weg,
weil du in Wahrheit für sie lebst.

Geist und Seele schmelzen zusammen,


wenn unsere Selbstsucht entschwindet,
umgewandelt in heiliger Flamme,
um göttliches Sein zu erringen.

126
Es gibt keine dauernden Dinge,
nur Zustände, die stets sind im Fluss,
die jede Seele durchleben muss,
um wieder im Geiste zu schwingen.

Die Blumen blühen ohne Schmerzen,


weil sie sich nicht dagegen wehren,
wenn wir verwurzelt ganz im Herzen,
wächst unsere Seele unversehret.

Nur jene werden Frieden haben,


die im Sein Gott-willig sind,
denn Frieden ist bereits schon Gnade
des Himmels an das Erdenkind.

Die wahre Freiheit finden, das heisst


durchlichtet sein vom göttlichen Geist,
erlöst zu sein von Sucht und Trieben,
zu atmen in und aus der Liebe.

127
Wir leben nicht vom Brot allein,
vielmehr aus Gottes ewigem WORT,
das aus dem allerhöchsten Sein
zu uns herabsteigt immerfort.

Nicht das, was durch den Mund eingeht,


was wir aus unserem Herzen strahlen,
verdunkelt uns den Lebensweg,
seitdem wir aus dem LICHT gefallen.

Christus hat das Wort gesprochen,


vom Stein, den wir seit je verworfen,
der jedoch zum Eckstein geworden,
als Aufstieg für Seelen, als Fall für die Horden.

Werfet die Perlen nicht vor die Massen,


sie können den Geist nicht verstehn,
wer Ihn nicht von innen erfasset,
kann nie in der Wahrheit bestehn.

128
Die wirkliche Wandlung gibt es nicht,
solang uns fehlt das göttliche Feuer,
das einschmelzt unser niederes Ich,
ums innere Wesen zu erneuern.

Sinkt auch der Erden-Leib in den Tod,


innerlich sind wir von göttlichem Stamme,
uns wird ein Geistes-Leib aus dem WORT,
sobald wir erweckt die versunkene Flamme.

Die heilige Flamme im innersten Herzen


ist die wirkliche - schöpferische Macht,
sie stillt die Gebrechen - Leiden und Schmerzen
als Gottes unsterbliche - heilende Kraft.

Halte dich stets an das heilige Feuer,


senke dich ein in den innersten Grund,
überlasse dich ganz seinem geistigen Steuer,
im eigenen Herzen zu jeglicher Stund.

129
Der Seelenmensch wird stets geprüft,
das heisst, nicht wie und was er übt,
doch wie er stündlich sich verhält,
ob er nun stehe oder fällt.

Wir alle fallen immer wieder,


solang wir nicht vollkommen eins,
doch nicht ein einziger bleibet liegen,
lernt er statt kämpfen wirklich sein.

Solang wir andere kritisieren,


auf niedere oder höhere Art,
so werden wir dadurch stets wieder
getrennt von Gottes Gegenwart.

Gottes Gegenwart zu finden


im Gefühl des Herzensfrieden,
heisst in den Geist-Strom einzuklingen,
in seinem Rhythmus alles lieben.

130
Nicht tun, heisst nichts mehr begehren,
die niederen Sinne stille legen,
bis auf den eingeborenen Sinn,
die Wahrheit fliesst allein aus ihm.

Im Innersten sich hinzugeben,


zu lauschen auf den Strom des LEBENS,
heisst Gottes Gegenwart erfassen
und sich vom LICHT vollenden lassen.

Der Mensch belastet diese Welt


mit jedem einzelnen Atemzuge,
solange er im Sein entstellt
und entartet bleibt im Blute.

Wir sollten längst geheiligt sein,


und jeder Herzschlag sollte strahlen,
verwandeln, was nicht wahr und rein,
durch die Kraft des heiligen Grales.

131
Suchst du die Wirklichkeit des Lebens,
musst du dein Sein ins Herz verlegen,
es ist der einzige Ort allein,
der Gott gehört und niemals dein.

Im geistigen Rhythmus schwingen


heisst das Geheimnis finden,
auf welche Art der wahre Stein
bereitet wird im eigenen Sein.

Wenn durch ein reines Atemfeld


lebendige Ätherströme
dein ganzes Sein durchtönen,
erschliesst sich dir die geistige Welt.

Im Innern wirst du schauen


der heiligen Schriften Sinn,
und das, was andere glauben,
erlebst du im ICH-BIN.

132
Wenn alles eigene Tun zu Ende,
erwacht in uns das göttliche Sein,
kommt erst die grosse, geistige Wende,
wird unsere Seele leuchtend-rein.

Kein Karma werden wir erzeugen,


wenn wir im Sein hinauf stets steigen,
so weit, bis 's Eigenwollen-Handeln
in seinen Willen sich verwandeln.

Einst schwingt die Seel in jenen Höhen,


wo nur das ewige JA zu hören,
wenn Gott und Mensch vollkommen eins
im heiligen Christus-SELBST vereint.

Aus Gottes WORT lebt dann die Seele,


das LEBEN wird ihr neu gespendet,
und durch den Klang der lichten Sphären
wird sie in Harmonie vollendet.

133
Das WORT bringt uns die Wirklichkeit,
die geistige Unsterblichkeit,
die Fülle aus der Ewigkeit
als offenbarte Herrlichkeit.

Aus Ihm, zu Ihm sind alle Dinge,


weil Es das eine Ding an sich,
der Urgrund - aller Wesen Stimme,
die Ursach des Bewusstseinslicht.

Kommt Christus nicht in uns zum LEBEN,


verliert das Dasein seinen Sinn,
weil seit Beginn der Menschheit Streben
doch ausgerichtet ward auf Ihn.

Es kommt die Zeit und ist schon jetzt,


dass wir die Stimme hören werden,
als Gottes liebendes Gesetz
im Reich des Himmels wie auf Erden.

134
Alle, die im Innern hören
Gottes WORT, und Es auch sehn,
kann die Welt nicht mehr betören,
weil sie in der Wahrheit stehn.

Erst, wenn das WORT im eigenen Wesen


sich SELBST aussprechen kann,
wird unsere Seel vollends genesen,
steigt sie ins göttliche Reich hinan.

Wenn man sich wirklich übergibt,


dem göttlichen WORT des LEBENS,
nichts anderes mehr als Es nur liebt,
wird alle Schuld vergeben.

Der Dankbarkeit zu jeder Stunde


liegt unsere Seligkeit zu Grunde,
wer stets bejaht, was auch geschieht,
sein inneres LEBEN wachsen sieht.

135
Sobald ein Mensch vom Geist geboren,
aus dem LICHT und Klang von oben,
wird alles, was ihm auch begegnet,
von ganzem Herzen stets gesegnet.

Dann strahlt die Seel den wahren Frieden,


und das Herz die göttliche Ruh
allem Lebenden hienieden
selbstlos liebend immerzu.

Dies ist das Ziel seit aller Zeit,


vollkommene, geistige Freiheit,
die wir dank Gottes Kraft erringen,
wenn wir uns wirklich überwinden.

Erlebt die Seele sich im Geiste


als LICHT-durchtönte Einheit,
erlangt sie ihre Freiheit
auf die einzig richtige Weise.

136
Wisse, wage, wolle, schweige,
willst du das grosse Werk einst sehn,
lernst du in Wahrheit schweigen,
wirst du in Ewigkeit bestehn.

Der wahre Himmel ist kein Ort,


er ist ein Seins-Zustand -
und doch zugleich ein Seelenhort,
wenn Gott und Mensch sich fand.

Wir müssen vollends selbstlos werden,


sonst werden wir sie niemals finden,
die neue geistige Himmel-Erde,
wenn wir nicht wirklich überwinden.

Im wirklichen - heiligen Land,


das einst die Seel erkennt,
ist Gottes LICHT und Klang
in Wahrheit nie getrennt.

137
Die geistige Sonne ist das HERZ
der Herzen, der Ursprung aller Wesen,
das A und O von Gottes Werk,
die Harmonie des einen LEBENS.

Das LEBEN selbst ist Harmonie,


doch wenige lauschen seinem Lied
in sich, und sie erkennen nie,
was stets in Wirklichkeit geschieht.

Tagtäglich in die Stille gehn,


so wird die Stille selbst zur Stimme,
im Herzen keimet das Verstehn
vom WORT des ewigen Reichs des Himmels.

Im Innersten ganz stille werden,


das heisst in sich bewusst ersterben,
im Sein erfahren, was ist Gott -
in Wirklichkeit - und was der Tod.

138
LICHT-Offenbarung zu erleben,
heisst den Begierden abzusterben,
nie wieder ist ein Mensch der gleiche,
der geschaut in geistige Reiche.

Verstandes-Wissen führt zu nichts,


die Herz-Erkenntnis bringt das LICHT,
die Seligkeit - das wirkliche Sein,
in seiner Strahlung finden wir heim.

Wer durch stetes, tiefes Sehnen


Gottes Flammen-Geist erlaubt,
sich im Herzen auszudehnen,
das LICHT im eigenen Sein erschaut.

Nur wenn die Seel das LICHT erkennt,


wird sie zum Individuum,
das, von der Gottheit nicht getrennt,
erwählt zum ewigen Priestertum.

139
Die Ehrfurcht vor dem grossen LEBEN
ist entscheidend für die Seele,
damit sie unpersönlich liebe
und ihren Weg nicht mehr verfehle.

Alle menschlichen Eigenschaften,


die nicht durchwirkt sind von der Liebe,
vermehren unsere Leidenschaften,
und stärken stets die eigenen Triebe.

Die Liebe ist von Selbstsucht rein,


erwartet keine Dankbarkeit,
als einzige Ursach unseres Seins
führt sie allein zur Seligkeit.

Mensch sein, heisst die Liebe leben,


durch sie das geistige Kleid zu weben,
den eigenen Willen hinzugeben
und Gott in dem ICH-BIN erleben.

140
Im erdgebundenen Blutszustand,
erkennt man niemals geistiges Land,
man existiert als Ich im Leib,
geteilt in sich, Mann oder Weib.

Man wird zum wirklichen Wesen


erst, wenn die Seel genesen,
durch des WORTES Klang und LICHT
zur Geistgestalt, die lebt im ICH.

Ohne den Prozess im Blut,


den doch die Schrift beschreibt,
wird niemand Christ, noch jemand gut,
erblüht kein geistiger Leib.

Den wahren Sinn des Lebens finden


heisst die Vergeistigung erringen,
dem Urbild immer mehr zu gleichen,
durch's Sterben's LEBEN zu erreichen.

141
Gleich wie der Samen in der Erde,
muss die Seel durchs geistige LICHT
zum Baum des LEBENS wieder werden,
indem sie in sich selbst erstirbt.

Strebt die Seele gleich den Pflanzen


nach den geistigen LICHT-Substanzen,
wird sie zum Kelch des heiligen GRAL,
verwandelt durch das Abendmahl.

Die tief-verborgene Geist-Substanz,


sie ist das wahre Heil der Welt,
die Seele wird erst rein und ganz,
wenn sie von ihrem LICHT erfüllt.

Rein empfinden - geistig fühlen,


nichts anderes mehr, sich hinzugeben
dem innern - eingeborenen LEBEN
heisst, sein unsterblich Kleid zu weben.

142
Wer auf dem geistigen Boden steht,
mit ganzer Seele selbstlos liebt,
der wird durch sie von selbst verstehn,
wo andere sich umsonst bemühn.

Solang man von der äusseren Welt,


die in sich so schwer entartet,
noch das geringste Heil erwartet,
ist man nicht reif fürs göttliche SELBST.

Der wahre Pfad ist mehr als Weg,


er ist ein Seins-Prozess,
den man nicht geht, allein erlebt,
wenn man sich selbst verlässt.

Hat der Prozess einmal begonnen,


so steht er nie mehr stille,
der Geist, der in das Fleisch gekommen,
vollendet uns nach seinem Willen.

143
Christus muss Gestalt gewinnen
im ganzen Wesen unserer Seele,
wollen wir dem Tod entrinnen,
muss Geist und Seele sich vermählen.

Das WORT muss in der Seele sprechen,


ununterbrochen uns durchwehn,
bis wir mit allem Eigenen brechen
und ganz in seinem LICHT aufgehn.

Die Wahrheit hört man nur im Innern,


das äussere Wort verbleibt im Streit,
allein der Stille heilige Stimme
bringt uns die wirkliche Seligkeit.

Die Freiheit werden wir nur finden,


wenn im Grunde unseres Innern
das ewige LICHT soweit erklinget,
dass die Vergeistigung im Fleisch beginnet.

144
Allein im Zustand horchender Gnade
empfängt die Seele ihre Gaben,
dem Geist und seinem Reich zu dienen,
um nichts und alles zu verdienen.

Erlauscht muss die Vollendung werden


durch SELBST-bewusstes Sein auf Erden,
nur in der inneren Wesenseinheit
offenbart sich uns die heilige Dreiheit.

Der Geistes-Mensch ruht in sich SELBST,


in Harmonie - im LICHT der Welt -
nicht tuend, tut er unentwegt
den WILLEN, der ihn stets bewegt.

Die letzte Wahrheit steht geschrieben


allein im Buch des LEBENS,
dies öffnet nur die erste Liebe, -
alles andere bleibt vergebens.

145
Wenn alsdann jemand
zu euch sagen wird:
Siehe, hier ist Christus,
oder dort, so glaubet
es nicht. Denn es werden
falsche Christusse und
falsche Propheten aufstehn
und grosse Zeichen und
Wunder tun, um womöglich
auch die Auserwählten zu
verführen. Siehe, ich habe
es euch vorher gesagt.
Wenn sie zu euch sagen
werden: Siehe, er ist in
der Wüste, so geht nicht
hinaus, siehe, er ist in
der Kammer, so glaubet
es nicht. Denn wie der
Blitz ausgeht vom Auf-
gang und leuchtet bis
zum Niedergang, also
wird auch sein die An-
kunft des Menschensohnes.

Math. 24 Kap. 23-27

146
Wo die eigenen Wege enden,
beginnt der mystische Weg ins LICHT
kommt für uns die innere Wende,
erwacht in uns das göttliche ICH.
Denn Gottes Reich steht nicht in Worten,
nur in der geistigen Kraft allein,
und Gott will nicht ein Gott der toten,
doch der erleuchteten Seelen sein.
Erleuchtet jedoch kann nur werden,
wer zuvor gelernt auf Erden
in Wahrheit für die Menschheit leben,
den Eigen-Willen hinzugeben,
zum Träger seiner Flamme werden
und geistige LIEBE auszutragen,
ohne nach dem Lohn zu fragen.

147
Alles äussere Streben,
Begehren und Sinnen
bemüht sich vergebens
die WAHRHEIT zu finden,
die im Innersten lebt,
doch verborgen bleibt,
bis wir durch LIEBE gereift, -
mit dem Herzen verstehn,
das LICHT in uns SELBST zu sehn.

Der Buchstabe tötet,


der GEIST bringt das Leben,
die menschlichen Nöte,
sie harren vergebens
bis das göttliche Feuer
unser Wesen erneuert
und das WORT in uns spricht,
als das tönende LICHT.

148
So, wie der Fisch im Wasser lebt,
lebt auch der Mensch in Gott,
nur fühlt er nicht, was ihn bewegt,
weil er im Geist noch tot. -
Doch, wer im Geiste atmen kann -
im feurigen Element, -
der steigt bewusst zu Gott hinan,
wenn's LICHT im Herzen brennt.

Gleich wie das Eisen glüht,


wenn es im Feuer liegt,
verschmilzt zu heller Glut,
wird unser HERZ durchglüht,
wenn es im Geiste liebt,
verwandelt sich das Blut,
erstrahlt das ICH im LICHT.

149
Auf dem Wege nach innen
gibt's nur ein Ja oder Nein -
ein gewaltloses Ringen
um die Einheit im Sein.
Ein fühlbares Denken
und liebend Versenken
in den göttlichen WILLEN,
der in hörbarer Stille
uns von innen erkennt,
bis das Herz wirklich brennt
und sein LICHT uns stets lenkt,
das von Gott uns geschenkt.

Stelle dich ein


auf das geistige Sein,
lausche hinauf
auf den göttlichen Hauch,
nehme ihn wahr
am Herzens-Altar,
und schaue empor
durch das innere Tor
in das ewige LICHT,
und das LICHT erkennt dich,
als unsterbliches ICH.

150
Viel-Wissen bringt nichts,
die Erkenntnis ist alles,
sie hebt uns ins LICHT,
aus dem wir gefallen.
Dies LICHT ist allein
unser wirkliches Sein
unser innerster Sinn
und wahres ICH-BIN.

Einmal wird es sein,


dass unser Herz wieder rein,
wenn wir ganz in der Stille
entsinken im WILLEN,
der in uns wird geschehn,
bis wir geistig verstehn, -
der uns feurig durchströmt
und in LIEBE versöhnt -
der uns tönend durchlichtet
und wiederaufrichtet
zu Kindern des LICHTES -
in Gnade und Wahrheit,
vollendet zur Freiheit.

151
Wir sollten uns nicht Christen nennen,
solang wir CHRISTUS nicht erkennen,
geschweige Ihn im Fleisch bekennen,
die Herzen nicht im Geiste brennen.
Uns fehlt der wahre Sinn des Lebens,
und unsere Jahre sind vergebens,
wenn wir das CHRISTUS-LICHT nicht finden,
weil wir uns selbst nicht überwinden.

Willst du den Pfad vollendet sehn,


musst du im Herzen tief verstehn,
der Funke muss zur Flamme werden,
solange du noch lebst auf Erden.
Musst auf die Flamme atmen lernen,
deinem göttlichen Wesenskerne,
und hüten sie bei Tag und Nacht
bis sich ihr Wesen ganz entfacht
und sie zur Innen-Sonne wird,
die alle Wesen selbstlos liebt -
und segnet ohne Unterschied.

152
Es ist ein LICHT -
ein Geist - ein Feuer,
das in uns wirkt
und uns erneuert,
das in uns brennt
und uns erkennt,
das in uns tönt
und uns versöhnt,
das in uns bleibt
und uns befreit
aus Nacht und Leid
für alle Zeit.

Wir sind
weil Du bist -
allerheiligste Flamme, -
in Wahrheit LICHT
von Deinem Stamme,
denn ohne DICH
kann niemand sein,
im HERZEN -
sind wir ewig eins.

153
Du darfst dich niemals überordnen,
du sollst dich auch nicht unterordnen,
du musst Es jedoch ganz erfassen,
im SEIN dich einzuordnen lassen.
Indem der göttliche Welten-WILLE
beginnt dein Inneres zu erfüllen,
wirst du vom ewigen Geist gezogen,
und durch sein Feuer neugeboren.

Mit geschlossenen Augen


nach aussen schauend,
mit offenen Ohren
nach innen lauschend,
in selbstloser Ruh
der reinen Empfindung,
vibrierend im heiligen Strom
ihres flammenden Herzens,
lernt die Seele sehen und hören
das LICHT und den Ton
des geistigen Lebens -,
in sich SELBST erkennen
den göttlichen Sohn.

154
Niemand kann auf unserer Erde
je etwas anderes, als allein,
im wahrsten Sinn sich selber werden.
Doch nur im allerinnersten Sein
kehrt unsere Seele wieder heim,
wenn sie zum Brennpunkt selbstlos rein,
entworden zu dem geistigen Stein,
geht sie ins LICHT der Lichter ein,
wird SELBST zum LICHT im ewigen Sein.

Das Blut ist ein besonderer Saft,


weil unser Sein durch es bedingt.
Im Feuer heiliger Aetherkraft
erschliesst es uns den geistigen Sinn.
In Wirklichkeit ist alles Nahrung,
nicht nur, was als Stoff erscheint.
Luft-Wasser-Licht wird Offenbarung,
erweckt in uns ein höheres Sein,
das in Wahrheit nie mehr endet,
weil's in die Göttlichkeit einbricht
bereits im Jetzt durch Innenwende,
die wandelt unsere Seel ins LICHT,
das ewiglich sich SELBST ausspricht.

155
Kein Mensch verbreitet Gottes WORT,
das ohne Worte ist -
bevor Es selbst sich spricht
in seines Herzens Hort,
sich offenbart als Klang und LICHT,
als sein unsterblich ICH.

Wahres Erkennen -
ist geistiges Atmen -
bewusste - heilende Kommunion
mit dem einen - unsterblichen Strom,
der alles durchdringenden Vibration
des LOGOS - als LICHT und als Ton.

156
Soll unser Ich sich SELBST erkennen,
so muss es sich von all dem trennen,
was in Wahrheit nicht ICH ist,
bis sich das ICH als LICHT erschliesst,
das in und aus dem LOGOS fliesst.

Aus unbewusster Einheit


steigt unsere Seele nieder,
in ich-bewusster Vielheit
erstibt sie immer wieder,
als SELBST-bewusste Ganzheit
erringt sie ewigen Frieden.

157
Als ich ein Kind - noch ohne Sünd -,
sah ich erstmals die LICHTJUNGFRAU
im aethertiefen Himmelsblau.
Ihr wunderbares Angesicht -
so makellos - so rein und mild,
dass mir im Herzen blieb ihr Bild -
ein Antlitz, ganz verklärt im LICHT,
das niemals darzustellen ist,
durch keine Kunst und kein Gedicht,
weil seine Schönheit unbeschreiblich ist.

So oft ich zu den Sternen schaute


in das leuchtende Firmament,
wuchs in mir das Ur-Vertrauen
in das göttliche Element.
Seit ich's LICHT in mir gefunden,
werd' ich wahrlich losgebunden
von der Erde, die uns nähret,
denn die Flammenkräfte heben
meine Seele in das LEBEN -
ewig-heller Geistes-Sphären.

158
Du darfst dich nie an Menschen binden,
vielmehr die eigene Seel empfinden,
und in die WELTENSEEL einklingen,
in der wir unbewusst schon schwingen,
um einst die Seligkeit zu finden,
wenn wir das innere LICHT erringen
und unser wahres SELBST gewinnen.

Wenn wir den Flammengeist erfassen,


dann sind wir niemals mehr allein,
unmöglich kann Er uns verlassen,
weil Er der Grund von unserem Sein.
Sein Strömen löst von Leid und Schmerzen
und bindet uns an geistige Wonnen.
Er weckt die ROSE unseres Herzens
und wandelt sie zur lichten Sonne.
Dieses LICHT - als tönende Helle,
das aus sich SELBST strahlt allezeit -
trägt uns über alle Schwellen
hinan in Gottes Herrlichkeit.

159
Wir müssen Eines nur erkennen:
geistig leben, heisst entbrennen,
des Herzens Liebe-Glut entzünden,
durch seine Strahlung überwinden,
indem wir täglich uns verleugnen
und unser Sein soweit erneuern,
dass im innersten Seelengrunde,
zu vorbestimmter Gnadenstunde
unser Ich sich SELBST erkennt,
als das LICHT - das ewig brennt.

Wie wichtig ist doch jede Stunde,


im Erdenkörper zugebracht,
in der ein Mensch mit sich gerungen
bewusst bei Tag und Nacht, -
bis durch sein zeitlich Erdenkleid
durchbricht das LICHT der Ewigkeit,
verklärt zu einem Geistes-Leib,
aus eingeborener Heiligkeit.

160
Den äussern Atem ruhig legen,
vom innern Strom getragen werden,.
der unser Herz allein beweget:
heisst, dass Göttliches und Menschliches
in uns verschmilzt zum Geistes-Leib,
der aus dem ewigen LICHTE lebet,
aufsteigt in die Unsterblichkeit -
sich SELBST ausstrahlend - alles segnet.

Wer vom heiligen Strom durchdrungen,


sich vollendend überwunden, -
fühlt die Male seines Herrn
an seinem geistigen Leib.
Allbeseelend strahlt sein Stern
im Herzen auf - überwindend Raum und Zeit,
in unfassbarer Herrlichkeit -
unantastbar in Ewigkeit.

161
Es ist ein Wachsein ohne Traum,
sind wir in jenem hellen Raum,
der Geist-erfüllt und niemals leer,
der in uns ist und um uns her,
der leuchtend schwingt und klingt zugleich,
ein unfassbares, strahlend Reich,
das jeder Form zu Grunde liegt,
und alles Leben in sich schliesst -
Es ist das ewige SEIN an sich,
das selige Ruhn im göttlichen LICHT.

Die schweigende Konzentration


auf die innere Seelenstille
bewirkt die wahre Kommunion
mit Gottes ewigem WILLEN -
dem Feuer, das als heiliger Geist
unsere Seele unterweist, -
bis sie als Flamme dauernd brennt,
sich SELBST als Gottes Sohn erkennt,
als das eingeborene LICHT,
das Tag und Nacht sich SELBST ausspricht.

162
Das göttliche Feuer muss Es sein,
nicht menschliche Willenskraft.
Es brennt allein die Seele rein
von Schuld und Leidenschaft.
Wir müssen selbst zum Weg entwerden
durch wahres Lassen, statt durch Tun,
nur durch das mystische Ersterben
wird's Herz zum strahlenden Heiligtum.
Dann offenbart sich uns das Leben,
in der bewussten Gegenwart,
als das ewige LICHT der Seele,
weil Gottes Werk in uns vollbracht.

Kennst du die Flamme ohne Rauch,


des inneren Atem - heiligen Hauch,
das WORT, das ohne Worte ist -
das LICHT, das keinen Schatten wirft?
Dann erkennst du Gott im Geist,
als WAHRHEIT, -
die sich SELBST beweist.

163
Wir müssen lernen JA zu sagen,
JA zu unserem Erdenleben,
ohne, dass wir uns beklagen,
was auch uns je begegnet.
JA, dass sein WILLE mag geschehn,
damit wir lernen zu verstehn.
Wir haben alles selbst gerufen:
durch eigenes Seins-Verhalten
wurden unsere Lebensstufen
unbewusst durch uns gestaltet.
Statt Gott und Menschen Schuld zu geben,
sollten wir das innere Leben
bewusst bejahen - nie vernein',
denn alles strahlt zurück im Sein.

164
Kannst du stets im Gleichmut bleiben,
im Geist - der Seele - wie im Leibe,
und wahrlich nichts mehr tun,
ohn' in dir SELBST zu ruhn -
dann strahlt das LICHT herauf
im eignen Blutkreislauf.
Es werden Herz und Haupt
in Wirklichkeit getraut,
weil Gottes Geist und Menschenseele
im heiligen Feuer sich vermählen;
du wirst vom LICHT erkannt
und trittst ins geistige Land,
erlebst die selige Ruh
des innern Gottes Reich,
und all das fällt dir zu,
was dir zum LEBEN reicht.

165
Wir Menschen verloren
den Sinn unseres Lebens:
Wir sind nicht geboren,
um leidend zu sterben.
Einst müssen wir lernen
aus der Strahlung der Sterne
der tönenden Sphären
unsere Seele zu nähren,
um im eigenen Wesen
auf mystische Weise,
aus geistiger Speise,
durch wahre Synthese
und reines Empfinden
unserer höheren Sinne,
die Kleider zu weben
für's ewige Leben.

166
Wir dienen nicht Gott -
noch immer der Welt,
weil die Wahrheit uns fehlt,
und der Lohn ist der Tod.
Wir verloren den Odem,
das ewige WORT,
die Strahlung von oben,
den geistigen Hort.
Tief versunken im Innern
bleibt der göttliche Kern;
Ihn müssen wir finden,
Er wird uns zum Stern,
zum leitenden LICHT,
das als tönende WAHRHEIT
ins Leben einbricht.

167
Wach sein musst du -
bewusst sein immerzu,
musst lernen in Ruh -
in Ehrfurcht und Stille
zu lauschen dem WILLEN
im innersten Innern.
Und du wirst überwinden
durch sein heiliges Feuer,
das dich dauernd erneuert
aus dem göttlichen Sein
bis dein HERZ vollends rein.
Dann wirst du erfahren,
wie sich Gott offenbaret
im tönenden LICHT -
als dein ewiges ICH.

168
Solange wird dein Herz verzagen,
bis es gelernt im Gleichklang schlagen
mit dem geistigen HERZ der Herzen.
Dann verwandeln sich die Schmerzen
in Gott-bewusste Seligkeit.
Dein Herz trägt dich hinein
in die unsterbliche Welt,
wenn's - durch die Flamme rein -
die Stufen dir erhellt,
auf denen du dich immer mehr
in das strahlende Aethermeer,
immer tiefer dich vertiefst
ins ewige LICHT,
das dich stets liebt.

169
Die Sterne, die am Himmel stehn,
sind am Tage nicht zu sehn,
weil von der Sonne überhellt.
Wir können Gottes LICHT nicht sehn,
weil in der geistigen Nacht wir stehn,
obwohl Es leuchtet in der Welt.
Doch wer erstirbt, bevor er stirbt,
das geistige LICHT in sich gebiert,
wird sein Bewusstsein nicht verlieren,
auch nicht, wenn ihn der Tod berühret.

Unser Leben ist Gnade,


von oben geschenkt, -
wer Es in Wahrheit erfühlt
bis ins innerste Mark,
wird geheiligt und stark
durch den GEIST, der ihn lenkt,
und für immer erfüllt

170
mit all' seinen Gaben.

Wer vom GEISTE berufen,


erfasst die drei Stufen:
des Blutes Reinigung -
der Seele Läuterung -
des Herzens Heiligung.
Wenn sich GEIST und Seele
im HERZEN vermählen,
wird der Mensch auserwählet,
durch das Feuer versöhnt,
von der Wahrheit durchtönt
und vom LICHTE gekrönt.

Nichts ist höher als die Wahrheit,


aller Seelen tönendes LICHT,
das dereinst in voller Klarheit
Erden-Finsternis durchbricht.
Denn im Grunde jeder Seele
fliesst der ewige Lebensstrom.
Alle, die sich Ihm vermählen,
erkennen in sich Gottes Sohn,
als das eingeborene LICHT,

171
das in den reinen Herzen spricht.

Ich bin Dein Kelch,


oh CHRISTUS mein -
Du Gegenwart
im Herzensschrein.
Ich bin Dein Träger,
tönendes LICHT -.
Du bist in mir
mein wahres ICH.
Dein Wille nur
gescheh in mir -
jetzt und für alle Zeit,
bis ich vollkommen
bin in Dir -
ICH-BIN
in Ewigkeit.

172
Kein Herz ist je ganz rein geworden,
bevor das LICHT in ihm geboren. -
doch niemand kann ins LICHT eintreten,
wenn er nicht lernt im Geiste beten.
Um Gottes Flamme zu berühren,
musst du dich selbst zuvor verlieren.
Das geistige LICHT zieht sich zurück,
als deiner Seele ewiges Glück, -
weil du Es nie besitzen wirst,
wenn du nicht SELBST zu IHM entwirst.
LICHT wird nie dein - und auch nie mein.
LICHT ist die Ursach allen Seins:
im Grund sind LICHT und ICH stets eins.

173
Der Gottesfunken ruht im Grunde
jeder Seele - als Ebenbild
der Göttlichkeit, aus dem zu allen Stunden
für uns der geistige Odem quillt.
Wir sollten immer an Ihn denken,
und uns so tief in Ihn versenken,
bis Er zum strahlenden Wesen wird,
sein ewiges LICHT in uns gebiert,
das uns dem geistigen Tod enthebt.

Oh göttlicher Welten-LOGOS -
weil wir aus Dir genommen,
bist Du zu uns gekommen,
nahmst unser Wesen an,
und ziehst uns stets hinan,
bei Tag und Nacht
durch deine Kraft
zu Dir - oh LICHT!
Wer Dich je sah,

174
erstirbt in sich
zum ewigen JA.

Einmal weint die Seel nicht mehr,


erblüht ihr geistiger Kern;
verwandelt durch das Aethermeer
wird sie zum Morgenstern.

Einmal liebt sie alle Wesen,


die ihr begegnen in der Zeit,
selbstlos - in sich SELBST genesen -
lebt sie im LICHT der Ewigkeit.

Einmal werden alle Seelen


wieder werden, was sie sind -
mit dem GEISTE sich vermählen
und auferstehn - als Gottes-Kind.

175
Ich schliesse die Augen
und fühl mich erhoben,
im Schweigen zu lauschen
dem Geiste von oben.
Im innersten Innern
beginnt Es zu schwingen,
zu leuchten und klingen,
in rhythmischen Wellen
wird's heller und heller
in all meinen Zellen.
Jetzt atme nicht ich -
sondern in mir das LICHT.
Mein Ich wird verwandelt
ins strahlende SELBST,
das nun durch mich handelt
aus göttlicher Welt.

176
Widersteht nicht dem Bösen,
bejahet das GUTE,
und ihr werdet euch lösen
von der Haftung des Blutes.
Statt dem Niederen zu wehren,
sich dem Höchsten verbinden,
Gottes flammenden Geist
in der Seele empfinden;
dann stirbt das Begehren
mit all seinen Trieben,
doch niemals die Kraft
wahrer - geistiger Liebe,
die stets für uns schafft,
bis das Werk ist vollbracht,
das LICHT in uns leuchtet
bei Tag und bei Nacht.

177
Es ist menschlich und richtig,
anderen Gutes zu tun;
allen dienen ist wichtig
im Geist-Christentum.
Doch CHRISTUS - Er spricht
als das göttliche LICHT:
Niemand kann gut sein
als GOTT - Er allein!
Leid wirklich zu lindern
und Böses verhindern,
heisst: Sich selbst überwinden!
Nur Verwandlung des Selbst,
durch bewusste Synthese
mit dem geistigen Wesen,
lässt den Menschen genesen,
heilt zugleich die Welt,
denn die Welt - sind wir Selbst.

178
Oft habe ich mein Herz gefragt,
warum man Dich gekreuzigt hat,
Dich CHRISTUS - unseren Herrn und Gott,
und nicht auf eine andere Art,
Dich brachte in den frühen Tod?
Bis Du Dich SELBST hast offenbart
in meiner Seele, die im Fleisch gekreuzigt lebt,
und nur dank Deiner Gegenwart,
dereinst als Geistleib aufersteht.

Die Seele kann auf Erden


nur dann verstanden werden,
wenn wahre SELBST-Erkenntnis
durch Liebe erst gegeben,
durch reine - geistige LIEBE, -
die uns ins HERZ geschrieben,
als innerliches Leben -

179
und SELBST-ausstrahlender Segen
für alle und für jeden.

Alles Übel in der Zeit


entstammt dem falschen Ehrgeiz,
dem Machtwahn wie der Eitelkeit,
und führt uns in die Dunkelheit -
in selbsterzeugtes Dauerleid,
statt in das LICHT der Geistigkeit
und GOTT-bewussten Seligkeit -
der einen - wahren Wirklichkeit.

Uns fehlt die geistige Nahrung,


die der äussere Mensch nicht kennt,
die wirkliche Offenbarung
der göttlichen Quint-Essenz:
Der heilige Feuer-Aether,
der's innere LEBEN bringt,
das in sich selber leuchtet
und ewiglich erklingt.

180
Alles was die Seele sucht,
kann sie in sich nur finden,
es öffnet sich das Lebensbuch,
soweit sie überwindet.
Erst, wenn sie lernt zu sterben,
das heisst, sich selbst zu lassen,
und wirklich selbstlos werden,
wird sie das SELBST erfassen,
das aus sich selber strahlt,
als göttlicher Flammengeist,
der allezeit und überall
sie heilend unterweist.

In der wahren Synthese


mit dem innersten Wesen
wird die Seele genesen,
lernt im LICHTE sie lesen
und im HERZEN verstehn, -
ihre RUHE bewahren
und die STILLE erfahren,

181
die den Frieden ihr schenkt,
den die Welt niemals kennt.

Such nicht die andern zu bekehren,


und zeitliche Übel abzuwehren,
einen äusseren Kreis zu gründen,
noch viele Suchende zu finden.
Hast du dein wahres SELBST gefunden,
weil du dich selber überwunden,
suchst du nicht mehr die andern,
die andern suchen Dich,
weil du durch deinen Wandel
sie anziehst durch dein innres LICHT.
Und dieses LICHT
geht immer mit,
auf Schritt und Tritt
strahlt Es und liebt.
Was auch geschieht:
Es strahlt und liebt.

182
Suchst du die Liebe bei den andern,
wirst du sie schwerlich finden,
scheint es doch so, sie wird sich wandeln,
kannst du dich selbst nicht überwinden.
Du musst dein inneres SELBST erst finden,
dann wirst du stets von Gott geliebt -
von heiliger Kraft im wahrsten Sinne,
die niemals ein Geschöpf ausschliesst.
Liebst du das SELBST im eigenen Herzen,
wirst du befreit von Liebesschmerzen.
Wenn's Herzblut deine Füsse netzet,
kannst andere du nicht mehr verletzen.
Dann liebst du um der LIEBE willen,
den Einzelnen, wie auch die Vielen:
Dann liebst nicht du - Es liebt durch dich
der Weltenseele ewiges LICHT, -

183
das aller Wesen Seinsgrund ist.

Der Mensch begehrt gar viele Dinge


in seinem kurzen Erdenleben,
dafür will er auch Opfer bringen,
und bittet Gott um seinen Segen.
Doch muss der Mensch auf Erden lernen,
dass alle Schätze dieser Welt,
ihn von der Geistigkeit entfernen
und der Erkenntnis seiner SELBST.
Wo auch ein Mensch im Leben steht,
erst wenn er liebt und nicht begehrt,
erwacht das wahre Seins-Gebet,
das ihn ins innere LICHT erhebt,
das aus dem göttlichen SELBST ersteht.

Du musst dich mit dem Strom verbinden,


der dein Herz am Leben hält,
und Ihn als göttlichen Geist empfinden,
als LICHT und Klang aus höherer Welt.
Dann wird das LEBEN durch dich handeln,

184
du wirst von innen stark und rein,
dein kleines Ich wird umgewandelt
ins grosse SELBST-bewusste Sein.

Wahres Schweigen,
heisst nicht nur
der Worte sich enthalten, -
es ist bereits das Lauschen
auf den inneren Strom.
Hörst du des Aethermeeres Rauschen,
den schöpferischen Geistes-Ton,
begnadet sind die Stunden,
denn du empfängst aus Gottes Munde,
weil jetzt dein Herz bereit,
sein ewiges WORT -
nun allezeit
an jedem Ort.

Selig sind die Stunden wahrer Stille,


wenn du im Innern Gottes Stimme hörst,
dich einklingst in den Welten-WILLEN
und ganz dem grossen Atem angehörst.
Dann fühlst du, dass Du ewig lebst,
weil dein geistig Kleid sich webt,

185
das immerzu dich schützt und trägt,
und all dein Tun wird zum Gebet.

Es kommt die dunkle Nacht


für jede Menschenseele,
solang die HERZENS-Helle
nicht vollends ist vollbracht.
Dann heisst's: ganz stille werden,
in RUH - geduldig warten,
bis 's niedere Selbst ersterbet,
und aus dem Seelengarten
der Baum des LEBENS blüht,
der über allen Nächten
im ewigen LICHTE glüht.

Nur wenn das Feuer brennt,


erstrahlt das geistige LICHT, -
wer nicht sein SELBST erkennt,
verharrt im niederen Ich,
vom wahren Gott getrennt,
und nicht vom Geist gelenkt.
Doch wer sich ganz versenkt

186
in seinen Seelengrund,
dem wird das LICHT geschenkt
zur gleichen Gnadenstund.

Empfinden wir Gott


als das heilige Feuer,
so strömt Es hernieder
und auf durch die Glieder,
unser Blut zu erneuern
als Bewusstseinszustand,
und wir werden erkannt
von dem ewigen LICHT -
unserm wahren Instand
und unsterblichen ICH.

Die letzten Stufen


des geistigen Weges
kann niemand vollbringen
durch eigenes Streben.
Denn die werden vollbracht
von der göttlichen Macht,

187
wenn wir selbst nicht mehr ringen,
uns im HERZEN einklingen
in den Strom ihrer Kraft,
die das Werk für uns schafft.

Fühlst du in Dir
den heiligen Strom
als eingeborene Vibration,
die leuchtend tönt
und dich versöhnt
im Geist - der Seele -
und im Leib,
empfindest du
die ewige RUH -
schon in der Zeit
als Wirklichkeit.

Halte stille
seinem WILLEN,
beweg dich nicht,
lass Es nur strömen;
das innere LICHT
wird dich durchtönen,

188
bis deine Seele
und dein Leib
im GEIST verschmelzen
allezeit.

Wenn wir getragen


von der göttlichen Gnade,
dann betet's in uns
aus tiefster Inbrunst,
weil die Flamme uns nährt,
uns nicht nur bekehrt,
sondern leiblich durchglüht,
bis die Seele erblüht
zu wahrer Vollendung
und geistiger Sendung;
als strahlendes SELBST -
zur Verwandlung der Welt.

Wer innerlich lebt


in der geistigen Welt,
im HERZEN versteht
sein göttliches SELBST;
dessen Blut wird verwandelt,

189
weil er selbst nicht mehr handelt.
Denn sein Selbst ruht in IHM,
seinem wahren ICH-BIN -
über Freuden und Leid,
in der GOTT-Seligkeit.

Die Quelle unserer wahren Freuden


ist tiefer doch als die der Leiden.
Niemals wird sie je vergehn,
wie das Leiden in der Zeit, -
ewiglich bleibt sie bestehn.
Die tief versunkene Geistigkeit
bringt einst die innere Seligkeit,
die jedes Leiden übersteigt.

Die wahre Seligkeit erlangen,


heisst, frei zu werden von Verlangen,
im Herzen Gottes Geist empfinden
dank seiner Kraft sich überwinden.
Statt zu herrschen - selbstlos dienen,
von ganzem Herzen sich ergeben

190
dem grossen - allbeseelenden LEBEN,
bis das LICHT im tiefsten Innern
aufstrahlt als ein heiler Segen
für alle auf dem geistigen Wege.

Den Atem ins Bewusstsein heben,


als innern Rhythmus ihn erleben,
ihn mit dem Herzen einen
und immer mehr verfeinern,
bis er sanft - stille steht -
und's Herz im GEIST vibriert;
dann wirst du Gott begegnen
im LICHT, das in DIR tönt,
das heller ist als jede Sonne,
und seliger als alle Wonnen -
das dich auf ewig segnet,
verwandelt und versöhnt.

Wenn Menschenseel und WELTENSEELE


sich bewusst im HERZ vermählen,
wird sich das Ich ins LICHT erheben,
sobald es sich ganz hingegeben

191
der Flamme ihres inneren Lebens.
JA - dann strahlt Es in sich SELBST -
aus heiler Kraft der Ewigkeit
die geistige Vollkommenheit.

Verlassen wir den Eigenwillen,


entsinken wir im Welten-WILLEN -
im innern Strom der Gnade:
dann strahlt die Gott-Monade
in unser Leben ein -
und brennt uns wieder rein
zu einem lichten Wesen,
das wir im GEIST gewesen
vor unserer Erdenzeit.
Wollen wir dem Tod entrinnen,
muss Gott in uns Gestalt gewinnen:
dann werden wir, statt sinnlos sterben,
bewusst vom LICHT verwandelt werden
in einen ewigen Geistesleib.

192
Wollen wir das LEBEN finden
und den Tod einst überwinden,
dann dürfen wir nicht rückwärts schauen
und um Vergangenes uns kümmern.
Vielmehr aus ganzem Herzen glauben,
uns auf das CHRISTUS-LICHT besinnen,
das strahlt als LEBENSGEIST auf Erden
für alle Seelen jederzeit,
dass wir erneut geboren werden
aus LICHT-Substanz der Ewigkeit.

Statt zu kämpfen und zu ringen,


sich in Ruhe und in Stille
in das LEBEN einzuklingen -
in GOTTES ewigen WILLEN;
ja, dann wird die WELTEN-SEELE
sich den Menschen einvermählen.

193
Wer nicht mehr selber ringt,
wird in sich SELBST zum Ring,
vom Feuer umgeschmiedet
zu einem leuchtenden Gliede
der geistigen Bruderschaft.

Wer vom GEISTE wird gerufen,


der beginnt in diesem Leben
auf den inneren Seelenstufen
sich seinem WILLEN hinzugeben
und nicht mehr selbst zu handeln.
Er lernt allein auf GOTT vertrauen
und aus der Glut des Herzens glauben,
bis sich sein Blut verwandelt,
und's goldene Kleid sich webet
durch's innere LICHT des Lebens,
das ihn am Ende seiner Zeit
hinanträgt in die Ewigkeit.

Vibriert der LOGOS in den Füssen,


wird Er auch das Haupt erschliessen,
wie den ganzen Leib durchströmen,

194
um die Seele zu versöhnen
mit dem Odem allen Lebens.
Kein Atemzug ist nun vergebens,
ja, du fühlst mit jedem Schritte
Gottes Geist in deiner Mitte.

Kann's innere Feuer brennen,


in steter - sanfter Glut,
wirst du den GEIST erkennen
im eigenen Fleisch und Blut.
Das LICHT beginnt zu kreisen
vom Haupt bis zu den Füssen,
auf seine eigene Weise
die Zentren aufzuschliessen.
Dann strahlt in Dir das Heiligtum
im HERZEN - Haupt und Lenden,
der Tempel wird dein Eigentum,
und all dein Leid wird enden.

Einmal werden unsere Herzen


mit der Gottheit ganz verschmelzen,
und es werden alle Schmerzen

195
verwandelt durch die Himmelswelten
in SEINS-bewusste Seligkeit -
in verströmende Herzenswonne,
dank dem LICHT der Geistessonne -
den Strahlen der Unsterblichkeit.

Der Mensch ist ein Mysterium,


kennt sich in Wahrheit nicht -
ein tief-versunkenes Heiligtum,
in dem das LICHT verborgen ist.
Es offenbart sich erst durch's Feuer,
was unsere Seele werden wird,
wenn sie vom heiligen Geist erneuert,
das tönende LICHT in sich gebiert
und aus der irdischen Dunkelheit
aufsteigt zur hellen Ewigkeit;
dann sieht sie sich dem göttlichen LEBEN
als Ebenbild zurückgegeben.

196
Im HERZEN - Haupt und Lenden
webt in dir Gottes Geist, -
in Füssen - wie den Händen
fühlst du den heiligen Strom.
Und wenn GOTT dir erscheint
im reinsten Aether-LICHT,
schaust du in Dir den Sohn
als ewig - wahres ICH!

Heiliger Strom
im HERZEN mein,
göttlicher SOHN
im Grund des Sein,

197
Du bist das LEBEN
und das LICHT -
in allen Seelen
ewiglich!

Alles Leben
dient der Reife,
dass die WAHRHEIT
wir begreifen:
Das wirkliche Tun
ist inneres Ruhn -
im ewigen Strom
von LICHT und Ton.

Die Seele, die vollends gelassen,


wird vom heiligen GEIST erfasset,
nicht mehr tuend -
in IHM ruhend -
atmet sie die Ewigkeit

198
im LICHTE -
frei von allem Streit.

Die zeitliche Wahrheit lässt sich sagen,


die ewige WAHRHEIT jedoch nicht,
die kann sich dann nur offenbaren,
wenn der Verstand in uns nicht spricht.
Nur in der geistigen Stille
lässt sich die WAHRHEIT finden
und in der Seel empfinden -
als WORT - aus GOTTES-Willen, -
das stets sich SELBST ausspricht -
in Ewigkeit - als Klang und LICHT.

Es leben auf Erden


erst wenige Seelen,
die den CHRISTUS gefunden
und die Welt überwunden.

199
Die nicht für sich nehmen,
in WAHRHEIT stets geben
ihr LICHT und ihr LEBEN
als heilender Segen
für alle und jeden.

Die Finsternis begreift es nicht,


dass alles, was wir Menschen suchen
auf irdischen Bewusstseinsstufen,
zu finden ist im innern LICHT.
Sobald wir geistig atmen lernen
aus dem göttlichen Wesenskerne,
bis Er zur strahlenden Flamme wird,
die Tag und Nacht in uns vibriert,
erfassen wir den Sinn auf Erden,
den Weg - die Wahrheit - und das Leben
im Herzen - als das tönende LICHT,
erleben Es als ewiges ICH,
das nicht mehr stirbt
und nicht mehr wird,
doch immerzu
in heiliger RUH
sich offenbart

200
als GEGENWART
auf leibliche Art.

Jesus - CHRISTUS -
Herr und Gott -
Dein sind wir
bis in den Tod.
Dein LICHT
bringt uns
die Seligkeit
der WAHRHEIT -
als die Wirklichkeit
im GEIST -
in alle Ewigkeit.

201
202
203