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Planung und Konstruktion von Bauwerken aus WU-Beton 335

3.2.3 Nachbehandlung Darauf aufbauend stehen fr den Bau von Bau-
kçrpern aus wasserundurchlssigem Beton zwei
Die wesentliche Aufgabe der Nachbehandlung ist
der Schutz des Betons vor frhzeitigem Aus- Entwurfsgrundstze zur Verfgung (vgl. [7]), die
trocknen, um einen mçglichst hohen Hydratati- auch in [1] und [2] entsprechend beschrieben
onsgrad des Zementsteins und damit einen gerin- werden:
gen Anteil an Kapillarporen auch an der Bauteil- Entwurfsgrundsatz:
oberflche zu erreichen und um frhe Netzriss- Vermeidung von Trennrissen
bildungen an der Betonoberflche infolge starken
Durch entsprechende konstruktive, betontech-
Schwindens der Betonrandzone zu verhindern.
nologische und ausfhrungstechnische Maßnah-
Folgende Nachbehandlungsmethoden stehen zur
men wird eine weitestgehend trennrissfreie „wei-
Verfgung:
ße Wanne“ angestrebt. Dieser Entwurfsgrundsatz
– Bauteile in Schalung stehen lassen, ist nur bei einer engen Zusammenarbeit der Pla-
– Abdecken der Betonoberflche mit PE-Folien ner mit der bauausfhrenden Firma und deren
(Stoßberdeckungen beachten!), Betontechnologen bereits whrend der Ausfh-
– Abdecken mit wasserhaltenden Deckschich- rungsplanung erfolgreich umsetzbar.
ten, die feucht gehalten werden,
– Aufbringen flssiger Nachbehandlungsmittel Entwurfsgrundsatz:
auf Kunstharzbasis, Begrenzung der Trennrissbreiten unter
– Betonoberflche „unter Wasser setzen“. Ausnutzung der Selbstheilung der Risse
Bei dieser Bauart werden Trennrisse bis zu einer
Fr die Dauer der Nachbehandlung spielt die
gewissen Rissbreite zugelassen. Natrlich sind
Außenlufttemperatur, die herrschende relative
auch dabei konstruktive, betontechnologische
Luftfeuchte, die herrschende Windgeschwindig-
und ausfhrungstechnische Maßnahmen erfor-
keit und die Festigkeitsentwicklung des Betons
derlich. Dieser Entwurfsgrundsatz drfte die heu-
eine entscheidende Rolle. Die mindest erforder-
te in der Praxis bliche Regelausfhrung fr Bau-
liche Nachbehandlungsdauer ist in DIN 1045-3
werke der Nutzungsklasse B sein. Da bei den
[20] geregelt.
Nachweisen zur Begrenzung der Rissbreiten die
rechnerische Rissbreite ein 95%-Fraktilwert ist,
kçnnen statistisch gesehen sehr vereinzelt auch
4 Planung und Konstruktion von grçßere Risse auftreten. Folglich ist das nachtrg-
liche Verpressen einzelner Risse auch Bestandteil
Bauwerken aus WU-Beton dieser Bauart.
4.1 Bauweisen (Planungs- und In [1] wurde aufgrund der oben stehenden Aus-
Ausfhrungsvarianten) fhrungen deshalb ein dritter Entwurfsgrundsatz
eingefhrt:
In Beton kçnnen whrend der Erhrtung oder sp-
teren Nutzung Risse entstehen, wenn durch Eigen- Entwurfsgrundsatz:
oder Zwangspannungen bzw. durch Spannungen Begrenzung der Trennrissbreite nach Minimal-
aus ußeren Lasten die aufnehmbaren Zug- und forderungen DIN 1045-1 ohne Selbstheilung
Biegezugspannungen des Betons zum Belastungs- Bei diesem Entwurfsgrundsatz erfolgt keine ge-
zeitpunkt t berschritten werden (Bild 13). sonderte Rissbreitenbegrenzung fr die „weiße

Bild 13. Zeitliche Entwicklung


der Betonzugfestigkeit und
der Einwirkungen aus Last und
Zwang nach [6]
336 D1 Bauwerke aus wasserundurchlssigem Beton

Wanne“. Die hohen Kosten fr die rissverteilende – Dicke und geometrische Form der Bauteile,
Bewehrung werden eingespart. Grundgedanke – Lage und konstruktive Durchbildung der
dieses Konzeptes ist, dass nachtrglich alle Schein-, Arbeits- und Bewegungsfugen ein-
Trennrisse, die grçßer als eine festgelegte Grenz- schließlich Festlegung von Betonierabschnit-
rissbreite bzw. wasserfhrend sind, planmßig ten und -reihenfolgen,
verpresst werden. Entscheidend fr die Anwen- – konstruktive Durchbildung der wasser-
dung dieses Entwurfsgrundsatzes ist die unbehin- undurchlssigen Anschlsse an bestehende
derte Zugnglichkeit aller WU-Betonbauteile Bauwerke sowie Durchdringungen,
whrend der Nutzung, sodass kurzfristig wasser- – Klrung der Anforderungen an die Revisio-
fhrende Risse verpresst werden kçnnen. nierbarkeit bei spter auftretenden Undichtig-
Nachfolgend werden zunchst allgemeine Hin- keiten.
weise zur konstruktiven Durchbildung der Bau-
teile der „weißen Wanne“ gegeben und dann die
erforderlichen Nachweiskonzepte der unter-
4.2.1 Bauteilgeometrie
schiedlichen Entwurfsgrundstze vorgestellt. Insbesondere beim Entwurfsgrundsatz „Vermei-
dung der Trennrissbildung“ ist auf eine einfache
Geometrie der Sohlplatten, die zweckmßig als
4.2 Konstruktive Durchbildung von Plattengrndung mit glatt durchlaufender Platten-
Bauteilen aus wasserundurchlssi- unterseite geplant wird, zu achten (Bild 14 b).
gem Beton Auch bei der Bauweise mit Beschrnkung der
Rissbreiten mssen Ausfhrungen gemß Bild
Im Rahmen der mit der Bauausfhrung abzustim- 14 a aufgrund der großen Zwangsbeanspruchun-
menden Tragwerks- und Ausfhrungsplanung gen vermieden werden. Insbesondere die Ausfh-
sind folgende Punkte sorgfltig zu planen: rung der Grndung als Streifenfundamente mit

Bild 14. Beispielhafte Querschnittsgeometrie von Sohlplatten (aus [7]);


a) ungeeignete Sohlplattenausbildungen, b) geeignete Sohlplattenausbildungen
Planung und Konstruktion von Bauwerken aus WU-Beton 337

Bild 15. Prinzipielle Aus-


bildungsmçglichkeiten von
Schchten (aus [7])

dazwischen liegender nichttragender, wasser- Einzelne Pumpensmpfe oder Fahrstuhlnachfahr-


undurchlssiger Bodenplatte fhrt bei grçßeren ten treten bei nahezu allen Sohlplatten auf. Um
Fundamentauflasten infolge des unbercksichtig- extreme Zwangspunkte bei der Bauweise mit Be-
ten Mitwirkens der Bodenplatte am Lastabtrag oft schrnkung der Rissbreiten zu vermeiden, muss
zu systematischen Rissbildungen am Anschnitt eine Konstruktion gemß Bild 15 mit Anordnung
Bodenplatte/Streifenfundament oder in Boden- einer Gleitschicht unterhalb der Vertiefung und
plattenmitte. einer seitlich angeordneten weichelastischen Zwi-
schenschicht zur Reduzierung der horizontalen
Verformungsbehinderung gewhlt werden. Bei
der Bewehrungsfhrung ist auf die Ausbildung
rahmenartig bewehrter Ecken zu achten.
Bei der Bauweise mit Beschrnkung der Riss-
breiten sind zwar sehr große fugenlose Grund-
risse mçglich, dennoch sollten bei unterschiedli-
chen Auflasten (Bild 16 a) oder unterschiedlichen
Grndungsniveaus (Bild 16 b) oder extrem stark
untergliederten Grundrissen (Bild 16 c) Bewe-
gungsfugen vorgesehen werden. Dies gilt fr
Sohlplatten und im erhçhten Maße auch fr
Dachdecken aus WU-Beton.
Fr Wnde werden im Abschnitt 4.3.1 im Ent-
wurfsgrundsatz „Vermeidung von Trennrissen“
noch zulssige Scheinfugenabstnde genannt.
Grçßere Fensterçffnungen (z. B. Lftungsçffnun-
gen bei Tiefgaragen) mssen bei der Beweh-
rungsanordnung fr den Lastfall „abfließende
Hydratationswrme“ bercksichtigt werden. Die
zustzliche horizontale Bewehrung D AS, o, u ober-
halb und unterhalb der Fensterçffnung (Bild 17)
ergibt sich zu:
1 fct; eff
D AS; o ¼ D AS; u ¼  D Ab 
2 sS
mit:
D Ab ausgesparter Betonquerschnitt
Bild 16. Empfehlungen zur Anordnung von D Ab = a · h
Bewegungsfugen bei unterschiedlichen Grundrissen mit a Fensterhçhe
unterschiedlicher berbauung (aus [7]) h Wanddicke
338 D1 Bauwerke aus wasserundurchlssigem Beton

nicht als „vorgehngte“ Einzellichtschchte, son-


dern besser als integrierte Lichtschachtbnder,
die direkt auf der Sohlplatte beginnen und Be-
standteil der weißen Wanne sind, ausgebildet
werden (Bild 18).

4.2.2 Mindestbauteildicken
Die Festlegung der Mindestbauteildicken erfolgt
unter Bercksichtigung folgender Punkte:
– Beachtung der Betondeckung gemß
Bild 17. Anordnung der horizontalen Zulagebeweh- DIN 1045-1 in Abhngigkeit von der vorlie-
rung im Bereich von Fensterçffnungen (aus [7]) genden Expositionsklasse des Bauteils,
– ausreichende Abstnde zwischen den Beweh-
rungslagen zum Einbringen und Verdichten
fct, eff wirksame Betonzugfestigkeit zum Zeit- des Betons,
punkt t – Minimierung der Bauteildicke zur Reduzie-
nherungsweise bei jungem Zwang: rung der auftretenden Zwangsspannungen,
fct, eff = kHW · fctm » 0,5 · fctm – Beachtung der erforderlichen Mindestdicke
sS Stahlspannung der Druckzone bei biegebeanspruchten Bau-
teilen,
Auf die sorgfltige Verdichtung des Betons un-
– ausreichende Bauteildicke zur Gewhrleistung
terhalb der Fensterçffnungen ist besonders zu
der Funktion der verwendeten Fugenabdich-
achten (Gefahr der Nesterbildung).
tungen und Einbauteile,
Die oftmals notwendigen Kellerlichtschchte
– Art und Grçße der Wasserbeaufschlagung.
sollten aufgrund des erhçhten Arbeitsaufwandes
und der grçßeren Gefahr von Undichtigkeiten In [1] sind in Abhngigkeit von der Art des
durch die Vielzahl notwendiger Arbeitsfugen Bauteils und der Beanspruchungsklasse Mindest-

Bild 18. Ausbildung von Kellerlichtschchten (aus [7]);


a) „vorgehngte“ Einzellichtschchte, b) Lichtschachtbnder
Planung und Konstruktion von Bauwerken aus WU-Beton 339

Tabelle 4. Empfohlene Mindestwanddicken gemß [1]

Bauteil Beanspruchungs- Ausfhrungsart


klasse
Ortbeton Elementwnde Fertigteile
Wnde 1 23 cm 24 cm 20 cm
2 20 cm 24 cm1) 10 cm
Decken 1 25 cm – 20 cm
2 15 cm – 10 cm
1)
Bei besonderen betontechnischen und ausfhrungstechnischen Maßnahmen ist eine Reduzierung auf 20 cm zulssig

dicken aufgelistet (vgl. Tabelle 4). Es wird in [2] Fr die Auswahl und Gestaltung der unterschied-
ausdrcklich darauf hingewiesen, dass infolge lichen Fugenarten steht eine Vielzahl unter-
der bençtigten lichten Abstnde zwischen den schiedlicher Lçsungsvarianten zur Verfgung.
Bewehrungen sich die Mindestbauteildicke erhç- Alle Varianten beruhen auf folgenden Prinzipien:
hen kann (vgl. Abschn. 3).
• Einbettungsprinzip
Haftverbund zwischen einbetoniertem Fugen-
4.2.3 Fugenausbildung band und Beton,
• Labyrinthprinzip
In Bauwerken aus wasserundurchlssigem Beton
Verlngerung des Umlaufweges durch Rippen
sind zur Unterteilung des Bauwerks in Bau-
und Wlste bei Kunststofffugenbndern,
abschnitte, zur Reduzierung der Zwangsspannun-
gen, zur Aufnahme unterschiedlicher Setzungen • Anpressprinzip
einzelner Bauwerksteile und zur Unterteilung von Erzeugung eines hohen Anpressdrucks zwi-
Bauteilen in Betonierabschnitte Fugen notwen- schen den zu verbindenden Flchen (z. B. bei
dig. Die Lage und Art der notwendigen Fugen Anflanschungen oder dem Einlegen von
sind vom zustndigen Planer im Zusammenwir- Quellprofilen)
ken mit der ausfhrenden Bauunternehmung
• Verpressen des Spaltes bei Arbeitsfugen mit-
sorgfltig zu planen und zu detaillieren, um Un-
hilfe eines eingelegten Injektionsschlauches.
dichtigkeiten im Bereich dieser potenziellen
Schwachstellen zu vermeiden. Die ausfhrliche Darstellung der Fugenausbil-
Grundstzlich kçnnen folgende Fugenarten un- dung bei WU-Bauwerken erfolgt in einem geson-
terschieden werden: derten Beitrag im Rahmen dieses Buches, sodass
an dieser Stelle auf weitere Ausfhrungen ver-
• Arbeitsfugen
zichtet wird.
zur Unterteilung des Bauwerks in Betonier-
abschnitte,
4.3 Nachweis der Gebrauchs-
• Scheinfugen tauglichkeit
zum Abbau der Zwangsspannungen und Er-
zeugung von Sollrissen bei der Bauweise mit 4.3.1 Spannungen infolge abfließender
weitgehender Vermeidung der Trennrissbil- Hydratationswrme
dung,
Die bei der Erhrtung des Zementsteins freiwer-
• Bewegungsfugen dende Hydratationswrme verursacht zum einen
zur Aufnahme unterschiedlicher Bewegungen Eigenspannungen infolge eines Temperaturgra-
einzelner Bauteile ohne Rissbildungen in den dienten zwischen Betonkern und Betonoberfl-
angrenzenden Bauteilen: che und zum anderen bei verformungsbehinder-
– Dehnungsfugen fi Bewegung in Bauteil- ten Bauteilen – insbesondere bei Wnden –
ebene Zwangsspannungen (vgl. Bild 20).
– Setzungsfugen fi Bewegung senkrecht Eigenspannungen fhren weder zu Verformun-
oder parallel zur Bau- gen noch zu resultierenden Spannungen innerhalb
teilebene. des Bauteils. Zug- und Druckspannungen heben
340 D1 Bauwerke aus wasserundurchlssigem Beton

Bild 19. Temperaturverteilung und


resultierende Temperatureigen-
spannungen innerhalb eines Wand-
querschnittes (aus [7])

sich ber den Querschnitt integriert auf (Bild 19).


Trotzdem kçnnen nach [12] Temperaturgradien-
ten > 15 K zu Schalenrissen fhren, die bei spter
oder gleichzeitig einwirkenden Zwangsbeanspru-
chungen infolge Kerbrisswirkung eine Startfunk-
tion fr Trennrisse darstellen.
Nach [6] kann die Zugspannung sct infolge un-
gleichmßiger Temperaturverteilung nherungs-
weise wie folgt ermittelt werden:
Ec0; t
sct ¼ D Tc  aT; t 
1 þ jt
mit
D Tc Temperaturunterschied Betonkern/Beton-
oberflche [K]
nherungsweise bei gnstigen Rand-
bedingungen:
D Tc » 10 · hb + 3 mit Bauteildicke hb in [m]
Ec0, t Elastizittsmodul des Betons zum Zeit-
punkt t [d]
aT, t Wrmedehnzahl zum Zeitpunkt t [d]
aT, 1 d » 15 · 10–6 K–1,
aT, 2 d » 13,5 · 10–6 K–1,
aT,3 d » 13 · 10–6 K–1
nt Kriechzahl des jungen Betons
nherungsweise: nt = 0,12 · t £ 1

Bei verformungsbehinderten Bauteilen (z. B.


Wnde auf Fundamenten oder Sohlplatten) fhrt
der zeitliche Verlauf der Hydratationswrme und
der zugehçrige zeitliche Verlauf der Entwicklung
des Elastizittsmoduls (vgl. Abschn. 3) zu
Zwangsspannungen, die bei berschreiten der
wirksamen Betonzugspannung fct zu Trennrissen
(Bild 20).
Genaue Berechnungs- und Nachweismethoden
fr verformungsbehinderte Bauteile fr den Last-
fall Zwang im jungen Zustand sind zum Beispiel
in [22–24] und [16] enthalten.
Bild 20. Verhalten des gezwngten Betons In [6] wird fr gezwngte Wnde folgende N-
im Lastfall „abfließende Hydratationswrme“ herungsformel zur Berechnung der Zwangszugs-
nach DIN 1045 [20] pannung in der Wand angegeben:
Planung und Konstruktion von Bauwerken aus WU-Beton 341

sct ¼ k  ðTb; m  TF Þ  aT; t 


Ec0; t 4.3.3 Hinweise zur Bemessung von
1 þ jt Bauteilen bei weitgehender
mit Vermeidung der Trennrissbildung
k Verbundbeiwert Wand/Fundament Zielsetzung dieses Entwurfsgrundsatzes ist die
= 0,8 Wand/Stahlbetonfundament weitestgehende Vermeidung von Trennrissen so-
= 1,0 Wand/Fundamentplatte wohl whrend der Erhrtung des Betons als auch
Tb, m mittlere Wandtemperatur [ C] whrend der spteren Nutzung. Dazu muss zu
in Abhngigkeit von Bauteildicke und jedem Zeitpunkt sichergestellt werden, dass die
Zementart und -gehalt maximal vorhandene Betonzugspannung kleiner
TF Fundamenttemperatur [ C] als die zu diesem Zeitpunkt vorhandene Beton-
aT, t Wrmedehnzahl des jungen Betons [K–1] zugfestigkeit fct ist.
Ec0, t Elastizittsmodul zum Zeitpunkt t
nt Kriechzahl des jungen Betons Sohlplatten
Fr den Endzustand ist bei Sohlplatten (Gleiches
gilt fr Dachdecken) weiterhin nachzuweisen,
4.3.2 Spannungen whrend der Nutzung dass unter der vorhandenen Biegebeanspruchung
die Mindesthçhe der Druckzone an jedem Punkt
Infolge einwirkender Vertikal- und Horizontal-
der Platte grçßer 5 cm bzw. dem Zweifachen des
lasten werden die Bauteile in erster Linie auf
Grçßtkorndurchmessers dK ist.
Druck (Wnde und Sttzen) bzw. auf Biegung
Um große Sohlplatten herstellen zu kçnnen, ist es
(Decken, Sohlplatte) beansprucht. Diese Einwir-
zur Reduzierung der Zwangsspannungen im jun-
kungen fhren nicht zwingend zur Bildung neuer
gen Zustand erforderlich, geeignete Gleitschich-
Trennrisse.
ten anzuordnen, die jedoch nur bei Einhaltung
Oft werden aber bei der Bemessung dieser Bau-
geringer Ebenheitstoleranzen funktionieren und
teile mçgliche Zwangsbeanspruchungen whrend
weiterhin whrend des Verlegens der Bewehrung
der Nutzung aus Schwinden und Temperatur-
entsprechend geschtzt werden mssen. In der
nderungen vergessen. Insbesondere bei Bauwer-
Praxis sollten in der Regel nur bituminçse Gleit-
ken, die nur zeitweise wasserbeaufschlagt sind,
schichten verwendet werden, da diese den besten
und bei Bauteilen, die an Rume mit niedrigen
Ausgleich der Unebenheiten ermçglichen. Der
Luftfeuchten angrenzen, kann es zu erheblichen
Nachweis erfolgt blicherweise auf Grundlage
Schwindverformungen kommen (vgl. Abschn.
folgender Gleichung:
3.4), die bei entsprechender Behinderung zu gro-
ßen Zwangsspannungen fhren. Weiterhin treten 1 1
gF  m  g   k  fct; eff 
insbesondere bei nur in Teilflchen beheizten 2 gM
Kellergeschossen, die mçglicherweise noch in mit:
anderen Teilbereichen als natrlich belftete gF Teilsicherheitsbeiwert (blicherweise bei
Tiefgaragen benutzt werden, erhebliche jahres- Gebrauchsfhigkeitsnachweisen: gF = 1,0)
und tageszeitlich bedingte Temperaturdifferen- m Reibbeiwert
zen zwischen den einzelnen Bauteilen der weißen Dickbitumen: m = 0,0 bis 0,2
Wanne auf, die zu großen Zwangsspannungen Gleitfolie: m = 0,1 bis 0,2
fhren. hnliche Zustnde kçnnen auch bei Be- 1 Lage PE-Folie: m = 0,8 bis 1,4
hlterbauten, die mehrere Fllkammern besitzen, Sandbett: m = 0,9 bis 1,1
auftreten. Es ist deshalb unabhngig von der ge- g Gewicht der Bodenplatte [kN/m2]
whlten Bauweise der weißen Wanne (vgl. l Plattenlnge [m]
Abschn. 4.1) sorgfltig zu prfen, welche Bean- fct, eff zum Zeitpunkt der Plattenverkrzung
spruchungen und Zwangsschnittgrçßen whrend wirksame Betonzugfestigkeit
der Nutzung auftreten. Bei der Bauweise mit k Beiwert zur Bercksichtigung der nicht-
Beschrnkung der Rissbreite kann sich daraus linearen Verteilung der Zugspannungen
die Notwendigkeit der Bemessung fr spten ber den Querschnitt
Zwang ergeben, wodurch ein erheblicher Beweh- k = 0,8 bei hb £ 30 cm
rungsmehraufwand entsteht. k = 0,6 bei hb £ 80 cm
gM Teilsicherheitsbeiwert gemß
DIN 1055-100 zur Bercksichtigung von
Material- und Modellungenauigkeiten
(ingenieurmßig whlbar)
342 D1 Bauwerke aus wasserundurchlssigem Beton

Untersuchungen in [25], die den anstehenden a £ 9 – 2,5 · d [m]


Baugrund und Unterbeton bercksichtigen, erge-
und
ben, dass auch ohne Gleitschichten die Zwangs-
zugspannungen im Beton bei gewissen Randbe- a £ 2,0 · h [m]
dingungen nachweisbar sind.

Wnde 4.3.4 Bauweise mit Beschrnkung der


Rissbreiten
Die Zwangsbeanspruchung der Wnde von wei-
ßen Wannen infolge abfließender Hydratations- Fr die in der Praxis oft angewandte Bauweise mit
wrme wurde im Abschnitt 4.3.1 bereits dar- Beschrnkung der Rissbreiten stellt sich zunchst
gestellt. Nur durch das Verzichten auf eine Ar- die Frage der zulssigen Rissbreiten. Unter-
beitsfuge zwischen Wand und Sohlplatte wre die suchungen (z. B. [34]) zeigen, dass bei Trennrissen
Herstellung grçßerer Wandabschnitte ohne Fugen im Beton ein Selbstheilungseffekt auftritt, der we-
mçglich. Im Normalfall (Herstellung der Wand sentlich durch folgende Effekte bewirkt wird:
auf erhrtetem Fundament) nehmen die Zwangs-
– Bildung von wasserunlçslichen Kalzium-
spannungen an der Wandkrone mit zunehmen-
karbonaten im Riss,
dem Verhltnis Wandlnge a zur Wandhçhe h
– Zusetzen enger Rissbereiche durch im Wasser
zu (vgl. Bild 21).
enthaltene Feinststoffe und lose Betonpartikel,
Die vorhandenen Zwangsspannungen am Wand-
– Quellen des Zementsteins an den Rissufern,
fuß sind nahezu unabhngig von der Wandlnge
– Hydratation vorhandener Zementpartikel.
immer vorhanden und fhren zu feinen, unbe-
denklichen Rissen. Nach [6] sollte der maximale Fr die Praxis sind in Tabelle 5 in Abhngigkeit
Abstand a der Schein- und Arbeitsfugen in Wn- vom vorhandenen Druckgeflle i (Quotient aus
den ohne Mindestbewehrung in Abhngigkeit dem herrschenden Wasserdruck hW an der Beauf-
von der Wanddicke d und der Wandhçhe h be- schlagungsstelle und der Bauteildicke h) und der
tragen: zu erwartenden Rissuferbewegung nach Rissent-

Bild 21. Zwangspannungsverteilung in Wnden in Abhngigkeit von a/h nach [26]


Planung und Konstruktion von Bauwerken aus WU-Beton 343

Tabelle 5. Rechnerisch zulssige Rissbreiten unter Bercksichtigung der Selbstheilung in Abhngigkeit


von der zu erwartenden Rissbreitennderung nach [34] und [1]

Druckgeflle Rechenwert der Rissbreite wcal [mm]


i = hW/h [mWS/m] Rissbreitennderung Rissbreitennderung Rissbreitennderung
D w £ –10 % D w £ –30 % D w < –50 %
£ 10 0,20 0,15 … 0,20 0,10
£ 15 0,15 0,10 … 0,15 0,051)
£ 25 0,10 0,051) … 0,10 0,051)
1)
Bei sehr kleinen zulssigen Rissbreiten ist das Aufbringen einer Vorspannung ggf. gnstiger

stehung die empfohlenen rechnerisch zulssigen Fr die Beanspruchungsklasse 2 gilt nach [1] als
Rissbreiten zusammengestellt. Die Tabelle ist Mindestanforderung fr Wnde ein Grenzwert
gegenber den Angaben in [1], die nur fr wei- der rechnerischen Trennrissbreite von 0,20 mm.
testgehend statische Risse gelten, auch fr z. B. Bei Ausfhrung des Bauwerks aus wasser-
thermisch bedingte, dynamische Rissbreiten- undurchlssigem Beton in der Bauweise mit be-
nderungen erweitert worden. schrnkter Rissbreite sind die in Abschnitt 3.2
und 3.3 beschriebenen Spannungszustnde durch
Bewehrung abzudecken. berschreitet zum Zeit-
punkt t die vorhandene Zwangszugspannung sZ
(t) die Betonzugbruchspannung fct,eff, so kommt
es zur Rissbildung im Betonquerschnitt (Bild 22).
Die dabei aus dem wirksamen Betonquerschnitt
Abw freiwerdende Betonzugkraft Zb = Abw · fct,eff
muss vom Stahlquerschnitt AS aufgenommen
werden, ohne dass die Stahlspannung sSII die
Streckgrenze bS berschreitet.
Fr die Beschrnkung der entstehenden Rissbrei-
ten ist weiterhin eine strkere Beschrnkung der
Stahlspannungen und damit der Stahldehnungen
im Rissbereich sowie gleichzeitig eine feinere
Rissverteilung mit geringeren Rissabstnden not-
wendig.
In Bild 23 sind die Rissabstnde a, Stahldehnun-
gen eS und die Eintragungslngen lE fr die Er-
strissbildung und die abgeschlossene Rissbildung
dargestellt.

Nachweis der Begrenzung der Rissbreite


Nach [4], Abs. 11.2.1 umfasst die Begrenzung
der Rissbreite folgende Nachweise:
– Nachweis der Mindestbewehrung,
– Nachweis der Begrenzung der Rissbreite unter
den maßgebenden Einwirkungskombinationen.

a) Mindestbewehrung
Unabhngig von den Anforderungen an die Was-
Bild 22. Rissbild und zugehçrige Stahl-, Verbund serundurchlssigkeit ist fr alle Bauteile, die
und Betonspannungszustnde in einem beanspruchten durch Zugspannungen infolge Zwangseinwirkun-
Betonbauteil mit Rippen-Stahlbewehrung (aus [6]) gen beansprucht werden, eine ausreichende Min-
344 D1 Bauwerke aus wasserundurchlssigem Beton

Bild 23. Rissabstnde, Stahldehnungen und


Eintragungslngen bei Erstrissbildung und
abgeschlossener Rissbildung (nach [27]);
a) Einzelriss, b) abgeschlossene Rissbildung

destbewehrung zur Begrenzung der Rissbreiten  


sc
einzubauen. Die Bemessung erfolgt fr die maß- kc ¼ 0; 4  1 þ 1
gebende Schnittgrçßenkombination zum Zeit- k1  fct; eff
punkt der Erstrissbildung. sc Betonspannung in Hçhe der Schwer-
Die Mindestbewehrung muss dabei in der Lage linie des Querschnitts
sein, die beim Entstehen des Risses in der Beton- k1 = 1,5 fr h £ 1,0 m (sonst 1,5 · h [m])
zugzone freiwerdende Kraft aufzunehmen, ohne fr reine Biegung kc = 0,4
dass der Betonstahl ins Fließen gert. fr reinen Zug kc = 1,0
Diese Anforderung liegt in der berlegung be- k Beiwert zur Bercksichtigung von nicht-
grndet, dass sich der erste Riss an der schwchs- linear verteilten Betonzugspannungen
ten Stelle im Bauteilquerschnitt bildet, sobald die Bei Zwang im Bauteil (Eigenspannungen,
Rissschnittgrçße des Betonquerschnitts erreicht Schwinden, Temperatur):
ist. Durch die gewnschte Begrenzung der Breite k = 0,8 fr h £ 300 mm
des Risses bleibt die einwirkende Zwangsschnitt- k = 0,5 fr h ‡ 800 mm
grçße whrend der Rissçffnung erhalten und Bei Zwang von außerhalb des Bauteils
muss allein vom Betonstahl aufgenommen wer- (z. B. Sttzensenkungen): k = 1,0
den. Act Querschnitt der Betonzugzone im
Fr Stahlbetonbauteile ohne Spannstahlbeweh- ungerissenen Zustand
rung ergibt sich der erforderliche Mindestbeweh- fct, eff wirksame Betonzugfestigkeit zum
rungsquerschnitt nach [4] zu: betrachteten Zeitpunkt t
Act spter Zwang: fct, eff = fctm
As ¼ kc  fct; eff  Zwang aus Hydratationswrme:
ss fct, eff = 0,5 · fctm
mit fctm Mittelwert der Betonzugfestigkeit
As Querschnittsflche der Betonstahl- fctm = 0,3 · fck2/3
bewehrung in der Zugzone des betrachteten
Querschnitts b) Berechnung der Rissbreite
kc Beiwert zur Bercksichtigung der Span- Das Berechnungsverfahren der DIN 1045-1 wird
nungsverteilung in der Betonzugzone Act nachfolgend fr reine Betonstahlbewehrung vor-
vor der Erstrissbildung sowie der nderung gestellt.
des inneren Hebelarmes beim bergang in Die mittlere Rissbreite wm infolge Last- und
Zustand II Zwangbeanspruchung ergibt sich aus der Integra-
Planung und Konstruktion von Bauwerken aus WU-Beton 345

tion der Beton- und Stahldehnungen ber die ds ds ss  ds


sr; max ¼ ¼ As 
mittlere Schlupflnge s. 3; 6  eff r A 3; 6  fct; eff
Damit ergibt sich der Rechenwert der Rissbreite c; eff

wk in Abhngigkeit von der maximal rechneri- Nach Einsetzen der Formeln fr esm – ecm und
schen Schlupflnge sr, max wie folgt: sr, max ergibt sich eine Gleichung mit zwei Unbe-
kannten ds und As, die bei Vorgabe der zulssigen
wk ¼ sr; max  ðesm  ecm Þ
Rissbreite und des Bewehrungsgehaltes oder des
mit Stabdurchmessers gelçst werden kçnnen.
wk Rechenwert der Rissbreite Fr zentrischen Zwang kann unter der Annahme,
sr, max maximaler Rissabstand bei abgeschlosse- dass die Grenze ss · ds / (3,6 · fct, eff) nicht maß-
nem Rissbild gebend ist und gleicher Randabstnde d1/2 die
esm mittlere Dehnung der Bewehrung unter der Bewehrung wie folgt ermittelt werden:
maßgebenden Einwirkungskombination
unter Bercksichtigung der Mitwirkung des as1 ¼ as2 ¼ B  C
Betons auf Zug zwischen den Rissen qffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffiffi
ecm mittlere Dehnung des Betons þ ðB  CÞ2 þ Bð1  2  d1=2 =ðh  kÞÞ

Die Differenz esm – ecm berechnet sich dabei wie mit


folgt: 2; 5  ds  d1=2  b2  k  fct; eff  h

ðesm  ecm Þ ¼ 3; 6  Es  wk  2
ss  0; 4
fct; eff
ð1 þ ae  eff rÞ Es 1
eff r ss C¼ 
 0; 6 Ecm 2; 5  b  h  k
Es Es
mit Beispiel
ae Es/Ecm (Verhltnis der Elastizittsmoduln Außenwand auf Fundamentplatte
Betonstahl/Beton) Lastfall Abfließen der Hydratationswrme
eff r As/Ac, eff
As Querschnittsflche der Betonbewehrung Dicke: h = 0,90 m (Variante a)
Ac, eff Wirkungsbereich der Bewehrung h = 0,30 m (Variante b)
ss Betonstahlspannung im Verbund zulssige Rissbreite: wk = 0,15 mm
fct, eff wirksame Betonzugfestigkeit zum Zeit- Betondeckung: cnom = 35 mm
punkt der maßgebenden Zugbeanspruchung Achsabstand der
des Betons Bewehrung: d1/2 = 45 mm (Variante a)
d1/2 = 40 mm (Variante b)
Hieraus folgt: Beton: C 30/37
fctm = 2,9 N/mm2
ðesm  ecm Þ ¼ Betonstahl: BSt 500 S
  Es = 200.000 N/mm2
fct; eff  Ac; eff
ss  0; 4 1 þ EEcms  As
ss
As Acm
 0; 6 k = 0,5 fr h ‡ 800 mm (Variante a,
Es Es Bercksichtigung von Eigenspannungen)
k = 0,8 fr h £ 300 mm (Variante b)
Bei Bauteilen mit im Bauteil selbst hervorgeru- fct, eff = 0,5 · fctm = 1,45 N/mm2
fenen Zwang (z. B. Hydratationswrme, Schwin-
den) darf esm – ecm unter Ansatz von ss = ssr er- gewhlter
mittelt werden. Dabei ist ssr diejenige Spannung, Durchmesser: d1/2 = 20 mm (Variante a)
die auf Grundlage eines gerissenen Querschnitts d1/2 = 12 mm (Variante b)
fr die Einwirkungskombination bei Erstrissbil- resultierende Bewehrungsmenge:
dung ermittelt wird. Sie ergibt sich zu: as1 = as2 = 22,93 cm2/m fi ˘ 20/13,5 cm
Fcr Act (Variante a)
ssr ¼ ¼ kc  k  Fct; eff  as1 = as2 = 11,2 cm2/m fi ˘ 12/10,0 cm
As As
(Variante b)
Der maximale Rissabstand sr, max errechnet sich Fr die Praxis stehen geeignete Bemessungspro-
wie folgt: gramme und Tabellen zur Verfgung.
346 D1 Bauwerke aus wasserundurchlssigem Beton

4.4 Nachtrgliches Abdichten Fr diese unterschiedlichen Undichtigkeiten ste-


von Rissen und Fehlstellen hen im Wesentlichen zwei unterschiedliche Ab-
dichtungsverfahren zur Verfgung:
Gegenber Bauwerken mit Hautabdichtung ha-
ben weiße Wannen den Vorteil, dass sich ein- – Rissinjektion,
dringendes Wasser in der Regel dort auf der – flchige Dichtungsmaßnahmen.
Innenseite zeigt, wo die Leckagestelle ist, und Die Ausfhrung erfolgt im Wesentlichen auf
folglich gezielt nachgedichtet werden kann. Das Grundlagen der DAfStb-Richtlinie „Schutz und
nachtrgliche Abdichten von Rissen ist planmßi- Instandsetzung von Betonbauteilen“ [40] und
ger Bestandteil des Entwurfsgrundsatzes mit Be- wird in diesem Buch in einem gesonderten Bei-
schrnkung der Trennrissbreite lediglich auf die trag ausfhrlich behandelt.
Anforderungen der DIN 1045-1.
Grundstzlich treten bei der Ausfhrung von wei-
ßen Wannen folgende Arten von Leckagen auf:
– Einzelrissbildungen infolge Last- und 5 Feuchtetransport durch
Zwangsspannungen innerhalb der monolithi- Bauteile aus wasser-
schen Bauteile, undurchlssigem Beton
– flchige wasserfhrende Rissbildungen und
Kiesnester infolge von Ausfhrungsfehlern, 5.1 Feuchtetransportmechanismen
– Undichtigkeiten im Bereich von Dehnungs- in porçsen Stoffen
und Arbeitsfugen.
Der Feuchtehaushalt im Inneren des Bauteils
steht in Wechselbeziehung mit den thermischen
und hygrischen Randbedingungen auf der Innen-
und Außenseite des Bauteils. Die wesentlichen
Transportmechanismen in porçsen Baustoffen
lassen sich nach [28] wie folgt zusammenfassen:
• Diffusion
Diffusion liegt vor, wenn die Wassermolekle
innerhalb der sie umgebenden Luft, also im
Gaszustand, diffundieren.
• Kapillarleitung
Die Kapillarwirkung ist gekennzeichnet von
einer spezifischen Kraftwirkung der Poren-
wandungen auf die Wasseroberflchen.
• Strçmung
Bei einer Strçmung wird die Bewegung des
Wassers durch einen Druckunterschied be-
wirkt. Voraussetzung fr das Strçmen ist,
dass die Kapillaren und Poren vollstndig
oder zumindest weitgehend mit Wasser gefllt
sind, damit die Adsorptionskrfte nicht den
Fließvorgang behindern.
Die einzelnen den Wassertransport verursachen-
den Mechanismen sind abhngig
– vom Wassergehalt in den Poren und
– von der Porengrçße.
In Bild 24 sind in Abhngigkeit vom Feuchte-
angebot bzw. vom Feuchtegehalt des Betons die
unterschiedlichen Transportarten dargestellt, wo-
Bild 24. Wassertransportmechanismen in einem bei in der Reihenfolge von 1 bis 6 der Wasser-
Porensystem [28] gehalt im Beton zunimmt. In einem sehr trocke-