Sie sind auf Seite 1von 22

FAKULTÄT BAUINGENIEURWESEN Institut für Massivbau www.dbbs.tu-dresden.

de

26. DRESDNER
BRÜCKENBAUSYMPOSIUM
PLANUNG, BAUAUSFÜHRUNG, INSTANDSETZUNG
UND ERTÜCHTIGUNG VON BRÜCKEN

14./15. MÄRZ 2016


Institut für Massivbau http://massivbau.tu-dresden.de

Tagungsband
26. Dresdner Brückenbausymposium
Institut für Massivbau
Freunde des Bauingenieurwesens e.V.

14. und 15. März 2016


26. Dresdner Brückenbausymposium

© 2016 Technische Universität Dresden


Alle Rechte vorbehalten.
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.
Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen oder sonstigen Kennzeichnungen in die-
sem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen.
Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige gesetzlich geschützte
Kennzeichen handeln, wenn sie als solche nicht eigens markiert sind.

Herausgeber: Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Manfred Curbach


Technische Universität Dresden
Institut für Massivbau
01062 Dresden
Redaktion: Silke Scheerer, Angela Heller
Layout: Ulrich van Stipriaan
Anzeigen: Harald Michler

Titelbild: Fußgängerbrücke Schierstein. Foto: Cengiz Dicleli

Druck: addprint AG, Am Spitzberg 8a, 01728 Bannewitz / Possendorf

ISSN 1613-1169
ISBN 978-3-86780-467-7

4
26. Dresdner Brückenbausymposium

Inhalt

Herzlich willkommen zum 26. Dresdner Brückenbausymposium ………………………………… 13


Prof. Dr.-Ing. habil. DEng/Auckland Hans Müller-Steinhagen

Außer Konkurrenz …………………………………………………………………………………………… 15


Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Manfred Curbach

Realisierungswettbewerb zum Ersatzneubau der Eisenbahnüberführungen


über die Oder und die Odervorflut bei Küstrin-Kietz ………………………………………………… 23
Auszug aus der Broschüre der DB Netz AG 2016, Redaktion: Dipl.-Ing. Hartmut Schreiter

Zur Gestaltung von Brücken der Bundesfernstraßen – Die Suche nach der besten Lösung … 37
Dr.-Ing. Gero Marzahn, Dr.-Ing. Heinz-Hubert Benning

Search for the true structural solution ………………………………………………………………… 47


Prof. Jiri Strasky, DSc.

Der Ersatzneubau der Lahntalbrücke Limburg ……………………………………………………… 67


Dipl.-Ing. Annett Nusch, Dr.-Ing. Stefan Franz

Wirtschaftliche Selbstkletterschalung für Europas


aktuell größtes Brückenbauprojekt „Hochmoselbrücke …………………………………………… 85
Dipl.-Ing. Sebastian Riegel

Verstärkung von Brücken mit externer Vorspannung –


Einsatzbereiche und Randbedingungen …………………………………………………………… 103
Dipl.-Ing. Michael Buschlinger, Dipl.-Ing., MBA Annette Jarosch

Ulrich Finsterwalder (1897–1988) – Doyen des Brückenbaus …………………………………… 119


Prof. Cengiz Dicleli

Gestaltungskonzept für die Brückenbauwerke im Zuge der BAB A 3


zwischen AK Biebelried und AK Fürth/Erlangen …………………………………………………… 153
LBD Dipl.-Ing. Bernd Endres, Dipl.-Ing. Rolf Jung

Reparatur der Autobahnbrücke über die Süderelbbrücke


nach schwerem Schiffsanprall – Nachrechnung, Planung, Ausführung, Analyse …………… 165
Dipl.-Ing. Dirk Seipelt, Dipl.-Ing. Stefan Eschweiler, Dipl.-Ing. Thomas Neysters,
Brinja Coors M.Sc., Dipl.-Ing. Martin Grassl

Langzeitverhalten von geokunststoffbewehrten Stützkonstruktionen –


zukünftig eine Standardbauweise auch für Brückenwiderlager? ………………………………… 177
Dipl.-Ing. Hartmut Hangen, M.Sc. July Ellen Jaramillo Castro

Die Herausforderungen und Möglichkeiten einer umfassenden Grundlagenanalyse


am Beispiel des Hovenringes in Eindhoven (NL) …………………………………………………… 193
Dipl.-Ing. Adriaan Kok, Dipl.-Des. Marion Kresken

Die Butterfly-Bridge in Kopenhagen ………………………………………………………………… 211


Dr.-Ing. Karl Morgen, Dipl.-Ing. Jan Lüdders

Militärischer Einfluss auf Konstruktion und Architektur


von Eisenbahnbrücken im Deutschen Reich ………………………………………………………… 221
Volker Mende M.A.

5
26. Dresdner Brückenbausymposium

Verstärken mit Carbonbeton im Brückenbau ……………………………………………………… 235


Dr.-Ing. Harald Michler

Zur Anwendung von Szenario-Spektren


beim seismischen Nachweis von Brücken ………………………………………………………… 249
Dr.-Ing. habil. Dirk Proske

Brücken bauen mit Eisenbeton –


Gedanken zum denkmalgerechten Umgang ……………………………………………………… 263
Dipl.-Ing. Oliver Steinbock

Brückenbauexkursion 2015 –
Infrastrukturprojekte in Tschechien, Österreich und Deutschland …………………………… 273
Dipl.-Ing. Sebastian Wilhelm, Dipl.-Ing. Robert Zobel

Chronik des Brückenbaus ……………………………………………………………………………… 283


Zusammenstellung: Dipl.-Ing. (FH) Sabine Wellner

Inserentenverzeichnis …………………………………………………………………………………… 311

Im gedruckten Tagungsband stand hier eine Anzeige. Sie wurde für die Online-Fassung entfernt.

6
H. Hangen, J. E. Jaramillo Castro: Langzeitverhalten von geokunststoffbewehrten Stützkonstruktionen

Langzeitverhalten von geokunststoffbewehrten Stützkonstruktionen


– zukünftig eine Standardbauweise auch für Brückenwiderlager?

Dipl.-Ing. Hartmut Hangen, M.Sc. July Ellen Jaramillo Castro


HUESKER Synthetic GmbH, Gescher

1 Einleitung 2. schnelle und daher kostengünstige Herstel-


lung oder Entsorgung (bei temporären Konst-
Zustandsberichte von Kommunen, Ländern und ruktionen) mit konventionellem Erdbaugerät,
Bund zeigen, dass große Anstrengungen erforder-
lich sind, um Standsicherheit und Gebrauchstaug- 3. geringes globales Erwärmungspotenzial (GWP),
lichkeit von Brückenbauwerken auch zukünftig
sicherzustellen. Innovative Baustoffe und Bauwei- 4. vielfältige architektonische Gestaltungsmög-
sen werden unverzichtbar sein, um diese Aufgabe lichkeiten.
zu bewältigen.
Ursprung dieser Bauweise ist die in den 1960er-
Die Ausführung geokunststoffbewehrter Stütz- Jahren durch den Franzosen Herni Vidal [1] einge-
konstruktionen (KBE) für den Bau von Brücken- führte sogenannte bewehrte Erde. Bereits in den
widerlagern stellt in diesem Zusammenhang eine 1980er-Jahren wurden die hierbei eingesetzten
vielversprechende Möglichkeit dar. Vorausset- Stahlbänder jedoch zunehmend durch vollflächige
zung hierfür ist jedoch, dass das Langzeitverhal- geosynthetische Bewehrungsprodukte ersetzt.
ten solcher Konstruktionen den hohen Anforde- Bild 1 zeigt am Beispiel eines Regelquerschnit-
rungen im Brückenbau genügt. Der vorliegende tes eines geokunststoffbewehrten Brücken­
Beitrag zeigt auf, welche Faktoren die Dauerhaf- widerlagers das Prinzip einer KBE-Konstruktion
tigkeit von KBE-Konstruktionen beeinflussen und mit den Hauptbestandteilen Zugbewehrung,
inwieweit diese nach derzeitigem Ermessen eine Facing­element, Erdstoff (bewehrter Erdkörper
Anwendung von KBE-Systemen auch für den Bau und Hinter­füllboden) sowie Belastungseinrichtung
von Brückenwiderlagern zulassen. (z. B. Wider­lagerbalken).

Neben den aktuellen Regelwerken, nach de-


2 Geokunststoffbewehrte nen KBE-Konstruktionen bemessen werden – in
­Stützkonstruktionen Deutschland sind dies zusätzlich zu den Dach­

Die Verwendung geosynthetischer


Bewehrungsprodukte zur Lösung
geotechnischer Aufgabenstellun-
gen ist aufgrund ökologischer und
ökonomischer Vorteile gegenüber
klassischen Bauweisen seit langem
üblich. Geokunststoffbewehrte Stütz-
konstruktionen, im Folgenden auch
KBE-Konstruktionen genannt, neh-
men hierbei eine besondere Stellung
ein und stellen einen der ältesten und
häufigsten Anwendungsbereiche dar.

KBE-Konstruktionen zeichnen sich


im Vergleich zu konventionellen
Bauweisen im Wesentlichen durch
folgende Vorteile aus:

1. duktiles Tragverhalten ermöglicht Bild 1: Regelquerschnitt des bewehrten Brückenwiderlagers bei


reduzierte Anforderungen an Bau- Ilsenburg [2] mit Kennzeichnung der Hauptelemente einer
grund und Hinterfüllmaterialien, KBE-Konstruktion

177
26. Dresdner Brückenbausymposium

normen EC 7 [3], DIN 1054 [4] die


DIN 4084 [5] und EBGEO 2010 [6]
– gibt es weltweit mittlerweile eine
überaus große Anzahl an wissen-
schaftlichen Arbeiten und Fachauf-
sätzen zu nahezu allen relevanten
Fragestellungen im Zusammenhang
mit KBE-Konstruktionen. So findet
man einen Überblick über die ers-
ten Anfänge der Verwendung von
Geokunststoffen als Bodenbeweh-
rung für Stützkonstruktionen z. B.
in Allen et al. [7] oder eine systema-
tische Erhebung und Auswertung
des Bauwerksverhaltens repräsen-
tativer KBE-Konstruktionen z. B.
bei Crouse und Wu [8]. Bathurst [9]
hingegen vermittelt einen Überblick
zum derzeitigen Stand der Technik Bild 2: Großversuch zur Untersuchung der Tragfähigkeit einer KBE
und aktuellen Entwicklungen von an der LGA Nürnberg ([11], [12]), Abmessungen und Anord-
Bemessungskonzepten und Model- nung der Messeinrichtungen
lierungen; ein Review ausgewählter
Beiträge der jüngsten Internationa-
len Geosynthetic-Konferenz (10th
ICG) in Berlin zu diesem Thema fin-
det sich auch in Hangen [10].

3 Geokunststoffbewehrte
­Brückenwiderlager
Ein Vielzahl von Untersuchungen
und Referenzprojekten haben ge-
zeigt, dass KBE-Konstruktionen
auch extrem hohe Einwirkungen
abtragen können, ohne zu versagen
oder übermäßig große Verformun- Bild 3: Ergebnisse eines Großversuches an der LGA Nürnberg ([11],
gen zu zeigen. Sehr eindrucksvoll [12]), gemittelte Setzung des Auflagerbalkens und horizon-
konnte dies z. B. im Rahmen von re- tale Verschiebungen während der ersten Belastungsstufe
almaßstäblichen Belastungsversu- 0 < σ < 400 kN/m²
chen an der Landesgewerbeanstalt
(LGA) Nürnberg [11], [12] oder auch
[13] demonstriert werden. Die Bilder 2 und 3 zei- In anderen Quellen wird die maximale Tragfähig-
gen die Versuchsanordnung und die horizontalen keit sogar mit bis zu 1.200 kN/m² angegeben [13].
und vertikalen Verformungen des untersuchten
4,5 m hohen KBE-Körpers für vertikale Belastung Auch angesichts des derzeit allerorts diskutierten
mit einem 1,0 m breiten und 3,0 m langen Beton- großen Sanierungs- und Neubaubedarfs im Brü-
balken. Die horizontale Verformung des in zwei ckenbau liegt es daher nahe, KBE-Konstruktionen
Stufen gefahrenen Versuches betrug für realisti- auch für die Errichtung von hoch belasteten Brü-
sche Spannungen unter einem Brückenwiderla- ckenwiderlagern vorzusehen. Eine Reihe von Re-
gerbalken von 200 bis 250 kN/m² selbst bei Erst- ferenzbauwerken zeigt, dass dies grundsätzlich in
belastung an der höchsten Stelle nur etwa 4 mm. der Praxis umsetzbar ist und welche unterschied-
Die Gesamtsetzung betrug bei der gleichen Be- lichen Optionen dabei bestehen. In Deutschland
lastung ca. 6 mm. Erst ab einer Auflastspannung wurde diese Bauweise aber bisher nur selten ein-
von 500 kN/m², welche bei der zweiten Belastung gesetzt.
aufgebracht wurde, zeigte die Konstruktion Anzei-
chen eines bevorstehenden Versagens. Dieses In Bild 4 sind verschiedene Möglichkeiten für die
konnte aber auch unter der maximal aufbringbaren Anwendung von KBE schematisch dargestellt,
Belastung von 650 kN/m² nicht erreicht werden. wobei die Umsetzung eines dauerhaften Lastab-

178
H. Hangen, J. E. Jaramillo Castro: Langzeitverhalten von geokunststoffbewehrten Stützkonstruktionen

trags, Bild 4 c), die größten ökono-


mischen Vorteile gegenüber einer
klassischen Bauweise bietet. Einen
ausführlichen Überblick zu Einsatz-
möglichkeiten der KBE für den Bau
von Brückenwiderlagern vermitteln
auch [14] und [15].

4 Langzeitverhalten von
KBE-Konstruktionen
4.1 Derzeitiger Sachstand

Um die Eignung der KBE-Bauwei-


se auch für Brückenbauwerke mit
möglichst großen Nutzungsdauern
beurteilen zu können, ist das Lang- Bild 4: Möglichkeiten für den Einsatz von KBE beim Bau von Brü-
zeitverhalten dieser Konstruktionen ckenwiderlagern; a) KBE für Flügelwände und Front, b) KBE
unter realen Beanspruchungsbe- als Erddruckfänger, z. B. für integrale Brücken, c) KBE auch
dingungen zu analysieren. Im Sinne für Abtrag der Brückenlasten, d) KBE als Verankerung von
einer systematischen Beurteilung Spund- oder Verbauwänden
des Langzeitverhaltens, wie sie die  (Grafik: Marita Döring, HUESKER)
Richtlinie zur einheitlichen Erfas-
sung, Bewertung, Aufzeichnung und Auswertung 4.2 Kriterien zur Beurteilung
von Ergebnissen der Bauwerksprüfungen nach des Langzeitverhaltens und
DIN 1076, RI-EBW-PRÜF [16], vorsieht, gibt es Beispiele typischer Mängel
für KBE-Konstruktionen im Einsatzbereich von
Brückenwiderlagern in Deutschland derzeit nur Neben den in [16] festgeschriebenen Kriterien zur
wenige allgemein zugängliche Informationen. Beurteilung der Beeinträchtigungen eines Ingenieur-
bauwerks hinsichtlich seiner Standsicherheit (S), der
Neben einer Vielzahl von Einzelfallstudien und Verkehrssicherheit (V) und der Dauerhaftigkeit (D)
mit Erhebungen zum Verhalten von KBE-Konst- wurden die folgenden Beispiele teilweise auch nach
ruktionen generell, insbesondere die GRI-Studie der zuvor genannten GRI-Studie [17] analysiert. Die
von Schadensfällen an KBE-Konstruktionen und GRI-Studie umfasste 171 mangelhafte Bauwerke,
Vorschlägen für deren Vermeidung, Koerner und welche nach folgenden Merkmalen sortiert wurden:
Koerner [17], liegen dennoch umfangreiche und
aussagekräftige Daten vor, um typische Män- q Bauherr (privat oder öffentlich),
gel auszumachen und zu beschreiben. Weiterhin
stellt z. B. Herold [18] speziell für die Anwendung q Art der Frontausbildung (starr oder flexibel),
im Brückenbau Ergebnisse von Verformungsmes-
sungen vor und zeigt auf, welche Ursachen zu er- q Höhe der Konstruktion,
höhten Verformungen führen können.
q Art des Geokunststoffes,
International gibt es darüber hinaus in den USA
bereits seit 2006 eine Richtlinie zur Bemessung q Dauer der Nutzung bis zum Schaden,
und Ausführung von geokunststoffbewehrten
Stützkonstruktionen für Brückenwiderlager [19] q Qualität des Füllbodens (bindig oder rollig),
und seit 2011 die Dokumentation zu geokunst-
stoffbewehrten integralen Brückenkonstruktionen q Erzielte Verdichtung,
[20] mit einschlägigen Informationen zur Dauer-
haftigkeit von Referenzbauwerken. q Qualität der Planung (schadensrelevant oder
ordnungsgemäß),
In den Abschn. 5–7 werden Erkenntnisse aus die-
sen und weiteren ausgewählten Quellen zusam- q Schadensbild (Beeinträchtigung der Ge-
mengeführt und dargestellt. brauchstauglichkeit (SLS) oder der Tragfähig-
keit (ULS)),

q Entwässerung.

179
26. Dresdner Brückenbausymposium

5. Beeinträchtigung Als Versagensursachen konnten im Wesentlichen


der Standsicherheit folgende Gründe ausgemacht werden:

Die RI-EBW-PRÜF [16] definiert mangelnde q Entwässerung: in 60 % der Schadenfälle wur-


Standsicherheit als einen Zustand, bei dem Bau- de mangelhafte oder völlig fehlende Entwäs-
stoffqualität oder Bauteilabmessungen oder die serung festgestellt.
Beanspruchungen aus der planmäßigen Nutzung
nicht (mehr) den Annahmen der Bemessung ent- q Qualität der Erdstoffe: bei 61 % der Schaden-
sprechen. fälle wurde mit feinkörnigen, bindigen Böden
gebaut.
Im Falle einer KBE-Konstruktion würde somit ein
Mangel bestehen, wenn der verfügbare Bemes- q Qualität der Verdichtung: in 72 % wurde beob­
sungswiderstand einer Geokunststoffbewehrung achtet, dass die Verdichtung des bewehrten
den Anforderungen nicht mehr genügt. Getrieben Erdkörpers nicht zufriedenstellend war.
von akademischem, aber auch wirtschaftlichem
Interesse, die Leistungsfähigkeit der angebotenen Gerade im Hinblick auf den Bau von Brücken-
Materialien zu dokumentieren und einem häufig widerlagern erscheinen diese Zahlen zunächst
zu beobachtenden Unbehagen gegenüber dem überwältigend, dennoch stehen sie im krassen
Einsatz von tragenden Kunststoffbauteilen auf Widerspruch zu den guten Erfahrungen bei sach-
Seiten der Anwender zu begegnen, befasste sich gemäßer Planung und Umsetzung, welche man
ein Großteil der wissenschaftlichen Arbeiten mit unter regulären Verhältnissen im Erd- und Brü-
der Erforschung und Abbildung des Langzeitver- ckenbau in Deutschland immer erwarten darf.
haltens von Geokunststoffbewehrungen. Ergeb- Sowohl die Erfahrungsberichte aus den USA, wel-
nis dieser Bemühungen ist ein umfangreiches che sich konkret auf Brückenwiderlager konzent-
europäisches Normen- und Regelwerk, nach dem rieren, [19] und [20], als auch die Erfahrungen in
die Ermittlung des Bemessungswiderstandes ei- Deutschland [2] berichten in keinem Fall von einer
ner Bewehrung als Produkt aller individuell ermit- Beeinflussung der Standsicherheit.
telten möglichen Abminderungen erfolgt.
Der Vollständigkeit halber seien auch die Ergeb-
Im Regelfall beträgt der zulässige Bemessungs- nisse der Erhebungen für die restlichen Kriterien
widerstand nach Berücksichtigung aller Abmin- genannt:
derungsfaktoren und Teilsicherheitsbeiwerte für
eine Belastungsdauer von ca. 120 Jahren selten q Frontausbildung: in 71 % der Schadenfälle
mehr als 50 % der charakteristischen Kurzzeitfes- wa­ren die Konstruktionen mit einem starren
tigkeit. Ergebnisse von Ausgrabungen und Mes- Facing­system ausgeführt (diese haben in den
sungen des Auslastungsgrades im Feld zeigen USA den größten Marktanteil).
aber deutlich, dass diese differenzierte Betrach-
tung einen konservativen Ansatz darstellt, siehe q Höhe der Konstruktion: in 65 % der Schaden-
z.  B. Alexiew/Risseeuw [21] und Schröer et al. fälle betrug die Höhe der Konstruktionen zwi-
[22]. Die Ergebnisse der GRI-Studie [17] belegen schen 4 m und 12 m (was auch für Brücken­
ferner eindrucksvoll, dass der größte Teil der er- widerlager repräsentativ ist).
fassten Schadensfälle (ca. 75 %) zwar den Grenz-
zustand der Tragfähigkeit betrifft, aber keines der q Dauer der Nutzung bis zum Schaden: im Regel-
Bauwerke versagte, weil die Qualität bzw. die fall (86 %) traten Bauwerksschäden innerhalb
Zugfestigkeit der verwendeten Bewehrungspro- eines Zeitraumes von weniger als vier Jahren
dukte nicht ausreichend gewesen wäre. Vielmehr (also innerhalb der üblichen Gewährleistungs-
war das Versagen der Konstruktion in nahezu al- fristen) ein.
len Fällen auf mangelnde bzw. unterlassene inge-
nieurtechnische Planung und Bauüberwachung Bedauerlicherweise wird in der GSI-Studie kei-
(98 %) zurückzuführen. Diese erschreckende Zahl ne Abschätzung vorgenommen, anhand derer
lässt sich besser verstehen, wenn man weiß, dass das Verhältnis aus mangelhaften und mangel-
diese Schadenfälle fast ausnahmslos Objekte pri- freien Konstruktionen gebildet werden könnte.
vater Bauherren waren (96 %), die offensichtlich Nach Zahlen der Federal Highway Administration
schmerzhaft lernen mussten, dass der Aufwand (FHWA) [23] der USA von 2001 wurde das ge-
für Baugrunderkundung, Fachplanung und Bau- samte Marktvolumen für geokunststoffbewehr-
überwachung am Ende einen Bruchteil der Sanie- te Stützkonstruktionen in den USA auf deutlich
rungskosten ausgemacht hätte. In Bauprojekten über 1 Mio. m² Ansichtsfläche jährlich geschätzt.
der öffentlichen Hand sind derartige Szenarien, Der größte Anteil entfiel dabei auf Konstruktio-
zumindest in Deutschland, aber kaum vorstellbar. nen mit Betonfacing (700.000 m² Betonplatten,

180
Im gedruckten Tagungsband stand hier eine Anzeige. Sie wurde für die Online-Fassung entfernt.
Im gedruckten Tagungsband stand hier eine Anzeige. Sie wurde für die Online-Fassung entfernt.
H. Hangen, J. E. Jaramillo Castro: Langzeitverhalten von geokunststoffbewehrten Stützkonstruktionen

200.000 m² Blockwände), der Anteil übersteiler Zustand von Lagern, Entwässerung und auch die
Böschungen (mit begrünter Außenhaut) betrug Verkehrssicherheit maßgeblich beeinträchtigen
rund 130.000 m² pro Jahr. Die Anzahl der Projekte können, werden somit vermieden, selbst wenn
im Bereich des Verkehrswegebaus betrug somit sich die gesamte Konstruktion unter Umständen
jährlich sicher weitaus mehr als 200. stärker verformt, als dies bei einer klassischen
Tiefgründung z. B. mit Bohrpfählen zu erwarten
Die 117 dokumentierten Schadensfälle betreffen wäre.
ausschließlich private Bauherren mit sehr wahr-
scheinlich deutlich kleineren Projektgrößen und er- Bild 6 zeigt exemplarisch Ergebnisse von Ver-
strecken sich über einen Zeitraum von ca. 25 Jah- formungsmessungen an ausgewählten Punkten
ren. Sie stellen insofern einen unerfreulichen und der Widerlagerbalken einer Brücke der K 1355
Anlass zur Handlung gebenden, aber – selbst bei bei Ilsenburg, dem ersten in Deutschland als
Annahme einer erheblichen Dunkelziffer unbe- Permanentkonstruktion errichteten geokunst-
kannter Projekte – verhältnismäßig kleinen Anteil stoffbewehrten Brückenwiderlager. Deutlich
an der Gesamtheit aller KBE-Konstruktionen dar. wird hierbei einerseits, dass die absoluten Ge-
samtsetzungen 15 Jahre nach Errichtung einen
Wert von ca. 25 mm nicht überschreiten, ande-
6 Gebrauchstauglichkeit rerseits zeigt sich, dass sich beide Widerlager-
seiten unterschiedlich setzen. So ergibt sich in
In Abhängigkeit von der gewählten Funktion einer der Widerlagerachse 10 eine gemittelte Gesamt-
KBE-Konstruktion (siehe auch Bild 4) und unter der setzung von 15 mm, wohingegen die Setzung in
Voraussetzung einer ordnungsgemäßen Planung der gegenüberliegenden Achse 20 nur ca. 8 mm
spielt die Beurteilung der Gebrauchstauglichkeit beträgt. Nicht genauer aufgelöst ist die Verfor-
offensichtlich eine größere Rolle als der Bemes- mung, welche in der Bauphase eintrat – in Achse
sungswiderstand der Geokunststoffbewehrung 10 beträgt diese im Mittel etwa 5 mm, in Achse
im Grenzzustand der Tragfähigkeit. In diesem Ab- 20 etwa 2,5 mm. Ferner zeigt sich, dass sich das
schnitt wird daher insbesondere auf das Verfor- Widerlager in Achse 10 bereits in der Baupha-
mungsverhalten eingegangen. se verdreht, das gegenüberliegende Lager ver-
formt sich hingegen gleichmäßig. In Relation zur
Stützweite der Brücke mit einer lichten Weite von
6.1 Vertikale Verformungen etwa 21 m und einer Breite der Widerlagerbalken
von 9,5 m ergeben sich somit Verdrehungen, für
Bild 5 zeigt, welche Verformungen bei einer KBE- die die Brückenkonstruktion, hier ein Fertigteil-
Konstruktion grundsätzlich auftreten können. Die träger aus Spannbeton, und die Lager auszule-
Besonderheit des Einsatzes von KBE als Brücken- gen waren. Insgesamt liegen die gemessenen
widerlager ist dabei, dass Verformungen der KBE Verformungen unterhalb der Erwartungswerte
nicht nur für die Konstruktion selber, sondern und stellen somit keinen Mangel dar. Deutlich ist
vielmehr für das gesamte Brückentragwerk von auch zu erkennen, dass die Zeit-Setzungskurve
Bedeutung sind. Verformungen der KBE können abflacht und somit auch zukünftig nicht mit Prob-
somit indirekt auch eine Beeinträchtigung der lemen zu rechnen ist.
Standsicherheit darstellen.

Für Konstruktionen, bei denen die


Lasten des Brückendecks unmittel-
bar über die KBE eingeleitet werden,
liegt der Fokus einer Verformungs-
betrachtung daher auf der Summe
der vertikalen Verformungen vO,
welche die Verformungsanteile
aus Eigensetzung und Scherverfor-
mung der Stützkonstruktion sowie
die Setzungen des Untergrundes
umfasst. Einer der wesentlichen
Vorteile von KBE-Konstruktionen
ist in dieser Hinsicht, dass sich Wi-
derlager und Anrampung nahezu
gleichmäßig verformen. Höhenver- Bild 5: Verformungsgrößen einer geokunststoffbewehrten Stütz­
sätze zwischen Anrampung und konstruktion in Anlehnung an [6]
Brückenkonstruktion, welche den  (Grafik: Marita Döring, HUESKER)

183
26. Dresdner Brückenbausymposium

Für Bauwerke, bei denen größe-


re Verformungen (sowohl absolut
als auch relativ) erwartet werden,
kann es sinnvoll sein, Setzungen
vor Montage des Brückendecks
vorwegzunehmen. Im Dammbau
bzw. für die Widerlagerhinterfüllung
ist dieses als Konsolidationsschüt-
tung bekannte Verfahren längst
Standard. Vereinzelt wird als Alter-
native zu einer zusätzlichen Auflast
auch von einer Vorspannung mit
Hilfe von Ankerstäben und Belas-
tungsplatten berichtet [24]. Um für
Widerlager typische Pressungen
– zumindest Anteile davon – auf
eine KBE-Konstruktion aufbringen
zu können, sind jedoch große Auf-
lasten erforderlich. Bild 7 zeigt, wie
mit der Aufschichtung von massi-
ven Betonblöcken die Vorbelastung
eines Widerlagers einer Brücke der
Autobahn A 74 in den Niederlanden
umgesetzt wurde. Die Vorbelastung
betrug 100 kN/m² und entsprach da-
mit dem Eigengewicht des später
aufgebrachten Brückenbaus.

Die Bilder 8 und 9 zeigen Ergebnisse


von Verformungsmessungen des in
Bild 7 dargestellten Widerlagers an
der A 74 in den Niederlanden. Dar- Bild 6: Setzungsmessungen an den Widerlagerbalken der Brücke
gestellt sind die Verformungen für über die Ilse [18]; oben Widerlagerachse 10, unten: Widerla-
den Zeitraum der Vorbelastung bis gerachse 20
ca. zwei Monate nach Errichtung
des Brückenüberbaus für jeweils
zwei Messpunkte zweier nebeneinanderliegen- bezeichnet. Die Messpunkte A8 und B8 liegen
der Messquerschnitte A und B. Die Messpunk- am Wandfuß, etwa bei 0,1 × H. Deutlich erkenn-
te A1 und B1 liegen nahe der Oberkante, etwa bar ist, dass sich die Messquerschnitte A und
bei 0,9 × H, wobei H die sichtbare Wandhöhe B sehr ähnlich verhalten und dass die Setzung
am Wandfuß über den gesamten
Messzeitraum nur unwesentlich
kleiner ist als die Setzung an der
Oberkante der KBE. Der geringe
Unterschied zwischen der Setzung
an der Oberkante und am Wandfuß
lässt den Rückschluss zu, dass das
Setzungsverhalten der Konstruktion
wesentlich durch die Setzungen im
Baugrund hervorgerufen wird (vu in
Bild 5). Die Summe der Eigen- und
Schersetzung (vE und vS) ergeben in
Folge der Vorbelastung einen Wert
von ca. 5 mm, siehe auch Bild 9.

Bemerkenswert ist, dass die Set-


Bild 7: Vorbelastung eines KBE-Brückenwiderlagers an der Auto- zungen nach Abbau der Vorbelas-
bahn A 74, NL (Foto: Ralf Beuker, tung nahezu konstant bleiben. Im
 bearbeitet von Julia Klaverkamp, HUESKER) Vergleich zu dem Verlauf der Last-

184
H. Hangen, J. E. Jaramillo Castro: Langzeitverhalten von geokunststoffbewehrten Stützkonstruktionen

Setzungskurve für die Erst- und


Wiederbelastung im 1:1-Versuch
bei der LGA, siehe Bild 2, hätte
man zunächst einen Rückgang der
Setzungen und einen geringeren
Anstieg der Kurven bei Aufbringen
des Überbaus erwartet. Auf die
möglichen Ursachen hierfür wird in
[25] nicht näher eingegangen. Die
Beobachtung, dass sich die Mess-
querschnitte A und B nahezu gleich
setzen, ist ein Indiz dafür, dass eine
Verdrehung der Widerlagerbank wie
in Ilsenburg, Bild 6, sich hier nicht
vollzogen hat.

In Situationen, in denen ein Vorbe-


lastungskonzept dem Vorteil ge-
ringer Bauzeit widerspricht oder
deutlich schlechtere Baugrundver-
hältnisse die Errichtung einer KBE
erst gar nicht ohne weiteres zulas-
sen, ist es erforderlich, Bodenaus-
tausch oder eine Baugrundverbes-
serung z. B. mit Rüttelstopfsäulen,
geokunststoffummantelten Boden-
säulen oder starren Pfahlsystemen
auszuführen.

Wichtig ist dabei, das gewählte


Gründungsverfahren auf den Be- Bild 8: Ergebnisse der Setzungsmessungen an je zwei Mess-
reich der Anrampung auszudehnen punkten der Messquerschnitte A und B, A1 und B1 liegen
und somit ein homogenes Set- oben (~0,9 × H), A8 und B8 sind Messpunkte am Wandfuß
zungsverhalten von Widerlager und (~0,1 × H), A 74, NL [25]
Anrampung zu ermöglichen. An-
dernfalls kann es gerade bei starren
Facingsystemen z. B. aus Beton zu
Mängeln kommen. Bild 10 zeigt den
Übergangsbereich eines Brücken-
widerlagers, welches konventionell
tiefgegründet wurde. Differentielle
Setzungen zwischen Rampenbe-
reich und Widerlager führten offen-
sichtlich zur Rissbildung in einigen
Betonblöcken, so dass das Facing
der geokunststoffbewehrten Block-
wand zumindest teilweise nachträg-
lich aufgetrennt werden musste.

In der dargestellten Situation ist


eine Gefährdung der Standsicher- Bild 9: Gemittelte Setzung und Horizontalverschiebung an den
heit und Verkehrssicherheit derzeit Mess­punkten A1 und B1 (~0,9 × H), A 74, NL [25]
nicht zu befürchten, unter betriebli-
cher, ästhetischer und fahrdynami-
scher Betrachtung ist dies aber ein klarer Mangel. 6.2 Horizontale Verformungen
Um eine Beeinträchtigung der Standsicherheit
infolge weiterer Setzungen beurteilen zu können, Für Konstruktionen, bei denen KBE als Erddruck-
wird die Verformung der Konstruktion messtech- fänger fungiert (Bild 4b), liegt der Schwerpunkt auf
nisch erfasst. der Erfassung und Beurteilung des horizontalen

185
26. Dresdner Brückenbausymposium

Verformungsverhaltens. Geschlos-
sene analytische Berechnungsmo-
delle zur Prognose der horizontalen
Verformungen gibt es nach wie vor
noch nicht, so dass man sich in der
Regel an Erfahrungswerten orien-
tiert oder zunehmend häufiger Si-
mulationen mit der Methode der fi-
niten Elemente durchführt [12], [25].
Einen Überblick zu verschiedenen
Vorgehensweisen zur Beurteilung
der Gebrauchstauglichkeit von KBE-
Konstruktionen vermittelt unter an- Bild 10: Übergangsbereich zwischen einem konventionell gegründe-
derem auch [26]. ten Brückenwiderlager und einer geokunststoffbewehrten
Blocksteinwand  (Fotos: Hartmut Hangen, HUESKER)
Um einen Eindruck für die Größen-
ordnungen der horizontalen Verfor-
mungen eines geokunststoffbewehrten Brücken- schirmung durch KBE insbesondere für den Bau
widerlagers zu bekommen, wurden die maximalen von integralen Brücken bieten kann, wurde z.  B.
horizontalen Verformungen des in Abschnitt 6.1 von Pötzl/Naumann [27] berichtet. Eines der
dargestellten Widerlagers an der A 74 in den größten Referenzbauwerke in dieser Bauweise
Niederlanden, Bild 9 und [25], mit einem von der in Deutschland sind die sogenannten Rollbrücken
FHWA in den USA veröffentlichten Nomogramm am Frankfurter Flughafen [28].
verglichen, Bild 11 und [23]. Der Vergleich in Ta-
belle 1 zeigt, dass eine Prognose der horizontalen
Verformungen auf dieser Basis möglich ist und
nicht in jedem Fall aufwändigere Berechnungsver-
fahren wie z. B. FEM eingesetzt werden müssen.
Zumindest für die bei der A 74 verwendeten Geo-
gitter aus PVA (Polyvinylalkohol) liegt diese stark
vereinfachte Abschätzung für dehnweiche Be-
wehrungen jedoch deutlich auf der sicheren Sei-
te. Eine bessere Übereinstimmung ergibt sich für
die Anwendung der Abschätzung für dehnsteife
Bewehrungen, welche gemäß [23] für Bewehrun-
gen aus Stahlbändern vorgeschlagen wird. Ferner
wäre es ggfs. sinnvoll, eine weitere Differenzie-
rung des Nomogramms einzuführen, welche die
Berücksichtigung der Außenhautkonstruktion und
des Schüttmaterials erlaubt.

Eine Konstruktion, bei der die Prognose der ho-


rizontalen Verschiebungen für das Systemverhal- Bild 11: Nomogramm zur Abschätzung der maxima-
ten große Bedeutung hat, sind Erddruckfänger. Zu len horizontalen Verschiebungen einer KBE-
den Vorteilen, welche der Einsatz von Erddruckab- Konstruktion, nach [23]

Tabelle 1: Vergleich gemessener und abgeschätzter Horizontalverschiebung einer KBE für unterschiedliche
Auflasten

Auflast Messwert Verschiebung nach [23] Differenzverschiebung infolge Auflast nach [23] und Messung [25]

δR δmax,dehnweich δmax,dehnsteif Δ δmax,dehnweich Δ δmax,dehnweich Δ δmax,Messung


[kN/m²] [-] [-] [mm] [mm] [mm] [mm]
0 0,80 93 28 - - -
100 1,80 210 63 117 35 10
170 2,50 292 88 199 59 20

Sichtbare Wandhöhe H = 8,75 m


Mittlere Bewehrungslänge L = 8 m
Relative Bewehrungslänge L/H = 0,91

186
H. Hangen, J. E. Jaramillo Castro: Langzeitverhalten von geokunststoffbewehrten Stützkonstruktionen

Bild 13: Schematische Darstellung der Bauweise eines integralen Brückenwider-


lagers mit Full-Height-Rigid Facing in Anlehnung an [29]
 (Grafik: Marita Döring, HUESKER)
Bild 12: Schematische
Darstellung einer Brücken-
widerlagerhinterfüllung im Eine besondere Bau- 14475 [30] unterscheidet man Facingsysteme im
Erdbebenfall in Anlehnung weise von geokunst- Wesentlichen in Abhängigkeit von ihrer Verform-
an [29] stoffbewehrten integ- barkeit in nicht verformbare, bedingt verformba-
 ralen Brücken hat sich
(Grafik: Marita Döring, re und verformbare (flexible) Konstruktionen. Im
HUESKER) in Japan etabliert, um Hinblick auf die Architektur klassischer Brücken-
die Integrität der Brü- widerlager bieten sich grundsätzlich Bauelemente
ckenwiderlager auch im Erdbebenfall sicher zu aus Beton an, wobei Betonpaneele mit voller oder
stellen. Die Bilder 12 und 13 zeigen anschaulich teilweiser Bauhöhe und Blöcke, die kraftschlüssig
die Problematik im Erdbebenfall und die japa- miteinander verbunden sind, zu den nicht ver-
nische Bauweise mit einem sogenannten Full- formbaren Frontelementen gezählt werden. Bei
Height-Ridgid Facing, bei der nach Herstellung Blöcken, die sich gegeneinander verschieben und
des bewehrten Erdkörpers eine kraftschlüssige, verdrehen können, handelt es sich nach dieser
verhältnismäßig massige Ortbetonschale aufge- Norm hingegen um bedingt verformbare Frontele-
baut wird. mente. Ferner gilt der Baustoff Beton gemeinhin
als robust und widerstandsfähig. Alternativ wer-
den in der Regel verzinkte Stahlgitterelemente
7 Dauerhaftigkeit der Außenhaut eingesetzt, entweder als Korbelement (Gabione)
oder als abgewinkelte Matte, welche mit Ab-
7.1 Grundsätzliche Überlegungen spannhaken ausgesteift wird. Abgewinkelte Stahl-
gittermatten werden in der Regel nur temporär
In den Abschnitten 5 und 6 konnte gezeigt wer- oder bei Steilböschungen eingesetzt, die begrünt
den, dass Standsicherheit und Gebrauchstaug- werden sollen. Die Neigung von begrünbaren KBE
lichkeit eines geokunststoffbewehrten Erdkörpers ist jedoch bis etwa 60 ° begrenzt und daher für die
bei sachgemäßer Planung und Ausführung grund- Herstellung von Flügelwänden geeignet. Unter ei-
sätzlich keine wesentlichen Bedenken für den ner Brücke fällt diese Lösung mangels natürlicher
langfristigen Einsatz im Brückenbau aufwerfen. Bewässerung gänzlich aus.
Bisher noch nicht diskutiert wurde jedoch eine
mögliche Beeinträchtigung des Bauwerks infolge Neben der Steifigkeit eines Facingelementes ist
von Mängeln, welche im Laufe der Nutzungsdau- es, gerade im Hinblick auf die Frage, ob Mängel
er an der Außenhaut (Facing) einer KBE auftreten an Facingelementen eine Beeinträchtigung der
können. Standsicherheit und/oder Verkehrssicherheit zur
Folge haben, wichtig zu unterscheiden, ob die
Die Außenhaut von KBE-Konstruktionen kann sehr Außenhaut Teil des Tragsystems ist oder ob sie
unterschiedlich gestaltet werden. Gemäß DIN EN neben der ästhetischen Komponente ausschließ-

Bild 14: Geokunststoffbewehrte Stützkonstruktion mit aktivem und passivem Facing


 (Grafik: Marita Döring, HUESKER)

187
26. Dresdner Brückenbausymposium

lich eine Schutzfunktion erfüllen muss. Die letzt- mental Concrete Blocks) zu betrachten. Diese
genannten werden gelegentlich als passive, die Bauteile werden in der Regel aus unbewehrtem
erstgenannten als aktive Facingelemente bezeich- haufwerksporigem Beton mit geringerer Druck-
net. Bild 14 zeigt den Unterschied beider Systeme festigkeit und höherem Hohlraumgehalt herge-
schematisch, das in Abschnitt 6.2 bzw. Bild 13 stellt und sind somit weniger widerstandsfähig
dargestellte Full-Height-Rigid Facing stellt diesbe- bei Frost-Tau-Wechselbelastung als Bauteile aus
züglich eine Mischform dar. bewehrtem Normalbeton. Die maßgeblichen
Einflussfaktoren auf die Beständigkeit von unbe-
Hinsichtlich der Dauerhaftigkeit gegenüber Um- wehrten Betonblocksteinen für den Einsatz als Fa-
welteinflüssen verhalten sich aktive und passive cingelement von geokunststoffbewehrten Stütz-
Facingelemente jedoch gleichartig – sie hängt im konstruktionen wurden daher im Rahmen einer
Wesentlichen von der Beständigkeit der verwen- umfangreichen Studie der Federal Highway Ad-
deten Baustoffe ab. ministration (FHWA) in den USA [31] untersucht.
Ergebnis der Studie war, dass die Anforderungen
Im Gegensatz zum bewehrten Erdkörper ist das Fa- an Rezeptur und Qualitätsüberwachung entspre-
cing allen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Je nach chend hoch sein müssen. Für Standorte, an de-
Standort und Exposition wirken Sonneneinstrah- nen besonders kritische klimatische Bedingungen
lung, Temperaturschwankungen (Frost-Tau-Wech- herrschen, wird empfohlen, alternative Bauwei-
sel), Eis, Wasserströmung (Erosion und Abrasion), sen zu favorisieren.
Wind oder Chemikalien wie Tausalze, Herbizide,
Pestizide oder aggressive Wässer ein und können
erhebliche Schäden bewirken. Ferner können bei 7.3 Facingelemente aus Stahl
Fahrzeuganprall auch außergewöhnliche mecha-
nische Belastungen auftreten, für die das Facing- Vergleichbar zur Frostbeständigkeit von Beton ist
system ausgelegt sein muss oder für die es eine bei Stahlelementen sicherzustellen, dass diese
Möglichkeit für Reparaturen geben sollte. gegen Korrosion geschützt sind. Auch hier gibt es
die Dauerhaftigkeit betreffend grundsätzlich keine
Unterschiede zu anderweitig eingesetzten, frei ex-
7.2 Facingelemente aus Beton ponierten Stahlelementen. Werden die Elemente
nicht nur als Begrünungsträger von Steilböschun-
Wie oben beschrieben, unterscheiden sich die gen sondern als Steinkorb (Gabione) verwendet,
Umwelteinwirkungen aber auch die Widerstän- hängt die Dauerhaftigkeit des Systems nicht nur
de von Facingelementen aus Beton grundsätzlich vom Stahl, sondern wesentlich auch von der Füllung
nicht von denen konventioneller Brückenwiderla- der Körbe ab. Hierbei ist nicht nur von Bedeutung,
ger. Insofern gibt es hier grundsätzlich dieselben dass das verwendete Steinmaterial frostbeständig
Fragestellungen und Anforderungen an Betonqua- ist sondern auch, dass Sieblinie und Befüllung (Ver-
litäten und Herstellung wie bei konventionellen dichtung) aufeinander abgestimmt werden. An-
Widerlagern. Abweichend sind jedoch die Pro- dernfalls kann es zu Verformungen kommen, die
duktgruppe der besonders in den USA weit ver- eine Beeinträchtigung der Gebrauchstauglichkeit
breiteten unbewehrten Betonblocksteine (Seg- und Standsicherheit bedeuten können. Dies gilt
insbesondere für aktive Systeme,
bei denen der Steinkorb am Lastab-
trag beteiligt ist.

Die Bilder 15 und 16 zeigen typische


Schäden von Gabionen oder gabio-
nenartigen Facings, unzureichende
Frostbeständigkeit des Füllmateri-
als (Bild 15) und Verformungen von
Stahlgittermatten infolge schlechter
Verdichtung der Steinfüllung und
Hinterfüllung (Bild 16).

In der Regel lassen sich Schäden,


wie sie in den Bildern 15 und 16
dargestellt sind, vermeiden, wenn
Planung, Ausführung und Bauüber-
Bild 15: Frostschaden an ungeeignetem Füllmaterial eines Stein­ wachung ordnungsgemäß durch-
korbes [32] geführt werden. Eine Studie des

188
H. Hangen, J. E. Jaramillo Castro: Langzeitverhalten von geokunststoffbewehrten Stützkonstruktionen

Bild 16: Verformungen an der Front einer KBE mit gabionenartigem Facing
 (Foto: Matthias Schreck, Freco Geosystem; bearbeitet von Julia Klaverkamp, HUESKER)

California Department of Transportation (Caltrans) 8 Zusammenfassung und Ausblick


zum Korrosionsverhalten von Gabionen unter Re-
albedingungen [33] zeigt jedoch auch, dass die Geokunststoffbewehrte Stützbauwerke mit direk-
unter Laborbedingungen bestimmten Lebensdau- ter Lasteinwirkung stellen unter den Anwendungs-
ern von den tatsächlichen Bedingungen im Feld möglichkeiten von KBE im Brückenbau eine tech-
abweichen können. Die tatsächliche Lebensdau- nisch, ökonomisch und ökologisch interessante
er hängt dabei im Einzelfall von der Art und Aus- Variante dar. Eine Vielzahl von wissenschaftlichen
legung eines Steinkorbes ab. Insbesondere bei Untersuchungen und praktischen Erfahrungen –
einer Kombination aus hohem chemischem und mittlerweile mehrerer Jahrzehnte – zeigen, dass
mechanischem Angriff kann die Lebensdauer von KBE-Konstruktionen durchaus geeignet sind, als
Steinkörben u. U. deutlich geringer sein, als die Bauteil permanenter Konstruktionen im Brücken-
für den Brückenbau üblicherweise geforderten bau zu dienen. Voraussetzung ist jedoch, dass das
100 Jahre. Für den Einsatz von Gabionen als Fa- Verformungsverhalten des bewehrten Erdkörpers
cingelement von Brückenwiderlagern ist es daher und des Brückentragwerks aufeinander abge-
empfehlenswert, eine passive Konstruktion zu stimmt sind. Durch Vorbelastung können Verfor-
wählen und die Körbe als Vorsatzschale für den mungen vergleichmäßigt und je nach Dauer und
bewehrten Erdkörper auszulegen. Im Zweifelsfall Höhe größtenteils vorweggenommen werden.
können Mängel im Zuge der Bauwerksprüfung er-
fasst und schadhafte Bauteile ausgetauscht wer- Neben dem Verformungsverhalten des bewehrten
den, ohne die Standsicherheit der Konstruktion zu Erdkörpers wird das Langzeitverhalten einer KBE
beeinträchtigen. Dasselbe gilt auch für Schäden, entscheidend von der Dauerhaftigkeit des Facings
die durch Havarien z. B. nach einem Fahrzeug- geprägt. In der Regel kommen hierbei Bauteile aus
anprall entstanden sind. Die Durchführung eines Beton oder Stahl zur Anwendung, deren Dauerhaf-
Großversuches zum Tragverhalten einer KBE- tigkeit auch im Einsatzbereich einer KBE wesentlich
Konstruktion mit Steinfacing nach Fahrzeuganprall von den Beständigkeiten der jeweiligen Baustoffe
und Brandbelastung wurde anschaulich z. B. von abhängen. Grundsätzlich sind beide Möglichkeiten
Herold vorgestellt [34]. Sowohl beim Referenzpro- für einen dauerhaften Einsatz geeignet. Die Erfas-
jekt Ilsenburg, Bild 2, als auch bei der Autobahn sung und Analyse unter realen Bedingungen im
A 74 in den Niederlanden (Abschnitt 6.1) wurden Bauwerk zeigt jedoch, dass Lebensdauern von 100
passive Facingvarianten umgesetzt. Jahren nicht für alle Rahmenbedingungen realis-

189
26. Dresdner Brückenbausymposium

tisch erscheinen. Durch das Konzept eines soge- pan, wo die Konstruktion integraler Brückenbau-
nannten passiven Facings kann dieser Problematik werke mit geokunststoffbewehrter Hinterfüllung
jedoch konstruktiv entgegnet werden. Bei dieser in Form eines sogenannten Full-Height-Rigid Fa-
Bauweise übernimmt das Facing in erster Linie cings weiterentwickelt wurde, belegen dies sehr
eine Schutzfunktion für den statisch wirksamen eindrucksvoll. Insbesondere im Erdbebenfall und
bewehrten Erdkörper. Im Schadenfall kann das Fa- unter hoher dynamischer Belastung hat sich diese
cing ausgetauscht werden, ohne die Standsicher- Bauweise bestens bewährt.
heit der Konstruktion zu gefährden.
Fachkundige Planung und Ausführung sind neben
Konzepte, bei denen KBE im Hinterfüllbereich von der Verwendung hochwertiger und qualitätsgesi-
integralen Brücken vorgesehen wird, erscheinen cherter Baustoffe entscheidende Voraussetzun-
darüber hinaus technisch und ökonomisch äußerst gen, um KBE-Systeme generell, aber besonders
vielversprechend. Die Frage der Frontgestaltung im Brückenbau, nicht nur für temporäre sondern
ist hierbei untergeordnet, da das Brückenbauwerk auch für dauerhafte Anwendungsfälle einsetzen
auch als Facing wirkt. Erfahrungsberichte aus Ja- zu können.

Literaturverzeichnis

[1] Vidal, H.: Die bewehrte Erde. Annales de gress in the analysis, design and modelling
l’Institut Technique du Batiment et des Tra- of geosynthetic reinforced soil walls. In: Zieg-
vaux Publics, Supplément au no. 299 (1972) ler, M.; Bräu, G.; Heerten, G.; Laackmann, K.
Nov. (Hrsg.): Tagungsband der 10th ICG, Giroud
[2] Herold, A.: Das erste Straßenbrückenwider- Lecture auf der Int. Conf. on Geosynthetics,
lager in Deutschland als Permanentkonstruk- 21.–25.9.2014 in Berlin, DGGT, 2014, Paper
tion in der Bauweise KBE-Kunststoffbewehr- 235
ter Erde. In: Floss, R. (Hrsg.): Tagungsband [10] Hangen, H.: Review ausgewählter Beiträge
der 7.  Informations- und Vortragstagung der 10th ICG – Geokunststoffbewehrte Grün-
über Kunststoffe in der Geotechnik (KGEO), dungspolster auf vertikalen Traggliedern,
3/2001 in München, Sonderheft Zeitschrift Bewehrte Stützkonstruktionen, Interaktion
Geotechnik der Deutschen Gesellschaft für Geogitter – Boden. In: Ziegler, M. (Hrsg.):
Geotechnik e.V. (DGGT), S. 113–119 Tagungsband der 15. FS-KGeo, 26.3.2015 in
[3] DIN EN 1997-1:2014-03: EC7: Entwurf, Be- München, DGGT, 2015, S. 11–16
rechnung und Bemessung in der Geotechnik [11] Alexiew, D.: Belastungsversuche an einem
– Teil 1: Allg. Regeln. Berlin: Beuth 1:1-Modell eines geogitterbewehrten Brü-
[4] DIN 1054/A2:2015-11: Baugrund – Sicher- ckenwiderlagers. In: Katzenbach, R. (Hrsg.):
heitsnachweise im Erd- und Grundbau – Er- Tagungsband des 14. Darmstädter Geo-
gänz. Regelungen zu DIN EN 1997-1; Änd. 2. technik-Kolloquiums. 3/2007, Mitteilungen
Berlin: Beuth des Institutes und der Versuchsanstalt für
[5] DIN 4084:2009-01: Baugrund – Gelände- Geotechnik der TU Darmstadt, H. 76, 2007,
bruchberechnungen. Berlin: Beuth S. 205–218
[6] EBEGO (2010): Empfehlungen für den Bau [12] Alexiew, D., Detert, O.: Analytical and Nu-
und die Berechnung von Erdkörpern mit Be- merical Analyses of a Real Scaled Geogrid
wehrungen aus Geokunststoffen. DGGT, Reinforced Bridge Abutment Loading Test.
2. Aufl., Berlin: Ernst & Sohn, 2010 In: Dixon, N. (Hrsg.): Proc. of the 4th Euro-
[7] Allen, T. M.; Bathurst, R. J.; Berg, R. R.: Glo- pean Geosynthetics Conf., Edinburgh (UK),
bal level of safety and performance of geo- 9/2008
synthetic walls: An historical perspective. [13] Bräu, G., Bauer, A.: Versuche im Boden mit
Geosynthetics Int. 9 (2002) 5–6, S. 395–450 gering dehnbaren Geogittern. In: Floss, R.
[8] Crouse, P. E.; Wu, J. T. H.: Long-Term Field (Hrsg.): Tagungsband der 7. Informations-
Performance of Geosynthetic-Reinforced und Vortragstagung Kunststoffe in der Geo-
Soil Retaining Walls. Center for Mechanically technik (KGEO), 3/2001, München, Sonder-
Stabilized Backfill Res. University of Colora- heft Zeitschrift Geotechik der DGGT, 2001,
do (Denver), Report no. CDOT-DTD-97-12, S. 139–146
5/1996 [14] Hangen, H.: Einsatzmöglichkeiten von
[9] Bathurst, R. J.: Challenges an recent pro- Kunststoff-Bewehrter-Erde im Bereich von

190
H. Hangen, J. E. Jaramillo Castro: Langzeitverhalten von geokunststoffbewehrten Stützkonstruktionen

Brückenwiderlagern. In: Lifa, I. (Hrsg.): Ta- [24] Uchimura, T.; Tatsuoka, F.; Tateyama, M.;
gungsunterlagen Tief.Bau.Tex Bauen mit Koga, T.: Preloaded-Prestressed Geogrid-
Geokunststoffen, HTW Chur, 1/2012 reinforced Soil Bridge Pier. In: Rowe, R. K.
[15] van Keßel, M.-T.; Hangen, H.: Anwen- (Hrsg.): Proc. of the 6th Int. Conf. on Geosyn-
dungsmöglichkeiten von Geokunststoffen thetics, 1998 in Atlanta (USA), Vol. 2, 1998,
für den Neubau und die Sanierung von Brü- S. 565–572
ckenwiderlagern. GeoResources (2015) 3, [25] Duijnen van, P. G.; Linthof, T.; Brok, C. A.
S. 7–16 J. M.; Eekelen van, S. J. M.: Measuring de-
[16] BMVBS (Hrsg.): Richtlinie zur einheitlichen formations of a 10 m high geosynthetic re-
Erfassung, Bewertung, Aufzeichnung und inforced earth retaining wall. In: Bianco, M.;
Auswertung von Ergebnissen der Bauwerks­ Leiro, A.; Mateo, B. (Hrsg.): Proc. of the 5th
prüfungen nach DIN 1076 (RI-EBW-PRÜF). European Geosynthetics Conf., Valencia
3/2013 (Spain), 9/2012, Vol. 5, S. 157–161
[17] Koerner, R. M.; Koerner, G. R.: On the Pre- [26] Hangen, H.; Retzlaff J.; Lenke, P.; Duijnen
vention of Failures of Geosynthetic Rein- van, P. G.: Nachweis der Gebrauchstaug-
forced Mechanically Stabilized Earth (MSE) lichkeit von geosynthetisch bewehrten
Walls and Recommendations Going For- Stützkonstruktionen. In: Mägel, M. (Hrsg.):
ward. Geosynthetic Inst., GRI Report no. 40, Tagungsband des 10. Sächs. Bautextilien-
6/2010 Symposiums BAUTEX 2012, STFI e. V.,
[18] Herold, A.: Ergebnisse aus 20 Jahren Ver- Chemnitz, 1/2012
formungsbeobachtung an KBE-Stützbau- [27] Pötzl, M.; Naumann, F.: Fugenlose Betonbrü-
werken und KBE-Brückenwiderlagern. cken mit flexiblen Widerlagern. Beton- und
Präsentation zum 11. Sächs. Bautextilien- Stahlbetonbau 100 (2005) 8, S. 675–685
Symposium BAUTEX 2014, STFI e.V., [28] Steiger, H.; Zeißler, T.; Bernhard, M.; Meyer,
Chemnitz, 1/2014 H.: Integrale Großbrücken mit flexiblen Wi-
[19] Wu, J. T. H.; Lee, K. Z. Z.; Helwany, S. B.; derlagern. Beton- und Stahlbetonbau 107
Ketchart, K.: Design and Construction Guide- (2012) 3, S. 175–182.
lines for Geosynthetic-Reinforced Soil Bridge [29] Tatsuoka, F.; Hirakawa, D.; Nojiri, M.; Aiza-
Abutments with a Flexible Facing. Trans- wa, H.; Nishikiori, H.; Soma, R.; Tateyama,
portation Research Board, NCHRP Report M.; Watanabe, K.: A new type of integral
no. 556, project 12-59, 2006 bridge comprising geosynthetic-reinforced
[20] Adams, M.; Nicks, J.; Stabile, T.; Wu, J.; soil walls (2009). Geosynthetics Int., IS
Schlatter, W.; Hartmann, J.: Geosynthetic Kyushu 2007 Special Issue, 16, No. 4,
Reinforced Soil Integrated Bridge System S. 301–326
Synthesis Report. Dep. of Transportation | [30] DIN EN 14475:2006-04: Ausführung von be-
Federal Highway Administration FHWA, Re- sonderen geotechnischen Arbeiten (Spezial-
port no. FHWA-HRT-11-027, 1/2011 tiefbau) – Bewehrte Schüttkörper; Dt. Fassg.
[21] Alexiew, D.; Risseeuw, P.: Erfahrungen mit EN 14475:2006. Berlin: Beuth
einer der ältesten geotextilbewehrten Stütz- [31] Chan, C.; Hover, K. C.; Folliard, K. J.; Han-
wände in Europa: Bauweise, Statik, Ver- ce, R. M.; Trejo, D.: Durability of Segmental
halten, Langzeitbeständigkeit. In: Floss, R. Retaining Wall Blocks. FHWA, Report no.
(Hrsg.): Tagungsband der 7. Informations- FHWA HRT-07-021, 4/2007
und Vortragstagung über Kunststoffe in der [32] Homepage Bernd Burgetsmeier: http://
Geotechnik (KGEO), 3/2001, München, Son- www.burgetsmeier.de/index.php/sachver­
derheft Zeitschrift Geotechnik der DGGT, staendiger-gabionen/gabionenschaeden/.
2001, S. 177–180 [geprüft am 30.1.2016]
[22] Schröer, S.; Thornton; J. S.; Müller-Roch- [33] Racin, J. A.; Hoover, T. P.: Gabion Mesh
holz, J.; Recker, C.: Stepped iso-thermal Corrosion – Field Study of Test Panels and
method to determine a combined reduc- Full-scale Facilities. California Dep. of Trans-
tion factor for creep and installation dama- portation (Caltrans), Report no. FHWA-CA-
ge. In: Cancelli, A.; Cazzuffi, D.; Soccoda- TL-99-23, study no. F93TL02 S, 11/2001,
to, C. (Hrsg.): Proc. of the 2nd European 2nd ed.
Geosynthetics Conf., Vol. 1, Bologna (Italy), [34] Herold, A.: Mehr Sicherheit bei KBE-Syste-
10/2000, S. 351–355 men – Anprall- und Brandverhalten im Groß-
[23] Elias, V.; Christopher, B. R.; Berg, R. R.: versuch. In: Ziegler, M. (Hrsg.): Tagungsband
Mechanically Stabilized Earth Walls and Re- der 13. Informations- und Vortragstagung
inforced Soil Slopes Design and Construc- über Kunststoffe in der Geotechnik (KGEO),
tion Guidelines. FHWA, Report no. FHWA- 3/2013, München, Sonderheft Zeitschrift
NHI-00-043, 3/2001 Geotechnik der DGGT, S. 45–53

191
Im gedruckten Tagungsband stand hier eine Anzeige. Sie wurde für die Online-Fassung entfernt.