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Der Bundeskanzler

1. Vergleichen Sie die Machtfülle des Kanzlers und die Arbeitsweise der Regierung in
Theorie und Praxis. Wo sehen Sie Übereinstimmungen und wo Abweichungen?

Laut Artikel 65 Satz 1 des Grundgesetzes (Theorie): bestimmt der Bundeskanzler die


Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung. (auch Kanzlerprinzip genannt)
Der Kanzler ist abhängig vom Parlament und seinem Minister sein, kann aber
„Bundeskanzleramt“ einberufen.

Innerhalb der Großen Koalition (Praxis): gibt es Misstrauen, v.a. von der SPD, dass die
Kanzlerin alleinige Entscheidungen trifft, anstatt sie mit der Koalition zu besprechen. Nach
CSU-Chef Erdmund Stoiber: „Natürlich trägt die Kanzlerin eine besondere Verantwortung,
aber man muss das als gemeinsame Aufgabe sehen.“ Zeigt, dass die Kanzlerin als Spitze der
Großen Koalition eine Art Führungsposition zu tragen und besprochene Dinge an die
Öffentlichkeit zu richten. Das „Bundeskanzleramt“ kann entsprechend verwendet werden,
um sich von seinem Minister unabhängig zu machen. Die Regierung arbeitet in der Praxis mit
dem Bundeskanzler und versucht Entscheidungen abzunehmen oder zu erleichtern

2. Grundprinzipien bestimmen

 Kanzlerprinzip (oben genannt)


 Ressortprinzip (Minister trifft Entscheidungen in einem vom Kanzler vorgegebenen
Rahmen)
 Kollegialprinzip (Bundeskanzler und Bundesminister müssen gemeinsam über
allgemein politische Angelegenheiten entscheiden)
 Bei Meinungsverschiedenheit: „Primus inter pares“ (die Mehrheit muss
entscheiden)
 Der BK kann keine Minister entlassen, kann nur Vorschläge zur Ernennung oder
Entlassung geben. Medien unterstützten die „Präsidentialisierung“ des Amtes des
Bundeskanzlers

3. Lässt sich Deutschland als eine „Kanzlerdemokratie“ bezeichnen?

Pro Contra
Der BK kann keine Minister entlassen, kann Medien unterstützten die
nur Vorschläge zur Ernennung oder „Präsidentialisierung“ des Amtes des
Entlassung geben Bundeskanzlers
BK ist an Koalitionsvereinbarungen Hervorgehobene Stellung des BKs im GG
gebunden und Staatsprinzip
Zweiter Koalitionspartner, um Art. 65 BK personalisiert die Politik
einzuschränken

 „Der Kanzler ist nichts anderes als der leitende Angestellter einer großen Firma in
diesem Fall des Staates“ (Helmut Schmidt)
Der Bundestag

1. Funktionen des Bundestages Gesetzgebungsfunktion

 Öffentlichkeitsfunktion
 Haushaltsplanungsfunktion
 Kreationsfunktion
 Wahl des Bundeskanzlers, mit absoluter Mehrheit
 Mitwirkung bei der Wahl des Bundespräsidenten und der Bundesrichter
 Genehmigung von Verträgen mit anderen Staaten
 Kontrolle gegenüber der Regierung und der Exekutive des Bundes
 Kontrolle der Einsätze der Bundeswehr

2. Wird der Bundestag diesen Funktionen gerecht?

Kontrollfunktion: Es gilt, wer die Regierung stellen kann, kann diese auch selbst
kontrollieren (somit die Opposition ausbremsen)

Artikulationsfunktion, bzw. Repräsentation: Die meisten Menschen im Bundestag sind


Juristen oder Beamte und die meisten haben Abitur. In einem Artikel der Karriere Unicum
haben nur fünf Abgeordnete kein absolviertes Studium1. In Folge dessen, fehlen Gruppen,
wie Hausfrauen, Hartz-IV-Empfänger oder Arbeitslose.

Gesetzgebungsfunktion: Natürlich erschafft der Bundestag viele neue Gesetze, doch wird
sich heutzutage immer noch mehrfach an der ursprünglichen deutschen Verfassung
orientiert. Ob das die Zukunft fördert ist fraglich.

Öffentlichkeitsfunktion: Eine Aufgabe, die der Bundestag ebenfalls besser meistern könnte.
Vor allem heutzutage ist es wichtig soziale Medien als Weitergebungsquelle zu verwenden,
um Jugendliche mit einzubinden. Wenn Infos des Bundestages an die Öffentlichkeit
weitergegeben wird hört man es immer von denselben Personen. Als außenstehende Person
kennt man vielleicht ein Viertel des Bundestages, wenn überhaupt. Natürlich ist es hier
schwer zu differenzieren, wer wann reden darf, doch ist es nun mal ihre Aufgabe dies zu
organisieren.

3. Redeparlament und Arbeitsparlament, wo wird das deutsche Parlament eingeordnet?

Redeparlament: „Es überwiegt (…) deren Rede- und Debattenarbeit im Parlament.“ 2


Arbeitsparlament: „Die Arbeit der Abgeordneten in den  Ausschüssen (und die
notwendige Abstimmung innerhalb der Fraktionen) überwiegt daher die Dauer der Rede-
und Debattenarbeit im Parlament.“3
 Der Deutsche Bundestag lässt sich als Arbeitsparlament bezeichnen, da die
Fraktionen mehr innerhalb voneinander diskutieren, als im Parlament. ("Der
Deutsche Bundestag ist ein beliebter Treffpunkt für Politiker zwischen ihren
Auslandsreisen.")

1
https://karriere.unicum.de/berufsorientierung/branchencheck/politiker-ohne-abschluss
2
https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/296479/redeparlament
3
https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/296251/arbeitsparlament
4. Spannungsverhältnis zwischen freiem Mandat und Fraktionsdisziplin

Das Problem besteht bereits, seitdem das Parlament steht. Abgeordnete, die in den
Bundestag kommen sind nun nicht mehr ihr Individuum, sondern werden als Abgeordneter
einer Fraktion angesehen. Es hilft also nicht, wenn man sich ständig gegen seine Fraktion
auflehnt. Immerhin sollte die Fraktion als Ganzes funktionieren und somit vor den restlichen
Fraktionen und den Bürgern Stärke so wie Willenskraft zu demonstrieren. Manche
Menschen würden dies als „Fraktionszwang“ betiteln. Allerdings besteht doch immer die
Möglichkeit Zweifel auszusprechen, die einen zwingen als Minderheit zu stehen. Die Fraktion
soll eine Einheit sein und nicht aus vielen verschieden Gruppen bestehen.

 "Hier schlägt das Herz der Demokratie oder es schlägt nicht." (Norbert


Lammert)


Der Bundesrat

1. Die Stellung des Bundesrats

 Bestehend aus Regierungschefs oder Ministern der 16 Bundesländer (abhängig von


Größe des Bundeslandes)
 Diese regieren die einzelnen Bundesländer
 Debattieren über Gesetzesentwürfe des Bundestages in Ausschüssen
 Ihre größte Aufgabe: Ihr Bundesland dabei zu repräsentieren
 Sind als Verbindung von Bund und Land zu sehen

2. Sei der Bundesrat zu einem Blockadeinstrument geworden und sollte man ihn
abschaffen?

Der Autor beschäftigt sich mit dem Problem, dass der Bundesrat immer mehr an Stärke
gewinnt. Durch eine Anhäufung von zustimmungspflichtigen Gesetzen, werden die
Mitglieder des Bundesrates immer mehr in Bundgeschehen mit eingewickelt. Die Sorge, dass
der Bundesrat aus einem zu großen Bund an verschiedenen Fraktionsgruppen besteht, ist
durch das vorhergehende Argument zu unterstützen. Die Parteien, die auf Bundesebene
eher klein sind und nicht sehr bedeutend sind versuchen so über Landesebene den Bund zu
beeinflussen. Hierbei kritisiert der Autor ausdrücklich, dass es keine Lösung ist die kleineren
Parteien zu begrenzen, da ansonsten die Volksparteien nur noch mehr an Macht gewinnen.
Er erläutert seinen Standpunkt, dass der Bundesrat eine Legitimationsquelle braucht anhand
eines Wahlwechsels. Die Mitglieder des Bundesrates sollten durch eine Wahl, die alle vier
Jahre in allen Bundesländern zur gleichen Zeit stattfindet von den Bürgern der einzelnen
Bundesländer gewählt werden.
Der Bundespräsident

1. Sollten die Bürger den Bundespräsidenten direkt wählen?

Pro Kontra
Würde das Staatsoberhaupt stärken (wird Würde dem Demokratieverständnis in der
nicht nur als Repräsentanten angesehen) Bundesrepublik wiedersprechen, wenn man
die präsidiale Machtfülle zu vergrößern
Sicherung des Überparteilichem-Daseins Könnte das Gewaltengleichgewicht ins
des Bundespräsidenten Schwanken bringen (mehr Legislative als
Exekutive)
Verbesserung des Bewusstseins der Realisation der Bevölkerung, dass der
Aufgabe, Gesetze zu überprüfen (müssen Bundespräsident trotz direkter Wahl „nur“
i.d.R. fast immer wiederholt vom BVG die Macht des Wortes besitzt, könnte zur
verbessert werden) Reduktion der Wahlpartizpation führen
Größerer Vertrauensvorschuss der
Bevölkerung

 Wenn man alle Pro und Kontra Argumente in Betracht zieht, ist es von großer
Wichtigkeit dem Amt des Bundespräsidenten eine Direkt Wahl aufzusetzen.
Aus dem Grund, dass der Bundespräsident parteilos sein soll. Es ist eigentlich
unmöglich und total übersinnig zu denken, dass der Bundespräsident, der von
der Bundesregierung bestimmt wird, unparteiisch ist.

2. Ist das Amt des Bundespräsidenten wichtig oder verzichtbar?

Natürlich ist das Amt des Bundespräsidenten nicht mehr unbedingt so von Wichtigkeit als es
in der Vergangenheit einmal war. Die Gesetzesentwürfe landen letztendlich meistens im
Bundesverfassungsgericht, wo sie auch hingehören und die restlichen Öffentlichkeitsbesuche
werden meist ohnehin von der Kanzlerin übernommen. Trotz dessen sollte das eigentliche
Amt des Kanzlers eine größere Rolle spielen als sie momentan tut. Der Bundespräsident
sollte parteilos sein und als Oberhaupt objektiv über jegliche Probleme draufschauen. Wenn
dies gegeben ist, ist das Amt von großer Wichtigkeit. Deshalb ist sich hier die Frage zu
stellen, ob die Bundespräsidenten überhaupt parteilos seien können, wenn sie von der
Bundesregierung gewählt werden. Die Antwort ist natürlich, dass dies sehr schwer ist.
Deshalb geht mit der Verbesserung des Amtes auch eine Direktwahl einher, die dies
sicherstellen könnte. Ebenfalls wird hier das Amt selbst wieder renoviert und ist für die
Bürger greifbarer.
Die Gerichtsbarkeit

1. Zuständigkeit der Zweige der Gerichtsbarkeit

Ordentliche Gerichtsbarkeit: besteht aus allen Gerichten, die sich mit Zivilsachen
(bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, Strafsachen oder Familienstreitigkeiten) beschäftigen

Arbeitsgerichtsbarkeit: wird durch die Arbeitsgerichte, Landesarbeitsgerichte und


das Bundesarbeitsgericht (BAG) ausgeübt, also Gerichte, der die Rechtsstreitigkeiten aus
dem Arbeitsrecht zugewiesen sind

Allgemeine Verwaltungsgerichtsbarkeit: prüft die Vereinbarkeit von Akten, die vom Staat
ausgehen und nach dem Subordinationsverhältnis handeln

Finanzgerichtsbarkeit: Gewährung von Rechtsschutz


gegen Verwaltungsakte (z. B. Steuerbescheide) der Finanzbehörden

Sozialgerichtsbarkeit: besteht aus drei Instanzen: dem Sozialgericht, der Berufungs-


und Beschwerdeinstanz, sowie der Rechtsbeschwerdeinstanz 

2. Die Position der Bundesverfassungsrichter und die Aufgaben des BVG

 Besteht aus 16 Richterinnen und Richtern


 Hälfte von Bundestag, andere vom Bundesrat gewählt (jeweils mit Zweidrittel-
Mehrheit)
 Man muss das 40. Lebensjahr vollendet haben
 Man wird auf 12 Jahre gewählt

Aufgaben des Bundesverfassungsgerichtes:

 Gesetzesentwürfe kontrollieren und verbessern, eventuell sogar als


verfassungswidrig betiteln
 „Kein politisches Organ“

3. Wo liegen die Chancen und Probleme der Ausprechung, dass ein Gesetz
verfassungswidrig ist?