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ÜBERBLICK

GERMANISTISCHE
SPRACHWISSENSCHAFT

D R IN M A R I A S TO P F N E R
SEMIOTIK
IST DER TEILBEREICH DER LINGUISTIK,
DER SICH MIT ZEICHENSYSTEMEN
A L L E R A R T B E F A S S T.
SPRACHLICHE ZEICHEN S P R AC H L I C H E
ZEICHEN

INHALT
(das Bezeichnete)
SIGNIFIÉ

FERDINAND

AUSDRUCK
(das Bezeichnende)
DE SAUSSURE
(1857-1913)
SIGNIFIANT
SEMIOSE
= Prozess der Zuordnung von bestimmten Zeichenträgern zu bestimmten Referenzobjekten vermittels
psychologischer Prozesse

Signifiant (Zeichen) Signifié (Bezeichnetes)


SEMIOTISCHES DREIECK
O G DEN & R ICH A R DS

REFERENZ

Ogden, Ch. K./Richards, I. A. (1923): The Meaning of Meaning. London.


KULTURSEMIOTIK

„Womit ein Buch über den


Begriff des Zeichens sich
beschäftigen muss:
mit allem.“

Umberto Eco (1977): Zeichen. Einführung in einen Begriff und seine


Geschichte. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Hier: 15.
PHONETIK
IST DER TEILBEREICH DER LINGUISTIK,
D E R D I E M AT E R I E L L E S E I T E D E S S P R E C H E N S U N D
H Ö R E N S B E S C H R E I B T.
SYMBOLISIERUNG/CODIERUNG

CODE
codiert decodiert

SENDERIN MEDIUM EMPFÄNGERIN

SEUFZEN
Ich mag
dich!

VERBAL PARAVERBAL NONVERBAL


PARAVERBALE ZEICHEN
Gesamtheit spezifischer sprachlicher Eigenschaften wie
Akzent, Intonation, Sprechtempo, Rhythmus

PROSODIE

SUPRA-
SEGMENTALES INTONATION
MERKMAL
weite Definition = Suprasegmentalia
akustische Eigenschaften, die das Sprachsignal
unabhängig von Segmenten gliedern und enge Definition = auf morphologisch definierte Einheiten
typisieren, z.B. Akzent, Tonhöhe etc. bezogene Phänomene des Tonhöhenverlaufs (z.B. Tonsprachen)

Bußmann, Hadumod (2008). Lexikon der Sprachwissenschaft. Berlin, Stuttgart: Kröner.


PHONETIK
AKUSTISCH

--

ARTIKULATORISCH AUDITIV
GRUNDBEGRIFFE

STIMME mittlere Sprechstimmlage, Grundfrequenz


Melodik der Stimme
Stimmqualität (z.B. Heiserkeit)

SPRECHWEISE Sprechgeschwindigkeit
Akzentuierung
Tonhöhenverlauf
Atmung
SPRACHE Einzelsprachen
Varietäten (Standardvarietäten, Dialekte, Soziolekte)
GRUNDBEGRIFFE
Welches Bild entspricht am ehesten dem Konzept einer Schallwelle?

KREISWELLEN TRANSVERSALWELLEN LONGITUDINALWELLE


Luftdruckschwankungen

Schall: minimale Luftdruckschwankungen im


hörbaren Frequenzbereich (16 Hz [Hertz] ≤ f0 ≤ 16 kHz)
Meyer, L. & Schmidt, G. (2004). Duden. Abiturwissen Physik. Berlin, Frankfurt: Paetec. Hier: S. 146.
GRUNDBEGRIFFE
Die Schwingung ist
Ton
sinusförmig.

Die Schwingung ist


Klang periodisch, aber
nicht sinusförmig.

Geräusch Die Schwingung ist


unregelmäßig. SPRACHSCHALL

Die Schwingung hat


Knall zunächst eine große
Amplitude und
klingt schnell ab.

Meyer, L. & Schmidt, G. (2004). Duden. Abiturwissen Physik. Berlin, Frankfurt: Paetec. Hier: S. 146.
SPRACHSCHALL

Mayer, J. (2010). Linguistische Phonetik. Online verfügbar unter: http://www.ims.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/ jmayer/Phonetik_201004.pdf. Hier: S. 79.
GRUNDBEGRIFFE

Frequenz:
Gibt an, wie viele Schwingungen in
jeder Sekunde ausgeführt werden.

in Hertz (Hz)
1 Hz = 1/s
25 Hz = 25/s

Meyer, L. & Schmidt, G. (2004). Duden. Abiturwissen Physik. Berlin, Frankfurt: Paetec. Hier: S. 127.
GRUNDBEGRIFFE

Amplitude:
Ist der maximale Abstand des
schwingenden Körpers von der
Gleichgewichtslage.

in Dezibel (dB)

Meyer, L. & Schmidt, G. (2004). Duden. Abiturwissen Physik. Berlin, Frankfurt: Paetec. Hier: S. 127.
GRUNDBEGRIFFE

Phon:
Maßeinheit der psychoakustischen Größe
Lautstärkepegel (empfundene Lautstärke)

100 dB bei 1000 Hz = 100 Phon

Isophone = Phonkurven

Pétursson, M. & Neppert, J. (1996). Elementarbuch der Phonetik. Hamburg: Buske. Hier: S. 128.
GRUNDBEGRIFFE

Phon:
Maßeinheit der psychoakustischen Größe
Lautstärkepegel (empfundene Lautstärke)

100 dB bei 1000 Hz = 100 Phon

Isophone = Phonkurven

1) Unbehaglichkeitsgrenze bei ca. 110 Phon


2) Isophone angenehm lauten Hörens bei ca. 75
Phon
3) durchschnittlicher Störschallpegel bei ca. 40 Phon

Pétursson, M. & Neppert, J. (1996). Elementarbuch der Phonetik. Hamburg: Buske. Hier: S. 128.
GRUNDBEGRIFFE

Periodendauer:
Bezeichnet den Zeitabschnitt, nach dem sich die
Kurvenform wiederholt.

Meyer, L. & Schmidt, G. (2004). Duden. Abiturwissen Physik. Berlin, Frankfurt: Paetec. Hier: S. 127.
GRUNDBEGRIFFE

Verstärkung

Löschung

Epstein, L. C. (2009). Denksport Physik. München: Dt. Taschenbuch-Verl. Hier: 282


GRUNDBEGRIFFE

Mayer, J. (2010). Linguistische Phonetik. Online verfügbar unter: http://www.ims.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/ jmayer/Phonetik_201004.pdf. Hier: S. 76.
FOURIERANALYSE

dB

Hz

Mayer, J. (2010). Linguistische Phonetik. Online verfügbar unter: http://www.ims.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/ jmayer/Phonetik_201004.pdf. Hier: S. 77.
SPEKTROGRAMM

H a s t d u e i n e n M o m e n t Z e i t ?

Mayer, J. (2010). Linguistische Phonetik. Online verfügbar unter: http://www.ims.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/ jmayer/Phonetik_201004.pdf. Hier: S. 99.
SPEKTROGRAMM

Mayer, J. (2010). Linguistische Phonetik. Online verfügbar unter: http://www.ims.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/ jmayer/Phonetik_201004.pdf. Hier: S. 99.
RESONANZEN
„Jeder schwingungsfähige Körper besitzt eine oder mehrere
Eigenfrequenzen. Das ist eine Periodenfrequenz, in der er auch bei
beliebiger Anregung mit der größtmöglichen Amplitude um seine
potentielle Ruhelage schwingt.
Wenn nun auf einen solchen schwingungsfähigen Körper von außen
frequenzmäßig indifferent eingewirkt wird (Anschlagen, Zupfen,
Knallerzeugung usw.), wird er in seiner Eigenfrequenz bzw. in seinen
Eigenfrequenzen mit- und eine gewisse Zeit weiterschwingen und
diese hervorheben, während andere Frequenzen bzw.
Frequenzbereiche, die gleichzeitig im anregenden Ereignis vorhanden
waren, gedämpft werden.“

Pétursson, M. & Neppert, J. (1996). Elementarbuch der Phonetik. Hamburg: Buske. Hier: S. 132
RESONANZEN

RESONANZFREQUENZ („Stimme“)
abhängig von …
• Steifheit der Stimmlippen
• Länge des schwingungsfähigen Teils der
Stimmlippen*
• Stärke des Luftdrucks
• Masse (Dicke) der Stimmlippen

*Länge der Stimmlippen bei Frauen: ca. 13-17 mm


Länge der Stimmlippen bei Männern: ca. 17-24 mm

Mayer, J. (2010). Linguistische Phonetik. Online verfügbar unter: http://www.ims.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/ jmayer/Phonetik_201004.pdf. Hier: S. 24.
Busch, A. / Stenschke, O. (2008): Germanistische Linguistik. Tübingen: Narr.
RESONANZFREQUENZ

Berechnung der
Resonanzfrequenz: fi = c/λi
Ausbreitungsgeschwindigkeit

c = 340 m/s

Länge des Ansatzrohrs (Mann)

L = 17 cm

Es ergeben sich folgende


Resonanzfrequenzen (Mann):
f1 = 340/(0,17 * 4) = 500 Hz
f2 = 340/(0,17 * 4/3) = 1500 Hz
f3 = 340/(0,17 * 4/5) = 2500 Hz

Mayer, J. (2010). Linguistische Phonetik. Online verfügbar unter: http://www.ims.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/ jmayer/Phonetik_201004.pdf. Hier: S. 108ff.
Pompino-Marschall, B. (2003). Einführung in die Phonetik. Berlin, New York: de Gruyter. Hier: 105.
RESONANZFREQUENZ

L= 14,6 cm

Berechnung der
Resonanzfrequenz: fi = c/λi
Ausbreitungsgeschwindigkeit

c = 340 m/s

Länge des Ansatzrohrs (Frau)

L = 14,6 cm

Es ergeben sich folgende


Resonanzfrequenzen (Frau):
f1 = 340/(0,146 * 4) = 600 Hz
f2 = 340/(0,146 * 4/3) = 1800 Hz
f3 = 340/(0,146 * 4/5) = 3000 Hz

Mayer, J. (2010). Linguistische Phonetik. Online verfügbar unter: http://www.ims.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/ jmayer/Phonetik_201004.pdf. Hier: S. 108ff.
Pompino-Marschall, B. (2003). Einführung in die Phonetik. Berlin, New York: de Gruyter. Hier: 105.
RESONANZFREQUENZ

L= 8,75 cm

Berechnung der
Resonanzfrequenz: fi = c/λi
Ausbreitungsgeschwindigkeit

c = 340 m/s

Länge des Ansatzrohrs (kleines Kind)

L = 8,75 cm

Es ergeben sich folgende


Resonanzfrequenzen (kleines Kind):
f1 = 340/(0,0875 * 4) = 1000 Hz
f2 = 340/(0,0875 * 4/3) = 3000 Hz
f3 = 340/(0,0875 * 4/5) = 5000 Hz

Mayer, J. (2010). Linguistische Phonetik. Online verfügbar unter: http://www.ims.uni-stuttgart.de/institut/mitarbeiter/ jmayer/Phonetik_201004.pdf. Hier: S. 108ff.
Pompino-Marschall, B. (2003). Einführung in die Phonetik. Berlin, New York: de Gruyter. Hier: 105.
MÄNNER UND FRAUEN
physiologische Geschlechter-
Unterschiede images
„Doing Gender“

Intonation:
auf dem Nukleus (Hauptsilbe eines Satzes)

Ach, du bist ja auch da.

Mädchen (5-6 Jahre): mehr steigend


Jungen (5-6 Jahre): mehr fallend

Kotthoff, H. (2002). „Was heißt eigentlich ‚doing gender‘?“ Leeuwen-Turnovocová, J. van et al. (Hrsg.). Gender-Forschung in der Slawistik. Wien: Gesellschaft zur Förderung slawistischer Studien. S. 1-19. Hier: S. 10