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Linksradikale Hausbesetzer Mit freundlicher

Unterstützung grüner Politiker?


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raeumung.html

Bild: www.imago-images.de

Do 08.10.2020 | 22:05 | Kontraste


Showdown in der Hauptstadt. Für die Räumung eines einzigen Hauses an diesem
Freitag werden Tausende Polizisten benötigt. Allein in Berlin zählen die Behörden fast
1.000 gewaltbereite Linksextremisten, aus dem Ausland werden viele weitere erwartet.
Kontraste-Recherchen zeigen: Wenn es um die Hausbesetzer geht, scheut der grüne
Baustadtrat auch vor Rechtsbruch nicht zurück, auch die örtliche
Bundestagsabgeordnete pflegt eine bemerkenswerte Nähe in die Szene.

Anmoderation: Stellen sie sich vor, Extremisten besetzen ein Haus 
und machen es zu einer Art Festung, ganz offen mit Parolen an der 
Fassade. Sie terrorisieren Nachbarn und greifen Polizisten an. Und 
das Jahrelang. Grauenhafte Vorstellung? Genau das passiert. Mitten 
in der Hauptstadt. Gleich zwei Häuser werden hier von Autonomen 
regelrecht beherrscht. Für die Grünen Lokalpolitiker aber geht das 
offenbar noch als bunte Berlin-Folklore durch. Und so wurden sie 
sehr lange einfach in Ruhe gelassen.

Krawalle gegen die geplante Räumung der Liebigstraße 34 mitten in der 
Hauptstadt. Sie ist neben der Rigaer Straße 94 die letzte Bastion der 
Linksautonomen. Seit Jahren auch Hotspot der Gewalt. Vor allem gegen 
Nachbarn, die ihnen nicht passen.
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„Verpisst euch aus unseren Kiezen“

Zum Beispiel die Bewohner dieser Baugemeinschaft – ihr Haus erbaut, als man 
sich das hier noch leisten konnte – um dem teuren Mietmarkt zu entfliehen. 
Viele von ihnen sehen sich selbst als links oder grün. 

Aber schon die Baustelle wurde 2015 Ziel eines Brandanschlages. Stahlkugeln 
landeten im Kinderzimmer von Familie Deeke – die Täter nie ermittelt.

Kaspar Deeke, Nachbar

„Alle Scheiben kaputt und einige der Stahlkugeln sind halt auch ins Zimmer 
gelangt. Meine Tochter hat Gott sei Dank hier auf dem Hochbett geschlafen.“

Kaspar Deeke, einst selbst Hausbesetzer, arbeitet heute hier als Hausmeister.
Kaum ein Eingang ohne Glasbruch. Deecke hat es mittlerweile aufgegeben, nach 
jedem Angriff die Schäden reparieren zu lassen.

Kaspar Deecke, Hausmeister

„Die Dauerhaftigkeit dieser Angriffe, auch der verbalen Attacken und der immer 
wiederkehrenden Drangsalierung macht es einem nicht leicht.“

Hier eine Strafaktion gegen einen Kioskbetreiber. Der hatte sich geweigert, einer 
Autonomen ein Paket zu geben, weil sie ihren Ausweis nicht zeigen wollte. Vor 
allem aber im Visier der Autonomen: Der Eigentümer der Liebigstraße 34 Gijora 
Padovicz, von dem es kaum öffentliche Fotos, aber viele Hass-Flyer gibt. Der 
Immobilienkaufmann und seine Familie, hier vor zehn Jahren, stehen unter 
Polizeischutz.

Genutzt wird das Haus von einem sogenannten „queerfeministischen“ Projekt, von
anarchistischen Lesben und Transfrauen – hier vor Gericht protestierend. 

Bei einer Kundgebung vor wenigen Wochen spricht Isabell H. – ein Sprachrohr 
der Szene und polizeibekannt: 

Isabell H., Aktivistin

„Das Hauskollektiv ist die einzige Hausgemeinschaft, die Padovic offen die Stirn 
bietet. Hier werden Formen des Widerstands zelebriert, die sich andere nicht 
trauen, und woran andere nicht mal denken.“

Im Internet drohen Autonome dem Hauseigentümer Padovic den Tod an - in 
Anspielung auf RAF-Methoden. 

Was aber sagt Isabel H. dazu?

Isabelle H., Aktivistin

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„Hau´n Sie ab hier aus der Straße, wir brauchen sie nicht.“ 

Kontraste

„So´n Spruch - Padovic im Kofferraum – finden Sie das okay?“

Isabelle H., Aktivistin

„Das sind Leute von Kontraste. Das sind Leute von Kontraste von der ARD, die 
diese scheiß Hetze mitmachen.“ 

Kritische Fragen – für sie hier Hetze. Im Nachbarhaus Rigaer Straße 94, Anfang 
Juli: eine gerichtlich angeordnete Durchsuchungsaktion. Im Windschatten dabei: 
Ein Anwalt des Eigentümers und ein Bautrupp des Hausverwalters. Stahltore 
werden demontiert, Verbarrikadierungen entfernt. 

Torsten Luschnat, Hausverwalter Rigaer Str. 94

„Es wurden Stromleitungen angezapft, es wurde überall gegen Bauvorschriften 
verstoßen und wir haben erhebliche Fallen gefunden hier im Hause. Wenn Sie 
durch die hindurch laufen würden, würden Sie davon erschlagen.“

Politisch zuständig sind die grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann und 
ihr grüner Baustadtrat Florian Schmidt - Zuständig auch für Brandschutz und 
die Bausicherheit. Laut Kontraste vorliegenden Unterlagen warnte die Polizei 
bereits 2016 die Bezirksbürgermeisterin Herrmann vor Brandschutzmängeln. 
Durch das Eingangstor und bauliche Veränderungen sei der „Zutritt für adhoc 
einzusetzende Rettungskräfte erheblich erschwert.“ 

Mehrmals weist auch ihre eigene Bauaufsicht die Bezirksbürgermeisterin darauf 
hin, dass es „diverse, für Leib und Leben der Bewohner*innen … relevante 
Mängel gibt.“

Deshalb sei „ein Verwaltungsverfahren zur Gefahrenabwehr“ - wörtlich - 
„zwingend erforderlich“.

Doch die grüne Bürgermeisterin und ihr grüner Baustadtrat blocken ab. 

Baustadtrat Schmidt argumentiert mit einem Ermessensspielraum und will die 
Situation mit den Besetzern nicht eskalieren. Er weist sein Amt an: „… bis auf 
Weiteres nicht von Amts wegen gegen bauliche Missstände vorzugehen. Dies ist 
eine politische Entscheidung des Bezirks.“

Wird hier geltendes Baurecht ausgehebelt, um autonome Hausbesetzer zu 
schützen? 

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Immerhin hatte ein Beamter bereits förmlich gegen die Anweisungen protestiert, 
da sie  – wörtlich - „zu einem fachlich falschen Verwaltungshandeln führen, aus 
dem heraus dem Land Berlin ein Schaden entstehen kann.“

Die Kontraste-Recherchen schlagen Wellen. Jetzt will die für die Bezirke 
zuständige Berliner Senatsinnenverwaltung prüfen, ob die politische Anweisung 
rechtmäßig war. Wir bitten den Verwaltungsjuristen Professor Ulrich Battis, die 
Akten zu prüfen. Sein Urteil eindeutig:

Prof. UIrich Battis, Verwaltungsrechtler, Humboldt-Universität Berlin

„Wenn man sagte, das ist eine politische Entscheidung, dann ist das doch eine 
klare Ausssage. Das Recht wird ignoriert, weil man politisch anders entscheiden 
will. Ganz offensichtlich. Und hier ist das Ermessen fehlerhaft ausgeübt worden 
und damit rechtswidrig.“

Die grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann beharrt trotzdem, man habe 
legal gehandelt - und verweist auf den Eigentümer:  

Monika Herrmann (Bündis 90 / Grüne), Bezirksbürgermeisterin 
Friedrichshain-Kreuzberg

„Es gibt Ermessenspielräume und es gibt vor allen Dingen auch Verantwortliche, 
die das zu beseitigen haben.“

Kontraste

„Aber setzt man da nicht Menschenleben aus politisch ideologischen Gründen 
aufs Spiel?“

Monika Herrmann (Bündis 90 / Grüne), Bezirksbürgermeisterin 
Friedrichshain-Kreuzberg

„Das hat mit Menschenleben aufs Spiel setzen nichts zu tun, wenn wir in dieser 
Phase sind. Da ist Ihre Interpretation.“

Interpretation? Wir erinnern uns: bereits 2016 warnte die Polizei die 
Bürgermeisterin vor den baulichen Veränderungen. Trotzdem schrieb die 
Bürgermeisterin 2017 an den Berliner Innensenator Geisel, dem Bezirksamt lägen
„… keine Hinweise, Indizien oder Informationen vor, die ein behördliches 
Einschreiten rechtfertigen würden.“

Nach Kontraste-Informationen drängte die Berliner Innenverwaltung noch diesen 
März auf Klarstellung. In seiner Antwort im Juni 2020 schreibt der grüne 
Baustadtrat, er sei davon ausgegangen, dass die Bewohner die Mängel selber 
beseitigen“ würden und Fotos bewiesen, Zitat „... dass die Fallklappe beseitigt 
sei.“ Diese Aufnahmen von Stahltor und einer weiteren Falle vier Wochen später 
zeigen, dass auch zu diesem Zeitpunkt schwere Mängel existierten.
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Bei einem Polizeieinsatz im Haus Rigaer Straße 94 treffen wir Canan Bayram, 
einzige direkt gewählte grüne Bundestagsabgeordnete Deutschlands. 

Canan Bayram (Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordnete

„Ich hab mir jetzt mal Eindrücke vor Ort verschafft. Bin aber noch dabei.“ 

Die Abgeordnete ist eine einflussreiche Unterstützerin der Szene, setzt sich zum 
Beispiel beim Regierenden Bürgermeister Berlins Michael Müller, seinen 
Stellvertretern von Grünen und Linken, Ramona Pop und Klaus Lederer für die 
Nutzer der Liebigstraße 34 ein. Wörtlich: „Das Haus ist ein einzigartiger 
Schutzraum, ein solidarisches Zuhause.“

Polizeibeamte behaupten sogar, sie würden durch Auftritte der grünen 
Abgeordneten eingeschüchtert:

Polizist (Stimme nachgesprochen)

„Frau Bayram ist bei jeder großen Demonstration vor Ort und übt dort 
massiven Druck auf die Polizeiführung aus. 

Gern hätten wir erfahren, was die Abgeordnete zur zunehmenden Gewalt auch 
gegen Nachbarn sagt. Mehrere Interviewanfragen lehnt die Grüne ab. Also 
besuchen wir sie am Infostand:

Kontraste

„Warum solidarisieren Sie sich mit den Aktivisten der Liebig und Rigaer. Eine 
Frage für Kontraste-Die Reporter bitte!“

Canan Bayram (Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordnete

„Sie sehen schon, dass ich hier Familienpolitik zum Thema mit den Bürgerinnen 
im Austausch bin.“

Kontraste

„Aber noch ist ja ganz entspannt hier, das können wir doch kurz drüber 
sprechen!“

Canan Bayram (Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordnete

„Ich weiß nicht, warum Sie das jetzt so machen müssen. Bestimmt haben sie 
jemanden, der ihnen das gesagt hat, dass Sie das so machen sollen.“

Kontraste

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„Wie meinen Sie das, dass uns das jemand gesagt hat? Wir haben bei Ihnen 
ganz offiziell Interviews angefragt. Das haben Sie nicht machen wollen. Warum 
eigentlich? Ist doch ein wichtiges Thema.“

Schweigen

Canan Bayram forderte heute, die für morgen früh gerichtlich angeordnete 
Räumung der Liebigstraße 34 abzusagen – aus Gründen des Infektionsschutzes.

Beitrag von Sascha Adamek, Jo Goll und Norbert Siegmund

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