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Das Gottesgnadentum des Deutschen Kaisers.

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Sascha171 11. September


2018

Wir wollen heute auch endgültig mit einer weiteren niederträchtigen Desinformation
aufräumen, die in Videos und sozialen Medien immer wieder gerne genutzt wird, um den
Deutschen ihr rechtmäßiges Erbe madig zu machen:

Das Gottesgnadentum des Deutschen Kaisers.

Eine beliebte und häufig aufgestellte Behauptung lautet: Der König von Preußen als
Präsident des Bundes mit dem Titel Kaiser, müsse, weil er die Ehrenfloskel „von Gottes
Gnaden“ führt, logischerweise ein Vasall des Vatikans sein und somit müsse das
Deutsche Reich automatisch ein Lehen des Papstes und dem römischen bzw. dem
kanonischen Recht unterworfen sein.

Dem kann man nur entgegnen: Bitte, lernt einfach die deutsche Geschichte.

Da das deutsche Bildungssystem seit nunmehr 73 Jahren den verleumderischen


Lehrplänen der Besatzer untersteht, die „fanatisch entschlossen sind, dem deutschen
Volk jegliches Vermächtnis von Bismarck, dem letzten Kaiser und Hitler vorzuenthalten“
[1], werden wir nun an dieser Stelle Licht ins Dunkel der Geschichte bringen.

Das Heilige römische Reich deutscher Nationen ging im Jahr 1806 mit der Niederlegung
der Kaiserwürde des Hauses Habsburg unter. Ursächlich dafür war die Niederwerfung
Europas durch Napoleon Bonaparte, dem selbsternannten Tyrannen-Kaiser, dem erst
durch den Befreiungskrieg der Jahre 1813 bis 1815 Einhalt geboten werden konnte. An
der Vernichtung Napoleons trugen das zaristische Russland und das Königreich Preußen
die Hauptlast, das Königreich Preußen stieg damit endgültig zur Großmacht in Europa
auf und trug in der Folge auch die entscheidende Rolle bei der Neugründung des
Deutschen Reiches, wie sie 1871 erfolgte.

Das Präsidium des Bundes mit dem Titel Deutscher Kaiser wurde dem König von
Preußen als Staatsoberhaupt des flächenmässig größtem, militärisch und wirtschaftlich
stärkstem Bundesstaat des Reiches zugedacht. Als pares inter parem (lat. Gleicher unter
Gleichen) aber auch primus inter pares (lat. Erster unter Gleichen) führte er den Vorsitz
des Bundes und als solcher hatte er in Kraft zu setzen, was Reichstag und Bundesrat für
Recht erkannten und beschlossen.

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Und so findet sich gleich auf der ersten Urkunde, die Wilhelm in seinem Amt als Kaiser zu
unterzeichnen hatte, nämlich die Verfassungsurkunde des Deutschen Reichs, folgende
Ehrenfloskeln als Einleitung:

Wir Wilhelm,
von Gottes Gnaden
Deutscher Kaiser, König von Preußen
etc. etc. etc.

Dieses „von Gottes Gnaden“, der Stein des Anstosses für manch geschichtsvergessenen
(oder gar bewußt falschinformierenden) Zeitgenossen, wollen wir nun näher beleuchten.

War der König von Preußen ein Vasall des Papstes, ein Knecht Roms, ein Verfechter des
römischen oder kanonischen Rechts?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir tiefer in die preußische Geschichte


tauchen.

Das Königreich Preußen wurde 1701 gegründet, der brandenburgische Kurfürst Friedrich
III. aus dem Hause Hohenzollern liess sich in Königsberg/ Ostpreußen zum König in
Preußen krönen. Bei der Krönung gelobte Friedrich III. „Preußische Könige seien um
ihrer Untertanen willen in der Welt und nicht die Untertanen um der Könige Willen.“ Dies
gelobten fortan alle preußischen Könige bei ihrer Krönung.

Bei Wikipedia lesen wir über die Krönung des Kurfürsten Friedrich III. zu König Friedrich I.
zudem folgendes:
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„Am 13. Dezember 1700 setzte sich nach erhaltener Erlaubnis Kaiser Leopolds I. ein
langer Zug von Berlin nach Königsberg, der preußischen Hauptstadt, in Bewegung. Die
Krönungsfeierlichkeiten fanden am 18. Januar 1701 statt. Um aller Welt seine
Souveränität zu dokumentieren, setzte Friedrich sich in der Schlosskirche des
Königsberger Schlosses die Krone selbst aufs Haupt, krönte dann seine Gemahlin Sophie
Charlotte und ließ sich erst dann von zwei evangelischen Bischöfen salben. Der Papst
akzeptierte Friedrichs Königswürde nie, denn Preußen war seit 1525 lutherisch, und
Friedrichs Vater, der Große Kurfürst, hatte im Westfälischen Frieden die evangelische
Seite gegen das Papsttum vertreten.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_I._(Preu%C3%9Fen)

Der Papst akzeptierte Friedrichs Königswürde also nie, lesen wir dort. Wie es dazu kam,
schildert uns Heinrich von Treitschke:

„Auf Luther’s Rath entriß der Hohenzoller Albrecht der römischen Kirche das größte ihrer
geistlichen Territorien. Das gesammte Gebiet des neuen Herzogthums Preußen war
entfremdetes Kirchengut; des Papstes Bann und des Kaisers Acht trafen den abtrünnigen
Fürsten. Niemals wollte der römische Stuhl diesen Raub anerkennen. Indem die
märkischen Hohenzollern die Herzogskrone ihrer preußischen Vettern mit ihrem Kurhute
verbanden, brachen sie für immer mit der römischen Kirche; ihr Staat [das Königreich
Preußen] stand und fiel fortan mit dem Protestantismus.“ [2]

Das römische Papsttum stand also auf Kriegsfuß mit den Hohenzollern, weil diese für
den Protestantismus Partei ergriffen haben und sich damit direkt gegen den Vatikan
wandten. Seit dem 30jährigen Kriege war Brandenburg/ Preußen der Zufluchtsort für
Protestanten aus ganz Europa, die vor Verfolgung und Repressalien durch die
katholische Kirche flohen.

Nach Friedrich I. bestieg der Hohenzoller Friedrich Wilhelm I. den Thron Preußens, der
die Unabhängigkeit, Freiheit und Souveränität des jungen protestantischen Königreiches
gegen die Missgunst der römisch-katholisch dominierten Reichsfürsten und Könige
durch Ausbau und Perfektionierung des preußischen Militärs erfolgreich behauptete,
was ihm dem Beinamen „der Soldatenkönig“ einbrachte.

Nach Friedrich Wilhelm I. Tod bestieg dessen Sohn Friedrich II. den Thron Preußens, der
mit dem ihm beigegebenen Namen der Große unsterblich werden sollte. Friedrich II.
machte alte Erbansprüche auf Schlesien geltend und entriss dieses Land, in dem viele
Protestanten lebten, dem österreichischen Hause Habsburg, das als Inhaber der
römischen Kaiserkrone seit jeher fest unter der Kontrolle des Vatikans stand. Die
protestantische Bevölkerung in Schlesien litt entsprechend unter Repressalien und
konnte ihren Glauben nicht frei ausleben. Friedrich behauptete Schlesien im
siebenjährigen Krieg, obwohl Rom die Großmächte Russland, Frankreich und Österreich
gegen das kleine Preußen ins Feld führte.

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Aufmerksame Leser werden an dieser Stelle bereits mit Recht vermuten, dass der
Vatikan nicht glücklich über diese Entwicklung gewesen sein konnte. Unter der
Regierung Friedrichs II. wurde denn auch zum ersten Mal überhaupt in einem Staat die
Religionsfreiheit eingeführt: „Ein jeder muss nach seiner Fasson selich werden können.
Der Fiskus muss nur davohr sorgen, dass eine Religion der anderen keinen Abbruch
tuhe.“ lesen wir von Friedrich II. in seinen Briefen. [3]

An die Kurfürstin-Witwe von Sachsen schreibt Friedrich II. am 3. Mai 1768 [3] gar
folgendes:

Unter Friedrich dem Großen, selber Philosoph und Freigeist, entwickelte sich das
Königreich Preußen nicht nur zur Großmacht in Europa sondern zur führenden Kraft der
Aufklärung und daraus resultierend kam es zur Reformation des Staatswesens hin zur
natürlichen Freiheit der Staatsbürger. Er war es, der das Gesetzbuch „Allgemeines
Landrecht“ bei Cocejii in Auftrag gab, dessen Fertigstellung Friedrich der Große selbst
nicht mehr erleben durfte. Doch die von ihm damit eingeleitete Reformation des Rechts
in Preußen wirkt sich bis heute auf ganz Deutschland aus: Das Preußische Landrecht von
1794 darf mit Fug und Recht als Vorgänger des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) von
1900 angesehen werden.

Über eben dieses Allgemeine Landrecht lesen wir bei Heinrich von Treitschke nun
folgendes:

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„Zweck des Staates ist das allgemeine Wohl, nur um dieses Zweckes willen darf der Staat
die natürliche Freiheit seiner Bürger beschränken, aber auch – alle bestehenden
Privilegien aufheben. Der König ist nur das Oberhaupt des Staates, hat nur als solches
Rechte und Pflichten – und dies in Tagen, da Biener und andere namhafte Juristen das
Privateigenthumsrecht der deutschen Fürsten an Land und Leuten noch als einen
unbestreitbaren Rechtssatz verfochten. […]

Mit diesem Gesetzbuch sprach der alte Absolutismus sein letztes Wort: er umgab seine
Gewalt mit festen Schranken, erhob das Gemeinwesen zum Rechtsstaate; er betrat
zugleich, indem er die Herrschaft des römischen Rechts zerstörte, ahnungslos den
Weg, der zu einer neuen Rechtseinheit des deutschen Volkes führen musste. […]

Der Glaube an die Herrschaft des Gesetzes, die Vorbedingung aller politischen Freiheit,
ward eine lebendige Macht im Beamtenthum wie im Volke. Wenn der Staat bestand um
des gemeinen Wohles willen, so führte eine unaufhaltsame Nothwendigkeit, von der
Friedrich der Große nichts ahnte, zu dem Verlangen: Aufhebung der Privilegien der
höheren Stände und Theilnahme der Nation an der Staatsleitung.“ [4]

Von der Zerstörung des römischen Rechtes und von einer neuen Rechtseinheit des
deutschen Volkes lesen wir erstaunt.

Und wenn es darin heisst „Zweck des Staates ist das allgemeine Wohl“, müssen wir
augenblicklich an den Staatszweck des Deutschen Reiches denken, wie er in der
Präambel der Bismarck’schen Reichsverfassung festgehalten ist: „Schutz des
Bundesgebietes sowie des innerhalb desselben gültigen Rechts und zur Pflege der
Wohlfahrt des deutschen Volkes.“ heisst es dort.

Otto von Bismarck weitete nicht nur die Unabhängigkeit und Freiheit des preußischen
Protestantismus gegenüber dem Vatikan auf das gesamte Deutsche Reich aus – er
schlang mit der Reichsverfassung ein ewiges Band um das Erbe Friedrichs des Großen
und legte damit den Grundstein für die Freiheit aller Deutschen:

„Die Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt mit der Vollendung der Geburt.“
(§1 BGB)

Ja, der Deutsche Kaiser ist als König von Preußen tatsächlich von Gottes Gnaden.

Der Deutsche Kaiser war aber kein Knecht Satans, denn das Deutsche Reich
manifestierte das Kaisertum des Protestantismus und damit die Unabhängigkeit aller
Deutschen von der Knute Roms und vom schändlichen Einfluss der römisch-katholischen
Universalkirche auf die Menschheit. Einen erhellenden Einblick in die Intensität, mit der
Kulturkampf tatsächlich insbesondere zwischen dem preußischen Staat und dem Vatikan
geführt wurde, gibt des erste Teil des dritten Bandes „Das Staatsrechtsrecht der
preußischen Monarchie“ im Kapitel „Katholische Kirche“.

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Die daraus resultierenden Bestrebungen der jesuitisch kontrollierten Zentrumspartei im
Deutschen Reich, wie auch ihre Rolle beim Putsch im November 1918 mag einjeder
selber für sich in Erfahrung bringen. Es war übrigens ein gewisser Reichskanzler Hitler,
der mit dem Reichskonkordat dem Vatikan die Tür zum Reich wieder öffnete, jene Tür,
die Otto von Bismarck dem Satan vor der Nase zuschlug.

Eine abschließende, unmissverständliche Deutung des Gottesgnadentums des


Deutschen Kaisers liefert Papst Benedikt XV., der nach dem Putsch am Kaiser und dem
„Ende“ des ersten Weltkrieg jubilierte:

„Jetzt hat Luther den Krieg verloren!“ [5]

oder auch der polnische Kardinal Stefan Wyszinksi, der 1965 sagte:

„Mit der Wiedergewinnung [der deutschen Ostgebiete], mit der Vernichtung des
preußischen Staates und der Zerschlagung des Deutschen Reiches hat die
GEGENREFORMATION ihr Ziel erreicht.“ [6]

Quellenangaben:
[1] US-Historiker und Leopold-von-Rankepreisträger David L. Hoggan in seinem Buch
„Meine Anmerkungen zu Deutschland“, 1988
[2] Heinrich von Treitschke – Deutsche Geschichte im 19. Jhd Band 1
[3] Der König – Friedrich der Große in seinen Briefen
[4] Heinrich von Treitschke – Deutsche Geschichte im 19. Jhd Band 1
[5] zitiert in Karlheinz Deschner, „Opus Diaboli“, S. 151
[6] zitiert in Else Löser, „Polen und die Fälschung seiner Geschichte“, 1982

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