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Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik


vom 9. April 1968
geändert durch
Gesetz vom 7. Oktober 1974

Präambel
Getragen von der Verantwortung, der ganzen deutschen Die Staatsflagge der Deutschen Demokratischen Repu-
5 Nation den Weg in eine Zukunft des Friedens und des blik besteht aus den Farben Schwarz-Rot-Gold und trägt 55
Sozialismus zu weisen, in Ansehung der geschicht- auf beiden Seiten in der Mitte das Staatswappen der
lichen Tatsache, daß der Imperialismus unter Führung Deutschen Demokratischen Republik.
der USA im Einvernehmen mit Kreisen des westdeut- Das Staatswappen der Deutschen Demokratischen
schen Monopolkapitals Deutschland gespalten hat, um Republik besteht aus Hammer und Zirkel, umgeben
10 Westdeutschland zu einer Basis des Imperialismus und von einem Ährenkranz, der im unteren Teil von einem 60
des Kampfes gegen den Sozialismus aufzubauen, was schwarz-rot-goldenen Band umschlungen ist.
den Lebensinteressen der Nation widerspricht, hat sich Durch § 2 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt Arti-
das Volk der Deutschen Demokratischen Republik, fest kel 1 Absatz 1 folgende Fassung:
gegründet auf den Errungenschaften der antifaschi- „Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialis-
15 stisch-demokratischen und der sozialistischen Umwäl- tischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die poli- 65
zung der gesellschaftlichen Ordnung, einig in seinen tische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land
werktätigen Klassen und Schichten das Werk der Ver- unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-
fassung vorn 7. Oktober 1949 in ihrem Geiste weiterfüh- leninistischen Partei.”
rend, und von dem Willen erfüllt, den Weg des Friedens,
20 der sozialen Gerechtigkeit, der Demokratie, des Sozialis- Art. 2. (2) Alle politische Macht in der Deutschen Demo-
mus und der Völkerfreundschaft in freier Entscheidung kratischen Republik wird von den Werktätigen ausgeübt. 70
unbeirrt weiterzugehen, diese sozialistische Verfassung Der Mensch steht im Mittelpunkt aller Bemühungen
gegeben. der sozialistischen Gesellschaft und ihres Staates. Das
Durch § 1 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974 erhielt die gesellschaftliche System des Sozialismus wird ständig
25 Präambel folgende Fassung: vervollkommnet.
„Präambel (2) Das feste Bündnis der Arbeiterklasse mit der Klasse 75
In Fortsetzung der revolutionären Traditionen der deut- der Genossenschaftsbauern, den Angehörigen der Intel-
schen Arbeiterklasse und gestützt auf die Befreiung ligenz und den anderen Schichten des Volkes, das sozi-
vom Faschismus hat das Volk der Deutschen Demokrati- alistische Eigentum an Produktionsmitteln, die Planung
30 schen Republik in Übereinstimmung mit den Prozessen und Leitung der gesellschaftlichen Entwicklung nach
der geschichtlichen Entwicklung unserer Epoche sein den fortgeschrittensten Erkenntnissen der Wissenschaft 80
Recht auf sozial-ökonomische, staatliche und nationale bilden unantastbare Grundlagen der sozialistischen
Selbstbestimmung verwirklicht und gestaltet die entwi- Gesellschaftsordnung.
ckelte sozialistische Gesellschaft. (3) Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen
35 Erfüllt von dem Willen, seine Geschicke frei zu bestim- ist für immer beseitigt. Was des Volkes Hände schaffen,
men, unbeirrt auch weiter den Weg des Sozialismus ist des Volkes eigen. Das sozialistische Prinzip „Jeder 85
und Kommunismus, des Friedens, der Demokratie und nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung”
Völkerfreundschaft zu gehen, hat sich das Volk der Deut- wird verwirklicht.
schen Demokratischen Republik diese sozialistische Ver- (4) Die Übereinstimmung der politischen, materiellen
40 fassung gegeben.” und kulturellen Interessen der Werktätigen und ihrer
Kollektive mit den gesellschaftlichen Erfordernissen ist 90
Abschnitt I die wichtigste Triebkraft der sozialistischen Gesellschaft.
Grundlagen der sozialistischen Gesellschafts- Durch § 3 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974 wurde der
und Staatsordnung Artikel 2 wie folgt geändert:
Kapitel 1 – Absatz 1 erhielt folgende Fassung:
45 Politische Grundlagen „(1) Alle politische Macht in der Deutschen Demokrati- 95
Art. 1. Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozi- schen Republik wird von den Werktätigen in Stadt und
alistischer Staat deutscher Nation. Sie ist die politische Land ausgeübt. Der Mensch steht im Mittelpunkt aller
Organisation der Werktätigen in Stadt und Land, die Bemühungen der sozialistischen Gesellschaft und ihres
gemeinsam unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer Staates. Die weitere Erhöhung des materiellen und kul-
50 marxistisch-leninistischen Partei den Sozialismus ver- turellen Lebensniveaus des Volkes auf der Grundlage 100
wirklichen. eines hohen Entwicklungstempos der sozialistischen
Die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik Produktion, der Erhöhung der Effektivität des wissen-
ist Berlin. schaftlich-technischen Fortschritts und des Wachstums

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der Arbeitsproduktivität ist die entscheidende Aufgabe stabile Friedensordnung in der Welt. Sie setzt sich für
105 der entwickelten sozialistischen Gesellschaft.” die allgemeine Abrüstung ein.
– Absatz 4 wurde gestrichen. (5) Militaristische und revanchistische Propaganda in
Durch § 10 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurden in jeder Form, Kriegshetze und Bekundung von Glaubens-, 165
Absatz 2 die Worte „Planung und Leitung” ersetzt durch Rassen- und Völkerhaß werden als Verbrechen geahn-
„Leitung und Planung”. det.
Durch § 6 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielten die
110 Art.  3. (1) Das Bündnis aller Kräfte des Volkes findet in Absätze 1 bis 4 des Artikels folgende Fassung:
der Nationalen Front des demokratischen Deutschland „(1) Die Deutsche Demokratische Republik hat getreu 170
seinen organisierten Ausdruck. den Interessen des Volkes und den internationalen Ver-
(2) In der Nationalen Front des demokratischen Deutsch- pflichtungen auf ihrem Gebiet den deutschen Militaris-
land vereinigen die Parteien und Massenorganisationen mus und Nazismus ausgerottet. Sie betreibt eine dem
115 alle Kräfte des Volkes zum gemeinsamen Handeln für die Sozialismus und dem Frieden, der Völkerverständigung
Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft. Dadurch und der Sicherheit dienende Außenpolitk. 175
verwirklichen sie das Zusammenleben aller Bürger in (2) Die Deutsche Demokratische Republik ist für immer
der sozialistischen Gemeinschaft nach dem Grundsatz, und unwiderruflich mit der Union der Sozialistischen
daß jeder Verantwortung für das Ganze trägt. Sowjetrepubliken verbündet. Das enge und brüderliche
120 Durch § 4 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974 wurden in Bündnis mit ihr garantiert dem Volk der Deutschen
Absatz  1 die Worte „Nationalen Front des demokrati- Demokratischen Republik das weitere Voranschreiten 180
schen Deutschland” ersetzt durch: „Nationalen Front der auf dem Wege des Sozialismus und des Friedens.
Deutschen Demokratischen Republik”. Die Deutsche Demokratische Republik ist untrennbarer
Bestandteil der sozialistischen Staatengemeinschaft.
Art. 4. Alle Macht dient dem Wohle des Volkes. Sie sichert Sie trägt getreu den Prinzipien des sozialistischen Inter-
125 sein friedliches Leben, schützt die sozialistische Gesell- nationalismus zu ihrer Stärkung bei, pflegt und entwi- 185
schaft und gewährleistet die planmäßige Steigerung des ckelt die Freundschaft, die allseitige Zusammenarbeit
Lebensstandards, die freie Entwicklung des Menschen, und den gegenseitigen Beistand mit allen Staaten der
wahrt seine Würde und garantiert die in dieser Verfas- sozialistischen Gemeinschaft.
sung verbürgten Rechte. (3) Die Deutsche Demokratische Republik unterstützt die
130 Durch § 5 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurden die Staaten und Völker, die gegen den Imperialismus und 190
Worte „planmäßige Steigerung des Lebensstandards” sein Kolonialregime, für nationale Freiheit und Unabhän-
ersetzt durch „sozialistische Lebensweise der Bürger”. gigkeit kämpfen, in ihrem Ringen um gesellschaftlichen
Fortschritt. Die Deutsche Demokratische Republik tritt
Art.  5. (1) Die Bürger der Deutschen Demokratischen für die Verwirklichung der Prinzipien der friedlichen Koe-
Republik üben ihre politische Macht durch demokratisch xistenz von Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsord- 195
135 gewählte Volksvertretungen aus. nung ein und pflegt auf der Grundlage der Gleichberech-
(2) Die Volksvertretungen sind die Grundlage des Sys- tigung und gegenseitigen Achtung die Zusammenarbeit
tems der Staatsorgane. Sie stützen sich in ihrer Tätigkeit mit allen Staaten.
auf die aktive Mitgestaltung der Bürger an der Vorberei- (4) Die Deutsche Demokratische Republik setzt sich für
tung, Durchführung und Kontrolle ihrer Entscheidungen. Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, für eine sta- 200
140 (3) Zu keiner Zeit und unter keinen Umständen können bile Friedensordnung in der Welt und für die allgemeine
andere als die verfassungsmäßig vorgesehenen Organe Abrüstung ein.”
staatliche Macht ausüben.
Art. 7. (1) Die Staatsorgane gewährleisten die Unantast-
Art.  6. (1) Die Deutsche Demokratische Republik hat barkeit des Staatsgebietes der Deutschen Demokrati-
getreu den Interessen des deutschen Volkes und der schen Republik einschließlich des Luftraums und der 205
145 internationalen Verpflichtung aller Deutschen auf ihrem Territorialgewässer sowie den Schutz und die Nutzung
Gebiet den deutschen Militarismus und Nazismus aus- des Festlandsockels.
gerottet und betreibt eine dem Frieden und dem Sozia- (2) Die Deutsche Demokratische Republik organisiert
lismus, der Völkerverständigung und der Sicherheit die- die Landesverteidigung sowie den Schutz der sozialis-
nende Außenpolitik. tischen Ordnung und des friedlichen Lebens der Bürger. 210
150 (2) Die Deutsche Demokratische Republik pflegt und ent- Die Nationale Volksarmee und die anderen Organe der
wickelt entsprechend den Prinzipien des sozialistischen Landesverteidigung schützen die sozialistischen Errun-
Internationalismus die allseitige Zusammenarbeit und genschaften des Volkes gegen alle Angriffe von außen.
Freundschaft mit der Union der Sozialistischen Sowjet- Die Nationale Volksarmee pflegt im Interesse der Wah-
republiken und den anderen sozialistischen Staaten. rung des Friedens und der Sicherung des sozialistischen 215
155 (3) Die Deutsche Demokratische Republik unterstützt Staates enge Waffenbrüderschaft mit den Armeen der
die Bestrebungen der Völker nach Freiheit und Unab- Sowjetunion und anderer sozialistischer Staaten.
hängigkeit und pflegt auf der Grundlage der Gleichbe- Durch § 7 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt Arti-
rechtigung und gegenseitigen Achtung die Zusammen- kel 7 Absatz 1 folgende Fassung:
arbeit mit allen Staaten. „(1) Die Staatsorgane gewährleisten die territoriale 220
160 (4) Die Deutsche Demokratische Republik erstrebt ein Integrität der Deutschen Demokratischen Republik und
System der kollektiven Sicherheit in Europa und eine die Unverletzlichkeit ihrer Staatsgrenzen einschließlich

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ihres Luftraumes und ihrer Territorialgewässer sowie (5) Die Außenwirtschaft einschließlich des Außenhan-
den Schutz und die Nutzung ihres Festlandsockels.” dels und der Valutawirtschaft ist staatliches Monopol.
Durch § 9 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974 wurde der 285
225 Art. 8. (1) Die allgemein anerkannten, dem Frieden und Artikel 9 wie folgt geändert:
der friedlichen Zusammenarbeit der Völker dienenden – Absatz 1 erhielt folgende Fassung:
Regeln des Völkerrechts sind für die Staatsmacht und „(1) Die Volkswirtschaft der Deutschen Demokratischen
jeden Bürger verbindlich. Die Deutsche Demokratische Republik beruht auf dem sozialistischen Eigentum an
Republik wird niemals einen Eroberungskrieg unter- den Produktionsmitteln. Sie entwickelt sich gemäß den 290
230 nehmen oder ihre Streitkräfte gegen die Freiheit eines ökonomischen Gesetzen des Sozialismus auf der Grund-
anderen Volkes einsetzen. lage der sozialistischen Produktionsverhältnisse und der
(2) Die Herstellung und Pflege normaler Beziehungen zielstrebigen Verwirklichung der sozialistischen ökono-
und die Zusammenarbeit der beiden deutschen Staaten mischen Integration.”
auf der Grundlage der Gleichberechtigung sind natio- – Absatz 3 Satz 3 erhält folgende Fassung: 295
235 nales Anliegen der Deutschen Demokratischen Republik. „Die zentrale staatliche Leitung und Planung der gesell-
Die Deutsche Demokratische Republik und ihre Bürger schaftlichen Entwicklung ist mit der Eigenverantwor-
erstreben darüber hinaus die Überwindung der vom tung der örtlichen Staatsorgane und Betriebe sowie der
Imperialismus der deutschen Nation aufgezwungenen Initiative der Werktätigen verbunden.”
Spaltung Deutschlands, die schrittweise Annäherung Durch § 10 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurden in 300
240 der beiden deutschen Staaten bis zu ihrer Vereinigung Absatz 3 Satz 1 die Worte „Planung und Leitung” ersetzt
auf der Grundlage der Demokratie und des Sozialismus. durch „Leitung und Planung”.
Durch § 8 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974 wurde der
Artikel 8 wie folgt geändert: Art.  10. (1) Das sozialistische Eigentum besteht als
– Absatz 2 wurde gestrichen. gesamtgesellschaftliches Volkseigentum, als genossen-
245 – Absatz 1 Satz 2 wurde Absatz 2. schaftliches Gemeineigentum werktätiger Kollektive 305
sowie als Eigentum gesellschaftlicher Organisationen
Kapitel 2 der Bürger.
Ökonomische Grundlagen, Wissenschaft, Bildung und (2) Das sozialistische Eigentum zu schützen und zu meh-
Kultur ren ist Pflicht des sozialistischen Staates und seiner Bür-
Art.  9. (1) Die Volkswirtschaft der Deutschen Demokra- ger. 310
250 tischen Republik beruht auf dem sozialistischen Eigen-
tum an den Produktionsmitteln. Sie entwickelt sich Art. 11. (1) Das persönliche Eigentum der Bürger und das
gemäß den ökonomischen Gesetzen des Sozialismus Erbrecht sind gewährleistet.
auf der Grundlage der sozialistischen Produktionsver- Das persönliche Eigentum dient der Befriedigung der
hältnisse. Die sozialistischen Produktionsverhältnisse materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Bürger.
255 entstanden als Ergebnis des Kampfes gegen das mono- (2) Die Rechte von Urhebern und Erfindern genießen 315
polkapitalistische Wirtschaftssystem, dessen aggressive den Schutz des sozialistischen Staates.
und abenteuerliche Politik der deutschen Nation bisher (3) Der Gebrauch des Eigentums sowie von Urheber- und
nur Unglück gebracht hat. Durch die Entmachtung der Erfinderrechten darf den Interessen der Gesellschaft
Monopole und Großgrundbesitzer, durch die Abschaf- nicht zuwiderlaufen.
260 fung der kapitalistischen Profitwirtschaft wurde die
Quelle der Kriegspolitik und der Ausbeutung des Men- Art. 12. (1) Die Bodenschätze, die Bergwerke, Kraftwerke, 320
schen durch den Menschen beseitigt. Talsperren und großen Gewässer, die Naturreichtümer
Das sozialistische Eigentum hat sich bewährt. des Festlandsockels, größere Industriebetriebe, Ban-
(2) Die Volkswirtschaft der Deutschen Demokratischen ken und Versicherungseinrichtungen, die volkseigenen
265 Republik dient der Stärkung der sozialistischen Ord- Güter, die Verkehrswege, die Transportmittel der Eisen-
nung, der ständig besseren Befriedigung der materi- bahn, der Seeschiffahrt sowie der Luftfahrt, die Post- 325
ellen und kulturellen Bedürfnisse der Bürger, der Ent- und Fernmeldeanlagen sind Volkseigentum. Privateigen-
faltung ihrer Persönlichkeit und ihrer sozialistischen tum daran ist unzulässig.
gesellschaftlichen Beziehungen. (2) Der sozialistische Staat gewährleistet die Nutzung
270 (3) In der Deutschen Demokratischen Republik gilt der des Volkseigentums mit dem Ziel des höchsten Ergeb-
Grundsatz der Planung und Leitung der Volkswirtschaft nisses für die Gesellschaft. Dem dienen die sozialistische 330
sowie aller anderen gesellschaftlichen Bereiche. Die Planwirtschaft und das sozialistische Wirtschaftsrecht.
Volkswirtschaft der Deutschen Demokratischen Repu- Die Nutzung und Bewirtschaftung des Volkseigentums
blik ist sozialistische Planwirtschaft. Das ökonomische erfolgt grundsätzlich durch die volkseigenen Betriebe
275 System des Sozialismus verbindet die zentrale staat- und staatlichen Einrichtungen. Seine Nutzung und
liche Planung und Leitung der Grundfragen der gesell- Bewirtschaftung kann der Staat durch Verträge genos- 335
schaftlichen Entwicklung mit der Eigenverantwortung senschaftlichen oder gesellschaftlichen Organisationen
der sozialistischen Warenproduzenten und der örtlichen und Vereinigungen übertragen. Eine solche Übertragung
Staatsorgane. hat den Interessen der Allgemeinheit und der Mehrung
280 (4) Die Festlegung des Währungs- und Finanzsystems ist des gesellschaftlichen Reichtums zu dienen.
Sache des sozialistischen Staates, Abgaben und Steuern Durch § 11 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974 wurde in 340
werden auf der Grundlage von Gesetzen erhoben. Artikel 12 Absatz 1 das Wort „größere” gestrichen.

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Art.  13. Die Geräte, Maschinen, Anlagen, Bauten der (3) Die Deutsche Demokratische Republik fördert Wis-
landwirtschaftlichen; handwerklichen und sonstigen senschaft und Bildung mit dem Ziel, die Gesellschaft 400
sozialistischen Genossenschaften sowie die Tierbe- und das Leben der Bürger zu schützen und zu berei-
345 stände der landwirtschaftlichen Produktionsgenossen- chern, die wissenschaftlich-technische Revolution zu
schaften und das aus genossenschaftlicher Nutzung des meistern sowie den ständigen Fortschritt der sozialis-
Bodens sowie genossenschaftlicher Produktionsmittel tischen Gesellschaft zu gewährleisten.
erzielte Ergebnis sind genossenschaftliches Eigentum. (4) Jeder gegen den Frieden, die Völkerverständigung, 405
gegen das Leben und die Würde des Menschen gerich-
Art.  14. (1) Die Nutzung und der Betrieb privater Wirt- tete Mißbrauch der Wissenschaft ist verboten.
350 schaftsunternehmen und -einrichtungen zu Erwerbs- Durch § 13 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde der
zwecken müssen gesellschaftliche Bedürfnisse befrie- Artikel 18 wie folgt geändert:
digen, der Erhöhung des Volkswohlstandes und der – Absatz 1 erhielt folgende Fassung: 410
Mehrung des gesellschaftlichen Reichtums dienen. „(1) Die Deutsche Demokratische Republik fördert Wis-
(2) Das enge Zusammenwirken von sozialistischen mit senschaft, Forschung und Bildung mit dem Ziel, die
355 privaten Wirtschaftsunternehmen und -einrichtungen Gesellschaft und das Leben der Bürger zu schützen und
wird vom Staat gefördert. In Übereinstimmung mit zu bereichern. Dem dient die Vereinigung der wissen-
den gesellschaftlichen Erfordernissen können private schaftlich-technischen Revolution mit den Vorzügen des 415
Betriebe auf Antrag staatliche Beteiligung aufnehmen. Sozialismus.”
(3) Privatwirtschaftliche Vereinigungen zur Begründung – Absatz 3 wurde gestrichen.
360 wirtschaftlicher Macht sind nicht gestattet. – Absatz 4 wurde Absatz 3.
Durch § 12 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt der
Artikel 14 folgende Fassung: Art.  18. (1) Die sozialistische Nationalkultur gehört zu
„Art.  14. (1) Privatwirtschaftliche Vereinigungen zur den Grundlagen der sozialistischen Gesellschaft. Die 420
Begründung wirtschaftlicher Macht sind nicht gestattet. Deutsche Demokratische Republik fördert und schützt
365 (2) Die auf überwiegend persönlicher Arbeit beruhenden die sozialistische Kultur, die dem Frieden, dem Humanis-
kleinen Handwerks- und anderen Gewerbebetriebe sind mus und der Entwicklung der sozialistischen Menschen-
auf gesetzlicher Grundlage tätig. In der Wahrnehmung gemeinschaft dient. Sie bekämpft die imperialistische
ihrer Verantwortung für die sozialistische Gesellschaft Unkultur, die der psychologischen Kriegführung und der 425
werden sie vom Staat gefördert.” Herabwürdigung des Menschen dient. Die sozialistische
Gesellschaft fördert das kulturvolle Leben der Werktä-
370 Art.  15. (1) Der Boden der Deutschen Demokratischen tigen, pflegt alle humanistischen Werte des nationalen
Republik gehört zu ihren kostbarsten Naturreichtümern. Kulturerbes und der Weltkultur und entwickelt die sozia-
Er muß geschützt und rationell genutzt werden. Land- listische Nationalkultur als Sache des ganzen Volkes. 430
und forstwirtschaftlich genutzter Boden darf nur mit (2) Die Förderung der Künste, der künstlerischen Inte-
Zustimmung der verantwortlichen staatlichen Organe ressen und Fähigkeiten aller Werktätigen und die Ver-
375 seiner Zweckbestimmung entzogen werden. breitung künstlerischer Werke und Leistungen sind
(2) Im Interesse des Wohlergehens der Bürger sor- Obliegenheiten des Staates und aller gesellschaft-
gen Staat und Gesellschaft für den Schutz der Natur. lichen Kräfte. Das künstlerische Schaffen beruht auf 435
Die Reinhaltung der Gewässer und der Luft sowie der einer engen Verbindung der Kulturschaffenden mit dem
Schutz der Pflanzen- und Tierwelt und der landschaft- Leben des Volkes.
380 lichen Schönheiten der Heimat sind durch die zuständi- (3) Körperkultur, Sport und Touristik als Elemente der
gen Organe zu gewährleisten und sind darüber hinaus sozialistischen Kultur dienen der allseitigen körperlichen
auch Sache jedes Bürgers. und geistigen Entwicklung der Bürger. 440
Durch § 14 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974 wurde in
Art.  16. Enteignungen sind nur für gemeinnützige Artikel  18 Absatz  1 Satz  2 das Wort „Menschengemein-
­Zwecke auf gesetzlicher Grundlage und gegen ange- schaft” ersetzt durch „Gesellschaft”.
385 messene Entschädigung zulässig. Sie dürfen nur erfol-
gen, wenn auf andere Weise der angestrebte gemein- Abschnitt II.
nützige Zweck nicht erreicht werden kann. Bürger und Gemeinschaften 445
in der sozialistischen Gesellschaft
Art.  17. (1) Wissenschaft und Forschung sowie die Kapitel 1.
Anwendung ihrer Erkenntnisse sind wesentliche Grund- Grundrechte und Grundpflichten der Bürger
390 lagen der sozialistischen Gesellschaft und werden durch Art. 19. (1) Die Deutsche Demokratische Republik garan-
den Staat allseitig gefördert. tiert allen Bürgern die Ausübung ihrer Rechte und ihre 450
(2) Mit dem einheitlichen sozialistischen Bildungssys­ Mitwirkung an der Leitung der gesellschaftlichen Ent-
tem sichert die Deutsche Demokratische Republik allen wicklung. Sie gewährleistet die sozialistische Gesetzlich-
Bürgern eine den ständig steigenden gesellschaftlichen keit und Rechtssicherheit.
395 Erfordernissen entsprechende hohe Bildung. Sie befä- (2) Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Per-
higt die Bürger, die sozialistische Gesellschaft zu gestal- sönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle 455
ten und an der Entwicklung der sozialistischen Demo- gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.
kratie schöpferisch mitzuwirken. (3) Frei von Ausbeutung, Unterdrückung und wirtschaft-
licher Abhängigkeit hat jeder Bürger gleiche Rechte und

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vielfältige Möglichkeiten, seine Fähigkeiten in vollem Art. 22. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen
460 Umfange zu entwickeln und seine Kräfte aus freiem Republik, der am Wahltage das 18. Lebensjahr vollendet
Entschluß zum Wohle der Gesellschaft und zu seinem hat, ist wahlberechtigt.
eigenen Nutzen in der sozialistischen Gemeinschaft (2) Jeder Bürger kann in die örtlichen Volksvertretungen
ungehindert zu entfalten. So verwirklicht er Freiheit gewählt werden, wenn er am Wahltage das 18. Lebensjahr 520
und Würde seiner Persönlichkeit. Die Beziehungen der vollendet hat. Er kann in die Volkskammer gewählt wer-
465 Bürger werden durch gegenseitige Achtung und Hilfe, den, wenn er am Wahltage das 21.  Lebensjahr vollendet
durch die Grundsätze sozialistischer Moral geprägt. hat.
(4) Die Bedingungen für den Erwerb und den Verlust (3) Die Leitung der Wahlen durch demokratisch gebil-
der Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen dete Wahlkommissionen, die Volksaussprache über die 525
Republik werden durch Gesetz bestimmt. Grundfragen der Politik und die Aufstellung und Prüfung
der Kandidaten durch die Wähler sind unverzichtbare
470 Art. 20. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen sozialistische Wahlprinzipien.
Republik hat unabhängig von seiner Nationalität, sei- Durch § 15 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt Arti-
ner Rasse, seinem weltanschaulichen oder religiösen kel 22 Absatz 2 folgende Fassung: 530
Bekenntnis, seiner sozialen Herkunft und Stellung die „(2) Jeder Bürger kann in die Volkskammer und in die ört-
gleichen Rechte und Pflichten. Gewissens- und Glau- lichen Volksvertretungen gewählt werden, wenn er am
475 bensfreiheit sind gewährleistet. Alle Bürger sind vor Wahltage das 18. Lebensjahr vollendet hat.”
dem Gesetz gleich.
(2) Mann und Frau sind gleichberechtigt und haben die Art.  23. (1) Der Schutz des Friedens und des sozialis-
gleiche Rechtsstellung in allen Bereichen des gesell- tischen Vaterlandes und seiner Errungenschaften ist 535
schaftlichen, staatlichen und persönlichen Lebens. Die Recht und Ehrenpflicht der Bürger der Deutschen Demo-
480 Förderung der Frau, besonders in der beruflichen Qua- kratischen Republik. Jeder Bürger ist zum Dienst und zu
lifizierung, ist eine gesellschaftliche und staatliche Auf- Leistungen für die Verteidigung der Deutschen Demo-
gabe. kratischen Republik entsprechend den Gesetzen ver-
(3) Die Jugend wird in ihrer gesellschaftlichen und beruf- pflichtet. 540
lichen Entwicklung besonders gefördert. Sie hat alle Mög- (2) Kein Bürger darf an kriegerischen Handlungen und
485 lichkeiten, an der Entwicklung der sozialistischen Gesell- ihrer Vorbereitung teilnehmen, die der Unterdrückung
schaftsordnung verantwortungsbewußt teilzunehmen. eines Volkes dienen.
(3) Die Deutsche Demokratische Republik kann Bür-
Art. 21. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen gern anderer Staaten oder Staatenlosen Asyl gewäh- 545
Republik hat das Recht, das politische, wirtschaftliche, ren, wenn sie wegen politischer, wissenschaftlicher
soziale und kulturelle Leben der sozialistischen Gemein- oder kultureller Tätigkeit zur Verteidigung des Friedens,
490 schaft und des sozialistischen Staates umfassend mitzu- der Demokratie, der Interessen des werktätigen Volkes
gestalten. Es gilt der Grundsatz „Arbeite mit, plane mit, oder wegen ihrer Teilnahme am sozialen und nationalen
regiere mit!” Befreiungskampf verfolgt werden. 550
(2) Das Recht auf Mitbestimmung und Mitgestaltung
ist dadurch gewährleistet, daß die Bürger alle Machtor- Art. 24. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen
495 gane demokratisch wählen, an ihrer Tätigkeit und an der Republik hat das Recht auf Arbeit. Er hat das Recht auf
Planung, Leitung und Gestaltung des gesellschaftlichen einen Arbeitsplatz und dessen freie Wahl entsprechend
Lebens mitwirken; Rechenschaft von den Volksvertre- den gesellschaftlichen Erfordernissen und der persön-
tungen, ihren Abgeordneten, den Leitern staatlicher und lichen Qualifikation. Er hat das Recht auf Lohn nach Qua- 555
wirtschaftlicher Organe über ihre Tätigkeit fordern kön- lität und Quantität der Arbeit. Mann und Frau, Erwach-
500 nen; mit der Autorität ihrer gesellschaftlichen Organisa- sene und Jugendliche haben das Recht auf gleichen
tionen ihrem Wollen und ihren Forderungen Ausdruck Lohn bei gleicher Arbeitsleistung.
geben; sich mit ihren Anliegen und Vorschlägen an die (2) Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehren-
gesellschaftlichen, staatlichen und wirtschaftlichen volle Pflicht für jeden arbeitsfähigen Bürger. Das Recht 560
Organe und Einrichtungen wenden können; in Volksab- auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit.
505 stimmungen ihren Willen bekunden. (3) Das Recht auf Arbeit wird gewährleistet
(3) Die Verwirklichung dieses Rechts der Mitbestim- durch das sozialistische Eigentum an den Produktions-
mung und Mitgestaltung ist zugleich eine hohe mora- mitteln;
lische Verpflichtung für jeden Bürger. durch die sozialistische Planung und Leitung des gesell- 565
Die Ausübung gesellschaftlicher oder staatlicher Funk- schaftlichen Reproduktionsprozesses;
510 tionen findet die Anerkennung und Unterstützung der durch das stetige und planmäßige Wachstum der sozi-
Gesellschaft und des Staates. alistischen Produktivkräfte und der Arbeitsproduktivität;
Durch § 10 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurden in durch die konsequente Durchführung der wissenschaft-
Absatz 2 die Worte „Planung, Leitung und Gestaltung lich-technischen Revolution; 570
des gesellschaftlichen Lebens” ersetzt durch „Leitung, durch ständige Bildung und Weiterbildung der Bürger
515 Planung und Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens”. und durch das einheitliche sozialistische Arbeitsrecht.

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Durch § 10 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurden in (2) Die Freiheit der Presse, des Rundfunks und des Fern-
Absatz 3 die Worte „Planung und Leitung” ersetzt durch sehens ist gewährleistet. 635
575 „Leitung und Planung”.
Art. 28. (1) Alle Bürger haben das Recht, sich im Rahmen
Art. 25. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen der Grundsätze und Ziele der Verfassung friedlich zu ver-
Republik hat das gleiche Recht auf Bildung. Die Bil- sammeln.
dungsstätten stehen jedermann offen. Das einheitliche (2) Die Nutzung der materiellen Voraussetzungen zur
580 sozialistische Bildungssystem gewährleistet jedem Bür- unbehinderten Ausübung dieses Rechts, der Versamm- 640
ger eine kontinuierliche sozialistische Erziehung, Bil- lungsgebäude, Straßen und Kundgebungsplätze, Dru-
dung und Weiterbildung. ckereien und Nachrichtenmittel wird gewährleistet.
(2) Die Deutsche Demokratische Republik sichert das
Voranschreiten des Volkes zur sozialistischen Gemein- Art. 29. Die Bürger der Deutschen Demokratischen Repu-
585 schaft allseitig gebildeter und harmonisch entwickelter blik haben das Recht auf Vereinigung, um durch gemein-
Menschen, die vom Geist des sozialistischen Patriotis- sames Handeln in politischen Parteien, gesellschaft- 645
mus und Internationalismus durchdrungen sind und lichen Organisationen, Vereinigungen und Kollektiven
über eine hohe Allgemeinbildung und Spezialbildung ihre Interessen in Übereinstimmung mit den Grundsät-
verfügen. zen und Zielen der Verfassung zu verwirklichen.
590 (3) Alle Bürger haben das Recht auf Teilnahme am kultu-
rellen Leben. Es erlangt unter den Bedingungen der wis- Art. 30. (1) Die Persönlichkeit und Freiheit jedes Bürgers
senschaftlich-technischen Revolution und der Erhöhung der Deutschen Demokratischen Republik sind unantast- 650
der geistigen Anforderungen wachsende Bedeutung. bar.
Zur vollständigen Ausprägung der sozialistischen Per- (2) Einschränkungen sind nur im Zusammenhang mit
595 sönlichkeit und zur wachsenden Befriedigung der kul- strafbaren Handlungen oder einer Heilbehandlung zuläs-
turellen Interessen und Bedürfnisse wird die Teilnahme sig und müssen gesetzlich begründet sein. Dabei dürfen
der Bürger am kulturellen Leben, an der Körperkultur die Rechte solcher Bürger nur insoweit eingeschränkt wer- 655
und am Sport durch den Staat und die Gesellschaft den, als dies gesetzlich zulässig und unumgänglich ist.
gefördert. (3) Zum Schutze seiner Freiheit und der Unantastbarkeit
600 (4) In der Deutschen Demokratischen Republik besteht seiner Persönlichkeit hat jeder Bürger den Anspruch auf
allgemeine zehnjährige Oberschulpflicht, die durch den die Hilfe der staatlichen und gesellschaftlichen Organe.
Besuch der zehnklassigen allgemeinbildenden Ober-
schule zu erfüllen ist. In bestimmten Fällen kann die Art.  31. (1) Post- und Fernmeldegeheimnis sind unver- 660
Oberschulbildung in den Einrichtungen der Berufsaus- letzbar.
605 bildung oder der Aus- und Weiterbildung der Werktäti- (2) Sie dürfen nur auf gesetzlicher Grundlage einge-
gen beendet werden. Alle Jugendlichen haben das Recht schränkt werden, wenn es die Sicherheit des sozialis-
und die Pflicht, einen Beruf zu erlernen. tischen Staates oder eine strafrechtliche Verfolgung
(5) Für Kinder und Erwachsene mit psychischen und erfordern. 665
physischen Schädigungen bestehen Sonderschul- und
610 -ausbildungseinrichtungen. Art.  32. Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen
(6) Die Lösung dieser Aufgaben wird durch den Staat Republik hat im Rahmen der Gesetze das Recht auf Frei-
und alle gesellschaftlichen Kräfte in gemeinsamer Bil- zügigkeit innerhalb des Staatsgebietes der Deutschen
dungs- und Erziehungsarbeit gesichert. Demokratischen Republik.

Art.  26. (1) Der Staat sichert die Möglichkeit des Über- Art. 33. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen 670
615 gangs zur nächsthöheren Bildungsstufe bis zu den Republik hat bei Aufenthalt außerhalb der Deutschen
höchsten Bildungsstätten, den Universitäten und Demokratischen Republik Anspruch auf Rechtsschutz
Hochschulen, entsprechend dem Leistungsprinzip, den durch die Organe der Deutschen Demokratischen Repu-
gesellschaftlichen Erfordernissen und unter Berücksich- blik.
tigung der sozialen Struktur der Bevölkerung. (2) Kein Bürger der Deutschen Demokratischen Republik 675
620 (2) Es besteht Schulgeldfreiheit. Ausbildungsbeihilfen darf einer auswärtigen Macht ausgeliefert werden.
und Lernmittelfreiheit werden nach sozialen Gesichts-
punkten gewährt. Art. 34. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen
(3) Direktstudenten an den Universitäten, Hoch- und Republik hat das Recht auf Freizeit und Erholung.
Fachschulen sind von Studiengebühren befreit. (2) Das Recht auf Freizeit und Erholung wird gewährleis­tet
625 Stipendien und Studienbeihilfen werden nach sozialen durch die gesetzliche Begrenzung der täglichen und 680
Gesichtspunkten und nach Leistung gewährt. wöchentlichen Arbeitszeit,
durch einen voll bezahlten Jahresurlaub und
Art.  27. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokrati- durch den planmäßigen Ausbau des Netzes volkseigener
schen Republik hat das Recht, den Grundsätzen dieser und anderer gesellschaftlicher Erholungs- und Urlaubs-
Verfassung gemäß seine Meinung frei und öffentlich zentren. 685
630 zu äußern. Dieses Recht wird durch kein Dienst- oder
Arbeitsverhältnis beschränkt. Niemand darf benachtei-
ligt werden, wenn er von diesem Recht Gebrauch macht.

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Art. 35. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen (2) Die Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften
Republik hat das Recht auf Schutz seiner Gesundheit ordnen ihre Angelegenheiten und üben ihre Tätigkeit
und seiner Arbeitskraft. aus in Übereinstimmung mit der Verfassung und den 745
(2) Dieses Recht wird durch die planmäßige Verbesse- gesetzlichen Bestimmungen der Deutschen Demokra-
690 rung der Arbeits- und Lebensbedingungen, die Pflege tischen Republik. Näheres kann durch Vereinbarungen
der Volksgesundheit, eine umfassende Sozialpolitik, die geregelt werden.
Förderung der Körperkultur, des Schul- und Volkssports
und der Touristik gewährleistet. Art. 40. Bürger der Deutschen Demokratischen Republik
(3) Auf der Grundlage eines sozialen Versicherungssys­ sorbischer Nationalität haben das Recht zur Pflege ihrer 750
695 tems werden bei Krankheit und Unfällen materielle Muttersprache und Kultur. Die Ausübung dieses Rechts
Sicherheit, unentgeltliche ärztliche Hilfe, Arzneimittel wird vom Staat gefördert.
und andere medizinische Sachleistungen gewährt.
Kapitel 2
Art. 36. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Betriebe, Städte und Gemeinden in der sozialistischen
Republik hat das Recht auf Fürsorge der Gesellschaft im Gesellschaft 755
700 Alter und bei Invalidität. Art. 41. Die sozialistischen Betriebe, Städte, Gemeinden
(2) Dieses Recht wird durch eine steigende materielle, und Gemeindeverbände sind im Rahmen der zentralen
soziale und kulturelle Versorgung und Betreuung alter staatlichen Planung und Leitung eigenverantwortliche
und arbeitsunfähiger Bürger gewährleistet. Gemeinschaften, in denen die Bürger arbeiten und ihre
gesellschaftlichen Verhältnisse gestalten. Sie sichern 760
Art. 37. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen die Wahrnehmung der Grundrechte der Bürger, die
705 Republik hat das Recht auf Wohnraum für sich und wirksame Verbindung der persönlichen mit den gesell-
seine Familie entsprechend den volkswirtschaftlichen schaftlichen Interessen sowie ein vielfältiges gesell-
Möglichkeiten und örtlichen Bedingungen. Der Staat schaftlich-politisches und kulturell-geistiges Leben. Sie
ist verpflichtet, dieses Recht durch die Förderung des stehen unter dem Schutz der Verfassung. Eingriffe in 765
Wohnungsbaus, die Werterhaltung vorhandenen Wohn- ihre Rechte können nur auf der Grundlage von Gesetzen
710 raumes und die öffentliche Kontrolle über die gerechte erfolgen.
Verteilung des Wohnraums zu verwirklichen. Durch § 10 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurden in
(2) Es besteht Rechtsschutz bei Kündigungen. Satz  1 die Worte „Planung und Leitung” ersetzt durch
(3) Jeder Bürger hat das Recht auf Unverletzbarkeit sei- „Leitung und Planung”. 770
ner Wohnung.
Art.  42. (1) Im Betrieb, dessen Tätigkeit die Grundlage
715 Art.  38. (1) Ehe, Familie und Mutterschaft stehen unter für die Schaffung und Mehrung des gesellschaftlichen
dem besonderen Schutz des Staates. Reichtums ist, wirken die Werktätigen unmittelbar und
Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik mit Hilfe ihrer gewählten Organe an der Leitung mit.
hat das Recht auf Achtung, Schutz und Förderung seiner Näheres regeln Gesetze oder Statuten. 775
Ehe und Familie. (2) Zur Erhöhung der gesellschaftlichen Produktivität
720 (2) Dieses Recht wird durch die Gleichberechtigung von können von den staatlichen Organen, den Betrieben und
Mann und Frau in Ehe und Familie, durch die gesell- Genossenschaften Vereinigungen und Gesellschaften
schaftliche und staatliche Unterstützung der Bürger bei gebildet sowie andere Formen der kooperativen Zusam-
der Festigung und Entwicklung ihrer Ehe und Familie menarbeit entwickelt werden. 780
gewährleistet. Kinderreichen Familien, alleinstehenden
725 Müttern und Vätern gilt die Fürsorge und Unterstützung Art.  43. (1) Die Städte, Gemeinden und Gemeindever-
des sozialistischen Staates durch besondere Maßnah- bände der Deutschen Demokratischen Republik gestal-
men. ten die notwendigen Bedingungen für eine ständig bes-
(3) Mutter und Kind genießen den besonderen Schutz sere Befriedigung der materiellen, sozialen, kulturellen
des sozialistischen Staates. Schwangerschaftsurlaub, und sonstigen gemeinsamen Bedürfnisse der Bürger. 785
730 spezielle medizinische Betreuung, materielle und finan- Zur Lösung dieser Aufgaben arbeiten sie mit den Betrie-
zielle Unterstützung bei Geburten und Kindergeld wer- ben und Genossenschaften ihres Gebietes zusammen.
den gewährt. Alle Bürger nehmen daran durch die Ausübung ihrer
(4) Es ist das Recht und die vornehmste Pflicht der politischen Rechte teil.
Eltern, ihre Kinder zu gesunden und lebensfrohen, tüch- (2) Die Verantwortung für die Verwirklichung der gesell- 790
735 tigen und allseitig gebildeten Menschen, zu staatsbe- schaftlichen Funktion der Städte und Gemeinden obliegt
wußten Bürgern zu erziehen. Die Eltern haben Anspruch den von den Bürgern gewählten Volksvertretungen. Sie
auf ein enges und vertrauensvolles Zusammenwirken entscheiden eigenverantwortlich auf der Grundlage der
mit den gesellschaftlichen und staatlichen Erziehungs- Gesetze über ihre Angelegenheiten. Sie tragen die Ver-
und Bildungseinrichtungen. antwortung für die rationelle Nutzung aller Werte des 795
Volksvermögens, über die sie verfügen.
740 Art. 39. (1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen
Republik hat das Recht, sich zu einem religiösen Glau-
ben zu bekennen und religiöse Handlungen auszuüben.

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Kapitel 3 Kapitel 4
Die Gewerkschaften und ihre Rechte Die sozialistischen Produktionsgenossenschaften
Art.  44. (1) Die freien Gewerkschaften, vereinigt im und ihre Rechte
800 Freien Deutschen Gewerkschaftsbund, sind die umfas- Art.  46. (1) Die landwirtschaftlichen Produktionsgenos- 855
sende Klassenorganisation der Arbeiterklasse. Sie senschaften sind die freiwilligen Vereinigungen der
nehmen die Interessen der Arbeiter, Angestellten und Bauern zur gemeinsamen sozialistischen Produktion,
Angehörigen der Intelligenz durch umfassende Mitbe- zur ständig besseren Befriedigung ihrer materiellen und
stimmung in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft wahr. kulturellen Bedürfnisse und zur Versorgung des Volkes
805 (2) Die Gewerkschaften sind unabhängig. Niemand darf und der Volkswirtschaft. Sie gestalten auf der Grund- 860
sie in ihrer Tätigkeit einschränken oder behindern. lage der Gesetze eigenverantwortlich ihre Arbeits- und
(3) Die Gewerkschaften nehmen durch die Tätigkeit Lebensbedingungen.
ihrer Organisationen und Organe, durch ihre Vertreter (2) Durch ihre Organisationen und ihre Vertreter in den
in den gewählten staatlichen Machtorganen und durch Staatsorganen nehmen die landwirtschaftlichen Produk-
810 ihre Vorschläge an die staatlichen und wirtschaftlichen tionsgenossenschaften aktiv an der staatlichen Planung 865
Organe maßgeblich teil und Leitung der gesellschaftlichen Entwicklung teil.
an der Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft, (3) Der Staat hilft den landwirtschaftlichen Produktions-
an der Planung und Leitung der Volkswirtschaft, genossenschaften, die sozialistische Großproduktion auf
an der Verwirklichung der wissenschaftlich-technischen der Grundlage fortgeschrittener Wissenschaft und Tech-
815 Revolution, nik zu entwickeln. 870
an der Entwicklung der Arbeits- und Lebensbedingun- (4) Für die sozialistischen Produktionsgenossenschaften
gen, des Gesundheits- und Arbeitsschutzes, der Arbeits- der Fischer, der Gärtner und der Handwerker gelten die
kultur, des kulturellen und sportlichen Lebens der Werk- gleichen Grundsätze.
tätigen. Die Gewerkschaften arbeiten in den Betrieben Durch § 10 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurden in
820 und Institutionen an der Ausarbeitung der Pläne mit und Absatz 2 die Worte „Planung und Leitung” ersetzt durch 875
sind in den Gesellschaftlichen Räten der Vereinigungen, „Leitung und Planung”.
Volkseigener Betriebe und in den Produktionskomitees
der Betriebe und Kombinate vertreten. Sie organisieren Abschnitt III.
die Ständigen Produktionsberatungen. Aufbau und System der staatlichen Leitung
825 Durch § 10 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurden in Art. 47. (1) Der Aufbau und die Tätigkeit der staatlichen
Absatz 3 die Worte „Planung und Leitung” ersetzt durch Organe werden durch die in dieser Verfassung festge- 880
„Leitung und Planung”. legten Ziele und Aufgaben der Staatsmacht bestimmt.
Durch § 16 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt Arti- (2) Die Souveränität des werktätigen Volkes, verwirklicht
kel 44 Absatz 3 Satz 2 und 3 folgende Fassung: auf der Grundlage des demokratischen Zentralismus, ist
830 „Die Gewerkschaften arbeiten in den Betrieben und das tragende Prinzip des Staatsaufbaus.
Institutionen an der Ausarbeitung der Pläne mit. Sie lei-
ten die Ständigen Produktionsberatungen.” Kapitel 1 885
Die Volkskammer
Art.  45. (1) Die Gewerkschaften haben das Recht, über Art.  48. (1) Die Volkskammer ist das oberste staatliche
alle die Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktäti- Machtorgan der Deutschen Demokratischen Republik.
835 gen betreffenden Fragen mit staatlichen Organen, mit Sie entscheidet in ihren Plenarsitzungen über die Grund-
Betriebsleitungen und anderen wirtschaftsleitenden fragen der Staatspolitik. 890
Organen Vereinbarungen abzuschließen. (2) Die Volkskammer ist das einzige verfassungs- und
(2) Die Gewerkschaften nehmen aktiven Anteil an der gesetzgebende Organ in der Deutschen Demokratischen
Gestaltung der sozialistischen Rechtsordnung. Sie besit- Republik. Niemand kann ihre Rechte einschränken.
840 zen das Recht der Gesetzesinitiative sowie der gesell- Die Volkskammer verwirklicht in ihrer Tätigkeit den
schaftlichen Kontrolle über die Wahrung der gesetzlich Grundsatz der Einheit von Beschlußfassung und Durch- 895
garantierten Rechte der Werktätigen. führung.
(3) Die Gewerkschaften leiten die Sozialversicherung
der Arbeiter und Angestellten auf der Grundlage der Art.  49. (1) Die Volkskammer bestimmt durch Gesetze
845 Selbstverwaltung der Versicherten. Sie nehmen an der und Beschlüsse endgültig und für jedermann verbind-
umfassenden materiellen und finanziellen Versorgung lich die Ziele der Entwicklung der Deutschen Demokra-
und Betreuung der Bürger bei Krankheit, Arbeitsunfall, tischen Republik. 900
Invalidität und im Alter teil. (2) Die Volkskammer legt die Hauptregeln für das Zusam-
(4) Alle Staatsorgane und Wirtschaftsleiter sind ver- menwirken der Bürger, Gemeinschaften und Staatsor-
850 pflichtet, für eine enge und vertrauensvolle Zusammen- gane sowie deren Aufgaben bei der Durchführung der
arbeit mit den Gewerkschaften Sorge zu tragen. staatlichen Pläne der gesellschaftlichen Entwicklung
fest. 905
(2) Die Volkskammer gewährleistet die Verwirklichung
ihrer Gesetze und Beschlüsse. Sie bestimmt die Grund-
sätze der Tätigkeit des Staatsrates, des Ministerrates,

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des Nationalen Verteidigungsrates, des Obersten Durch § 19 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurden in
910 Gerichts und des Generalstaatsanwalts. Absatz  2 die Worte „Nationalen Front des demokrati-
schen Deutschland” ersetzt durch „Nationalen Front der
Art.  50. Die Volkskammer wählt den Vorsitzenden und Deutschen Demokratischen Republik”. 965
die Mitglieder des Staatsrates, den Vorsitzenden und
die Mitglieder des Ministerrates, den Vorsitzenden des Art. 57. (1) Die Abgeordneten der Volkskammer sind ver-
Nationalen Verteidigungsrates, den Präsidenten und die pflichtet, regelmäßig Sprechstunden und Aussprachen
915 Richter des Obersten Gerichts und den Generalstaatsan- durchzuführen sowie den Wählern über ihre Tätigkeit
walt. Sie können jederzeit von der Volkskammer abberu- Rechenschaft zu legen. 970
fen werden. (2) Ein Abgeordneter, der seine Pflichten gröblich ver-
letzt, kann von den Wählern gemäß dem gesetzlich fest-
Art.  51. Die Volkskammer bestätigt Staatsverträge der gelegten Verfahren abberufen werden.
Deutschen Demokratischen Republik und andere völker-
920 rechtliche Verträge, soweit durch sie Gesetze der Volks- Art.  58. Die Abgeordneten der Volkskammer haben das
kammer geändert werden. Sie entscheidet über die Kün- Recht, an den Tagungen der örtlichen Volksvertretungen 975
digung dieser Verträge. mit beratender Stimme teilzunehmen.

Art.  52. Die Volkskammer beschließt über den Verteidi- Art.  59. Jeder Abgeordnete der Volkskammer hat das
gungszustand der Deutschen Demokratischen Republik. Recht, Anfragen an den Ministerrat und jedes seiner Mit-
925 Im Dringlichkeitsfalle ist der Staatsrat berechtigt, den glieder zu richten.
Verteidigungszustand zu beschließen. Der Vorsitzende
des Staatsrates verkündet den Verteidigungszustand. Art. 60. (1) Alle staatlichen und wirtschaftlichen Organe 980
sind verpflichtet, die Abgeordneten bei der Wahrneh-
Art.  53. Die Volkskammer kann die Durchführung von mung ihrer Aufgaben zu unterstützen.
Volksabstimmungen beschließen. (2) Die Abgeordneten der Volkskammer besitzen die
Rechte der Immunität. Beschränkungen der persön-
930 Art. 54. Die Volkskammer besteht aus 500 Abgeordneten, lichen Freiheit, Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmen 985
die vom Volke auf die Dauer von 4  Jahren in freier, all- oder Strafverfolgungen sind gegen Abgeordnete der
gemeiner, gleicher und geheimer Wahl gewählt werden. Volkskammer nur mit Zustimmung der Volkskammer
Durch § 17 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974 wurde im oder in der Zeit zwischen ihren Tagungen mit Zustim-
Artikel 54 die Ziffer „4” durch „5” ersetzt. mung des Staatsrates zulässig. Die Entscheidung des
Staatsrates bedarf der Bestätigung durch die Volkskam- 990
935 Art.  55 (1) Die Volkskammer wählt für die Dauer der mer.
Wahlperiode ein Präsidium. Die Abgeordneten der Volkskammer sind berechtigt,
Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten der Volks- über Personen, die ihnen in ihrer Eigenschaft als Abge-
kammer, einem Stellvertreter des Präsidenten und wei- ordnete Tatsachen anvertrauen oder denen sie in Aus-
teren Mitgliedern. übung ihrer Abgeordnetentätigkeit solche Tatsachen 995
940 (2) Dem Präsidium obliegt die Tagungsleitung der Ple- anvertraut haben, sowie über diese Tatsachen selbst die
narsitzungen. Weitere Aufgaben regelt die Geschäfts- Aussage zu verweigern.
ordnung der Volkskammer. (3) Den Abgeordneten dürfen aus ihrer Abgeordneten-
Durch § 18 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt Arti- tätigkeit keinerlei berufliche oder sonstige persönliche
kel 55 Absatz 2 folgende Fassung: Nachteile entstehen. Sie sind von ihrer beruflichen Tätig- 1000
945 „(2) Das Präsidium leitet die Arbeit der Volkskammer keit freigestellt, soweit die Wahrnehmung ihrer Aufga-
gemäß ihrer Geschäftsordnung.” ben als Abgeordnete es erfordert. Gehälter und Löhne
sind weiterzuzahlen.
Art. 56. (1) Die Abgeordneten der Volkskammer erfüllen
ihre verantwortungsvollen Aufgaben im Interesse und Art.  61. (1) Die Volkskammer bildet aus ihrer Mitte Aus-
zum Wohle des gesamten Volkes. schüsse. Ihnen obliegt in enger Zusammenarbeit mit 1005
950 (2) Die Abgeordneten fördern die Mitwirkung der Bür- den Wählern die Beratung von Gesetzentwürfen und die
ger an der Vorbereitung und Verwirklichung der Gesetze ständige Kontrolle der Durchführung der Gesetze.
in Zusammenarbeit mit den Ausschüssen der Nati- (2) Die Ausschüsse können die Anwesenheit der zustän-
onalen Front des demokratischen Deutschland, den digen Minister und Leiter anderer staatlicher Organe in
gesellschaftlichen Organisationen und den staatlichen ihren Beratungen zum Zwecke der Erteilung von Auskünf- 1010
955 Organen. ten verlangen. Alle Staatsorgane sind verpflichtet, den
(3) Die Abgeordneten halten enge Verbindung zu ihren Ausschüssen die erforderlichen Informationen zu erteilen.
Wählern. Sie sind verpflichtet, deren Vorschläge, Hin- (3) Die Ausschüsse haben das Recht, Fachleute zur stän-
weise und Kritiken zu beachten und für eine gewissen- digen oder zeitweiligen Mitarbeit heranzuziehen.
hafte Behandlung Sorge zu tragen.
960 (4) Die Abgeordneten erläutern den Bürgern die Politik Art. 62. (1) Die Volkskammer tritt spätestens am 30. Tage 1015
des sozialistischen Staates. nach ihrer Wahl zusammen. Ihre erste Tagung wird vom
Staatsrat einberufen.

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(2) Die Tagungen der Volkskammer sind öffentlich. Auf Kapitel 2


Antrag von mindestens zwei Dritteln der anwesenden Der Staatsrat
1020 Abgeordneten kann die Öffentlichkeit ausgeschlossen Art.  66. (1) Der Staatsrat erfüllt als Organ der Volks-
werden. kammer zwischen den Tagungen der Volkskammer alle 1075
Durch § 20 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde Arti- grundsätzlichen Aufgaben, die sich aus den Gesetzen
kel 62 wie folgt geändert: und Beschlüssen der Volkskammer ergeben. Er ist der
– Absatz 2 wird Absatz 4. Volkskammer für seine Tätigkeit verantwortlich.
1025 – Absätze 2 und 3 erhalten folgende Fassung: (2) Der Vorsitzende des Staatsrates vertritt die Deutsche
„(2) Die weiteren Tagungen der Volkskammer werden Demokratische Republik völkerrechtlich. Der Staatsrat 1080
vom Präsidium der Volkskammer einberufen. entscheidet über den Abschluß der Staatsverträge der
(3) Das Präsidium der Volkskammer ist verpflichtet, die Deutschen Demokratischen Republik. Sie werden vom
Volkskammer einzuberufen, wenn die Volkskammer Vorsitzenden des Staatsrates ratifiziert. Der Staatsrat
1030 darüber Beschluß gefaßt hat oder mindestens ein Drit- kündigt Staatsverträge.
tel der Abgeordneten es verlangt.” Durch § 22 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt der 1085
Art.  63. (1) Die Volkskammer ist beschlußfähig, wenn Artikel 66 folgende Fassung:
mehr als die Hälfte der Abgeordneten anwesend ist. „Art. 66. (1) Der Staatsrat nimmt als Organ der Volkskam-
(2) Die Volkskammer faßt ihre Beschlüsse mit Stimmen- mer die Aufgaben wahr, die ihm durch die Verfassung
1035 mehrheit. Verfassungsändernde Gesetze sind beschlos- sowie die Gesetze und Beschlüsse der Volkskammer
sen, wenn mindestens zwei Drittel der gewählten Abge- übertragen sind. Er ist der Volkskammer für seine Tätig- 1090
ordneten zustimmen. keit verantwortlich. Zur Durchführung der ihm übertra-
genen Aufgaben faßt er Beschlüsse.
Art.  64. (1) Vor Ablauf der Wahlperiode findet eine Auf- (2) Der Staatsrat vertritt die Deutsche Demokratische
lösung der Volkskammer nur durch eigenen Beschluß Republik völkerrechtlich. Er ratifiziert und kündigt
1040 statt. Staatsverträge und andere völkerrechtliche Verträge, für 1095
(2) Ein solcher Beschluß bedarf der Zustimmung von die die Ratifizierung vorgesehen ist.”
mindestens zwei Dritteln der gewählten Abgeordneten.
(3) Spätestens am 60. Tage nach Ablauf der Wahlperiode Art. 67. (1) Der Staatsrat besteht aus dem Vorsitzenden,
oder am 45. Tage nach Auflösung der Volkskammer muß seinen Stellvertretern, den Mitgliedern und dem Sekre-
1045 deren Neuwahl stattfinden. tär.
(2) Der Vorsitzende, die Stellvertreter des Vorsitzenden, 1100
Art. 65. (1) Das Recht zur Einbringung von Gesetzesvor- die Mitglieder und der Sekretär des Staatsrates werden
lagen haben die Abgeordneten der in der Volkskammer von der Volkskammer auf ihrer ersten Tagung nach der
vertretenen Parteien und Massenorganisationen, die Neuwahl auf die Dauer von 4 Jahren gewählt.
Ausschüsse der Volkskammer, der Staatsrat, der Minis­ (3) Nach Ablauf der Wahlperiode der Volkskammer setzt
1050 terrat und der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund. der Staatsrat seine Tätigkeit bis zur Wahl des neuen 1105
(2) In Vorbereitung der Tagungen der Volkskammer Staatsrates durch die Volkskammer fort.
behandelt der Staatsrat Gesetzesvorlagen und prüft Durch § 23 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde Arti-
deren Verfassungsmäßigkeit. kel 67 wie folgt geändert:
(3) Die Ausschüsse der Volkskammer beraten die Geset- – In Absatz 2 wurde die Ziffer „4” ersetzt durch „5”.
1055 zesvorlagen und legen ihre Auffassung dem Plenum – Absatz 3 wurde Absatz 4. 1110
der Volkskammer vor. Sie werden in ihrer Tätigkeit vom – Absatz 3 erhielt folgende Fassung:
Staatsrat unterstützt. „(3) Der Vorschlag für die Wahl des Vorsitzenden des
(4) Entwürfe grundlegender Gesetze werden vor ihrer Staatsrates wird von der stärksten Fraktion der Volks-
Verabschiedung der Bevölkerung zur Erörterung unter- kammer unterbreitet.”
1060 breitet. Die Ergebnisse der Volksdiskussion sind bei der
endgültigen Fassung auszuwerten. Art. 68. Der Vorsitzende, die Stellvertreter des Vorsitzen- 1115
(5) Die von der Volkskammer verabschiedeten Gesetze den, die Mitglieder und der Sekretär des Staatsrates leis­
werden vom Vorsitzenden des Staatsrates innerhalb ten bei ihrem Amtsantritt der Volkskammer folgenden
eines Monats im Gesetzblatt verkündet. Eid:
1065 (6) Gesetze treten am 14. Tage nach ihrer Verkündung in „Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des Volkes
Kraft, soweit sie nichts anderes bestimmen. der Deutschen Demokratischen Republik widmen, ihre 1120
Durch § 21 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde Arti- Verfassung und die Gesetze wahren, meine Pflichten
kel 65 wie folgt geändert: gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegenüber
– Absatz 2 wurde gestrichen. jedermann üben werde.”
1070 – Absatz 3 Satz 2 wurde gestrichen.
– Absätze 3 bis 6 wurden Absätze 2 bis 5. Art. 69. Der Vorsitzende leitet die Arbeit des Staatsrates.
Durch § 24 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde dem 1125
Artikel 69 folgender Satz angefügt:
„Im Falle seiner Verhinderung nimmt ein beauftragter
Stellvertreter des Vorsitzenden des Staatsrates diese
Aufgabe wahr.”

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1130 Art. 70. (1) Der Staatsrat behandelt Vorlagen an die Volks- (2) Der Staatsrat legt die militärischen Dienstgrade, die 1185
kammer und veranlaßt ihre Beratung in den Ausschüs- diplomatischen Ränge und andere spezielle Titel fest.
sen der Volkskammer. Durch § 26 Ziffer  2 des Gesetzes vom 7.  Oktober  1974
(2) Auf Beschluß der Volkskammer oder aus eigener Ini- wurde der Artikel 75 in neuer Fassung zum Artikel 71 und
tiative beruft der Staatsrat die Tagungen der Volkskam- somit an dieser Stelle gestrichen.
1135 mer ein. Art. 76. Der Staatsrat stiftet staatliche Orden, Auszeich- 1190
(3) Der Staatsrat ist verpflichtet, die Volkskammer jeder- nungen und Ehrentitel, die von seinem Vorsitzenden ver-
zeit einzuberufen, wenn mindestens ein Drittel der liehen werden.
Abgeordneten es verlangt. Durch § 28 Ziffer  1 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974
Durch § 25 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt der wurde der Art. 76 zum Art. 75.
1140 Artikel 70 folgende Fassung:
„Im Auftrage der Volkskammer unterstützt der Staats- Art.  77. Der Staatsrat übt das Amnestie- und Begnadi- 1190
rat die örtlichen Volksvertretungen als Organe der ein- gungsrecht aus.
heitlichen sozialistischen Staatsmacht, fördert deren Durch § 28 Ziffer  1 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974
demokratische Aktivität bei der Gestaltung der entwi- wurde der Art. 76 zum Art. 74 Abs. 2.
1145 ckelten sozialistischen Gesellschaft und nimmt Einfluß
auf die Wahrung sowie die ständige Festigung der sozi- Kapitel 3
alistischen Gesetzlichkeit in der Tätigkeit der örtlichen Der Ministerrat 1195
Volksvertretungen.” Durch § 29 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde der
Artikel 76 an dieser Stelle neu eingefügt:
Art. 71. (1) Der Staatsrat regelt die grundsätzlichen Auf- „Art.  76. (1) Der Ministerrat ist als Organ der Volkskam-
1150 gaben, die sich aus den Gesetzen und Beschlüssen der mer die Regierung der Deutschen Demokratischen
Volkskammer ergeben, durch Erlasse. Sie werden der Republik. Er leitet im Auftrage der Volkskammer die ein- 1200
Volkskammer zur Bestätigung vorgelegt. heitliche Durchführung der Staatspolitik und organisiert
(2) Erlasse und Beschlüsse des Staatsrates sind rechts- die Erfüllung der politischen, ökonomischen, kulturellen
verbindlich. und sozialen sowie der ihm übertragenen Verteidigungs-
1155 (3) Der Staatsrat legt die Verfassung und die Gesetze aufgaben. Für seine Tätigkeit ist er der Volkskammer ver-
verbindlich aus, soweit dies nicht durch die Volkskam- antwortlich und rechenschaftspflichtig. 1205
mer selbst erfolgt. (2) Der Ministerrat leitet die Volkswirtschaft und die
Durch § 26 Ziffer  1 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974 anderen gesellschaftlichen Bereiche. Er sichert die plan-
wurde der Artikel  71 gestrichen; stattdessen wurde mäßige proportionale Entwicklung der Volkswirtschaft,
1160 durch § 26 Ziffer  2 des genannten Gesetzes der bishe- die harmonisch abgestimmte Gestaltung der gesell-
rige Artikel 75 zu Artikel 71. schaftlichen Bereiche und Territorien sowie die Verwirk- 1210
lichung der sozialistischen ökonomischen Integration.
Art. 72. Der Staatsrat schreibt die Wahlen zur Volkskam- (3) Der Ministerrat leitet die Durchführung der Außen-
mer und zu den anderen Volksvertretungen aus. politik der Deutschen Demokratischen Republik entspre-
chend den Grundsätzen dieser Verfassung. Er vertieft
Art. 73. (1) Der Staatsrat faßt grundsätzliche Beschlüsse die allseitige Zusammenarbeit mit der Union der Sozi- 1215
1165 zu Fragen der Verteidigung und Sicherheit des Landes. alistischen Sowjetrepubliken und den anderen sozialis-
Er organisiert die Landesverteidigung mit Hilfe des Nati- tischen Staaten und gewährleistet den aktiven Beitrag
onalen Verteidigungsrates. der Deutschen Demokratischen Republik zur Stärkung
(2) Der Staatsrat beruft die Mitglieder des Nationalen der sozialistischen Staatengemeinschaft.
Verteidigungsrates. Der Nationale Verteidigungsrat ist (4) Der Ministerrat entscheidet entsprechend seiner 1220
1170 der Volkskammer und dem Staatsrat für seine Tätigkeit Zuständigkeit über den Abschluß und die Kündigung völ-
verantwortlich. kerrechtlicher Verträge. Er bereitet Staatsverträge vor.”
Durch § 30 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde der
Art. 74. Der Staatsrat nimmt im Auftrage der Volkskam- Artikel 77 an dieser Stelle neu eingefügt:
mer die ständige Aufsicht über die Verfassungsmä- „Der Ministerrat arbeitet die zu lösenden Aufgaben 1225
ßigkeit und Gesetzlichkeit der Tätigkeit des Obersten der staatlichen Innen- und Außenpolitik aus und unter-
1175 Gerichts und des Generalstaatsanwalts wahr. breitet der Volkskammer Entwürfe von Gesetzen und
Durch § 27 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde der Beschlüssen.”
Artikel zum Absatz 1 des Artikels; der Wortlaut des Arti-
kels 77 wurde Absatz 2. Art.  78. (1) Der Ministerrat organisiert im Auftrage der
Volkskammer die Erfüllung der politischen, ökono- 1230
Art. 75. (1) Der Vorsitzende des Staatsrates ernennt die mischen, kulturellen und sozialen sowie die ihm über-
1180 bevollmächtigten Vertreter der Deutschen Demokrati- tragenen Verteidigungsaufgaben des sozialistischen
schen Republik in anderen Staaten und beruft sie ab. Er Staates. Er ist ein kollektiv arbeitendes Organ.
nimmt Beglaubigungs- und Abberufungsschreiben der (2) Der Ministerrat arbeitet wissenschaftlich begründete
bei ihm akkreditierten Vertreter anderer Staaten entge- Prognosen aus, organisiert die Gestaltung des ökono- 1235
gen. mischen Systems des Sozialismus und leitet die planmä-
ßige Entwicklung der Volkswirtschaft.

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Durch § 31 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt der Für die Tätigkeit des Ministerrates tragen alle seine Mit-
Artikel 78 folgende Fassung: glieder die Verantwortung.
1240 „Art.  78. (1) Der Ministerrat leitet, koordiniert und kon- (7) Der Ministerrat ist der Volkskammer verantwortlich 1300
trolliert die Tätigkeit der Ministerien, der anderen zen- und rechenschaftspflichtig.
tralen Staatsorgane und der Räte der Bezirke. Er fördert (8) Nach Ablauf der Wahlperiode der Volkskammer setzt
die Anwendung wissenschaftlicher Leitungsmethoden der Ministerrat seine Tätigkeit bis zur Wahl des neuen
und die Einbeziehung der Werktätigen in die Verwirkli- Ministerrates durch die Volkskammer fort.
1245 chung der Politik des sozialistischen Staates. Er gewähr- Durch § 33 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt der 1305
leistet, daß die ihm unterstellten staatlichen Organe‚ Artikel 80 folgende Fassung:
die wirtschaftsleitenden Organe, Kombinate, Betriebe „Art. 80. (1) Der Ministerrat ist ein kollektiv arbeitendes
und Einrichtungen ihre Tätigkeit auf der Grundlage der Organ. Für die Tätigkeit des Ministerrates tragen alle
Gesetze und anderen Rechtsvorschriften ausüben. seine Mitglieder die Verantwortung. Jeder Minister leitet
1250 (2) Im Rahmen der Gesetze und Beschlüsse der Volks- verantwortlich das ihm übertragene Aufgabengebiet. 1310
kammer erläßt der Ministerrat Verordnungen und faßt Der Ministerrat bildet aus seiner Mitte das Präsidium
Beschlüsse.” des Ministerrates.
(3) Der Vorsitzende des Ministerrates leitet den Minis­
Art.  79. (1) Der Ministerrat arbeitet auf der Grundlage terrat und das Präsidium.
der Gesetze und Beschlüsse der Volkskammer sowie Nach Ablauf der Wahlperiode der Volkskammer setzt der 1315
1255 der Erlasse und Beschlüsse des Staatsrates. Er erläßt Ministerrat seine Tätigkeit zur Wahl des neuen Minister-
im Rahmen der Gesetze und Erlasse Verordnungen und rates durch die Volkskammer fort.”
faßt Beschlüsse.
(2) Der Ministerrat leitet, koordiniert und kontrolliert die Kapitel 4
Tätigkeit der Ministerien, der anderen zentralen Staats- Die örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe
1260 organe und der Räte der Bezirke entsprechend den Art. 81. (1) Die örtlichen Volksvertretungen sind die von 1320
Erkenntnissen der Organisationswissenschaft. den wahlberechtigten Bürgern gewählten Organe der
(3) Der Ministerrat entscheidet über den Abschluß und Staatsmacht in den Bezirken, Kreisen, Städten, Stadtbe-
die Kündigung völkerrechtlicher Verträge, die in seinem zirken, Gemeinden und Gemeindeverbänden.
Namen abgeschlossen werden. (2) Die örtlichen Volksvertretungen entscheiden auf der
1265 Durch § 32 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt der Grundlage der Gesetze in eigener Verantwortung über 1325
Artikel 79 folgende Fassung: alle Angelegenheiten, die ihr Gebiet und seine Bürger
„Art.  79. (1) Der Ministerrat besteht aus dem Vorsitzen- betreffen. Sie organisieren die Mitwirkung der Bürger an
den des Ministerrates, den Stellvertretern des Vorsitzen- der Gestaltung des politischen, wirtschaftlichen, kultu-
den und den Ministern. rellen und sozialen Lebens und arbeiten mit den gesell-
1270 (2) Der Vorsitzende des Ministerrates wird von der schaftlichen Organisationen der Werktätigen zusam- 1330
stärks­ten Fraktion der Volkskammer vorgeschlagen und men.
von der Volkskammer mit der Bildung des Ministerrates (3) Die Tätigkeit der örtlichen Volksvertretungen ist
beauftragt. darauf gerichtet, das sozialistische Eigentum zu mehren
(3) Der Vorsitzende und die Mitglieder des Ministerrates und zu schützen, die Arbeits- und Lebensbedingungen
1275 werden nach der Neuwahl der Volkskammer von ihr auf der Bürger ständig zu verbessern und das gesellschaft- 1335
die Dauer von 5 Jahren gewählt. liche und kulturelle Leben der Bürger und ihrer Gemein-
(4) Der Vorsitzende und die Mitglieder des Ministerrates schaften zu fördern, das sozialistische Staats- und
werden vom Vorsitzenden des Staatsrates auf die Ver- Rechtsbewußtsein der Bürger zu heben und die öffent-
fassung vereidigt.” liche Ordnung zu sichern, die sozialistische Gesetzlich-
keit zu festigen und die Rechte der Bürger zu wahren. 1340
1280 Art.  80. (1) Der Vorsitzende des Ministerrates wird vom
Vorsitzenden des Staatsrates der Volkskammer vorge- Art.  82. (1) Die örtlichen Volksvertretungen fassen
schlagen und von ihr mit der Bildung des Ministerrates Beschlüsse, die für ihre Organe und Einrichtungen sowie
beauftragt. für die Volksvertretungen, Gemeinschaften und Bürger
(2) Der Vorsitzende und die Mitglieder des Ministerrates ihres Gebietes verbindlich sind. Diese Beschlüsse sind zu
1285 werden nach der Neuwahl der Volkskammer von ihr auf veröffentlichen. 1345
die Dauer von 4 Jahren gewählt. (2) Die örtlichen Volksvertretungen haben eigene Ein-
(3) Der Vorsitzende und die Mitglieder des Ministerrates nahmen und verfügen über ihre Verwendung.
werden vom Vorsitzenden des Staatsrates auf die Ver-
fassung vereidigt. Art. 83. (1) Zur Wahrnehmung ihrer Verantwortung wählt
1290 (4) Der Ministerrat besteht aus dem Vorsitzenden, den jede örtliche Volksvertretung ihren Rat und Kommissi-
Stellvertretern des Vorsitzenden und den Ministern. Er onen. Die Mitglieder des Rates sollen nach Möglichkeit 1350
wird vom Vorsitzenden des Ministerrates geleitet. Abgeordnete sein. In die Kommissionen können auch
(5) Der Ministerrat bildet aus seiner Mitte das Präsidium Mitglieder berufen werden, die nicht Abgeordnete sind.
des Ministerrates. Es wird vom Vorsitzenden des Minis­ (2) Der Rat sichert die Entfaltung der Tätigkeit der Volks-
1295 terrates geleitet. vertretung und organisiert die Leitung der gesellschaft-
(6) Jeder Minister leitet verantwortlich das ihm übertra- lichen Entwicklung in deren Verantwortungsbereich. 1355
gene Aufgabengebiet. Er ist der Volksvertretung für seine gesamte Tätigkeit

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verantwortlich und dem übergeordneten Rat rechen- Art. 90. (1) Die Rechtspflege dient der Durchführung der
schaftspflichtig. Der Rat ist ein kollektiv arbeitendes sozialistischen Gesetzlichkeit, dem Schutz und der Ent-
Organ. wicklung der Deutschen Demokratischen Republik und
1360 (3) Die Kommissionen organisieren die sachkundige ihrer Staats- und Gesellschaftsordnung. Sie schützt die
Mitwirkung der Bürger bei der Vorbereitung und Durch- Freiheit, das friedliche Leben, die Rechte und die Würde 1415
führung der Beschlüsse der Volksvertretung. Sie kontrol- der Menschen.
lieren die Durchführung der, Gesetze, Erlasse, Verord- (2) Die Bekämpfung und Verhütung von Straftaten und
nungen und der Beschlüsse der Volksvertretung durch anderen Rechtsverletzungen sind gemeinsames Anlie-
1365 den Rat und dessen Fachorgane. gen der sozialistischen Gesellschaft, ihres Staates und
Durch § 34 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt Arti- aller Bürger. 1420
kel 83 Absatz 3 Satz 2 folgende Fassung: (3) Die Teilnahme der Bürger an der Rechtspflege ist
„Sie kontrollieren die Durchführung der Gesetze und gewährleistet. Sie wird im einzelnen durch Gesetz
anderen Rechtsvorschriften sowie die Beschlüsse der bestimmt.
1370 Volksvertretung durch den Rat und dessen Fachorgane.”
Art.  91. Die allgemein anerkannten Normen des Völker-
Art.  84. Die örtlichen Volksvertretungen können zur rechts über die Bestrafung von Verbrechen gegen den 1425
gemeinsamen Wahrnehmung ihrer Aufgaben Verbände Frieden, gegen die Menschlichkeit und von Kriegsver-
bilden. brechen sind unmittelbar geltendes Recht. Verbrechen
dieser Art unterliegen nicht der Verjährung.
Art.  85. Die Aufgaben und Befugnisse der örtlichen
1375 Volksvertretungen, ihrer Abgeordneten, Kommissionen Art.  92. Die Rechtsprechung wird in der Deutschen
und ihrer Räte in den Bezirken, Kreisen, Städten, Stadt- Demokratischen Republik durch das Oberste Gericht, die 1430
bezirken, Gemeinden und Gemeindeverbänden werden Bezirksgerichte, die Kreisgerichte und die gesellschaft-
durch Gesetz festgelegt. lichen Gerichte im Rahmen der ihnen durch Gesetz
übertragenen Aufgaben ausgeübt. In Militärstrafsachen
Abschnitt IV. üben das Oberste Gericht, die Militärobergerichte und
1380 Sozialistische Gesetzlichkeit und Rechtspflege die Militärgerichte die Rechtsprechung aus. 1435
Art.  86. Die sozialistische Gesellschaft, die politische
Macht des werktätigen Volkes, ihre Staats- und Rechts- Art.  93. (1) Das Oberste Gericht ist das höchste Organ
ordnung sind die grundlegende Garantie für die Ein- der Rechtsprechung.
haltung und die Verwirklichung der Verfassung im (2) Das Oberste Gericht leitet die Rechtsprechung der
1385 Geis­te der Gerechtigkeit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Gerichte auf der Grundlage der Verfassung, der Gesetze
Menschlichkeit. und anderen Rechtsvorschriften der Deutschen Demo- 1440
kratischen Republik. Es sichert die einheitliche Rechts-
Art. 87. Gesellschaft und Staat gewährleisten die Gesetz- anwendung durch alle Gerichte.
lichkeit durch die Einbeziehung der Bürger und ihrer (3) Das Oberste Gericht ist der Volkskammer und zwi-
Gemeinschaften in die Rechtspflege und in die gesell- schen ihren Tagungen dem Staatsrat verantwortlich.
1390 schaftliche und staatliche Kontrolle über die Einhaltung
des sozialistischen Rechts. Art. 94. (1) Richter kann nur sein, wer dem Volk und sei- 1445
nem sozialistischen Staat treu ergeben ist und über ein
Art.  88. Die Verantwortlichkeit aller leitenden Mitarbei- hohes Maß an Wissen und Lebenserfahrung, an mensch-
ter in Staat und Wirtschaft gegenüber den Bürgern ist licher Reife und Charakterfestigkeit verfügt.
durch ein System der Rechenschaftspflicht gewährlei- (2) Die demokratische Wahl aller Richter, Schöffen und
1395 stet. Mitglieder gesellschaftlicher Gerichte gewährleistet, 1450
daß die Rechtsprechung von Frauen und Männern aller
Art.  89. (1) Gesetze und andere allgemeinverbindliche Klassen und Schichten des Volkes ausgeübt wird.
Rechtsvorschriften der Deutschen Demokratischen
Republik werden im Gesetzblatt und anderweitig veröf- Art. 95. Alle Richter, Schöffen und Mitglieder der gesell-
fentlicht. schaftlichen Gerichte werden durch die Volksvertre-
1400 (2) Rechtsvorschriften der örtlichen Volksvertretungen und tungen oder unmittelbar durch die Bürger gewählt. Sie 1455
ihrer Organe werden in geeigneter Form veröffentlicht. erstatten ihren Wählern Bericht über ihre Arbeit. Sie
(3) Rechtsvorschriften dürfen der Verfassung nicht können von ihren Wählern abberufen werden, wenn sie
widersprechen. Über Zweifel an der Verfassungsmäßig- gegen die Verfassung oder die Gesetze verstoßen oder
keit von Rechtsvorschriften des Ministerrates und ande- sonst ihre Pflichten gröblich verletzen.
1405 rer staatlicher Organe entscheidet der Staatsrat.
Durch § 35 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 erhielt Arti- Art.  96. (1) Die Richter, Schöffen und Mitglieder der 1460
kel 89 Absatz 3 folgende Fassung: gesellschaftlichen Gerichte sind in ihrer Rechtsprechung
„(3) Rechtsvorschriften dürfen der Verfassung nicht wider- unabhängig. Sie sind nur an die Verfassung, die Gesetze
sprechen. Über Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit von und anderen Rechtsvorschriften der Deutschen Demo-
1410 Rechtsvorschriften entscheidet die Volkskammer.” kratischen Republik gebunden.

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1465 (2) Die Schöffen üben die Funktion eines Richters in Art.  101. (1) Niemand darf seinem gesetzlichen Richter
vollem Umfang und mit gleichem Stimmrecht wie die entzogen werden.
Berufsrichter aus. (2) Ausnahmegerichte sind unstatthaft.

Art.  97. Zur Sicherung der sozialistischen Gesellschafts- Art.  102. (1) Jeder Bürger hat das Recht, vor Gericht
und Staatsordnung und der Rechte der Bürger wacht gehört zu werden. 1520
1470 die Staatsanwaltschaft auf der Grundlage der Gesetze (2) Das Recht auf Verteidigung wird während des gesam-
und anderen Rechtsvorschriften der Deutschen Demo- ten Strafverfahrens gewährleistet.
kratischen Republik über die strikte Einhaltung der sozi-
alistischen Gesetzlichkeit. Sie schützt die Bürger vor Art.  103. (1) Jeder Bürger kann sich mit Eingaben (Vor-
Gesetzesverletzungen. Die Staatsanwaltschaft leitet schlägen, Hinweisen, Anliegen oder Beschwerden) an die
1475 den Kampf gegen Straftaten und sichert, daß die Per- Volksvertretungen, ihre Abgeordneten oder die staatli- 1525
sonen, die Verbrechen oder Vergehen begangen haben, chen und wirtschaftlichen Organe wenden. Dieses Recht
vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden. steht auch den gesellschaftlichen Organisationen und
den Gemeinschaften der Bürger zu. Ihnen darf aus der
Art.  98. (1) Die Staatsanwaltschaft wird vom General- Wahrnehmung dieses Rechts kein Nachteil entstehen.
staatsanwalt geleitet. (2) Die für die Entscheidung verantwortlichen Organe 1530
1480 (2) Dem Generalstaatsanwalt unterstehen die Staatsan- sind verpflichtet, die Eingaben der Bürger oder der
wälte der Bezirke und Kreise sowie die Militärstaatsan- Gemeinschaften innerhalb der gesetzlich vorgeschrie-
wälte. benen Frist zu bearbeiten und den Antragstellern das
(3) Die Staatsanwälte werden vom Generalstaatsanwalt Ergebnis mitzuteilen.
berufen und abberufen, sie sind ihm verantwortlich und Durch § 36 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde der 1535
1485 an seine Weisungen gebunden. Artikel 103 um folgenden Absatz ergänzt:
(4) Der Generalstaatsanwalt ist der Volkskammer und „(3) Das Verfahren der Bearbeitung der Eingaben wird
zwischen ihren Tagungen dem Staatsrat verantwortlich. durch Gesetz bestimmt.”

Art.  99. (1) Die strafrechtliche Verantwortlichkeit wird Art.  104. (1) Für Beschwerden gegen Entscheidungen
durch die Gesetze der Deutschen Demokratischen Repu- zentraler Organe des Ministerrates ist der Ministerrat 1540
1490 blik bestimmt. zuständig.
(2) Eine Tat zieht strafrechtliche Verantwortlichkeit nur (2) Für Beschwerden gegen Leitungsentscheidungen
nach sich, wenn diese zur Zeit der Begehung der Tat des Ministerrates, des Obersten Gerichts oder des Gene-
gesetzlich festgelegt ist, wenn der Täter schuldhaft ralstaatsanwalts ist der Staatsrat zuständig.
gehandelt hat und die Schuld zweifelsfrei nachgewie- Durch § 37 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde der 1545
1495 sen ist. Strafgesetze haben keine rückwirkende Kraft. Artikel 104 gestrichen.
(3) Eine strafrechtliche Verfolgung ist nur in Überein-
stimmung mit den Strafgesetzen möglich. Art. 105. (1) Für Beschwerden gegen Entscheidungen ört-
(4) Die Rechte des Bürgers dürfen im Zusammenhang licher Staatsorgane ist der Leiter des Organs zuständig,
mit einem Strafverfahren nur insoweit eingeschränkt welches die angefochtene Entscheidung getroffen hat.
1500 werden, wie dies gesetzlich zulässig und unumgänglich Ändert der Leiter die Entscheidung nicht, ist der Beschwer- 1550
ist. deführer berechtigt, sich an den Beschwerdeausschuß der
zuständigen Volksvertretung zu wenden.
Art.  100. (1) Über die Zulässigkeit von Untersuchungs- (2) Die Aufgaben und Rechte der Beschwerdeausschüsse
haft hat nur der Richter zu entscheiden. Verhaftete sind werden durch Erlaß geregelt.
spätestens am Tage nach ihrer Verhaftung dem Richter Durch § 37 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde der 1555
1505 vorzuführen. Artikel 105 gestrichen.
(2) Der Richter oder der Staatsanwalt haben im Rahmen
ihrer Verantwortung jederzeit zu prüfen, ob die Voraus- Art. 106. (1) Für Schäden, die einem Bürger oder seinem
setzungen der Untersuchungshaft noch vorliegen. persönlichen Eigentum durch ungesetzliche Maßnah-
(3) Der Staatsanwalt hat nächste Angehörige des Ver- men von Mitarbeitern der Staatsorgane zugefügt wer-
1510 hafteten innerhalb von 24 Stunden nach der ersten rich- den, haftet das staatliche Organ, dessen Mitarbeiter den 1560
terlichen Vernehmung zu benachrichtigen. Schaden verursacht hat.
Ausnahmen sind nur zulässig, wenn durch die Benach- (2) Voraussetzungen und Verfahren der Staatshaftung
richtigung der Zweck der Untersuchung gefährdet wird. werden durch Gesetz geregelt.
In diesen Fällen erfolgt die Benachrichtigung nach Weg- Durch § 37 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde der
1515 fall der Gefährdungsgründe. Artikel 106 zum Artikel 104. 1565

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Abschnitt V.
Schlußbestimmungen
Durch § 38 Ziffer  2 des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974
wurde die Überschrift „Abschnitt  V.  –  Schlußbestim-
1570 mungen” vor den Artikel 105 verschoben.
Art. 107. Die Verfassung ist unmittelbar geltendes Recht.
Durch § 38 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde der
Artikel 107 zum Artikel 105.

Art. 108. Die Verfassung kann nur von der Volkskammer


1575 der Deutschen Demokratischen Republik durch Gesetz
geändert werden, das den Wortlaut der Verfassung aus-
drücklich ändert oder ergänzt.
Durch § 38 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 wurde der
Artikel 108 zum Artikel 106.
1580 Gemäß § 39 des Gesetzes vom 7. Oktober 1974 (GBl. I S. 432)
wurde die Verfassung der DDR von 1968 in der Fassung
des Gesetzes vom 7.  Oktober 1974 neu bekanntgemacht;
dadurch entstand die Verfassung der DDR von 1974.

Gesetzblatt der DDR 1968 I., S. 199 Aus:


http://www.verfassungen.de/de/ddr/ddr68-i.htm

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