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Anlage Nr. 6.1.

4
zur Ausschreibung A3/EO

AK FÜ/ER

Geotechnischer Bericht Datum: 26.05.2017


BBV 1513004/KBE831
SAP 94625072

Auftraggeber: Autobahndirektion Nordbayern


Flaschenhofstraße 55
90402 Nürnberg

Projekt: BAB A3 / A73


6-streifiger Ausbau des AK Fürth/Erlangen

Auftrag: 2 0115 15 G 431 vom 24.03.2015

Inhalt des Auftrages: Erstellung des Geotechnischen Berichts für


Stützkonstruktion Rampe Nürnberg - Bamberg
Bauwerk 8.31, 8.30, 8.29

Dieses Gutachten umfasst 15 Seiten und 1 Anlagengruppe.

A73 _Rampe N_Ba_GeoBericht_S11.doc


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Inhaltsverzeichnis
1 Veranlassung ............................................................................................................3
2 Unterlagen.................................................................................................................3
3 Baugrunderkundung..................................................................................................4
4 Laborversuche ..........................................................................................................5
4.1 Geotechnische Laborversuche................................................................................5
4.2 Umweltrelevante Laborversuche.............................................................................5
4.3 Grundwasseranalysen ............................................................................................5
5 Geologie....................................................................................................................6
6 Baugrund und Grundwasserverhältnisse ..................................................................6
7 Folgerungen ..............................................................................................................7
7.1 Geotechnische Kategorie ........................................................................................7
7.2 Erdbebenzone.........................................................................................................7
7.3 Baugrundmodell ......................................................................................................8
7.4 Charakteristische Bodenkennwerte.........................................................................9
7.5 Wall-Wand-Konstruktion .........................................................................................9
7.6 Ausbildung der KBE-Konstruktion mit Gabione.....................................................10
7.7 Setzungen .............................................................................................................10
7.8 Zusätzliche geotechnische Maßnahmen...............................................................11
7.9 Gabionenwand ......................................................................................................12
7.9.1 Gründung der Gabionenwand ............................................................................12
7.9.2 Gabionenkörbe ...................................................................................................12
7.10 Gründung der Lärmschutzwände ..........................................................................12
7.11 Baugruben........................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert.
7.12 Baugrubenverbau............................................. Fehler! Textmarke nicht definiert.
7.13 Wasserhaltung ......................................................................................................13
7.14 Besondere Maßnahmen........................................................................................13
7.15 Messtechnische Überwachung .............................................................................14
7.16 Prüfmethode..........................................................................................................14
8 Schlussbemerkung..................................................................................................14
Anlagenverzeichnis............................................................................................................15
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1 Veranlassung
Die Autobahndirektion Nordbayern plant den 6-streifigen Ausbau des Autobahnkreuzes
Fürth/Erlangen.
Im Zuge der Maßnahme werden die Stützkonstruktionen 8.31, 8.30 und 8.29 von ca. km
6+000 (Rampe) bis km 8+805 (Rampe) entlang der Verbindungsrampe Nürnberg - Bam-
berg erstellt.

Durch die Autobahndirektion Nordbayern wurde die Erstellung des Geotechnischen Be-
richts für das Bauwerk veranlasst.

2 Unterlagen
Nachfolgende Unterlagen stehen zur Verfügung:

[1] Längsschnitt Stützkonstruktion (Höhen), Vorabzug


[2] Querschnitte Stützkonstruktion, Vorabzug
[3] Prinzipzeichnungen der Stützkonstruktion, Vorabzug
[4] DIN EN 1997-1:2014-03 „Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der
Geotechnik - Teil 1: Allgemeine Regeln; Deutsche Fassung EN 1997-1:2004 +
AC:2009 + A1:2013“,
[5] DIN EN 1997-1/NA:2010-12 „Nationaler Anhang – National festgelegte Parameter –
Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 1: All-
gemeine Regeln“
[6] DIN EN 1997-2:2010-10 „Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der
Geotechnik - Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds; Deutsche Fas-
sung EN 1997-2:2007 + AC:2010“,
[7] DIN EN 1997-2/NA:2010-12: „Nationaler Anhang - National festgelegte Parameter -
Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik - Teil 2: Er-
kundung und Untersuchung des Baugrunds“
[8] DIN 4020:2010-12 „Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke -
Ergänzende Regelungen zu DIN EN 1997-2“
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[9] DIN 1054:2010-12: „Baugrund - Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau - Er-


gänzende Regelungen zu DIN EN 1997-1“
[10] ZTV E-StB 09: Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für
Erdarbeiten im Straßenbau, Ausgabe 2009,
[11] DIN 18300:2015-08: Erdarbeiten
[12] DIN 18300:2012-09: Erdarbeiten
[13] DIN 18301:2015-08: Bohrarbeiten
[14] DIN 18301:2012-09: Bohrarbeiten
[15] DIN 4124:2012-01: Baugruben und Gräben - Böschungen, Verbau, Arbeitsraum-
breiten
[16] EA-Pfähle (2012): Empfehlungen des Arbeitskreises „Pfähle“, 2. Auflage, 2012, Ver-
lag Ernst & Sohn
[17] EAB (2012): Empfehlungen des Arbeitskreises „Baugruben“, 4. Auflage, 2012, Ver-
lag Ernst & Sohn
[18] Empfehlungen für den Entwurf und die Berechnung von Erdkörpern mit Bewehrun-
gen aus Geokunststoffen (EBGEO), 2. Auflage, 2010, Verlag Ernst & Sohn
[19] Geologische Karte von Bayern, Blatt 6431 Herzogenaurach, M 1:25.000, Bayeri-
sches Geologisches Landesamt

3 Baugrunderkundung
Zur Erkundung der Baugrundverhältnisse für den 6-streifigen Ausbau wurden Erkun-
dungsbohrungen, schwere Rammsondierungen und Drucksondierungen ausgeführt.

Die Lage der Baugrundaufschlüsse ist im Lageplan eingetragen. Ausgewählte Baugrund-


aufschlüsse sind mit Schichtverläufen in dem Bauwerksschnitt der Anlagengruppe 1 ein-
getragen. Die Baugrundaufschlüsse liegen dem Auftraggeber vor. Die detaillierte Bau-
grundschichtung kann den Baugrundaufschlüssen entnommen werden.
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4 Laborversuche

4.1 Geotechnische Laborversuche


An den Lockerböden und Festgesteinen der im Untersuchungsabschnitt anstehenden Bö-
den wurden boden- und felsmechanische Laborversuche durchgeführt.

Die Auswertung der Laborversuche sowie die Versuchsprotokolle der einzelnen Laborun-
tersuchung für die angetroffen Baugrundschichten können dem gesonderten Laborbericht
entnommen werden.

Anhand der Beurteilung der Laborergebnisse der einzelnen Baugrundschichten unter Be-
rücksichtigung der detaillierten Ergebnisse im Bauwerksbereich, zusammen mit den vor-
liegenden Erfahrungen wurden die charakteristischen Kennwerte des Geotechnischen Be-
richts abgeleitet.

4.2 Umweltrelevante Laborversuche


Im Bereich der Stützkonstruktion sind chemisch belastete Auffüllung im Endbereich der
Stützkonstruktion ab ca. km 8+650 vorhanden. Eine Altlastenverdachtsfläche ist sogar bis
ca. km 8+450 im Bereich der Stützkonstruktion vorhanden, so dass die in den Aufschlüs-
sen ab ca. km 8+650 erkundeten Auffüllungen lokal auch noch im Anfangsbereich ab
8+450 angetroffen werden können.
Die Altlastenfläche einschließlich der chemischen Belastung ist in einem gesonderten
Gutachten beschrieben. In diesem Gutachten werden nur die bautechnischen Eigenschaf-
ten behandelt.

4.3 Grundwasseranalysen
Im Bereich des Autobahnkreuzes AK Fürth-Erlangen ist das Grundwasser nach DIN 4030
als nicht betonangreifend bis schwach betonangreifend XA1 zu beurteilen.
Die detaillierten Untersuchungsergebnisse können einem gesonderten Laborbericht ent-
nommen werden.
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5 Geologie
Die Stützkonstruktion verläuft westseitig entlang der Rampe Nürnberg - Bamberg teilweise
im Einschnitt, teilweise in Dammlage.

Unter vorhandenen Auffüllungen (Lärmschutzwälle und Straßendämme, Altlastenauffül-


lungen) folgen Überlagerungen aus quartären Sanden sowie des Verwitterungsschutt des
Sandsteinkeupers.
Unterlagert werden diese von den Gesteinen des Blasensandsteins (Sandsteinkeuper).

Im Endbereich der Rampe ab ca. km 8+650 (ggf. bereits ab km 8+450) ist eine Altlasten-
fläche mit Siedlungsabfällen etc. vorhanden. Die Altlastenfläche wird hinsichtlich der ge-
nauen Abmessungen, der dort vorhandenen Materialien und der aufgrund der Altlast er-
forderlichen ergänzenden Maßnahmen (Arbeitssicherheit etc.) in einem gesonderten Gut-
achten bearbeitet.

Die quartären Überlagerungen und der Verwitterungsschutt bestehen aus schwach bindi-
gen bis bindigen Sanden.

Der Blasensandstein ist ein meist fein- bis grobkörniger, hellbrauner bis rötlichgrauer
Sandstein. Im Basensandsein treten rotbraune Tonsteine mit Karbonatknauern auf.
Der Blasensandstein des Sandsteinkeupers ist stratigraphisch dem Trias zugeschrieben
und Teil des fränkischen Schichtstufenlands.

6 Baugrund und Grundwasserverhältnisse


Der Oberboden ist ca. 20 - 30 cm dick.

Die im Bereich der Rampe erkundeten Auffüllungen bestehen aus schwach bindigen bis
bindigen Fein- bis Mittelsanden mit lokalen steifen und halbfesten Ton- und Schlufflagen.
In den Lärmschutzwällen sind teilweise Steine und Blöcke aus Sandstein, Ziegel, Asphalt,
und Beton eingelagert.
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Im Untergrund wurden darunter ebenfalls schwach bindige bis bindige Fein- bis Mittelsan-
de mit einzelnen steifen und halbfesten Tonlagen erkundet. Diese reichen im Urgelände
meist bis 1 m – 3 m Tiefe.
Im Übergang folgt mit im Mittel ca. 2 m Dicke meist mürber, entfestigter Sandstein mit fes-
ten Ton- und Tonsteinlagen des entfestigten Sandsteinkeupers.
Darunter stehen feste, mit zunehmender Tiefe feste und harte, bankige bis massige, klüfti-
ge bis kompakte Sandsteine mit zwischengeschalteten festen Tonsteinlagen und mürben
Sandsteinlagen an.

In der Altlastenfläche wurden Siedlungsabfälle, Glas, Holz, Bauschutt, etc. abgelagert. Die
genaue Beschreibung und Untersuchung kann einem gesonderten Gutachten entnommen
werden. In diesem Bericht wird die Altlast nur hinsichtlich ihrer bautechnischen Eigen-
schaften für die Stützkonstruktion beurteilt.

Grundwasser steht lokal ab ca. 2 m unter Gelände an. In Bereichen, in denen das Grund-
wasser höher als 2 m unter Erdplanum ansteht, ist eine Tiefenentwässerung vorgesehen.
Diese ist in einem gesonderten Gutachten beschrieben.

7 Folgerungen

7.1 Geotechnische Kategorie


Die Stützkonstruktion ist gemäß DIN EN 1997-1 in die Geotechnische Kategorie 2 einzu-
stufen.

7.2 Erdbebenzone
Die Maßnahme liegt in der Erdbebenzone 0. In dieser Zone ist keine Erdbebenbeschleu-
nigung zu berücksichtigen. Die Einstufung von Baugrundklassen- und Geologischen Un-
tergrundklassen entfällt dieser Erdbebenzone.
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7.3 Baugrundmodell
Die erkundeten Untergrundverhältnisse lassen sich in 4 Baugrundschichten zusammen-
fassen.
Bei den angetroffenen Baugrundschichten stellt jede Schicht einen eigenen Homogenbe-
reich dar. Dies gilt sowohl für die Bildung der Homogenbereiche nach DIN 18300 für Erd-
arbeiten sowie für die Homogenbereiche nach DIN 18301 für Bohrarbeiten.

Homogenbereich B1: Auffüllung


In Homogenbereich B1 werden die vorhandenen Auffüllungen der Altlastenfläche ab km
8+650 (lokal ab km 8+450) beschrieben. Hierbei erfolgt in diesem Gutachten nur eine Be-
urteilung der Auffüllungen hinsichtlich der bautechnischen Eigenschaften. Detaillierte Be-
schreibungen der Stoffe, chemischen Belastungen, etc. können gesonderten Altlastengut-
achten zu diesen Auffüllungen entnommen werden.

Homogenbereich B2: Überlagerung


Der Homogenbereich B2 beschreibt die anstehenden schwach bindigen bis bindigen, teil-
weise kiesigen und steinigen Sande der quartären Überlagerung und des Verwitterungs-
schutts sowie aus diesen Böden geschüttete Auffüllungen der Straßendämme und der
Lärmschutzdämme.
Diese Böden entsprechen sich alle in der Kornverteilung sowie in ihren bautechnischen
Eigenschaften. Hinsichtlich der Bodenkennwerte (insbesondere Steifeziffern) kann bei
Lärmschutzwällen und oberflächennahen quartären Überlagerungen von Kennwerten im
unteren Bereich der Bandbreite, bei Straßendämmen und Verwitterungsschutt vom mittle-
ren bis oberen Bereich der Bandbreite der charakteristischen Kennwerte ausgegangen
werden.
In den Lärmschutzwällen treten lokale Einlagerungen von Sandsteinblöcken, Ziegel-, As-
phalt-, und Betonresten auf.

Homogenbereich X1: entfestigter Sandsteinkeuper


Homogenbereich X1 fasst die anstehenden mürben Sandsteine mit festen Tonlagen des
entfestigten Blasensandsteins zusammen.
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Homogenbereich X2: Sandsteinkeuper


Im Homogenbereich X2 werden die festen und harten, bankigen bis massigen, klüftigen
bis kompakten Sandsteine mit plattigen und dünnbankigen, klüftigen bis stark klüftigen
Bereichen beschrieben. Darin treten feste, plattige, klüftige Tonsteinlagen auf.

Die genauen Schichtverläufe und Tiefenlagen der Homogenbereiche können dem Bau-
grundschnitt in Anlagengruppe 1 entnommen werden.

7.4 Charakteristische Bodenkennwerte


Für erdstatische Berechnungen können folgende charakteristische Bodenkennwerte der
Homogenbereiche des anstehenden Baugrunds angesetzt werden:

Tabelle 3: Charakteristische Bodenkennwerte


Baugrund J/J' M' c' Es Bodenklasse
DIN DIN
[kN/m3] [Grad] [kN/m2] [MN/m2] 183001) 183011)
B1: 18,0 / 25,0 –
0 1 - 15 3, 4 BN1, BN2
Auffüllung (Altlast) 8,0 30,0
B2: 21,0 /
32,5 0-5 30 - 50 3, 4 BN1, BN2
Überlagerung 11,0
X1:
FV1, FV2,
Entfestigter Sandstein- 22,5 35,0 10 - 20 80 - 150 6
FD1
keuper
X2: 150 - FV2 – FV6,
23,0 37,5 > 20 6, 7
Sandsteinkeuper 500 FD1 – FD3
1)
nach DIN 18300:2012-09 bzw. DIN 18301:2012-09

7.5 Wall-Wand-Konstruktion
Die Stützkonstruktion ist als Wall-Wand-Kombination aus Kunststoffbewehrter Erde (KBE-
Konstruktion) mit aufgesetzter Lärmschutzwand vorgesehen.
Die Böschungsseite zur BAB-Rampe soll dabei unter 80° mit einer Vorsatzschale aus
Gabionenkörben hergestellt werden.
Die rückseitige Böschung ist mit einer Neigung von ” 1:1,5 geplant. Diese Böschungen
können entsprechend dem Streckenbau nach ZTV E-StB 09 hergestellt werden.
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7.6 Ausbildung der KBE-Konstruktion mit Gabione


Wir empfehlen, die KBE-Konstruktion in Umschlagbauweise vorzusehen. Als Beweh-
rungselemente werden Geokunststoffe eingesetzt. Hierbei können Geogitter oder Geoge-
webe verwendet werden, die die statischen Anforderungen erfüllen. Die erforderlichen La-
genabstände, Umschlaglängen und Geokunststoffe sowie die Füllböden sind entspre-
chend EBGEO und statischen Erfordernissen zu wählen und zu bemessen.

Die Ausführungsdetails sind in im Zuge der Ausführungsplanung und -statik zu planen.


Hierbei sind die Standsicherheitsnachweise der Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit
mit den für die Ausführung vorgesehenen Materialien und deren Abminderungsfaktoren
nachzuweisen. Zur Bestimmung der Einbaubeschädigung sind Probefelder anzulegen.

Für die Gebrauchstauglichkeitsnachweise (Setzungsberechnungen) können die Steifemo-


duli der Tabelle 1 angesetzt werden. Die anzusetzenden Schichtdicken der jeweiligen
Homogenbereiche können den Baugrundschnitten der Anlagengruppe 1 entnommen
werden.

Für die neu einzubauenden Böden sind die Kennwerte entsprechend der gewählten Mate-
rialien vorzugeben. Bei der Bauausführung sind die angesetzten Kennwerte der Böden
nachzuweisen.

7.7 Setzungen
Die Setzungen aus dem Untergrund der KBE-Konstruktion sind gering und werden mit
maximal 2 cm abgeschätzt. Sie treten zum Großteil bei den anstehenden sandigen Böden
innerhalb der Bauzeit (Schüttphase) des KBE-Walles auf.

Im Bereich der Altlastenauffüllungen (Homogenbereich B1) muss mit Setzungen von ca. 5
cm bis 10 cm gerechnet werden. Hier wird der während der Schüttphase auftretende Set-
zungsanteil mit ca. 80% der Gesamtsetzung abgeschätzt.
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7.8 Zusätzliche geotechnische Maßnahmen


Um die Eigensetzungen in den Steilkonstruktionen zu reduzieren, müssen die neuen
Schüttungen auf 100% der einfachen Proctordichte verdichtet werden. Die Aufstandsflä-
chen sind bis 0,5 m Tiefe auf 100 % der einfachen Proctordichte zu verdichten.

Bindet die neue Schüttung an bestehende Dämme an, so müssen diese durch Abtrep-
pungsstufen verzahnt werden. An der Dammflanke anstehende aufgeweichte oder durch-
wurzelte Böden müssen vor Herstellung der Abtreppungen herausgenommen werden. Die
Abtreppungsstufen sind im Zuge der neuen Schüttung mit den Schüttlagen mit zu verdich-
ten.

Kommt die neue Konstruktion über einem bestehenden Wall zu liegen, so sollte geprüft
werden, wie der Wall in die neue Konstruktion integriert wird (z.B. Einebnen und Neuver-
dichtung des bestehenden Walles in die Aufstandsfläche der neuen Wallkonstruktion).
Hierbei ist der teilweise vorhandene Anteil an Steinen und Blöcken aus Sandstein, Ziegel,
Asphalt und Beton zu berücksichtigen.

Im Bereich der Altlastenauffüllungen (Homogenbereich B1) sind gesonderte Maßnahmen


in Abhängigkeit der Setzungsempfindlichkeit der gewählten Konstruktion festzulegen oder
die Böden auszutauschen.

Das für die Herstellung und Verfüllung der geokunststoffbewehrten Stützkonstruktion vor-
gesehene Material muss den Anforderungen der ZTVE-StB 09 genügen.
Als Verfüllmaterial zwischen den KBE-Bewehrungen ist überwiegend der Einbau von Bö-
den aus der Seitenablagerung vom Umbau der Tank- und Rastanlage Aurach vorgesehen.
Bei diesen Böden ist der Wassergehalt so einzustellen, dass eine Verdichtung von 100%
der einfachen Proctordichte sicher erreicht wird.
Diese Angaben sind bei der Ausführungsstatik zu beachten.
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7.9 Gabionenwand

7.9.1 Gründung der Gabionenwand


Die Fundamente unter den Gabionen können auf den Sanden des Homogenbereichs B2
gegründet werden. Die Gründung ist frostsicher zu auszubilden.

Bei einer Einbindung von mindestens 0,8 m unter GOK kann ein Bemessungswert des
Sohlwiderstandes gemäß DIN 1054:2010-12 von VR,d = 400 kN/m2 angesetzt werden.
Bei diesen Bodenpressungen treten Setzungen in der Größenordnung der Setzungen der
KBE-Konstruktion auf.

Die Abmessungen der Fundamente ergeben sich aus den statischen Anforderungen. Die
Nachweise können mit den charakteristischen Kennwerten der Tabelle 3 geführt werden.
Fällt das Gelände bzw. die Dammschüttung vor dem Fundament ab oder sind Abgrabun-
gen (z.B. der Frostschutzzunge oder Aushub für Entwässerung) zu berücksichtigen, so
sind entsprechende Standsicherheitsnachweise zu führen.

7.9.2 Gabionenkörbe
Die Gabionenkörbe sind mit grobkörnigem, frostsicherem Material zu befüllen. Hierbei ist
eine möglichst gute Verdichtung anzustreben. Die Schüttung der Körbe muss eine Min-
destwichte von 18 kN/m³ aufweisen.
Die Korngröße des Befüllmaterials im Frontbereich ist auf die Maschenweite der gewähl-
ten Gabionenkörbe abzustimmen. Das Befüllmaterial muss den „Technische Lieferbedin-
gungen für Gabionen im Straßenbau – Teil 1 Befüllmaterialien“ entsprechen.
Die Standsicherheit und Haltbarkeit der Gabionenkörbe ist für die vorgesehene Lebens-
dauer des Bauwerks nachzuweisen.

7.10 Gründung der Lärmschutzwände


Die Lärmschutzwand gründet in der neuen KBE-Konstruktion. Für die Bemessung sind die
Kennwerte des in den Wällen eingebauten Bodens anzusetzen. Die Wechselwirkung zwi-
schen LS-Wand und KBE-Konstruktion ist bei der Planung und Bemessung zu berücksich-
tigen.
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7.11 Rückseitige Abtragsböschungen


Für die Herstellung der KBE-Konstruktion ist ein Abtrag für die Einbindung der Geokunst-
stoffe (Verankerungslänge) erforderlich. Die beim Abtrag erforderlichen bauzeitlichen Bö-
schungen können bis 5 m Tiefe frei unter 45° im Homogenbereich B1 und B2 und unter
60° im Fels des Homogenbereichs X1 und X2 geböscht werden. Im Homogenbereich X2
ist ein erheblicher Löseaufwand erforderlich.
Bei über 5 m hohen Baugrubenböschungen sind Standsicherheitsnachweise erforderlich.
Im Übergang zum Fels ist eine 1,5 m breite Berme einzuschalten, wenn die Böschung auf
60° versteilt wird.

Die Vorgaben der DIN 4124 sowie der EA Baugruben sind bei der Planung der Baugruben
zu beachten. Bei beengten Platzverhältnissen können Verbaumaßnahmen erforderlich
werden.

7.12 Wasserhaltung
Die KBE-Wälle liegen meist oberhalb des Grundwassers. Teilweise können die Baugruben
ins Grundwasser einbinden. Zudem kann in den Baugrubenböschungen lokal Wasser aus
den vorhandenen Dämmen zutreten.

Anfallendes Wasser ist schadlos abzuführen. Binden die Baugruben ins Grundwasser ein,
so ist eine offene Wasserhaltung vorzusehen (Pumpenleistung mind. 10 m³/h).

Zufließendes Oberflächenwasser ist zu fassen und schadlos von der Baustelle abzufüh-
ren. Die Böschungen der KBE-Konstruktion sind gegen Durchfeuchtung zu schützen.

7.13 Besondere Maßnahmen


Die Gründungssohlen der Fundamente bzw. die Aufstandsflächen der KBE-Konstruktion
sind durch einen Geotechnischen Sachverständigen abzunehmen.
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Vor Herstellung der Stützkonstruktion ist die Einbaubeschädigung für die Geokunststoff-
bewehrung an je einem Probefeld für jedes Füllmaterial bzw. jedes unterschiedliche Be-
wehrungsprodukt zu ermittelt.
Das Probefeld ist rechtzeitig vor Baudurchführung anzulegen, um die Ergebnisse bei der
Bemessung der Stützkonstruktion berücksichtigen zu können.

7.14 Messtechnische Überwachung


Wir empfehlen Messsysteme zur Überwachung des Verformungs- und Korrosionsverhal-
tens der Gesamtkonstruktion vorzusehen.

7.15 Prüfmethode
Der Erdbau der Maßnahme ist entsprechend der Methode 3 der ZTVE-StB 09 zu prüfen.
Hierzu sind Arbeitsanweisungen entsprechend der TP BF - StB, E 3 zu erstellen. Hierzu
sind Probefelder anzulegen. Die Verdichtung ist durch Prüfungen mit dem Umfang ent-
sprechend Tabelle 8 der ZTVE-StB 09 zu überwachen. Die in der Tabelle 8 genannte Min-
destanzahl bezieht sich auf jede eingebaute Lage.

Bei der Erstellung der Proctorkurve sollten die im Straßenbau üblichen 3 Punkte ausge-
führt werden. Die Dichte ist über ein Bodenersatzverfahren (Bentonit) zu bestimmen.

Die Ergebnisse der Prüfungen sind dem AG einschließlich der zur Nachprüfung erforderli-
chen Einzelangaben vorzulegen. Die Eigenüberwachung muss über ein Feldlabor auf der
Baustelle verfügen und während der Bauphasen ständig präsent sein.

8 Schlussbemerkung
Die bei den Baumaßnahmen aufgeschlossenen Böden sind mit den im Gutachten be-
schriebenen Schichten zu vergleichen. Bei Abweichungen ist der Baugrundgutachter zu
verständigen.
Seite 15 von 15

Anlagenverzeichnis

Anlage 1 Schnitt mit Baugrundmodell


Wirtschafts-
weg

DS10407

B88 DS10406
DS10405 B84 B10155
NHN+286.86m
0.50
B87 BW 381c DS10408
BW 381c NHN+286.19m

1.70
B2, Überlagerung NHN+285.60m
0.20
NHN+285.90m
0.10
0.30

2.40 B2, Überlagerung 1.70


1.20
B2, Überlagerung
1.50 2.20
1.70 1.90
2.75
X1 entfestigter Sandsteinkeuper X1 entfestigter Sandsteinkeuper 2.80

5.30
4.70 X1 entfestigter Sandsteinkeuper
5.40
6.60
7.40
X2 X2 5.40 5.70
5.90 6.60
6.40 6.30
8.60 Sandsteinkeuper Sandsteinkeuper 7.40
6.60
7.30
8.15
8.10
9.30
10.00
276.86
X2
10.10
10.30 Sandsteinkeuper
11.05 11.35
11.60
12.00
12.40

13.50

15.00
270,0 m NN 15.60
15.75 270,0 m NN
16.50
16.70
17.30
18.20

20.00
20.00 265.90
265.60 21.30

26.00
260.19

Bahnlinie
Nürnberg - Bamberg
B10154 B10151a
DS10409 DS10410 B10120
NHN+285.38m
0.15
NHN+285.24m
0.25
DS10412
NHN+284.74m
B2, Überlagerung 0.30
2.00
B2, Überlagerung 1.70
2.20
B2, Überlagerung 1.30

3.10
X1 entfestigter Sandsteinkeuper 3.50 2.90

X1 entfestigter Sandsteinkeuper X1 entfestigter Sandsteinkeuper 4.20


DN 800 SB
5.55

6.30
7.85 X2 7.40 X2
X2 8.70
8.25
Sandsteinkeuper
7.50
8.20

Sandsteinkeuper Sandsteinkeuper 8.60


276.14
10.00

11.70
12.40

13.25

14.30
270,0 m NN 15.60
270,0 m NN
16.15
16.95

21.00
21.40
264.24
263.98

Frankfurt Nürnberg
Nr. Art der Änderung Datum Name

Unterlage Anlage 1.1


Freistaat Bayern
Autobahndirektion Nordbayern Blatt Nr.
Flaschenhofstraße 55, 90402 Nürnberg,
TEL. 0911/4621-01, FAX 0911/4621-456, E-MAIL: poststelle@abdnb.bayern.de Datum

Geotechnik bearbeitet Gz:


B10119
DS10413
NHN+284.98m B10118 gezeichnet Gz:
0.25 DS10414
0.70 NHN+284.09m
0.30 BAB A3 / A73
B2, Überlagerung 0.70
1.30
geprüft
Gz:
2.80
2.50

4.80 X1 entfestigter Sandsteinkeuper


Wall-Wand-Kombination Gz:

5.40

5.50
Rampe N - Ba Längsschnitt
7.20
6.00 km 6+000 bis 8+805
8.00 X2 mit Baugrundaufschlüssen
276.98
Sandsteinkeuper
8.80
9.20
Maßstab 1 : 250
10.30
Aufgestellt:
Nürnberg, den
12.40 Autobahndirektion Nordbayern
271.69
270,0 m NN 270,0 m NN

Projekt: Datei:
DS10415 GWM10416
DPH10416
NHN+284.99m
NHN+284.87m
N10

B2, Überlagerung
10 20 30 40 50
0.10
1.10 1.00

B2, Überlagerung 2.00 2.00

3.20 3.00 54

X1 entfestigter Sandsteinkeuper
63
100
100/10cm
3.20

4.30
X2
5.90
6.20
Sandsteinkeuper
X2 7.10

Sandsteinkeuper 8.00

10.60

12.80

270,0 m NN 270,0 m NN

18.00

19.00

20.60
264.39

Frankfurt Nürnberg
Nr. Art der Änderung Datum Name

Unterlage Anlage 1.2


Freistaat Bayern
Autobahndirektion Nordbayern Blatt Nr.
Flaschenhofstraße 55, 90402 Nürnberg,
TEL. 0911/4621-01, FAX 0911/4621-456, E-MAIL: poststelle@abdnb.bayern.de Datum

Geotechnik bearbeitet Gz:

gezeichnet Gz:
BAB A3 / A73
Gz:
B2, Überlagerung B1 Auffüllung B1 Auffüllung
geprüft
B1 Auffüllung
Wall-Wand-Kombination Gz:

X2 Rampe N - Ba Längsschnitt
X2 X2 km 6+000 bis 8+805
Sandsteinkeuper Sandsteinkeuper
Sandsteinkeuper mit Baugrundaufschlüssen
Maßstab 1 : 250
Aufgestellt:
Nürnberg, den
Autobahndirektion Nordbayern

270,0 m NN

Projekt: Datei: