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How To:

Der Blick durchs Glas

How To: Der Blick durchs Glas Das Ausgangsbild wurde im Studio aufgenommen, durch eine Glasscheibe, die
How To: Der Blick durchs Glas Das Ausgangsbild wurde im Studio aufgenommen, durch eine Glasscheibe, die

Das Ausgangsbild wurde im Studio aufgenommen, durch eine Glasscheibe, die ich relativ wahllos mit Farben bemalt habe.

Ich versuche mit dieser Serie keine Regeln, oder Tutorials für Bildbearbeitung zu zeigen, sondern einfach, wie ich bei diesen Aufnahmen zu meinem Ergebnis gekommen bin. Jedes Bild ist wie immer individuell zu behandeln. Ich möchte nur die Möglichkeit geben, einen Einblick in meinen WorkFloW zu geben.

1. Wie bei jedem Bild erstelle ich zuerst mit ‚Strg + J‘ ein Duplikat des Ausgangsbildes um eine Art „Ret- tungsanker“ zu behalten, für den Fall dass etwas schiefgehen sollte.

2. Diese neue Ebene „Rettungsanker“ nutze ich nun für die ersten Retuschen, wie Begradigungen, Verflüssi- gen, grobe Stempelarbeiten, etc

- Hüfte und Schultern werden ein kleines bisschen zierlicher gestaltet, um die Form des Körpers etwas bes- ser herauszuarbeiten. Dafür nehme ich das Verflüssigen Werkzeug unter Filter -> Verflüssigen

- Der Ellenbogen ist mir etwas zu „spitz“ was durch das Anwinkeln des linken Armes kam. Um hier nicht in die Körperkontur des Oberkörpers mit einzugreifen schütze ich diese mit dem Maskierungswerkzeug.

einzugreifen schütze ich diese mit dem Maskierungswerkzeug. Die Pfeile zeigen die Stellen, an denen ich etwas
einzugreifen schütze ich diese mit dem Maskierungswerkzeug. Die Pfeile zeigen die Stellen, an denen ich etwas

Die Pfeile zeigen die Stellen, an denen ich etwas geschubst habe.

3. Als nächstes sind die Retusche Arbeiten an der Haut fällig. Hier hat jeder sein eigenes System. Meines werde ich in einem anderen Beitrag erklären, aber das allein ist schon ziemlicher Aufwand. Wichtig hier ist erstmal nur, dass Pickelchen, Fältchen und die Oberfläche der Haut so mo- difiziert werden, dass man selbst zufrieden ist.

Da ich für die Retusche mehrere Ebenen benötige lege ich mir eine Gruppe mit dem Namen ‚Haut‘ an. Im nächsten Screenshot seht ihr den Vergleich „Vorher Nachher“ - Alles innerhalb des gelben Rechtecks ist nicht bearbeitet - die Struktur der Haut ist gröber und weniger „samtig“

- Alles innerhalb des gelben Rechtecks ist nicht bearbeitet - die Struktur der Haut ist gröber

4. Damit sind die Grundarbeiten erstmal erledigt. Jetzt geht´s los mit dem ‚Look and Feel‘

Ich mag gerne sehr plastische Bilder, die „zum Anfassen“ sind. Dafür generiere ich mir nun eine Einstel- lungsebene „Kanalmixer“ und setze diese auf den Verrechnungsmodus „Ineinanderkopieren“

Im Kanalmixer wähle ich die Option Monochrom.

Der Effekt ist so natürlich viel zu stark, daher wird dieser über die Ebenendeckkraft auf ca. 30 % abge- schwächt.

über die Ebenendeckkraft auf ca. 30 % abge- schwächt. 5. Um einen gewissen „Glanz“ in das

5. Um einen gewissen „Glanz“ in das ganze zu bekom- men und um der Haut noch ein bisschen was gutes zu tun wird der nächste Trick aus der Kiste gezaubert.

Ich füge all Ebenen über der obersten mit „STRG + ALT

+ SHIFT + E“ zusammen. Bei älteren Photoshopversi-

onen kann es sein, dass ihr zuerst eine neue Ebene über der Ebene ‚Kanalmixer‘ anlegen müsst. Ab CS3 ist das aber nicht mehr nötig.

Ist diese Ebene dann im Ebenen Menü sichtbar, gehe ich in das Fenster Kanäle - wähle dort den Grünkanal an und kopiere diesen durch die Tastenkombinationen „STRG

+ A“ (um alles auszuwählen) und „STRG + C“ um den

Kanal zu kopieren. Dann klicke ich auf den Komposit

Kanal (RGB) und gehe zurück in mein Ebenen Menü (Shortcut F7)

Dort lösche ich nun die oberste Ebene und füge mit „STRG + V“ den Grünkanal ein.

in mein Ebenen Menü (Shortcut F7) Dort lösche ich nun die oberste Ebene und füge mit

Der Ebenenstapel sollte nun aussehen, wie auf dem Screenshot und Euer Bild ist nun schwarz weiß.

wie auf dem Screenshot und Euer Bild ist nun schwarz weiß. Die oberste Ebene klicken wir

Die oberste Ebene klicken wir an und gehen in Filter -> Weichzeichnungsfilter -> Gaussscher Weichzeich- ner. Ich habe mich dort für einen Radius von 22 entschieden und bestätige die Eingabe. Das Bild wirkt jetzt „matschig“ - Nun wird der Verrechnungsmodus auf „Ineinanderkopieren“ gesetzt und die Deckkraft auf ca. 50% redu- ziert. Das ganze schaut nun so aus:

auf ca. 50% redu- ziert. Das ganze schaut nun so aus: Gerade bei den Haaren, dem

Gerade bei den Haaren, dem rechten Auge, teilen des Hintergrunds etc. Ist der Effekt zu stark - die Haare drohen „Auszubrennen“ was nicht im Sinne des Erfinders sein kann.

Daher kommt nun die erste Maske ins Spiel.

Mit einem weichen Pinsel mit 30% Deck- kraft und der Vordergrundmaske schwarz arbeite ich die Bereiche zurück, die negativ beeinflusst wurden durch unsere Aktion.

Meine Maske im Ebenenmenü sieht dann so aus:

Die Haut am Bauch und der Hintergrund profitie- ren von diesem Kniff, daher ist es die Arbeit wert.

sieht dann so aus: Die Haut am Bauch und der Hintergrund profitie - ren von diesem

6. Jetzt gehts ans Malen mit Licht und Schatten (auch dodge & burn - also abwedeln und nachbelichten genannt.) Eine neue, leere Ebene wird erstellt. Diese erhält den Namen d&b und den Verrechnungsmodus „ineinan- derkopieren“ - Außerdem wird die Ebene mit 50% Grau gefüllt. Am einfachsten geht das, wenn man mit der Maus im Ebenenmenü bei gedrückter Alt-Taste auf den Zettelblock für „Neue Ebene erstellen“ klickt.

auf den Zettelblock für „Neue Ebene erstellen“ klickt. Ich nehme nun das „abwedeln“ Werkzeug bei 7%

Ich nehme nun das „abwedeln“ Werkzeug bei 7% deckkraft und „Mitteltöne“ und beginne die hellen Berei-

che im Bild zu verstärken, bzw. ganze Bereiche, z.B

Halte ich beim Abwedler die Alttaste gedrückt, schaltet dieser automatisch auf den Nachbelichter um bei den gleichen Einstellungen. Damit kann ich dann die tiefen im Bild verstärken. Das alles braucht etwas Geduld und auch Übung, aber der Effekt ist spitze! Es ist ganz normal, dass man erstmal glaubt, da passiert nichts. Aber einfach mal ein bisschen malen und dann die Ebene ein / und ausblenden und man wird schon erkennen, was sich tut. Meine d&b Ebene schaut so aus, (wenn ich alle anderen Ebenen ausblende)

Augen, Haare

aufzuhellen.

was sich tut. Meine d&b Ebene schaut so aus, (wenn ich alle anderen Ebenen ausblende) Augen,
was sich tut. Meine d&b Ebene schaut so aus, (wenn ich alle anderen Ebenen ausblende) Augen,

7. Nun wird es Zeit für ein bisschen Farbe.

Ich mag ein bisschen blau stichige Bilder sehr gerne, da das Bild eine gewisse Kühle dadurch bekommt. Ich klicke also mit gedrückter Alt Taste auf das Symbol „Einstellungsebene“-> Volltonfarbe im Ebenenmenü

- wähle eine Deckkraft von ca

mal Blautonung. Mit dem Klick auf OK kommt die Farbpalette hoch, ich wähle ein blau, das mir gefällt (RGB: 90 , 106, 161) und bestätige mit OK.

25% und einen Verrechnungsmodus „Weiches Licht“ - Die Ebene nenne ich

Das Bild wirkt nun kühler. Leider aber auch die Haut, die dadurch ein bisschen gräulich wirkt. Daher mas- kiere ich nun die Haut mit einem weichen, schwarzen Pinsel bei voller Deckkraft und die Blautonung wird darauf nicht mehr angewendet.

und die Blautonung wird darauf nicht mehr angewendet. 8. Jetzt wirds wieder spannend. Die Farbe auf

8. Jetzt wirds wieder spannend. Die Farbe auf der Glasscheibe, durch die ich fotografiert habe, möchte ich nun knalliger haben. Dafür erstelle ich eine Einstellungsebene „selektive Farbkorrektur“ und ziehe dort die entsprechenden Farbwerte hoch. Danach maskiere ich den Körper wieder heraus (genau wie bei der Blauen Farbebene) und male aber im Nachgang mit einem kleinen, weißen Pinsel die Farbschichten, die sich mit dem Körper überlappen wieder ein.

Rechts seht ihr die Ebene mit Maske Am Ende setze ich die Ebenendeckkraft noch auf 80%

dem Körper überlappen wieder ein. Rechts seht ihr die Ebene mit Maske Am Ende setze ich

9. Um die ganze Stimmung noch ein bisschen zu betonen und das Bild noch ein bisschen „blauer zu bekom- men“ erstelle ich eine Einstellungsebene „Farbbalance“ und setze die Werte bei den Tiefen und den Lichtern auf -2 | 0 | +3 Der Körper soll wieder aussen vor bleiben und wird daher erneut „ausmaskiert“ Die Blauwerte im Hintergrund sind dadurch etwas deutlicher zu sehen.

10. Ein „Farbbooster“ soll die ganze Sache nun noch richtig zu Tage bringen. Mit „STRG + ALT +SHIFT +E“ Erstelle ich eine neue Ebene, die alle sichtbaren Ebenen nach oben kopiert. Wie schon vorher erwähnt, bei älteren Photoshop Versionen kann es sein dass ihr vorher eine neue, leere Ebene erstellen müsst, dass diese Tastenkombination funktioniert. Die neue Ebene nenne ich Booster und stelle sie bei 65% Deckkraft auf den Modus weiches Licht. Das Gesicht und Teile des Körpers, die zu stark geboostet werden maskiere ich wieder aus in dem ich eine Maske erstelle und mit einem weichen Pinsel diese Stellen in der Maske schwarz übermale. Das schaut dann so bei mir aus:

Maske erstelle und mit einem weichen Pinsel diese Stellen in der Maske schwarz übermale. Das schaut

10. Jetzt setzen wir noch einen drauf und holen

uns noch mehr Brillanz in Bild. Die Technik dafür ist das „Stealth Sharpening“ - Dafür wird mit STRG + ALT + SHIFT + E wieder alles nach oben kopiert. Mit einem Filter-> Scharfzeichnungsfilter -> Unscharf Maskieren und den Einstellungen die Ihr nebenan seht ziehen wir noch mehr Kontraste aus dem Bild.

Normalerweise ist oben eine Vorschau zu sehen, dies kopiert das „Snipping Programm“ leider nicht. Lasst euch nicht verwirren.

Jetzt setze ich die Deckkraft der „Stealth“ Ebene auf ca. 35% und Maskiere wieder raus, was mir nicht gefällt.

11. Die Ebenen kopiere ich erneut nach oben durch mit STRG + ALT +SHIFT + E. Die Ebene nenne ich USM Wieder kommt der Filter Unscharf Maskieren zum Einsatz jetzt aber mit den Einstellungen um Details zu schärfen.

Ich stelle diesen nach Gusto ein. Mein Referenz- punkt sind dabei im Regelfall die Wimpern, da ich beim Fotografieren auch diese zum Fokussieren nutze.

Mein Referenz- punkt sind dabei im Regelfall die Wimpern, da ich beim Fotografieren auch diese zum
Mein Referenz- punkt sind dabei im Regelfall die Wimpern, da ich beim Fotografieren auch diese zum

12. Zu allerletzt möchte ich noch eine Vignette im Bild haben, die noch stärker ist, als die, die ich schon habe. Etwas künstliches Korn rundet die Sache dann am Ende ab. Ich erstelle also mit gedrückter ALT Taste im Ebenenmenü eine neue Ebene im Modus ‚Weiches Licht‘ und fülle diese mit 50% grau. Der Name ist Vignette & Korn.

Dann Filter -> Verzerrungsfilter -> Objektivkorrektur Vignette - Stärke -45

-> Objektivkorrektur Vignette - Stärke -45 Jetzt noch das Korn: Ich gehe zu Filter -> Rauschfilter

Jetzt noch das Korn:

Ich gehe zu Filter -> Rauschfilter -> Rauschen hinzufügen mit eine Stärke von 5 %, Gleichmäßiger Ver- teilung und Monochromatisch.

Am Ende reduziere ich die Deckkraft der Ebene auf 55%

DAS WARS

Auf der nächsten Seite findet Ihr noch den kompletten Ebenenbaum und das obligatorische Vorher/ Nach- her Bild Ich hoffe es hat gefallen und war verständlich.

Immer neues findet Ihr auf meinen Websites:

www.FloW-motion.eu

www.fotoschool.de

www.FlorianWachter.de

Bis zum nächsten mal,

Euer FloW