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Repetitorium

aus Arbeitsrecht

Institut für Arbeitsrecht und Sozialrecht


Karl-Franzens-Universität Graz

SS 2018
LV.-Nr. 209.901

Univ.-Ass. Mag. Julia Herler


Was ist Arbeitsrecht?

• Schutzrecht des wirtschaftlich unterlegenen AN

• Ausgleich der Über- und Unterordnung

• Unterteilung in…
• … Individualarbeitsrecht
• … kollektives Arbeitsrecht

• Kollektives AR (ArbVG)
• Berufsverfassung  I. Teil
• Betriebsverfassung  II. Teil
Stufenbau der Rechtsordnung
Zwingendes Gesetzesrecht

• Einseitig zwingend
• Günstigkeitsprinzip
• = Regelung durch nachgeordnete Rechtsquelle nur gültig, wenn
günstiger als übergeordnete

• Zweiseitig zwingend
• Ordnungsprinzip
• = Keine Abweichung zum Vor- oder Nachteil

• Welche Wirkung haben zwingende Normen?


• § 40 AngG, § 1164 ABGB  einseitig zwingend
• ArbVG  zweiseitig zwingend (Gesamtverständnis, Entwicklungsgeschichte)
Stufenbau der Rechtsordnung
INDIVIDUAL-
ARBEITSRECHT
Abgrenzung der
Vertragstypen - Arbeitsvertrag

• § 1151 ABGB

• Dauerschuldverhältnis

• Synallagma (Arbeitsleistung – Entgelt)

• Persönliche Abhängigkeit
• Eingliederung in Betrieb
• Weisungsunterworfenheit
• Persönliche Arbeitspflicht
Abgrenzung der
Vertragstypen - Arbeitsvertrag

• Wirtschaftliche Abhängigkeit?

• Entgeltlichkeit?  § 1152 ABGB; s aber § 4 Abs 2 ASVG

• Maßgebend:
• Tatsächlich ausgeübte Tätigkeit
• Überwiegen der Merkmale
• Falsa demonstratio non nocet
Abgrenzung der
Vertragstypen - Werkvertrag

• § 1151 und §§ 1165 ff ABGB

• Zielschuldverhältnis

• Werk oder bestimmter Erfolg geschuldet

• Vertretungsrecht

• Abgrenzung zum befristeten Arbeitsvertrag?


Abgrenzung der Vertragstypen –
Freier Dienstvertrag

• Nicht gesetzlich geregelt (§ 4 Abs 4 ASVG)

• Dauerschuldverhältnis

• Keine oder nur schwach ausgeprägte persönliche


Abhängigkeit

• Analoge Anwendung arbeitsrechtlicher Normen


• Soweit nicht persönliche Abhängigkeit betreffend
• Technische Fragen zur Abwicklung von Dauerschuldverhältnissen
• ABGB anwendbar (zB Kündigungsfristen)
Abgrenzung der Vertragstypen -
Gesellschaftsvertrag

• Kooperationsprinzip (Gleichrangigkeit)

• Gemeinsamer Gesellschaftszweck

• Arbeitsverhältnis?  Einzelfallbeurteilung

• GF einer GmbH (kein Gesellschafter)  kann AN sein

• Gesellschafter-GF  Kein AN bei maßgeblichem Einfluss auf


Gesellschaft

• Vorstand einer AG  nach hM kein AN (handelt wie AG….)


Abgrenzung der
Vertragstypen - Vereinsmitarbeit

• Kooperationsprinzip

• Dienste gegenüber dem Verein geschuldet?

• Persönliche Abhängigkeit?
Abgrenzung der
Vertragstypen - Mietvertrag

• Mietwohnung…
• … Naturalbezug aus AV (Dienstwohnung; MRG)
• … oder gewisse Dienstleistungen für Überlassung der Wohnung
(evtl MRG)

• Wo liegt der Schwerpunkt?


Abgrenzung der Vertragstypen -
Familienmitarbeit

• Arbeitsleistungen eines Ehegatten….


• AV oder
• eheliche Beistandspflicht (§ 98 ABGB; angemessene Abgeltung)

• Im Zweifel kein AV

• Vertragliche Regelung geht vor


(weitergehende Ansprüche nach § 98 ABGB bleiben bestehen)
Abgrenzung der
Vertragstypen – AN-Ähnlichkeit

• Mittelstellung zwischen AN und Unternehmer

• Keine persönliche Abhängigkeit


ABER gewisse Fremdbestimmtheit

• Wirtschaftlich unselbständig

• Teile des AR anwendbar (zB DHG, ASGG, KautSchG)


Arbeiter - Angestellte

• Angestellte  §§ 1 ff AngG

• Kaufmännische Dienste
• Höhere, nicht kaufmännische Dienste
• Kanzleiarbeiten

• Alle anderen  Arbeiter

• Angestellter ex lege/contractu
Arbeiter - Angestellte

• Unterschiede zB bei…

Angestellte Arbeiter
§ 20 AngG § 77 GewO 1859
Kündigungsfristen (AG-Kündigung: mind 6 (14 Tage, dispositiv, keine
Wochen + Termin; AN- Termine)
(-termine) Kündigung: mind 1 Monat + § 1159b ABGB
Termin) (14 Tage, einseitig zwingend,
keine Termine)
EFZ § 8 AngG EFZG
Entlassungstatbestände §§ 26 f AngG §§ 82, 82a GewO 1859
(demonstrativ) (taxativ)
IA 2306/A BlgNR XXV.GP
Teilweise Angleichung, insbesondere:
• Kündigungsfristen und –termine (ab 2021):
§ 1159 ABGB neu, § 77 GewO gestrichen

• Entgeltfortzahlung bei Dienstverhinderung


§ 1154b (5) ABGB nicht mehr KV-dispositiv (ab
1.7.2018)

• Entgeltfortzahlung an die Systematik der


Entgeltfortzahlung der Arbeiter nach dem EFZG (ab
1.7.2018)

• Ausweitung der Entgeltfortzahlungsansprüche im


Krankheitsfall bei Lehrlingen (BAG)
Befristung

• Befristung  AV endet automatisch

• Keine Beendigungserklärung nötig

• Einvernehmliche Lösung und aus wichtigem Grund immer


möglich

• Befristung schließt Kündigung (grds) aus


• Kein Kündigungsschutz
• Kündigung  K-Entschädigung bis Ablauf der Befristung
• Kündigungsmöglichkeit kann vereinbart werden (nur bei längeren
Befristungen; Verhältnis Gesamtdauer – Kündigungsmöglichkeit)

• Befristung länger als 5 Jahre/Lebenszeit  AN kann kündigen


(§ 21 AngG, § 1158 Abs 3 ABGB: Kündigungsfrist von 6 Monaten)
Kettenarbeitsverhältnis

• Mehrere aufeinanderfolgende Befristungen

• Umgehung des Kündigungsschutzes (§ 105 ArbVG)

• Bedarf sachlicher Rechtfertigung (ab der 1. neuerlichen


Befristung)

• Ansonsten als unbefristetes AV zu bewerten


AV zur Probe/ProbeAV

• ProbeAV  1 Monat bei Vereinbarung


 § 19 AngG, § 1158 Abs 2 ABGB
 Jederzeit ohne Angabe von Gründen lösbar
= Beendigungsform eigener Art

• Zur Probe  Gewöhnliche Befristung


 Zweck der Erprobung
 Lösungsmöglichkeiten wie bei Befristung
Beendigung des AV

• Einvernehmliche Lösung

• Kündigung

• Vorzeitige Lösung aus wichtigem Grund

• Ablauf einer Befristung

• Lösung während der Probezeit (Beendigung eigener Art)


Beendigung des AV - Kündigung

• AN- oder AG-Kündigung

• Keine Angabe von Gründen

• Formfrei

• Einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung


(Machtbereich, Sphäre)

• Nicht annahmebedürftig

• Nur bei unbefristeten AV


Beendigung des AV - Kündigung

Prüfschritte bei Kündigung:

1. Arbeiter oder Angestellter  verschiedene Fristen und


Termine (beachte IA 2306/A BlgNR XXV.GP, ab 1.1.2021)

2. Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung (bedingt


durch Zugang) + Kündigungsfrist

3. Suche des nächstmöglichen Kündigungstermins


Beendigung des AV - Kündigung
Beispiel: Angestellter, seit einem Jahr beschäftigt

24. 3. 2016 30. 6. 2016


Kündigungsausspruch = nächstmöglicher
5. 5. 2016
+ Zugang Kündigungstermin

Tatsächliches Ende
+ 6 Wochen des AV
Kündigungsfrist
Beendigung des AV –
zeit-/terminwidrige Kündigung

• Kündigungsfrist und/oder –termin nicht eingehalten

• „Konversionstheorie“

• HM: Schadenersatzprinzip  Kündigungsentschädigung


• Entgelt bis zum richtigen Kündigungstermin als Schadenersatz =
(fiktive Kündigungsfrist)
• So zu stellen, als wäre durch AG ordnungsgemäß gekündigt worden
• § 29 AngG analog, § 1162b ABGB analog, § 84 GewO 1859 analog
 Analogie, weil für berechtigten vorzeitigen Austritt des AN und
ungerechtfertigte Entlassung durch AG konzipiert

• AV endet zum ausgesprochenen („falschen“) Termin  keine


Arbeitspflicht mehr
Beendigung des AV
– frist-/terminwidrige Kündigung
Tatsächliches Ende
des AV
24. 3. 2016
Kündigungsausspruch + 30. 6. 2016
Zugang = richtiger
„Kündigung mit Kündigungstermin
31. 3. 2016“ 31. 3. 2016

Kündigungsfrist; Fiktive Kündigungsfrist;


Arbeitspflicht & keine Arbeitspflicht &
Entgelt K-Entschädigung
Beendigung des AV –
zeit-/terminwidrige Kündigung

Jede Beendigung – auch die ungerechtfertigte Entlassung oder zeit-


– beendet das AV zum
bzw terminwidrige Kündigung
ausgesprochenen Termin!

NICHT jedoch eine unwirksame Beendigung! Das AV


besteht weiter (Feststellungsklage möglich).
Beendigung des AV –
zeit-/terminwidrige Kündigung

• Anrechnungsregel (§ 29 AngG, § 1162b ABGB: ab dem 4. Monat)

• Wahl zwischen…
• … K-Entschädigung (und Beendigung des AV) ODER
• … Anfechtung der Kündigung (bei Erfolg: Kündigung wird rückwirkend
für unwirksam erklärt)

• (oder beides; Eventualbegehren)


Allgemeiner Kündigungsschutz

• § 105 ArbVG

• Vorverfahren bei Bestehen eines BR

• Nichteinhaltung des Vorverfahrens = unwirksame


Kündigung

• Persönlichen Geltungsbereich des ArbVG beachten  § 36


ArbVG (II. Teil, Betriebsverfassungsrecht)
Allgemeiner Kündigungsschutz -
Vorverfahren

• Verständigung des BR VOR Kündigungsausspruch (§ 105


Abs 1 ArbVG)

• Stellungnahme innerhalb 1 Woche

• Art der Stellungnahme


 wichtig für Anfechtungsmöglichkeiten der Kündigung

• K-Ausspruch vor Ablauf der Frist = unwirksame


Kündigung
Allgemeiner Kündigungsschutz -
Anfechtungsgründe

• Verpöntes Motiv (§ 105 Abs 3 Z 1 ArbVG)


• § 105 Abs 3 Z 1 ArbVG
• Taxative Aufzählung

• Sozialwidrigkeit
• Kündigung sozial ungerechtfertigt (wesentliche Beeinträchtigung
von AN-Interessen)
• Keine Sozialwidrigkeit bei Rechtfertigungsgründen:
 Personenbedingte Kündigung
 Betriebsgedingte Kündigung
 Sozialvergleich?
Allgemeiner Kündigungsschutz -
Anfechtungsgründe

Sozialvergleich möglich (§ 105 Abs 3c ArbVG)

 Bei betriebsbedingte Kündigung & wenn


ausdrücklicher Widerspruch des BR

 personenbedingten Kündigung (!!)

Zu prüfen: „Wen trifft es härter?“


Allgemeiner Kündigungsschutz
Verständigung BR
Ausspruch VOR Ablauf der 1-Wochen- Auf Verlangen des BR  Beratung mit
Frist  Kündigung unwirksam AG innerhalb der Frist

Stellungnahme des BR
(1 Woche)

Zustimmung Widerspruch Keine/verspätete Stellungnahme

Kündigungsausspruch (Anfechtungsfristen beginnen zu laufen)

Anfechtung AN Anfechtung durch AN


Anfechtung durch BR auf
[nur wegen verpönter Motive] (2 Wochen nach Zugang)
Verlangen des AN
(1 Woche ab Verständigung [SozialW + verpöntes Motiv]
von Ausspruch) Sozialvergleich
[SozialW + verpöntes Motiv]
Wenn Anfechtung von BR Anfechtung durch AN
zurückgezogen wird (2 weitere Wochen)

Anfechtung durch AN (2 weitere Wochen)


Besonderer Kündigungsschutz

• Belegschaftsvertreter
• Mutter- und Vaterschutz Zustimmung Gericht
• Präsenz- und Zivildiener
• Begünstigte Behinderte  Zustimmung Behindertenausschuss

• Bei Verstoß  Kündigung rechtsunwirksam

• Wahlrecht nach Rsp…


• K-Entschädigung bis zum Ablauf des besonderen Bestandsschutzes, wenn
geschütztes Rechtsgut weiterbesteht + Kündigungstermin, oder
• auf Bestandsschutz beharren (Feststellungsklage auf Bestehen des AV)
Allgemeiner Entlassungsschutz
• § 106 ArbVG

• Verständigung auch NACH Ausspruch der Entlassung möglich

• Innerhalb von 3 Tagen auf Verlangen des BR  Beratung

• Auch ungerechtfertigte Entlassung beendet AV

• Wahlrecht
• K-Entschädigung (§ 29 AngG, § 1162b ABGB) oder
• Anfechtung (bzw beides mittels Eventualbegehren)  wie beim
allgemeinen Kündigungsschutz

• 2 Voraussetzungen für erfolgreiche Anfechtung (§ 106 Abs 2 ArbVG):


• Kein Entlassungsgrund gesetzt (= ungerechtfertigte Entlassung)
• Anfechtungsgrund nach § 105 Abs 3 ArbVG
Allgemeiner Entlassungsschutz
Verständigung BR
Ausspruch VOR Beratung  Entlassung Auf Verlangen des BR  Beratung mit AG
trotzdem wirksam
= KEIN VORVERFAHREN
Stellungnahme des BR
(3 Tage-Frist ab
Kenntnis)

Zustimmung Widerspruch Keine/verspätete Stellungnahme

Entlassungsausspruch (Anfechtungsfristen beginnen nach hM nach Verstreichung der 3-Tages Frist)

Anfechtung AN Anfechtung durch BR auf Anfechtung durch AN


[nur wegen verpönter Verlangen des AN (2 Wochen nach Zugang)
Motive] (1 Woche ab Verständigung [SozialW + verpöntes Motiv]
von Ausspruch) Sozialvergleich
[SozialW + verpöntes Motiv]
Wenn Anfechtung von BR Anfechtung durch AN
zurückgezogen wird (2 weitere Wochen)

Anfechtung durch AN (2 weitere Wochen)


Besonderer Entlassungsschutz
• Grundsätzlich  auch ungerechtfertigte Entlassung
beendet AV
• Verstoß gegen besonderen Entlassungsschutz 
Entlassung ist rechtsunwirksam

• Belegschaftsvertreter
• Mutter- und Vaterschutz
Zustimmung des Gerichts
• Präsenz- und Zivildiener
• Begünstigte Behinderte  Keine Zustimmung des
Behindertenausschusses; dennoch
rechtsunwirksam
• Wahlrecht nach Rsp…
• K-Entschädigung bis zum Ablauf des besonderen Bestandsschutzes, wenn
geschütztes Rechtsgut weiterbesteht + Kündigungstermin, oder
• Auf Bestandsschutz beharren (Feststellungsklage auf Bestehen des AV)
Versetzung

• Einreihung auf anderen Arbeitsplatz (anderer Arbeitsort


und/oder anderer Tätigkeitsbereich, Entziehung wichtiger Aufgaben,
zusätzliche Aufgaben)

• Individualarbeitsrechtliche Beurteilung
• AV-ändernde Versetzung (Einvernehmen; Änderungskündigung)
• Direktoriale Versetzung (vom Weisungsrecht des AG umfasst)

• Betriebsverfassungsrecht
• Versetzungsschutz nach § 101 ArbVG
• Individualarbeitsrechtliche Beurteilung irrelevant
• Verständigung BR bei dauernder Versetzung (= ab 13 Wochen)
• + Verschlechterung von Entgelt und/oder Arbeitsbedingungen 
Zustimmung des BR
Entgelt ohne Arbeit –
Dienstverhinderung in AG-Sphäre

• § 1155 ABGB  Arbeiter und Angestellte


(Einseitig zwingend, zweiseitig zwingend oder dispositiv?)

• Voraussetzungen:
• Leistungsbereitschaft des AN
• Hindernis auf Seite des AG

• ZB Rohstoffmangel, technische Störungen im Betrieb etc… Streik?

• Anrechnungsregel (von Beginn an)

• Fiktives Ausfallsprinzip
Entgelt ohne Arbeit –
Neutrale Sphäre

• Keine Entgeltfortzahlung, wenn Allgemeinheit betroffen

• ZB Kriege, Seuchen, Naturkatastrophen

• Starke Schneefälle? Hochwasser?


Entgelt ohne Arbeit –
Dienstverhinderung in AN-Sphäre
(EFZ im Krankheitsfall, Angestellte)

• § 8 Abs 1 und 2 AngG

• Krankheit oder Unglücksfall

 Folge der Arbeitsunfähigkeit

• Leichte Fahrlässigkeit schadet nicht


Entgelt ohne Arbeit –
Dienstverhinderung in AN-Sphäre
(EFZ im Krankheitsfall, Angestellte)

• Anspruch auf EFZ erst NACH Antritt des AV

• Anzeigepflicht

• Ärztliche Bestätigung auf Verlangen

• Bezugsprinzip
Entgelt ohne Arbeit –
Dienstverhinderung in AN-Sphäre
(EFZ im Krankheitsfall, Angestellte)

• Dauer der EFZ  § 8 Abs 1 AngG


• 6 Wochen voll, 4 Wochen halb
(steigt je nach Dauer der Dienstzeit)
• Weitere 2 Wochen volles Entgelt bei Arbeitsunfall
(iSd Sozialversicherungsrechts)
• Bei jedem Anlassfall
• Es sei denn, innerhalb eines halben Jahres Neuerkrankung 
halbes Entgelt nach § 8 Abs 1 AngG (= § 8 Abs 2 AngG)
• Zunächst „Rest“ des § 8 Abs 1 AngG auszuschöpfen

• Maximalzeitraum für EFZ pro Krankheit: grundsätzlich 10 Wochen


EFZ Angestellte (§ 8 AngG)
bis 30.6.2018

6 Wochen volles Entgelt 6 Wochen halbes Entgelt


4 Wochen halbes Entgelt 4 Wochen 1/4 Entgelt

10 Wochen 10 Wochen

2. Topf
(§ 8 Abs 2 AngG)
1. Topf
(§ 8 Abs 1 AngG) Wiedererkrankungen
innerhalb eines
halben Jahres

+ 2 Wochen volles Entgelt bei Arbeitsunfall


Entgelt ohne Arbeit –
Dienstverhinderung in AN-Sphäre
(EFZ im Krankheitsfall, Arbeiter)

• EFZG

• Fiktives Ausfallsprinzip

• Dauer der EFZ  § 2 Abs 1 und 4 EFZG

• 6 Wochen voll, 4 Wochen halb (Erhöhung je nach Dienstzeit)


• Nur EINMAL während des Arbeitsjahres (nicht bei jedem Anlassfall)
• Entgeltfortzahlung bei Folgeerkrankungen nur, wenn noch „Rest“
übrig

• Bei Arbeitsunfall (iSd Sozialversicherungsrechts)  8 Wochen


volles Entgelt
EFZ Arbeiter
bis 30.6.2018
6 Wochen volles Entgelt
4 Wochen halbes Entgelt
bis zu 8 Wochen volles
10 Wochen pro Jahr
Entgelt (Anlassfall)

2. Topf
1. Topf
Arbeitsunfall &
Berufskrankheit
EFZ ab 1.7.2018 für alle AN

Anspruchsgrundlagen:
Angestellte: § 8 AngG idF BGBl I 153/2017
Arbeiter: § 2 EFZG idF BGBl I 153/2017

Krankheit Arbeitsunfall & Berufskrankheit


6 Wochen volles Entgelt* 8 Wochen voll pro Anlassfall
4 Wochen halbes Entgelt
10 Wochen

Neuerungen:
• EFZ der Angestellten wurde an das EFZG angeglichen (keine
Wiedererkrankungsregelung)
• *ab dem 2.Dienstjahr erhöht sich der Anspruch bereits auf 8 Wochen volles
Entgelt
Entgelt ohne Arbeit –
Dienstverhinderung in AN-Sphäre
(EFZ im Krankheitsfall)

• Erkrankung in Kündigungsfrist  EFZ


 Bis Ende der Kündigungsfrist, auch wenn Krankheit darüber
hinausreicht

• Beendigung während Krankenstand  EFZ bei AG-


Kündigung, berechtigtem Austritt, ungerechtfertigter
Entlassung
 Bis zum Ende des EFZ-Anspruchs, auch wenn AV schon
davor beendet wird
Entgelt ohne Arbeit –
Dienstverhinderung in AN-Sphäre
(Sonstige Verhinderungsgründe)

• § 8 Abs 3 AngG  § 40 AngG

• § 1154b Abs 5 ABGB  Abs 6 leg cit


Abs 6 entfällt mit 30.6.2018; BGBl I 153/2017
 ab 1.7.2018 einseitig zwingende Wirkung

• Voraussetzung: kein Verschulden

• ZB Arztbesuche, familiäre Gründe, Begräbnisse, Hochzeiten,


Krankheitspflege, Entbindung der Ehegattin etc
Urlaub
• § 2 UrlG (30 bzw 36 Werktage)

• Arbeiter und Angestellte

• „Wartezeit“ von 6 Monaten

• Fürsorgepflicht des AG

• Zweck: Erholung des AN

• Urlaubsjahr = Arbeitsjahr (Umstellung auf Kalenderjahr möglich


gem § 2 Abs 4 UrlG)

• Unabdingbar
Urlaub
• Konkreter Urlaubstermin  Einzelvereinbarung

• Interessenabwägung zwischen AG und AN

• Verbrauch…
• … grds am Stück bzw in zwei Teilen möglich;
ein Teil mind 6 Werktage
• … in Kündigungsfrist möglich

• Verfahren nach § 4 Abs 4 UrlG

• Betriebsurlaub oder Urlaubssperren


 Vereinbarung mit jedem einzelnen AN nötig
 OGH: Regelung in AV möglich, wenn am Beginn und ausreichend
langer Teil zur Disposition des AN frei bleibt
Urlaub
• Urlaubsentgelt „ „Urlaubsgeld“
• Bezugsprinzip (fiktives Ausfallsprinzip gem § 6 Abs 3 UrlG)
• GeneralKV (Welche Leistungen sind einzubeziehen…?)

• Keine Ablöse in Geld, außer Urlaubsersatzleistung bei


Beendigung des AV (§ 10 UrlG)

• Urlaubsersatzleistung  aliquot für nicht verbrauchten Urlaub

• Keine Ersatzleistung bei unberechtigtem vorzeitigen


Austritt (§ 10 Abs 2 UrlG)

• Rückzahlung überaliquot verbrauchten Urlaubs bei…


• … berechtigter Entlassung
• … unberechtigtem vorzeitigen Austritt
Pflegefreistellung
• § 16 UrlG

• Krankenpflegefreistellung (Abs 1 Z 1)
• Betreuungsfreistellung (Abs 1 Z 2)
• Begleitungsfreistellung (Abs 1 Z 3)

• Keine Vereinbarung mit AG nötig

• Nachweis dem Grunde nach

• 1 Woche innerhalb eines Arbeitsjahres


• 1 weitere Woche bei neuerlichem Pflegefall

• Darüber hinaus  Urlaub (einseitig)


KOLLEKTIVES
ARBEITSRECHT
Kollektivvertrag

• Zentrales Gestaltungselement der Lohnpolitik

• Vereinbarung zwischen KV-fähigen AG und AN


Körperschaften (§ 2 Abs 1 ArbVG)

• Schutzfunktion

• Wettbewerbs- und Ordnungsfunktion

• Friedensfunktion

• Besondere Arten  GeneralKV (§ 18 Abs 4 ArbVG)


RahmenKV
Kollektivvertrag – Rechtsnatur

• Doppelnatur
• Zustandekommen  wie privatrechtlicher Vertrag
• Wirkt wie Gesetz im materiellen Sinn

• § 11 Abs 1 ArbVG
• Schuldrechtlicher Teil  Rechtsbeziehungen zwischen den
Abschlussparteien
• Normativer Teil  Regelungen wirken unmittelbar auf AV ein
Kollektivvertrag –
Regelungsbefugnis

• § 2 Abs 2 ArbVG

• Vor allem Z 2 leg cit (Inhaltsnormen, materielle Arbeitsbedingungen)

• „Istlohn-Klauseln“?
• Anhebung der Istlöhne
• Verhinderung des Aufsaugens der Istlöhne durch neue Mindestlöhne
• „Qualifizierte Istlohnklauseln“  Erhöhung der Istlöhne,
bestimmter %-Satz im Verhältnis zu neuem Mindestlohn; werden zu
unabdingbaren Mindestlöhnen; eher unzulässig
• „Schlichte Istlohn-Klauseln“  angehobene Istlöhne wieder
abdingbar
Kollektivvertrag – Verhältnis zu
anderen Rechtsquellen

• Zu übergeordneter Rechtsquelle
 kommt auf Wirkung derselben an

• Zu nachgeordneter Rechtsquelle
 Grds Günstigkeitsprinzip, außer KV legt anderes fest
(Ordnungsprinzip; § 3 Abs 1 S 2 ArbVG)

 Gruppenvergleich

 Gleich günstige Sondervereinbarung werden von KV verdrängt


Kollektivvertrag – KV-Fähigkeit

KV-Fähigkeit kraft Gesetz:

• Gesetzliche Interessenvertretungen (§ 4 Abs 1 ArbVG)


• AK (AN), WK (AG)
• Pflichtmitgliedschaft
• Gegnerunabhängigkeit

• Juristische Personen des öffentlichen Rechts


(§ 7 ArbVG)
• KV-fähig, wenn keiner Körperschaft angehörig
• AG selbst ist KV abschließende Partei  FirmenKV
Kollektivvertrag – KV-Fähigkeit

KV-Fähigkeit kraft Zuerkennung:

• Zuerkennung durch Bundeseinigungsamt


(§§ 141 ff ArbVG)

• Zuständigkeiten (§ 158 ArbVG)


• Zuerkennung und Aberkennung der KV-Fähigkeit
• Erklärung von KV zur Satzung
• Festsetzung, Abänderung oder Aufhebung von Mindestlohntarifen
und Lehrlingsentschädigungen
• Einsichtsgewährung in KV, Satzungen, Mindestlohntarife und
festgelegte Lehrlingsentschädigungen
• Mitwirkung bei Verhandlungen und zur Schlichtung von
Streitigkeiten über den Abschluss oder die Änderung von KV
Kollektivvertrag – KV-Fähigkeit

KV-Fähigkeit kraft Zuerkennung:

• Freiwillige Berufsvereinigungen (§ 4 Abs 2 ArbVG)


• ÖGB (AN), Industriellenvereinigung (AG)
• Koalitionsbegriff muss erfüllt sein (Freiwilligkeit, positive/negative
Koalitionsfreiheit)

• Vereine (§ 4 Abs 3 ArbVG)


• Maßgebliche wirtschaftliche Bedeutung (Mitgliederzahl,
Tätigkeitsumfang, Anzahl der AN)
• ZB „Wiener Symphoniker“
Kollektivvertrag – Vorrang
freiwilliger Berufsvereinigungen

• Abschluss eines KV durch freiwillige BV:


 gesetzliche IV verliert für Dauer und Geltungsbereich des KV der
freiwilligen BV die KV-Fähigkeit  § 6 ArbVG

• Verlust der KV-Fähigkeit nur für die Mitglieder der


freiwilligen BV

• Bestehender KV der gesetzlichen IV:


 Tritt für Dauer und Geltungsbereich des KV der freiwilligen BV für
Mitglieder der freiwilligen BV außer Kraft
Kollektivvertrag – Vorrang
freiwilliger Berufsvereinigungen

• Anschließendes Außerkrafttreten des KV der


freiwilligen BV…
• … KV-Fähigkeit der gesetzlichen IV lebt für Mitglieder der
freiwilligen BV wieder auf
• … KV der gesetzlichen IV lebt für Mitglieder der freiwilligen
BV nicht wieder auf  Nachwirkung des KV der freiwilligen BV

KV-Abschluss in der Praxis zwischen ÖGB (freiwillige BV auf AN-


Seite) und WK (gesetzliche IV auf AG-Seite)
Kollektivvertrag – Nachwirkung

• § 13 ArbVG

• Rechtswirkungen bleiben für AV solange aufrecht, bis…


• … neuer KV wirksam wird
• … eine neue Einzelvereinbarung getroffen wird

• KV-Regelungen werden dispositiv


Kollektivvertrag –
Geltungsbereich

• Räumlich: zB für das gesamte Bundesgebiet

• Zeitlich: § 17 ArbVG

• Fachlich: „Industriegruppenprinzip“

• Persönlich: § 1 Abs 1 ArbVG (privatrechtliche Verträge)


Kollektivvertrag –
KV-Unterworfenheit

• § 8 ArbVG

• AG und AN die zum Zeitpunkt des Abschlusses des KV


Mitglieder der KV-Parteien sind oder später werden

• AG:
• Gewerbeberechtigung
• Pflichtmitgliedschaft zu Fachverband der WK, welcher KV abschließt
• § 2 Abs 13 GewO 1994  auch KV-unterworfen, wenn
erforderliche Gewerbeberechtigung fehlt
• Mitglied einer freiwilligen Berufsvereinigung
• Wenn AG kein Mitglied einer KV-Partei  KV nicht anwendbar!!
Kollektivvertrag –
KV-Unterworfenheit

• AN – Außenseiterwirkung (§ 12 ArbVG)
• Absolute Besonderheit im österr AR
• KV kommt für AN auch zur Anwendung, wenn dieser nicht Mitglied
der KV-Partei auf AN-Seite ist
• Nur KV freiwilliger Berufsvereinigungen auf AN-Seite
• Zweck: Verhinderung von Koalitionszwang
• § 12 Abs 2 ArbVG
 Späterer KV einer anderen IV: gilt für angehörige AN dieser anderen IV
 Für nicht Angehörige bleibt Außenseiterwirkung des 1. KV aufrecht
 Tritt 1. KV außer Kraft  sofort von Außenseiterwirkung des KV der anderen
freiwilligen BV (keine Nachwirkung des 1. KV)
Satzung

• §§ 18 ff ArbVG

• KV kann zur Satzung erklärt werden

• Antrag einer KV-Partei beim BEA; Verordnung

• Gesatzter KV ist dann auch außerhalb seines


räumlichen, sachlichen und persönlichen
Wirkungsbereiches rechtsverbindlich

• Dieselben Rechtswirkungen wie KV


(§ 19 ArbVG)

• Vorteil: AN eines nicht KV-angehörigen AG von


Mindestbestimmungen umfasst
Satzung

• Voraussetzungen: § 18 Abs 3 ArbVG

• „KV bricht Satzung“


 § 19 Abs 2 ArbVG (Ausnahme: GeneralKV)

• Außerkrafttreten des KV  Satzung erlischt


automatisch

• Nach hM keine Nachwirkung


Mindestlohntarif
• §§ 22 ff ArbVG

• Verwaltungsbehördliche Normsetzung  BEA; Verordnung

• Antrag einer KV-fähigen Körperschaft der AN

• Mindestentgelte und Mindestbeträge für Auslagen

• Wenn KV mangels Bestehens einer Körperschaft auf AG-


Seite nicht abgeschlossen werden kann

• Nur wenige Berufsgruppen (Hausgehilfen, Hausbesorger, AN an


Privatschulen)

• KV und Satzung setzen MLT außer Kraft (nicht GeneralKV!)

• Nachwirkung
Lehrlingsentschädigung
• §§ 26 ff ArbVG

• Verwaltungsbehördliche Normsetzung  BEA;


Verordnung

• Antrag einer KV-fähigen Körperschaft der AN oder AG

• Lehrling hat Anspruch auf Entschädigung (§ 17 BAG)

• Erst tatsächlicher KV-Abschluss schließt


Lehrlingsentschädigung aus

• Nachwirkung
Kollision von KV

• Mehrfach-KV-Angehörigkeit des AG („Tarifvielfalt“)


1. Zwei oder mehrere Betriebe  § 9 Abs 1 ArbVG (fachlich und
örtlich entsprechender KV)

2. Haupt- und Nebenbetrieb ODER


fachlich und organisatorisch getrennte Betriebsabteilungen 
§ 9 Abs 2 ArbVG (fachlich und örtlich entsprechender KV)

3. Mischbetrieb  § 9 Abs 3 ArbVG (KV, dem für fachlichen


Wirtschaftsbereich des Betriebes maßgebliche wirtschaftliche
Bedeutung zukommt  Gewinn, Umsatz…; BV möglich)

4. Wenn keine maßgebliche wirtschaftliche Bedeutung  § 9 Abs 4


ArbVG (KV, der die größere Zahl von AN erfasst;
branchenmäßig)
Kollision von KV

• AN ist in mehreren Betrieben/organisatorisch


abgegrenzten Betriebsbereichen eines AG tätig =
„Mischverwendung“ (Tarifeinheit)

1.  § 10 Abs 1 ArbVG (KV, der der überwiegenden Tätigkeit des


AN entspricht; zeitlich gesehen)

2.  § 10 Abs 2 ArbVG (wenn keine überwiegende Tätigkeit  (KV,


der die größere Zahl von AN erfasst; branchenmäßig)
Betriebsvereinbarung

• § 29 ArbVG

• Schriftliche Vereinbarungen zwischen BI und BR

• Generelle Maßnahmen auf Betriebsebene

• ArbVG  Teil I und Teil II

• Bestehen eines Betriebsrats erforderlich


Betriebsvereinbarung

• Schuldrechtlicher und normativer Teil

• Regelung von Maßnahmen, die der BV


• … durch Gesetz (§§ 96 ff ArbVG, AZG)
• … durch KV (§ 2 Abs 2 ArbVG)

übertragen werden.

• Günstigkeitsprinzip  § 31 Abs 3 ArbVG


Betriebsvereinbarung – Arten

• Notwendige BV (§ 96 ArbVG)
• BR muss zustimmen
• Regelung durch untergeordnete Rechtsquelle nicht möglich

• Notwendige BV mit Zwangsschlichtung (§ 96a ArbVG)


• Zustimmung des BR kann durch Schlichtungsstelle ersetzt
werden (Abs 2 leg cit)
• Regelung durch untergeordnete Rechtsquelle nicht möglich
Betriebsvereinbarung - Arten
• Erzwingbare BV (§ 97 Abs 1 Z 1 bis 6a ArbVG)
• Regelung durch nachgeordnete Rechtsquelle möglich (AV, Weisung)
• Keine Einigung  Schlichtungsstelle (Abs 2 leg cit)
• Regelung durch KV  Erzwingbarkeit geht verloren (wird zu
fakultativer BV; vgl Abs 2 leg cit)

• Fakultative BV (§ 97 Abs 1 Z 7 ff ArbVG)


• Regelung durch nachgeordnete Rechtsquelle möglich (AV, Weisung)
• Keine Anrufungsmöglichkeit einer Schlichtungsstelle (Abs 2 leg cit e
contrario); Zustandekommen nur bei Einigung

• Freie BV
• Keine Deckung durch Gesetz oder KV
• „Vertragsschablonentheorie“
Betriebsvereinbarung - Arten

Notwendige BV BI & BR einigen sich nicht


(§ 96 ArbVG)  Maßnahme nicht
umsetzbar
Ersetzbare BV BI & BR einigen BI Schlichtungsstelle
(§ 96a ArbVG) sich nicht

Erzwingbare BV BI & BR einigen BI oder


(§ 97 Abs 1 Z 1 bis 6a BR Schlichtungsstelle
sich nicht
ArbVG)

Fakultative BV Freiwillige Regelung


(§ 97 Abs 1 Z 7 ff
zwischen BI und BR
ArbVG)

Freie BV „Vertragsschablonentheorie“
Betriebsvereinbarung -
Nachwirkung
• Nachwirkung nur bei Kündigung möglich (§ 32 Abs 3
ArbVG)

• Kündigung nur, wenn Schlichtungsstelle NICHT


angerufen werden kann (§ 32 Abs 2 ArbVG)

• Kündigung möglich bei


• Fakultativer BV (§ 97 Abs 2 e contrario)
• Notwendiger BV (§ 96 Abs 2 ArbVG)

• Nachwirkung aber nur bei


• Fakultativer BV!
 Bei Notwendiger BV wird Nachwirkung ausgeschlossen (§ 96
Abs 2 S 2 ArbVG)
Betriebsratswahl anhand eines Beispiels

• § 50 ArbVG  Anzahl der BR (zB bei 160 AN, 5 BR)

• Mandatsverteilung: D´Hondtsches Wahlverfahren (§ 51 Abs 2 ArbVG)

• 1. Schritt: Anzahl der wahlwerbenden Gruppen sowie der tatsächlich


abgegebenen Stimmen
• 2. Schritt: Erstellung einer Matrix

A B C D
159 Stimmen 85 49 13 12
/2 42 24 6 6
/3 28 16 4 4 Fünft größte
/4 21 12 3 3 Zahl = Wahlzahl

• 3. Schritt: Ermittlung der Wahlzahl


• 4. Schritt: Division  Stimmen/Wahlzahl pro Liste = Mandat
• Ergebnis: A (3 Mandate), B (2 Mandate), C und D (0 Mandate)
Viel Erfolg für die Prüfung!