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DEUTSCHE NORM Mai 2010

DIN EN 15620
D
ICS 53.080 Siehe jedoch Beginn der
Gültigkeit

Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl –


Verstellbare Palettenregale –
Grenzabweichungen, Verformungen und Freiräume;
Deutsche Fassung EN 15620:2008
Steel static storage systems –
Adjustable pallet racking –
Tolerances, deformations and clearances;
German version EN 15620:2008
Systèmes de stockage statiques en acier –
Rayonnages à palettes réglables –
Tolérances, déformations et jeux;
Version allemande EN 15620:2008
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Gesamtumfang 79 Seiten

Normenausschuss Eisen-, Blech- und Metallwaren (NAEBM) im DIN

© DIN Deutsches Institut für Normung e.V. · Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise,
nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin, gestattet.
Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin
Preisgruppe 26
www.din.de !$O&9"
www.beuth.de 1440322
DIN EN 15620:2010-05

Beginn der Gültigkeit


Diese Norm gilt ab 2010-05-01.

Nationales Vorwort
Dieses Dokument enthält sicherheitstechnische Festlegungen im Sinne des Gesetzes über technische
Arbeitsmittel und Verbraucherprodukte (Geräte- und Produktsicherheitsgesetz — GPSG).

Es beinhaltet die deutsche Fassung der vom Technischen Komitee CEN/TC 344 „Ortsfeste Regalsysteme aus
Stahl“ (Sekretariat: UNI, Italien) des Europäischen Komitees für Normung (CEN) ausgearbeiteten Norm
EN 15620.

Die nationalen Interessen bei der Erarbeitung dieses Dokuments sind vom Arbeitsausschuss
NA 020-00-17 AA „Statische Regale aus Stahl“ im Normenausschuss Eisen-, Blech- und Metallwaren
(NAEBM) im DIN wahrgenommen worden, der auch die deutsche Fassung erstellt hat.

Anforderungen an das Einrichten und Betreiben von Verkehrswegen werden in § 3 Abs. 1 und § 4 Abs. 4
sowie im Punkt 1.8 des Anhanges der Arbeitsstättenverordnung geregelt. Eine weitere Konkretisierung dieser
Anforderungen soll in der Regel für Arbeitsstätten ASR A1.8 Verkehrswege erfolgen, die sich zurzeit in
Bearbeitung befindet. Bis zur Bekanntmachung dieser Regel für Arbeitsstätten im Gemeinsamen Ministerial-
blatt, längstens jedoch bis August 2010, kann die Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 17/1,2 zur Konkretisierung
herangezogen werden.

Die in dieser Norm festgelegten Anforderungen an die Freiräume in den Unterabschnitten 5.4.4 und 5.4.5
stehen nicht in Übereinstimmung mit den Schutzzielen der Arbeitsstättenverordnung sowie den Festlegungen
der vorgenannten ASR. In Deutschland hat der Arbeitgeber gemäß § 3 Abs. 1 der Arbeitsstättenverordnung
die Regelungen der ASR zu beachten. Bei Einhaltung der Regeln für Arbeitsstätten ist davon auszugehen,
dass die in der Verordnung gestellten Anforderungen diesbezüglich erfüllt sind. Wendet der Arbeitgeber die
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Regeln für Arbeitsstätten nicht an, muss er durch andere Maßnahmen die gleiche Sicherheit und den gleichen
Gesundheitsschutz der Beschäftigten erreichen.

Die in den Literaturhinweisen aufgeführten FEM-Dokumente können beim Fachverband Fördertechnik und
Logistiksysteme im VDMA, Postfach 710864, 60498 Frankfurt oder unter foerd@vdma.org bestellt werden.

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EUROPÄISCHE NORM EN 15620
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Oktober 2008

ICS 53.080

Deutsche Fassung

Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl —


Verstellbare Palettenregale —
Grenzabweichungen, Verformungen und Freiräume

Steel static storage systems — Systèmes de stockage statiques en acier —


Adjustable pallet racking — Rayonnages à palettes réglables —
Tolerances, deformations and clearances Tolérances, déformations et jeux

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 13. September 2008 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN oder bei jedem CEN-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-
Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich
und Zypern.
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EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2008 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 15620:2008 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................5
Einleitung.............................................................................................................................................................6
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................7
2 Normative Verweisungen......................................................................................................................7
3 Begriffe ...................................................................................................................................................8
4 Regalklassen ....................................................................................................................................... 13
4.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 13
4.2 Klasse 100, bedient durch Regalförderzeuge.................................................................................. 13
4.3 Klasse 200, bedient durch Regalförderzeuge.................................................................................. 14
4.4 Klasse 300, Regale mit sehr schmalem Gang ................................................................................. 14
4.4.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 14
4.4.2 Klasse 300A, Regalanlagen mit sehr schmalem Gang ................................................................... 15
4.4.3 Klasse 300B, Regalanlagen mit sehr schmalem Gang ................................................................... 15
4.5 Klasse 400, Regalanlagen mit breiten und schmalen Gängen ...................................................... 16
4.5.1 Klasse 400, Breitgangregale.............................................................................................................. 16
4.5.2 Klasse 400, Regalanlage mit schmalem Gang................................................................................. 17
5 Breite und schmale Gänge — Klasse 400 ........................................................................................ 17
5.1 Bodengrenzabweichungen ................................................................................................................ 17
5.1.1 Definition von E................................................................................................................................... 17
5.1.2 Grenzwerte für E ................................................................................................................................. 18
5.2 Montagegrenzabweichungen ............................................................................................................ 19
5.3 Grenzwerte für Verformungen........................................................................................................... 22
5.3.1 Verformungen des Bodens................................................................................................................ 22
5.3.2 Grenzwerte für die Verformung des Trägers in Y-Richtung........................................................... 22
5.3.3 Verformungen des Rahmens in X- und Z-Richtung ........................................................................ 22
5.4 Freiräume für Ladeeinheiten und Bediengeräte.............................................................................. 22
5.4.1 Freiräume für die Platzierung der Ladeeinheiten ............................................................................ 22
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5.4.2 Horizontale seitliche und vertikale Freiräume in einem Feld......................................................... 23


5.4.3 Horizontaler Freiraum in Tiefenrichtung .......................................................................................... 25
5.4.4 Maße für die Gangbreite..................................................................................................................... 27
5.4.5 Freiräume für Laufgänge ................................................................................................................... 28
6 Sehr schmaler Gang — Regalklasse 300 ......................................................................................... 30
6.1 Bodengrenzabweichungen ................................................................................................................ 30
6.1.1 Definition für E, Z und Zgeneigt .......................................................................................................... 30
6.1.2 Definition für dZ und dX ...................................................................................................................... 30
6.1.3 Definition von d 2Z und d 2X................................................................................................................. 31
6.1.4 Grenzwerte für die Eigenschaften..................................................................................................... 32
6.2 Montagegrenzabweichungen ............................................................................................................ 33
6.2.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 33
6.2.2 Grenzabweichungsbereich für die Rahmen in X-Richtung ............................................................ 37
6.3 Grenzwerte für die Verformung......................................................................................................... 37
6.3.1 Verformungen des Bodens................................................................................................................ 37
6.3.2 Grenzwerte für die Trägerverformung in Y-Richtung ..................................................................... 37
6.3.3 Verformungen des Rahmens............................................................................................................. 38
6.3.4 Verformung der Führungsschiene.................................................................................................... 38
6.4 Freiräume für Ladeeinheiten und Bediengeräte.............................................................................. 38
6.4.1 Freiräume für die Beschickung der Ladeeinheiten ......................................................................... 38
6.4.2 Horizontale und vertikale Freiräume in einem Feld ........................................................................ 39
6.4.3 Horizontaler Freiraum in Tiefenrichtung .......................................................................................... 40
6.5 Breitenmaße des Ganges................................................................................................................... 43
6.5.1 Mindestfreiraum für Stapler und Ladeeinheit in einem Gang ........................................................ 43

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Seite
6.5.2 Unterste Ladeeinheit ...........................................................................................................................43
6.6 Übergabeplätze....................................................................................................................................43
7 Regalförderzeug-Klassen 100 und 200 .............................................................................................44
7.1 Grenzabweichungen für den Boden..................................................................................................44
7.1.1 Wechselseitige Abhängigkeit des Regals und des Regalförderzeugs von örtlichen
Unterschieden des Bodenniveaus.....................................................................................................44
7.1.2 Ausgeglichenheit des Bodenniveaus für Regalförderzeuganlagen ..............................................44
7.2 Montagegrenzabweichungen .............................................................................................................44
7.2.1 Allgemeines .........................................................................................................................................44
7.2.2 Grenzabweichungsbereich für die Rahmen in X-Richtung.............................................................48
7.2.3 Grenzabweichungen für Herstellung und Montage der Führungsschiene ...................................48
7.3 Grenzwerte für die Verformung .........................................................................................................49
7.3.1 Verformung der Bodenplatten durch Bodensetzung und Durchbiegung der Platte....................49
7.3.2 Grenzwerte für die Verformung des Trägers in Y-Richtung ...........................................................49
7.3.3 Verformungen der oberen Führungsschiene ...................................................................................50
7.3.4 Verformungen des Rahmens in X- und Z-Richtung.........................................................................52
7.3.5 Verformungen des Rahmens in X- und Z-Richtung für Regale in Silobauweise und
Windlasten ...........................................................................................................................................53
7.3.6 Elastische Längenverkürzung der Stützen.......................................................................................55
7.4 Freiräume für Ladeeinheiten und Bediengeräte ..............................................................................55
7.5 Verformungen der Durchschubsicherung ........................................................................................55
7.5.1 Verformungen ......................................................................................................................................55
7.5.2 Freiraum ...............................................................................................................................................55
8 Lagergrenzabweichungen und -verformungen................................................................................55
Anhang A (informativ) Bauteile für verstellbare Palettenregale...................................................................56
Anhang B (informativ) Allgemeine Sicherheitsphilosophie .........................................................................58
B.1 Allgemeines .........................................................................................................................................58
B.2 Manövrierfreiraum in Regalen mit breiten oder schmalen Gängen ...............................................59
B.3 Einschubtechnik..................................................................................................................................59
B.4 Umgebungen mit zusätzlichem Risiko..............................................................................................60
B.5 Anforderungen an die Stapler............................................................................................................60
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B.6 Bodengrenzabweichungen und -verformungen ..............................................................................61


B.6.1 Allgemeines .........................................................................................................................................61
B.6.2 Böden mit Gefälle ................................................................................................................................62
B.6.3 Schrägstellung des Förderzeugs.......................................................................................................62
Anhang C (informativ) Aufnahme der Regalmaße .........................................................................................64
C.1 Allgemeines .........................................................................................................................................64
C.2 Vereinbarte Bezugslinien und Bezugspunkte ..................................................................................64
C.3 Wichtigste Bezugslinien und Bezugspunkte....................................................................................64
C.4 Bericht über die Aufnahme der Regalmaße......................................................................................64
C.4.1 Allgemeines .........................................................................................................................................64
C.4.2 Messbedingungen ...............................................................................................................................64
Anhang D (informativ) Einflüsse von Durchbiegung und Aufwölbung der Träger auf die
Freiräume .............................................................................................................................................65
D.1 Einflüsse von Durchbiegung und Aufwölbung für nicht frei tragende Träger auf die
Freiräume X3, X4 und Y1, Y2 und Y3 ....................................................................................................65
D.2 Auswirkungen von Durchbiegung und Aufwölbung für freitragende Träger auf die
Freiräume X3, X4 und Y1, Y2 und Y3 (P- und D-Plätze) ......................................................................69

Anhang E (informativ) Zusätzliche Informationen zur Bestimmung von Maßen und Freiräumen in
Tiefenrichtung des Regals (Z-Richtung) ...........................................................................................70
E.1 Beschickungsgrenzabweichungen in Tiefenrichtung des Regals .................................................70
E.2 Größere Werte für Z2a und Z2b ............................................................................................................71

Anhang F (informativ) Zusätzliche Informationen für Schmalgangstapler in verstellbaren


Palettenregalen....................................................................................................................................73

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Seite
F.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 73
F.2 Betrachtungen für die Z-Richtung .................................................................................................... 73
F.3 Betrachtungen für die Y-Richtung .................................................................................................... 74
F.4 Höhenauswahleinrichtung................................................................................................................. 74
F.5 Übergabeplätze (P- und D-Plätze) ..................................................................................................... 74
Anhang G (informativ) Berücksichtigung von Grenzabweichungen und Verformungen bei der
Bestimmung von Freiräumen ............................................................................................................ 75
G.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 75
G.2 Andere Regalsysteme als verstellbare Palettenregale mit einer Palette in der Tiefe.................. 75
Anhang H (informativ) Empfehlungen für die Grenzabweichungen der oberen Führungsschiene ........ 76
Literaturhinweise ............................................................................................................................................. 77
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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 15620:2008) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 344 „Ortsfeste Regalsysteme
aus Stahl“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom UNI gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis April 2009, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis April 2009 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Texte dieses Dokuments Patentrechte berühren können.
CEN [und/oder CENELEC] sind nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu
identifizieren.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien,
Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.
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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Einleitung
Die Bestimmung der sicheren Tragfähigkeit von Regalen ist eine Aufgabe der Baustatik, die in Eurocodes
erfasst wird, speziell in EN 1993. Die für Regale relevantesten Teile sind EN 1993-1-1 und EN 1993-1-3.

Um für die Konstruktion von Lagersystemen eine zuverlässige, dem Stand der Technik entsprechende Richt-
linie anzubieten, werden bedingt durch Unterschiede hinsichtlich der Form der Bauteile, der Einzelheiten und
der Verbindungsarten zusätzlich zu den Euronormen weitere fachliche Angaben benötigt.

In den Anwendungsbereich des CEN/TC 344 fällt die Erarbeitung Europäischer Normen, die Richtlinien für
Spezifikation, Konstruktion, Montageverfahren und für die Genauigkeit beim Aufbau festlegen sowie für den
Benutzer Hinweise für die sichere Benutzung ortsfester Lagersysteme aus Stahl enthalten.

Der Bedarf für diese Richtlinien ist zusammen mit der Notwendigkeit zur Abstimmung der Bemessungsregeln
der Grund, dass die European Racking Federation (ERF) die Initiative für CEN/TC 344 ergriffen hat. Von
diesem Technischen Komitee wird gegenwärtig eine Anzahl Europäischer Normen für Regale aus Stahl wie
folgt erarbeitet.

prEN 15512, Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl — Verstellbare Palettenregale — Grundlagen der statischen
Bemessung

prEN 15629, Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl — Spezifikation von Lagereinrichtungen

prEN 15635, Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl — Anwendung und Wartung von Lagersystemen

Es ist beabsichtigt, diese Reihe von EN-Normen aufeinander folgend innerhalb von 10 Jahren zu veröffent-
lichen.
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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm legt Grenzabweichungen, Verformungen und Freiräume/Zwischenräume fest, die
bei Herstellung, Zusammenbau und Montage von Palettenregalen unter Beachtung der Wechselwirkung mit
den Böden zu beachten sind. Diese Grenzabweichungen, Verformungen und Freiräume sind wichtig, um die
funktionellen Anforderungen zu erfüllen und eine geeignete Wechselwirkung mit den Regalbediengeräten
sicherzustellen, für deren Bedienung qualifiziertes, kompetentes Personal eingesetzt wird, das eine
Einweisung für das jeweilige Regalsystem erhalten hat. Die Wechselwirkungsbedingungen sind auch zur
Bestimmung der Zuverlässigkeit des Lagersystems wichtig, damit ein nur geringes Risiko für Zusammenstöße
mit Förderzeugen, Paletten oder für einen Zusammenbruch des Regalsystems besteht. Die in prEN 15512
angegebene Sicherheitsphilosophie liegt der Einhaltung dieser Norm zugrunde.

Diese Europäische Norm gibt Anleitungen zum Umgang mit einer Vielzahl von Problemen, zu denen Grenz-
abweichungseinschränkungen für die betrieblichen Freiräume, für die Herstellung, für den Zusammenbau und
für die Montage sowie Einschränkungen für die Verformung von Regalbauteilen unter Last durch Durch-
biegung oder Dehnung gehören.

Diese Europäische Norm beschränkt sich auf verstellbare Palettenregale mit einfacher Tiefe, die mit Flur-
oder Regalförderzeugen bedient werden. Die künftige Aufnahme von Einfahr-, Einschub-, und Satellitensys-
temen wird in Erwägung gezogen.

In dieser Europäischen Norm werden ausdrücklich keine Grenzabweichungen und Verformungen für
Flur- oder Regalförderzeuge erfasst. Hersteller/Lieferant und Kunde oder Benutzer des Flur- oder Regalför-
derzeugs sind dafür verantwortlich, dass die in dieser Europäischen Norm für die Regalsysteme angegebenen
Grenzabweichungen, Verformungen und Freiräume für einen sicheren Betrieb des Gesamtsystems geeignet
sind.

Diese Europäische Norm muss zusammen mit den neuesten Informationen durchgearbeitet werden, die von
Lieferanten der Flur- oder Regalförderzeuge bezüglich Wenderadien, Grenzabweichungen und Verformungen
für die Förderzeuge zur Verfügung gestellt werden.

2 Normative Verweisungen
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Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

prEN 15512, Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl — Verstellbare Palettenregale — Grundlagen der statischen
Bemessung

prEN 15629, Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl — Spezifikation von Lagereinrichtungen

prEN ISO 3691-3, Flurförderzeuge — Sicherheitstechnische Anforderungen und Verifizierung — Teil 3:


Zusätzliche Anforderungen für Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz und Flurförderzeuge, die zum
Fahren mit angehobener Last ausgelegt sind (ISO/DIS 3691-3:2007)

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe.

3.1
verstellbares Palettenregal
APR (en: adjustable pallet racking)
Stahlkonstruktion aus Rahmen und höhenverstellbaren Trägern, die so gestaltet ist, dass Paletten und
Ladeeinheiten abgestützt werden

ANMERKUNG Die wichtigsten Regalbauteile werden in Bild 1 gezeigt. Weitere ausführliche Angaben, siehe Anhang A
(informativ).
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Legende
1 Oberer Querträger
2 Regalzeile, die von zwei Seiten zu bedienen ist (Doppelregal)
3 Obere Führungsschiene
4 Ständerrahmenstütze
5 Regalzeile, die von nur einer Seite zu bedienen ist (Einfachregal)
6 Rahmenaussteifung
7 Distanzstück
8 Träger
9 Ladeeinheit

Bild 1 — Regalbauteile

3.2
Gangbreite
Mindestmaß, das rechtwinklig zur Ganglängsrichtung am Boden und in einer beliebigen Trägerhöhe zwischen
den in Nennposition angeordneten Ladeeinheiten oder zwischen den Regalteilen gemessen wird

ANMERKUNG Weitere ausführliche Angaben, siehe informativer Anhang A.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

3.3
Regalgangbreite
Mindestmaß, das rechtwinklig zur Ganglängsrichtung und in einer beliebigen Trägerhöhe zwischen den
Regalteilen gemessen wird

3.4
Zwischenraum
Freiraum
Nennmaß zwischen Einheiten

3.5
Koordinatenpositionierung
Positionierung des Regalförderzeugs anhand von globalen (x- und y-) Koordinaten

3.6
Verformung
Verschiebung, die durch Fremdeinwirkung verursacht wird

3.7
Regale mit zwei Paletten hintereinander; Regale mit doppelter Tiefe
Regale, in denen zwei Ladeeinheiten hintereinander gelagert werden können, auf die mit Hilfe eines
Gabelstaplers mit einer speziell gestalteten langen Gabel von einem Gang aus ein Zugriff möglich ist

ANMERKUNG Die Anordnung des Regals für zwei Paletten hintereinander wird in Bild 2 gezeigt.
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Bild 2 — Regale für zwei Paletten hintereinander

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EN 15620:2008 (D)

3.8 Bodenoberfläche

3.8.1
Höhendifferenz
zwischen zwei Punkten gemessenes vertikales Höhenmaß

3.8.2
Ebenheit
Kennwerte für die Regelmäßigkeit einer Oberfläche innerhalb einer kurzen Distanz ohne Bezug auf einen
Bezugspunkt

3.8.3
Ebenheit der Bodenfläche
Kennwert für die Regelmäßigkeit einer Oberfläche innerhalb einer kurzen Distanz mit Bezug auf einen
Bezugspunkt

3.9
Laufgang
Platz für Bewegung bzw. Transport, der keinen Zugang zu den Beschickungs- bzw. Kommissionierflächen der
Regale bietet

3.10
Feinpositionierung
örtliche Justierung der Maschine bezogen auf die Regalbauteile in die X- und/oder Y-Richtung mittels
Sensoren am Regalförderzeug und Richtflächen am Regal

3.11
Monteure
Personal, das durch Ausbildung und Qualifikation kompetent für den Zusammenbau und Aufbau des Regals
am vorgesehenen Standort ist

3.12
Einschubtechnik
Ein- oder Auslagern einer Palette mit einem Gabelstapler, dessen Wenderadius oder Gabellänge größer als
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die Gangbreite ist, so dass während des Wendens zur Ein- oder Auslagerung einer Palette ein Teil der
entsprechenden Palettenlagerfläche von den Staplergabeln beansprucht wird

3.13
Fördermittel
MHE (en: mechanical handling equipment)
mechanische Einrichtung, mit der die zu lagernde Ladeeinheit befördert wird

3.14 Bewegung

3.14.1
Bereich mit festgelegten Bewegungen
DM (en: defined movement)
Bereich, in dem sich das Fördermittel (MHE) entlang eines festen Weges bewegt

ANMERKUNG Bereiche mit festgelegter Bewegung gibt es im Allgemeinen für Hochregale. Die Bemessung für diese
Anordnung wird so ausgewählt, dass ausreichend Platz für die Regalanlage und das Fördermittel gegeben ist. In
Lagereinrichtungen werden oft Bereiche für Tätigkeiten mit freier Bewegung in Bodennähe zusammen mit Bereichen für
festgelegte Bewegung in höheren Ebenen kombiniert.

3.14.2
Bereich mit freien Bewegungen
FM (en: free movement)
Bereich, in dem sich das Fördermittel (MHE) frei in alle Richtungen bewegt

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

3.15
Übergabeplätze; Aufgabe-/Aufnahmeplätze
P- und D-Plätze
Lagerplätze am Ende eines Regalgangs, die als Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Arten von Förder-
mitteln dienen
ANMERKUNG Der P- und D-Platz, wie in Bild 3 gezeigt, kann als Schnittstelle zwischen dem Fördermittel für die Lade-
einheit dienen, das dem Regalgang zugeordnet ist (z. B. einem Schmalgangstapler [VNA] oder einem Regalförderzeug)
und den zur Bedienung der Anlage vorgesehenes Fördermittel oder vorgesehenen frei beweglichen Flurförderzeugen. Der
P- und D-Platz kann auch als Vorrichtung zur genauen Positionierung der Ladeeinheit im Regal verwendet werden. Für
diesen Zweck wird er oft von Flur- oder Regalförderzeugen ohne Verstellmöglichkeit der Gabellänge benutzt, um beim
Absetzen der Ladeeinheit auf die Regalträger in X- und Z-Richtung eine hohe Genauigkeit zu erreichen.

Legende
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1 Zugriff für frei bewegliche Flurförderzeuge


2 Positionen der Ladeeinheiten in den Regalen
3 Übergabeplätze (P-und D-Plätze)
4 sehr schmaler Gang (VNA)

Bild 3 — Beispiele für Übergabeplätze (P- und D-Plätze)

3.16 Regalklassen
3.16.1
Regalklassen 100 und 200 für Regalförderzeuge
Palettenregale, die so ausgelegt sind, dass sich schmale Gänge ergeben und die von einem Regalförderzeug
bedient werden, das auf einer bodenmontierten Schiene läuft und am oberen Ende des Masts durch eine
obere Führungsschiene stabilisiert wird

3.16.2
Regalklasse 400 mit schmalen Gängen
Palettenregale, die ähnlich wie Breitgangregale ausgelegt sind, deren Gänge jedoch eine reduzierte Breite
haben und die mit Spezialstaplern bedient werden müssen

3.16.3
Regalklasse 300 mit sehr schmalen Gängen
Palettenregale, die auf eine Gangbreite ausgelegt sind, die der Breite von Flurförderzeug und Ladeeinheit
zuzüglich eines kleinen Arbeitszwischenraums entspricht, wobei in den Gängen keine 90°-Drehung des
Förderzeugs hin zur Regalfront zwecks Durchführung von Ein- und Auslagerungen möglich ist

11
DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

3.16.4
Regalklasse 400 für Breitgangregale
Palettenregale, deren Gangbreite so ausgelegt ist, dass der Gabelstapler den Gang in Längsrichtung
passieren kann und eine 90°-Drehung (hin zur Regalfront) zwecks Durchführung von Ein- und Auslagerungen
möglich ist

3.17
Bezugsrichtungen
um 90° zueinander versetzte Richtungen zur Festlegung der Ausrichtung des Regals

ANMERKUNG Die Bezugsrichtungen X, Y und Z sind in Bild 1 festgelegt. Die X-Richtung verläuft in der Längsrichtung
des Ganges, die Y-Richtung ist die dazu rechtwinklig nach oben verlaufende Richtung, und die Z-Richtung entspricht der
Querrichtung des Ganges.

3.18
Einfachregal
Palettenregale, in denen es auf jeder Seite das Ganges nur eine einzige Zeile von Ladeeinheiten gibt, die von
dem Fördermittel von diesem Gang aus bedient werden

3.19
Spezifikation
detaillierte Beschreibung der Anforderungen des Benutzers sowie Festlegung weiterer Daten, z. B. Umge-
bungsbedingungen, Bodenkonstruktion, Anforderungen örtlicher Behörden usw. und sämtliche Einzelheiten,
die Auslegung oder Ausführung der Anlage beeinflussen

3.20
Planer
Person oder Firma, die dem Lieferanten eine detaillierte Spezifikation der Anforderungen des Endbenutzers
zur Verfügung stellt

ANMERKUNG Der Planer kann ein Gutachter, ein anderer Spezialist, der Benutzer oder der als Planer handelnde
Lieferant der Lagereinrichtung sein.

3.21
Regalförderzeug
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Regalbediengerät für die Durchführung der Ein- und Auslagerungen (SR-Gerät), das auf einer Schiene läuft
und am oberen Ende des Masts durch eine obere Führungsschiene geführt wird

3.22
Lieferant
Firma, die mit der Lieferung der Lagereinrichtung beauftragt ist

ANMERKUNG Die Firma kann der Hersteller oder eine als Händler fungierende Firma sein.

3.23
Grenzabweichungen
Maßabweichungen gegenüber dem Nennmaß oder Positionsabweichungen, die bei Herstellung, Zusammen-
bau und Montage der Förder- und Lagereinrichtungen sowie durch Umgebungseinflüsse auf das System
auftreten, z. B. Einflüsse durch das Gebäude, die Ladeeinheit und den Betonboden

3.24
Benutzer
Firma oder Person, die täglich die Anlage leitet und betreibt und für die ständige Sicherheit der Anlage
verantwortlich ist

12
DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

3.25
Schmalgang
VNA (en: very narrow aisle)
Gang mit einer Breite, die der Breite von Flurförderzeug und Ladeeinheit zuzüglich eines kleinen
Arbeitszwischenraums entspricht, wobei in den Gängen keine 90°-Drehung des Förderzeugs hin zur
Regalfront zwecks Durchführung von Ein- und Auslagerungen möglich ist

4 Regalklassen

4.1 Allgemeines

Für Montagegrenzabweichungen, Verformungen und Freiräume wurde eine Einteilung in vier Gruppen
vorgenommen, um die allgemeinen Anforderungen an die vier Bediengeräte-Gruppen zu erfassen. Um einen
sicheren Betrieb zu gewährleisten, benötigen die Regale der jeweiligen Klasse einen eigenen Standard für
Montagegrenzabweichungen, Verformungen und Mindestfreiräume. Für weitere Informationen zur
allgemeinen Sicherheitsphilosophie siehe Anhang B.

4.2 Klasse 100, bedient durch Regalförderzeuge

Palettenregale, die wie Regalsysteme mit schmalen Gängen ausgelegt sind, aber von einem Regalförderzeug
bedient werden. Die Gangbreite ist gerade ausreichend für die Breite des Regalförderzeugs oder der
Ladeeinheit zuzüglich des in Bild 4 gezeigten Arbeitszwischenraums.
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Bild 4 — Durch Regalförderzeuge bedientes Regal

Die Bediengeräte für diese Regale werden automatisch gesteuert; sie haben kein Feinpositioniersystem an
den Lagerplätzen der Ladeeinheiten und werden im Allgemeinen für Lagersysteme mit einer Höhe unter 18 m
angewendet.

4.3 Klasse 200, bedient durch Regalförderzeuge

Mit Regalförderzeugen bediente Anlagen, bei denen die Bediengeräte automatisch gesteuert werden und ein
Feinpositioniersystem an den Lageplätzen der Ladeeinheiten haben. Es sind auch die Anlagen einbezogen,
bei denen das Bediengerät manuell gesteuert wird.

4.4 Klasse 300, Regale mit sehr schmalem Gang

4.4.1 Allgemeines

Palettenregale der Klasse 300 mit sehr schmalen Gängen sind so ausgelegt, dass sie nur die Breite des
Flurförderzeugs und der Ladeeinheit aufnehmen, zuzüglich des in Bild 5 gezeigten Arbeitszwischenraums.

Die Ladeeinheiten werden innerhalb der Gänge manipuliert, ohne dass sich das Flurförderzeug hin zur
Regalfront drehen muss.

14
DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Die Flurförderzeuge werden im Allgemeinen innerhalb der Gänge durch Führungsschienen oder im Boden
verlegte Signaldrähte geführt, sie haben feste oder höhenfahrbare Fahrerplätze.
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Bild 5 — Regal mit sehr schmalem Gang

Zu Definitionen der Flurförderzeuge siehe prEN ISO 3691-3.

4.4.2 Klasse 300A, Regalanlagen mit sehr schmalem Gang

Regalanlagen der Klasse 300A mit sehr schmalen Gängen, bei denen die Bedienperson zusammen mit der
Ladeeinheit angehoben und abgesenkt wird, und die zum Positionieren der Ladeeinheit für den Fall „Mann
oben“ eine manuelle Höhenverstellung haben. Alternativ muss eine Bedienperson, die auf der Bodenebene
bleibt, eine indirekte Sichthilfe anwenden, z. B. ein Überwachungskamerasystem (CCTV) oder ein
entsprechendes System, um die Bedienperson zu leiten.

4.4.3 Klasse 300B, Regalanlagen mit sehr schmalem Gang

Bei Regalanlagen der Klasse 300B mit sehr schmalen Gängen gilt „Mann unten“, d. h. die Bedienperson bleibt
auf der Bodenebene und muss keine indirekte Sichthilfe anwenden.

15
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EN 15620:2008 (D)

4.5 Klasse 400, Regalanlagen mit breiten und schmalen Gängen

4.5.1 Klasse 400, Breitgangregale

Diese Regale haben Gänge mit einer ausreichenden Breite, so dass der Gabelstapler den Gang entlang
fahren kann und eine 90°-Drehung (hin zur Regalfront) möglich ist, um, wie in Bild 6 gezeigt, Ein- und
Auslagerungen vorzunehmen.

Bild 6 — Breitgangregal mit Frontstapler


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EN 15620:2008 (D)

4.5.2 Klasse 400, Regalanlage mit schmalem Gang

Eine Regalanlage der Klasse 400 mit schmalen Gängen ist ein Palettenregal, das ähnlich wie ein Breitgang-
regal ausgelegt ist, aber Gänge mit verringerter Breite aufweist, die mit Spezialstaplern nach Bild 7 bedient
werden können.
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Bild 7 — Regal mit schmalem Gang und Schubmaststapler

5 Breite und schmale Gänge — Klasse 400

5.1 Bodengrenzabweichungen

5.1.1 Definition von E

E ist die Differenz der Höhen an benachbarten Festpunkten in 3 m Abstand voneinander, wie in Bild 8
dargestellt.

17
DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Legende
1 Bodenprofil eben aber nicht flach
2 Bodenprofil flach aber nicht eben
X 3m
E Höhendifferenz zwischen benachbarten Festpunkten in 3 m Abstand

Bild 8 — Ebenheit, Flachheit und Höhendifferenz


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5.1.2 Grenzwerte für E

Die Werte für ESD für horizontale Innenböden dürfen die in Tabelle 1 angegebenen Werte nicht überschreiten.

Tabelle 1 — Grenzwerte für ESD

Höhe des oberen Trägers ESD


Klasse
m mm
FM1
Mehr als 13 2,25
Stapler ohne seitliche Verschiebung
FM2
8 bis 13 3,25
Stapler ohne seitliche Verschiebung
FM3
bis zu 8 4,0
Stapler ohne seitliche Verschiebung
FM3
bis zu 13 4,0
Stapler mit seitlicher Verschiebung

18
DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

ANMERKUNG Eine Auslegung nach FM1 ist erheblich schwieriger als eine Auslegung nach FM2 und FM3 und sollte
nur für Anlagen, deren oberer Träger höher als 13 m ist oder bei denen sonstige Leistungsanforderungen einen höheren
Standard der Bodenflachheit verlangen, spezifiziert werden.

Diese Grenzwerte dürfen gelockert werden, wenn der Verfasser der Spezifikation der Überzeugung ist, dass
hinsichtlich folgender Punkte ein sicherer Betrieb des Systems gewährleistet ist:

a) Art des anzuwendenden Fördermittels;

b) Hubhöhe;

c) örtliche Steigungen/Gefälle in Bereichen, in denen Hebevorgänge mittels Fördermittel durchgeführt


werden;

d) zeitabhängige Veränderungen zur Bodenoberfläche.

ESD ist die Standardabweichung der L-Werte gemessen an einem 3 m Raster.

Ein 3 m Raster ist ein Raster von Punkten über die Bodenfläche in Abständen von 3 m, in zwei zum Gebäude
orthogonalen Richtungen angeordnet.

Alle Punkte auf dem 3 m Raster müssen innerhalb ± 15 mm der horizontalen Bezugsebene liegen, wenn
diese Bezugsebene quer über das gesamte Gebäude oder einen wesentlichen Teil des Gebäudes verläuft.

5.2 Montagegrenzabweichungen

Die maximal zulässigen Grenzabweichungen nach Montage bei nicht beladenem Regal müssen so sein, wie
in Tabelle 2 und Tabelle 3 und Bild 9 angegeben.

ANMERKUNG Die Montagegrenzabweichungen gelten auch, wenn das Regal demontiert und dann erneut montiert
wird.
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Tabelle 2 — Grenzabweichungen, gemessen in horizontaler Richtung

Grenzwerte für die horizontalen Grenzabweichungen in der XZ-Ebene


mm
Montage-
Messvorschrift und Beschreibung der Grenzabweichung Grenzabweichungen für
Regalklasse 400
δA Abweichung vom Nennmaß für die lichte Zugangsbreite zwischen zwei
±3
Stützen in einer beliebigen Trägerhöhe
δAt Abweichung vom Nennmaß für die Gesamtlänge des Regals, kumulativ
± 3n
für die Anzahl „n“ der Felder, gemessen etwa in Bodenhöhe
δB0 Abweichung vom Nennmaß der Regalfront bezogen auf die jeweilige
± 10
„Bezugslinie des Regalsystems Z“, gemessen etwa in Bodenhöhe
BF Fehlausrichtung gegenüberliegender Regalstützen quer zum Rahmen ± 20
Cx Abweichung des Rahmens vom Lot in X-Richtung ± H/350
Cz Abweichung des Rahmens vom Lot in Z-Richtung ± H/350
δD Abweichung vom Nennmaß für die Regaltiefe (Einfachrahmen) ±6
δE Abweichung vom Nennmaß für die Gangbreite etwa in Bodenhöhe ± 15
δF Abweichung vom Nennmaß für die Gang-Geradheit, gemessen etwa in
± 15
Bodenhöhe mit Bezug auf die „Bezugslinie X des Gangsystems“
Gz Geradheit des Trägers in Z-Richtung ± A/400
Es gilt der größere der
folgenden Grenzab-
weichungswerte:
Jx Geradheit der Stützen in X-Richtung zwischen Träger, die in einem ± 3 oder
Abstand HB voneinander angeordnet sind ± HB/400
Jz Anfangskrümmung eines Ständerrahmens in Z-Richtung ± H/500
Tw Trägerverdrehung in der Feldmitte 1° je m
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Tabelle 3 — Grenzabweichungen, gemessen in vertikaler Richtung

Grenzwerte für die vertikalen Grenzabweichungen in Y-Richtung


mm
Montage-
Messvorschrift und Beschreibung der Grenzabweichung Grenzabweichungen für
Regalklasse 400
Es gilt der größere der
folgenden Grenzab-
weichungswerte:
Gy Geradheit des Trägers in Y-Richtung ± 3 oder ± A/500
δH1A Abweichung der Oberseite des unteren Trägerniveaus gegenüber der
± 10
Fußplatte
δH1 Abweichung der Oberseite des Trägerniveaus H1 gegenüber dem
± 5 oder H1/500
Fußplattenniveau
Hy Abweichung der Höhen der Paletten-Aufnahmestellen zwischen den
± 10
vorderen und hinteren Trägern in einem Fach

ANMERKUNG Bei Aufnahme der Regalmaße werden im Allgemeinen die Grenzabweichungen und Freiräume der
Regalkonstruktion gemessen, bevor die Beladung des Regals erfolgt. Die in dieser Europäischen Norm angegebenen
Grenzabweichungen sind möglicherweise auf beladene Regale nicht anwendbar.

20
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Aufnahmen der Regalmaße können vervollständigt werden, wenn individuelle Verträge dies erfordern (siehe
Anhang C).
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Legende
A lichte Zugangsbreite zwischen zwei Stützen
B0 Abstand zwischen Bezugslinie des Regalsystems Z und der Regalfront
BF Fehlausrichtung gegenüberliegender Regalstützen quer zum Rahmen
Cz Cx Abweichung des Rahmens vom Lot in Z- bzw. X-Richtung
D Regaltiefe (Einfachrahmen)
E Gangbreite
F Abstand zwischen Bezugslinie X des Gangsystems und Frontseite der Regalstütze
Gz Gy Geradheit des Trägers in Z- bzw, Y-Richtung
H Höhe von der Oberseite des Fußplattenniveaus zur Oberseite der Regalstütze
HB Höhe von der Oberseite des Plattenniveaus zum nächst höheren Plattenniveau
Hy Abweichung der Höhen der Paletten-Aufnahmestellen zwischen den vorderen und hinteren Trägern
in einem Fach
H1A Höhe von der Oberseite des unteren Trägerniveaus zur Oberseite des Fußplattenniveaus
H1 Höhe von der Oberseite des Fußplattenniveaus zu irgendeinem anderen Plattenniveau
Jx Geradheit der Stützen in X-Richtung zwischen benachbarten Trägern
Jz Anfangskrümmung eines Ständerrahmens in Z-Richtung
L Abstand von der Mitte zur Mitte der Regalstützen
Bild 9 — Horizontale und vertikale Grenzabweichungen

21
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EN 15620:2008 (D)

5.3 Grenzwerte für Verformungen

5.3.1 Verformungen des Bodens

Relative Verformungen müssen bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden und eine entsprechende
Information dem Lieferanten des Regals vom Planer oder vom Kunden übergeben werden, um zusätzliche
Beanspruchungen im Regal zu erfassen.

Beim Abschätzen der Verformung müssen das Kurzzeit- und das Langzeitverhalten der Bodenplatten/des
Unterbaus berücksichtigt werden.

5.3.2 Grenzwerte für die Verformung des Trägers in Y-Richtung

Bei kontinuierlichen Trägerstützweiten über zwei oder drei Felder muss sowohl eine Biegung der Träger nach
unten (Durchhängen) als auch nach oben (Aufwölben) berücksichtigt werden (siehe Anhang D).

Die maximalen Verformungen der belasteten Träger des Regals dürfen die Gebrauchsfähigkeitskriterien nicht
überschreiten.

Die Grenzwerte für die Durchbiegung müssen für jedes Projekt entsprechend den Projektgrundlagen mit dem
Planer unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anlage vereinbart werden.

Fehlen spezifische Anforderungen, sollten folgende Durchbiegungsgrenzwerte angewendet werden:

Maximale vertikale Durchbiegung eines Trägers: L/200

Dabei ist L die Stützweite des Trägers

Maximale vertikale Durchbiegung eines freitragenden Trägers: L/100

Dabei ist L die Länge des freitragenden Trägers, gemessen ab Stützenmitte.

5.3.3 Verformungen des Rahmens in X- und Z-Richtung


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Die Grenzwerte für die Verformung müssen für jedes Projekt entsprechend den Projektgrundlagen mit dem
Planer unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anlage vereinbart werden.

Fehlen spezifische Anforderungen, sollten folgende Durchbiegungsgrenzwerte angewendet werden:

Die zulässige Verformung durch Querverschiebung (seitliche, waagerechte Bewegung) der Regalstützen in
X- oder Z-Richtung, die durch die aufgebrachte Beladung entsteht, darf 1/200 der Regalhöhe nicht überschrei-
ten, gemessen von den Positionen der unbeladenen Regalstützen nach Abschluss der Montage der Regal-
anlage.

5.4 Freiräume für Ladeeinheiten und Bediengeräte

5.4.1 Freiräume für die Platzierung der Ladeeinheiten

Für die Freiräume müssen die Außenmaße von Palette und Ladung berücksichtigt werden (d. h. über-
hängende Ladungen sind einzubeziehen). Maximale Abmessungen der zu lagernden Ladeeinheit sind vom
Planer oder Benutzer festzulegen.

22
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EN 15620:2008 (D)

5.4.2 Horizontale seitliche und vertikale Freiräume in einem Feld

5.4.2.1 Schubmaststapler und Frontstapler

Die horizontalen und vertikalen Freiräume für Stapler dürfen die in Bild 10 und Tabelle 4 gezeigten Werte
nicht unterschreiten.

ANMERKUNG In Umgebungen mit hohem Risiko (siehe B.4), die vom Planer definiert werden, können größere
Freiräume erforderlich sein, um sichere Arbeitsbedingungen aufrechtzuerhalten.
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Legende
1 Palette mit Ladungsüberhang
2 Palette ohne Ladungsüberhang
3 Träger ohne Durchbiegung

Bild 10 — Horizontale und vertikale Freiräume für Stapler

Tabelle 4 — Horizontale und vertikale Freiräume für Stapler in einem Feld

Höhe Yh des Trägers vom Boden bis in eine Trägerhöhe von X3 X4 X5 X6 Y3


mm mm mm
3 000 75 75
6 000 75 100
9 000 75 125
13 000 100 150

Für Y3, X3, X4, X5 und X6 dürfen in Abhängigkeit davon, ob eine indirekte Sichthilfe für die Bedienperson
vorgesehen ist, z. B. Überwachungskamerasysteme (CCTV) oder ähnliche Systeme zur Leitung der

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EN 15620:2008 (D)

Bedienperson, niedrigere Werte angewendet werden, jedoch nicht kleiner als 75 mm. Automatische
Höhenauswahl oder Markierungen am Regalmast dürfen nicht als ausreichende Rechtfertigung für die
Anwendung niedrigerer Werte angesehen werden.

Der Mindestfreiraum auf Bodenhöhe muss 75 mm plus Yb betragen, wobei Yb beim Aus- oder Einlagern der
Palette der notwendige Zwischenraum zwischen Boden und Palettenunterseite ist und für Schubmaststapler
vom Lieferanten gefordert wird, um die Höhe des ausfahrbaren Fußauslegers aufzunehmen, falls die Palette
oder ihre Beladung breiter ist als der Abstand zwischen den ausfahrbaren Fußauslegern. Yb ist vom
Staplerlieferanten anzugeben.

ANMERKUNG Die vertikalen Freiräume Y3 schwanken in Abhängigkeit von der Regalhöhe und der Anordnung der
Ladeeinheiten.

Für andere Werte von Yh dürfen die Freiräume durch lineare Interpolation ermittelt werden.

5.4.2.2 Gabelhochhubwagen

Bei der Aufnahme einer Palette vom Boden bzw. Absetzen einer Palette auf den Boden muss an jeder Seite
der Palette ein lichter Abstand eingehalten werden, so dass die Fußausleger an beiden Seiten der Last
vorbeifahren können. Zwischen den Fußauslegern und den Regalstützen muss ein Abstand von mindestens
75 mm eingehalten werden, siehe X7 in Bild 11. Falls ein Bodenträger vorhanden ist, muss der Fußausleger
von der Trägerunterseite mindestens 40 mm entfernt sein, siehe Y4 in Bild 11.
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Legende
X7 Abstand zwischen Stütze und Fußausleger des Gabelhochhubwagens
Y4 Abstand zwischen Trägerunterseite und Fußausleger des Gabelhochhubwagens

Bild 11 — Abstandsmaße für Gabelhochhubwagen

24
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EN 15620:2008 (D)

5.4.2.3 Anforderungen an Freiräume zwischen Stützenschutzeinrichtungen und Fußplatten und


Stützen

Zur Bestimmung der Anforderungen an horizontale Freiräume in einem Feld mit Fußplatten und Stützen-
schutzeinrichtungen, die sich innerhalb der Freiraumzone befinden, sind folgende Regeln anzuwenden:

a) Bis 75 mm von der Stütze entfernte Fußplatten und Schrauben dürfen im Freiraum-Bereich liegen, ohne
höhere Anforderungen an die Freiräume zu stellen.

b) Freistehende Stützenschutzeinrichtungen, die eine Höhe über der Bodenplatte bis 600 mm und einen
Abstand von 25 mm bis 40 mm von der Stütze aufweisen, dürfen in dem Freiraum-Bereich liegen, ohne
höhere Anforderungen an die Freiräume zu stellen.

c) Stützenschutzeinrichtungen, die mit der Stütze bis zu einer Höhe von 1 000 mm von der Bodenplatte
verbunden sind und 15 mm von der Stützenstirnfläche angeordnet sind, dürfen in dem Freiraum-Bereich
liegen, ohne höhere Anforderungen an die Freiräume zu stellen.

5.4.3 Horizontaler Freiraum in Tiefenrichtung

5.4.3.1 Anforderungen

Die horizontalen Freiräume in Tiefenrichtung werden in Bild 12 gezeigt.


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Legende
1 Gang
2 Träger
3 Palette mit Ladungsüberhang
4 Palette ohne Ladungsüberhang
5 Durchschubsicherung, sperrende Aussteifung oder Wand hinter den Ladeeinheiten
6 Keine Hindernisse hinter den Ladeeinheiten
Z1 Freiraum zwischen hintereinander liegenden Paletten oder ihren Ladungen
Z2a, Z2b Palettenüberhang von vorne bzw. den hinteren Trägern
Z3 Freiraum zwischen Palette oder ihren Ladungen und Durchschubsicherung, sperrende
Aussteifung oder Wand hinter den Ladeeinheiten

Bild 12 — Horizontale Freiräume in Tiefenrichtung

Der horizontale Freiraum in der Tiefe Z bezieht sich auf:

a) den maximalen Ladungsüberhang an der Regalrückseite;

b) die Beschickungsgrenzabweichung für die Ladeeinheit in Z-Richtung (Z2).

26
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Für Doppelregale muss der Zwischenraum Z1 zwischen zwei hintereinander liegenden Paletten und/oder
ihren Ladungen größer als oder gleich 2 Z2 sein, mindestens jedoch 100 mm betragen. Wenn hinter der
Ladeeinheit eine Durchschubsicherung vorhanden ist, muss Z3 größer als oder gleich Z2 sein, mindestens
jedoch 50 mm betragen.

5.4.3.2 Konzentrische Anordnung bei manueller Positionierung der Palette in Z-Richtung

Dies ist die konzentrische Anordnung bei manueller Positionierung der Palette in Z-Richtung, wobei:

a) die Ladeeinheit von einem Paar Regalträger vorn und hinten abgestützt wird;

b) das Ladehilfsmittel (die Palette) bildet an den Regalträger vorn und hinten einen Überhang Z2 von
50 mm ± 10 mm.

Für die Differenz zwischen der Lage von Rahmen und Träger ist eine Grenzabweichung von 10 mm zulässig.

Die Beschickungsgrenzabweichung in Z-Richtung musst ± 50 mm gegenüber der Nennposition betragen.

Für Doppelregale muss der Nennabstand Z1 zwischen zwei hintereinander liegenden Ladeeinheiten deshalb
größer als oder gleich 100 mm sein (2 Z2).

5.4.3.3 Nichtkonzentrische Anordnung und/oder Z2 ≠ 50 mm

Dies sind Sonderfälle, für die der Ladungsüberhang über die vordere oder hintere Ladeeinheit vom Planer
oder vom Lieferanten des Staplers festgelegt werden muss. Die gegenüber der Nennposition zulässige
Beschickungsgrenzabweichung in Z-Richtung muss vom Planer oder vom Lieferanten des Staplers festgelegt
werden.

Für Doppelregale muss der Nennabstand Z1 zwischen zwei hintereinander liegenden Ladeeinheiten gleich
oder größer als die doppelte, vom Planer oder vom Lieferanten des Staplers festgelegte Beschickungs-
grenzabweichung in Z-Richtung sein, mindestens jedoch 100 mm betragen.

ANMERKUNG Es dürfen Zubehörteile, z. B. Palettenauflagen oder eine Holzschalung, angewendet werden, so dass
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der zulässige Tiefenbereich beträchtlich vergrößert wird. Bei Anwendung von Palettenauflagen wird die Palette im
Allgemeinen innerhalb der Tiefe des Regalrahmens angeordnet, so dass an der Vorder- und Rückseite kein Überhang
entsteht.

Für zusätzliche Informationen siehe Anhang E.

5.4.4 Maße für die Gangbreite

5.4.4.1 Mindestzwischenraum für eine 90°-Drehung des Staplers

Die Breite von Stapler und Ladung, für die eine 90°-Drehung durchführbar ist, muss vom Lieferanten des
Staplers unter Einbeziehung der festgelegten Bemessungsdaten für die Ladeeinheit festgelegt werden (siehe
Anhang B).

Der Mindestfreiraum im Gang muss vom Planer auf der Basis einer Risikoanalyse festgelegt werden, wobei
eine Mindestzugabe von 200 mm für das Manövrieren vorzusehen ist, d. h. der Mindestfreiraum muss
100 mm an jeder Seite betragen (siehe Anhang B).

Im Falle von Gegenverkehr innerhalb eines Ganges gelten zusätzlich die Anforderungen von 5.4.5.

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5.4.4.2 Unterste Ladeeinheit

Die Freiräume im Gang basieren auf der Anforderung, dass, wenn die im Regal zuunterst angeordnete
Ladeeinheit vom Betonboden abgestützt wird, die Palette oder ihre Ladung so angeordnet werden muss, dass
die lichte Gangbreite nicht beeinträchtigt wird.

5.4.4.3 Einschubtechnik

Die Einschubtechnik von Ladeeinheiten durch Stapler fällt nicht in den Anwendungsbereich dieses
Dokuments.

5.4.5 Freiräume für Laufgänge

Für Laufgänge für Flurförderzeuge-, die in nur einer Richtung zu benutzen sind, muss die Mindestgangbreite
größer sein als die Gesamtbreite des Staplers oder der Ladung zuzüglich 600 mm, siehe Bild 13.

Für Laufgänge für Flurförderzeuge, die in zwei Richtungen zu benutzen sind, muss die Mindestgangbreite
größer sein als das Doppelte der Gesamtbreite des Staplers oder der Ladung zuzüglich 900 mm, siehe
Bild 14.

Der Fußgängerverkehr sollte unter Beachtung nationaler Anforderungen, wenn möglich, vom motor-
betriebenen Fahrzeugverkehr getrennt erfolgen. Wenn ein getrennter Fußgängerverkehr nicht möglich ist,
muss an mindestens einer Seite ein Mindestabstand von 500 mm vorgesehen werden.
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Maße in Millimeter

Legende
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1 motorgetriebenes Fahrzeug
2 Ladeeinheit

Bild 13 — Freiräume für Laufgänge, die nur in einer Richtung zu benutzen sind
ohne Fußgängerverkehr

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Maße in Millimeter

Legende
1 motorgetriebenes Fahrzeug
2 Ladeeinheit

Bild 14 — Freiräume für Laufgänge, die in zwei Richtungen zu benutzen sind ohne Fußgängerverkehr
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6 Sehr schmaler Gang — Regalklasse 300

6.1 Bodengrenzabweichungen

6.1.1 Definition für E, Z und Zgeneigt

E ist die Differenz der Höhen an benachbarten Festpunkten in 3 m Abstand voneinander.

Z ist das in Millimeter angegebene Maß zwischen den Mittelpunkten der Vorderräder des Staplers. Zgeneigt ist
die zwischen den Mittelpunkten der Vorderräder des Staplers in Millimeter je Meter zulässige Gangneigung in
Querrichtung, die bedingt durch Grenzabweichungen und Verformungen auftritt.

6.1.2 Definition für dZ und dX

dZ ist die Höhendifferenz zwischen den tatsächlichen Mitten der Vorderräder.

dX ist die Höhendifferenz zwischen der Mitte der Vorderachse und der Mitte der Hinterachse. Es wird dabei
von einem virtuellen Achsabstand von 2 m ausgegangen.

dZ und dX sind nach Bild 15 zu bestimmen.

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EN 15620:2008 (D)
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Legende
Z Abstand zwischen den Mitten der Vorderräder des Staplers, in Millimeter
X Achsabstand oder 2 000 mm

Bild 15 — Bestimmung von dZ und dX

Der Datenabstand, der kleinste Messabstand zwischen den Ablesungen, muss kleiner als oder gleich 300 mm
sein, wobei zusätzliche Ablesungen innerhalb einer Länge von 50 mm auf beiden Seiten des Gelenks
vorgenommen werden.

6.1.3 Definition von d 2Z und d 2X

d 2Z ist die Änderung von dZ bei einer Vorwärtsbewegung über eine Strecke von 300 mm entlang der Rad-
spuren.

d 2X ist die Änderung von dX bei einer Vorwärtsbewegung über eine Strecke von 300 mm entlang der Rad-
spuren.

d 2Z und d 2X sind, wie in Bild 16 und Bild 17 gezeigt, zu bestimmen.

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Maße in Millimeter

Bild 16 — Bestimmung von d 2Z = dZ2 − dZ1

Maße in Millimeter
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Bild 17 — Bestimmung von d2X = dX2 − dX1

6.1.4 Grenzwerte für die Eigenschaften

Für Klasse 300B sind die Gesamtbodengrenzabweichungen projektbezogen zu behandeln.

Für Klasse 300A dürfen die Werte dieser Eigenschaften die in den Tabellen 5 und 6a angegebenen Werte
nicht überschreiten. Die in Tabelle 6b angegebenen Werte liegen einem Förderzeug mit einem Achsabstand
von 2 000 mm zugrunde, bei anderen Maßen sind diese Werte vom Konstrukteur durch lineare Extrapolation
anzupassen. Die in Tabelle 6b angegebenen Werte bzw. die extrapolierten Werte dürfen nicht überschritten
werden.

Die in Tabelle 6a und 6b angegebenen unterschiedlichen Bodenklassifikationen dürfen für die in Ganglängs-
und Gangquerrichtungen festgelegten Grenzwerte angewandt werden.

ANMERKUNG Die in Tabelle 6a angegebenen Werte beziehen sich auf die sicheren Freiräume zwischen dem Förder-
zeug und dem Regal. Die in Tabelle 6b angegebenen Werte beziehen sich auf die Fahreigenschaften des Förderzeugs
und wirken sich nur beschränkt aus auf die Sicherheitsfreiräume zwischen dem Förderzeug und dem Regal.

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EN 15620:2008 (D)

Tabelle 5 — Klassifizierung und Grenzwerte für Zgeneigt und ESD

Höhe des oberen Zgeneigt


Klasse Trägers ESD

m mm je m mm
DM1 Mehr als 13 1,3 3,25
DM2 8 bis 13 2,0 3,25
DM3 Bis zu 8 2,5 3,25

Tabelle 6a — Grenzwerte für dZ und d2Z

Klasse dZ d 2Z

Berechnung Z × Zgeneigt dZ × 0,75


DM1 Z × 1,3 Z × 1,0
DM2 Z × 2,0 Z × 1,5
DM3 Z × 2,5 Z × 1,9

Tabelle 6b — Grenzwerte für dX und d 2X

Klasse dX d 2X

Berechnung 2 × 1,1 × Zgeneigt Feste Werte


DM1 2,9 1,5
DM2 4,4 2,0
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DM3 5,5 2,5

Das Bodenplattenniveau muss ± 15 mm der Bezugsebene betragen.

6.2 Montagegrenzabweichungen

6.2.1 Allgemeines

Die maximal zulässigen Grenzabweichungen für nicht beladene Regale nach der Montage der Anlage
müssen Tabelle 7 und Tabelle 8 sowie Bild 18 entsprechen.

ANMERKUNG Die Montagegrenzabweichungen, Verformungen und Freiräume gelten auch, wenn das Regal
demontiert und erneut montiert wird.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Tabelle 7 — Grenzabweichungen, gemessen in horizontaler Richtung

Horizontale Grenzweichungen für die X Z-Ebene


mm
Montagegrenzabweichungen
Messvorschrift und Beschreibung der Grenzabweichung
für Regalklasse 300
δA Abweichung vom Nennmaß für die lichte Zugangsbreite zwischen
±3
zwei Stützen in einer beliebigen Trägerhöhe
δAt Abweichung vom Nennmaß für die Gesamtlänge des Regals,
kumulativ für die Anzahl „n“ der Felder, gemessen so nah wie ± 3n
möglich zur Fußplatte
Es gilt der größere der
folgenden Werte
B Fehlausrichtung der Stützen in Gangquerrichtung, kumulativ für die ± 10
Anzahl „n“ der Felder, gemessen etwa in Bodenhöhe.
oder
Für Klasse 300A gilt dies nur für die Gangstützen.
für Klasse 300A: ± 1,0n
Für Klasse 300B gilt dies für die Gangstützen und die hinteren
Stützen. für Klasse 300B: ± 0,5n
δB0 Abweichung vom Nennmaß der Regalfront am Übergabeplatzende,
bezogen auf die jeweilige „Bezugslinie des Regalsystems Z“, ± 10
gemessen etwa in Bodenhöhe
Cx Abweichung des Rahmens vom Lot in X-Richtung ± H/500
ohne festen Hub: ± H/500
Cz Abweichung des Rahmens vom Lot in Z-Richtung
mit festem Hub: ± H/750a
δD Abweichung vom Nennmaß für die Regaltiefe (Einfach- oder Einfachrahmen: ± 3
Doppelrahmen) Doppelrahmen: ± 6
δE Abweichung vom Nennmaß für die Gangbreite etwa in Bodenhöhe ±5
δE1 Abweichung vom Nennmaß für die Breite zwischen den +5
Führungsschienen 0

δE2 Abweichung zwischen den Stützen auf einer Seite der


±5
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Führungsschiene
δF Abweichung vom Nennmaß für die Gang-Geradheit, gemessen
etwa in Bodenhöhe mit Bezug auf die „Bezugslinie des Gang-
± 10
systems X“ oder entsprechend der Festlegungen des Lieferanten
des Staplers
F1 Abweichung zwischen benachbarten Stützen, gemessen etwa in
±5
Bodenhöhe in Z-Richtung
Gz Geradheit des Trägers in Z-Richtung ± A/400
Es gilt der größere der
folgenden Werte
Jx Geradheit der Stützen in X-Richtung zwischen Trägern, die in
± 3 oder ± HB/750
einem Abstand HB voneinander angeordnet sind
Jz Anfangskrümmung eines Ständerrahmens in Z-Richtung ± H/500
Wird vom Spezifikations-
δM Grenzabweichung für die obere Führungsschiene verfasser oder vom Hersteller
des Staplers festgelegt.
Tw Trägerverdrehung in der Feldmitte 1° je m
a H/500 ist ebenfalls zulässig, vorausgesetzt die Ausladung der Palettenkufen oder -klötze über den Vorderträger beträgt 75 mm oder
mehr und die Kufen oder Klötze werden von Trägern unterstützt.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Tabelle 8 — Grenzabweichungen, gemessen in vertikaler Richtung

Vertikale Grenzabweichungen in Y-Richtung


mm
Montagegrenzabweichungen
Messvorschrift und Beschreibung der Grenzabweichung
für Regalklasse 300
Es gilt der größere der
folgenden Werte:
Gy Geradheit der Träger in Y-Richtung ± 3 oder ± A/500
δH1 Abweichung der Oberkantehöhe irgendeines Trägers H1 über der 300A: ± 5 oder ± H1/500
unteren Trägerhöhe 300B: ± 3 oder ± H1/1 000
δH1A Abweichung der Oberkante des unteren Trägers an jeder Stütze
±7
gegenüber der Bodenhöhe
Falls vorhanden, vom Liefe-
δH3 Grenzabweichung für die obere Führungsschiene, falls vorhanden ranten oder vom Hersteller des
Staplers festgelegt
HY Abweichung der Aufnahmehöhen der Ladeeinheiten zwischen den
± 10
vorderen und hinteren Trägern in einem Fach

ANMERKUNG 1 Eine Aufnahme der Regalmaße zur Messung der Montagegrenzabweichungen kann vor Beladung
des Regals durchgeführt werden. Die in dieser Europäischen Norm angegebenen Grenzabweichungen sind
möglicherweise auf beladene Regale nicht anwendbar. Aufnahmen der Regalmaße werden durchgeführt, wenn
individuelle Verträge dies erfordern (siehe Anhang C).

ANMERKUNG 2 Die in diesem Dokument angegebenen einzelnen Freiräume sind Mindestwerte. Der Planer ist für die
Festlegung der Freiräume des Gesamtsystems unter Anwendung der in diesem Dokument angegebenen Freiräume und
Grenzabweichungen verantwortlich. Falls größere Freiräume gefordert werden, sollten diese vom Lieferanten des Staplers
oder vom Planer festgelegt werden (siehe Anhang F).
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ANMERKUNG 3 Der Planer sollte bestimmen, ob es notwendig ist, alle für den ungünstigsten Fall geltenden
Grenzabweichungswerte zu berücksichtigen oder ob es möglich ist, von den in diesem Dokument angegebenen Zahlen
aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen abzuweichen, sofern die Funktionalität des Gesamtsystems garantiert
werden kann (siehe Anhang G).

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Legende
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A lichte Zugangsbreite zwischen zwei Stützen


B0 Abstand zwischen Bezugslinie des Regalsystems Z und der Regalfront
B1, B2 Fehlausrichtung der Stützen in Gangquerrichtung in die Felder 1 bzw. 2
Cz , Cx Abweichung des Rahmens vom Lot in Z- bzw. X-Richtung
D Regaltiefe (Einfachrahmen)
E Gangbreite
E1 Abstand zwischen Führungsschienen
E2 Abstand zwischen Führungsschiene und Frontseite der Regalstütze
F Abstand zwischen Bezugslinie X des Gangsystems und Frontseite der Regalstütze
F1 Abweichung zwischen benachbarten Stützen, gemessen etwa in Bodenhöhe in Z-
Richtung
Gz ,Gy Geradheit des Trägers in Z- bzw, Y-Richtung
H Höhe von der Oberseite des Fußplattenniveaus zur Oberseite der Regalstütze
HB Höhe von der Oberseite des Plattenniveaus zum nächst höheren Plattenniveau
HY Abweichung der Höhen der Paletten-Aufnahmestellen zwischen den vorderen und
hinteren Trägern in einem Fach
H1A Höhe von der Oberseite des unteren Trägerniveaus zur Oberseite des Fußplattenniveaus
H1 Höhe von der Oberseite des Fußplattenniveaus zu irgendeinem anderen Plattenniveau
JX Geradheit der Stützen in X-Richtung zwischen benachbarten Trägern
JZ Anfangskrümmung eines Ständerrahmens in Z-Richtung
L Abstand von der Mitte zur Mitte der Regalstützen
M Abstand von der Frontseite der Regalstütze zur Oberkante der Führungsschiene
Bild 18 — Grenzabweichungen in horizontaler und vertikaler Richtung

36
DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

6.2.2 Grenzabweichungsbereich für die Rahmen in X-Richtung

Der Grenzabweichungsbereich für gegenüberliegende Rahmen, der sich aus dem Versatz der Stützen, der
schief liegenden Fußplatten und der Krümmung der Stützenprofile ergibt, darf das Maß WE nicht über-
schreiten.

Diese gilt nur für die Regalklasse 300B.

WE = W + 2 Cx + Bmax + 2 Jx (1)

Dabei ist
WE der Grenzabweichungsbereich für gegenüberliegende Rahmen, der sich aus dem Versatz der
Stützen, der schief liegenden Fußplatten und der Krümmung der Stützenprofile ergibt;
W die Stützenbreite;
Cx die Abweichung der Stützen vom Lot nach Tabelle 7;

Bmax 10 mm oder 0,5n nach Tabelle 7;

Jx die Geradheit der Stützen zwischen den in Tabelle 7 angegebenen Trägerhöhen.

ANMERKUNG Diese Grenzabweichung hilft der am Boden arbeitenden Bedienperson die Palette unter Sichtkontrolle
zu platzieren, indem sie die gegenüberliegenden Lagen benutzt.

6.3 Grenzwerte für die Verformung

6.3.1 Verformungen des Bodens

Die relative Verformung ist bereits in der Planungsphase entsprechend zu berücksichtigen, wobei
Informationen, die zur Bewertung der zusätzlichen Beanspruchungen im Regal erforderlich sind, dem
Lieferanten des Regals vom Planer bzw. dem Kunden zu übergeben sind.

Die in 6.1 angegebenen Grenzwerte schließen die Verformung der Bodenplatte ein.
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Die Verformung der Bodenplatte ist projektbezogen zu betrachten, damit die Auswirkung der Verformung auf
den Betrieb der Förderzeuge mit dem Benutzer und dem Planer der Förderzeugen bewertet und vereinbart
werden kann.

6.3.2 Grenzwerte für die Trägerverformung in Y-Richtung

Die Grenzwerte für die Durchbiegung müssen für jedes Projekt entsprechend den Projektgrundlagen mit dem
Planer unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anlage vereinbart werden.

Fehlen spezifische Anforderungen, sollten die in Tabelle 9 angegebenen Grenzwerte für die Lage der
Gabelspitzen angewandt werden.

Bei kontinuierlichen Trägerstützweiten über zwei oder drei Felder muss möglicherweise sowohl eine Biegung
der Träger nach unten (Durchhängen) als auch nach oben (Aufwölben) berücksichtigt werden (siehe
Anhang D).

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Tabelle 9 — Maximale, in Millimeter angegebene Verformung


der belasteten Träger im Bereich der Gabelspitzen

Regalklasse 300A Regalklasse 300B


Trägerart
mm mm
Biegeverformung cc db cc db
L/200a L/200a
a
üblicher Träger L/200a L/200 max. 10 mm für
Trägerhöhen über 6 m
L/100a
L/100a max. 15 mm
freitragender Träger
max. 15 mm max. 10 mm für
Trägerhöhen über 6 m
a L ist die Stützweite des Trägers (zwischen den Mittellinien benachbarter Stützen).
b Aufwölbung.
c Durchbiegung.

6.3.3 Verformungen des Rahmens

Die Grenzwerte für die Verformung müssen für jedes Projekt entsprechend den Projektgrundlagen mit dem
Planer unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anlage vereinbart werden.

Fehlen spezifische Anforderungen, sollten folgende Durchbiegungsgrenzwerte angewendet werden:

Die Querverschiebung (Bewegung) der Regalstützen in X- oder Z-Richtung, die durch die aufgebrachte
Beladung entsteht, soll 1/200 der Regalhöhe nicht überschreiten, die ohne Beladung nach Abschluss der
Montage der Regalanlage an den Stellen gemessen werden, an denen die Regalstützen angeordnet sind.

In einer beliebigen Trägerhöhe hängt die Verschiebung in Richtung der Y-Achse von den angesammelten
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Druckspannungen in den einzelnen Stützenlängen zwischen den Trägerhöhen unterhalb der betrachteten
Höhe ab; sie muss vom Planer oder vom Lieferanten des Staplers bei Festlegung des Höhenauswahlsystems
berücksichtigt werden.

Diese Werte müssen vom Regallieferanten zur Verfügung gestellt werden.

ANMERKUNG Die meisten Lieferanten von verstellbaren Palettenregalen stellen die Stützenprofile aus hochfesten
Stählen her. Ist das der Fall, können in den Stützen höhere axiale Spannungen auftreten als bei Verwendung von Stählen
mit geringerer Festigkeit, wodurch eine größere elastische Längenverkürzung entstehen kann.

6.3.4 Verformung der Führungsschiene

Die Verformung der oberen und unteren Führungsschienen wird von der Art des Schmalgangstaplers
beeinflusst. Das Führungsschienenprofil und die Anforderungen an Größe und Befestigung müssen vom
Lieferanten des Staplers festgelegt werden.

6.4 Freiräume für Ladeeinheiten und Bediengeräte

6.4.1 Freiräume für die Beschickung der Ladeeinheiten

Für die Freiräume müssen die Höchstmaße von der Ladeeinheit berücksichtigt werden, die vom Lieferanten
oder Benutzer festzulegen sind. Gibt es keine projektspezifischen Werte, gelten die folgenden Abschnitte, und
der Planer muss sicherstellen, dass die Werte entsprechend der Anforderungen an das Gesamtsystem
annehmbar sind.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

ANMERKUNG Folgende Betrachtungen müssen während der Entscheidungsphase bezogen auf Freiräume bei
Bemessung von Regalanlagen für die Regalklassen 300A oder 300B besonders beachtet werden:

⎯ Die Verformungen des Schmalgangstaplers vergrößern sich bei zunehmender Höhe der Ladung und Reichweite der
Gabel. Diese Verformungen in X-, Y- und Z-Richtung werden durch Verschleiß im Getriebe des Staplers, in den
Reifen usw. beeinflusst.

⎯ Die Senkrechtstellung des Staplers verändert sich sowohl in der X- als auch in der Z-Richtung aufgrund kleiner
Schwankungen der Bodenhöhe, wenn der Stapler durch den Gang fährt. Die Veränderungen der Senkrechtstellung
werden durch größere Höhen von Schmalganganlagen verstärkt.

6.4.2 Horizontale und vertikale Freiräume in einem Feld

Die Mindestwerte der horizontalen und vertikalen Freiräume müssen Bild 19 und Tabelle 10 entsprechen.
Zwischen benachbarten Ladeeinheiten oder zwischen Ladeeinheit und Stütze muss ein Abstand in
X-Richtung von mindestens 75 mm eingehalten werden.

ANMERKUNG Werden die Ladeeinheiten relativ häufig umgeschlagen oder zeigen andere Umstände dies an, sollte
dieser Mindestfreiraum vergrößert werden.
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Legende
1 Palette mit Ladungsüberhang
2 Palette ohne Ladungsüberhang
3 Träger ohne Durchbiegung dargestellt

Bild 19 — Horizontale und vertikale Freiräume

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DIN EN 15620:2010-05
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Tabelle 10 — Horizontale und vertikale Freiräume

Regalklasse 300A Regalklasse 300B


mm mm
Höhe Yh des Trägers vom Boden bis in
X3 X4 X3 X4
einer Höhe von Y3 Y3
X5 X6 X5 X6
mm
3 000 75 75 75 75
6 000 75 75 75 100
9 000 75 75 75 125
12 000 75 75 100 150
15 000 75 75 100 175

Für andere Werte von Yh dürfen die Freiräume durch lineare Interpolation bestimmt werden.

Der Freiraum Y3 bis zum ersten Trägerniveau muss um die Höhe der Führungsschiene vergrößert werden,
wenn der Stapler die untere Palette auf dem Boden über einer bodenmontierten Führungsschiene absetzen
muss.

6.4.3 Horizontaler Freiraum in Tiefenrichtung

6.4.3.1 Anforderungen

Die horizontalen Freiräume in Tiefenrichtung werden in Bild 20 dargestellt.


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Legende
1 Gang
2 Träger
3 Palette mit Ladungsüberhang
4 Palette ohne Ladungsüberhang
5 Durchschubsicherung (hinterer Anschlag) oder anderes Hindernis (Aussteifung, Wand) hinter
den Ladeeinheiten
6 Keine Hindernisse hinter den Ladeeinheiten
Z1 Freiraum zwischen hintereinander liegenden Paletten oder ihren Ladungen
Z2a, Z2b Palettenüberhang von vorne bzw. den hinteren Trägern
Z3 Freiraum zwischen Palette oder ihren Ladungen und Durchschubsicherung oder anderes
Hindernis (Aussteifung, Wand) hinter den Ladeeinheiten

Bild 20 — Horizontale Freiräume in Tiefenrichtung

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Der horizontale Freiraum in der Tiefe Z bezieht sich auf:

a) den maximalen Ladungsüberhang an der Regalrückseite;

b) die Beschickungsgrenzabweichung für die Ladeeinheit in Z-Richtung (Z2).

Für Doppelregale muss der Zwischenraum Z1 zwischen zwei hintereinander liegenden Paletten und/oder
ihren Ladungen größer als oder gleich 2 Z2 sein, er muss jedoch mindestens 100 mm betragen. Wenn hinter
der Ladeeinheit eine Durchschubsicherung vorhanden ist, muss Z3 größer als oder gleich Z2 sein, mindestens
jedoch 50 mm betragen. Bei festem Hub ist Z3 vom Staplerlieferanten anzugeben.

6.4.3.2 Konzentrische Anordnung bei manueller Positionierung der Palette in Z-Richtung

Dies ist die konzentrische Anordnung bei manueller Positionierung der Palette in Z-Richtung, wobei:

a) die Ladeeinheit von einem Paar Regalträger vorn und hinten abgestützt wird;

b) das Ladehilfsmittel (die Palette) bildet an dem Regalträger vorn und hinten einen gleichmäßigen
Überhang Z2 von 50 mm ± 10 mm.

Für die Differenz zwischen der Lage von Rahmen und Träger ist eine Grenzabweichung von 10 mm zulässig.

Die Beschickungsgrenzabweichung in Z-Richtung beträgt ± 50 mm gegenüber der Nennposition.

Für Doppelregale muss der Nennabstand Z1 zwischen den hintereinander liegenden Paletten deshalb größer
als oder gleich 100 mm sein (2Z2).

6.4.3.3 Konzentrische Anordnung bei automatischer Positionierung der Palette in Z-Richtung


(fester Hub)

Dies ist die konzentrische Anordnung bei automatischer Positionierung der Palette in Z-Richtung, wobei:

a) die Ladeeinheit von einem Paar Regalträger vorn und hinten abgestützt wird;
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b) das Ladehilfsmittel (die Palette) bildet an dem Regalträger vorn und hinten einen gleichmäßigen
Überhang Z2 zwischen 50 mm und 75 mm ± 10 mm (siehe nachfolgende Anmerkung).

Sofern vom Planer oder vom Lieferanten des Staplers nicht anders festgelegt, muss die Beschickungs-
grenzabweichung in Z-Richtung gegenüber der Nennposition 25 mm, höchstens jedoch 75 mm, betragen.

Für Doppelregale muss der Nennabstand Z1 zwischen zwei hintereinander liegenden Ladeeinheiten gleich
oder größer als die doppelte, vom Planer oder vom Lieferanten des Staplers festgelegte Beschickungs-
grenzabweichung in Z-Richtung sein, mindestens jedoch 100 mm.

Um die Anforderung nach einer ausreichenden Unterstützung der Ladeeinheit durch ein Trägerpaar zu
erfüllen, muss der Planer oder der Lieferant sicherstellen, dass das folgende Kriterium erfüllt ist:

Die Beschickungsgrenzabweichung zuzüglich der Abweichung der Stütze in Gangquerrichtung muss kleiner
als oder gleich Z2 sein.

ANMERKUNG Bei der automatischen Positionierung in Z-Richtung kann für Z2 ein Überhangmaß von 75 mm
bevorzugt werden, um der Anforderung besser zu entsprechen, dass die Palettenkufen oder -klötze von dem Trägerpaar
unterstützt werden.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

6.4.3.4 Nichtkonzentrische Anordnung und/oder Z2 ≠ 50 mm

Diese sind nichtkonzentrische Fälle, bei denen der Überhang der Ladeeinheit am vorderen und hinteren
Träger vom Planer bzw. vom Staplerlieferant festgelegt sind.

Die gegenüber der Nennposition zulässige Beschickungsgrenzabweichung in Z-Richtung muss vom Planer
oder vom Lieferanten des Staplers festgelegt werden.

Für Doppelregale muss der Nennabstand Z1 zwischen zwei hintereinander liegenden Ladeeinheiten gleich
oder größer als die doppelte, vom Planer oder vom Lieferanten des Staplers festgelegte Beschickungs-
grenzabweichung in Z-Richtung sein, mindestens jedoch 100 mm betragen.

Um die Anforderung nach einer ausreichenden Unterstützung der Ladeeinheit durch ein Trägerpaar zu
erfüllen, muss der Planer oder der Lieferant sicherstellen, dass das folgende Kriterium erfüllt ist:

Die Beschickungsgrenzabweichung zuzüglich der Abweichung der Stütze in Gangquerrichtung muss kleiner
als oder gleich Z2 sein.

Für zusätzliche Informationen siehe Anhang E.

6.5 Breitenmaße des Ganges

6.5.1 Mindestfreiraum für Stapler und Ladeeinheit in einem Gang

Der Gang-Mindestfreiraum muss vom Planer oder dem Lieferanten des Staplers unter Einbeziehung
sämtlicher dazugehöriger Faktoren definiert werden (siehe Anhang F).

6.5.2 Unterste Ladeeinheit

Die Freiräume im Gang basieren auf der Anforderung, dass, wenn die im Regal zuunterst angeordnete
Ladeeinheit vom Betonboden abgestützt wird, die Palette oder ihre Beladung so angeordnet werden muss,
dass die lichte Gangbreite nicht beeinträchtigt wird.
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6.6 Übergabeplätze

Wenn die Anwendung und das Betriebsverfahren festgelegt ist, muss die Bemessung des Übergabeplatzes
im Hinblick auf den spezifizierten Einsatz eines Schmalgangstaplers in Übereinstimmung mit den für die
Ladeeinheit am Schmalgangstapler angegebenen Grenzwerten für die Grenzabweichungen in X- und
Z-Richtung, die bei Bestimmung der Mindest-Freiräume für Gang und Fächer angewendet werden, erfolgen.

Für Grenzabweichungen, Verformungen und Freiräume sowie das Verfahren zur Anwendung des
Übergabeplatzes ist der Planer, der Benutzer oder der Lieferant des Schmalgangstaplers verantwortlich.

ANMERKUNG Übergabeplätze (P- und D-Plätze) haben einen signifikanten Einfluss auf die Position der Ladeeinheit
bei der Einlagerung in ein Regal. Die Position der Ladeeinheit bei der Anordnung auf dem Übergabeplatz mit den
zugehörigen Grenzabweichungen bestimmt zusammen mit den Grenzabweichungen und Verformungen des Staplers die
Position der Ladeeinheit auf den Stapler bezogen auf die Nennposition in X- und Z-Richtung.

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EN 15620:2008 (D)

7 Regalförderzeug-Klassen 100 und 200

7.1 Grenzabweichungen für den Boden

7.1.1 Wechselseitige Abhängigkeit des Regals und des Regalförderzeugs von örtlichen
Unterschieden des Bodenniveaus

Die Regale sind bezogen auf einer Grundebene zu nivellieren (horizontal oder mit Neigung).

ANMERKUNG Da das Regalförderzeug auf seiner Schiene und das Regal auf Ausgleichsscheiben oder Verguss-
material beide unabhängig von der Bodenhöhe ausgerichtet werden, kann ein breiterer Bereich von Bodengrenzab-
weichungen zulässig sein.

7.1.2 Ausgeglichenheit des Bodenniveaus für Regalförderzeuganlagen

Die Ausgeglichenheit des Bodenniveaus muss für unbelastete Bodenplatten bezogen auf eine horizontale
Grundebene den folgenden Werten entsprechen:

⎯ für eine Ganglänge bis zu 150 m ± 15 mm;

⎯ für eine Ganglänge von 250 m ± 20 mm.

Für Ganglängen zwischen 150 m und 250 m ist eine lineare Interpolation zulässig.

7.2 Montagegrenzabweichungen

7.2.1 Allgemeines

Die maximal zulässigen Grenzabweichungen nach der Montage sind nach den in Tabelle 11 und Tabelle 12
sowie in Bild 21 angegebenen Werten einzuhalten.

ANMERKUNG 1 Die Grenzabweichungen, Verformungen und Freiräume der Anlage gelten auch, wenn das Regal
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demontiert und erneut montiert wird.

ANMERKUNG 2 Eine Aufnahme der Regalmaße zur Messung der Montagegrenzabweichungen kann vor Beladung
des Regals durchgeführt werden. Die in dieser Europäischen Norm angegebenen Grenzabweichungen sind möglicher-
weise auf beladene Regale nicht anwendbar. Aufnahmen der Regalmaße erfolgen, wenn individuelle Verträge dies
erfordern (siehe Anhang C).

ANMERKUNG 3 Es liegt in der Verantwortlichkeit des Planers zu bestimmen, ob es notwendig ist, alle für den
ungünstigsten Fall geltenden Grenzabweichungswerte zu berücksichtigen oder ob es möglich ist, von den in diesem
Dokument angegebenen Zahlen aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen abzuweichen, sofern die Funktionalität
des Gesamtsystems garantiert werden kann (siehe Anhang G).

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Tabelle 11 — Grenzabweichungen, gemessen in horizontaler Richtung

Grenzwerte für die horizontalen Grenzabweichungen in der XZ-Ebene


mm
Montagegrenzabweichungen für
Messvorschrift und Beschreibung der Grenzabweichung Regalklasse
200 100
δA Abweichung vom Nennmaß für die lichte Zugangsbreite
±3 ±3
zwischen zwei Stützen in einer beliebigen Trägerhöhe
At ≤ 40 m At ≤ 40 m
δAt Abweichung vom Nennmaß für die Gesamtlänge des
± 20 ± 20
Regals, kumulativ für die Anzahl „n“ der Felder,
gemessen etwa in Bodenhöhe At ≥ 40 m At ≥ 40 m
± 5At/10 000 ± 5At/10 000
B Fehlausrichtung gegenüberliegender Regalstützen quer
zum Gang, kumulativ für die Anzahl „n“ der Felder, Teil-Kx Teil-Kx
gemessen etwa in Bodenhöhe
δB0 Abweichung vom Nennmaß der Regalfront am
Übergabeplatzende des Regals bezogen auf die
± 10 ± 10
jeweilige „Bezugslinie des Regalsystems Z“, gemessen
etwa in Bodenhöhe
Cx Abweichung des Rahmens vom Lot in X-Richtung Teil-Kx Teil-Kx
Cz Abweichung des Rahmens vom Lot in Z-Richtung Teil-Kz Teil-Kz
δD Abweichung vom Nennmaß für die Regaltiefe
Teil-Kz Teil-Kz
(Einfach- oder Doppelrahmen)
Gz Geradheit eines Trägers in Z-Richtung ± A/400 ± A/400
Jx Geradheit der Stütze in X-Richtung zwischen Trägern,
Teil-Kx Teil-Kx
die in einem Abstand h voneinander angeordnet sind
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Jz Anfangskrümmung eines Ständerrahmens in Z-Richtung Teil-Kz Teil-Kz


Kx Abweichung der gegenüberliegenden Stützen, die aus
dem Versatz der Füße der Stützen, aus der Abweichung
± 15 ± 15
der Stützen vom Lot und der Anfangskrümmung der
Stützen über die Gesamthöhe resultiert
Kz Abweichung der in einer Reihe angeordneten Stützen,
die aus dem Versatz der Füße der Stützen, aus der
± 15 ± 15
Abweichung der Stützen vom Lot und der Anfangs-
krümmung der Stützen über die Gesamthöhe resultiert
δM Abweichung vom Nennwert für die obere Führungs- Siehe 7.2.3 Siehe 7.2.3
schiene hinsichtlich der „XY-Bezugsebene für den Die Grenzabwei- Die Grenzabwei-
Gang“ an allen Auflagestellen der Führungsschiene für chungen für das chungen für das
jeweils eine Länge von 50 m Führungsschienen- Führungsschienen-
profil entsprechen profil entsprechen
den europäischen den europäischen
Herstellungsnormen Herstellungsnormen
für das jeweilige für das jeweilige
Profil. Profil.

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EN 15620:2008 (D)

Tabelle 11 (fortgesetzt)

Horizontale Grenzabweichungen in der XZ-Ebene


mm
Montagegrenzabweichungen für
Messvorschrift und Beschreibung der Grenzabweichung Regalklasse
200 100
δS Abweichung der Lage der Durchschubsicherung in
±5 ±5
Bezug auf die Kante der hinteren Stütze
Tw Trägerverdrehung in der Feldmitte 1° je m 1° je m
ANMERKUNG 1 Falls die Palette oder die in Paletten verpackten Waren über den Ständerrahmen hinausragen,
ist/sind die Grenzabweichung D und/oder die Grenzabweichung Jz irrelevant, sofern die „Reading Depth (Ablese-
tiefe)“ einer Fotozelle im Erfassungssystem nicht kritisch ist.
ANMERKUNG 2 Falls sich alle Stützen auf jeder Seite eines Ganges in eine Richtung neigen, ist es vorteilhaft, wenn
sich auch der Mast des Staplers in die gleiche Richtung neigt. Falls sich jedoch der Mast des Staplers in die entgegen
gesetzte Richtung neigt, kann die Neigung des Mastes korrigiert werden, um die Grenzabweichung zu verbessern.

Tabelle 12 — Grenzabweichungen, gemessen in vertikaler Richtung

Vertikale Grenzabweichungen in Y-Richtung


mm
Montagegrenz-
abweichungen für
Messvorschrift und Beschreibung der Grenzabweichung Regalklasse
200 100
δHB Abstand zwischen zwei benachbarten Trägerhöhen gegenüber dem
±3 ±3
Nennmaß
δH2 Höhenabweichung zwischen dem niedrigsten und dem höchsten 0,5 % 0,5 %
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Trägerniveau der Höhe H2 der Höhe H2


δH2A Abweichung der Oberkante des niedrigsten Trägerniveaus bezogen
±5 ±5
auf die Grundebene des Systems
δH3 Abweichung vom Nennabstand zwischen der Unterkante der oberen
Führungsschiene und einer horizontalen XZ-Bezugsebene des +10/−5 +10/−5
Systems
Ky Grenzabweichung für jedes Niveau aller auf diesem Niveau
angeordneten Träger auf beiden Seiten eines einzelnen Ganges, ± 10 ±5
sowie an allen Gängen, die vom gleichen Bediengerät zu bedienen
sind
Hy Abweichung der Höhen der Trägeraufnahmestellen zwischen der
Oberkante des hinteren Trägers und der Oberkante des vorderen +2/−4 +2/−4
Trägers
ANMERKUNG H2 gilt für alle Trägerniveaus, die vom gleichen Regalförderzeug bedient werden können. Wenn ein
Regalförderzeug nicht von einem Gang in einen anderen versetzt werden kann, gilt die Grenzabweichung für sämtliche
Träger in einem Gang.

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Legende
A lichte Zugangsbreite zwischen zwei Stützen
At (n) Gesamtlänge des Regals
B1, B2 Fehlausrichtung der Stützen in Gangquerrichtung in die Felder 1 bzw. 2
Cz , Cx Abweichung des Rahmens vom Lot in Z- bzw. X-Richtung
D Regaltiefe (Einfachrahmen)
E Gangbreite
H Höhe von der Oberseite des Fußplattenniveaus zur Oberseite der Regalstütze
HB Höhe von der Oberseite des Plattenniveaus zum nächsthöheren Plattenniveau
HY Abweichung der Höhen der Paletten-Aufnahmestellen zwischen den vorderen und hinteren
Trägern in einem Fach
H2A Höhe von der Y-Bezugsebene des Systems zur Oberseite des oberen Trägerniveaus
H2 Höhe vom untersten Trägerniveau zum obersten Plattenniveau
H3 Höhe von der X-Bezugsebene des Systems zur Unterkante der oberen Führungsschiene
JZ Anfangskrümmung eines Ständerrahmens in Z-Richtung
KX Abweichung der gegenüberliegenden Stützen
Ky Grenzabweichung für jedes Niveau aller auf diesem Niveau angeordneten Träger auf beiden
Seiten eines einzelnen Ganges, sowie an allen Gängen, die von der gleichen Maschine zu
bedienen sind
KZ Abweichung der in einer Reihe angeordneten Stützen
L Abstand von der Mitte zur Mitte der Regalstützen
M Abstand von der Frontseite der Regalstütze zur Oberkante der Führungsschiene
S Abstand von der Durchschubsicherung zur Kante der hinteren Stütze
Bild 21 — Maße für die Bezugsebenen und Grenzabweichungen in einem Regalsystem

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7.2.2 Grenzabweichungsbereich für die Rahmen in X-Richtung

Der Grenzabweichungsbereich für gegenüberliegende Rahmen, der sich aus dem Versatz der Stützen, der
Abweichung der Fußplatten vom Lot und der Krümmung der Stützenprofile ergibt, darf das Maß WE nicht
überschreiten.

WE = W + 2 Kx (2)

Dabei ist

WE der Grenzabweichungsbereich für einander gegenüber liegende Rahmen, der sich aus dem Ver-
satz der Stützen, der Abweichung der Unterlagen vom Lot und der Krümmung der Stützenprofile
ergibt;

W die Stützenbreite;

Kx die Abweichung der einander gegenüber liegenden Rahmen nach Tabelle 11.

7.2.3 Grenzabweichungen für Herstellung und Montage der Führungsschiene

An die Grenzabweichungen für die Herstellung und Montage der in Bild 22 dargestellten oberen Führungs-
schiene werden folgende Anforderungen gestellt:

Im nicht belasteten Zustand muss die obere Führungsschiene folgenden Montagegrenzabweichungen


entsprechen.
a) Die Führungsschiene muss an benachbarten Anschlussstellen der oberen Führungsschienen innerhalb
von L/750 der Bezugsachse liegen.
b) An den Anschlussstellen der oberen Querverbindung muss die Führungsschiene über die Gesamtlänge
innerhalb ± 5 mm der Bezugsachse liegen.
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Legende
1 5 mm maximale Schienenabweichung von der Bezugsachse an den Anschlussstellen der oberen
Querverbindung über die Gesamtlänge
2 L/750 maximale Schienenabweichung zwischen 2 benachbarten Anschlussstellen der oberen
Führungsschienen
3 Bezugsachse
4 RFZ-Führungsschiene
5 obere Querverbindung
L Abstand zwischen zwei benachbarten Anschlussstellen der oberen Führungsschienen

Bild 22 — Grenzabweichungen für die obere Führungsschiene (Draufsicht)

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Alle Unterschiede der Maße des Schienenprofils müssen an Stößen im Laufbereich der Führungsrollen über
eine Messlänge von 200 mm auf weniger als 1,0 mm abgeschliffen werden.

Auf den Laufflächen dürfen keine Walzenbeschriftungen (d. h. erhabene Beschriftung) angebracht werden.

Für die Art und Größe der oberen Führungsschiene (im Allgemeinen ein genormtes Warmwalzprofil aus Stahl)
und für das Anschlussverfahren ist der Lieferant des Regalförderzeugs verantwortlich.

In der Spezifikation müssen angegeben werden:

a) die Stützweite der Führungsschiene mit einem Mindestwert von 2 mm;

b) die Biegesteifigkeit der oberen Querverbindungen, mit denen die Führungsschiene verbunden wird;

c) die statischen Ersatzkräfte des Führungsrades;

d) der Radabstand.

(Weitere Empfehlungen für die Herstellung, siehe Anhang H).

7.3 Grenzwerte für die Verformung

7.3.1 Verformung der Bodenplatten durch Bodensetzung und Durchbiegung der Platte

7.3.1.1 Allgemeines

Die Durchbiegung der Bodenplatte führt zu zusätzlichen Spannungen und zur Neigung der Regalkonstruktion
und kann beachtlich sein.

Die Durchbiegung der Bodenplatte muss in der Planungsphase erfasst werden. Entsprechende Informationen
sind vom Planer oder Kunden dem Lieferanten des Regals zwecks Einschätzung der zusätzlichen
Spannungen im Regal zu geben.

Die Durchbiegung der Bodenplatte muss vom Planer oder vom Kunden bereits in der Planungsphase
berücksichtigt und zu den Freiräumen und Verformungen entsprechend den Anforderungen an das jeweilige
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Projekt addiert werden.

7.3.1.2 Bedingungen für eine quasistarre Bodenplatte

Die Bodenplatte kann als quasi starr angesehen werden, was bedeutet, dass die Verformungen der Boden-
platte das konstruktive Verhalten (Verformungen und Spannungen) des Regals nicht beeinflussen, wenn
folgende Bedingungen eingehalten werden:

a) der Drehwinkel an jeder Stelle der Bodenplatte innerhalb des Regalbereichs darf den Arcustangens
(1/2 000) nicht überschreiten;

b) die vertikale Gesamtverformung darf 1/2 000 der gesamten Länge der Lagerfläche nicht überschreiten;

c) die vertikale Gesamtverformung darf 1/2 000 der gesamten Breite der Lagerfläche nicht überschreiten.

Beim Abschätzen der Verformung müssen das Kurzzeit- und das Langzeitverhalten der Bodenplatten/des
Unterbaus berücksichtigt werden.

7.3.2 Grenzwerte für die Verformung des Trägers in Y-Richtung

Die maximalen Verformungen der belasteten Träger dürfen die Gebrauchfähigkeitskriterien nicht über-
schreiten.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Die Grenzwerte für die Durchbiegung müssen für jedes Projekt entsprechend den Projektgrundlagen mit dem
Planer unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anlage vereinbart werden.

Wenn spezifische Anforderungen fehlen, sollten die in Tabelle 13 angegebenen Grenzwerte für die Lage der
Gabelspitzen angewandt werden.

Bei durchlaufenden Trägerstützweiten über zwei oder drei Felder muss sowohl eine Biegung der Träger nach
unten (Durchhängen) als auch nach oben (Aufwölben) berücksichtigt werden (siehe Anhang D).

Tabelle 13 — Maximale, in Millimeter angegebene Verformung der belasteten Träger im


Bereich der Gabelspitzen

Regalklasse 100 Regalklasse 200


Trägerart
mm mm
Biegeverformung cc db cc db
L/300a L/300a L/200a L/200a
üblicher Träger
max. 10 mm max. 7 mm max. 15 mm max. 9 mm
L/100a L/100a L/100a L/100a
freitragender Träger
max. 12 mm max. 8 mm max. 15 mm max. 10 mm
a L ist die Stützweite des Trägers (zwischen den Mittellinien benachbarter Stützen oder Länge des freitragenden
Trägers von der Mittellinie der Stütze)
b Aufwölbung
c Durchbiegung

7.3.3 Verformungen der oberen Führungsschiene

7.3.3.1 Durchbiegungen in der Y-Achse


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Die vertikalen Verformungen der oberen Führungsschiene werden in Bild 23 dargestellt. Die vertikale
Bewegung der oberen Führungsschiene bezogen auf die Bezugsebene des Systems darf die vom Planer
oder vom Lieferanten des Staplers festgelegten Grenzwerte nicht überschreiten.

ANMERKUNG Die Wirkungen der auf das Regal aufgebrachten Lasten sowie der Dachlasten sollten in diese
Berechnung einbezogen werden.

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EN 15620:2008 (D)

Legende
1 Obere Querträger
2 Obere Führungsschiene
3 Stützweite der Führungsschiene
δy1 Durchbiegung des Portalträgers über die Spannweite des Ganges, einschließlich der
Zusammendrückung der Stütze
δy2 Durchbiegung der oberen Führungsschiene zwischen den Auflagen
δy1 + δy2 Durch Schwerkraftlast bedingte, gesamte vertikale Bewegung der Führungsschiene in der Mitte
der Spannweite

Bild 23 — Verformungen der oberen Führungsschiene in vertikaler Richtung

7.3.3.2 Durchbiegungen in der Z-Achse

Die seitlichen Verformungen der oberen Führungsschiene werden in Bild 24 dargestellt. Die seitliche Durch-
biegung der oberen Führungsschiene bezogen auf die Positionen der Auflagen der Führungsschiene dürfen
die vom Planer oder vom Lieferanten des Staplers festgelegten Durchbiegungsgrenzwerte nicht
überschreiten.

ANMERKUNG 1 Diese Durchbiegung der Führungsschiene wird für die Position der Führungsrollen berechnet; an
anderen Stellen darf sie überschritten werden.
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ANMERKUNG 2 Die Wirkungslinie der Führungsradlast des Staplers in Z-Richtung ist im Allgemeinen außermittig zur
seitlichen Auflage der Portalverbindung; daher kann sich die Führungsschiene um die X-Achse drehen. Die
Führungsradlasten verursachen auch eine Durchbiegung des Stegs der Führungsschiene und eine Drehung der
Führungsschiene um ihre X-Achse in Längsrichtung. Bei der Berechnung der Durchbiegungen in Y- und Z-Richtung in
Abschnitt 7.3.3 sollte dies berücksichtigt werden.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Legende
1 Spannweite des Ganges
2 Obere Querträger
3 Obere Führungsschiene
F Horizontale Kraft, die von den Führungsrollen hervorgerufen und in der Mitte zwischen den oberen
Querträgern gemessen werden
δz Maximale seitliche Durchbiegung der Führungsschiene durch die Verformung des oberen Querträgers
und der Führungsschiene, die sich aus den von den Führungsrollen hervorgerufenen horizontalen Kräften
ergibt

Bild 24 — Verformungen der oberen Führungsschiene in seitlicher Richtung

7.3.4 Verformungen des Rahmens in X- und Z-Richtung

Die auf dem Grenzzustand der Gebrauchsfähigkeit beruhenden maximal zulässigen Verformungen (Lastfaktor
y = 1,0) müssen den Werten in Tabelle 14 entsprechen. Sie sind unter Einbeziehung der Wirkungen der Kraft
eines einzigen Regalförderzeugs zu berechnen. Die Berechnung der Verformungen ist nach prEN 15512 und
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sonstigen relevanten Europäischen Normen durchzuführen.

ANMERKUNG Die Anfangslotabweichung der Rahmen nach Erstmontage erhöht sich unter dem Einfluss von
Schwerkraftlasten, RFZ-Kräften und Windlasten, so dass die ursprüngliche Montagegrenzabweichung nicht vollständig
wiederhergestellt wird.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Tabelle 14 — Zulässige Verformungen bezogen auf den Grenzzustand


der Gebrauchsfähigkeit (Lastfaktor y = 1,0)

Waagerechte Waagerechte Waagerechte Waagerechte


Regalhöhe Verschiebung in Verschiebung in Verschiebung in Verschiebung in
Z-Richtung X-Richtung X-Richtung X-Richtung
m mm mm mm mm
RFZ-Steuerung mit Euro-Paletten mit Euro-Paletten mit Euro-Paletten
Typ A, B, C oder D 800 × 1 200 800 × 1 200 1 000 × 1 200
Typ A oder D Typ B oder C Typ A, B, C oder D
15 15 12a 10 12
a
20 20 16 10 16
25 25 20 a 10 20
a
30 30 20 10 24
a
35 35 20 10 28
a
40 40 20 10 32
a Bei diesen Werten für die waagerechte Verschiebung für Typ D handelt es sich um die Werte, die für Teleskop-
gabeln mit Maßen von 165 × 60 maximal zulässig sind. Die Werte dürfen vom Planer oder vom Lieferanten des
Staplers erhöht werden, wenn Teleskopgabeln mit projektbezogenen Maßen angewendet werden.

Beschreibung der Steuerungsarten A, B, C und D für Regalförderzeuge:

⎯ A: Handsteuerung;

⎯ B: Teilweise oder voll automatische Steuerung des Koordinatenpositioniersystems;

⎯ C: Teilweise oder voll automatische Steuerung des Koordinatenpositioniersystems und zusätzliche


Präzisionspositionierung für das Regalfach (nur in Y-Richtung);
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⎯ D: Teilweise oder voll automatische Steuerung des Koordinatenpositioniersystems und zusätzliche


Präzisionspositionierung für das Regalfach (in X- und Y-Richtung).

7.3.5 Verformungen des Rahmens in X- und Z-Richtung für Regale in Silobauweise und Windlasten

Die Windlastverformung der Regalkonstruktion in Z-Richtung wird in Bild 25 dargestellt. Die Verformung des
Regals ist für eine Windgeschwindigkeit zu berechnen, die 70 % des Wertes entspricht, der in der
einschlägigen nationalen oder Europäischen Norm (EN) angegeben wird, sofern in der Spezifikation zur
Bemessung des Projekts nicht anders festgelegt.

ANMERKUNG Diese Anforderung gilt nur für die Funktionalität des Systems und nicht für irgendwelche anderen
Anforderungen an die Steifigkeit. Das bedeutet, dass bei Berechnung der Festigkeit andere auf das Regalsystem
wirkende Windlasten zu berücksichtigen sind als bei Berechnung der Durchbiegung.

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Legende
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1 Durchbiegung von Rahmen und Mast


2 Neigung des RFZ-Mastes
3 Wind
4 Durchbiegung des Endrahmens (wird von einer Geraden zwischen unterem und oberem Ende der Stütze
gemessen)

Bild 25 — Windlastverformung der Regalkonstruktion in Z-Richtung

Sofern in der Spezifikation für die Bemessung des Projekts nicht anders festgelegt, werden folgende
Grenzwerte für die Durchbiegungen „1“ und „4“ eingesetzt:

⎯ „1“ sollte kleiner sein als die in Tabelle 14 angegebenen Werte für die waagerechte Verschiebung in
Z-Richtung;

⎯ „4“ sollte kleiner als 15 mm sein.

Falls die Verformungen die Grenzwerte überschreiten, muss der Konstrukteur des Regalsystems dem Planer
und/oder dem Hersteller des Regalförderzeugs die berechneten Durchbiegungswerte vorlegen.

ANMERKUNG Abweichungen von den oben angegebenen Grenzwerten für die Durchbiegung können in Abhängigkeit
von der Art der zu lagernden Ladeeinheit und den angewendeten Bedientechniken zulässig sein.

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EN 15620:2008 (D)

7.3.6 Elastische Längenverkürzung der Stützen

In einer beliebigen Trägerhöhe hängt die Verschiebung in der Y-Achse von den angesammelten Druckspan-
nungen in den einzelnen Stützenlängen zwischen den Trägerhöhen unterhalb der betrachteten Höhe ab; sie
muss vom Planer oder vom Lieferanten des Regalförderzeugs bei Festlegung des Höhenauswahlsystems
berücksichtigt werden.

Diese Werte müssen vom Lieferanten des Regalsystems vorgelegt werden.

7.4 Freiräume für Ladeeinheiten und Bediengeräte

Es müssen projektdefinierte Freiräume angewendet werden. Der Planer ist dafür verantwortlich
sicherzustellen, dass die Werte entsprechend den Anforderungen an das Gesamtsystem annehmbar sind.
Grenzabweichungen und Verformungen der zu lagernden Ladeeinheit sind vom Planer oder Benutzer
festzulegen (siehe Anhang G).

Freiräume für die Gänge werden zwischen der äußersten Kante des Regalbediengeräts und der äußersten
Kante der Regalkonstruktion oder der Ladeeinheit bestimmt.

7.5 Verformungen der Durchschubsicherung

7.5.1 Verformungen

Die horizontale Verformung der Durchschubsicherung muss vom Lieferanten des Regalförderzeugs oder vom
Planer festgelegt und so eingeschränkt werden, dass das sichere Tragen der Ladeeinheit auf dem Regal
gewährleistet wird (siehe prEN 15629).

7.5.2 Freiraum

Der Freiraum zwischen der Nennladeeinheit und der Durchschubsicherung ist vom Regalförderzeuglieferant
festzulegen.
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8 Lagergrenzabweichungen und -verformungen


Siehe prEN 15629 hinsichtlich Grenzabweichungen und Verformungen für Lager.

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Anhang A
(informativ)

Bauteile für verstellbare Palettenregale


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Legende
1 Obere Querträger
2 Regalzeile, die von zwei Seiten zu bedienen ist
3 Obere Führungsschiene
4 Ständerstütze
5 Regalzeile, die von nur einer Seite zu bedienen ist
6 Rahmenaussteifung
7 Distanzstück
8 Träger
9 Ladeeinheit

Bild A.1 — Regalbauteile

Verstellbare Palettenregale (APR) in der Ausführung als Einfachregal (mit „einfacher Tiefe“) (siehe Bild A.1)
sind die am häufigsten angewendeten Palettenregalausführungen. Mit Ausnahme von Regalen, die mit Regal-
förderzeugen bedient werden, werden verstellbare Palettenregale gewöhnlich ohne obere Querträger und
obere Führungsschienen verwendet.

Verstellbare Palettenregale bestehen im Allgemeinen aus zwei Hauptbestandteilen, Ständerrahmen und


Träger.

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EN 15620:2008 (D)

Die Ständerrahmen werden zusammengebaut, indem durchgehend gelochte Stützen paarweise zusammen-
gestellt und unter Verwendung von Aussteifungsteilen mit Schrauben, Nieten oder durch Schweißen
miteinander verbunden werden.

Die Ständerrahmen werden durch Trägerpaare so verbunden, dass eine Reihe von Feldern entsteht. In jedem
Feld werden die Trägerpaare in einem bestimmten vertikalen Abstand in der jeweiligen Höhe so angebracht,
dass die Unterbringung von Paletten oder Ladeeinheiten möglich ist. In Abhängigkeit von ihrer Länge und
Festigkeit können alle Trägerpaare in jeder Höhe eine, zwei oder mehrere Ladeeinheit(en) aufnehmen.

Die Verbindung zwischen Träger und Stützen erfolgt üblicherweise unter Anwendung eines mit einem Haken
versehenen Verbindungselements, das in die Lochung der Stütze eingehakt wird, wodurch ein Verstellen der
Träger in vertikaler Richtung zwecks Aufnahme von Ladeeinheiten mit unterschiedlichen Höhen möglich wird.
Für einige Ausführungen von verstellbaren Palettenregalen werden Verbindungselemente mit Schrauben
anstelle von Haken verwendet.

Festigkeit und Steifigkeit der Träger werden verbessert, wenn die Tiefe und/oder Breite des Trägerprofils
und/oder die Dicke oder die Qualität des Stahls erhöht wird/werden. In gleicher Weise ist auf die Festigkeit
Stützenprofile Einfluss zu nehmen.

Die Festigkeit, die Steifigkeit und die Stabilität der Regale in Z-Richtung (Gangquerrichtung), d. h. von der
Regalvorderseite zur Regalrückseite, werden durch die Ständerrahmen und ihre Verbindungen zur
Betonbodenplatte erreicht. In der Links-/Rechts-Richtung, der X-Richtung (Ganglängsrichtung), werden
Festigkeit, Steifigkeit und Stabilität in einem „nicht ausgesteiften“ Regal durch die Wechselwirkung von
Ständerrahmen und Träger über ihre durch Haken (oder auf andere Weise) bewirkten Verbindungen
zusammen mit den Fußplatten und den Befestigungen an den Betonbodenplatten erreicht.

Verstellbare Palettenregalsysteme werden im Allgemeinen als jeweils eine Einfachregalzeile auf beiden
Seiten des zur Bedienung vorgesehenen Ganges aufgebaut. Falls der Stapler oder das Regalbediengerät ein
Regal von nur einer Seite aus bedienen kann, wird diese Regalausführung als einseitig bedienbare Regalzeile
(SE) bezeichnet. Falls eine Bedienung von beiden Seiten möglich ist, wird diese Regalausführung als
doppelseitig bedienbare Regalzeile (DE) bezeichnet (Doppelregal). Doppelregalzeilen werden im Allgemeinen
zwischen parallelen Gängen für Stapler- oder Bediengerät angewendet.

Festigkeit, Steifigkeit und Stabilität von Regalzeilen lassen sich ggf. dadurch verbessern, dass rückwärtige
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und ebene Aussteifungen angebracht werden. Aussteifungen können an der Rückseite eines von einer Seite
bedienbaren Regals oder in der Mitte eines Doppelregals angebracht werden, das von zwei Seiten zu
bedienen ist. Ebene Aussteifungen werden zwischen den vorderen und den hinteren Trägern bei Bedarf
angewendet, um den vorderen Stützen Halt zu bieten.

Ein oberer Querträger wird in Z-Richtung (Gangquerrichtung) vorgesehen, wenn er durch die Bediengeräte
oder aus sonstigen baulichen Gründen erforderlich ist. Der obere Querträger kann zur Aufnahme von Zube-
hörteilen für einen Gang angewendet werden, z. B. zur Anbringung der Beleuchtung, der oberen Führungs-
schiene usw.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Anhang B
(informativ)

Allgemeine Sicherheitsphilosophie

B.1 Allgemeines
Die Sicherheitsphilosophie für die Bemessung der Lagereinrichtung basiert auf folgenden Voraussetzungen:

a) Anwendung des Lagersystems in Übereinstimmung mit der vom Planer erstellten Spezifikation (siehe
prEN 15629);

b) Beibehaltung eines guten Zustands der Arbeitsplatzumgebung (gute Systemverwaltung);

c) Anwendung sicherer und stabiler Ladeeinheiten;

d) Anwendung von Paletten und sonstigen Lastaufnahmeeinrichtungen innerhalb der für ihre Auslegung
vorgesehenen Einschränkungen;

e) die Bewertung der Betriebsschnittstelle zwischen Regal und Förderzeug, die zur Festlegung der
Freiräume führt, gemäß diesem Dokument durchgeführt wird;

f) Wartung und Instandhaltung der Förderzeuge vom Lieferanten der Förderzeuge fachgemäß durchgeführt
wird;

g) Einsatz von erfahrenen Gabelstaplerfahrern, die in die jeweilige Arbeitsumgebung eingewiesen sind;

h) vom Planer vorgenommene Einstufung der Arbeitsumgebung als Umgebung mit „üblichem Risiko“;
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i) Eignung der in dieser Europäischen Norm für den Boden festgelegten Grenzabweichungen für die
durchzuführenden Arbeiten;

j) Benennung eines Sicherheitsbeauftragten (PRS) nach den Empfehlungen in prEN 15635;

k) Existenz eines in prEN15635 empfohlenen Überprüfungssystems;

l) Existenz eines in prEN 15635 empfohlenen Wartungssystems.

Falls einer dieser Faktoren in der Praxis nicht einzuhalten ist, steigen die Unfallhäufigkeit und das Ausmaß
der Schäden an der Regalanlage usw. Das Risiko erhöht sich, so dass sich zur Beibehaltung der Sicherung in
der Arbeitsumgebung die Notwendigkeit zur Durchführung weiterer vorbeugender Maßnahmen oder
Wiederaufarbeitungen ergibt. Zu den zu treffenden Maßnahmen, die schematisch in Bild B.1 dargestellt
werden, können die Vergrößerung der Zwischenräume, die Verringerung des Durchsatzes, Schutz für die
Regalanlage usw. gehören.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Legende
1 Bereich für einen Betrieb mit geringem Risiko
2 Bereich für einen Betrieb mit mittlerem Risiko
3 Bereich für einen Betrieb mit hohem Risiko
4 Zunahme des Ausmaßes einer möglichen Beschädigung
5 Zunahme der Unfallhäufigkeit

Bild B.1 — Risikobereiche

B.2 Manövrierfreiraum in Regalen mit breiten oder schmalen Gängen


Die Freiräume in den Gängen basieren auf der Anforderung, dass in den Fällen, in denen die unterste
Ladeeinheit vom Betonboden unterstützt wird, die Palette oder die Palettenladung so platziert werden muss,
dass die Arbeitsbreite des Ganges nicht beeinträchtig wird.
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Der Manövrierfreiraum ist das Maß, um das die Gangbreite, die sich aus den Maßen und Manövrierfähigkeit
des Förderzeugs und der Ladeeinheit ergibt, erhöht wird. Im Allgemeinen wird für 90°-Staplung ein Wert von
200 mm angewendet.

In den Fällen, in denen die unterste Ladeeinheit vom Boden unterstützt wird, hilft eine dauerhaft markierte
Linie an jeder Seite des Ganges zur besseren Einhaltung der gewünschten Position der Ladeeinheit.

B.3 Einschubtechnik
Die Einschubtechnik wird aus folgenden Gründen als außerhalb des Anwendungsbereichs dieses Dokuments
erachtet:

a) es gibt ein größeres Risiko für Schäden durch Zusammenstöße, denen die Regalkonstruktion beim
Ein- und Auslagern von Ladeeinheiten ausgesetzt ist;

b) größere Feldfreiräume sind erforderlich;

c) es gibt ein erhöhtes Schwenkrisiko des Staplers auf unebenen Böden und Zusammenstöße mit Regalen
oder Ladeeinheiten, wenn die Gangfreiräume unter die festgelegten Grenzwerte verringert werden;

d) die meisten Stapler sind nicht für eine Drehung bei angehobener Ladung ausgelegt, woraus sich das
Risiko ergibt, dass der Stapler instabil wird und umkippt.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

B.4 Umgebungen mit zusätzlichem Risiko


In Umgebungen mit höherem Risiko (vom Planer festgelegt) können größere Freiräume gefordert werden, um
sichere Arbeitsbedingungen aufrechtzuerhalten.

Beispielsweise kann sich für Breit- oder Schmalgangsysteme die Forderung ergeben, dass der Mindest-
freiraum für den Regalgang von 200 mm auf 350 mm wegen folgender Faktoren zu vergrößern ist:

a) die Ladeeinheiten sind nicht starr;

b) die Ladung hat so große Maße, dass exaktes Heranfahren erschwert wird;

c) höhere Durchsatzleistung.

B.5 Anforderungen an die Stapler


In Bild B.2 wird ein typisches Beispiel für die Anforderungen an die Gangbreite gezeigt, um eine ausreichende
Manövrierfähigkeit des Staplers für 90°-Stapeln zu ermöglichen.

ANMERKUNG In Bezug auf Mindestgangbreiten, siehe FEM 4.005, Technische Daten für Flurförderzeuge, FEM. Die
Maße für 90°-Drehungen hängen von der Ausführung des Staplers ab. Genaue Maße für die Gangbreite sind vom
Staplerhersteller zu erfragen.
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Legende
A Manövrierfreiraum
Dp Tiefe von Ladeeinheit und Palette
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D Maß für eine 90°-Drehung des Staplers und der Ladeeinheit


AST Mindeste lichte Gangbreite zwischen den Vorderseiten der Ladeeinheiten oder der Regalkonstruktion in
beliebiger Höhe
Wp Breite von Ladeeinheit und Palette

Bild B.2 — Gangbreitenmaße

ANMERKUNG Die Nennposition der Ladeeinheit auf dem Boden kann durch eine Bodenmarkierung angezeigt werden.

B.6 Bodengrenzabweichungen und -verformungen

B.6.1 Allgemeines

Bodengrenzabweichungen und -verformungen werden eingeschränkt, damit das System Regalanlage und
Flurförderzeug sicher arbeiten kann. Die Stapler führen entweder eine freie oder eine bestimmte Bewegung
aus. Freie Beweglichkeit gibt es sowohl in Breit- und Schmalgängen als auch in offenen Lagerbereichen.
Bestimmte vorgegebene Bewegungsmöglichkeiten gibt es im Allgemeinen nur in Anlagen mit schmalen
Gängen (VNA).

In Bereichen mit freier Beweglichkeit erfolgt eine Überprüfung der Grenzabweichungen über 3 m, um aus-
reichende Schnittstellengrenzabweichungen zwischen dem Regal und dem Förderzeug (MHE) sicherzustellen.
Es wird davon ausgegangen, dass das Förderzeug die Lasten stets in geringer Höhe transportiert, wenn es
fährt.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

In Bereichen mit definierter Beweglichkeit erfolgt eine Überprüfung der Grenzabweichungen über die
Abstände, die sich auf die Maße des Förderzeugs beziehen. Es wird davon ausgegangen, dass das
Förderzeug die Lasten sowohl in größerer als auch in geringer Höhe transportiert, wenn es fährt.

B.6.2 Böden mit Gefälle

Regale, die auf Böden mit einem leichten Gefälle aufgebaut werden, sind ebenfalls geneigt, sofern nicht durch
Ausgleichsscheiben oder Vergussmaterial an den Fußplatten der Stützen eine ausgleichende Korrektur
durchgeführt wird. Falls keine Korrektur vorgenommen wird, hat das Regal den gleichen Neigungswinkel für
die Abweichung von der Senkrechten wie der Boden.

Falls nicht anders ausgeführt, wird davon ausgegangen, dass der Boden kein Gefälle aufweist.

B.6.3 Schrägstellung des Förderzeugs

In Bild B.3 wird die statische Schrägstellung eines Schmalgangstaplers gezeigt; die Schrägstellung kann
durch die Einflüsse des dynamischen Antriebs merklich vergrößert werden und muss vom Planer und Kunden
berücksichtigt werden, wenn die sichere Funktion des Gesamtsystems bewertet wird.
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Maße in Millimeter
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Legende
A Ungleichheiten des Bodenniveaus, die aus Grenzabweichungen und Verformungen des Bodens
resultieren
B Statische Schrägstellung
C Hubhöhe

Bild B.3 — Beziehung zwischen Ebenheit und statischer Schrägstellung


des (als starr angenommenen) Staplermasts

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Anhang C
(informativ)

Aufnahme der Regalmaße

C.1 Allgemeines
Bei Aufnahme der Regalmaße werden im Allgemeinen die Montagegrenzabweichungen und -freiräume der
Regalkonstruktion gemessen, bevor die Beladung des Regals erfolgt. Die in dieser Europäischen Norm
angegebenen Grenzabweichungen sind möglicherweise auf beladene Regale nicht anwendbar.

Aufnahmen der Regalmaße erfolgen, wenn in einzelnen Verträgen gefordert.

C.2 Vereinbarte Bezugslinien und Bezugspunkte


Vor Beginn der Montage sollte zwischen den beteiligten Parteien die Grundlage für Bezugslinien und
Bezugspunkte für die Aufnahme der Regalmaße vereinbart werden.

C.3 Wichtigste Bezugslinien und Bezugspunkte


Die Hauptbezugslinien und der Hauptbezugspunkt sind:

⎯ Bezugslinien des Systems in X-Richtung, parallel zu den Regalgängen;

⎯ Bezugspunkt des Systems in Y-Richtung;


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⎯ Bezugslinie des Systems in Z-Richtung, senkrecht zu den Regalgängen.

C.4 Bericht über die Aufnahme der Regalmaße

C.4.1 Allgemeines

Die Aufnahme der Regalmaße liegt der Rasteranordnung der Regale in der XZ-Ebene und der Trägerhöhe in
Y-Richtung zugrunde . Die Aufmaße sollten aufgezeichnet und in einem Bericht erfasst werden.

Umgebungsbedingungen, z. B. Temperatur und Windgeschwindigkeit, sollten, falls zweckdienlich, ebenfalls


aufgezeichnet werden.

C.4.2 Messbedingungen

Falls die Messungen durch die Umgebungsbedingungen beeinflusst werden können, sollte ein
entsprechender Korrekturfaktor verwendet werden.

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EN 15620:2008 (D)

Anhang D
(informativ)

Einflüsse von Durchbiegung und Aufwölbung der Träger


auf die Freiräume

D.1 Einflüsse von Durchbiegung und Aufwölbung für nicht frei tragende Träger auf
die Freiräume X3, X4 und Y1, Y2 und Y3

Die Durchbiegung der Träger verringert den Nennfreiraum X4, was im Allgemeinen für Ladeeinheiten mit einer
Höhe unter 3 m kein Problem ist. In Extremfällen sollte die Neigung der Ladeeinheit berechnet und die
Freiräume entsprechend erhöht werden.

Freiräume für die Ladeeinheiten und das Regal in X- und Y-Richtung werden in Bild D.1 dargestellt. Y6 wird
ermittelt durch:

⎯ vertikale Grenzabweichung zwischen dem Träger an der Gangseite und dem hinteren Träger;

⎯ Manövrierdynamik des Förderzeugs während der Beschickung bzw. Entnahme;

⎯ Beschickungsvorgang.
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Legende
1 Stütze
2 Träger
3 Träger, dargestellt ohne Durchbiegungen
4 Ladeeinheit auf der Gabel im angehobenen Zustand
hp Bemessungshöhe von Ladeeinheit und Palette
h Höhe des Faches
A Lichte Feldweite
X3 Freiraum zwischen Stütze und Ladeeinheit
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X4 Freiraum zwischen Ladeeinheiten


Y3 Freiraum zwischen Oberkante der Ladeeinheit und Trägerunterkante
Y5 Freiraum zwischen Oberkante der Ladeeinheit und Trägerunterkante beim Absetzen der Ladeeinheit
Y6 Freiraum zwischen Palettenboden und Trägeroberkante beim Absetzen der Ladeeinheit
α3, α4 Winkel der Ladung in den Fächern 3 bzw. 4

Bild D.1 — Freiräume für Ladeeinheit und Regal in X- und Y-Richtung

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Die Freiräume für die Gabel des Förderzeugs und die Ladeeinheiten über den Regalträger werden in Bild D.2.
dargestellt. Die verminderte Einführöffnung einer kleineren Palette und der zugehörige verminderte Gabelfrei-
raum müssen berücksichtigt werden.

Legende
1 Öffnung zum Einführen der Gabel
2 Gabel des Förderzeugs
3 Trägeroberkante
4 Palette mit Einfachdecke
Y1 Freiraum für die Gabel über dem Träger
Y2 Freiraum für die Gabel unter der Palette
X1 und X2 Horizontaler Freiraum zwischen Gabel und Palette

Bild D.2 — Freiräume für die Gabel des Förderzeugs und die Ladeeinheit über dem Regalträger

Die Auswirkung von Durchbiegung und Aufwölbung der Träger auf die Freiräume X3, X4 und Y1, Y2 und Y3
werden in den Bildern D.3 und D.4 dargestellt.
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Legende
L Abstand zwischen den Mittellinien der Stützen
+δmax Verformung durch Aufwölbung
−δmax Verformung durch Durchbiegung

Bild D.3 — Auswirkung der Trägerverformungen auf Freiräume

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Legende
hp Höhe von Ladeeinheit und Palette
Wp Breite von Ladeeinheit und Palette
α Winkel der Ladeeinheit

Bild D.4 — Vergrößerte Darstellung der Verlagerung der Ladeeinheiten

Wenn zwei Ladeeinheiten betroffen sind, muss die Verlagerung α4 · hp doppelt berücksichtigt werden.

Der bei der Berechnung der Gesamtfreiräume für X3 und X4 zu berücksichtigende zusätzliche Freiraum α· hp
hängt von den relativen vertikalen Durchbiegungen der Unterstützungspunkte der Ladeeinheit auf dem Träger
ab, die Einfluss auf die lotrechte Lage der Ladeeinheit haben. Eine exakte Berechnungsmöglichkeit wird in
Bild D.4 gezeigt. Vergleichbare Vorgehensweisen können für verschiedene Kombinationen von ungünstigsten
Belastungsfällen für eine beliebige Anzahl von Ladeeinheiten auf einem Trägerpaar und für einen beliebigen
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Grad der Trägerkontinuität angewendet werden, indem starre oder halbstarre Verbindungen zu den Regal-
stützen hergestellt werden.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

D.2 Auswirkungen von Durchbiegung und Aufwölbung für freitragende Träger auf
die Freiräume X3, X4 und Y1, Y2 und Y3 (P- und D-Plätze)
Die Auswirkungen einer kontinuierlichen Durchbiegung frei tragender Träger auf die Freiräume werden in
Bild D.5 dargestellt.
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Legende
1 ein Feld
2 zwei Felder
3 drei Felder
L Abstand zwischen den Mittellinien der Stützen
δu Verformung durch Aufwölbung
δd Verformung durch Durchbiegung
αL Abstand zwischen der Mittellinie der Stütze und dem Ende des frei tragenden Trägers

Bild D.5 — Auswirkungen der Verformungen frei tragender Träger auf Freiräume

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Anhang E
(informativ)

Zusätzliche Informationen zur Bestimmung von Maßen und


Freiräumen in Tiefenrichtung des Regals (Z-Richtung)

E.1 Beschickungsgrenzabweichungen in Tiefenrichtung des Regals


Die Maße und Freiräume in Tiefenrichtung des Regals (Z-Richtung) werden in Bild E.1 dargestellt. Im Idealfall
sollte eine Palette konzentrisch auf einem Trägerpaar in einem Fach des Palettenregals angeordnet werden.
Die Beschickungsgrenzabweichungen in Z-Richtung müssen bei Bestimmung der Freiräume für die Ladeein-
heiten berücksichtigt werden.

Zur Beschickung der Palette im Regal orientiert sich der Gabelstaplerfahrer an der Vorderkante des Gang-
trägers. Das bedeutet, dass die Beschickungsgrenzabweichungen für größere Werte von Z2a zunehmen, da
ein größerer Überhang eine größere Ungenauigkeit zulässt.
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Legende
1 Hindernis in der ungünstigsten Position einschließlich Baubewegung, wenn zutreffend
2 Hindernis in der ungünstigsten Position einschließlich Baubewegung, wenn zutreffend
Z2a , Z2b Palettenüberhang vorne bzw. an den hinteren Trägern
Z3 Freiraum zwischen Ladeeinheit und Hindernis

Bild E.1 — Freiraum zu baulichen Hindernissen aufgrund der


Beschickungsgrenzabweichung (Z-Richtung)

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Die Werte können anders sein als die in 5.4.3 und 6.4.3 angegebenen Werte.

Zum Beispiel:

⎯ Z2a ist größer als oder gleich 50 mm und kleiner als oder gleich 100 mm;

⎯ Z2b ist größer als oder gleich 50 mm und kleiner als oder gleich 100 mm;

⎯ Z2b ist gleich Z2a.

Die Mindestwerte basieren auf der Notwendigkeit, auf den Träger eine ausreichende Abstützung für die
Paletten sicherzustellen. Wenn jedoch Sekundärunterstützungen zwischen den Trägern vorgesehen sind,
dürfen Z2a und Z2b kleiner sein als Null, wobei der Abstand zwischen hintereinander angeordneten
Ladeeinheiten weiterhin mindestens 100 mm und Z3 noch mindestens 50 mm betragen sollte.

E.2 Größere Werte für Z2a und Z2b

Für Z2a und Z2b sind auch größere Werte als 50 mm möglich, wobei in solchen Fällen allerdings das Folgende
berücksichtigt werden sollte:

a) ein größerer Freiraum zwischen hintereinander angeordneten Ladeeinheiten (Z1) und einem beliebigen
Hindernis (Z3) sollte vorgesehen werden, weil sich für größere Werte für Z2a die Beschickungsgrenzab-
weichungen erhöhen können;

b) bei größeren Beschickungsschwankungen nimmt der Unterschied zwischen den Lasten zu, die von den
zwei Trägern getragen werden; diese Tatsache sollte bei der Bemessung berücksichtigt werden;

c) die unteren Deckplatten der Palette können falsch beladen sein.

Die Verformung der Bodenplatte durch falsches Platzieren der Palette wird in Bild E.2 dargestellt.
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Legende
1 Verformte Bodenplatte
2 Klotz der Palette
3 Kleinere Trägerlast
4 Größere Trägerlast
5 Träger
6 Belastung

Bild E.2 — Verformung der Bodenplatte durch falsches Platzieren der Palette

Für Z2a und Z2b werden größere Werte als 50 mm (z. B. 75 mm) im Allgemeinen nur aus folgenden Gründen
erwogen:

1) um sichere Unterstützungsbedingungen bei Schmalgangstaplern mit festem Hub sicherzustellen (erhöhte


Beschickungsgrenzabweichung in Z-Richtung bei erhöhter Höhe, siehe Anhang F);

2) um eine Durchbiegung der Palette zwischen den Trägern zu verringern, die ggf. bei Regalförderzeugen
oder Schmalgangstaplern mit Teleskopgabeln mit einer Höhe von 40 mm bis 60 mm in Abhängigkeit von
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Typ, Masse und Tiefe der Palette auftreten kann.

Bei diesen Arten von Paletten-Bediengeräten ist jedoch im Allgemeinen die Palettenpositionierung gut
steuerbar.

3) Die Ladeeinheiten werden unter Anwendung einer festen Hubhöhe positioniert. (Einige Schmalgang-
stapler können mitunter die Hubhöhe verändern.)

4) Das Förderzeug weist eine feste Position bezogen auf das Regal aus.

5) Die zusammen mit Regalförderzeugen verwendeten Paletten sollten eine dauerhaft hohe Qualität haben,
weil sonst das Bediensystem des Regalförderzeugs und/oder des Palettenfördersystems unzuverlässig
arbeiten würde.

Verglichen mit der Situation bei Frontstaplern oder Schubmaststaplern ist die Beschickungsgrenzabweichung
in Tiefenrichtung (Z-Richtung) wegen 3) und 4) viel kleiner.

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EN 15620:2008 (D)

Anhang F
(informativ)

Zusätzliche Informationen für Schmalgangstapler in


verstellbaren Palettenregalen

F.1 Allgemeines
Die in dieser Europäischen Norm angegebenen Freiräume sind als Mindestwerte anzusehen. Der Planer ist
dafür verantwortlich, die Freiräume unter Anwendung der in dieser Europäischen Norm angegebenen
Grenzabweichungen festzulegen. Falls größere Freiräume gefordert werden, sollten sie vom Lieferanten des
Staplers oder vom Planer festgelegt werden.

In den folgenden Abschnitten werden einige Faktoren angegeben, die für den sicheren Gesamtbetrieb des
Systems beachtet werden müssen.

F.2 Betrachtungen für die Z-Richtung


Bei der Einlagerung mit einem Stapler mit festem Gabelhub hängt die Lage der Ladeeinheit nach Einlagerung
von mehreren Faktoren ab, einschließlich:

a) des Bodenniveaus quer über den Gang, das eine Schrägstellung des Staplers verursacht;

b) der Lage der Ladeeinheit auf dem Stapler;

c) der Verformung (+Z) des Staplermasts und der seitlichen Durchbiegung durch die Last auf frei tragende
Gabeln;

d) des unterschiedlichen Verschleißes und der Durchbiegung der Staplerreifen durch die Exzentrizität von
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Last und Gabel, die ebenfalls eine waagerechte Verschiebung in +Z-Richtung verursachen;

e) des Spiels im Stapler-Mechanismus, das sich mit dem Verschleiß erhöht;

f) der Genauigkeit der Lage der Einrichtungen am Übergabeplatz;

g) der Grenzabweichung des Führungssystems.

Bei der Einlagerung mit einem Stapler ohne festen Gabelhub, hängt die Lage der Ladeeinheit nach
Einlagerung von mehreren Faktoren ab, einschließlich:

1) des Lots der Regalrahmen in Z-Richtung;

2) der manuellen Beschickungsgrenzabweichung in Z-Richtung. In der Gangquerrichtung, Z2a (siehe 6.4.3


und Anhang E). In der Ganglängsrichtung hängt die Grenzabweichung von der Anweisung an die
Bedienungsperson ab, z. B. 25 mm.

Für den Gangfreiraum sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

⎯ die Lage der Ladeeinheit im Regal;

⎯ das Bodenniveau quer über den Gang, das eine Schrägstellung des Staplers verursacht;

⎯ die Lage der Ladeeinheit auf dem Stapler;

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EN 15620:2008 (D)

⎯ die statische und dynamische waagerechte Verschiebung des Staplermasts;

⎯ der unterschiedliche Verschleiß und die Durchbiegung der Staplerreifen;

⎯ Spiel im Staplermechanismus, das sich mit dem Verschleiß erhöht;

⎯ die Grenzabweichung des Führungssystems;

⎯ die Grenzabweichungen für die Ladeeinheiten.

F.3 Betrachtungen für die Y-Richtung


Die Wechselwirkung zwischen Regal, Stapler und Ladeeinheit in Y-Richtung wird durch die für die Gabel
verfügbare Öffnung bestimmt. Dieses Öffnungsmaß kann sein:

a) für eine Palette mit Bodenplatten das Maß zwischen der oberen und der unteren Decke;

oder

b) das Maß von der Oberkante des Regalträgers zur Unterkante der oberen Paletten-Deckplatten;

oder

c) das Maß von der Oberkante des Regalträgers zur Unterkante der Bodenplatten der Palette, wenn sie auf
der Gabel liegt.

Im Allgemeinen werden Schmalgangstapler mit festen Gabeln ausgestattet, es gibt aber einige Hybrid-
ausführungen der Stapler, die Teleskopgabeln haben.

Eine feste Gabel hat ein Höhenmaß von etwa 40 mm, während eine Teleskopgabel eine Höhe von etwa
60 mm bis 70 mm hat; deswegen ist für eine feste Gabel eine kleinere vertikale Öffnung als für eine
Teleskopgabel erforderlich.
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F.4 Höhenauswahleinrichtung
Diese Einrichtungen werden meistens an Schmalgangstapler der Klasse 300B angewendet. Sie haben den
Zweck, für Ein- und Auslagerungen in allen Ladehöhen des Regals die angehobenen Gabelarme automatisch
in einer zuvor festgelegten Höhe zu positionieren.

Falls eine Höhenauswahleinrichtung verwendet wird, bestimmt der Planer oder der Staplerlieferant, ob die
Grenzabweichungswerte für die Trägerhöhen in Y-Richtung und die Grenzwerte für die Trägerdurchbiegung
annehmbar sind.

F.5 Übergabeplätze (P- und D-Plätze)


Für Regalanlagen mit schmalen Gängen wird die Anwendung von P- und D-Plätzen empfohlen, die mit
Positionsgebern für die Paletten ausgestattet sind. Diese Positionsgeber positionieren die Palette in
X-Richtung bezüglich der Stopp-Stellung des Staplers für das Anheben während des Einlagerungszyklus und
in Z-Richtung bezüglich der Nennposition der Palette auf den Regalträgern.

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Anhang G
(informativ)

Berücksichtigung von Grenzabweichungen und


Verformungen bei der Bestimmung von Freiräumen

G.1 Allgemeines
Die Zuverlässigkeit eine Systems wird im Allgemeinen durch den Konstrukteur des Systems sichergestellt,
indem er eine Summierung der „ungünstigsten Fälle“ für alle Parameter durchführt, die einen Einfluss auf das
sichere Zusammenwirken von Bediengerät, Ladeeinheit und Regal haben. Außerdem muss auch die
mögliche Wechselwirkung mit sonstigen Einrichtungen beachtet werden, z. B. einem Sprinklersystem.

Die Berechnung für den „ungünstigsten Fall“ bedeutet, dass die zulässigen Freiräume zwischen beweglichen
und ortsfesten Teilen des System ausreichend groß sind, um Zusammenstöße zu vermeiden, wenn alle
vereinbarten Grenzabweichungen und Verformungen die jeweils maximal zulässigen Werte aufweisen und
alle gleichzeitig Einfluss auf die Parameter nehmen, die in der ungünstigen Richtung wirksam sind.

Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass der ungünstigste Fall tatsächlich eintritt, ist relativ gering, weil
es sich um eine vergleichsweise große Anzahl von Variablen handelt. Von daher können Lagersysteme
vollkommen zufriedenstellend funktionieren, auch wenn ein oder zwei Werte für Grenzabweichungen und
Verformungen marginal größer als festgelegt ist/sind.

Die in diesem Dokument angegebenen Werte dürfen aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen geändert
werden, wenn die Funktionalität und der sichere Betrieb des Gesamtsystems sichergestellt werden können.

ANMERKUNG Zur Berechnung der Freiräume für Regalförderzeuge in Hochregallagern, siehe FEM 9.831
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G.2 Andere Regalsysteme als verstellbare Palettenregale mit einer Palette in der
Tiefe
Für verstellbare Palettenregalsysteme mit einer anderen Anordnung als eine Palette in der Tiefe, z. B. Regale
für hintereinander anzuordnende Paletten oder Kragarmregale ohne Träger, sollten diese Empfehlungen
überarbeitet und so angepasst werden, dass sie die Anforderungen an einen sicheren Betrieb des
vorgesehenen Lagersystems in der Praxis entsprechen.

ANMERKUNG Für andere Arten von Palettenregalen, die von Regalförderzeugen bedient werden, wird der Bezug auf
FEM 9.831 empfohlen.

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Anhang H
(informativ)

Empfehlungen für die Grenzabweichungen


der oberen Führungsschiene

Die Herstellungsgrenzabweichungen des oberen Schienenprofils werden durch den Herstellungsprozess


(Walzen) bestimmt und können später nicht mehr angepasst werden. Um für die obere Führungsschiene die
Grenzabweichungen bei Zusammenbau und Montage möglichst gering zu halten, sollten folgende Schritte
durchgeführt werden:

⎯ Bezug nehmen auf EN 10034;

⎯ Bezug nehmen auf EN 10210-2;

⎯ Bezug nehmen auf EN 10056-2;

⎯ durch Kauf des für ein Projekt benötigten Werkstoffs aus dem gleichen Produktionslos verringert sich die
Möglichkeit größerer Grenzabweichungsunterschiede zwischen den Längen des gelieferten Werkstoffs;

⎯ beim Verbinden der Schienenlängen mit den oberen Querträgern die Grenzabweichungsrichtung
beachten (siehe Bild H.1).

In der Praxis ist es ggf. nicht möglich, die Ergebnisse 1 und 2 gleichzeitig zu erzielen.
Normen-Ticker/kompakt - Fritz Schäfer GmbH - Kd.-Nr. 00139720 - Abo-Nr. 00000385/001/001 - 2013-02-21

Legende
1 Draufsicht
2 Schnittdarstellung der Schienenprofile
3 Länge eines Bauteils, etwa 6 m

Bild H.1 — Verfahren zur Berücksichtigung der Profilgrenzabweichungen


bei Montage der oberen Führungsschiene an den oberen Querträgern

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DIN EN 15620:2010-05
EN 15620:2008 (D)

Literaturhinweise

[1] FEM 4.005, Industrial Trucks 90° stacking aisle width ((Flurförderzeuge — Arbeitsgangbreite (90°
Stapelgangbreite))

[2] FEM 10.2.06, The Design of Hand Loaded Static Steel Shelving Systems ((Bemessung von hand-
bedienten ortsfesten Fachbodenregalen aus Stahl))

[3] FEM 10.2.07, The Design of Drive In and Drive through Pallet Racking ((Bemessung von Ein- und
Durchfahrpalettenregalen))

[4] FEM 10.2.08, The Seismic Design of Static Steel Pallet Racking ((Seismische Bemessung von
ortsfesten Palettenregalen aus Stahl))

[5] FEM 9.831, Calculation principles of storage and retrieval machines — Tolerances, deformations and
clearances in High-Bay Warehouses ((Berechnungsgrundlagen für Regalbediengeräte — Grenzab-
weichungen, Verformungen und Freimaße im Hochregallager))

[6] EN 528, Regalbediengeräte — Sicherheit

[7] EN 1993-1-1, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten — Teil 1-1: Allgemeine
Bemessungsregeln und Regeln für den Hochbau

[8] EN 1993-1-3, Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten — Teil 1-3: Allgemeine
Regeln und ergänzende Regeln für kaltgeformte dünnwandige Bauteile und Bleche

[9] EN 10034, I- und H-Profile aus Baustahl — Grenzabmaße und Formtoleranzen

[10] EN 10056-2, Gleichschenklige und ungleichschenklige Winkel aus Stahl — Teil 2: Grenzabmaße und
Formtoleranzen
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[11] EN 10210-2, Warmgefertigte Hohlprofile für den Stahlbau aus unlegierten Baustählen und aus Fein-
kornbaustählen — Teil 2: Grenzabmaße, Maße und statische Werte

[12] prEN 15635, Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl — Anwendung und Wartung von Lagersystemen

[13] Richtlinie 92/59/EWG des Europäischen Rates, Allgemeine Produktsicherheit ((General product
safety))

[14] Richtlinie 92/58/EWG der Europäischen Kommission, Mindestvorschriften für Sicherheits- und/oder
Gesundheitskennzeichnung am Arbeitsplatz ((Minimum Requirements for the provision of safety
and/or health signs at work))

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