Sie sind auf Seite 1von 2

Prüfungsprotokoll Pharmazie – 2.

Staatsexamen

Prüfungsfach: Klinische Pharmazie

Prüfer: Seidling Beisitzer: Frau Stützle

Datum: 7.10.14 Uhrzeit: 10:20

Note (Prüfling 1): 1 2 3 4 n.b.


Note (Prüfling 2): 1 2 3 4 n.b.

Wir bitten euch, eure Note anzugeben, um die Bewertung abschätzen zu können.
Die Datei bitte folgendermaßen benennen: Fach (KliPha, Pharma, PharmChem, PharmBio, Techno), Prüfer,
Jahr. Also z.B. Pharma_Hilgenfeldt_2005. Das spart uns dann einiges an Zeit. Dankeschön!

Prüfung:

Prüfling 1:

Mir wurde ein Handihaler gegeben, den ich einer älteren Patientin erkläre sollte. Da wir den im Skills Lab nicht besprochen
haben, lief das nicht ganz so gut. Mir fiel nicht auf, dass keine Kapsel drin liegt und auf bekam ich ihn auch nicht. Also
schaut euch alle Videos auf www.atemwegsliga.de an. Und keines auslassen. Kapseln werden übrigens zweifach inhaliert,
das wusste ich auch nicht.
Es wurde dann auch explizit gefragt, wie der Handihaler zu halten sei.
Achja – die Kapsel hat die Patientin übrigens geschluckt und den Handihaler leer verwendet. Deswegen beklagte sie sich
auch, dass er nicht hilft.
Ich bin dann noch aufs Mundausspülen nach der Nutzung des Inhalators bei Glucocorticoiden eingegangen. Mit Lactose als
Hilfsstoff hat man auch den süßen Geschmack am Gaumen. COPD und Asthma-Behandlung war gefragt, wo die
Unterschiede sind. Ob Glucos auch oral eingenommen werden. Ich führte aus, dass Glucos bei Asthma ab Stufe 2
verwendet werden und bei COPD ab Stufe 3. Und erklärte auch die Unterschiede der Erkrankung (reversibel/ nicht
reversibel). Bei Asthma kommen Glucos oral ab der letzten Stufe zum Einsatz. Bei COPD lag ich wohl nicht ganz richtig,
ich meinte, hier werden Glucos nicht p.o. verwendet – also schaut euch das genauer an.

Weitere Fragen: Welche Arzneistoffe zum Inhalieren kennen Sie? Beta-Sympathomimetika, Anticholinergika, Ätherische
Öl-Drogen, es gab auch mal Insulin zum Inhalieren.
Welche Formen der Non-Adhärenz kennen Sie?
Welche Gründe für Non-Adherence gibt es, kennen Sie ein Beispiel für eine intentional Non-Adherence.
Im Grunde genommen fragt sie ziemlich genau das, was sie besprochen hat und auf ihren Folien steht. Die von ihr
aufgeführten Gründe für Non-Adherence scheinen von der WHO definiert zu sein, sie fragte nämlich nach einer Einteilung
gemäß WHO.

Was ist die Halbwertszeit? Kennen Sie einen Arzneistoff mit langer Halbwertszeit. Ich nannte Amiodaron und führte noch
kurz drug forgiveness an.

Was ist eine Fall-Kontroll-Studie?

Die Atmosphäre war nett. Frau Seidling hat sich am Ende auch schier entschuldigt, dass es keine halben Noten gibt. Ich
wäre die typische 1 bis 2 gewesen. So bekam ich eben eine 2.

Prüfling 2:
Ich bekam während Prüfling 1 den Handihaler erklärt hat einen Rote-Hand-Brief zur Bearbeitung: "Sicherheitsrelevante
Informationen über mögliche lebensbedrohliche Folgen bei unbeabsichtigter Exposition mit Fentanyl-haltigen
transdermalen Pflastern" (http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/20140612.pdf).

Notizen dazu:
- Teil der Pharmakovigilanz (Definition und Bedeutung)
- Fentanyl, starkes Opiod, 100mal so potent wie Morphin
- "lebensbedrohliche Situation" = Atemdepression (Opioidvergiftung: Atemdepression, Miosis,
Sedierung), daher erstes Pflaster morgens
- "unzureichende Sichtbarkeit": Zum "Wiederfinden" kann man Leukosilk danebenkleben, darauf
auch Klebedatum oder Wechseldatum schreiben (Tipp von Frau Seidling in Vorlesung)
- "Applikationsstellen": Oft Oberarm, wichtig unbehaart, aber nicht rasiert (Verletzungen -> erhöhte
-1-
Resorption)
- Entsorgung: Evtl. in blickdichter Tüte (Junkies, die gebrauchte Pflaster auskochen), in Apotheke
zurückgebrachte BtM-Pflaster werden zerschnitten
Als ich dran war, hab` ich erklärt was ich aufgeschrieben hab` und noch paar Sachen ergänzt (was wir dazu in den
Vorlesungen bei Frau Seidling hatten)

Zusätzliche Fragen zu Pharmakovigilanz:


- Wann Rote-Hand-Brief? (Unerwartete Nebenwirkungen, die mehrmals auftreten)
- Welche Probleme außer UAW? (z.B. fehlerhafte Verpackung, Glassplitter in Ampullen)
- Welche anderen Maßnahmen? (z.B. Widerruf Zulassung, Einschränkung Indikation)

Zusätzliche Fragen zu Schmerzpflastern:


- Begleittherapie? (Laxantien, Antiemetika, Co-Analgetika)
- Bedarfsmedikation? (Fentanylstick erklärt)
- Wärmeeinwirkung problematisch? (Duschen okay, keine Sauna, Heizdecken etc.)
- Fieber problematisch? (weniger)
- Darf man ein Pflaster das abgegangen ist wieder aufkleben? (Zeichen, dass Klebstoff nicht hält,
würde wahrscheinlich wieder abgeben -> neues Pflaster. Früherer Wechsel kein Problem, da
gleichmäßige Wirkstofffreigabe)
- Weitere Pflaster? (Nicotinpflaster, früher Scopolaminpflaster, Hormonpflaster, Pflaster gegen
Dranginkontinenz)

Fragen zu anderen Themen:

- Was ist das SOAP-Schema?


- Welche Nebenwirkungen haben NSAIDs?
- Was ist der First-Pass-Effekt?
- Beispiele für p-Gp-Substrate und -inhibitoren?
- Was ist bei Leberzirrhose?

Atmosphäre:

Fazit: Sehr angenehme Atmosphäre, wir wurden erstmals gefragt, ob wir uns körperlich in der Lage fühlen, die Prüfung
abzulegen und bekamen anfangs Sprudel und zum Abschied Gummibärchen :-).

Literatur:

- Vorlesungsunterlagen + Mitschrieb ! (Frau Seidling erzählt auch einiges zusätzlich, was nicht auf
den Folien steht, z.B. das mit dem Leukosilk neben BtM-Pflaster)
- ABDA-Homepage, zum mal Gucken, was für Leitlinien es so gibt (die Homepage hat uns Frau
Seidling in der Vorlesung auch mehrmals ans Herz gelegt)
- Bücher („Repetitorium Klinische Pharmazie“ und „Klinische Pharmazie“) nur zum vielleicht mal
was Nachschlagen, aber eigentlich unwichtig.

-2-