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Sonderausgabe, Ende Phex 1036 BF

Das Raulsche Reich jubiliert


Kaiserin Rohaja verlobt sich auf der Pfalz Cumrat
umrat. Kaum hat sich die Nachricht

C von der Verlobung unserer gelieb-


ten Kaiserin Rohaja verbreitet (wir
berichteten über dieses freudige Ereignis in
unserer Ausgabe 160), hat die Menschen des
gesamten Mittelreiches die Vorfreude auf die
kaiserliche Hochzeit erfasst. Allerorten wur-
den die Banner des Reiches und die Wimpel
des Hauses Gareth hervorgeholt und an Fens-
ter und Dachtraufen gehängt. Selten hatte
man so große Anteilnahme und Zustimmung
beim mittelreichischen Volke gesehen und
manches Dorf wirkte, als habe es sich für die
leibhaftige Ankunft der Kaiserin und ihres
reisenden Hofes herausgeputzt. Und obwohl
bisher weiterhin weder Ort noch Zeitpunkt
der Hochzeitsfeierlichkeiten bekanntgegeben
wurden, hoffen alle, dass unsere Kaiserin auch
darin ein Zeichen der Tradition setzt und die
stolze Stadt Gareth erwählt. Nur dort, wo sich
kaiserliche Residenz und Stadt des Lichts erhe-
ben, kann die Hochzeit zwischen Rohaja von
Gareth und Rondrian Paligan von Perricum in
angemessener Würde begangen und vor allem regulären Ausgabe die gesamten Hintergründe Schwerttochter von ganzem Herzen eine gute und
prunkvoll genug gefeiert werden. und den genauen Wortlaut der Verlobung in erfüllte Ehe.“
Bisher ist es unseren Schreibern noch nicht Erfahrung zu bringen. —Walpurga von Löwenhaupt, Herzogin von Weiden
gelungen, die genauen Umstände der Ver- Elida Altschulz
kündung der kaiserlichen Verlobung heraus- (Daniel Simon Richter) „Gut getan, Eure kaiserliche Majestät. Ich kann
zufinden. Selbst die für gewöhnlich gut un- nur sagen, meine Unterstützung gehört in dieser
terrichteten Quellen am reisenden Kaiserhof Sache ganz der Kaiserin Rohaja, die nun endlich
halten sich ungewöhnlich bedeckt, was das Stimmen zur kaiserlichen Verlobung alles so ordnet wie die guten Götter es gewollt ha-
Ereignis anbelangt. Und nur hinter vorgehal- „Mit einem lachenden und einem weinenden ben. Und jetzt wo das Streiten und Scharren auf-
tener Hand konnten wir von einer altgedien- Auge nehmen Wir die Verlobung Unserer Kaise- hört, das der hohe Adel sich geleistet hat, um Gunst
ten Zofe erfahren, dass anscheinend auch hohe rin zur Kenntnis. So freuen Wir Uns, dass nun und Hand der Kaiserin zu gewinnen, können wir
Würdenträger am Hofe völlig überrascht von die Stabilität an den Kaiserhof kommt, die Wir uns endlich auf das stürzen, was unsere vornehms-
der Verlobung waren. Allein der Hofzeremo- Uns seit so vielen Jahren wünschen und hoffen auf te Aufgabe ist. Die unsrigen mit dem Schwert in
nienmeister Eorlariel Zirilion Silbersee und baldigen Nachwuchs, auf dass die Krone Rauls der Hand gegen die Feinde im Osten zu verteidi-
Hofkämmerin Argiope Paligan scheinen im ewigen Fortbestand hat. Und diese Freude über- gen. Ein dreifaches Hoch auf die Kaiserin!“
Vorfeld Kenntnis davon gehabt zu haben, was wiegt bei weitem Unsere Betrübtheit, denn Wir —Hagrobald Guntwin vom Großen Fluss,
die Kaiserin auf Cumrat zu verkünden plante. sind überzeugt, dass das Haus vom Großen Fluss Graf vom Großen Fluss
Andererseits vermeint einer unserer Schreiber den würdigeren Bräutigam für Unsere geliebte
auf der Pfalz, durch Bedienstete der Pfalz- Kaiserin gestellt hätte.“ „Zu schade auch, ich höre so viele Rittersherzen
gräfin Caldja Vannozza von Streitzig-Jurios, —Hartuwal Gorwin vom Großen Fluss, Herzog brechen, jetzt wo sie vergeben ist. Meine Glück-
vernommen zu haben, dass die Kaiserin mit der Nordmarken wünsche an Rohaja, unsere Kaiserin, und auch an
ihrer Verkündung schlicht und ergreifend ei- Rondrigan, den Markgrafen. Aber wer weiß, wie
nem weiteren Antrag zuvor kommen wollte. „Wir freuen Uns für Unsere Kaiserin Rohaja, dass die Kaiserin entschieden hätte, hätte der Soberan
Und um die Streitigkeiten um ihre Hand, die sie nun endlich den Schritt wagen konnte, dem des Hauses Streitzig seinen Hut ins Rennen um
durchaus handfeste Züge angenommen haben Drängen ihres Herzens zu folgen und zugleich die Gunst ihres Herzens geworfen? Obwohl, das
sollen, endlich beizulegen. Wir werden uns den einzig richtigen Schritt für das Mittelreich kann ja keine Frage sein, eh?“
allerdings bemühen, bis zu unserer nächsten zu gehen. Und vor allem wünschen Wir Unserer —Gendahar von Streitzig, Graf vom Yaquirtal

Aventurischer Bote – Sonderausgabe Tsa 1036 BF 1


Festumer Flagge, Tsa 1035 BF Festumer Flagge, Tsa 1035 BF

Aufruf zum Heiligengang Das Licht des Götter-


fürsten im hohen Norden?
Bornische Adelmarschallin belebt Ein Kommentar zum Heiligengang

alte Tradition der Göttertreue estum. Wie wir durch Boten erfahren

estum. Kaum in ihr neues Amt ge- fragen, woher ihre Idee einen Heiligengang F haben, ruft die Adelsmarschallin zu
einem Pilgergang auf, ein Unterfan-

F wählt, überraschte Adelsmarschallin


Nadjescha von Leufurten die Born-
länder mit einer unerwarteten Verkündung.
zu stiften und die deutlich übereilt wirken-
den Planungen dazu kommen. Vermutungen
darüber gibt es beinahe so viele wie Ratten in
gen, welches wir als hervorstechendes Zeichen
ihres Glaubens an die Zwölfe und ihre Göt-
terfürchtigkeit würdigen. Sie zeigt große Um-
sicht und Weisheit ihre Regentschaft unter die
„Es ist die Zeit gekommen, in der wir alle unseren Festums Gerberviertel. Einige in den Kreisen
Schirmherrschaft und in die Hände der hei-
Blick nicht allein dem zuwenden der mächtigen Handelskonsortien scheinen
ligen und unteilbaren Zwölfe zu legen, deren
sollten, was auf uns zukommen zu glauben, dass die Adelsmarschallin
Fürst unser Herr PRAios ist.
mag, sondern vielmehr un- auf diesem Wege versucht, Wieder-
Mit Freude haben wir und die gesamte Kirche
seren Blick zurück werfen gutmachung dafür zu erlangen,
den Eifer gesehen, mit dem die Menschen im
müssen, auf das, was ge- dass sie die Hinrichtung ihres ei-
Bornland sich an dieser Pilgerfahrt beteili-
wesen ist. Oder genauer: genen Bruder Pjerow forderte, um
gen wollen und wie viele Götterfürchtige den
auf das, was unsere Alt- sich so die Stimmen für ihre Wahl
Himmlischen die Ehre erweisen und ihren
vorderen bereits geleistet zur Adelsmarschallin zu sichern.
Rat suchen wollen. Gut ist es um das Land
haben. Nur so vermögen wir Alteingesessene Bronnjaren
bestellt, welches solch götterfürchtige Unterta-
aus den Fehlern und Erfolgen sehen im Heiligengang ein
nen hat und eine Regentin, die solcherart die
der Vergangenheit zu lernen, damit Zeichen, das Nadjescha
von PRAios gegebene Ordnung verkörpert und
wir erstarkt und weiser in die Zu- vom Leufurten gegen die
weise und gerecht regiert.
kunft blicken können und Fatas Wege Potentaten in den Schat-
Wir sind erfreut zu sehen, dass die Kirche der
mit Zuversicht beschreiten!“ tenlanden setzen will. Ver-
HESinde, göttliche Schwester unseres Herren,
Mit diesen Worten, gesprochen einzelte Stimmen künden
den Wettbewerb ausrichtet und freuen uns
Ende Firun, kurz nach dem hinter vorgehaltener Hand
nicht minder, dass die Diener RONdras, der die
Anschlagen ihres Namens an von dunklen Prophezeiungen
Menschen hier seit langer Zeit verbunden sind,
die Marschallseiche von Bald- oder einem Gefallen, der einge-
ebenfalls auf dem Pilgerpfad wandeln werden.
rom, belebt die Adelsmarschallin eine fordert wurde. Aber niemand steht offen zu
Und so, wie die Menschen ihr verbunden sind,
alte Tradition aus den Zeiten der Theaterrit- diesen Vermutungen, und noch weniger gibt
so sind auch viele Ziele der Pilgerwege solche,
ter wieder, den altehrwürdigen Heiligengang. es dazu belastbare Hinweise. Was auch immer
die Heiligen der Sturmgöttin gewidmet oder
Noch in diesem Jahr soll der Heiligengang der wahre Grund Frau Nadjeschas sein mag,
Orte wichtiger Schlachten sind.
stattfinden und Boten und Ausrufer zogen in Ende Tsa richtet sich alle Aufmerksamkeit auf
Wir möchten jedoch nicht vergessen darauf
alle Winkel des Bornlandes, um den Willen Festum.
hinzuweisen, dass die Zwölfgötter eine un-
Frau Nadjeschas zu verkünden. Wie überlie- All ihr mutigen Götterdiener, wackeren Hel-
teilbare Einheit sind und der Heiligengang sie
fert, sollen sich verschiedene Pilgergruppen den, weisen Magier oder weit gereisten Aben-
tatsächlich alle ehren sollte und nicht nur eine
auf die Spuren altehrwürdiger Heiliger und an teurer besinnt euch auf das, was wichtig ist!
von ihnen. So scheint es uns doch nur Recht,
bedeutende Stätten der Geschichte begeben. Horcht auf eure innere Stimme der Vernunft,
gerade in Anbetracht der unheilvollen Zeichen,
Auf den Wegen dieser verehrungswürdigen und eilt nach Festum, um am nahenden Hei-
die wir an vielen Stellen des Landes ausmachen
Frauen und Männer sollen die Pilger wandeln, ligengang teilzunehmen, dessen Schirmherr-
können, auch die anderen der Zwölfe, PRAios
um dem Wirken der Götter nachzuspüren und schaft der Immerwährende Hort des Hesin-
voran, in den Heiligengang einzubinden und
zu versuchen, es zu ergründen. dianischen Gaben übernommen hat, ganz im
auch den Glauben an diese in den Menschen
Diejenige Pilgergruppe, welche die wahrhaf- Geiste der Allweisen Göttin.
zu festigen. Nur zusammen haben die göttli-
tigsten Erkenntnisse gesammelt und die ein- Bonaro Marnio
chen Geschwister die Macht, ihre Widersacher
dringlichsten Erfahrungen gemacht hat und (Tim Steeger)
in die Verdammnis zu schleudern, aus der sie
von diesen verständig zu berichten weiß, wird
die Welt zu vernichten trachten, und so sollten
zum Sieger ernannt werden, und die Namen
sie auch alle in Ehren gehalten und Teil einer
ihrer Gefährten werden in aller Munde sein.
solch wichtigen Pilgerfahrt sein.
Jeder, der sich nun berufen fühlt, bei dieser
Aus diesem Grund rufen wir die Pilger auf,
spirituellen Queste anzutreten, soll sich am
auch die heiligen Stätten des Praios wie den
Tag der Erneuerung, dem 30. Tsa 1035 BF, in
Saldersee mit dem Sonnengong darin als Pil-
Festum einfinden, wo Adelsmarschallin Nad-
gerziele zu wählen und dem Willen des Her-
jescha die genaueren Einzelheiten zu Ablauf
ren auf dem Pfad des Lichtes nachzuspüren.
und Prozedere des Heiligengangs bekannt ge-
Nadjescha von Gulnitz
ben wird.
(Annelie Dürr)
So nobel das Ansinnen von Frau Nadjescha auf
den ersten Blick scheint, muss man sich doch

2 Aventurischer Bote – Sonderausgabe Ende Phex 1036 BF


Festumer Flagge, Tsa 1035 BF Festumer Flagge, Tsa 1035 BF

Stille Helden Die Wunden der Vergangenheit


estum. Folgende Worte sprach ein unge- ihr euch des Lebens erfreuen und ihr Geschenk an

F
eersand. Dieser Tage hört man viele

N Geschichten von großen Taten und


großen Heiligen. Allein in dieser Wo-
che habe ich die Geschichte der heiligen Luti-
nannter Vertrauter der Eidechse unlängst
auf dem Großen Markt zu Festum.

„… und weil es ihr Wunsch ist, dass nichts so blei-


uns ehren, wenn ihr nach jenen sucht, die mor-
dend mit Feuer und Schwert durch dieses Land
gingen. Sind dies wahrlich die Stätten, die ihr
mit dem Tage der Erneuerung verbinden wollt?
sana fünf Mal erzählen hören. Doch frage ich
mich, wer eigentlich das Lied der stummen Hei- ben soll, wie wir es heute sehen, und sich alles stets Gräber und Schlachtstätten, an denen die Ahnen
ligen anstimmt, deren Taten nicht weniger groß erneuern möge, bitte ich euch noch einmal, in eu- der euch beherrschenden Bronnjaren tausende aus
noch weniger laut sind. Zeit, sich zu besinnen! rem Treiben einzuhalten. Ich weiß, dass viele un- Zorn und Gier für ihr alleiniges Wohl in den Tod
Väterchen Undraj betreute vor Jahren den ter euch schon ganz begierig darauf sind, Ruhm, trieben! Verlasst die alten Pfade, sie werden nur
Schrein des Rabengottes in Mikailshofen, dem Ehre oder vielleicht auch nur klingende Münzen die Wunden der Vergangenheit erneut beleben.“
kleinen Weiler zwischen Trescha und Trallsky. bei diesem Heiligengang zu gewinnen. Aber
Als sich im Jahre 1020 BF die Armee Uriels überdenkt doch, was ihr da tut! Ihr habt hierzu als An dieser Stelle ward Tsas Diener leider ge-
„der Warzensau“ näherte, traf es den abge- Beginn den Tag der Erneuerung erwählt, ihren zwungen die Flucht vor einigen herbeistür-
schiedenen Ort völlig unvorbereitet. Die Dorf- hohen Tag. Jenen Tag an dem wir uns des Lebens zenden Edlen zu ergreifen. Zum Glück kamen
bevölkerung wandte sich zur wilden Flucht, erfreuen sollen und uns der düsteren Gedanken ihm indes einige Festumer Bürger zur Hilfe,
viele wurden von den Soldaten jedoch wie an Borons finstere Hallen entledigen. Doch wie was schlussendlich zu einem größere Handge-
Vieh auf dem Marktplatz zusammengetrieben, wollt ihr euch selbst erneuern, wenn ihr danach menge am Marktplatz führte.
während die Häuser und Höfe geplündert trachtet auf ausgetretenen Pfaden zu wandeln, Alriksej Gerberow
und in Brand gesetzt wurden. Als die Häscher um nach dem Vergangenen zu suchen? Wie wollt (Tobias Töpp)
zum Schrein des Boron kamen, saß der greise
Geweihte in einem Kreis von Raben, und die Festumer Flagge, Tsa 1035 BF
gottlosen Halunken wagten nicht, Hand an
ihn zu legen. Mit dem Winter weicht die Angst der Rotpelze
Goblin-Überfall an der Kronstraße bei Firunen
irunen. Der Tsamond lässt die win-

Väterchen Undraj aber stand auf und ging


F terliche Kälte langsam weichen und
bald schon steht uns die Zeit der
Frühjahrshochwasser bevor. Doch mit Firuns
frostigem Hauch schwindet auch die Angst
selbst zum Marktplatz. Er war kein Krieger, der Rotpelze. Aus tiefen Wäldern, stinkenden
der die Menschen vor ihrem Schicksal retten Sümpfen, dem Hügelland des Goblingrundes
konnte, doch das stille Lächeln auf dem runz- und den Hängen der Roten Sichel kommen
ligen Gesicht weckte in den Totgeweihten Zu- die listigen Rotpelze in diesem Frühjahr zu-
versicht, und sie konnten mit ruhigen Herzen hauf hervor gekrochen. Anfangs waren es nur
den Weg über das Nirgendmeer antreten. Nur die Fuhrleute, von denen man zum Ende des
Undraj selbst wurde durch die Gnade Borons Winters vermehrt vernahm, dass sie vereinzelt
geschützt, und Raben pickten jenen die Augen Banden in der Nähe einiger Straßen gesehen
aus, die den Geweihten anrühren wollten. haben wollen.
Als das grausige Werk getan war, nahm der alte
Mann einen Spaten in die gichtigen Hände „Ich sag’s dir doch! Bestimmt zwei Dutzend von
und begann aus der gefrorenen Erde eine Gru- diesen verlausten Rotpelzen waren es, die wir nen werden soll, wenn das schlimmer wird, dass
be für die Toten zu heben. Und er setzte trotz im Luch gesehen haben! Arglos waren sie zwar, weiß ich auch nicht, wir fahren ja nicht durch den
Hunger und Kälte sein Werk fort, bis der letzte aber mit ihren listigen kleinen Äuglein schauten Bornwald, also muss man dann auch die Straße
Tote ein würdiges Grab gefunden hatte. Erst sie neugierig unserem Karren hinterher, wie wir nehmen können.“
dann sank der Geweihte nieder und wurde von den Knüppeldamm genommen haben. Da hab —Marja Ruderow, Flößerin
den Raben sanft in seine letzte Ruhestätte ge- ich dem Pedder gesagt, er soll mal lieber vorsich-
tragen, wo er sanft einschlief. tig sein, und ich hab auch meinen Knüppel zur In der Gegend von Firunen geht nun auch
Die Gräber der Opfer tragen keinen Namen, Hand genommen. Dann waren wir aber auch schon das Gerücht, dass die Rotpelze irgend-
doch die wenigen Überlebenden des Gemet- schon weiter und von den Rotpelzigen keine etwas im Schilde führen. Auf der Kronstraße
zels errichteten eine große Holztafel und zum Spur mehr.“ südlich von Rodebrannt, auf der Waren aus
Gedenk der Toten mag jeder Pilger, der die —Wolpje Grumpen, Fuhrmann dem Norden in die freie Stadt Firunen gelan-
Stätte des heiligen Undraj besucht, sein Zei- gen, um von dort per Schiff bis an die Küste
chen zum Andenken hinterlassen. „Naja, uns tun sie ja nichts, können ja nicht über’s gebracht zu werden, gab es Gerüchten zufolge
Bogumil Klagenbrück Wasser laufen. Auf dem Born sind wir vor den auch schon einen ersten Überfall auf einen be-
(Maria Eckervogt) Viechern sicher, aber wie das nördlich von Firu- wachten Handelszug.

Aventurischer Bote – Sonderausgabe Ende Phex 1036 BF 3


„Scharn warn das! Kamen immer jleich su sweit. Aus dem Freibund nahe stehenden Kreisen
Ham uns überfallen, ham sie! Jekreischt ham sie vernimmt man bereits die eine oder andere Siebenmeilenstiefel!
janz... wild. Schteine un Schpeere ham sie... je- Stimme, die eine Strafexpedition zur Aufklä- Ihr wollt den Heiligengang schneller als alle
worfn. Aber wir hjatten ja unsere Sölndner. Die rung der Rotpelzsichtungen fordern. Dies sei anderen bewältigen? Vertraut den erprobten
ham das nich sugelassen. der einzig gangbare Weg, denn der Waren- Siebenmeilenstiefeln! In vielen Größen bei
—Bosjow Gerberow, Fernhändler und transport zwischen Nord und Süd dürfe nicht Egbert Rotzner (Schiffergasse, Festum)
Fuhrunternehmer behindert werden.
(Anmerkung der Redaktion: Der genannte Slanka Ouvenske Zeigt auf wessen Pfad ihr wandelt
Fernhändler wurde im hiesigen Gasthaus (Niko Hoch) und schmückt euer Wams mit einem
Riff der verdorrenden Kehlen befragt) Pilgerschwert!
Nur 1 Kreuzer das Stück!
Festumer Flagge, Tsa 1035 BF – Jelisawa von Gradnochsjepengurken

Unheiliger Reigen im Totenmoor Erbauliche Geschichten für Weg und


Lagerfeuer, Gebete für alle Feiertage und
Vermehrt Geister und Unwetter nördlich der Stadt der Toten Anlässe. Für jeden treuen Anhänger der
Leuin die richtige Lektüre: das Rondra-
rauhag. Es scheint ein Ringen gewal- unter den Schutz eines der göttlichen Zwölfge- Vademecum. Frisch aus Perricum im Tempel
D tiger Mächte zu sein, welches in letz-
ter Zeit Pilger und Anwohner rings
um das Totenmoor verschreckt – oder ist es gar
schwister zu stellen.
Auch im Kloster des Orden zur Besänftigung un-
serer gestrengen Herrin Rondra finden sich die-
zu Festum eingetroffen!

Das Frühjahr kommt, die Mücken plagen,


nur ein Vorbote größerer Ereignisse? Seit meh- ser Tage viele Bittsteller und Spender, die die
reren Monden schon berichten immer wieder Stiftsjunker ersuchen, um Schutz für ihr Dorf
doch mit Irjans Mittelchen
Pilger und Besucher der Nekropole von besti- und ihren Hof bei Rondra zu beten und nach
gibt’s kein Grund zum Verzagen!
alischem Gestank, der aus dem Moor den schweren Unwettern auch selbst um
Stinkmirbel zum Sonderpreis von 10 S
herüberweht sowie von nächtli- Vergebung bitten und Buße für ihre Ver-
Bärenfett 6 S
chem Gesang und Schreien, die fehlungen tun wollen, sehen sie darin
Bärenfett für die Dame,
sie von dort vernommen haben doch ein Zeichen von Rondras Zorn.
mit Honigduft oder Lavendel 8 S
wollen. Von den Mutigen, die sich Der derzeitige Borongeweihte der
Bärenfett für die Dame,
gar auf der Suche nach der Ursa- Stadt der Toten, Golgorjew, hüllt sich
mit Honigduft und Lavendel 9 S
che in den Sumpf wagten, sind nur zu allen Fragen bezüglich der Vorgän-
Egelschreckpaste 25 S
wenige zurückgekehrt und nicht alle ge im Moor und möglichen Bedrohun-
Erhältlich bei Irjans Kräuter, Salben,
besitzen noch genügend Verstand, um gen für die heilige Stadt und die umliegen-
Gerbereibedarf und Kwassetz, Westenende
von ihren Erlebnissen sprechen zu können. den Weiler in borongefälliges Schweigen.
Diese Wenigen stammeln von Geistern, die Alriksej Gerberow
Alles für den Heiligengang!
sogar tagsüber im Moor umgehen, von fla- (Annelie Dürr)
Wetterfeste Ausrüstung? Warme Mäntel
ckerndem Glühen tiefer im Moor und vom
und Mützen? Reiseproviant?
Gestank, der in der Lunge beißt und Übelkeit
All das gibt es bei Sjepensen & Söhne!
erzeugt. Ängstlich berichten sie von Unwet- Festumer Flagge, Tsa 1035 BF Gemeldete Teilnehmer des Heiligengangs
tern, Starkregen und Windböen sowie Blitzen,
erhalten einen Preisnachlass von 5%.
die irgendwo tiefer im Moor einschlagen – und
deren Donner von Schreien und Geheul be- Erweiterung der Drako- Bei einem Einkauf in Höhe von 25
Silbergroschen gibt es eines von 10
gleitet wird, das durch Mark und Bein geht.
Nach diesen Unwettern sei zwar der Gestank logischen Ausstellung? Heiligenbildern gratis dazu!
erträglich und die meisten Geister verschwun- estum. Experten aus dem allseits be-
den – fast, als fürchteten sie den Regen – doch
der Boden ist dafür umso trügerischer und das
Moor umso gefährlicher.
F liebten Drachenmuseum im Hesin-
dendorf rätseln an einem Fund, der
wohl bald eine Erweiterung der Drakologischen
Impressum
Herausgeber: Ulisses Spiele GmBH,
Alteingesessene Bewohner von Drauhag, Krei- Ausstellung bedeutet. Torfstecher haben im Industriestraße. 11,
ben, Gorschnitz oder Ebrin munkeln bereits Firuner Luch, einem Sumpfgebiet südlich von 65529 Waldems Steinfischbach
hinter vorgehaltener Hand, dass sich das alte Firunen, bisher völlig unbekannte riesenhafte Redaktion: Daniel Simon Richter
Biest aus dem Sumpf, der hier auch „Tijakools Knochen gefunden. Der geheimnisvolle Born- und Eevie Demirtel
Pfuhl“ genannt wird, wieder regt. Dieses Mons- Drache? Die Bestie aus dem Firuner Luch? Mitarbeiter: Annelie Dürr, Maria Eckervogt,
trum – halb Kröte, halb Ochse – soll einst aus Ein schrecklicher Wurm, der einst in einer noch Niko Hoch, Tim Steeger, Tobias Töpp
dem Moor gekommen sein und die Weiler der unbekannten Geschichte von den Theaterittern Illustrationen: Andreas Aigner,
Umgebung verwüstet haben, bis es der Firun- erschlagen wurde? Der Prinzipal des Drachen- Tristan Denecke, Janina Robben,
geweihten Ilsbetha von Ask mit dem Beistand museums gemahnte zu Gelassenheit. Man wer- Christian Schob, Mia Steingräber
ihres Gottes gelang, die Unkreatur zur Strecke de den Fund untersuchen und klassifizieren. Satz & Layout: Christian Lonsing
zu bringen. Viele Menschen in den Weilern Sollte es sich tatsächlich um die Knochen eines Einmalige Sonderausgabe
rings um das Totenmoor bieten Geweihten Drachen handeln, so werden sie beizeiten die zum Rat-Con 2013 in Unna.
von Rondra, Firun und anderen der Zwölfgöt- Drakologische Ausstellung bereichern.
ter heute gerne Unterkunft und häufig werden Bonaro Marnio
sie gebeten, im Ort zu verweilen und ihn (Niko Hoch)

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