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Bargeldlos - eine Zukunft ohne Scheine?

Ist es heutzutage notwendig, Bargeld ganz abzuschaffen?


1. In immer mehr Ländern werden große Geldscheine abgeschafft. Gleichzeitig kaufen vor
allem Deutsche vermehrt Tresore, um Bargeld aufzubewahren. Was das eine mit dem
anderen zu tun hat, wissen die wenigsten. Stellen wir uns vor, unser Smartphone wäre
unser Portemonnaie. Statt lange an der Kasse zu stehen, weil jeder erst einmal nach den
passenden Scheinen suchen muss, auf das Rückgeld wartet oder den Code für die EC-
Karte eingeben muss, wird das Handy einfach über den Scanner gezogen, fertig. Kein
Bargeld mehr. Das Szenario ist gar nicht so unwahrscheinlich. Das bargeldlose Zahlen ist
in vielen Ländern der Welt bereits Normalität. In Afrika ist bargeldlose Bezahlung mit dem
Handy weit verbreitet. In Indien wurden große Geldscheine im Dezember komplett
abgeschafft. In Griechenland will die Regierung ihre Bürger durch Steuererleichterungen
dazu animieren, bargeldlos zu zahlen. Und in den skandinavischen Ländern ist
Kartenzahlung sogar beim Bäcker oder am Kiosk üblich. Für die Nutzer ist das erst einmal
praktisch: Der Betrag wird abgebucht, sobald man die Karte an das Gerät hält. Kein Pin,
keine Unterschrift. Und auch kein umständliches Herumkramen mit passenden Münzen
oder Scheinen.

2. „Sollte man Bargeld ganz abschaffen? Dann wäre auch das Falschgeldproblem mit
einem Schlag aus der Welt. Bargeld helfe nur noch Geldwäschern und anderen
Kriminellen, ihre Geschäfte zu verschleiern“, sagte Deutsche-Bank-Chef John Cryan beim
Weltwirtschaftsforum in Davos. Das Bundesfinanzministerium hatte die Einführung einer
Bargeldgrenze in Höhe von 5000 Euro für den Zahlungsverkehr öffentlich vorgeschlagen.
Ziel sollte es sein, verstärkt gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgehen zu
können. Aber immerhin dient insbesondere der Kampf gegen Steuerhinterziehung der
Zahlungsverkehr Allgemeinheit. Bargeld ist – so scheint es – nicht kontrollierbar.
Diese Einsicht ist nicht nur bedeutsam im Zusammenhang mit der
Geldwäschebekämpfung. Bargeldverkehr in Unternehmen erleichtert aller Erfahrung nach
ebenfalls die Steuerhinterziehung. Schwarzeinkäufe und Schwarzverkäufe, die mit Bargeld
bezahlt werden, lassen sich durch Prüfungen der Finanzverwaltungen nur schwer
nachweisen. Der öffentlichen Hand, und damit den Bürgerinnen und Bürgern, gehen auf
diese Weise immense Steuereinnahmen verloren. (Grafik!)

3. Während etwa Schweden und Dänemark ihren Zahlungsverkehr radikal digitalisieren,


ist Bargeld in Deutschland dagegen sehr beliebt. (Grafik!) 75 bis 79 Prozent aller
Zahlungen werden in bar erledigt, wie die Bundesbank anhand Daten von 2014 errechnet
hat. Als die Bundesregierung im Mai 2016 die Abschaffung der 500-Euro-Scheine
ankündigte, entfachte das eine große Debatte. Petitionen wurden gestartet, deren
Initiatoren die Abschaffung des Bargelds befürchten. Auch ältere Menschen bevorzugen
Münzen und Scheine gegenüber Plastikkarten. Sie verbinden mit Bargeld ein Gefühl der
Sicherheit. Genau Sicherheit und Datenschutz sind den Deutschen sehr wichtig. Sie
haben Angst vor kriminellen Hackern und Datenmissbrauch. Darum zahlen viele lieber
bar. Außerdem nehmen viele Supermärkte in Deutschland erst seit kurzer Zeit
Kreditkarten an. „Karten waren lange Zeit für Händler das teuerste Zahlungsmittel,
während Bar-Transaktionen sie fast gar nichts kosten“, erklärt Ulrich Binnebößel vom
Handelsverband Deutschland. Viele Wirtschaftsweise halten Münzen und Scheine wegen
der heutigen technischen Möglichkeiten für überholt. Sie möchten Bargeld am liebsten
komplett abschaffen. Das würde nicht nur Vorteile für die Käufer bringen, sondern auch
die Bekämpfung von Geldwäsche und anderen Finanzstraftaten leichter machen. Junge
Käufer könnten sich wohl leicht an eine Welt ohne Bargeld gewöhnen, denn sie sind mit
dem Internet aufgewachsen. 20 Prozent der deutschen 14- bis 29-Jährigen zahlen bereits
mit ihren Smartphones.

4. Dabei hat es Vorteile, wenn Sie bargeldlos bezahlen: Ihr Geldbeutel wird nicht durch
schwere Münzen belastet und Sie brauchen keine Automaten, um Geld abzuheben. Mit
Karte bezahlen Sie schnell und unkompliziert – der Betrag wird umgehend von Ihrem
Konto abgebucht. Alternativ können Sie auch Ihre EC- oder Kreditkarte mit einem
Guthaben aufladen und dieses nutzen. In Zukunft wird es aber noch einfacher, zu
bezahlen – vor allem dank „Mobile Payment“ via Smartphone. Zu den Optionen, um
bargeldlos zu bezahlen, gehört auch die NFC-Technik. Dahinter steckt ein Funkstandard,
der drahtlos Daten überträgt. „Near Field Communication“ beschreibt dabei, die
Kommunikation zwischen zwei Elementen, die sich in unmittelbarer Nähe zueinander
befinden. Die NFC-Technik finden Sie zunehmend als Chip in Smartphones und in
Bankkarten sowie in den Terminals von Geschäften integriert. Damit können Sie kleinere
Summen bargeldlos bezahlen. Mit der Girogo-Karte von Sparkassen begleichen Sie etwa
Beträge bis zu 20 Euro – kontaktfrei und ohne PIN oder Unterschrift. Auch Hochschulen
statten Studentenausweise mit der kontaktlosen Bezahlfunktion aus. Für Smartphones, die
mit der NFC-Funktion ausgestattet sind, ist bargeldloses Bezahlen mit besonderen Apps
möglich. Immer mehr Automaten, Tankstellen und Geschäfte wie Lidl bieten NFC-
Zahlungen an. Für höhere Beträge ist es allerdings erforderlich, dass Sie eine PIN
eingeben. Mit einer neuen App für Smartphones können Edeka-Kunden in über 100
Berliner Märkten ihre Rechnung bargeldlos über ihr Smartphone an der Kasse begleichen.
Bis Ende 2015 will der Verbund diese Technologie bundesweit in allen Märkten anbieten.
Nach dem kostenlosen Herunterladen der App registriert sich der Kunde mit seiner
Bankverbindung im System. Dann kann er sofort in jedem ans neue Zahlsystem
angeschlossenen Edeka-Markt mobil abrechnen. Zum Schluss gibt es automatisch einen
digitalen Kassenzettel auf dem Handy. Alles zusammengenommen, dauert der neue
mobile Bezahlvorgang insgesamt im Schnitt nur noch sechs Sekunden. Daher wirbt Edeka
jetzt mit dem Slogan: „App jetzt bezahlt ihr Handy.“

5. Online haben sich Bezahlsysteme wie PayPal, Sofortüberweisung.de und Giropay


längst etabliert. Sie kaufen im Web-Shop ein, werden automatisch auf die Seite des
Anbieters weitergeleitet und überweisen den fälligen Betrag ganz einfach mit einem
Klick. Damit sparen Sie sich den Weg zur Bank oder dass Sie das Geld via Online-
Banking überweisen.

6. Die Tendenz, die die ganze Europa erfasste, betraf auch vor kurzem Russland.
(Grafik!) In der nächsten Zeit soll es eine Bargeldgrenze in Höhe von 300 Tausend
Rubel eingeführt werden. Folgender Gesetzentwurf wurde schon von dem
Finanzministerium ausgearbeitet. Finanzmarktaufsichtsbehörde meinen es würde der
Zweck verfolgt, indem man gegen Geldwäsche kämpft. Wie auch in Deutschland gibt es
in dem russischen Bankarsenal mehrere Varianten von bargeldlosen
Bezahlungsmöglichkeiten: Abrechnungen mithilfe der Chip-Bankkarte, Bankkontodaten,
NFC-Payments via Smartphones oder Tablets, Online-Überweisungen mit
elektronischen Geldbörsen und Online-Banking. Vor allem sind die elektronischen
Geldbörsen bei den Russen populär, mit deren Hilfe man problemlos Dienstleistungen,
Strafen, Internet bezahlen und auch Guthaben aufladen kann. Solche extra
Plastikkarten verringern das Risiko von Wirtschaftsbetrug.

7. Zu den bekanntesten Geldbörsen gehören Яндекс.Деньги, Кукуруза und QIWI. Aber


sind die Russen bereit, auf das Bargeld zu verzichten, wenn es sogar nicht in jedem
Supermarkt ein Bankterminal gibt? Wer wird davon gewinnen und wer wird davon
betroffen sein? Der Übergang zur bargeldlosen Rechnungsmodell ist unvermeidlich. Wir
beobachten heutzutage weltumspannenden Entwicklungstrend von Finanzsystemen
und Technologien. Deswegen darf Russland in diesem wichtigen Prozess nicht
zurückbleiben. In der Wirklichkeit ist die Tendenz zur Entwicklung des bargeldlosen
Zahlungssystems seit Jahren in Behandlung genommen und wird aktiv ins öffentliche
Leben eingeführt. In Russland wurde darüber seit 2008 gesprochen. Man sollte
berücksichtigen, dass es völlig unmöglich ist, das schon existierende Modell an einem
Tag zu verändern. Es gibt mehrere Gründe, warum man in Russland auf das Bargeld
verzichten muss. Banken stoßen auf Konkurrenz von der Seite der verfahrenstypischen
und Finanzunternehmen. Mithilfe der modernen Services ist jeder Mensch in der Lage,
diese oder jene Leistung ohne von dem Stuhl aufzustehen zu bezahlen. Heutzutage ist
es klar, dass die neuen technischen Lösungen, die auf dem bargeldlosen
Zahlungsverkehr basieren viel günstiger für die Banken selbst sind, die auf solcher
Weise auf Offices und Personal einsparen können. Das andere bedeutsame Problem in
dieser Frage ist Cyber-Sicherheit. Natürlicherweise werden die bargeldlosen Zahlungen
immer gefährdet, indem Hackers das Geld von den Bürgern von den Kreditkarten
stehlen. Es gibt ausreichend Möglichkeiten für die Cyber-Kriminalen durch das Gesetzt
zu schlüpfen. Deshalb können nun die Russen dieser Neuigkeit nicht ganz vertrauen.

Schluss:

Unterdessen befürchtet sich niemand mehr vor den Plastikkarten, deren Zahl fast doppelt
so hoch wie die Zahl der Bevölkerung ist. Und diese Zahl steigt immer noch. Das heißt, es
gibt keine psychologische Barriere und niemand hält die Rede davon, dass es kompliziert
ist, sich auf Geldbeutel an Kreditkarten zu verzichten.

В ближайшее время россиянам могут запретить оплачивать покупки


стоимостью свыше 300 тысяч рублей наличными. Соответствующий
законопроект уже разработан Минфином. В ведомстве объясняют идею
борьбой с нелегальным оборотом денежных средств.

Готова ли Россия отказаться от наличных средств, ведь даже банковские


терминалы сегодня отыскать можно далеко не в каждом магазине? Кто
выиграет, и кто пострадает от новации?

Переход к безналичной модели расчетов — это неизбежность. Мы наблюдаем


общемировой тренд развития финансовых систем и технологий, и Россия не
должна отставать от этого важнейшего процесса.

На самом деле тенденция к развитию безналичного оборота появилась отнюдь


не вчера, а активно обсуждается и внедряется на протяжении многих лет. В
России об этом всерьез заговорили в 2008 году. При этом надо представлять,
что взять и изменить существующую модель за один день просто невозможно.

К отказу от нала страну подталкивают самые разные причины. Например, банки


столкнулись с жесткой конкуренцией финансово-технологических компаний — с
помощью ныне существующих сервисов вы можете оплатить ту или иную
услугу, не вставая со стула. Не надо идти в банк, стоять в очереди, тратить
свое время.

Сегодня уже стало понятно, что новые технологические решения, основанные


на безналичных расчетах, значительно дешевле для тех же банков — они могут
экономить на офисах и персонале.

Другая не менее серьезная проблема — это кибербезопасность. Стоит


признать, что сегодня безналичные расчеты сопровождаются постоянными
угрозами, когда хакеры воруют с банковских карт деньги граждан. Этих дыр и
лазеек для киберпреступников еще достаточно много. Поэтому у россиян нет
абсолютного доверия в таким расчетам.

В то же время банковские карты уже никого не пугают — в стране их количество


превышает число населения чуть ли не в два раза. При этом идет прирост
кредитных карт. То есть ни о каком психологическом барьере, о сложности
отказа от кошелька в пользу пластика, думаю, не идет и речи.
Quellen

http://www.dw.com/de/bargeld-wer-es-will-und-wer-nicht/a-36765724

https://www.kreiszeitung.de/wirtschaft/bargeldlos-bezahlen-8150761.html

http://www.focus.de/finanzen/news/waehrung-welt-ohne-bargeld-cryan-vorstoss-
heizt-diskussion-neu-an_id_5230343.html

http://www.dw.com/downloads/29781457/nachrichten-mit-vokabeln-20150901-
lieber-bargeld-als-kreditkarte.pdf

http://www.fr.de/politik/meinung/gastbeitraege/steuerhinterziehung-und-
geldwaesche-bargeldgrenze-soll-geldwaesche-eindaemmen-a-327909

https://ura.news/articles/1036269608

http://dolgi.ru/news/3736